Mbeaöaassabe Nr. 32> 4?. Jahrgang flasgabe g Nr. lö >qvg»tedi»s«ls««n» SnjngtilPttis« find m bor Sargenansgabt angtgtbcv «rbotaon: SS. M. Ctnbraftiati* 3 Sttufpttdin: v»»h«ff 3*2— 295 ScL'SUrcffc:»»zi»I»««»kr«< Bcrll« VolksblAtt 70 Milliarden M. Sonnobenö 1�. Januar 1924 «erlig und VnitlgenaettilBng; etrdiSfttifit o-s übt Ketltgxr; Sanvttla-VtTlag«»by. Seclla SV. M. Clabinfitrafie 3 Fernfprechiri v*»tz»ft 250ä-Z5*z Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Die /kbeitskrise im Westen. Generalstreik im linksrheinischen Branukohleurevier? Sil», 14 Zmmar.(eigener vrahkbrrtcht.) Eine Betriebstäte- Betjammlung der Btannlodlenarbeifer nahm gestern in SSln in einer Versammlung zur Lage im Revier Sicdnng. Räch einem»erichi fiter die Lage und einer ieilmeise sehr erregten Debatte wurde be- schlössen, daß sich die Belegschnsten aller»ruben mit den berci.» im Auistand befindlichen Gruben solidarisch erNSren und vom kommenden Montag ab in den allgemeinen II u* st a n d treten. Gegen den Vorschlag, eine Urabstimmung unter den organisierten Arbeitern de, Revier» vorzunehmen, erhob sich kein Uliderspruch. Wahrscheinlich werden sich heule die meisten Belegschaften mit dem Beschluß der sfnnkllouSrvrrsammlung teschSs- tlgeu und endgültig enlschelden. Bei der allgemein herrschenden S.tmmuug ist jedoch mit Sicherheit zu erwarlm, daß die fibergroße Mehrzahl der zu Befragenden dem Beschlasse beitreten wird. E» wurde eine vorläufige Streikleitung gewählt, in deren Hönde mit Beginn der Bewegung die Exekutivgewalt fibergehen wird. Zu der Versammlung wurde die Meinung der Organisaiion»- friturgen klar zum Uneteatf gebracht. Maßgebend für die verbände ist die Entschließung der Konserenz am vergangenen Sonntag, in der die Grwerkschas.gsüHrer auodrficklich die Erklärung abgaben, daß die Organisationen unter all™ Umständen am Achtstundentage festhallm wollen. Zn dieser ErNS- rnng ist eingeschlossen der Wille, zur Sicherung de» Achtstundenkage» alle zur vcrffigung stehenden Mittel anzuwenden. Zur seden, der hären will und hören kann, heißt da«, daß die Gewerkschaftsführer dann, wenn alle verhandlungsmiglichkeiien erschöpft sind, auch den letzten Schritt tu?«ollen, d. h. zum osfenen Kampfe überzugehen. E» gibt als» der Meinung der organisierten Arbeiterschaft und den Orge,,u>st�«>/Iührrrn fiber Zweck und Ziel der gewerkschaftlichen ISIigke». �"oneMdnungsverschiedenh'i.'en. Sie sind einig In der Erkennwi», daß für den Achlstundentag gekämpft werden muß. Disscreuzen bestehen nur in der Bestimmung de, ZeiipunNe». wann die(elfte Phase des Kampfes zu beginnen hat. Die Organisation� lei.ungrn sind der Auffassung, daß der augenblickliche Zelt- punktznsrfih gewählt ist. BÜhrr haben neun Gruben die Arbeit Angestellt. Clives Sericht. Der englisch» Generalkonsul Clioe hat den GesamteiN' druck scinrr Feststellungen in der Pfalz Pressevertretern gegen» über dahin zusammengefaßt, daß die»autonome Regierung"' der Pfalz mehr als 00 Proz. der Brvölkerung gegen sich habe und daher aus die Dauer nicht zu holten sei. Die Vertreter der psälzischen Peoölkerung hoben dem Generalkonsul gezenüber. trotz der Anwesenheit seiner französischen Begleiter mit Mut und Offenheit ihre Beschwerden gegen die Separatisten und ihre fran- zösischen Förderer vorgebracht und einstimmig betont, daß sie diese Bestrebungen verurteilen und am Reiche und an Bayern festhalten. Die sranzösisch« Propaganda in der Psaiz wird auf jede nur möglichze Weise betrieben. So war für Sonntag, drn 6. Januar, bereit» zum dritten Male innerhalb eine» Monat» die Bevölkerung zu einem großen Elsenbohnsest der französischen Eisen- bahnregie mit Tanz im Saale der Eisenbahndirektion Ludwigshafen unter dem Vorsitz des Regieprästdenlen Dubai» eingeladen worden. 'ergänzende Auekünste eingeholt werden. Den Steuererhöhungen wurde im Prinzip zugestimmt, ohne daß man sich über die Höhe der neuen Belastung ausgesprochen hat. Salz und Zucker sollen J von der Steuererhöhung ausgenommen sein. Für die Umsatzsteuer sollen Erleichterungen vorgesehen werden. poincor£0 Reparationsplan. pari«, 19. Zanuar(XU). Voincare hat im Verlaus« seiner gestrigen Sammerrede Angaben fiber einen konstruktiven R epa- rationsplan gemacht, den die französische Regierung ihren Verbündeten unterbreitet hat. Poincare sagte: Wir verlangea eine» Mndestbelrag von 26 Rl llliar den Goldmark aus die Gut- scheine A und B. Die Sachverständigen ter Rcpara.ionskonimiffion werden nach Abschluß ihrer Arbeiien miitrilen. welche Zahlungen Deutschland noch ihrer Austcht für eine erste Periode zu lotsten im- stände ist. Die Reparalionskomm'.fstzn w.rd hierauf entsprechende Beschlüsse fassen und den Betrag der 3ahre»ieistung«n Deulschiand» bis zum Jahre 1S26 festsetzen. Gleich eilig wird sie sich vergewissern, wie weit Anleihen, die durch den Erlrag der er- griffenen p äuder gedeckt sind, ausgenommen werden können. Die französische Regierung ist der Ansicht, daß ein lest dieser Anleihe Deutschland» zn seiner finanziellen Wiederaus- richtnng überlassen werden dürfe, daß sie aber zum größten Teil zum Zwecke der Reparaiiourn Verwendung finden müsse. Poincorl in der Zinanzkommisiion. pari», 19. Januar.(Cco.) In der gestrigen Sitzung der Finanzkommission der Kammer kam r» zu einem Zwischenfall, der vorn»Marin' heut« mitgeteilt wird. Man überbrachte P o i n c a r e während der Sitzung«ine Mitteilung fiter den Verlauf der Pariser Börse, wo tekannlich im Verlaufe der Börsenstunden eine neu« Hausse für Devisen eintrat. Poincare teilte sdfori seine Information den Mitgliedern der Kommission mit. Al» vcn der äußersten Linken der Zwischenruf gemacht wurde: »Da, ist die Antwort auf Ihre Maßuahmeu'. rief Poincare: iRdn da» sind die traurigen Zolgen de, widerstände», den Sie gefkern in der Kammer gezeigt haben. Diese neue Ofsensioe braucht Sie nicht weiter aufzuregen. Sie haben im Gepenleil seht doppelt Zhre Pflicht zn tan." Poincare hat in dieser Sitzung, in der flch auch de Lostcyne äußerte, aus nicht weniger als siebzig Fragen der Mitglieder brr Finanzkommission zu antwor'en gehabt. Außer dem amtlichen Kommunique, das den Inhalt der, wie es scheint, a u ß r r- ordentlich lebhaften Sitzung, die über drei Stunden dauerte, nur unvollständig wiedergibt, wurden noch einige Einzei- teilen nachträglich bekannt. D'.e einlet'enden Ausführungen Poin- carös. der bekanntlich noch nachmittags w der Kammer fast drei Stunden sprach, dauerten VA Stunden. Die Diskussion, dt« sich daran anschloß, wurde stellenweise derart lebhaft, daß der Vorsitzende der Kommission. Abgeordneter Dar io c. die Kommission daran erinnern mußt«, daß es nich" üblich sei, in der Kommisston in Gegen- wart der Regierung eine Diskusston zu beginnen. Poincare unter- strich in seinen Darlegungen hauptsächlich die dringende Notwendig- keit. unverzüglich die Regierung zu ermachti�rn. in verschiedenen Budgets Ersparnisse und Stvcichungen im verorirnungswege »orur.chmen. Im übrigen machte sich wöbrend der Sitzung die Auffassung geltend, daß die öffent'iche viskl'Mcn ter Finanzgrsetze. nicht wie ursprünglich anberaumt war. Dienstag, sondern erst M i i t w r> ch, oder sogar vielleicht erst Donnerstag. stet!fin»e:t kann In ter Ncchmsttoqssttziing äußerte sich dann dk Kommission ZU- Gunsten der Crmächtlgung für die R-gierlM" auf dem «ege der Verordnung notwendige Maßnahmen zu treffen, sbenso zugunsten eine? Geietzen'wnrfe» über di« Kontrolle des Devisen- Handels. Hierüber sollen allerding, von der Regierung noch«tnifl« Sachverftanöiyenausschuß und Reichsbahn. pari», 19. Zonuar.(Eca.) wie ein Kommunique de» Sachoerständigenausschufse» der Repara.ionskommissioa gestern in den späUn Abendstunden mttle'.lle, Hot der Ausschuß de. schlössen, den bekannten E.srnbahniachoer ständigen Sir William A c w o r t h und dm V-neraisekre.äc der europäischen Eisenbahn uuion, de» Franzosen Lasferie, ouszusordern, gemeinsam einen Bericht über»gewisse aus die Eiseubohn b-züg'ichc Fragen auszuarbeiten". Da» fionimun qua besagt nicht,«eicher Art diese Fragen sein sollen. Aber in h'.estgea palllischm Kreisen gwubl man zn wissen, daß die Fragen, mit denen sich die genannten Sachner- ständigen zn beschäf. gen haben, folgende find: L welches find die Gründe für das augenblickliche Defizit der deutschen-Eisenbahn? 2. welche Maßnahmen könnte die Reichsregierung ergreifen, um diesen Gründen zu steuern? Z. würde e, für die Finanzen de, Reichs von Vorteil fein, wenn da» deutsche Eisenbahnnetz der privokindustrie abgetreten würde? 4. wäre es nicht möglich, die Ausbeutung ter tenlschen Eisen- bahn einem gemischten Organismus nnzuvertriueu. an dem sowohl alliierte als auch deutsche Sapitalien teilnehmen würden, wobei ein Teil des Gewinn, cn We Reparattonskasse abgeführt werten müsse? pari». 19. Januar.(MTB.) Nach dem»New Bork Herold' au» Eherbourg soll ein weilerer omerikan.scher Sachverständiger, nämllch Oberst Leonhard Ayer», in einen der Sachverständigen- «JSschüssd eintreten: n soll an Bord de» Lampser»»Masesti«" angekommen sein. pari». 19. Januar.(WTD.) Nnch dem»New Dork Herold' wird auch der zweite Sachverständizenousschuß lteutsche Aus- iandsguthobm), der am Montag leine Arbeiten aufnimmt, den Reichsbankpräsider.ten Dr. Schacht zur Mitarbeit teranziehen. sobald dessen Anwesenheit im ersten Komitee nicht mehr erforderlich ist. Seileguna der enaliscben Stre'kaefahr. London, 19. Januar.(Eigner Drahtbericht.) Auf Grund einer ftchsstfindigen außercrdenllichen Sitzung des Generalrat, der Gr- wertschaften, die gestern abend stattfand, ist man heute etwa» o p t i- m i st i s ch e r bezüglich der Möglichkeit der Vermeidung de» Lotomo. tivführerstreiks. Auf Anregung von Artur Henderson und Ramsay Macd onaid fand eine gemeinsame Sitzung der Vertreter des Lotomotmsührervcrbandes, der drn Schiedsspruch te» Lohnamtts mit Ctreikeintritt beaniwor»:n will, de« Nationalen Eisenbahnerverbandes und des Verbandes ter Eisenbahnangestell- ! ten, w:lch letzlere den Schiedsspruch angenommen haben, mit dem � G-neralrat der Eewertschaften statt. Man beznühte sich, ein« .Bas.» für Berhandlungcn mit den Eisendahngesellschaften sowie i auch einen gemeinsamen Boden zwischen den uneinigen Eisen- bohnergewerkschastcn zu finden In der Rocht trat noch die Exe- tut'»« sämtlicher Eisenbahnergewrrtschaften zusammen, um gewisse Vorschläge zu prüfen, die auf der Konferenz mit dem General ral gemacht worden waren. Da» Lertehrsmlnisterium läßt indessen mitteilen, daß I«» alle Vorsichtsmaßnahmen bereits getroffen hätte, um im Fall» »es Streitausbruchs den lebenswichtigen Verkehr ähnlich wie bei dem Streit vom September 1919 zu sichern. Labour Party kür Militärkontrolle durch den Völkerbund London. 19. Januar lwTB.). Der diptomattsch« Korrespondent de,»Daily Telegraph' erfährt, eine Arbrilerregieruvs. die nalfi Nch für die Durchsührung der Abrfisiung»b« st immun- gen de» Versaill-t Vertrage» sein würde, werde vicllcicht nicht ai> zeueigl sein, die van Berlin oorgrbrachke juristische Ansicht an uneh. men. daß den Bestimmungen dies?» Vertrag?»(Art. 21Z> enlspcechrnd di' Kontrolle der d-ulscken Rüstungen jetzt von der besonderen Korn- Mission dem Völkerbund übertragen werde. Arbeitszeit unö Arbeitsleistung. In ihrem Kampf gegen den Achtstundentag behaupten die Unternehmer immer wieder, daß sie damit die»Wiederherftel- lung der deutschen Wirtschaft" bezwecken. Sie wollen die Arbeitszeit verlängern, weil sie allein damit die Produktion auf den Vorkriegsstand zu heben in der Lage seien. Nach ihren Angaben sind wohl die Produktionskosten un- geheuer gestiegen, die Arbeitsleistung ist aber außerordentlich gesunken. Die'e Behauptungen werden oem Kenner und Praktiker der Wirtschaft nicht dadurch plausibler, weil sie in allen den Unternehmern zur Verfügung stehenden Zeitungen fortgesetzt den Lesern um die Ohren geschlagen werden. Denn bislang haben es die Unternehmer wohlweislich vermieden, ihr Material. das den Nachweis über die durch den Achtstunden- tag gesunkene Arbeitsleistung erhärten soll, der Oeffentlichkeit zu unterbreiten Ohne eine solchen Nachweis aber ist es un- zulässig, den Abbau des Achtstundentages zu fordern. Obwohl von keiner Seite dieser Nochweis ernsthaft ge° führt oder versucht worden ist. obwohl die Unternehmer genau misten, daß er nicht zu führen i st, Hot man sich im Reichsarbeitsministerium beeilt, mit der Veröffentlichung der verfastungswidrigen Arbeitszeitverordnung den Wünschen der Unternehmer Rechnung zu tragen. Nicht genug damit, werden jetzt im Reichsarbeitsministerium und von den diesem nachgeordneten Schlichtungsstellen Schiedssprüche gefällt, di« den Achtstundentag beseitigen und,, um den Skandal vollzumachen, werden solche Schiedssprüche auch noch für verbindlich erklärt. Man sollte nun meinen, daß wenigstens vom Reichs- arbeitsministerium dieses Vorgehen, das für die Arbeiterfchoit unerträglich wird, mit iraendsiner wirtschaftlichen Beweisführung begründet wird. Aber auch das Reichsarbeits- Ministerium begnügt sich damit, die beweis'osen Behauptungen der Unternehmer nachzusprechen, ohne sich der Mühe zu unterziehen, sie nachzuprüfen. Das mindeste, was das Reichsarbeitsministerium von den Ur.ternehmern verlangen müßte, ist der Nachweis über die Arbeitsleistung vor dem Kriege und ihre Entwicklung seit Einführung des Achtstundentages. Wenn das Reichsarbeitsmini- sterium fortfährt, die Behauptungen der Unternehmer unge- prüft zu übernehmen, dann degradiert es sich selbst zu einer Filiale des Reichsverbandes der deutschen Industrie und der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. Der Achtstundentag Hai, weit entfernt eine Minderung der Arbeitsleistung herbeigeführt zu haben, die Arbeitsleistung überall da gesteigert, wo die Arbeiter. längere Zeit nor- mal beschäftigt worden sind. Wir baben darüber wiederholt genaues Zahlenmaterial aus der P o r z e l l a n i n d u st r i e neröffentticht. Heute sind wir in der Lage, ganz ähnliches Material aus der Schuhindustrie zu bringen. Der Verband der Schuhmacher bat über Ar- beitsleistung und Löhne vor und nach dem Kriege eine Erhebung veranstaltet, deren erste Resultate im »Schuhmacher' verüfsentlicht werden. Wir entnehmen daraus folgende Zahlen: ?. Mittler« Schuhfabrik in einer Kleinstadt: Oktober 191 ö. Arbriterzahl.292 Fabrik-, 13 Heimarbeiter. Wöchentliche Produktion in 58H Stunden durchschnittlich 6000 Paar Schuh«, vorwiegend Spastarttkel. Durchschnittliche Stundenleistung: 0,10 Paar. November 1921. Arbeiierzahl: 246. Wöchentliche Produktion in 47 Stunden durchschnittlich 6000 Paar Schuhe, Boxkalf. M-uKan und Rahmenortikel. Durchschnittliche Stundenleistung: 0.22 Paar Dezember 1923. Arbeiterzahl: 260. Durchschnittsstunten leistung' 0,60 Paar. Die Leistung pro Stunde ist somit von 1913 bis heute vo» 0.40 auf 0,60 Paar oder um 60 proz. gestiegen, obschon das Pro» bukt sich weserttlich verfeinert hat! * kl. Größere Schuhfabrik an norddeutsche« Inbustrieplatz: tou* 1923 VoBntflr Standen- IWrn iflr Stunden- velchSMgnngearl ,0?OOT relftung 10 Paar leiftung Maichinenzwicken. 36 Pf. 20 Paar 23 Pf. 20 Paar Einstechen... Z5„ 70, 8 5, 70, Pe'chneidrn... l4.2.. 4V» 7.6, 71, Doppeln.... 15„ 69» B, 100» Glätten.... 21, 35, 12,8, 40„ Kblatzonftrücken. 9.6» 69 5» 100» Schnitilräsen.. 88,5» 19„ 25.5„ 20, Schnittvolieren. 29, 24. 17.5. 27» Die Stundenleistung wurde beim Beschneiden von 49 ans 71, beim Doppeln wie auch teim Lb'atzousdrücken von 69 ans 1« paar hivaufgedrücki. Di« Lvhnminderung erreicht tei manchen Arbeitern 5 6 Proz.! ilk. Mittlere norddeutsche Schuhfabrik: Leistungssteigerung in der Zuschneider«. In schwarzer Ware leistet« ein Zuschneider vor dem Kriege pro Woche 252 Paar, setzt 276 Paar. In brauner War«: vor dem Krieg« 210 Paar, setzt 234 Paar. Lohn für schwarz« Ma«-Kay in Boxkalf vor dem Kriege 1,05 M.. jetzt 0 85 M.. für braune Mar. Kay und Rahmenwar» vor dem Kriege 1.55 M.. setzt 1.05 M. Während die Leistung belrächttlch gestiegen ist, ist die Be- Zahlung um einen großen Prozentsatz heruntergedrückt! IV; Erstklassig«»oy»ri sche Schuhfabrik: Leistungen und Löhne in der Schaftabteiluug. 55 im einem Zuschneide r wurden im Jahr« 1814 pro Stund« 4 Paar �Zuschnitt) verlangt, jetzt: SV» Paar. Der Stunden- lohn war 1814 S4 Pf., heut« beträgt er 61% Pf. 1814 kam das Paar auf 13)4 Pf, 1923 nur auf 18% Pf. zu stehen! Die Löhn« In der Stepperei pro Paar weisen folgende Entwicklung auf: 1814 1823 Kappensteppen, einmal gesteppt... 1 Pf. 1.NS Pf. zweimal gesteppt.. 2, IL. Endeln............ 3.6, 1,17. Hinierbesatzsieppen....... 8, 1,60, «antieren tSerrenartikel)..... 85, 1,95. tHerrenartikel)..... 85. (Tamenartikel)..... 8,75. (Schuhe)....... 8,75, Blättersteppen, einmal...... 3,6, .»weimal..... 45, sDerby), ,weimal.. 5, dreimal.. 6, Besatzsteppen, zweimal...... 6. 1,87 1,77 2.3 3.2 3,9 5,2 2,7 Gleichzeitig zitiert das Blatt eine in der„Wirtschasts- kurve", Heft II, III und IV von 1922, veröffentlichte Statistik über die Arbeitsleistung in der Le d e r i n d u st r i e. die sich auf die Angaben der Fabrikanten stützt. Nach dieser Statistik war das Verhältnis der Arbeitsleistung unter dem Achtstundentag im Vergleich zur Arbeitsleistung vor dem Kriege folgendes: Leistung pro Arbeiter und Stunde X. Oberledersabrik: 18IS 1922 Biertafelmaschine.. 100 122 5 Herbst 1922 Falzen...... 100 183. 1922 Stollen..... 100 193, 1922 Stohen..... 100 109, 1922 Abreiben. j... 100 133, 1922 XI. Grotze Schuhfabrik: 100 182(1 Quart. 1922) Also auch hier eine wesentliche Steigerung der Arbeitsleistung. Diese Beispiele können vermehrt werden. Aber jedermann weih, daß es sich bei der Forderung der Unternehmer aus Beseitigung des Achtstundentages in erster Linie um eine politische Forderung handelt. Die wirk- schaftliche Seite der Frage kommt für die Unternehmer dabei nur insofern in Frage, als einige von ihnen, besonders die Unternehmer in der Schwerindustrie, glauben, durch die Verlängerung der Arbeitszeit die während der Inflations- Periode erzielten Uebergewinne dauernd erhallen zu � können. Abgesehen von dem wirtschaftlichen Rechenfehler, der darin steckt, muß doch die Frage aufgeworfen werden, ob das Reichsarbeitsministerium dazu da ist. die wirtschaftliche Kurzsichtigkeit der Unternehmer zum Wegweiser der deutschen Wirtschaft zu machen. Jedenfalls wird künstig jeder w'ssen. daß die Behauptung, infolge des Achtstundentages sei die Arbeitsleistung zurückgegangen, nichts anderes als eine Ten- d e n z l ü g e ist.___ Rechtlose deutsche in Deutschland* Die Lage der Auslandsdeutschen. In der neuen Zeitschrift.Oesterreich-Deutschland", deren erstes Heft soeben erschienen ist, beschäftigt sich Dr. Richard M i s ch l e r mit der Rechtslage der Deutschen fremder Staats» zugehörigkeit, die nicht nur kein Wahlrecht besitzen, was eine Folge des Friedensvertrages ist, sondern die auch den hundert- lei Schikanen eines überlebten„Fremdenrechts" ausgesetzt sind. Es Handell sich um etwa 300 000 Menschen, von denen Mischler mit Recht sagt: Daß sie nicht mitwählen können, und gleich den Umnündigen, Verbrechern und Irrsinnigen politisch mundtot sind, schmerzt sie als unverdiente» Schicksal immer wieder, wäre aber noch erträglich. Nicht erträglich dagegen find die tausend Nadelstiche beut- scher Lerwaltungsproxis, die den Voltsgenosien in un» «rbittlichem Widersinn die Folgen des aufgezwungenen Ausländer- : tums filh'en laßt, ihn sogar in seinem Familien» und Erb» �recht schmälert, durch Polizeimaßnohmen schikaniert, überall hintansetzt,, in seiner Existenz gefährdet und ihn etwa sogar aus» weist! Unkontrolliert, souverän. Denn das ist die schwerste Folg« I der Nichtwäh!«reig«nschaft. Während jede Organisation, Dewert- ' schaft, Genossenschaft am Zahltage mit ihrem Abgeordneten Abrech» nung hält und ihn an seine Pflichten erinnert, während jedes Per» waltungsresiort parlamentarischer Kritik unterliegt, fallen im Rechtsleben der Kolonie beide Kontrollen weg. Dem Nichtwähler braucht man keine Vertretung zu versprechen, sein« Sedrängniffe interessieren nicht. Auch die Tagespresie und die breite Oessenllichteit nicht. Gewiß bekennt man sich da und dort zu dem Gedanken der Volks» gemeinschaft mit den Brüdern jenseits der Grenze; daß auch dies. seits welche leben, leiden und incognito bluten, übersieht man! Mischler oerweist auf den schleppenden Gang des Einbür- gerungsverfahrens das die Zulassung eines Auslondsdeut'chen zur Reichsbürgerfchaft von der Zustimmung aller Landesregic- rungen abhängig macht, und erzähll mancherlei skandalöse Fälle der Auslie'erungs» und Ausweisunospraris: Deutsche Behörden haben es.... zustande gebracht, einen sozialdemokratischen Deutschböhmen, der 1818 in Karlsbad eine deutsche Rede hielt, deshalb zum Zwecks späterer Aus» licferung an die Tschechoslowakei(wegen„Aufruhrs")« i n z u» sperren; ebenso einen anderen, der in der Reichswehr ge- dient hatte, nach seiner Verwundung in chaft zu nehmen-, ferner einen Kärntner, der sich zum Schutze Oberschlcsicns freiwillig ge- meldet und schwere Wunden erhalten hatte,„wegen unbefugten Srenzüberschrittes" auszuweisen..l Daß die Kritik solcher Zustände, an der sich, wie wir be- merken dürfen, der„B o r w ä r t s" lebhast beteiligt hat. nicht ohne besondere Wirkung geblieben ist, gibt Mischler zu. Er hat aber wieder vollkommen recht, wenn er zum Schluß sag!: .... solange es noch in B o y e r n und anderwärts Amts- gerichte gibt, die österreichisch« Volks'«Nossen wegen unbefugten Grenzübertrittes zu Gefängnis verurteilen, solange Polizeibehörden auch bei gestatteter Einreise die Aufenthaltsgenehmigung— und schließlich Wohnungsämter trotz Einreiseerlaubnis dos Mieten von Wohnungen oder Geschäften oersagen, solange diese oietfä'tigen In- stanzen auch den Oesterreicher nur als Fremden gelten lassen, dem sie Schwierigkeiten zu machen bestrebt sind, solang« ist das„allen deutschen Söhnen gemeinsame Vaterhaus" keine gemeinsam« Stätte, sondern ein— Gemeinplatz. Erst bis sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß der vesterreicher hier kein Gast ist(den man hinaus- werfen•Sann», daß er vielmehr hier ebenso zu Hause ist, wie der Homburger in Wien, erst bis die letzten Reste parteimäßig engherziger verwattungs Praktiken aus dem Beamtengehirn ver'chwunden sind. kann von einem Sieg großdeutschen Bewußtsein», von einer öfter- reichisch-deutschen Volksgemeinschaft gesprochen werden! Das alles sollte eigentlich nur selbstverständlich sein. Ein fremdcnpolizeilich betontes„Reichs deutschtum" ist aber auch nur eine Form des Partikularismus. Die part'kularisti'che Reaktion aber, die der Sozialdemokratie so gern ihre Inter- Nationalität vorwirft, ist zwar nicht inter- aber a n t i- national._ Die öeutkbe Handelsbilanz. Die amtlich« Mitteilung, daß die deutsche Handels- b i l a n z im Oktober und November 1923 einen U e b e r- schußder Ausfuhr über die Einfuhr geze'gt habe, hat im Inland und Ausland außerordentliche Beachtung gefunden. Jahrelang hallen die deutschen Kapitalisten behanpiet, daß die deutsche Handelsbilanz rettungslos passiv fei, und daß darin die Hauptursache für den Verfall der deutschen Wäh- rung liege. Es fei ferner daran erinnert, daß Anfang Ottober der volkspartelliche Reichsw'rtschastsminister o. Raumer eben- falls den dauernde nRückgang der deutschen Ausfuhr behauptet bot Alle diese Behauptungen müsien jetzt amtsicher- setts als Märchen zugegeben werden. Es will demgegenüber wenig besagen, wenn der Reichs- wirtschastsminister Hamm jetzt davor warnt, die Zahlen über die deutsche Handelsbilanz im Oktober und November in ihrer Bedeutung zu überschätzen. Aber ebensowenig Grund siegt vor. diese Bedeutung zu unterschätzen. Und im Gegen» satz zu dem jetzigen Reichswirtschaftsminister, der anscheinend noch keine Gelegenheit gefunden hat. sich über die wichtigsten früheren Feststellungen seines Amtes zu unterrichten, erlauben wir uns den Hinsweis, daß die Aktivität der deutschen Han- delsbilanz im Oktober und November durchaus keine Einzel- erfcheinung ist. Auch in anderen Monaten während des Ruhr» kampfes ist die deutsche Handelsbilanz aktiv gewesen. Sie war aber vor allen Dingen auch aktiv während des ga.n» zenIahres 1922, was bisher unter der glorreichen Füh- rung von Helfferch, Havenstein und Stinnes dauernd abge» stritten worden ist. Es dürste angebracht fein, wenn Herr Hamm sich darüber von feinen Geheimräten unterrichten läßt. Diäten und Deutscbnationale. Den Pharisäer« ins Ttannnbuch. In der Bersiner Stadtverordnetenversammlung ist am Donnerstag der demokratische Antrag auf Beseitigung der Auf- wandsentschädigung und der Freikarten für ehrenamtlich tä ige Bürger abgelehnt worden. Darin kommt die Anerkennung der Tatsache zum Ausdruck, daß die Ausübung von Funktionen für die öffentlichen Körperschaften nicht mehr wie früher lediglich das Vorrecht besitzender Kreise sein würde, sondern daß sie jedem ermöglicht werden solle. Die Deutschnatio» n a l e n, die innerlich die wärmsten Freunde der Diäten sind, entfalten trotzdem wiederum eine demagogische Hetze wegen dieses Beschlusses der Stadtoerordnetenverfamm- lung. Weil die Stadtverordnetenversammlung beschlossen hat. daß die Auszahlung der Diäten beschleunigt werden solle, be- merkt die„Deutsche Tageszeitung":„Zu einer Zell, da man überall abbaut, könne man unmöglich die Aufwandsentfchädi- gung weiter aufbauen." In der Stadt denkt natürlich niemand daran. Wer aber wirklich die Aufwandsentschädigung ausbauen will, das sind— die Deutschnationalen. Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir mitteilen, daß die Deutschnationalen im Reiche Anfang Dezember die Anregung gegeben haben. dieDiätenfürdieReichstagsabge- ordneten auch dann fortzuzahlen und die Fahr» karten den Abgeordneten zu lassen, wennder Reichstag aufgelöst werden sollte. Wir begnügen uns für heute mit diesem Hinweis und stehen den deutschnationalen Pharisäern mit näheren Einzelheiten aus Wunsch gerne zur Verfügung. 10D-Nillionen-Rnleihe der Reichsbahn. Hypothekarische Belastung des(Grundeigentums. Wie der Handeisdienst erfährt, werden demnächst der Reiche verkehr s minister und der Reichspostminister durch «ine besonder« Verordnung die Ermächtigung erholten, hypo» thekarisch sichergee stellte Anleihen aufzunehmen, um ihren Geldbedarf zu decken. Für die Verzinsung und Rückzahlung hosten nur die Einnahmen der Reichsbahn und der Rcichspcft und das Vermögen dieser beiden. Es werden P f-i/db r i e f e auf Grund dieser Unterlagen ausgegeben, für die�' ar.' natürlich das Reich die Haftung übernimmt. Wie der-- farnv" Handelsdicnst weiter erfährt, steht die Reichseisenbahn berett» in Berhandlunz mit der G em«i ns cha stsg ru p p« Deutscher Hypotheken. banten wegen Gewährung eines Darlehens von 100 Millionen Goldmark, dos mit 6 Proz. ab t. Januar 1024 zu verzinsen ist. Die Gemeinschaftcbank wird diesem entsprechende Goldpfandbrief« ausgeben. Weitere Verhandlungen schweben zwischen der Reichspost. Verwaltung und einer anderen Laukengruppe. Der Reichs. finanzminister behält selbstverständlich die Oberaufsicht für die Finanzgebarung der Verkehrsinstitute. * Wie die„Frankfurter Zeitung" dazu drahtet, hat das Rei ch s. Verkehrsministerium mit der Gemeinschastsgruppe deut» scher Hypothekenbanken die Anleih« über 100 Millionen Gold» mark, di« unter Umständen auf 300 Millionen erhöht werden kann, bereit« abgeschlossen. Der chineflsthe General. Bon Joseph Roth. Ich habe dos Porträt eines chinesisch«» Generals, eines großen Generals, in einer englischen Zeitschrist gesehen. E« war ein Oeldruck, und man sah genau, daß es ein mongolischer und nicht etwa ein europäischer Heerführer war: man sah die gelbe Gesichtsfarbe und die Schlitzaugen und die flache Ras« ohne Wurzel. Aber der ausgesprochen» mongolisch« General trug eine«uro- pöisch« Felduniform aus graugrünem Mimikrytuch und«lnen europäischen Säbel an der linken Seite und viel« Auszeichnungen an der Brust, blaue, grün« und rote Bändchen und Schweifen, oon derselben Art, wie sie auch in Europa an Generals brüsien und in geheimen Schubladen unserer Backfisch« zu finden lind. Es war«in so herrlich-realistischer Farbendruck, der General stand so greifbar, sozusagen saluttsrbar, auf dem Diall der Zeit» schrift. daß man seinen Säbel scheppern zu hören vermeint« und das sanfte Klingeln seiner Medaillen und das silberne Läuten der Sporen aus edlem Stahl. Ja, wenn ich mich inbrünstig für«in paar Sekunden in den Anblick de» großen Chinesen �vertiefte, konnte ich mir die Stimm« des Generals vorstellen und den gewaltigen Schall seines Kommandoworts, und ich hörte etwa einen Ruf. wie: „La— Hu— Pi!" oder:„«Die— Ii— lung". Und das hieß ungefähr: „Batterie stillgestanden!" oder:„Niederschießen!" oder:„Sturm". Denn, wenn auch die chinesischen General« chinesisch kommandieren. so bedeutet der Inhalt ihrer Kommandos doch ungefähr dasselbe. wie der unserer deutschen. Und die General« aller Länder der Welt kommandieren immer solche Dinge, wie Schießen, Stürmen, Fever(beziehungsweise Zeitungen) einstellen, und dergleichen mehr. Und nun geschah fo.gendes: Während ich mir so di« Kom- mando, des großen chinesischen Generals vorstellt«, veränderten sich ellmählich die typischen mongolischen Züge de» farbengedruckten Porträts. Die gelbe Farbe des Gesichts verblaßte und wurde«uro- päisch— weiß Di« Rase sprang vor, die schielenden Pupillen rich» teten sich gerade, der Nein« schwarze spärlich« Schnurrbart sträubte sich und wurde buschig, und vor mir befand sich das Bi.d eines großen europäischen Generals. Ja, der Chinese war ein Europäer — mir dadurch, daß er ähnliches kommandierte, ja, erlebt«. Es war ein großes Erlebnis, als«ch auf der nächsten Seit« der englischen Zeitschrift das Bild eines Kuli»«rb.ickte, eines Riflchabkulis. Auch dieser Mongole hatte«ine große Aehnlichkeit mit einem europäischen Zigarrenftummelsammler oder Obdach.osen. Auch srin Rücken war gebückt. Auch sein Blick war flüchtig, wie der scheue Blick eine» verfolgten Tieres. Auch feine Fäuste waren derb und hingen an mageren Armen. Und so erkannte ich die geheimnisvollen Zusammenhänge dieser Well, und so kam ich hinter da» Geheimnis, weshalb Genera.«, die gegeneinander Krisg führen, sich nicht persönlich in den Komps de» geben. Denn alle Generale der Welt, di« gelben, die braunen, di« roten und die schwarzen, sind Brüder und wollen einander nicht totschlagen. Rur die Kulis aller Länder, die gelben, die braunen, die schwor» zen, di« weißen, haben noch nicht erfahren, daß sie auch Brüder sinid. Und so schießen sie aufeinander. Aber das kommt davon, daß d-e Generale weit häusiger in den illustrierten Zeitschriften abgebildet sind als die Kulis. «5rasquita�. Operette in 8 Akten von Dr. A. M. D illner und Heinz Reichert. Musik oon Franz Lehar. Er st aus. sührung im neu hergerichteten Thalia» Thater. Ort der Handlung: Erster Art: Bor einer Schenk« m Barcelona, wo gerade gegenüber Fabrikdirektor Aristide Girat mit seiner Toch- ter Dolly wohnt, die euerseits von Girots Resten Armand aus Paris zwecks späterer Heirat und onderersci s von dessen Freund Hippolyt, einem täppischen, weltfremd sein wollenden Privatgelehr- ten zwecks ethnographischer Studien besucht werden. Zigeuner, Zigarettenrnuchen, Dieberei. Tanz Eisersucht,«in« Rose, die dem Herrn Armand von Frasquilvs g«schickt:r Hand an den Kopf fliegt, ketten die Liebe.— Zweiter Akt: Di« Bombe platzt. Armand küßt Frasquita, der Onkel erwischt ihn. spiett den Moralischen für sein« Tochter Dolly löst die Derlobunz Armands mit Dolly auf, um diese in der folgenden Pause zwischen dem Zwesten und dritten Akt mit dem tölpethosten Hippolyt zu verheiraten Frasquila treibt in- zwischen mit Armand ein häßliches Spiel. Als er sie zu haben glaubt, wird sie plötzlich hundeschnäuzig kalt. Er spielt beleidigte Leberwurst und schiebt ab.„Sie"— muß schleunigst die bedrohle Existenz de» dritten Aktes retten� also: Umkehr, Reue, Marlitt- «pisode einer Zigeunerdome m>t Friedrichstrahenallüren.— Dritter Akt: Paris! Wieso? Fesche Kerls, verflucht elegant in Fracks, sprechen oon ihren Weibern! Also Milieuschilderung!„Sie" ist plötzlich auch da, die arm« Zigeunerm in fabelhaften Kostümcn uid dem sonst bei Zigeunerinnen nicht üblichen feinen B-ntmm. Kurzum, sie kriegen sich Ich Hütt: mir an Frasquitas Stell« zwar lieber den feurigen, jungen, verliebten Sebastiono ausgesucht... Um die Oed« dieser Handlung zu überstehen, bedurfte es einiger Frische spendender Oasen in der Wüste� Iadlowter sang den vrmand. Das war die eine! Sein« Kopftön« lösten festillos« Stürm« des Beifalls hingerissener Herzen aus. Er war Kammersänger durch und durch. Lohengrin im Iakettanzug! Dann: Martha Serak von der Ludavester StrnLsoper. Sie gab Frasquita, stimmlich mehr Oper als Op: rette. Lisa Weise als drollige Dolly und Eugen K oltai als grotesk-komischer Hippolyt, beide«in lustig. bewegliches Erheiterunasmoment in allen übrigen Rührseligkeiten. Der dirigierende Komponist Franz Lehar: feingeschliflene Partitur, Schönheitspflästerchen auf der etwas angestauoten Melodik, vcrspanisch'er Ryylhmu?, dem man gern etwas Iaziba-id. Pfeffer auf seine Behäbigkeit«streut hätte, olles schon ein bißchen „dagewesel� ohne dm zündenden Funken früherer Erfindungskraft Bühnenbilder von schwankendem Wert und Eindruck gab Pro» fessvr Eesar Klein, der auch dem Thalia-TH-mer«in neues Ge- wand angelegt hat. über dessen Vorzüge man streiten kann. Di« flotten Tanz« studiert« Jan Trvjavowski ein. Aus der Meng« der Mitwirkenden sei Gustav Mvy als Sebasttano und Anton Gampert als Juan genannt. Beifall und Blumm gab es in Füll«. Die Lufführunq zeichnete sich durch 4 �4 stündige Dauer aus. Dos Haus war überfüllt. Die Lachmusteln wurden geschont. vas gefälschte„vismarck'-drama. Emil Ludwig sendet uns au» Athen folgenden Protest Sgen die Umfälschung, die sein„Bismarck-Drama bei der ufführung im Berliner Apollo-Theater erfahren hat: „Rur unter den drei Bedingungen: erst« Schauspieler, kein Zu» satz. keinerlei monarchistische Umfälschung, willigt« ich in die Auf» sührung im Apollv-Theater. Schon vor den Proben sah ich aber. daß di« Direktion keine dieser Bedingungen ganz erfüllen wollte. Da sich trotzdem die Bühne mit ihrem ganzen Apparat als tei'weil« unüberwindlich zeigte, verzichtete ich auf einen 5l:mpf. den ich nur halb gewinnen konnte, publiziert dagegen am 15. Dezember, daß ich für alles unverantwortlich sei, was dort geschehe, und reiste ab. Daß des Stück, wie Sie se!dst erwähnen, ohne Lusstattung wirksam werden kann, beweist der Dauererfolg in Frankfurt, wo wir es als Sommerspiel inszenierten: wie dies auch indessen in Königs. berg, Bremen usw. geschehen fein mag. In dem bei Kiepenbeuer erschienenen Buchdrama findet sich weder der Tellmer Titel noch ein« Szene mit Eckfenster und Wachtparad«. weder«in Ball noch«in ganzer Landiaassaal. Dagegen ist Bismarck« Ei gen weit von drei Seiten: Lassoll«. Dirchow. Kronprinz„m. breit ausgebaut. Lassalle hat drei Bilder und der Scheuß des Stückes zeigt in einer Debatte zwischen Bismarck und Bittoria deut- lich d!« Grenzen der Blut- und Eisentheorie... Aus allen meinen Büchern und Aussätzen spricht eine so«nt» schi'den demokratische, ontimonarchistische Grundgesinnung, daß. ich mich, angesichts des oorlie--« ganze Passivität des Königshauses darzustellen, während andenersens Bismarcks Genie dauernd von Männern und Frauen der königktchen Familie gehemmt wurde, veranlaßt« dies« Form, die nichts sein will, als dramatisch« Ses-bichte. gesehen oon allen Parterpuntten." Die Ironie der Tages'ys»'-�« hat es gefüst. daß dieser Protest gerade zu einer Stunde e'ntnfft. wo notienalistssch« Ehremn nner "der die„Tendenzmache"«m«s Tollerschen Dramas Zeier schreien. Dieselben Ebwnmänner. die kcm Bedenken trogen,«in« reine tendenzlose Dichtung für ss oe am atorilchen Zwecke umziiss-lkchen und die gegen den W> II e n des Dich t« r s verüb te Fäl- schung zum Anlaß monarchistischer Kundgebungen zu mißbrauchen. Marxismus und Voltspartei. Der Pressedienst der Deutschen Volkspartei beschäftigt fich mit dem Wesen des Marxismus. Er lehnt die Wirtschafts- theorie, das Wirtschaftsprogramm und die Geschichtsphilosophie des Marxismus ab, erkennt aber an, daß seine Kritik am Kapitalismus und seine sittliche Forderung be- rechtigt ist. Es heißt da: „Der Marxismus ist Kritik. Kritik am Kapitalismus. Und wenn man vorurteilsfrei dies auf sich wirken läßt, so kann man oft den Scharfsinn ihres Urhebers bewundern. Die Ausführungen über die Anarchie der Produktion, über die Krisenwirtschaft, die periodisch« Zerstörung von PrcSuktivkrästcn und Produkten usw. decken zweifellos Mängel der kapitalistischen Wirtschaftsform auf/' Und an anderer Stelle: „Aber der Marxismus ist auch sittlich« Forderung. Und diese Forderung ist derarr, daß niemand wagen darf, ihr zu widecstreilen: Unterordnung des Einzelnen unter das Wohl der Allgemeinheit: die Forderung„sozialen" Denkens und Handelns. Sein Zweifel: wenn es gelänge, dirie Forderung in die Tai umzusehen. dann wäre der surchkbare Abgrund geschlossen, der die z:samle Gegenwart zerreißt; der Arbeilgeber und Arbeitnehmer, Bürgertum und proletarwt wie feindliche Pole gegeneinander gestellt hat. Frei- lich, diese Forderung ist wedor neu. noch dem Marxismus eigen- tümlich. Sie ist so alt wie' das Christentum und dessen eigenstes Eigentum.„Liebe deinen Nächsten als dich selbst." Freilich, mit der Verwirklichung dieser Forderung sieht es immer noch traurig aus. Heute mehr als je. Sichsriich ober ist die Forderung sozialen Denkens eine der vornehmsten, die an den Menschen und an den Christen gestellt werden kann." Das liest sich etwas anders, als die Episteln K a h r s gegen den„jüdischen Marxismus", der angeblich die Grundlagen des Staates und der Gesellschaftsordnung zerstört. Aber als Kahr seinen Kreuzzug begann, fand er gerade im Lager der Volks- Partei lebhafte Zustimmung. Man darf deshalb annehmen, daß die Mahnungen des Preffedienstes sich vor allem an die Mitglieder der eigenen Partei richten. Ob sie Erfolg haben werden, muß nach der Stimmung in weiten Kreisen des Unter- nehmertums bezweifelt weroen. Veamten-�bbau in Preußen. Der Vollausschuß des Preußischen Landtages hat gestern abend die Vorloge über den Beamtenabbau an- genommen. Die wichtige Frage der Beschwerdemöglich- leiten wurde folgendermaßen gerege't: Zunächst besteht die Mög. lichkeit, gegen Entlassung auf Grund mangelnder Leistung Bischwerde an das Staatsministerium zu richten. Dann besteht vor allem die Möglichkeit der Beschwerde an einen Dertrauensausschuß zum Nachweis, daß die sozialen Verhältnisse des Abboureifen nicht ge- nügend berücksichtigt wurden oder zum Nachweis, daß die Entlastung aus politischen oder konfessionellen Gründen Erfolgte. Der Vertrauensausschub aus einem richterlichen Beamten als Vorsitzenden, besten Ernennung im einzelnen geregelt ist, sowie aus einem Vertreter des in Frage kommenden Dienstzweiges und einem Vertreter der entsprechenden Berussklasse(Bsamtenorganisation) hat auf die Beschwerde hin die tatsächlichen Feststellungen zu machen. Alle tatsächlichen Feststellungen dieser Schiedsinstanz, die zwar nicht ent- scheidet, aber doch ihre Auffassung formulieri, sind für das Staateministerium schlechthin bindend.. Wenn dos Stoxchsminlsteruun dennoch zur Ent'astung schreiten will, dann ist das nur hei pner Dreiyiertslmajorität im, Staatsministerium möglich, und das Votum de, Staatsministeriums muß in diesem Falle einem-Ä on t r olla u s sch u ß des Landtages vorgelegr werten. Dieser Kontrcllausschuß kann im übrigen auch von sich aus Erhebungen veranlasse n. »i- W'e aus diesen Darlegungen hervorgeht, hat Preußen, ge- warnt durch die schlechten Ersahrungen beim Abbau im Reich, in der Abbaufrage' starke Schutzmaßnahmen zugun- sten der Beamten getroffen. Die schlechten Erfahrungen im Reich sind unseres Wisien besonders bei Post und Eisenbahn festzustellen. Ist es doch vorgekommen, daß Eisenbahnern, die von den Franzosen ins Gefänouis geworfen worden waren, die Kündigung im Gefängnis zuge stellt wurde. Auch an anderen Stellen macht der Abbau im Reich öfters den Eindruck von Ueberstürzung. die kaum der Sparsamkeit, in deren Interesse doch der Abbau betrieben werden soll, dienen kann. * Im Sparausschuß des Reichstages, der bekanntlich die Ueb>rwachung des Personalabbaues auszuführen hat. wurden die Maßnahmen, die zum Zwecke des Personalabbaues durchgeführt wor- den sind, einer eingehenden Exprierung unterzogen. Vom Reichspost- Ministerium wurde in zahlenmäßiger Darstellung ein Bild des bisher vollzogenen Abbaues gegeben. Danach wurde der Personalbestand, der bei der P o st am 1. Oktober 1923 vorhanden war, bis Ende dieses Jahres bereits um über lOProz der Beamten und Angestellten vermindert. Im Reichspostministerium selbst wurden im höheren Dienst 26 Prez, im mittleren Dienst 20 Proz. und im unteren Dienst 20 Proz. abgebaut. In erster Reihe wurden die über S0 Jahre alten Beamten vom Abbau betroffen. Vom Reechsfinanzmmiskrivm wurde erklärt, daß in Kürze«ine Verfügung erlassen werde, wonach Schwerkriegsbeschädigte nur aus ganz zwingenden Gründen entlasten werden dür- fcn«ine Entlastung von Blinden möglichst überhaupt nicht in Frage fi-rnrncn darf Der Vertreter des Sparkommistars gab die Erklärung ab. daß es nicht im Sinne inr Personalobbauoerordnung läne. Be. omte die zur Verminderung des Personalbestandes von den Abbau- n aßnahmen betroffen- worden feien, durch Neuemstellunzen zu er- sitzen. Er wies weiter darauf hin. daß die Erörterungen darüber. ob und in welcher Weife, u a«wo durch Ansiedlung, für die ander- w eilige Unterbringung des entlassenen Personals gesorgt werden könne, dem Abschlüsse nahe seien � Der �?uöe" > Der Münchener Mitarbeiter der„D e u t s ch e n Z e i t u n g" be- schäftigt sich mit den„Derfastunzswirren in Bayern" Er bedauert. daß Hitler zu früh losgeschlagen hnt.„Letzte Losungen" b itte zwar, auch ein Gelingen des Rechtsputsches nicht bringen tön- nen. aber man HStte dann eint Basis für deutsche Politik gehabt und braucht« jetzt nicht das„schändliche Schauspiet" zu erleben, daß poli- tische Glücksritter, wie«n Arnold Rcchberg. jüdische Empor- k ö m m l i n a e. njjx der' von' Erzberger gemachte Otto Wolfs, enf eigene Foust mit den Fronzosm Außenpolitik machen Der M'nchener Mitarbeiter der.�utschcn Zoit-ng" irrt sich. Der „nvfch:" Emport'mml-n-, 0:to Wolfs stemmt aus einer uralten Köln'r katholische» Familie und"«hört der Zentrum«. portei an. Das tonnte znkm o-ch der„Deutschen Zeitung" bekannt sein, abr um der„Judcnrepublit" eins auszuwischen werden auch katholisch? Zentrumsanhänger in Juden umgetauft, wenn es in den Kram patzt. ver fäUigfsftfß). Das längst erwartete Ereignis»'a�juehr in der letzten Nacht oollkommen geworden: das OiieckstL*/""� sehr über den Nullpunkt hinausgegangen,. daß der härteste uns älteste Schnee panzer diesem Ansturm nicht mehr widerstehsn konnte und mit der Auflösung bereits begonnen hat, den Menschen keineswegs zum Wohlgefallen. Denn das erste Ergebnis ist fürchterlich, übertrifft bereits heute alle Erwartungen und wird sich in den nächsten Tagen noch viel ärger und unerträglicher bemerkbar machen. Die Derkehrsstraßen der Innenstadt und die großen Ausfallstraßen bilden vielfach riesige Schlammsien, deren llmschreitung große Mühen macht, pst aber völlig unmöglich ist und infolgedessen zur sofortigen vcllkommencn Durchweichung des ganzen Schuhwerks und Durchnästung der Füße führt. Andere Straßen, in denen ein gerinzer Berkehr herrscht, werden dieses Unheil erst in den nächsten Tagen erleben. Die An- Häufung der Schneebergs auf den Bürgerstsigen statt am Straßen- rand erweist sich je länger je mehr als' eine Unzulänglichkeit, denn der zergangene Schnee tut den Urhebern dieser Maßnahmen leider nicht den Gefallen, sofort in den Rinnstein abzufließen, sondern staut sich vielfach auf den Bürgersteisen und bildet dort niedliche Binnen- seen, die sich alsbald in veritable Moräste verwandeln. Besonders in den Abendstunden ist es geradezu eine Strafe, die Bürgsrsteige unserer Weltstadt passieren zu müssen. Trotz angestrengtester Ar-, bei'en der Straßenocinigungskolonnen ist es vielfach nicht einmal möglich gewesen, die Wassereinläufe und Rinnsteine freizulegen, die zum Test auch wieder durch Wagen, Auto-, Fußzängcr und neue Schneefälle verstopft worden sind, so daß sich hier in den nächsten Tagen nette Zustände entwickeln werden. Schnellfahrende Autos und Autobusse schleudern den Straßsnschlamm viele Meter weit umher und verschmutzen den Passanten die Kleidung. Es sei übrigens daran ermnert, daß die Passanten in solchen Fällen grundsätzlich ein Recht aus Schadenersatz haben. Bon allen Seiten gehen uns besonders eindringliche Klagen über das vis fache Versagen der Bürgersteigreimgung zu Als der Schnee fiel, ließ man ihn liegen lind streute nicht. Nunmehr taut« es, aber die meisten Hausbesitzer denken nicht daran, den vereisten Schnee von den Bürgersteigen loshacken zu lassen. In manchen Straßen und Vororten sieht es ganz besonders schlimm aus. Der„Vorwärts" hat auf diese Tatsache ln den letzten Wochen verschiedentlich hinge- wiesen. Wie recht er mit diesen Hinweisen hotte, bewies die bald darauf folgende traurige amtliche Mitteilung vom Montag der ver- flossenen Woche, wonach rncht weniger als 300 Personen durch die Glätte zu Schaden gekommen sind. Ein« weitere Folge waren— dann erst— die strengen Sonderdefehle des Kommandeurs der Schutzpolizei Kaupisch, der die Polizeireviervorstende für die Durch- führung der Polizeiverordnung über die Reinigung der Bürger- steig« von Glalteis und Schnee persönlich verantwortlich machte. Nach den uns zugegangenen mündlichen und schriftlichen Beschwerden scheinen die Reoiervorstände diele Aufforderung keineswegs so ernst genommen zu haben wie man es erwarten durfte. Nun aber ist höchste Eile endlich geboten. Es darf keine Stunde mehr gesäumt werden, wenn Versäumtes noch nachgeholt werden soll. Im anderen Fall mögen sich die Behörden nicht wundern, wenn ihnen aus dem Publikum Anklagen über ein Versagen entgegsmönen. Der Voll- stöndigkest halber fei der Lorschlag eines ganz(Anrüsteten erwähnt, der da meint, bei derartigen außergewöhnlichen Ratureveignisssn könne doch mal die Roichswehr eingesetzt werden. Die Reichswehr- soldaten feien gesunde kräftige, wohlgenährte junge Leute mit gutem Schuhzeug und es würde keineswegs etwas Ungewöhnliches fein. wenn sie sich such mal d�r Berliner-.BevAktrUrtg ziir Beseitigung dieser NM zur Verfügung stellten. Es sei in allen Ländern der West üblich, daß bei"Naturkatastrophen— Ileberschwemmungen mw.— Mi'itär zur Hilf« herangeholt werde. Was setzt über Berlin ge- kommen, sei auch nichts wcit'r als«in« Naturkatastrophe und die Reichswehr werde sich in der Berliner Bevölkerung große Sympathie erwerben, wenn sie auch einmal„produktive Arbeit" leiste. Die Rodelbahnen des Müggrilsees-gesperrt. Infolge des plötzlich Angetretenen starken Tauwetters, ist dos Betreten der Rodelbahnen in den Müaqel- bergen zu einer Lebensgefahr geworden. Daher sind alle Rodel- bahnen in den Müaqelbergen schon von heute, ab polizeilich g e- sperrt worden. Auch vor dem Betreten des Müggelsees wird dringend gewarnt Eine Golühppothekenfabrik. 200 Akfiengesellschaften und kein Geld. In eine eigenartige Werkstatt zur Fabrikation von Aktiengesellschasien auf dem Gebiete des. Grundstücks, und Hypothekenmarktes leuchtete«in? Behandlung hinein, die vor dem Amtsqericht Berlin-Mitte in einer Anklage gegen den Kaufmann Bäcker stattfand. Tie sinkende PapieTmark hatte ein Konsortium geschöftsgewandtcr Leute angeregt, mst Hilfe MiSländifchon Kapitals Häuser in Beriin und anderen Städten aufzubauen. Als Mittels- mann wurde Prinz Kraft von H o hen lo he- O e h r i n g e n nach Jta'ien geschickt, um dort Geldgeber für den Plan zu gewinnen. Nachdem er bei hohen Würdenttägern Ablrlinünqen erfahren hatte, gelang es ibm. den Vorsitzenden eines großen Bankinstitutes zur Hergabe von Kapitalien zu veranlassen. Es wurden dann auch etwa 24 Grundstücke erworben. Nunmehr ging es an die Grün- d u n g von Aktiengesellschaften, b!« in'Form von Rahmengrsellschasten erfolgten. Nicht weniger als 200 Eintragungen in ollen Staden Deutick'ands wurden beoutru�t. Als Namrn für die G rundstücksa kt i sn gefellschäften wurden fast alle deutschen S'ädt« in Verbindung mst Berlin gewählt. Daraufhin erhob sich«in Pro- teststurm der Registrierbehörden und zuständigen Handelskammern, da durch dies« Fabrikation von Aktien- res llschaficn ohne Vermögen das Bertraurn des Publikums zu dem Ak ienmarkt untergraben würde. Ein Berliner Ngjar fand sich darauf, der diel« Strobmannsgrü.n düngen in die juristische Form der Altiengesellschastan brachte Inzwischen müssen sich die Gründer aber unlereipander entzweit bzben, denn es kam gegen den G-sch'ftsfüi'rer Bäcker zu einer«t r a f a n z e i g« wegen U n treue. Di« Verhandlung en'rrMe ein charakteriMches Bild über die Gründung von Aktien-csilllchasten in der jetzigen Zeil. Als Belastungszeu-'« trat ein früdencr Gemcrberat Dr. I. auf. der Bor- sitzender der fämi'ichen 200 Aktien a-ssestschaften gemord-n war und der zu--eben mußte, daß dies« A t t i en ge sol l s ch a f t e n von S-rohmännern gearündet waren, lieber eiwaige Gefell- lob-ftararmö-�n dieser 200 Gesellschaften war de-- Vorsitzende- der- sell-en m°rkwürd-igsrweise überhouvt nicht in der Lage. Auskunft zu geben. Der Anaeklagte Bäcker erklärte, dasi er den Schwindel mit den Kold''npotl'eken, q?g«n den der Klants-Rummgl ein Kinderspiel rewek-n sei. nickt dobe mitmacben wollen, nachdem er ihn erkannt hotte. Darauf habe man den Spieß umgedreht und gegen ibn An- zeig-: eritottet. Die Verteidioer betay'en daß Bäcker lediasich des- «sien den'-n-iort wortm fei, weil«r nich» mitmacb-n w'llt'. dob t',?no zikpan-erlelllck-rfte? Ne eine An-ahl Grimdstü r« m°t '.nt-rcr n�dria«-"" Mark ganz bini" c-ifrirn ba ten, di"'? G und- sia-e»-ttO«•.«5t ftV' d«n«nodttn Wort ß?A, d-rariigon vom fg"f. nrinnischen Stondv-'-kt aus iehr lrtdenk'i-k'Sn P'äns.'' widers'tz'. Die Nn"iae ae-cn ibn sss nur«in Racheakt. Dos Gericht kam ge- maß den Anträgen der Derteldiger und des«mtsavwalts zu einer Freisprechung, da nicht festgestellt sei, daß der Angeklagte über Dermögensstücke der in Frag« kommenden Aktüngesellschaf«n erzen. mächtig verfügt habe. Em« strafrechtliche Verfehlung sei keineswegs nachweisbar. Ob eine Benachteiligung oder Schädigung erfolgt sei, könne nur auf zivilrechtlichem Wege ausgefochten werden. Angeblich schwebt wegen dieser Sache«in ganzer Raitenkönig von Zivil- Prozessen.'_ Nach drei Jahren. Die Aufklärung einer schweren Bluttat. Ein Raubüberfall auf ein Berliner Hänblerpaar, bei dem die Frau getötet wurde, während der Mann mit dem Leben davon- kam, ist jetzt nach mehr als drei Jahren von der Berliner Kriminalpolizei aufgeklärt worden. Ein Händler H i r s ch h a u t aus der Linienftr. 21, ein schon be- tagter Mann, pflegte mit seiner Frau über Land zu ziehen und seine Waren in Dörfern und auf. Gütern anzubieten. Am 7. September 1020 besuchte das Paar auch ein Gut in der Nähe von Anger- münde. Bald darauf wurde es auf dem Wege zwischen Felchow und Schönberg von zwei Männern überfallen. Das Paar wurde später vollständig ausgeraubt aufgefunden und nach dem Krankenhaus in Angermünde gebracht. Frau Hirschhaut erlag dort ihren Verletzungen, ihr Mann wurde trotz seiner schweren Wun- den gerettet. Gestern nun nahm Kriminaicberwachtmcister Brumme am Schlcssschen Bahnhof einen jener Russen fest, die dort herum- zulungern pflegen, von Berlin aus namentlich Gutseinbrüche in der Provinz auskundschaften und dann bandenmäßig ausführen. Er legte sich einen falschen Namen bei. nannte sich dann Landarbeiter Svw. n i tz k i. 25 Jahre alt, heißt aber in Wirklichkeit noch anders. Die Polizei stellte bald fest, daß dieser angebliche Sownitzki unter diesem Namen zur Zeil des Ueberfalles mit einem Landsmann zusammen auf einem Gute bei Angermünde gearbeitet hat. und ein gewält- tätiger Mensch, ist. Sie sagte ihm die Tat auf den Kopf zu. Der. Verhaftete leugnete hartnäckig, bis ihn Hirschhaut, der rasch herangeholt wurde, bei der Gegenüberstellung bestimmt als den Mann wiedererkannte, der die Schüsse auf ihn upd seine Frau abgegeben hatte. Jetzt legte er unter dem Druck des Belastungsmaterials ein Geständnis ab. Nach der Tat orbeiieie Sownitzki noch 3 Monate lang auf dem Guts weiter und kam dann. nach Berlin, um von hier aus neue Raubzüge zu unternehmen. 0;r gehörte auch zu der Bande, die bei einem Beutezuge einen Land- '■- r überfiel und erschoß Von dieser Bande wurden kürzlich drei Mann wegen der Ermordung des Landjägers vom Schwurgericht in Guben zum Tode verurteilt.» Seinen Helfershelfer bei dem Ueberfall aus das Händlerpaar kannte Sownitzki nicht einmal dem Namen nach, weil er nur kurze Zrii mit ihm zusammen arbeitete. Er ist wahrscheinlich über die Grenze nach seiner Heimat entkommen. Rolspei'unq in der Kirche. Ein« Speisung von Notleidenden findet jetzt täglich in der geschlossenen und geheizten Vorhall« der Nikodemuskirche in Neukölln statt. Oeffnet die Kirchen noch weit mehr für die Not! Der liebe Gott muß sich sonst doch wundern, daß' außerhalb der Kirche die Menschen verhungern und erfrieren. Die wertzeicheuversandstelle des-Postamts 1 ist soeben auf» aehnfcen worden; Steuermarken und JnoaHdeniiersicherungsmarken find künftig nur an den Schaltern der Postämter erhältlich. .Gegen Lwderelevd und Schulnot" bcitzt daS Thema der Kundgebung. die am Sonntag. 20. Januar, vormittags 10'/. Uhr. im ebemaligcn Herren- bauie, Leipziger Straße 3-7, vom Bund enlichiedener Schulrciorm-r ver. anslaltct wird. Es spreckien: Paul Oeslreich. Käthe Feucl stark. Dr. Gerhard Danziaer. Hermann Kalling. Dr. Heinrich Müller. Lydia Zlöcker, Dr. Enril Goldbeck, Gras 9ltco. Die Gcsahr, dag des ganze Sckulweien in kurzer Zeit einen vneebrurcu, niemals wieder putzumuchenden Zusammenbruch erlebt; ist so groß und unverlennbar. dag alle Eltern, Erzieher und Jugendsreunde die uriahwelSVace �PiNcht haben, sich' über die schwebenden Gejahren zu unterrichtend.- � � Zentralortband der Anxepelllev. äugendableilung. Lichtbildervortrag- „Der schone Harz", heule abend Uhr in der Äula des Köllnlschen «ylwiasuims. Onriilr 2-5. Vortragenper: Rciscschriftsleller Max NeMwich. Eintritt 60 Goldpfennig._ Sroft- berliner parteinackricbtea. 6. Übt. Dl» Funttionärsltzuilg findet uniständchatder nicht Tonntag. sondern erst onr Montag ahrnd um(48 Uhr bei Dobrohlaw, Swlnemllnder Str. tt. statt. Die Bczitisiiibtcr laden zu der michtigen Miigliederversammlung am Mittwoch etn. tat. Abt. Riedel. chöuhanse». Mittwoch, den 22., wichtige Mitgtiederoersamm. lung bei Schiinherr, Lindenstr. 10. Die Bezirksfllbrer müssen dazu einladen. ?uaenüveranstaltunaen. Abtrilung TLdost(Eörllyer und Sövcnicker Biertel): Heute abend t. Zrill!. oortraz in der«chulaula Zieichenbtrger, Elte Forster Straße:„Die Diere der Rordsee"...August Bebels Beerdigung in tzitrich" u. a. Filme. Einlast 7 Uhr. Beginn trS Uhr. Eintritt 30 woldvsennigc. Infolge der großen Unltosten wird eine Nachzahlung von 10 Eoldpsenniz'erhoben. Moabit I»nd ll. Morgen, Sonntag. 20. Januar, Führung durch den Dest. Hafen. Treffpunkt>410 Uhr Strom-, Ecke Turmstraße. Theater der Woche.. Bom 20. bis 28. Januar 1921, BollsbLH»«!'20., 22., 23.. 2?. bis 27. Don Carlos. ZI. Die Fahrt na-t, Orplid 24. und 28. Figaros Hochzeit.— vp-rah-us- 20. Dannhiiuser. 21'. Fide. iio. 22. Dallür«. 23. Rigoleiw. 24. Lohcngrio. 2S. Hosfmanno. Erzählungen. 20. Ariabne. 27. Tosca.'28. Carmen.— itrost-Oper: 20. Fledermaus. 21. bis 24. Mod-Un- Butler flg. 25. bis 28. Martha.— Schanspielhaus: 20. Dr. Staus. 21. und 28. Peer wynt. 22. und 27. Guten Morgen Herr Fischer. Fest der siandwerker. 23. Kandida. 24. Faust. 25. und 2«. Biel Lärm um nichts.— Schiller. Theater: 20. Journalisten.'21. und 28. Maria Magdalena. 22. und 25. Stiftungs- fest. 23. Räuber. 25. Kabale und Liebe, 27. Wilhelm Teil. Denlschc« Theater: Eaierz. Satire. Ironie und tieiere Bedeutung.- iiawm-tspiele: Jngeboeg.— Lcssiug-Th.ater: 20., 21.. 23., 24.,"26. bis 28. Was ihr wollt. 22. und 25. Michael Krämer.— Theater in der nöniggrästcr Straße: Die Dame mit dem Schciduvgsgrund.— Deutiches Opernhaus. 30. und 26. Carmen. 21. Eugen Oneqin. 22. Der fliegende Kolländer. 23. Dir FreischllK. 24. und 27. Die Fauberilöte. 25. Boheme. 25. Aida.-— Ren«, Bolts-Theater: Die keusche Csusannt.- Große Polloop- Im Theat.r d-s Westen,: 20. und 27. Ein Masken. ball. 21. Lohengrin. 22. Die verkauste Braut. 23. Samson und DaUIa. 24. Der Troubadom 25. Die Fledermaus. 2S. Rigoletto. 28. Carmen.— Die Tri. bllne: 20. Die Salute. 21. und 22. Dclchlosscn. Ab 23. Mister Bim will nicht s.'örcn.— Tcntsckc» llnaplcr-Thcotci: Scnoro.— ttomödienhan,: Die«lein» oam Barlctä.— Berliner Theater: Ddlly.— Rrnaissanee-TH-ater: 20. und 21., 25. und 27. Kampf der Deschlechter. 22. bl» 25. Dte kindiscklcn Berliebten.— � Trianan-Theatcr: Joujoit.— Residenz-Theatcr: Ein idealer Satte.— 3 atral- Thrater: Gespenster.— Theater in der ttommoudantenstiaß«: Die Postmeisterin. — go mische Oper: Die Welt ohne Schleier.— Luftspielhan«: Nebeneinander.— Met'.apol-Thcat-r: Marietta.— Reue, Operetten-Theater: Der keusche Lebe- mann.— Theater am llnrsülstcndamm: Da« Prinzip.— Reu» Theater am ?eo: Meine Tochter Otto.— stltiNc»'Theater: Ein«» galant« Nacht.— Wallncr- Theater: Der Sprung in die Ehe.— Walhalla-Theater: Pariete-Borftellung.— 2!osc.Thcatcr: 20. bis 22.. 24. bis 28. Der Kaufmann von Venedig. 23. Der Biberpelz.— gastno-Theatcr: Dienstmann Nr. 7.— Intime» Theater: Der Hindu prinz. Der Schrei. Der Dwan. Der schlaue Zaromir.— Schloßpark. Theat r Sieglitz: 20., 22., 23. und 28. Vergeltung. 21. Volksvorstellung: Enges und sein Rl»g. 24. bis 27. Till Laukcbutns.— Apolla-Theater: Volk und Krone.— Theater im Admiralspalast: Drunter und drllber.— Gomedia Valctti: 20. und A. Emigranten. 22. bis 28.' Professor fllenow.— Kammeroper: 21. Da» alte Lied. Seine Schwester. Mutter Schröder. 22. und 23. Do, Mädchen von Elizonbo. Onkel Tobias. Ein Roman in der Waschküche. 24. und 20. La Scrva Padrana. Johann, der munter« Scisenfieder. Di« verwandelt« Kaste. 25.. La o«tno Padrvna. Da» Mädchen van EUzond». Die verwandelt« Avt.?. 27. Da» Mädchen von Elizondo. Onkel Tobias. Di« verwandelte Katze. Rachmittagevarslellungen. Pollkibllhne: 25. Eine Abrechnung. Der. Hciratsontraä. 27. Und das Licht scheinet in der Finsternis.— Kroll. Oper: 20. und 27.- Maria Siuart.— Schavspielhau«: 20. Biel Lärm um nichts. 27. Unbestimmt.— Schill:-. Tbeater: 20. Flachsman» als. Erzieher. 23. Wilhelm Test. 27. Lumpaziv-gabundus.- Deulsch«, Theater: 27. Jugend.— Kammer. spiele: 27. Di: Büchse der Pandara.— Lesssno-Theat«'': 20. BNrqer Schippcl.— Deuischc« Künlle:.Tbc-ter: 20. Der Biberpelz.— Berliner Theater: 20. Der Freischlltz.-— T>i»noa.Thcat»r: 28.. 24. und 25. Dornröschen. 25. Rotkävnche». 27. Ke mat.- Restdrnz.TH'gicr:£8.. 24.»nd 25. Aschenbrödel. 26. H-inscl»nd Eretel. 27. Gespenster.— Rene» Operetten-Theater: 25. Die kleine Sünderin. 27. Der ff. Icke Leb man«.— Kteinc, Theater: 24. bis 26. Schneewittchen. 27. Tic SiebzchnjSbrigd�.— Kose-Tbeatcr: 20. Der Biberpelz. 23> F-itzben und Lieschen. 26.. Frau Holl«, zl. Die verschwundenen sswillinge.— Schloß- pg'k-Tb-ater vteaNtz: 20. Söns'l und Eretel. 26. Schneeweißcher. und Rosen- rot. 27. IVA Uhr: Fichlr-Morgenfeter. 27. Schneeweißchen und Rosenrot.- Theater im Bdmirolspalaft: 20. und 27. Sin Dalzertraum. K-wmWastsb-w-gung'x-�MS" GSjaöeaersah an Gemagregelte. Der Ttr«ik der Berliner Metallarbeiter im Luli I92Z wurde �-igelegt durch ein zwischen dem Metallarbeit. rverband UTch dem Verband Berliner Meiollindustrieller vereinbartes Abkomme«. Ein Passus dieses Abkommens sagt, daß alle Arbeiter der vom Metallkartell bestreikten Betriebe wieder eingestellt werden. Di« Firma„Deutsch? Messingwert hat gegen diese» Abkommen versuchen, indem sie eine Anzabl der Streiken» den nicht wiedereingestellt hat. Diese find daraus lSnger« Zeit arbeitslos gewesen, ein Teil von ihnen ist es jetzt noch. Die Gemaßrcgelten beantragten beim Dewerbegericht, festzustellen, geht dahin: Di« beklagte Slägern den Schaden zu ersetze«, der dodi,, � entstanden ist, daß sie nach Abschluß de» Strei ft.*< cht wiedereingestellt worden sind. Mit der Mehrsorderung«erdrn die Kläger abgewiesen. �«hred»ers«»»lung der Sattler. In der am Denr.eritag in„Loeker, Fest älen" abgehaltenen Iahrexgeneralnersommlung der Berliner Verwaltung de» Verbände« der Sattler, Donezierer und Portefeuiller gab veum« zunächst on»r Sesthäftluhem bekannt, daß da» Verbandsorgan vor.äusig wieder all« 14 lag« erscheint und«» den Mitgliedern zur Pflicht gemacht werden muß. nach Möglichkeit Abonnent zu werden. In seinem Kalsenbericht streifte Weyher die Mitgliederbrwe- »UN? im verflossenen QuarUC Am Schluß de» Quartal, wurden Z7M Mitglieder gezählt. Einnahme« und Ausgaben standen im —--- werden. Eine qroß« Roll« spielte bei allen Verhandlungen die Arbeitezeitsrag». Wo, von den Lehörden in bezug auf verLängerung der Arbeitszeit begonnen ist, wirkt sich auf alle ve- ruf« aus. Auch bei uns werden die Tarif« gekündigt. Die höchst» Errungenschast der Revolution, den Achtstundentag. müssen wir zu erhalten suchen Richt alle Kritik gegen die Gewerk- schiften und de«»DGB. war berechtigt, sondern zu einem großen Teil tragen die Kollegen selbst schuld an ihrer mißlichen Lag». Wir haben in unserer letzten verbandsaeneralnersammlung in Ossenbach den Austritt aus der Aentral-rbeitsgemeinschoft beschlossen. In Zukunft ist mehr als bisher die Mitarbeit der ein- zelnen Funktionär«»rsvrderlich. Sir müssen einig sein, um unser Ziel zu erreichen. In ter Diokussia« kam«in» b-sondar« Empörung über da» rigo- rvl« vergehen q«S«n die Erwerbs.osen, die gezwungen werden, Arbeiten chn« vezahlung zu verrichten, z m«usvruck. Ein Antrag, welcher die Wahl der Ortsverwallung bis zur nächsben Generalversammlung, in der ein Referat über die.Wai» I mar« Kmmernz gehalieit»erden fast, zurückgestÄlt wissen will. fand Annahm«. Di« Organi otionsspaltr? sind«.so auch hier am Werk. Wer den Unternehmern nicht Vorschub leisten will, muß sich dem Zerstörungswert widersetzen. Auch die Glasermeister mache««it. Die Berliner Glaser meister haben da» Lohnabkommen und auch den Mantelver rag gekündigt, der noch bi» zum 81. April läuft. Aus welch: m Grund« der Montelvertrag geiand'jr ist, ist nicht recht begreiflich. Wollen die Herren vielleicht die Arbeitszeit verlcngern? Bei 60 Proz. Arbeitslosen im Beruf ist man doch auf die Begrün- gespannt. Mit dem Lohnabbau werden die Herren wohl warte« müssen, bis sie auch ihr« Preise abbauen. Dies« betragen tmm r noch R) bis 50 Proj. über dem Friedenspreis, vei der ver« ' Handlung mit der Stadt Berlin hoben sie ein« Preisherabsetzung �h"t und die Stadt auf sin« neue Verhandlung vertröstet. Kollegen, beachtet die BerUmmlungoanzeig« an anderer Stesse und erscheint geschlossen in der Versammlung. _ S5k Fachgruppenleituag Svlidarität englischer Seeleute. In Anbetracht der Berichte, daß deutsche Seeleute, die setzt in England stoelkten, von den deutschen Konsuln dahin unterncktet 1«ord-n seien, ss« würden bei ihrer Rückkehr nach Deutschland ge- richtlich belangt werden, bot laut.Daily Herold' gestern «in« Konferenz in London stottgefunden, auf der beschlossen wurde. den d-ulsch-n Botschaft r dahin zu unierrichtrn, wenn die deutschen Schiffsbesitzer»u einer derartigen Taktik übergingen, so würde die» da» Signal für die englischen Dock« und anderen Arbeiter fein, : sich zu wetzern. irgendwelche deutsche Schiffe in britische» Hafen zu laden oder zu entladen. Der vorsitrnde de» natiernlen Seemanns- und Heizerverbandss. HavelockWilfo». der dies« Konferenz leitete, erklärt», j*i>er versuch der deutschen Sch:sfsb:siter. Streikbrecher einzuführen, werde da» Signal filr ein« Vrb-itseinftellung ftin.»Daily Herold' zufolg« wird heut« «in« neu« Dollkonferenz abgeholten. Die Abstimmung in der Mannheimer Metallindustrie ergab die Annabme des Vero'eichsvorfehlog« sowohl durch die Arbeitgeber wie durch die Arbeitnehmer. fUanuule Schitictite. Sienetae rachnitte« 54 Uhr SoIserfaaaRluM« im SerfieK Saal btiihild»n>»rtrm>:.idlr sgün« Säre�. in her»Uta»?« KiMnischrn«»mnafium», Jnftllr.!— S, S-k««alliiraZe. fcirrju find auch hir Zlterrn»rrdandsmitsliedrr i�rundligfi eingrlaten.«» wird um recht regen Srsuch der Ser-nftoltun,«»- »rte». amtritt»»rr!»»0 Pf. »enter; Virtschaft:>-tn» Sein»»»: , n-»»•»■«. geuiyeian: R. th, Stecher: 2alale» und Sengiae«: g-t» Raik.att: Anzriarn: Th. 9Utf, lämtli« in S-rli». >«erl-a: SarsSrti.SerlaH w.m. b. K., Serlin. vruS: v-rwijrts.Suchhruck-re» ! und Oerlafizangalt Soul Singer«. Co.. Serlin SV. St.. Linden ftra�i». W»WWW»M»WMMW»»»WWW»W»>W»WM�MW�MWW»»WWWMMWMM»� Seraniwartlich filr Solittk: Srnft «rwerkschaftehrmezun�: ghl»»»: V:.* Damen-Strümpfe Barnaw»!!«»» r>*a--a■ NtrlB»f->, 1 /*_. Kh*M««m Mm...... f—r 4wrt � Damen Füßllnfle la mknm M< 1«4m...... Sau 35 PL ?... Damen Strümpfe kmoal-r» k• I« k• r•• U»lr»W. w nhnr». Mar aa4»Et»... Saar/ J Kit. Damen-Strümpfe 5»<»O«»tt v»PP«l»G�» a»4 4 26 Sch»»ch«»a»«a,a FSST i Kit. Damen-Strümpfe Seia-aflar. mt» hlaw»» WaMahlarm. QB ta atlaa Tarkäa...... Paar wS PL Kit. Damen-Strümpfe KaailaaUa. t«(latt«a« mit Lantmaarba, 4 SS la allaa ai»4araaa Parkas..... Paar I Kit. Damen-Strümpfe Walla plawart........... Paar t*" Kit. Kinder-Strümpfe danmnallaaa la arbmars nad'e-dae. n>B la allaa t rllan rarrltig, Grfla I Paar Jad* mtara GrSla tO PI mabr. Kit. Kinder-Strümpfe j» dehvara und Uder, Im ß f* mlien Grölet. Torrltif.... 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