Abendausgabe Nr. 2241.Jahrgang Ausgabe B Nr. 11 Bezugsbedingungen und Anzeigenvreise sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Cindenstraße 3 Ferusprecher: Dönhoff 292-295 Tel- dreffe: Sozialdemoteat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Montag 14. Januar 1924 Berlag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW, 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2806-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands བ Die Gemeindewahlen in Sachsen. Bedauerlicher Mißerfolg der Partei. Dresden, 14. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Bel den geftrigen Gemeindewahlen haben sich von 434 955 Wahl berechtigten in Dresden nach dem bisherigen Ergebnis nur 294 597 beteiligt. Die abgegebenen Stimmen verteilen fich nach vorläufiger amtlicher Feststellung wie folgt: Bereinigte Sozial demokratie 81 607, Deutsche Bottspartei und Zentrum 43 491, APD. 39 370, Deuffdhnationale 37 615, Handel 29 037 und Demofraten 26 530, Deutschjoziale 19 623, Hausbefizer 10 230, Beamte 5270, usp. 1824.( Die lehten Wahlen am 14. November 1921 hatten folgendes Ergebnis: SPD. 93 854, USP. 27 134, Kommuniften 13 714, Beamte 20 354, Angestellte 5426, bürgerliche Einheitsliffe 112 890.) Bei der gestrigen Wahl waren die Listen der Bürgerlichen untereinander verbunden, ebenso die der Linksparteien. Die Size im Dresdener Stadtparlament werden sich nach diefem vorläufigen Resultat folgendermaßen vertellen: 43 bis 44 Bürgerliche ( darunter 4 bis 5 Deutschsoziale), bisher 42 Bürgerliche, 9 bis 12 Kommunisten, bisher 4, 20 oder 21 BSPD., bisher 38. Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß die Mandatzahl im Dresdener Stadtparlament von 84 auf 75 vermindert worden ist. An Einzelergebnissen liegen uns ferner vor: Leipzig. Wirtschaftsliste( Deutsche Volkspartel) 115 481, Deutfchfoglale 3121, usp. 7953, Völfisch- Soziale 31 336, SPD. 90 723, Demokraten 31 995, kommunisten 68 752. Die mandate vertellen fich wie folgt: Wirtschaftslifte und Demokraten 31, BöltischSoziale 7, die Cinfsparteien 35. Das Verhältnis ist jetzt: Bürgerliche 38, Cinksparteien 35; früher 36 gegen 36. 27 Monaten immer tiefer ging, die Stimmung der Wähler nicht| stimmten, einstmals sozialdemokratischen Wähler ins Lager unwesentlich beeinflußt. Wohl in feiner Gegend Deutschlands der Kommunisten abgetrieben haben. Je mehr aber die Komist die Parteiopposition" um dies mun einmal landläufig munist en gezwungen sein werden, in den Gemeinden gewordene Wort auch hier anzuwenden fo rege tätig ge- praftische Politit zu treiben, wird ihre Unfähigkeit wefen als gerade in Sachsen. Wir haben zu unserem Be- dazu auch den Wählern begreiflich werden. Insofern bedeutet dauern von diesen Vorgängen die Leser des„ Borwärts" wie der Wahlausfall teinen Abschluß, sondern den Beginn einer derholt unterrichten müssen und sehen nun, daß das Ergebnis neuen Entwicklung. der Gemeindewahlen in feiner Weise den Hoffnungen entspricht, die von der Parteioppofition gehegt wurden. Gerade in jenen Bezirken, in denen die heftigste Kritik an der Haltung der Gesamtpartei geübt wurde, ist das Refultat der Wahlen für uns überaus unerfreulich. Das trifft nach den bisher vorliegenden Meldungen sowohl in 3 wid au wie in Blauen zu, aber auch in Dresden, Leipzig und Chemnitz geben die Zahlen ein sehr trübes Bild vom Stande unserer Partei. Wenn unsere Parteigenossen in Sachsen in aller Gründlichkeit, aber auch in aller Objektivität die tieferen Ursachen des gefirigen Mißerfolges zu erforschen suchen, so werden sie zu der Ueberzeugung tommen müffen, daß es in einem parla mentarisch regierten Lande für eine Partei nichts Schlimmeres. geben tann als ein Schwanken in ihrer gesamtpolitischen Haltung. Nach dem Spaltungsparteitag von 1920 erlebte die frühere unabhängige Sozialdemokratie in Sachsen eine ähn liche Situation wie die jetzige. Aber vor einem Jahre, als die Noch auf dem letzten sächsischen Parteitag- am 6. Ja Vereinigte Partei zum ersten Male an den Landtagsnuar hat die überwiegende Mehrheit sich für die Auf- wahlen sich beteiligte, wurde die Scharte von damals aus. lösung des Landtages und für Neuwahlen zum gewegt und ein schöner Wahlerfolg erzielt. Genoffe Dittmann Landesparlament ausgesprochen. Das Ergebnis der Ge- hat an dieser Stelle mit Besorgnis darauf hingewiesen, daß meindewahlen wird zweifellos auch dieser Parteitagsmehrheit die Lage auf dem sächsischen Parteitag in vielem erinnerte an zeigen, daß die Auflösung in dieser Seit für die Partei diejenige vor dem erwähnten Spaltungsparteitag von Halle. ein sehr gewagtes Experiment gewesen wäre. Die Wenn die Partei aus diesen Dingen die richtige Lehre zieht Fraktionsmehrheit, die fich zur Bildung einer Koalitionsregie- und einen Neubau ihres inneren Gefüges erstrebt, so zweifeln rung entschloß, ohne die Zustimmung des Landesparteitages wir nicht, daß die zukünftige Landtagswahl und auch die abzuwarten, war damals der Meinung, daß eine allgemeine Reichstagswahl in Sachsen für sie ein wesentlich 3 widau. Bereinigte Sozialdemokratie 10 203 Neumahl im beft en Falle nur das bisherige Verhältnis anderes Geficht zeigen wird, als es die Gemeindewahlen ( 13 Mandale), Sp. 1053( 1), apD. 6415( 8), Deutschnationale 6334 im Landtage wiederbringen würde. Nach dem Ausfall der vom gestrigen Sonntag aufweisen. ( 8), Deutsche Boltspartei 6227( 8), Demofraten 5195( 6), Mittel- Gemeindewahlen aber ist zu schließen, daß sie wahrscheinlich ftandsvereinigung 3534( 5). Bei den letzten Wahlen: SPD. eine wesentliche Schwächung der Position der Bereinigten So12 881( 12), usp. 4591( 4), PD. 3083( 3), Deuffchnaf. 6190( 6), zialhemofratie ergeben hätte und damit die dauernde AusDer deutsche Geschäftsträger in Brüssel, Dr. Roediger, if Deutsche Boltspartei 6294( 6), Demokraten 5844( 5). schaltung aus der Regierung des Landes. Das an sich unerChemnih Soz. 35 330, omm. 32 121, Unabhängige 472, freuliche Ergebnis der gestrigen Wahlen wird also doch ein gestern Sonntag in Berlin eingetroffen. Der Geschäftsträger ir Deutsche Boltspartel 25 063, Deutschnationale 21 771, Haus und Butes haben, insofern es dem Reichsparteitage, der endgültig Paris, v. Hoesch, der seine Abreise wegen leichter Erkrankung Grundbesitzer 12 474, Demokraten 8622. Die Verteilung der Sige über den Streit zwischen Fraktion und Landesinstanzen ent- perfchieben mußte, wird voraussichtlich am Dienstag früh in Berlin ergibt für die Bürgerlichen Parteien 30, für Sozialdemotra- fcheiden foll, ein sehr wichtiges und nicht zu erschütterndes fein. Die den Geschäftsträgern in Paris und Brüffel am Freitag überfen und Kommunisten zusammen 31 Size. Es besteht also nach Argument unterbreitet. Die Sozialdemokratie wurzelt mit ihrem ganzen Beftande reichten Antworten auf das deutsche Memorandum vom 24. Dezem des Wortes ein Kind der fapitalistischen Wirtschaftsordnung. Die Sachverständigenberatung. Die Antwortnoten in Berlin. wie vor eine Linksmehrheit, allerdings nur von einer Samme, in der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie ist im wahrsten Sinne ber 1923 find inzwischen durch Kuriere in Berlin eingegangen. während fie bisher 5 Stimmen befrug. 33 gegen 27. Weitere Meldungen. Plauen. 38 Bürgerliche, 23 Vertreter der Linken, bisher Ziffau. 20 Siße der Bürgerlichen und 9 Siße der Linkspar. teien, bisher 17 gegen 11. Baußen. 21 Bürgerliche und 14 Size der Bintsparteien, bis. her 20 gegen 15. Frankenberg. 16 Bürgerliche, 15 Sozialdemokraten, bisher Neustadt. 10 Bürgerliche, 5 Sozialisten und Kommunisten, bisMittweida. 12 Bertreter der Rechten, 13 Bertreter der Linken. In dem Maße, wie diese tapitalistische Entwicklung fortschreifet, Heute Montag um 11 Uhr tritt das erste Sachverständigenwächst die Entwicklungsmöglichkeit der Partei als des sozialen tomitee zur Prüfung der deutschen Staatsschulden und der Ausdrucks der durch den Kapitalismus gefchaffenen profetari Grüßung der Mart unter dem Borsiz Barthous, des Präsi Ichen Schichten. Deswegen können einzelne Wahlmißerfolge denten der Reparationstommiffion, zufammen. General Dawesdie Sozialdemokratie nicht entmutigen, sondern sie werden Paris, 14. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Sachver Dielmehr den Ansporn geben, ihre bisherige Haltung zu über- Amerika wird den Vorsig des Romitees übernehmen. prüfen und sie in Eintlang zu bringen mit den Notwendigkeiten ständigenausschuh der Reparations tommiffion ist heute mittag zu ber Gegenwart und der Zukunft. Weder die bürgerlichen Bar feiner ersten Sizung zusammengetreten. Wie verlautet sind die teien in ihrer Gesamtheit noch die Kommunisten haben einen amerikanischen Sachverständigen unter Zustimmung ihrer englischen besonderen Anlaß, megen des Wahlausfalls zu triumphieren. Kollegen dafür eingetreten, daß möglichst zwei Sigungen Nuzten die einen die durch den Ausnahmezustand ge- täglich abgehalten werden und es dürfte ein Beschluß in diesem Schaffenen besonderen Verhältnisse für ihre Propaganda aus, Ginne schon in der Eröffnungssigung gefaßt werden. Die Ameri fo leben die Kommunisten hauptsächlich von der außer taner sind der Ansicht, daß ein Monat genügen dürfte, um die ordentlichen Not, in der fich gerade die Arbeiterschaft Arbeiten des Ausschusses zum Abschluß zu bringen, während die Löbau. 12 Bürgerliche, 9 Sozialdemokraten und Kommunisten, des industriellen Sachfens feit langem befindet. Wobei nicht übrigen Delegierten eher zu der Auffassung neigen, daß mehrere Bischofswerda. 12 Bürgerliche, 7 Sozialdemokraten und Rom. perschwiegen zu werden braucht, daß die Auseinandersetzungen Monate notwendig sein werden. Es ist jedenfalls nicht zu erwar innerhalb der Sozialdemokratie manche besonders radikal ge- ten, daß der Ausschuß tägliche Berichte herausgibt. 15 gegen 15. her 8 gegen 7. Unverändert. bisher 11 gegen 10. munisten, bisher 11 gegen 7. Melßen. 20 Bürgerliche, 17 Sozialdemokraten und Kommu niften. Bisher 18 gegen 18. Börsenstille. Der zweite Ausschuß, dem die Untersuchung der ins Ausland verschobenen deutschen Rapitalien übertragen ist, wird erst in der nächsten Woche zusammentreten. Das Kabinett Macdonalds. Im Effettenpertehr war bie Tendenz bei Wochenbeginn Nach den bisher vorliegenden Melbungen haben die Gewieder etwas ich macher, bei außerordentlich geringen Umfägen. meindewahlen in ganz Sadjen für die Sozialdemokra. Es fehlen an der Börje die breiteren Käuferschichten. Die Spekulatische Partei feine Erfolge, fondern im großen und ganzen tion vermag bei ben jeßigen Geldfäßen und der geringen Aus. Wie es aussehen würde. eine schwere Enttäuschung gebracht. Die Wahlbetei- ficht auf Kursgeminne feine größere Unternehmungsluft London, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In unterrichteten ligung war im allgemeinen außerordentlich gering, teilweise zu betätigen. Durch die Geheimhaltung ber franzöfifch- belgischen gingen nur 60 Broz. der Wähler zur Abstimmung. Die Mel- Antwortnoten ist in der außenpolitischen Lage feine rechte Klärung Kreifen der Arbeiterpartei glaubt man, daß ein Stabinett bungen über die Einzelrejultate in den Städten und eingetreten, wodurch naturgemäß allerlei Kombinationen fowie Ge- Macdonald folgende Zusammensetzung haben werde: Vorsiz und Industrieorten laufen nur spärlich ein, so daß ein vollfom rüchte erneut begünstigt werden. In der inneren Politif fonzen Auswärtiges: Ramsay Macdonald; Schazkanzler: Philipp mener lleberblick über die Verschiebung der Stimmenzahlen triert sich das Intereffe auf die fäch fifchen Wahlergebnisse Snowben; Arbeitsministerium: Sidney Webb; Post: Robert Auch diese vermögen aber für die fünftigen Reichstagswahlen Ammon; Lordfiegelbewahrer: Clynes; Lordkanzler: Lore noch nicht gewonnen werden kam. Soweit die großen noch feinen Haren Fingerzeig zu geben. Mit einiger Genugtuung Barmoor; Unterricht: Lord Haldane; Minister für Indien: Städte in Betracht kommen, fann jedoch eine allgemeine werden von der Börse die Nachrichten aus der Industrie, die Verschiebung zugunsten der extremen Barzahlreichen Bewerben eine Besserung des Beschäfti. Trevelyan; Inneres: Henderson; Krieg: Thomas: teien festgestellt werden. Sowohl die Kommunisten wie die gungsgrabes erkennen laffen, aufgenommen. Man glaubt je- Marine: Wedgewood; Hygiene: Margarete Bondfield: Deutschnationalen und deren rechter Flügel, die Deutschvölti boch nicht, daß die Wirtschaftsfrise leicht überwunden werden wird, Bergwerke: Hartshorn; Handel: Frant Hodge. schen, haben durchschnittlich start zugenommen, während die da einer stärkeren Belebung die andauernden Schwierigkeiten der Sozialdemokratie ebenso wie die bürgerlichen Mittelparteien Krebitbeschaffung entgegenstehen. Während die Börse im großen und ganzen luftlos blieb, ent im allgemeinen eine Abnahme zu verzeichnen hatten, widelte sich ein außerordentlich lebhaftes Gefchäft am Banten bestenfalls aber auf ihrem alten Stand stehen blieben. martt, insbesondere wieder in Aftien der Darmstädter und Es ist selbstverständlich, daß die Sozialdemokratie die nationalbant. ie verlautet, hat die Schwebenreise bes General. Ursachen dieses Mißerfolges genau zu prüfen hat, direktors diefes Institutes bedeutsame internationale Beziehungen wozu in den nächsten Tagen noch ausreichens Gelegenheit fein gefördert. Man spricht von der Gründung einer ausländi für morgen angefeßten Thronrebe, an die fich die entschei wird. weifellos hat der Ausnahmezustand mit feinem den Holdring Gesellschaft, an der englisches unt dende parlamentarische Debatte im Unterhaus anschließen wird, militärischen Ansturm gerade gegen die sozialdemokratische Reflandinavisches Rapital beteiligt sein soll. Auch für die andeten herrscht in den führenden politischen Kreifen Hochbetrieb. Für heute gierung nicht wenig dazu beigetragen, die Situation für unsere Großbanten foll sich fremdes Kapital neuerdings stärker intereffieren. nachmittag hat Baldwin eine Ministerratsfigung einberufen, und Bartei zu verfchlechtern. Aber diefe Tatsache allein gibt feinen Tägliches Gelb war heute mit/ Bro3. zu haben. hinreichenden Aufschluß über die Gründe des allgemeinen bem neuesten Frantensturz und der schwächeren hal. Macdonald die Hauptführer der Arbeiterpartei zu heute abend 3m Devifenverfehr wandte fich bas besondere Interesse er gibt am Abend eine große Gesellschaft, vermutlich die lette unter seiner Ministerpräsidentschaft. Ebenso hat Ramfan Stillstands und des teilweise nich: unerheblichen Rückgangs tung des englischen Pfundes an den Weltbörsen zu. Die unferer Stimmen und Mandate. Es müssen noch andere Um omilichen Surfe blieben jedoch größtenteils unverändert. Auch die zusammenberufen. Es wird angenommen, daß sich diese Konferenz ftände mitspielen. Zweifellos hat der Parteistreit, der Zuteilung erfolgte fast durchweg wieder voll. Am Effektenmarkte| insbesondere mit der Möglichkeit eines Streits der Lotome in der fächsischen Sozialdemokratie in den letzten Wochen und i ergaben sich vorwiegend Abschwächungen. tioführer und Heizer beschäftigen wird. In den Kreifen der Konservativen Partei wird neuerdings eine lebhafte Propaganda für den Gebanten einer Roalition zwischen Liberalen und Konservativen betrieben, die die nunmehr als unvermeidlich angesehene Arbeiterregierung paraly. fieren und so rasch als möglich zu Fall bringen soll. London, 14. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Angesichts der Illegalität. Las man die„Rote Fahne" in den Tagen vor dem Verbot und der Auflösung der Kommunistischen Partei, dann konnte man den Eindruck gewinnen, als gäbe es auf der ganzen Welt nur eine ernsthaft zu beachtende politisclze Macht, die Kommunistische Partei Deutschlands. Als das Verbot erfolgte, waren freilich die Kommunisten m ä u s ch e n st i l l. Ihre Auflösung erfolgte ohne jeden Widerstand, und niemand wird behaupten können, daß seit dem Verbot die Widerstandskraft der Kommunisten irgendwie gewachsen sei. Um so komischer klingt es. wenn in einem Organisationszirkular, das der „Sozialdemokratische Parlamentsdienst" veröffentlicht, die kommunistische Zentrale davon spricht, daß die Aufhebung des Verbotes der KPD. erzwungen werden würde. Wenn irgend jemand Aufhebung des Verbotes der KPD. nicht er- zwingen wird, dann find es die Kommunisten. Die Aushebung dieses Verbotes wird an dem Tage kommen, an dem der Be- lagerungszustand fällt und die Aufhebung des Belagerungs- zustandes wird die Sozialdemokratie durchsetzen. Um so reichlicher werden dann die Kommunisten Gelegenheit haben, auf die Sozialdemokratie deshalb zu schimpfen, weil sie ihnen wieder zu legaler Tätigkeit verholfen hat, die die Kommunisten der Sozialdemokratie in Rußland nicht etwa nur vorüber- gehend, sondern grundsätzlich verweigern. In dem vom„Sozialdem. Parlamentsdienst"' mitgeteilten Organisationsplan ist weiter die Rede von Inszenierung von Schießereien und von Straßendemon st ratio- neu, mit denen allein„der Bürgerkrieg entfesselt" werden könne. Es wird den Kommunisten nicht gelingen, den Bürger- krieg zu entfesseln. Diesem Ziel ihrer Sehnsucht steht die Sozialdemokratie als zu starkes Hindernis entgegen. Trotz alledem bleibt dies ewige Spielen mit dem Feuer ein politi- sches Verbrechen, weil es nicht nur die Kommunisten, sondern die ganze Arbeiterschaft an der vollen Entfaltung ihrer politischen und wirtschaftlichen Organisationen hindert, weil ein großer Teil der Energie der Arbeiterschaft durch die ständige Auseinandersetzung mit dieser Bürgerkriegsgefahr von links absorbiert und die Arbeiterschaft dem Unternehmertum gegenüber dadurch geschwächt wird. Trotz alledem bleibt die Wieder- kehr legaler Verhältnisse eine der wichtigsten Forderungen, die immer wieder erhoben werden muß. Die Arbeiterschaft hat in vergangenen Iahren gezeigt, daß.sie kommunistische Putsch- oersuche abwehren kann, sie wird auch jetzt ihrer Herr werden. Die Rückkehr zu normalen Verhältnissen wird im Gegen- teil die Ueberwindung der kommunistischen Gefahr wesentlich erleichtern. Zeiten friedlicher Entwicklung, Rückkehr zu nor- malen Wirtschaftsverhältnissen sind für die Bürger- kriegsagitatoren tödlich. Auch deshalb sollte die Reichsregierung sich endlich entschließen, den überflüssig ge- wordenen Ausnahmezustand 10 schnell wie möglich zu be- seitigen._. Eine furchtbare Geschichte. Aber doch nur ein Reinfall. Die Rechtspress« bis herunter zur volksparteillchen„Zeit" stürzt sich mit Wann« auf folgende Schreckensnachricht der Tele- graphenunion: „In Oppeln ist der bei der dortigen Regierung bisher als Hilfsarbeiter beschäftigt« Drisch am 16. Dezember 1923 zum Regierungsrat ernannt und der Ausstieg auch noch vor dem 1. Ottober d. I zurückverlegt. Drisch hat es bei acht- jähriger Dienstzeit nur zum Obermatrosen gebracht. Bei Ausbruch der Revolution wandte er sich der S o z i a l d e m o- fra tischen Partei zu. Drisch trat dann in die Redaktion einer sozialdemokratischen Zeitung ein. Vor etwa einem Jahre wurde Drisch Hilfearbeiter bei der Regierung in Oppeln. Drisch ist 1889 geboren, also im Lebensalter jünger bzw. ebenso alt wie die meisten Oppelner Regierungsassessoren, die seit Iahren auf die Ernennung zum Regierungsrat warten. Es entsteht nun die Frage, welcher fachlich vor- und durchgebildete Regierungsasseflor dafür abgebaut wird." Die Tendenz dieser Greuelnachricht ist klar und wird durch Ueberschriften wie„Die rote Futterkrippe" oder„Ein sozioldemo. vie expropriierte Pointe. Von Josef Maria Frank. Die Geschichte spielt natürlich in Bayern, zwischen München und dem Gebirge, in einem— na, sagen wir— Bürgerbräu. Wahloersammlung. Zur Hälfte Spieher, zur anderen Prole- tarier. Oben auf der Rednertribüne— schwarz berockt und mtt der obligaten Brille auf der rötlich angehauchten, schweihbeperlten Rase Ehrwürdcn d'Herr Dechant. Mit Gott und Kohr im Kampf für die christlich« boarische Voltsportei. Im sprudelnden Ringen mtt dem Satanswerk, dem sakrisch verfluchten Marxismus der Soupreißen. Wie ein Mordskerl beflackert von dem Lampcnschein, der ab und zu speckglänzende Stellen im geistlichen Gewand und die prallen Bors- dorfer Apfelbäckchcn des Redners angenehm hervortreten läßt. Bor dem Herrn Redner ein Mahkrug, der die Kunst- und Atempausen im Bortrag ausfüllt und des öfteren von einer stets im richtigen Moment auftauchenden Hand fortgenommen und wieder hinge- stellt wird. Der Herr Redner ergeht sich wie gesagt im Sündenpfuhl des Marxismus. Beschwört Schwefel und Feuer über dos Sündenbabel Berlin. Traktiert feine atemlosen Zuhörer mit ausgewählten Bei- spielen der saupreihischen Sittenverrohüng und unchrisllichen Ver- hähnung des angestammten Herrscherhauses und geistlichen Standes. Erzählt Dinge, Ding«...l„Wie der Mieschbacher Anzeiger mitteilt, ham'da heroben bei die Preißm... usw.l" Sachen erzählt er aus Berliner Unzuchtstätten, wo die Satansweiber nackicht tanzen und auf nackichtem Hinteren zum vollüstigen Ergehen der dem Satan und der Hölle verfallenen Marxisten,„wo ja mit ihrer ausschweifen- den freien Liebe herumpropaoieren gehn", daß denen Denoorfenen die Augen vorn heroußer sollen. Und was nachher passieren tat. o mei, o weit Dirndeln seien darunter von nach nicht vierzehn Iahren, unschuldige Dirndeln, denen man die Haar abgeschnitten hält wie Hanswurschten, die hier schuldig würden. Der reinste bethle- mitische Kir.dermord, v mei, o mei! Und die Herren Kollegen am Borstandstisch ringen mit den Händen und schieben die Apfetbäckchen über die kleinen Aeugelchen, daß sie tränen, und die liebe Gemeinde da unten läßt einige alte Weiber entsetzt„Iessosmoriandjosefl" Zwischenrufen. Was der Herr Redner befriedigt konstatiert und mit Heben des Maßkruges bestätigt. Worauf der Herr Redner sich dem Ende seines Bortrages nähert. „Ja, das Ende der Welt ist nahe und der Antichrist wandelt unter den unschuldigen Schäflein im Gewände des Schafpelzes. Aber was dahinter steckt ist an Wolf und nennl sich an Marrist!" Ja, und in seiner lieben Gemeinde gäbe es auch schon so«ine Menge angesengter Schafe, die wo auch schon halb den Marxisten in die Hände gefallen seien. Ja! Und was an allem schuld sei, das fei der Mangel an chriftlicher Ueberzeugung und der Trieb zur Faulheit, wo die räudigen krattscher Krippensetzer?" noch unterstrichen. Leider übersieht die Hetzpresse in ihrem Jagdeifer, daß besagter Drisch in Wirklichkeit B r i s ch heißt und daß er sich während der Kämpfe um Oberschlesien und in den darauffolgenden schwierigen I a h r e n, ohne Rücksicht auf Leben und Gesundheit, hervorragend betätigt hat. Damals übernahm ihn der weit auf dem rechten Flügel des Z e n t ru M s stehende Regierungspräsident Brau. weiler in die Verwaltung, damals bereits wurde vorgesehen, ihn zum Regierungsrat zu ernennen. Da sich„Hi'fsarbeiter", Obermatrose a. D. und Sozialdemokrat Vrisch auch weiter in der Verwaltung ausgezeichnet bewährte, hatten der gegenwärtige Ober» Präsident und der Regierungspräsident, die beit« nicht der Sozialdemokratischen Partei angehören. keinen Anlaß, die Dispositionen Brauweilers zu ändern und unter dem demokratischen Regierungspräsidenten P r o s k e vollzog sich dann die Ernennung Brischs zum Regierungsrat. Bielleicht konsta- tieren die„Deutsche Z« i tu n g" und ihre Konsorten nunmehr nachträglich, daß Brisch neben seiner Zugehörigkeit zur Sozialdemo- krattschen Partei auch noch einige andere Qualitäten hat. Vie britishe pfalz-Untersuchung. Poincars hatte gestern Sonntagvormittag eine längere Unterredung mit dem englischen Botschafter in Poris, Creme, die nach dem„Temps" in der Hauptsache auf die von der englischen Regierung beabsichtigte Enquete in der Pfalz Bezug hatte. Mit der Enquete ist der englische Konsul in München, Clioe, betraut worden. Frankreich scheint die Untersuchung, zu der Konsul Clive bereits in Speqer'eingetroffen sein dürfte, doch dulden zu wollen. Darauf läßt eine Notiz im „Echo de Paris" schließen, die besagt, daß ein französischer Beamter, nicht wie ursprünglich verlautete, ein Offizier. den Konsul bei seiner Rei e durch die Rheinpfalz begleiten wird. Die französische Regierung bleibe jedoch nach wie vor auf dem Standpunkt stehen, daß einzig und allein die Inter- alliierte Rheinlandkommisiwn in der Lag� sei. eine Untersuchung über die politische Lage in der Pfalz mit der Aussicht auf Erfolg in die Wege leiten dürfe. Im übrigen läßt die französische Regierung es aber, wie das„Echo de Paris" wei- ter mitteilt, um dem Gefühl der Versöhnung nachzugehen, bei einem platonischen Protest bewenden. Der Sonderberichterstatter der„Dolly News" in Speyer sieht in der Teilnahme des Generals de Metz an der Beerdigung des Heinz-Orbis einen weiteren Beweis der Tatsache, daß die separatistische Bewegung von den höheren französischen Vertretern in der Pfalz b e g ü n- st i g t wird. Die von der britischen Regierung für eine offi- zielle Untersuchung angegebenen Gründe seien also vollauf berechtigt.. Nach der„Times" ist das freundliche„Angebot" einer Begleitung Clives durch einen französischen Offizier, dessen „Dienste" dem Konsul zur Beifügung gestellt wurden, a b g e- lehnt worden. Die Franzosen haben nach Köln, also ins englische Besatzungsgebiet. eine' Offi, ziermission zur Aufdeckung geheimer Gesellschaften geschickt. Die„Times" verweist darauf, daß außer dem üblichen nicht offiziellen Spionagedienst bereits 29 bis 39 w i ch t i g e sran.zösische Beamte mit großen Stäben in Köln seien, die eifriq tätig seien, um die Z i e l e Frankreichs auf britischem Gebiet durchzuführen. Frankreich läßt den Konsnl überwachen! Paris, 14. Januar.(Eigener Drohtbericht.) In unterrichteten Pariser Kreisen verlautet, daß die französische Regierung die Ent» sendung des englischen Generalkonsuls in München nach Speyer damit beantwortete, daß sie ein«, höheren Offizier(oder Beamten! Red.) beauftragt hat, dem englischen Beamten auf seiner Reise durch die Pfalz zu folgen und bei allen Unterredungen Konsul Clives mit den Behörden der Pfalz anwesend zu seiu. Der englisch-französische Gegensatz hat damit ausgesprochenen Konflikts- Schafe verführe und zum Marxismus treibe!„O liebe Gemeinde, da tut sich«in« Hölle auf, wo die Schafe zu elendigen Haderlumpen werden, die nix mehr von dem Segen der Arbeit und der Geduld christlichen Lebens im Hinblick auf die göttliche Belohnung im Para- dies da Herdroben wissen wollen und im Umgang mit dreckichten, dem Satan verfallenen Weibspersonen, ino wir auch schon einige in unserer lieben Gemeinde als Stein« des Anstoßes aller guten Christen leider besitzen, sich dem Teufel verschveib'n mit Haut und Haaren zum Schaden der Christenheit und unseres schönen boarischen Heimatlandes. Ja. der Mangel an christlicher Ueberzeugung ist's! Und darum, Lebe Genvinde. sage ich euch auf den Heimweg die Worte, die herrlichen Worte eines zwar nicht bayerischen, aber doch deutschen Dichters mit Namen Goethe, auf daß ihr in euch geht und nur die boarische Volkspartei wählt und mtt denen ich schließen will: „Wer nie sein Brot mst Tränen aß. Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß. der—" hier hob der Herr Redner beschwörend sein« Link« gen Himmel und die Rechne um ber Kunstpause willen mit dem Maßkrag zum Munde. — als aus der Mitte des Saales ein« herrliche Bolls stimme erscholl: —„der woaßan' Schaß!" Worauf In schallender Heiterkeit der ganze schon so sicher« Erfolg der„boarischen Bolkspartei" wie die expropriiert« Pointe dahin- entschwand. Und der Herr Dechant war nun fest davon überzeugt, daß ein Marxist noch vor dem Antichrist direkt hinter dem Teufel kommen oder gar alles In einer Person selber seil Denn— die Marxisten ha'ten in semer lieben Gemeinde einen entschiedenen Erfolg zu buchen. Sowas kommt von sowas...t Strawiaskp in Ser Volksbühne. Wieder einmal hat die Boltsbühne kullurell Wertvolles geleistet, indem sie das Experiment mit Strawinskys„Ge- schichte vom Soldaten" wagt«. S ch e r ch« n ist der Pater dieses ruhmvollen Gedankens gewesen, und man darf ihm quittieren. daß die Darbietung ebenso künst'erisch gewissenhaft vorbereitet war. wie eindruckevoll gestaltet. Ueber den In hell dieses Stückes sind unsere Leser orientiert.(„Porwärts" 11. Januar.) Es ist das Märchen vom heimkehrenden Feldloldaten, der dem Teufel ins Garn geht. Auf einer primitiven Bühne stehen und bewegen sich die Mimen, rechts liest ein Dorlefer den verbindenden Text, links sitzen hemdsärmelig, wie zu einer russischen Volksbelustigung zu- scimmcngctrommelt. die Musikanten. Der Sprecher(E b e r t) drückt mimisch und in Gesten das Seelenleben des gefolterten Sast>aten Josef aus so stark, daß er dem Spieler Witte, der auf der Bühne steht, zu ähneln scheint. Von den Akteuren, auch Legal, dem Teufel, ging eine wirklich lebendige, menfchenerschütternde Kraft aus. Man geriet in ein Mitleiben besonderer Art und erlebt« eln Stück Schicksal, das uns in der Erinnerung an Börse und Geldgier, s chewakter angenommen und man befürchtet, daß im Verlauf der Inspektionsreise Zwischenfäll« unvermeidlich sein wer« den. Di« französische Presse polemisiert aufs heftigste gegen die englisch« Polstik. Sie spricht von emer gegen Frankreich gerichteten' diplomatischen Offensive, deren Zweck es offenbar sei, einen Borwand zu schaffen für die Zurückziehung der engtischen Truppen aus dem Rheinland und den Austritt Englands aus der Rheinlandkommiffion. In Wirklichkeit ist der englisch« Standpunkt unangreifbar. Er basiert auf der Auffassung, daß die Okkupationsmächte mit der Besetzung des Rheinlandes das Mandat als Treuhänder übernommen hätten und oerpfstchtct feien. die besetzten Gebiete nach Ablauf der Okkuxationsfrisien in dem- selben Zustand« zurückzugeben, in dem sie sie übernommen haben. Die englische Regierung hat deshalb gegen die von der Rhein- landkommiffion mtt zwei gegen eine Stimm« beschlossene Registrie- rung der erlassenen Verordnungen der Heinz-Regierung, was praktisch die Anerkennung dieser Regierung bedeutet, ihr Veto eingelegt, und sie hat, um zu verhüten, daß sie bei der zweiten Ab- stimmung abermals überstimmt werde, nunmehr den diplo« matischen Weg betreten. Wenn demgegenüber die französische Regierung mit dem Argumente arbeitet, daß die Besatzungsmöcht« das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung zu respek- tieren hätten und ein« Enquete auf Grund des Rheinlanbablom- mens nur durch die Interalliierte Kommission geführt werden könne, so ist das eme Kasuistik, die nicht einmal in den politischen Kreisen des eigenen Landes ernst genommen wird? seitdem das kläglich« End« der Abenteuer der Torten, Matches und Genossm kcinen Zweifel gelassen hat, welcher Art die Persönlichkeiten und die Trieb- federn sind, die hinter den Separatisten stehen. Vestattuugsfeier für Heinz-Orbis. Alannheim, 14. Januar.(WTD.) Gestern mittag �12 Uhr fand im Kmstagssalile in Speyer die B« i s e tz u n g s f e i e r für den«rschesfenen Separotistenführer Heinz- Orbis statt. Zu Be- ginn des Trauergottesdienstes spielte das Städtische Orchester das notgedrungen daran teilnehmen mußte. Hierauf widmew der französische General d e M e tz dem»Erschossenen einen Nachruf, in dem er hervorhob, er sei ein Freund Frontreichs gewesen. Noch dem französischen General hieloev noch die separatistischen Bezirksmänner der Pfalz Gedächtnisreden und legten, wie auch dieser, Kränze an der Bahr: nieder. Die Teilnchmerzahl be- trug etwa 269 Perserien. In den späten Abendstunden kam es in der Hauptstraße noch zu einer Schießerei. Schließlich zogen Separatistentrupps durch die Straße. die MilitärkontroUe. Zur deutsche« Note. Paris, 13. Januar.(Eigener Drohtbericht.) Wenn auch die juristische und moralische Berechtigung der von der deutschen Regie. rung der Interalliierten Milltärkontrollkommission gemachten Mit- ttilungen, daß sie deren Tätigkett, soweit sie sich auf Heer- und Marinedienststcllen bezieht, nach dem Friedensvertrag als b e- endigt ansehe, nicht zu bestretten ist, so wird man sich doch fragen dürfen, ob der Zeitpunkt für einen solchen Schritt sehr g c- schickt gewähll war. Wenn auch die vor kurzem eingeieittten Der- Handlungen über einen Modus vivendi in den besetzten Gebieten nach der französtsch-belgischen Antwort faktisch als beendet angesehen werden können, so ist doch andererseits die gesamte Situation so, daß die Einleitung einer neuen Aussprache zur Bereinigung der gegen- wärttgen für beide Teile unhaltbaren Lag« nur eine Frage von Wochen sein kann. Es kann deshalb als taktisch nicht sehr klug b«-- z-jchnet werden, wenn die deutsche Regierung gerade in diesem Augenblick nicht nur Herrn Polncare eine neue Waffe in die Hand gibt zur Verteidigung der französischen Sicherhcitsforderungen, sondern auch im übrigen Auslande den Eindruck aufkommen läßt, als ob man in Deutschland die Tätigkeit der Interalliierten Milttär- tontrollkommission zu scheuen habe. Es ist zu befürchten, daZ man in Frankreich sehr geschickt Kapital daraus zu schlagen wissen wird. Die Dotschasterkonserenz wird in den nächsten Tagen zu der Mittel- lung der deutschen Regierung Stellung nehmen. Prossen. Darben und Entbehren, jeden Augenblick an das Jetzt und das Einst mahnte. m Zu Sieser poetischen Vorlage des Schweizers Ramuz y:! Strawinsky die Musik geschrieben. Unser Standpunkt i,. in" Meister des melodischen Rhythmus gegenüber ist jüngst dargelegt worden bei Gelegenheit der Ausführung von„Sacra de pnntempö". In der„Geschichte vom Soldaten" sängt es ähnlich an. Das Jubeln ?iiies in Ulttaub Gehenden ist in einem kecken Durcheinander der Instrumente, in einem Wirbel und Wirrwarr des K�anas ch�rakte- ristilch herausgesungen. Bewegung ist in Musik gesetzt. Musik ist Marsch. Borwärtsschreiten, Springen, ist Tanz geworden. Diese menschliche Ausgelassenheit sprengt psychologisch und musikalisch alle Bindungen harmonischer oder melodischer Gewohnheit. Wo sich dieser Taumel wiederholt, und auch wo die Königstochter zu tanzen beginnt, da ist die Musik mtt dem Lorgang eng und zu innerst verwachsen. Aber Josef, der Soldat, Hot auch ein Herz hat Seele und Gemüt. Die Beine allein, auch noch so gewohnt, stramm zu stehen oder auszu- schreiten, versinnbildlichen ihn nur bald. Hier aber war Brimitivi- t�t und Einfalt das höchste Gebot für den musidantilchen Illustrator. Wo die Trauer und die Sehnsucht, wo das Gefühl des Erdcnjammers b-'cb'ch'a.gen soll, das gleitet die aus Prinzip schrille, dissonierende Musik an uns ab. In einem choralisch gedachten Stückchen ist der Respekt vor der Helligkeit des Todes fast verloren� und in Wieder- holungen pathetischer Klanoreihen schwindet auch das sensationell Neue, das allen Strawinskylchen Fassungen anhaftet. So blieb der Eindruck gerade der Musik, so sehr sie sich mühte, dem Vorgang sich anzupassen, streckenhakt leer und unbefriedigend. Hervorragende Frankfurter Musiker svielten. Man sollt- den Dersuch wiederholen: vielleicht ist hier ein Weg der Kleinkunst geecben. auf dem auch in D-utsch'and dl« aussterbende Generation der Opernkomponisten und Dramatiker wieder frischen Atem gewinnen könnte. Kurt Singer. Ernst Schwenlnqer, der«inst vielgenannt«.Lxibarzt Bis. m a r ck s" und frühere Leiter des L i d> t e r f e l der Kreis. krankenhaufes. ist im Alter von 73 Iahren gestern in Mün- chen a« starben. Sei"« durch Bismarck, a-aen den Willen d-r Fakultät durchgedrückte Ernennung zum Professor an d-r Ber- liner Universität hat ihrerzeit vielen Staub aufgewirbelt. vortrSqe. Am 14., 15. and in. Januar, mittag? von 12-,„ft. v-llt in der allen Aula der Unioerlitrt Pro«. e?t,Iiimeh an«.? mite, dam über:.Das �** 0 �* 11 1 f i' Im 0 5 1 c nt in Gurova*.— Lvdia Ttöcker spricht»der:. D e st o t e w f! o I 5 entschiedenen Schulreloimer- am Montag. 1 1 Januar S Ufr. «n den östentlichen Pädaaogi'chen Hachschullursen im»cliicr. Siemens- Realgymnasium. Sobenilau'enstrai-. vor'räge über Ban'lunk. Am U Januar, abend? 7«. Mr. wtrd im gro'-en Auditorium der Urania Prot. L e i I h ä u s e r vom telearovdcn- !-chni'ch-n Reich?amt über die«nttvickehing der E m p I n n a» t e ch n i k und über die Ornaniiai'on de? denilchen Runds unk? unter Vor- lilbrung der Eigentchatten der Clektroneniötiren und non Verm�en mll drabiloicn Lende-n Iprechen.— Ebenlav? am 1?.. abend» 7V, Ubr. bält der Pbntiker Wilhelm Vanck im Beelbowensaal einen allgemein» verständlichen Exp-rimentaldortras über die letzten storlichrdtte der drabt. lose» Telephoui«. Thüringen und das Reich. Berzicht auf Reichskommissar und Exekutive. Der„ Sozialdemokratische Parlamentsdienst" meldet: Die Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der thüringischen Staatsregierung sind nunmehr endültig zum Abschluß gelangt. Das Reich verzichtet endgültig auf die Ent'endung eines Reichstommiffars sowie auf die übri gen geplanten Eretutiomaßnahmen. Dagegen ist die thüringische Regierung gewisse erträgliche Verpflichtungen eingegangen. Sowohl die Reichsregierung wie die thüringische Staatsregierung werden die gegenseitigen Bereinbarungen im Laufe des Montag der Deffentlichkeit über geben. Bezirksparteitag in Thüringen. Weimar, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der ordentliche Bezirtsparteitag der Sozialdemokratie Thüringens, der am Sonntag zufammentrat, gab ein Bild von Einmütigkeit und Gee schlossenheit. Der Parteitag sprach zunächst dem verhafteten Innen minister, Genoffen Herrmann, das Bertrauen aus. In einer weiteren Entschließung wird härffter Proteft gegen den Ausnahmezustand erhoben und der Abzug der Reichs mehr aus Thüringen gefordert. Bon der Reichstagsfraktion wird er wartet, daß sie den fofortigen Zusammentritt des Reichstags ver anlaht und sich bemüht, durch eine Entscheidung des Reichspräsidenten den Ausnahmezustand aufheben zu lassen. Außerdem forderte der Parteitag schärfste Oppofition gegen die Regierung Marr- Strefes mann, Sicherung der Republit, Fortsetzung des Kampfes um den Achtstundentag, eine foziale Preispolitik und Löhne bzw Gehälter, die ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen, ferner eine Berstän bigungspolitif. Ueber die Landtagswahlen referierte Genosse Brill, über bie Reichspolitik Genoffe Breitscheid. Beide Refe. rate wurden ohne Aussprache entgegengenommen. Auch die Aufstellung der Kandidaten zur Landtagswahl erfolgte in faft restleser Einmütigkeit. Schützinger- Vorträge bleiben verboten. Seit Berhängung des Ausnahmezustandes find von den Behrfreisfommandeuren fämtliche geplanten Borträge des Polizei oberst Schüßinger Dresden verboten worden. Die Drts. gruppe Bremen des Deutschen Republikanischen Reichsbundes richtete nun eine Beschwerde an den Inhaber der vollziehenden Gemalt, um die Gründe zu erfahren. Hierauf erhielt fie vom General n. Seedt unter dem 5. d. M. folgende Antwort: „ Sie fündigen eine Schüßinger- Versammlung" an Der Name Schuhinger bedeutet ein Brogramm; ich brauche in dieser Hinsicht nur auf die wohl auch Ihnen nicht unbekannten Artikel des Herrn Schüßinger über Machtverhältniffe, Kampfmethoden und sonstige Einzelheiten des Bürgerfrieges hinzu weisen, die mit schweren, völlig haltosen Angriffen gegen die verfassungsmäßige bewaffnete Macht des Reiches ver bunden waren und in einer Zeit erschienen, die für eine Erörterung derartiger Fragen besonders ungeeignet war. Im übrigen wird das Ber bot aufrechterhalten." Wann wird Berlin schneefrei sein? Das überraschend schnell eingetretene Tauwetter, das sich in der beiben Spreeschleusen, d. h. der Mühldammzwischen mieber in Frost gewandelt hat, stellte die Städtische schleuse und der Schloßfreiheitschleuse Snee in die Spree Straßenreinigung vor Aufgaben, deren Erledigung ihr trotz aller au schütten, weil die Behörde befürchtet, daß der auf den Borbereitungen nicht ganz leicht wird. Borweg sei bemerkt, daß Schollen an die Schleuse herangeführte Schnee die Schleusen roz Groß- Berlin die Reinigung der Straßen, Blaze und Brüden, und die Wagen find deshalb genötigt, bis zur Jannowitzbrüde zu Derstopft. Die Schleusen liegen nun gerade mitten in Berlin teineswegs zentral erfolgt, sondern den einzelnen Bezirken obliegt, fahren, von wo ab ihnen die Spree erst zur Verfügung steht. Früher während das sogenannte Alt- Berl.n, d. h. die Bezirte 1 bis 6, hatte man den Schnee auch in die Entwässerungstanäle geschüttet. sich zurzeit glüdlicherweise noch unter einheitlicher Leitung be- Dieses Mittel wählt man jetzt gar nicht oder nur sehr selten, weil finden, wiewohl auch dies sich demnächst ändern soll. Der Be- die Schneehaufen beträchtliche Schmußteile aufweisen, diefe in freiung der Straßen Alt- Berlins von Schnee und Eis stellen sich aus den Kanälen zu Boben sinken, fie verstopfen und dadurch müh dem Grunde besondere Hindernisse entgegen, weil es die Stadt fame und toftsnielige Reinigungsprozesse verursachen. Aus diesem väter Alt- Berlins feinerzeit versäumt haben, in richtiger fommu- enigen geht schon hervor, daß is bei der großen Finan femme der Stadt Berlin unmöglich ist und bleibt, die Straßen nach jedem naler Vorsorge sich einen Fuhrpart mit eigenen Pferden oder gar größeren Schneefall so schnell und so gründlich zu reinigen, wie es cigenen Automobilen zu beschaffen. Neukölln ist in der glücklichen vor dem Krieg der Fall war, denn bas teuerste Schneejahr vor Lage, einen Fuhrpart mit eigenen Pferden zu haben und Schöne dom Krieg hat der Etabt 1,6 Goltmillionen geloftet, ein Betrag, berg, dessen fommunale Einrichtungen bereits vor dem Kriege eine an den heute überhaupt nicht zu denken ist. Der beste Helfer wäre besondere Höhe aufwiesen, fann feinen Schnee sogar mit Automo- ein tüchtiger nächtlicher Strippenregen, der den Schnee auf Straßen bilen abfahren lassen. Alt- Berlin hingegen ist auf die Anwer und Bürgersteigen schnell auflösen würde. Damit aber foll nicht bung von Lohnfuhrwert angewiesen, das heutzutage verschwiegen werden, daß das teilweise Berlagen der Bürgersteig feineswegs billig zu beschaffen ist. Man gelangt deshalb bei der reinigung die Reinigung ist durch Ortsgefeß von 1. April 1912 Betrachtung der Verhältnisse fehr bald zu der lleberzeugung, baß Pflicht gemacht worden einen unverfenntaren Mangel an allen Haus- und Grundbefizern für ganz Groß- Berlin zur auch die Beseitigung des Edrecs nidyts meiter ist, als ein Stüd Berantwortlichkeitsgefühl und Gemeingeist bekundet. der großen fommunalen Finanzfrage. Wäre Berlin in der angenehmen Lage wie vor dem Krieg, so könnte es große Scharen fich anbietender Arbeitslofer annehmen, sie während der Schnee periode behalten und entsprechend entlohnen. Die Arbeitslojen als Rothelfer. Berlin ist heute darauf angewiesen, sich der Arbeitslosen als Rothelfer zu bedienen und, fo arbeitswillig diefe Leute auch sein mögen, so darf doch nicht verfannt werden, daß sie sich in einem fo wenigsten Fällen möglich ist, die mit erheblichen Anstrengungen unterernährten Rust and befinden, daß es ihnen in den verburdene Arbit des Echneeschiprens felbst bei geringer Dauer auszuführen. Hinzu kommt, daß die Arbeitslosen in den wenigsten Fällen ordentliches Schuhwert haben und bak feinem Menschen zugemutet werden tann, stundenlang mit den Füßen in dem eisigen Schneewaffer herumzupatschen. Es sind beshalb bereits Fälle vorgekommen, daß Arbeitslofe, die diefe Arbeit verrichten wollten und auch willens waren fie auszuführen, fie aus diesen Gründen in der Tot nicht ausführen konnten und erklärten, licber auf die Arbeitslofenunterstützung ganz zu ver. zichten. Wenn man die Verhältnisse richtig betrachtet, fann man nicht anders als die Klagen der Arbeitslofen für berechtigt zu er flären. Etwas anderes wäre es, wenn die Arbeitslosen Aus icht auf längere Befchäftigung bei Anrechnung der Unterstügung hätten. Heute sollen fie fo lange arbeiten, bis sie ihre Unterstukung abgearbeitet haben und werden dann durch andere erfekt. Es ist flar, daß mit einer solchen widrigen der Stadt aufgedrungenen Arbeitsweise weder der Stadt noch dem Bürger noch etwa gar den Arbeitslofen geholfen iit und ein Gang durch die Straßen beweist, daß die städtischen Reinigungsfolonnen mit Aufbietung aller phnischen Kräfte und mit Unterstügung eben dieser Arbeitslofen am Wert sind, aber daß ihrer doch eben viel zu wenig find. Die Abfuhr. Also weil Schüßinger fünf Minuten vor 3wölf, als ber Hitler. Ludendorff- Putsch" bereits zum Greifen vor uns stand, die Ar. beiterschaft zur Besonnenheit mahnte, den Wert von unbewaffneten Kampfverbänden auf das nötige Maß her absetzbe, damme sind freigemacht worden, so daß fich der Wagen Immerhin ift recht viel erreicht worden. Die Straßen has Gewölk der Butschgefahr durch psychologisches und militärtech verfehr abmideln fonnte. Die an den Bordschwellen aufgefekten nisches Einbringen in das Wehr- und Polizeiproblem zu zerstreuen Schneehaufen sind und bleiben in der Tat außerordentlich hinderlich, fuchte deswegen wird er jcht mundtot gemacht. Borum wird aber ihre schnelle Abbringung mittels Wagen wird durch zwei Um Schübinger nicht einfach wegen Beleidigung der Wehrmacht verstände verhindert. Einmal durch die schon erwähnte Tatsache, daß flagt? Das alte freifinnbürgerlich) regierte Berlin es verabsäumt hat, sich eigeres Fuhrwert zuzulegen und daß nun, was übrigens dennoch im Maßstab der verfügbaren geringen Mittel geschieht, verhältnis mäßig teures Lohnfuhrwerf angenommen werden muß. Und zw itens durch den Umstand, daß die wafferoolizeilichen Be hörben der Stadt verboten haben, innerhalb des Begirts Blutiger Sonntag in Hamburg. Liebknechtfeier der Kommunisten. Hamburg, 14. Januar.( BTB.) Die Kommunistische Bartei hatte für den heutigen Tag eine Liebknecht Feier geplant, die am Revolutionsdenkmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof stattfinden sollte. Der Kommunistenführer Urbahns, der im Ver dacht steht, die Novemberunruhen in Hamburg geleitet zu haben, hielt zur Feier des Tages an die Menge eine Ansprache. Als er den Friedhof verließ, wurde er verhaftet Die Polizei, die von der Menge bedrängt wurde, machte von der Schußwaffe Gebrauch. Eine Person wurde erschossen, zwei vermundet. Die Kleine Entente. Amtliche Berichte. Die Juwelenvilla in Bad Berka. Auf der Spur infernationaler Einbrecher. Große Juweleneinbrüche, bei denen den Tätern unermeßliche Berie in die Hände fielen, wurden in ungewöhnlich kurzer Zeit hintereinander in Holland, der Schweiz, in England und anderen Ländern verübt. In London war die Beute in einem einzigen Falle so groß, daß für die Ermittlung der Täter und die Wieder. beschaffung des gestohlenen Gutes 10 000 Pfund Belohnung ausgefeßt wurden. Die Berwaltung tut was fie fann und für das, was sie beim besten Willen ohne vorhandene Mittel nicht leisten fann, muß sie fich auf die Mithilfe des Wetters, besonders aber der Sonne, ver. laffen, bie ja eines Tages bestimmt das letzte Reftchen Sunee getilgt haben wird. Bis dahin wird vielleicht noch mancher Tag verOpfer der Glätte. gehen. Bor 11% Uhr mit der Schneebeseitigung vom Dache des Hauses Leipziger Ein Angestellter der Firma Erim A.-G. mar vormittags gegen Straße 58, Ede der Friedrichstraße, beschäftigt. Dabei rutschte er ab und wäre unfehlbar in die Tiefe gestürzt, wenn er sich nicht geistesgegenwärtig am Dachlims des 4. Stodes festgehalten hätte. Hansbewohner riefen schleunigst die Feuerwehr herbei, die den Halberstarrten aus seiner gefährlichen Lage befreite. dem Hause Gräfestraße 80 stürzte infolge der Glätte die 48 Jahre alte Bitme Martha Litems bi aus der Mariannenstraße 35 u Boden und trug eine Gehirnerschütterung davon, die ihre Ueberführung nach dem Urbanfrankenhaus notwendig machte. Der 53 Jahre alte Franz Reich aus der Solmsstraße 30 fiel vor dem Hause Bärwaldstraße 56 infolge der Schneeglätte hin und erlitt einen Oberschenkelbruch. Er wurde ebenfalls nach dem Urbanfrankenhaus transportiert. Einen ähnlichen Unfall erlitt die 36 Jahre alte Frau Marie Rah aus der Grünthaler Straße 9. Sie tam in derselben Straße vor dem Hause Nr. 3 zu Fall und zog sich einen Bruch des rechten unterschenfels zu. Man schaffte fie nach dem Birchow- Krantenhaus. Einen Bruch des linten Fußtnöchels erlitt die 27 Jahre alte Frau Anna Neumann aus Lichterfelde, als sie vor dem Hause Barkstraße 78 aus glitt. Sie fand im Urbanfrankenhause Aufnahme. Nach demselben Krankenhaus wurde die 18jährige Helene Hausbalt aus der Gartenstraße 53 geschafft. Sie war vor dem Hause Dieffenbachstraße 29 gestürzt und hatte einen Bruch des rechten Oberarms davongetragen. Infolge der herrschenden Glätte verunLehrter Straße 33. aludte nachmittags die 56 Jahre alte Frau Elise Soppe aus der Mit einem Bruch des rechten Unterarmes wurde sie nach der nächsten Rettungsstelle geschafft, wo sie den erften Verband erhielt. Insgesamt sind in den Stotionen des Berliner Rettungsamies seit gestern abend über 300 Perfonen behandelt worden, die infolge der Glätte zu Schaden gekommen sind. Insbesondere muß darauf bingewiesen werden, daß gerade auf den Pähen und Straßenteilen, für die der Magistrat verantwortlich ist, eine geradezu lebensgefährliche Blätte herrscht. Wenn man und das mit Recht die Hausbefizer veranlaßt, vor ihrem Hause die Glätte zu beseitigen, fo gilt diese Verpflichtung auch für die öffentlichen Plätze. entnahme liegt auch dann vor, wenn die Anlage vor der Inbetrieb fetzung durch die Werte von dritter Seite, insbesondere von Installa teuren eingeschaltet wird, sei es auch nur zum Zwecke der Aus= probierung der elettrischen Anlage. Die Werte weisen ausdrücklich darauf hin, daß fie in 3ufunft eine verschärfte Kontrolle durch ihre mit Ausweis versehenen Organe vornehmen und warnen nochmals ausdrücklich vor unberechtigter Stromentnahme. Eine polizeiliche Warnung. Durch ein Feuergefecht wurden die Bewohner ber Isen. burger Straße, Ede Kaiserin- Augusta- Allee, erschreckt. Ein Schußpolizeibeamter trai morgens um 4 Uhr zwei Männer, die in ein an genannter Ede liegendes Zigarrengeschäft eingebrochen hatten. Giner der Einbrecher fprang fofort dem Beamten entgegen, hielt ihm die Pistole vor die Brust und forderte ihn auf, sofort feine Waffen abzugeben. Als der Beamte selbst zur Waffe griff, gab er auf ihn einen Schuß ab, der glüdlicherweise fehlging. Der Schußpolizist erwiderte bas Feuer. Die Berbrecher, flüchteten und perfuchten ihren Verfolger durch Schiffe abzuhalten. Blöglich er hielt der Beamte aus der Kaiserin- Augufta- Allee ebenfalls Feuer. hier tauchten pöhlich Männer auf, die den Berfolger aufhalten Die meilere Berfolgung verlief ergebnislos. wollten. Einer der Einbrecher ist sicher angeschoffen. Im Ganzen wurden ungefähr 20 Schüsse gewechselt. Die Beute hatten die Diebe zurückgelaffen. Das Polizeipräsidium teilt mit: Wie der politischen Polizei bes Während die Bolizeibehörden aller Bänder in gemeinsamer fannt geworden, panen die Kommunisten aus Anlaß des Belgrad, 14. Januar.( WIB.) Ueber die am Sonnabend zu Arbeit sich um die Aufklärung bemühten, wurde am 15. November Todestages von Karl Liebenecht und Rosa Luxemburg für Diens Ende geführte Konferenz der Kleinen Entente wurde folgendes Rom. vorigen Jahres in Basel ein Einbrecher auf frischer Tat ertappt tag, den 15. Januar, Straßenfundgebungen in Berlin. muniqué ausgegeben: Die letzte Sigung der Bertreier der Kleinen und nach einer längeren Berfolgung über Mauern und Häuser Vor Teilnahme an derartigen, gefeßlich verbotenen Rundgebungen Entente fand heute um 10 Uhr im Ministerium des Aeußern statt. hinweg erschossen. Erst später gelang es, ihn als einen 30 Jahre wird dringend gewarnt, da gegen etwaige Demonstranten Die Herren Benesch, Duca und Nintschitsch haben die Besprechung alten Raufmann Kurt Brachmann aus Berla bei Weimar feit mit allen polizeilichen Mitteln vorgegangen wird. der Frage der ungarischen Anleihe fortgesetzt. Nachdem sie zustellen. Dieser Mann war während des Weltkrieges in Norddie diesbezüglichen Brotokolle auf ihre Bollständigkeit überprüft amerila in Fort Douglas im Staate Utah als Deutscher unter dem hatten, find sie über die Entscheidungen übereingekommen, die noch Ramen Henry Glowe interniert. Nach Deutschland zurüdgefehrt, zur Beseitigung der bestehenden Schwierigteiten notwendig find. war er zunächst Mühlenbefizer, verkaufte dann sein Befihtum, ver. Prag, 14. Januar.( WTB.) Das Tschechoslowakische Breffe heiratete fich und erwarb in Bad Berfa eine Billa, die er bureau meldet aus Belgrad über die Richtlinien, auf die sich die Konfeitdem bewohnte. Bei ihm mohnte ein ebenso alter, aus Stottern ferenz der Kleinen Entente bezüglich ihres Borgehens in der rufheim gebürtiger Landwirt Frit Hausmann. Als nun Kriminal fischen Frage grundfäglich geeinigt habe, es fönnten auf Grund beamte die Billa durchsuchten, fanden sie wohl eine Menge Juwe authentischer Informationen folgende zwei Buntte festgestellt mer. en aller Art aus den verschiedensten Einbrüchen. Hausmann den: Die Regierungen der Kleinen Entente feien sich darin einig, aber war verschwunden. Er wurde nach einiger Zeit in Weimar abzuwarten, melchen Standpunft in diefer Frage Italien fefigenommen. Jekt ist er in Berlin in Haft. Er gibt zu, mit und England einnehmen mürden; fie behielten sich vollkommene Brachmann viele Reifen gemacht zu haben, behauptet aber, daß er Handlungsfreiheit vor, damit sie entsprechend den neuen Umständen lediglich fein Gesellschafter" gewefen fei, und von seinen Einbrüchen und der allgemeinen Lage ihren besonderen Standpunkt bestimmen nichts gemukt habe, obwohl auf bei ihm Juwelen aus verschie fönnten. Rumänien werde feine bisherigen Berhandlun denen Einbrüchen gefunden wurden. Festgestellt wurde, daß beide gen fortsetzen, da es mit Rußland einige besondere Fragen zu regein am 18. Auguft vorigen Jahres mit Bässen verfehen über Holland habe. Alle Nachrichten über Meinungsverschiedenheiten zwischen nach England abreisten. In der Nacht zum 26. August wurde der Mitgliedern der Kleinen Entente oder zwischen Mitgliedern der jugo. Rieneinbruch in London verübt. Brachmann und Hausmann, die lamischen Regierung, insbesondere zwischen dem Ministerpräsidenten im Santi- Georg- eet in London gewohnt hatten und die ziemlich Boschitsch und den übrigen Ministern, entbehrten jeder Grundlage mitteffes abgereist maren, fehrten mit Jumelen, englischen Pfunden Nach einer Reihe von weiteren Die beteiligten Außenminister haben beschlossen, daß die nächste und Gulben nach Berka zurüd. Zusammenkunft der Vertreter der Kleinen Entente im Juni oder Cinbrüchen wurde dann Brachmann in Basel erichoffen. Juti stattfinden soll. Die drei Minister werden noch vor ihrer Ab. Daß er allein alle diese Einbrüche verübt habe, ist höchst unwahrreife in Berhandlungen von Minister zu Minister die zwischen ihren scheinlich. Bermutlich gehörte er zu einer internationalen Bande, die auch noch in anderen Städten und Ländern..gearbeitet hat. Staaten noch schwebenden Fragen regeln. Mitteilungen zur weiteren Aufklärung, insbesondere auch über die Bersönlichkeit, den Aufenthalt und den Verkehr Hausmanns, ber einftmei'en noch in Berliner Gewahrsam bleibt, nimmt Kriminal fommiffar Trettin in 3immer 103 des Balizeipräsidiums ent gegen. Die Danziger Regierungsbildung. Danzig, 14. Januar.( Mib.) Die Zersplitterung der bürger. lichen Parteien hat, trotzdem die allgemeine Zusammensetzung des Barlaments biefelbe geblieben ist, die Regierungsbildung doch fo erschmert, daß die Lage noch gänzlich ungeflärt ist. Hauptsächlich handelt es sich um die Person des Senators Jemelomiti, auf den die sehr zusammengeschmolzene Bartei für Fortschritt und Wirt schaft nicht verzichten will, der eben von den Deutschnationalen abgelehnt wird, da fie fich in der Wahlagitation zu sehr gegen ihn festgelegt haben. Gestern sprach man von einem Minderheitsblock aus Deutschnationalen, Zentrum und liberaler Fraktion, die 88 Sige von 120 innehaben. Doch ift bas Bild heute schon wieder ein anderes, da man in diesem Falle mit Sicherheit einen Austritt der Gruppe der B.( Angestellte, Beamte und Arbeiter) porauslagen tann. Strombiebstähle. Reichstagsabgeordneter Gen. Emil Felben pricht am Mittwoch, 16. Jan.. abends 7%, br. bei freiem Eintritt in Neuföln. Hettaftr. 9/11( ar. Saal). im Bunde religiöser Cozialisten über das Thema: Mein Kampf gegen Drthobore, Liberale und Freidenker." Groß- Berliner Parteinachrichten. Jungfozialisten! Der Kursus für rhythmische Belaffung fällt heute aus. Troß mehrfacher Erinnerung fehlen leider noch immer die A5rechnungen des III. Quartals von 55 Abteilungen. Die betreffenden Raffierer werden deshalb hierdurch nochmals ersucht, fofort abzus rechnen, eventuell auch ohne einige fleine noch ausstehende Unterbezirke. J. A.: Aler Pagels. Die Berliner Städtische Elektrizitätswerke Att.- Gef. teilt uns mit, daß trok der von ihr wiederholt an ihre Abnehmer ergangenen Barnungen die Stromdiebstähle nicht nur keine Verminderung era. fahren, sondern in außerordentlichem Umfange zuge nommen haben. Die Werte machen darauf aufmerksam, daß fie bei Entdeckung derartiger Stromdiebstähle gegen den Schuldigen mit größter Schärfe vorgehen, insbesondere die Stromlieferung an den Betreffenden endgültig einstellen, außerdem Etrafanzeige megen Diebstahls erstatten und von ihrem Recht auf Erhebung einer Kons ventionalstrafe Gebrauch machen merden. Eine unberechtigte Strom. 12. 61. Strels Bedding. Seute, Montaa, abends 7 Uhr, im Bezirksverordneten- Gikungsfaal des Lebigenheims, Echönstebtftr., Vollversammlung der Arbeiterwohlfahrt, Rinderfchuk ommiffion und der fommunalen Kommiffion. Referent: Stadtarat Dr. Drurter über: Die Gesundheitszustände in unserm Bezirk. Kreis Beißensee. Die Frattionslinng findet wegen der Funktionärkonferenz nicht heute, fond ru Dienstag um 7 Uhr, im Rathaus. Rimmer 21, ftalt. bt. Friedenau. Sozialistisches Seminar Infolge Verhinderung des Referenten tällt ber heutige Abend aus. Nächster Abend Montag, den 21 Januar. abenbs 8 Uhr, bei Alabe. Sozialismus und Rommunismus". Rejerent: Genoffe Mag Grunwald. Gewerkschaftsbewegung Wirtschaftskrise und Arbeiterbildung. Tamang zur größten Sparfamtett, bie fich befonders in der Ber- Wahl der Delegierten zum nächsten Gewerkschafts- und Internati minderung des Berfonals und der Drudeinstellung des Mitteilungs- nalen Bergarbeiterfongreß eine wesentliche Rolle spielen dürften. blattes auswirkte. Die Stabilität in der letzten Zeit machte es möglich, die Wochenbeilage wieder erscheinen zu lassen. fordert. Juternationale Solidarität. Der englische Eisenbahnerkonflikt. 27 In seinen weiteren Ausführungen ging Frengang auf den Groß- Der Generalrat des englischen Gewerkschaftstongresses hat in Nach den Jahren der besten Wirtschaftskonjunktur ist der noll angriff bes Unternehmertums gegen alle fozialen Schuhmaßnahmen den Eisenbahnertonflikt eingegriffen und beschlossen, einen Ausschuß händige wirtschaftliche Zusammenbruch erfolgt. Arbeitslosigkeit und ein. Im Holzgewerbe ist ber Reichsmanteltarif getün zu ernennen, der mit den Eisenbahndirektoren und dem VollzugsHungersnot erschöpfen die Kräfte der Masse des Boltes. Die Kräfte digt. Die Arbeitgeber fehen ihre Zeit gekommen, alle ihnen er ausschuß des Lokomotivführer- und Heizervcrbandes zusammenDer Arbeitenden werden aufgebraucht durch den fortwährenden wünschten Verschlechterungen durchzubrüden. Die Stellung der Be fommen foll, um die Stodung der Berhandlungen mit den Eisenfriebsvertrauensleute, die Ferien, die tarifliche Regelung der Lehr- bahngesellschaften zu beheben oder wenigstens den Ausbruch des Rampf gegen Lohnreduktion und Arbeitszeitverlängerung. Rüd fichtslos benugten die Unternehmer ihre vorübergehende lleberlegen- lingsangelegenheiten sollen gleich der 46- Stunden- Woche zu Fall Streits hinauszuschieben, folange die Berhandlungen nicht abgeheit, um ber erschöpften Arbeiterschaft olle Berbesserungen, die sie gebracht werden. schlossen sind. fich in den legten Jahren erfämpft hat, wieder abzunehmen und sie Der Ausbau der gewerkschaftlichen Organisation Der größten Verelendung preiszugeben. der Arbeiterschaft bietet bie einzige Gewähr für das Mißlingen der Der Lohnkonflikt im englischen Bergbau. Written in diesem algemeinen Niedergang müssen wir den Mut Unternehmerpläne. Am 10 Januar haben die englischen Bergarbeiter über die finden, alle Kräfte anzuspannen, um dem Berfoll einen Die Ausführungen des fintsoppofitionellen Distuffionsrebners Beibehaltung oder Kündigung des gegenwärtigen Tamm zu sehen. Wir fönnen dies nur tun, indem wir uns fonnten von Frengang im Schlußwort mühelos auf das gebotene Tarifvertrages abgestimmt. Sowohl die Erefutive als auch eine Klarheit zu verschaffen suchen über die Art unseres Maß zurückgeführt werden. Eine Resolution der Ortsverwaltung, spezielle Delegiertentonferenz haben sich für die Kündigung Rampfes in der Zukunft. Wir müssen wissen, wo wir in den letzten die Richtlinien für ihre nächsten Arbeiten festlegt, fand Annahme. ausgesprochen. Vor der Einleitung eines Streifs müßte allerdings Jahren falsch gekämpft hoben, wo unfere Vorbereitung noch unzu In thr wird befonders Gewicht auf den Rampf gegen die Arnod) eine 3 meite Abstimmung vorgenommen werden. Der New reichend war zur Durchführung unserer Ziele Wir müssen über beitszwangsverordnung gelegt und deren Beseitigung ge- Leader" jagt, Hunderttausende von Bergarbeitern hätten ein so gezeugt sein von unseren Zielen und unserer jozialistischen Weltan ringes Einkommen, daß ihre Familien taum thren Lebensunterhalt schauung, und wir dürfen nicht, durch die äußeren Mißerfolge entbestreiten tönnen. Während die Lebensunterhaltstofien 77 Broz. mutigt, an der Wahrheit des Sozialismus zu zweifeln beginnen. über denjenigen des Jahres 1914 stehen, find die Löhne dieser Ar beiber mur um 50 bis 55 Broz. geftiegen. Demgegenüber ist feft zustellen, daß sich die Gewinne von Handel und Industrie im ver sangenen Jahre auf nicht weniger als zirta 26 000 000 fund Sterling ftellten, gegen 19 000 000 Pfund Sterling im porvergange nen Jahre. Dabei muß allerdings gesagt werden, daß diese Gewinne sehr ungleich verteilt sind. Gewisse Bergbauunternehmer erzielen Riesengewinne, andere find dem Ruin nahe. Frant Hodges, der Gefretär des britischen Bergarbeiterverbandes, der fürzlich ins Parlament gewählt wurde, erklärte in diesem Zusammenhang, daß ein großer Streit im Kohlenbergbau nach seiner Ansicht alle Aussichten auf eine wirtschaftliche Gesun bung in den nächsten 5 Jahren ausschalten würte. Die im Falle der Eisenbahnen auf gefeßlichem Wege erzielte Bereinheitlichung fönnte freiwillig auch im Bergbau herbeigeführt werden. Er fordert deshalb die Bergbauunternehmer. auf, nach höheren Gesichtspunkten zu arbeiten, neue Wege einzuschlagen und die Betriebe in Berücksichtigung der modernen techallen Bergarbeitern ein anständiger Lohn gesichert werden, ohne nischen Errungenschaften zu organisieren. Auf diese Weise könnie daß dabei die Allgemeinheit darunter zu leiden hätte. der Abstimmung scheint die große Mehrheit der Bergarbeiter für Nach den bisher vorliegenden Nachrichten über das Resultat die Ründigung des Tarifvertrages geftimmt zu haben. Damit würde der Konflikt im englischen Bergbau atut werden. Der kommenden 2rbeiterregierung wird es obliegen, nach den Vorschlägen von Frant Hodges eine Umgestaltung des Rohlenbergbaues vorzunehmen. Selbstbesinnung ist ous dieser Erkenntnis der heutigen Bon dem Sekretär des Generalrates des englischen Gewert Lage heraus das Leitmotiv des tommenden Unterrichtsabschnittes fchaftstongreffes Frant Bromley und dem Sekretär des VollDer freigewerffchaftlichen Betriebsräteschule. Meußerlich, in der Einteilung der Sachgebiete, den früheren Unter. Bugsausschuffes der englischen Arbeiterpartei Arthur hender. richtsplänen gleich, zeigt sich ber jetzt vorliegende Lehrplan in feinem fon ist ein Aufruf an die Gewerkschaften, Arbeiterparteien und ihre Inhalt dem obengenannten Leitmotiv ongepaßt. Die Einfüh. Anhänger gerichtet worden, in der sie aufgefordert werden, der rungsturse, auf die ein besonderes Gewicht gelegt wurde, sollen Arbeiterbewegung in Deutschland finanziell zu helfen, Rüdblid, Einkehr und Ausschau zu halten. Hilfe zu tommen. Es heißt in dem Aufruf, es sei unmöglich, Neben diesen Einführungskursen sind die fachlich gegliederten die vollkommen phantastischen Verhältnisse, die durch den katastroRurje über Arbeitsrecht, Boltswirtschaft und Bephalen Sturz der Währung in Deutschland herbeigeführt worden triebslehre vorgesehen, um der Arbeiterschaft das notwendige feien, zu schildern. technische Rüstzeug zu geben im Rompfe gegen die Unternehmer, für die lleberwindung der Krise und für die Durchführung der eigenen Ziele. Der neue Unterrichtsabschnitt beginnt in der 2. Februar. moche. Unterrichtspläne und hörerfarten sind erhältlich bei den Drisverwaltungen der Verbände sowie im Bureau der Betriebs. räteschule, Engelufer 24/25, 2. Sof, I. Lehrberatungssprechstunden bortselbst Montags und Freitags von 4-7 Uhr. Achtung, Metallarbeiter! Denjenigen Kollegen und Kolleginnen, welche Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes find und anläßlich der letzten Be wegung nicht wieder eingestellt wurden, wird, soweit fation ausgelegten Listen einzeichnen lieken, eine Unterstützung fie fich bis Montag, den 14. Januar 1924, in die von der Organi gewährt. Die Auszahlung dieser Unterstügung erfolgt am Mittwoch, Tie Vereinbarung im Buchdruckgewerbe angenommen. Barterrefaal, Schalter 1 bis 3, gegen Borlegung des Mitaliedsbuches. den 16. Januar, morgens ab 9 Uhr, im Verbandshaus, Linienſtr. 83, Wie wir bereits in der Morgenausgabe vom Freitag mitteilten, Bebingung ist, daß eine 13wöchige Mitgliedschaft im DMV. vorliegt, war der am Donnerstag im Reichsarbeitsministerium vereinbarte und daß ein Beitragsrüdftand von nicht länger als drei Wochen be neue Tarifvertrag für das deutsche Buchdruckgewerbe nur vorbehalt fteht, b. h. es muß die lehte Beitragsmarte im Jahre 1923 bezahlt lich der Genehmigung einer Gauleiterfonferenz zum Abschluß ge fein. Mitglieder, die fich bis Montag, ben 14. Januar, nicht in Iangt. Diefe Ronferenz hat am Sonnabend und Sonntag zu den die ausgelegten Listen eintragen ließen, fönnen nur als Nach durch die Vereinbarung nunmehr gegebenen Tarifänderungen zügler betrachtet werden und erhalten die Unterstügung, soweit sowie zu dem Ablommen über die Arbeitszeit eingehend Stellung fie sich bis Donnerstag, den 17. Januar, eintragen lassen, am rei- Der Streit der deutschen Seeleute in London hat sich beträchtlich genommen. Die gründliche Aussprache der führenden Funktionäre tag, den 18. Januar, ausgezahlt. Am Mittwoch, den 16. Ja ausgedehnt. Nach einer unter Borsiz Havelock Wilsons abgehaltenen aus dem ganzen Reiche ergab schließlich die Annahme der folgenden nuar, findet eine Eintragung in die Listen nicht statt, da dieser Tag Konferenz der Delegierten aller Schiffe, die im Londoner Hafen Entschließung: zur Auszahlung benutzt wird. Die Kollegen, die einer dem Metall- liegen und von der Bewegung bedroht sind, wurde einstimmig befartell angefchloffenen Organisation angehören, haben fich bet fchloffen, nicht nachzugeben und Weisungen an alle Häfen zu fenden, ihren zuständigen Ortsverwaltungen zu melden. durch die die Seeleute auf deutschen Schiffen zur Arbeitseinstellung aufgefordert werden. Die Bertretung der im Verband der Deutschen Buchdrucker vereinigten Gehilfenschaft erklärt in Anbetracht der zurzeit bestehenden besonderen Verhältnisse ihre 3 ustimmung zu der unter Mit wirtung des Reichsarbeitsministeriums zustande gekommenen tariflichen Vereinbarung vom 10. Januar 1924. Generalversammlung der Holzarbeiter. Zum Kampf in Rheinland- Westfalen. Metallarbeiteraussperrung in Mannheim. Die Aussperrung fämtlicher Metallarbeiter Mannheims ist mit dem heutigen Tage in Kraft getreten, nachdem der Schiedsspruch von den Arbeitgebern und hierauf ein neues Angebot von den Arbeitnehmern abgelehnt worben war. % Sport. Sportpalaft. Am Sonnabend waren Barlett und Ränge des Haries dicht gefüllt. Die sportlichen Darbietungen, die fich im Rahmen der Vers anstaltungen des Bereins Deutsche Sportpreffe vollzogen, fekten seiner itigen Fuchsjagd ein. Im Verfolgungs- Rennen der Straßenfatter fleate die Mannschaft uschte sto bl schon nach 2 Stilometer über Mantby roll. Im Fliegerheffen fiber 10 Stunden fiegte ahn vor Schrage und end. Die Lachfalven erreichten ihren Höhepunkt, als( rowes. England und oh Berlin zum Blind bogen antraten und durch die Zuruje große Mühe hatten, ibre Schläge anzubringen. Der 10- Runden- Rampf Milenz gegen ongebr mii barten Bandagen wurde in der dritten Runde vom Ringrichter wegen Berteidigungsunfähigkeit Vongehrs abgebrochen, der, bereits übel mitgenommen, einmal bis 9 zu Boden mußte. Das Stebers Derby über 100 Runden wurde mit schnellem Tempo gefahren. Oslar sie war es, ber immer wieber einen Boritoz beruchte, aber dabei nicht die genügende Unteritügung fand. Den Hauplanteil an den Bertungen batten Bauer, Lewanow und Caldow. Die lehte Bertung gewann Zieg mit einer halben Runde Vorsprung. Im Klassement fegte Bauer mit 14 Buntten vor Lewanow und Ealbom mit je 11 Puulten. Dstar Sich belegte mit 8 Puntten den vierten Blag Sie kann jedoch der Auffassung nicht beitreten, daß durch eine In einer Konferenz, die am Freitag in Elberfeld tagte, einbeBerlängerung der Arbeitszeit die erforderliche Berrufen vom Bezirksausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewert billigung der Produktion herbeigeführt werden fann; fchaftsbundes, wurde unter Teilnahme aller verantwortlichen Führer sie bestreitet auch, daß die in den Schiedssprüchen des Reichsarbeits. in eingehender, fachlicher, von Hefem Ernst getragenen Beratung minifteriums und anderer Schlichtungsstellen geförderte Durchfolgende Entschließung mit großer Mehrheit angenommen: brechung des Achtstundentages mit den Bestimmungen Die Ronferenz der Gauleiter und Drtsausschüsse des Allgeder neuen Arbeitszeitverordnung in Einflang zu bringen ist. meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes für Rheinland- Westfalen am Die Gehilfenvertretung erwartet auf das Bestimmtefte, daß an 11. Januar 1924 in Elberfeld ftellt sich auf den Standpunkt, daß die gefichts ber herrschenden großen Arbeitslosigkeit im Berliner Bereinbarung über die Arbeitszeit in der Metallindustrie Buchdrudgewerbe durch die nach der Vereinbarung in den Be der nordwestlichen Gruppe durch die Erklärung der Verhandlungstrieben oder Betriebsabteilungen zuläffigen Ueberstunden die Arbeits. teilnehmer pom Metallarbeiterverband und durch die Abstimmung lofigkeit nicht noch vergrößert wird, und nur bort davon Gebrauch der Mitglieder als bindender Vertragsbestandteil nicht anerkannt gemacht wird, wo vermehrtem Arbeitsandrang burch Neueinstellun worden ist. Die Gesamtgewerkschaften von Rheinland- Westfalen unter gen oder auf andere Weise nicht begegnet werden fann. stüßen deswegen den Abwehrkampf der Metallarbeiter gegen die Berlängerung der Arbeitszeit mit allen zwedentsprechenden Mitteln. Alle Arbeiter, benen ohne Zustimmung ber Drganisationen eine längere Arbeitszeit aufgezwungen wurde, Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes hatte haben die Arbeit einzustellen. Alle anderen Arbeiter, die meiter Freitag abend im Gewerkschaftshaus eine Generalversammlung. Dem 8 Stunden arbeiten, werden aufgefordert, ihrer Solidarität durch Den rengang gegebenen Gefchäftsbericht vom 3. Quartal Sammlungen für die Kämpfenden Ausdrud zu geben. Die zur ift folgendes zu entnehmen: Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben Durchführung des Kampfes notwendigen Anweisungen werden von ben Geschäftsgang im 3. Quartal mehr noch als früher beeinflußt. ben Organisationsleitungen gegeben und find alle Barolen von wil Waren um die Mitte des Jahres 1923 1454 Arbeitsloje vorhanden, den Konferenzen fowie wilden Gewerkschaften von den Gewerkschaftsto ftieg die Zahl der Arbeitslosen bis Ende September mitgliedern abzulehnen. Der Bundesausschuß des ADGB. wird auf 9000. mit der Erfämpfung wertbeständiger Löhne und der aufgefordert, diesem Beschluß beizutreten und auch feinerseits alles Bewilligung von Befigsteuern im Parlament begann auch der ge- zum Gelingen des Kampfes Notwendige durchzuführen." fteigerte Druck der Unternehmer. Sie schloffen ihre Betriebe megen angeblichem Geldmangel und verschärften so die Krise. War es früher stets möglich, bei Lohnbewegungen in diretten Berhandlungen mit den Arbeitgebern zu befriedigenden Resultaten zu tommen, Der Borstand des Bergarbeiterverbandes ruft in der neuesten mußten in leß'er Zeit immer mehr die Schlichtungsinstanzen an- Nummer der Bergarbeiter 3eitung", die nach dreimonatigem Ber gerufen werden. bot im besetzten Gebiet wieder erscheinen fann, zur/ 24. General An den Lohnbewegungen in der Berichtszeit waren die versammlung in Dresden auf. Der Tag des Bufammen. 8 Rorbmacher, Knopfarbeiter, Bergolder, die Tischler der Metallindustrie tritts ift megen ber bevorstehenden Barlaments und Gemeinde und die Bautischler beteiligt. Daneben wurden 472 Betriebsdiffe mahlen noch nicht bestimmt. Die allgemeine Wirtschaftslage unter renzen durch Vermittlung der Verbandsvertreter erledigt. Das Berücksichtigung der Arbeiterinteressen spiegelt sich in der Tages. Organisationsleben spielte sich in einer großen Zahl von Funktionär, ordnung wieder. Die Konzentration des Kapitals in der MontanBranchen- und Arbeitslosenversammlungen ab. Die fortgefeßte Geld industrie sowie gewerkschaftliche Probleme in Gegenwart und zu entwertung ließ die Beitragsfrage nicht zur Ruhe kommen und funft werden zu den wichtigsten Punkten gehören, die auch bei ber Apollo- Theater " Uhr Dir.James Klein 7 Uhr Das wel istor Schauspiel: Volk und Krone f. Teil aus Bismarck- Trilogie Em.Ludwigs Ueber 200 Mitwirkende! Dargestellt v. d. prominentest. 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