Nr.AZck41.�ahrg«»G Ausgabe A tlc. 16 Bezugspreis: Wöchentlich 86 ffiolbpfenma rar««« zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- u. Memelgebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg wö- chentlich l£0 Doldmark, für das übrige Ausland 1,45 iSoibmarl pro Woche. Kreuzbandiendungen nurgegen wert« beständige Zahlung, Postbezugsrrei» für Februar 4,— Soldmarl. Der„Vorwärts' mit der Sonnt«««' beilage.Volt und Zeit" u.„Ei-blun, und Kleingarten", sowie der Unter- Haltungsbeilage �eimwell" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag« und Montag» einmal. Telegramm-Adress« „Sozi-ldcmotr«t Berti»' Sonntagsausgabe Devlinev VolksblAtt (is« Mllllanie») Rnzetgeuvretse: Di««inspaltige Nonoareille» zeile 0,70 Soldmark. Rcklamezeile SLÜ Soldmark.„Kleine Anzeigen' da» feltgedruckte Wort 0.20 Soldmark lzulässig zwei fettgedruckte Worte). jede» weiter« Wort V.Ill Goldmark. Stellengesuche d«z erste Wort 0,l<> Soldmark iede» weitere Wort 0,05 Eoldmark. Worte über l5 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienan, eigen für Abonnenten Zeile 0,30 Goldmark. «ine Soldwark— ein Dollar geteilt durch 4,10. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis tlbUhr nochmillags im Hauolgcfchäft. Berlin SW 63. Linden» ftrastc 3, abgegeben werden. Scäffnet von 9 Uhr früh bis 6 Uhr nachm. Zentralorgan der■Vereinigten Sozlaldemokrati leben Partei Deutfcblanda KeSaktion unö Verlag: SV 6$, Linöengraße 3 gernspredier: Redaktion! Tönhofs tevli-LS5 V e r l a a I Tönhoff ssvk- DSV? Sonntag, den 20, Januar 1924 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW b8» Linüenftr. Z Postscheckkonto: Berlin»7»?«— Bankkonto: Direktton der Diskonto- Gesellschaft. Deposttenkafse Lindenftraste S 9er hitler-Luöenöorff-prozeß. Teilweifer Ausschlntz der Oeffentlichkeit. München, lg. Januar.(CEco.) Die„Allgemeine Zeitung" veröffentlicht eine Unterredung mit Oberstaatsanwalt Aull über den bevorstehenden Hitler- prozeh. Der Oberstaalsan- walt erklärt, es könne keine Rede davon fein, dah das Verfahren gegen Hitler und Genossen von irgendeiner gerichtlichen Znstanz ver- schleppt wird. Ebenso sei jede irgendwie geartete Einslnhnahme der Justizverwaltung auf den Gang des Versahrens ausgeschlossen. Gegen die zunächst unter Anklage stehenden Personen werde Anklage wegen vollendeten Hochverrats erhoben. Der Verhandlungstermin werde unter allen Umständen so festgesetzt werden mästen, datz der Prozeß noch vor dem l. April zum Abschluß komme, weil nach bestehender Ver- einbarnng zwischen der bayerischen und der Reichsregierung die volksgerichtc mit dem Inkrafttreten der Strafprozeßresorm ausge- hoben werden sollen. München, IS. Januar. sEca.) In seiner Unterredung mit einem Pressevertreter erklärte Oberstaatsanwalt Aull, daß der Hister-Prozeß selbstverständlich öffentlich geführt werde, s o- weil es das Staatsinteresse und die Rücksicht auf die inner- und außenpolitische Lage gestatteten. 0) Es sei allerdings nicht zu verkennen, daß der Prozeß auch bestimmte Wirkungen auf die Entente haben könne. In solchem?alle wäre e'n Ausschluß der Oesfentlichkeil(!) und die Auflegung eines Schweigegebotes unumgänglich, was die Herren v. Ka h r, Lossow und S e i ß e r betrifft, so werde deren Entbindung vom Amtsgeheimnis durch die zuständigen Stellen erfolgen. Die Angeklagten in diesem Prozeß haben übereinstimmend — und das ist durchaus glaubwürdig— erklärt, daß sie an voller Oeffentlichkenit interessiert sind. Der Herr Staatsanwalt allerdings— als kluger Mann— baut vor. Es besteht nämlich die große Gefahr, daß zwar nicbt Bayern aus den Fugen geht, aber Herr v. K a h r durch den Prozeß erledigt würde, wenn er öffentlich geführt würde. Und das ist allerdings auch eine Ge» fahr! München, 13. Zanuor.(BXB.) wie verlautet, wird die Staatsregierung demnächst dem Landlag eine Verordnung zur Sicherung der wohlfreiheit vorlegen, wonach da» Generalstaals kommistariat mindestens für die Wahlzeit feine Haupt- besugniste an das Sesamtmlnisterium zurückgibt. völkische Kanüiüatenlifte. München, 19. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Dom Montag ab erscheint in München ein neues völkisches Organ, das sich„E r o ß d e u t s ch e Zeitung" nennt. Damit haben offenbar die Bemühungen der Leute des„Völkischen Beobachters", der feit Monaten unter Zuhilfenahme der Berufsorganisationen der Preste mit dem Generalstaatskommissariat verhandelten, den Erfolg gehabt, daß sie unter Zusicherung ihrer Loyalität und Aenderung des Zeitungstitels ein neues Blatt für die völkische Bewegung her ausgeben dürfen. Me verlautet, hat der völkische Block in München bereits die Kandidaten für die Landtagswahl im Kreis« Ober- bayern ausgestellt. An der Spitze marschieren die beiden früheren deutschnationalen Abgeordneten des Landtages Glaser und Dr. Roth, als dritter Treuberg, dann der bekannte Dr. B u d t m a n n, der frühere Adlatus von Tylander und an fünfter Stelle kommt der frühere Polizeipräsident und jetzig« Ober- landesgerichtsrat P o e h n e r., Zum erstenmal seit dem 8. November besuchte Ludendorfs am Freitagabend eine öffentliche Versammlung, und zwar die Reichs» gründungsfeier des Deutschnationalen handlungsgehilfenver- bandes, der vollkommen im völkischen Fahrwasser segelt und den General als den einzig berufenen Führer des deutschen Volkes feiert«. Ludendorfs selbst dankte m einer Ansprache, die sich durch Zurückhaltung auszeichnete, für das ihm entgegengebrachte Ver- trauen. Er erklärte, man solle nicht zu Großes von einem Führer hoffen, der nur dann als solcher wirken könne, wenn er eine verantwortungsvolle, Willensstärke Gefolgschaft hinter sich habe. Der Mentatsplan gegen Geeckt. ThormannS Helfer verhaftet. Di« Abteilung 1-� des Berliner Polizeipräsidiums hat in sehr kurzer Zeit einen d�r Hintermänner des in Untersuchungshaft befindlichen Thormann ausfindig machen können, so daß, wie bereits kurz gemeldet, die Verhaftung des noch immer in geheimnisvollem Dunkel gehüllten„Dr. G" In Augsburg durch bnyerifch« Polizei- beamt« vorgenommen werden konnte. Der Festgenommen« wird jetzt durch Berliner Kriminalbeamte nach Berlin geschafst, wo er vermutlich noch im Lause des Sonntags eintrifft und sofort ver- nommen werden wird. Durch diese Verhaftung wird die Aufklärung des Anschlages gegen Herrn v. Seeckt wesentlich gefördert werden körnen. Wenn bisher noch hier und da vermutet werden konnte, daß der Attentatsplan einer ernsteren Grundlag« entbehrte, so sind jetzt Ermittlungen vergenommen worden, die ganz im Gegenteil vermuten lassen, daß die Beseitigung de» Oberbefehlshaber» im vollen Ernst geplant und von langer Hand vorbereitet worden ist. Vi« jetzt feststeht, ist Thormann zusammen mit„Dr. G." nach Berlin gekoinmen. Wer Dr. G. ist, wird sich vermuiach erst fest- stellen lassen, wenn die Berliner Politische PoliK� den jetzt Der- hasteten zu Gesicht bekommen hat. Es hat durchaus den Anschein. als ob die in Frage kommende Persönlichkeit sich den in Berlin geführten Namen nur beigelegt hat, um Nachforschungen nach seinen Personalien möglichst zu erschweren, yest steht jedoch setzt, daß dieser„Dr. G.'. der in Berlin über ihm nahestehende Helfer verfügen muß. seinerseits Thormann vorgeschoben Hot. um sich dann im Dunkel zu' halten Er hat an den Belprechunaen. die zwischen dem zu dem Attentat scheinbar bereiten angeblichen D. und Thormann stattgefunden haben, nur ein einziges Mal teilgenommen und sich dabei wiederum eines Pseudonyms bedient, indem er sich als ein Dr. B. vorstellte. Er gab aber'durch sein ganzes verholten dabei zu erkennen, daß er bei dieser Angelegenheit unbedingt im Hinter- grimd zu bleiben wünsche In diesem Zusammenhang muß entgegen anders lautenden Darstellungen darauf hingewiesen werden, daß Thormann und„Dr. G." mit dem fertigen Moroplan nach Berlin gekommen sind und ihrerseits die Einzelheiten des Anschlages den Herren D. und C., die dann den Behörden von dem drohenden Attentat Mit- teilung mochten, unterbreitet haben. Wie sie selbst dabei erklärten, haben sie sich m>t dem Mordplan schon seit den ersten Tagen des Januar beschäftigt.- Allein aus der Tatsache, daß sie mit den tag- liehen Gepflogenheiten des Oberbefehlshabers so gut oertraut waren, geht hervor, daß die beiden noch irgendwelche helfersheiser in Berlin gehabt haben müssen. Darauf deutet auch der Umstand, daß Dr. G. von der Verhaftung Thormanns und damit der Aufdeckung des ganzen Plans durch einen unerkannt gebliebenen Komplicen anscheinend so rechtzeitig Nachricht erhalten hat. daß die mit seiner Verhaftung betrauten Kriminalbeamten das Nest bereits leer fanden. Wie ernst es sowohl Thoomonn wie Dr. G. mit ihren Mordabsichten gewesen ist, beweist ferner der Umstand, daß Dr. G. zusammen mit Thormann den für die Ausführung des Attentats ausersehenen Herrn C. bis an das Tor des Taltersalls begleiteten, um ihn zu verhindern, etwa im letzten Augenblick anderer Gesinnung zu werden und von dem Vorhaben zurückzutreten. Wie wir hören, versucht der in Untersuchungshaft befindlich« Thormann jetzt, die Hauptschuld aus die mehrfach genannten Herren D. und C. abzuwälzen, und behauptet, daß D. ihn zu dem Plan überhaupt erst angestiftet habe. Er oersucht weiterhin, den Z 51 für sich In Anspruch zn nehmen. doch dürste durch die gerichtsörztliche.Untersuchung sehr bald fest- gestellt werden, ob Thormann sich im vollen Besitz seiner Geistes- kräft« befindet. Im übrigen werden die Aussogen Thormanns sehr bald durch die Vernehmungen Dr. G.s, der ebenfalls im reiferen Alter steht, nachgeprüft und ergänzt werden können. * Wie wir«fahren, ist der verhaftete Kompsice Thormanns bereit» in Berlin eingetroffen. Es stellt sich heraus, daß er totsäch- lich der Organisation C.(Wiking) angehört und als Ver- pflegungsoffizier der Ehrhardt-Gruppe tätig ge- wesen ist, Es fanden sich bei ihm noch Dellelbriefe der Ehrhardt- Gruppe an Landwirte um Lebensmittel und Unterstützungen aus dem Dezember vorigen Jahres. Die weitere Untersuchung dürfte wahrscheinlich über die Zusammenhänge und die Hintermänner diel« Banditen interessante Ausschlüsse geben. Schacht in Paris. Soll Teutschland gezwungen werden, seine Eisenbahnen dem Privatkapital auszuliefern? Pari», 19. Januar.(Eigen« Drahtbertchk.) Reichsbank- Präsident S ch a ch i Ist heuie nachmittag 2 Uhr in Paris«ingeirofsen. Er Hai sich direkt zum Sachverfländigeuausschuß begeben, mit dessen Mitgliedern« eine inoffizielle Besprechung hatte. Die«sie gemeinschaftliche Sitzung ist Montag nachmittag 3 llhr. Der Sachoersländigenausschuß prüft neuerdings die Lage der deutschen Eisenbahnen and ihre Rcniabilität. Er hat zo seinen Beratungen zwei der bekanntester. Eisenbahnsachoerständigen. einen englischen und einen französischen, hinzugezogen. Zw Ausschuß scheint ein« starke Tendenz zugunsten d« völligen Unabhängig. machung der deutschen Eisenbahn vom Reich und ihrer Ueb«tragung an eine oder mehrere Privatgesell- schasten oorznherrschen. Der Ausschuh wird aus diesem Wege bestärkt durch die Machenschaften bekannter deutscher Groß- industrieller, die seil eiv'ger Zeit in Paris eine für die nationalen Interessen Deutschlands verheerende Aktiv i- täk enlsallen. der wiöerlegte Marx. Ein Kapitel vom Klassenkampf. Daß der Marxismus erledigt ist, kann man jeden Tag in hundert Zeitungsblättern lesen und in tausend Versammiungsreden hören. Selbst der wohlwollende Bour» geoistyp, der stets auf die rechte Mitte bedacht ist, findet, der Marxismus sei zwar nicht halb so schlimm, wie er von denen um Kahr dargestellt werde, aber freilich sei er„durch die Tatsachen widerlegt". Dabei hat es keine Zeit und kein Land gegeben, wo die von Marx gegebene Analyse des kapitalistischen Systems durch die Tatsachen eine stärkere Bestätigung gefunden hätte als im heutigen Deutschland. Nichts fehlt: nicht die Kon» zentration der Kapitalmacht in den Händen weniger, nicht die Absatzkrise bei schreckenerrcgendem Unterkonsum, nicht die in» dustrielle Reservearmee, nicht die Erzeugung von Mehrwert aus der Arbeitskraft einer verarmten ausgebeuteten Masse. Auch die Lehre, daß der Klassenkampf mit Not» wendigkeit aus dem Innen) unserer Gesellschaft selbst hervor». bricht— und nicht etwa bloß in der„Aufhetzung der Ar- beiter" seine Ursache hat—, konnte keine eindringlichere Be» stätigung finden als durch die Vorgänge der neuesten Zeit. Jetzt sind es d i e K a p i t a l i st e n, die den Klassenkampf gegen die Arbeitnehmer, Arbeiter, Angestellte und Beamte, führen, und sie tun es mit einer mitleidslosen Härte, die vielleicht ebenso das Grauen einer künftigen humaneren Zeit erregen wird, wie die Rache, die vor vierhundert Jahren die Herren an den aufrührerischen Bauern nahmen. Eine Gegenrevolution ist in vollem Gange, und' auch hier bestätigt sich wiederum die marxistische Lehre von der primären Bedeutung der Wirtschaft, da sich diese Gegenrevo» lution nicht gegen die bestehende Staatsform der Republik richtet, sondern gegen ihren sozialen Inhalt. Für die Bourgeoisie, deren idealloses Wesen niemand treffender ge« zeichnet hat als wiederum Karl Marx, geht der Kampf gegen den Achtstundentag, gegen die Tarifverträge, gegen das Mit» bestimmuncjsrecht der Arbeitnehmer an den Arbeitsbedin» gungen in jeder Form. Eine Demokratie mit dem Elfstunden» tag ist ihr lieber als eine Monarchie mit dem Achtstundentag, und eine Geldsackrepublik lieber als irgendein sogenanntes „soziales Königtum", das aus Umsturzfurcht den Arbeitern Konzessionen macht. Die Herrschaft des Säbels, fei es ein französischer oder ein deutscher, ist ihr recht, wenn sie nur HUst, den Klassengegner unterzuducken. Als der Achtstundentag noch als kaum durchbrochene Regel herrschte, Arbeitslöhne und Erwerblosenunterstützung sich noch auf einigermaßen erträglicher höh« hielten, las man i n i h r e l Presse Betrachtungen über die UnHaltbarkeit des„fchemati- schen Achtstundentags","über Rotwein trinkende junge Arbeiter und über Arbeitslose, die nicht arbeiten wollten, weil sie sich bei der Unterstützung besser ständen als beim Arbeitslohn. Jetzt, wo die Hochflut der Stabilisierungskrise fast alle sozialen Errungenschaften hinweggeschwemmt hat, wird man in der- selben Presse vergeblich auch nur ein Wort über die Gefahren der Ueberarbeit und der Unterernährung suchen; selbst zu nicht: verpflichtende Worte des sozialen Mitleids für die notleidenden Volksgenossen sind in Redaktionen, über die die Unternehmer- peitsche herrscht, streng verpönt. Jetzt hat man ja, wae mangewollthatl Ist also die Prophezeiung des Marxismus nach ihrer pessimistischen Seite hin restlos erfüllt, so kann man leider nicht behaupten, daß der große Optimismus der diese Lehre trotz alledem durchglüht, in gleichen� Maße seine Bestätigung gefunden hat. Die" Wider st ands- kräfte des Proletariats sind., nicht in gleiche Provortion gewachsen mit dem Druck, der auf den arbeitender Massen lastet. Fast könnte man zu dem Urteil kommen, das es die— wahrhaftig doch nicht sonderlich politisch begabte— deutsche Kapitalistenklasse besser verstanden hätte, sich auf dic veränderten Verhältnisse umzustellen als die deutsche Ar beiterklasse. Die deutsche Kapitalistenklasse hat verhältnismäßig rasä begriffen, wqs. Presse und politische Parteien ir einem demokratischen Staatswesen bedeuten. Sie ist mit ihrem goldbeladenen Esel über die höchsten Redaktionsmauern ge klettert, und sie hat nach dem Grundsatz„Teile und herrsche!" die bürgerlichen Parteien klug zu behandeln gewußt. Diesc Parteien, die doch nur in der Führung„bürgerlich" seir können, sich aber fast ebenso wie wir auf ganz oder halb prol«. tarische Wähler stützen müssen, stelzen heute sämtlich unter dem vorwiegenden Einfluß des Unternehmertums. Diejenigen Richtungen in ihnen, die in stärkerem Maß mit dem noch vor- hondenen Anhang von Beamten, Angestellten und Arbeitern rechnen, werden in den Hintergrund gedrängt. Besser als du Arbeiter haben die Kapitalisten begriffen, daß der Klassen- kämpf nicht nur zwischen bestimmten Parteien, sondern auch i n ihnen selbst geführt wird. Zur Koalitions Politik mag man stehen wie man will, auf keinen Fall dürfte man den ihr zugrunde liegenden Gedanken verkennen, der keineswegs unüberbrückbare Gegensätze überbrücken, sondern im Gegenteil sozial Zusammengehörige: miteinander verbinden will. Was liegt mehr im Interesse der breiten Massen? Daß W i r t h und I o o s im Zentrum maß- gebenden Einfluß haben oder Klodner und Thyffen? Daß die Steuerpolitik der Demokraten von Ertelenz beeinflußt wird oder von Fischer Röln? Und selbst wenn man noch weiter nach rechts geht, so wird man immer noch bemerken, daß es einen Unterschied gibt zwischen Stresemann und Stinnes. Unsere Freunde von links. wir bleiben als Marristen auch Optimisten in der Zuver- Jachtung nicht nur in der sächsischen Barlet. Sie ficht, daß die Macht der Tatsachen früher oder später sollten überall da geprüft werden, wo man neuerdings ohne auch den härtesten Köpfen„ Dialektik einpaufen" wird. Berücksichtigung des gänzlichen Rückfalls der Kommunisten in den Butschismus primitivster Art immer wieder glaubt, einer angeblich bürgerlichen Reformpolitif ein„ proletarisches Klassenbündnis" mit der KPD. Die Umlagerung, die sich in den bürgerlichen Barteien ministerpräsident a. D. Fellisch über die Kommunisten. gegenüberstellen zu können. Bündnisse sind nur möglich, wenn vollzogen hat, die zum Bürgerblock strebende Rechtstendenz irgendeine gemeinsame Basis vorhanden ist. Die Komununisten Man darf nicht denen die Stiefel pugen, perneinen die Arbeit auf dem Boden der De ift für die arbeitenden Maffen wenig vorteilhaft. Wenn aber überhaupt ein Vorteil aus ihr entspringen tann, so liegt er die einen vernichten wollen", diese bezeichnenden mokratie und der Republik, sie scheiden damit überhaupt ein Vorteil aus ihr entspringen tann, so liegt er Borte finden sich in einem in der fächsischen Parteipreffe ver- nicht durch unsere Schuld- für die Sozialdemokratie als Verauf dem Gebiet der Erkenntnis.. Einmal muß erfannt werden, daß der Klaffentampf heut öffentlichten Artikel des Genossen Fellisch. Genoffe Fellisch bündete aus. Vielleicht sind die sächsischen Erfahrungen dod) zutage eine sehr fomplizierte Angelegenheit ist und daß sich hat bekanntlich zu denjenigen sächsischen Genossen gehört, die dazu gut gewesen, diese Einsicht in der Arbeiterschaft zu feine Strategie und Tattit ebenso verändert hat wie die des fehr lange geglaubt haben, daß es möglich sei, mit den Rom- bazu gut gewesen, diese Einsicht in der Arbeiterschaft zu Krieges. So wenig wie ein moderner Krieg mit attackierenden muniſten zusammen praktische Arbeit für die Arbeiterschaft Kavalleriemassen zu gewinnen ist, fann der moderne Klassen- leisten zu können. Er betont in seinem in der sächsischen Pampf durch ein besinnungs lofes Draufgängertum Presse sehr umstrittenen Artikel auch heute noch: fiegreich entschieden werden. Und wie man sich im Krieg„ Es war deshalb auch von der sächsischen Sozialdemokratie und überlegen muß, ob man auf sich allein gestellt siegen fann und deren Landtagsfraktion durchaus richtig gehandelt, daß sie mit den allen anderen alle Bündnisse überlassen darf, die überhaupt ab- Rommunisten im Landtage gegen das Bürgertum eine Mehrheit gefchloffen werden können, so muß man es fich auch im mo- in Form einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft bildete, so dernen Klaffenkampf überlegen, ob man zur" glänzenden lange man auch nur die leiseste Hoffnung darauf Isolierung" start genug ist oder ob man sich darauf beschränken haben tonnte, daß es gelingen tonnte, sich mit muß, durch Kooperation mit ähnlich gerichteten Elementen den Kommunisten auf einer erträglichen Arbeits. bafis zu einigen." Teilerfolge zu erzielen. = Zweifellos bringen in Sachsen nicht alle Genossen diesen Mut auf. Fellisch selbst sagt: ,, Es ist mir nicht leicht geworden, mich zu diesem Befenntnis durchzuringen, aber die Wucht der Tatsachen zwingt pertiefen. Die neue Steuernotverordnung. Vor ihrer Erledigung. Die Berhandlungen über die dritte Steuernotverordnung, die feit Wochen innerhalb der Reichsregierung im Gange waren, sind abgeschlossen. Die dritte Steuernotverordnung ist jegt dem Kabinett zugegangen und dürfte dort voraussichtlich in den nächsten Tagen verab fchiedet werden. Sodann wird sie dem Reichsrat, dem Reichswirtschaftsrat und dem Fünfzehnerausschuß des Reichstags zugehen. Im Fünfzehnerausschuß dürfte die Beratung taum vor Ende des Monats beginnen. Die langen Beratungen des preußischen Ständigen Ausschusses über Beamtenabbau scheinen überflüssig gewesen zu sein, denn eine Rorrespondenz meldet: „ Das preußische Staatsministerium beschäftigte fich am Sonnabend mit der neuen Fassung, die der Ständige Ausschuß der Berordnung über den Bersonalabbau gegeben hat. Es wurden starte Bedenten hinsichtlich der Kontrollinstanz vorgebracht. Offenbar war man der Ansicht, daß durch diese Instanz einerseits große Roften entstehen und daß andererseits der Abbau erschwert werde. So wird die Berordnung nicht zur Verabschiedung ge langen. Man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, daß poraussichtlich schon in der nächsten Woche das Staatsministerium eine neue Vorlage einbringen wird." Der Kommunismus tann unter diesem Gesichts- Diefer Glaube war zweifellos nach den Vorgängen des winkel nur als abschreckendes Beispiel dienen. Wie er in Ruß- Leipziger Parteitages der Kommunisten bis zu Ueber den Inhalt der Verordnung läßt sich vor ihrer Erland nicht die Dittatur des Proletariats, sondern die Diktatur einem gewissen Grade berechtigt. Die unter der Wirth- Reüber das Proletariat aufgerichtet hat, so führt er in Deutsch gierung im Jahre 1922 erreichte teilweise Konsolidierung der ledigung durch die Regierung Genaues nicht sagen. Fest steht land seinen„ Klassenkampf" nicht als Kampf der Arbeiter gegen deutschen Verhältnisse, die Einigung der beiden Arbeiter- jedenfalls, da das Reichsfianzministerium seinen ursprüngdie Bourgeoisie, sondern als einen Kampf von Arparteien wirkten damals auf die Kommunisten zersetzen d. lichen Vorschlag des Berbots der Aufwertung beitern gegen Arbeiter. Erst die traurige Abwärtsentwicklung des Jahres 1923 unter fallen gelaffen hat, daß fünftig eine Aufwertung Damit kommen wir zur zweiten Erkenntnis, die sich aus dem Kabinett Cuno hat die Kommunisten wieder großgezogen in bestimmtem Umfang zulässig sein wird, keineswegs den bitteren Erfahrungen der letzten Zeit eigentlich auch dem and sie selbst größenwahnsinnig gemacht. Die Beruhigung der aber für alle Geldforderungen. Es ist vielmehr anzunehmen, Bedankenträgsten aufdrängen müßte: nämlich daß nur eine deutschen Wirtschaftsverhältnisse und der außenpolitischen Be- daß die Reichsregierung nach wie vor die Aufwertung der einheitliche, gewaltige, in tadellofer Diszi- ziehungen wird sehr bald wieder auf die Kommunisten zer- Reichs, Staats- und Gemeindeanleihen ablehnt, also auch die plin operierende masse dem neuen topitalistischen mürbend wirken. Einstweilen gilt indes das Wort des Ge- der Sparkassenguthaben. Herrentum das Gegengewicht zu halten vermag. Ein solcher nossen Fellisch, der über die Hoffnungen der sächsischen Ge Beamtenabbau. Busammenschluß ist nur zu erzielen durch eine gewisse Tole- noffen schreibt: ranz in Weltanschauungsfragen und durch das leberwinden" In unserem Glauben sind wir Sozialdemokraten schwer der verhängnisvollen Neigung, jede taktische Augenblicsfrage getäuscht worden. Wer nicht die innere Kraft zu diesem offenen zur großen Lebens, Schicksals- und Prinzipienfrage fünstlich Bekenntnis aufbringt, verfündigt sich am Proletariat." aufzublasen. Man verweist so gern auf das Vorbild der en g Iischen Arbeiterpartei. Aber ist nicht gerade diese Partei aus dem Boden nüchternfter gewerkschaftlicher Realpolitit erwachsen, hat sie nicht- bis zum Ueberdruß- Koali tionspolitik getrieben und umfaßt sie nicht auch heute noch dazu." Elemente, die von einer grundsätzlich sozialistisch- radikalen Einstellung weit entfernt sind? Kann sie sich anders an der Herrschaft erhalten als dadurch, daß sie von einer großen bür gerlichen Partei als Regierungspartei toleriet wird? Und wird nicht auch sie sich infolgedessen zunächst auf das Erstreben von Teil erfolgen beschränken müssen, bevor sie dem Gegner den eigentlichen Entscheidungskampf um die Herrschaft anbieten fann? Was für die englische Arbeiterpartei gilt, das gilt in noch höherm Maße für die deutsche Sozialdemo Aus einer solch flaren Erkenntnis über Wesen, Form und Er- absichtigte Ansiedlung der ausgeschiedenen Beamten und die tratie. Sie muß zunächst bestrebt sein, verlorene Pofitionen gebnis jebes revolutionären Rampfes follten wir Gozialdemokraten Umwandlung ihres Wartegeldes in eine Rente beziehen. In diesem zurückzugewinnen und den Massen des arbeitenden Boltes unser Berhältnis zu den Rommunisten Marstellen und unfere poli. Sinne wird auch der vom Heimstättenamt der deutschen Beamten innerhalb der fapitalistischen Gesellschaft ein fozial er- tische Tattit un beirrt bestimmen. Und wenn die Kommunisten fchaft aufgestellte Entwurf eines Landabfindungsgefeßes trägliches Dasein und eine ftarte politische Machtstellung zu nun schon selbst merken, daß sie, obwohl vielleicht im bestimmten mitberaten werden. verschaffen. Nur dadurch kann sie diesen Massen die Kraft gefchichtlichen Moment vorübergehend notivendig, als die Radikalften geben, die sie zur Lösung höherer Aufgaben befähigt. Sie vom Schauplay der sozialen Rämpfe unter Preis muß allen, die unter den gegenwärtigen Zuständen leiden, gabe ihrer nichtrealisierbaren Forderungen ver Arbeitern, Angestellten und Beamten, die Erkenntnis in das schwinden werden und müssen, so müssen aber wir Bewußtsein hämmern, daß nur der 3 usammenschluß Sozialdemokraten das flar erkennen und dürfen in den Kommunisten auf gemeinsamer gewerkschaftlicher und parteipolitischer Grund- feinen dauernden Fattor sozialen Geschehens erblicken. Kommen lage sie aus ihrer augenblicklichen Ohnmacht befreien tann. wir zu dieser flaren Erkenntnis, dann bleiben wir Sozialdemokraten Als die grundsäßlich antikapitalistische Partei, als die auch vor der Versuchung bewahrt, die Bedeutung der Rom. Bartei aller, die die Kapitalmacht zu Boden drückt, ist und munisten für den Ausgang des proletarischen Riassenkampfes bleibt die Sozialdemokratie die Partei der zu überschäßen." Zukunft. Manche lernen leichter, manche schwerer- aber Nicht so drängeln. Bon Lehateha. Auf einer Omnibuslinie Nähe Rurfürstendamm. Der Hinter wagen ist bis auf die Treppenstufen dicht befeht mit besseren Herren, die Pelze sowie sonstige auffällige Zutaten schmüden. An der Halte stelle drängelt sich noch eine junge Dame hinein. Hübsch ist der Racer, das muß man sagen. Sie wird förmlich heraufgehoben. Als ihr der Fahrgeldabnehmer einen Schein anbieten will, hat sie nicht eine Milliarde bei sich. Biele Börsen werden gezüdt. Einer reicht der Dame eine Rentenmart, der zweite versucht es mit Dollar, schatzanweisungen, der dritte framt eine Billion hervor, noch ein anderer reicht dem hübschen Mädel 21 Mart Goldanleihe hin. Die Zaubernde läßt alle etwas in der Erwartung, dann entscheidet sie fich für die fünf Dollar. Sie bittet den Herrn, ihr seine Adresse auf einen zierlichen Block zu schreiben, damit sie ihm das Darlehen zurüdgeben kann. a Aber es eilt ja nicht, meine Inädigste.. " Doch, doch, noch heute abend schide ich es Ihnen zu." Und ein Blick trifft ihn... Bier andere steden entgeistert ihre Bapierchen wieder zu sich, und der Mann mit seiner Hypothet auf dieses hübsche Geschöpf bläht sich wie ein böhmischer Edelfasan. Ekelhafter Kerl, einen fo zu überbieten. Dann steigt sie ab. Er ihr gleich nach. Man lächelt, man uzt. Es wird geulft. Das Quartett ärgert sich, Auf einmal schyreit, der, der ihr die Billion geben wollte: Verflucht, meine Uhr ist weg!" Richtig, unter der PelzRichtig, unter der Pelzjoppe bammelt nur noch ein Stück Kette hervor. Es ist nicht daran zu zweifeln, die Ticktad war fort. Alles erregt sich. Jotte, so wat passiert uf die Linie alle Tage," sagt der Bettelmann, er amüsiert sich noch darüber. Einer, mit bider Brille und Rupfernafe, meint: Det lönnte mir nicht passieren, aber wenn so etwas Weib. fiches auftritt, fin fe eben alle hypnotisiert." Da tut mir bloß der leid, wo ihr die zwanzig Emm geliehen hat, die sind doch futsch." „ Ach Sie Säugling, det war doch ihr Partner, die arbeeten zu samm. Det Jeschäft besorgen immer mehrere. Ne, haben Sie eenen Animus." Der Mann mit dem Rupferberggolbgeficht behauptet nochmals, fo was fönne nur dem passieren, der sich von so einem Frauengimmer imponieren laffe.. „ Det hübsche Jesicht war een Spizbubenmädchen," meint einer, der mit drei bis vier anderen aus dem Wagen kommt. „ Sehen Sie, mir ist es neulich am Schlesischen Platz paffiert; td loofe mir die Bezeit, made det bloß so, tieken Se mal her." * Genosse Fellisch kommt freilich zu seinen Schlußfolgerungen feineswegs nur aus augenblicklichen Betrachtungen über den verflossenen Wahlkampf und das Verhalten der Kom munisten gegenüber der Sozialdemokratie. Er begründet die ablehnende Haltung, zu der wir den Kommunisten gegenüber Das Reichsfinanzminifterium hat die Beamtengezwungen find, mit der Einsicht, die wir als Sozialdemokraten barüber haben müssen, was von dem im Kampfe Erreichten Spitenorganisationen zum 24. Januar erneut zu einer Besprechung nach dem Stande der wirtlichen Kraft auch über die Bersorgung der abgebauten Beamten eindauernd oder auf längere Zeit zu halten ist": geladen. Die Besprechungen werden sich hauptsächlich auf die beDie Ausführungen des Genossen Fellisch verdienen Bes -Er markiert die Zeitung, die er unterm Arm trägt, fchlägt sie auf, als ob er schnell alle Seiten überfliegt. Wie ich durch bin vielleicht in vier Sefunden ist meine Jeldtasche futschikato. Mit Baß und found an die hundert Billionen." Allgemeines Erftaunen. dicken Brille: 3wei Fahrgäste fteigen wieber ab. Der Dbus fchaufelt mod einige hundert Meter weiter, auf einmal schreit der Herr mit der Meine Brieftasche- um alles in der Welt, meine Brieftasche. Ogottogottogottogott.. as Er macht verzweifelnde Anstrengungen, faft als ob er schwimmen möchte, oben, unten, innen, außen, nirgends ist sie. Aber aus feiner gestreiften Hose ist der Teil, der einmal Tasche gewesen ist, glatt durchgeschnitten und hängt wie eine Trauerfahne auf Halbmast über seinen unedelſten Teil. Dieses Bildnis war nicht bezaubernd schön. Nu, wat hab i jefagt?" grinft der Schaffner und schaut ben zweiten Leidtragenden an: Reen Mensch is sicher, teen Menfch. Bitte erst absteigen laffen. Sein Gesicht ist eiserne Ruhe. der " Wars ville" frägt einer. Er befommt keine Antwort, denn Mann mit der zerschnittenen Hinterfront ist ganz zerschmettert. " Bitte, nicht so drängeln." Meine Tochter Otto". Ein Erfolg im Neuen Operetten- Theater am 300": das muß festgestellt werden, weil das Theater bisher viel Bech gehabt hat. Elly ist die Tochter des Baron Trillwitz, der von feiner Frau geschieden lebt. Am 17. Geburtstag des Kindes hat Frau Madelaine versprochen, soll die Tochter dem Vater gehören. Dieser Tag ist beim Aufgeben des Borhangs da. Und da ergibt fich zufällig, daß ein fesser Berliner Boy sehr viel Aehnlichkeit mit bem Töchterchen hat, und daß diefer Boy in die Kleider der Romteffe, die Komteffe in die Hofen des lieben Jungen aus der Mulad straße steigen kann, so daß beide miteinander verwechselt werden. Alles andere ergibt sich von selbst. Diese Doppelpartie spielt, fingt, tanzt, fofettiert und poltert die reizende Lilly Flohr, grobSchlächtig wie ein Berliner Junge und elegant wie eine sogenannte Romteffe von einst. Wäre fie allein da mit ihrem humorigen, an die Waldorff erinnernden Rehlton, der Erfolg der Operette wäre gesichert. Aber auch sonst ist in diesem Tert von Grünbaum und Ster! ein gutes Quantum Humor und Schnoddrigkeit und Gott sei Dant feine Spur Unanständigkeit. Die Personen, die da scherzen, find allesamt sympathische Kerls und machen ihre Sache charmant. Boran der scharf faritierende Filmregiffeur Hermann Blaß, dann die zugehörige Filmschauspielerin Mia Hellmuth, fowie die drall- drollige Magd der hübschen Lotte Stein, der zarte Theo Bucas, das Ehepaar Trillwig, das sich zuletzt wohl noch findet( Baselt und Berry) mit Hilfe des Justizrats Mikulsti. Musik von Jeffel. Er selbst dirigiert; alter Wiener Schlag, nicht schlagerhaft, sondern diskret, nicht verfort, sondern schlant wie werden.o Der Reichswirtschaftsrat will fich ebenfalls in den nächsten Tagen mit der Angelegenheit befaffen. damit begründet, daß die deutide Regierung bei Auslieferung Die Begnadigung der Dato- Mörder wird spanisch- offiziös des Nicolas verlangt hatte, ihn nicht hinzurichten. Der Hauptbeteiligte an der Ermordung, Caffanellas, ist nach Rußland geflüchtet. Auf den Philippinen haben fich aus den politischen Kämpfen bewaffnete Aufstände gegen die amerikanische Herrschaft entwidelt. Die Aufständischen führen an vielen Drten regelrechte Guerillafämpfe. Amerikanische Striegsschiffe treuzen an den Küsten. ein guter Walzer, nicht lärmend, auch nicht fehr originell. Im Ganzen eine famose Operette ohne die Sehnsucht, in gehobene R.S. Lebensstellung zu geraten. Das Neustrelitzer Landestheater. Es scheint, ein Berhängnis über den alten deutschen Hoftheatern zu liegen: eines nach dem anderen wird ein Raub der Flammen. Stuttgart, Meinigen, Dessau, Wiesbaden, jetzt. eine betrübende Reihe von Theaterbänden Neustrelit innerhalb Deutschlands Grenzen feit weniger als zwei Jahr. zehnten. Und mit jedem Brand ist eine Stätte aller deutscher Theaterkultur in Schutt und Asche gefunden. So war auch bas Landestheater in Neustrelit eine Stätte ernsten, fünstlerischen Schaffensdranges, mit der der Bevölkerung des reizenden Städtchens tausend liebe Erinnerungen genommen worden sind. Nahe dem Schloß, mitten im Part, einer uralten schattigen Buchenallee vorgelagert, stand das ehemalige Hoftheater, das nach der Revo lution zum Landestheater geworden war. In diesem schlichten Theaterchen, das so ganz ohne Brunt war, wurde die alte tünstle Oper und Operette. Der Staat hatte 1922 für das Theater drei rische Tradition fortgesetzt und ausgebaut. Schauspiel wechselte mit Millionen Mart zugeschossen, und diese Spende vereint mit der Gebefreudigkeit der Strelizer hatte die Schließung des Theaters verhindert. Es war ein gediegen eingerichteter und dabei doch Schlichter Raum, dieser Spielsaal des ehemaligen Hoftheaters. Vor der Revolution atmete hier alles noch den altfränkischen Lavendelduft der fleinen Resibenz, in der der Mensch erst beim Baron anfing. So waren die ersten drei Reihen des Parketts, das erst im Jahre 1916 erneuert war, den Angehörigen des hohen Adels, der Hofgesellschaft und den Offizieren vorbehalten. Rein fimpler Herr Müller oder Herr Lehmann und nicht einmal ein Geheimer Kommerzienrat falls es so etwas in Neustrelit gab- durfte die exklusive Reserviertheit der drei aðligen Parkettreihen verfchimpfieren. In Neustrelitz wußte das auch jeder, vnd dieser einer strengen Borschrift gleich geachtete Brauch ward denn auch niemals übertreten. Ein Fremder hätte aber ebenfalls in jene drei geheiligten Reihen nicht einzubringen vermocht; denn diese Blähe wurden eben nur an Persönlichkeiten abgegeben, die lückenlose Beweise für ihre Hoffähigkeit zu erbringen imftande waren. Dafür hatte das nun eingeäfcherte Hoftheater andere Vorzüge, mit denen auch das demofratischste Stadttheater nicht hätte wetteifern können. Denn in der warmen Jahreszeit dufteten bis ins Theater hinein die Bäume bes herrlichen alten Parts. An heißen Abenden, wenn Fenster und Türen geöffret waren, fam es wohl vor, daß verirrte Schmetterlinge, vom Rampenlicht angezogen, über die Bühne flatterten und an den Blumen aus den großherzoglichen Treibhäusern nippten, die die Szene schmückten. Die alten Bäume sind noch da, und wenn der Sommer wiederkehrt, so werden auch die Schmetterlinge wieder zum Licht streben. Aber es wird nicht mehr das alte Theater fein. richt veranstaltet vom 21. Januar bis 2 Februar Botsdamer Str. 120 be Erfennen und Gestalten. Das Zentralinftitut für Erziehung und Unter fondere Lehrgänge, die in die Unterrichtsmethode des Berthauses in Stutt gart einführen. Der Schöpfer des Werkhauses, Albrecht& Merz, führt in die Grundformen seines Unterrichtsbetriebes ein. Fort mit dem Ausnahmezustand! Bayern entstand, ist beseitigt. Die Schüffe des 9. November haben die Gefahr des Hitler- und Ludendorff- Putsches für das Bürgerliche Stimmen für Beseitigung. übrige Deutschland vorläufig erledigt. Die Kommunisten sind Immer weitere Kreise schließen sich der sozialdemokrati teine Gefahr; sie verfügen nur über ein großes Mund schen Forderung nach Beseitigung des Ausnahmezustandes an. werf. Und das wird auf die Dauer langweilig und damit Das Berliner Tageblatt" unterstreicht wiederholt ausdrücklich ungefährlich. die Forderung unserer Reichstagsfraktion und betont besonders Wir wiederholen deshalb die Forderung des Tagedie Sinnlosigkeit des Fortbestehens des militärischen blattes": In absehbarer Zeit wird der Reichstag wieder Ausnahmezustandes, nachdem der Reichswehrminister und die zusammentreten. Die Reichsregierung täte flug daran, vor Reichsregierung der neu gebildeten sächsischen Regierung diesem Datum die notwendigen Schritte zu tun, damit nicht ihr Vertrauen ausgesprochen haben und die Meinungsver unnötig neue große politische Auseinandersehungen hervorschiedenheiten mit Thüringen ausgeglichen sind. gerufen werden, die den ruhigen und organischen Gang der augenblicklichen Aufwärtsentwicklung stören." Auch die demokratischen Organisationen befennen fich zunehmend zu der gleichen Auffassung. Das beweist eine Entschließung der Demokratischen Partei Berlin- Mitte, die das „ Tageblatt" an anderer Stelle seiner gleichen Nummer veröffentlicht. In dieser Entschließung heißt es: * Uns geht folgende Zuschrift zu: Die Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Berlin des Schuhverbandes deutscher Schriftsteller vom 14. Januar Sie fordert die demokratischen Vertreter im Reich und in den 1924 legt schärfsten Protest ein gegen die Unterdrückung der Ländern auf, wie bisher jeden Versuch einer reattionären fommunistischen Zeitungen, Zeitschriften und Verlage, Sammelpolitik mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen und da fie als ein Teil einer zum Schutze geistiger Werte geden Zusammenschluß aller verfassungstreuen Bar gründeten Organisation sich nachdrücklich verwahren muß gegen teien als Richtziel im Auge zu behalten. Sie begrüßt auch die jede Maßnahme, die zur gewaltsamen Unterdrückung geistiger Grundzüge des Programms entschieden demokratisch- republikanischer Bewegungen dient. Polisit, die der frühere Reichskanzler Dr. Wirth in seinem bekannten Brief aufgestellt hat. Sie ersucht die demokratische Reichstagsfraktion, die foforfige Aufhebung des Belagerungszustandes zu verlangen, deffen fachliche Voraussetzungen nicht mehr gegeben find, und der zu einer unerträglichen Beschräntung des öffentlichen und des Rechtslebens sowie der staatsbürgerlichen Freiheit führt." Im übrigen führt der Belagerungszustand nach wie vor zu ganz grotesken Romplitationen. So hat der Militärbefehlshaber des Wehrkreisfommandos VI, Generalleutnant v. Loßberg, die Wochenschrift Der Pazifist" mit folgender Begründung verboten: In Ihrer Wochenschrift Nr. 1 vom 6. Januar 1924 bringen Sie in den Artikeln Starrsinn oder Schwäche?",„ Südwestfälische Ar" beitsgemeinschaft“ und„ Die Reichswehr in Weimar" Ausführungen, die stark hezerisch wirken müssen und zum Teil an Landes. Ruhe und Sicherheit des Staates. perrat grenzen. Sie bilden so eine erhebliche Gefahr für die Ich verbiete daher mit Zustimmung des Regierungskommissars Ihre Wochenschrift auf die Dauer von 4 Wochen, und zwar bis ein schließlich 12. Februar 1924. Dieses Verbot gilt auch für alle Kopfblätter und alle Zeitungen, die zur Nachfolge Ihrer Wochenschrift geeignet sind. Der Wirtschaftskampf im Westen. die großen lleberlandstreden von diefer Benachteiligung be troffen werden sollen. Nach diesem Schiedsspruch sollen näm lich die betreffenden Kategorien eine Lohnfürzung gegenüber den bisher geltenden Tarifen von 9 bis 22% Schillings in der Woche über sich ergehen lassen. Das würde bedeuten, daß fie im ungünstigsten Falle- man höre und staune nur noch" sechs Pfund in der Woche( als Minimallohn) beziehen würden, also etwa 120 m. wöchentlich!. Schon aus dieser Ziffer, die die dortigen Lokomotivführer fo empört, daß sie in den Streif treten wollen, fann man das ganze Elend der deutschen Arbeiter und Beamten. schaft ersehen. Dabei muß man berücksichtigen, wenn man schon Vergleiche anstellt, daß die Lebensmittelpreise in Deutschland sogar absolut höher sind als in Engalnd! Jetzt versteht man auch, mit welcher Erbitterung die Führer der anderen Eisenbahngewerkschaften diesen Streik verurteilen und warum das von J. H. Thomas und Cramp herausgegebene Flugblatt, das wir in einem Londoner Draht bericht erwähnten, der an der Spitze des gewerkschaftlichen Teils in unserer Sonnabend Morgenausgabe stand, diejenigen gewerkschaftlich organisierten Eisenbahner als Verräter be zeichneten, die sich der Bewegung der Lokomotivführer an schließen würden. Diese Stellungnahme, die zunächst unsere fontinentalen Begriffe der gewerkschaftlichen Solidarität auf den Kopf zu stellen schien, erscheint allerdings nach dem Vorhergefagten durchaus verständlich. Köln, 19. Januar.( WTB.) Wie die Kölnische Volkszeitung" Hinzu kommt noch die von Brailsford in seinem Auffah herzur Lage im Braunfahlenrevier berichtet, beschloß eine Funktionäre vorgehobene Tatsache daß diefes Sondervorgehen einer kleinen berfammlung der freien Gewerkschaften, die gestern in Köln tagte, Fachgewerkschaft dem allgemeinen Bestreben der Arbeiterfür Montagmorgen den Generalstreit auszurufen. Die drift bewegung nach organisatorischer und tattischer Zusammen lichen Gewerkschaften lebnen nach wie vor den Streit ab, da er faffung aller verwandten Berufszweige zuwiderläuft. Auch im gegenwärtigen Angenblick unawedmäßig sei und parteipolitisch steht durch diefes Vorgehen des Lokomotivführerverbandes die ausgenugt werden solle. Die Berbindlichkeitserklärung des Echieds- Bukunft der Einrichtung des staatlichen Lohnamtes spruches für das Braunkohlenrevier ist borläufig aufgeschoben worden. auf dem Spiele. Diese Einrichtung ist zum großen Teil das Am Montag sollen nochmals Verhandlungen durch den amtlichen Wert der Arbeiterpartei, und sie hat sich im großen und ganzen Schlichter für die Rheinprovinzen stattfinden. bisher bewährt. Arbeiterparteiler ins Oberhaus. Im Zusammenhang mit der Uebernahme der Macht durch die Arbeiterpartei bezeichnet Brailsford diese Streifdrohung London, 19. Januar.( WTB.)„ Times" zufolge unterstüt als einen Schlag gegen die Labour Party, schlimmer als alles Lord Haldane Macdonald bei der Wahl der Persönlichkeiten, die die was die reaktionäre Rothermere- Presse in letzter Zeit gegen Schwierigkeiten, die für die Arbeiterpartei im Zusammenhang da- feinen Auffah mit den Worten, die nicht nur für die engliſche, mit vorausgefagt worden feien, würden in unerwarteter fondern auch für die internationale Arbeiterbewegung Geltung weise überwunden. Es bestehe jetzt kein Zweifel mehr dar- haben: Wenn wir reif sein wollen für die Regierung, dann über, daß die Geschäfte der Regierung im Oberhaus durch eine ge- müssen wir lernen, sowohl auf gewerkschaftlichem wie auch auf nügende Zahl von Wortführern vertreten sein werden. Sie würden politischem Gebiete unsere Rivalitäten zu überwinden, unsere zum größten Teil aus den Kreisen der nicht polifischen Pairs genommen werden, d. h. der Mitglieder des Oberhauses, die unter Selbstfucht niederzufämpfen und uns in der Fabrik und in der Auf die Pazifisten sind die Generäle überhaupt schlecht zu verschiedenen Regierungen und im Auslande gedient hätten und Bartei zu organisieren für den Triumph der gemein. sprechen. Man kann das zur Not verstehen. Ein erfolgreicher auch bereit wären, ihre Zugehörigkeit zu jeder fünftigen Regierung famen Sache." Pazifismus würde die Militärs überflüssig machen. Aber als eine Fortsetzung des Dienstes anzusehen. Thomas jei jeht der auch wenn man nicht Bazifist ist, soll man doch dem Pazifismus am meisten begünstigte ftandidat für das kolonialamt, während gegenüber gerecht bleiben. Nach Mitteilungen der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Friedenskartells hat Herr v. Seedt für das Kriegsamt der Brigadegeneral Thompson genannt werde. geschäftsstelle des Deutschen Friedenstartells hat Herr v. Seedt Thompson sei der militärische Berater der Arbeitskommission geauf eine Eingabe über die sogenannte„ schwarze Reichswehr erklärt, daß er„ mit den Mitteln des Ausnahmezustandes ganz wesen, die im letzten Jahre, dem Ruhrgebiet einen Besuch abftattete. unabhängig von einem etwaigen Verfahren wegen Landesverrats", eingreifen mürde, wenn die Verfasser die Fragen zur öffentlichen Diskussion stellen sollten. Die Pazififten haben fich durch Bemerkungen des Herrn v. Seedt, als ob ein Eintreten für die Durchführung des Versailler Vertrages im Intereffe Der Franzosen" liege und als ein Gipfel nationaler Würdelofigkeit" zu bezeichnen sei, beleidigt gefühlt und Beleidi gungsflage verantwortlicher Mitglieder des Friedens fartells gegen General v. Seedt einreichen lassen. Alle diese Dinge zeigen, daß das Walten des militäri schen Ausnahmezustandes auf die Dauerunmöglich ist. Die natürlichen Lebensbedingungen eines großen Bolles müssen den Rahmen einer militärischen Diktatur naturnot wendig sprengen. Die unmittelbare Gefahr, die für bas Reich beim Einsetzen des Kahrschen Generalkommissariats in Himmlische Inflation. Bon Paul Gutmann. Borgestern, da war das Leben noch„ Inorte" Eisfristalle an Baum und Borke, Ueber blihenden Spiegeln lachte die Sonne, Und die Welt war Glück und die Welt war Wonne. Peter und Mag vor Freude jodeln, Denn am Sonntag da wollen fie rodeln; Mieze probiert die Stier im Zimmer, Am Sonntag wartet auf sie ein Schlimmer, Und sicher wird des Sonntags Rest Am Wannsee ein Berlobungsfest. Wo sonst des Wannsees Fluten brausen, Wollen Schiebers im Auto sausen; Frau Schieber träumt von den neuen Belzen, Mit denen wollen im Schnee fie sich wälzen. Meiers aus Dahlem, die sollen plagen Und außerdem will man nachher noch jahen Für Schnee und Eis allgemeine Hauffe Aber heute, da haben wir die braune Sauce! Freunde so war es schon einmal vor Jahren; Da sind wir rasend im Auto gefahren Und schmetterien frech: tatütata! Und mit einmal war das Matschywetter ba. Gestern gehörte uns Riautfdau, Gestern war Eislauf, heute ist Tau! Nichts ist stabil nur unsre Gedanten Fror's gestern, heut regnet's, es fallen die Franken, Der weißeste Schnee wird brediger Quart, Es fällt der Regen, wie damals die Mart. Nur eins der Berliner niemals verlor: Die Arbeiterpartei ist einig. London, 19. Januar.( Eca.) Der schottische finke Flügel der Arbeiterpartei ift flach einer Information des Manchester Guar dian" jest bereit, in der neuen Regierung verantwortliche Boften zu übernehmen. Genannt werden für solche Bosten die Abgeord neten Wheatley, Robert Smillie, James William, William Graham und Thomas Johnston. Die Liberalen bleiben fest. " Condon, 19. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Auf Grund der gestrigen Beratungen des Generalrats der Gewerkschaften mit den beteiligten Eisenbahnerverbänden herrscht in hiesigen unterrichteten Kreifen heute wiederum eine optimisterische Auffassung über die Aussichten einer Beilegung des Lokomotivführerstreits in letter Stunde.. Was jeder wissen muß! Nicht jeder weiß es und sollte es doch wiffen, daß man den Borwärts" auch am Beginn einer neuen Woche abonnieren fann. Man braucht dazu weder bis zum Ende des Monats noch bis zum Beginn des neuen Quartals zu marten. London, 19. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der parlamentarifche Berichterstatter des Manchester Guardian" versichert, daß die Liberale Partei an ihrem Entschluß festhält, der Regierung Baldwin das Mißtrauen auszusprechen. Für sie sei die Hauptsache, daß die Regierung des Schuh 3 olles gefchlagen werde. Alles habe sich bisher programmgemäß entwidelt. Was nach der Bildung und von der Politik der Erben Baldwins ab. Jedenfalls würden der Arbeiterregierung gefchehen werde, hänge von den Ereignissen die Liberalen über jeden von der Arbeiterregierung eingebrachten Der Vorwärts", die einzige sozialdemo Gesezentwurf und über jede von ihr beschlossene Maßnahme mit der größten Sorgfalt wachen. Aber Wachsamkeit werde von gutem Willen und nicht von unfreundlichen Gefühlen infpiDer Vorwärts" ist, was auch noch nicht überall befannt geworden, dem allgemeinen Streben nach Preisabbau Dafür wird er zweimal täglich frei ins Haus geliefert. gefolgt und foftet jetzt nur noch 85 Pfennige die Woche. riert sein. 11 tratische Tageszeitung der Reichshauptstadt, ist stetig bemüht, feinen Inhalt zu erweitern und den Anforderungen der zahlreichen Leser zu entsprechen. Ein ausgedehnter Nach richtendienst aus dem In- und Auslande, eingehende tommunale, wirtschaftliche und gewerkschaftliche BerichterDie englischen Lokomotivführer. stattung in Verbindung mit einem reizvollen UnterhaltungsEine schwere Sorge beherrscht seit einigen Tagen teil machen den Vorwärts" in jeder Familie unentbehrdas gesamte öffentliche Leben Englands und ganz besonders lich. Außer dem täglichen Text bringt der Vorwärts die Führer der Arbeiterpartei. Der Sturz der konservativen noch wertvolle Beilagen, die sich steigender Beliebtheit er Regierung Baldwin ist gar nicht mehr zweifelhaft, ebenso freuen. So die reich illustrierte Wochenbeilage Bolt und ficher die Uebernahme der Regierungsgeschäfte durch Mac- Beit", dann die Unterhaltungsbeilage Heimwelt", die donald. Aber es besteht die Gefahr, daß dieses welthistorische besonders für die Interessen der tätigen Frauen bestimmte Ereignis sich unter den ungünstigsten Auspizien vollziehe. Fast Frauenwelt" und in weiteren Abftänden erscheinende gleichzeitig mit dem Kabinettwechsel soll durch den Willen einer literarische Rundschau:„ Blick in die Bücherwelt. Sie verhältnismäßig fleinen Gewerkschaft das wirtschaftliche Leben foll besonders einen Ueberblick über diejenige Literatur ver Großbritanniens zum großen Teil ſtillgelegt werden, indem der mitteln, die sich mit den großen Fragen der Arbeiterbewegung Eisenbahnvertehr am Ende des heutigen Tages durch befaßt. Ihre erste Nummer in diesem Jahrgang liegt dieser die Arbeitsniederlegung der Lokomotivführer und Heizer ruhen Ausgabe bei. würde. Die legten Nachrichten aus England lauten zwar So bietet der„ Borwärts" jedem Genossen nicht nur Anetwas hoffnungsvoller in bezug auf die Möglichkeiten einer regung und Belehrung, die er besonders in den großen politi Vermeidung des Konflikts in legter Stunde; denoch ist über schen Rämpfen nützen wird, sondern auch die Gelegenheit, eine endgültige Beilegung noch nichts bekannt, und man muß überall und zu jeder Stunde Werbearbeit zu leisten für mit der Möglichkeit rechnen, daß ab heute mitternacht die das Organ des schaffenden Bolkes, für den Züge nicht mehr verkehren werden. " „ Vorwärts". 17 Wie sehr diese Sorge über den Führern der Labour Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Party laftet, geht aus einem ausführlichen Artikel hervor, den Genoffe H. N. Brailsford in der neuesten Nummer des Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin S. 68, Linden New Leader" dieser Frage widmet. Einleitend führt er aus. ftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist deß ein jeder Anhänger der Arbeiterpartet sich in den letzten der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) Das ist seine Traute, das ist sein Humor! Wochen geistig mit dem großen Abenteuer" der RegierungsUrania- Vorträge. Sonnt. Theater 3 br: Dänsel und Gretel, Elfen. übernahme durch die Labour Party befaßt habe, und daß zauber. 6 Uhr: Leuchtfeuerbau. 8%, Uhr: Dzeanfilm. Hörsaal 8%, Uhr: man einmütig zu der Auffassung gefommen wäre, daß drei Das Wunder des Echneeschubs. Mont. Theater 6 Ubr: Die deutschen Hauptfragen die Arbeiterregierung voll in Anspruch nehmen Ansiedlungen in Südamerifa. 7, Uhr: Der deutsche Rundfunk. Hörfaal würden; nämlich die Arbeitslosigkeit, die Wohnungsnot und 6 Uhr: An indifchen Fürstenhöfen. deutsche Wald. I. Teil. Hörsaal 6 Ubr: Das neuentdedte ägyptische Königs. die Befriedung Europas. Und nun am Vorabend dieses entarab des Tut- anch Amon. 8 Ubr: Beziehungen der Hypnose zu offulten scheidenden Ereignisses sei eine Ablenkung inszeniert worErlebnissen. 8%, llar: Filmvortrag. Sofaal 8 Ubr: Die erste Blüte des Ebcbanischenlichkeit in die neue Regierung von vornherein zu erschüttern Mittw. Theater 6 Ubr: Der deutsche Balb. 1. Seil. den, die geradezu darauf hinziele, das Vertrauen der DeffentDonnerst. Theater 6 Ubr: Mit dem Auswandererschiff nach Südamerika. Soriaal 8 Uhr: Die Mammutjäger von Brebmont. und eine panikartige Stimmung erzeugen. Reichs. Dienst. Tbeater 6 Uhr: Der Freit Theater 6 Uhr: Mit dem Auswandererschiff nach Südamerika. Hör. Aus dem Artifel Brailfords erfährt man genau, worum faa 8 Uhr: Berlins Gesch chte. 2. Abend. Von der Burg bis zur Festung. es sich handelt. Durch einen neuen Schiedsspruch des LohnSonnab. Theater 6 Uhr: Mit der Cap Volonie nach Südamerika. Hörsaal 8 Uhr: Neue Untersuchungen über die photographische Blatte. II. Teil mit Versuchen und Lichtbildern. Sonnt. Theater 6 Uhr: Aus der Beriftatt eines Stulturfilms. Höriaal 8%, Uhr: 3m Kampf mit dem Berge. Das Schloßpart- Theater, Berlin- Steglit, bringt Donnerstag die Berliner Uraufführung von dem Luftspiel ill Lausebums von Balter bon Molo. Borträge Franz Silter bricht Montag 8 Ubr Hobenstaufenftr. 47/48 fiber Tolstoy als entschiebener Schulreformer". In der Berliner Bincho logischen Geſelifchaft spricht Donnerstag 8 Uhr im Inftitut für praktische Bigchologie, Kurfürstendamm 45, Dr. Moll über, Berufsberatung". amtes, der von allen großen Eisenbahnerorganisationen angenomen wurde, sind die Löhne des Verkehrspersonals her ab. gesett woren, wie dies in England seit Jahren von Zeit zu Beit geschieht, weil dort die Teuerung, langsam, aber stetig zurückgeht. Nur der kleine Verband der Lokomotivführer und heizer, der allerdings im Gegenfaz zu früheren Regelungen diesmal etwas schlechter abgeschnitten hat, lehnt sich gegen den Schiedsspruch auf, obwohl nur 31 Bro3. feiner Mitglieder, nämlich die Führer und Heizer der Schnellzugslokomotiven für W Ich abonniere den Borwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit" und der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name " Wohnung: Dorn bet Sof -Straße Nr. Quergeb.Seitenfl. Tr. lints- rechts Gewerkschaftsbewegung Der Arbeitszeitkampf. Der Kölner Korrespondent der Frankfurter Zeitung" gibt in beren Samstag- Morgenblatt eine anschauliche Schilderung des Standpunkts der Unternehmer und des der Arbeitnehmer in diesem Rampfe. Man höre im rheinisch- westfälischen Industriegebiet öfter ein sehr einfaches Rechenerempel: Die Belastung der Schwerindustrie ein sehr einfaches Rechenerempel: Die Belastung der Schwerindustrie durch die Micum- Berträge werde auf 22 Broz. geschäßt; um ebenso viel müßten die Selbst tosten der Woche herabgesett mer den, und dazu solle und konne neben dem Lohnabbau die Berlängerung der Arbeitszeit dienen.. Auf eine einfachere Formel gebracht, die Arbeitnehmerschaft foll die Basten der Micum- Berträge tragen. In hütten und Walzwertbetrieben rechnet man beim Uebergang von der Drei zur Zweistundenschicht, von der acht- zur zehnstündigen Arbeitszeit mit einer Lohnersparnis von 50 Proz. Der Leiter eines sehr großen Werkes hat sich über diese Dinge auf einer Konferenz im Arleitsministerium vor furzem unter Borführung umfangreicher statistischer Berechnungen ausführlich geäußert, und er soll damit auf den Reichsarbeitsminister Brauns, der anfangs skeptisch war, starten Eindrud gemacht haben. In einer Fußnote hierzu wendet die Redaktion der Frankfurter Zeitung" dagegen ein: " Es ist immerhin zu bedenken, daß eine Berlängerung der Arbeitszeit in den deutschen Schlüsselindustrien in den euro päischen Konturrenzländern( Tschechoslowakei, Deutschösterreich, Frankreich usw.) ebenfalls eine Berlänge rung der Arbeitszeit zur Folge haben dürfte. Es fönnte auf diese Weise eine soziale Errungenschaft wieder international beseitigt werden, wobei die Unternehmer wegen der wiederherge. stellten Gleichheit der Produktionsbedingungen feinen Vorteil, die Arbeitnehmer aber sicherlich Schaden davontragen würden." Gerade weil der Berichterstatter der Meinung ist, die Bofition Der Unternehmer sei auch, von der bloßen Machtfrage abgesehen, verhältnismäßig günstig, drängt sich ihm die Frage auf, groffchen ben belberfeldigen vertragschließenben Organisationen Differenzen bestehen. Worin liegen nun diese Differenzpunkte? 22 1133 085 Pfund Sterfing ausbezohlt gegen 3426 696 Jahre 1921. Der Arbeitgeberverband wies seine Mitglieder im Dezember an, von den Löhnen 70 Prvz. abzuziehen, und teilte Die Herberge im Berliner Gewerkschaftshaus war feit Mitte den Vertretern des Holzarbeiterverbandes am 9. Januar mit, daß November geschlossen. Sie wird morgen Montag wieder er. ohne Anerkennung der 54 stündigen Arbeitszeit eine Re- öffnet und reifenden Genossen wieder ein durchaus reinliches und gelung der Lohnfrage unmöglich fei. Diesen Zustand hat man be- dennoch billiges Nachtquartier bieten. Die Differenzen in der Mannheimer Metallindustrie sind bei wußt herbeigeführt, um die Arbeitnehmerschaft zu provozieren. Charakteristisch waren auch die Ausführungen des Borsigenden gelegt. Der Vergleichsvorschlag wurde von beiden Parteien ange Rechtsanwalt Samulewiß, der flar zum Ausdrud brachte, daß die nommen. Damit ist die Aussperrung beendet. Die Arbeit wird Verhandlungskommission den Arbeitgebermitgliedern als Ausgleich voraussichtlich am Montag wieder aufgenommen werden. für eine Lohnregelung die Arbeitszeitverlängerung bringen müsse." Achtung, BSPD.- Betriebsfunktionäre! Ein Teil der Funktionäre hat die Ausweiskarte für 1924 noch nicht ab Die ausgesperrten Funktionäre werden am Montag, nachmittags geholt. Bir machen darauf aufmerksam, daß für zukünftige Konferenzen teine um 3 Uhr, im Reichenberger Hof", zu dieser neu gefchaffenen Si- alten( gelben) Karten mehr Geltung haben. Wenn unangenehme Störungen tuation Stellung nehmen und werden die Beschlüsse faffen, die zur vermieden werden sollen, ist es Bilicht der betr. Genoffen, rechtzeitig für Um tausch zu forgen. Die Fraktionsvorsigenden der Betriebe haben die Aufgabe, Abwehr des Arbeitgeberangriffes notwendig find. alle ungültigen Ausweise zu sammeln und im Bureau, Sindenstr. 3, ab. auliefern. Bezirksverband Berlin b. BSPD., Betriebssekretariat, Berlin GW. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2. Gefahr für den Achtstundentag. 3n Staats- und Gemeindebetrieben. Der Reichsmanteltarifvertrag für Gemeindearbeiter hat u. a. folgende Bestimmung: Achtung, AEG. Brunnenstraße. Dienstag abend 6 Uhr bei Carus, Boltastr. 37, fehr wichtige Konferenz sämtlicher BSPD. Betriebs. Erscheinen und Arbeiterräte sowie Betriebsvertrauensleute. Im Falle der gefeßlichen Neuregelung der Arbeitszeit treten aller ist unbedingt notwendig. Parteiausweis legitimiert. die Parteien zur Neuregelung der Bestimmungen über die ArDer Fraktionsvorstand. beitszeit zusammen. Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, An die BSPD.- Funktionäre und Anhänger der Richtung Amster. bam bes Berbanbes br Gemeinde- und Staatsarbeiter. Morgen, MonSo entscheidet der( tarifliche) Zentralausschuß." tag, abend 6 Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, außerordentlich wichtige Versammlung. Die Gituation im Verbande und die bevorstehende Generalversammlung. Alle Funktionäre, Generalverfammlungsdelegierte, Mitglieder der Verwaltungskörperschaften, Bertrauensleute und Obleute sind verpflichtet, zu erscheinen. Mitglieds. buch und Parteiausweis find vorzulegen. Der Fraktionsvorstand. Mitgliederversammlung der BSPD.- Feuerwehr, Mittwoch, den 23., und Sonnabend, den 26. Januar, vormittags 10 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Referat des Gen. Wildegans, M. b. F.-. D, über: Die Tätigkeit der Feuerlösch- Deputation." Die Genoffen der FeuerlöschDeputation find eingeladen. Freie Aussprache. Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung ist Erscheinen Pflicht eines jeden Mitgliedes. Umtausch der Funktionärtarten. Buch legitimiert. Der Werbeausschuß. Achtung, BSRD.- Stodarbeiter! Morgen, Montag, nachmittag 5 Uhr bei Schilling, Rungestr. 80, Bersammlung aller BSPD.- Stod arbeiter. Sympathifierende Rollegen Lönnen durch Genoffen eingeführt werden. Parteiausweis legitimiert. Der Werbeausschuß. TTTTTTFFIFTEELIFFETTFELFED Achtung, Baurohrleger und Helfer! Ueber den am Freitag, den 18. Januar, gefällten Schiebsspruch findet morgen, Montag, früh in ben einzelnen Betrieben die Urab fi im mung statt. Die Rohrleger haben sich deshalb nach dem Betrieb zu bemühen, um an ber Abstimmung teilnehmen zu können. Morgen nachmittag Uhr findet im Kriegervereinshans, Chauffeeftraße, eine Bersammlung ber Rohrleger und Selfer statt. 8. b. A., Sektion Speditionen. Funktionärversammlung morgen, Montag, abend 7½ Uhr im Berbandsbureau, Belle- Aliance- Str. 7/10, gimmer Bericht über die Tarifverhandlungen. „ Der am 18. Januar versammelte Beirat des Verbandes lehnt in Anlehnung an den Beschluß des Bundesausschusses des ADGB. vom 15. Januar 1924, wonach am Achtstundentag als Höchstdauer der täglichen Arbeitszeit festzuhalten und notwendige Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Montag, 21. Januar, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Mitgliederversammlung. Einschränkungen der 48stündigen Arbeitswoche nur vorübergehend Stellungnahme zum Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses und Berschiede in Form von Ueberstunden zu vereinbaren sind, das ihm vornes. Sutritt nur unter Vorzeigung des Mitgliedsbuches. gelegte Ergebnis der Verhandlungen über die Regelung der Arbeitszeit vom 1. und 12. Januar d. I. einstimmig ab. Die Fachgruppenleitung. Die Ausgesperrten der AEG. A. II treffen fich morgen, Montag, nach mittag 2 Uhr bei Meklenburg, Raveneftr. 6. Die Betriebsvertretung 8. d. A., Konfektion und Weißwaren. Morgen, Montag, 5% Uhr, Sektions mitgliederversammlung, Sanerlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35, Gartenfaat. Musikinstrumenten Arbeiter! Morgen, Montag, im Reichenberger Hof, nachmittags 3 Uhr, Funktionärversammlung. Die Mitglieder der Rommission treffen sich um 2 Uhr. Die Branchenkommission. Mitgliederversammlung Der Reichsarbeitgeberverband deutscher Gemeinden und Rommumalverbände" hat auf Grund dieser Bestimmung Verhandlungen mit dem Gemeinde- und Staatsarbeiterverband sowie der christlichen Gemeindeorganisation geführt, die nicht mehr und nicht weniger bezweckten, als den 3ehnstundentag für alle Gemeindearbeiter wieder einzuführen und für die Schichtarbeiter das Zweischichtensystem( also die Zwölfftundenschicht) einzuführen. Nach mehrtägigen Verhandlungen war es nicht möglich, die grundsätzliche Anerkennung des Achtstundentages bei den Arbeitgebern zur Anerkennung zu bringen, obwohl dies doch im§ 1 der Arbeitszeitverordnung feststeht. Die eventuelle Berlängerung der Arbeitszeit auf neun Stun so von den Arbeitgebern strikte abgelehnt. ben, unter Bezahlung der Mehrarbeit als Ueberstunden, wurde ebenAls äußerstes Buge E ständnis follte der Neunstundentag ohne jegliche Mehrbezah ob es denn wirklich unvermeidlich war, daß die Frucht der lung festgelegt werden, außerdem sollten zahlreiche Ausnahmen bis feit dem Ende des Ruhrkampfes vergangenen Monate ein unzu 10 Stunden regelmäßiger Arbeitszeit unter Bezahlung der geheures Anwachsen der Erbitterung der Arbeiter Ueberstunden von der 11. Stunde ab vorgesehen werden. gegen ihre Dienstherren ist. Die Unternehmer fönnen dar- Der Verbandsvorstand hat in Gemeinschaft mit der auf erwidern, daß Maßnahmen, die jetzt für erforderlich ge- Reichstariffommission und dem Verbandsbeirat hierzu einhalten würden, an die Arbeiter harte und schmerzliche Anforde, stimmig folgende Entschließung angenommen: rungen stellen und daß solche Dinge ohne die Ausübung eines starten Druces und ohne allerlei Reibungen und schwere Verstimmungen nun einmal nicht durchgesetzt werden können; das mag ftimmen, es bleibt dann aber trotzdem bestehen, daß sie durch die Art ihres Borgehens die Gegensäge unend. lich viel mehr, als es notwendig gewesen wäre, perfchärft haben. Die Arbeiter, und besonders die Gewerkschaftsführer, mußten sehr gut, was ihnen nach dem Verlust des Ruhrkampfes hinsichtlich der Arbeitszeit bevorstand, und ihre große Mehrheit das fann man wohl sagen war bereit, darüber mit sich reden zu lassen. Auf Verhandlungen und zufammenarbeit aber schien es den Unternehmern von dem Augenblick der Einstellung des paffiven Widerstandes feineswegs mehr anzukommen; es geschah das Dittat von Unna. das die Arbeitszeit im Bergbau ganz abrupt und unter Rechtsbruch verlängern wollte, und es folgte nach dem Scheitern dieses ersten allzu ungestümen Ber fuches das fonsequent fortgeführte Abrücken der Unternehmer von der Gemeinschaftsarbeit mit den Gewerkschaften, und zwar nicht nur in den Tariffragen, sondern besonders auch bei den Düsseldorfer Verhandlungen mit den Franzosen. Mochte dieje Tatrit nun Seit Bochen stehen die Arbeiter und Arbeiterinnen dieser der Ausfluß einer bewuß auf die Zerstörung der Gewerkschaften und die volle Wiederherstellung des Unternehmerabsolutismus ge- Branche in Lohndifferenzen. Die Arbeitgeber gehen diktatorisch vor richteten Politif oder mochte sie lediglich daraus hervorgegangen und bieten als Lohnerhöhung die 5 4 stündige Arbeitswoche. fein, daß der Unternehmer unter den besonderen Umständen des Da nun die letzte Lohnverhandlung fruchtlos verlaufen ist, hat die gegenwärtigen Augenblicks von einer engeren Kooperation mit Bersammlung der Arbeitnehmer einmütig den Streit beschlossen. den Gewerkschafen eine zu weitgehende Verwässerung der er Die Arbeitgeber verbreiten nun in Anbetracht der für sie daraus entstrebten Reform befürchtete, dem Arbeiter mußte auf alle Fälle standenen Verlegenheiten einen haushohen Schwindel, um Arbeits diese bedenkenlose Schwenfung, mit der das Unternehmertum die willige in ihre Betriebe zu loden. Der Vorsitzende des Arbeit neun Monate gemeinsamen Kampfes beendete, als Brüs- geberverbandes Berlin, Herr S. Cohn, hält es fonders für seine fierung, ja als Verrat erschienen." Aufgabe, feinen Mitgliedern durch Rundschreiben falsche Angaben Einig fei die Arbeiterschaft in dem Mißtrauen gegen die zu unterbreiten. Mißtrauen gegen die zu unterbreiten. Die Kontrolle beweist, daß nur zwei Betriebe Führer. Diefe innerhalb der Arbeiterschaft zwischen Geführten und einige Streitbrecher beschäftigen und zwar S. Cohn, Köpenider Führern ausgebrochene Vertrauenstrise ist von allen Not Straße 126, und Engel u. Co., Neue Grünftr. 17. In den übrigen Betrieben stehen alle Kollegen und Kolleginnen im Streit. Die standserscheinungen der Arbeiterschaft vielleicht die allerschlimmste." Beitung unserer Organisation hat versucht, mit dem ArbeitgeberverDie Kommunisten mögen stolz sein auf diesen zweifelhaften Er band in Verbindung zu treten, jedoch keine Antwort bekommen. Die folg, für die Arbeitnehmerschaft wäre die Einigkeit notwendiger in 3ah stellen Dresden und Breslau des Hutarbeiterverbandes haben bem Rampf um die Erhaltung des Achtstundentages fich mit den Berliner Kollegen und Kolleginnen folidarisch erklärt wie über die in diesem Rampf anzuwendende Tattif. und stehen ebenfalls feit Freitag im Streit. Kollegen und Kol leginnen, übt Solidarität, unterstützt mit allen Mitteln die Streifenden, denn der Kampf geht um eine gerechte Sache. Die Streifleitung. Die Aussperrung der Musikinstrumentenmacher. Als Antwort auf den am 17. Januar von dem Schlichter GroßBerlins gefällten Schiedsspruch ist von dem Arbeitgeberverband die Musfperrung sämtlicher Arbeitnehmer dieser Industrie be fchloffen worden. Am ersten Tage wurden der Kontrolle des Holz arbeiterverbandes 90 Betriebe mit rund 4000 Ausge sperrten gemeldet, die rücksichtslos auf die Straße gefeßt mur ben, ohne den Affordarbeitern Gelegenheit zu geben, die ange fangenen Alforde fertigzustellen. In der den Arbeitnehmern ausgestellten Entlassungsbescheinigung heißt es, daß die Entlaffung auf Beschluß des Arbeitgebernerbandes erfolgt. Im übrigen hat man den Arbeitnehmern die wirklichen Ur fachen der Differenz verschwiegen und bringt zum Ausdrud, daß ន srael Sollte der am 22. Januar tagende Bentralausschuß wider Er. warten die in§ 1 der Arbeitszeitverordnung vom 21. Dezember 1923 festgelegte achtstündige Arbeitszeit nicht grundfäßlich zur Anerfennung bringen, so wird der Verbandsvorstand beauftragt, die notwendigen Maßnahmen zur Abwehr etwaiger Berlängerung der Arbeitszeit zu treffen. Der Kollegenschaft und insbesondere allen Funktionären wird zur Pflicht gemacht, alle Rampfmöglichfeiten zu stärken.' Der Zentralausschuß wird mit drei unparteiischen Borfihenden am Dienstag über die Streitfrage entfcheiden. Streit in der Damenhutbranche. Bergarbeiterlöhne unverändert. Bei den Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium über die Festsetzung der Bergarbeiterföhne im Steinfohlenbergbau( unbesetzte Gebiete) ist es zu einer Bereinbarung gefommen, wonach es bis zum 31. Januar bei denselben Löhnen bleibt, wie sie für die Zeit vem 1. bis 17. Januar durch Schiedsspruch festgesetzt worden waren. 41 Millionen Gewerkschaftsmitglieder in England. Nach offizieller Statiftit betrug die Zahl der Mitglieder der eingetragenen Gewerkschaften Englands Ende 1922 4 505 941 gegen 5 453 815 Ende 1921. An Streitunterftüßung wurden im Jahre 8. b. A., Kleinere und mittlere Elektro- Betriebe. Dienstag, den 22. Januar, abends 7 Uhr, in Haverlands Festfälen, Neue Friedrichstraße, Cingang Rochstraße( Luifenfaal). Deutscher Holzarbeiterverband. Funktionärversammlung aller dem Reichs manteltarifvertrag unterliegenden Betriebe am Dienstag, den 22., abends 7 Uhr, bei Aliem. Safenheide. Bericht von den Lohnverhandlungen. Die Ber waltungsmitglieder treffen sich eine Stunde früher ebendort. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung:. Eglorn: Feuilleton: R. H. Döscher: Lotales ortul Berlag: Borwärts.Berlag 6. m. b. 5., Berlin, bentage& und Sonstiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin 6B, 68.. Lindenstraße& tra Hierzu zwei Beilagen und Blid in die Bücherwelt". Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON vollkommenstes Hautpflegemittel Creme Mouson Seife* Creme Mouson Rasierseife Koch& Leeland stürzen die hohen Preise Anzugs, Ulsters, Baletot- Stoffe Mtr. 6Kleibers, Rostüms, Nod- Stoffe Witr. 2,90, 3,90, Gertraudtenstr. 20/21 Segr. 1893 Jogal hervorragend bewährt bei: Gicht Grippe Rheuma Herenschuß Ischias Nervenschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harniäure aus. Musgezeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apothelen erhäl lich. 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September über den Haushalt eines Bostunterbeamten, zu dessen Familie Frau und Kind gehörten, somte über den Haushalt eines Lehrers berichtet, zu dessen Familie außer der Frau noch zwei Söhne gehören, die die höhere Schule befuchen. Die Familien hatten in jener Zeit hart zu kämpfen. Der Haushalt des Postunterbeamten. Es handelt sich hier um einen Beamten der Gruppe III. Sein Einkommen setzte sich am 1. Januar folgendermaßen zusammen: 98,10 M. Gebalt • 9 davon ab: Steuern Krantentasse. Kleidergeld W 3,80 M. 4, 0.07 7.87" Bleiben 90,23 m. Die Familie fann natürlich feine Borräte irgendwelcher Art taufen, fie leben wahrhaft von der Hand in den Mund. May tann daher annehmen, daß die Ausgaben einer Woche als Norm für die übrigen Wochen gelten dürfen. Nach dem hier angeführten Haus haltbuch find in der ersten Woche des Monats an Lebensmitteln folgende Ausgaben entstanden: 1 Pfd. Erbsen Noblrüben Bohnen Buder Mebl • 0,40 1 Pid. Wurst • 0,40 M. Uebertrag 5,40 M. 4 • 0,60 2 Pfd. Samala 1.60 " 1 Rets " . 0,50 1 " W 1 0,40 2 12 19 " 1 0,45 M " Talg Knochen 11. Pfd. Fleisch 0,65 • 0,30 1,80 2 0,90 4 1 0,25 • " 1/2 0,40 1 0,40 • 2,40 " 1 0.60 O 13 Heringe. 0,50 4 Kohl 0.80 . 0,20 " " 1 Marmelade 0,60 • " 540 M. „ Kaffee" Zwiebeln. Pflaumen. An sonstigen Ausgaben: Käfe 4 Stud Brote 5 1 Balet gidorie.. ca. 40 Pfo. Kartoffeln. 1,50 Miete( auf eine Woche verteilt) 1 Zentner Kohlen Sola 2 Kubikmeter Gas Kleinere Ausgaben zusammen • . 2,- M. 0,90 " | Sonntag, 20. Januar 1924 „ Du, Jhr, Er, Sie." Noch vor weniger als hundert Jahren bedeuteten in Berlin, wie überhaupt in ganz Preußen, die verschiedenen Anredeformen eine Scheidung der Stände. Zu dem schon aus dem Mittelalter stammenden Ihr" und dem noch älteren„ Du" trat erst viel später das„ Er" und zuletzt das„ Sie". Das„ Er" war bekanntlich beBeamte ein Gehalt von 3130,85 M. Davon gingen für die Steuern fonders dem alten Frig und seinen Borfahren gegenüber den„ Unter198 M., Krankenkasse 40 M. und für die Kleiderfasse 25 m. ab, so tanen" sehr geläufig, bald in jovialer, bafb in herabwürdigender daß noch ein verfügbares Einkommen von 3067,85 m. übrig blieb. Form. Erst die wachsende Macht des Bürger- und Arbeiterstandes Der Dollar stand im Monatsmittel des Mai 1922 auf 290 M. Daran schliff den Absolutismus in der Anrede langsam ab. gemessen hatte der Postbote damals ein Gehalt von etwa 45,30 Goldmart. Für Lebensmittel mußte er 2371,60 Papiermart= 34,30 redeten sich die Berliner mit Ihr" an und wurden so auch von Noch fast in der ganzen ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Goldmark aufwenden. Im September war das Gehalt bei einem den höheren Ständen angeredet, während die letzteren unterein. Dollarſtand von etwa 1467 im Monatsmittel auf 9790 M. zwar ander schon fast ausschließlich das„ Sie" gebrauchten. Die Anrede Für Lebensmittel wurden damais 7106 Baviermart nominell gestiegen. in Goldmart aber auf rund 28 Mt. gefunden. Er hatte bereits beleidigenden Charafter angenommen, wie das mart ausgegeben. Das Berhältnis zwischen Ausgaben und Ein- heute längst auf das noch recht häufig angewendete Ihr" zutreffen nahmen ist also bis heute immer fait das gleiche geblieben. Deutsch kann, wobei allerdings stets der Ton die Musik macht". Zwischenland war damals ein„ billines" Land- das bewies auch der Ause durch fam als Erfindung fluger Pädagogen das sarkastische, leise länderzuftrom, es war ein Land, in dem aber auch die Arbeitskraft rüffelnde man" auf. So hieß es mit Vorliebe von dem berühmten für ein Trinkgeld zu haben war heute sind wir„ Ebfvalutarier", Direttor Meierotto des Joachimstalschen Gymnasiums zu den über aber außer der Furcht vor der Entwertung unseres Einkommens, die Stränge schlagenden Primanern: Man hat wohl ganz verdie wir verloren haben, haben die Arbeitenden dabei nichts gewonnen.| gessen, wer und was man ist." Das allgemeine Duzen in seiner Der Lehrerhaushalt. 20,40 GoldDas Gehalt, das früher vierteljährlich ausgezahlt wurde, gelangt jetzt monatlich in zwei Raten zur Auszahluna. Es beträgt für Januor nach Abrechnung aller Abzüge rund 256 m. Zum Haushalt gehört jetzt auch die Mutter der Frau, so daß mun insgesamt 5 Berfonen von dem Einkommen zu leben haben. Die Ausgaben werden fich im Monat Januar etwa folgendermaßen verteilen: Miete( alles in allem). Schulgeld. Bas Stiefelfoblen Fabraeld Zeitungen Beiträge. Heizung. • 6 52 M. 7,20 14.28 16, ca. 3. ca. 4, 7, 9. Zufammen • • 67,- m. 90,- M. 14,40 9.60 Ferner Mittageffen bro Tag 3 M. Brot( 24 X 0,60 m.) Rett • " Sonstige Ausgaben pro Taa 250 m. 75,-. Zusammen 189,- m. freundlichsten Art, als äußeres Zeichen von Gleichheit und Brüderlichkeit, hatte Bater Jahn unter der Berliner Turnijugend eingeführt. Erst die Revolution von 1848 brachte einen wesentlichen Fortschritt zu gleichwertiger Behandlung. Sie war das Geburts: jahr des allgemeinen„ Sie", das nur für Berwandte und nähere Betannte nicht galt. Bon nun an mußten sogar die gemeinen Soldaten mit„ Sie" angeredet werden, was freilich bis in die letzte Zeit des deutschen Militarismus hinein das wegwerfende Er, Ihr und Du feitens der Borgesetzten nie ganz auszurotten vermocht hat. Im Gegensatz dazu stand ebenfalls bis in den Weltkrieg hinein bie feudalistische Unfitte, schon die Sekundaner der Kadettenanstalten, also Bürschlein von 9-10 Jahren, zu„ Slezen". Das Du" für die Zuchthäusler und Strafgefangenen ist ganz beseitigt, aber das Duzen von Hausangestellten, die sich das gefallen ließen, hatte sich leider felbft in Berlin noch bis zur Revolution 1918 erhalten. Behrlinge, mit Ausnahme der kaufmännischen, werden bei der Arbeit noch immer meist per Du angeredet, mas sie sich natürlich im Privatleben sehr entschieden verbitten.( Jd hab' mir doch mit Ihnen nich Brüderschaft jedrunken.") Noch nicht so lange ist es her, als die Anrede Fräulein" nur für Prinzessinnen und hochadlige Damen beansprucht wurde. Bor hundert Jahren, im November 1823, stridh der Preußentönig den Fräuleintitel bei fünfzig bürgerlichen Ehrenjungfrauen für den Einzug der Kronprinzessin in Berlin. Das erste diefer Titelopfer war die Tochter des Oberbürgermeisters Büsching. Die Anreden„ Madame" für Frau und„ Mamfell" für Fräulein, wohl hauptsächlich von der franzöfifchen Kefonte in Berlin übernommen, find ziemlich verschwunden, werden gelegentlich nur noch ironisch gebraucht. Dagegen haben die Revolutionsstürme das schweifmedelnde gnädice Frau“ und„ gnädiges Fräulein"( Latalenseelen müssen auch„ gnädiger Herr fagen) noch nicht hinweggefegt. Insgesamt sind demnach an Ausgaben vorgesehen: 67+189 m. = 256 m. Es wird also nicht mit irgendwelchen Ersparnissen gerechnet. Man ist im Gegenteil froh, daß das Ginkommen gerade Zusammen 15,65 m. für die Beſtreitung der Ausgaben aufgeht. Für jede einzelne Berson stehen im Monat 50 M. zur Verfügung, eine Summe, die noch weit über das hinausaeht, was mancher in voller Beschäftigung stehende Arbeiter zur Verfügung hat, und die dennoch im Hinblick auf das, was dem Menschen zu seinem Unterhalt zuzubilligen ist, viel zu gering ist. Ein Vergleich mit dem im Mai 1922 gezahlten Gehalt ist hier nicht möglich, da, wie bereits angeführt, damals vierteljähr. Ergötzlich ist es, was alles in protenhafter Eitelkett sich so befiche Gehaltszahlungen erfolgten, Ausgaben aber nur für einen titeln lößt, von der spindefdürren Frau Intersteuereinnehmer bis Monat zum Bergleich zur Verfügung stehen. Eine einfache Dritte zu der schwammigen Er- Höferin, die heutzutage zu den Neureichen lung des Geholts ergäbe aber bei der ständiren Verschiebung des Glomertes völlig schiefe Vergleiche. Man darf annehmen, daß sich zählt und bei dem lieblichen Klang der gnädigen Frau" vor Verdas Verhältnis zwischen Ausgabe und Einnahme bei annähernd gnügen glänzt. gleicher Lebensweise nicht sehr geändert hat. " 0,50 • 0,50 1,70 19 Zufammen 5,60 m. Aus der Praxis der Ladendiebe. Die Ausgaben einer Woche betragen also 15.65+5,60 m.= 21.25 M. In einem Monat werden demnach 21,25 x 4' 85 m. Ausgaben sein, die als die nötigsten und unvermeidlichsten zu bezeichnen find. Nur einmal in der Woche tommt Fleisch auf den Mittagstisch. Der Rest von 5,23 m. fann natürlich auch nicht gespart werden. Da muß Leder gekauft werden. damit der Mann Die beiden Beispiele zeigen, welche Unterschiede in der Bezah die Stiefel selbst befohlen fann. Hefte usw. für den lung der Beamten vorhanden sind, Unterschiede, die um so fühlbarer bon 2abenbieben, von der ein Mann hamens Seil jest Knaben, der eine Gemeindeschule besucht, müssen herbeigeschafft werden, je größer die Zahl der Familienangehörigen der unteren werden. Die Wäsche fordert ebenfalls befondere Ausaaben. Für Pulturelle und Unterhaltungszwede, wie Theater, Mufit usw., bleibt nichts übrig. Im Mai 1922 hatte dieser *) Siehe auch Nr. 21 des„ Borwärts". 41 ( Nachdruck durch Malit- Verlag, Berlin.) Der Bürger. Don Leonhard Frank. Nehmen wir an," sagte Herr Philippi, es sei schon von vornherein eine Dummheit gewesen von dem schwindsüchtigen Briefträger mit der großen Familie, seinen Sohn ins Gymnasium zu schicken." „ Wenn Leo Seidel doch gescheit ist!... Postdirektor werden fann! Wer tann's wissen?" " Ganz recht, per tann's wissen. Mancher Dummtopf wird Brofeffor; manch fluger Kopf muß ich eine Kugel in den Kopf fchiezen. So ist das heutzutage. Und so wird es auch noch einige Zeit bleiben. Man muß sich schon überlegen, ob man Hoffnungen wecken soll, denen von vornherein die Armut fchwer im Wege liegt... Da eröffnen sich verschiedenerlei wüste Berspektiven." Ich würde Seidel aber doch helfen, wenn ich Sie wäre. Sie find reich." Alt lächelnd Herr Philippi:" Und ich, ich habe nicht den Mut dazu. Und schwanken zwischen Abweisung und Güte: " Du gehst jetzt nach Hause, verstehst du, nach Hause, und hältst alles aus. Berschwinde!" Die Tante ging selbst zum Briefträger, holte die Weltgefchichte zurüd. Und einen Tag später stand die ganze Begebenheit auf den Gesichtern der Mitschüler. Die Lücke, die Seidel ausgefüllt hatte, war durch Vor rüden ausgefüllt worden. Jetzt trägt er Badsteine an einem Neubau." Karl Lenz machte das Backsteintragen vor, frümmte den Rücken, ähzte. Und so las er Roßballen auf." Adolf Sinsheimer, Sohn eines reihen Kropffabrikanten, tat, als habe er einen Besen in der Hand, und log:„ Ich fah, wie Seidel die Straße fehrte Die frischen Roßbollen fehrte er zusammen." Vorsichtig und ängstlich näherte Jürgen sich dem Gelächter, stimmte ein, ohne zu wissen, weshalb die anderen lachten. " Braucht Seidel zum Samm- In der Roßballen eine Weltgeschichte?" 2 fohen Jürgen erwartungsvoll an, hielten das Lachen no vurid. Da erlachte Jügen sich die Ahtung seiner Mitschüler: " Zum Rozballensammeln braucht man, weiß Gott, feine Weltgeschichte." Sie waren zufrieden, nahmen ihn auf. Jürgen sagte noch: " Bu Hause bei ihm Er hielt sich die Nase zu. Und jegt dazu noch Roßballen!" Alle hielten sich die Nase zu. Plößlich wich aller Druck von ihm, bei dem Gefühle, " Beamten ist. Gerade sie beantworten, genau so wie der übergroße Teil der Arbeiterschaft, die Frage nach dem, was eigentlich besser geworden ist, mit einem müden Achselzuden: Sie haben damals tämpfen müssen, sie müssen es auch heute. Nur die Festigkeit der Geldverhältnisse ermedt einen leisen Hoffnungsschimmer. nicht mehr allein zu stehen. Und Jürgen nahm sich vor, von nun an immer und in allem so zu sein, wie die anderen. Das würde das Leben leicht machen. Am nächsten Morgen saß Leo Seidel wieder an seinem Blaze, in einem neuen Anzug, das Gesicht verschlossen. Warum, warum habe ich das getan!" Jürgens Körper bewegte sich selbsttätig nach Hause, ins Wohnzimmer. Mit gefalimten Raufzette In arbeitet eine Gesellschaft feftaenommen wurde. Pier Männer und ein Mädchen kauften zunächst eine leinigkeit, um sich einen Schein mit dem Bermerk bezahlt bann einen Abzug. fauften nun die teuersten Sachen, bersahen die zu verschaffen. Von diefem Stempel bezahlt" machten fie fich Bettel mit dem gefälschten Stempel und erbielten fo die wertbollen Waren ohne Geld Durch die Aufmerksamkeit einer Dame des Weberwachungsdienstes aur Bekämpfung der Ladendiebstäble Jürgen flüchtete aus dem immer schwerer werdenden Drude der Einsamkeit wiederholt zu seinen Mitschülern und, vor Efel, sich selbst angebiedert zu haben, immer wieder zu sich selbst zurück und wieder zu den Mitschülern. Schloß sich endlich enger an dem Sohne des Knopffabrikanten an, zu dem ihn anfangs der gemeinsame Haß gegen die Mathematikstunde hingezogen hatte und später feine immer stärker wer dende Bewunderung von Adolf Sinzheimers Fähigkeit, außer halb der Schule wie ein Erwachsener ohne Schwierigkeit mit dem Leben fertig zu werden. „ Erft lies mir aus der Zeitung vor! Dann gehst du an deine Schularbeiten." Die Tante stichte weiter am Stramin tischläufer. An Gottes Segen ist alles gelegen". Mit dem Schnabel hielt diese von Rosengirlanden durchzogene WortWenn du eine Geliebte hast, ist das noch gar nichts; fette ein Bapagei, der noch unfertig in der Mitte jaß. wenn du aber eine Beliebte hast und zu ihr sagen fannst: Der Satz im Reichstag sei wieder ein Antrag zur Ein- Heute nacht, meine Liebe, bin ich verhindert, tut mir leid, der führung einer hohen Vermögenssteuer gestellt wordenfam Klub geht denn doch vor- dann erst bist du ein Mann, automatisch aus Jürgens Mund. Ich allein habe zu Seidel gewissermaßen. Bedauerlicherweise jedoch wird man in den gehalten, habe mit Herrn Philippi gesprochen. Jetzt darf er Klub junger Kaufleute erst nach dem Abiturienteneramen aufdas Gymnaſium weiter besuchen. Ich! Ich habe das ver- genommen. Ich werde dir das Klubhaus zeigen. Livrierte anlaßt. Hilfe! Ich!" an. " " " Jawohl, Jürgen ist der Beste von euch allen. Hat zu mir gehalten. Der hat Mut. Hat mich gerettet. Ihr habt mich verraten." „ Und ich?.. Ich auch!" Jürgen fah die Tante irr Wie schrecklich!" Das ist ja einftweilen nur ein Antrag. Lies weiter! Zuerst die Todesanzeigen!" Man muß gut sein So lange gut sein, bis man etwas Schlechtes gar nicht mehr zu tun vermag." ,, Merke dir das," sagte die Tante und zog dem Papagei einen grünen Faden durch das Auge. Alle Todesanzeigen!" Bes " Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen. halb hat Herr Philippi mir nicht gefagt, daß er Seidel helfen werde. Dann wäre ich vielleicht nicht so furchtbar gemein gewesen... Jezt ist alles verloren." " Jürgen bemerkte nicht, daß die Tante vom Dienstmädchen gerufen worden war. " Diener natürlich!" Wenn man aber gar nicht Raufmann wird?" " Dann ist man ein Efel, heutzutage Sag mal, aber ehrlich, wie oft warst du schon frank?" " Dreimal: Scharlach, Masern und Halsentzündung." " Du bist ein Säugling, gewissermaßen. Die elegante Männerfrankheit, wie oft du die gehabt hast!" Bielleicht habe ich sie schon sehr oft gehabt; ich weiß nur nicht, was du meinst." Sie waren vor dem Klubhause angelangt. Klaviergepaute und Refraingefang flangen durch das beleuchtete, offene Fenster herunter. Adolf sang gleich mit: „ Es haben zwei ne ganze Nacht Bufammen in einem Bett verbracht. Was ham se wohl gemacht?" Das vereinzelte, noch unterdrückte Lachen, das plötzlich Er überschrie noch eine Weile feine qualvolle Ohnmacht zum Sturm anwuchs, galt dem Vortragenden, der auf dem mit den Worten:„ Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen..", Podium stand und wortlos demonstrierte, was die beiden geblickte die Nadel an, die im Papageienauge steckte, den Faden, macht haben. der lang und grün herunterhing, umflammerte in Gedanken mit beiden Händen ein Messer und drückte es langfam in seine Bruſt. „ Es geht doch nichts über luftige junge Leute," sagte zu feiner verschwizten, verstaubten Frau ein ziegenbärtiger, mit Waldlaub geschmückter Sonntagsausflügler und schob den Kinderwagen weiter. Entwurzelt taumelte er beim Unterricht mit, mußte schon nach einigen Wochen Leo Seidel weichen, der sich bald zum Primus in die Höhe arbeitete und, da er vor chtig und schwer angreifbar strebte, von der ganzen Klaffe gefürchtet wurde. se mohl gemacht?" Wer sein eigentlicher Retter war, erfuhr Seidel nie. Auch dann nicht, als er sich eines Tages mit der ganzen Klasse gegen zündung?" Jürgen verband und von der Weltgeschichte sprach, die er bei sich zu Hause absolut nicht finden könne. Oben fang der junge Kaufmann mit speciger Stimme. Das Klaviergepaute trug den Refrain herunter: Was ham " Kalte Umschläge, meinst du, was, gegen die Halsent .Bei Nacht und auch bei Licht ( Fortsetzung folgt.) tourde ein Mitglied der Bande unschädlich gemacht. Ein großer Einbruch wurde in der Nacht auf dem Grundstück Wallstraße 11-12 verübt. Unbekannte Verbrecher drangen durch eine Band in die Gemeinnützige Arbeit" der Erwerbslosen. Gelegenheit macht Diebe. Konferenz der Gewerkschaftsvorstände. Achtung, Genoffinnen! Alle Funktionärinnen halten sich Freitag, den 25. Sa nuar, für eine große allgemeine Funktionärinnenkonferenz, die sich mit den kommenden Wahlen beschäftigen wird, frei. 3. Kreis Webbing. Bildungsausschuß: Sonntag früh 10 Uhr Sigung an bekannter Stelle. 3. Kreis Friedrichshain. Montag abend 7 Uhr bei Wittschuß, Petersburger Str. 5, engere Kreisvorstandsjigung mit den Abteilungsführern. 14. Kreis Neukölln. Abteilungsleiter: Montag, den 21. Januar, 6 Uhr, im Parteibureau Besprechung. Fraktionsfigung: Montag 7 Uhr im Nat. haus, Gaal 1. 20. Krcis Reinidendorf. Montag, den 21. Januar, abends 6 Uhr, im Kleinen Gigungsfaal des Rathauses Bittenau, Sigung des erweiterten Kreisvor standes. Jede Abteilung muß vertreten fein. 4. Areis Prenzlauer Berg. Dienstag, den 22. Januar, abends 6½ Uhr, in der Schulaula Senefelderstr. 6, Kreisvertreterversammlung. Tagesordnung: Wahl des Kreisvorstandes. 7. Kreis Charlottenburg. Am Dienstag abend 18 Uhr erweiterte Borstands. figung an bekannter Stelle. 40. Kreis Zehlendorf. Dienstag, den 22. Januar, 8 Uhr, Areisvorstands13. Reis Tempelhof- Mariendorf. Dienstag, den 22. Januar, 7½ Uhr, Frek sigung bei Schilling, Dahlem, Rönigin- Luise- Str. 42. tionssigung mit den Bürgerdeputierten und der Kommunalen Kommission im Rathaus Mariendorf, Simmer 26. Ortsgruppe Berlin. Die Mitgliederversammlung findet diesmal aus. nahmsweise erst am Donnerstag, den 24. Januar, 6% Uhr, im Stadthaus statt. Blusenfabrik von Zielmann und Jakobsobn ein und stablen für Das Problem der Arbeitslosigkeit und die Spezialfragen der 30 000 Goldmart jeidene Kleider, Blusen usw. Mitteilungen Pflichtarbeit und der Notstandsarbeiten stand in einer Konferenz zur Aufklärung an Kriminalinipettor Hoppe im Zimmer 93 des der Berliner Gewertschaftsvorstände zur Erörterung. Polizeipräsidiums, Hausanruf 482. In einleitenden Ausführungen vertrat Siegle den Standpunkt, daß von den Erwerbslosen eine Pflichtarbeit verlangt werden kann, wenn diese die Erwerbslosenunterstützung in Anspruch nehmen. Gegenüber den laut gewordenen Protesten über die Art, wie diese Ein Mädchen von 18 Jahren und nicht unsympathischem Arbeit verlangt und angeordnet wird, ist festzustellen, daß auf das Aeußeren ist des Diebstahls angelagt. Bei zwei Freundinnen war Drängen der Gewerkschaftsvertreter hin, das Reichssie zum Besuch. Mon sprach über die Teuerung und beriet, was arbeitsministerium Aenderungen dahingehend plant, daß neben man etwa für zwei Millionen Mark( damals hatten jie noch einigen einer herabsehung der Anzahl der PflichtarbeitsWert) kaufen könne. Die zwei Millionen gehörten einer der Freun- stunden, eine Erhöhung des prozentualen 3u dinnen und lagen in einem Täsch then auf dem Tische. Als schlages zur Unterſtügung angeordnet werden soll. Ueber den die beiden Freundinnen vom Zimmer in die Küche gegangen waren, Begriff Gemeinnüßige Arbeit" gehen die Definitionen verabschiedete sich die Angeklagte sehr eilig. Gleichzeitig war auch die stark auseinander; gesagt muß aber werden, daß Arbeiter an Pri- Arbeitsgemeinschaft ſozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands, Geldtasche verschwunden. Wenn man nicht an ein geheimnisvolles patunternehmer lediglich als Pflichtarbeiter nicht vermittelt Eingreifen übernatürlicher Kräfte glauben will, dann kann nur die werden dürfen. Neben der Bezahlungsregelung für Ar Angeklagte Geld und Tasche mitgenommen haben. Aber sie leugnet beitsleistungen über die Pflichtarbeit hinaus, über deren Dauer und mit einer Hartnädigkeit, als habe sie das beste Gewissen von der noch viele andere einschlägige Fragen, ist ständig mit den zuWelt und doch ist ihre Schuld flar e- wiejen. Das ist nichts Seltenes: ständigen Behörden verhandelt worden. Zusammenfassend meinte Eine günstige Gelegenheit ist die Ursache eines Fehltritts, der, wenn der Redner, die Forderungen der Gewerkschaften könnten präfiziert eingestanden, leicht wieder gutgemacht werden könnte. Doch die werden in einer Herabsetzung der wöchentlichen Pflichtarbeitsstunden Scheu vor dem Eingeständnis einer kleinen Schuld führt oft zur auf ein erträgliches Maß und einer Erhöhung der Extravergütigrößeren Schuld der Lüge, und in weiterer Folge vielleicht zur Be- gungen für Notstandsarbeiten von längerer Dauer dergestalt, daß einflussung von Zeugen, zu Meineid. Man darf hier als sicher an- die Tariflöhne beinahe erreicht werden tönnen. nehmen, daß die Achtzehnjährige sich in der ihr zugebilligten Be Der Vertreter des ADGB., Genosse Spliedt, ging ausführlich auf währungsfrist gut hält, so daß sie die Gefängnisstrafe von das ganze Arbeitslosenproblem ein. Er bezeichnete den fich ergebenzwei Tagen nicht abzufigen braucht. den Fragenkompler als äußerst schwierig und schilderte im weiteren Verlauf seiner Darlegungen eingehend die Verhandlungen Im Winkel eines Hofes liegt ein altes Eisenrad, das einst und Besprechungen der Vertreter der Spizenorganisationen im Bestandteil einer Karre war. Da lag es vielleicht schon lange, als Reichsarbeitsministerium und beim Landesarbeitsamt. Die Aen dewertloser Gegenstand unbeachtet. Da wurde es plöglich zum Wert- rungen der Verordnung über die Arbeitspflicht stehen furz gegenstand für einen jungen Mann, der mit zwei Freunden einen vor der Veröffentlichung. Soweit sie schon befannt sind, Ausflug machen wollte, aber fein Geld hatte. Einer der Freunde können sie kaum unsere Zustimmung erhalten. Abteilungsmietervertreter. Am Mittwoch, den 30. Januar, spricht Gen. Lüdemann über Wohnungsnot und Bauwirtschaft". Lokal wird noch mitge teilt. Die Abteilungsleiter weisen bei den Mitgliederversammlungen und Fraktionskonferenz auf diese Beranstaltung hin. Mitglieder als Gäfte willkommen. 12. Rreis teglis, Lichterfelde, Lankwig. Der Beamtenobmann des Kreises, Gen. Karl Zwörnee, Güdende, Potsdamer Str. 16, braucht bis zum 26. Januar die Adressen sämtlicher Beamtenmitglieder des Kreises. Die Abteilungsleiter werden um pünktliche Erledigung gebeten. Heufe, Sonntag, den 20. Januar: 19. Abt. Seute vormittag 10% Uhr zusammenkunft sämtlicher Funtionäre in der Spedition von Fischer, Bastianstr. 7. Die neugewählten Betriebs. vertrauensleute müssen teilnehmen. 125. Abt. Weißensee. Bormittags 10 Uhr treffen sich die Bezirksführer im be taunten Lokal. Erscheinen Pflicht. Morgen, Montag, den 21. Januar: 7. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei. Bärwalde, Schlegelstr. 8. 8. Abt. 7% Uhr Funktionärsizung bei Ridert, Steinmetstr. 36a. 12. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Schmidt, Wiclefstr. 17. Stellungnahme zur Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Dose, Nordhafen 6. 20. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Ziegler, Roloni: str. 113. 23. Abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Lewandowski, Geeftr. 104. 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Sigung der Bezirksführer und Delegierten zur Kreisversammlung. 31. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Wich tige Tagesordnung. 42. Abt. 7% Uhr Funktionärsihung bei Biersdorff, Urbanftr. 6. gab den Rat, das Rad zu verkaufen, der zweite vertaufte es In der anschließenden Aussprache wurden von mehreren beim Tröbler und der dritte besorgte zu diesem Zwed ein auf Organisationsvertretern schmere Mißstände bei der Zueinen fremden Namen lautendes Legitimationspapier. weisung von Pflichtarbeit zur Sprache gebracht. Während besonders Nach kurzer Zeit war die Sache herausgekommen. Die drei Freunde von den Bauberufen die gänzliche Abschaffung der Arbeitskauften das Rab zurück und stellten es dem Eigentümer verpflichtung verlangt wurde, forderte 3isfa vom Metallarbeiterwieder zu. Damit hätte die Angelegenheit als ein Jugendftreich, verband eine Unterteilung in Notstandsarbeiten, für der niemanden geschädigt hat, erledigt sein können. Aber Leute, die die eine angemessene Bezahlung zu fordern sei, und Pflicht immer ihre Freude daran haben, menn fie einen Mitmenschen vor arbeit, die als Gegenleistung für erhaltene Erwerbslosenunterden Kabi bringen fönnen, forgten dafür, daß die Rechtsverlegung stügung verlangt werden müsse. Als Ergebnis der Aussprache stellte gefühnt werde. Die drei Freunde mußten sich vor Gericht verant- Sabath fest, daß im Brinzip eine Pflichtarbeitsleistung nicht abworten, fie gaben den Hergang unumwunden zu. Zwei von ihnen gelehnt werden fönne. Arbeiten, die darüber hinaus verlangt werden, wurden zu je 5, der dritte zu 3 Goldmart Strafe verurteilt. dürfen weder in der Art, noch in der Bezahlung zur Kenfurrenz für Tarifvollarbeiter werden. Von den parteinenössischen Bertretern bei den Behörden und in den Stadtverwaltungen wird verlangt, daß sie ihren Einfluß im Sinne dieser Forderungen geltend Neukölln. 89. Abt. 7 Uhr Borstands, und Funktionärsikung Schule Kaifer. machen. * Einem arbeitslofen Schuhmacher waren die Mittel zum Lebensunterhalt ausgegangen. Im Wohnraum seiner Zimmerwirtin sah er einen Ring und andere Schmudsachen von nicht sehr großem Wert unverschlossen liegen. Er konnte der Bersuchung nicht widerstehen, sich die Sachen anzueignen, zu Geld zu machen und seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Vor Gericht versicherte Der Angeklagte, daß er der Bestohlenen den Schaden erseyen wolle, so bald er wieder Arbeit habe. Er wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt unter Bubilligung einer Bewährungsfrist unter der Bedingung, daß er die Bestohlene entschädigt. Die verräterische Handschrift. Ein Berliner Mörder in Frankfurt a. M. verhaftet. Ein Raubmord an einem Gutsläufer, über den wir seinerzeit berichteten, ist allem Anschein nach jetzt aufgeklärt. Er liegt schon drei Jahre zurück und erregte damals in Verbindung mit anderen Berbrechen dieser Art großes Aufsehen. ,, Arbeiter- Bildung" und Kinderfreundearbeit. • 47. Abt. Die Funktionärkonferens fällt aus. Die Bezirksführer Taden zue Mitgliederversammlung am Mittwoch ein, in der Gen. Wilhelm HoffM. d. R., über Die Ursachen der mann- Schmargendorf, Arisen sprechen wird. Krumme Str. 47. 57. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Funktionärkonferens bei Rapschinsky, 81. Abt. Friedenau. Mit Rildficht auf die am Mittwoch stattfindende wichtige Mitgliederversammlung fällt der heutige Bortrag in Sozialistischen Ge minar aus. Friedrich- Str. 4. Wichtige Tagesordnung. 90. Abt. 7 Uhr Funktionäre 94. Abt. 7 Uhr Funktionär verfammilung Berufsschule Donaustr. 120. sigung bei March, Schillerpromenade 39. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr Versammlung aller Reichs, Staats- und Kommunal beamten und Angestellten im Rinderhort der Schule Wildenbruchstr. Bottrag über Beamtenfragen". Bahl eines Beamtenwerbeausschusses. 125. Abt. Brißensee. 7 Uhr im Rathaus, Simmer 21, Borstandssigung. Jungsozialisten. 7 Uhr Arbeitsausschußigung im Landtag, Bimmer 28. Frauenveranstaltungen am Montag, den 21. Januar: 1. Areis Berlin- Mitte. Pünktlich 7½ Uhr Ronferenz aller Funktionärinnen und Helferinnen des Kreises im Jugendheim, Dr. Neumanns Kinderhaus, Blumenftr. 97 v. p. Tagesordnung: 1. Die kommenden Wahlen. 2. Be richt über die Arbeit. 3. Berschiedenes. Die Konferenz mußte wieder. holt wegen schlechten Besuches vertagt werden, wir appellieren eindring lichst an das Pflichtgefühl der Genoffinnen. 2. Kreis Ziergarten. 7% Uhr bei Berger, Jagow, Ede Levegowstr. Bortrag der Genoffin Sanna, M. d. L. 17. st. 7% Uhr im Blättladen Sprengelfte. 39. Thema: Die materialistische Geschichtsauffaffung." Referent Genosse Briniger. 32. unb 38. Abt. 7 Uhr Schule Langeitt. 31, Simmer 55. Bortrag der Ges noffin Bohm- Schuch über: Rameradschaft in der Erziehung." und 48. bt. 7 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Thema: Sozialistische Erziehungsfragen. Referent Genosse Miethke. 40. Abt. 716 Uhr bei Liebert, Hornstr. 4. Thema: Die Rinderfreundebewegung." Referent Genoffe Sabath. 8immer ist geheizt, Gäste will tommen. 44./45. Abt. 7% Uhr im Lokal Rum Heinen Rollfrug", Laufiger Str. 46. Bortrag der Genoffin Martha Hoppe. Eine Breßkohle mitbringen. 128. bis 130. bt. Pankow. 7% Uhr im Lokal Berliner, Ede Raiser- FriedrichStraße. Vortrag des Genossen Albert Horlig über: Die materielle Ge fchichtsauffassung." Uebermorgen, Dienstag, den 22. Januar: 41. Abt. 8 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5. Sigung der Abteilungsleitung mit den Gruppenleitern. Bon der unter dem Titel Arbeiter Bildung" vom Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit herausgegebene Schriftenfolge ist soeben eine neue Rummer( 7) erschienen. Sie beschäftigt fich mit der Kinderfreundearbeit und enthält eine Reihe wertvoller Auffäße über die wichtigsten Aufgabengebiete der Kinderfreunde, u. a. Dr. Löwenstein: Die Erziehungsaufgaben der Arbeiterflaffe; Beimann: Die Organisation der Kinderfreunde; Dr. Hodann: Helferausbildung; Herbst: Turnen und Spielen im Freien; Irma Eppstein: Kinderfeste und Handfertigkeitsabende; Prof. Jöde: Die Erweckung des Liedes in Kindergruppen; Sfala: Unsere Wanderungen; Bhilippion: Vorlesen und Aussprache; Stadtrat Schneider: Kinderfreunde und Jugendämter. Außerdem enthält das Heft die Richtlinien für die Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, so: wie eine Aufstellung der geeigneten für die Kindererziehungsarbeit 39. Ein Landwirt Gröschte aus Lübben suchte im Februar 1921 in Betracht kommenden Literatur. Das Heft ist für alle auf durch eine Zeitungsanzeige ein ländliches Anwesen in der Nähe dem Gebiet des Erziehungswesens und der Kulturarbeit tätigen Geeiner Stadt zu kaufen. Am 27. Februar erhielt er von einem an- nossen wertvoll und gegen Boreinienduma no 95 fann oder geblichen Mar Lehmann einen Brief, der ihm sein Anwesen unter Nachnahme dieses Betrages durch den Reichsausschuß für foin der Nähe von Müggendorf bei 3offen unter günstigen Bedin- zialistische Bildungsarbeit( R. Weimann), Berlin SW. 68, Linden gungen anbot. Gröschte traf sich mit Lehmann" zu einer Be- ftraße 3, zu beziehen. Interessenten, die die regelmäßige Zusendung prechung in einem Hotel am Anhalter Bahnhof. Diefer erzählte der Arbeiter Bildung" wünschen, wollen dies an die gleiche Adreffe ihm, er wolle verlaufen, weil er schleunigst Geld brauche, mitteilen. im feine Frau zu suchen, die mit einem anderen Manne durchgebrannt sei. Nach schriftlicher Benachrichtigung„ Lehmanns", der die Die Trauerfeier für den verstorbenen Bürgermeiffer, Genoffen Korrespondenz postlagernd auf dem Postamt 16 in der Köpenider Ritter, findet am Montag, den 21. Januar, mittage 12 Uhr, Straße, auf dem er auch seinen Brief mit dem Angebot aufgegeben im Stadthaus statt. An der Wahre wird außer dem Ober hatte, erhielt, fuhr Gröschte am 1. März morgens nach Berlin ab. bürgermeister Bög der neue Stadtverordnetenvorsteher Ge Nach kurzem Aufenthalt in Kersdorf bei Briesen traf er sich mit noise as sprechen. Nach Beendigung der Feier wird sich der 17., dem Verkäufer vor dem Anhalter Bahnhof und beide fuhren Trauerzug nach dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde bewegen. noch am Nachmittag riach Neuhoff bei 3offen. Seitdem war Gröschte verschwunden, bis er zwischen Neuhof und Mückendorf,„ Der gefällige Bezirksvorsteher". Zu diesem von etwas abseits vom Wege, unter einem Reisighausen ermordet einer Berliner Gerichtsforrespondenz entnommenen Bericht in und beraubt wiedergefunden wurde. Der Mörder hatte ihm der Nr. 23 des Blattes wird uns von den als Zeugen vernommenen hinterrüds mit einem stilettartigen Werkzeug mehrere föbliche Arbeitskollegen des verurteilten Bezirksvorstehers mitgeteilt, daß sie Stiche beigebracht, und die goldene Uhr mit Kette, die Brieftasche keineswegs den Betreffenden das Amt des Bezirksvorstehers mißund anderes geraubt. Am 2. März mittags erhielt Frau Gröschte gönnten und daß sie auch nicht etwa aus diesem Grunde versucht Mark Anzahlung auszuzahlen. Gruß Walter Gröschke." Redensarten des Betreffenden wollte man ihn eben einmal auf die Bier Stunden später erschien bei ihr der angebliche Lehmann, um Brobe stellen. Der Staatsanwalt hatte zwar drei Monate Gedas Geld abzuholen. Er übernachtete im Hotel zur Eisenbahn" in Lübben, erhob am nächsten Tage dort auf der Laufiger Bant das Geld und verschwand. Das Telegramm hatte der Mörder aufgegeben.. Eine Bergleichung der Handschriften der Briefe ergab, daß man es in allen diesen Fällen mit dem gleichen Verbrecher zu tun hatte. In einem dieser Angebote hatte sich der Verkäufer Hans Berg" genannt. Die Berliner Kriminalpolizei hatte auch die auswärtigen Behörden mit ausführlichen Nachrichten über das Verbrechen versehen. Auf Grund dieser Ausschreiben wurde jetzt in Frankfurt am Main ein Mann verhaftet, der sich für einen am 6. April 1887 in Malchow geborenen Stallschweizer Hans Berg ausgab. Er wurde festgestellt als ein Schweizer Paul Bell, der am 17. Juni 1889 in Schwerin geboren ist. Seine Hand: schrift stimmt mit der der erwähnten Briefe und Angebote überein. Der Verhaftete wird nach Berlin gebracht und der hiesigen Kriminalpolizei vorgeführt.. uns Frauenversammlungen am Dienstag, den 22. Januar: 21., 22. unb 23. Abt. 7½ lhe Borwättefpedition Utrechter Straße. Lagesordnung: wei Frauengestalten." Referent Gen, Dr. Schütte. 78. unb 79. Abt. Schöneberg. 7½ Uhr bei Groß, Gedanstr. 17. Referent Gen. Wieloch. Erscheine Pflicht. * 54. Abt. Charlottenburg. Mittwoch, den 23. Januar, 7% Uhr, im Jugendheim, Rofinenftr. 3/4, Abteilungsversammlung. Tagesordnung: 1. Die tommen 2. Stellung den Reichstagswahlen. Referent Gen. Rutiner, M. d. 2. nahme zum Barteitag. Die Gruppen- und Bezirksführer laden ein. Jeder hat 1 Brikett mitzubringen. ein Telegramm:„ But Müggendorf gekauft, bitte Lehmann 15000 haben, ihn„ reinzulegen". Nach den großsprecherischen, prahlerischen Zusammenfünfte der erwerbslosen Mitglieder der BSPD. Berlin Montag, den 21. Januar, nachmittags 2 bis 4 Uhr: fängnis beantragt, das Gericht aber auf 10 Goldmar? Geldstrafe er- 1. Rreis mitte. Elfaffer Str. 86/88( Fahrstuhlaufgang 2 Tr.). Lokal Cinfiebler", Jokannt. Diese Geldstrafe mag niedrig erscheinen, ist und bleibt aber Ober- Rieberschöneweibe, Johannisthal, Ablershof. hannisthal am Bahnhof. eine gerichtsnotorische Strafe. Damit ist aber auch bewiesen, daß er Dienstag, den 22. Januar, nachmittags 2 bis 4 Uhr: die für die Bekleidung eines öffentlichen Amtes notwendige Festig2. Kreis Tiergarten. Jm ,, Artushof". Berleberger Str. 26. feit des Charakters nicht besitzt. 3. Kreis Bebbing. Schulaula Pant-, Ede Wiesenstraße. Eine Küche für Arbeitslose in Pankow. Das Das Rose- Theater brachte Gerhart Hauptmanns unverwüstliche Im Theater war Diebeskomödie" Der Biberpela" heraus. jeder Blazz besetzt, das ist eine erfreuliche Tatsache, die man heute. im Zeitalter der Kinos, gerne und unterstreichend feſtſtellt. Bublifum folgte gespannt. Es hatte seine helle Freude an dem glänzenden Spiel der Charlotte Todan, die eine ganz tadellose Mutter Wolff mar. Alle anderen Darstellungen gaben in den durch weg dankbaren Rollen ihr Bestes, und der herzliche Beifall war redlich verdient. Karl Heines Regie schuf ansprechende Bühnen. bilder, ebenso verstand er es, die Situationsfomit stets geschmackvoll und höchst belustigend auszunuzen. Einem Darstellerensemble, das Liebe zu seiner Sache hat, aber muß in hohem Maße Freude machen und Befriedigung geben, vor einem solch dankbarem, voll genießendem Bublifum zu spielen. Die österreichische Freundeshilfe eröffnet, dan? der Initiative der Frau Dr. Schwarzwald, Donnerstag Hallo! Wir leben noch!" Unter diefem Titel veranstaltete der Rheinmittag 12 Uhr in Pankow, Nordbahnstraße, ihre erste Stüche für länder& uit av Jacoby am Freitag im Meistersaal wieder einen luftigen Arbeitslose. Die neue Küche ist mit Unterstützung des Berliner Abend. Gingerabmt von flassischen und.batriotischen Borträgen, eritere Komitees in gleicher Weise ausgestattet worden, wie die Schloß fiegen Sacobh nicht, lettere sind von der harmlosen Seite, bringt Jacoby Bemerkenswert ist die Beherrschung der küche und der erzteklub in der Surfürstenstraße. Der Notleidende eine Fülle ergößlicher Sachen. foll nicht das Gefühl haben, abgespeist zu werden mit einem verschiedenen deutschen Mundarten. Alles in allem: ein luftiger Abend. Schlangenfraß, er soll ein ordentliches Eisen erhalten. Und das Prof. Liepmann- Hamburg, der befannte Gefängnisreformer, spricht am Lokal foll ihm einen angenehmen Aufenthalt bieten: es ist in weiß und rot ausgemalt, Blumenschmud erfreut das Auge, Bilder von Käthe Kollwig und anderen Künstlern laden zum Betrachten ein. Kurz. der Besucher wird den Eindrud empfangen, Mensch unter Menschen zu sein und sich hier wohl fühlen. Das Antisemitenheim, Man schreibt uns: Ich suchte fürzlich eine jener Wohltätigkeitsanstalten auf, die unsere fürsorgliche Stadt zur Erhaltung des Wohlbefindens ihrer männlichen Einwohner er. richtet hat und die so nett dazu auffordert, gewisse Schicklichkeiten nicht zu vergessen. Das runde Häuschen war schon recht reparaturbedürftig, anrüchig und mit allerlei Inschriften mehr oder minder erotischen Inhalts geschmückt". Dazwischen prangten Hafentreuze und an einer Stelle war in großer Schrift mit Kreide die martige Darunter in anderer Aufforderung Juden raus!" zu lesen. Schrift mit bestimmten Zügen: Antisemiten hierbleiben!" Montag, 4. Februar, 7, Ubr, auf Einladung der Duäter im Kriminalisti fchen Enftitut der Universität, Ditflügel, Raum 104, I. Etage, über: Die pädagogische Arbeit im Hamburger Jugendgefängnis und ihre Hindernisse". Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, 3%, Uhr nachmittags, in der Philharmonie, 4. efttonzert( Stammermusit). Das Klingler Quartett. Zuschlag bro Person 60 Pf. Einzelfarten zum Preise von m am Eingang des Saales. Groß- Berliner Parteinachrichten. Boranzeige. Freitag, 25. Januar, findet in den Sophienfälen, Gophienstraße, die zweite öffentliche Beamtenversammlung statt. Hand zettel hierzu für alle Kreife and Abteilungen am Dienstag, 22. Januar, im Bureau abzuholen( 3inimer 7). 4. Kreis Prenzlauer Berg. Brauerei Friedrichshain, fleiner Saal. 5. Kreis Friebrichshain. Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a( unt. Saal). 6. Kreis Kreuzberg. Jugendheim, Lindenstr. 3. Bilmersdorf. Bieper, Dolſteinische oth. ft.. Tempelhof- Mariendorf. In Tempelhof bei Buse, Kaiser- Wilhelm., Ede Werderstraße. Rentolla. beni- Rafino, Beichfelftr. 8. Treptow- Baumschul- nweg. Schule Bildenbruchstraße in Treptow, Simmer 6. Sichtenberg. Lokal Lempel, Gubrunſtr. 7. halle Geebab, Reinidendorf- Oft, Residenzstr. 49. Reinickendorf. Bolkshaus, Reinidendorf- Beft, Scharnweberstr. 14, und JugendSn allen Räumen liegt der Vorwärts" aus, ebenso weitere Parteizeitungen aus dem Reiche. Sämtliche Lotalitäten find geheizt. Der Bezirksvorstand. gliedsbuch der Partei kein Zutritt. Ohne Mit Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 42. Abt. Am 14. Januar verstarb unsere langjährige Genoffin Alara Bien, Mittenwalder Str. 61. Die Einäfcherung findet am Dienstag, den 22. Januar, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um zahlreiche Beteiligung der Genoffen wird gebeten. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Berband sozialistischer Abstinenten, Ortsgruppe Lichtenberg. Montag, ben 21., abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Jugendheim, Barbane 10. Typographia", Gesangverein Berliner Buchbruder und Schriftgießer. Montag, 21. Januar, mittags pünktlich 12 Uhr, Stabthalle. Alofterstraße. Mitwirtung: Beerbigungsfeier Bürgermeister A. Ritter. Anschließend: Be ftattung auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelbe. Straßenbahnwagen nach bort stehen bereit. Das Erscheinen der Sänger ist Ehrenfache. Unkosten, Arbeitszeitversäumnisse werden vergütet. Der Borstand. Der Arbeiter- Stenographen- Berein Stolze- Schrey hat mit feinen Anfängerfurfen begonnen, macht aber noch besonders darauf aufmerksam, daß Anmeldungen am 2. Abend noch erfolgen fönnen, und zwar: Neu! 81In: Montag, 21. Januar, abends 7-9 Uhr, im Realgymnasium, Raiser- Friedrich Straße 209/210; Norden: Dienstag, 22. Januar, abends 7-9 Uhr, in ber Schule Schulftr. 99; 2ichtenberg: Montag, al. Januar, abends 7% bis 9 Uhr, in her Schule Scharnweberstraße; Mariendorf: Donners tag, 24. Januar, abends 8-10 Uhr, im Jugendheim, Dorfstr. 7. Often: Rann noch nicht eröffnet werden, da die Schule geschlossen. Mittellung erfolgt später. Das Rurfusgeld einschl. Lehrmittel mußte infolge Schulgelderhöhung auf 5. für Erwachsene un 4 M. für Jugendliche unter 18 Jahren festgesett werben. Erwerbslose haben 1 M. Ermäßigung. Betriebskrankenkaffe ber Stadt Berlin. Montag, 28. Januar, 5 Uhr, im Rathaufe Ausschussigung. Unerwartet traf uns die bestürzende und in tiefe Trauer versetzende Nachricht von dem plötzlichen Ableben unseres treuen Kollegen Adolf Ritter. Unsere Organisation verliert in dem leider allzu früh Heimgegangenen einen unermüdlichen Vorkämpfer. Nicht nur während seiner umsichtigen und erfolgreichen Tätigkeit als Vorsitzender unserer Berliner Filiale, der er von 1898-1905 vorstand, fanden wir in ihm einen vorbildlichen Förderer unserer Bewegung, noch bis vor wenigen Jahren, als seine hervorragende Arbeitskraft schon von der allgemeinen Arbeiterbewegung in Anspruch genommen war, konnten wir uns seiner treuen Mitarbeit und kenntnisreichen und klugen Beratung in der Organisationsleitung erfreuen. Wir werden seiner stets in dankbarer Erinnerung gedenken. Deutscher Bekleidungsarbeiter- Verband. Die Zentralleitung und Filialleitung Berlin. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. Januar, mittags 12 Uhr von der Stadthalle, Klosterstr., aus statt. Plötzlich und unerwartet entschliefen Eltern unsere lieben 42/20 Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Bauanschläger Achtung! Montag, 21. Januar, nachm. 5 Ahr, Verbandshause( Sigungssaal) 83 85: tm Grosste Spez- Fabrik S Bettwäsche Innungskrankenkassed. Tischler- Innung] zu Berlin Einladung zur ordentlichen Ausschußfikung der Bertreter der Raffenmitglieder und der Innungsmitglieder am 31 Januar 1924, abds.6 Uhr, im Holzarbeiter- Berbandshaus, Stungeftr. 30. Seitfl part, im Sigungssaal. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2 Beschlußfassung über den vom Vorstand aufgestellten Boranschlag für das Jahr 1924 3. Wahl des Rechnungsausschusses zur Prü tung der Jahresrechnung 1923. 4. Bericht über den Streit der Raffenärzte. 5 Ver 101/7 Der Borstand. Otto Gronan, Borfigend. W. Lindemann, Schriftfüh. Ordentl. Generalversammlung der Kranken- u. Begräbniskasse d. Seifensieder Diese Woche wieder belapleilose Angebote! Nach wie vor ist schiedenes Großer Umsatz- kleiner Nutzen. unser Geschäftsprinzip Demgemäß sind unsere Preise! Es lohnt sich, die nachstehenden Angebote genau zu studieren und sich von der Gute unserer Waren zu überzeugen. Einige Beispiele unserer Leistungsfähigkeit: Unser Renommee bürgt für beste Bedienung! Deckbettbezüge aus pa. Linon- Renforcé 4,90, 6.75, 8.55 10.00 Kissen dazu passend, 80X80 1.70, 2.10, 2.75 2.95 Deckbettbezüge a. erstklass. Dimiti, 180x200, 12.20 13.90 Kissen dazu passend, 82X82 3.50 3.90 Bettlaken aus pa. Haustuch- Dowlas, Halbleinen und Reirleinen 2.80, 5.00, 6.25 8.00 Inlette aus bestem Stout bezw. federdicht. u. farbecht. Köper 8.50, 12.50, 15.55 18.20 Ueberschlaglaken, bestes Louisianatuch, herrliche 11.00, 13.50 17.00 Garnierungen. Hierzu passende Plumeaus u. Paradokissen. Hemdentuch u. Linon f. Bett. u. 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Januar, nachm.5uhe. im Gewerkschaftshause, Engelufer 24/25 auf dem Gemeindefriedhof III Branchenversammlung Pankow, Bahnhofstraße, statt. Nach kurzem, jedoch schwerem Leiden veritarb am 17. Januar, nachmittags, mein innigaeliebter, treusorgender Gatte, unser Bater und Schwiegervater, Bruder und Onkel Franz Günther Neuköln, Schillerpromenabe 11. Einäfcherung Dienstag nachmittag 5 Uhr im Krematorium BaumSchulenweg 3437b Bezirksverbd. Berlin VSPD. 94. Abt. Am 17. b. Mts. verstarb unser langjähriger Barteigenoffe der Gastwirt SchillerFranz Günther, promenade 11 Einäicherung Dienstag nacin. 1/4 Uhr im Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung bittet ber Abteilunos- Borstand. 8/11 Graphische Hilfsarbeiter Berlins! Die Einäscherung unserer verstorbenen Kollegin Klara Bien findet am Dienstag, en 22. Jan, abends 7 Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt 20/17 Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Ortsvorstand Otto Gloth Statt Karten Allen Freunden u. Betannten die tieftraurige Rachr., b. unf. innigftgel Mutter, Schwieger und Großmutter Mahlsdorf- Süd, Antonie Kupfer, Steinstr. 10 nach lang, mit Geduld ertrag. Leiden im Alter von 64 Jahr., Freit., 18. Jan., morgens 4 Uhr, sanft entschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen Einäsch). Mittw, 23. Jan., nachm. 4 Uhr, im Kremat. Baumschulenweg. Marken- Zigaretten Saba, Halpaus, Juno, Salem, York, S. C., Wenesti, Blaukopf. Achtung! Orthopädische Gruppe Montag, den 21.Januar, nachm. 52hr, in den Sophienfälen", Sophienftr 16/17 Versammlung aller in der Gruppe beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter. Achtung! Emaillierer Achtung! Dienstag, 22. Januar, nachmittags 52 Uhr, im Verbandshause( Gigungsjaal), Linienstraße 83/85: Branchenversammlung Tagesordnung: Stellungnahme zur Ründigung des Rahmenvertrages. Es ist Pflicht aller Rollegen, pünktlich zu erscheinen, da Punkt 5% Uhr an gefangen wird. Mittwoch, den 23. Januar, abends 6 Uhr, im Verbandshause( Gigungsfaal). Linienstraße 83/85: Versammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Kolleginnen. Tagesordnung: 1. Bortrag über bie Berordnung über Arbeitszeit und die Arbeiterschutzbestimmungen. 2. Berbandsangelegenheiten und Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. 161/12 Die Ortsverwaltung. Einladung zur außerordentl. Ausschußfihung d. Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin am Montag, den 28. Januar 1924, nach mittags 5 Uhr, im Rathause zu Berlin, Königstr. 15/18, Eing Jüdenfte, 8immer 109. Tagesordnung: 1. Gagungsänderung (§ 36). 2. Berschiedenes. Anfragen oder Beschwerden, zu deren Erledigung Atteneinsicht oder anderweite Feststellungen erforderlich find, müffen mindestens 3 Tage vorher beim Borsigenden bes Borstandes eingereicht werden. Bor der Sigung findet um 3 Uhr in demselben 8immer des Rathauses bie übliche Borbesprechung unter den Ausschußmitgliedern statt. 101/8 Pünktliches Erscheinen ist dringend er forderlich, da die Benutzungszeit bes 3immers beschränkt ist. Berlin, den 17. Januar 1924. Der Vorsitzende Kottbaser Damm 73 Landsberger Str. 88/ Dresdener Str. 33 Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 37 Geöffnet von 9-7. Herren- u.DamenCekleidung gegen bar und auf Kredit zu kulantest. Zahlungsbedingungen Prozent Preise 50 ermäßigt tellwelse bis Zuvorkommende Bedienung! Größte Auswahl! B.FEDER Norden: Brunnenstrasse 1 Osten: Frankfurter Allee 350 Süden: Cottbuser Damm 103 Charlottenburg: Scharrenstrasse 5 Juweller des Borstandes ber Betriebsfrankenfaffe Hermann Wiese der Stadt Berlin: Stolt. Straßenhändler, Hausierer, Marktfahrer taufen Zündstemme, Marte Pyrolith". Streichfeuerzeuge, Marfe Moto", Taschen. lampen usw. gut und preiswert bet 3mperator- Metallwarenfabrit, Grüner Weg 85( am Andreasplatz). Berlin GW. 68, Alexandrinenstraße 105 6. Alle führenden Marken am Lager. Große Auswahl in Zigarren, Tabak. Meisenberg Nchf. Krelapp, Artilleriestr. 30, Passauer Str. 12, empfiehlt sich allen Brautleuten Alle Mann zu Koltermann! 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Beilage des Vorwärts der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die auf dem Bereinigungsparteitag 1922 in Nürnberg gewählte Rommission hat gemeinschaftlich mit dem Parteivorstand nach stehenden Entwurf ausgearbeitet, der dem Parteitag zur endgültigen Beschlußfaffung vorgelegt werden soll. Die Parteiprese wird um Nachdruck gebeten. Parteizugehörigkeit. Sonntag, 20. Januar 1924 gelegt werden. Allmonatlich müssen die Ortsvereine an die Bezirks, findet Ergänzungswahl statt. Entfallen bei dieser Bahl gleich viele faffierer und diese an den Parteivorstand Teilzahlungen leisten. Die Stimmen auf mehrere Kandidaten, ohne daß sie die Mehrheit der Abrechnung der Bezirksvorstände mit dem Parteivorstand muß abgegebenen Stimmen erhalten haben, dann erfolgi Stichwahl. Bei innerhalb eines Monats nach Schluß des Kalendervierteljahres er Stiminengleichheit entscheidet das Los. folgen. § 18. Der Parteivorstand besorgt die Geschäfte der Partei und kontrolliert die grundsätzliche Haltung der Parteiorgane. Zur Dedung der Untosten zentraler Einrichtungen für die Parteipreffe haben alle Barteiunternehmungen geschäftlicher Art jährlich 20 Prozent ihres Reingewinnes an den Parteivorstand abzuführen. Berichterstattung. § 19. Der jeweilige Parteivorstand ist Eigentümer aller vor. handenen Gelder und sonstigen Vermögensstücke. Er ist insbesondere berechtigt, im eigenen Namen und aus eigenem Recht alle der Sozialdemokratischen Partei zustehenden Ansprüche gegen die Schuldner § 1. Sur Partei gehört jede Person, die sich zu den Grundsätzen§ 9. Das Geschäftsjahr der Partei läuft vom 1. April bis geltend zu machen. des Barteiprogramms bekennt und Mitglied der Barteiorganisation ift. 31. März. Vierteljährlich, spätestens mit Ablauf des ersten Monats teiner.et Rechtsgeschäfte die einzelnen Barteigenossen oder die Bartei Der Parteivorstand oder die Rontrollfommission lönnen durch § 2. Ueber die Aufnahme als Mitglied entscheidet zunächst der im neuen Kalendervierteljahr, haben die Bezirksleitungen über die feiner.ei Rechtsgeschäfte die einzelnen Parteigenossen oder die Bartei Borstand des Ortsvereins. Das Recht des Einspruches hat jede Tätigkeit, die politische und wirtschaftliche Lage im Bezirk und die perbindlich machen. Kein Parteigenosse erwirbt aus seiner ParteiOrganisationsleitung im Reiche. Ueber Einsprüche gegen die Auf- Verwendung der vom Parteivorstand überwiesenen Materialien und zugehörigkeit ein flagbares Recht gegen den Parteivorstand und die nahme entscheiden nacheinander Bezirksleitung und Barteivorstand. Gelder Bericht zu erstatten. Die hierzu notwendigen Formulare Kontrollkommiffion oder deren Mitglieder. § 20. Der Parteivorstand fann jederzeit alle ParteiorganisatioBird innerhalb Jahresfrist kein Einspruch erhoben, so gilt die Auf- liefert der Parteivorstand. nen und deren Unternehmungen fontrollieren, Aufschlüsse einfordern nahme als endgültig. und Abrechnungen verlangen. Er hat das Recht, an allen Zu Gliederung. fammenfünften aller Parteitörperschaften beratend teilzunehmen, wie bei der Aufstellung und Abberufung von Bewerbern zu den Landtagen und dem Reichstag mitzuberaten. § 3. Die Grundlage der Organisation bildet der Bezirksverband, ber vom Parteivorstand nach politischer und wirtschaftlicher 3wed. mäßigkeit abgegrenzt wird. Der Bezirksverband gliedert sich in Ortsvereine, die durch den Bezirksverband in Unterbezirke zufammenge. legt werden können. Zur Durchführung der Organisationsarbeiten und politischen Aktionen kann das Gebiet des Ortsvereins in Agitationsgruppen( Bezirke, Sektionen, Distrikte) gegliedert werden; daneben sind für industrielle Betriebe, private und staatliche Werfe und Anstalten Organisationseinrichtungen zu treffen. Jedes Parteimitglied muß der für seinen Wohnort zuständigen Organisation angehören. Doppelmitgliedschaften sind unzulässig. § 4. Die Bezirksverbände haben die Parteigeschäfte nach eigenen Statuten zu führen, die mit dem Organisationsstatut der Gesamt partei nicht im Widerspruch stehen dürfen. In Ländern mit mehreren Bezirksverbänden fönnen diese zur Erledigung landespolitischer Fragen zusammenarbeiten. Parteiämter. § 5. In allen Leitungen der Organisationen und zu allen DeTegationen ist den weiblichen Mitgliedern im Berhältnis ihrer Zahl eine Bertretung zu gewähren. Zu einem Bertrauensamt der Ortsvereine und Unterbezirtsverbände darf nur gewählt werden, wer nach§ 2 seit mindestens einem Jahre Mitglied der Partei ist. Parteitag. § 10. Der Parteitag bildet die oberste Vertretung der Partei. Er feßt sich zusammen: 1. Aus den in den Bezirksverbänden gewählten Delegierten, deren Gesamtzahl 300 nicht übersteigen soll. Die Verteilung der Delegierten auf die einzelnen Bezirke erfolgt nach der Mitglieder zahl, für die im voraufgegangenen Geschäftsjahr Pflichtbeiträge an den Barteivorstand abgeführt worden sind. 2. der Bertretung der Reichstagsfraktion, die ein Fünftel der Zahl ihrer Mitglieder nicht übersteigen darf; 3. den Mitgliedern des Parteivorstandes, des Barteiaus schusses und der Kontrollkommission; Der Parteivorstand hat das Recht, auf Antrag der beteiligten Organisationen bei Differenzen, die bei Aufstellung von Reichsragstandidaten entstehen, zu entscheiden. § 21. Kein Parteigenosse hat ohne ausdrücklichen Beschluß des Parteitags ein flagbares Recht, die Geschäftsbücher oder Papiere des Parteivorstandes, des Parteiausschusses, der Kontrollfommission oder der Bartei anzusehen oder sich au ihnen Abschriften oder Aus züge anzufertigen oder eine Auskunft oder Uebersicht über den Stand bes Parteivermögens zu verlangen. Hierdurch wird das Recht der Delegierten, während der Tagung 4. den vom Parteivorstand berufenen Referenten. Die Mitglieder der Reichstagsfraktion haben in allen die par lamentarische und die Mitglieder des Parteivorstandes und des des Parteitages Einsicht in die Bücher zu nehmen, nicht berührt. Parteiausschusses in allen die geschäftliche Leitung der Partei be treffenden Fragen nur beratende Stimme. Rur beratende Stimme haben die vom Parteivorstand hinzugezogenen Vertreter von Parteiinftitutionen. § 11. Der Barteitag prüft die Legitimationen feiner Teilnehmer, wählt seine Leitung und bestimmt die Geschäftsordnung. Zu einem Beschluffe des Parteitages ist die Abgabe der Stimmen von mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Anwesenden notwendig. § 12. In der Regel findet alle zwei Jahre ein Parteitag statt, der vom Parteivorstand einzuberufen ist. Zu Mitgliedern des Bezirks- und Barteivorstandes sowie der Hat der vorhergehende Parteitag über den Ort, an dem der Kontrollkommiffion und als Kandidaten zu den Gemeinde, Bezirks nächste Parteitag stattfinden soll, feine Bestimmung getroffen, oder oder Provinzialvertretungen, für Landtag und Reichstag fann nur fann in dem vom Parteitag bestimmten Ort der Parteitag nicht vorgeschlagen werden, wer mindestens drei Jahre der Partei ange- tagen, so hat der Parteivorstand nach Anhörung des Parteiausschusses hört. Das gleiche gilt für die Delegationen zu den Bezirkstagungen, den Ort zu bestimmen. dem Parteitag und internationalen Rongreffen. § 13. Die Einberufung des Barteitages muß spätestens Ausnahmen von den Vorschriften der Abfäge 2 und 3 fönnen 8 Wochen vorher mit der voriäufigen Tagesordnung im Zentralorgan mit Zustimmung der Bezirksleitung zugelassen werden; gegen die der Partei veröffentlicht werden. Diese Veröffentlichung ist minEntscheidung der Bezirksleitung ist die Berufung an den Partei- testens dreimal in angemessenen Zwischenräumen zu wiederholen. vorstand zulässig. Anträge von Parteiorganisationen für die Tagesordnung des § 6. Als Bertreter der Partei gilt nur, wer im Einverständnis Parteitages find dem Parteivorstand einzureichen, der sie spätestens mit der Parteiorganisation als Randidat aufgestellt worden war. 4 Wochen vor dem Parteitag im Zentralorgan zu veröffentlichen hat. Die Ortsvereine stellen die Kandidaten für die Gemeindewahlen im§ 14. Zu den Aufgaben des Parteitages gehören: Einverständnis mit der Unter- oder Bezirksleitung auf. Borschläge für die Bezirks, Kreiss, Provinzialvertretung und die Wahlvorschläge für Landtag und Reichstag werden durch die Mitglieder der Unterbezirfsorganisation gemacht, von der Bezirkss feitung zusammengefaßt und vom Bezirksparteitag( Bezirksversammlung) beschlossen. Die Bezirksnerbände eines Landes für Breuken der Partei. vorstand im Einverständnis mit den preußischen Mitgliedern des Parteiausschusses stellen die Landeswahlvorschläge für den Landtag auf; sie haben in gleicher Weise das Recht, jederzeit die auf Landeswahlvorschlag gewählten Vertreter abzuberufen. Parteiausschuß und Parteivorstand stellen den Reichswahlvor schlag zu den Reichstagswahlen auf und haben das Recht, jederzeit die auf Reichswahlvorschlag gewählten Bertreter abzuberufen. Der Ortsverein hat im Einverständnis mit der Unterbezirtsleitung das Recht, die Gemeindevertreter abzuberufen. Dasselbe Recht hat die Bezirksleitung für die Vertreter der in Absatz 3 ge. nannten Körperschaften. Beiträge. § 7. Das Eintrittsgelb, das voll den Bezirken verbleibt, beträgt mindestens die Höhe eines Wochenbeitrages. § 8. Die Höhe der Wochenbeiträge wird für jeden Bezirk von ber Bezirksleitung( Bezirksvorstand) festgesetzt; sie hat das Recht, für thren Bezirt oder für einzelne Ortsvereine die Beiträge je nach Maß gabe der wirtschaftlichen Berhältniffe zu regeln. Der Bochenbeitrag foll in der Regel für männliche Mitglieder dem Durchschnittslohn einer Biertelstunde entsprechen, für weibliche Mitglieder tönnen niedrigere Beiträge festgefeßt werden. Für jebes Bierteljahr ist außer den regelmäßigen Wochenbei trägen ein Wochenbeitrag für die Sozialistische Internationale zu leisten. Mitgliedern der Jugendorganisation und invaliden Parteimitgliedern fann auf Antrag durch den Bezirksverband Beitragser mäßigung oder Befreiung gewährt werden. Der jeweilige Bedarf der Parteileitung wird durch Umlage von den Bezirksverbänden in der Weise gedeckt, daß von jeder an die Mitglieder verkauften Beitragsmarte ein vom Barteivorstand in Gemeinschaft mit dem Parteiausschuß festgelegter Betrag in Monats. raten an die Zentralfaffe abgeführt wird. Die Kaffenführung der Organisationen in allen ihren Teilen er folgt nach einheitlichen Grundfäßen, die vom Parteivorstand fest< 1. Entgegennahme der Berichte über die Geschäftstätigkeit des Parteivorstandes und der Kontrollkommiffion sowie über die parlamentari dhe Tätigkeit der Reichstagsfraktion; 2. die Bestimmung des Ortes, an dem der Parteivorstand seinen Sig zu nehmen hat; 3 3. die Wahl des Parteivorstandes und der Kontrolltom miffion; 4 die Beschlußfaffung über die Parteiorganisation und alle bas Parteileben berührenden Fragen; 5. die Beschlußfaffung über die eingegangenen Anträge. § 15. Ein außerordentlicher Parteitag ist einzuberufen: 1. auf mit Dreiviertelmehrheit gefaßtem Beschluß des Parteivorstandes; 2. auf einstimmigen Beschluß der Kontrollkommission; 3. auf Antrag von mindestens 15 Bezirksleitungen. Falls der Parteivorstand sich weigert, einem nach Ziffer 2 oder 3 gestellten Anfrage stattzugeben, ist der Parteitag von den Antrag. stellern zu berufen. Als Versammlungsort eines außerordentlichen Barteitages ist ein geographisch möglichst günstig gelegener Ort zu bestimmen. § 16. Die Einberufung des außerordentlichen Parteitags muß spätestens 14 Tage vorher im Zentralorgan der Partei in wenigftens brei aufeinanderfolgenden Nummern mit Angabe der Tagesordnung veröffentlicht werden. Anträge der Bartelorganisationen find spätestens fünf Tage vor der Abhaltung des Parteitages im Zentralergan zu veröffentlichen. Im übrigen gelten für die außerordentlichen Parteitage biefelben Bestimmungen wie für die ordentlichen Parteitage.(§§ 10 und 11.) Parteivorstand. Parteiausschuß. § 22. Der Parteiausschuß besteht aus je einem Vertreter der Bezirksverbände. Die Bertreter werden in den Bezirken gewählt. Sind im Bezirt mehr als 10 000 meibliche Parteimitglieder vorhanden, so ist außerdem ein weibliches Mitglied zu wählen. Für die Bertreter find Stellvertreter zu wählen. ftant über wichtige, die Gesamtpartei berührende Fragen, über die § 23. Der Parteiausschuß berät gemeinsam mit dem ParteivorEinrichtung zentraler Barteiinftitutionen, die die Bartei finanziell dauernd erheblich belasten, über die Festsetzung der Tagesordnung des Parteitags sowie die Bestellung der Referenten und gibt durch Beschluß sein Gutachten ab. häufiger ist der Parteiausschuß vom Barteivorstand unter Angabe § 24. In der Regel alle Bierteljahre und im Bedarfsfalle auch der Tagesordnung zu einer Sizung zu berufen. Eine außerordent liche Sigung muß stattfinden, wenn ein Dritte der Bezirksvorstände unter Angabe der Gründe dies beantragt. Weigert sich der ParteiDorftant, eine ordnungsmäßig beantragte Sigung zu berufen, dann fann sie durch die Antragsteller einberufen werden. Die Einberufung des Parteiausschusses foll in der Regel mindestens fünf Tage vor den Sigungstegen erfolgen. Scheidet ein Mitglied des Parteivorstandes oder der Kontroll tommission vorzeitig aus, so hat der Parteiausichuß nach Anhörung tes Parteivorstandes und der Kontrolitommission eine Ersatzwahl vorzunehmen. Kontrollkommission. § 25. Zur Kontrollierung des Parteivorstandes sowie als Berufungsinstanz für Beschwerden über den Parteivorstand wählt der Parteitag eine Kontrollfommission von neun Mitgliedern. zaht entfcheibet bas Los. Zur Leitung ihrer Geschäfte wählt die Die Wah erfolgt nach einfacher Mehrheit. Bei gleicher Stimmen. Kontrolltommi fion einen Vorsitzenden, der Ort und Zeit der Sigungen bestimmt, soweit tie Kontrollkommission nicht darüber beschließt. Die Kontrolle muß mindestens vierteljährlich einmal stattfinden. Alle Einsendungen für die Kontrollkommission sind an den Vor fihenden derselben zu richten, der seine Adresse im Zentralorgan der Partei mitzuteilen hat. Auf Antrag der Rontrollfommission oder des Parteivorstandes finden gemeinsame Sigungen statt. Zentralorgan der Partei. § 26. Das Zentralorgan der Partei ist der Vorwärts", Berliner Boltsblatt. Die offiziellen Bekanntmachungen find an hervorragender Stelle des rebattionellen Teils zu veröffentlichen. § 27. Zur Kontrolle der prinzipiellen und tattischen Haltung des Zentralorgans fowie zur Berwaltung desselben wählen tie Barteigenossen Berlins und der Vororte eine Breßkommission, die aus höchstens 20 Mitgliedern bestehen darf. Die Breßfommission entscheidet in Gemeinschaft mit dem Bartei vorstand über alle Angelegenheiten des Zentralorgans, insbesondere über Anstellung und Entlassungen im Bersonal der Redaktion und §17. Die Leitung der Partei obliegt dem Parteivorstand, der Expedition. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Parteivoraus drei Vorsitzenden, drei Kassierern, einer vom Parteitag feft- stand und der Preßkommission entscheiden die Kontrollkommission, zusehenden Zahl von Mitgliedern und unbesoldeten Beisigern beber Barteivorstand und die Preßkommission in ter Art mit gleichen fteht, und dem mindestens zwei Frauen angehören müffen. Die mit Rechten, daß jedes diefer drei Organe eine Stimme hat. glieder des Parteivorstandes find berechtigt, sich gegenseitig zu ver. Ausschluß. treten. § 28. Zur Partei fann nicht gehören, wer sich eines groben Ber Die Wahl tes Parteivorstandes erfolgt durch den Parteitag mittels Stimmzettel ir einem Wahlgang. Gewählt ist, wer mehr als stoßes gegen die Grundsäße des Parteiprogramms oder einer ehr die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten hat. haben die Ran- Cofen Handlung schulbig macht oder gemacht hat. Auch kann der didaten die Mehrheit der abgegebenen Stimmen nicht erhalten, so Ausschluß eines Mitgliedes erfolgen, wenn es durch beharrliches GM Sonderangebot der Loeser& Wolff H LOESERWOLFF BE ZIGARREN Nur soweit der Vorrat reicht gelangen die nachstehenden Sorten besonders billig zum Verkauf Jugendfreude 104 Cospetto 10 Gelbstern 10 Calma 124 Rara Avis klein 124 BH ZIGARREN < Verkaufsbeginn: 21. Januar 1924> Zuwiderhandeln gegen Befchlüffe feiner Bartelorganisation oder ber Parteitage bas Parteiintereffe schädigt. 3ur Partei fann ferner nicht gehören, wer einer anderen politischen Partei als Mitglied angehört oder fie finanziell unterstützt oder für sie wirft. Ueber die Zugehörigkeit zur Partei entscheidet der Borstand der zuständigen Bezirksorganisation. Der Ausschluß darf nur von einem Drisverein mit Zustim mung des Angeschuldigten auch vom Vorstand des Ortsvereins beantragt werden. Die Zustellung des Beschlusses erfolgt durch den Bezirksvorstand, der ihn gegebenenfalls veröffentlichen kann. Solange über die Aufnahme eines Mitgliedes gemäß§ 2 nicht endgültig entschieden ist, kann der Ausschluß durch eine Mitglieder versammlung des Ortsvereins erfolgen. eine Sache, bes Schauens tvert. tehnic vorbildlichen Film. Die Baumetefen von Kentucky find schon Die Kürze, die dieses Filmes Würze ist, geftattet es, vorher eine treffliche Veranschaulichung des Baues des Weltalls und einen über amerikanischen Grotesfult( ,, err Sewon belebt ben Klein handel) abrollen zu lassen. An Tempo, verrüdtem Wirrwarr und übertandidelten Späßen wird das Dentbarste geleistet. d. Cord Reginalds Derbyriff. Die Aufnahmen zu Baul Günthers Turfroman wurden dem sehr tüchtigen Photographen Heinrich Gärtner übertragen. Er und der Regiffeur Artur Teuber löften ihre Aufgaben mit vollem Gifolg. Groktaten find die Ausnahmen des vor einem Stüd Bapler fcheuenben Pferdes und das Finish im Derby. Das Beste an allem aber ist alles, was irgendwie altis mit dem Pferdesport zu tun hat, er scheint auf der Leinwand. Man fiebt die markanten Jodeigefichter, Trainer und Rennstallbefizer in höchsteigener Berson und freut sich über § 29. Gegen die Entscheidung des Borstandes der Bezirksorgani- gartener Morgenarbeit, Rennbilder, das Leben und Treiben an der Wage all die berühmten und berüchtigten Größen des Grünen Rasens. Hoppe, fation fönnen die Beteiligten innerhalb vier Wochen nach Zustellung und auf den Tribünen, alles, alles wird lebendig, es tit schlankweg photo: des Beschlusses beim Parteivorstand die Einsetzung eines Schieds- graphierte Wirklichkeit, Turfchronit. Darin liegt eben der Vorzug diefes gerichts beantragen. Films, er ist echt, nicht die geringfte Kleinigkeit ist falsch. Das ist natürlich für Paul Günther, ber als Sportredakteur zum Bau gehört, reine Selbst verständlichkeit. Die Handlung ist spannend, und jedes Gefchehen ist ges fchickt auf die Sensation des lesten aftes eingestellt. Ein Klaffejodei glaubt sich von seiner Frau betrogen, gerät dieferbalb auf Abwege, durch einen Schlag auf den Stopf werben feine Erinnerungsnerven gelähmt, infolge des Bersebens anderer tritt er als Lord Reginald auf, der sein Doppelgänger ift. Erst zum Schluß, nach seinem Derbysteg, febrt ihm die Erinnerung zurüd. Ernst Hofmann, ber immer elegant ist und stets eine gute Figur abgibt, war der denkbar befte Vertreter der Dobbelrolle. Die Robie, die bei der Uraufführung in der Albambra benutzt wurde, war stellen weise nicht besonders. Aber dieser Film wird allerorts vollen Beifall finden. Das Schiedsgericht besteht aus fleben Personen. Den Vorfizenden bezeichnet der Parteivorstand. Je drei Beisitzer wählt der Angeschuldigte und die antragstellende Organisation, wobei die Auswahl auf die Parteigenossen des Bezirksverbandes zu beschränken ist, bem der Angeschuldigte angehört. Unterläßt es der Angefchuldigte, innerhalb vier Wochen Schiedsrichter zu ernennen, so gilt ohne weiteres der Beschluß des Bezirksvorstandes. Erscheint der Ange schuldigte ohne genügende Entschuldigung nicht zu dem festgesetzten Termin, so haben die Instanzen das Recht, in Abwesenheit des An getlagten zu beschließen. Die Zustellung des schriftlichen Urteils erfolgt durch den Parteivorstand, der ihn gegebenenfalls veröffentlichen fann. Handelt es sich in einer Sache um mehrere Angeschuldigte aus einer Organisation, so hat der Parteivorstand das Recht, die Sache vor ein Schiedsgericht zu bringen. § 30. Gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts steht den Beteiligten die Berufung an den nächsten Parteitag zu. Die Berufung muß spätestens vier Wochen nach Zustellung des Urteils dem Parteis Dorstand eingereicht fein. § 31. Der Ausschluß aus der Partei in Fällen des§ 28 Abs. 1 darf nur im Wege des vorstehend festgesezten Berfahrens erfolgen. Alle Instanzen sind berechtigt, sofern sie nicht dauernden Ausschluß aus der Partei aussprechen, auf zeitweise Ausschließung von Bertrauensämtern zu erkennen und Rügen zu erteilen. Auch gegen diefe Entscheidung steht den Beteiligten das Recht der Berufung zu. Die Organisationen haben das Recht, auch ohne Ausschlußantrag eine Untersuchungskommission gegen ein Mitglied einzusehen. Gegen die Entscheidungen steht den Beteiligten das Einspruchsrecht nach den Bestimmungen der§§ 29 und 30 zu. §32. Mit dem Tode, dem Austritt oder der Ausschließung aus der Partei verliert der frühere Barteigenoffe jedes Recht, das er etwa gegen die Partei, gegen den Barteivorstand, gegen die Kontroll tommission oder gegen einzelne Parteigenossen aus seiner Parteimitgliedschaft erworben hat. Wiederaufnahme. § 33. Der Antrag auf Wiederaufnahme eines aus der Bartel Ausgeschlossenen ist an den Vorstand der Bezirksorganisation des Wohnortes des Ausgeschlossenen zu richten. Bor der Entscheidung ist die Organisation, die den Ausschluß beantragt hat, zu hören. Gegen diese Entscheidung steht dem Antragsteller sowohl wie der Organisation, die den Ausschluß beantragt hatte, Berufung an den nächsten Parteitag zu. Die Berufung ist so zeitig beim Parteivorstand anzumelden, daß sie mit den übrigen an den Parteitag ge stellten Anträgen veröffentlicht werden tann. TA Abänderung der Organisation. § 34. Menderungen an der Organisation der Partei können nur durch einen Parteitag vorgenommen werden. Anträge auf Abänderung der Organisation fönnen nur beraten merden, wenn sie innerhalb der Fristen, die die§§ 13 und 14 bor schreiben, veröffentlicht worden sind. Cine Abweichung von der letzten Bestimmung ist nur dann zu läffig, wenn mindestens drei Viertel der anwesenden Bertreter auf einem Parteitag fich für die Abweichung entscheiden. Filmschau. Mary Bidforb. Die Ueberflutung mit amerikanischen Filmen ft Leineswegs vorüber. Diese Woche steht Mary Pickford im Zenith. Ob bie beinahe amerikanische Reklame, die sie die bedeutendste Filmdarstel lerin Ameritas nennt, recht hat, ist hier nicht nachzuprüfen. Sie ist jeden falls eine Künstlerin von allen Filmgnaben und-graden. Wie fie in biefem Wildwefiftüd bas Mädel aus Rentudy"( im Theater am Nollen borfplatz) diese Wilblage ganz urwüchsig, herb und frisch herausbringt, ift bewundernswert. Man merkt: fie tommt nicht vom Theater, fie hat die Filmanlage in fich, fie weiß ihr Erleben im Ausdruck der Mienen und Gesten zu entlaben. Die Handlung selber ist ersichtlich wild: die Handhabung der Büchse, das Totschießen und die ganze unübertünchte Sitteneinfalt erinnert lebhaft an die früheren oberbayerischen Vollstheaterstüce. ( Es kommt auch ein richtiges Haberfeldtreiben vor.) Aber a Liab 13 alleweil babei a treue Liab, die allen gesellschaftlichen. Verlodungen widersteht und nur in den heimatlichen Bergen ihre Sehnsucht stillen tann. Das Landschaftliche ist das beste an dem sehr kondensiert behandelten, e. b. diesem Fall die süßte, Büftenschlösser a. a. barstellen önne. Und zwar handelt es fich nicht etwa um den Ersag von Menschen, sondern lediglich um den Ersatz der jest äußerst fostspielig gewordenen Großbauten durch fleine Modelle, die der Wirtlichteit getreu nachgebildet werden. Die Ausführung dieses an fich bekannten Gedankens ist auch nicht absolut neu, denn man bat schon lange allerlei Vorgänge, wie den Untergang eines Dampfers, den Brand eines Gebäudes usw. nach Modellen in Ateliers aufgenommen. Unmöglich aber war es bisher, diese Modelle als von lebenden Besen bevöltert darzustellen, und das ist jetzt endlich gelungen, fo bag man Häuser, Türme, Dambier usw. fiebt, die in Wirklichkeit nur in allertleinſtem Maßstab d. h. in Wiodell erbaut wurden und auf und in denen fich doch Menschen bewegen. Das Patent besteht eben darin, daß man die Darsteller zunächst ohne Szene fbielen läßt und diese Aufnahme mittels besonderen Euchers haarscharf genau in eine zweite Aufnahme der nur im Modell erbauten Architettur bineinfopieren läßt. Der Verfuch schien nach dem vorgeführten Film gelungen zu sein. In welchem Umfang das berührte es sehr sympathisch, daß der Chefregiffeur Emerich anus er neue Verfahren sich brauchen läßt, muß die Bulunft lehren. Jedenfals lärte, daß auch das beite Patent die große herrliche Ratut niemals erjeten tönne." Der Versuch, auch in der Filmindustrie zu sparsamer Birthchaft zu kommen, um den im Grunde genommen doch finnlosen Vere brauch von guten Baumaterialien zu Attrappenbauten zu unterbinden, ist zu begrüßen. tr. Natur und Im Banne des Meeres" nennt S. 3iefemer einen intereffanten Ueberblick über die Naturgeschichte des Meeres und seine Bedeutung für Welthandel und Industrie. Schöne und fesselnde Bilder aus den Feengärten der See, aus der Schiffahrt( auch eine Errettung aus Seenot), aus dem Hafenleben usw. gibt der Film, den der Autor an Nord- und Offee selbst aufgenommen hat. Man wird nicht müde, diefe Wunder des Meeres und die erstaunliche Herrschaft, die der Mensch über dies gewaltfame und wandelbare Element erlangt hat, zu bestaunen. Technik sind beide zu ihrem Recht gekommen.( Primuspalaft.) Der deutsche Wale, der neue in der Utania gezeigte Film, wird auch .Die große Unbefannte( L. Aurfürstendamm). Eigentlich haben in einer getürzten populären Faffung geboten, die am 22. und 23. bor wir von der Sorte auf mondane Abenteuer zugeschnittener filmerei genug. geführt wird. Man will mit Gewalt unterhaltsam sein, teift durch die halbe Beit, turnt über meeresumbrandete Felsen, wandelt unter Palmen und läßt etliche Autos rasen. Bei alledem hat der Zuschauer melitens den Einbrud, daß fich die reisenden Filmleute sehr gut amüsieren und daß fie fich auweilen auch Mübe geben, den Dabeimgebliebenen ein Spiegelbild dieses Globetrottervergnügens zu übermitteln. Meift wird die Sache dann gequält, weil es eben an einer straff durchgeführten Handlung fehlt, und alle Evo lutionen fönnen die Langeweile nicht aufhalten. Die Reisegeschichte, bie uns biesmal vorgelegt wird, nimmt ihren Ansgang bei einem burch Difizier& putsch seines Ländchens ledig gewordenen Fürsten, dessen Kinder mit Lift danach streben, das verlorene Krönchen wieder zu gewinnen. Bieles ist ganz munter erdacht, aber weniger munter wiedergegeben Es fällt dabei auf, daß so amüsante und talentierte Darsteller, wie Georg Alegander, Hans Junkermann, Hans Bagmann und der bide usar in ihren wirklichen Fähigkeiten nicht recht zur Geltung ein offener Fehler der Regie. Eie bat auch der Diva Ellen fommen Richter, die diesmal nicht sehr günstig abschneidet, doch ein bischen zu biel Blag eingeräumt. Der zweite Teil dieser Reisegeschichte soll noch folgen. K. Die Blume des Harems, an fich, um bas gleich zu fagen, eine filmische Belanglofgleit, wurde von der Kombi- G.m.b.5. im Primus- Palast uraufgeführt und bedurfte einer breifachen rednerischen Einführung. Es sollte bargetan werden, daß man mit Kombinationen von Modellen und natür. lichen Spielszenen selbst in einem mäßig großen Atelier die weite Welt, in Der Hamburger Hafen wird Donnerstag 8 Uhr in einem Filmbortrag des Herrn Ch. Wiöller- Hamburg in der Aula des Frd. Werderschen Gym nafiums, Bochumer Str. 8b, vorgeführt. Homer für die deutschen Schriftsteller. Bugunsten des Schuber bands deutscher Schritteller veranstaltet der Bavaria- Film am Montag Raub der helena, 7 lbr im Mozartiaal die Uraufführung vom fret bearbeitet nach der Ilias von Hans Kyser. Jugendveranstaltungen. Achtung, Theaterabonnenten! Die Mitglieder, welche bisher noch nicht ben Grundpreis für die Marken in den Abteilungen bezahlt haben, tönnen morgen die Marken im Theater zum Preise von 15 Pf. beziehen. In beschränkter Anzahl find noch Cinzelfarten zum Breise von i M. ebenfalls im Theater er hältlich. Bir maden darauf aufmerksam, daß die Berlosung der Plaztarten bis 8 Uhr vorgenommen fein muß, nachher besteht kein Anrecht auf eine Blagfarte. Sur Aufführung gelangt., Der arme Seinrich" im Neuen Theater am 800, Jebenstraße. burg. Heute, Sonntag, den 20. Januar: Budholz: Robelfahrt nach Bernau. Treffpunkt 6% Uhr Bahnhof Blanken Gesundbrunnen. Besuch der Nationalgalerie. Treffpunkt 10 Uhr. Ratow: Besuch des Postmuseums. Treffpunti 8 Uhr Bahnhof Karow. Lichterfelbe: Fahrt. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Botanischer Garten. Moabit I u. II: Führung durch den Westhafen. Treffpunkt 210 Uhr Strom, Ede Turmstraße. Neulöln III: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Raiser- Friedrich Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel Bahnhof.ilmersdorf: Besuch des Märkischen Museums. Treffpunkt 9 Uhr und im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung vom Sonnabend, den 19. Januar offiziell festgestellt durch den Landesverband Berlin und Brandenburg des Reichsverbandes des Deutschen Nahrungsmittel- Großhandels E. V. Berlin, Die Preise verstehen sich in Gold- M. für 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin 18,05-18,45 Schwarzer Pfeffer Singap. 106,70 18,45-18,45 Weißer Pfeffer 141,00 18,25 18,45 Piment Jamaica....... 79,4) 18,35-18,45 Rohkaffee Zentralam. 288,00 20,65-20,95 Rohkaffee Prime Gerstengraupen, lose. Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose... Hafergrütze, lose.... Maisgrieß Maispuder, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieß Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseer bsen, Viktoria .... 195,00 24,05-24,45 Rohkaffee Superior... 175,00 14,75-15,30 Röstkaffee Zentralam... 385,00 19.65-20,00 Röstkaffee Brasil...... 260,00 23,60-24.00 Malzkaffee, gepackt 26,00 19,00 80,00 15.85-16,30 Röstgetreide, lose 18,85 20,25 Ersatzmischung mit 20% 39,30-31,60 Kaffee, gepackt. 23,05-23,85 Kakaopulv lose, fettarm 120,00 26,50 27,35 Tee in Kisten Souchon 360,00 31.45-32,00 Inlandszucker basis mel. 42,88 27,75-33,95 Inlandszucker Raffinade 46,38 34.65-44,40 Zucker Würfel 44 55-51,70 Kunsthonig. Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Perl Langbohnen. handveries. Linsen. kleine Linsen, mittel Linsen. große Kartoffelmehl Makkaroni, lose. Schnittnudein, lose. Burma II unglasiert Siam Patna I glasiert.. 27,20 Grober Bruchreis. 18,70 Reisgrieß u.-mehl, lose 14,25 Ringäpfel, amerik. extra 47,38 52,30 18,33 40,70 27,40 20,00 Marmelade Einfr. Erdb. 108,20 Marmelade Vierfrucht Siedesalz in Säcken Steinsalz in Säcken Siedesalz in Packung.. Steinsalz in Packung. • 53,00-54,09 6,60-7,00 4,60-4,85 7,407,80 5,10-5,40 Brenschmalz in Tierces 79,00 Bratenschmalz in Kübeln 81,00 Purelard in Tierces Purelard in Kisten 76,00 78,00 choice 133.60 Getr Aprikosen, cal.fancy 158,40 136,25 Getr. Birnen, ca. fancy Getr. Pfirsiche, cal. extra choice. 149,00 Getr. Pflaumen. 61,00 Korinthen in Kist. choice 85,20 68,20 Rosinen in Kisten Sultaninen in Kisten. Mandeln, bittere Bari.. 139,00 Mandeln, süße Avola.. 162,80 Kassia Vera.... 116,00 Kümmel, holländischer. 166.03 Nelken Zanzibar Kaneel 98,70 193,50 Margarine, Handelsmark. 52,00- 57,00 Margarine, Spezialmarke 60,00- 69,00 Molkereibutter. Corned beef 12/6 lbs p. K. 40,00 Speck, gesalzen, fett. 80,00 Quadratkäse 70,00 Quarkkäse 80,00 Tilsiter Käse, vollfett 130,00 80,00 Tilsiter Käse. halbfett. Ausl. ungezuck. Condensmilch 48/16 29,00 Inländische desgl. 48/12 25,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 35,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. 244,70 Werbebezirk Neukölln. Funktionärturfus 9 Uhr vorm. im Jugend heim, Münchener Str. 53. Thema:„ Die Entwidlung der Klassen und ihre Rämpfe." Werbebezirk Often, SAJ., FG3. unb gb.- Jgd. Karl- glebtnechtunb Rofa- Lugemburg- Gedenkabend im Jugendheim, Frankfurter Str. 16, abends 7 Uhr. Morgen, Montag, den 21. Januar, 71 Uhr: Friebenen: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Geschichte ber Karlshorst: 30. Gemeinde.. Jugendbewegung"( Bis zum Reichsvereinsgesch). Bas versteht man unter einer fchule, Augufte- Bittoria- Str. 85, Vortrag: fozialistischen Gesellschaftsorbnurg?"- Norben: Schule Butbufer Str. 8, Bot trag: Aus dem Leben eines Arbeiterfindes." Ortsausfuß für Jugendpflege Neukölln. Montag 7 Uhr in der Aula ber Nathenau- Schule, Boddinftr. 34, Kino- Abend. Borgeführt Ein wird der große Schiller- Film: Schillers Leben und Birken." trittstarten für Jugendliche 30 Bf. und für Erwachsene 60 Bf. find am Saaleingang zu haben. Arbeitersport. Sportliche Bereinigung Norden 1893. Am Sonntag, ben 20. Sannar, findet im Vereinslokal von B. Buggert; Berlin N. 20, Pantstr. 60, die Generalver fammlung des Vereins statt. Es ist Pflicht eines jeden Sportkollegen, zu er fcheinen. Südwest- Bezirk. Die Serienspiele am Sonn Märkische Spielvereinigung tag, den 20. Januar, fallen aus. Geschäftliche Mitteilungen. Der mächtiafte von allen Herrschern ift der Augenblid. Baden Gie bie. Ge legenheit am Schopf und benußen Sie unverzüglich ben Saifon- Rehraus in ben 11 bekannten Seifer- Filialen an allen Berkehrs- Brennpunkten von Groß- Berlin. Geboten werden Restposten in größter Bielseitigkeit, so daß jedermann nach Geschmack und Bedarf das Passende findet, und zwar unerhört billig, daher ftets willkommen. Каяя WENESTI ORANGE 290J 5b 100 odo tor10V Thiswor dnsko? berben si somolsp TSV m 01 nedoplisra sb WENESTI RUND Safis u Die beiden feinen Consum- Zigaretten Wirtschaft Götterdämmerung bei den Agrariern. Drganffattonen mögen ihren Mitgliedern mehr Auftlärung über|- rund 2 miffionen Rarzarbeiter bei rund bie Notwendigkeit der Steigerung der Produktion geben, als daß fie 4,3 millionen Mitgliedern eine Kurzarbeitsziffer( wie Refolutionen fassen, in denen das den Arbeitnehmern angeraten im Bormonat) von 47,3 v. 5.( 46,1 v. S. der Männer, 50,4 v. H. wird. ber Frauen). Die nachstehende Uebersicht gibt die Entwicklung der Kurzarbeit bei den wichtigsten Verbänden( mehr als 100 000 Mitglieder) wieder: Dom Bericht Kurzarbeitsziffer( Kurz erfaßte Mitglied. arbeiter auf je 100 Mitgl.) Ende November Januar Juni Novbr. 1923 Berband Metallarbeiter( G.) Fabrikarbeiter( G.) Textilarbeiter( 6.) 1 811 782 8,2 19,7 9,8 9,6 41,1 Es wird nicht lange dauern, und das Hilfegeschrei der Landwirt- Bei einzelnen Berbänden, wie z. B. bei den Porzellanarbeitern, Unsere großen und fleineren Barone von Ar und Halm haben fchaft wird politisch organifiert. Dann tommt bie Propaganda und den Textilarbeitern und den Schuhmachern, ist der Anteil der Ar fich feit der Kriegszeit als die Herren der Ernährung gefühlt. Es Forderung des Staatsfredits und der Schußzölle. Im besonderen beitszeitverkürzungen noch erheblich höher. gab feine ausländische Konkurrenz, es brauchte auch der Betrieb den Zöllen und Einfuhrverboten sind durch das Diktat von Vertechnisch nicht weiter entwidelt zu werden, die billige Arbeitskraft failles einige Riegel vorgeschoben. Um so stärker wird man um ermöglichte jedes Geschäft. Während des Krieges war es der Kriegs- Staatshilfe schreien. Die Agrarfrise meldet sich an, hoffentlich führt gefangene, nach dem Krieg förderte die Geldentwertung den gleichen fie den Maffen der kleinen und mittleren Bauern zur BögenBorteil zutage. Die Landwirtschaft arbeitete konkurrenzlos". dämmerung, zu der Erkenntnis, daß sie von der politisierenden Immer deutlicher macht sich jetzt bemerkbar, daß diese schönen Großlandwirtschaft ins Elend geführt worden sind. Zeiten wohl vorüber sin d. Der Often Europas, Rußland, findet zunehmend wieder den Weg zu seinem alten Getreideabsatzgebiet Deutschland, Amerika, auch in der Landwirtschaft aus den Kriegsbedürfnissen heraus staunenswert weiter entwidelt, schüttet feinen Ueberfluß nach Europa. Das geht so weit, daß die in ihrer Not des Ueberflusses ständig radikaler werdenden Farmer die materielle Unterstützung Deutschlands durch die Bereinigten Staaten ver langen, damit es ihnen drüben Ware ablaufen kann. Der finfende franzöfifche Franken fördert im Besonderen den Export der dortigen Mühlenindustrie nach dem Westen und Südwesten Deutschlands, die Tschechoslowakei und Polen fuchen ebenfalls bei uns ihren Absatz zu finden. Die in den Vorjahren zuletzt über den Weltmarktpreis steigenben Preise der deutschen landwirtschaftlichen Produkte führten neben der Freiwerdung von allen Hypothekenschulden leider weniger zu einem technischen Ausbau und einer organisatorischen Weiterdurchbildung der Landwirtschaft, als mehr zu einer oft geradezu unfinnigen Verschwendungs- und Ausstattungssucht, die sich bis zum lächerlichsten Lurus verstieg. Die Steuergesetze wurden in völliger Berkennung ihrer Auswirkung im Reichstag von rechts her so beeinflußt, daß durch sie letzten Endes weniger die großen, dafür aber mehr die mittleren und am stärksten die kleinen Bauern betroffen wurden. Jetzt treffen die Auswirkungen jener Verständnislosigkeit mit der Döllig zermürbten Ronsumtraft der Arbeit. nehmer, im besonderen der der Großstädte, zufammen. Blöglich dämmert es. Aber das führt nicht etwa dazu, die gemachten Fehler zu erkennen, sondern erzeugt mur Brotestgeschrei und Hilferufe. Sie sind verständlich, wenn man dabei nicht außer acht läßt, daß sie mit Geldknappheit und der empfindlich merkbar werdenden technischen Rückständigkeit zusammenfällt. Zusammenschluß der Stahlwerke des unbesetzten Gebiets. Der andauernde Sturz des französischen Franken hat es der Verkehrsbund( G.) französischen Eisenindustrie ermöglicht, in den letzten Wochen die Baugewerkschaftsbund( G.) deutschen Eisenpreise ständig zu unterbieten und den deutschen In- Holzarbeiter( G) landsmarkt mit französischem Material zu überschwemmen. Der Gemeinde u. Staatsarbeiter( G.) Druck auf die Eisenpreise wurde noch dadurch verstärkt, daß gleichzeitig von den Franzosen im besetzten Gebiet beschlagnahmte Eisen- Bekleidungsarbeiter( G.) vorräte auf den Markt geworfen wurden. Unter diesen Einflüssen Tabatarbeiter( 6.) Tegtilarbeiter( Ch.) fant in wenigen Wochen der Stabeisenpreis von 191 m. auf 140 Fabrit- u. Transportarbeiter( Ch.) und selbst 130 M.; d. h. der Eisenpreis bewegt sich nur noch 25 bis Metallarbeiter( H.-D.) 30 Broz. über dem Friedensstand. Schuhmacher( G.) Maschinisten und Heizer( 6.). Um sich das Geschäft nicht ganz verderben zu lassen, haben sich gestern die Stahlwerke des unbesetzten Gebietes erneut zusammentes erneut 3 u geschlossen. Auch hier versucht man dem Konkurrenzkampf nicht durch tech. nische Weiterentwicklung der Betriebe, durch wirtschaftlichen Aufbau entgegenzugehen, sondern durch den üblichen Zusammenschluß zur üblichen Wuchervereinigung, die Kartell genannt wird. Sie wird natürlich zuerst Preisvereinbarungen beschließen und dann wird man versuchen, die Löhne weiter zu drüden. Das ist ja die ganze Weisheit, von der unsere Unternehmer beherrscht werden. Der Arbeitsmarkt. Die Arbeitsmarktlage hat sich im November, über ben infolge des Ausfalls der letzten Nummer des Reichsarbeitsblattes" erst jetzt berichtet werden kann, weiter verschlechtert. Diese Abwärtsbewegung ist aber gegenüber den Vormonaten langsamer geworden. Sie scheint dem Tiefpunkt nahe zu sein. In einzelnen Gebieten und Industrien sind Anzeichen einer Befferung nicht zu Derkennen. Das Ergebnis der für den 14. Dezember bei den wichtigsten Arbeitsnachweisen durchgeführten sogen. Stichtagzählung läßt ebenfalls noch ein Anhalten der Verschlechterung erkennen. Die Zah! der am Stichtage verfügbaren Arbeitsuchenden stieg um 320 041( um Bormonat 494 075). Eine Stimme aus diefen laut hinausgebrüllten Erkenntniffen fei hier abgebrudt. Sie stammt aus dem Bayerischen Kurrier": Das Rüdgrat der deutschen Landwirtschaft ist der Rörner bau. Zurzeit werden auf dem Getreidemarkt Preise geboten, die weit unter jeder Rentabilität sind. Man muß bis in die achtziger und neunziger Jahre, die trübsten Zeiten der deutschen Landwirt schaft zurückgehen, um derart niedrigen Preifen zu begegnen: Wie sich die Arbeitslosenziffer im Gesamtdurchschnitt Weizen 7 M. pro Zentner, Roggen und Gerste 6 M., Hafer 5 M. des Reichs entwickelt hat, zeigt die folgende Zusammenstellung: Und die Ursache? Zurzeit wird Mehl vom Ausland, von Amerika, der Tschechoslowatei, von Frankreich( früher Illkirchener Mühlenwerke) in enormen Mengen und so billig auf den deutschen Markt geworfen, daß der Auftauf von inländischem Getreide und dessen Bermahlung mit diesem Mehl nicht mehr tonfurrieren tann. Auffauf von ausländischem Getreide ist vollständig ausgeschlossen. Wenn die Müller ihre Existenz erhalten wollen, müssen sie zu Mehlhändlern werden. Der Landwirtschaft fehlen die notwendigsten Futtermittel, da Mehl statt Getreide eingeführt wird, der ganze Futterabfall aus der Bermahlung also wegfällt." Ende Januar Februar · März. April Mai Juni. Juli 1913 1919 1922 1923 3,2 6,6 8,3 4,2 2,9 6,0 2,7 5,2 2,3 3,9 1,1 5,6 2,8 5,2 0,9 7,0 2,5 3,8 0,7 6,2 2,7 2,5 0,6 4,1 2,9 3,1 0,6 3,5 Auguft 2.8 8,1 0,7 6,3 September 2,7 2,2 0,8 9,9 Dftober 2,8 2,6 1,4 19,1 8,1 2,9 2,0 23,4 4,8 2,9 2,8 November.. Dezember 819 816 599 274 89,7 29,7 59,2 443 501 0,4 1,2 4,5 356 905 6,5 6,2 32,8 143 128 0,8 0,2 12,1 1,2 25 826 28,2 12,4 22,4 115 195 87,9 44,7 61,8 68 756 45,8 22,1 28,9 117 243 3,8 8,5 10,9 117 570 0,4 18,7 72 987 64,6 51,0 66,2 56 667 1.8 8,8 9,6 Die nachstehende Uebersicht gibt die Entwicklung der allgemeinen Kurzarbeitsziffern in den legten beiden Jahren. Ende Januar Februar. März. April. Mai Juni Juli Auguft September 21 Dltober. November Dezember • 1921 1922 1923 7,0 1,8 12,6 7,9 1,9 14,9 9,5 1,3 23,6 8,9 0,7 28,5 8,1 0,5 21,7 7,2 0,6 15,3 5,2 0,8 14,5 8,2 0,9 26,0 2,9 2,6 39,7 2,5 4,7 47,3 1,1 7,5 47,3 1,5 8,7 Im Januar werden von den typischen Induftriebetrieben recht unterschiedliche Berichte gegeben. Eine gewisse Klärung scheint sich anzubahnen, aber bestimmte Tendenzen der Arbeitsmarktentwidlung find noch nicht zu erkennen. Die Zahl der schlecht beschäftigten Be triebe hat etwas abgenommen, die der befriedigt beschäftigten ist etwas gestiegen. Eine feine Bilanz. Die Continentale affermerts- Gesellschaft, Berlin, besitzt und betreibt eigene Wasserwerte in folgenden Ge meinden, in denen ihr die Konzession für die ausschließliche Wasserperforgung erteilt ist: 1. Artern i. T., 2. Bentheim in Hannover, 3. Bergen b. Frankfurt a. M., 4. Drossen( Neumark), 5. Eichwalde b. Berlin, 6. Gnoien i. Medlbg., 7. Hagenom i. Mecklbg., 8. Sett stedt( Südharz), 9. Kirchheimbolanden( Pfalz), 10. Woltersdorf b. Berlin. Diese Werke stehen mit 7,4 Millionen Papiermark zu Buche. Unter Beteiligungstonte ist zufammengefaßt die Betei ligung der Gesellschaft: 1. an der Wasserwerks- und Kanalisationsbauten D. Smrefer G. m. b. 5. in Berlin, 2. an der Wasserwerks Gesellschaft Rheinau m. b. 5. in Mannheim, 3. an der Compagnie des Gaur de Skutari et Raditeui, Konstantinopel, 4. an der TreibölBerkaufsgesellschaft. b. S. in Berlin. Diese Beteiligungen stehen mit nur zwei Bapiermillionen zu Buche. Jetzt gibt es nur eins: Auch in der deutschen Landwirtschaft endlich die Einbildung abzuschütteln, daß man bechnisch an der Spike der Welt marschiert. Es müssen wieder Goldschulden aufgenommen werden, um dem Boden Düngeftoffe, der Wirtschaft Be- Die Kurzarbeit hat im Berichtsmonat nicht mehr zugenom triebsmaterial, furz, dem gesamten Produktionsprozeß neue Rraft| men. Infoige der starten Anwendung von Arbeitszeitverfürzungen zuzuführen. Wir stehen am Wiederbeginn der Berschuldung der war die zahlenmäßige genaue Erfassung durch die unteren berichtenAlbrecht u. Meister. Nach dem Rechenschaftsbericht war die Be deutschen Landwirtschat. Das wird die Inflationssteuer, von der den Stellen( 3estellen) nicht möglich. Für die 33 berichtenden Ge- schäftigung im allgemeinen zufriedenstellend. Die In- und fich die Agrarier bisher zu brüden verstanden haben. Die agrarischen werkschaften ergibt sich bei einer Zusammenfassung aller Angaben Auslandsbeziehungen wurden weiterhin ausgebaut. N GROSSER LebensmittelVerkauf soweit Vorrat Räucherwaren Wurstwaren Oelsardinen Dose 28 PL. 38 PL 48 PL Oelsardinen Dose ca. 2 Pfand.... 240 Landleberwurst Pfand 75PL. Fettheringe.... Stück 5 PL. 7 PL. 9 PL Rotwurst nach Thüringer Art, Pfund 75P. Matjesheringe eng...... Stack 15 PL Sülzwurst............ Pfand 85PL Anchovis.................. Glas 55 PL Fleischwurst................ Pund 110 Heringe in oel............ Dose 65 PL. Jagdwurst................ Pfand 125 Heringe in Gelee, ez. 1- Pfd.- Dose 85 PL Feine Leberwurst......... Pund 125 Mosel- u. Rheinweine Grobe Mettwurst.......... Pfand 125 1922er Edenkobener Flasche 100 nach Braunschweiger Art 135 1920er Schloss Böckelh. 1. 150 Mettwurst Braunschland Magerer Landspeck. ...... Pfund 135 1921 er EdesheimerOberf. L. 180 1. Pfund 180 1921er ZeltingerNiederb. 1. 380 Teewurst Zervelatwurst Pfund 180 Dtsch.Weinbrand*** Jornal Qual, 40% Flasche 175 325 Ausländ. Speck geräucher 88Pt. Pfund 40% Flasche 175825 Gefr. Kaninchen...... Pfand 40Pt. Amerik. Würstchen Pd- 30P. *** ...... Pfund Dose..... Corned beef Dose ca. 450 g... 60Pt. Pork on Baens Dose ca. 450g 30Pt. Backobst& Frucht, kalif., Pfund 75Pt. Birnen getrocknete, kalif., Prand 110 Pfand 38Pt Zucker Tafelbutterleinste, in 198 Pfd. Milchschokoladeratel 100 g.......... Rates........ ff. Pralinenmischung. Prima gefrorenes Ochsenfleisch Suppenfleisch.... Pand 54PL. Fehlrippe Pand u. Quarrippe 60PL ... Plund Schmorfleisch 74PL Knoch Pfund Frisches Fleisch Hammelvorderfi. 68PL. Pfund frisch, o. Schweinebauch 94PL Gehacktes Pfand 70Pt. Käse Mengenabgabe vorbehalten, Quadratkäsand 55 rr. Kolonialwaren Tilsiter Käse........... Pfand 95 PL 15PL Holländer Käse....... Pfand 98 Pt. Feinstes Weizenmehl... Prand 16PL Schweizer Käse......... Pfand 180 Amerik. Auszugsmehl Pland 20Pt. Rinderfett........... Pfund 55 PL Hafermehl Pfand- Paket Schweineschmalz..... Prand 78 P. Gebrannte Gerste........ Pfand 18PL Tafelreis................... Pfund 18PL. Rot- u. Dessertweine Haferflocken Edamer Pfand 105 1921er Montagne- 1956 Erbsen Naturrotwein..... .............. Pfand 16PL ............... Ptand 26pt ...... Pfund 28pt ....................... Pfund 32PL 1922er Dürkh. Rotwein L. 180 Bandnudeln 1919er ChâteauPoujeaux. 300 Linsen Alter Tarragona voll a. süss, Fl. 250 Pflaumen Weinbrand- Verschn. 110 38%. 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Pland 80PL ... Pfund 50Pt. 2- Pfund- Dose stark, 2- Pfund- Dose Eler- Fadennudeln Pfand 35PL Prand 39PL ........ Pfund 135 220 40PL bis 10% Bobnenmischung kaffee, Pfand 25% Bohnen65Pf. Kakao Kaffee gebrannt..Pfand 190 Kaffee- Ersatz Kaffee- Emischung kalee. Plund Chines.Tee...... Pfund 300 Dänische Vollmilch... Dose 55Pf. Pflaumenmus 25- Pfund- Himer 950 Marmelade 25- Pfund- Eimer... 690 Zucker gesüsst, bis 380 ..2- Pfund- Dose. Tafelmargarine Pid. 55P THETZ MA N rot Johannisbeerwein 175 10 r11500 N Radles Speierling Apfelwein -Liter- Flasche 15PL Refte- Einzelpaare Durch den gewaltigen Andrang, der schon mehrere Wochen vor Weihnachten in unferen Geschäften einsetzte und mit dem Inventur- Berkauf seinen Höhepunkt erreichte, haben sich in unseren Lägern naturgemäß verschiedene Restbestände und Einzelpaare angesammelt. Wir haben diese Paare in allen Etagen unserer Verkaufslotale auf Tischen ausgelegt und bieten diefelben zu außergewöhnlich billigen Preisen zum Kaufe an. 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Metropol- Theater 7% Uhr: Marietta Büchse der Pandora Operette v. Kollo KöniggrätzerStr. Neues Theat. a. Zoo 8: Die Dame mit d. 7, U: Meius Todter Ojto Scheidungsgrund Operette von Jessel Komödienhaus 8: Die Kleine vom Varieté Neues Volkstheat. 8 Uhr Die keusche Susanne Renaissance- Theat. Berlin W9 Cinfstraße 11 Thalia- Theater Braune und schwarzes Kinderstiefel in gediegener Ausführung und guter Paßform Größe 31-35 M. 7.50, Größe 27-30 2. Charlottenburg Wilmersdorfer Straße 117 Das Ereignis der Berliner Theater- Saison! Heute 7 Uhr: Frasquita 66 unter persönlicher Leitung von Franz Lehár Hauptdarsteller: Kammersänger Hermann Jadlowker Martha Serak von der Budapester Staatsoper Karl Platen Lisa Weise Eugen Koltai Vorverkauf täglich ab 11 Uhr an der Tageskasse sowie bei Wertheim und an den übrigen Theaterkassen. Fahrverbindungen: Untergrundbahn Inselbrücke, Stadtbahn Jannowitzbrücke, Straßenbahnlinien: 4, 13, 28, 41, 44, 47, 48, 54, 69, 74, 76, 87, 91, 99. 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