Mbenöausgabe Hr. 10 ♦ 41.Fahrgaag Ausgabe B Nr.S SfjagdiebingTntg«! rmd Anzeigenpreis» sind in der Morglnanegabe angegeben SctiafHon: SD.«». Linden ftrah« 3 Fernsprecher: Vönhoff 292— 295 SeL'UCrcn«: SoziaUemoItai Berlin Fv 9 Devltnev Volksblatt 70 Milliaröen M. Montag 7. Januar 1 �24 Verlag und«nzeigenableiinng. che'chLIiazeii v— S Udr Verleger: vorn? drr»- Verlag SrndH. Bern» SD. 69, Lineenslrntz« 4 Fernsprecher vlntzoss 2506- 250t Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen partei Deutfchlands Jm Sann öer Kommunisten. Zum sächsische« Laudesparteitag. Do» Wilhelm Dittman». Die Verhandlungen des sächsischen Landes- Parteitages, die am Sonntag im Landtagsgebäude in Dresden stattfanden, haben bewiesen, in welch erschreckendem Maße sich die Führung der in der sächsischen Parteigenossen- schaft seit ewigen Monaten vorherrschenden Richtung bereits in den Schlingen verfangen hat, die von den kommunistischen Demagogen ausgeworfen worden sind. Unsere sächsischen Genossen standen am Sonntag vor der Tatsache, daß am Freitag vorher im Landtage die Koalition von Sozialdemokraten( 4 Sitze), Demotraten(1 Sitz) und Volksparteilern(2 Sitze) beschlossen worden war. Die Mehr- heit unserer Landtagsfraktion hatte der Koalition z u g e- stimmt, aus der Zwangslage heraus, daß sonst in der gleichen Sitzung Auflosung und Neuwahl des Landtages beschlossen worden wäre, von der sie günstigstenfalls die Wiederkehr der jetzigen Landtagskonstellation erwarten tonnte, so daß die Regierungskrise nur auf Monate verschleppt, aber nicht gelöst worden wäre. Trotz dieser Situation beschloß der Landesparteitag am Sonntag, den neugewählten Mi» nisterpräsidenten. Genossen Held, zum Rücktritt aufzufordern, von der Fraktion das Eintreten für die Auflösung des Land- tages zu verlangen und eventuell durch Volksbegehren und Volksentscheid die Landtagsauflösung zu erzwingen. Der Landesparteitag stellte sich also i n f ch r o f f st« n Gegen» satz zu der Mehrheit der Landtagsfraktion. der auch formell noch das schärfste Mißtrauen ausgesprochen wurde. Der Vorsitzende der Landtogsfraktion, Genosse Wirth, gab darauf im Namen der Frattionsmehrheit die Erklärung ab, daß sie die Entscheidung der Streitfrage dem am 30. März stattfindenden Parteitage der Gesamt» partei unterbreiten werde. Die Mehrheit des Parteitages faßte daraufhin einen neuen Beschluß, in dem die sofortige Befolgung ihres Willens verlangt und erklärt wird, daß die sächsische Sozialdemokratie mit der Regierung Held nichts zu tun habe. Es ist in Sachsen also zu einem offenen Partei- ? o n f l i k t gekommen. Wie war das möglich und was Legt diesem Konflikt zugrunde? Die Führung des Kampfes gegen die Fraktionswehrheit liegt beim Landesarbeitsausschuß, dessen kürzlich neugewählter Vorsitzender der Dresdener Landtagsabgeordnets Arzt ist, der unter allen Umständen trotz all der schlimmen Erfahrungen der letzten Zeit ein Zusammengehen mitdenKom» m u n i st e n erzwingen will. Als die von ihm und dem Ab- geordneten Genossen Müller-Leipzig im Auftrage der Fraktion vor einigen Tagen mit den Kommunisten geführten «-ryandlungen endgültig gescheitert waren, hatte er noch selber erklärt:„Das sind ja Schafsköpfe!" Er batte zunächst auch anerkennen müssen, daß die Erklärung des Kommunisten Böttcher im Landtage, die Kommunisten würden auch n a ch den Neuwahlen eine sozialistische Minderheitsregierung nicht unterstützen, eine klare Situation geschaffen habe. Auf dem Landesparteitage aber kam Genosse Arzt plötzlich mit der Deutung. Böttcher habe nur gemeint, mit der jetzigen Landtagsfraktion würden die Kommunisten auch nach den Wahlen keine Regierung bilden. Daraus schlußfolgerte Ge» nosse Arzt, man müsse also eine neue Landtogsfraktion wählen lassen, um mit den Kommunisten zusammenkommen zu können. Genau so unglaublich operierte auch das .Zwickauer Voltsblatt" in seiner Parteitagsnummer: hierzu ist festzustellen— und di« Berichte über Böttcher» Rede durch di« Landtagsprotokolle weisen da» noch—, daß die Erklärung de» kommunistisch«, Abgeordneten sich lediglich auf die jetzige sozialdemokratische Fraktion im Landtage bezieht, daß er ausdrücke sich hervorgehoben hat, daß für seine Partei ein« Koalition mit denjenigen unmöglich sei. die, wie er sich ausdrückte,„im Lager de, Gen-rals Müller stehen", und in der Tat sind di« Spannungen zwischen der jetzigen Fraktion, die ja in Wahrheit durch- au» nicht mehr den Willen der Partei wider. ivieaelt. und den Aommunst«« so große, daß« vom SUmd punkte der«?v. aus verstäodvch ist. daß ein« koaligon mit ihr zunächst für sie nicht tragbar ist. Diele liebevoll« Einfühlung des Zwickauer Parteiblatte« in die Seele der Kommunisten zeigt die absolute geistige Hörigkeit, in der sich dieses Parteiblatt°°"den Kommunisten befindet. Als Genosse Arzt auf dem Parteitage durch die- f-lbe Deutung der Böttcherschen Rede den Dreh zu den Kommunist?» vollzog, nefen wir Parteworstands- Vertreter— Wels. Hilferding und td)— dem Partei- tag warnend„Hört, hört!" zu.„Jawohl, wurde uns«nt- Legengerufen,„die Kommunisten haben ganz r e cy tN Genosse Wels wies im seiner Rede auf dem Partei- tage auf die Ungeheuerlichkeit hin. die darin liegt, daß unsere Partei sich von den Kommunisten die Zusammensetzung un- Iet Landtogsfraktion vorschreiben lassen solle. Er machte ober damit sehr wenig Eindruck. Darin offenbarte sich klar die geistige und politisch-taktische Einstellung der Mehrheit dieses Parteitages. Als einer der Führer der ehemaligen USP. muß ich be» kennen, daß die Atmosphäre dieses sächsischen Landesparte,. tages mich zurückversetzte in die schlimmsten Zeiten d e r USP. v o r der Spaltung in Halle Auch da- mals herrsazte d,e Einstellung: Unter allen Umständen zu- sammen mit der KPD., selbst unter Preisgabe der politischen Selbständigkeit und der Würde der eigenen Partei! Dasselbe jetzt iu Sachsen. Und genau wie damals werden unsichtbare vie französischen Senatswahlen. Vatis.?. Januar.(VTV.) Das Endergebnis der Sc- nakswohle« Negl bis aus das Refullai der Insel Martinique vor. E» haben erhallen: dl« konservative»echte 17 Sitze(gewonnen 0. verloren 2), die Rechlsrepublikaiier 16 Sitze(gewonnen 3. verloren 2), die radikalen Republikaner 22 Sitze(gewonnen 3. ver- loren 4), die unabhängigen Radikalen 4 Sitze(gewonnen 1, ver- loren 5). die Radikalen und Sozialistisch-Radlkalen 50(gewonnen 6, verloren 4), die sozialistischen Republikaner 4 Sitze(gewonnen 4. ver- loren 6). die SozloNsten 2 Sitze(gewonnen 2, verloren 0). 88 ehemalige Senatoren find wiedergewählt worden. 27 Senatoren treten neu in das Parlament«in. Räch den Gruppierungen der Senatsparteien find gewählt: S0 Mitglieder der demokraiischea Linken, 33 Mitglieder der republtkauilchen Union. 13 Linksrepubsikaner und 11 Mitglieder der Rechlea. Von bekannten Senatoren wurden ge- schlagen: der frühere Volschafler in Rußland Roulens, der Vize- Präsident de« Senats Gustave Rivet und der Führer der Rechten de Lamarzelle. Parts. 7. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Gestern. Sonntag, fanden in ganz Frankreich die Ersatzwahlen zum Senat statt, durch die ein Drittel des Senats neugewählt wurde. Die Senatoren werden gewählt von den Abgeordneten und Generalräten des De- partement», den Arrondisfementsräten und Vertretern der Gemeinde- rate. In den ersten zwei Wahlgängen ist die adsolui« Mehrheit notwendig, für den dritten genügt di« relativ« Mehrheit. Der Senat setzte sich bisher zufanuren aus 163 Radikalen und Sozialiftisch-Radika'en, 99 Mann. Republikonilche Bereinigung und 15 republitanisch Linken tduzu gehört auch Poincare). außerdem au« 11 ausgesprochen Rechten und 6 Unabhängigen, die auch zur Rechten zählen. Don diesen 314 Senatoren waren jetzt 116 neu zu «nähten(«inschliestlick der verwaisten Sitz«, und zwar fanden Er- sat-wablen statt für 55 Radikale pvd Sozialisti'ch-Radikole. 34 Repu- blikonilche Dereiniguna. 15 republikanisch Linke und 12 Rechte und Unabhängige. Di« beiden Mittelgruppen sind trotz ihm republikanischen Firmenschilder Flügelgrupven des Rationalen Blocks. * Es entspricht durchaus dem Zweck des französischen Senats und dem ihm z"gn>nde liegenden indirekten Wahl» verfahren, eine weitgehende Stabllität in den politischen Der» dällnissen des Landes zu sichern. Insofern ist eine ausge» 'prochene Verschiebung der politischen Machtverhältnisse in diesem Hanse febr schwer herbekzuführen und bisher fast nie- mals in der Geschichte der dritten Republik eingetreten. Immerhin pflegt man die alle drei Jahre stattfindende Er- Neuerung eines Drittels des Senats als ein S t i m m u n g s- fymptom zu bewerten, und deshalb wurde das diesjährige Ergebnis als für die kommenden allgemeinen Neuwahlen der Deputiertenkammer bedeutsam betrachtet. Soweit aber aus den vorliegenden Zahlen. Einzelfällen und Pressestimmen hervorgeht, scheinen die gestrigen Neu- mahlen keine nennenswert en Veränderungen in der Zufammenfetzung des Eenäts ergeben zu haben. Von einem Ruck nach rechts, von dem die ersten Meldungen sprachen, ist keine Rede, aber auch von einem Ruck nach links ist wenio zu spüren. Die Sozialisten, die grundsätzlich für die Abschaffung des Senats als einer überflüssigen Ein- richtung entreten, haben vor drei Iahren zum ersten Mal« zwei Genossen in den Senat hineinwählen können, zu denen sich jetzt zwei weitere gesellen, die ihr Mandat der Bü» dung des Blocks der Linken in ihren Wahlkreisen verdanken. Im übrigen haben sämtliche Parteien ihren Bestand im all- gemeinen behauptet. Innerpolitisch bleibt demnach der Senat, wie„Oeuvre" mit Recht betont, das republikanische Gegengewicht der reaktionären Kammer. A u si e n p o l i- tisch hat der Senat auch einschließlich des linken Flügels alle Torheiten der einzelnen Regierungen feit Kriegsende mitge- macht, und insofern hat auch P o i n c a r«? recht, wenn er nach seiner Wahl darauf hinwies, daß seine Reparationspolitik die Billigung der Senatswähler gefunden hat. Auflösung ües Unterhauses Z Lloyd Georg« hat sich im„Daily Chronicle" für di« llntee- ftützung einer vrbeiterwg.erung durch di« Liberalen, solange sie nicht sozialisier«, ausgesprochen. Damit ist d:r Sturz der konfervo- tiven Regierung in der bevorstehenden Parlamenlsfession sicher, und der König müßt« dann dem Führer der Opposition, unserem Genossen Ramsay Macdonald, die Regierungsbildung übertragen. Diese logische Folgerung aus dem parlameniari'chen Systim schreckt die Konservativen, und es sind Beslrcbvnzen lm Gange, den König zur Auflösung des Unterhauses zu rcrantassen. In einem Interview des„New Park ch-rald" weist Macdonald nach, daß der König jetzt zur Auflösung nicht b e r« ch- tigt sei. und sehr deutlich wurde Genosse Lansbury in einer Siegesfeier d:r Arbeiterpartei im Rathaus des Londoner Arbeiter- bez'rks Shoreditch. Er sprach über die Stellung des Königs und sagte u. o.: „Bor vielen Iahrhvnderien widersetzt? sich ein König dem Willen des Volkes. Man enthauptet« ihn. Etwas später versucht« einer seiner Nachkommen, seinem Vorsahren nachzuahmen. Man schlug ihm zwar nicht den Kopf ab. aber man zwang ihn, zu v-rschwindan. Seit dieser ZVt haben sich di» König« and Königinnen von Engtand mit ihrem dekorativen Platz begnügt, der ein Symbol für die nationale Einheit ist. Der gegen-» Lrön.ig würde gut daran tun, wenn er sein« Finger vcn ver Point weglassen wollt«.' Die Londoner Kombin.ation-n über Macd?nalds Ministerkollegen gehen jetzt dahin, daß Macdonald für die ausmörtigt Poli'ik in erster Linie Tom Shaw sowie den bekannt?» Pazifisten Artnr Ponsonby, der seinerzeit Diplomat, heranzlchen cxrde. Ramsay Macdonald würd? sich auch an den früheren Gesandten England« in Finnland, Lord A c t o n. werden und den Genossen Noel Buxton, der ein Kenner der Orientfroge ist, zu? Mitarbeiterschast einladen. Am Freitag werde Ramsay Macdor.oid eme Zusammenkunft mit Lord H a l d a n e haben, der gleichlall? als engerer Mit- arbelter einer Arbeiterregierung angesehen wird. Fäden gesponnen zwischen der KPD. und unserer Partei. In jener Novembernacht des vorigen Jahres, in der das Kabinett F e l l i s ch gebildet wurde, wies der Kommunist Böttcher wütend hinüber zu unseren Fraktionsgenossen. Auch die- jenigen von ihnen halten feige kapituliert, die mit den Kom- munisten gegen die eigene Partei konspiriert und Unterstützung gegen den rechten Flügel der Partei gesucht hätten. Das erinnerte mich an die dramatische Szene auf dem ersten Leipziger USP.-Parteitag 1919, als die Genossen Simon- Nürnberg und E r i s p i e n sich empört gegen die Hinterhältigkeit der Stöcker und Genossen wandten, die hinter unserem Rücken während des Parteitages mit dem KPD.-Borsttzenden Dr. Levi konspiriert hatten. Auch dort konnte der Beweis nickt gerichtsnotorisch gemacht werden. aber die spätere Entwicklung zeigte, was damals gespielt worden war. In Sachsen wird jetzt dasselbe treulose Spiel ge- trieben, das fühlt jeder, der die dortige Parteiatmosphäre kennt. Verblendete und Unerfahrene glauben, durch fortge- fetztes würdeloses Herlaufen hinter den Kommunisten bei diesen moralische Eroberungen machen zu können. Sie spüren nicht, daß sie umgekehrt längst von den Kommunisten in ihren Bann gezogen worden sind, so daß sie. objektiv gesehen, als kommunistische Spalthilfe in unserer Partei wirken, indem sse nach der kommunistischen Parole handeln, die„rechten Führer" der Partei zu beseitigen. Sie merken dabei nicht einmal, daß Jie die Düpierten sind, daß sie selber die nächsten sein werden, »ie beim Absägen an die Reihe kommen werden, denn di« Kommunisten wollen ja eine Führergarnitur nach der anderen und durch die andere beseitigen, damit ihnen das führerlos gewordene Gros der Partei um so leichter zum Opfer fallen kann. Das ernste politische Problem, vor dem unsere Partei jetzt in Sachsen steht, ist deshalb die geistige und politische Loslösung der Parte» von der Umstrickung und Umklammerung durch die Kommunisten» in die sie durch ihre unglückselige Politik de» letzten Jahres hineingeraten ist. Jeder ehrliche Sozialist wünscht sehnlichst eine Verständigung mit den A r- b eitern, die heute noch glauben, zu den Kommunisten halten zu müssen. Aber es kann keine Rede davon sein, daß unsere Partei sich in das Schlepptau der Moskauer Demagogen und Putschisten nehmen lassen darf. Davor die Partei inSachsenzubewahren, istvorallemjetztauch eine Pflicht der Gelamtpart...: ,« uuf ihrem Parteitage am 30. März zur Entwicklung der Dinge in Sachsen klar und u'zweideutig Stellung nehmen muß. Schwerer Konflikt w Sachsen. Landesparteitag und Große Koalition. Dresden. 7 Januar(Eigener Drahtberlcht) Unier Teilnahm« von 7? stimmberechltgten Delegierten wurde am Sonnabend der 'Landesparteitag c»cr sächsischen LSPD. eröffne». Genosse Arzt referierte al» Beitretcr der Fra tt i o n s m l nd er h tir ' über die politisch« Lage. Er wandt« sich gegen die große Kralitlon und den„Disziplinbruch" der FraktionsmehrhN. Als Korreferent sprach Mülle r-Leip-ig. der die Notwendigkeit de» Schritte« der Fraktioasmehrheit nochirie» und sich gegen dc„ Volksentscheid auf Auflösung des Landtage» aussprach. In die Dtstussicn griff auch Genosse Wels vom Parteioorstand ein. Er zeichnet« i» großen Umrissen ein Vi d dcr interna ionalen Arbeiterpoliük, charakterisiert« eingehend die sächsischen Verhältnisse und unterstützt« dar Standpunkt der Froktlonsmehrheit. Der Landesarbeitsausschuß der DSPD. harte dem Parteitag folgend« Entschließung vorgelegt: „Die au» 25 Genossen bestellend« Mehrheit der Landtags» fraktion hat in der Lundtagssitzung vom 4. Äanuor mit Volk». parte! und Demokra'en«in« Regierung ocbildct ui.d damit den Beschluß de» Lnndcsparleitoge» vom 2. Dczcmber� der ausdrück. lich jede Koalltionsditdung von der vorhergehenden Zustlmmmrg de» Parteitage» abhängig machte, gebrochen. Sie hat mit den Stimmen der Bürgerlichen«Inen Ministerpriisidenlen gewählt und ist voll verantwortlich für die Spaltung der Fraktion. Dieses Verhalten der Frattionsmehrheit ist ein grober Bruch der P a rt e i d i sziplin und bildet einen brifpiellosen Bor. gang in der Geschichte der Soziasbemskratie. Der Disziplinbruch wiegt um so schwcrcr, a'o di« Lanttogssrottion selbst es war, di« ein« Entscheidung de» Parteitages verlangt hat und trotzdem zwei Tage vor Stat'sinden de» Parteitages die Emjch. bung vorwegnahm. Die Frattionsmehrheit hat ferner den Beschluß des Parteitage» verletzt, der d-e Kowpetenzgrenze der Fraktion fest. legt und die Entscheidung über alle wichtigen taktischen Fragen den Landesinstanzen und einer Vertretung dcr Fraktion in ge. meinschaftlicher Beroiung überträgt. D'c Landesinstanzen sind bei der letzten Handlung der Fraktion völlig ausgeschaltet worden Der Parteitag spricht deshalb l. der Fraktionsmchrhrit fein schärfstes Mißtrauen au» und billigt die Haltung der 15 G«- nassen der Fraktioneminderheit, die durch«in« össentliche ErNä- Die vom Landesarbeitsausschuß der VSPD. vorgelegte Entschließung wurde in namentlicher Abstimmung mit 77 gegen 16 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Drei De legierte fehlten bei der Abstimmung. Die anwesenden Reichstags abgeordneten Bud, Schmidt, Buchta und Rahmann stimmten ebenso wie die drei ftimmberechtigten Bewertschaftsvertreter mit Nein. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Genosse Birth, verlas darauf folgende Erklärung: " Volksentscheid in Lübeck. Bürgerschaftswahlen. Cubed, 7. Januar.( WTB.) Bei dem gestrigen Volksentscheid über die Frage, ob der Senat zurücktreten solle, wurden von 84 462 Wahlberechtigten 73 747 Stimmen abgegeben. Hiervon entfielen auf ein"( für das Berbleiben des Senats) 44 151, auf Ja"( für den Rücktritt des Senats) 29 596 Stimmen. Nach diesem Ergebnis wird der Senat die Bürgerschaft auflösen und Neuwahlen ausschreiben, tie innerhalb 45 Tagen stattfinden müssen. rung ihren ablehnenden Standpunti, geireu den Parteitagsbe Verwicklung im Fall Hermann. ginge in Thüringen alles brunter und brüber und als jet ber role fchlüffen, präzisierten. 2. Die eingegangene Berbindung mit Bolts Terror faum noch erträglich. Auf Grund der bürgerlichen parter und Demofraten ist eine glatte interwerfung unter Verhaftung unter dem Druck des Heeresanwalts?„ Hilferufe hat der Militärbefehlshaber in Thüringen einbie Gewaltpolitit der Bourgeoisie, die in Sachsen und Weimar, 7. Januar.( Eigener Drahtbericht.) An das thüringegriffen. Generalleutnant Hasse hatte sich ausdrücklich auf die Thüringen durch Staatsstreich und Reichserefutive die Berschlagische Justizministerium hat der Reichstagsabgeordnete und Rechts zahireichen Hilferufe" bezogen, als er die thüringische Landes gung der sozialistischen Position und die Bildung einer großen anwalt Dr. Kurt Rosenfels eine Beschwerde joigenden polizei in eigene Regie nahm. Das alles, obwohl in der sozialRoalition anstrebte. Diese Unterwerfung würde die Handlungs Bortiauts gerichtet: bemokratischen und demokratischen Bresse festgestellt wurde, daß in freiheit der Partei verneinen. Deshalb billigt der Parteitag die Ablehnung der großen Koalition durch die Frattionsminderiyeit. In der Eiraffache gegen 1. den Minister Hermann und Thüringen musterhafte Ordnung herrsche, und obwohl in der Heiz3. In Konsequenz dieser Feststellungen verlangt der Parteitag 2. den Regierungsaffeffor unge führe ich als Bertel presse tein nennenswerter Fall von Ausschreitungen angeführt den Rüdtritt des Ministerpräsidenten und den diger der beiden Beschuldigten über dos Berhalten der Staatsan werden fonnte. Wenn jetzt, cffenbar infolge der üblen Folgen der Appell an bas Bolt und ferner von der Fraktion, für die waltschaft Beschwerde. unberechtigten Heze gegen Thüringen durch das halbamtliche DeAuflösung des Landtags mit allen Mitteln einzutreten. Wird die 1. Als der Beschuldigte Hermann turz nach seiner Festnahme peschenbureau das Gegenteil von dem verkündet werden muß, was Bandtagsauflösung im Landtag nicht erreicht, so ift der Bolts von dem Staatsanwaltschaftsrat müller vernom ber thüringische Ordnungsblod" felt Monaten verbreitet, so zeigt entscheib durchzuführen. 4. Der Landesparteitag forbert ausdrüd- men wurde, flingelte noch etwa halbstündiger Bernehmung bas bas, mit welch verwerflichen Mitteln gearbeitet worden fich von der Landtagsfraktion, daß sie diesen Beschlüssen ent- men ( prechend handelt. Nach§ 23 des Reichsparteistatuts sind die Telephon. Staatsanwaltschaftsrat Müller meldete fich und sagte: ist, und man fann annehmen, daß es sich ähnlich im Fall Hermann örtlichen Organisationen und die Bezirksorganisationen Ich bin eben bei der Bernehmung des Ministers Hermann, es er- vehäle gehalten, gegen Barteimitglieder vorzugehen, die gaben sich gewisse Schwierigkeiten und ich würde Sie bitten, menn Sehr übel ist es, daß die Reichswehr in der thürin beharrlich die Durchführung der Parteitagsbeschliffe verweigern. Sie Zeit haben, zu mir herauszukommen." Rurze Zeit darauf gischen Angelegenheit eine große Rolle spielt. Ihr Name wird in 5. Der Barteitag fordert die Parteigenoffen im Lande auf, treu crfchien der Heeresanwalt Rodermund, er wurde Herrn die standalöse Kampagne geçen die thüringische Landesregierung zu den Beschlüssen des Landesparteitages zu stehen und jeder Hermann vorgestellt und nahm am Tische Blah. Staatsanweit mithineingezogen. Die unpolitische Reichswehr wird auf diese Spaltungsabficht, möge fie fommen, woher fie wolle, mit rüdfichts- fchaftsrat Müller setzte dann die Bernehmung Hermanns fort und Weise zu einem politischen Instrument gestempelt, ein Belofer Energie entgegenzutreten. Angesichts der Zusammenballun in diese Bernehmung griff Heeresanwalt Rodermund wiederholt weis bafür, daß der militärische Ausnahmezustand für die gen aller reaktionären Sträfte gegen das Proletariat ist mehr als ie die Aufrechterhaltung einer einigen und dadurch schlagkräftigen durch Fragen ein. Insbesondere fragte er Herrn Hermann, wie Reichswehr selbst verderblich ist, wenn er sich nicht Sozialdemokratie bas Gebot der Stunde." et erklären könne, daß so viele Beamte noch angestellt worden feien gegen faftische, sondern gegen fiktive Unruhezustände wendet. und ob er wisse, daß bei den Prüfungen nur Beamte zugelassen morden feien, die Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes felen, der sich, wie ja ellgemein bekannt sei, aus linten Sozialisten, ehemaligen Unabhängigen, zu Herr Hermann erwiderte, daß der Allgemeine fammensetze. Deutsche Beamtenbund eine gewertschoftliche Organisation fei, und baß er feine Ursache habe, mit dem Heeresanwalt über diese Dinge zu diskutieren. Der Heeresanwalt erwiderte barauf, es sei sehr Die Mehrheit der sozialdemokratischen Fraftion ift bereit, eigenartig, doß die Anstellungen, die vorgenommmen worden für ihre Stellungnahme vor dem Bande fowie der Gesamtpartei fcien, in jo großem Maße und so plötzlich erfolgt seien. Herr Her. die volle Berantwortung zu tragen. Sie ist sich der mann antwortete:„ Die Alten werden beweisen, daß die Anträge Iragmeite ihrer Handlungsweise in vollstem Umfange be- schon seit Wochen und Monaten von ben Kreisdirektoren wußt und wird bei ber Bebeutung der von ihr gefaßten Be- eingegangen sind, auch von solchen Kreisdirektoren, die nicht Soschlüsse die Entscheidung des am 30. März tagenden Reichszialisten sind." Nunmehr erklärte ber Heeresanwalt:„ Wir sind parteitages anrufen, der die Grundlinien für die fozial- gezwungen, nach Ihren Motiven zu suchen und wir haben den Einbemokratische Politik zu bestimmen hat." Der Arbeitszeitkampf in Rheinland- Westfalen. brud, Sie hätten, als Sie jahen, daß die Regierung abtreten müffe, nur noch recht viel Sozialisten zu Beamten mochen wollen." In Berbindung mit der vor einigen Tagen erfolgten Aus Aus diesem Verlauf der Vernehmung des Herrn Hermann geht sperrung von 1500 Rabelarbeitern find in Jér hervor, daß der Staatsanwaltschaftsrat Müller einen Uebergriff des lohn weitere 6000 rbeiter der Metallindustrie zum In Hagen Stadt und Heeresanwalts ruhig hingenommen hat. Dieser hatte kein Recht, 16. Januar gekündigt worden. and sind die Metallarbeiter in Auswirkung der Kündi in die Bernehmung einzugreifen, die durch den zuständigen Staats. gungen, die der Märkische Arbeitgeberverband zum 4. Januar aus. anwalt im Ermittelungsverfahren vorgenommen wurde. Das Ver- gesprochen hat, feit Sonnabend früh ausgesperrt; zum halten des Staatsanwaltschaftsrats Müller, der diesen Uebergriff Teil tritt die Kündigung erst ab Montag in Kraft. Auf den größe: des Heeresanwalts duldete, steht im schroffften widerspruch zum ren Werfen wird noch gearbeitet. Im Landkreis Schwelm Gefeh, das eine Mitwirkung des Heeresanwalls nicht tennt. ist die Kündigung am Sonnabendabend allgemein in Straft ge2. Die Verhaffung des Herrn Hermann ist offensichtlich auf treten. Im besetzten Gebiet hat die Deutsche Maschinenfabril in Beranlaffung und unter dem Drud des Heeresanwalts erfolgt. Ich Better am 2. Januar den Betrieb eingestellt, weil die Arbeiter fich habe dem Staatsanwaltschaftsrot Müller auf den Kopf zugefagt, weigerten, die von der Werkleitung zum Ausgleich von Lohntürzungen verlangte Affordarbeft aufzunehmen. daß er felbst die Verhaftung des Ministers Hermann gar nicht habe Nach einer Meldung der Kölnischen Zeitung" aus Düffel. vernehmen wollen, doß dann aber der Heeresanwalt ihm dorf find im dortigen Wirtschaftsbezirk 30 000 Metallargesagt habe:„ Sie haben schon Neubauer entwischen lassen, wollen beiter ausgesperrt. In einer von Rommunisten einEie auch noch Hermann fliehen lassen," und daß erst darauf berufenen Bersammlung von Betriebsräten des Niederrheins in hin die Fest nehme des Herrn Hermann erfolgt ist. Staats- Rheinhausen wurde von heute ab der Generaliteit in anwaltschaftsrat Müller hat mir erklärt, die Sache habe sich nicht perfchärfter Form sowie die Einsetzung einer Streifleitung ganz so verhalten, aber im allgemeinen hat er den Borgang nicht in beschlossen. Die Bewegung ist vorläufig auf den Düsseldorfer Be Abrede gestellt. Auch dies Verhalten des Staatsanwaltfdjaftsrats Hären, baß sie am 3ehnstunden tag unter allen Umständen zir? beschränkt. Die Arbeitgeber der Eisen und Stahlindustrie er Müller verößt gegen das Gefeß. Er hat sich offensichtlich nicht von festhalten. einer fachlichen Prüfung der Frage, ob Grund zur Berhaftung Her. manns porlag, leiten lassen, er hat vielmehr dem Drud des Heeresanwalts nachgegeben. Hierüber führe ich Be: schwerde. Nach furzer Unterbrechung der Sizung nahm der Parteitag barauf gegen zwei Stimmen noch folgende Entschließung an: Auf die Erklärung der Fraktionsmehrheit erklärt der Bandes. parteitag, daß die BSPD. in Sachfen nach den auf dem Landesparteitag am 6. Januar gefaßten Beschlüssen an dem Kabi nett held nicht beteiligt und für diefe Koaiations regierung nicht verantwortlich ist. Der Parteitag fordert, daß froß der Erklärung der Fraktionsmehrheit, entsprechend der angenommenen Resolution, feine Beschlüsse durchgeführt werden." Mit der Annahme einer weiteren Entschließung über die Gemeinderatswahlen und nach einem furzen Schlußwort bes Genossen Arzt waren die Verhandlungen des Parteitags um 7 Uhr 45 Mi nuten beendet. Berichte bürgerlicher Montagsblätter sprechen davon, daß auf dem Parteitag ein Antrag Lipinski angenommen worden sei, der den Ausschluß der Rechtsopposition verlange. Diefe Berichte find falsch. Genosse Lipinski hat solchen Antrag nicht geKein Rücktritt Helds. ftellt. Die B. 3." behauptet in einem Dresdener Telegramm, Genosse Held werde morgen im Landtag seinen Rücktritt erklären und fobann bis zur Neumahl des Landtags die Geschäfte weiterführen. Diese Nachricht ist, wie uns aus Dresden gemeldet wird, falsch. Genoffe held fann schon beshalb nicht zurücktreten, weil dann über haupt feine fächsische Regierung mehr da wäre und damit die Einfegung eines Reichskommissars notwendig würde. B Aussperrung überall. Aus Duisburg berichtet die Ill.: Am Samstag nachmittag fanden hier große Demonstrationszüge der Arbeiter und Erwerbslofen statt, um gegen die Berlängerung der Arbeitszeit zu demonstrieren. Am Sonntag fand eine Berfomm lung aller Arbeitnehmer statt, um sich über ihre weitere Stellung nahme zur Arbeitszeitverlängerung schlüssig zu werden. Im A Das amiliche Wolffsche Telegraphen- Bureau verbreitet aus Arn. gemeinen ist die Stimmung unter der Arbeiterschaft sehr erregi, fo daß mit Zwischenfällen gerechnet wird. i. Th. folgende Nachricht: , Seit Monaten völlige Ruhe. Der Thüringer Berkehrsverband macht darauf aufmerksam, daß in Thüringen feit Monaten völlige Ruhe und Ordnung herrscht und daß feinerlei Beranlassung vorliegt, die Thüringer Winterfurorte und Erholungsstätten zu meiden. Jn Stuttgart wurden der tommunistische Reichstagsabgeordnete Bars und der württembergische Landtagsabgeordnete Rart ftadt Müller nebft meiteren vier ehemaligen Mitgliedern der fommunistischen Partei verhaftet. Bon den Festgenommenen wurden alle mit Ausnahme des Reichstagsabgeordneten. Barß, der im Befih von belastendem Material gewefen fein soll, wieder auf freien Fuß ge fegt. Wie sich die Berhaftung des Wbg. Barz mit der Im munität verträgt, ist unerfindlich. Die Amsel. Bon Emil Rath. Er hob noch einmal den Kleinften empor, streichelte ihn plump. zärtlich über die farblosen Wangen, füßte ihn und die hagere Frau, nicht anders als er es jeden Morgen getan, da er noch zur Arbeit gegangen. Er griff zur Müße, mintte noch einmal die halbe Treppe hinauf und tappte mit schwerem Schritt die schmußigen drei Treppen hinunter das Herz so schwer wie sein Schrift. Als er aus der Haustür trat, fuhr ihm der Januarwind mit Die bürgerlichen Parteien in Thüringen und gewiffe thürin gische Unternehmerfreise haben es seit Monaten fo hingestellt, als Die Mörder des spanischen Ministerpräsidenten Dato, die feiner zeit nach Deutschland geflüchtet waren, aber ausgeliefert und zum Tode verurteilt wurden, hatten vergebens Revision eingelegt. Sie ist verworfen, und nur fönigliche Begnadigung kann ihnen das Leben reiten. Da löste sich in dem Mann der harte Haß. Er weinte. Die| Reaktion herbeizuführen Ist aber das Land in feinem größeren Vogeltöne zauberten vor sein Auge grünen Wald, blauen See, Teile nicht unserer Meinung, nun, meine Herren! blühende Gärten.. und da wußte er, daß auch dieses Weh ein dann hat das Land es zu verantworten, wenn die Ende haben werde, daß auch dieser Schnee schmelzen würde. Er eben aufblühende Freiheit wieder verborrt." hob bas Haupt freier, schaute liebevoll den fleinen schwarzen Bogel an... und schritt mit langem, fchwingendem Gang in ble serschneite Stadt zurück. Zeitgemäßes aus dem alten Kladderadatsch". Zeltungsdrud ohne Setzer. Während des langen Segerstreits in Nem Vort, bei dem man die verschiedensten Auswege wähl'e, um trobem zu erscheinen, hat die Wochenschrift Literary Digeft einen Bersuch unternommen, der im Zeifungsdrud eine vollständige Umwälzung herbeiführen fönnte. Wie Fritz Hansen in der„ llifchau" ausführt, erschien diefes Blatt, das über hundert 12 Zoll lange und 9 Zoll breite Sei'en enthält, in Schreibmaschinenschrift und in einer Auflage von einer Miffion die Boche. Dabei wurde folgende, in ihren Grundzügen befannie, einfache Methode angewendet: 31. erst wurde ein Manuskript sehr forgfältig geschrieben, dann die auf neuen Maschinen in großem Format abschrieben; dann wurden Niederschrift vielen Maschinenschreibern übergeben, die den Text die einzelnen Blätter aufgefiebt und verkleinert photographiert. Die Herstellung der Drudplatten erfolgte in Form von Zinfägungen. Das Berfahren wurde so gelidt angewendet, daß es nicht teurer zu stehen tam als der sonst übliche Hand- oder Maschinenfag. Im Jahre 1848 dem Jahr der ersten deutschen Revolution hartem Stoß in das müde Geficht, daß er die Müge fester über die erscheint am 7. Mai zum erstenmal ein Blait in Berlin, das noch bis heute existiert, wenn es auch seine ruhmreiche Tradition ein wenig Ohren zog und die Hände tiefer in die Taschen verfenfte. Und ging vergessen hat. Dieses Organ für und von Bummer begrüßt mit in Gedanken die verschneite Straße entlang. Bohin? Er hatte nicht folgendem ersten Satz seine Lefer:„ Die Zeit ist umgefallen." Es einmal daran gedacht, mohin. Bußte nur das Eine: daß er diesem fündigt an, daß es täglich mit Ausnahme der Wochentage erscheinen elenden Leben ein Ende machen wollte. Machen mußte. Den werde, macht auf der ersten Seite sogleich fund, daß es Männer wie füllen Jammer daheim Tag für Tag ansehen, feit er arbeitslos war Louis Blanc, von Bülow, Heder, Herwegh, Jacoby usw. zu seinen und nicht einmal soviel Geld nach Hause brachte, daß es für das Mitarbeitern gewinnen werde und sprüht von Wih und Galle gegen trodene Brot reichte. Er ballie die Fäuste in der Tasche. Sah in die Bedroher der jungen deutschen Revolution. Zum Raiser pazt nicht jebermann, Kartätschen richten Schaden an", heißt es da, halb behagliche, felbstzufriedene Gefichter gutgekleideter Menschen, die an ihm vorübergingen, und fühlte einen harten, stechenden Haß in der liner Fibelversen". Oder:„ Das Heer lebt von des Bürgers Schweiß, Hülfe eines neuen in Deutschland ausgearbeiteten Berfahrens 31 ihm vorübergingen, und fühlte einen harten, stechenden Hay in bergenzwinkernd, halb baritatenluftig in den fogenannten„ Ber. Hansen betoni, daß sich diese Methode des Drudens ohne Satz mit einer umwälzenden Art der Vervielfältigung ausgestalten ließe. Brust emporsteigen. Ein Jardeleutnant ißt gern Eis." Barum gerade er? Er dachte einen Augenblick daran, daß gleich In diesem ersten Jahrgang des Kladderadatfch", der eins der Dies müßte unter Zugrundelegung des Manuldrudes geschehen, ihm Tausende auf der Straße lagen, daheim mit den Ihren barbten, schönsten historischen Dokumente der alten deutschen schwarzrot. einer Technik, bei der das Original burchleuchtet wird, um auf einer hungerien, froren, aber dann trotte er auf: Warum gerade er? goldenen Revolution ist, geht es hoch her gegen die Tante Boß in der präparierten Platte eine Kopie zu erzeugen, von der auf Zink Warum gerade er? Breiten Straße, gegen die Fanctifer der Ruhe, gegen den Weißbier übertragen im Flach- oder Rotationsbrud gedruckt werden kann. Sein Schitt wurde haftiger. Er ging gerade vor sich hin, der philister mit der Revolution tam damals auch das bayerische In Verbindung mit dem Offsetdruck ist diese Drudtechnik bisweilen Beripherie der Stadt zu. Die Häufer wurden spärlicher. Hier und Bier nach Berlin, um die Stange zu verdrängen, gegen die fogar dem Buchbrud überlegen und eröffnet für die ZeitungsherRebensart von den„ brettesten Grundlagen der Verfassung, tie ftellung weite Aussichten, denn es können beim Offsetorud wefen. ha noch ein grauer Fled, ein steiles Aufspringen bann lag vor einmal illustriert wird durch einen auf einer breiten Unterlage von lich geringere Papierqualitäten benutzt werden als bisher möglich ihm freies Feld, über das ungehemmt der eiskalte Bind jagte und Kanonen stehenden Soldaten, der einen davorstehenden Zivilisten Geht man noch einen Schritt weier und schreibt den Tert auf ge ift. Dazu kommt die außerordentliche Schnelligkeit des Berfahrens ihm das Wasser in die Augen trieb. Bald nahm ihn ein fümmer mit den Rohnmündungen in Schach hält. liches Wäldchen auf. Hier lag dichter Schnee, schmale, menig ausge- Am ärgsten aber wird Herrn von Barteleben mitgespielt. Da eignet fonftruierten Schreibmaschinen gleich in der Breite ter tretene Schneepfade führten ihn zu einer morschen Bank auf einer heißt es in Nr. 14 in dem berühmten Wochenkalender, der stets Beitungsspalten, fo fann er fofort auf eine Zinkplatte übertragen leinen Anhöhe. Er brach auf die Bank nieber wie ein zu Zobe unter dem Kopf des Blattes erscheint: Montag, den 7. August: Herr und dann davon in der Offset- Schnellpreffe gedruckt werden. Die gehetztes Lier. Seine Gedanken gingen mun im Kreis. Ein Ende p. Barbeleben verbietet das Gehen unter den Linden. Dienstag, Seger werden freilich auch dadurch nicht entbehrlich werden, denn machen! Ein Ende machen! Er hob den müden Blick, schaute über den 8. Auguft: Herr v. Barbeleben verbietet das Stehen unter ten das Gebiet des Buchdrucks stellt ja so viele verschiedenartige Anein feines Tal mit niedrigen, schneeverhangenen Wachholder Linden. Dann wird das Husten, das Nießen und das Denfen forberungen, daß die hochwertige Arbeit des Segers niemals ganz büschen, hie und da eine Heine überglaste Tanne, und im Talgrunde fuzeſſive verboten. 12. Auguft: Herr v. Barbeleben verbiete: alles, wird entbehrt werden können. nur nicht das Schlafen unter ben Linden. ein gefrorener Gee, in deffen Eis fich tribgelbe Winterfonne Aber der Kladderadatsch" jener Zeit ist nicht bloß ein Bigblatt; fpiegelte. Er aber dachte nur das Etne: Ein Ende machen! Nicht Tag für Tag sich wieder vom Jammer zernagen laffen. Mochten für die Seinen jene forgen, die im Ueberfluß lebten. Etwas Schwarzes hüpfte und trippelte durch den Schnee: eine Und in Nr. 31 erscheint das Boltsbühne. Am Donnerstag lieft ora Bebler in der Sajulaula in thm hat sich der Griffel der Geschichte auch ohne den Ummeg über Sipsstr. 23 aus eines Berten, Les Menter im Cäcilien- nyeum. die Ironie verewigt. So bringt die Wochenschrift in Nr. 28 ein großes Lichtenberg. Rathausstrake, Dichtungen zum aunbroblem. Bild bes Abgeordneten Jacoby mit seinen bei der Audienz auf Sans. und 3e Fischer Ramin in der Aula der L. Mädchen- Mittelschule, Neuföll, fouci gesprochenen Worten: Das ist das Unglüd der Könige, daß Donauftr. 122/27, ruffle Dichtungen. Einlagfarten 25 Vf. Borträge. Die efellfchaft für Serualreform veranstaltet fie bie Wahrheit nicht hören wollen." edle Gesicht des Präsidenten der Preußischen Nationalversammlung am Donnerstag 8 Uhr in der Schulaula Friedrichstr. 126, einen Bortrag Umfel, mit aufgeplustertem dicken Gefieder, leuchtend gelbem Schna B. Unruh, und man lieft mit Bewegung seine historischen Worte: bon Dr. F. Sernau über das beproblem. Gintritt 15 Pf. Gaite will'ommen! In der Berliner Biyologischen Gesellschaff bel, tänzelte im Schnee auf und ab, Icharrie, bückte fich, tam ganz Solange die Presse, solange das Bereinigungsrecht nicht von nerem fpricht Donnerstag 8 Uhr im Anstitut Kurfürstendamm 45 Dr. Schneidert nahe an die Banf, fah ihn ohne Scheu an und ließ leifes, füßes gefnebelt wird, hat das Land die Mittel in Händen, selbst ohne über: Kriminalpingologische Erforschung verheim Flöten in den Schnee tropfen. Blutvergießen den Sieg über die jetzigen Bestrebungen ter liter Tatbestände " Teuerungswelle in Frankreich. Auch eine Folge des Ruhrkriegs. Der Sturz des Franfen beunruhigt die franzöfifche Deffentlichkeit außerordentlich. Ganz wie in Deutschland be raten die„ Sachverständigen" über Abhilfemaßnahmen, mährend die Spekulanten gewinnen und das arbeitende Bolf unter der wachsenden Teuerung bitter Not leidet. Ueber das Maß dieser Teuerung, mie sie sich seit dem Beginn der Ruhrbefegung gestaltet hat, bringt ein in deutscher Sprache für bas Elfaß herausgegebenes Rommunistenblatt diese intereffante Zusammenstelling: Die Hauptursache der Lebensteuerung ist das Sinken des Franden. Benn wir den Rurs des Dollars und des Pfundes Ster fing in Franken ausrechnen, so finden wir folgenden bedeutenden Unterschied. Ende Dezember 1922 foftete der Dollar 12, das Pfund Sterling 62 Franfen.. Ende Dezember 1923, ein Jahr später, wird ber Dollar mit 20 und das Pfund Sterling mit 86 bis 87 Franken bezahlt. Der Franten fant also fast um 100 Pro3.! Rein Bunder, daß der Preis ber michtigsten Lebens artifel in die Höhe schnellen mußte. Nehmen wir zum Beispiel Die Tonne Rots. Sie toftete am Ende Dezember 1922 59 Fr., Ende Dezember 1923 220 Fr. Folgende Tabelle bestimmi den Unterschied anderer wichtigen Bedarfsartifel je Doppelgentner: Dezember 1923 97 Frank Dezember 1922 Weizen 82 Frank Buder 191 P Kartoffeln 28 SP Ochsenfleisch Butter Wolle Baumwolle. 410 1200 P 835 900 9 283 BP 48 P 600 If 1700 77 1370 1774 ㄓ 33 Das neue Gesprächsthema. afte Bezeichnung der Eisenbahndienststellen führenden Dienststempel angeordnet; im vorliegenden Fall handele es sich um die„ Vermen Der Berliner ist eher das Gegenteil vom Schweiger und wo bung eines nur selten benugten Rascevestempels, zwei oder mehrere zusammentreffen, und sei es auf ein Biertel- deffen Abänderung die fragliche Dienststelle bedauerlicherweise ver sehentlich unterlassen hat". Durch diese Erklärung wird die Schuld stündchen Bahnfahrt, ist bald ein lebhaftes Gespräch im Gange. ber verantwortlichen Personen nicht verringert, denn felbstverständlich Bisher gab es dabei fast nur ein Gesprächsthema, die Tenerung, hätten die leitenden Stellen fich vergewissern müssen, daß auch die und im Anschluß daran die Steuern. Jetzt hat sich glüdlicherweise Reserveftempel" vorschriftsgemäß abgeändert oder ver ein neues gefunden: Das Wetter. In jedem Menschen stedt nichtet wurden. Die Erflärung erinnert uns an eine Antwort, die ein Stück Wetterprophet, nur hält der eine seine Weisheit mehr zu wir im vorigen Jahr von der Reichspoftverwaltung erhielten, als rüd als ber andere; alle sind aber begierig, einen Blid in die Zu- wir festgestellt hatten, daß auf dem Bahnhof Ludwigslust in funft zu tun. Da sprudelt es denn los, von bärtigen und bart. Medlenburg noch im April 1923 ein Boftwagen mit ber lofen Lippen; jeder weiß eine unfehlbare Wetterprognose. Am be- Raiserligen" Firma beugt wurde. Damals wurden wir belehrt, der Wagen folle ausgemustert" werden, er fei aber ohne liebtesten ist der Hinweis auf den Mond und dessen Einfluß:„ Bei Wissen des Bostamts Ludwigsluft von einem Beamten des unteren Dabei verwechseln die Dienstes als dem Bollmond ist stets faltes Wetter" Aushilfswagen" verwendet worden. Wieviel Leute Ursache und Wirkung: Weil es falt und flar ist, ist der Mond Ausgemustertes" mag noch vorhanden sein, was eines Tages als gut zu sehen. In Wirklichkeit hat der Mond mit der Wettergeftal Aushilfe" oder„ Reserve" wieder auftauchen könnte! In unserer tung nichts zu tun. Beliebt sind auch die Anzeichen, die der im Sammlung monarchischer Reliquien, aus der wir ja immer nur eine Körper des Betreffenden umherspukende Rheumatismus an die fleine Auswahl wiedergeben können, finden wir auch einen Fracht Er ist auf ber Bahnstation Hand gibt. Das ließe sich schon eher hören, wenn man nur wüßte, brief vom 8. August 1923. in welchem Sinne sich das Wetter ändern wird. Die Wettervorher. Freienwalde mit einem Wägestempel verfchen morden, auf dem fage ist leider noch ein sehr schwieriges Gebiet, auf dem sich ein- noch ein R. E. D." prangt. Wahrscheinlich soll auch das als ein zeine Forscher durch mühevolle und umfassende Untersuchungen ein nur selten benutter Referveftempel" gelten. Urteil wohl faum erlauben fönnen, das aber dem Laien doch ein Buch mit fieben Siegeln ist. Trogdem muß es freudig begrüßt merden, daß ein neues Gesprächsthema gefunden ist, und zwar liegt das daran, daß es schließlich nicht gerade erfreulich war, immer bie Schmalz und Fleischpreise erörtert zu hören, wenigstens nicht für diejenigen, die zurzeit auf solche Genüffe" zu verzichten sich genötigt sehen. Und deren sind mehr, als man gemeiniglich glaubt. " Wien- Berlin. Festnahme eines berüchtigten Geldfälschers. Der Anführer einer gefährlichen internationalen Falsch Zu allem Ueberfluß fommt in letzter Zeit auch noch eine münzerbande, der auch in Berlin eine Gastrolle gegeben hat und generelle Steigerung der Mieten um 75 Broz. feit langer Zeit von den Polizeibehörden Deutschlands, Hollands, hinzu. Es wiederholt sich also auch in Frankreich das Spies, Belgiens und Luxemburgs gesucht wurde, ist jetzt von der Wiener das mir in Deutschland hinlänglich fennengelernt haben: die Polizei unschädlich gemacht worden. Diese verhaftete in TulmerSaiten der kapitalistischen Politik werden in Form der In- bach Presbaum bei Wien einen Billenbefizer, der sich für einen flationssteuer ohne weiteres auf die breiten Maffen des kon- Großindustriellen Dr. jur. Joseph Naszir ausgab, und entlarpte ihn jumierenden Bublifums abgewälzt. Da diefe Maffen als einen aus Syrien gebürtigen Türken Gabriel Rabbat, einen gleichzeitig die eigentlichen Produzenten find, so leidet internationalen Falschmünzer. unter dieser Wirtschaft auch die ganze Produktion und damit die Bolkswirtschaft. Man muß das Brot verbilligen. Paris, 7. Januar.( EP.) Die Regierung hat beschlossen, den Einfuhrzoll für Getreide von 14 auf 7 Franken für den Doppelzentner herabzusetzen. Höflich ablehnende Antwort. Baris, 7. Januar.( Eigener Drahtbericht.) lleber die franzö fisch- belgische Antwort auf das deutsche Memorandum vom 24. De zember fursieren nach wie vor die verschiedensten Versionen. Diese ftimmen darin überein, daß die Antwort zwar in tongifiantem Zone, dafür aber nicht minder energisch in der Ablehnung aller deutschen Forderungen sein werde, auf die es Berlin in erster Linie antomme. Dafür wird von Organen, die den leitenden Stellen nahestehen, neuerdings der Gedante fanciert, man folle die technischen Fragen, sei es in administrativer, finanzieller oder wirtschaftspolitischer Natur, der Diskussion zwischen den Bejagungs bebörden und den lokalen deutschen Instanzen überlassen, mährend zwischen den Regierungen eine Aussprache allge meiner politischer Natur über den gefamien Komplex der zwischen Deutschland und Frankreich schwebenden Fragen in Gang gebracht P 3 Die Billa enthieit eine vollständig eingerichtete ert statt zur Herstellung von holländischen Taufendgulden noten und englischen Banknoten zu 5, 10, 20, 50 und 100 Pfund. Mit dem Billenbefizer wurde seine Hausdame, die sich Annette Bertrand geb. Njura Kafferow nannte, jedoch als eine Bitme Anna Fischer geb. Nehls aus der Ludwigskirch: straße 3 zu Bilmersdorf entpuppte, beren Sohn Rudolf und ein Photograph Emanuel Herzog aus Prag festgenommen. Rabbat lebte früher als Winfelbanbier in Paris, murde dort in eine Spionagegeschichte verwickelt und mußte deshalb während des Krieges in die Schweiz flüchten. Nachdem er eine Zeitlang Juwelen von Deutschland nach der Schweiz geschmuggelt hatte, wurde er im Frühjahr 1921 als Falschmünzer bekannt. Bald tam Rabbat nach Berlin und betrog eine Großbant um eine erhebliche Summe, die er unter Fälschung einer Unterschrift von dem Konio feines Schwagers abhob. Hier festgenommen, erlangte er feine Freiheit wieder, bevor dem Auslieferungserfuchen der luxemburgi fchen Behörde entsprochen werden konnte. Durch das Auftauchen gut nachgemachter holländischer 200 und 300- Gulden- Noten beunruhigt, richtete die holländische Regierung Frühjahr 1921 eine Falsch geldzentrale nach dem Muster der deutschen Falschgeldabteilung ein, und der Amsterdamer Riminalinspektor Broekhoff stellte im engeren Zusammenarbeiten mit dem Berliner Kommissar v. Liebermann fest, daß die falschen 200- und 300- Gulden- Roten von Rabbat und dem Berliner Ingenieur Karl Greter hergestellt und in den ver schiedensten Ländern des Kontinents in den Verkehr gebracht worden waren. Die Druckplatten batten sich die beiden Falsch münzer in Berliner und Münchener Klismec Fabriten verschafft. Hier waren sie mit gefälschten Ausweisen als Beauftragte einer ausländischen Regierung aufgetreten und hatten bei den einzelnen Anstalten immer nur Teillischees bestellt, die sie zu dem Notenbild zufammenfeßten. Greter wurde von dem Münchener Kriminalobertommissar Göhler und Inspektor Broekhoff in einem Festigung der polnischen Regierung. fleinen Ort bei München, wo er unter folfchem. Nemen eine Billa gemietet hatte, ermittelt und verhaftet. Daß sich Rabbat mehrere Warschau, 6. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Sejm hat Jahre lang den eingehendsten Nachforschungen der Polizeibehörden heute das Ermächtigungsgefeß angenommen und Das am faft des ganzen Rontinents entziehen fonnie, verhantt er in erster Berlin in unterzeichnete 13. September deutsch polnische Linie feinem weltgewandten Wefen. Seit der Festnahme Greters Durchführungsabkommen ratifiziert. Graf 3amoysti, wukte Rabbat, dok die Polizei hinter sein verbrecherisches Treiben der Gesandte in Paris, hat das Amt des Außenministers gekommen war. Fr änderte deshalb sein Aeukeres vollständig und - Kriegsminister Soinfowiti hat hat fich fertigte falsche Bässe und Bapiere an, bis es jetzt doch gelang, ihn angenommen. mit dem Staatspräsidenten über die Wiederenennung des zu entlarven und unschädlich zu machen. Marschalls Bilfubfti zum Generalstabschef verständigt. Der Nationalistenführer Pater Lutoslamiti ift an Scharfach gewerden foll Die bevorstehende Antunft Stinnes wird hier trok oder nielleicht gerade wegen tes Dementis der D. 2. 3." für sehr mahricheinlich gehalten. Augenblicklich fällt hier Herr Dito Boiff nicht nur durch seine Anwesenheit und seine Bemühungen, mit den führenden franzöfifchen Kreisen in Berbindung zu treten, fondern vor allem auch durch die Splendidität seiner Aus gaben auf.( Achtung, Finanzami! Red.) Itorben. 9 Die städtische Lohnfummensteuer. Bom 1. Januar 1924 ab wird von den Gewerbesteuerpflichtigen eine städtische Lohnfummensteuer nach dem gesamten von ihnen in dem Betriebe gezahlten Arbeitslohn erhoben. Arbeitslohn find sämt liche Beträge, die dem Steuerabzug unterliegen. Die Steuer wird berechnet vom Bruttolohn, b. h. Dor Abzug der Versicherungsbeiträge, Steuerabzüge usm. Steuerbetrag. Die Steuer beträgt ein Prozent der monatlichen Lohnfumme. Der gesamte Steuer betrag eines Betriebes darf um 2,15 Goldmark( gleich ein Dreißigſtel des Monatsverdienstes eines ungelernten, unverheirateten städtischen Arbeiters im Alter von 21 Jahren) gefürzt werden, bei Handwerfsbetrieben mit nicht mehr als 6 Arbeitnehmern um 4,30 Goldmark. Die Steuer ist bis zum 10. eines jeben Monats für den Bormonat erftmalig bis zum 10. Januar 1924 für den Monat Dezember 1923- ohne besondere Aufforderung an die für die Gewerbesteuer zuständige flädtische Steuerfaffe zu zahlen. Bei der Rab lung ist eine Erklärung über die Zahl der Arbeitnehmer, die gezahlten Gejamilöhne und den Steuerbetrag anzugeben. In den Steuertassen liegen ab 2. Januar 1924 Bordrucke hierzu aus. Bei bargeldloser Zahlung sind die Angaben auf dem Bostabschnitt unter genauer Angabe der Firma und der Adresse zu machen. Lohnfumme und Steuer find in Goldmark anzugeben. Bei Papiermartlöhnen ist für Dezember ein Goldumrechnungssatz von einer Billion zugrunde zu legen. Die mit der Abgabe der Erklärung gezahlte Steuer gilt als veranlagter Betrag. Die Steuerbehörde ist jedoch neben ihren Strafbefugnissen berechtigt, eine besondere Beranlagung vorzunehmen, wenn der von dem Steuerpflichti gen felbft errechnete Steuerbetrag fich als zu niedrig erweist, fomie, wenn der Steuerpflichtige die Zahlung oder Abgabe der Erklärung gänzlich unterläßt. Ein Rodel- Sonntag. Zeichen des Wintersports. Die vielen Schneetage hatten die RodelDer gestrige Sonntag stand noch mehr als seine Vorgänger im bahnen in den Barts der Umgegend Berlin zu Anziehungspuntien für alle Kreise der Bevölkerung gemacht. Daneben wiefen die Eisbohnen sehr regen Besuch auf. Im Grunewald, auf den Müggelbergen, bei Potsdam und anderen Stellen wurde von Iausenden von früh bis in die Nacht hinein von Jung und Alt aerode't und Sti gelaufen. Auf der Havel und Spree, der Dahme und den, Seen sah man an vieler Stellen Schlittschuhläufer trotz des hohen Schnees, den man zum Teil beifeite geschafft hatte. Auf den Bahnhöfen Taufenbe Don Rodelichlitten und ein förmlicher Wald von Brettin. In Köpent wurden brei Berunglückte verbunden und in Potsdam zwei, im Grunewald fogar fünf, meift folche, die zum ersten Male rodelten. G Eine schießluftige Gaffin. Als nachts gegen 14 Uhr der 51 Jahre alte Schneider Karl Ilterhardt von einem Ausgange nach feiner Wohnung im Hause Müllerftr. 141 zurüdfehrte, gab die über bas lange Ausbleiben erboste 49 Jahre alte Ehefrau brei Re bolberschüsse auf ihn ab. Während zwei der Kugeln fehl gingen, war der dritte Schuß ein Treffer. Die Kugel prallte jedoch an einem Hofentnopf ab. Die Täterin wurde von der Polizei festgenommen. Die Alkoholfchmuggelaffäre in Washington. Die Polnische Telegraphen- Agentur teilt mit: Mit Bezug auf die vom New York Herald" gebrachte Meldung, wonach das polnische Gefandt Ichaftspersonal in. Washington in eine Alto hotschmuggelaffäre vermidelt wäre, wird amtlich erklärt, daß die Washinatoner Polizei tatsächlich in der Wohnung eines po nischen Gesandtschaftsbeamten, ähnlich wie in den Wohnungen anderer ausländischer Vertreter, Haus'uchungen nach Alkohol vor genommen hat. Der polnische Gesandte hat beim amerikanischen Amt für auswärtige Angelegenheiten wegen Berlegung der Exterri. torialität Protest eingelegt. Das Opfer einer Schießerei. Erschoffen wurde gestern abend im Flur des Hauses Brinzen allee 62 ein Mann von etwa 30-35 Jahren aufnefunden, deffen Um die rheinische Goldnotenbank. Bersönlichkeit noch nicht feftaeftellt werden konnte. Die Leiche wurde Köln, 7. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Sechziger nach dem Schauhaufe gebracht. Der Unbekannte hat wahrscheinlich den tödlichen Schuß in die Bauchaegend bei einem Zu- Die Hochwassergejahr in Varis hat, wie man annimmt, gestern ausschuß für die befezien Gebiete wird am 15. Januar zusammenfam men it ok erhalten, den ein Wachtmeifter der Schußvolizei ihr Marimum erreicht. An der Aufterligbrücke wurden 7,20 treten. I. a. wird er zu der Angelegenheit der Rheinischen Gold Dom 49. Revier in der Soldiner Straße mit mehreren Meter gemessen. notenbank Stellung nehmen. Die französische Regierung hat Männern hatte. die er beim Anileben von Zetteln traf. Als der die Errichtung der Rheinisch- Westfälischen Golenotenbant in der von Beamte die Bettel zu fehen verlanate, ariffen ihn die Männer an G: strandete Dampfet. Der deutsche Dampfer Kurt ist Berlin vorgeschlagenen Fassung abgelacht. Es verlautet nunmehr, und verfekten ihn durch mehrere Schüsse an den Armen und an nördlich von Runde gestrandet; der russische Dampfer Kraffin haß die Reichsregierung sich mit den Gründern der Bant in Ber. der Brust so schmer, daß er nach dem Staatstrankenhause rebracht ist bei Hochland auf ein Riff gelaufen. bindung setzen wird, um zu der französischen Ablehnung Stellung werden mußte. Er erwiderte das Feuer, fonnte aber nicht mehr zu nehmen. Louis Hagen ist inzwischen mit anderen Banfiers nad efiftellen, ob er getroffen hat. Das ist nun wahrscheinlich der Fall ge mefen. Eine halbe Stunde nach dem Zusammenstok fand man den Berlin gefahren, um von der Regierung Rugeständnisse zu erhalten. Unbekannten nicht weit von der Stelle des Vorfalles entfernt tot Die rheinisch meftfälische Sozialdemokratie spricht auf. Seine Begleiter haben ihn wahrscheinlich zunächst mitoe fich gegen des Goldnotenprojeft aus. fchleppt, dann aber liegen laffen müssen. Der Tote ift 1,77 Meter groß, bot dunkelblondes Haar, einen blonden restuzten Schnurrbart, ein fondere Kennzeichen sind mehrere Tätowierungen auf dem rechten Unterarm. Keine verbotenen Waren ins besetzte Gebiet! Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksverband. Dienstag abend 8 Uhr: Funtsionärfhung bei Dobrofam, Swinemünder Straße 11. 1. t. Sente abend 7 Uhr: Funktionärkonferens bei Dietrich, Linienfte 122. Jungfozialisten Gruppe Sichtenberg. Dienstag. 18 Uhr im Jugendhelm Park aue 10: Bortrag. Die Gewertschaften." Ref. Gen. Ramann. Sport. Das 100- kilometer- Rennen im Sportpataft wurde leider durch einige zwischenfäße gestört.. Durch eine Band während einer Wertung tam etmes inordnung in das Felb, so daß einige Paare noch mitten in den Spurts ablöften. Natürlich waren badurch einzelne Fahrer ſtart benachteiligt, und es tam zum Ehlug bei Berfündigung des Gesamtergebnisses zu unange nehmen Lärmizenen. Das Rennen fab fchließlich die Mannschaft an ob mit 28 Punkten ganz Inapp vor Bauer Serustat mit 22 Punkten und Rizetto es mit 21 Punites siegreich. Einen recht unangenehmen Sturz lat refeld, der sich die Schulter verlegte. Den Saurirennen voran ging ein Bergabefahren, das lepel im Entschei dungslauf gewann. Leichte Verminderung des Notenumlaufs. blaffes Geficht, graue Augen und Bahnlücken im Untertiefer. BeDie Effettenbörse eröffnete heute in recht fefter Haltung. Im Berlaufe der erften Börsenstunde trat aber fast auf der ganzen Linie eine leichte Abschwächung der Tendenz ein. Es liegen zwar noch aus Publikumsfreifen beachtenswerte Kauforders vor, die be Einige Batetversender haben die Warnung von Bersendung fonders dem Rassamarfte eine Stühe bieten. Die Börse selbst ist verbotener Waren in Bost pateten im Berkehr zwischen dem unjedoch der Meinung, daß man sich auf die Dauer der ernſten Kapital. beſetzten und befekten Gebiet unbeachtet gelaffen. Dadurch, find ln not ber Industrie nicht verschließen dürfte. Man fürchtet, daß bie 3 uträglichkeiten im Berkehr mit den 3ollstellen Schwierigkeiten der Kapital- und Streditbeschaffung die Ueber- und beträchtliche Verzögerungen in der Beförderung der Sen dungen entstanden. Außerdem haben die Zollstellen angedroht, daß windung der jetzigen Wirtschaftskrise sehr erschweren wird. Man fie fünftig alle Bakete mit verbotenen Gegenständen beschlag Ponstatierte mit Befriedigung den aus dem Reichsbankausweis vom Rahmen und sofort versteigern werden, ohne daß die Abfender 7. Dezember ersichtlichen Fortgang des Umtauschprozesses von irgendeine Entschädigung erhalten. Es besteht auch die Gefahr, daß Rentenmart auf Papiermart und die leichte Berminderung der Bafetverkehr wieder cänzlich gesperrt wird. Die Aufrechter des Notenumlaufes. Die Spekulation stellt sich bei ihren haltung des mit großker Mühe in Gang gebrachten Bafetverkehrs ist Effektengeschäften nach wie vor ganz bewußt auf den Gesichtspuntt nur möglich, wenn die Bersendungsbedingungen, über die die Poſtdes Goldgehalts der Attien ein. Die Anteile der Unternehmungen anftalten Auskunft erteilen, peinlich beachtet werden. mit ftart verwäffertem Rapital bleiben sehr vernachläffigt. Im übrigen wendet sich das Interesse vorwiegend Spezialwerten So finden besonders in Betroleumaftien sehr große Umfäge Zu unserer Feststellung( Borwärts", 1924, Nr. 2), daß ble im statt, da anscheinend große Transationen in der Betroleumindustrie Gebiet der Reichsbahndirektion Altona liegende Bahnstation Witten. in naher Zeit ihrer Berwirklichung entgegengehen. Die Geld. berge in ihrer Güterabfertigung noch am 5. Dezember 1923 einen fampflos ein. Aehnlich erging es Frau Brodhoft, die fich in der maritlage zeigt feine Beränderung: Geld ist mit Proz. noch immer reichlich zu haben. Am Devisenmorfie trat feine Verände 31. rung ein. Die Königlichen" in Reserve. Frachtbriefstempel mit der monarchischen Firma„ K. E. D. Altona" ( d. h. Königliche Eisenbahn- Direftion Altona") benut hai, äußert sich jetzt die zuständige Reichsbahndirektion. Sie teilt mit, bereits im Dezember 1918 habe sie die Einziehung bzw. Abänderung der die Die deufschen Elslauf- Meisterschaften. Nachdem ichon am Sonnabend bei den Schnelläufern w filler vom Berliner Schlittschubtlub feinen Titel erfolgreich verteidigt hatte, ergaben auch die Stunitlaustonkurrenzen am Sonntag die Siege der vorfährigen Meister. Eine Ausnahme davon machte nur das Baarlaufen, bei dem die Berteidiger Frl. Weife. Belish vom Münchener Eislaufverein nicht am Start eridienen. Oler fanden Srl. Flobbo Gilers feine Gegner und beimsten also ihre Meisterschait Damen- Meisterschaft auch allein auf weiter Flur( ab. Der neue Berliner Meifter Vierega munte fich diesmal von seinen alten Stivalen Franie lagen laffen. Beffer als beide war aber der alte Meister Ristberger, der fich mit einem Bins von 12 Bunften feinen Titel wieber holte, Es mag gemagi efcheinen, bei dem Ausgang des Rampfes in ber Berliner Metallindustrie von einem Erfolg zu sprechen, da die Arbeiterschaft dabei eine 2ohnkürzung und leber stunden in Rauf nehmen mußte. Berücksichtigen wir jedoch die Das Ergebnis der Verhandlungen im Bahnstreit in der Ber- und auch die non bürgerlicher Seite anerkannte Unmoral im Vorgehen ganze Situation, daß die Metallarbeiterschaft unter den denkbar un net Metallindustrie, das mir schon im geftrigen Sonn'ag. Ror- ber Unternehmer veranlaßte fie, von ihrem Borhaben abzustehen. günftigsten Verhältnissen in einen schweren Abwehrtampf ge märis" auszugsweise bekanntgaben, lag einer vom Metallarbeiter. Diefer Barstoß sollte das Beispiel für die anteren Arbeitgeberver- brängt war, dann darf wohl gefagt werden, daß fie diesen Stampf perband erneut. am Sonntag früh zufammengerufenen Berbände fein, bie Gemertschaften auszuschalten. Das ist gut bestanden hat. Bergleich! man das Difiat des Berbandes Berfammlung der Betriebs- und Arbeiterratspor bereitet worden durch die Macht der Organisation, und deshalb liner Metallindustrieller mit dem Berhandlungsergebnis, dann muß figenden zur Beschlußfassung not. Der Borsitzende des Metall- müssen die Inorganisierten baraus bie unabweisbare Lehre zugegeben werden, daß burch den aufgenommenen Rampf ein Partells rich gab einen Bericht über die Verhandlungen, dem ziehen, daß nur starte Gewertschaften in ter Lage find, relativer Erfolg für die Metallarbeiterschaft erzielt wurde. Allein toir folgendes entnehmen: milltürliche, mochtüfterne Angriffe der Unternehmer auf Lohn- und wie die Dnige liegen, muß biefer Erfolg eine Mahnung und ein An fporn fein, die Organisation zu stärten. Dieser Kampf Arbeitsbedingungen abzumehren. Geloben wir, mar nicht der legte. Der Arbeiterschaft tönnen weit schwerere, opfer reichere Rämpfe aufgezwungen werden, die sie nur bestehen fann in feftgefügter gefchloffener Organisation. Der Erfolg der Berliner Metallarbeiter. ben lehlen Mann in die Organisation Nachdem die Bertreter des BBM am Freitag dem Metallfaziell birette Berhandlungen von Partei zu Partei angeboten hatten, begannen diefe am Sonnabend früh 8 Uhr unter dem Borzu bringen, unb mir merben unüberwindlich sein.( Lebhafter Bei fiz Dox Geleimrat Borsig. Die Unternehmer gaben zunächst ihre fall.) Wie die Betriebsräte bie Berantwortung für den Rechtsauffaffung bezüglich der Arbeitseinstellungen durch ihren Ge Beginn des Abwehrkampfes übernahmen, müssen fie jest mit häftsführer Dr. Oppenheimer bekannt und bestanden mieber, wie am ber Annahme des Verhandlungsergebnisses ihren Belegschaften die Freitag, darauf, die Lohnfrage mit der Arbeitszeitregelung Bieberaufnahme der Arbeit empfehlen. a verquide. Nach langem Hin und her erklärten sich die Arbeit geber endlich bereit, erft über das Grundstreitobjett, die Löhne, zu verhandeln. Die Entlohnung der Hilfsarbeiter mit 31 Pf. pro Stunde erschien ihnen immer noch zu hoch. Mehrmals brohten die Berhandlungen zu scheitern, boch zogen die Arbeitgeber immer wieder die diretten Berhandlungen einer Anrufung des Schlichters, der mit seinen Beisigern in fteter Arbeitsbereitschaft" bar, vor. In fpäter Nachmit'agsstunde machten dann die VBMB.. Bertreter ein Angebot, bas vom Metallfarte!! atzeptiert merben fonnte. Stunmehr wandte man sich der Arbeitszeitfrage zu, wobei die Unternehmer verlangten, daß die Bestimmungen der Berord nung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923 angewandt werden sollten. Dem widerfezien sich die Organisations verireter energisch mit der Motivierung, daß die Arbeitszeit im Rahmentarif bis Ende März noch festgelegt sei. Es wurde aber schließlich auch Hierin eine Verständigung erzielt, die mir weiter unten neben den Rohn- und Wiedereinstellungsbedingungen im Wortlaut wiebergeben. Urich fagte am Schluß feines Berichts: Die Berliner Metallarbeiter haben den Unternehmern gezeigt, daß diese sich geiret hat'en, wenn sie glaubten, der Arbeiterschaft einseitig ein Lohn. biftat aufzwingen zu fönnen. Die Metallarbeiter finb ber Stoß trupp für alle übrigen Berufsorganisationen gemefen, benen die Unternehmer im Rampf gegenüberstehen. Das Berhandlungsergebnis hat folgenden Wortlaut: Die Bohnfäge werden mit wirtung vom 31. Dezember 1923 derart festgelegt, baß der Hödftlohn der Klaffe I 48 Bf., bez Klaffe V 38 Bf., der Frauenlohn 65 Pro3. des betreffenden Männerlohnes und die Familienzulage 2 refp. 4 Bf. beträgt. Die übrigen Tarif fäge werden entsprechend festgelegt. Der Satz von 65 Bros. für die Frauenföhne gilt nur für die Dauer bes Mantellarifs. Nach Ablauf der jegt gültigen Bestimmungen des Tarifvertrages über die Arbeitszeit wird vom Metallfartell zugesagt, daß in bezug auf die zuschlagfreie Ueberzeitarbeit folgende Bufah bestimmung eingeführt werden soll: Je nach der Eigenart ater die bestimmung eingefügt werden foll: Je nach der Eigenart oder den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Betriebes tönnen für den Betrieb Ueberffunden von einer halben bis einer Stunde pro Tag angeordnet werden. Ueberstunden, die darüber hinaus verlangt werden, bedürfen der Zustimmung der gefchlichen Betriebsver tretung. Ueberstunden, die die in der Berordnung vom 21. Dezember 1923$ 9 vorgesehene Höchstgrenze überschreiten, werden mit dem tarifmäßigen Zuschlag bezahlt. Die Arbeit in den Betrieben wird nach Maßgabe der Betriebsverhältnisse mit möglichster Beschleunigung wieder aufgenommen. Soweit Entlassungen vorgenommen find, werden die Enilaffenen nach Maßgabe der wirtschaftlichen Verhältnis ber Wiedereingestellten gilt durch die aus Anlaß des Streit hältniffe bes Betriebes mieber eingestellt. Das Arbeitsver. falles erfolgte Entlassung hinsichtlich bes Urlaubs und der Entlohnung ( Leistungszuschlag) als nicht unterbrochen. Bis zum 15. Fe In der Aussprache traten einige Rebner für bie b, bruar 1924 dürfen an Stelle Nichtmiedereingestellter betriebsfremte Tehnung des Berhandlungsergebnisses ein. Bon der Mehrzahl Arbeiter nicht eingestellt werden, sofern die Entlaffenen noch arbeitsber Debattetelnehmer wurde aber die Annahme mit der Be los find. Die Stellung der Bersammlung zu dem Berhandlungsergebnis gründung empfohlen, daß bie Unternehmer ihr Lohnbittat nicht wurde festgelegt in folgender Durchführen fonnten und der moralische Erfolg in jeder Hinsicht aur feiten der Arbeiterschaft sei. Bevollmächtigter 8ista führte in einem Schlußwort aus:. Die Betriebsräte hatten in voller Anerkennung ihrer Berantie wortung beschlossen, daß das Lohnbiffat einen Tarifbruch darstellt und tein Metallarbeiter zu diesen Lohnfägen arbeiten barf. Die Ungeheuerlichkeit des Vorgehens des BBMI. zwang bie Ar beiter daft, felbft in dieser Zeit her furchtbarsten mirtschaftlichen Ratastrophe fich mit allen Mitteln und jeber Tafiif zu mehren. Das Vom 4. bis 16. Januar Simer fast einstimmig angenommenen Entschließung: Im Interesse der gesamten Berliner Metallarbeiterschaft, soweit in den Betrieben des TBMI. beschäftigt ist, beschließt die heutige Sonferenz der Borsitzenden der Betriebs- und Arbeiterräte: Das Ziel ber Unternehmer, der Berliner Metallarbeiterschaft ein Lohndiftat aufzuzwingen, ist an dem einmütigen Widerstand der Belegschaften gescheitert. Wenn auch das erreichte Verhandlungsergebnis nicht voll befriedigen tann, empfiehlt die Konferenz doch die Annahme desselben und fordert die Belegsaften auf, die Arbeit aufzunehmen." Die in der Metallinbuftrie beschäftigten Transportar. beiter( Geftion V des Deutschen Berkehrsbundes) nahmen am Gonntag ben von Marquard erstatteten Bericht über die Einigungsverhandlungen mit den Metallindustriellen entgegen. In ber Distusfion fam im allgemeinen die Ansicht zum Ausbruck, daß die vereinbarten Löhne zwar nicht als ausreichend angefehen werden fönnen, jedoch sei es ein nicht zu unterschäzenber Erfolg, baß es den Unternehmern nicht gelungen fei, in einer für die Arbeiter ungünstigen Wirtschaftslage die ursprünglich beabfichtigten Lohnfürzungen durchzusehen. Diefen Erfolg hätten die Arbeiter ihrem einmütigen Zusammenstehen im Abmehrfampf zu danken. Einmütigkeit und Geschlossenheit der Organisation feien auch ferner dringend notwendia, denn die Gefahr einer Lohntürzung sei noch nicht für immer beseitigt. Es sei ja be fannt, daß, wenn es nach den Absichten der Unternehmer ginge, die Löhne ber Transportarbeiter in der Metall. industrie viel weiter hinter die Löhne der Facharbeiter zurüdgeschraubt würden, als es jetzt der Fall sei. Hervorgehoben wurde noch, daß die bürgerliche Breffe im Rampf in der Metallindustrie ohne Ausnahme die Interessen der Unternehmer vertreten, daß felbft fintsstehende bürgerliche Blätter fein ortzugunsten ber Arbeiter nefant haben, daß aber die Haltung des„ Borwärts", der bie Interessen der Arbeiter mit größter Entschiedenheit wahrgenommen habe, polle Aner. tennung verdiene. Beschlüffe faßte die Rerfamlung nicht, da die Entscheidung über bas Abkommen mit den Metallindustriellen Sache der vom Metallfartell einberufenen Berfamlung war. Schiedsspruch für die Privatelektrizitätswerke. Für die Arbeiter der Brivatelettrizitätsmerte wurde am Frei toa unter Borfik des Landaerichtsdirektors Dr. Tolf folgender Schiedsspruch gefällt: Bom 26. November bis 16. Dezember 1923. beträgt der Lohn in Gruppe I: 63 Bf., II: 58 Bf., III: 52 Bf., IV: 46 f., V: 36 Bf., VI: 30 Bf. b 17. Dezember gelten folgende Stundenlöhne: 59 Bf., 54, 47, 39, 30, 28 f. Die Gruppen. einteilung wird insofern oeändert, a's in Gruppe I felbstän bige Schalttafelmärter größerer Kroftstationen gehören: Borausfegung für die Buteilung in diefe Gruppe ist eine brei. jährige Lehrzeit und eine, der Lehrausbildung entsprechende, erfolgreiche Betätigung. Für diejenigen, die am 31. Dezember bereits in der ersten Gruppe beschäftigt waren, genügt eine der Lehrausbildung entsprechende Betätigung." Berantwortlich für Bolitif: Craft Renter: Wirtschaft: Artur Sateruns; Gewerffchaftsbewegung: horn: Feuilleton: Dr. Sohn Shikowski: Lofales und Sonstiges: Fri Raritädt; Anzeisen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderei und Berlaasanftalt Baul Singer u. Co. Berlin SW. 68. Sinbenftraße 3. Inventur- Ausverkauf Emaille grau, Simer weiß Simer bunt, 28 cm Emaille 0.95 Console mit Maß bunt Porzellan Mengenabgabe vorbehalten! 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