Abendausgabe Nr. 18 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 9 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 70 Milliarden M. 11. Januar 1924 Vorwärts= Berliner Volksblatt Verlag und Anzeigenabteilung: Geidräftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2500-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Schwere Sanktionen in der Pfalz. England greift ein. 1. Die Einreise nach der Rheinpfalz wird sämtlichen Perfonen aus dem unbejetten Gebiete, die in der Pfalz nicht anfällig find, untersagt. 2. Die Rheinbrüden werden für den Berkehr gesperrt. 3. Die Brüde von Ludwigshafen nach Mannheim steht zu beFimmiten Stunden für das Publikum offen, besonders um die Verpflegung der Stadt zu sichern. Die Krise der Diktatur. Bon R. Abramowitsch. Man hat in Europa feine Vorstellung von der Heftigkeit, mit der feit vier Wochen der innere Kampf in der KommuParis, 11. Januar.( TU.) Nach einer Mitteilung aus Mainz| Epper, der sich Hauptpressenffizier nannte, den Sonderbericht- nistischen Partei Rußlands tobt. Von Archangelst bis Bafu hat General de Metz in Speyer auf Grund der Ermordung des erstatter und schrie:„ Mein Freund, ich habe Sie schon mal gesehen, und von Minst bis Wladimoftot werden in Blättern und Dr. Heinz nachstehende Maßnahmen beschlossen: und zwar in unserem Hauptquartier." Der Berichterstatter der Parteiverfammlungen erbitterte Kämpfe ausgefochten. Die Times" bemerkt, daß er gar nicht im Hauptquartier der Separa- ganze Partei ist in hellem Aufruhr. tiften gewesen ist, sondern, daß der Separatist Schmiz- Epper ihn Die Partei umfaßt nach ihren eigenen Angaben zirfa erft vor 20 Minuten gesehen hatte, als der Berichterstatter ihn bat, 350 000 Personen. Sie bilden die einzige legale Partei ihm behilflich zu fein, um die sterbenden Männer im Restaurant aus und zugleich die Regierung. Die stumme Maffe- 100 Mil ihrer Blutlache zu nehmen. Obgleich Schmiz- Epper bei der lienen weniger 350 000 verfolgt nun mit gespanntem InSchießerei nicht anwesend war, verweigerte er feine Hilfe tereffe die heftige Fehde im Kreise der Diktatoren. und flammerte fich statt dessen an den Arm des Berichterstatters, in- Der Kampf ist der Ausdruck einer inneren Partei4. Jn der Stadt Speyer wird der Berkehr von 7 Uhr dem er wimmerte: 100 Sonim strife. Das Bolitbureau", gestützt auf dem aus 18 000 abends bis 8 Uhr früh untersagt. Die Restaurants, Kaffees usw. Um Gottes willen, bleiben Sie bei mir, lieber Herr!" Funktionären bestehenden Parteiapparat, schaltete und waltete müffen während der genannten Zeit geschlossen bleiben. Sämtliche felbftherrlich, ohne die Mitgliedschaft zu befragen oder sich um Ansammlungen find fireng verboten. Der Eisenbahnverkehr wird ihre Stimmung zu fümmern. Wenn die einfachen Mitglieder aufrechterhalten. der Partei auch sehr wesentliche politische und materielle Bor rechte befaßen, so fahen fie sich bei allen wichtigen Entschei dungen und Beschlüssen ausgeschaltet und fühlten sich ent rechtet und zurückgesezt. Das geistige Leben starb ab. England fordert eine Untersuchung. Paris, 11. Januar.( WTB.) In englischen politischen Streifen von Paris wird die Richtigkeit der Nachricht der Agentur Havas, baß die Frage einer Untersuchung über die sonderbündlerische Be wegung in der Pfalz bereits erörtert werde, bestritten. Auch nach den Mitteilungen des„ Echo de Paris" und" Matin", die Einzelheiten über den franzöfifch- englischen Konflikt gaben, fann man an nehmen, daß sich London und Paris über die Durchführung der von Lord Curzon verlangten Untersuchung tatsächlich monoch nicht verständigt l haben. Am 2. Januar hat nach dem„ Echo de Paris" die RheinLandfommiffion darüber verhandelt, welche Haltung gegenüber der fogenannten autonomen Regierung in Speyer, die sich am 11. November gebildet habe, eingenommen werden foll. Es fel erörtert worden, ob man die Ordonnanzen diefer Regierung gutheißen und biese als solche tatsächlich anerkennen solle. Der französische und der belgische Delegierte beantworteten biefe Fragen bejahend. Nach Ber Rheinlandsafte fönne nun jebe Regierung im Berlauf von zehn Lagen die tatsächlich gefaßten Beschlüsse desavouieren. Das habe Lord Curzon am 6. Januar getan. Am 7. Januar fei der direkte Meinungsaustausch zwifchen Baris und London eröffnet worden. Der britische Außenminister habe erflärt, er wolle eine unabhängige Untersuchung Ein beträchtlicher Teil der geistig regsamsten Mitglieder verließ die Partei. Ein anderer Teil bildete geheime Oppo fitionsgruppen( die sogenannte Arbeiteropposition" und die verließ die Bartei. Ein anderer Teil bildete geheime Oppo Arbeiterwahrheit"), die eine unterirdische Agitation unter der Arbeiterwahrheit"), die eine unterirdische Agitation unter der Mitgliedschaft betrieben. Jetzt aber, in Anwesenheit seiner bewaffneten Anhänger, hatte der Separatist genügend Mut. Schmiz- Epper wurde von einem franzöfifchen Gendarmen, der bereits die Papiere des Berichterstatters gelesen hatte, anscheinend von seiner Abficht, den Berichterstatter als Mittäter an dem Verbrechen zu verhaften, abgehalten. Der Bericht erstatter weist auf Grund seiner Erfahrungen darauf hin, welches das Los jedes britischen Untertanen in Speyer fein fönne. Die Separatiften, die jede Kritik in der Pfalz unterdrückten, wünschten, auch auswärtige Zeitungen zu verhindern, Informationen zu erhalten. Ein Journalist fönne dorf feine Pflicht unparteiischer Berichterstattung nicht erfüllen. Diese Gesellschaft von Handlangern, Fanatikern und verrufenen Charakteren, die ihre augenblickliche Den Zustand der Partei infolge diefer verhängnisvollen Stellung durch Niedermeßefung und Gewaltanwendung erreicht Entwicklung schildert am besten die Resolution des Zentralhätten, und die sich durch die schlimmste Art von Tyrannei vorstandes vom 31. Oftober, die u. a. folgende„ negative Tendenzen" in der Partei hervorhebt:„ Schroffe materielle Unhielten, beläftigten und gleichheit", bourgeoise Entartung eines Teiles der Kommubedrohten jeden britischen Untertanen,& anisten", zu enge Berquidung mit bürgerlichen Elementen obgleich die Ergreifung und Beibehaltung ihrer Macht vollkommen und Unterwerfung unter die bürgerliche Ideologie bei einem von der Protektion der Franzofen abhängt. Der Bericht anderen Teile"," Bureaufratifierung des Parteiapparates und erstatter erklärt, bie Mordtat von vorgeften fei eine fast under die damit verbundene Gefahr der Loslösung von den Arbeitera meidliche Folge der Politit, die eine so verabscheute Tyrannei massen" ufw. wie die der sogenannten Autonomen Regierung" aufrechterhalte. Daily News" fchreibt, die Angabe, daß irgendeine wirklich volkstümliche Gesinnung hinter dieser separatistischen Bewegung stehe, fei Unfinn, wenn nicht berechnete Heuchelei. Die An hänger der Bewegung seinen der Abschaum des Rheinlandes, Dazu fommt noch, worüber sich der Zentralvorstand natürlich ausschweigt:" der Kampf der verschiedenen Kliquen und Gruppen in der Partei um die Macht. Der bedeutungs vollste Gegensaß dieser Art ist wohl die Rivalität zwischen Tropft und dem Dreimännerfollegium Ramenew, Sinowiew, Stalin. Trotti, der ehemalige Menschewit, tam erst 1917 zu Lenin. veranstalten; er habe vorgeftern fogar für fich das Recht in Anspruch Es sei sicher, daß die bisher von den Separatisten erzielten Erfolge Trok seiner führenden Rolle in der Revolution wurde er nie genommen, den britischen Konsul in München. Clive, nach Spener zu entfenden. Nach einer„ Matin"-Meibung aus London hat gestern vollkommen den französischen Bajonetten zu verdanten feien. Die als vollberechtigtes Mitglied in den intimen Kreis der alten der französische Botschafter wiederum eine Unterredung mit Lord franzöfifchen Militärbehörden hätten nicht nur müßig beiseite ge- Leninisten" aufgenommen. Als Lenin durch seine Krankheit Curzon über die Borgänge in der Pfalz gehabt. Curzon habe standen, während diese Banden von Raufbolden eine Herrschaft des von allen Geschäften fortgerissen war, wurde Trokki unsanft wiederum eine Enquete an Ort und Stelle verlangt, man Terrors in den Städten errichteten und die verfaffungsmäßigen Be- beiseite geschoben. Er behielt zwar die nominelle Führung behauptet fogar, er habe die Absicht, die Angelegenheit dem hörden aus ihren Amtsräumen vertrieben, fie hätten auch affio ein- der Armee, die faftische Macht im Reiche und in der Bartei gegriffen, um die deutsche Polizei zu entwaffnen, die verfuchte, blieb aber das Monopol des engeren Kreises der alten BolBolterbund in Genf zu übermitteln. diese Unruhen zu unterdrüden und gegen die daraufhin barbarische schewisten". Urteile gefällt worden seien, anstatt gegen die Unruheftifter. In den Augen jedes anständigen Rheinländers sei die fogenannte Auto- fchaftlichem Gebiete, durch Freigabe des Handels und der Durch teilweise Preisgabe des Kommunismus auf wirtnome Regierung" aus diesen guten Gründen einfach eine franzöfifche Kleininduftrie, insbesondere durch Verzicht auf jede„ kommuFarce. Die Folgerungen des Komplotts feien wahrscheinlich in Baris niftische Einmischung in die wirtschaftliche Betätigung des nicht vollauf gewürdigt worden. Die Anerkennung diefer Leute bäuerlichen Produzenten hat die bolfchewiftische Regierung werde zweifellos die vollständige Berlehung des Versailler Bertrages bedeuten. Boincarés Farce fei eine Tragödie geworden, die erft beginne. v " Paris, 11. Januar.( Tul.) zu der von der englischen Regie. rung beantragten Untersuchung über die Haltung der franzöfifchen Behörden in der Pfalz erklärt der„ Temps", daß die franzöfifche Regierung eine solche Untersuchung nur dann zulaffen könne, wenn fie von der Interalliierten Rheinlandfommiffion geführt werde und die Untersuchungen so einen rein interalliierten Charakter erhalten im Früblahr 1921 fich nor dem drohenden Zusammenbruch geEnglische Augenzeugen erstatten Bericht. reftet. Das von den Feffeln des Kriegsfommunismus“ be Condon, 11. Januar.( WTB.) Times veröffentlicht heute freite Land atmete auf und gab sich eine Zeitlang vollständig einen ausführlichen Bericht ihres Sonderberichterstatters London, 11. Januar.( BTB.) Der Sonderberichterstatter der der Befriedigung der elementarsten ökonomischen Bedürfnisse in Speyer, der vorgestern abend Zeuge der Erschießung Heinz war. Daily News" schreibt zur Ermordung des Separatistenführers hin, ohne sich viel um pofitische Probleme zu fümmern. Der Berichterstatter schildert die außerordentlichen Umstände, unter Heinz, dieser sei in der Pfalz als ein Werkzeug der Fran Aber die wirtschaftliche Entwicklung geriet bald wieder benen es ihm gelang, nach Erschießung des Separatistenführers seine 3ofen angesehen worden. Da er die Hauptfigur in der Unter- ins Stoden. Es begann eine faft ununterbrochene Reihe von Meldung darüber telephonisch durchzugeben. Ein englisch drückung der Pfälzer gewesen sei, so sei es nicht überraschend, daß Wirtschaftskrisen", deren lehte und gefährlichste sich im fprechender Separatift fland vor ihm, während er telephonierte, und er ein Verräter genannt worden sei und daß fein Tod nir- lehten Sommer und Herbst abspielte. Die in der Berwaltung brohte, die telephonische Verbindung abzuschneiden, wenn er auch nur gends bebauert werde. Sein Mörder würde andererseits ais der balfchemistischen Regierung verbliebene Groß- und Mittelein Wort gegen die sogenannte„ Autonome Regierung" äußere. 3wet Held in der Sache der Befreiung des pfälzischen Boltes angefehen industrie und der von ihr organisierte staatliche Handel grobe Rowdies, mit Gewehren und blanten Säbeln bewaffnet, werden. funktionieren so schlecht und arbeiten mit solchen Unkosten, daß flanden bereit, dieser Aufforderung nachzukommen. Das Restaurant, die Industrieerzeugnisse im Vergleich mit den Erzeugniffen in dem die Tat vollbracht wurde, war ungewöhnlich voll. Der Be der Landwirtschaft fünf- bis achtmal teurer geworden find als richterstatter hatte vorher eine Anzahl gut gekleideter jun. Spener, 11. Januar.( BTB.) Aus den Rugelspuren, vor dem Kriege. Trog des gefteigerten Getreideanbaus find ger Leute beobachtet, die zufammerfaßen. Heinz faß an dem die fich in dem Saale, in dem das Attentat verübt wurde, vor die ruffifchen Bauern deshalb nicht in der Lage, auch nur ihren Tifch, an dem er sich mit seinen separatistischen Genossen jeden fanden, ergibt sich, daß etwa 15 Schuß abgegeben wurden. Als Mindestbedarf an Industrieerzeugnissen zu decken. Eine hef Abend einfand, um ein zu trinfen, manchesmal bis in die die Täter verfchwunden waren, erschien ein Mann aus der Um tige Absatzfrise der Industrie und die Einschränkung der landfrühen Morgenstunden hinein, wobei es dann oft zu Streitigkeiten gebung des Heinz, namens Schmig, und nahm sofort die Unter- wirtschaftlichen Anbauflächen waren die äußeren Symptome unter diesen feinen Leuten" fam. Beim Hin und Herellen der fu chung auf. Wachen wurden aufgestellt und die im Saale an dieser tiefen wirtschaftlichen Krife. Bedrohliches Murren unter Kellner und Gäste bemerkte niemand wesenden Gäfte notiert. Die Ortlichkeit wurde photo. den Bauern, zunehmende Unzufriedenheit unter den Arbeitsgraphisch aufgenommen. Bei der Untersuchung fand man ledig- lofen und den Arbeitern, die im Juli, August und September lich verschiedene Revolver neuesten Systems, die in einer Welle von Maffenftreits, Demonstratio. von den flüchtenben Tätern fortgeworfen waren. Die Täter ent- nen, 3ufammenstoßen mit der Polizei ihren famen offenbar zu Fuß. Die Leiche des Heinz blieb noch längere Ausdrud fand, waren die Folge des tiefen inneren WiderBeit im Saale liegen und wurde dann im Regierungsgebäude auf- fpruchs zwischen den Bedürfnissen des wirtschaftlichen und fozialen Aufstiegs des Landes und der terroristischen Diktatur der Kommunistischen Partei. Die Untersuchung am Tatort. Putschgefahr im Rheinland. das Eintrefen zweier oder dreier Männer, die direkt auf den Tisch, an dem Heinz saß, zugingen und alsdann feuerten. Andere junge Leute schienen zu gleicher Zeit zu schießen. 10 bis 15 Schüsse wurden abgegeben. Heinz sprang auf, brehte fich auf den Abfäßen herum und fiel bann tot auf den Rüden Die beiden anderen Männer an dem Tisch fielen vornüber. Aus gebahrt. thren Köpfen strömte Blut. Nach etwa 20 minuten traten Gendarmen, Maroffaner und feparatistische Truppen", einige in grauen Uniformen, ein, von einigen Ausnahmen abgesehen der alte Koblenz, 11. Januar.( WTB.) Angesichts der Gefahr eines wohlbekannte Typ von Verbrechern und Degenerierten, deren Ge- neuen Sonderbündlerputsches hat die deutsche walttaten mit auswärtiger Hilfe die Errichtung der Herrschaft der Polizei die ihr von der Befagungsbehörde im Oftober abge logenannten„ Regierung" erst möglich gemacht haben. Nach dem nommenen Feuerwaffen wiedererhalten. Die Separa. Berlaffen des Restaurants wurde der Berichterstatter auf tiften wiederum haben die Bewachung des hiesigen Schloffes ver ber Straße Innerhalb fechs Minuten dreimal nach Waffen durchsucht. ftärft. Als er zu seinem Hotel zurückkehrte, forderte ein 8ivilift feinen Bas, indem er bemertte: „ Ich gehöre zur Aufonomen Regierung. Wir haben die Zügel der Macht ergriffen. Engländer zählen hier nicht." Sa bemfelben Augenblid fab der Separatistenführer Schmiz. Koblenz, 11. Januar.( BIB.) Auf Veranlassung des früheren Geschäftsführers tes Gutenberg- Berlages wird der Staatsanwalt gegen den sogenannten feparatiftischen stellvertretenden Ministerpräsidenten Theobor Dehmen ein Berfahren wegen schwerer Urtundenfälschung einleiten. Die Partei erwies sich unfähig, den Stoß rechtzeitig aufzufangen. Allmählich erst begannen die Instanzen sich zu des Zentralfomitees statt, die einen sehr besorgten Bericht von rühren. Im September fand eine vertrauliche Blenarsizung des Zentralfomitees statt, die einen sehr besorgten Bericht von Dzierzinsti entgegennahm, in dem der Leiter der„ Ticheka" unverblümt darauf hinwies, daß die Grabesruhe in der Partei zu einer politischen Gefahr ersten Ranges geworden sei. In der Prawda" vom 7. November v. 3. erschien dann der erste Artitel Sinowiews, der scheinbar ohne jeglichen äußeren Anlaß die Frage der inneren Parteidemokratie" zur Diskussion stellte. Zögernd und unentschlossen wagten sich die ersten Disfuffionsartikel hervor. Als aber die neuen Leitfäge" des Zentralfomitees veröffentlicht wurden, in denen vor sichtig auf die gefährliche Lct�e der Partei und die Notwendig. keit von„Partcircformeu' ktn�cwiefeu wurde, brach der Damm und eine wahre Flut von Artikeln, Resolutionen usw. ergoß sich über die Leser. Vergeblich jedoch würde mau versuchen, den zahlreichen Acußerungen der Opposition ein klares, positives Programm abzugewinnen. Wie in der Partei selbst, die 54 000 Arbeiter, 61 000 Vauecri und 301 000 Beamte zu Mitgliedern hat, drängen sich auch in der Opposition die sozialen Gegensätze zusammen. Dicher ftommt es, daß die Oppositions- Vertreter rmgemein überzeugend- und klar in ihrer Kritik wirken, wenn sie z. D- den moralischen Zerfall der Partei- obrigkeit geißeln, die Ohnmacht des einfachen Mitgliedes gegen- über dem seine Gewalt- wihteauchende�i. prassenden, korrumpierten, jedoch ollmächtigen„Obcrbonzen", die Flucht aus der Partei, das Mißtrauen der Arbeiter und viele andere Kehr- leiten der Partcidiktatur schSldcrn. Sie alle versagen jedoch nollständig, und bringen blas unzjtsammenhängende Redens- arten über„Parteidemokratie".heraus, wenn sie pos.iti've P o r,s ch l ü g e zur Gesundung der Partei machen sollen. 'Dabei fehlt es der.Opposition keineswegs an geistigen Kapazitäten. Cs genügt, T r o tz k i, Rädel, Frau K o l l o n- aj. Schljapnik'ow, Rjasanoff, den ehemaligen Volkskommissar O'ssinski, die früheren Mitglieder des Zentralvorstondes Preobbaschenfti und Ssapro- u o w, den Generalstaatsanwalt. K r y l e n k o usw. zu nennen. Aber sogar Trotzki�der die tieferen Zusammenhänge wohl versteht, sieht die Ursäche der gegenwärtigen Parteikrise in 'em mangelhasten Organisationsstatut der Partei und behauptet(ob mit reinem Gewissen?), daß die Krise ehr gut überwunden werden könne, wenn man bloß die -ichtige„Mittellinie" zwischen den Rechten der Mitglieder und den Prärogativen des Zentralkomitees finden würde! Felalt es der„Opposition" an einem positiven p o l i t i- i ch e n Programm, so scheinen sich ihre Wünsche, insbesondere oweit es'sich um die proletarischen Elemente handelt, aus wirtschaftlichem Gebiete immer mehr und mehr jur Forderung einer Abkehr von der„neuen ökonomischen Politik" s„Nev") zu verdichten. Die kommunistischen Ar- heiter-, �Zellen in den Betrieben wollen das Mitbestim- nungsrecht über die Führung der Produk- rion wiedererlangen, das ihnen im Frühjahr 1S21 genommen wurde. Sie suchen die Widersprüche der„Rep"« Politik dadurch zu überwinden, daß sie die emporsteigende neue Bourgeoisie, der sie durch rationelle Organisation. der ver- staatlichten Industrie und des staatlichen Handels nicht beizu- kommen vermögen, wieder mit den Mitteln der Gewalt unterdrücken. So droht diese Opposition, die durch ihren Pro- test gegen die drückende und die freie Entfaltung aller Volks- tröste hemmende Diktatur politisch progressiv wirkt, wirtschaftlich reaktionär zu wirken. Es ist schwer, in diesem Stadium des Kampfes das Kräfte- Verhältnis richtig abzuschätzen, um so mehr als durch den per- sönlichen Einfluß von T r a st k i auch gewisse Elemente der Roten Armee sich auf die Seite der Opposition gestellt haben. Jedenfalls, ist die Absicht Trotzkis und der.Leute um ihn un- verkennbar, än diesem Augenblick einem entstheidenden Kampfe auszuweichen. Dagegen scheint das Vorgehen des„Drei- männerkollegiums", zu dessen Anhängern auch B u ch a r i n, Dzierzinski, Kalinin, Rykow u� a. gehören, darauf eingestellt zu fem. Trotzki den Kampf in der schärfsten Form aufzuzwingen, um ihn auf der End'e Januar statnindeNdeN Parteikonferenz vernichtend Dl schlagen! Diese Hoffnung erscheint uns nicht imbegründet. Durch Konzessionen an die Unzufriedenen, durch Aufnähme der wichtigsten Forderungen der Opposition— die sie natürlich nie zu verwirklichen gedenken— in ihren Resolutronsentwürf sowie durch demagogische Maßnahmen gegen die„Rep"« Männer in Moskau('Massenverhaftungen, Ausweisungen und Verbannungen von„Schiebern" und dergleichen) haben die Machthaber gewisse Elemente der Opposition neutralisiert, andöre Elemente werden sie wieder bestechen, den Rest brutal terrorisieren und knebeln, um so mit Hilfe ihres übermächtigen, um feine eigene Existenz ringenden„Apparates" den Sieg Eine neue Moöe. Von K a r l F i s ch e r. Di« besseren bürgerlichen Zeitungen, die etwas Bedeutungsvolles bieten und ihren Abonnenten mit Genußreichem unter die Arme greifen wollen, bringen von Zeit zu Zeit von bewährter Feder resp. aus berühmter Schreibmaschine Plaudereien über die neueste Mode, die pikant und prickelnd und darum von eminenter praktischer Be- deuwng-sind. Mt Recht klagen die Leserinnen"des„Vorwärts" schon lang« darüber, daß ihnen solche nvtwendige und nützliche Lektüre vovent- halten werde.. Dies« Lücke soll hiermit ausgefüllt werden, und gerade jetzt ist die geeignetste Gelegenheit, weil Großes im Gange ist. Ein« neue Mode ist nämlich geboren, und Berlin ist die glück- liche Geburtsstadt. Wenn jemand darauf hinweisen, sich in die Brust werfen und predigen sollte:„Das ist doch ein« peinliche Angelegenheit. Jetzt eine neue Mode, wo wir, weiß Gott, andere Sorgen haben!", dann werf« ich dazwischen:„Dieses hier ist aber eine hervorragend prak- tische Angelegenheit!" Wir haben doch gerade in diesem Winter, in dem wir so bös« von der Kälte gebissen worden sind, alle Menschenliebe herauszu- locken versucht, damit sie das harte Los derer lindert, die sich aus eigener Kraft nicht vor der Kälte schützen können. Und nun kommt eine neue Mode, kämpft wacker mit gegen die Kälte und stellt sich also selbstlos in den Dienst der Wohltätigkeit. Mehr kann man wahrlich von einer Mode nicht verlangen. Zwar schützt sie nur die Frauen. Aber dos ist ja gerade das Schön« daran, daß sie Zartes, Zerbrechliches und Zierliches schützt. Allerdings schützt sie nur die Knöchel. Dies« Mode ist eben be- scheiden und lieblich zugleich. Sie legt um die Knöchel dick« wollene Bandagen und Binden. Wie klein« Säcke schaut das aus, Man kann auch an wohlgefüllte Schlauche dabei denken. So jedoch semand sagen sollte:„Das sieht plump und ungeschickt aus!", dann sag« ich:„Nicht doch!" Manch«in«, die es nicht in den Waden hat, ich mein« das Gefüllte. Volle, kann es jetzt bequem um die Knöchel bekommen. Außerdem, was nutzen die vollendetsten Waden, wenn man sie nicht sieht be! den langen Röcken, die setzt wieder getragen werden! Die durch dl« mcdernei, Säcke und Schläuche so anmutig gestalte'«» Knöchel dagegen kann jeder Tchönheitsfreund andächtig und ehr» fi?chtig studberen. Nur eins tst merkwürdig bei der neuen Mode. Ob bei den feinen Damen die Kälte wirklich nur bis an die Knöchel kommt und nicht auch häber hinauf, trotz der langen Röcke?! Indessen, diesec Dunkel wird undurchdringlich bleiben, denn man kann doch unmöglich die Kühnheir haben und eint elegante Dame davonzutragen und unter dem Deckmantel einer Scheindemo- kratie ihre realen Machtpositionen zu behaupten. Das wird ihnen um fo eher gelingen, als die„Opposition" durch den wirtschaftlichen Utopismus ihres linken Flügels auch die einflußreichen„Wirtschaftler" und„Außenpolitiker" von sich fortscheucht, die sonst in ziemlich schroffem Gegensage zu dem„Dreimännerkollcgium" standen, aber jetzt, in dem Augenblick, wo wichtige finanzielle, wirtschaftliche und diplo- matische Unterhandlungen mit Frankreich, England, I t a l je n und anderen kapitalistischen Groß- mächten bevorstehen, weniger denn je einen Rückfall in den Kommunismus von Anno 1918 akzeptieren können. Die Opposition, buntscheckig, unorganisiert, innerlich widerspruchsvoll, politsch ohne klares Programm, Wirtschaft- lich unter dem Einfluß des Utopismus, konnte nur in dem unwahrscheinlichen Falle siegen, daß sie den Lassalleschen Mut fände,„auszusprechen, was ist": daß sie sich von dem Grund- irrtum der kommunistischen Gedankengänge loslösen und offen und klar aussprechen würde, daß zur Gesundung der russischen Revolution nicht nur der Verzichr auf die Diktatur des„Drei- männerkollegiums" über die Partei, sondern der Verzicht der Partei auf. ihre terroristische Diktatur über das rusiische Volk notwendig ist, die eine Entfallung der Pro- duktionskräfte des Landes unmöglich macht. Aber ob die„Opposition" siegt oder nicht, der gegen- wältige Kampf bedeutet einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung der bolschewistischen Diktatur. Das eherne Fundament des bolscbewiltischen Herrschaftsapporates ist tief erschüttert. Es hat Sprünge und Riste bekommen, die der reißende Strom des Lebens schnell erweitern und vertiefen wird. „Gegen Treu unS Glaubens Emmingcrs„Notjustiz" im Lichte der Kritik. Der bekannte Rechtslehrer an der Berliner Universität Prof. Eduard K o h l r o u s ch beschäftigt sich in einem Leit- artikel der„Vossischett Zeitung" mit dem Versuche des kohr- bayerischen E m m i n g e r, mit Hilfe von Notverordnungen das ganze bestehende Rechrssystem umzustülpen. Kohlrausch erklärt, er wisse nicht, ob sich Nichtjuristen und Nichtverbrechcr viel um die Verordnungen Emmingers küm- men würden,' aber wenn das nicht geschehe, so wäre das nur ein Beweis für den engen politischen Horizontdes deutschen Staatsbürgers. Denn: „Um von allen Einzelheiten zunächst abzusehen,. es handele sich mn etwas' ganz Grundsätzliches, darum, daß heutzutage eis stolzer Bau, an dem die besten kräste jahrzehntelang gearbcilel haben, in dem sich die in Generali oncn mühsam erkämpfte Zdee des Ncchisstaales organisakcrisch verkörperle. durch eine Verwaltung»- stelle einfach über den Pausen geworfen werden kann. Daß der Mussolinismus. in seinem Heimatlande annähernd so weit gegangen sein sollte, ist mir nicht bekannt: viel weiter kann er jedenfalls nicht gehen." Kohlraufch erinnert daran, daß die Weimarer Ver- f a s s u n g im Artikel 1 verkündet:„Die Staatsgcwall geht vom Volke aus", daß aber durch die Verordnung in einer Weife„Recht" geschaffen wird, wie es nicht einmal im alten Obrigkeitsstaat möglich war: ,„Daß es ein hoher Richter ist, der als Reichskanzler die Vcrvchnuugen mit seinem Namän. deckt, macht sie natürlich ebenso wenig annehmbarer, wie daß die letzte„nach Anhörung eirt?» Ausschusses des Reichstoos und des Reichsrats" erlosten wurde." Diese Dekoration der„Anhörung", heißt es weiter, könne ja ebensogut rvegbleiben, wie die beiden ersten Verordnungen zeigen, die auf Grund des Ausnahmezustandes erlasten wor- den sind. Wenn man wirklich der Meinung sei, daß der Reichstag ein zu schwerfälliger Apparat für den Erlaß so komplizierter Gesetze sei, so sollte man den Weg der Gesetz- gebung grundsätzlich abändern: „Aber solange das mcht geschehen, verstößt es gegen Treu und Glauben, wenn ein„Ermächtigungsgesetz", das der Reichsregierung diejenigen Maßnahmen anvertraut,„die sie im Hinblick auf die Nor mll Florstrümpfen fragen:„Meine Gnädig«, sind Ihr« Waden nicht kalt?" Ein« Prvletarierfrau ober, an die ich mich wandte, warf nur so mit aller Verachtung die Worte hin:„Die Weiber ha'm ja een Vogel! Wenn«t kalt is, kommen derbe Wollltrümpfe uff de Beene, und fettig is de Laube!" Da war ich so klug, wie ich wor! Das ist's aber eben, man scll solche ungebildeten Menschen, die nicht einmal eine Ahnung haben von der neuesten Mode, nicht fragen!— ver Meösenschwinüel. Thomas Mann berichtet« neulich in Berlin. über feine Ein- drücke bei einer Seance in München, ohne ernstlich Stellung dazu. zu nehmen. An dieser Stelle wurde Einspruch dagegen erhoben, daß diese Angelegenheit so spielerisch behandelt werd.c. Wie reckt wir hatten, zeigt die Entlarvung des ungarischen Medlums Laszlo, der ein offenes Geständnis abgelegt hat. Herr v. Schrenck» Notzing, der Münchener pseudowistenschaftliche Schutzgewaltiqe dieser okkultistischen Strömungen, ist von ihm aufs fckmäblichste betrogen worden(genau so wie er. zuvor von seinem berühmten Medium Eva C. düpiert wurde). Schrenck-Notzing ist besonders stolz auf fein von ihm erfundenes„T e l e p l o s m a", ana-bliche, selbständige Schöpfungen materieller Sub"anz durch die Medien, die sie in den Raum projiciercn. Laszlo hat geschildert, wie er's machte: er ließ Wattegaze aus dem Mund-? quellen, die er zur Vor- ficht mit Gänsefett eingerieben hatte, damit sie— bei etwaigen Zügriffen Unberufener— den L-änden entalellen sollte. E- hat. domü der witzige Höhepunkt nickt f:hl«. einmal dieses„Televlasma". als er cs sonst nickt mehr verbergen konnte, seinem Experimentator in die Tasche praktiziert(worüber dics-r merkwürdigerweise nichts hat verlauten lasten). Der wundcrgläubige Oberokkultist dürfte nun- mehr«ndaülllg erledigt sein, wie«r es i« den Augen aller kritischen Forscher schon längst ist. Die Entlarvung diele? Mediums hat wieder einmal die Erinne- hing an die vielen Schwmde'eien und Betrügereien von Medien, die in Svintusmus„gearbeitet" boben, wachgerufen. All« dies« spiriiistilchen Gauner haben ihr Handwerk sehr ge- schickt betrieben. Wie lange beil-vielsweise hat es aedauerr. den Schotten Home und den Engländer Slad«. Zwei Medien, die Ge- lehrte von Weltruf düpien haben, zu überführen! Wie lang« bat Mrs. Florence Eorner dem scharfsinnigen Phnsiker Prof-stor Erooke s buchstäblick auf der Ras- heri-maelanztl Der Herr Pro, fcstor verlor in ihrer Gegenwart jede Kritik und unterhielt sich mit dem Geist de? Medium? mit Katze King, in der vercroulichlttn und gläubigsten Weis«. Er aber erbat sich van dem Geist eine Locke, er küßt« ihn auf den Mund(und dos jahrelona) und war H'«us-st überzeugt, dost der Geist auch rnirklick«in Geist aus dem Imseits war. Erst in der Sitzung der okkul'en Gemeinde von London iprang ain T- ilnehmer plötzlich auf den Gei,'?„Maro" zu und stelll« fest. daß Maro niemand anders war als Mrs, Eorner lslbtz, nur. mit den notdürftigsten llnterkleidern ausgerüstet. Trotzdem vermochte von Boll und Reich für erforderlich und dringend erachtet", dazu benutzt wird, um Maßregeln von, fast möchte man sagen zeitloser. jedenfalls grundsätzlicher Bedeutung durchzudrücken, über die man in jahrzehntelangen Erwägungen sich nicht einigen konnte... War e's wirk.ich nicht möglich, bis heute aus versa s s u ngsmäßigem Weg« eine Entscheidung herbeizuführen? Diese grundsätzliche, las Gebiet de? politischen Moral berührend« Seite der Angelegenheit scheint mir noch wichtiger zu fem als die Frage, ob die vorgeschlagenen Maßregeln sachlich, gut sind oder nicht.' Kohlrausch bezeichnet das, was in diesen Verordnungen gegeben wird, als ein neues Ermächtigungsgesetz. dessen Tragwette noch gar nicht abzusehen ist.„Und was in Aussicht steht, ist nicht weniger als ein völlig neues G e- richtsversassungsgesetz und eine völlig neue Straf- Prozeßordnung, wie sie in mehreren legalen Anläufen seit 1908 erstrebt sind, im Verordnungswege„im Hin- blick auf die Rot von Volk und Reich"! Im einzelnen wendet sich der Rechtslehrer gegen fast alle Bestimmungen der Notverordnung. In bezug auf die Be- scitigung der Schossen und Geschworenen und die Einstellung der Privatklagen erklärt er: „Den Justiz bankerott mag das aufschieben: die Auf- arbeiiung noch dem 1. April wird jürrhterlich werden: ob es im Interesse von Sicherheit und Ordnung liegt, wird man bczweiscln dürfen: es bedeutet vorlävsig Schutzlosi gleit gegen gröbste persönliche Ausschreitungen, wie Beleidigungen, Körper- Verletzungen, Hausfriedensbrüche, gegen Urhcberrechtsoerletzungt» usw." Zum Schluß weist Kohlrausch darauf hin, daß der Reichstag die W i e d e r a u f h e b u n g der Verordnung verlangen kann:„Selbstverständlich würde das, wenn es erst nach dem 1. Aprll geschähe, das. Justizchaos und das Gegentell von Ersparnissen bedeuten. Es wird sich fragen, ob die Volksvertretung von ihrem Recht Gebrauch macht oder ob sie die amtliche S e n i l i t ä t s b e s ch e i n i g u n g_zum übrigen legt. Es geht um wesentlich mehr als um Schöffen- oder Schwurgerichte." Es scheint auch uns der Fall zu sein und es wird sich fragen, ob die b ü r g e r l i ch e n P a r t e i e n, die bisher noch Wert auf demokratische Tugenden gelegt haben, sich die K a h r- E m m i n g e r- D i k t a t u r im Reiche Widerspruchs- los gefallen lasten und damit zum Ausdruck bringen wollen. daß die„amtliche Senilitätsbescheinigung" zurecht erfolgt fei. Stinnes unü ö'e Zranzosen. Herr Stinnes hat m Mülheim a. d. Ruhr dem Sonder- berichterstatter des„Journal des D6bats" eins Unterredung gewährt, in der er den Plan der Begleichung der Re- parationen durch Sachlei st ungen und feine Auf- saflung der künftigen deutsch-französischen Beziehungen ent- wickelte Di« Ruhrinduftriellen— so führte er aus— hätten nicht die Mög'ichkeit, än Stelle des Reiches die Reparationen zu zahlen. Es fei bereits«ine groß« Gefahr für die Ruhrunternehmungen, daß sie die Lost für eine begrenzte Zell übernommen hätten. Ihre Finanz- kraft erschöpfe sich. Sie fänden bei keinem Geldgeber Kredit, weit die Grenzen des Staates, zu dem sie gehörten, nicht sicher seien. Bis zum IS. April 1924 müsse ein ehrliches und zuverläs. fi ges Abkommen zuftan bekommen, sonst müßten die Ruhr- betriebe ihr« Arbeit einstellen. Er glaube nicht, daß Deutschland an Frankreich übermäßig große Summen zahlen könne. Die lattäch«.. liche� Möglichkeit liege in der B« q le i ch u ng durch S achliefe- ru.ngen: denn die. Kapitalien könne man nicht ohne weiteres von einem Lande aus das andere übertrogen. Man müsse die Leistungen Deutschlands und die Aufnahmemöglichkeit der empfangenden Länder feststellen. Frankreich, Italien und Belgien kämen hauptsäch'ich a'z Abnehmer für Kohle, Koks und chemische Artikel in Frag«. Sein Rat gehe dahin, daß die Regierung zunächst unter sich den Bc- trag.der Leistungen in Annuitäten festsetzen. Diese Ziffern seien in Gold zu berechnen und die vereinbarten Annuitäten durch lang- f r i st i g e(A)- bis SOjohrige) Verträge zwischen den Industriellen der Länder zu decken. Die Lieferungen seien den deutschen Indu- striellen von der Reichsregierung zu bezahlen. Die Sachlieferungen die Corner ihr« Tätigkeit noch ms Ausland zu verlegen. 1839 ex- perimentierte mit ihr sogar der bekannte polnische Okkultist O ch o- rowicz� Bei diesen Sitzungen stellt« sich wieder Katie King ein, nur daß es diesmal nicht Mrs. Corner selbst war, sondern ihre Tochter. Am Ende mußte freilich auch der gläubige Ochorowicz in einem Sitzungsprototoll zugeben, daß die Darbietungen der Mrs. Corner pur armiclig«., stlüecht einstudierte Komödien seien. Ebenso endete die langjährige„Praxis" des Hofspiritiften am österreichischen Kaiferhof, des Lieblings der Wiener, eines gewissen Bastian. Wären nicht eines Abends während einer Sitzung in der Hofburg der Kronprinz Rudolf und Erzherzog Johann, der spätere Johann Orth, sckgrfsilytig genug gewesen, die armseligen Mittel dieses Schar- latans bloßzulegen, so hätten der Hof und seine„Gelehrten" noch lange an Bastian und seine Eeisttrbesckwörungen geglaubt. Anna Roth«, das Blumenmädchen aus Sachsen, betrieb ihren Schwindel in Deutschland viele Jahre hindurch, bis sie eines Tages in ZZerlin von der ftriminalpoli-ei verl-aftet wurde. S'e bc- kam wegen fortgesetzten Betruaeo VA Jahre Zeit, um im Gesäi-yr.is über die Gutgläubigkeit der Menschen näckzudenken. Zur selbcn Zeit, in der der Rothe in Berlin der Prozeß gemacht wurde, feierte E u s a v i o P a l l a d i n o in I'alicn ihre Triumph-. Lom- broso, Schianarelli und andere erperimeniierten mit ihr. In Mai- land erkannte man zwar den Schwindel, den sie trieb. � Der Journalist �orelli bot Eusap'o eine hohe Summe, falls sie imstande sei. sein« Behauptung, sie sei eine Betrügerin, zu widerlegen: die Dame verzichtet« aus das Slngebot. Dennoch fand Eusama ihren W-g weiter über England noch Frankreich, und rauschte jahrelang fran-ö- fische Gelehrte mit dem nlumpsten Schwindel. Beispielsweis? letz!« si« in d?r Sitzung bei geeigneter B'leuchtuna die Sckal' einer Brief. wage anscheinend ohne jed- Berührung in Bewegung, indem sie nur ihre beiden Hände in einiger Entfernung auf und ab bewegte. Sie hatte dabei zwischen beiden Händen«in dünnes Haar gespannt. »Die Hoffnung auf Segen." Die Neuaustührung des natura- listischen Seemannsftücks des Holländers Hryermans in der Schau- bühne des Neuen Theaters am Zoo ließ bei aller Mühe, di« sich das Ensemble gab. keine rechte Freude oustommen. In der Haupt- lache schien das an der Rrgie zu liegen, die es sich doch wohl etwas zu leicht gemacht hatte. Wenn der dritte Akt, der die Kotosttephe vorbereiten soll, nichts weiter gibt als einen nächtlichen Weiberttotsch. so wirkt das unerträglich langweilig. Entweder kürzt man also oder taucht das Ganze auch szenisch in h.'ratifdämmerndas Grauen und Entsetzen. Was ück die Regie in diesem Akt an Illl'strierung eines Unwetter» leistete, hätte aus der primitivsten Dorfbühne auch nicht kirckticher gemocht we-dei, können. Paul Harm mar a's Geert äußerlich und in der Sprache viel zu chevaleresk. Arnes Müller schöpft die schwere Rolle der Mutter Kniertje bei weitem nicht aus. Mari« B o r ch a r d t liegen die derben, volllost'qen Fraiienr-'llei!, und sie beho' ptet« sich gut. Tie trefslicke Charakterisi-run-ekiinst Friedrich Labes ging in der Rolle des E o b n s m'tunter zu'ehr ins Feine, Spitze, Zarte. Georg I o h n als aewissenlose- Reeder Bas stand leinen Mcnn Fried«! zöorms und Eharloti« Kalle gaben zwei ertreu'ich echt wirkend« Sckijserttaüene Das Gesamtkolorit aber ließ das Heimatständih« vermissen.' tr. Rücktritt Dr. Casparis? ,, Eine unmögliche Situation". $ 290 würden an die Industriellen Frankreichs usw. gehen, die einen ent Sprechenden Teil an ihre Regierung abzuführen hätten. Diefe Beträge müßten in einem Sonderbudget für die Reparationen geführt werden. Nach seiner Auffassung müßten die Berträge von den Industriellen untereinander und nicht von den Regierungen gefchloffen werden.(?) Die Industriellen des Ruhrgebiets und des Rheinlands, die naturgemäß den stärksten Anteil zu übernehmen hätten, müßten Der geftrige Standa im Berliner Rathaus findet heute morgen Allerdings muß auch die Bolkszeitung" ihren eigene die Sicherheit haben, daß der Gegenwert vom Reiche beglichen bereits sein Echo in der Presse. Selbst der Lokal- Anzeiger" ist Barteifreunden ins Stammbud fchreiben, daß„ gerade die werde. Darüber hinaus fönnten noch gewisse Steuern zu Re- genötigt, das Gerücht von einem möglichen Rüdtritt Dr. Casparis Demofraten trog der verhüll Abwehrung ihres Führers Merten parationszweden Verwendung finden. Wenn die Bedin nach seiner famosen Antrittsrede zu registrieren. Sehr viel deutlicher die Schuldigen daran sind, daß im Berliner Stadtgung guten Funktionierens erfüllt sei, würden die Industrielten wird das„ Berliner Tageblatt", das ebenfalls zu dem Ergebnis parlament durch die Wiederwahl des Blockandizur Erfüllung derartiger Berpflichtungen be- tommt, Caspari müsse die Konsequenzen ziehen. Das Tageblatt" daten Dr. Cafpart der Burger blod fortdauert. reit sein. gibt offenbar die Ansicht der Demokratischen Fraftion Gestern abend haben die Frattionen der jogenannten Mitte in In seinen weiteren Ausführungen wies Stinnes darauf wieder, wenn es schreibt: hin, daß die schleunige Regelung der deutsch- fran- Es stellte sich sogleich heraus, daß es mit dieser Wahl unmöglich zöfifchen Beziehungen schon im Hinblick auf Amerika fein Bewenden haben fönne, nicht bloß deshalb, weil die ganze Lir.fe notwendig sei. fich gegen Dr. Ca'pari erklärt hatte, sondern noch mehr, weil auch Nach seiner Auffassung werde es zwischen Amerita und Frantein Teil der Deutinationalen durch weiße 3ettel reich oder zwischen Deutsch'and und Amerika zurzeit gar feine gegen ihn demonstrierte. Dr. Caspary machte zwar in anderen Schwierigkeiten zu beseitigen geben. Deshalb feiner Ansprache, mit der er die Wah arnahm, einen höchft de gelle es, fich in loyaler Weise um die Herstellung einer 3 uver placierten Beuch, sich als Kandidaten der„ bürgerlichen Mehrheit stundenlangen Beratungen effenbar vergeblich versucht, die pon Dr. Caspari zerschmissenen Töpfe wieder zu lelen. Daß das nicht gelungen ist, dafür spricht die Miteilung, daß heute nachmittag im Aelteftenausschuß ein Antrag auf Bertagung der heutigen Sigung vorgelegt werden foll. Die Herrschaften wollen al offenbar 3eit gewinnen, um irgendein neues Mänielchen für tre ge meinsame„ antimargistische" Bolitit vox Merten bis S'einige zu finden. Noch unverschämter ist die Zumutung an die Sozialdembe rationen zu bemühen. Es gelte, sich die durch die Berhand- bie Quittung auf diesen Anbiederungsversuch durch die Erklärung, zustimmen und dafür die fach! ichen Bunfie per Tagesordnung fungen und die Abmachungen mit der Micum erschlossenen Mönlich daß sich die Deutschnationalen an der Besetzung der Borstandsämter zu erledigen. Herr Dr. Caspari mit den Stimmen aller bürgerbeiten zunuze zu machen. Die Zeit dränge. Man werde die Wahl nicht beteiligen würden. Ebenso machte die Casparische Ansprache lichen Parteien gewählt, hat sich austrüdlich als Kandidat des haben zwischen zwei Möglichkeiten, entweder ben gegenwärtigen Zu auf die demokratische Fraffion, deren Mehrheit sich aus einer gemiffen Bürgerblods bekannt. stand durch neue Kriege und neue Ruinen zu beenden, Pietät heraus für seine Wiederwah. entschieden hatte, den oder durch ein zuverlässiges Abkommen zwischen zwei Län denkbar schlechtesten Eindruck. dern, die nicht immer und ewig Feinde bleiben könnten, für den Frieden zu arbeiten. Seine Bemühungen gingen in der zweiten Richtung. fäffigen Grundlage für die Regelung der Repabinzustellen, aber er erhielt von der deutsánationalen Ecite sofort fraten, heute einer Bertagung der Vorstandswahl zu Denn sie hatte ihre Stellungnahme natürlich nicht so gemeint, daß fie fich in den leeren Rahmen einer„ bürgerlichen Mehrheit" einspannen lassen wollte. Deshalb dürfte auch die demokratische Fraffion darauf verzichten, von ihrer Seite einen der ftellvertretenden Borsteher zu präsentieren. Da die Sozialdemokratie felbstverständlich eine Leilnahme an einem Bureau Caspari ablehnt, so würde die Deutsche Boltspartei mit ihren 35 unter 225 Mitgliedern allein auf weiter Flur übrigbleiben. Das ist eine unmögliche Situation, Die hier wiedergegebenen Aeußerungen flingen schon efentlich anders als die bisherigen Rodomontaden des deut jen Industrielönigs. Der demokratische Reichstagsabgeordnete Erfelenz hat noch vor einigen Tagen in der Hilfe" an das ungeheure Schuldtonto erinnert, das Hugo Stinnes, und mit ihm die gesamte deut'he Schwerindustrie, gegenüber dem deutschen Volte auf sich lud. Es ist sehr zeitgemäß, daran zu und man darf woh annehmen, daß sich Herr Caspari nicht dagegen crinnern, daß Herr Stinnes zur Zeit der Konferenz in Genua, fträubt, die notwendigen Konfequenzen aus diefer Lage zu ziehen. cls Aussicht bestand, eine internationale Anleihe zur Stabili. Gestern fonnte eine Entscheidung noch nicht fallen, da jahon bei der fierung der Mart und der Staatsfinanzen zu erlangen, fich Wahl des ersten Stellvertreters die Linke die Beschlußunfähigkeit des gegen eine folche Stabilisierung erklärte, und daß sein Hauses herbeiführte. In der auf heute anberaumten neuen Sigurg Leibblatt, die Deutsche Allgemeine Zeitung", die'e Erklärung muß versucht werden, eine tragfähige Mehrheit für bas neu zu bildende Präsidium zu schaffen." am 18. Juni 1922 mit folgenden Worten unterstrich: Nicht anders urteilt die„ Berliner Boltszeitung", die zu dem Ergebnis tommt: Unzweideufiger Gegner einer Forsehung der Erfüllungspofifit ist Herr Sfinnes unter allen Umständen, selbst auf die Gefahr hin, Die Wiederwahl des Herrn Dr. Caspari ist daher die Weihe daß es zu einer Besehung des Ruhrgebietes fommt der sogenannten bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft auch im neuen Jegzt, nachdem der von ihm herbeigefehnte Ruhrfrieg das Jahre. In Wirklichkeit ist aber diese bürgerliche Arbeitsgemein Deutsche Bolt ruiniert hat, erklärt Herr Stinnes, daß er für ich ft" nichts anderes als der Bürgerblod", und Dr. Steiniger hat den Frieden arbeite und eine deutsch- französische Verständi- in seinen Ausführungen dies geslissentlich des öfteren betont. Herrn v. Eynern von der Deutschen Volkspartei und Herrn Merten gung anstrebe. Diese Wandlung ist erstaunlich. Wesentlich ist von den Kommunaldemokraten war dies etwas peinlich, und sie veraber nicht die plögliche pazififtische Einstellung des Herrn fuchten weniger oder mehr verschämt die Existenz diefes Blodes ab Stinnes, sondern die Art und Weise, wie er sich eine folche zuleugnen. Aber der wiedergewählte Kandidat der bürgerlichen Berständigung vorstellt. Hier wird das deutsche Volf des Arbeitsgemeinschaft", Herr Dr. Caspari, hat in feiner Schlußrede mit Spruches eingebent sein müssen: hüte Dich vor den den Worten von der Arbeit des Bürgerblocks" deffen Eristenz beDancern, auch wenn sie Gefchente bringen!" ftätiet. Der Klassenfampfgebonte ist baher von vornherein in die die beschämende und schädigende Scheidung der Bürger Berlins in„ Bürgerliche" und Sozialisten", aljo Nichtbürgerliche, verewigt." was er gesagt habe, auch stehe Herr St. dagegen versuchte feine Handbewegung so zu erklären, daß er feinen Angriff geplant habe. Auf die Frage des Berteidigers Dr. Kurt Rosenfeld, ob er denn etwa Schokolade in der Tasche gehabt habe antwortete er, es fei bei ihm üblich, gelegentlich beim Reden die Hände in die Gefäßtasche zu verfenten. Das Urteil lautete auf 150 mart Geldstrafe. Damit war dann die Ehre des Herrn Stober gerettet. Der beglaubigte„ König". Arbeit des Stadtparlaments hineingetragen und Fünfzehn auf einen Schlag. Verhaftung einer„ Gentleman- Einbrecherbande. Mag der Bürgerblod die Ges fchäfte führen, wenn er dazu fähig ist. Er fann es in Wirklichkeit nicht eine Stunde. Um so unerhörter ist das Vorgehen der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie. Vielleicht wird es an Ableugnungsversuchen heute nicht fehlen, mir zisieren deshalb noch einmal wörtlich nach dem durchgesehenen Stenogramm die Bemertungen Casparis in seiner geftrigen Antrittsreby Wenn ich mich entschlossen habe, das Amt wieder zunehmen, fo tue ich es in dem Bewuß'fein, baß der größte Teil der Ber fammelten unter meiner Leitung die Geschäfte der Stadt gefördert und die Stadt in eine beffere Cage gebracht hat als sie gewesen ist, als die bürgerliche Mehrheit im November 1920 in dieses Haus einzog. Es sind hier fpige Bemerkungen über diese bür gerliche Mehrheit( bas ist eine gefchymadvolle Polemik gegen Genoffen Heimann! D. Red.) gefallen, und es fann gar nicht zweifelhaft sein, daß diese Mehrheit nicht bei allen Gelegenheiten zusammen hält. Es ist aber auch gar nicht det 3wed einer solchen Zusammenfaffung und auch gar feine Möglichkeit bei einer Zusammenfassung, wie sie damals gewesen ist. Es ist ohne weiteres möglich und das wird sich immer wieder ergeben daß Parteien, die sich zu gewissen 3meden zusammengefunden haben, in dieser oder jener Einzelfrage auseinandergehen. Darüber ist doch gar fein Zweifel, daß in allen großen Fragen fultureller Natur, die doch mit die Hauptaufgabe einer Stadtverordnetenversammlung in der heutigem Zeit sind, diefe bürgerliche Mehrheit zufammengehalten und ihren willen durchgefeht hat gegenüber allen Angriffen, die gegen fie gerichtet worden find. Als Ausdrud diefer bürgerlichen Mehrheit habe ich es in den Fragen der Schule, in den Fragen der Kirche, in den Fragen der öffentlichen Wohlfahrt immer betrachtet, daß ein bürger licher Borsfeher die Geschäfte der Stadtverordnetenverfammlung führt, und in diesem Sinne habe ich auch meine heutige Wahl betrachtet, Das ist deutlich. Mag Herr Dr. Caspari als Vorsteher der bürgerlichen Mehrheit regieren und sehen, wie weit er damit fomint Bir münschen ihm viel Glüd! und so den unentgeltlichen Zugang zum Müggelsee von diese Stelle aus unmöglich gemacht hat, wird auf den 3 ugang vom, MüggelCasino", Friedrichshagen, Seeft r. 45, aus hingewiesen. Dort befindet sich auch die Unfallstation der Arbeiter- SamariterKolonne Friedrichshagen. Der Bund Deutscher Miefervereine, Siz Dresden, die Zentralorganisation der deutschen Mieterschaft, veranstaltet am 14. Januar in Berlin 6 Maffenkundgebungen. Die Hauptversammlung findet im Berliner Lehrervereinshaus statt. Es spricht dort der 2. Bundesvorfizende, Rechtsanwalt Groß, Dresden. über die Pläne der Reichsregierung zur Wohnungsfrane. Der Redner wird die Stellungnahme des Bundes Deutscher Mietervereine, Sig Dresden, zur Goldmiete darlegen. Im Namen des Königs" wurde früher bei uns Recht gefprrchen, und so stand es über den schriftlichen Ausfertigungen von Gerichtsurteilen. Als wir den König los geworden waren und wir uns die republikanische Verfassung gaben, wurde jene Formet erfeht durch die andere: Im Namen des Bottes". So follte es fortan auch über den Urtei'sausfertigungen stehen, aber men sah noch recht lange die alte Formel der monarchischen Zeit. Daß der übernommene Borrat alter Formulare mit dem vor. gedruckten Im Namen des Königs" aufgebraucht werden müsse, wurde mit der Papierfeuerung und dem Sparfamfeitszwang begründet. Selbstverständlich mußte dann handschriftlich die notmendige Korrektur besorgt werden, aber nicht immer geschah das. In einer Weinwirtschaft am Kaiserdamm wurde bei einer Sil Als wir noch im Sommer 1923 vom Amtsgericht Berlin- Bantom vefterfeier eine Bande von Gentlemen einbrechern" mitteilten, daß bei einer Urteilsousfertigung die Rrrrettur unter verhaftet. Es waren junge Leute im Alter von 20-25 Jahren, zum Das Museum für Meeresfunde, Georgenstr. 34/36, ist vom Teil Söhne gut gestellter Eltern. Die, Bande bestand aus folgenden blicben war, schien der Präsident des Kammergerichts Berlin das für Mitgliedern: Erich Boppermann, Georg August, genannt 13. d. t. ab wie folgt geöffnet: Sonntag, Mittwoch und Sonnabend right recht glaubhaft zu halten. Er bat uns um Borlegung der Niedermayer als Führer, zwei Brüdern nomens Hans und von 11-3 Uhr unentgeltlich, Montag von 9-3 Uhr für Schulflaffen Urteilsausfertigung, und wir tonnten mit Einwilligung unseres Ge Frig Budsch, David Fischbach, Erich Murzid, hans unentgelt ich, Einzelbesucher 0,10 Goldmark. Jeden Dienstag um mährsmannes diesen Wunsch erfüllen. Wir haben aber niema's Grashand und Erich Dießler. Der Hauptführer 12 Uhr Führung durch wissenschaftliche Beamte, Teilnehmerfarte erfahren, was danach der Kammergerichtspräsident veranlokt hot. Boppermann war zu der Sivefterfeier nicht erschienen und entging Goldmark. Näheres hierüber belagt Ausbang im Museum. Anscheinend sind die alten Formulare mit dem längst erledigten so der Berhaftung. Die eleganten Herren pflegten in allen besseren 1. Führung am 15. d. M.( Prof. Brühl in der Abt. Seefischerei und König" an der Spize auch heute noch nicht aufgebraucht. Nach wie Lokalen von Berlin W. besonders auch in den Kaffees, den Likör Meeresprodufte). 2. Führung am 22. d. M.( Prof. Stahlberg in der. Abi. Küften und Hafenwesen). Der besteht dann auch die Möglichkeit, daß die Korrektur unterbleibt stuben und den Dielen ständig zu verfehren. Sie waren gern geund das Urteil als„ Im Namen des Königs" gesprochen hinausgeht. fehene Gäfte, weil es ihnen auf Geld nicht antam. Sie verstanden es, andere Leute unauffällig über ihre Verhältnisse und Gepflogen. Uns mird die von einem Gerichtsvollzieher geschriebene und be beiten auszufundschaften. So erfuhren sie leicht, wann ein Ge glaubigte Abschrift eines Urteils vorgelegt, das vom Amtschäftsmann, der im Westen wohnte, in seinem Berufe zu tun hatte, gericht Berlin- Mitte( ietaufhebungsabteilung 36) am wann seine Frau ausging und die Wohnung ohne Aufsicht stand. 10. Dezember 1923 verfündet und am 15. Dezember 1923 3hre, rbeitszeit" waren die Stunden des Nachmittagstees don ausgefertigt worden ist. Darüber steht groß und breit 3m 4 bis 7 Uhr. Sie reichten auch vollständig aus, ihnen soviel Beute Namen des Königs!" Da es sich um eine beglaubigte, zu liefern, daß fie flott leben fonnten. Durch lange Beobachtungen mit unterschrift und Stempel des Gerichtsvollzieher's versehene Ab tamen ihr Kriminalkommissar Galzow und seine Beamten auf die schrift handelt, so dürfen wir wohl annehmen, daß auch im Original Spur. Sie ftellten nach und nach fest, wer zu der Bande gehörte, ber Rönig“ unferrigiert geblieben ist. Noch lebhafter drängt sich und pakten die Gelegenheit ab, sie gleich im ganzen zu faffen und unschädlich zu machen. Mit den jungen Einbrechern wurden auch uns hier die Frage auf, was damals der Kammergerichtspräsident ihre Freundinnen", alfo 15 Personen auf einen veranlaßt haben mag. Schlag, verhaftet. Der Bande fonnten bereits 40 Gin brüche nachgewiefen werden. Die städtische Kartoffelreserve. Unglückstage in England. In Bradfort brach im vierten Stod einer Weberei der Fußboden unter der Laft von 4 Maschinen durch und stürzte in das darunterliegende Stockmert, das ebenfalls durchschlagen wurde, so dazz schließlich das ganze Gebäude zusammenstürzte und die darin befindlichen 40 Arbeiter verfchüttet wurden. Die jo fort eingeleiteten Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Am Nachmittag war es gelungen, 2 Tote und 7 Berlegte aus den Trümmern hervorzuziehen. öffentlicht: Der Sekretär des Admiralstabes muß mit Bedauern Der britische Admiralstab hat folgendes Kommunique ver mitteilen, daß das Unterseeboot L. 24 im Berlaufe eines Manövers auf der Höhe von Portland gescheitert ist. Es ist zu be Das Ernährungsamt der Stadt Berlin hat im Auftrage des fürchten, daß bte ganze Belagung verloren ist. Alle BorManistrats von Oftober bis Dezember eine Kartoffelfrostreserve ge. Sonderzüge zum 1. Märkischen Wintersporttag. forge ist getroffen, um den Ort der Ratastrophe aenau festzustellen, Der Korrespondent des schaffen, um Zufuhrstodungen während der Frostperiode begegnen Falls nicht ein ganz plöglicher Wettersturz eintritt, findet am da man nur die ungefähre Bage fennt." zu fönnen. Die Kartoffeln lagern in verschiedenen großen Lägern tommenden Sonntag bestimmt der Wintersporttag in Freien Exchange Telegraph in Bort Mouth teilt mit, daß sich an Bord des im Weichbilde der Stadt Die Abgabe von Kartoffeln. wat de statt, zu dem das Jugendamt der Stadt Berlin, der Nord. L. 24 zur Zeit der Kotastrophe mehr als 30 Mann befunden welche unmittelbar von den einzelnen Lägern erfolat, ift feit eininen deutsche Stiverband urb die Stadt Freienwalde umfassende Borbe haben müssen. Das Unglück ist durch einen Zusammenstoß Tagen im Gange. Kartoffelgroßhändler, die die Abfuhr von Karreitungen getroffen haben. Am Sonntag früh fährt ein Sonder- des U- Bootes mit dem leichten Kreuzer Refotoffeln an den Kartoffeltleinhandel übernehmen wollen. sowie Selbst- ug um 7,10 Uhr von Stettiner Fernbahnhof. 7.16 Uhr Gesund- ution" entstanden. Das Unterfeeboot fant fofort, ehe etne Schaabholer( Kartoffelkleinhändler, Anstalten und sonstige Großver brunnen, nach Freienwalde. Teilnehmer, die sich zum Uebernachten luppe, die besonders für dos Wiederflottmachen von gefunfomen braucher) erhalten nähere Auskunft über die Lieferungsbedingungen angemeldet haben, fönnen am Sonnabend rachmittag um 2, 4, 5.35, U- Booten eingerichtet ist, an Ort und Stelle sein konnte. täglich von 8 bis 11 Uhr vorm. in den auf dem Ostbahnhof( Tel. urd 6,40 Uhr fahren. Die Züge werden verstärkt. Zu allen diefen Königstadt 619) und dem Nordbahnhof( Tel. Humboldt 2887) ein- 3ügen berechtigen Sonntagsrückfahrkarten( 3. Klasse 230 M., aerichteten Verkaufsbureaus, fowie im Ernährungsamt der Stadt 4. Klaffe 1,70 M.). Rückfahrt am Sonntag abend mit Sonderzug Berlin, Neue Friedrichstr 80( Tel über Magistrat Berlin). Bis auf um 9 Uhr. weiteres betragen die Breise ab Lager an Engroshändler 3.30 M., an Kleinhärdler, Anstalten usw 3.56 M. je Zentner. Eine Abgabe an Rieinverbraucher findet nicht statt. Der beleidigte Wirtschaftsparteiler. ,, Bolf und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Groß- Berliner Parteinachrichten. 1. Kreis Berlin- Mitte. Die für heute abend 7 Uhr angefekte Ordnerfonferenz findet nicht in Saverlands Festfälen, sondern im Rosenthaler Sof", Rosenthaler Str. 14. ftatt. Alle Ordner müssen erscheinen. 13. Kreis Tempelhof, Marienborf, Marienfelbe, Lichtenrabe. Anmeldung zur Jugend weihe und zum Vorbereitungsunterricht am Sonnabend, 12. Januar nachm. 3 Uhr. Tempelhof, 2. Gemeindeschule, Werber-, Ede Friedrich- Wilhelm- Straße. 109. 6t. Fricbricksheern. Gonnabend, den 12. Jannar, abends 7½ Uhr, Ber. fammlung bei Schola. Friedrichstr. 81. Lichtbilbervortrag des Genoffen Rippe! Meine Erinnerungen aus Acgypten." Rachher gemütliches Beifammenfein. Die amerikanische Treuhänder- Kommiffion, die feit dem 9. Dfhmm 8. d. M. fand vor dem Pankower Amtsgericht eine Ver- tober v. 3. in Berlin weite, um Ansprüche auf während des Krieges handlung statt, die Borgänge aus dem Gemeindepartament vom in den Bereinigten Staaten beschlagnahmtes deutsches 31. Mai 1922 zum Gegenstand hatte. Angeklagt war unfer Genosse Eigentum entgegenzunehmen und sich mit den Interessenten zu Buch weit wegen Beleidigung des Wirtschaftsparteilers Stober. beinrechen, verläßt Berlin am 12. Januar und mird in rächster 131. Abt. Mieberschönharfen. Sonnabend, den 12. Januar, abends 8 he, miche In jener Sigung glaubte Herr Stober einen Meinungsstreit zwischen 3- it die größeren deutschen Städte besuchen, um dort in gleicher unseren Gencffen und den Deutschnotionalen dadurch schlichten zu Art mit den loka'en Interessenten in Fühlung zu treten. Für etwaige fönnen, daß er sich vor dem Genossen Buchweiß aufbaute und mit der noch in Berlin zu erledigende Fälle mird ein Vertreter in dem bisrechten Hand in ganz verdächtiger Weise in die Gefäßtajche griff. herigen Berliner Burcau im Hotel Raferhof zurückbleiben, in dek die Ansicht entstehen konnte, daß er eine Waffe ziehen wollte. Der mit der Stommiffion in ständiger Berbindung sieht. Bust( uble ie die Hand aus der Taiche. Sie freie fich Hert St. beleibiat und lief zum Kodi. Genosse Bintersport auf dem Mügaeljee.. Wir werden ersucht mitzuteilen: Buchweiz hatte nicht die geringste Veranlassung, feine Worte zu be Da aut legten Sonntag der Bächter des Restaurants Bellevue ein Streiten. Frei und offen bekundete er vor Gericht, daß er zu dem, Eintrittsgeld von 30 Pf. für das Betreten feines Gartens erhoben tige Funktionärfonferens bei Rubafch, Uhlandstraße. Geschäftliche Mitteilungen. Winterfallenensverkauf im Rathaus Cinner n. a. G. w. b. S., Chauficeftraße 61/62 Diel jährlich nar einmalige Beraritaltung bietet aünftige Ge legenheit zum Stauf von Kleider, Seiden- und Wäscheftoffen. Konfektion, Bett unb Leibwäsche, Gardinen ufw. Eros ausnahmslos guter Qualitäten find die Breife erstaunlich niedrig. Gewerkschaftsbewegung au machen. Ein Beispiel ist bezeichnend. Angeblich foll der Fachgruppenleiter gesagt haben, daß im Baugewerksbund von den Töpfern nur noch 19 zahlende Mitglieder vorhanden sind. In Wirklichkeit hat derielbe erklärt, daß der„ Verein der Töpfer" Taff Vale in zweiter Auflage?( Syndikalisten) jahrzehntelang nur aus 18 bis 19 sablenden Mit Es dürfte vielleicht nicht vielen in Deutschland bekannt sein, gliedern bestand, bollständie einflußlos war und jest als Hyäne Jaß die englische Arbeiterpartei, die bei den jüngsten Wahlen einen das Schlachtfeld des Arbetterbiuderlampfes nach Mitgliedern abglänzenden Sieg erfochten hat und berufen ist, die Regierung zu über. fucht. Feitzustellen wäre, daß in Berlin die Fachgruppe der Töpfer im Baugewertsbund nabezu 600 Mitglieder zäbli. nehmen, einem Gerichtsurteil des obersten englischen Gerichtshofes Der Fachgruppenleiter: Mag Stemniz. ihre Entstehung verdankt. In einen Prozeß murde im Johre 1899 eine Gewerkschaft haftpflichtig gemacht für die wirtschaftlichen Schäden, die den betreffenden Unternehmern infolge einer Arbeitseinstellung entstanden waren. Dieses Urteil, befannt unter dem Namen Taff Bate, bedeutete proftisch die Ab mürgung der Sewertschaften. Um sich gegen diese Bragis zu wehren, be chlossen die Gewerkschaften Englands, bei Parlamentswahlen felb. ständig vorzugehen. Es ist ihnen euch gelungen, in der daraufolgenden Legislaturperiode ein Gefeß zur Annahme zu bringen, Das eine Wiederholung derartiger Urteile ausschloß. Zehnstundentag in der Zementindustrie. Für Chriftliche und Hirsche. 9 den Arbeitern Lebensmittel an Lohnes Statt zu geben, während ste vielleicht mit ihrem Lohn andere Waren taufen wollen, liegt für die Arbeiter jedenfalls je gt weniger als jemals vor. Angestellie im Kohlengroßhandel erhalten morgen Sonnabend, spätestens am Montag 20 Broz. des Dezembergrundgehalts als Vorfchußzahlung für Januar. Der Streit der deutschen Seeleute der im Hafen von Hull Dor Unfer liegenden deutschen Schiffe hat sich auf einen 8000Tonnen- Dampfer der Hapag ausgedehnt, der in London in Dod liegt. Im Hafen von London hat die Befagung des deutschen Dampfers Frantenwald", der foeben aus den Bereinigten Staaten eingetroffen war, sich dem Beispiel der Kameraden von Hull angeschlossen. Die streitenden Seeleute verlangen Löhne auf Grund der briti Der Arbeitgeberverband der rheinisch westfälischen Bement industrie läßt durch die Telegraphen- Union triumpbierend verfchen Säße. Die Dodarbeiter von London haben sich aus Sympathie tünden, daß er mit dem Zentralverband der christlichen Fabrit geweigert, das betreffende Echiff zu entladen, bevor die Deutschen mit Fabrik- thren Forderungen durchgedrungen sind. und Transportarbeiter und dem Gewerfverein für Fabrik- und Handarbeiter( Sirich- Dunderlein Arbeitszeitabkommen vereinbart hat, wonach ein weiteres Glied der großen Rohstoffgewerbe zum Behnstunden- Normalarbeitstag übergeht. Die freien Gewert fchaften haben sich von diesen Verbandlungen ausgeschlossen." Wenn die Chriften und Hirsche ihren Organisationen nur durch und deren Führer Menne, Tänzer und Echarfschwerdt Klage auf der gement induftrie, aufbelfen zu fönnen glauben, dann ist Erfag der Hoteltoften erhoben, die ihm durch den Streit es schlimm um sie bestellt. Nicht sie, sondern das Unter machfen waren. Das Landgericht hat die Beklagten gefemtoernehmertum hat den Vorteil von diesem Berrat der Arbeiter bindlich zur Zahlung verurteilt, wobei es in eingehender intereffen. Begründung das von den Beklagten in Anspruch genommene Recht zum Streiten verneinte. An dieses Urteil wird man durch ein Urteil des Landgerichts II Berlin erinnert. Ein holländischer Kaufmann hat Es verlautet, daß der Präsident des englischen Seemannsver bandes lebhaft für die Erfüllung der Lohnforderungen der deutschen Matrofen eintritt. Er erklärte gegenüber einem Journalisten, daß die deutschen Löhne, in englische Währung umge rechnet, nur zwei Pfund Sterling im Monat aus erheblich Kongegen die Reichsgewerkschaft der Eisenbahnbeamten und Anwärter einen 3ebnstunden Normalarbeitstag", und das in machen. Man müsse verhindern, daß die Deutschen durch die Be" Merkwürdige Naturalentlohnung. Die turrenz machen. Die Hafenarbeiter haben die Löschung der Ladung des deutschen Dampfers Frankenwald" wieder aufgenommen, während die Berhandlungen über die Löhne der Besagung fortgesetzt werden. Der deutsche Konful hat die deutschen Reeder aufgefordert, an der Konferenz in London teilzunehmen, auf der Vertreter des deutfchen Seemannsbundes über die Löhne der Befagungen aller deut fchen Schiffe, die in britische Häfen fommen, beraten werden. Generalftreifparolen im Ruhrgebiet aus Anlaß der Abwehrbe megung der Metallarbeiter gegen die Berlängerung der Arbeitszeit werden von der gesamten Parteipreffe zurückgewiesen. Ein Generalstreit in dem Ausmaße, wie er geplant ist, sei von so be deutsamer Art, daß alle Instanzen, die dazu berufen feien, nichts unversucht lassen dürfen, ihn zu vermeiden. Ob, nach Ansicht des Londgerichts, die Eisenbahner ein Recht Eigenartige Entlohnungsmethoden werden aus dem Ruhr. zur Arbeitsniederlegung nicht haben, ist nicht von entscheidender gebiet gemeldet. Obwohl die Mart bis jetzt stabil ist, scheint man Bedeutung. Entscheidend ist, daß nach dem als Kuriofum zu be zur Lohnzahlung in Naturalien zurüdfehren zu wollen. trachtenden Urteil nicht die Eisenbahnverwaltung für uremburgische Bergwerts- und Hütten A.-B. hat, tinen Schaden hafiber ist, der durch eine Betriebsstodung entstan- wie die Verwaltung den Arbeitnehmervertretern mitteilt, einen größeren holländischen Krebit zur Fortführung ihres ben ist, sondern die Organisation der Eisenbahner. Betriebes erhalten. Für einen erheblichen Teil dieses Kredits mußte Ein berartiges Urteil, wenn es rechtskräftig und in die Gerichts die Gesellschaft nach den Bedingungen des Krebitabkommens pragis übernommen würde, fönnte zu allerlei hübschen Konsequen- Lebensmittel in Holland. antaufen. Aus diesem Grunde sieht Die Betriebsräte der Gewerkschaften in Solingen haben jen führen. Vorläufig halten wir eine derartige Möglichkeit jedoch sie sich veranlaßt, den Arbeitern einen Teil des Lohnes, etwa ein beschlossen, heute in den Generalstreit einzutreten. für cusgeschlossen und begnügen uns damit, das Urteil als Aus- Viertel, in Lebensmitteln auszuzahlen. Der Bericht verrät leider Luß mweltfremder Rechtsprechung niedriger zu häng nicht den Namen der holländischen Gesellschaft, die den Kredit abends 7% Uhr, bei Gohlte, Sermannstr. 199, Sufammentunft. Bichtige TagesAchtung, VSPD.- Buchdruder Neuköllns( Bezirk 8). Morgen, Sonnabenb, gegeben hat. Die Anrahme, daß es ein dem Stinnes Konordnung. Der Ausschuß. zern, zu bem Deutsch- Luremburg gehört, nahestehendes GDB.( Lehrergewerkschaft im ADB.), Provinzialverband Berlin. Unternehmen ist, läßt sich daher nicht nachprüfen. Trifft sie figung morgen, Sonnabend, 28 Uhr, Kölnisches Gymnasium, Infelftr. 2. zu, dann würde hier mit den Lehngeldern der Arbeitnehmer eine 1. Bericht vom Verbandstag in Halle. 2. Die Neuwahl des Borstandes. lukrative Einfuhr betrieben und obendrein dem Handel und Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; den Konsumgenoffenschaften eine unlautere Konturrenz Gewerkschaftsbewegung: F. Eztorn; Feuilleton: gemacht. Empfehlenswert wäre eine Feststellung, ob die als Lohn Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. 6. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Sonstiges: Frih Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. gewährten Lebensmittel nicht anderwärts im Preise billiger zu unb Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin SW. 68., Lindenstraße 3. haben sind. Ein Anlaß, zur Naturalentlohnung zurückzukehren und Achtung, Töpfer! Bom Verein der Töpfer( Syndikalisten) wird ein Flugblatt, betitelt Der Töpfer", verbreitet, in dem die bekannten phraien jaften Schlagwörter wie Burgfrieden, Durchhalten, Wohlleben der Führer, Silfsdienstgeiez. Planwirtschaft, Steuerreform, fünf Jahre Bonzenwirtschaft ufw. die größte Rolle spielen. Darauf einzugehen ohnt nicht. Daneben wird aber fürchterlich gelogen, um Stimmung URANIA Tauben. str. 48/49 Sonna bend, den 12. Januar, 6 Uhr, Sonntag, den 13. Januar, 6 u. 81/2 Uhr: Ganz neuer Filmvortrag Teil I Kapitän Karl Herbert, Hamburg: Mit dem Auswandererschiff nach Südamerika. Mit Post- D., B., S., A.- Ges. nach Brasilien und Argentinien. Vorverkauf: Uraniakasse, Wertheim, Kaufhaus des Westens. Jugendliche zugelassen Bettwäsche Wäschestoffe Milliarden sparen Siebei ERICH SCHULZ Neukölln, Kais.- Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. Für den Winter: Strumpiwaren, Kindertrikots, Trikotagen, Kindersweaters, Wollwaren, Damen- Schlüpfer, Wolle, Nähgarn. Spezial Handtücher, Hemdentuche, Damast, Behandl. Dimiti, Linon, nar für Ischias Froft beulen vertreibt ficher Frostikon balsam 2.1.- Offene Froft| wunden heilt rafd Frostikonsalbe90f Erfolgreiche Wirkung auch in veralteten in Hüften, Gesäß u. Fällen. 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Wie uns aus Kratau geWie die Russische Telegraphenagentur meldet, fand im Mittel- sammengeschrumpft, wodurch bie aftine Handelsbilanz drahtet wird, erwirbt Stinnes zurzeit in Galizien mehrere Mühlen, punkt der Konferenz der Bevollmächtigten der Sowjetrepubliken bauernd gesichert werde, und habe sich qualitativ dahin geändert, daß welche Oberschlesien mit. Mehl versorgen. Es handelt sich um für Außenhandel ein Bericht Krassins über den Außenhandel des die Einfuhr von Gebrauchsgegenständen so gut wie ein gestellt fei. modern eingerichtete Betriebe. Obwohl die Produktionskosten Sowjetbundes im Wirtschaftsjahr 1922/23 mit programmatischen Die nächsten Aufgaben feien weitere Heranziehung relatio niedrig find, übersteigen die Preise doch nicht unerheblich die Darlegungen über die weitere Außenhandelspolitit der Sowjetregie des Auslandfapitals, Förderung der gemischten Gefell von Kongreßpolen und Posen. Die neuen Stinnesschen Erwerbungen rung. Wie Kraffin mitteilte, wurden im Jahre 1922/23 Sowjetwaren schaften, größere Mannigfaltigkeit und Intensität der Ausfuhr, Aus- verbleiben im Zusammenhang mit seinen oberschlesischen Interessen. im Werte von 210 608 000 Solbrubet ausgeführt, fomit mehr als haltung jeber Bermittlung. Die Sowjetregierung werde eine Ruffifche Bestellungen in Frankreich. Die Sowjetregierung hat das Doppelte der Ausfuhr im Vorjahre. Alle Anzeichen sprächen Warenintervention" nicht zulaffen. Sie foane der Bauernschaft in französischen Firmen die Ausführung aller Apparate übertragen, dafür, daß im kommenden Wirtschaftsjahre die Ausfuhr nicht unter deren eigenem Interesse nicht billige Auslandsware auf Kosten des welche durch die Einführung des Metersystems in Rußland erfordereiner halben Milliarde Gofdrubel betragen werde. Der Getreide- Wiederaufbaues der heimischen Industrie liefern. ballo lich geworden sind. Wie wir einem Drahtbericht aus Mostau ausfuhrplan von 220 Millionen Bud werde lückenlos ausgeführt wer Zum Schluß erklärte Krassin: Der Wirtschaftsaufbau eines entnehmen, bildet sich zur Durchführung dieser Transaktion, welche den. Der Ausbau der Kredite für die russischen Getreideoperationen feben Landes erfolgte ftets unter Mitwirkung fremden Kapitals. 300 Millionen Frant beansprucht, ein eigenes Konsortium. Begterem schreite erfolgreich fort. Mit der neugebildeten englisch- ruffischen Es naht der Tag, an dem das Auslandskapital uns Anleihen ge- fallen 51 Broz. des Gewinnes zu. Ein Teil der Bestellungen wird Betreibehandelsgesellschaft seien drei Verträge abgeschlossen worden, währen wird. Die Interessen des Auslandes selbst erfordern dies in einer in Mostau zu errichtenden Spezialfabrik ausgeführt werden. Inventur- Schlußverkauf und billige Goldmarkpreise! Dienstag, den 15. Januar seodismo er noch zu billigen 10 Proz. Extra- Rabatt Wakante erledigen will, der komme sofort. 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