Abendausgabe Nr. 26 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 13 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Cindenstraße 3 Ferafprecher: Donhoff 2982-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Mittwoch 16. Januar 1924 Berlag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 63, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Die Geschichte einer Verhaftung. Reichskommissar gegen Innenministerium! Aufgaben nach dem Abbau. Produktive Arbeit oder Staatsrentnertnm? Bon Dr. Hans Böiter. Die Frage, was mit den auf Grund der AbbaumaßAls gestern abend die Nachricht von einer Berhaftung eines weichenden Benehmens den Wunsch ansieht, den natürlich fofort nahmen ausscheidenden Beamten und Staatsangestellten gerechtsradikalen Offiziers unter dem Berdacht des Mordverfuchs gegen funfilonierenden Berdunklungsmanövern rechtsradikaler Kreise zu schehen soll, hat in der Deffentlichkeit viel zu wenig Beach General v. Seedt verbreitet wurde, hieß es ausdrücklich, daß die Hilfe zu fommen. tung gefunden. Man hat zwar von gewisser Seite her einen Berliner Polizeibehörden im Interesse der Voruntersuchung feinerlei Das eigenartige Borgehen des Reichskommissars, der ohne starken Druck auf die Regierung ausgeübt, die Beamtenzahl Mitteilungen über Einzelheiten dieser Verhaftung machen könnten, wissen der preußischen Regierung Verhaftungen vornehmen ließ, durch Entlassungen zu vermindern, und noch heute werden die im übrigen von einer Reichsbehörde vorgenommen seien. Die hat ohnehin schon die Aufhellung des Attentatplanes a u fs Stimmen laut, denen der im Gange befindliche Abbau nicht „ Boff. 3tg." weist heute morgen darauf hin, daß die preußischen äußerste erschwert. Wir fönnen die durchaus berechtigte rasch genug vor sich geht. Ganz abgesehen davon aber, ob Behörden merfwürdigerweise vollständig über. gangen worden find". Sie findet mit Recht,„ daß dieses Ber. Beschwerde der„ Possischen Zeitung" noch durch einige Einzelheiten die Entlassung einer gewiffen 3ahl von Beamten überhaupt fahren des Reichskommissars von den preußischen Behörden und der ergänzen. Soweit wir haben fefiftellen können, hat der Reichs- die behauptete finanzielle Wirkung erbringt eine Frage, Berliner Polizei als Kräntung empfunden werden müsse, und baß fommiffar für öffentliche Ordnung nicht, wie es feine Pflicht über die fich die Deffentlichkeit auch feine Gedanken gemacht man sich nicht wundern dürfe, wenn das Preußische Innen gewesen wäre, dem preußischen Innenministerium und der Abtei hat scheint sich darum niemand zu befümmern, was aus fung I A von feinen Informationen Kenntnis gegeben. Er hat den Abgebauten werden foll. Auch die Personalabbauverministerium bei der Reichsregierung dagegen Protest erhebt". Die gesamte Presse hat sich im übrigen an den strikten unter Umgehung diefer Inflanzen beim Staatsanwalt des ordnung( und das heißt in diesem Falle die Regierung selbst) Wunsch der Polizeibehörden gehalten, teine Mitteilungen Landgerichts die Ausstellung eines Heftbefehls beantragt. Mert ist an dieser Frage vollständig vorbeigegangen. Man nimmt über den Attentatsplan zu machen. Nur der„ otal- Anzeiger" würdigerweise hat der Staatsanwalt diesen Haftbefehl seiner vielleicht in der Deffentlichkeit an, daß die Entlassenen durch macht eine rühmliche Ausnahme. Offenbar dank seiner guten Terfügung gestellt. Der Herr Reichskommissar hat daraufhin, da ist jedoch, abgefehen davon, daß den Angestellten solche Ber macht eine rühmliche Ausnahme. Offenbar dank seiner guten feits nicht der politischen Bolizei, sondern dem Reichskommiffar zur Bensionen und Wartegelder hinreichend versorgt seien. Dies Beziehungen ist er in der Lage mitzuteilen: Die banerische Regierung hat in Erfahrung gebracht, er selbst über Erefutingewalt nicht verfügt, das Polizeirenier forgungsbezüge nicht zustehen, auch bezüglich der Beamten baß rechtsradikale fleine reise einen ebenso phantasti- um Ausführung des Haftbefehls gebeten. Das zuständige Bolizei ein Irrtum. Einmal find nämlich die Beamten nur nach fchen wie ungeheuerlichen Plan entwerfen haben sollen, um eine revier verhaftete Thormann im Café Jofty und führte ihn pflicht einer zehn oder mehrjährigen Dienstzeit penfionsberechtigt, Umwälzung in Deutschland hervorzurufen. Die jugendlichen Phan gemäß bem Bolizeipräsidium zu. Oberregierungsrat zum anderen jedoch sind die Pensionen, falls sie noch nicht die toften hatten angeblich nichts weniger im Sinne, als den Ober- Weiß im Polizeipräsidium ist genötigt, da ihm seinerlei Atten Höchstgrenze erreicht haben, zur Bestreitung des Lebensunterbefehlshaber, auf den die gesamte vollziehende Gewalt über- fiber die Borgeschichte der Verhaftung zur Verfügung stehen, den baits, insbesondere bei den heutigen selbst schon unzulänglichen gegangen ist, Berhafteten fofort nach Moabit zu fiberweisen. Der Unter Behältern völlig unzureichend. Auch auf die Wartegelder fuchungsrichter in Moabit ficht in ganz kurzer Zeit, daß er um trifft dies zu, da fie nach der neuen Bestimmung der Ber gefehrt ohne die Unterstübung der politischen fonalabbauverordnung für jedes an 25 Jahren fehlende Dienst Polizei die weiteren Ermittelungen nicht führen jahr um 2 Broz. bis herab zu 40 Broz. des Diensteinkommens fann. Er erfucht sofort das Polizeipräsidium um die Vornahme gefürzt werden. Hierzu fommt noch, daß ein großer Teil der weiterer Verhaftungen, vor allem die des Romplizen Thor zur Entlassung kommenden Beamten überhaupt no manns, eines Dr B. Als das Polizeipräsidium feht endlich nicht verforgungsberechtigt ist. In der Praxis informiert zur Berhaftung diefes Romplizen schreiten will, ift ftellt sich die Sache so dar, daß insbesondere bei der Berkehrs. das Meft leer und der Bogel ausgeflogen. Der Wirrwarr verwaltung die große Masse ber Abgebauten lediglich mit foder Instangen hat mal wieder eine restlose Aufklärung und foforilge genannten Abfindungssummen abgespeist wird. Diese AbFestlegung aller Beteiligten verhindert. Herr Dr. B. ist nach findungen erreichen im Höchftfalle den Betrag einiger MoBayern verschwunden und in Bayern pflegt man solche Beute natsgehälter. nicht so schnell zu fangen. General v. Seedt, und weiter den bayerischen Staatsfommiffar v. Kahr und den General v. Coffom zu ermorden. Dadurch hätten sie auch den unmittelbar vor der Tür stehenden Brozeß gegen Hitler, Ludendorff und Genoffen zu verhindern gehofft. Pflichtgemäß teilte die bayerische Regierung das der preußischen mit, die fofort den Untersuchungsrichter des Landgerichts I mit der meiteren Untersuchung beauftragte. Diefe ergab, daß das Haupt der fleinen Verschwörerbande der 28jährige Kaufmann und frühere Offizier Thormann ist, der von deutschen Eltern in Dänemark war. Thormann war im übrigen schon in verschiedene andere Berschwörungen verwidelt. Gestern vormittag ermittelte der Untersuchungsrichter, daß sich Thormann im Café Jofty am Pots damer Blag aufhalte; er erbat und erhielt sofort Beamte der Abteilung la des Berliner Polizeipräsidiums, die nach dem Café eilten und Thormann, der heftig widerstrebte, feftnahmen und nach Moabit brachten. Dort wurde er dem Untersuchungsrichter vorgeführt, der ihn nach furzem Berhör wegen Mordversuchs verhaftete und in das Untersuchungsgefängnis cinliefern ließ.". Man tut dem Lokal- Anzeiger" wohl nicht unrecht, wenn man als Beweggrund dieses von dem Verhalten der übrigen Preffe ab Was sollen diese Beamten anfangen, wenn nach furzer Der Herr Reichstommiffar wird sich zu diesen Mitteilungen Beit diese Beträge aufgezehrt find? Der allgemeine Arbeitszweifellos äußern müssen. Wir glauben nicht, daß er fie bestrei martt fann sie in der heutigen Zeit der großen Erwerbslosig ten fann. Das ifoferte Borgehen hat die ftaatlichen Sicherheitsfeit nicht aufnehmen und auch in näherer Zukunft ist mit einer maßnahmen aufs schwerste geschädigt und wir hoffen bestimmt, daß Befferung auf diesem Gebiete nicht zu rechnen. Es wird allo die Reichsregierung den Sicherheitsfommiffar an weist, in 3u unmöglich sein, dieser Entwicklung einfach tatenlos zuzusehen, funft nur hand in hand mit dem preußischen Innenministerium Cs müßten ja legten Endes die durch den Abbau erzielten und der politischen Polizei zu arbeiten. Ersparnisse durch Unterstütungsmaßnahmen wieder ausge glichen werden. Auch volkswirtschaftlich gesehen ist es feines falls angängig, die Masse der mit einem Schlag brotlos gemordenen Staatsbediensteten einfach der Referrearmee der Arbeitslosen einzugliedern. Dies gilt auch für diejenigen Beamten, die in der Form von Ruhegehalt oder Wartegeld mehr oder weniger zureichende Berforgungsbezüge für die Dauer au beanspruchen haben. Ein Staat und eine wirtschaft, wie wir fie in Deutschland haben, fann ich unmöglich die zwangswei'e Schaffung eines Heeres von Staatsreninern, die legten Endes Roftgänger der Allgemeinheit find, leisten. Macdonalds Kritik. Unserem Bericht im heutigen Morgen- ,, Borwärts" über den öffentlichen Meinung in Frankreich, der eine Annettierung der Rheinersten Tag der Adreßdebate des Unterhauses seien noch weitere Ausführungen des Genoffen Macdonald nachgetragen, die mir der TU. entnehmen: Macdonald hat noch u. a. ausgeführt, daß die Lage Englands in Europa fich bedenklich verschlechtert habe, und man under züglich die bisher von der Regierung betriebene Bolitit aufgeben müsse. Macdonald betonte, daß, wenn England den festen Ent schluß faffe, dem Chaos ein Ende zu machen, auch eine Aenderung in der politischen Lage Deutschlands eintreten würde. Zur Ruhrbefehung nicht dulden, daß man uns übergeht. lande begünstigt, mit seinen Plänen Erfolg hat, so werde der europäische rieben bedroht sein und ein ernster Ronflitt fei imvermeidlich. Jum Schluß ergriff noch Ministerpräsident Baldwin das Wort, von den Ronservativen mit lebhaftem Beifall begrüßt, und sagte u. a.: In einem Parlament, in dem brei ungleiche Parteien vertreten find, von denen keine ohne die Unterstützung der anderen beiden eine Politif madhen tönnte, bestelyt bas einzige Mittel, dieses Problem zu lösen, darin, eine Es ergibt sich also die unabweisbare Notwendigkeit, mög. lichst viele von den Entlaffenen in irgendeiner Beise neuer produktiver Tätigkeit zuzuführen. Und da aus den erwähnten Gründen der allgemeine Arbeitsmarkt zu ihrer Aufnahme nur in verschwindend geringem Umfange in der Lage ist, müssen Wege zur Schaffung neuer Eristenzmöglichkeiten gefunden und beschritten werden. Hiermit ergibt fich aber sofort die finanzielle Seite der Angelegenheit. Zur Schaffung einer Eristenz, d. h. eines mit eigenen Produktionsmitteln wirtschaftenden Erwerbes, ist die Investierung von Ravital Konferenz von Vertretern sämtlicher Parteien erklärte Macdonald: Wenn wir uns zwölf Monate im Geifte zurück- herbeizuführen, um eine offizielle Berständigung über eine gemein versehen, fo stellen wir fest, daß das englische Kabinett mit der fame Bolitit zu erreifen. Im Hinblick auf die Arbeiten des von franzöfifchen Bolitif in ber Ruhrfrage nicht einverstanden war. Als ber Reparations tommiffion ernannten Sachverständigenausschusses nun die englische Regierung von ihren eigenen Ratgebern erfuhr, bemerkte Baldwin, daß dieser Ausschuß den ersten wahren Versuch Boraussetzung. Da die entlassenen Beamben über eigenes baß die bevorstehende Ruhrbesetzung ungefeglich war, beschränkte zur Erzielung eines Ergebnisses seit einem Jahr darstelle. Es sei Rapital nicht verfügen, fann es fich hierbei mur um Beihfie sich darauf, ihren Verbündeten zu sagen, wenn wir uns auch möglich, meinte Baldwin weiter, daß die französische Regierung auf tapital handeln. Die Schwierigkeit, solches Leihfapital heranDem Unternehmen nicht anschließen, weil wir überzeugt find, daß Grund des gegenwärgigen Meinungsaustaufdes zur Erkenntnis ihr unrecht habt, so hoffen wir doch, daß es euch gelingt. Welch tommt, daß das ganze Reparationsproblem unverzüglich zur zuziehen, wäre, bei der Leistung entsprechender Sicherheiten, ein Bahnsinn! Sobald nun der Augenblic fommt, diese Bolitik zu Lösung gebracht werden müsse. Hinsichtlich des rheinisch- pfälzischen wohl dann zu überwinden, wenn eine Garantie für die Verändern, find bei Borhandensein des festen Entschlusses auch die Separatismus fagte Baldwin noch, die Situation in diefer Gegend sinfung gegeben werden könnte. Hier fegt ein Blan ein, ber Schwierigkeiten zu überwinden, die England bei den Anstrengungen habe der englischen Regierung lebhafte Besorgnis bereitet. zur Leistung diefer Binsgarantie das Reich und die fonftigen entregenstehen, die es unternehmen muß, um seine Autorität öffentlichen Rörperschaften als ehemalige Arbeitgeber ber wiederzugewinnen. Wir müssen um jeden Preis neue Wege in der Entlassenen heranziehen will. Allerdings muß biefer lan Bolitit einschlagen und dürfen es Der Kampf gegen den Frankensturz. angesichts der finanziellen Leistungsfähigteit ber öffentParis, 16. Januar.( WIB.) Zu den gestrigen Beschlüssen des lichen Hand vermeiden, irgendwelche neuen geblichen AnIch bin überzeugt, daß teine Nation in ganz Europa uns weiter ministerrats bemerft Havas in einer längeren Erläuterung, das fprüche an den Staat zu stellen; er muß sich daher darauf beiseite stehen lassen wird, wenn wir nachdrücklich bekunden, daß Hauptkennzeichen der ins Auge gefaßten Maßnahmen bestehe in dem beschränken, diejenigen Ausgaben, die ohnebies aus Anlaß Im weiteren Berlauf seiner Rede machte Macdonald der Re- tatsächlichen Ausgleich des Budgets. Seit dem Frieden sei dem des Abbaus entstehen, in ihrer Verwendung is umzugestalten, gierung ihre unschlüssige Bolitik nach dem Januar 1923 fowie ordentlichen Budget das Budget ber von Deutschland zu erstattenden daß das erstrebte Biel wenigstens einigermaßen damit zu erdie Fassung ihrer Note über die Ungefeßmäßigkeit der Ruhrbefegung Ausgaben angegliedert gewesen, namentlich derjenigen Ausgaben, die reichen ist. Dies kann gefchehen, wenn die gefegliche Mögzum Vorwurf. Macdonald spielte auf das Pariser Kommuniqué die Wiederherstellung der befreiten Gebiete nach sich ziehe. Das lichteit geschaffen wird, sowohl die Bertonen und Wartean und erklärte, daß die Regierung, die eine fo ungefeßliche Bersagen Deutschlands habe jetzt bie franzöfifche Regierung dazu ge- gelder als insbesondere die Abfindungssummen in Renten Bolitit treibe, feinen Anspruch auf das Vertrauen ihres Landes nötigt, zur Anleihe ihre Zuflucht zu nehmen, um diese Ausgaben zu umzuwandeln, die als Sinsgarantie für die aufzubringenden haben fann faite deden. Daraufhit habe sich ein Anurachsen der französischen Schuld Rapitalien verwendet werden. Bei den Abfindungssummen um mehr als 100 milliarden Franken ergeben, die naturgemäß die tritt in die'em Falle infofern eine Entlaftung ber Staatsverlangte bestimmte Auskünfte über die Tangerfrage, die Situation gesamter Finanzen belasteten. Die Regierung habe sich auf den wirtschaft ein, als dann diese Summen nicht mehr auf einim Rheinland fowie über die rheinische Abfallbewegung, Standpunkt gestellt, daß mit diesem Berfahren gebrochen mal, fondern in Teilbeträgen, auf einen gewißen Zeitraum fowie Aufschluß über newiffe Abmachungen der franzöfifchen Regie werben müsse. Sie bekräftige zwar auch für die Bufunft ihren verteilt, ausgezahlt werden müffen. Man wirb ferner die rung mit beutschen Finanzleuten in der Frage der Kohlen- Millen, für die Rosten der Wiederinstandsetzung der zerstörten De- Rente, zu der folche Abfindungssummen umgewandelt wer gruben. Lloyd George fügte hinzu: Wenn unfere Verbündeten die Separatifien gefördert haben, partements Bezahlung von Deutschland zu erlangen- und die Be- den, auf eine nicht zu lang bemeffene, zur wirtschaftlichen Um fo haben fie damit einen schändlichen Bruch des Versailler fegung des Ruhrgebiets liefere ihr hierzu ein sehr zuverlässiges Mit- ftellung jedoch ausreichende Zeit beschränken müssen, um bei Vertrags begangen. tel aber sie wolle unverzüglich fämtliche Ausgaben, gleichpiel ob ber Geringfügigkeit der Summe eine möglichst hohe Kapital. Rürzlich, so fuhr Lloyd George fort, fei mit genügender Klarheit ie vom ordentlichen oder von dem Budget der von Deutschland zu fumme damit verzinsen zu fönnen. Bei Pensionen und bewiesen worden, daß franzöfifes Geld zur Unterstügung ersta tenden Ausgaben herrühren, mit Hilfe gleichwertiger Einnah. Wartegeldern wird der Zeitraum, entsprechend den zur Ber: ber Abfallbewegung verwendet wurde, denn wenn der Teil der men beden. fügung stehenden größeren Beträgen, größer sein tönner. Lloyd George fedoch in den versicherungsstatistischen Erfahrungen über die Inangriffnahme verlangt, sondern deffen fachgemäße Lösung den Bewegung zur Einigung neue Schwierigkeiten bereitet. Mit boraussichtliche durchschnittliche, dem Lebensalter des be- auch von eminenter voltswirtschaftlicher Bedeutung ist. Für diesem Schritt hat sich Genosse Ledebour und sein Anhang außer treffenden abgebauten Beamten entsprechende Lebensdauer die Beamtenschaft und insbesondere für Beamtenorgani- halb der Partei gestellt. Die Bersammlung weist diese Zerfeine Begrenzung finden. fationen erwächst eine Aufgabe, die zwar ziemlich viel Ge- splitierungsversuche im Interesse des Gesamtproletariats eb und Bürgerliche Konkurrenzmanöver. Der " 1 Werden so ohne neue finanzielle Belastung durch die schick und Tatkraft erfordert, die aber nur durch die eigene stellt sich rüdhaltlos hinter die Aufforderung des Zentralvorstandes, notwendigen gefeßlichen Bestimmungen die Voraussekungen Initiative dieser beiden Fattoren gelöst werden kann. Der die Einheit der Partei hochzuhalten. für die Finanzierung des Umstellungswertes geschaffen, fo Staat fann nur die notwendigen gesetzlichen und sonstigen Nun ist eine Broklamation Ledebours fällig, worin er ist gleichzeitig die Frage eingehend zu prüfen, welche Ar- Voraussetzungen schaffen, sowie sonst die Mittel seines Ber natürlich erklären wird, daß er es ist, der eigentlich" die Einiten von wirtschaftlicher Tätigkeit für die Um- waltungsorganismus in den Dienst der Sache stellen. Im gung will und daß die anderen die 3ersplitterer sind. Der stellung der Entlassenen in Frage fommen. Der vom Heim übrigen jedoch muß sich zeigen, ob die Beamtenschaft bei dieser Ablauf solcher Vorgänge ist ja gewissermaßen automatisch, und stättenamt der deutschen Beamtenschaft aus- Gelegenheit den Vorwurf der bureaukratischen Unselbständig man fann hier, im Mikrokosmos den Geist studieren, der die gearbeitete und von den ihm angeschlossenen Beamtenorgani- feit widerlegt und imstande ist, aus sich heraus eine Tat der Arbeiterbewegung zu zerstören droht. Unter lautem fotionen unterstützte Entwurf eines Beamtenland Selbsthilfe zu leisten, die der Augenblick gebieterisch von ihr Einigkeitsgeschrei wird alles durcheinander gebracht, alles in abfindungsgesezes will den mit Ruhegehalt oder verlangt. Scherben geschlagen, und die Scherben werden dann nochmals Wartegeld ausscheidenden Beamten die Möglichkeit der gemahlen, bis alles in Staub aufgelöst ist. Der Wedruf" Pleinbäuerlichen Siedlung verschaffen. Dies ist fchließt seinen Siegesbericht mit dem Ausruf:„ Genossen, gebt bestimmt ein Weg, auf dem einer gewissen 3ahl von Beamten Der Sozialdemokrat" der„ Berliner Volkszeitung". doppelt und dreifach auf die Narren acht, die durchaus Führer auf eure Führer acht!" Jawohl, gebt auf sie acht, aber gebt neue Eristenzmöglichkeiten erschlossen werden können. Jedoch wäre es verfehlt, Beamte, die die für solche Arbeit notDie„ Berliner Boltszeitung" fährt fort, Zuschriften von spielen wollen und deren Kunst nur darin besteht, alles taputt wendigen Voraussetzungen nicht mitbringen, auf einen Weg angeblich fozialdemokratischer Seite zu veröffentlichen, in denen zu machen! zu führen, auf dem sie nach kurzer Zeit scheitern müßten. Die Sozialdemokratische Partei heruntergerissen wird. Außerdem ist es notwendig, auch für die vielen, lediglich mit Verfasser bleibt andauernd anonymn. Neuerdings verfährt er Reichsregierung und Bayern- Denkschrift. Abfindungssumen Ausscheidenden zu sorgen. Hierzu bieten nach der beliebten Methode, die englische Arbeiter. Der Reichskanzler Dr. Marg hat an den bayerischen Ge. fich im wesentlichen zwei Möglichkeiten, und zwar partei in den Himmel zu heben, um dafür die deutsche So- fandten von Breger am 15. Januar ein Schreiben gerichtet, einmal wiederum die der Siedlung, jedoch nicht der landwirt- zialdemokratie zu desto tieferer Hölle zu verdammen. Nachdem in dem es nach WTB. heißt: schaftlichen, sondern der gärtnerischen Siedlung. Die er die beiden Parteien gegenübergestellt und gegeneinander Erfahrungen z. B. der von der Worpsweder Siedlerschule ausgespielt hat, schreibt er: ausgegangenen Siedlungen dieser Art beweisen hinreichend, Es gibt zwei Methoden, Politik zu treiben: Nach der einen daß unter der Voraussetzung der erforderlichen forgfältigen wird eine Sache als richtig erkannt und danach gearbeitet, nach der Borbereitung und Organisation auf diesem Wege sehr wohl anderen wird in Parteifonventiteln deliberiert, Partei Bofitives gefchaffen werden kann. Er bietet vor allen Dingen arithmetit getrieben, Bersönlichkeit entfüngelei geregierung angesichts der weitgreifenden Bedeutung der die Möglichkeit, durch weitgehende Einrichtung geübt und dergleichen mehr. Die erste Methode charakterisiert das noffenschaftlichen Betriebes die vorhandenen Bort Handeln, die zweite das Wort Wurschteln. Kapitalien so nugbringend wie nur irgend denkbar zu ver- Das erste soll die Methode der Arbeiterpartei, das zweite Schon jetzt aber möchte ich meiner lebhaften Genug. werten. Ferner ist dabei die Frage des Baues von Wohn- die der deutschen Sozialdemokratie sein. Darum ist die erste tu ung darüber Ausbrud geben, daß der in fachlich gehaltener Form und Wirtschaftsgebäuden insofern am besten gelöst, als das hui und die zweite pfui. bargelegte Standpunft, ben die banerische Regierung der Reichsver Unternehmen nicht von Anfang an mit Baufosten belastet zu Wäre der Verfasser ein wirklicher Sozialdemokrat, der fassung gegenüber einnimmt, von dem Gedanken getragen ist, das werden braucht, sondern als sich das Bauen erst nach und mit dem Herzen bei der Sache ist, so würde ihm nicht ent- Reich im ganzen wie in feinen Teilen start und fest zusammennach aus der Produktion felbst heraus entwickeln und in gangen sein, daß sich die englische Arbeiterpartei bisher in einer gefügt zu erhalten. Ich verfenre nicht, daß die Denkschrift sowohl folgedessen auf sichere finanzielle Grundlage gestellt werden ganz anderen Lage befand als die deutsche Sozialdemokratie. in ihren geschichtlichen Darlegungen, wie in den Vorschlägen für die Die Konservativen hatten die Mehrheit im Parlament, und 3utunft Gegenstand lebhafter, rielleicht heftiger MeinungsEine zweite Möglichkeit bietet die Einrichtung von die Arbeiterpartei war von den beiden Oppofitionsparteien die tam pfe fein wird, die jedoch, wie ich bestimmt hoffe, sich in der handwerksmäßigen technischen Betrieben radikalere. Erst jetzt, wo die Arbeiterpartei im Begriff ist, mit Grenzen halten werden, die ihnen die Tatsache zieht, daß deutsche ebenfalls auf genossenschaftlicher Grundlage. Mit dem nötigen stillschweigender Unterstützung der Liberalen die Regierung zu Gedanten und Gefühle ter bayerischen Regierung die Feder Anlagefapital bietet sich vor allen Dingen für ehemalige tech- übernehmen, beginnen für sie die Schwierigkeiten, vor die geführt haben. Die Reichsregierung ist gern bereit, zunächst mit der nische Beamte und für Beamte mit handwerksmäßiger Vor- fich die deutsche Sozialdemokratie seit fünf Jahren gestellt sieht. bayerischen Regierung unter Zugrundelegung der überreichten Dentbildung ein Weg, sich eine neue Existenz zu verschaffen. Ob Wir wünschen ihr herzlich, daß sie dabei nicht mit demselben schrift in einen Meinungsaustausch einzutreten, wobei sie mit der Darüber hinaus noch andere Möglichkeiten der produktiven unverstand und Uebelwollen zu kämpfen haben möge, wie er bayerischen Regierung darüber einig ist. daß die einzelnen in der Umstellung sich finden lassen, muß selbstverständlich dauernd in der sozialdemokratischen" Zuschrift an die bürgerliche Denkschrift erörterten Fragen einer eingehenden fachlichen und geprüft werden. ,, Boltszeitung" zum Ausdruck tommt. Dorurteilslosen Brüfung bedürfen. fann. Der Spaltgeist der Usp. Die mir am 5. Januar d. J. überreichte Dentschrift der bane rischen Regierung habe ich inzwischen mit Aufmerksamkeit gelesen und sie, sobald ich in den Besitz einer ausreichenden Zahl von Abbrücken gelangt war, allen beteiligten Reichsstellen zugeleitet. Die banerische Regierung wird es verständlich finden, daß die Reichsin der Denischrift erörterten Probleme eine abschließende Stellung heute noch nicht einnehmen fann. Ist auch diese Antwort im ganzen nichtssagend, so fällt doch der höflichkeitsbeslissene und entgegenkommende Ton auf, in dem sie gehalten ist, und die Behutsamkeit, mit der vermieden wird, die das Reich aufs schwerste schädigenden Borgänge in Bayern zu berühren. Hätte man die Regierun gen von Sachsen und Thüringen in der gleichen Weife behanbelt, so wären dadurch schwere Erschütterungen erfpart ge blieben. Im übrigen mag die Reichsregierung prüfen und studieren, fie weiß jekt schon, daß jeder Schritt von der Reichs einheit hinweg auf den schärfsten Widerstand der So zialdemokratie stoßen wird. Es ist unmöglich, im Rahmen dieses Artikels alle die Für den Feldzug der bürgerlichen Volkszeitung" gegen Erst nach dem Ergebnis diefer Erörterungen wird sich die Frage Einzelfragen, die mit diesem Problem zusammenhängen und die Sozialdemokratie gibt es nur zwei Erklärungen. Entweder beantworten laffen, in wiemeit feitens der Reichsregierung und die forgfältiger Erwägung bedürfen, auch nur zu streifen. Er- fie lügt, wenn sie ihren anonymen Mitarbeiter als der bayerischen Regierung die Initiative zu gefeßzgeberischen Maßwähnt fei nur noch die mit der Inangriffnahme eines solchen Sozialdemokraten bezeichnet, oder sie hat wirklich einen foge- nahmen zu ergreifen sein wird. Bertes verbundene Notwendigkeit der Schulung und nannten Parteigenossen gefunden, der ihr bei ihren schmutzigen fonftigen Vorbereitung der in Frage kommenden Beamten Konkurrenzmanövern behilflich ist. Weder der eine Fall noch für ihre neue Tätigkeit. Es fann auch nicht verkannt werden, der andere ist für sie sehr ehrenvoll. daß selbst mit Verwirklichung solcher Pläne nur einem Tei! der Abgebauten Hilfe geleistet werden kann. Es wird immer noch eine namhafte Bahl übrig bleiben, die troß aller Ungunst der Beitverhältnisse auf den allgemeinen Arbeitsmartt angewiesen ist. Auch zur Wahrnehmung aller irgendwie vor Die Zertrümmerung der Atome, das große Problem der handenen Unterbringungsmöglichkeiten auf diesem Gebiete Phyfit, ist nun, wie schon befannt, wenigstens auf politischem muß jedes zur Verfügung stehende Mittel ergriffen werden. Gebiet gelungen. Der um Ledebour gesammelte Rest der Die Schaffung befonderer Arbeitsnachweise hierfür jedoch USPD. hat sich abermals ge'palten. Auch in Düsseldorf ist muß als verfehlt angesehen werden. Es fommt vielmehr nur der Krach fertig, und der Weckruf" tann triumphierend fol die Inanspruchnahme der bestehenden öffentlichen Arbeits- gende tragikomische Resolution veröffentlichen: nachweise als erfolgversprechend in Frage, wobei allerdings ein gewiffer Ausbau dieser Einrichtungen notwendig fein dürfte. Alles in allem ist hier ein Problem aufgeworfen, das, so bescheiden die Möglichkeiten seiner Lösung sein mögen, nicht nur im Interesse der Abgebauten schnellste und tatkräftigste Der Stuhl. Bon Henni Lehmann. Er stammte ficher aus einem vornehmen House. Man fah es ihm an. Der Teppichstreifen, der sich von den langen Hölzern seiner Rückenlehne über die kurzen des Fußendes hinabzog, zeigte echte orientalische Knüpfarbeit in schöner Musterung. Als ich ihn fennen lernte, war er at er bereits etwas herabgekommen. Die Hölzer stanben schief, und der orientalische Teppichbehang hatte mottengefreffene Löcher und am Rande Riffe. Bäre er nicht herabgefommen gewesen, so hätte er wohl auch nicht auf dem winzigen Ballon der Manfardenwohnung mir gegenüber ein Heim gefunden. Es war ein schöner, warmer Frühlingstag, an dem ich ihn zum ersten Male fah. Er stand recht behäbig lang ausgestreckt da, fo, als molle er jagen:„ Bitte, feze dich auf mich in die Sonne!" Und bas tat auch ein alter Mann, der aus der schmalen Tür auf den Heinen Balton trat. Der alte Mann hatte ein mageres, gelbes, verwittertes Gesicht und matte Augen unter dicken weißen Brauen Aber es war etwas in diesem müden Gesicht, aus dem man fah, daß es dem alten Mann wie dem alten Stuhl ging er hatte auch einst beffere Tage gesehen. Jeden Tag, wenn ich an das offene Fenster meines Zimmer's trat, jah ich den alten Mann, wenn es nicht gerade regnete oder ftürmte, auf dem alten Stuhl fizen. Mir wollte es scheinen, wie der Sommer hinging, als fähe der Alte an jedem Tage etwas fahler und welter aus und auch der alte Stuhl schien mir immer verbogener und frummer. Manchmal trat auch ein fleiner Knabe aus der Tür und stellte sich neben den alten Mann. Er fagte Großvater" zu ihm, und der Alte glitt dem Kleinen mit der mageren Hand über das blonde Haor. Manchmal stand auch eine ärmlich gekleidete verarbeitete Frau bei den beiben. Im Herbst aber blieb eines Tages der Stuhl leer. Und am nächsten Tage stand, als die Sonne fich schon sentte, die Frau allein mit dem Knaben auf dem Balkon. Mutter," sagte der Kleine, wenn Großvater fo frant ist, dann wollen wir doch einen Doktor holen, ber ihn wieder gesund macht." In bas Gesicht der Frau fam ein herber Bug. „ Das fefet zu viel Geld jekt," fagte fie. Es lohnt nicht, die otten Knochen noch einmal zusammenzufliden." Dann gingen fie hinein. Sh habe den alten Mann nicht mehr gefehen. Der alte Stuhl blieb leer. Und der Winter fam. Es fiel viel Schnee, Berge von Schnee. Ueberall türmte er sich auf. Die Dächer waren ganz dovon bedeckt. Auch auf dem fleinen Balkon lag der Schnee ganz hoch, und an einer Stelle lag er höher als an den anderen. Es war ein richtiger Meiner Schneeberg, der sich da gebildet hatte. Es war sehr falt. Ledebour und die anderen. Die am 9. Januar 1924 togende gutbesuchte Generalversamm tung der USPD., Ortsgruppe Düsseldorf, nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem Schritt Bedebours und Genoffen, eine neue proletarische Partei zu gründen. Die Bersammlung steht auf dem Standpunkt, daß dieser Schritt neue 3erfplitterung für die polififche Arbeiterbewegung bedeutet und der fich longsam anbahnenRücktritt der finnischen Regierung. Helsingfors, 16. Januar.( WTB.) Infolge von Meirungever: fchiedenheiten zwischen der Regierung und dem Präsidenten der Republit in der Frage der Auflösung des Reichstags, der sich die Regierung widerfekt, hat die Regierung ihr Rüdtrittsgesuch eingereicht. Der frühere Ministerpräsident Cejander wird mit ber Bildung eines interimistischen Beamtentabinetts beejaagt werden. Blöglich, an einem Januartage, schien die Sonne wärmer, und an Gläsern auf 800 Bfund Sterling im Jahr. Die Verluste durch der Schnee begann zu schmelzen. Und am folgenden Tage fchmolz zerbrochenes Borzellan werden von einem vielbefuchten Lunchrestay. er mehr und mehr. Auf dem kleinen Balton, da, wo der Schnee. rant mit 1400 Pfund Sterling angegeben. Diese Summen müssen berg gewesen war, ragten zwei Hölzer in schiefem Winkel zueinander. natürlich auf die Preise heraufgeschlagen werden. Aber nicht nur die zerbrochenen Gegenstände bilden einen beDas eine hing halb gebrochen herab. Aber heute ist der Schnee ganz deutenden Boften im Ausgabenkonto der Hotels, sondern nicht minder vergongen, und ich sehe es, daß die Hölzer dem alten Stuhl ge beträchtlich sind die Berluste, die dadurch entstehen. daß Gäste„ ctwas hörten. Doch die Schneelast hat ihn erdrückt. Er liegt halb zu mitgehen beißen". In einem großen Londoner Hoel werden durch fammengebrochen auf dem Boden des fleinen Balfons. Der oricn schnittlich Dinge für 3000 Pfund Sterlin jährlich auf diese Weise talische Teppichstreifen schleift in dem Wasser, das sich aus dem zer- mitgenommen, ohne daß man von einem Diebstahl sprechen könnte. rinnenden Schnee gebildet hat. Es handelt sich dabei nicht nur um Meffer und Gabeln, um Servietten usw., sondern sogar um Seife und Zahnstocher. Bor einem fleinen Weilchen trat die Frau mit dem Knaben auf den Balton. Ich öffnete mein Fenster. Eo fonnte ich hören, wie der fleine Knabe sagte: „ Sieh einmal, Muter, der alte Stuhl ist zerbrochen. Soll ich ihn zum Tischler bringen, daß er ihn wieder leimt?" „ Dos toftet zu viel Geld jegt," sagte die Mutter, und es lohnt nicht, das alte Gerümpel noch einmal zusammenzufliden. Seit Großvater tot ift, brauchen wir ihn ja auch nicht mehr. Trag ihn nur auf den Kehrich haufen." Und der Knabe trug den Stuhl auf den Kehrichthaufen. Ja, der alte Mann und der alte Stuhl es tat mir doch ein bißchen leid um die beiden. Bielleicht, wenn man sie noch einmal zusammengeflidt hätte, hätten sie doch noch ein Weilchen gehalten und wenn es auch nur auf eine furze Zeit gewesen wäre. Aber vielleicht lohnte es wirklich nicht fowas loftet zuviel Gelb jazzt. In sechs Tagen durch die Sahara. Die Wüfte Sahara ist jetzt tatsächlich soweit dem Verkehr erschlossen, daß man sie, die früher ein nur sehr schwer zu überwindendes Verkehrshindernis war, in Straftwagen durchqueren fann. Zu diesem Ergebnis ist die Com 5 bis 6 Tagen in gerader Richtung mit einem gewöhnlichen pagnie Générale Franco- Saharienne auf Grund ihrer neuesten Er. fahrungen gelangt, bei benen eine fürzere Route durch die Miste festgestellt wurde. Die von der Gesellschaft ausgeschickte Mission hatte vier Tantfraftwagen, die besonders für die Wüstenfahrt gebaut maren, und führte ein Flugzeun mit sich. Man reiste von der End station der Dranbahn Colemb- Bechar über Adrar und Wollen nach Tefalit und von dort nach Buren am Nirer, etwa 250 Kilometer Bftlich von Timbuftu. Die Rüdtehr nach Colomb- Bechar vollzog sich ohne Schwierigkeiten. Der Weg fell so gut sein, daß man ihn guch mit gewöhnlichen Straftwagen zurüdleden fann, da der Boden ziem lich eben und feft ist. Die Reise von Algier bis zum Niger fann in 5 his 6 Lagereifen zurüdoclent werden, und man will encn re el. mäßigen Vutcomnibusdienst einrichten, mit dem Reisende, die die Saharamüfte besuchen woller, von Bistra nach Adrar und von dort nach Colomb- Bechar zurück fahren. Riefenverluste durch zerbrochenes Geschirr. Teller oder ein Glas zerbricht, ist wohl noch ungehalten darüber, Der Gast, der in einem Restaurant durch Unachtsamkeit einen menn er eine solche Kleinigkeit" bezahlen muß; er ahnt aber nicht, Staat New Dort hat der Stadtrot angeordnet. daß die Wafferläufe Dorbeugungsmaßnahmen gegen den Kropf. Bu Rochester im melde Riefenverluste den Hotels und Gasthäusern durch zerbrochenes der Stadt mit großen Quantitäten Jod gesättigt werden, damit die Geschirr erwachsen. Die Geschäftsführer einiger großen Londoner Bevölkerung gegen den Kropf geschikt wird, der dert epidemisch Speisehäuser haben sich über die gewaltigen Werte geäußert, die auf auftritt. Der Beschluß des Stadtrats ftüßt fich auf die Gutachten ber diese Weise vernichtet werden. „ Bei uns werden jede Woche mindestens 25 000 eller und pflegt, die auf das Trinken von Wasser angewiesen ist, dem der Aerzte, nach denen der Kropf bei einer Bevölkerung zu entst hen Tassen zerbrochen," sagte ciner von diefen. Der einzige Schutz gegen nötige Jodgehalt fehlt, ein Stoff, den die Schilddrüse nicht entdiese Berlufte besteht in einer angemessenen Bersicherung. Dabet Bei anderen Unternehmungen geht diefe Biffer jährlich weit über eine ist die Zahl von 25 000 Stück die Woche noch verhältnismäßig gering. behren tann. Million hinauf." Ein anderer Geschäftsführer bezifferte den Berluft, den sein Hotel jährlich durch zerbrochenes Geschirr erleidet, auf bie gewaltige Summe von 3000 Bfund Sterling. Besonders viel wird in den Gastwirtschaften der Barnfta ionen und in den Frühstückslokalen zerbrochen, in denen die Borübergehenden rasch einen fleinen Die erfte Opereffe im Rind unt. Am Freitag, den 18 b. M.. mira Imbiß einnehmen. Hier muß alles besonders schnell gehen, und da im Thalia- beater die neue Dverette von Lebar, fresquita, aur Geschwindigkeit feine Hererei ist, so ist sie auch mit einem besonders Aufführung fommen. Die Rad o- Stunde" mird den sollen Inhalt der großen Brozentsaz von Unglüdsfällen verbunden, denen besonders Operette auffangen und dann den dem Rundfunt angelch'offenen Teil bie Gläser, Teller und Schüsseln zum Opfer fallen. Der Beiter eines nehmern zu Bebör bringen Es ist das erftemal, daß eine Operettenaufs großen Londoner Bahnhofsrestaurants berechnet allein den Verluft führung durch den Rundfunk zur Berbreitung gelangt. Die Uraufführung von M. Stramms Jugendwert, der sozialen Komödie Rudimentar unter der Spielleitung von Karl Boat und unter Mitwirkung ben ermine Sterler, Baul Bildt und Hans Rubnert wird nun nege beftimmt in der zweiten Morgenfeler der Boltsbibne G.. ant Sonntag, den 27. Januar im beater am Bülowplay ftat finden. Private Außenpolitik. Eine volksparteiliche Anfrage. Unsere Stellung zu der privaten Diplomatie des Herrn Arnold Rechberg ist bekannt. Bir beurteilen freilich sein Borgehen nicht andrs als jenes zahlloser anderer deutscher Industriellen, die ebenfalls sehr ungeniert mit maßgebenden Vertretern Frankreichs Verhandlungen gepflogen hoben. Jezt haben die Abgeordneten Dr. Rießer und Genossen von der Deutschen Boltspartei folgende Anfrage an die Reichsregierung gcrichtet: Ist die Reichsregierung gewillt, zu prüfen, ob auf dem Wege der Gesetzgebung oder in einer anderen wirksamen Weise ein in Ronkurrenz mit Regierungsverhandlungen er folgtes Verhandeln von nicht hierzu beauftragten Privatpersonen mit offiziellen Bertretern aus märtiger Politit verhindert oder erschwert werden kann?" Wie wäre es, wenn die Frattion der Deutschen Boltspartei in ihrer Anfrage an Stelle der Werte„ bon nicht hierzu beauftragten Brivatpersonen die Worte setzen würde von schwerindustriellen Mitgliedern der Deutschen Volkspartei"? Eine furchtbare Geschichte. Aus Oberschlesien wird uns geschrieben: Der„ Borwärts" hat fürz ich bie olbernen Angriffe der Rechtspreffe gegen Regierungsrat Drisch bei ber Oppelner Regierung gebührend gebrandmarkt. Zu seiner Notiz ist nur zu bemerken, deß Regierungspräsident Broste, der die Ernennung Drischs zum Regierungsrat vollzogen hat, nicht Demokrat, sondern 3en trumsmann ist. Doraus geht also zur Genüge hervor, daß Leute, die parteipolitisch in einem ganz anderen Lager stehen, auf Grund der fachlichen Leistung des Drisch zu der Ueberzeugung gefommen sind, daß er die Beförderung verdient. Die Angriffe gegen die Sozialdemokratie erledigen fich dadurch mohl ganz von selbst. Clive in der Pfalz. Unterredung mit de Met. Paris, 16. Januar.( Eca.) Die Havas- Agentur melbet aus Spener, daß der englische Generalfonful Clive in Begleitung der Bertreter der Interalliierten Rheinlandfommission, insbesondere des Rabinettschefs von Tirard seine Untersuchung in der Pfalz begonnen hat und gestern abend eine Zusammenkunft mit dem General de Metz hatte. * Inventur. Kein Geld? Der Ruhm der Inventur läßt die Industrie nicht schlafen. Auch Morgen wird im Haushaltsausschuß der Stadtverordnetenver sie will ihre Inventur haben. Natürlich es wäre schade, die fammlung die Entscheidung darüber fallen, aus welchen fosibaren Erzeugnisse unter einem Preise abzugeben, der die Selbst sollen, um die Restgehälter und-löhne für den Monat Januar aus Quellen die leeren Kassen der Etadt Berlin aufgefüllt werden fosten nicht um einige hundert Brezent übersteigt. Das würde schütten zu fönnen. Und schon seit in voller Stärte der Sturm der nach den ganzen Jahren der Entbehrung jawohl, Entbchrung! Steuerfcheuen und Steuerbrüdeberger ein, um mög haben doch die Industriellen das schöne Wort„ Entbehrungsfaktor" lichst auch diese Last noch ausschließlich den Schultern der arbei. geprägt, natürlich nur für die anderen ten radifalen Unter- tenden Bevölkerung aufzubürden Nach einer Meldung der TU. gang bedeuten. ist die Bearbeitung der Deutschen Boltspartei, die Erhöhung der Sie Und so macht die Industrie Inventur mit einem ihr weniger Besitzsteuern abzulehnen, in vollem Gange. Aus Beemtenfreisen foftbaren Stoff: mit ihren Arbeitskräften. Sie hält ihre Bureaus versucht man, für die unfozialfte aller Steuern, die Grundsteuer, und Arbeitsräume, genau wie die anderen Geschäfte und Geschäft. Stimmung zu machen, obgleich dadurch doch der Beamte ebenso unhen, ein bis zwei Stunden länger geöffnet als vorher. Sie jetzt gerecht und ebenso schwer getroffen würde wie der Arbeiter. Man den Preis ihrer Arbeitskräfte um 20 bis 50 Broz. herunter. möchte über so viel Kurzfichtigkeit jammern, wenn man nicht wüßte, daß es in Wahrheit sich um demagogische Heuchelei wirft ihre Arbeitskräfte nicht auf den Markt, aber auf die Straße. schlimmster Art handelt. Es fei noch einmal in aller Schärfe genen Das ist nämlich einfacher. Denn diese Arbeitskräfte erwirbt der über den Ablenkungsmanövern der bürgerlichen Barteien betont: Staat zu einem sehr niedrigen Preise, den man Arbeitslofenunter. Die Sozialdemokratie ist bereit, jekt wie bisher immer, der ftüßung nennt. Etadt alle für die Erhaltung ihrer Wirtschaft erforderlichen Mittel zu So wirkt die Industrie unbestreilbar in anerkennenswerter bewilligen und zu beschaffen. Sie verlangt, daß diefe Mittel dort Beise mit, den Wohlfand des Staates und des Bolles zu heben. genommen werden, wo sie vorhanden sind, daß Steuern angespannt Denn je billiger die Arbeitskräfte, desto billiger die Ware, mit der merden, die nicht einseitig gerade die notleidenden Schichten der Beamten, Arbeiter und Angestellten bis zur Unerträglichkeit belasten. umständehalber auf ausländischen Märkten natürlich Sie hat diese Steuern benannt, in erster Linie die Lohnfum mennur zum Wohle des eigenen Etaates! wiederum große Gewinne erzielen fann. Und je länger die Arbeitszeit, desto weniger Men Beit beginnender Konjunkturbefferung heranzieht, und sie wird dafür Steuer, die ausschließlich die aroßen Wirtschaftsbetriebe in einer fchen find gezwungen, zu arbeiten. Desto mehr Menschen eintreten, daß aus dieser Steuer in Verbindung mit einer Notabgabe fönnen sich ihrer freien Zeit freuen, können ihre ganze Kraft aus der Vergnügungs- und der Hundesteuer alle Mittel flüffig ge in den Dienst ihres eigenen Ich stellen, ohne bas harte Joch ber macht werden, um die laufenden Verpflichtungen der Stadt zu er Arbeit im Naden spüren zu müssen, das doch andere für sie tragen. füllen. Für die bürgerlichen Barteien heißt es jeht: Farbe man Die teuere Verlobungsfeier. Ein Einbruch zur Dedung der Unkosten. Eine Bande von Fassadenfletterern, die feit längerer Zeit im alten Besten und im Nordwesten Berlins große Beute machte, wurde von der Kriminalpolizei zum Teil festgenommen. Die Bande bestand aus zwei 23 und 20 Jahre alten Brüdern Waldemar und Robert Müller aus der Rostoder Str. 16, und einem 28 Jahre alten Heinrich Pesch ges. Dieser hatte im Jahre 1918 mit mehreren Spießgesellen rumänische Bei aus dem Julius- Turm gestohlen. Nach Verbüßung seiner Strafe murde er im Juli vorigen Jahres wieder bei einem Einruch in der Gotz tomstyftraße überrascht. Dabei verlegte er einen Beamten durch einen Schuß. Dann hatte er sich mit den Gebrüdern Müller zu fammengetan und verübte mit ihnen zahlreiche Einbrüche. Am 11. Januar feierte Waldemar Müller in der Rostocker Straße 35 feine Berlobung bei den Eltern seiner Braut. Nachdem die befennen! Wollen fie mit der Sozialdemokratie den Weg einer Steuerpolitik der Gerechtigkeit und Vernunft gehen, so wird der Stadt und ihren Beamten und Arbeitern reholfen werden. Wollen fie auch jetzt in der Stunde schwierioster Finanznot noch eine Abwälzung der gemeinsamen Laften auf die stärksten Schultern ver. hindern, so merben sie die Sozialdemokratie zum ent. fchloffensten Widerstand gerüstet finden. Es gibt fein Handeln und Feilichen mehr es muß durchehauen werden! Unb wenn es der engftirnigen Bolitit bürgerlicher Interessenvertreter e fingen follte, der Stadt ihren Willen aufzuzminnen, fo werden Be amte und Arbeiter, benen dadurch ihr wahrlich hinreichend fümmer liches Arbeitsentoelt, ihr Lohm und Gehalt. weiterhin vorenthalten mürde. bei ben fommenden Wahlen Gelegenheit haben, sich für die Beamten und Arbeiterfreundlichkeit der bürgerlichen Parteien mit dem Stimmzette in der Hand zu bebanten. Kindliches Bergnügen. Paris, 16. Januar.( EP.) Der„ Matin" meldet aus Speyer, Gäfte in früher Morgenstunde aufgebrochen waren, beschloß ber tung", dem Organ des Reichsbundes für Obst- und Gemüsebau", In der Deutschen Obst- und Gemüsebau- Bei daß der englische Generalfonful Clive am Dienstag morgen in Bräutigam auf den Einbruch zu gehen, um die Roften ber mirb gemelbet, zum 3 meihundertjahr Jubiläum ber Ludwigshafen die Pfalz betreten hat, nachdem er vorher telephonisch Feier zu deden und seiner Braut eine nette Morgengabe zu Späthshen Baumschule in Berlin- Baumschulenweg habe besorgen. Sein Bruder Robert und sein Freund Beschges waren den französischen Plazkommandanten in Spener um eine Unterredung fogleich bereit mitzumachen. Bei einem Einbruch in der Altonaer aifer Wilhelm II. in Erinnerung an die vielen Beziehun mit General de Metz ersucht hatte. Clive fetzte sich mit dem Bür- Straße 12h wurden fie gestört und mußten ben größten Teil der gen, welche die preußischen Könige im Laufe der Jahrhunderte zu germeister von Speyer in Berbindung und ersuchte ihn, Beute zurück.affen. Mit dem, was sie mitnehmen fonnten, gingen herzlichen Glückwunschschreiben und feiner Photographie auch eine dem Unternehmen gehabt haben, dem jezigen Inhaber neben einem nachmittags um 3 Uhr 30 Personen zu versammeln, die ihm in fie nach dem Sigmundshof 10, und stablen Silbergeua, bereiche( Sorbus aucuparia) aus dem Schloßpart von Doorn Heidelberg bezeichnet worden waren, und die als Gegner des Teppiche, wäsche und anderes mehr. Die Beute brachten sie pfälzischen Separatismus gelten Etwas später traf Filhol ein, mit einem Auto nach der Müllerschen Wohnung in der Rostocker um Gefchen gemacht, und dieser Baum sei am 12. November der von Tirard bekanntlich mit der Begleitung des englischen General- Straße 16 und von hier, bis auf die Wäsche zu einem noch nicht en im Bart der Baumschule gepflanzt worden. Das Blatt 1923 burch den Prinzen Eitel Friedrich von Preutonfuls beauftragt worden ist. Etwa 30 Berfonen, die Clive im ermittelten Hehler. Die Wäsche war für Waldemars Braut beschildert auch die Feierlichkeit, die aus Anlaß der Pflanzung statt Rathaus anhörte und die aus Bürgermeistern, Geschäftsleuten usw. stimmt. Diese war auch gerade zugegen, um sie zu besichtigen, als fand, und erzählt:„ Nach der Bearüßungsansprache des Herrn bestanden, erklärten dem Generalkonsul, daß die Gründung der löglich Kriminelbeamte zu einer Haussuchung erschienen. Als die Dr. Helmut Svath, die Bring Eitel Friedrich in kurzer Ansprache erpfälzischen Republik durm Gewalttaten eingeleitet Braut fich in Widersprüche verwickelte und dadurch ihren Bräutigam wiberte, liek fich der Bring bie Direttoren und eine Abordnung ber belastete, hob diefer wütend die Verlobung auf. Die Beamten Beamtenfchaft vorstellen und unternahm dann eine Besichtigung des worden sei. Die Eeparatisten hätten mutwillig die Beamten aus fonden die gestoh ene Wäsche; und nahm das Bärchen feft. Robert Bartes sowie eine Rundfahrt durch die ausgedehnten Kulturflächen gewiesen und die Munizipalität fei durch Druckmittel gezwungen Müller und Beiges entoineen ihrer Festnahme. Sie sind worden, sich dem pfälzischen Separatismus anzuschließen. Clive auch bis jekt noch nicht ermittelt. Angaben über ihren Aufenthalt, hörte diesen Bescheid an, ohne irgendetwas zu erwidern. Er nahm den Verbleib der Beute und zur Ermittlung des Heblers nimmt die gleiche Haltung ein, als etwas später Bertreter der Sepa Kriminalfommissar Trettin im Zimmer 103 des Polizeipräftratiften erschienen, insbesondere die Bertreter des diums entgegen. Bauernbundes, die ihm erklärten, daß die Pfalz fich von Bayern abtrennen wolle, weil die Wirtschaftspolitik Münchens und Berlins die Pfalz dem Ruin entgegentreibe. Clive wird sich heute Der Berliner Anwaltverein ersucht uns um Aufnahme folgender und an den folgenden Tagen mit der bäuerlichen Bevölkerung in Mitteiluna: Im Publikum ist, wie uns zu Ohren gekommen, viel Berbindung feßen. Gestern nachmittag hatte er eine furze Unter- fach bie Meinung verbreitet daß fich die Auslegung der Berfahren in Brivatllagefadyen bis zum 31. März 1924 auch auf 3ivilpro. redung mit General de Metz. geffe bezieht. Dies ist unrichtig. Alle vor die Zivilgerichte gehörigen Sachen werden unverändert weiter verban belt. Für diese sind durch eine Notverordnung lediglich einige Berfahrensvorschriften ebaran ert moren mit hem Ziele, das Zivil. prezeßverfahren nach Möglichkeit zu bef Icunigen." Der Rathauskrieg. Gestern haben die bürgerlichen Fraktionen zur Borstehermahl Stellung genommen und noch weiß tein Mensch, was sie nun eigent. lich wollen. Der„ Tag" oratelt über die Absichten wie folgt: " Die Deutschnationalen präsentieren nach wie vor Dr. Steiniger für das Amt des Borst hers. Es kann aber als ausgeschlossen gelten, daß Eteiniger gewählt wird. Eeine Randidatur ist vielmehr dis ein rein tatticher Schritt aufzufassen, um die Herstellung einer Mehrheit für Caspari unmöglich zu machen. Sollte der So zialdemokrat a ß gewählt werden. so würden bie Deutschnationalen mit Fabian als stellvertretendem Borfißenden sich am Borstand te. teiligen. Bird jedoch Cafpari wiedergewählt, dann werden die Deutschnatiora en bem Borstand fernbleiben. Das hervorstechendste Merkmal der Lage ist also der Kampf zwischen den Deutschnationalen und der Bolkspartei. Bei den Demetra'en ist, wie wir ferner hören, infofern eine Spaltung eingetreten, als ein Teil für Caspari, ein anderer für Haß eintreten will." Bir glauben, daß dat Lag" richtig unterrichtet ist und nehmen nach wie vor an, daß die Wahl des Geroffen Haß gesichert ist. Ob freilich schon am Tonnerstag, das ist noch die Frage. Vielleicht fommen die Tribünenbesucher doch noch auf ihre Kosten. Aus der Partei. Fortführung der Zivilprozeffe. Das dänische Hilfswerk. 3 der Baumschule." Man fann die Wichtigkeit, die hier einer Brivatangelegenheit des nach Holland oussefniffenen Ertaisers Wilhelm II. und des Inhabers der Firma Späth beigelegt wird, fomisch finden und bei dem Bericht fich des Wortes erinnern. daß vom Erhabenen nur ein Schritt bis zum Lämerlichen ist. In den Siedler. vereinen aber und unter den Kleingärtnern, denen die Branden burailche Landwirtschaftsfommer die Deutsche Obst- und Gemüse bau- Zeitung empfiehlt, dürften nicht viele fein, die an solchen Huldigungen vor Wilhelm II. fich zu erbauen wünschen. Wer ist das Kind? Am 12. Dezember vorigen Jahres wurde ein unbekanntes, etwa 5 Jahre altes Mädchen, das planlos am Engelufer rmherirrte, hiflos aufaefurden. Die Revierpolizei führte es zum Waisenhaus in der Alten Jakobstraße. Die Meine, die fich Helene Lipinski nennt, ist vielleicht von ihren Eltern auf der Durchreise in Berlin ausa ejeßt worden. Der Bater soll Schnitter sein, die Mutter mit Bornemen Bittoria heiken. Mitteilungen zur Aufklärung an die Ber Das unter Leitung des Reichstagsabgeordneten Gen. 3. p. mißtenzentrale, Kriminalfommissar Gahmig, im Polizeipräsidium. Ein Gedenktag für Hoffmann v. Fallersleben. Der preußische iellen stehende Dänische Hilfswerk" feßt nach wie ver alle Kräfte darein, die deutsche Not, insbesondere die der deutschen Rinder, Minifter für Wiffenschaft, Kunst und Boltsbildung hat nachstehenden u lindern. Im Laufe des Monats Dezember find weitere Grlaß an die Provinzialfchulkollegien und Regierumten gerichtet: 1300 beutiche Kinder zu längerem Erholungsurlaub nach Am 19. Januar find 50 Jahre seit dem Tode des Dichters Hoff. Dänemark gebracht worden. Für den Monat Januar find bem mann v. Faller sieben verflossen. Ich ordne hiermit an bak Deutschen Roten Kreuz bereits wieder 700 neue B'äge für erholings. an diesem Tage in allen Schulen in geeigneter Weise dieses Dichters bebürftige deutsche Kinder zur Verfügung gestellt worden. Jeder gedacht wird. Tag aber bringt neue Meldungen von Freiplaken, fo baß die Zahl 700 für den Monat Januar sicher noch weit übertreffen wird. In der ersten Januarwoche trafen aus Dänemark zwei Waggons mit insgelami 3000 Liebesgabenpateten für deutsche Lebensmitteln testand. In der zweiten Januarwoche wurden Kinder ein, deren Inhalt ous gelemmelten Kleidungsstücken und Berlin 7 dänische Ratestuben eröffnet, in denen täglich insgesamt 2000 Kinder verpflegt werden. Argentinische Lebensmittelhilfe für Deutschland. Der Verein zur Förderung des Gewerbfleißes begebt feinen 103. Stif tunestag bunch eine enfisung am 21. Jaruar, abent 37 Ubr, im Fortragsfaale dei AGG., Friedrich- Karl- Ufer 2/4. Ten Feñvortrag über.Rabis. telephonie für jedermann mit prattischen Vorfübe gefchäftsnelle, C2, Museumsstr. 1/3, erbalten. ungen bält der Direktor der Gefelichat für drah lole Telegraphie Graf Arco. Nichtmitglieber tönnen Enlakfarten unentgeltlich bei der Bereins Das neue Erdbeben in Japan. Die Geftern trafen in Europa Meldungen über ein neues Erdbeben Im Dezember porinen Jahres hat sich in Brenos Aires in Japan ein. Nach den ergänzenden Telegrammen scheint es den aus führenden Persönlichkeiten der dortigen deutschen Rolonie Umfang des legten großen Bebens im vergangenen Jahre nicht ere ein Romitee nebildet, das eine neue großzünine Lebensreicht zu haben, wenn auch die Schäden wiederum beträchtlich find. mittel 5ilfsaftion für Deutschland in die Wege Teiten Nach einer Nachricht aus London hat bas Erdbeben die Städte Abg. Hermann Thomas gestorben. mill. In erster Linie tommen hierfür Landesprobufte, mie Fett, Lotio, Dotobama, Rioto. Diata und Magona heim. Hamburg, 16. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Genosse Her Fleisch und Milch, in Frane, und es iſt in Aussicht genommen, gesucht. Den letzten Nachrichten zufolge find 50 Berlonen das mann Thomas, Mitglied des preußischen Landtags, ist heute vornehmlich Heime, Krankenhäuser, Kinder- und Studenten neifungsbei ums Leben gelommen. Die Zahl der Beretten wird morgen 7 Uhr im Alter von 58 Jahren an einem, schweren Magen- Einrichtumsen und ähnlich Institute zu bedenken, wähnt Einze auf 200 gefchäkt. In den Borstädten Nokohamas find Feuersleiben gestorben. Mit ihm ist wieder einer ven unferer alten unsch des Remitees in Buenos Aires ist in Hamburg ein Ber stört. Das Erdbeben sette um 5.45 Uhr nach japanischer Zeit ein unterstütunnen nicht in Fraae femmen. Auf befonderen brünfte ausgebrochen. Es wurden 600 Häufer in Polohama zerGarde dahingegangen. Genosse Thomas, von Beruf Bigarren- teilungsausschus cebildet morden, der in enafter Fühlungnahme mit und dauerte 12 Minuten ohne Unterbrechung. arbeiter, wurde im April 1865 zu Eilenburg i. S. geboren. An den amtlichen Steffen in Berlin arbeitet, da die Bernünftigungen be. Stöße waren in einzelnen Teilen des Landes befonders heftig. Auf fang der achtziger Jahre fam er nach Altona, wo er sofort der treffs 3off. und Frachtfreiheit ufw. in vollstem Maße für die argen der Eisenbahnstrecke zwischen Gotemba und Tofio sentgleisten Barteiorganisation beitrot und ein sehr rühriges Mitglied wurde. tinifche Hilfsettion nuzber gemacht werden follen; banegen ist von 6 3üge. Die Etrede wurde zerstört. Bei Bannugawa Im August 1886 wurde Thomas mit noch sieben weiteren Genossen trüben besonderer Wert darauf, gelent werden, daß die Berteilung ftürzte ein Bug in den Fluß. Man glaubt, daß die eurodes sogenannten Zentralmablkomitees von Schleswig- Holstein ver- feinesfalls durch Behörden erfolgen fore, da man ta'che und unge väilchen Kolonien der heimnefuchten Städte nicht unter dem Erdhaftet und wegen Geheimbünbelei zu einem Jahr bemmte, vor jedem bureaukratischen Geift befreite Vermittlung der beben gelitten haben. Dem Observatorium in Tofio zufolge befindet Gaben wünsche. Es handelt fich bei diefem Unternehmen um eine fich der Herd des Erdbebens in dem Beroe Tanzawa in der Pro Nach Berbüßung diefer Strafe im Gerein faritative, non inhem gefchäftlichen Intereffe freie Einrichtung, vinz Sanami. Auch aus Tolio treffen Meldungen ein, dak im fängnis zu Glüdstadt wurde er aus den nördlichen Belagerungs- die dazu dient, der Not im alten deutschen Ba'erlande zu steuern, Norden der Stadt Feuersbrünfte ausgebrochen sind. Die Tefe. gebieten ausgewielen Thomas arbeitete bann furze Zeit in Auch die Renierunnstrife in Argentinien brinnen hem Blane größte Halberstadt und später in feiner Heimat. Nach dem Fall des Sozia Snmpathie entregen. Für die erste Sendung Liebesaaben, tie aus find unterbrochen. Die Schäden find jedoch weit weniger graphen und Eisenbahnverbindungen in Totio fiftengeletes fehrte er mit feiner Familie nach Altona zurüd. Im 500 Kiften Correh Beef, 550 Riften Speilefett. 400 Riften Mi.ch und bedeutend als bei der' ekten großen Erdbebenfatastrophe. In einem März 1901 wurde Thomas abermals zu sechs Monaten Ge.60 Sad Ruder bestond, ist bereits der Verteilungsplan fertinarſtellt, Borort von Totio ist ein Brand ausgebrochen. fängnis wegen Majestätsbeleidigung verurteilt. Im und die Waren rollen augenbliflich ihren Bestimmungsorten ent. November 1909 gehörte Themas zu den ersten sezialdemokratischen negen. Es wurden etwa 50 deutsche Städte bedacht. Stadtverordneten von A'tona. Im Juli 1918 wurde er a's erster Diftritte berütfichtigt werden. Berüdsichtigt werden nur beaué des englischen Admiralstabes teilt mit, daß das Brad des filrze Bei den nächsten Verladungen werden felbstverständlich andere Das Wrad des englischen U- Bootes L. 24". Gin Rommimi fozialdemokratischer Senator in Altona gewählt. Seit März 1921 fte hende Einrichtungen und Anstalten, und zmar lich nefuntenen Unterseerootes L. 24" entbedt ist. Da die Bags gehörte er dem Breußischen Landtag an. Sein Liftennachfolger ist ohne Rüdlicht auf teren tonfeffionelle ober polides Wrades alle Bemühungen nuglos macht, hat man jeden Ret Genoffe Bürgermeister Stoll. Fürstenwalde Itische Einstellung. tungsverfuch aufgegeben. Gefängnis verurteilt. Die freigelaffene Giftmischerin. Prozeßeröffnung in der Giftmordaffäre Gentschow. In der Giftmordaffäre der Rose Gentschow, über die wir seiner tt berichtet hatten, ist das Ermittlungsverfahren abgeschlossen, und es wird gegen fie Antiage wegen des Giftmordes an dem Kaufmann Sempel fomie wegen versuchten Giftmordes in zwei Fällen an den Raufleuten Ech. und R. Unflage erhoben werden. Der Prozeß wird por der Straffammer des Landgerichts II verhandelt werden. Die Gentschow gehört zu den Kreifen der Lebedamen und der stand es, Herren, die sie fennen gelernt hatte, in Bitörstuben und Dielen mitzuschleppen. Sie suchte sich dabei nach Möglichkeit Lokale aus, die in der Nähe der Wohnung der Herren lagen. Indem fie ihren Opfern Opium in die Getränke tat, brachte sie diefelben in einen Betäubungszustand und nahm ihnen die Schlüffel aus der Tajde. Darauf begab sie sich in die betreffende Wohnung ihres Opfers und ftahl bort, was fie an Bert vorfand. Dem Kaufmann Sempel hatte sie wohl eine zu starte Dofis Opium verabreicht, denn Sempel erwachte nicht wieber. Er wurde nach dem Krantenhaus geschafft und ist dort am 6. Februar o. 3. unter Bergiftungserscheinungen gestorben. Durch diesen Todesfall fam das Treiben der Gentschow ans Tageslicht. Die G. unterhielt ein festes Berhältnis mit dem Kaufmann Klanowski, ber unter dem Verdacht der Teilnahme an den Straftaten verhaftet wurde. Auf Grund der Boruntersuchung ist Klanowski jedoch ent. fprechend einem Antrage von R.-A. Dr. Anderffen außer Berfolgung refekt und aus der Haft entlassen worden. Rose Gentschow war, ba ... Dr. Fren wegen ihrer Morphiumfucht Zweifel an der zu rechnungsfähigkeit erhob, einer Irrenanstalt zur Beobachtung über roiefen worden. Bon hier ist nun aber, obwohl sie unter ber Anflage wegen eines Rapitalverbrechens steht, ber Saftbefehl gegen fie ohne Raution aufgehoben worden, so daß fle dem gegen fie bevorstehenden Mordprozeß auf freiem Fuß entgegenfehen fann. Der auferftandene Kroll". Gewerkschaftsbewegung Die Berliner Zeitungskönige als Arbeitgeber. Machtgebot statt Tarifvertrag. man bie Arbeitszett auf Grund ber Rünbigung bes Manteltarifs auf 54 Stunden feft. In inoffiziellen Besprechungen auf Einladung der Arbeitgeber machten die Unternehmervertreter drei Borschläge, die sie ihrer Bollversammlung zur Annahme empfehlen wollten: Entweder 48 Pf. zuzüglich 6 Pf. Sozialzulage für Berheiratete oder, bei Ablehnung der Sozialzulage durch die Arbeiter, pro Stunde 48 Bf. nebst einer Die Angestellten organisationen und zwar der Zulage von 6 Pf. für Arbeiter über 24 Jahre, oder aber einen 3d2. und der Gda. hatten zu Dienstag abend eine öffentliche Sundenlohn von 51 Bf. ohne alle Zulagen. Außerdem schien man Rundgebung im Lehrervereinshaus veranstaltet, um gegen das geneigt, für Lohnarbeiter, die zum niedrigsten Lohn arbeiten, eine unglaublich rüdlichtslose Borgehen der Groß- Ber Ausgleichszulage zu geben. In bezug auf die Arbeitszeit glaubten liner Zeitungsverleger, bas diese feit dem legten Buchdruckerstreif die Arbeitgeber die Übmachungen in der Metallgroßindustrie auch auch gegen ihre Angestellten belieben, zu demonstrieren. Die für die chirurgische Branch einführen zu können. Zeitungsherren laffen sich auf teine tarifliche Regelung der Gehalts- In den offiziellen Berhandlungen am Freitag vergangener und Arbeitsbedingungen mehr ein, da ihnen die einseitige Woche erklärten die Arbeitgeber, von ihren Borschlägen abgehen Fest fehung, fpottfchlechter Gehälter in Form von zu müssen Sie famen mit einem Dittat folgenden Inhalts: Sollte Haustarifen unter Ausnugung der Furcht vor Stellenlosigkeit, pro- die Rommission der Arbeiter eine Affordbasis von 45 Bf. und eine fitabler erscheint. Bugleich spekulieren fie darauf, durch ihre Haus Sozialzulage von 5 Pf. für Berheiratete ablehnen, fönne man nur tarife" die Position der Angestelltenorganisationen zu schwächen und eine Affordbasis von 48 Bf. bewilligen. Alle Bersuche, die Arbeit zu untergraben. geber zu einem anderen- Borschlag zu bewegen, schlugen fehl, sie Der Reichstagsabgeordnete Genosse Aufhäuser als erster blieben bei ihrem Dittat. Rebner des Abends zeigte an Hand umfangreichen Materials das Be- Eine Bollversammlung der chirurgischen Branche nahm am ftreben der Unternehmer im ganzen Reiche, alle tariflichen Ab- Dienstag abend zu diesem Dittat der Unternehmer Stellung. Callies machungen zu hintertreiben, den Tarifvertragsgedanken zu mißachten. präzisierte am Schluß seiner Ausführungen die notwendige StellungDie Unternehmerpreffe weise immer wieder darauf hin, daß die nahme der Versammlung dahin, daß zu entscheiden sei zwischen der Wirtschaft nur gefunden fönne, wenn die Löhne und Gehälter höch- Anrufung des Schlichters oder dem Beschluß, tariflos zu arbeiten. ftens zwei Drittet der Borkriegslöhne ausmachten. Die Groß- Ber- Daß die Unternehmer an ihrem Dittat festhalten, beweisen in den liner Zeitungsunternehmer verfechten diesen Standpunkt der Unter Betrieben bereits herausgebrachte Anschläge des Inhalts, daß die nehmerverbände mit vollem Eifer. Dennoch müßten fie je nach eigerung, zu ben dif'ierten Bedingungen zu arbeiten, die ihrer Rundschaft, den Abonnenten hin und wieder auch einen Artikel Rünbigung zur Folge habe. vorfegen, der sich mit den sozialen Nöten der Arbeitnehmerschaft befaßt. Den Angestellten, die diese auf Außenwirkung berechneten Artikel lefen und unwillkürlich ihre Tendenz mit der gegen sie be liebten Braris in den Betrieben ihrer Beitungen vergleichen müssen, erscheint dieser Zwiespalt zwischen Geschäftsreflame und Profitpragis mie blutiger Sohn auf ihre Lage. Der Berliner Börsenturier" schrieb am 14. Januar:„ Es ist richtig, daß der Reallohn des deutschen Arbeiters niedrig genug ist und im allgemeinen hart an der Grenze des Tragbaren steht." Dann dürfte aber auch nicht verschwiegen werden, daß in den Seitungsbetrieben die Grenze des Tragbaren schon überschritten ist Trok ihrer verfchiedenen politischen Richtungen scheinen bie bür gerlichen Berliner Tageszeitungen alle barin einig zu fein, bie Lebenshaltung der Arbeitnehmerschaft aufs äußerste herabzubrüden, die Arbeitnehmerinteressen niederzufnüppeln. Nach eingehender Aussprache wurde beschlossen, den Schlich. ter anzurufen zur Regelung des Lohnstreites. Amfterdam oder Moskau. Wie JGB. berichtet, ist der Niederländische Berband der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Bäderet, Ecokolade- und Buderwarenindustrie aus der Internationalen Union der Lebensmittelarbeiter ausgetreten. Der Niederländische Verband protestierte feit dem Frühling 1922 gegen die Aufnahme ber ruffifden Organisation der Lebensmittelat better. Auf dem im September 1923 in Brüffel ab gebaltenen Kongreß der Internationale wurde iedod die Quinchme der Ruffen mit geringer Mehrheit, b. h. mit 22 gegen 20 Stimmen Stimmen bestätigt. Ein Stahlhelm- Steiger. Ein Stüd Bergangenheit, an das sich für viele Berliner Gr. merungen aller Art fnüpfen, foll in Kürze wiedererstehen; es ist der Kroll- Garten, der mit dem Umbau des Opernhauses am Königs. plak ebenfalls eine völlige Veränderung erfahren hat. Dreigestufte Terraffen nehmen zwei Seiten des Gartens ein und lassen den Blid frei auf eine Freilichtbühne, auf ber nach der Absicht des staatlichen frei auf eine Freilichtbühne, auf der nach der Abficht des staatlichen Bauherrn Boltsunterhaltungen bester tünstlerischer Art fich ab fpielen follen. Burzeit liegt aber der Garten noch im Schnee, und auf den Terraffen fieht es noch sehr unwirtlich aus. Dafür find die Die niederländische Drganisation ist mit ibrem Austritt einem auch schon faft historischen Wirtschaftsräumlichteiten bes Der Redner meist auf ein Bild im Weltspiegel" des Berliner Befchluß ihres im Mai 1928 in Rotterdam abgehaltenen Kongresses Stroll- Haufes durch den preußischen Staat in Gemeinschaft mit bem Tageblattes" vom Sonntag, den 13. Januar, hin, das eine der Feld nachgekommen und hat dem Borstand der Internationale in einem Bächter Heinrich Braun in außerordentlich anheimelnder Weise her tum bie not lindern hilft. Das ist gewiß fehr schön, aber dann sollte Geite an Seite mit einem Berband Mitglied der Internationale tüden bes Tageblatts" zeigt, burch bie das Unternehmer ausführlichen Schreiben mitgeteilt, daß die Organisation nicht gerichtet worden. Der Erbauer der Oper, Architekt Rauffmann, hat ber Berlag boch auch an feine Arbeiter und Angestellten denten. hier in Gemeinschaft mit Prof. Cesar Klein mit einfachsten Mitteln zu fein wünsche, der laut Statuten der Roten Getrerticaite. in hellen, warmen Tönen intimste Raumwirkungen auftande ge- ficherung, daß die Gewer! haften zu gegebener 3eit tämpfen. Unter lebhaftem Beifall schloß Genosse Aufhäuser mit der Ber- internationale die Aufgabe hat, die Amsterdamer Richtung zu bebracht. Der Staat hat aus Schlössern einiges Mobiliar zur Verbie Scharte auswegen werben fügung gestellt, fo daß es sich heute in den Sälen und Zimmern, die ben Theaterraum umgeben und bireft mit ihnen in Verbindung. Schmidt und Fulgner, ergänzten die Ausführungen und zeigten Die nachfolgenden Redner, Frl. Eisenbraun, Genoffe Bublik, tehen, durchaus wohl sein läßt. Sämtliche Wirtschaftsräumlichkeiten noch einmal das ganz brutale Borgehen der Unternehmer. Jm„ Kompaß", bem offiziellen Drgon der Knappieafteberufe. find felbstverständlich auch den Richttheaterbesuchern zugänglich und Angestellte, die nicht unterschrieben, wurden entweder auf die genoffenfchaft, ist unter den Etellengefuchen der Eteiger das Straße gefeht, oder fie erhalten solch kleine Abschlagszahlungen, daß eines Fahrsteigers zu finden, das alle übrigen in den Schatten fie mit ihren Familen hungern. stellt. Der Mann empfiehlt sich als Eislebener Bergicüler, als Die Firma Ullstein, Berlag der„ bemokratischen" Beamter im Kali und Abieufen und als guter Markscheider. AußzerMorgenpoft, war die erste, die ihren Angestellten Berträge diffierte, bem aber ist er Bei Herrlichem Winterwetter fanb am Sonntag in reien Nachstehende Resolution wurde gegen eine Stimme ange. in Lohn und Gedingefachen firm. Enei gif im Um walbe an der Ober der erste Märkische Wintersporttag statt, der nommen: gang mit den Arbeitern, national gesinnt, bom Norddeutschen Stiberband und vom Berliner Die am 15. Januar im Lehrervereinshaus versammelten Ange Stablbelm usw." Jugendamt veranstaltet wurde. Eine große Teilnehmerzahl ftellten bes Groß- Berliner Zeitungsgewerbes protestieren mit aller hatte fich eingefunden und die einzelnen Beranstaltungen, ins. Enischiedenheit gegen den Berfuch der Arbeitgeber, im ZeitungsBesondere Stiwettläufe und Modelrennen erbrachten intereffante gewerbe vom Tarifvertrage wieber zum Einzelgehaltsabschlusse über Ergebnisse. An einer vom Freienwalder Wintersportberein gebauten zugeben. Die Bersamelten find entschloffen, der gewollten Zer Sprungichange wurden Stifprünge bis au 10 Metern reißung ihrer Solidarität im geschlossenen Abwehrlampf zu be. porgeführt. Gift geplant, biefe Beranstaltung in ben lommenben gegnen. Sie rufen bie Angestellten der übrigen Berufe auf, die Jahren zu wiederholen, da fie den Beweis erbracht hat, bak es Rollegenschaft im Beitungsgewerbe in ihrem Ringen um die Ereine neue Stellung antreten. auch in der Mart Brandenburg Gelegenheit gibt, bie bauptfach haltung des Tarifvertrages tatträftig zu unterstützen." lichsten Wintersportarten ber beutichen Mittelgebirge auszuüben. Lohndifferenzen in der Silberindustrie. entsprechen ben Zweden einer freundlichen Erholungsstätte inmitten bes winterlichen Tiergartens. Erster Märkischer Wintersporttag. Gemeinschaft proletarischer Mufiffreunde. Am Mittwoch, 16. Sanuar, 8 Uhr, findet im Caalbau Friedrichshain am Friedrichshain 16.28, bas 2. Symphonielonzert statt. Das Brogramm: Symphonie in Es- dur von Mozart, Vorspiel und Siolbens Liebestod aus Tristan und Isolbe von Banner, Hamlet- Euite( Erstaufführung) Heinz Thieken, Fünfte Symphonie in C- moll von Beethoven, werben bom Berliner Symphonie( Blüthner) Drefter unter Leitung Jalda Sorenſtein ausgeführt. Starten im Bor. berlauf bei Bote und Bod, Leipziger Str., bei Bertheim Leipziger und Rönigsstr. und bei Horsch, Engelufer 23. Groß- Berliner Parteinachrichten. 18. Kreis Tempelhof.Martenborf. Donnerstag, ben 17. Januar, T, Uhr: Streis Straße. Erscheinen Pflicht. vorstandsfizung im Reſtaurant Linde, Tempelhof, Raiser Wilhelm, Ede Berber 120. Abt. Friedrichsfelbe. Die Mitgliederversammlung findet nicht, wie im Borwärts angegeben, am Mittwoch, fondern erst am Donnerstag, 7 Uhr, in ber Mäbchenfchule Bilhelmstraße 29, statt. Sport. arbeiter nahmen Montag in einer Bollverfammlung Stellung zum Die im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten SilberBericht Henschels über die letzten Lohnverhandlungen. Schon vor Weihnachten hatten die Unternehmer einen Entwurf für eine Bohnregelung der Branchenkommission eingereicht, der un verkennbar bie Tendenz zeigte, die Spanne zwischen den Gelernten, Angelernten und üngelernten zu vergrößern. Ein Gegenent wurf der Kommission teilte die männlichen Arbeiter in drei Gruppen, bie eine Lohndifferenz von 10 Broz. haben sollen. Für die weib. lichen Berufsangehörigen war bie Gruppeneinteilung ähnlich; der Lehn follte hier 80, 75 und 70 Broz. der Männerlöhne betragen. Nach äußerst langwierigen Berhandlungen machten die Unternehmer ein legtes Angebot, ba bahin ging: Für alle gelernten Arbeiter foll der Mindesteinstellungslohn 50 Goldpfennice fein; Angelernte und Hilfsarbeiter mit fünfjähriger Tätigkeit 40 Bf., unter 5 Jahre 30 Pf. Die Boliererinnen sollen 30 Pf. Lohn erhalten, andere Arbeiterinnen 20 Pf., Jugendliche 15 Bf. Die Regelung bis zu den Höchfilöhnen foll betriebsweisen Berhandlungen überlassen bleiben. Die Arbeitgeber erklärten, daß die gegenwärtigen hohen Geäftsuntoften durch entsprechende niebri ge ohne aufgebracht werden müssen. Daß ein Mann mit folden Eigenschaften fich durch Inferat erft eine Stellung in seinem Berufe fuchen muß. ist darauf zurüc auführen, daß der Stahlhelm- Steiger wegen Betriebseiniäränlung bis Ende März abgebaut wird. Offenbar weiß man feine tüchtige Gefinnung auf der bisherigen Stelle nicht recht zu würdigen: Er tann fogar ichon vor Ablauf feiner Kündigungsfrist gehen und immerbin noch felten zu sein, wenn der Energische darauf spekuliert, Die nationale Stahlhelmgefinnung scheint unter den Steigern durch seine Anbietung auf offenem Markte bei Etellenbejegung beborzugt zu werden. Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Ein von der Arbeitskonferenz zu Washington im Jahre 1919 beschlossener Entwurf eines internationalen Ueber. eintommens bezwedt einheitliche Maßnahmen hinfichtlich der Regelung des Arbeitsmarktcs. Es sieht vor allem vor, daß jeder Mitgliedstaat, ber das Uebereinkommen ratifiziert, ein System öffentlicher Arbeitsnachweis stellen einzurichten hat, die unter der Aufsicht einer Zentralbehörde stehen und unentgeltlich arbeiten. Zur Begutachtung aller die Tätigkeit dieser Stellen betreffenden Angelegenheiten find Ausschüsse zu bilden, in denen Arbeitgeber und Arbeiter vertreten fein müssen. Wenn unentgeltliche öffentliche und private Arbeitsnachweise nebeneinander bestehen, find Maßnahmen für ein Zusammenarbeiten nach einem das ganze Land umfaffenden Blan zu treffen. Außerdem enthält das Uebereinkommen Bestimmungen über die mitteilung von statistischem Material über die Arbeitslosigkeit an das Internationale Arbeitsamt sowie über den 2 bfchluß von Gleichbehandlungsverträgen Das ist ein Standpunkt, der in seiner naiver Offenheit wenigstens zwischen Mitgliedstaaten, die eine Arbeitslosenversicherung befizen. flar ausspricht, warum man die Löhne abbauen will. Die Arbeiter Diesen Entwurf haben bis jest ratifiziert: Bulgarien, Dänesollen büßen, was die Unternehmer durch ihre schluderhafte Gewinn mart, Estland, Finnland, Großbritannien Griechenland, Indien, politit, burch die ffandalöfe Steuerpolitik ber bürgerlichen Barteien, Italien, Japan, Norwegen, Rumänien, Schweden, die Schweiz, burch den Kartellwucher verschuldet haben. Die Bersammlung behnte| Spanien und Südafrita, insgesamt also 15 2änder. bas Angebot der Unternehmer einstimmig ab. Sportpala- Rabrennen. Die geftige Beranstaltung brachte ben Tang erwarteten Start des italienischen Meisterschaftsfahrers Biraz bengo, ber beim Ausfahren seiner Borstellungsrunde vom Bublifum auf das leb hafteite begrüßt wurde. Seine glänzende Fahrtechnik mug anerkannt werben, um io mebr, als es sich um einen ruhig und fisher fahrenden Menschen handelt. Das übervolle Daus verfolgte bann fpannend bas Internationale Berfolgungsrennen. Die deutsche Seite hatte bie Fahrer Bauer, Deter Ties unb Qulle gestellt, während fich die aus ländische Mannschaft zusammensette aus Girarbengo, Rigetto ( Italien), und Rotter( Schweiz). Gleich zu Beginn dieses Rennens zog bie beutsche Mannschaft derartig tapfer los, daß bie gehegte Befürchtung, fie werde dieses Tempo nicht lange einhalten, leider allzu bald festen Boden Dem allgemeinen Borgehen aller Arbeitgebergruppen folgend, fanb. Rotter lieb bab aus und nun fegten die beiben ilalienischen versuchten auch die Arbeitgeber in der chirurgischen Industrie einen Landsmänner ihre ganze Straft ein. Box ber beutschen Seite mugte Abbau der Bühne und eine Berlängerung der Arbeitszeit durchzu Bauer aufgeben. Schließlich fiegie bie italienije Mannichaft nach sehen. Das Dittat des BBMI. gab dem Arbeitgeberverband für 32 Runden in fechs Minuten vierzig Gefunden. Der Große inter preis, ber eine gute internationale Belegung gefunden hatte, brachte Chirurgiemechanit Beranlassung zu einem ähnlichen Borgehen, indem ben Sieg a hns bor Saldow und Kaufmann( Schweiz). Leider fam er ber Brandenfommission der Arbeitnehmer mitteilte, daß nunbeim Endlauf der Holländer van Ne! zu Fall, zog sich eine Schulter mehr ber Lohn in einer Attorbbalis von 41 f. nebst einem verlegung zu und mußte an der weiteren Teilnahme bes Rennens verzichten. Sozialzufchlag von 4 Pf. pro Stunde bestehen solle. Daneben segte 2 ähne und Preiswertes Angebot! 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Berantwortlich für Bolitik: Ernst Renter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: F. Eklora; Feuilleton: R. 3. Döscher; Lokales Berlag: Borwäris- Berlag. m.. 9 Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei und Sonstiges: Fris Rarstädt; Anzeigen: Th. Glede; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin S. 68.. Lindenstraße 3. A. BEBEL Zum zwölften Male im Berlage der Vorwärts. Druderei erschienen: Sozialdemokratischer Herren- Damen- Aus meinem Leben Abreißkalender Anzuge, Mäntel, Kleider, Mäntel, Paletots, Cutaway, Kostüme, Röcke, Hosen Strickjacken. Teppiche, Brücken, Gardinen Stepp- und Ruhebettdecken. Bequemste Teilzahlung. Gebr. Kassner Bülowstraße 6. am Nollendorfplatz billigste bei bekannt reeller Bedienung Marken Zigaretten Marken- Zigaretten! Saba Moslem, Zuban, Blaukopf, Manoll, Reemtsma, Josetti, Wenesti Konstantin, Batschari usw. Zigarren nur erster Häuser! Rauch, Kau- und Schnupftabake Reemtsma, Pteo, Batschari. Wenesti, Privat, Klasse usw. 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