flbenöausgabe iTc.T« ♦ 41.?ohrgaag Ausgabe B Nr.$ »G»S«d»di«gu?>ein tmb anjHenwrfU« Ibib in btt Morg>nau»?ab» onzeged»» Bebalfton; SB. SS, Clnbenffrafec S gnm'.pttättt: VSnhoft 292»295 XcL'lttnffc: t»ziolbei»»tr»l S*tli« Serlinev Volksblstt 70 MilliarSen M. Donnerstag 1H. Januar 1�24 Uft unb An»«Ig»nabieiiu»»: «»»Sil«»»!'»— b Ubr »erleg»? v»rn»ari».ver.ng«vmdtz Serlw»B S». cinsenllrok« 5 »rns»r»9>e» VSnhoil 2599-25S7 2entralorgan cter Vereinigten So�ialclemokratifcken Partei Oeutscdlancls Stutige Ausammenstöße in öer Pfalz. Keinz-Orbis und andere Separatistcnführer getötet.— Deutsche Geisel gefangengesetzt. Speyer. l0. Zanvar. sw?D.) Gestern abend S Uhr ist der Aührer der pfälzischen Separalistea. Sul-beflher h e l n z au» Orbis bei Kirchheimbolanden, im Hotel.Wittelsbacher Hof" von einem llnbetannlen ermordet worden. Paris, tv. Zanvar.(BiXB.) havas verbreitet über die Er. niordvng des Separalifleaführers Heinz folgende Hielt» tmg ans Mainz: Hewz-Orb's wurde gestern abend g>i Uhr in einer Wirt- fchaft in Speyer ermordet in dem Auzenb'lch als er das Ellen rwaehmea wollle. E» erfch'encn plötzlich drei MSnner. riefen: Hände Höcht und feuerten. Hein; stürzt« zu Tode gelrofscn zu Boden. Einer feiner Begleiter wurde leicht verletzt, vle Täler haben die Flucht ergriffen; ihre Persönlichkeilen tonnlev nicht fesigest.lll werden Die PoNzei und die Besa'zungsbehörde fjabm Haussuchungen in der ganzen Stadt veransto'tet. v'e Automobile die die Stadl verlassen, werden von Patrouillen durchsucht. Mnf Todesop'er't Frankfurt. 10. Zanvar. tlvTB.) Aus zuverlässiger Quelle verlautet, dasz bci dem gestrigen Anschlag im.witielsbacher hof" t« Speyer anszer Heinz-Orbl» ein gewisser Weih. Sand.Weigl nnd Fuh Heller gelöiel sowie mehrere Personen, darnnker «in gewtsier e'licnihal. schwer verletzt wurden. PI» Getö.'elca waren der.Franssurter Zeitung" zusoige, alle Führer der psälzischeu SeparaUstc». lSci'eln werden feftgenomme». Zweibrücken, lli Januar.(WTB.) Als Geiseln für die Ermordung des Leiter» der Regierung dar autonomen Pfalz, Heinz, wurde» hau« nacht festgenommen: Oberrcgi-runzsret Dr Pöllmann, PirsktLr Dr. Lehmann, Oberlcndesgerichteprestdent Vilabel. Stratsemvolt LS-iz. Vüryermeifi r GZHring, Amtsrat Müller und Justiz-siesi�r Biiabal. heute nacht wurde von den Separatisten ein« streng« Pahkontroll« ousgeübt. Zfrankrrd, nnter'ucht... Parts, 10 Janrar. lWTB) Der diplowailsch« Berichte rf'aäet b;r Agentur Horas berichtet, dah infolge der von England in Pari« und Acbierz rntcrnommanen Schritte hinsichtlich dar Scpara- tis'en in dar Pfalz die lranzösilche Rcgiarung belcklosian hat. an Lrt und Stell« durch Telegiert« dar Rheinstmdkommisston eine Unter- s u ch u n g verans all-'n zu lasten. Bericht eines englischen Augenzeugen. London, 10. Januar. tWTB.) Dar Sonderberichterstatter der .Time," in Speyer gibt ein« eingehende Schilderung der Ermer- dung d«, Seporatlstensührers Heinz, die sich in seiner Gegen» wart obspialt«. lanach fielen gestern abend S Uhr IS Minuten, ol» der Varichtarstatter mit erwa SV anderen Personen in einem Zimmer des.W:tt.tsbacher Hofes" speiste, plötzlich«in« Anzahl Schüste. Drei P rsonen, die an einem Tisch genau gegenüber dem Bericht- «rslatter sahen, sanken durch den Kopf getr�ff«n zu Boden. Dkienlgen. dl« geschossen hatten, riefen den GZsten zu. doh sie u n» besorgt seln tonnten, das Hotel aber nicht vor Ablauf einer Bierteiftunde verlosten dürften, und dah die Aktion stch gegen dl« Saparatisten richte. Räch kurzer Z U trafen Gendarmen und deutsch: Polizei, Separaüster.trupps und französisch-asrikanlsche» Ml'tär im Hotel ein und nahm«» ein» Untersuchung aller Anwesenden vor. Es kam zu keiner weiteren Störung. In der Stadt herrscht Ruhe. Bisher sind keine Derhoftungen vorgenommen worden. Auch vor dem Hotel wurden drei verletzt« gefunden. An dem Blut, das gestern in Speyer vergossen wurde, !bt es nur einen wahrhaft Schuldigen; die frenzö» , i s ch e R e g i e r u n g. Sie hat durch ihren Beauftragten. den General de Metz, den Putsch begünstigt, durch den die Psalz einer wüsten t�erbrecherherrschoft ausgeliefert wurde. Sie bat dem lichtscheuen Eesindcl. das in der Pfalz seine ruch- lose cherrscha't ausübt, die Tore der Amtsgebäude geöffnet und ibm geholten, den legalen Widerstand der Bevölkerung ««llen seine aikgemazte Gewalt zu brechen. Wenn dieser un» erträgliche Zustand jetzt zu blutigen Taten ge'ührt hat. so mag man zu Urnen und den Tätern stehen, wie man will, sie sind nur ein« Konsequenz der von der französchen Regierung ausgeübten,«R'''~ �—"* drück- mgspolitt. fr« M'll aesuhrt. Selbst der Besitz feststehen!-�. sonen. die nicht die Gunst der Besatzungsbehorde besttzen, streng bestrast. Den Separatsten aber wurde gestattet, mit Gewchren, Revolvern und Maschinengewehren bewaffnet. rheinaufwätts in die Pfalz einzubrechen und die Herrschaft an stch zu reihen. Wäbrend sonst die Ansamml-'Ng von mehr als fünf Personen st�ng verboten ist, wur'-e den Separatisten jeder bewo.sfnete A"fzug, jede bewaffnete Bersammlung ge» stattet. Mis vorgehalten- m Revolver wurden die Biirger» meister der Städte und der Landgemeinden gezwungen, so- genannte Loyalitatskundg«lungen zu unterzeichnen. Diese erpreßten Urkunden wurden dann nach Koblenz, zum Sitz der Rheinlandkommission geschickt, und dort wurde dann be- usgeübten. Recht und Vertrag hohnsprechenden Unter» rück-.ngspolitk. Di« französische Besatzungsbehörde hat tn der Pfalz die Entwaffnung der Benölteruna mit drakonischer>vircnge durch- aeführt. Selbst der Besitz feststehen!- er Messer wird bei Per» rechnet, soundsoviel Gemeinden, vertreten durch ihre Bürger» meister. hätten ihren Anschluß an die separatistische Regierung erklärt, also besitze diese das„Vertrauen" der Mehrheit der Bevölkerung. Inzwischen hatten es bereits die s r a n z ö si» fchen Gendarmen unternomnwn. dieses„Bertrauen- zu sichern, indem sie sich mit Maschinengewehren gegenüber den Regierungsgebäuden häuslich einrichteten und deren Schutz übern uhmen. Die neuen„Behörden" gingen sodann mit den rücksichtslosesten Gdpressungen, sogenannten Requisitionen, gegen die Bevölkerung vor. Jeder Widerstand wurde mit dem Tode bedroht. Standgerichte verkündeten Todesstrasen, die jedoch mit Eeldstrasen abzulösen waren. So lautete in einem Fall das Urteil auf Tod oder 10 OVO Dollar Geldstraf«, auf dem Verhandlungswege gelang es jedoch, die Straf« auf 2000 Dollor herabzusetzen. Die Preise wird gezwungen, die Verlautbarungen der regierenden Verhrechergesellschast an der Spitze abzudrucken. Eine strenge Vorzensur ist eingeführt. Widerstand ist aus» sichtslos, da jeder Gegner der separatistischen Bewegung oogel'rei ist. Die Führer dieser Bewegung sind zum größten Teil wüste Abenteurer und mebrfach bestrafte Verbrecher. Die„An- Hänger" sind fast ausschließlich s inge Leute in noch nicht wähl» fähigem Alter und sind aus allen Weltgegenden zusammen» gelau'en. Pfälzer befinden stch sehr wenige darunter. Einen gewissen, wenn auch nickt starken Anhang befitzt die Dewe- g-ing bei den Bauern. In der Arbei'erbevölkerung versuchte sie durch den syndikalistischen Führer Kunz, der damit zu» gleich die Geschäfte der AAU.(der syndikalistischen Arbester» union) besorgen will, Boden zu fasten, da» ist ihr aber nicht gelungen. Am 20. Dezember v. I. überreicht« ein« Deputation von 15 Personen. Vertretern der Städte, der Gewerkschaften, der Angcfte�tenverbönde und der Bstriebsräte, dor Rheinland« kommisston in Koblenz einen Brote st der Bevölke- r u n g, der in überzeugender Weise die in der Pfalz herrschen» den furchtbaren Zustande schildert und in folgenden Forde» rungen gipfelt: 1. Wiederherstellung der deutsch«» Vermal» tungsrecht« und Earanti«» dafür, daß di« alten r e ch t m ä ß i» gen s!aatllch«n und gemcirdlich«« Behörden ihr« Funktionen ordnungsgewäß ausüben und die Gericht« di« Rechtspfleg« unab- hängig ausüben können. S. Versammlung»- und Redefreiheit im Rahmen de» Rheinlanbobkcmmen». 3. Unantapbarkeit der persönlichen Freiheit und de, Privateigentums im Rahmen der d-utschen Recht« und de» Rhclnlont>obkomm«n». ö. Rückgängigmachung aller durch die Separatisten vorgenomm«» nen Verhaftung«», Ausweisung«» und Beschlag. nahmen durch di« Bcsctzungsn-ächt«. S. Entwaffnung der Separatisten und Wiederb«- waffnung d:r deutschen Gendarmerie und Polizei. Der Protest der Städte und der Gewerkschaften schließt nach der Versichening.„daß fast niemand in der Pfalz von einer autonomen Regierung etwas wissen will", mit den Worten: S!«(die Vertreter t«r Bevölkerung. Red. d.„V.") fetzen in di» Höh« Jntcrallieert« Kommisston da« Vertrau«», daß st« den hier Stille an öer Dorfe. Kurse unverändert. An der Be'liner Börse erreich'«» die Umsätze keinen größeren Umseng. Die Spekulation wurde zur Abdeckung ihrer nicht allzu großisi BaisscenzaaeM'.'nts veranlaßt durch di« Nachricht, daß ein« Ermäßigung der Börsenumsatzsteuer bevorstehe. In» zwischen Hai sich jedoch herauszesteUt. daß an«in« d-ra' tige Maß- nahm« an den zuständigen Stellen n i ch' gedacht wird. E» fehl«» der Börse die breiten Käustrschlchten, dl« ihr im vergangenen Jahre einen starken Rückhalt gaben. Jnsbc'rndert haben sich di« Kreise der Beamtenschast und der Ange st«Ilten gehobener Stellung gänzlich vom Effektenmort« zurückgezogen. da ihr« gegenwärtigen Bezüge Kapitalanlage nicht mehr nöt'g machen. Auch Handel und Industrie nehmen immer noch Verkäufe vor. Da» Ausland verhölt sich trotz der stark gesenkten Kurs« ab. wartend. Im Hinblick auf diese Sachlage rechnet man in Börsen» kreisen für längere Zeit mit stillem Geschäft, hält allerdings dt« augenblicklichen Eflettenturs« für so niedrig, daß»ufbesterungrn sehr wobl möglich iekn. Am Geldmarkt ist die Log« unverändert Täglich G«!d war mit M Proz. zu haben. Im levilenv rkehr ist die Nachfrag« dauernd ziem'ich gering. Vndcreiseit» werden noch fcrtzesetzt De» visin au« Kre sen obg st'sien, die größercn Bedarf an Inland». aeld h'ben. Jnsolgedasten k'nnien heut« bei unveränderten Kursen fast auf der ganzen Linie wieder»oll« Zuteilungen erfolgen. V vorgetragenen Wünschen der genannten pfälzischen Bevälleruur, Rechnung tragen und diese von dem auf ihr last-nden furchtbaren seelischen Druck baldigst b> freien wird. Leider blieb dieser legale Schrift der arbeilenden Be» völterung ohne jeden direkten Erfolg. Wohl gab der fran» zösische Bezirtsdelegiert« von Zweibrücken, der Oberstleutnant Desoort, seiner Empörung über die Schandwirtschaft'einer Regierung Ausdruck, indem er auf eigrne Faust den Sepa- ratisten die Anerkennung verweigerte— er wurde dosavouiert. Wohl gab die englische Regierung ihrem Mißfallen an dem Spiel der französischen Regierung in der Pfalz deut- lichen Ausdruck— di« Stimm« des Alluerten wurde, wie ge« wöhnlich, mißachtet. Der furchtbare Druck wurde nicht nur nicht erleichtert, sondern noch verschärft. Trotzdem hielten die Vertreter der arbeitenden Bevölkerung an ihrer Hoffnung fest, es werde ibnen gelingen, auf friedlichem Wege ihr Recht zu erlangen, und die blutigen Ereigniste von Speyer sind ihnen überraschend gekommen Trotzdem kann das. was in Speyer geschehen ist, nach dem hier Geschilderten keine Verwunderung erregen. Es Ist. um es nochmals zu sagen, eine Folge der von der französischen Regierung tn der Psals betriebenen unehrlichen, dem Frietvnsvortrag und dem Rhclnlandabkommen hohnsprechen» den Politik. Ez mag in der Pfalz über d'e allerjüngsten Er» eignisle verschiedene Meinungen geben, eine Meinung be» stebt darüber, daß die von den französischen Bajonetten ge» stützte Derbrecherherrschaft nicht zu ertr-men ist. Eine Meinung wibd auch darüber bestehen, daß die Schuld an dem ver- Jossenen Blut auf die Häup'er der französischen Regierung ommt und daß nur di« W i e d e r h e r st e l l u n g des Recht» imstande ist, wettere unheilvolle Ereignisse zu ver- hindern. Gutskxfitzer und«h:mallaer Ober» wenigen Tagen tn der„München«? Der ermordet« Heinz, ein leutnant d. R. wurde erst vor Post" gründlich enthüllt: ver Landwirt Heinz- Orbs» Ist der Führer der Freien Bauern» schaft in der Rheinpfalz. Dies« Organisation proklamierte wieder» holt den Lieferstreit: ihre Mita'iedrr verüblen dabei d»n schärssten Terror. Bei einem Milchsiescrstreit hat der Geschäftsführer dieser Organisation angelieferte Milch auf die Straß« schütten lassen. Der Führer der Bauernterroristen. Heinz, hat seinerzeit auch Im rechtsrheinischen Bayern seine terroristischen Rezepte an di« Beiuernschaft zu bringen oersucht. Er wurde in Landshut ver» haftet und abgeurteilt. Am d Rcvember 19ZZ, als dl« Separatisten in Kaiser«» lautern da» Rathaus besetzten, wobei e» zu den gemeinsten Hand» lungen gegen die antisevara'istisih« Bevölkerung kam, hat Heinz vor dem Dezirksamt die„Freie Pfalz" als Teil der Rheins- lchen Republi» ausgerufen und di, entsprechend« Proklamation verlesin Heinz-Orbl» Ist nun Präsident der scpara'istischen Regie- rung der. Freien Plolz". Würde ober heut««in vfälz«? Abg«ord- neter der Deutsch«» vo'tzpart«! au» ir(i«ndeim-m Grun''» au» dem vandtog ausscheiden, dann würde Heinz-Orbi» Mitglied d«. Bayerischen Landtag« und Herr Dr. Hilpert, der Führer der Danerischen Mitielpar'ei, hätte die Möglichkeit, den Fratsionsvorsi'« enden über Heinz zu svi-len. Hein,»Orbt« Ist nämlich identisch mit dem Heinz Franz Joseph, der von der Deutschen Volksvortei bei den Wahlen am 6. Juni 1920 im Wahlkreis 11, Kirchheimbolanden» Rotkenhausen- Obermoschel, al« Kandidat auf» g» st eilt war. 9094 Stimmen«rhielt. Er steht als» vor der Tür de» Fra ktl on» z im mer« der Banerlsch«» Mittelportes im Landtag. Herr Hilvert, der am Freitag im Perfasiunasoi'sschuß w'eder plo'-bt«. dr bonerischen So-Ialdemokratl« den Rat geben zu müssen. daß si: nach Thüringen und Sachsen l«hcn soll«, hat. wi« uns scheint, genug vor seiner eigenen Tür zu kehren. In diesem Zusammenhang ist ein« Frage von grundsätzlicher Bedeutung: Was hat ht« Deutsch« Velkspartei gegen Heinz-Orb'» und lein Treiben bis setzt unternommen� Hat sie»u d?r Angeienenheit Stellung g-eiommen. oder wurde da« unierlassen, weil Herr Heinz In der Lage wäre rachrnweil» da* rro�inente Würdentröoer d-r P'alz. die sich politisch der Bayerischen Mittelpartei ongeschlossey Hab«, mit lainem Treiben«Innerssanbrn sind. Herr Dr. Hilpert wird, da» sind wir überzeugt, sofort Aufklärung schassen. Bue dem Nukraebiet. Tckr VerkehrStontrosse wird nbizebaut. Dortmund, 19. Januar. lW7D) General Douchy hat dem hiesigen Bssetzungeamt lokgende» mitgU-ellt: In Ueb-neinstiwmung mit d«r Interalliierten Rheinlandkommissson wird jede Kon- trolle bezüglich de« Verkehr« mit Brenn st olfen im alt» und iKub fetzten Gebiet sowie jede Kontrolle der Ausfuhr, über welche Gr nzstellen sie auch immer satfindet. aufgehoben . Was den verkehl mit Nebenprodukten der Kohle anlangt, so ist bis i jetzt noch keinerlei Herbe rung eingetreten. weg m!t dem �usnahmezustanö! Der Gev7 a h n mit Rücksicht auf di« zehnprozentige Ermäßigung der Kohlen» preise entschlossen, zu emer Herabsehung der Gütertarife zu scbreiten, deren Flöhe schon lange zu Klogen der Industrie und des Handels Anlaß gegeben hotte. Die Ermäßigung wird 8 Proz. betragen und wird am 29. Januar in Kraft treten. Im Anschluß an diese Maßnahme will die Reichsbahn an«ine Umwandlung des Güteriaritwesens überhaupt gehen, doch sind die Einzelheiten dieses Planes noch nicht bekannt. Nährpflicht. . Im Rahmen der freien Gemeinschaft für Kultur. a ü f b a u, dessen Ziele und Wege allerdings nichts weniger als klär find, hat Sanftätsrot Genosse Dr. Juli u S b u rger-vor mehr eis leeren Bänken einen äußerst zeitgemäßen Dortrag über die Nährpflicht gehalten. Der Hunger wirkt sich nicht nur als lata- strophale Unterernährung mit allen ihr eigenen physi« ichen Bigleit«rscheinur.gsn aus, sondern auch kriminell und psych i f ch. Die Unsicherheit der materiellen Existenz ergreist nun durch den Abbau immer weiter« Devölkcrungsschichten, die in«inen psychischen Zustand geroten, der zu einer Ablehnung des Willens -um Leben hinausläuft Di« Selbstmorde häufen sich erschreckend. In diesem Augenblick wo das soviel umstrittene Darwinsche Wort über den Kampf aller gegen oll« mehr denn je sein« Rechtfertigung gefunden hat, erinnert man sich naturgemäß an die Idee des In- gcnieur Popper» Lynteus, der schon vor zehn Jahren in einer Schrift den Nachweis erbrach- hat, daß ine zwilisiert« Menschheit ohne besondere Schwierigkeit, nur bei etwas gutem Willen in der Lag« wäre,»die sozial« Frage als Frage nach der gesicherten Lebens- Haltung aller zu lösen durch die Institution einer Minimum- oder Whrarm.'e, di« alles das produziert od«r herbeizuschaffen Hilst, was nach den Grundsätzen der Physiologie und Hygiene den Menschen notwendig ist: und falls es beschafft werde» kann, noch etwas darüber hinaus, d. h. das, was zum Zweck einer behaalicheren Lebenshaltung als wünschenswert dient/„Das Minimum sichert fedem: Nahrung, Wohnung nebst Wohnungseinrichtung, Ztleidung, ärztliche Hilfe und Krankcupslege."— Um allen Siaat sangehörigen in Deutschland das ganz« Leben hindurch dieses Minimum zu gewährleisten, ist die be- ständige Arbeit einer Nährarmee notwendig, in der ungefähr Millionen Männer von ihrem bc ginnenden 18. Lebenssahr« bis zum Ende der Dreizig, und ungefähr 5 Millionen Frauen vom be- ginnenden 18. Lebensjahre bis zum End« des 25. täglich sieben bis siebeneinhalb Stunden arbeiten müssen. Wieweit wir van der Verwirklichung dieser Ideen entfernt find, beweist schon das ein«, daß all« Sozialisierungsplän«, die mit soviel Sach- und Fachkenntnis in den ersten Jahren nach der Revolutt'on entworfen wurden, nun scheinbar endgültig und für lang« Zeit unter den grünen Tisch geworfen sind. In Wirklichkeit aber sind die Kopitalflllgewaltigen Stinne» und Konsorten im Augenblick mächtiger denn se. Das deutsch« Volk»«rhungert bei vollen Scheu- rer, es ist genötigt, um sein nacktes Dasein zu fristen, sich in öffent- licher Betdel-ci bei neutralcn und früheren Feinden zu ergehen, es verpulvert seine Finanzen und Crwerbslosenunterstützung, während zwei Millonen Hektar Moorland urbar gemacht werden könnten usw. Unveränöerte Srotvreife. In Nr. 8 der Bäcker- und Konditoren-Tagcszestung vom 9. Ja» nunr 1924-eilt der Zweckverband der Böckenneister Groh-Berlins mit. daß er von heute ab ein Brot im Teiggewicht von 1875 Gramm zum Preise von 69 Pf. hergestellt Hab«, während der Preis von 64 Pf. für das 2999.Sramm.Brot unver- ändert bleiben scllle. Diese Verlautbarung ist ohne Verhandlungen mit der Wucherpoüzei und der PreiLprüfungsstell» herausgegeben worden, was zu dem sofortigen Einschreiten der W u ch e r p 0 l i z« j insofern«esührt ho-, als der plötzliche Ueber- aang zu einem geringeren Drotgewicht oll« Kontrollmözlichkeitrn scit.ns der staatlichen und kommunalen Bchörden ausschließt. Nach den Erfabrun"-» der letzten Monate konnten es Wucherpolizei und Praisprüfunasstell» nicht zulassen, daß bier der Bersuch gemacht wurde, c':M ihre Mitwirkung den Preis für da» wichtigst« Lebens- mittel durch die Interessenten allein festsetzen zu lasscn. In den heut« bei der Wucherpolizei stattaefunbenen Derhandlun-en wurde be- schlössen,«in Brot im Teiggewicht unt«r 2999 Gramm vsr fünf �ahre«. wie Ziuk als V!a!!n verlauft wurde, Ein« für den Sozialpsychologen äußerst lehrreiche Gerichtsverhandlung vereiniato auf der Anklagebank jast ein Dutzend söge- nonnter„achtbarer" Kaufleute und vor dem Eertcidigertisch eine Elite von Rechtsanwälten: Justizrat Dr. WerthaUer, Griinspach. Bahn. Dr. Juliusburger. Die Geschichte hat sich vor fünf Jahren abgesp-ett, just im Augen- blick des Kriegsendes und des Reooluttausanfangs. Die angeklagten Herren haben ganze Theaterstücke mit Berkleidungsszenen, falschen Stempeln u. dgl. aufgeführt. Platin, von MilHär- vcrwertungsstellen stammend(wie vorgetäuscht wurde), sollte ver- kauft werden, in Wirklichkeit aber war es jedoch Zink. Die Käufer kamen auch niemals dazu, das Edelmetall auf seine Richtigkeit zu prüfen, denn ein Teil der Edelkaufleute, als Militärpatrouille ausstaffiert, hielt das Auto mit den Käufern regelmäßig unterwegs an und beschlag- nahmt« das Platin. Dieser Hokuspokus wurde in drei Fällen mit Erfolg durchgeführt. Verschiedene Kriminalstellen be- kamen davon aber Lunte zu riechen und legten den Platmhändlern das Handwerk. Äeußerst romantisch gestaltete sich u. a. der Verkauf des sogenannten Platins an eine gewisse Firma- Der Kauf sollte in einem Gasthaus in einer Ortschaft in der Nähe von Berlcn perfekt werden. Doch im Gasthaus waren zuviel Leute, also zuviel Augen und Ohren. Deshalb sollte das Geschäft auf der Landstraße abgeschlossen werden. Der Verirecer der Firma ging auch schließlich nach langem Hin und Her auf dieses eigentümliche Geschäftsgebaren ein. Was sich dabei der Vertreter der Firma gedacht haben mag, ist nicht ganz. klar. In der Verhandlung ist er auch deswegen nicht be- fragt worden. Die Strafe fiel ,ehr milde aus: ein Angeklagter wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt, ein anderer zu sechs und«in dritter zu zwei Wochen Gefängnis. Sechs Angeklagte kamen mit Geldstrafen in Höhe von 3999 bis 599 Gold- mark davon. Das Gericht wird wohl mtt Recht angenommen haben, daß die entsiltlichenden und verworrenen Aerhältnisj« der Kriegs- zeit es mtt sich gebracht haben, daß die Herren die Ucbergangszett der Revolution sich zunutze gemacht haben und so tief unter ihre „St-mdee-hre" sinken konnten. Aber, aber... Wie anders lauteten doch kürzlich die Urteile der Sondergcrichte in Fällen, wo noch ver- worrenere Ernährungsverhöltnisse und wahrhaftige Not, verzweifelte Manschen zum simplen, wenn auch massenhaften Mundraub verlei Wen._ Unsere jeennde in üer Schweiz. Schädigung des Kinde rhilsswerkes durch deutsches PrMeulum. Der Skandal, der sich in den Schweizer Winterturorten zurzeit abspickt— wo man in Gegenwart pompös auf irrender deutsche? Snobs für hungernd« deutsch» Kinder sammelt— will noch Immer nicht zur Ruhe kommen. Wir oeröfsentlichten vor kurzem den Brief einer Schweizer Einwohnerin, der der Empörung über diese Dinge beredten Ausdruck gab. Jetzt geht uns aus St. Galle» folgendes Schreiben eines deutschen Geschäftsreisenden zu: „Im Interesse des„Deutschen Hilfswerkes" in der Schweiz bitte ich höflichst um Veröffentlichung folgender Zeilen: Seit Jahrzehnten bereise ich a'e deutscher Geschästsve-tretcr die Schweiz. Nachdem Kriege war unser Stand wohl der erst-, dem es gelang, durch langjährige B-kannttckn-kt mied«- in lreimdlckiaitliebe Beüebunaen au den etnzel- Bekanntschaft wieder in freundschaftliche Beziehungen zu den etnze! nen Schweizern zu treten, manche« Vorurteil zu bekämpfen und Deutschland wieder Sympathien zu erwerben durch richtige Schilde- ningen der Verhältnisse in Deuesässand. Wer aber setzt wieder zu seinen schweizerischen Freunden kam, der mußte zu seinen Schmerzen fest- stallen, daß von Sympathi«-» und Freundschaft gegen- über Deutschland nicht mehr viel zu merken war. Eine große Flut angeblich Svort tre-bentte? Landsleut« hat sich in die Schweiz. ergosseni Jn St. Moritz, und den übrigen inteh» nationäleii Winsersnorlplätzen reiben' sich dce Hoteliers di« Honda und zu den bestzaljlenden Fremden gehören nicht nur EuglSp.der und Amerikaner, sondern in hervorragendem Maßa auch De u t s ch«! Don aus St. Moritz zurückgekehrten Schweizern habe ich gehört, daß gerade unsere Landsleute sich durch große Ansprüche unli'eb. sam bemerkbar gemacht babenl In einem Kino in Zürich am Bahnhofsplatz wird jetzt Raffke gegeben, der neue Raffke, de? Ueber-Raffke! Zur gleichan Zeit entsteigen dem Engadin-E�preß Scharen von demfchen Landslenton aus denen der biedere Zürcher Bürger ersehen kann, daß der Film doch sehr dem Leben getreu ist, und füllen die Hallen der vornehm«» Hcte!?. Am nääzsten Tage werden Einkäufe in den vornehmsten Geschäften der Bahnhoffttaß« aemackt, die feinsten Sachen— der Franken ist ja jetzt so billig. Aber selbst die Geschäftsleute betrachten diese Kunden mit sehr ge- mischten Gefühlen: hängt doch eine Sammelbüchse für die armen Deutschen in ihrem Laden, in die auch der sehr be- scheiden kaufende Schweizer sein« milde Gabe hineintut! Und immer tmeder hört man von schweizer Freunden den Vorwurf: Ja, warum geben, wenn es so viel« Reiche in Deutschland gibt!" Der Einwand, daß es sich ja nur um wenige handelt, wird nicht geglaubt, da täglich neu« Schoren solcher„Landsleute" eintreffen! Es ist höchste Zeit, daß gegen diese jeden ehrlichen Deutschen beschämenden Vorgänge Abwehrmaßregeln getroffen werden. Der Schweizer, kühl in seinem Wesen, tennt keine Grenze im Wohltun. Wiener und deutsch- Kinder hat so mancher aufgenommen, der selber zu kämpfen hat. Durch die Straßen der Städte fahren jetzt groß« Wagen, in di« Arm und Reich seine Gabe für die Deutschen hineintut und auch der Reich« in diesem Lande wird durch aufsol> lend« Kleidung oder Gebaren dem Armen sein Herz nicht noch schwerer machen! Möge die Behörde an der Grenze«ine scharfe Musterung vornehmen und nur splche Reisenden die Ausreise gestatten, bei denen wichtige privat- oder geschäftlich« Gründe vorliegen im Interesse des deutschen Ansehens und des Hilfswerks für die armen Deutschen!" Es ist zu hoffen, daß die angekündigten Maßnahmen der Regie- rung gegen das deutsch« Prossertum m der Schweiz noch zur An- wendung gelangen, bevor wir in dem Nachbarlonde endgültig alle Sympathien verloren haben. Gasdiebstähle. Wegen Gasdi«bstahl» wurde vom Schöffengericht Weißen- se« der Maschinist B. aus der Lcthrinaenstroße zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Einer weit härtere» Straf« aber verfiel ein anderer Gaadieb P. aus Weißensee, Roelckestr. 24, der mit ge- stohlenem Gase seine Wohnung heizte. Infolge un- dichter Verbindung ist P. von dem ausströmenden Gase betäubt worden und an Gasvergiftung gestorben. Bei diesem Anlaß muh wieder einmal daraus hingewiesen werden, welch« groß« Gefahr die sich setzt stark häufenden Gasdiebstähle auch für di« M i t h« tz» 0 h n« r mtt sich bringen Nicht nur, daß Bewohner anderer im gleichen Haus« gelegener Räume durch Gasvergiftung in ihrer Gesundheit Schaden leiden, ist jedoch die allergrößte Gefahr in der Möglichkeit von Explosionen gegeben. Bei den Untersuckungen von Easdiebstählen ist erkannt worden, daß in fast allen Fällen in einer unglaublichen Weife das Leben und der Besitz der Mitbewohner aufs Spiel gesetzt werden. Im Iixteress« der eigenen und der allgemeinen Sickerhei' selbst ist es Pflicht eines jeden, derartig« ihm bekannten Fälle sofort der Polizei oder der Gasanstalt anzuzeigen. kgab« der neuen Uniform an die Polizelbeamten 1 zu rechnen sein wird. Bekanntlich besteht die neue Montur aus einem > Rock von ditnkelblau-Melicrtem Tuch, zu dem schwarze Tuchhosen und schwarze Wickelgamaschen getragen werden. Auch die Mäu'.el werden aus blauem Tuch angefertigt. Die Achfeistücke bleib?» je- doch dunkelgrün wie bisher. Auch sonst treten in der Aus- rüstung der Polizei boamtan weiter keine Ver- Wanderungen ein, lediglich die feiner-cit eingeführten Schulterriemen dürften künftighin aus Ersparnisgründen in Fortfall kommen. Die neue Uniform w-'rd jedoch vorläufig an die Beam�nichast nu? .als erst« Garnitur also als Ausgehanzug, geliefert, im Siraßendienft werden dagegen die grüncn Uniformen nccb rvsiter aufgetragen, so daß die grüne Farbe der Polizei aus dem Straßenbilde sobald nicht verschwinden wird.____ Ter Sturm an der französischen Müftc. Die Springflut an der französffchnt Küste des Atlantisch t Ozeans herrschte an der ganzen Küste von Brest bis Doponne uns richtete überall ungeheuren Schaden an. In der Näh« van Nantes wurden zwei Fischer von einer Welle ins Meer geschleudert. Einer der Schiffer fft ertrunken. In St. Nazacr« drang das Wasser über die Schutzmouer de? Boulevard de l'Ocean in einer Länge von 299 Meter i» die Stadt und zerstörte in der Altstadt die . Schienen und Drehicheiben. Im Hafen wurden mehrere Schiffs von der Verankerung losgertisen. Jedoch ist kein Per- sononschaden zu beklagen. In La Rocholle wurde zu aieichcr Zell«in Erdbeben verspürt. An der Küste von Bendee wurden groß» Granitb'öckc und Steinläulen umgerissen.. Di« Wogen, erreichte» teilweise die Höhe von zwei Steckwerken. Im Hafen von Roxan sind mehrere Schiffe gesunken. Vesanders stark gewütet hat der Sturm in Bordeaux selbst..Meltrere Schisse konnten nicht in den Hafen einlaufen und kreuzten lange vor ihrer Einfahrt. La- folge Maschinendefektes hat ein einfahrender Dampfer eins» Segler gerammt und schwer bescktödigt. In B i a r r i tz wurden etwa ein Dutzend Anlegestellen zerstört, sowie das Erdgeschoß des Kasinos. An der Küste sind alle Steinbänke und Schützmauern demoliert und di« Trümmer davon bis in die Gärten des Palais geschwemmt worden. Schiisskatastrophe im Schwarzen Meer. Der amercranischs .Dampfer„Eoncios" ist im Schwarzen Meer in«inen Orkan geraten. Das Schiff wurde gegen den Leuchtturm von Trapezuvt getrieben und ist in Trümmer gegangen. 899 Personen sind ertrunken. Bei dem Brande im Londoner Hafen sind ungefähr 1999 Tonne» Kamschuk vernichtet worden. Große Berkehrsstöruiige» durch Schneevenvehungen in V;l- Preußen. Fast sämtliche Fernzüge trafen in diesen Tagen wegei, der großen Schneeverwehungen aus der Strecke mit Verspätung in Königsberg«in. Im polnischen Korridor machen sich die Verkehrs- schwierigkeiten besonders bemerkbar. Der Berliner D-Zug ist gestern mtt einer Verspätung von sieben Stunden hier ein- getroffen. Religiöse Massenmorde aus den Philippinen. Nach einem ofsi- ziellen Stricht aus Manila haben religiöseFanatiker 13 Mu> glieder der philippinischen Schutzmannschast, darunter 2 Offiziere, in der Nähe von Mucdanao ermordet. Groß-Serliner parteinachrichten. Zunglozialiste». SruPpc Treptow. S-mte abend. 70, Uhr. im Ing-ndhcim, Elfengr. 3, VtagUebnocctcmmlane- SIulstÄlllirg de» Drbeitspri-ecaminS. ?uaenüveranstaltungen. Wieder eine blaue Polizei. Die Anfertigung dar neuen, dunkelblauen-Uniform für die Schutzpolizei, deren Einführung an Stelle der bisherigen grünen .._________ JB. JB.._ Monturcn bekanntlich von der Entente verlangt worden war, hat nicht zuzulassen und dos Mindestgewicht eines ausgebackenen trotz der finan-vcllcn Schwierigkeiten in der letz en Zett solche Fcrt- Brorcs auf 17S9 Gramm festzusetzen. t schritte gemacht, daß für den Monat April mit der Au.s- § heule. Donnerstag, den 10. Zannar, abends 7'/, Ahr Acktttn«,: Ne«iLV» V(rncht M>t?Ug IV, wie liaute morgen �srenntqegeden)(krste ÄUflliffderpersaTnmluuq im �eim. EKtrceftratze 44) , Wahl ües �torflojiöeP,— Der wichtigen Tagec-ordnuug wegen müh jede- �(idlmofse erscherneu! Gewsrksck>Qstsdewegung Nach Serlia, Mittelöeutschlanö. ZNetaverbeitcraussperrung in Zsiazdebnrg. Der Berband der mitteldeutschen Industrie bat in der letzten Dc- zemberwoche in Weimar durch seinen erweiterten Ardeicsausschuß folgenden Schlochtplon festgelegt: 1. Der Lohn, ausgedrückt in Rentenmark, darf nicht mehr als höchstens zwei Drittel des Friedenslohnes betragen. Ein eventueller Lohnausfoll gegenüber dem Frieden muß durch Mehrarbeit ausgeglichen werden. 2. Die Löhne, die über dieser Höhe liegen, sind mögüchst umgehend abzubauen, eventuell aui dem Wege über die nachfolgenden kurzfristigen Abschlüsse Indexfeststellungen und Jndexlohne sind gegenwärtig grundsätzlich abzulehnen. 3. Die Friedensspannen zwischen den Arbetter- und Atters- gr Uppen müssen unbedingt wieder erreicht werden. Di« Entlassung der unproduktiven Arbeiter zur Entlastung der- Betriebe ist in E'- wägunz zu ziehen. 4. Schiedsspruchs die über die angegebene Hohe und über die Friedensspannen hMusgehen. auch für die verkindlich erklärte« Schieds�rüche(Zwangstarif«) sind unbedingt abzulehnen. Gegebenen- falls müssen di« Arbeitgeber mit Zwangsmaßnahmen lA u s- sperrungen) dcrarltge fa'sche, die Wirtschaft und den Wieder- aufbau bindernde Lohnpolitik der Schlichtungsbehörden bekämpfen. 5. Das überflülssge Schlichtungswesen ist, wenn die reichsqeseklichen Bestimmungen hierüber noch nicht aufgehoben wer- den, in Zukunft abzulehnen. Ein Zustandekommen von Schieds- sprüchen über die oben angegeben« Lohnhöhe hinaus ist eventuell durch Nichttellnahme an der Spruchmllung durch die Arbeitgeber- beisiker zu vereiteln 6. Ein« Verlängerung der Arbeitszeit ist ohne Be« rücksichffgung der langfristigen Kündigungsfristen in den Manteltaris« Verträgen durch freie Verhandlung mit den Arbeitnehmern zu er- reichen. 7. In allen Vertragen ist das Leistungsprinzip in den Vorder- grund zu stellen. Die Magdeburger Metallindustriellen waren bezüglich der Ar- bettszeit genau wie in Verün an die Bestimmungen des Mantaliarffs oebunden. Sie kündigten den Mantel'arif. wollten jedoch mit der Verlänaernng der Arbeitezeit nicht warten, bis der Tcnt abgelaufen ist. Sie faßten doder, genau wie in Berlin, das Prabtem vea der Lobnleit« aus an. Sie forderten cherabsetzunq der Löhne für Facharbeiter auf 49.>ür Angelernt« auf 35 und für Ungelernte auf 39 Vf Berhand'imaen dlteben er-tebnislr?. Dennoch ersucht« der Vorsitzende des Dcklichtiinosausschusses in Halle die Arbeitgeber, die Löhn« nicht einseitig festzlllegen, sondern den Derbmidlungsnieg otsen zu>assen. Trotzdem dsktierten die Unternehmer die Löhne. De? Svitzenlohn. den sie ftsttetzten. begann mit 45 Pf. in der ersten Januarwoche und soll t'- kien sola enden drei Januarwochen um je einen Ptennig bis zu 49 Vk.!n der merten Mache, abgebaut" werden. Die Arbeiter weigern sich, dietes Lohndiktat anzuerkennen, und dir Untembm«? haben den von ihnen pravrzierten Grund zur Aus- sperr"«». Die Aiteiverrirng Hai in Ma-deburg in einer Aneagl von Be- trieben einaeiekt. die Lbriaen werden kalgen. �amit!ft der K gmnf in der gesamten mitteldeutschen Metallindustrie croiinet. Das Unternehmertum wird feiner aus der Notlage der Arbeiterichaft, erpreßten Vorteil- nicht trotz«erden. .Nicht mehr als H2Vz Shmüett.* Schiedsspruch für das Kölner Braunkohlcurevier. Wie der Arb«itg«bell,erband im rheinischen Draunkohlenrevieraus Köln mitteilt, wurde von der Schliche ungslammer ein Schiedsspruch für dos Kölner Braunkoylenievwr gefällt, nach uxlchem vcrübergehend das Aweifchichtensystem wieder eingeführt" wird. Di« tägliche Arbeitszeit betrögt im allgemeinen zehn Stunden, die Schichtzeit einschiicßlich der Pausen zwölf Stunden. Der Wechsel von Tag- und Nachtschicht an Sonnlagen hat so zu erfolgen, daß die 24stündige Wechselschicht unter aller Umständen vermieden wird. Lm Wochendurchschnitt soll dabei keine längere Arbeitszeit als 6 2 Vi Stunden hcraustcmmen, und f�rrer soll miliiestens jeder zweite Sonntag dien st frei sein. Di« Bezohlu�ig der Mehrarbeit erfolgt zu dem jeweilig scst ics.tzten Stundcnwhn. also � ohne Ueber st undenzu schlag. Für Arbeiten an Sonn- und Feiertagen wird ein Lohnzuschlag von SO Proz. gezahlt. Vom 7. Januar an bis auf we. leres beträgt der Durch, chnittstariflohn 4,20 M. je Schicht. � � Ungesetzliche Sch'eüssprüche. Im rheinischen Brauntohlenrevier wurde am Dienstag ein Schiedsspruch g� füllt, nach dem die zehnstündige A r b e i ts- schickt eingeführt wird. Die Schicht-eit beträgt im ollgaineinen. zwölf Stunden, bei insgesamt 2 Stunden Pause. Der Durch-, schnittstariflohn wird auf 4,20 M. pro Schicht festgefegt mi' der Mabaabe. daß die gelernten Arbeiter LS und die ungelern en Arbeiter <8 Pf. pro Stunde bekommen. Di« Parteien haben sich bis zum I i. Januar zu erklären. * Es wird nachgerade Zeit, dem Skandal, durch Schiedsspruch den Arbeitnehmern«ine Verlänrerung der ArbrI s�est aufzwingen zu wollen, die überdies im Widerspruch steht mit den gesetzlichen Destiinmungen, ein Ende zu machen. Oder hat der Neichsarbeits« min-fter die ihm nach�ecrdncten Schiedsstellen bear'ftragt, seine Per< $ Achtstundentag genug brinot, alt nichts xistierend zu betrachten? U. A. w. g.._ Arbeitszeit in der Kaliindustrie. Zlus dem Reichsarbeitsministerium wird berichtet: Die Schlichiungskammer zur Regelung der Arbeitszei frage im Kalibergbau Hot einen Schiedsspruch gefällt, der angesichw der gegenwärtigen Nvüage des Kalibergbaues zur Verbilligung und Hebung des Absatzes die Dorkriegsarbeitszeil oorfchlägt. Die reine Arbeitszeit unter Tage vom Beginn der Seilfahrt bis um Beginn der Ausfahrt soll 8 Stunden, die Arbeitszeit über og« 10 Stunden betragen. In durchgehenden Betrieben soll in 2 Schichten gearbenet werden. Für besonders ungünstige Arbeitsstellen sind Erleichterungen vorgesehen. Tie Schichilöhne sollen im Hinblick aut die zu erwartend« Steigerung der Leistung angemessen erhöht werden. Entlassungen aus An'aß dieser Mehrarbeit sollen nur in geringem Umfange und zur Vermeidung von Härten nur allmählich, unter Wahruna iozialer Gesichtspunkte, erfolgen. Der Srzialdemokratisch« Parlamentsdienst bemerkt zu diesem Schiedsspruch u. o.: In durchgehenden Betrieben soll In zwei Schichten gearbeitet werden. Die Unternehmer hoben versprochen, die Lohne..angemessen" erhöhen, wenn eine Steigerung der Förde- rung eintritt. Durch die Verlängerung der Arbeitszei' wird eine Entlassung von Arbeitern nonvendig werden. Wie Hohn klingt«» nun. wenn die Kali-Jndustriellen versichern, diese unter .Wabrung sozialer Gesicktspunktc" vornehmen zu wollen, wobei .Härten zu vrrmeidcn find. Hätte die deutsche Industrie reckt- zeitig Reformen zvgetaflen. so wären gewaltlam« Eingriff«, wie st« zurzeit vorgenemmen werden. un''ötig aewelen. Jetzt aeht die Sa- nierun, vollftändiaausKostendesArbeitersunddez S t a a t e», der für die entlassenen Bergleute aufbvmmen muß. Achtung, Metall'ormer! Wie die Bremchenlettung der Metallformer erfährt, Hai gestern ein kleiner Teil der Unternehmer durck Aushang in den Betrieben betanntgegsben, daß dl« Weiterbefckäftigung von der Anerkennung xrdnung über die Arbeitszeit, die wahrlich der Ausnahmen vom j der 48stündig«n Arbeitszeit unter Fortfall der Waschzeit und aller sonstigen außertariflichen Vergünstigungen abhängig ge. macht wird. Di« Kollegen werden ersucht, iinter keinen Um« ständen diese Bedingungen anzuerkennen. Treff- Punkt der coent. Ausgesperrten morgen vormittag 11 Uhr im Ge- werkschaftshaus._ Ter Arbeitszeitkampf in Cbecfchlcflen, Breslau, 10. Januar.(Eigener vrahtbericht.) Di« oberschlcsischen Gcwcrkschaftcn haben ihre Unterschrift unter da» Uebersch.chtcnabkommen wegen angeblichen Mißbrauche» durch die Unternehmer zurückgezogen. Die B«leglä)ast?n haben daraufhin fast restlos nach achtstündiger Arbeitszeit die Betriebe verlassen. Oberkok-Zaborz� hat daraufhin die Belegschaft aus« ge'peTt. Odcrbedarf-Gleiwitz droht mit Entlastungen. Di« Regie- rung hat Ausgleichsverhondlungen eingeleitet. ?n der Düstcldorfer ZNelallindustrie sind setzt alle Betrieb« st i l l g e l e g t worden. Zn kl. feld sind sämtliche Arbeiter der Seiden- und Samt» i n d u st r i e weaen Loynstreiliakeiten in den Ausstand getreten. Es kommen etwa 8000 Arbeiter in Frag«. Die Verordnung über die Arbeitszeit. Angkl�t« bnr MikUlakeit der»on der Regiming»«rdmmg üd-r die Arbkit»'»u i-at lich der Borltand dee Allgemeine« Drutichen WewertlchlUi» blinde» eiMchlollen. die B e r o r d n n n« in Broickiitreniorm hlrauizugebcn, um Ne wei eften ttreiien nuoiinglich»u machen. Di» Pererdnan» M mU Eriant,» rungkn ans de? geder de-»rllc» VmilNenben de» AD»». Ddeodor Leipnrt «»rieben, wodi-rch der?r«s--Lr besonderen Bert oerlirden«>rd. Sie wird w de» ntichben Tagen durch all»»uchdandmngen. durch die vrganisaiianen und durch die vrl»au»lchvfle de» Allzemeine» Te ilchen Te»erkicha!t»dund« zum»ertrie» gelange»._ Achtuno! Zigaretten Indniirir! Morgen tffreitaa),'(%« Udr. in den Mnllker- Eälen gaiser-MIieim-Slr- Veriammlnng aller w der Tabai-Adieiinng der Ziga- reiienwdukirie deichSiiig-en Ardeiier und Arbeiterinnen Di« S«kiton»I»iinng Berantwortlich für Politik: Srnst Nente»! Wirischast:«rtn» »erlag«. m. b. t-. Berlin. Druck: Dorwilrto-Bnchdru Sntee»»»: Lalale, Un. .. rockerei LiitdrnftraG« S. Unser Inventur- Ausverkauf vom 4.-17. Januar dielel in aiien ibieiiungen anßerßewöhnliche Vorteile f Preiswertes Angebot! � Engl. Leder- Manchester- Arbeits- öestreifte Inaten-ülolk- o. Viscb-AnzQge «•ich einreine KnabeD-stosca NW. a7. Bea»sc'»tr. 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Zeatra»: Nckerftr. 174. am aoppeupiag. tßellea: Siegiilier öre. 47. Scke tkagdevurger Streß«. Süden: Parwaldllr. 47. an der Sueilenaulirake.- Printen- ltrage 3l. Hai recht» parterre. Osten! Rckbiuoiir. llb.- Pe:er»burget Platz 4. Stzbastr»! Lausiger Platz 14/ Ii. «ardostea! tzwmanueltirchltr. 24: Earmen-Sulva-Ste. 17. Sillmann. «oaait! Dilhelmobaoener Str. 45 nnd Huttenstr. 17 dei Bitterling. vedting: PiiUIerilr. S4» acke Utrechter Straße. »aieatbaler uud Oranl.nbaiarr Saißabt: Wattstr. 8. chcfasbbrsaacs: Baftianstr. 7. ichZabanier P-rsladt: lbreitenbageae, Str. 22. ilblershast Frl. Waller(ienalsenlchaiisNr. 6 parterre. Mt-Slienicke: Stawronet, a-rvnauer Str. IS. «»»»lchnlenineg: Frau ft ö p«,. Mtcrholjut. lau. Laden. 7rra»a. Sitzalaeal»! Acveini« CdisnDiia Maren und Puch ch« i o e> ch Beel» Bernau Zbilhlenrer I Sresdorl: N> Danoedero Plstariastr 11. Babnsdert: Parlemann chenoilenichakisbaus Paradies. «:»« d a u e e. Schudertlir. ZI. o. I lr. PlanlendueN! W a o n e r Biankendurg. Purgwaß. Sapultz: Meyer. Pelodamer Str. Ick. adorlattenoarn i: Selendeimer c't. i. Cbarlatteudurg II, a I» 1 e 1 d. Dauroogenee Slr. u. etzarlalteadNig lll: I o a ch> m i. liailerdamm NU Harten- bau» kr. Stzarlattenduen IV: Pulen a l. Augsburg» Str. 47. Parlier. fttnet: Polka. Flatenstr. 1 vichtenau:« r a» si'» Bismorckstr. 1. Fastendtrst! S a I» m a r. r, Falkenderg. Sartenstadtstr. 10. Frebersa vrl-Petersb agen: vtto D i 1 1 n» l i Fredersdorf. Arndtstrake. Friede» an: Adeinftr. 27 Ecke �dnnedergstrast«. Frledrickioba-ieul k>» l i w o» n Frledrichobagen. kurze Slrast« 1. chriinn.,: P i S tz n e r KSoen-cker Str. IUI. Kalenle«.»runewald, cklchka««! Freu N o a ck Kiosk chenrie.'lrnplatz. Privalwednune. Katliarinenftr. 4. Pelnersdo-f: Frau Gold dach Aiederlchiinbaniea Schlofi- aller 4v. Senainsdoif: Frau K» r d» 1 1 a> 1 1 Zlalbenaustr. ß. Kermsdoif: Dalln Steinmenstr. l. Ssdeaneuendorf: Wehlitz. Oranienburger Str. Psppegartcai ZI a ll i ch Voopeaarte-I-Birteullein. Ar. 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S e-iSr» III:«la.ler chobrechtstr. 40. a. l. «rktslla-vriH: M i t l, g Britz, llbauiieestr. ich. rkiederichäneweid«: Schindler Fennstr. St. ch»»-,»»» Sai.»isanoeea»»»odadiiNr Uk vraaicadarg. chsiar. Loeaharht. Ltrallnader Str. 9. Odcrichonraieide! Bovert Pool Maiblldenstr. k •ftnftm-■* i i m a n» Mllblenstr 79. Sishnsdsrti T e i ch« r t Forftstr. 7. Aeinick.-ndoit.vst Schdnbsl»! A'deet Wahl» Drsoinm '»F-lS.- M Slelnlckendsif.vcst: D t n I i. Schar»»»der str. 114, Bolls» haus. Rsleathalt Selnrich ch« e» f>. Pauptstr. 79. Sisideisdoti. Kolldeige, Tashaef! Adsil G»«, l». KaUberg«, Nbeden strotze II. Schmaigeadsrl: ZI«he 9 Breit« Str. 9. Schdnedera: Belsiger Str. 77. Senzig. Ritten»a!d«. Sch,»te»k«rl. Kiedeelehae». Uea» Viiihle. gerasdsrl. Aabl»»: Fried«»ald. Sengig, ikbavlleeste 14 Zieniensstodt! S I« n»« l. Btunnenftr. tz, a. L, Spostau: B r o b m Achendachstr. 7. Staaten: Bdliel cklckenwiiilel>9. Sieglitz! Fräst, Schooenrul« 9. Siidende: L u d t« I g. ch.tlsiestr.». 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