Nr. 60. " Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Jnsertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 150S. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der agrarische Staatsrath und der„ Antrag Kanik". Dienstag, den 12. März 1895. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Amerika, Indien, ja selbst Australien mit ihren Getreides| schaft fortgewurstelt werden, kann die deutsche Lands massen auf den deutschen Markt; es wurde fortgesezt mehr wirthschaft noch ganz gut mit der überseeischen konturriren, angeboten, als gebraucht wurde: und die Preise fielen, ja die allerdings niedrige Landespreise, dafür aber theuere fie haben gegenwärtig einen ganz ungewöhnlich tiefen Stand Arbeitskräfte, weite Transporte, doppelte und dreifache Heute, am 12. März, tritt der Staatsrath in erreicht. Zwischenhändler- Gebühren zu zahlen hat. Berlin zusammen, der darüber berathen soll, wie die Aber was weiter? Jetzt soll der Staat mit seinen Aber von einer solchen Generalreinigung wollen natür Lage der ackerbautreibenden Bevölkerung gebessert und Machtmitteln die Getreidepreise auf annähernd die höchste lich unsere deutschen Agrarier nichts wissen. Ihnen ist es gehoben werden tönne. Das ziemlich lang ge- Höhe schrauben, die sie jemals gehabt haben. Das lieber, wenn der Staat ihnen die früheren hohen Produktens rathene Programm zu diesen Berathungen haben brotessende Volk zahlte diese wahrhaft foloffale preise zwangsweise verschafft und eine große Anzahl von wir bereits in der Nummer vom 5. d. m. veröffentlicht, Getreidesteuer, und die getreideverkaufenden deutschen ihnen so der Gefahr überhoben wird, im wirthschaftlichen M. und wir machten schon damals darauf aufmerksam, daß der Großgrundbesizer machten den immensen Gewinn.-Konkurrenzkampf, der doch die gegenwärtige Gesellschaft Antrag Kaniz", ebenso, wie er in der Reihenfolge den Und welche Veranlassung liegt hierzu vor? Die Agrarier charakterisirt, aus einer höheren vielleicht in eine tiefere übrigen Punkten vorangeht, auch seiner Bedeutung nach bei behaupten, nian müsse die Getreidepreise auf solcher Höhe soziale Schicht verschoben zu werden, wie es sich freilich ein den Berathungen dieser Agrarkonferenz die erste Rolle halten, um die Landwirthschaft zum Körnerbau zu ver- Fabrikant und ein Kaufmann jeden Augenblick widerspruchslos, spielen werde. anlassen, damit falls dem Deutschen Reich bei einem Kriege und ohne daß der Staat für ihn eintritt, gefallen lassen muß. Der Antrag Kanig" ist ein Plan unserer Großgrund die auswärtige Getreidezufuhr abgeschnitten sein sollte Den Agrariern ist ihr Antrag Raniz" ja kaum zu befizer, denen, durch die Zufuhr ausländischen Getreides Deutschland seine Bevölkerung und das Heer selbständig verdenken, aber dem Volt wäre es zu verdenken, wenn es veranlaßt, der inländische Getreidepreis 811 start ernähren könne. auf den Leim ginge. " was nicht im Interesse der Ers ziehung des Volkes zu freien, auch politisch unabhängigen Menschen liegt. gesunken ist, und die nun den gesammten Handel Aber abgesehen davon, ob eine solche politische Kon- Also: Kanig vor! rufen die Agrarier; und das mit ausländischem Getreide den Privathänden ent- stellation überhaupt möglich ist und sie wird von er- Volk und insbesondere auch wir Sozialdemokraten rufen: reißen und daraus ein Staatsmonopol machen wollen, mit fahrenen Politikern nicht für möglich gehalten wäre billiges Brot! Wir bekämpfen solche Monopolpläne, der Bestimmung, daß der Staat das zur Ernährung der doch zu untersuchen, ob in Deutschland nicht auch Getreide wie den Antrag Kaniz", weil sie systematisch die nothdeutschen Bevölkerung nöthige ausländische Getreide auf dem gebaut werden könnte, ohne die Reizmittel des Grafen Kanit. wendigsten Lebensmittel zu Lasten gerade der Aermsten verWeltmarkte so billig wie möglich kaufen, es aber im In- Wenn das Getreide billiger geworden ist, wenn sich theuern; wir bekämpfen sie, weil sie die Machtfülle des gegenland billigstens zu dem Durchschnittspreis der letzten 40 Jahre aus seinem Erlös die Zinsen für die oben erwähnten hohen wärtigen Staates, des Staates der Reichen", noch vergrößern, verkaufen soll. Ta der Getreidepreis gerade in den letzten vierzig Hypotheken 2c. nicht mehr bezahlen lassen, so ist eben sowohl nach Seiten der konsumirenden Bevölkerung hin, die auf Jahren, namentlich von den fünfziger bis zu den achtziger Jahren, damit folgerichtig auch der Werth der Güter gesunken. seine Getreidemagazine angewiesen wäre, als auch nach die höchsten Sätze aller Zeiten, von Hungerjahren abge- Bei denjenigen Gütern, die sich schuldenfrei in Seiten einer großen Zahl von Menschen hin, die als Beamte sehen, erreicht hatte, und da unsere Großgrundbesitzer ihr den Händen des Landwirths befinden, hat dies und Arbeiter bei einem solchen riesigen Staats- Getreidemonopol Getreide natürlich zu denselben hohen Preisen verkaufen voltswirthschaftlich weiter gar nichts zu sagen. Wenn nöthig wären und das Heer der abhängigen Beamtenschaft tönnten, wie es der Staat zu verkaufen gesetzlich ge- der Graf X. y. 3. anstelle der früher aus dem Gut vermehren würde, zwungen wäre: so hoffen die Großgrundbefizer, gewonnenen 100 000 m. jest jährlich nur 75 oder 50 000 M. die Agrarier, durch dieses Gesch ein ganz vor herausschlägt, so muß sich der Bedauernswerthe" eben einzügliches Geschäft zu machen, da die Getreide- und damit richten", und er wird auch so nicht verhungern. Der Pächter Aber abgesehen von diesen praktischen Folgen, die die Brotpreise in Deutschland gegen den jetzigen Stand fast aber wird vielleicht die Pacht, der verschuldete Besitzer viel es uns unmöglich machen, den Antrag Kaniz" gutzuheißen, auf das doppelte steigen würden. Man spricht daher bei leicht den Zins nicht weiter bezahlen können. Beide werden die uns sogar zwingen, unsere ganze politische Macht und dem Antrag Kanih" nicht ohne guten Grund von einem vielleicht falliren. Das Pachtgut wird dann von dem unsern Einfluß gegen ihn in die Waagschale zu werfen, ,, agrarischen Raubzug allergrößten Stils". eigentlichen Befizer dem gegenwärtigen Getreidepreis ent wollen wir doch nicht verhehlen, daß er für uns neben Trotzdem soll gar nicht verkannt werden, daß sich nicht sprechend billiger verpachtet, der verschuldete Landbesitz seinen Fehlern auch einen syinpathischen Zug besitzt. Er nur die fern von abnahmefähigen größeren Städten befind- wird im Konkursverfahren wesentlich billiger verkauft ist für uns ein Symptom, daß die kapitalistische Geselllichen kleineren Bauern, sondern auch ein großer Theil der werden müssen, als er früher gekauft wurde; die Inhaber schaft am Anfang ihres Endes steht. Er ist ein Ansah, sogenannten„ Großgrundbesizer" in schwieriger, vielfach sogar der Hypotheken werden dabei mit größeren oder geringeren ein für uns freilich nicht gangbarer Weg, aus in unhaltbarer Lage befindet. Dies sind namentlich die Kapitalien ausfallen. Aber warum in aller Herrgotts- unserer auf der freien Konkurrenz aufgebauten jenigen, die in den 60er und 70er Jahren, als die Getreide- welt ist es nöthig, diese in der kapitalistischen Gesellschaft kapitalistischen Gesellschaft in die genossenschaftlich, preise infolge der zunehmenden Bevölkerung fortgesetzt stiegen, ganz natürlichen und alltäglichen Vorgänge durch staatliche planvoll betriebene, sozialistische Gesellschaft. Das Landgüter zu fabelhaft und ganz ungerechtfertigt hohen Preisen Machtmittel zu verhindern, indem der Getreidepreis, und für uns Sympathische am ,, Antrag Kanit" ist sein Stich ins gekauft haben, die auf diese sehr hohen Kaufpreise hohe damit der Werth der Güter, systematisch auf eine früher Sozialistische. Es ist Sozialismus; nur von falschen Restkaufgelder stehen lassen oder hohe Hypotheken aufnehmen vielleicht berechtigte Höhe zurückgeschraubt werden. Leuten unternommener, auf falschen Wegen zu falschen mußten, und diese Hypotheken und Resttaufgelder nun, noch dazu Wenn eine solche Generalreinigung, ein solcher Krach" Zielen führender. zu dem damals herrschenden hohen Zinsfuß, verzinsen müssen. erfolgt ist, wenn die Güter, entsprechend ihrem geringeren Warum, fragen wir, wenn schon sozialistischen KornIn der ersten Zeit konnten diese Zinsen bei den hohen Ge- Geldertrage, niedriger bewerthet werden, wenn die Pachten handel, warum nicht überhaupt sozialistische Landwirthschaft; treidepreisen herausgewirthschaftet werden. Allmälig aber traten und die zu zahlenden Zinsen heruntergegangen find, kann, und wenn diese: warum nicht auch die gewerbliche Proinfolge der Entwickelung des Eisenbahnwesens Rußland, glauben wir, sogar in der gegenwärtigen kapitalistischen duktion und die sonstige Volkswirthschaft sozialistisch, geUngarn c., infolge der Entwickelung der Dampfschifffahrt Gesellschaft noch eine Weile auch in der Landwirth- nossenschaftlich, planvoll? Feuilleton. Skizzen aus dem [ Nachdruck verboten.] Lachte, schlug dem verdußten Jüngling auf die Schulter und ging weiter. Apotheker vergnügt, ungerufen... ich glaube nicht daran Schwägerin. Sie können deren Liebeskorrespondenz führen, Sie wissen, daß die scheuen Vögel nicht ohne Lockruf wenn sie einmal welche zu schreiben hat." tommen... blicken Sie einmal in unserer Damengesellschaft umher, ob am Ende nicht die Zauberin mit der Lockpfeife in der 34 Nähe ist... nehmen Sie heute nichts übel, Silvano; Sie wissen, daß heute der Namenstag der Frau Präsidentin meinen Theil bin nur ihretwegen gekommen, da muß ich gestehen... Sie ist heute unsre Königin.. und wer sich unter den Schutz einer so schönen und einflußreichen Frau stellt, dem kann es nicht fehlen... muß aber auch gehorchen dafür..." südamerikanischen Hinterlande. ist, da dürfen Sie kein böses Geficht machen ich für Ein Blatt südamerikanischer Geschichte. " „ Ich küsse die Hand, schöne Frau," sagte galant der Apotheker. Für einen so einfachen und dabei schon arg bejahrten Patron ist es besser, immer respektvoll in der Beruhigen Sie sich, Don Pacho, wir wollen ihn schon Ferne zu bleiben, als sich vorzudrängen, wo es schöne feffeln. Mein Mann braucht einen Privatsekretär. Er sprach Frauen giebt... man erndtet dann wenigstens teine noch gestern davon. Das ist eine Stelle wie geschaffen für Niederlage man benutzt nur ab und zu auf Silvano... Sie nehmen natürlich an... ich dulde heute einen Moment eine kleine Lücke, um rasch Umschau teine Widerrede.. zu halten... ich meine eine Lücke, die uns Alten die" Ich muß auf diese Ehre verzichten, Frau Concepcion, jungen Leute lassen... wie ich hier. Guten Abend, sagte Silvano stockend, ich verstehe nicht gut mit der Feder Silvano. freut mich, Sie munter zu sehen... eine umzugehen und bin auch nicht hier erschienen, um ein Amt Ueberraschung, meine Damen, nicht wahr wieder ein anzunehmen Triumph mehr für das schöne Geschlecht, wenn so scheue Bögel ins Net gehen... " " Immer stolz", fiel ihm Concepcion ins Wort, Sie werden uns ein guter Freund sein, wenn nichts anderes Die blassen Wangen des jungen Mannes überzogen sich... nicht wahr, Carmen," wandte sie sich zu ihrer Schwester, mit brennendem Roth. die leicht erröthend im Hintergrunde stand. Ihre Thätigkeit Was macht Nicanor", fuhr der Apotheker fort, ich als Gefretär bei Bautista läßt Ihnen in 24 Stunden genau vermisse ihn schmerzlich schon lange Zeit... habe von 24 Stunden Zeit, und wenn es wirklich einmal etwas zu Tag zu Tag gehofft, ihn wieder unter uns und in der Ge- schreiben geben sollte, giebt es Schreiber genug, die die sellschaft zu sehen." Arbeit besorgen können. Bantista, was meinst Du dazu," Sie haben recht, wenn Sie sagen, er ist ein scheuer sprach sie ihren Gemahl an, der eben mit dem General Vogel", meinte Concepcion, war ganz überrascht, ihn auf Caballero Arm in Arm näher kam, es ist abgemacht, Herr einmal unter uns zu sehen.. wir wollen ihn zahm machen Godoy tritt morgen als Dein Sekretär ein er ist seinerzeit einmal wegen einer Kinderei von uns fortgegangen... desto mehr freut es mich, daß er sich ungerufen wieder einstellt." Ungerufen, sagen Sie, Frau Concepcion", meinte der Gewiß, meine Liebe, es freut mich außerordentlich, einmal eine gute Kraft zu gewinnen," erwiderte Gill. Ich dulde keinen Widerspruch, absolut feinen, und meine Damen noch weniger. Ta gehen Sie und tanzen Sie mit meiner " Ich bin sehr zufrieden, General, wenn es mir allmälig gelingt, diese Leute auf eine oder die andere Weise heranzuziehen... kommt erst der eine, so kommt auch der ans dere... man muß sich gute Freunde überall verschaffen, und diese Godoy's machen mir den Kopf warm." " " Ist ein hübscher Bursche, dieser Silvano," sagte Concepcion, die mit dem Apotheker stehen geblieben war, una gemein hübsch... sehen Sie Pacho. ich glaube gar er erzählt Carmen lustige Sachen Junges geht mit Jungem..." • Sie halten mich wohl für alt, weil ich mit Ihnen zus sammen bin..." ,, Durchaus nicht; das zeigt nur, daß Ihre Schönheit Macht über Alt und Jung hat.. " Ich verstehe nicht, wie Sie das meinen..." Sehr einfach... ich vermuthe, daß Ihnen niemand, auch nicht dieser schöne junge Mann etwas abschlagen kann. Guten Abend, verehrte Frau; ich finde, daß es spät ist... schlafen Sie wohl..." Der Apotheker suchte zusammen mit dem General den Heimweg. Der General war sehr schweigsam und nur zerstreut hörte er auf das, was ihm sein Begleiter vora schwaste. Wissen Sie, General, daß ich heute ein rechter Stümper gewefen bin... bildete mir ein, ein rechter Menschenkenner zu sein, und muß gestehen, daß ich heute noch nicht weiß, meine Sinne zu ordnen, um über etwas, was mich sehr interessirt, klar zu werden." " Was," entgegnete der General, der offenbar an etwas Anderes gedacht hatte und die Worte des Apothekers nicht! gehört hatte, was sagten Sie...?" " Hier bin ich zu Hause..." sagte darauf Don Frans früheren und den bestehenden Getreidezöllen. " Der Kaiser soll zu einem Oberagrarier gesagt haben, I guter Fußgänger sei und so große Strecken Weges ohne Er- dürfniß durchaus nicht genügten. Im übrigen versicherte Sie können mir nicht zumuthen, daß ich Kornwucher treibe." müdung zurücklege, so verdante er das seinem Hühneraugen- Arzt, Herr Müller den Postgewaltigen Herrn Stephan wiederholt Wir wissen nicht, ob dieses Wort richtig ist. Warum soll man dem dem Vater Alexandre, den er jeden Morgen zu sich kommen lasse. seiner„ Anerkennung" und" Dankbarkeit". Hierauf folgte der gegenwärtigen Staat nicht zutrauen, daß er Kornwucher und um ja recht klar zu beweisen, daß der Präsident seinen Antisemit Förster, der über ein ziemliches Material vertreibe. Der„ Antrag Kaniz" ist hinsichtlich des Wucher 3 ganzen Geist in den Füßen habe, berichtet derselbe" Figaro" am fügte, es aber in den Fluthen seines eintönigen Pathos doch nur dem Grade, nicht der Art nach verschieden von den 24. Territorial Infanterieregiments war, das Gramen als extränkte. 26. Februar, daß Faure im Jahre 1877, wo er Hauptmann des Kräftiger ging der Postverwaltung Genosse Bataillons- Befehlshaber nicht bestehen konnte. Schoenlank zu Leibe, der sein ebenso reiches Sündens Wenn die Regierung, wie zweifellos, sich gegen den In einer anderen Nummer versicherte diese Zeitung der vor register vorlegte, wie im vorigen Jahr, von der Ausbeutung, Antrag Kaniz" entschieden hat, und wenn der heute nehmen Welt, Faure habe hoch- und edelfinnig wie Titus das Wort Ueberarbeitung und Schuhriegelung der unteren Poftbeamten zusammentretende Staatsrath sich nach längeren Be- ausgesprochen:" Ich habe fein Recht, mich zu zerstreuen", und ein grelles aber wahres Bild entwarf, und die Sozialpolitik rathungen, wie noch zweifelloser, verständnißinnig ebenfalls meldet dann, gerade am Tage nach seiner Wahl hätte er sich mit der Exzellenz Stephan scharf geißelte. Postkanzler gegen den Antrag entscheiden wird, so geschieht dies, den Festen im Elysee beschäftigt und auf seinem Schreibtisch Stephan überließ es seinem Vizekanzler Fischer, mit den glauben wir, nicht wegen des„ Kornwuchers"- darin ist Aufschrift„ Bälle" gesehen. In der That besucht Faure, seitdem Anklagen und Angriffen so gut fertig zu werden, wie es man bei uns unglaublich tolerant sondern wegen des er Präsident ist, die Bälle in Begleitung seiner älteren Tochter, ging. Und es ging sehr schlecht. Morgen Fortsetzung.— sozialistischen Pferdefußes. Man denkt da oben ver- die man die kleine Königin" nennt. muthlich: Im Abgeordnetenhaus stand heute der Etat der Wer A gesagt hat, muß muß auch auch B Doch diese menschenfreundlichen Besuche und diese zahlreichen direkten und indirekten Steuern auf der Tagesordnung. In sagen." Und umgekehrt wir. Wenn wir dies Feste laffen Faure feineswegs vergessen, warum er zum PräMonopol entschieden verwerfen und gegebenenfalls fidenten erwählt worden ist. Während der letzten Wochen der der Debatte, die für unsere Leser kein besonderes Interesse entschieden bekämpfen werden, so geschieht dies, weil es sich Präsidentschaft Cafimir Perier's gab man Schaustellungen von hat, wurden namentlich vielfache Beschwerden über zu hohe da um Staatssozialismus handelt und nicht um parlamentarischer Schamhaftigkeit und fündigte ein gründliches Steuerveranlagungen, mangelhafte Erledigung von Rekla da um Staatssozialismus handelt und nicht um" Reinemachen" in der Presse und den Kammern an; die mationen bei den Berufungskommissionen 2c. vorgebracht. Banamisten, die Legion sind, zitterten man fennt Unser lieber Herr Finanzminister versprach mehrfach AbAber wenn man doch ein Tänzlein wagen will. wohl den Anfang, aber nicht das Ende. Felix Martin, hilfe. Nächste Sigung ist Dienstag: Etat der Ansiedelungsder Direktor der Südbahn Gesellschaft, war festgenommen fommission und Polenantrag. worden,- diese Geschichte will ich Ihnen ein ander Mal erzählen und schon war die Rede von wahr Wieder ein antisemitisches Mandat vakant. Der scheinlichen Verfolgungen gegen zwei bis drei Minister und Reichstags- Abgeordnete Lieber( Stroga), Vertreter gegen eine beträchtliche Anzahl von Deputirten und Senatoren, des 7. sächsischen Wahlkreises( Meißen- Großenhain) hat sein da Felix Martin erklärt hatte, er würde sich nicht verurtheilen Mandat niedergelegt. Ohne Angabe des Grundes, wie sein laffen, ohne die ganze Schaar hoher Persönlichkeiten bei seinem Kollege vom 6. sächsischen Wahlkreis. Mit diesem Mandate Falle nach sich zu ziehen. sind nun 11 Mandate für den Reichstag erledigt. Jm Wahlkreise Meißen Großenhain, der in der Legislaturperiode 1890-93 von einem Konservativen vertreten wurde, erreichten unsere Genossen am 15. Juni 1893 die relative Majorität mit 8410 Stimmen, der antisemitische Kandidat erhielt 7692, der konservative Randidat 6268 Stimmen, auf die freisinnige Volkspartei fielen 164 Stimmen. In Der Stichwabl siegten die vereinigten Antisemiten und Konservativen mit 13 344 Stimmen über unseren Kandidaten, der 8889 Stimmen auf sich vereinigte. Sozialdemokratie. Präsident Faure. Paris, 8. März 1895. Bei der letzten Präsidentenwahl waren drei Kandidaten in Frage: Brisson, ein alter Republikaner des Kaiserreichs, ehrwürdig durch seinen langen Bart und seine augenfällige Sittenstrenge; Waldeck- Rousseau, ein glänzender Redner, einst hervorragendes Mitglied des großen Ministeriums Gambetta" und die höchste Hoffnung der Reaktionäre, die ihm mehr Thatkraft zutrauen, als Cafimir Perier bewiesen; und Felix Faure, einer der mittelmäßigsten Politiker, den man in die Ministerien steckte, um die Löcher zu verstopfen". Die Konservativen hatten Angst, daß die Sozialisten gegen Waldeck Rousseau den tödtlichen Krieg wieder aufnehmen würden, durch den sie Casimir Perier zur Abdankung und Fahnenflucht gezwungen hatten sie wählten den unbedeutendsten der drei Kandidaten. H Seitdem Faure Präsident ist, hat sich das alles geändert man spricht nicht mehr von Verfolgung, sondern von Be schwichtigung. Felix Martin ist nach Steffung einer Kaution in Freiheit gesezt worden, und nächster Tage wird man ihm anzeigen, daß das Verfahren gegen ihn eingestellt ist. Die amüsanteste Beschwichtigungs- Geschichte ist die von der Amnestie Favette's. Dieser Beamte des Ministeriums war angeklagt, er habe fabelhafte Rechnungen gemacht, so z. B. 23 000 Fr. für Frühstück während eines Monats und während eines anderen Monats 18 000 Fr. für Fuhrwerf. Er erwartete ruhig sein Urtheil, weil ihm das Einschreiben dieser Summe in das Ausgabenbudget von zwei Ministern, Thevenet und Roche, deren Namen öffentlich genannt Die Aussichten in diesem Kreise sind für unsere Partei werden, befohlen worden war. Um ihn am Sprechen zu ver- genossen deshalb keine schlechten, weil die systematischen und hindern, ist nichts einfacher, als zu sagen, der Fall sei ein rücksichtslosen Verfolgungen der Sozialdemokratie in Sachsen politischer und folgerichtig bei der Amnestie mit einbegriffen. unserer Partei eine große Zahl neuer Anhänger zugeführt Eehr bald wird man hören, daß Herrn Favette ein wichtiges haben. und einträgliches Amt übertragen wurde. " Felix Faure, der ein ausgezeichneter Geschäftsmann war und noch ist, begriff, daß er die Wahl, welche auf ihn gefallen war, entschuldigen mußte. Noch am Abend des Wahltages schickte er 20 000 Franks für die Armen von Paris und 3000 für die von Havre, wo er zum Abgeordneten gewählt war, und kündigte an, daß er die Amnestie aller wegen politischer Vergehen und wegen Streits Berurtheilten verlangen werde. Das war ein guter Anfang. Die Sozialisten, die ihm in einem am Tag der Wahl erfchienenen Manifest den Krieg angekündigt hatten, stellten die Es scheint, daß Felix Faure sich selbst viel verzeihen lassen ,, Am Fuße der Wartburg" im Eisenacher Feindseligkeiten ein. Diese noble Freigebigkeit, die von dem muß. Die Petite dépublique" erzählt, daß er als Marine- Wahlkreis tobt ein fürchterlicher Mandats- KonkurrenzGeiz und der Engherzigkeit Casimir Perier so start abstach, minister mit zwei Echifffahrts- Gesellschaften von Havre einen Verkampf der„ Ordnungsparteien", von der jede die andere gewann Faure die öffentliche Meinung. An der so mühelos ge- trag wegen des Transports von Kriegsmaterial nach Madagaskar übers Ohr hauen und an die Luft setzen will. Und herzwonnenen Gunst der Menge( Popularität) fand er Geschmack. im Betrag von 70000 Tonnen zu dem unerhörten Preis von 90 Fr. zerreißende Nothschreie der Nationalliberalen", die natürEr besuchte die Hospitäler und schenkte jedesmal 200-500 Franks. Die Tonne abgeschlossen habe, während Anerbieten für die Hälfte lich von den konservativen Brüdern" brüderlich an die Der Präsident ist, was man so zu nennen pflegt, ein lustiger des Preises gemacht wurden. Es bedeutet dies einen Verlust von Wand gedrückt werden. Es lebe der Umsturz! Rumpan( un joyeux compagnon), gutmüthig und liebens 4 Millionen Frants für das Budget. würdig. Er hatte leicht viel Geld gewonnen und giebt es ebenso leicht wieder aus. In Havre war er der Liebling der Droschken tutscher, denen er glänzende Trinkgelder zahlte, mit einem freundlichen Wort für jeden. So oft er aus dem Elysee geht, tritt er in die Wache ein, plaudert ein paar Minuten init den Soldaten und läßt eine Extra- Ration Wein vorfahren. Die Anbeter der aufgehenden Sonne haben ihm eine Legende angefertigt. Sein Vater war ein fleiner Tapezirer in Batignolles, einem der Arbeiterviertel von Paris, und er Felig foll als Gerbergeselle angefangen haben; die illustrirten Blätter stellten ihn in seinem Arbeitsanzug dar, die Lederschürze um den Hals, Faure ist so populär, daß man ihm alles durchgehen läßt. Auch unter seiner Präsidentschaft intriguirt man träftig weiter und bereitet schöne Standale für die nächste Zukunft vor. Die Kandidaten im Wahlkreis Weimar- Apolda. Ueber die Kandidaturen für die bevorstehende Reichstagssozialistischer Deputirter aus:" Wir hatten die Panastellen werden und die freifinnige Volkspartei den früheren Als Felix Faure zum Präsidenten ernannt wurde, rief ein wahl steht bis jetzt nur mit Sicherheit fest, daß die Sozialdemokraten den Landtagsabgeordneten Baudert- Apolda aufmisten der Republit, nun werden wir die te publik der Panamisten haben!" Vertreter des Wahlkreises im Reichstag, Samhammer, aufFelix Faure und seine Umgebung arbeiten an der Verwirk gestellt hat. Die Kandidaten der Nationalliberalen und des lichung dieses prophetischen Ausspruchs. Bundes der Landwirthe sind noch nicht nominirt. Gallus. Holzschuhe an den Füßen und die Nermel aufgekrempelt. Gin Politische Leberlicht. Berlin, 11. März. Das Zentrum stellt seine Rechnung für die Be= willigung der Umsturz vorlage auf. Die Aufhebung des Jesuitengesetzes ist nur ein kleiner Theil der Gegenleistung, die es für seine Mithilfe bei der Knebelung des deutschen Volkes fordert. Den zweiten Posten hat es im preußischen Abgeordnetenhause genannt, indem es den folgenden Antrag einbrachte: Zeitungsschreiber entdeckte sogar eine Photographie aus jener Zeit, auf der er so aussah. Allein, das ist eine Mythe. Faure ist sein Lebenlang nichts anderes gewesen als Kaufmann. Er ist, wie es bei den In der heutigen Sigung des Reichstages wurde Römern hieß, ein„ neuer Mann"( homo novus), während die übrigen mit den letzten Resten des Militär- Etats rasch auf Präsidenten von geschichtlichen Familien abstammten. Deshalb geräumt, so daß das sehr schwach besetzte Haus schon nach ift Faure auch der Abgott des Bürgerthums: es ist stolz auf ihn, einer halben Stunde in die Berathung des Post Etats Die durch die Geseze vom 5. April 1873( Gesetzſamml. S. 143) und gerade seine Mittelmäßigkeit gefällt den Philistern am eintreten konnte. Die Debatte wurde von dem Zentrums- und 18. Juni 1875( Gefeßsamml. S. 259) abgeänderten bezw. meisten; denn sie sagen sich allesammt: auch ich hätte Präsident mann Lingens eröffnet, der die übliche Heiligenrede für aufgehobenen Artikel 15, 16 und 18 der Verfassungsurkunde für der Republik werden können, wenn ich mich, statt eine Fabrik Sonntagsruhe eröffnet, worauf der Fortschrittler Müller den preußischen Staat vom 31. Januar 1850( Gefeßſamml. S. 17) oder ein Handelshaus zu leiten, mit Politik beschäftigt hätte. Er ist so populär, daß ihn sogar die Lächerlichkeit nicht trifft.( Sagan), fich irdischeren Dingen zuwendend, verschiedene werden in der ursprünglichen Fassung: Und in Paris tödtet die Lächerlichkeit. Der" Figaro", der mit Uebelstände des Post und Telegraphenwesens behandelte besonderem Eifer das Weihrauchsaß für Faure schwingt, erzählte und namentlich bei den Mängeln unserer Telephonin seiner Numiner vom 25. Januar: Wenn Herr Faure ein so Einrichtungen verweilte, die dem öffentlichen Be... " . cisco, indem er einen Schlüssel hervorsuchte und langsam nur fürchtete ich, daß ich Ihnen gleichgiltig wäre und nach dem Schlüsselloch tastete, endlich habe ich es gefunden... das hat mich manchmal schwer betrübt. ist auch eine ganz erbärmliche Beleuchtung in Asuncion Wie fonnten Sie das denken.. Carmen.. und Sie also was ich sagte oder vielmehr sagen wollte, ist das, Ge- wollent mir also gauz angehören?" neral... ich schmeichelte mir also ein Menschenkenner zu Wie Sie nur fragen können sein, und muß Ihnen gestehen, daß ich heute nicht daraus" So hören Sie weiter. Draußen in der Vorstadt steht flug werden konnte, ob Sie Frau Concepcion das zweite mein Bruder Nicanor, der mich und Sie erwartet. Wenn Strumpfband abnehmen werden, oder ob es ein anderer Sie mich wirklich lieben, so kommen Sie noch heute mit thun wird. Sollten Sie der Glückliche sein, so wissen Sie uns. wenn Sie wollen können Sie, bis wir getraut schon von früher, daß ich gerne derartige Kuriositäten kaufe sind, bei einer befreundeten Familie in Barrero Grande und gut honorire... wünsche angenehme Ruhe, mein zubringen, wo Sie gut aufgehoben sind." lieber General." Aber das geht nicht, Silvano... was würde meine Hätte Herr Guanes das Gespräch belauscht, daß Schwester sagen, was mein Schwager... Was ganz Silvano Godoy mit Carmen zur selben Zeit führte, oder Asuncion warum sollen wir nicht hier bleiben und in hätte er bis zum anderen Tage gewartet, so hätte er Asuncion unser Heim aufschlagen... Ich bin sicher, daß sicheren Aufschluß darüber erhalten, ob Silvano der schönen meine Schwester nichts dagegen haben wird Frau Concepcion wegen gekommen war oder nicht. Silvano hatte mit Carmen einen Rundtanz gemacht, nachdem ihm Gill die Sekretärstelle aufgenöthigt hatte, und stand mit dem jungen Mädchen, das ungemein heiter und vergnügt aussah, in einer Fensternische, wo er ungestört mit ihm plaudern konnte. Wie ich mich freue, Silvano, sagte sie, daß Sie jetzt dauernd bei uns bleiben werden... jedenfalls werden Sie uns jetzt täglich besuchen " . .. Nein Carmen das ist unmöglich... ein ehrlicher Mann kann nicht daran denken mit einem Gill gemeinschaftliche Geschäfte zu machen... sieh, uns Godoy's geht unser Vaterland über alles... und ich will nicht, baß unser Name einst in der Geschichte der Gill's mitgezählt werden soll... wenn Du mir angehören willst, so sollst Du ganz brechen mit allem, was Dich mit diesem Namen verknüpft Art. 15. Die evangelische und die römisch- katholische Kirche, sowie jede andere Religionsgesellschaft, ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig und bleibt im Besitz und Genuß der für ihre Kultus-, Unterrichts- und Wohlthätigkeitszwecke bestimmten Anstalten, Stiftungen und Fonds. Art. 16. Der Verkehr der Religionsgesellschaften mit ihren Oberen ist ungehindert. Die Bekanntmachung firchlicher Anordnungen ist nur denjenigen Beschränkungen unterworfen, welchen alle übrigen Veröffentlichungen unterliegen. Art. 18. Das Ernennungs-, Vorschlags, Wahl- und Bes stätigungsrecht bei Besehung tirchlicher Stellen ist, soweit es dem Staate zusteht, und nicht auf dem Patronate oder besonderen Rechistiteln beruht, aufgehoben. Auf die Anstellung von Geistlichen beim Militär und an öffentlichen Anstalten findet diese Bestimmung keine Anwendung. wieder hergestellt. Liefert man die Schule der Geistlichkeit vollständig aus und berücksichtigt man gehörig die Paritätsschmerzen des Zentrums, dann wird die klerikale Partei als Siegerin aus dem Kampfe hervorgehend die Umsturzvorlage bewilligen. Aber trot Umsturzvorlage und Zentrumšsieg wird dann das deutsche Bolt nicht auf ewig in Verdummung und Knechtung gehalten werden können. Die Sozialdemokratie wird desto energischer fämpfen und desto eher dem deutschen Volke die Freiheit bringen.-in " Kulturkampf Erinnerungen gräbt der Aachener Volksfreund" aus. Er schreibt:„ Es saßen zur Zeit des Unser Haus ist klein und ärmlich im Vergleich zu dem, Kulturkampfes im Gefängniß: 1. Der Erzbischof von " Sie glauben also Carmen, daß ich die angebotene in dem Du Dich heute befindest; und ich weiß, daß das Gnesen- Posen, der jezige Kardinal Ledochowski, volle Stelle annehmen werde Opfer, das Du mir bringen sollst, ein großes ist. Aber 2 Jahre. 2. Der Erzbischof von Köln, der jetzige Kardinal „ Und warum nicht wollen Sie denn wieder unser Haus ist ehrlich und rein. Der Name Gill ist ver- Melchers, über ein halbes Jahr. 3. Bischof Eberhard von zurückkehren fnüpft mit allen Schandthaten, die man sich nur denken Trier fast ein ganzes Jahr. 4. Bischof Martin von Pader" Ich müßte eine traurige Rolle spielen, Carmen, wenn tann, mit dem Verrath am Vaterlande, mit dem Betrug born vom 4. August 1874 bis 19. Januar 1875. Alsdann ich das thäte, und mein Bruder verließe, um hier bei und der Plünderung.. Du sollst und wirst bei mir in ging er ins Eril, sonst wäre er noch viel schwereren Ge5. Bischof Brinkmann Don Ihrem Schwager eine Sinekure zu übernehmen. Ich bin feinem Glanze leben, wie Du es bis jetzt gethan haft; aber fängnißstrafen verfallen. vom 18. März bis 27. April 1875. aus einem ganz anderen Grunde hierhergekommen und dafür sollst Du eine ehrliche Hausfrau und Mutter braver Münster Nicanor kennt ihn und hat ihn gebilligt, Hören Söhne sein... Vielleicht wird es Dir am Anfang schwer 6. Weihbischof Dr. Janiszewski von Posen sechs MoSie mich an, Carmen, es ist ein ernstes Wort, was ich vorkommen, dieses Leben, aber ich weiß es bestimmt, daß Du nate. 7. Weihbischof Cybichowsky von Gnesen 9 Monate. mit Ihnen zu reden habe und deshalb bin ich eigens aus es selber einsehen wirst, daß Du dabei auf dem rechten Wege Diese 7 Bischöfe wurden in die Gefängnisse gesteckt, weil Barrero Grande gekommen... Seitdem ich Sie gesehen bist. Entscheide Dich... wenn Du es vorziehst, will ich sie sich die Freiheit des Denkens und der Ueberzeugung habe, an dem Tage als ich zum ersten Male zum Bewußt Dir noch ein paar Tage zur Ueberlegung lassen; aber es wahren und die katholische Kirche in ihrer Verwaltung bis sein tam nach meiner Verwundung, gab es feinen Augen- ist das letzte Mal, daß Du mich im Hause eines Gill's blick mehr, in dem ich nicht an Sie gedacht hätte... hr siehst... ich liebe Dich über alle Maßen; aber mein Bild verfolgte mich, wo immer ich mich befand... ich bin Waterland noch mehr als Dich und wenn es nicht anders gekommen, Carmen, Sie als ein ehrlicher, gerader Mensch sein sollte, würde ich es vorziehen nicht Dich zu vergessen, zu fragen, ob Sie es über sich gewinnen, die Meine zu denn das würde mir unmöglich sein, aber Dich und mich zu opfern für die Ehre unseres Vaterlandes... sprich, was hast Du beschlossen... wann soll ich Deinen Besche id werden .. Carmen sah mit leuchtenden Augen zu ihm auf: " Ja, ja, Silvano," erwiderte sie leise, ich glaubte, daß erwartcit...?" Sie es schon lange gemerkt hätten, daß ich Sie liebe.. ( Fortsetzung folgt.) zum Religionsunterricht nicht unter die Oberhoheit des Staates ftellen wollten. Außerdem wurden, um nur ein Vierteljahr aus der langen Rulturkampfszeit" herauszus greifen, im 1. Quartal 1875 241 Geistliche, 136 Redakteure und 210 andere Bürger verurtheilt. Die Geistlichen wurden meist bestraft, weil sie, ohne nach maigesetzlicher Façon ans gestellt zu sein, die heil. Meffe gelesen, Kranken und anderen die heil. Sakramente gespendet, also an sich die reinsten und heiligsten Akte verrichtet hatten; die Redakteure, weil sie die Majestät des Gesetzes" verlegt haben sollten, indem sie die " Reichsbettel- Unfug. Der herannahende 80. Geburts. I bes Polentlubs genähert. Das Subkomitee foll nun endlich eine Verurtheilung der Bischöfe und Priester mißbilligten, die tag des Fürsten Bismard wird wieder einmal zu Basis für die Weiterberathung gefunden haben. Unterdrückung der katholischen Kirche beklagten und tadelten. Betteleien im großartigsten Maßstabe benutzt, um dem verWas die katholische Presse und die Führer der katholischen trachten Reichsgründer zu allerlei Ehrengeschenken" zu die Märzgefallenen fand in Wien schon am Sonntage statt. Märzdemonftration in Wien. Die Gedenkfeier für Bewegung über sich ergehen lassen mußten, davon hat die verhelfen. Soweit die wirklichen Verehrer des Fürsten Ueber ihren Verlauf meldet uns eine Privat- Depesche das neuere Generation schon gar keine Ahnung mehr; es würde Bismard ihm Geschenke darbringen wollen, mögen fie folgende: ihr, wenn man es im einzelnen darlegen wollte, schier uns das nach Herzenslust thun, vorausgesetzt daß sie glaublich vorkommen. So fanden allein, wie damals statistisch es aus eigenen Mitteln thun und niemand zwingen, Bolt am 18. März 1848 gefallenen Studenten und Arbeiter am 40 000 Arbeiter versammelten sich zur Ehrung der für das festgestellt wurde, im 1. Duartal 1875 20 Konfistationen, wider Willen ebenfalls Beiträge zu leisten. Wie aber 55 Verhaftungen, 74 Hausdurchsuchungen, 103 Ausweisungen schon bei dem 70. Geburtstage Bismard's, als es sich Bentralfriedhof. Der Rückmarsch gestaltete fich zu einer großrespektive Internirungen, sowie 55 Auflösungen von Ver- darum handelte, dem dugendfachen Millionär artigen Wahlrechts- Demonstration. Die Arbeiter zogen vor das ſammlungen und Vereinen statt. Und alles das vollzog das Familienstammgut Schönhausen zu schenken, alle, auf Parlament und forderten dort in vieltausendstimmigen Rufen sich unter dem Jubel der liberalen" Presse und der die man die Hand legen konnte, zu Beiträgen gepreßt wurden, das ihnen so schnöde vorenthaltene Wahlrecht. Trotz des riesigen , liberalen" Parteien!" so geht es auch dieses mal. Polizeiaufgebotes war der Verlauf der großartigen Demonstration Insbesondere ist es der Bund der Landwirthe, ein durchaus würdiger. Der Disziplin unserer Genossen gegenüber der alles aufbietet, um mit einem möglichst imposanten Ge- war die Polizei machtlos. Keine einzige Verhaftung wurde vorschenk seiner Berehrung für den Oberbrotvertheuerer Ausdruck zu geben. Aus Schlesien wird uns berichtet, genommen. daß die Mitglieder des Bundes der Landwirthe Desterreich und die internationale Münzkonferenz. Am alle ihre Arbeiter und Dienst boten Schluß der Sigung des Abgeordnetenhauses stellte der Abg. Kleinbürger zu Beiträgen nöthigen ein Vorzu einer internationalen Münzkonferenz behufs Regelung der sowie die ihrem Einfluß zugängigen Handwerker und Fries die Anfrage, welche Stellung der Finanzminister gegenüber einer etwa zu gewärtigenden Einladung des deutschen Reiches gehen, das in jenen Kreisen große Erbitterung Währungsfrage einnehme. Der Finanzminister erwiderte, die hervorruft. Regierung habe bisher noch keine Einladung erhalten, werde aber, wie bei früheren Münzkonferenzen, nicht Anstand nehmen, einer etwaigen Einladung Folge zu leisten. Und die Partei, die dies am eigenen Leibe erduldet hat, arbeitet jetzt mit dem Aufgebote aller Kräfte an der vollständigen Entrechtung des deutschen Volkes! Ludwig Börne über die Umsturzvorlage. In der Breslauer Zeitung" lesen wir: Sechzig Jahre sind seitdem verflossen; aber wir Deutschen stecken noch immer in den Kinderschuhen und haben noch immer unsere Kinderkrankheiten." Zum Glück giebt es in Deutschland doch auch Leute, Bürgerthum sich gefallen ließ, werden die deutschen die den Kinderschuhen entwachsen sind. Was das deutsche Arbeiter, umzustürzen" wissen. M " Zu den deutschen Dichtern, Schriftstellern, Künstlern, Gefich auch Ludwig Börne, der beiläufig vor sechzig Jahren lehrten, welche jetzt gegen die Umsturzvorlage protestiren, gefelt schon das treffendste Urtheil über die Vorlage gefält hat. Ber fanntlich ist von seiten der Regierung, speziell von den Herren Nieberding und Köller, zur Begründung der Vorlage ein un Hier in den Kreisen Jauer, Striegau, Schweidnitz ze.", gebeures Material aus Frankreich, Rußland zc. beigebracht worden. Es ist richtig: in Frankreich ist Carnot marditis. Seuche schreibt uns u. a. ein Dpfer dieser neuesten Bis einem anarchistischen Attentat erlegen; der Russe Krapottin ,, wird die Bettelei aufs äußerste ge Wahlunruhen in Ungarn. Anläßlich der bevorstehenden hat vor Jahrzehnten anarchistische Flugschriften, die der trieben, und von den Herren Landräthen und vom Bunde Reichstags- Ersatzwahlen haben am Sonnabend in Neutra( OberHerr Minister richtig verlesen hat, verfaßt; auch in Epanien und der Landwirthe wird sie geleitet. Die Frauen und ungarn) zwischen Anhängern der liberalen Partei und der Volks. Italien hat man von anarchistischen Anschlägen gehört. Nur Töchter der Domanialdirektoren und Inspektoren gehen partei blutige Schlägereien stattgefunden. 1/2 Kompagnien find in Deutschland ist nichts dergleichen passirt; von Stube zu Stube mit den Worten sie tämen sammeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingetroffen. darum macht man bei uns dagegen eine Gesetzesvorlage. Daher für den Fürsten Bismarck"!! Kein Domanialarbeiter wird Die belgischen Radikalen und die politische Lage in sagt Börne mit Recht: verschont; und diese armen Ausgebeuteten, die 90 Pfennig Belgien. Am Abend des 10. März fand in Brüssel eine ,, Vor der Revolution war es am französischen Hofe Sitte, Lohn den Tag bekommen, müssen jeder ein paar Protestversammlung der progressistischen Partei statt. Es wurde daß gemeinschaftlich mit den königlichen Prinzen ein bürger- Groschen hergeben, damit dem Fürsten Bismarck, der alles im beschlossen, gleichzeitig mit den Sozialisten gegen die Regierung I ich es Kind erzogen wurde, das, so oft der junge Bring Ueberfluß hat, ein kostbarer Teppich zum Geburtstage geschenkt vorzugehen. Ferner wurde die Kongofrage besprochen und eine fich verging, statt seiner gezüchtigt wurde. Eine Wenn die Franzosen, wenn die Spanier und Portugiesen, wohl Sozialdemokrat? Sozialdemokraten einzuführen gedenkt, wurde heftig bekämpft und das allgemeine ähnliche bürgerliche Bestimmung hat das deutsche Bolt. werden kann. Wer sich sträubt, dem wird gesagt:" Sie sind Resolution angenommen, welche die Uebernahme des Rongogebiets bis 1900 hinausschiebt. Das Wahlrecht, welches die Regierung wenn die Ruffen sich unartig betragen, bekommen die armen können wir hier nicht brauchen." Wahlrecht für alle Belgier vom 21 Lebensjahre an gutgeheißen. deutschen Kinder Ohrfeigen; es ist gar zu betrübt; wir müssen Aus anderen Gegenden Deutschlands gehen uns ähnliche machen, daß wir groß werden." Berichte zu; und an verschiedenen Orten wird den Arbeitern Die Kongo Gründung ist nicht die erste ihrer Art. der neue" Ottopfennig" einfach vom Lohn abgezogen Alle Kolonialunternehmungen neuerer Zeit haber eine ganz wie seinerzeit bei Sammlung des ersten Otto- mehr oder weniger schmuzige Vorgeschichte. Englisch- indien, Holländisch- Indien überall waren es die gemeinsten Spe pfennigs". den Pranger stellen können. melden, damit wir eventuell im Reichstag den Skandal an gehängt ward, wie dem Wörmann'schen Giftschnaps zur Wir bitten, uns derartige Ungesetzlichkeiten zu fulationen und Interessen, denen ein Kulturmäntelchen umVerbreitung des Christenthums in Afrika. Der mexikanische Tritt aber der Bund der Landwirthe am nächsten Bismarck Krieg, der dem besten der Habsburger Prinzen das Leben Die badische nationalliberale Partei hielt, wie wir schen Geburtstage mit dem an ihm gewohnten Tam- Tam foſtete, wurde um der Jecker'schen Schwindel- Obligader" Nat.- 8tg." entnehmen, am Sonntag in Karlsruhe einen in die Deffentlichkeit, um mit seinen„ Opfern" für den tionen, die im Besitz Napoleons und seiner Diebs Parteitag behufs Festsetzung des Wahlprogramm3 Alt- Reichskanzler zu prahlen, dann weiß nunmehr alle Welt, gesellschaft waren, unternommen und brachte den Spekufür die nächsten Landtagswahlen ab. Das Programm ver- mit welchen Mitteln und von wem diese Opfer" aufgebracht lanten etliche hundert Millionen ein war dafür aber langt die Einführung des direkten Landtags- wurden". auch ein Nagel zum Sarge des Kaiserreichs. Die Orleanswahlrechts, Abänderung des Gemeindegesetzes und der Prinzen, zu denen der belgische König in nahem VerwandtLiegenschaftsbesteuerung, hebung der Getreide wurde noch lebhaft über die no thleidende Landwirthschäfte betrieben in Cafimir Perier Großvater und Württembergischer Landtag. In der Sonnabendsigung schaftsverhältnisse steht, haben allesammt kaufmännische Gepreise, soweit dies ohne Brotvertheuerung fchaft debattirt und schließlich die Ziffern 24-28, die diefelbe Bater, hatten sie ihren Bleichröder à la Bismarck. Daß möglich ist. Der Parteitag nahm einstimmig eine Re- betreffen, angenommen. Nun wurde es erst lebhaft, jetzt kam der Kongostaat eine blutige Gründung" war, wußte man solution an, welche die Reichstagsfraktion auffordert, in das Kleinhandwerk und die Arbeiter an die Reihe. Biffer 29-31 von Anfang an, und die sämmtlichen Aktenstücke, die der der Umsturz vorlage nur den Strafbeverlangt eine Vertretung des Kleinhandwerks, womögliche Bestimmungen gegen Aufforderung zu Verschränkung der Strafanstalts- Arbeiten auf die Bedürfnisse der" Peuple", unser Brüsseler Organ, neuerdings wieder verbrechen und Verherrlichung von solchen Staats- und Militärverwaltung, sowie Bestellung gewerblicher öffentlicht hat, einschließlich des Briefes Seiner gründungsfiebrigen Majestät, waren schon seit Jahren bekannt, wurden und gegen die Untergrabung der Disziplin Mayser( Wolfsp.) wendet sich gegen die Zölle und meint, aber von der" gutgesinnten" Preffe, die im Heere zuzustimmen, die anderen Bedaß die Zölle schädlich seien, wenn sie die Ausfuhr erschweren. stimmungen aber abzulehnen und eventuell Genoffe Kloß führt an, daß man dem Kleingewerbe Bolte geschaut werden, systematisch todtgeschwiegen. gegen die ganze Vorlage zu stimmen.- nicht mehr helfen könne, der Kleinhandwerker fet rettungslos In diesem Fall hat der spekulative König sich Der Buchhandel und die Gewerbenovelle. Der dem Untergang verfallen, in den Städten nehme ihre Zahl stetig allerdings verspekulirt. Er wurde von dein schlauen gauze Buchhandel ist durch§ 7 der Gewerbenovelle und ab. Die Arbeit in den Strafanstalten sei nothwendig, fie dürfe Stanley über's Ohr gehauen. Die Belgier wollen um aber nicht zur Konkurrenz ausarten. durch die Anträge des Zentrums auf Verbot des Kolportage- Als Gegenstück zu dem angenommenen landwirthschaftlichen feinen Preis auf den Kongoschwindel anbeißen, und jetzt buchhandels in gewaltige Aufregung versetzt. Der Vorstand Antrag, daß die Proviantämter ihren Fruchtbedarf möglich im handelt es sich für die belgische Regierung nur noch darum, des Börsenvereins der deutschen Buchhändler", ferner die Lande decken mögen, stellten einige volksparteiliche Abgeordnete den Kammern so viel Geld abzunehmen, daß dem biederen Korporation Berliner Buchhändler", der Süddeutsche zu Biffer 30 den Busazantrag: Die heimischen Gewerbetreiben- Leopold wenigstens ein Theil des Geldes, das er in die Buchhändler- Verein", der Stuttgarter Verleger- Verein", ben würden angesichts der schwierigen Geschäftslage eine thun Gründung gesteckt, zurückerstattet werde. Unsere belgischen der Württemberg'sche Buchhändler- Verein", die Vertreter liche Berücksichtigung bei Deckung des Bedarfs des württem- Genossen sind aber auf dem Damm, und der brave König der Buch- und Preßgewerbe in Leipzig", die Vertreter des bergischen Armeekorps, insbesondere für Beklei deutschen Buchdrucker- Vereins", der" Vorstand des Mittel- ungs. nnd Ausrüstungs- Gegenstände dankbar hat sein Geld noch nicht. Wie man weiß, hat er mit Abanerkennen", welcher auch angenommen wurde, boch bankung gedroht. Kein Geld, tein König! denkt er, nach deutschen Papier- Vereins", der ,, Vorstand der Innung Leipziger werden wohl beide Anträge fromme Wünsche bleiben, Logik des alten: Rein Kreuzer, kein Schweizer point Buchdruckereibefizer", der Vorstand Borstand der Vereinigung denn der Militarismus geht seine eigenen Wege, er d'argent, point de Suisse. lithographischer Anstalten" petitioniren um Ablehnung der fragt ja nicht nach Nothstand in Gewerbe und LandwirthDer Papst und die belgischen Chriftlich- Sozialen. Der den Kolportage- Buchhandel betreffenden Bestimmungen und schaft. Biffern 29-81 werden angenommen. Nun folgen die Be- Grzbischof von Mecheln, Kardinal Gooscens, ist aus Rom zurückAnträge und bezeugen, daß andernfalls mehr als 100 000 rathungen über die Arbeiterfragen Biffern 32-34( siehe„ VorPersonen in den verschiedenen Betrieben des Buch- und wärts" Nr. 56) und erklärt Minister v. Pischet, baß das gefehrt. Der Papst hatte ihm bekanntlich aufgetragen, eine Verfreie Vereinsrecht der Arbeiter in gar keiner Weise ge montanen anzustreben. Der Bapst ist durchaus nicht gesonnen, ständigung zwischen den Chriftlich- Sozialen und den UltraBreßgewerbes brotlos würden. Man dürfte wähnen, Man dürfte wähnen, daß jene wichtigen Stimmen und diese einzige Thatsache fährdet sei; der Herr Minister hat, wie es scheint, bis jetzt ben Demokraten, die bei ihm in Ansehen stehen, einen Tadel zu von einer Umsturzvorlage noch gar nichts gehört oder gelesen, allein genügten, in den leitenden Kreisen voll gewürdigt zu sonst könnte er diese Erklärung nicht abgegeben haben. ertheilen. werden. Das scheint indeß nicht der Fall zu sein. Die als Lang( Boltsp.) Freigebung des Sonntags und Berkürzung Sozialistische Abgeordnete vor den italienischen, Regierung hat es nöthig, sich mit dem Zentrum auf guten der Arbeitszeit bei den Bediensteten der Verkehrsanstalten ver- Gerichten. Vor dem Appellhofe werden dieser Tage mehrere Fuß zu stellen. langt, erklärt Eisenbahn- Präsident v. Balz, daß seit einigen Sozialisten erscheinen, die wegen ihrer Zugehörigkeit zur sozia Der Fall Hirschfeld im Reichstage. In der Reichstags- beitszeit der Arbeiter und des niederen Personals zu vermindern, strafen( die einen zu 5, die anderen zu 6 Monaten) verurtheilt Jahren die Eisenbahnverwaltung bestrebt gewesen sei, die Ar- listischen Partei vom Modenaer Gerichte bereits zu GefängnißSigung am Montag brachte Bebel u. a. auch die Angelegenheit in den Staatswerkstätten habe man seit 1890 die zehnftündige worden sind. Unter den Angeklagten befinden sich der Aba unseres Genossen Dr. Hirschfeld zur Sprache, der bekanntlich Arbeitszeit.( Daß aber die Eisenbahnbediensteten eine 14 bis geordnete Gregor Agnini und der Provinzialrath Rechtsanwalt wegen seiner sozialdemokratischen Gesinnung aus den Liſten der 16stündige Arbeitszeit haben, hat der Herr Präsident wohlweis- Rivaroli. Die Angeklagten hatten Vertagung beantragt, weil Offiziersaspiranten des Sanitätskorps gestrichen worden ist. Der lich verschwiegen.) Genoffe Glaser macht darauf aufmerksam, ihr Bertheidiger, der Abgeordnete Vendemini, am Erscheinen ver töniglichen Werkstätte in Cannstadt erst hindert ist. Der Vertagungsantrag wurde jedoch abgelehnt. Die hervorragend an der sozialdemokratischen Agitation betheiligt und fürzlich den älteren Arbeitern eine Lohnreduktion angekündigt Bertheidigung wird nun der sozialistische Übgeordnete Berenini feinem Sohne sogar verboten, eine andere als eine rothe Fahne worden sei und verspricht, bei der Etatsberathung verschiedene übernehmen. zu tragen. Das bortige ,, Voltsblatt" fonstatirt demgegenüber, daß " " Wanderlehrer. der nicht will, daß die Praktiken hoher Herren vom profanen Dr. Hirschfeld bis zu seiner Maßregelung in ber sozialdemo- Gisenbahnpräsident v. Bala meint, daß die Verwaltung gern die Berufung des Staatsanwalts gegen das Urtheil des Gerichts große Mißstände in der betr. Werkstätte zur Sprache zu bringen. Am 18. b. M. gelangte vor dem Appellhofe in Bologna tratischen Bartei Harburgs weder ein Amt bekleidet, noch je einen zur Untersuchung bereit sei, wenn die Arbeiter Klage führen, zu Ferrara zur Verhandlung, welches die Urtheilsfällung gegen Vortrag gehalten, noch sonst sich irgendwie an der Organisation worauf Gen. Rioß noch die Verhältnisse auf dem Stuttgarter den Abgeordneten Agnini fuspendirte, weil er desselben„ Berbetheiligt hat. Die Geschichte von dem Sohne und der rothen Bahnhof zur Sprache bringt und vom Präsidenten v. Balz den brechens" angeklagt war, bas ihm schon in Modena eine längere Fahne beruhe auf Biertischklatsch, der vom Kriegsminister im wohlgemeinten" Rath erhält, Kloß möge die beschwerdeführenden Gefängnißstrafe eingebracht hatte. Gleichfalls in diesem Monate wird vor dem Modenaer Gerichte trotz eifrigster Nachforschung in dieser Sache nicht einen einzigen ben Stand an. Ziffern 32-35 werden sodann angenommen. Der ber Prozeß gegen den Abgeordneten Prampolini und Genoffen aus Zeugen auftreiben können, weil eben an dem ganzen Busagantrag unserer Genossen( s.„ Vorwärts" Nr. 57) wird der Reggio Emilia zur Verhandlung kommen, nachdem der KaffationsKlatsch fein wahres Wort ist. Herr Dr. Hirschfeld volkswirthschaftlichen Kommission überwiesen. Die Adresse wird hof in seiner hohen Weisheit entschieden hat, daß Abgeordnete erklärt dem Hamburger„ Echo", dem wir diese Notis entnehmen, hierauf mit 61 gegen 13 Stimmen angenommen. Dagegen auch während der Session zur gerichtlichen Berantwortung ge= daß diese Angaben der Wahrheit vollständig entsprechen. Nach stimmten die anwesenden Ritter und evangelischen Prälaten, 80gen werden können. Der Polizeirichter in Reggio hatte seiner Erscheinen des stenographischen Reichstags- Berichts werde er eine fowie unsere beiden Genoffen. Die Adresse wird nun feier- seit die Angeklagten zu zwei und vier Monaten Berbannung Erwiderung auf die unwahren Behauptungen des Kriegsministers lich" durch die Abreßkommission mit dem demokratischen" verurtheilt. veröffentlichen. Präsidenten an der Spize dem König überreicht werden. Die schwedischen Schutzöllner an der Arbeit. Die erste Kammer des schwedischen Parlaments beschloß in ihrer Die österreichische Wahlreform kommt nun endlich, abendsigung am letzten Sonnabend den Zoll für 100 Kilo unwie es scheint, in Fluß. Der Kaiser, der für die Wahl- vermahlenes Getreide von 815 auf 370 Dere zu erhöhen, den reform bekanntlich sein Wort verpfändet hat, sah sich an- Boll von 650 Dere für vermahlenes Getreide beizubehalten, den läßlich der steigenden Aufregung über die Nasführung der Kleiezoll auf 80 und den Kartoffelzoll auf 50 Dere per 100 Rilo Arbeiter gezwungen, einen Druck auf das Ministerium und festzusetzen. Die zweite Rammer nahm den Zoll von 815 Dere das Parlament auszuüben. Die Wirkung dieser Be- auf unvermahlenes Getreide an, während die Minderheit 870 Dere einflussung der in Desterreich noch sehr mächtigen Krone beantragt hatte. Ferner wurde beschlossen, daß Hafer und Wicken zollfrei sein, der Zoll auf Malz 4 Kronen und der Mehlzoll zeigt sich in der folgenden Meldung: 525 Dere betragen soll. Nunmehr hat noch eine gemeinsame Botirung durch beide Kammern stattzufinden. Zum ersten April soll er auch Doktor der Theologie werden, der Fälscher der Emser Depesche und Entzünder dreier Kriege, die zusammen gut einer Million Menschen Tod und Untergang gebracht haben: Ein Muster frommen Sinn's hat er Sein hohes Amt geziert; Zum Doktor der Theologie Sei drum er promovirt." 3 " fingt ein„ Bliemchen" Dichter im Leipziger Tageblatt" von heute. Dev„ fromme" Sinn, den das würdige Ehrenmitglied Subkomitee des Wahlreform Ausschusses heute bezüglich der Wie in Wiener Abgeordnetenkreisen verlautet, hätte sich das der Danziger Schlächter Jnnung bei Ausführung Grundprinzipien der Wahlreform geeinigt. Es wird versichert, Zur Korruption im russischen Kommunikations. seiner Blut und Eisenpolitik bewiesen, paßt allerdings vor die Mitglieder des Hohenwart Klubs hätten die in dem Ministerium. Wie man der Pol. Korr." aus Petersburg trefflich zu der modischen Religion", der Drillingsschwester Wahlreform- Ausschusse vorgebrachten Wünsche bezüglich der meldet, steht die Angelegenheit des gewesenen Kommuni Richtung der Wahlreform fallen lassen und sich den Prinzipien tations Ministers Kriwoschein sehr ungünstig. Der Baz der gleichmodischen Ordnung" und" Sitte". " bat die von Herrn Kriwoschein unterbreitete Denkschrift, in 13immer feffelte, bis er jetzt im Alter von 52 Jahren für immer| Firma die Sperre verhängt ist, werden die Metallfchleifer ganz welcher dieser seine Amtsgebahrung gegenüber den erhobenen Be- die Augen geschlossen hat. Am Freitag ist ihm von den besonders auf diese Vorgänge aufmerksam gemacht und ersucht, schwerden zu rechtfertigen sucht, verworfen und die Fortsetzung Chemnißer Genossen ein würdiges Begräbniß bereitet worden. den Zuzug fern zu halten. der eingeleiteten Untersuchung angeordnet. Justizminister Murawiew, der diese Untersuchung führt, wird nun an den gewefenen Minister eine Reihe präzise formulirter Fragen über Eine bewundernswerthe Begründung gab verschiedene Amtshandlungen desselben richten, welche befriedigend das Leipziger Polizeiamt der Ablehnung einer Beschwerde bei, zu beantworten Herrn Kriwoschein, wie man an unterrichteter die unsere Leipziger Genossen gegen die dem Dr. Quarck wider Stelle annimmt, sehr schwer fallen dürfte. Regierung überall verbreiteten optimistischen Auffassung von der Cuba. Aus Madrid wird gemeldet: Troß der von der Lage auf Cuba hat die Absendung von Truppen bis jetzt nicht aufgehört. Die alltäglich von spanisch offiziöfer Seite gemeldete Siegesnachricht aus Cuba fehlt auch heute nicht. Sie lautet: Die von Rubi Gora geführten Aufständischen auf Cuba wurden nach mehreren Gefechten bei Baire aus ihren Stellungen vertrieben. Dieselben erlitten beträchtliche Verlusie. Chinesisch japanischer Krieg. Die Japaner befeßten am 7. März die Küsten- Forts in der Nähe von Vinkow. Gestern früh griff die 1. Division der 1. japan. Armee Thien- tschang- tai an, wo das chinesische Hauptforps, 10 000 Mann start, stand. Der Kampf war heftig und dauerte 3 Stunden. Die Chinesen verloren 2000 Todte und Verwundete, die Japaner 96. " Nach einer Meldung der World" aus Zokio wurde China von den allgemeinen Friedensbedingungen benachrichtigt, unter denen Japan in einen Friedensschluß einwilligen würde und ertlärte, es sei bereit, den vorgeschlagenen Vertrag zu unterzeichnen. Die Korrespondenz wird durch die Gesandten der Vers einigten Staaten in Tokio und Peking geführt. London, 11. März. Aus Japan eingetroffene Depeschen besagen, daß sich die japanischen Truppen zur Belagerung und Erstürmung der Insel Famosa rüsten. = Polizeiliches, Gerichtliches 2c. An die Zimmerer Deutschlands! Werthe Rameraden! Wohl wird sich die gegenwärtige wirthschaftliche Krise in unserem Gewerbe überall bemerkbar machen, auch werden in jedem Orte Deutschlands eine bestimmte Anzahl von Zimmerern arbeitslos sein, aber nirgends fann die Arbeitslosigkeit so groß sein als in fahrene Wortentziehung eingereicht hatten. Der Beschluß lautet: Berlin. Die hier im Zimmerergewerbe herrschenden Zustände In der am 17. Februar in Bantheon hier abgehaltenen find wohl nicht in gleicher Weise in vielen Städten Deutschlands dieser Versammlung beauftragte Beamte dem als Redner auf- fogenannte Schwindelbauten, bei denen die Arbeitskraft bis auf allgemeinen Arbeiterversammlung hat der mit leberwachung zu finden. Die wenigen in Angriff genommenen Bauten find getretenen Dr. Quard das Wort entzogen, als derfelbe( vergl. bas äußerste ausgenutzt und der Lohn von Jahr zu Jahr Blatt 127b act.), nachdem er erwähnt, daß die sächsische Re reduzirt wird, oftmals müssen die Arbeiter auch noch ohne Lohn gierung für die Fabrikinspektoren 150 000 m. verausgabe, die nach Hause gehen. Wir stehen diesem Treiben ziemlich machtlos gegenüber. Aeußerung gethan hat: Was wollen aber 150 000 m. für die große Zahl der Ginerseits ist das Heer der Arbeitslosen ein derartig großes, Industrie Arbeiter Sachsens bedeuten gegenüber den Aus- daß den Arbeitgebern bei jeder Gelegenheit tausende von gaben, die von dem sächsischen Staat und auch anderwärts Arbeitskräften zur Verfügung stehen. Andererseits ist der für Zwecke aufgebracht werden, wenn es gilt für den Unter- Zuzug aus den kleinen Städten so groß, daß immer nehmer und Fabrikanten Kanäle und Eisenbahnen zu bauen! nur ein Theil der am Orte ansässigen Familienväter Für die Arbeiter muß eine solche Summe genügen, wenn es Arbeit findet und jetzt ungefähr 4000 Bimmerer 10 bis 12 Wochen aber gilt, für die Unternehmer Ausgaben zu machen, da fliegen und noch länger außer Arbeit sind. Und auch der nächste die Millionen nur so raus." Sommer wird dieses traurige Bild sehr wenig verändern. Der Redner hat durch diese Aeußerungen offenbar der Kameraden! Deshalb sorgt dafür, daß der Zuzug nach Berlin sächsischen Staatsregierung den beleidigenden Vorwurf gemacht, ferngehalten wird. Obgleich in diesem Jahre noch mit den Arbeiten daß fie die Unternehmer und Fabrikanten in unzulässiger Weise zur Gewerbe- Ausstellung begonnen wird, wird dieselbe doch nicht gegenüber den Arbeitern begünftige, insofern sie bereit fei, ausreichen, um allen Arbeitslosen Beschäftigung zu bringen, für erstere Millionen auszugeben, während sie es bei Ausgaben, und mancher würde der Hauptstadt enttäuscht den Rücken fehren die im Interesse der Arbeiter nothwendig feien, an Gewährung müssen. Also nochmals, haltet in diesem Jahre den der erforderlichen Mittel fehlen lasse. Es bezweckte die Aeußerung Zuzug nach Berlin fern. jedenfalls damit zugleich das Ansehen der sächsischen StaatsUeber die Arbeitsverhältnisse und sonstigen öffentlichen regierung in den Augen der Anwesenden herabzusehen und die Angelegenheiten der Zimmerer Berlins wird gern von dem UnterArbeiter gegen die Unternehmer und Fabrikanten aufzuheben. zeichneten Auskunft gegeben. Der Vertrauensmann der Zimmerer Die Aeußerung charakterisirt sich deshalb als eine solche, wegen Berlins und Umgegend. Theodor Fischer, Berlin N, Danzigers deren dem Redner das Wort zu entziehen der Beamte nach straße 83.- Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. § 9 des Vereinsgesetzes vom 23. November 1850 allerdings be= rechtigt war. Achtung! Der Arbeiter Adolf Bannewit aus Jhehoe, Achtung, Arbeiter und Arbeiterinnen! Am Mittwoch, Eingestelltes Verfahren. Die gegen Genossen deffen jetziger Aufenthalt unbekannt ist, wird dringend gebeten, den 13. b. M., foll im großen Saale des Keller'schen Etablissements Geiger, Redakteur der Schwäb. Tagwacht" in Stuttgart, feinen Aufenthaltsort an Unterzeichneten gelangen zu laffen, da eine Voltsversammlung stattfinden, in welcher die Form der Organi- fchwebende Untersuchung wegen Beleidigung eines Bahn- Betriebs- er in einer wichtigen Angelegenheit zeugen soll. W. Kellermann, Jhehohe, Große Paschburg 17. sation der Arbeiterinnen zur Besprechung gelangt. Allen Partei- inspektors in Tübingen ist eingestellt worden, weil die Voruntergen offen ist sicher bekannt, wie alle Organe der Reaktion bemüht suchung ergeben hat, daß die in genanntem Blatt behaupteten Im Schuhmachergewerbe Dentschlands tamen im vers find, den Organisationen der Frauen Hindernisse in den Weg zu Thatsachen der Wahrheit entsprechen. Eine weitere Straffache flossenen Jahre 26 Lohnbewegungen vor, von denen 14 mit Streif legen. Unsere Gefeßgebung bietet dazu vorzügliche Handhaben, gegen Redakteur J. Geiger, bei welcher das Kommando des von und 12 ohne Streit ihre Erledigung fanden. Bemerkenswerth das hat die Auflösung der Frauen- Agitationskommission bewiesen. Stuttgart nach Ulm verlegten Ulanenregiments Nr. 19 als Kläger ist dabei, daß diese in 25 Fällen Schuhfabriken, also Fabriks Es ist hiermit die Wichtigkeit der Versammlung erwiesen und hoffen figurirt, dürfte in Bälde in gleicher Weise wie obige Straffache Schuhmacher, und nur einmal Schuhmacher- Gehilfen betrafen. wir, daß die Arbeiterinnen zahlreich erscheinen. ihre Erledigung finden, nachdem der Redakteur der Ulmer 3tg.", Die sehr dürftige Berichterstattung gab leider nur bei 12 Bewelcher den angeblich beleidigenden Artikel aus der Schwäb. wegungen Aufschluß über den Ausgang, 9 hatten einen Erfolg, Von der Agitation. Die faiserlichen Erlasse und die Tagwacht" abgedruckt hatte, vom Schöffengericht in Ülm frei 3 eine Niederlage für die Arbeiter zur Folge. Von den Sozialdemokratie war das Thema, über welches der Reichstags gesprochen worden ist.-" Hat der Mann Glück!" werden 14 Arbeitseinstellungen waren 7 sogenannte Angriffs- und Abgeordnete Grillenberger am Freitag in Magdeburg alle seine Kollegen von der sozialdemokratischen Presse ausrufen. 7 Abwehrstreits. Die bedeutendste Bewegung war die in Burg, vor einer von etwa 2000 Personen besuchten Versammlung Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen welche allein 32 182,16 M., mehr als die Hälfte einer Jahres sprach. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte Dr. Viktor Adler, Herausgeber, und L. A. Bretschneider, einnahme des Vereins Deutscher Schuhmacher kostete. die Annahme nachstehender Resolution: Die heute von mehr als verantwortlichen Redakteur der Arbeiter- Zeitung", die subjektive 2000$ ersonen besuchte Volksversammlung erklärt: Da die Verfolgung eingeleitet. Den Anlaß bildet das Abendblatt vom herrschende Klasse zur Genüge bewiesen hat, daß sie nicht gewillt 28. Februar, in welchem an fünf Stellen die Delifte nach§§ 63, ist, irgend etwas Durchgreifendes zur Voltsgesundung zu be- 64, 800 und 302 enthalten sein sollen. In dem Redaktionslokal willigen, da die Bourgeoisie in starrem Klaffenegoismus wühlt und in der Druckerei wurde eine Hausdurchsuchung gehalten und und nur den berechtigten Arbeiterforderungen entgegentritt, einige Manuskripte mit Beschlag belegt. erblickt sie( die Versammlung) nur in der Durchführung des Sozialismus die Rettung des Volkes. Die Versammlung hebt ausdrücklich hervor, daß sie gegen Hergabe der vollen Koalitionsfreiheit gern auf allen jetzt gebotenen sogenannten Arbeiterschuh verzichtet. Darteinachrichten. Soziale Ueberücht. An die Glasarbeiter wird das Ersuchen gerichtet, folgende Plätze zu meiden: Oldenburg, Hörstel, Flensburg, Radeberg, Rive de Gier und Cognac( Frankreich) und die Glashütten in Barcelona. Für Porzellanarbeiter ist bis auf weiteres die Sperre ver hängt über: Turn, Terracotta- und Majolika- Fabrik Anton Heller, für Dreher; Altwasser( Schlesien), Zielsch u. Co.; Turn Teplih, Fr. Wahliß; Wien: Karl Rädler; Berlin, Maler; Roschi bei Gera; Vegesac; Frankfurt a. D., Ein sozialpolitischer Schulmeister. Unser Bielefelder Paertsch; Lessau( Post Dallwitz bei Karlsbad). Partei Organ veröffentlicht folgende Säge aus dem Schreibhefte Die Lederarbeiter der Lederfabrik Schmidt in Ederna Gegen die Tabakstener Vorlage protestirte eine Vereines Schülers der Bürgerschule, welcher seinen Unterricht von för de haben wegen Maßregelung eines Kollegen die Arbeit sammlung der Hamburger 3igarrenfortirer. Der Reichs- einem Rektor erhält. Es giebt viele Sezer, die hetzen den niedergelegt. Betheiligt sind 25 Mann. tags- Abgeordnete v. EI m hielt das Referat. Arbeiter gegen den Arbeitgeber auf; legen dann diese die Arbeit nieder, so müssen die Arbeiter die Unterstügung zahlen. Die Heher haben kein Geld, fie lassen sich ihre Reden noch bezahlen. Wie viel Noth bei solchen Streits herrscht, haben wir bei dem der Seidenweber gesehen." Hut ab vor dieser nationalökonomischen Weisheit, die wir durch kein Wort der Kritik abschwächen möchten. Die Wahlkreiskonferenz für den 13. hannnverschen Wahlfreis, welche am 3. März in Goslar stattfand, war von 18 Delegirten aus 19 Ortschaften beschickt. Die Abrechnung des Bertrauensmannes ergab eine Einnahme von 970,38 M., eine Ausgabe von 910,98 M. Bei der Berichterstattung der Delegirten Die Elberfelder und Barmer Maler- und Anstreicherfonnte zur allgemeinen Zufriedenheit konstatirt werden, daß die Bewegung gute Fortschritte gemacht hat. Angeregt wurde die Junungen haben in einer gemeinschaftlichen Sigung am 20. Fe Gründung einer wöchentlich dreimal erscheinenden Zeitung für bruar in Unterbarmen einstimmig den Beschluß gefaßt, die den Harzkreis, da die wöchentlich einmal erscheinenden Blätter Arbeitszeit für Gehilfen während des Sommers in beiden Städten " Sonntagszeitung" und" Candbote" den lesenden Genossen nicht von 11 auf 10 Stunden täglich herabzusehen und die Mittags mehr genügen. Demzufolge wurde die Agitationskommission pause auf 11/2 Stunden zu verlängern. So berichtet, Das Baubeauftragt, Erkundigungen über Kostenpreis und Bedin- gewerk". Sollte dieser Beschluß den Thatsachen entsprechen, so eines herzustellenden bei „ Kopfblattes" würde derselbe eine Vernunft beweisen, wie sie gerade bei den Redaktion einzuziehen. Als Kandidat für die nächsten Innungen zu den höchst seltenen Erscheinungen gehört. Reichstags- Wahlen wurde Genosse Fritz Wilke Berlin Die Verpflegungsstationen, jene Anstalten, die nicht zur gewählt. Ebenfalls wurde der bisherige Kreis Vertrauensmann, obligatorischen Sozialreform gehören, dort, wo die freiwillig Genoffe Poiy mann, wiedergewählt. Sodann hielt Genoffe geleistete Charitas zur Geltung tommt, haben, wie wir bereits Beims einen 14ftündigen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen vor einigen Tagen berichteten, in ihrer Zahl ganz wesentlich abVortrag über die Umsturz vorlage". Leider fonnten, polizeilicher genommen. Von 928 Stationen im Jahre 1890, so wurde in " Fürsorge" halber, nicht mehr als 24 Personen im Lofal an- der Versammlung des Gesammtverbandes deutscher Verpflegungswesend sein. Bemerkt sei noch, daß es den Genossen in Goslar stationen berichtet, bestanden im Jahre 1893 nur noch 797. bisher nicht möglich war, ein größeres Lokal zu erlangen. Selbst die Brocken, welche die Besitzenden hier den Armen hinwerfen, werden den ersteren zu fostspielig. gungen = V einer Der Wahlkampf im 6. Sächsischen Reichstags- Wahlkreis Die Bescheinigung, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des ( Dresden- Land) hat bereits begonnen. In Striesen be Dresden fand vor einigen Tagen eine von etwa 200 Personen Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Kranken- Verbesuchte Wählerversammlung statt. Genosse Scheunig, der sicherungsgesetzes genügen, ist nachstehenden zwei Krankenkassen als Referent erschienen war, wurde in der Diskussion vom ertheilt worden: dem Krantenunterstügungs- Verein zu Mehlis Ueberwachenden zur Sache verwiesen, 2 anderen Rednern das und von neuem dem Kranken Hilfsverein der Maurer und Wort entzogen, schließlich wurde die Versammlung aufgelöst. Bimmerleute in Rübersdorf und Umgegend( E. H.) in Rüders Wollen die Behörden Gründe schaffen zur Kassirung der Wahl? dorfim Fürstenthum Reuß j. 2. * * Für die kommenden Bezirks Krankenkassen- Wahlen in Wien entfalten unsere dortigen Parteigenossen eine rege Thätigkeit. Die Wahlen finden am 17. d. M. statt. " * Todtenliste der Partei. Wieder ist das Ableben mehrerer Parteigenossen, die in hervorragender Weise für unsere Sache thätig gewesen sind, zu verzeichnen. In Hannover starb der Vater Nettelmann", der älteste und wohl einer im Alter der ersten Parteigenoffen am dortigen Orte 86 Jahren 5. 5. Monaten. Der Entschlafene iſt, seitdem er die Idee des Sozialismus begriffen, unentwegt für das unterdrüdte Proletariat eingetreten und hat, selbst noch im wo er von Gewerkschaftliches. Achtung, Metallarbeiter! Der Streit der Metallbrücker bei der Firma Edel u. Glinide, Wafferthorstraße 50, dauert fort. Ersagkräfte für die Ausständigen haben sich bis heute nicht gefunden. Die Beendigung des Weberstreiks in Aachen, die wir bereits am Sonntag gemeldet, wird vom„ Aachener Volksblatt" bestätigt. Dagegen werden von genanntem Blatte einige von uns gemachte Angaben über die Entstehung des Streits richtig gestellt. Da der Streit zu Ende, so lohnt sich eine Bes richtigung kaum noch; bemerken wollen wir nur, daß uns die Berichte von durchaus glaubwürdiger Seite zugegangen waren. Dadurch werden 200 000 Arbeiter ausgesperrt. Infolge eines Streifs hat die Genossenschaft der Tuchfabrikanten Englands den Arbeitern werden. von Northampton geschlossen mit getheilt, daß am 15. März die Fabriken in der ganzen Gegend 200 000 Arbeiter brotlos. Die Arbeiter sehen aber der Zukunft 200 000 Arbeiter brotlos. rubig entgegen, da sie annehmen, daß sie unentbehrlich sind. Auf den Rath der Arbeitersyndikate hatten bereits am Sonnabend 1200 Arbeiter die Arbeit eingestellt. Den streifenden Sehern in Sofia haben sich sämmtliche typographische Arbeiter angeschlossen. Die englischen Schuhfabrikanten sind dem angekündigten Ausstand durch eine Aussperrung zuvorgekommen, wie wir der" Voss. 3tg." entnehmen. In den meisten Schuhfabriken in Leicester stand am 9. März schon die Kündigung angeschlagen. Der Bürgermeister von Leiceifter Picton hat den Fabrikanten seine guten Dienste als Vermittler angeboten, allein umsonst. Vorsichts halber sind von anderen Städten Schußmannschaften machergesellen außer Arbeit. herbeigezogen worden. Allein in Leirester kommen 20 000 SchuhIn Northampton stehen die Die Dissidentengeistlichen haben sich an Dinge gerade ſo. den Präsidenten des dortigen Zweigvereins des Fabrikantenbundes gewandt, er möge von der Arbeitssperre absehen. Die Antwort lautete, die Fabrikanten hätten lange gezaudert, aber der gewandt, er möge von der Arbeitssperre absehen. Die Antwort Gewertverein wolle Krieg. In Leeds, der dritten der großen Schuhmacherstädte Englands, wo die Arbeiter die Arbeit niederlegen wollten, find ihnen zu ihrer nicht geringen Verwunderung die Fabrikanten zuvorgekommen und haben die Kündigung an die Werkstätten geschlagen. Depeschent. Wolff's Telegraphen- Bureau. Bei der Firma D. 2undershausen, Prinzenstraße 99, Paris, 10. März. Nach einer dem Temp3" aus Nancy Metallarbeiter, Gürtler, legten am Sonnabend sämmtliche zugegangenen Meldung soll der Bauunternehmer Gill, welcher Drücker, Klempner und Schnittarbeiter, wegen vorgenommener für die Arbeiten am Fort Pont- St.- Vincent Italiener angeworben Maßregelungen die Arbeit nieder. Bei der genannten Firma waren wiederholt Abzüge vorgenommen, die jedoch hatte, von französischen Arbeitern mit Steinwürfen angefallen worden sein. Der Wagen wurde zertrümmert, Gill mußte auf der Arbeitgeber auf den Einspruch des unterzeichneten die Mairie flüchten. Gendarmerie stellte die Ordnung wieder Vincent. Bater Nettelmann", wie er allgemein genannt wurde, war lang. Borstandes hin wieder rückgängig machte, resp. auf verschiedene her. Die Jtaliener verließen sodann infolge von Bedrohungen jähriges Mitglied des von Ferd. Lassalle begründeten ,, Allgemeinen deutschen Arbeitervereins", der später auf Veranlassung des bekannten allzulange erfreuen. Der Unternehmer stellte, obwohl die GeDie Kollegen sollten sich jedoch dieser Errungenschaft nicht und Beschimpfungen seitens der Bevölkerung sofort Pont- St.Paris, 11. März. Eine amtliche Depesche aus Hanoi meldet: Oberstaatsanwalts, nachherigen Reichsanwalts v. Tessendorff auf gelöst wurde. Auch dem nachherigen sozialdemokratischen Wahl- fchäftslage gegenwärtig teine günſtige iſt, neue Leute ein, und 19 französische Beamte, welche mit der leberwachung der Televerein" gehörte der Verstorbene, an. In Ɛeipzig farb begann allmälig seine alten langjährigen Arbeiter unter nichtigen graphenlinie von Chomoi nach Thaingugen beauftragt waren, Borwänden einzeln hinauszubugfiren. Die Kollegen erkannten der Genosse Teubner im Alter von 70 Jahren. Als anfangs sofort, daß das erreichte durch dieses Manöver vollständig ver- wurden am 23. v. Mts. von Seeräubern angegriffen. Einer der der sechziger Jahre Lasselle die Arbeiter zum felbft loren geht, und fahen sich daher zu diesem äußersten Schritt Beamten wurde getödtet, ein anderer gefangen genommen. Lima, 10. März. Die Lage der Kriegführenden ist eine ständigen Handeln aufforderte, war Teubner bald ein eifriger gezwungen. Verfechter der Ideen Lassalle's. Er wurde in das Komitee zur Begründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins gewählt achtung zu schenken und den Zuzug bis auf weiteres strengstens Wir bitten, diesen beiden Werkstätten die nothwendige Bes überaus schwierige; es fehlt an Lebensmitteln, Munition und Kleidungsstücken. und nach dessen am 22 Mai 1863 in Leipzig erfolgten Gründung fern zu halten. ( Depeschen- Bureau Herold.) wurde er Bevollmächtigter des Allgemeinen deutschen ArbeiterBudapest, 11. März. Gestern fand eine zahlreich besuchte Da sich voraussichtlich Herr Lundershausen zwecks Heranvereins für die Gemeinde Connewiß. Als das Sozialistengeset geschaffen wurde, trat er wegen seines hohen Alters von der ziehung geeigneter Kräfte, namentlich Gürtler, nach Offenbach a. M. Versammlung von Abgeordneten statt; in derselben wurde der große Trauerfeier zu veranstalten. Agitation zurück, schloß sich aber 1891 der neugeschaffenen Orwenden dürfte, so bitten wir hauptsächlich die Offenbacher Presse Beschluß gefaßt, am 24. März, dem Sterbetage Kossuth's, eine um Aufnahme vorstehender Notiz. Rom, 11. März. Die hiesigen Studenten bereiten anläßlich ganisation, dem sozialdemokratischen Verein Alt= Leipzig, an. Der Vorstand des Verbandes aller in der Nach jahrelangem Leiden ist vor einigen Tagen in Chemnib metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins des Prozesses in Tarnopol eine Sympathiekundgebung an die der Weber Bruno Wendler gestorben. Wendler war polnischen Studenten vor. Laffalleaner und hat gewissermaßen die ganze Entwickelung der Venedig, 11. März. In einer gestrigen äußerst zahlreich Partei mitgemacht, er nahm auch theil am Eisenacher Rongreß.. Achtung, Metallschleifer! Wie uns mitgetheilt wird, sucht besuchten Versammlung wurde von der Majorität der hiesigen Im Alter von 40 Jahren warf ihn ein tüdisches Leiden Herr Hönicke durch seinen Sozius Herrn Gustav Winter monarchisch- tonstitutionellen Partei die Erklärung abgegeben, ste Gelenkrheumatismus nieder, der ihn fast immer an das Arbeiter für seinen Betrieb einzustellen. Da über genannte protejiire gegen das Kabinet Crispi. und Umgegend. Verantwortlicher Redakteur: J. Tierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. B 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 60. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 57. Sigung vom 11. März 1895, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: Bronsart v. Schellen dorff, v. Stephan. Das Haus verhandelt zunächst über die an die Kommission verwiesenen Anträge v. Podbielsti und Schädler. Die Budgetkommission beantragt: 1. Den Antrag des Abg. v. Podbielsti in folgender unveränderter Fassung anzunehmen: Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zu veranlassen, daß für das Etatsjahr 1895/96 die Mittel bereit gestellt werden, um den Quartierwirthen, welche während der Üebungen der Truppen den Mannschaften die Verpflegung freiwillig verabfolgen, eine Vergütung nach den Eägen für die Marschverpflegung gewähren zu können. Dienstag, den 12. März 1895. 12. Jahrg. Handelskammern zeigen, daß der Postverwaltung erheblich höhere des Dienstes; er hatte in Breslau Versammlungen meiner Partei Einnahmen aus einer Herabsehung der Telephongebühren zufallen geleitet. In Frankenstein wurde ein Postbeamter als antiwürden. Mindestens ist es nöthig, in fleinen Städten die Ge- semitischer Kandidat bei den Stadtverordnetenwahlen aufgestellt. bühren zu ermäßigen. Denn man fann doch nicht dieselben Er wurde versett, natürlich im Interesse des Dienstes. AehnGebühren in kleinen Städten bei 50, 70 oder 100 Theilnehmern liche Vorfälle sind aus anderen Städten bekannt und werden erheben, wie in Breslau bei 2200 und in Berlin bei 10 000 Theil auch der Postverwaltung bekannt sein.( Buruf des Direktors nehmern. In Berlin hat der Telephonverkehr eine solche Aus- Fischer: Nur ein Fall!) Dann werde ich doch die einzelnen dehnung angenommen, daß man von der„ Quaffelstrippe" spricht. Fälle vortragen müssen. Redner führt einige Fälle vor, aus Wenn ein Berliner Theilnehmer täglich 15-16 Gespräche führt, Braunschweig, Köln, und spricht die Erwartung aus, daß noch so find dafür die Gebühren, die bezahlt werden, nicht zu hoch. andere Redner ähnliche Fälle vorbringen werden. Aber einen solchen Gebrauch kann man in fleinen Städten vom Bei der vorjährigen Etatsberathung wurde es getadelt, daß Telephon nicht machen. Besonders zu tadeln sei, daß so zu für die Hinterbliebenen von Beamten, welche an der Cholera sammenhängende Städte wie Hamburg und Altona, Köln und verstorben waren, gesammelt wurde. Wie war das möglich, da Deutz postalisch auseinander gerissen und im Telephonvekehr als doch der Etat für solche Unterstützungen einen besonderen Fonds zwei verschiedene Städte behandelt werden, also die Telephon- aufweist? Ich vertrete hier die Wünsche von Tausenden von gebühren für den Verkehr zwischen beiden erhöht werden. Der Beamteu, die nach meiner Meinung völlig berechtigt sind. Die Osten besonders wird durch die hohen Gebühren sehr viel er- Beamten, welche Klagen haben, drohen nicht, daß sie zu den 2. Den Antrag des Abg. Dr. Schädler in folgender ver- heblicher belastet, weil er ohnehin im Verkehr nicht so begünstigt Sozialdemokraten übergeben wollen. Die letzten Ausführungen änderter Fassung anzunehmen: den Herrn Reichskanzler zu er ist, wie der Westen. Es wird jetzt vielfach die Post mit des Redners sind nicht verständlich, da er zu dem rechts von suchen, zu veranlassen, daß die mit der Verabreichung warmer Personenzügen gefahren, wo früher Schnellzüge bestanden. ihm fizenden Direktor Fischer spricht und von der Tribüne wegs Abendkost an die Mannschaften des aktiven Heeres angestellten Nothwendig ist ferner eine Erhöhung der Gewichtsgrenze gewendet steht. Versuche fortgesetzt werden, und je nach dem Ergebniß dieser für einfache Briefe, die schon vielfach erörtert worden ist. Abg. Dr. Schoenlank( Soz.): Ich muß zugeben, daß der Versuche Mittel zur allgemeinen Einführung dieser Einrichtung Redner verweist auf die Petition des Papiervereins für Rhein- Druck von außen, der ausgeübt worden ist von dem Parlament, in den Etat einzustellen, sobald die Finanzlage des Reiches es land, welche für eine Gewichtsgrenze von 20 Gramm eintritt, der Presse und der öffentlichen Diskussion nicht ohne Wirkung ges gestattet. und bestreitet, daß ein erheblicher Einnahme- Ausfall daraus ent- blieben sind auf die Thätigkeit der Reichspostverwaltung. Es Abg. v. Vollmar( Soz.): Der Antrag Schädler verliert alle stehen werde. Endlich ist dringend nothwendig eine Reform des find Zugeständnisse gemacht worden im Laufe des letzten Jahres; Bedeutung durch die von der Kommission vorgenommene Aende Beitungstarifwefens. Jetzt beträgt die Gebühr 25 pet. des man ist einen kleinen Schritt vorwärts gekommen. Wir begrüßen rung. Daß die Verpflegung der Soldaten teine musterhafte ist, Preises der Zeitung. In den letzten 20 Jahren hat sich die es, daß das Dienstalterssystem nach den Wünschen des Reichstages wird von allen Seiten anerkannt werden. Wer das thut, müßte Einnahme hieraus nur um 32 pet. gesteigert, während der und der Beamten eingeführt worden ist. Ueber die Regelung ohne Rücksicht auf die Finanzen für die Besserung der Ernährung Versand von Zeitungen sich erheblich mehr gesteigert hat. Hier dieser Verhältnisse werden wir an der betreffenden Stelle noch der Soldaten stimmen. Sonst fümmert man sich doch wenig um muß Wandel geschaffen werden, das liegt im Interesse der des weitern zu erörtern haben. Der Dienst in verschiedenen die Finanzen, wenn es sich darum handelt, militärische Bewilli- Gerechtigkeit und Billigkeit. Postanstalten Berlins ist ein besserer geworden. Es ist anzuer gungen zu machen. Es fönnten übrigens wohl an anderen Stellen Staatssekretär v. Stephan: Ich bin dankbar für die An- fennen, daß das Kollektenunwesen von der Bildfläche vers des Militäretats die nöthigen Mittel gespart werden, um die erkennung, die der Vorredner der Postverwaltung gezollt hat; schwunden ist. Der Staatssekretär hat sich ausdrücklich gegen ein Soldaten besser zu ernähren. Durch den Zusatz der Budget- das ist um so schätzbarer, als es von dieser( linken) Seite des Geschenk zu einem Dienstjubiläum ausgesprochen. Auch die Ver tommission ist die Resolution Schädler werthlos, eine leere De- Hauses selten geschieht. Die Telephonkarte, die der Vorredner theilung der Unterstützungen an die Unterbeamten hat sich gegen monstration geworden. Man sollte sie lieber zurückziehen und vermißt, wird vielleicht zur nächsten Session erscheinen, die Sturm- früher gebessert. Andererseits aber hat sich das System der erklären: Wir bewilligen sonst Millionen für militärische Dinge, und Drangperiode auf diesem Gebiete muß erst etwas vorüber sozialen Politik in der Reichspost- Verwaltung nicht verändert. aber zur richtigen Ernährung der Soldaten fehlt uns das Geld. gegangen sein. Ich werde dann vielleicht eine Karte der Unfall: Es besteht noch heute die Tendenz, Ersparnisse herauszuwirth Ich werde gegen die letzten Worte der Resolution stimmen. meldestellen vorlegen können. Die Zahl der Unfallmeldestellen schaften, indem man Unterbeamte und Subalternbeamte die Arbeit Abg. Schädler( 3.): Auch mir wäre es lieber, wenn die hat sich 1894 auf 7512 vermehrt, in einem Jahre um 1035. Die verrichten läßt, die bisher zum größern Theil von besser bea ursprüngliche Fassung der Resolution angenommen würde. Wenn Meldeſtellen sind auch fleißig benutzt worden bei Feuermeldungen, zahlten und günstiger gestellten Beamten ausgeführt wurde. ich nicht alles erreichen kann, dann sehe ich, ob ich nicht etwas bei Meldungen von Ueberschwemmungen u. s. w. Auf dem Gebiet Die Ziffer der Postsekretäre vermindert sich von Jahr zu Jahr. erreichen kann. Es ist ja leicht, einen Antrag zu überbieten, des Fernsprechwesens ist Deutschland am weitesten ausgebildet. Im Jahre 1890 hat der Reichstag eine Resolution angenommen, wenn man weiß, daß dabei doch nichts herauskommt. Die Re- In ganz Frankreich bestehen nicht so viel Fernsprechstellen, als wonach das etatsmäßige Personal im Verhältniß zu den diätarisch solution hat trotzdem noch einen Werth; wenn sie auch jetzt nicht allein in Berlin( hört! rechts) 1881 hatten wir 7 Orte mit Fern- angestellten Beamten erhöht werden sollte. Nun hat ja die Zahl gleich erfüllt wird, so wird sie doch die Regierung daran er sprechanstalten; jetzt haben wir 378 Orte mit 84920 Anschlüssen. der etatsmäßigen Stellen zugenommen. 1891/ 92-1894/ 95 ist die innern, daß es sich hier um eine sehr dringliche Forderung In Berlin allein finden 282 000 Gespräche täglich statt. Daß Bahl der etatsmäßigen Stellen um 16 225 gewachsen. Die Zahl handelt. die Steigerung der Anschlüsse in den letzten Jahren nicht mehr der etatsmäßigen Unterbeamten ist bis 1893 um 13 071 Abg. Hammacher( natl.) spricht sich in demselben Sinne aus. so groß ist, wie früher, ist selbstverständlich. Wenn etwas an- gewachsen. Diese Zahl trifft aber nicht zu, denn sie Abg. Richter( dfr. Vp.): Herr v. Bollmar will die acht fängt, dann ist der Andrang immer am größten. Daß die entspricht nicht dem Verhältniß von 2/3( angestellten) zu Millionen gleich in den Etat einstellen und nachher stimmt er Handelskammern wiederholt Wünsche auf Ermäßigung der 1/3( nicht angestellten Subalternbeamten) und 3/4 zu 1/4( Unter mit seinen Freunden gegen den Etat. Wenn etwas eine leere Telephongebühren geltend gemacht haben, ist mir bekannt. Aber beamten). Auf 64 792 Unterbeamte im Jahre 1893 kommen Demonstration ist, dann ist es die Bekundung des Eiferns für das imponirt mir nicht, wenn einer Handelskammer gleich einige 36 448 etatsmäßige Stellungen, das sind also nicht einmal 2/3. eine neue Ausgabe, wenn man nachher gegen den Etat stimmt Hundert nachfolgen. Es giebt aber auch Handelskammern, die Ich kann mich hier auf eine Schrift des kaiserlichen Postinspektors ( Sehr richtig! rechts.) Ausgaben, die zu streichen wären, hat Herr sich überlegen, daß man die Gebühren nicht ohne weiteres er Jung berufen. Im Jahre 1872 hatten wir 10 000 Zandv. Vollmar nicht nachgewiesen. Denn die Pferderationen für mäßigen kann. Davon, daß die Gebühren von 200 auf 150 m. briefträger, von denen 9954 angestellt waren. die höheren Offiziere würden nur einige hunderttausend ermäßigt worden sind, spricht jetzt niemand mehr. Die Handels- hatten wir 25 644 Landbriefträger, von deneu uur Mark ergeben. Es müßte auch eine Mehrheit für solche fammern haben allerdings Ermittelungen angestellt und die Namen 14 000 fest angestellt sind.( Hört! links.) Unter 39 603 Streichungen vorhanden sein. Die Resolution hat ihre sachliche solcher Leute gesammelt, welche sich bei 100 M. anschließen Unterbeamten zählte man 1893 nur 10000 unkündbar an Bedeutung darin, daß die Regierung diese Ausgabe in erster lassen würden; aber diese Erklärungen sind nicht verbindlich, und gestellte. Wieviel von den 64 792 Unterbeamten unkündbar ane Linie in Aussicht nehmen soll. Wird der Schluß der Resolution solche Dinge legt man der Verwaltung dann vor. Aus Breslau gestellt sind, erfahren wir von der Postverwaltung nicht. Allers gestrichen, so wird der Reichsschatzsekretär die Summe dem Fehl- protestirt man gegen die Ermäßigung der Gebühren für die dings ist in der letzten Zeit die Grenze der Kündbarkeit etwas betrage zuzählen, welche er für die Einstellung der Tabaksteuertleinen Städte, die großen Städte müßten ermäßigt werden, weil herabgesetzt worden, es ist aber immer noch schlimm genug, ausgerechnet hat. Will Herr v. Vollmar die Annahme der Tabak dorther die Haupteinnahmen tämen. Man bestreitet, daß ein wenn diese Leute 20-24 Jahre von einem Wint abhängig find, Steuer fördern? Einnahme- Ausfall entstehen wird, da die Zahl der Abonnenten welcher sie nach 4 Wochen auf die Straße wirft. Die Resolution sich vermehrt. Aber dadurch entstehen auch wieder mehr Aus- des Reichstages, daß die Assistenten früher angestellt und zu den gaben. An die Stelle der oberirdischen Leitungen müssen unter- Sekretärstellen zugelassen werden sollten, ist in den Papierkorb irdische Leitungen gelegt werden; es müssen alle paar Jahre gegangen, troßdem die Assistenten die Arbeit der Postsekretäre neue Apparate angeschafft werden; es müssen vielfach die Häuser verrichten. Die Unterbeamten lagen, daß ihr Wohnungsgelds reparirt werden; in Hamburg hat ein einziger Sturm nicht zuschuß nicht hoch genug ist; die Reichs- Bostbeamten stehen in weniger als 197 000 M. gekostet. Daß Hamburg und dieser Beziehung zurück hinter den badischen Beamten. Altona als zwei verschiedene Städte behandelt werden, ist doch natürlich; es sind nun einmal verschiedene Städte. Die Forderung der Erhöhung der Gewichtsgrenze für Briefe auf 20 Gramm ist eine alte. Der Ausfall würde 9 Millionen Mart jährlich betragen. Woher soll dieser Ausfall gedeckt werden in einem Momente, wo die Finanzen die Regierung zwingen, neue Abg. Lingens( 3.) tritt für die Sonntagsruhe der Postbeamten Steuern zu verlangen? Wollen Sie die Tabatsteuer genehmigen? ein, obwohl er anerkennt, daß bereits vieles geschehen sei.( Heiterkeit.) Die weiteren Ausführungen des Staatssekretärs, Aber so lange der Sonntagsnachmittags- Dienst der Post noch die sich auf den Post- Zeitungstarif zu beziehen scheinen, bleiben bestehe, würden alle Maßregeln zur Förderung der Sonntags- unverständlich, da er nach rechts gewendet spricht. ruhe mangelhaft bleiben. Redner verweist insbesondere Abg. Förster- Neustettin( Deutsche Reformpartei): Der beste auf die Zustände in Hamburg und empfiehlt wie Dank für eine Verwaltung ist wohl eine Kritik der Mißstände, in früheren Jahren, daß gewöhnliche Packete an Sonntagen die hervorgetreten sind. Wir können freudig anerkennen, daß nicht bestellt werden sollen. Er bittet, in überwiegend katholischen die Poft ihrem alten Rufe treu geblieben ist. Wo es sich aber Gegenden an nicht gesetzlichen fatholischen Feiertagen den Postdienst wie an Sonntagen einzurichten. Abg. v. Vollmar: Ich will die Tabaksteuer nicht fördern und bleibe dabei, daß im Etat die Mittel zu finden sind, um die Soldaten besser zu ernähren. Beide Anträge der Kommission werden angenommen. Es folgt die Berathung des Etats der Reichs poft und Telegraphenverwaltung. Beim Gehalt des Staatssetretärs beantragt die Kommission: Den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß zur Förderung der Sonn- und Feiertagsruhe im Deutschen Reiche gleichzeitig mit der Abschaffung der Güterzüge auf den Eisenbahnen auch die vom Reichstage beschlossene Beschränkung des Packetbetriebes beim Reichspostamt zur Ausführung gelangt. 1892 Die Post- Hilfeboten sollen sich nicht verheirathen, bis sie eine feste Stellung haben; diese erlangen sie aber erst nach 21 Jahren; verheirathen fie fich trotzdem, so müssen sie einen Revers unters schreiben, daß sie auf Unterstüßungen aus der Unterstützungskasse verzichten. Besonders schlimm sind die Po still one daran; sie unters stehen dem Disziplinargeseh, bekommen aber, z. B. in Berlin, im ersten halben Jahrzehnt 2,25 M.; d. h. noch nicht einmal den ortsüblichen Tagelohn.( Hört, hört! links.) Nach 5 Jahren bes tommen sie 2,50 M., nach weiteren 5 Jahren 2,75 M. Man flagt über die schlechte Bezahlung der Omnibus- und Pferdebahn Kutscher, aber die Postillone sind noch viel schlechter daran. Die Berleihung von Ehrenpeitschen und Ehrenhörnern wird die Leute falt lassen; sie würden eine geregelte Altersversorgung vorziehen. Die Postillone sind nicht pensionsberechtigt, sondern sie haben nur ein Anrecht auf ein Almosen, das sogenannte Ruhegehalt, und dieses beträgt pro Kopf 121 m. jährlich. Wenn so ein Postillon mit der Peitsche knallt und in sein Horn bläft, wie dee Postillon von Lonjumeau, dann mag er glücklich sein. um eine so große Anzahl von Beamten handelt, müssen die Klagen auch rückhaltlos vorgebracht werden; Unzufriedenheit zu Staatssekretär von Stephan: Ich kann die Zustände erregen ist dabei nicht unsere Absicht. Es scheint, daß der frische in Hamburg nicht beurtheilen; es herrschen dort be- Bug der Reform nicht mehr wie früher in der Postverwaltung sondere Verhältnisse. Wenn die überseeische Post antommt, so vorhanden ist. Die Herauffezung der Gewichtsgrenze für Briefe wird wächst der Dienst. Wenn ein Sturm ausbricht, der alle Fernsprech schon lange verlangt, und wenn die Packetfahrt- Gesellschaft bei 3 Pf. Daß es im Reiche des Herrn v. Stephan nicht so blühend drähte zerstört, dann muß die Postverwaltung schließlich auch Porto noch ein gutes Geschäft in Berlin macht, dann sollte man steht, wie man annimmt, zeigt ein Blick auf das Sparwesen. Sonntags arbeiten lassen. Wenn die Eilpackete Sonntags bestellt für den städtischen Verkehr Berlins das Porto herabsetzen. Es Es besteht eine Lebensversicherung, auf grund welcher 171/2 pet. werden sollen, müssen wir denselben Apparat zur Verfügung giebt in den Provinzstädten prachtvolle und auch geschmackvolle der Prämien von der Postverwaltung gezahlt werden. Wer aber haben, wie sonst. Wenn die gewöhnlichen Packete Sonntags Postgebäude, aber in den Innenräumen ist es oft dunkel, man in eine solche Lebensversicherung gehen will, muß eine bestimmte nicht bestellt werden, und auch nicht die Soldatenpackete, so fann kaum eine Postkarte oder eine Depesche schreiben, Position haben und Die Unterbeamten sind nicht in würden dadurch namentlich die kleinen Leute ge- namentlich versagen die Federn oft. fehlt auch der Lage von diesem Recht Gebrauch zu machen. Das schädigt, welche das Expreßporto nicht bean einer Wage, um die Schwere eines Briefes zu Jahr 1893/94 weist eine Zunahme Don 2000 Unter zahlen können. Man sollte doch in dieser Beziehung nicht ermitteln; man muß immer die Beamten belästigen. beamten auf. Die Zunahme der Versicherungen beträgt zu weit gehen. Ein Rabbiner zur Zeit des Herodes verbot den Am Schalter wird das Publikum oft aufgehalten dadurch, daß aber nur 156. Die Spar- und Vorschußvereine hatten Juden, sich vom Mittwoch ab mit einem Briefe zu befaffen, weil ein Mann ein Dugend Postanweisungen auf einmal aufgiebt, 1893 100 893 Mitglieder. Es wurden an 33 750 Inhaber diefer Brief möglicherweise am Sabbath ankommen könnte. Die der Beamte erst eintragen muß. Warum soll nicht der Auf- fünf Millionen Mart Vorschüsse bewilligt und Einlagen ( Heiterkeit.) Wo es irgend sein kann, wo die Verkehrsintereffen geber eine Liste der Postanweisungen selbst aufstellen, die der wurden 612 Millionen gemacht, aber zum erheblichen Theile von nicht verlegt werden, wird auf Sonntagsruhe der Beamten die Beamte blos kontrollirt. Wohlwollen hat die Postverwaltung höheren Beamten, welche 4,7 pet. Zinsen erhalten, also mehr größte Rücksicht genommen. immer bekundet; aber trotzdem bestehen noch so viele Klagen, als bei jeder andern Sparkasse. Sozialpolitisch ist nun sehr Abg. Möller- Sagan( dfr. Vp.): Nachdem für den Handels- daß wir sie hier zur Sprache bringen müssen. Die Sonntagscharakteristisch, daß die Rassen von ihren Mits stand für den Sonntagsverkehr bestimmte Stunden festgesetzt sind, ruhe ist ja durch die Resolution der Kommission schon berück- gliedern 5-6 pt. 3insen nehmen. Heißt das follte die Reichs- Postverwaltung darauf Rücksicht nehmen und ihre fichtigt; die Kommission hat ja auch schon für die 16 100 Land- die wirthschaftlich Schwachen stügen? So hohe Dienststunden am Sonntag ebenfalls danach einrichten. Redner briefträger ein Wort eingelegt. Oft besprochen, aber noch niemals Binsen entsprechen nicht der Tendenz des praktischen Christens tadelt die übermäßige Anstrengung der Postbeamten an einem berücksichtigt ist die Forderung, daß den Briefträgern im Sommer thums. Und wie verträgt sich damit, daß höhere Bostbeamten bestimmten Orte, die in 4 Wochen 371 Dienststunden zu leisten eine leichtere Kleidung gewährt werden müsse. Eine Ueberlastung Darlehne zu 41/2 pet. erhalten. Die Namen der Grundstück hätten, also wöchentlich über 93 Stunden, d. h. bei 6 Arbeits- der Beamten im Dienste ist auch aus Schönebeck an der Elbe ge- befizer, welche vom Verein Hypotheken erhalten, sind aus dem tagen über fünfzehn Stunden täglich. Die Uebersichts- meldet worden. Die Dienststunden sollten an den Sonntagen in legten Jahresbericht ganz und gar verschwunden. farte, welche den Abgeordneten zugänglich gemacht sind, zeigen die Stunden gelegt werden, die für das Handelsgewerbe freidie Entwickelung des Post- und Telegraphenwesens in dem gegeben find. Konsumvereine beſtehen in den Kreisen der Postletzten Jahrzehnt. Sie sind ein Denkmal dauernder als Erz. beamten eine große Bahl. Aber es sind solche Vereine in Er Es ist nur bedauerlich, daß es an einer Uebersicht über die Entfenntniß der sozialen Schäden, welche sie mit sich bringen, auch wickelung des Telegraphenwesens fehlt. Da wird noch viel aufgelöst worden. Da sollte man aber den Beamten, die nothgetlagt, namentlich von Handelskammern über theuere Ge- gedrungen solche Vereine gegründet haben, eine Entschädigung bühren und darüber, daß die Wünsche nach neuen An- gewähren. Die Militäranwärter fühlen sich benachtheiligt da schlüssen nicht überall erfüllt würden. Die Folge davon ist, durch, daß ihnen nicht, der Vorschrift gemäß, 3/4 des Stellen- Auch auf dem Gebiete der Sonntagsruhe würde noch daß die Theilnehmerzahl sich in jedem Jahre immer einkommens gegeben wird für die Probedienstzeit, in welcher manches zu erreichen sein; auf der Generalfynode der evangelischen weniger steigert; man sagt freilich, das beweise nur, fie eine Stelle versehen. Erst in der letzten Zeit sei die falsche Landeskirche im Jahre 1894 hat der Superintendent König daß das Bedürfniß befriedigt sei. Das sei ein Trugschluß. Praxis geändert worden. aus Witten in Westfalen festgestellt, daß die Briefträger Wir stehen im Zeichen des Verkehrs und da müßte der Verkehr Redner bespricht dann die Maßregelungen von Poftbeamten bis zu den Debatten den Debatten im Reichstage nur immer den verbilligt werden. Die finanzielle Lage soll das nicht gestatten, aus politischen Gründen. Ein Postbeamter Schulz ist von siebenten Sonntag frei gehabt haben. Biele Postämter man befürchtet einen Ausfall. Aber die Ermittelungen der Breslau nach Frankfurt versezt worden; natürlich im Interesse könnten an Sonntagen geschlossen werden, da nur ein paar Post Es muß auch dafür gesorgt werden, daß den Leuten leichtere Kleidung gegeben wird, und man sollte soweit gehen, daß man ihnen das Schuhzeug liefert. Bei diesen Ueberschüssen müsse das doch möglich sein. Charakteristisch für die sozialen Zustände der Unterbeamten ist auch die große Zahl der Unterstützungen; im ganzen haben 62 000 Postbeamte resp. deren Familien Unterstützungen erhalten. " werthzeichen dort verkauft werden. Auch die Regelung der einigen Jahren wieder einen solchen Fortschritt fonstatiren zu arbeiten" mit anhaltendem Beifall", wie das Protokoll Arbeitszeit läßt noch zu wünschen übrig trotz der vielen und können. Mit allgemeinen Demonstrationen, mit dem Versuche, hinzufügt, begrüßt und nach sehr lebhafter Debatte fast einwohlgemeinten Versicherungen der Reichspostverwaltung. Am die einzelnen Klaffen gegen einander zu heben, kommt man stimmig angenommen. Das heißt: die Schultommissions- Vorsteher Poftamt 41 haben die Unterbeamten in der Woche 71 Stunden nicht weiter. Wir haben ein Verständniß für die streifen! Das Rückgrat der städtischen Verwaltung", wie zu arbeiten gehabt und bei den Postämtern zweiter und dritter soziale Lage bewiesen. Wenn es die Herren( zu den Sozial- der Stadtverordnete Spinola die unbesoldeten Kommunalbeamten Klaffe ist dieses Durchschnittsmaß noch weiter überschritten. demokraten) nicht befriedigt, so haben sie eben andere An- in der Debatte über die Steuerreform nannte, hat also richtig 61/2 Stunden beträgt in Dresden die Arbeitsschauungen. Wir haben auch die Meinung, daß die auf einen Knacks befommen. Herr Spinola schien schon damals auf zeit bei den höheren Beamten, 101/2 Stunden Kündigung angestellten Beamten sich in sicheren Stellen etwas Aehnliches anzuspielen. Er meinte, den Hauptstamm der die der Subalternbeamten und 132 Stunden befinden; denn die Entlassung eines Unterbeamten geschieht nicht, unbesoldeten Kommunalbeamten bildeten die Hausbefizer, desdie der Unterbeamten täglich. ohne daß eine genaue Untersuchung unter Beistand des Rechts- halb sei schon aus kommunalpolitischen Gründen" davon verständigen in aller Unabhängigkeit stattfindet. Die Verleihung abzurathen, den Hausbesitzern zu viele Steuerlasten aufzubürden der lebenslänglichen Anstellung hat lange nicht solche Bedeutung,( d. h. ihnen die Kanalisations, Liebesgabe", die sie bisher hatten welche Herr Schoenlant ihr zuweist. einstecken dürfen, zu nehmen). Wollte er sagen, die Hausbesitzer Einer besonderen Erwähnung verdient noch das System der Strafgelder. Ganz besonders lebhafte Klagen kommen in dieser Beziehung vom Postamt 2 in Leipzig. Während der frühere Vorsteher dieses Amtes ein sehr humaner Mann war, hat der jeßige Vorsteher Strafen erhoben in einer Höhe, die diejenigen aller anderen Postämter zusammen überschreiten. Vom Januar bis April hatte der alte Vorsteher 50 M., der neue 362 M. Strafgelder.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Und aus welchen Gründen werden diese Strafen verhängt! Ein Unterbeamter ist mit 1,50 m. bestraft werden, weil er, der Zivilanwärter war, den Postdirektor nicht vorschriftsmäßig militärisch gegrüßt hatte. Eine Anzahl Beamter ist bestraft worden, weil sie an ihren dunklen Hosen keine Biesen hatten. Vor einiger Beit ist den Beamten, die Nachtdienst haben, das Kaffeekochen verboten worden. worden. und Die Unterbeamten heirathen auch vor ihrer lebens- tönnten sonst rebellisch werden und streiken? Es ist nicht unlänglichen Anstellung. Was wir nicht gern sehen, ist, daß junge möglich, daß hinter dem Proteft gegen das neue EinschulungsLeute von 20 Jahren, die hinter den Ohren noch nicht trocken verfahren thatsächlich der Grimm des erbitterten Hausagrariergeworden sind, sich von irgend einem Frauenzimmer einfangen thums steckt. Genau denselben Tanz wollte ein Theil der laffen und verheirathen. Wie soll das enden bei einem so jungen unbesoldeten Kommunalbeamten ja schon im vorigen Sommer aus Menschen? Liegt es da nicht im Intereffe einer richtigen Sozial- einem anderen Grunde aufführen. Als Klingel- Bolle, der Fromme, politit, wenn wir da die jungen Leute abmahnen?( Buftimmung den einträglichen Vorzug erhielt, die sterilisirte Armenrechts.) milch, nach der dann verschiedenen Armen übel wurde, allein zu liefern, da traten die anderen Milchhändler Berlinszusammen und erflärten, kein städtisches Ehrenamt mehr annehmen zu wollen, wenn Bolle den Verdienst weiter allein einstecken dürfe. Befanntlich wurde die Sache dann rückgängig gemacht und dem frommen Bolle das Monopol wieder abgenommen, mit welcher Begründung, ist übrigens niemals in die Oeffentlichkeit gedrungen. Rechnen die Hausbesitzer bei dem Streit der SchulkommissionsVorsteher auf gleichen Erfolg? Einzelfällen. Abgeordnetenhaus. 40. Sigung vom 11. März, 11 Uhr. Am Regierungstische: Miquel. Die Berathung des Staatshaushalts Etats für 1895/96 wird beim Etat der direkten Steuern fortgefeßt. Die Einnahmen aus der Einkommensteuer, 121 400 000 m., werden nach einer langen, für unsere Leser minderwichtigen Debatte bewilligt. Ebenso die Einnahmen des Titels:" Er gänzungssteuer 35 000 000 M." S an= Wenn die Zentrumsgrößen das Bedürfniß haben, ihr gesunkenes Prestige durch solche Volksversammlungen" neu zu beleben, so kann man ihnen das Vergnügen schon gönnen. Die 40 000 polnischen Arbeiter, die Berlin beherbergt, fommen mit Sicherheit zur Sozialdemokratie. So will es die Logik der Thatsachen. Das Bild, welches Herr Schoenlank von den Postillonen entworfen hat, ist nicht zutreffend. Wenn ein junger Mensch in Berlin 2,25 M. täglich bekommt neben freier Kleidung und Freiquartier, so ist das kein übler Anfang. Sie werden auch schon Die Klagen der Postbeamten erstrecken sich auch auf die nach 5 Jahren fest angestellt und wenn sie vorher durch Krank Organisation der Postassistenten. Bayern hat eine heit ausscheiden müssen, so erhalten sie Renten weit über das Organisation auch von Unterbeamten. Bei uns sieht man Unfallgeseh hinaus. Organisationen weder in Staatswerkstätten, noch im Reiche Daß Herr Schoenlant die Wohlfahrtseinrichtungen dienst, noch in Privatbetrieben gern. Die Politik des der Post nicht billigt, begreife ich von seinem Standpunkt aus. Herrn Stumm von greift ja immer weiter um Aber unrichtig ist es, daß die schlechter bezahlten Beamten dabei Unter dem Zeichen der Umfturzvorlage macht auch das fich. Auf dem Bahnpostamt 29 hier, wurden die Leute benachtheiligt würden. Als noch kein Unterbeamter Pensions- glaubensfeste Zentrum in Berlin schlechte Geschäfte. Man hoffte gefragt: ob sie dem Verbande angehören, von wem fie berechtigung hatte, hat die Poft durch Lebensversicherungen für durch den jetzt außerordentlich beliebten Ruf ,, Gegen den Umsturz", das Verbandsorgan bekämen und wer sie zum Beitritt aufgefordert ihre Beamten gesorgt. Wenn das jetzt nicht mehr in demselben Stimmung bei den katholischen Arbeitern zu machen und hat sich hätte... Was geht das die Reichspostverwaltung an. Sie sollte Maße wie früher geschieht, so liegt es daran, daß die Unter- dabei sehr böse verrechnet. Am Sonntag Nachmittag fand im die Leute ihrer Zusage gemäß doch ungeschoren lassen. In vier beamten jebt pensionsberechtigt sind. Trotzdem macht immerhin Grand Hotel, Alexanderplat, eine polnische Voltsversammlung Monaten find nicht weniger als 16 Verbandsmitglieder versetzt noch eine erhebliche Zahl von Beamten davon Gebrauch. Die statt, die an einem bedenklichen Mangel litt: Das Bolt, Postspar- und Vorschußvereine haben jetzt ein Kapital von zu was bestimmt war Staffage zu bilden, fehlte gänzlich. und Geistlichkeit, die Die soziale Lage der Posthilfsboten wird fammen 27 Millionen Mart zusammengebracht. Der Sparbetrag Darob großes Gezeter bei Adel schöne Worte für die Arbeiter in petto hatten. Ihnen am leichtesten bekannt werden, wenn Sie die Gerichts- ist auf 1000 M. und manchmal noch weniger begrenzt. Große so schöne berichte der Zeitungen verfolgen und damit vergleichen die Ziffern, Kapitalien tönnen also von einem Einzelnen nicht angelegt Zweck der Versammlung sollte sein, wie der Vorsitzende seinen die wir amtlich haben über die Bezahlung dieser Leute. Daß werden. Die Vereine sind nur für die Fälle der Noth bestimmt drei Dutzend Zuhörern erzählte, die Hebung des polnischbei der schlechten Bezahlung und den hohen Ansprüchen und diesen Vereinen ist es mit zu danken, daß die Kriminal- fatholischen Arbeitervereins", der angesichts dessen, daß die der Ueberarbeitung Uebergriffe und Unterschlagungen statistik der Reichs- Postverwaltung von Jahr Sozialdemokratie den Polen mehr und mehr das Nationalitätsvorkommen, das ist sozialwirthschaftlich sehr leicht zu ver- zu Jahr eine günstigere wird.( Hört, hört! rechts.) bewußtsein aus dem Herzen reiße, doppelt nothwendig sei. Von stehen, und die Richter verstehen es auch, denn sie billigen Im Jahre 1871 fiel auf 171 Köpfe ein Kriminalfall, dem sozialdemokratischen Gift redete der Abg. Glembocky ein und Breites. burchweg den Postunterbeamten mildernde Umstände Er hat die Zuversicht zu. jegt fällt auf 400 Beamte er ( Hört, hört! rechts), Langes großen leeren Raumes wirklich bewundernsEin Postgehilfe Dieß in Homburg, der 2,50 M. Tagelohn erhielt, das ist ein besserer Beweis als die Anführung einer Reihe von gesichts des werth daß die Sozialdemokratie an dem Bollwerk unterschlug 65 M., um sich Möbel für seine Verheirathung zu faufen. Der als Zeuge vernommene Postdirektor erklärte, Diet Bezüglich der Dienst stunden halte ich die Anführungen des Glaubens doch noch zerschellen werde. Der fromme habe an Größenwahn gelitten, denn er habe sich Schiller's des Vorredners für unrichtig, so weit ich sie nach den mir be- Mann bewies dann noch, eigentlich ziemlich überflüssigerweise, Werke angeschafft.( Heiterkeit.) Die Richter wissen ganz genau, tannten Thatsachen habe prüfen können. Wir werden den Sachen die Arbeiterfeindlichkeit dieser gefährlichen Partei". Auch der wie es mit den sozialen Verhältnissen der Postunterbeamten be nachforschen, aber es werden wahrscheinlich dem Vorrebner Reichstags Abgeordnete Graf Kwilecki ließ seine Weisheit vor stellt ist. Was die Behandlung der Poftunterbeamten betrifft, falsche Darstellungen hinterbracht sein. Der Vorredner hat einen dem Bruder Arbeiter leuchten. Das beste Gegengift gegen die so will ich heute nur an den berühmten Abtrittsfenster- Utas positiven Vorschlag gemacht, die Postagenturen sollen in sozialdemokratischen Schriften find nach ihm die heiligen erinnern. Daß auch Boykott von der Postverwaltung verhängt Bostämter verwandelt und mit Bost- Unterbeamten be legenden! Ungläubige Gesichter machten auch die paar wird, ist ebenfalls bekannt, nur weiß ich nicht, wo in irgend sett werden. Die Poftagenten ſizen in ihrem eigenen Gläubigen, als der hochgeborene Herr Graf diesen tiefsinnigen einem Gesetz steht, daß die Poftverwaltung den Beamten Hause; sie sind Förster, pensionirte Gendarmen, Lehrer u. i. w., Ausspruch that. Auf gleicher Höhe wie die gehaltenen verbieten dürfe, in einer bestimmten Kneipe zu verkehren. furz, fie haben einen gewissen Zustand.( Heiterkeit.) Glaubt Reden stand auch der Vorsitzende mit seiner vortreff Namens meiner Fraktion habe ich noch einen Vorschlag zu machen. man, daß ein Mann, der hier in Berlin Geldbriefe bestellt hat, lichen Geschäftsordnung; er eröffnete die freie Diskussion Wir haben 7420 Postagenturen, darunter 6951 mit Telegraphen- nach Mecklenburg oder sonst wohin ins Ausland geht? Bu mit dem Bemerken, daß jedem Redner, der nicht den polnischbetrieb. Die Ansprüche an die Postagenturen wachsen immer meinem Bedauern kann ich also den ersten positiven Vorschlag fatholischen Standpunkt vertrete, sofort das Wort entzogen Das verblüffte auch die Gläubigen derart, daß mehr, und es müssen immer mehr Postagenturen in Bostämter des Vorredners nicht als praktisch und unausführbar anerkennen. würde. niemand von ihnen das Wort nahm. So verlief die Geschichte dritter Klaffe ungewandelt werden. Die Ansprüche sind besonders( Heiterkeit.) durch das Wachsen des Verkehrs, durch die Versicherungs- Gesez- Darauf wird nach einigen persönlichen Bemerkungen gegen refultatios. gebung und die Aufstellung von Statistiken gestiegen. Die Post- 6 Uhr die weitere Debatte auf Dienstag 1 Uhr vertagt. agenten, welche 600-750 M. Entschädigung bekommen, find diesen Ansprüchen nicht mehr gewachsen, sie müssen unter Zuhilfenahme ihrer Familienmitglieder stets auf dem Posten sein. Man sollte nun die Leitung der Postagenturen den Post- Unterbeamten übertragen unter Erhöhung ihres Gehalts; es würde ihnen dadurch Gelegenheit geboten, aus ihrem eintönigen Unter- In dritter Berathung wird der Gesezentwurf, betreffend die beamten= Dienft einmal herauszukommen. müßte von der Umgestaltung der Kaffen im Bereich der Berwaltung ihnen Jahr für Jahr eine Anzahl Postagenturen der direkten Steuern betroffenen Beamten, ohne Debatte an: übertragen werden, namentlich solchen Unterbeamten, die mit den genommen. Leuten bes betreffenden Bezirks bekannt und mit den Verhältnissen verwachsen sind. Dadurch würde sich die Postverwaltung mehr fach ein Verdienst erwerben, um den Betrieb selbst, der beffer werden würde, um die Konsumenten der Post, das Publikum, das jetzt über die Agenturen zu tlagen hat, und um die Unterbeamten, die einmal aus ihrer Misere herauskämen und eine Staffel höher stiegen. Auch die Pensionsziffern würden nicht so ungeheuer wachsen, wenn die Leute nicht bis zum äußersten Maße Abg. Megner( 3.) auf die Zeitungsnachricht hin, daß die ausgenützt würden, sondern rechtzeitig einen geeigneten Posten Frage erwogen werde, ob nicht aus Sparsamkeitsrücksichten eine betämen. Von 1872 bis 1894/95 ift der Pensionsfonds von umfangreichere Einziehung der Kreiskassen vorzunehmen sei, als 1 900 000 Mart auf 9 870 000 Mart, also um 422 Prozent erst beabsichtigt gewesen sei. Wenn die Kreiskaffen wegen der gestiegen. Die Anstrengungen im Postdienst find größer Umgestaltung der Steuerverwaltung überflüssig feien, so fönne als in anderen Zweigen des Reichsdienstes. Die sozialen man ihnen ganz gut andere Aufgaben zuweisen, u. a. auch die Zustände der Postbeamten sind in einer sehr lesenswerthen Verwaltung der Lotterieangelegenheiten. Broschüre von dem früheren Postbeamten Vieth geschildert worden. Der Reichstag muß dahin wirken, daß die Lage der Unterund Subalternbeamten verbessert wird, daß die 140 000 Leute, welche die Poftverwaltung beschäftigt nicht Krupp, nicht Stumm beschäftigen annähernd eine solche Zahl angemeffener bezahlt, angemessener behandelt werden und daß ihnen die nöthige Bewegungsfreiheit gewährt wird. Wenn die Ursachen der Uns zufriedenheit der Leute nicht beseitigt werden, dann werden wir den Bortheil davon ziehen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Direktor im Reichs- Postamt Fischer: Wenn ich alle Anführungen der beiden Vorrebner widerlegen wollte, würde ich dazu sechs Stunden brauchen. Denn es ist leichter, Behauptungen aufzustellen als sie nachher richtig zu stellen. Die Punkte, auf die ich nicht eingehe, sollen aber nicht als als von mir zugestanden gelten. Ich habe ganz bestimmt zu widersprechen dem, was Herr Schoenlant als Prinzip der Sozialpolitik der Postverwaltung er- Es folgt der Etat der indirekten Steuern, der ebenfannt zu haben glaubt, nämlich von schlechter bezahlten Beamten falls bewilligt wird. die Arbeiten der besser bezahlten Beamten leisten zu lassen. Schluß 3 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr. Wo man auf der Straße gehen und stehen soll, schreibt Der Borrebner schöpft wohl auch aus sehr unzuverlässigen( Etats der Ansiedlungskommiffion, des Finanzministeriums, der die Polizei für Berlin mit einer gum theil wunderlichen Um Quellen. Namentlich sollte er sich den Zuschriften von Beamten Staatsschuldenverwaltung, der allgemeinen Finanzverwaltung, ständlichkeit vor. Personen, die nicht mit umfangreichen gegenüber etwas vorsichtiger verhalten. Ich bin nicht in der Etatsgefeß.) Badeten beschwert sind, haben zwar das Recht, sich auf den Lage, über Dienststunden jedes einzelnen Postunterbeamten zu Bürgersteigen beliebig zu bewegen. Indeß müssen sie reinlich urtheilen. Ich widerspreche also generaliter allen Anführungen und zweifelsohne aussehen. Leute, deren Anzüge beim Anstreifen dieser Art. Das Ziel der Verwaltung geht dahin, alle Beamten abfärben, wie Bäder, Schornsteinfeger, Maurer und Müller nach Recht und Gerechtigkeit zu behandeln, feinen zu bevor werden auf den Straßendamm verwiesen. Dies wäre ja ganz zugen oder zu benachtheiligen.( Beifall rechts.) Herr Förster Das neue Einschulungs- Verfahren, daß die städtische in der Drdnung. Aber auch hier sollen sie nicht willkürlich hat zur Sprache gebracht, daß den Militäranwärtern nicht die Schuldeputation durch Erlaß vom 25. Januar cr. festgesetzt hat, einherschreiten, vielmehr die linke Seite benutzen, damit sie dem 3. richtige Vergütung gewährt sei. Es handelte fich darum, hat nicht die Zustimmung der Schultommiffions entgegenkommenden Fuhrwerk, das rechts fahren soll, hübsch auss daß wir die informatorische Beschäftigung mit der Probe Borsteher gefunden. Die Aenderung gegen früher besteht weichen tönnen. Wer Laften trägt, gehört gleichfalls auf die beschäftigung verbanden. Während ber ersten informa- hauptsächlich darin, daß die schulpflichtig werdenden und die linte Seite des Fahrdammes: auf dem Bürgersteig verfällt er torischen Beschäftigung beziehen die Militäranwärter nur schon schulpflichtigen, aber die Wohnung wechselnden Kinder dem Arm des Schutzmannes. Auch das läßt sich hören. ihr Trattement oder ihre Pension. Wir haben ihnen von fünftig von den Kommissionen aufgenommen werden sollen, ohne Stehen bleiben soll aber eigentlich niemand auf den Anfang an eine Beihilfe gewährt; daneben hatten sie ihre wie bisher fofort an die Schule ihres Bezirkes gewieſen zu Bürgersteigen. Verboten ist zwar nur das Zusammenstehen mehrerer militärischen Bezüge und ihre Pensionen, sie standen sich dabei werden. Die Vertheilung auf die verschiedenen Schulen soll viel Personen auf den Granitplatten der Bürgersteige, aber der Schuhviel besser als bei dem System, zu dem wir jetzt zu unserem Be- mehr auf grund der einzureichenden Listen nach einem ein mann fann auch von dort, wo keine Granitplatten sind, stehende dauern überzugehen gezwungen sind; denn die Pension fällt nun heiflichen Plan und nach Maßgabe des vorhandenen Plates Personen weiterbefördern, wenn sie ihm hinderlich erscheinen. mehr weg. Herr Schoenlant meint, daß die Zahl der etats erfolgen. Die Schuldeputation hofft schon dadurch die Ueber- Diese für das weibliche Geschlecht besonders harte Bestimmung mäßig angestellten Post- Unterbeamten verhältnißmäßig geringer füllung, die bisher zu Anfang jedes Gemefters an einzelnen tann vor Schaufenstern, vor Markthallen und anderen Punkten geworden sei. Die Zahl der etatsmäßigen Beamten deckte fich Schulen besonders start auftrat, und die Umschulungen, die dann ausgeführt werden, wo Frauen noch lange stehen bleiben, wenn früher nicht mit der Zahl der etatsmäßigen Stellen. Von Stellen in vermehrtem Maße nöthig wurden, wesentlich zu vermindern. sie auseinandergehen. Bezüglich der Broschtenkutscher besteht waren in der Zeit, auf welche sich Herr Schoenlank beruft, noch Die Schulkommissions- Vorsteher haben sich nun in ihrer Februar- noch ein Ausnahmegeset; sie dürfen auf den Bürgersteigen nicht ein Drittel der Bahl mit etatsmäßigen Beamten besetzt; Versammlung, wie aus dem jeht veröffentlichten Protokoll erficht überhaupt nicht zusammentreten. Sie sollen aber auch ihre das ist vom jezigen Herrn Staatssekretär abgeändert worden. lich ist, darüber beklagt, daß bei Feststellung des neuen Ver- Wagen nicht ohne Aufsicht laffen, ebensowenig sich auch im Die Zahl der etatsmäßigen Stellen ist um 15 000 vermehrt fahrens fein einziger Vorsteher zugezogen worden sei. Es werde Innern der Droschten aufhalten. Ihnen bleiben also worden. Das ist doch kein Zeichen einer Stagnation auf dem ihnen dadurch noch mehr Mühe und Arbeit aufgebürdet, es sei nur Bock und Fahrdamm zur Auswahl, je nachdem sie allein Gebiet der sozialpolitischen Berbefferung der Lage der Beamten. aber unzuläffig, über unbesoldete Beamte und deren Beit so fein oder im Plenum berathen wollen. Endlich dürfen sich auch 1891 waren von den vollbeschäftigten Unterbeamten 63 pet. willfürlich zu verfügen. Schließlich wurde der von ber 82. Rom- gefchloffene Gesellschaften" nicht auf Bürgersteigen bewegen, etatsmäßig angestellt; jetzt sind es 68 pet. Das ist ein Fort- miffion eingebrachte Antrag Die Versammlung wolle ein Rann man fich nach folchen Polizeimaßregeln, mögen fie ftraff nach dem neuen Modus schritt, ber uns noch nicht voll befriedigt; ich hoffe aber in stimmig ablehnen, der weniger schneidig gehandhabt werden, noch wundern, daß Bei den dauernden Ausgaben weist Geheimrath Wallach: Es schweben über die Umwandlung des gesammten Rassenwesens Verhandlungen, die aber noch nicht abgeschloffen sind. Bei den Ausgaben für die Veranlagung der Gewerbesteuer bemerkt Minister Miquel: Eine zweckmäßige Umgestaltung der Gewerbesteuer in den Kommunen für kommunale Zwecke wird un erläßlich sein, wenn die Gemeinden auch bisher noch keinen Gebrauch davon gemacht haben. In Berlin beabsichtigt man eine folche Umgestaltung, die auch erforderlich sein dürfte, weil durch die Aufhebung der Miethsste u er einzelne Steuerbegünstigungen, wie für Theater 2c., eingetreten sind, die nicht bestehen bleiben können. Die dauernden Ausgaben werden bewilligt; desgleichen ohne Debatte die einmaligen Ausgaben. Tokales. au " Alte Herren find doch eine recht gesuchte Waare. In der Vossischen Zeitung" werden wieder einige verlangt. Die Suchenden sind junge Damen, die, wenn man ihren Versicherungen trauen darf, über eine hübsche Erscheinung, eine schöne Figur, ein angenehmes Aeußere u. f. w. verfügen. Die alten Herren brauchen gegenüber so vielen Vorzügen nichts weiter mitzubringen als ein klein bissel viel Geld. Da sage noch einer, daß die Mädels heutzutage anspruchsvoll find! Ebenso wenig fönnte man das von der Expedition der Boss. 3tg." sagen, die, wie fürzlich zu lesen war, feineswegs alles, was ihr als Heirathsannonce" vorgelegt wird, für decent genug hält, um in die sauberen Spalten dieses gutbürgerlichen Blattes aufgenommen werden zu können. Die Annoncen junger Damen, die nach alten Herren verlangen, hält man bei der„ Boffischen Zeitung" wirk lich und wahrhaftig für Heirathsannoncen"! Mehr Anspruchslofigkeit fann man nicht verlangen. Andere Leute denken nun freilich etwas anders über die Ehe. Sie wissen, daß sie ab: gesehen von dem geistigen Inhalt, mit dem idealere Personen diese Institution auch ohne den Segen eines Pastors und selbst eines Standesbeamten immer erfüllen werden, auch gewiffe natürliche Grundlagen hat. Selbst der teusche ,, Männerbund zur Bekämpfung der öffentlichen Sittenlosigkeit" hält die Berücksichtigung diefer Grundlagen zwar nicht für die Hauptsache, aber doch für, wenn man so sagen darf, verzeihlich; vielleicht in anbetracht des reichlichen, oft allzureichlichen Kindersegens, den man besonders in Pastorenfamilien findet. Wenn einer aber offen ausspräche, als was die Schwärmerei junger Damen für alte Herren, vom Standpunkte jener natürlichen Grundlagen aus betrachtet, erscheint, und welche Konsequenzen fich für die Heiligkeit" der Ghe, wenn eine solche überhaupt beabsichtigt ist, daraus ergeben fönnen und müssen, wir möchten das Geschrei nicht hören, das sich in der Presse erhöbe. Pscht stille doch von so etwas spricht man doch nicht in anständiger Gesellschaft-?! Aber thun darf man's! WWW tev T erlin«r Einwohner noch freier Bewesung verlangt und sich folgerichtig der Sozialdemokratie angeschlossen hat? Die Influenza- Epidemie scheint in der Woche vom 24. Februar bis 2. März ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Während die Sterblichkeilsziffer schon in der Woche vorher von 5 auf 26 gestiegen war. ist dann weiter eine Zunahme ein- getrete», welche den schlimmsten Zeiten der früheren Epidemien gleichkommt. Die statistischen Tabellen verzeichnen in dem fast ausschließlich Grippe umsassenden Rubrum„Andere Jnfektions- krankheiten" für die Woche vom 24. Februar bis 2. März nicht weniger als 71 Todcssälle/ Die Influenza hat also doch viel heftiger gewüthet. als es anfangs schien. Die neue Muudkrankheit. Geh. Rath Virchow hält die in der Friedrichstadt und der Halleschen Vorstadt austretende epidemische Krankheit, die sich durch die Blasenbildung im Munde charaklerisirt, für eine Uebertragung der Maul- und Klauen- seuche auf den Menschen. Als Krankheitsübertrager dürfte die Milch anzusehen sein. Die jetzige Ausbreitung der Krankheit unter den Menschen scheint unterstützt zu werden durch die allgemeinen »üblichen Gesundheitsverhällnisse, durch die die Menschen auch für diese Krankheit empfänglicher gemacht werden. Ter Aus- bruch der Krankheit erfolgt meist sehr plötzlich, aber nicht un- mittelbar nach der Infektion, sondern in der Regel erst einige Tage später; so erkrankte der Direktor einer hiesigen Staats- anstalt. Dr. V., der vor der Halleschen Vorstadt wohnt und voraussichtlich hier infizirl war, erst nach mehr- tägigem Aufenthalt in Prag. Eigenthümlich ist es, daß schon Rückfälle der Krankheit beobachtet sind; Thiere, welche die Krank- heit überstanden haben, besitzen bekanntlich ein bis zwei Jahre lang keine, oder doch nur geringe Disposition zu einer neuen Erkrankung. Bei der Kur ist diätisches Verhalten und Ruhe Hauptsache. Im übrigen genügen in den meisten Fällen des- iiisizirte Ansspülungen und solche mit Kamillenthee; zu vermeiden ist jedes rohe Anspinseln des Mundes, weil die Wundstellen dadurch leicht geschwürig werde». Im allgemeinen nimmt bisher die Krankheit einen gutartigen Verlauf. Ei» alteö Projekt taucht mit dem neuen Frühling wieder auf. Es ist die schon im Vorjahre erörterte Verbindung zu Waffer zwischen Kottbufer Brücke und Zoologischem Garten, die für Personen auf Dampfmotoren hergestellt werden soll, im vorigen Jahre aber die Genehmigung nicht erhielt. Ob die Unternehmer, die die Anlagestelle an die Ecke der Britzerstraße und des Koltbuser Ufers bringen wollen, im Hinblick auf den vorhandenen Raum mehr Glück haben werden, muß noch dahingestellt bleiben. Von de» Interessenten am Kotzeprozeß, der nach Mit- theilung einiger Blätter mit der Freisprechung des Angeklagten geendet haben soll, entwirst das„Kleine Journal", das in dem begründeten Rufe steht, in dieser schmutzigen Angelegenheit von den Freunden des Angeklagten besonders gut bedient zu werden, das folgende Bild:„Die Maulwurfsarbeit derer, die dem ihnen unerwünschten Ausgang mit fiebernder Sorge entgegensehen, hat sich nicht zum ersten Mal in dieser scheinbar wohlwollenden Manier gezeigt, bei der der Pferdefuß nur allzu deutlich erkennt- lich ist."— Eine wirklich saubere Gesellschaft, diese exklusiven Kämpfer für Ordnung, Religion und Sitte aus höheren Regionen! Die rechtlose Stellung der Bühnenangestellten. In dem unter dieser Ueberschrift in der Sonntagsnummer ent- haltenen Feuilleton ist dem Verfasser in bezug auf den Fall „Haverland" ein Jrrthum passtrt. Die Angelegenheit spielte sich nicht mit der Direktion des„Lessing-Theater" ab, sondern mit der ehemaligen Direktion des„Berliner Theater" unter Herrn Barnay; was wir hiermit gern berichtigen. Der Umsturz im Verein Berliner Presse. Dieser Verein hat sich bekanntlich auch zu einer- gegen die Umsturz- vorläge gerichteten Resolution aufgeschwungen, die gegen ein« geringe Minderheit angenommen wurde. Zur Strafe dafür ist der zweite Vorsitzende, Chefredakteur Pantenius, ans dem Verein ausgeschieden. Für die ausgesperrten Brauerei-Zlrbeiter sind bei der unterzeichneten Kommission von den Pfeifenbrüder» aus Köpenick 20 M. eingegangen. Die Kommission der Brauer und Brauerei-Hilfsarbeiler. Der Stadtrath Jsaac i» Charlottenbnrg hat außer seinen städtischen Ehrenämtern auch den Vorsitz im Wahlverein der Freisinnigen Volkspartei für den Wahlkreis Teltow-Beeskow- Slorkow-Charlottenburg niedergelegt. Die Hasenhaide dürste demnächst wohl auch den letzte» Anstrich eines volksthümlichen VergnügungsorteS verlieren. Das gesammte bewaldete Terrain mit Ausnahme des Turnplatzes ist nämlich seit kurzem aus dem Besitz des Eisenbahnfiskus an mehrere Bauspekulanten übergegangen. Selbstverständlich werden damit die jetzigen Sommerlokale sämmtlich eingehen müssen. Tie einzige Schwierigkeit, welche dem Projekt noch entgegensteht, ist das Fehlen eines Entwäfferungskanals auf jener Straßenseite, Da die Stadt Berlin die Legung eines Kanals abgelehnt hat, haben sich die Unternehmer jetzt an die benachbarte Gemeinde Rixdors gewandt und ersucht, ihr Terrain an die Rixdorfer Schwemmkanalisatisn anschließen zu dürfe». Die Gemeinde- Vertretung ist nicht abgeneigt, dem Gesuche zu entsprechen und hat daher die Angelegenheit einer Kommission überwiesen. „Pünktlich und nach Vorschrift" hat in der Nacht zum Montag die Mondfinsterniß stattgefunden; der Zuschauerkreis war jedoch in Rücksicht auf die späte Nachtstunde, zu welcher der Beginn des Schauspiels angesetzt war, ziemlich klein. Frau Luna wurde zwar einige Male durch Wolken bedeckt, doch im allgemeinen blieb sie sichtbar. Um 2 Uhr 54 Minuten begann die Verfinsterung, der Mond entschwand langsani den Augen der Zuschauer, und erst als er zu drei Viertel im Kernschatlen der Erde stand, wurde der Trabant derselben anfänglich schwach und dann hervortretend immer mehr sichtbar, bis er um 3 Uhr 52 Minuten bei Beginn der Totalität der Finsterniß in prächtig knp'errother Färbung am Himmel prangte. Der Schluß des Schauspiels, der um 6 Uhr 24 Minuten dadurch ein- trat, daß der Mond ans dem Schatten vollkommen heraustrat, erfolgte kurz vor dem Niedergang deS Himmelkörpers. Im Passage-Panoptikum tritt in den Ausstellungen der G i t a n o s ein Programmwechsel«in. Neben den Tänzen, wie Flamengo, Bolero, Sevillana, Ole werden spanische Lieder ernsten und heiteren Inhalts, und zum Schluß ein Stiergefecht, von echten Torreros und Piceadores ausgeführt, das Programm einer jeden Vorstellung bereichernd. Auch findet von jetzt an um 12 Uhr eine Vorstellung statt. Der Direktor Fregin von der Berliner Kreditbank, gegen welchen schon seit einiger Zeit ein Strafverfahren wegen Wuchers schwebt, ist. wie uns gemeldet wird, gestern tn gericht- liche Hast genommen worden. Die von ihm vertretene Bank war, wie seiner Zeit im Wucherprozeß Treuherz zur Sprache kam, mit Tr. in engem geschäftlichen Verkehr. Selbstmord verübt hat auf dem Bahnhofe Schönhauser Allee ein Mann, der nach mitgeführten Papieren Hugo Behrendt heißt und in Neu-Weißensee gewohnt hat. Ein Berliner Schneider- meister fand ihn am Sonntag Nachmittag um 5 Uhr an einem entlegenen Orte erhängt auf. Die Leiche wurde von Eisenbahn- arbeitern abgenommen. Genaueres ist über den Vorgang noch nicht zu ermitteln gewesen. Zahlreiche Wechselfälschunge« und andere Schwindeleien bat der in Britz wohnhafte Malermeister Brosze,t ausgeführt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde B. am Sonn- abend verhastet und in daS Untersuchungsgefängniß zu Moabit eingeliefert. Die Gebrüder Easta« dementiren die Reporternachricht. daß der Restaurateur des Passage-Panoptikums ihr Etablissement kaufen werde. Es scheint, baß der Sittlichkeitsverbrecher Castan immer noch auf freiem Fuße ist. Eine scheußliche KindrSmißhandlung beschäftigt gegenwärtig, wie schon kurz berlchtet, die Slrasbehörde. Am 20. Fe- bruar starb in dem Kinderkrankenhaus« in der Reinickendorfer- straße der 21/j Jahre alte Otto Thies. Der Verdacht richtete sich tegen die Eltern, die den Knaben gemißhandelt hatten. Die eichen öffnung hat ergeben, daß der Tod durch Jochbeuteleiterung. die sich auf die Lunge übertragen hatte, erfolgt ist. Die Kranh heit konnte durch Schläge mit einem Stock hervorgebracht sein. Nach Aussage von Hausbewohnern ist das Kind vom Vater oft geschlagen worden. Dieser ist denn auch verhaftet worden. Vergiftungsversuch. Unter dem Verdacht, versucht zu haben, eine ihr unbequeme Zeugin zu vergiften, ist die Kutschers frau W. verhaftet worden. Ein Friseur K. war in einer Novembernachl v. I. von einer Frauensperson in eine Keller- wohnung der Steinmetzftraße verschleppt worden, wo ihm die Geldtasche mit einem größeren Geldbetrage abhanden kam. Die Wohnungsinhaberin, eine gewisse S., gab nun an, daß sie sich in der fraglichen Nacht nicht zu Hause aufgehalten habe. Als muthmaßliche Diebin nannte sie eine Kutschersfrau W., die sich öfter widerrechtlich in den Räumen aufhalle, zu denen sie sich einen Schlüssel hatte anfertigen lassen. Am 4. d. M. kaufte die S. Milch, die sie zwei Tage unangerührt zu Hause stehen ließ. In dieser Zeit erhielt sie den Besuch der W., empfing aber nieniand anders. Als die S. am 6. d. M. von der Milch genoß, fiel ihr ein seifenartiger Geschmack auf, und großes Unbehagen stellte sich in der Folge bei ihr ein. Ein Arzt meinte, die Milch sei vergiftet, und die Polizei nahm deswegen Veranlassung, die Flüssigkeit chemisch untersuchen zu lassen. Da nun die S. die W. als muthmaßliche Giftmischerin bezeichnete, um eine unbequeme Zeugin in der Diebstahlssache zu beseitigen, so ist die Kutschersfrau verhastet worden. Von einem Bierwagen der Schüßler'schen Brauerei zu Brandenburg a. H. wurde am Montag Nachmittag um 5 Uhr an der Elisabeth- und Wißmannstraßen- Ecke ein sechsjähriger Knabe überfahren. Das schwerverletzte Kind wurde in ein Krankenhaus befördert. Polizeibericht. Am S. d. M. wurde auf dem Boden eines Hauses in der Bernanerstraße ein Schankwirth und am 10. d. M. auf dem Abort des Ringbahnhoses in der Schönhauser Allee ein Drechsler erhängt vorgefunden.— An der Ecke der Invaliden- und Brunnenstraße wurde ein fünfjähriger Knabe durch eine Droschke überfahren.— Am 9. und 10. d. M. fanden sechs un- bedeutende Brände statt. WitternngSiiberficht vom 11. März 1895. schwachen südlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge. ""erliner Wetlerbureau. Theokev. Im Alexandrrplatz-Theater ging am Sonntag eine der älteren Possen der Kompagniefirma Jacobson u. Willen in Szene.„Durchgegangene Weiber" heißt das Fabrikat. Es ist eins jener leichtgebauten Verwechslungsstücke, deren Wirk- famkeit wesentlich von dem flotten Spiel der Künstler bedingt ist, und an denen die Soubrette alles retten oder auch alles verderben kann. Ueber der Sonntagsvorstellung. die natürlich vor überfülltem Hause vor sich ging, schwebte ein glücklicher Stern in Gestalt der vorgeblich von Anna Schramm neidlos gebenedeiten Künstlerin Henny Schmidt. Ihr kouragirtes Temperament, wie ihr reinstes sächsisches Deutsch, halsen der Posse über so manche Oede behende hinweg, und an dem Erfolg, den das Stück bei seiner Wiederaufführung errungen, gebührt dieser wackeren Künstlerin unbestritten der wohlgemessenste Theil. Soll die zweite Person genannt werden, die Lebe» in die Posse brachte, so tritt kein geringerer hervor als Herr Direktor Max S a m st selber, der den unmöglichen Neuig- keitshascher Fettweiß mit großer Bravour gab. Von dem übrigen Personal waren die Herren Aschiuger, Steinreuth und Kämmerer, sowie die Damen Arco und Pögner besonders tapfer aus dem Posten. Unrecht wäre es, wollten wir nicht auch der Damen des Ballets und vor allem einer ungenannten Serpentintänzerin gedenken, welche die anfängliche Leere des letzten Aktes mit Bravour und Grazie harmonisch ausfüllten. Der Kuriosität halber sei noch erwähnt, daß die Polizei an die Direktion das Verbot erlassen hat, Schutzleute in Uniform auftreten zu lassen. So erschien in der Posse, deren drittes Bild ein Polizeibureau darstellt, der Wachtmeister im Gehrock, während die niederen Polizeibeamten mit einer Art grauer Züchtlingsjacke angethan waren. O. Umsturz! >»» » In der Vielseitigkeit kommt der Direktion Eamst so leicht keine andere nach. An derselben Stätte, wo am Sonntag der neuere Possentrödel hauste, wurde am Sonnabend eines der Meisterwerke der deutschen Literatur, Lefsing's„Nathan der Weise" aufgeführt. Das schöne Idyll der Toleranz und der Menschenverbrüderung wirkte auch in der bescheidenen Wieder- gäbe am Alexanderplatz-Theater, wie immer versöhnend und er- hebend; und für Augenblicke mochte man auch hier vergessen, daß die Gegenwart, die gebieterisch den rücksichtslosen Kampf zwischen den Vertretern der absterbenden und der werdenden Welt fordert, gerade für ein Werk wie dieses in den sozialen Verhältnissen so wenig realen Boden bietet. Die Titelrolle wurde von einem wackeren jungen Künstler, Herrn Ernst E p p st e i n. mit Würde und sinnigem Verständniß verkörpert; die Worte bedächtiger Weisheit und Welterfahrung flössen aus seinem Munde gemessen und ohne vordringliche Ueberhebung. Eine brave Leistung bot auch Herr Wesselsky als Tempelherr, edel und vornehm im Auftreten führte er seine schwere Rolle mit bestem Gelingen durch. Anerkennung ist ferner den Herren Steinreuth und Wagner zu zollen; von letzterem wurde der Derwisch, von ersteremssder Sultan mit sinnigem Bestreben, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, gespielt. Harmonisch fügten sich die Damen Bertrand und Arcon, denen die Verkörperung der Sittah und der Recha oblag, dem Ganzen an. Die Direktion Eamst hat an diesem Abend bewiesen, daß es auch mit weniger reichen Mitteln möglich ist. einem unverwöhnten Publikum gutes zu bieten. (Bctirfif 5-Bcif«n g. Eine amtliche Ausschreitung auf der Polizeiwache führte gestern den Schutzmann Wilhelm Hellmann aus Cbartotten- bürg vor die zweite Strafkammer am Landgericht II unter der Anklage des Vergehens im Amte. Wie der Arbeiter Striegau aus Berlin angezeigt und wie derselbe vor Gericht ausgesagt hat, war er am Abend des 10. August in einen falschen Vorortzug zwischen Nauen und Berlin gestiegen, für welchen sein Billet nicht galt. Er wurde auf dem Bahnhose Zoologischer Garten angehalten und zum Charlottenburger Poli- zeibureau geführt. Dort hatte der Angeklagte Dienst als Tele- graphift. Bei der Feststellung seiner Personalien hat nun der Sislirte geäußert:„Schreiben Sie meinen Namen richtig!" und hat den Namen buchstabirt, woraus ihm der Angeklagte zwei Ohrfeigen gab, die ihm das Trommelfell verletzten und ihn zwangen, sich in klinische Behandlung zu geben. Der Zeuge will nur an- geheitert gewesen sein, der Angeklagte behauptete, jener sei total betrunken gewesen und bestritt die Mißhandlung. Da aber drei anwesende Schutzleute erklärten, während des Borfalles fest ge- schlafen und nichls bemerkt zu haben und da der Belastungszeuge einen sehr günstigen Eindruck macht, so erkennt der Gerichtshof auf 5 0 M. G e l d st r a s e, obwohl der Staatsanwalt und Vertheidiger Freisprechung beantragt hatten. Der kürzlich wegen Wuchers zu einem Fahre Gefängniß und einer Geldstrafe verurtheilte Restaurateur Protz hat gegen das Urtheil der 9. Strafkammer am Landgericht I Revision ein» gelegt und gleichzeitig den Antrag auf Entlassung aus der Hast gestellt. Während dieser Autrag früher abgelehnt wurde, hat er nunmehr Erfolg gehabt, denn es ist beschlossen worden, den An- geklagten gegen eine Kaution von 20 000 M. vorläufig aus der Haft zu entlassen. Das Schwurgericht Teschen vxrurtheiNe den Bauern- agitalor Peter Stojalowski wegen Vergehens gegen die öffentliche Ruhe, Sicherheit und Ehre zu vier Jahren Gefängniß. Zu dieser Verurtheilung schreibt die„Germania": Solche Urtheile find auch Wasser aus die Mühle der Sozialdemokratie, die von der christlich- sozialen Partei mit einiger Aussicht auf Erfolg bekämpft wird. Staat und Staatskirchenthum sind ihr gegenüber ohnmächtig. Liberalen Bourgeois fehlt freilich das Verständniß für diese Dinge, auch wenn sie auf einer Gefchworenenbirnk sitzen. Bekannt- lich ist dem Blatte Slojalowski's dieser Tage t>er päpstliche Segen zu theil geworden. GcufvvIrflslQfkltrftev. Aufruf an sämmtliche Steinmetze und Stein» arbeiter Oesterreich-Ungarns, Deutschlands und Jialiens. Kollegen und Genossen! Am 16. Februar wurde auf Antrag des profitsüchtigen Steinmetz- meisters Hausmann und dessen Kumpan Seenger sänimtlichen Sleinnietzgehilfen in ganz Budapest die Arbeit gekündigt. Die Zurückziehung der Kündigung wurde von der Unterfertigung einer Arbeitsordnung abhängig gemacht, welche für ein Zuchthaus zu schlecht wäre. Da aber unsere Budapester Kollegen diese Arbeilsordnung nicht unterschrieben haben, sind sie am 2. März, theilweise aber am 4. März entlassen worden. Durch diesen gemeinen Gewaltstreich sind 352 Kollegen brotlos gemacht und ins Elend gestoßen worden. Durch die Niederträchtigkeit der Steinmetzmeister leiden 700 familien- ungehörige Frauen und Kinder, also zusammen 1200 Personen. Wir appelliren daher an die Solidarität ßämmtlicher Arbeiter und Kollegen. Der Geist unserer ausgesperrten Kollegen ist ein ausgezeich- neter und wenn wir die nöthige Unterstützung erhalten, dann ist der Sieg unser, trotzdem sich die profilsüchligen Meister gegen uuS verschworen haben. Wie wir erfahren, haben diese Nimmersatten gegenseitig sich Reverfe ausgestellt, wonach jeder, der den Beschluß früher bricht und feine Arbeiter beschäftigt, als Strafe 1000 fl. zu zahlen verpflichtet ist. Man hat gegen die Arbeiter eine Äer- schwörung angezettelt, welche jeden anderen ins Zuchthaus bringen würde, diese Ausbeuter aber bleiben ungestraft. Wir habe» daher einen schweren Kampf, und es ist nothwendig, daß uns die gesammte Arbeiterschaft unterstützt. Wenn wir siegen, so ist dies ein Sieg für sämmtliche Arbeiter. Und bei nöthiger Unterstützung ist unser Sieg zweifellos. Da man uns auf gemeine Art knechten will und uns aus- gesperrt hat, wollen wir die Arbeit nicht mehr unter den alten Bedingungen aufnehmen, sondern unsere gerechten Forderungen stellen. Kollegen und Genossen! Da wir nicht muthwillig streiken, sondern die Meister es sind, welche uns ausgesperrt und in den Streik hineingehetzt haben, glauben wir, daß unser Kampf von den Sympathien sämmtlicher Arbeiter geleitet wird. Die Meister wollen uns aushungern lasse». Dies darf ihnen nicht gelingen. Bor Zuzug nach Budapest warnen wir die Sleinmetze und Steinarbeiter. Im Auftrage sämmtlicher Budapester Stein- metzen: Das Dreißiger Komitee. Unterstützungen sind an die Redaktion„Der Steinmetz", VI, Budapest, Kemnitzergasse 6, zu senden Ver»nisickikcs. Wahrheit oder Konkurrenzneid? In dem vom Pfarrer Kneipp gegründeten Kindcrasyl zu Wörrishofen herrscht, der „Müncheuer Med. Wochenschr." zufolge, eine heftige TyphuS- Epidemie. Nach dem Fachorgan herrschen in dem Asyl auch sonst haarsträubende Zustände. Aitf der Suche nach seinem Kinde wendet sich ein Herr F. H. Wedekind, Hamburg, Spitalstraße 102, an die Zeitungen Deutschlands. Während der Cholera-Epidemie in Hamburg wurde dasselbe, ein Knabe, in der Nacht vom 26. zum 29. August 1892 nach dem Allgemeinen Krankenhause in Hamburg gebracht und nach Aussage der Wärter gerettet. Doch blieb alles Suchen der Eltern, die selbst lange Zeit todtkrank darniederlagen, nach dem verlorenen Sohn bis heute erfolglos. Da damals viele Kinder nach auswärts kamen und von kinderlosen Familien an- genommen wurden, so ist es leicht möglich, daß der Knabe, der zu Ostern schulpflichtig ist, darunter gewesen ist. Der betrübte Vater ersucht nun alle jene Menschenfreunde, die damals viel- leicht einen etwas über dreijährigen Knaben ohne jegliche Aus- weispapiere angenommen haben, ihm sofort Mittheilung machen zu wollen. Ein besonderes Merkmal war damals: der Knabe war zart und schlank gebaut und hatte unter dem linken Auge einen länglichen Sommerfleck. Da auch in der Umgegend Berlins einige der ihrer Eltern beraubten Kinder Unterkunft gefunden haben, wollen wir nicht verfehlen, durch die Veröffentlichung des obigen zu thun, was unsererseits gethan werden kann, um den betrübten Eltern in der Auffindung ihres Sohnes behilflich zu sein. Aus Mesflna und anderen Orten Siziliens wird von wellen- förmigen Erdstößen berichtet, die dort in der Nacht zum Sonntag verspürt wurden. Vviefkayen der Dvdakkion. Wir bUten bei jeder Anfrage eine Chiffre(Zwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. W. F. 61. In diesem Falle gilt Ihr Miethskontrakt, der wahrscheinlich bestimmen wird, daß Sie die Schlüssel abzuliefern haben, sobald die Wohnung von Ihnen verlassen ist. Stuttgart. Berliner Packetfahrt-Gesellschaft. Benachrichtigen Sie die Gesellschaft per Postkarte, wo und wann die Sachen ab» zuholen sind. Aachener VolkSblatt. Warum sendet man unS keinen Bericht oder Ihr Blatt? Adolph Ernst- Theater unserem Freunde und Genoffen, dem Für den Inhalt der Juſerate fiber- Auftreten der ersten Pirouettenimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 12. März. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Karneval. Schauspielhaus. Rönig Ottokar's Glück und Ende. Deutsches Theater. Die Weber. Leffing- Theater. Sodoms Ende. Berliner Theater. Madame SansGêne. Residenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Neues Theater. Liebe von Heut. Vorher: Unsere Backfische. Theater Unter den Linden. Marocco Bound. Bellealliance- Theater. Mädchen. Verliebte Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, 12. März, abends 8 Uhr: Hagar's Sohn. Mittwody, 13. März, abends 8 Uhr: Gracchus, der Volkstribun. Donnerstag, 14. März, abends 8 Uhr, zum 1. Male: Die Journalisten, Lustspiel in 4 Atten von G. Freytag. Freitag, 15. März, abends 8 Uhr: Gracchus, der Volkstribun. Sonnabend, 16. März, abends 8 Uhr: Die Journalisten. u. Courbette- Tänzerin Englands vom Prince of Wales- Theater in London. Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Zanz. Nach dem englischen Original ,, A Gaiety Girl" von Jones Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Vorher: Gehndeball. Schwant in 1 Aft Gastwirth W. Graffunder zu Sozialdemokratischer Wahlverein feinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. donnerndes Hoch! Seine Stammgäfte: B. H. H. H. Sch. M. T. V. W. W. in Der Reſtaurateurin Frau Polken zum 42. Geburtstage ein dreifaches Hoch, daß die Stackstraße wackelt und alle Pullen Schottisch tanzen.j 3055b St. E. A. R. Anna 7 trinkt. den Mittwoch, den 13. März, abends 8½ Uhr, „ Oranienhallen", Oranienstraße 51: Grosse Versammlung. Der Vorstand. Ganverein Berliner Bildhaner. Versammlung. I Dem Genossen Ph. Dillenberger, Dienstag, den 12. März, abends 8½½ Uhr, Annenstraße 16: Mariannenstr. 22, senden zu seinem Geburtstage die besten Wünsche." H. u. W. und Freund von Ed. Jacobson und Jean Kren. 3054b Anfang 71/2 Uhr. Unferm Bruder Zages Ordnung: 72/12 1. Geschäftliches. 2. Berathung event. Anträge zur General- Versammlung Der Vorstand. Böhmisches Brauhaus Seinrich Mischke zum heutigen Tage auf Abänderung des Statuts. 3. Berschiedenes. ein dreimal bonnerndes Hoch! 30576 Achtung! Arbeiterinnen u. Arbeiter. Achtung! Landsberger Allee. Jeden Dienstag: 4262. Soirée der Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfg. ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Vorverkauf 40 Pf.( Siehe Platate.) Zum Schluß: Neu: National- Theater. Der verliebte Schwiegersohn. Große Franfurterstraße 132. Direktion: May Samst. Sensationelle Novität! Komisches Ensemble. Donnerstag: Sanssouci. Gaſtſpiel der amerikaniſchen Geſellſchaft Passage- Panopticum. William Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Musik in 4 Atten( 11 Bildern), nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Itegie: Max Samst. Raffenöffnung 61/2 11hr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas a. G. Novität! 3um 25. Male: Novität! Unsere Rentiers. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Wilhelm Mannstädt und Julius Freund. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Feen- Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Neues collossal. Programm. Die 8 Granathos. Die mysteriösen Liliputaner ( darunter die kleinste SerpentinTänzerin der Welt). Cousin August m. seinem brasilian. Orang- Utang. Little Ella, das Wunderkind. Mr. Paolo Vendaro. Lilly Wellini, Kostüm- Soubrette. Wilhelm Fröbel, Berlins 1. Orig.- Humor- Matador. Gisella-Trio. The 4 Original- Dissenatos. Brothers Ulricos. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags: Konzert 61/2 Uhr, Vorst. 7 Uhr. 27 Gitanos aus Heinrich merkst Du was? P. M. G. M. R. F. D. K. A. R. Achtung! Achtung! d. Mittwoch, den 13, März, abends 8½½ Uhr, im Lokale des Herrn Keller, Koppenstr. 29( gr. Saal): Große öffentliche Sozialdemoke. Wahlverein f.. Volks- Versammlung. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Das Mitglied Tages- Ordnung: 1. Die Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung für die Frauen und Albert Lorz, Maler, Mädchen des arbeitendes Volfes. Referent: Reichstags- Abgeordneter E. Wurm. wird heute, Dienstag, nachmittags 31/2 Uhr, von der Leichenhalle des Dantes- Kirchhofes Tegeler Chaussee aus beerdigt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 284/20 Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann Paul Lehr, am Sonnabend, den 9. März, nach langen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. C0536 Die Beerdigung findet am Dienstag nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Courbièrestraße 12, aus, statt. Pauline Lehr geb. Sohr. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Begräbniß meines lieben Mannes, unseres Vaters Albert Bettaque, Andalusien. gen wir allen lieben Verwandten, Vorstellung um 4, 5, 6, 7, 8 u. 9 Uhr. Kaufmann's Variété Station Naucke genannt! 81/2 u. 91 Uhr. " Freunden und Bekannten für die erhebende Trauermusik und zahlreichen Kranzspenden, sowie dem Chef, Herrn Rosenfeld, und seinen Kollegen, unsern tiefgefühltesten Dank. 3065b Die trauernden Hinterbliebenen. Für die innige Theilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders des Justrumentenmachers Gustav Mönch, sagen wir hierdurch allen Bekannten und Kollegen unsern 30566 herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. star" Kranzbinderei u. Blumenhdlg. Naucke der Saison! dazu 16 Glanznummern. Unter den Linden 21. Täglich abends 18 Uhr Einzig in seiner Art. Heute Ben- Ali- Bey. Oriental. Parodie- Theater Granien- Straße 52( am Morigpl.). Magie. Kabale und Liebe Preise: 8, 2 und oder: Der abgeführte Wurm. Die lebende Mordgrundsbrücke oder: Der verfluchte Greis. Madame Sans- Gêne. Rasseneröffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Castan's Panoptikum. Noch nie dagewesen! Die Riesen des dankeln Erdtheils: Die Dinka, 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. „ Präsident Faure". Briefmarken, einzelne, wie ganze Sammlungen, fauft Kaim, Friedrichstr. 236. zum 126/17 Zahlreiches Erscheinen der Arbeiterinnen aller Berufe erwartet Die Einberuferin. Fachverein der Tapezirer. Dienstag, den 12. März, abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Herrn Kroll. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Ausgabe der Billets zur„ Urania". 232/12 Der Vorstand. Orts- Krankenkalle für das Tapezirer- Gewerbe zu Berlin. Sonntag, den 17. März, Vorm. 10 Uhr: Wahlversammlung Wahlversammlung behufs Wahl von 10 Vertretern behufs Wahl von 20 Vertretern General- der Kaffenmitglieder zur GeneralArbeitgeber zur der Versammlung Versammlung im Lokale des Herrn Ehrlich, im Lokale Arminhallen, Romman Stralauerstraße Nr. 31. dantenstraße Nr. 20. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen, da die WahlDonnerstag, den 14. März, abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: handlung präzise 12 Uhr mittags geſchloſſen wird. Vorversammlung der großjährigen Kassenmitglieder. Tagesordnung: Aufstellung der Kandidaten zu der am Sonntag, den 17. März, stattfindenden Wahl. Mitgliedsbuch legitimirt. B Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. Achtung! Töpfer. Achtung! Mittwoch, den 13. März, abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Fey, Brunnen- Straße Nr. 184: Oeffentliche Versammlung Robert Meyer, aller Töpfer und Berufsgenossen Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vers meiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Adresse zu achten. Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission, Stellungnahme zur Feier des Verein der Arbeiterinnen au 1. Mai. 2. Gewerkschaftliches. Kollegen, da uns bekannt geworden, daß die Innungsmeister in diesem für Mann und pünktlich am Plaze zu sein. Buch- u. Steindruckschnellpressen Jahre an unserem Lohntarif rütteln wollen, so ersuchen wir Euch, alle Mann Mittwoch, den 13. März, abends 812 Uhr, im Lokale des Hrn. Schneider, menftr. 16: Vereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Frauenleiden. Ref.: Serr Dr. Weyl. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Nach der Ver244/17 Der Vertrauensmann. J. V.: Rich. Hagen. Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Tischler u. Pianoforte- Arbeiter zu Berlin. Mittwoch, den 20. März, abends 8 Uhr, im Saale der Arminhallen", Kommandanten-Straße Nr. 20: General- Versammlung 182. fammlung: Gemüthl. Beisammensein. Der Bertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber. Male. 1 M. Sitzplatz. Jeden Sonntag Nachmittag 4 Uhr: Familien- Vorstellung zu halben Preisen. Bekanntmachung. Dritter Nachtrag zum Statut d. Orts- Krankenkasse für das Gewerbe d. Verfertigung von Musikinstrumenten vom 30. März 1893. Artikel I. Jm 1. Abfaz des§ 42 werden die Worte: Von den Vorsitzenden muß einer ein Arbeitgeber, einer ein Arbeit nehmer fein", gestrichen. Artikel II. Dieser Nachtrag tritt mit dem Tage der statutenmäßigen Bekanntmachung in fraft. Berlin, den 28. Dezember 1894. Der Vorstand. Stellvertr. Vors.: Schriftführer: Um zahlreiches Erscheinen ersucht 3058b Der Vorstand. Hierdurch die ergebene Mittheilung, daß ich mit dem 1. März d. J. das Mehl- u. HülsenfrüchteSpezial- Geschäft, Reinickendorferstr. 23a, täuflich erworben habe. Indem ich höft, bitte, das Serrn Hinge entgegengebrachte Vertrauen auf mich gütigit übertragen zu wollen, gebe ich die Versicherung, daß es immerfort mein Bestreben sein wird, bei soliden Preisen stets nur gute, reelle Waaren zu liefern. 1861L* Berlin, den 1. März 1895. Hochachtungsvoll Tages- Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung für das Jahr 1894. 2. Bericht der Revisoren. 3. Verschiedenes. 3064b An- und Verkauf von Resten aller Art, als Regenmäntel, Jaquet, Capes- Stoffe, Anzugsstoffe. Resterhandlung Bergmannstraße 2, perz. 18582 Der Vorftand. Utensilien und Milchgeschäfts- Molkereigerätye, Jordan, Kleine Markusstr. 28. Destillation an einen Parteigenossen 30426 zu vert. Swinemünderstr. 45. Kleine Wohnungen verm. sehr Putz- u. Modewaaren bilig Sommolla, Oranienſtr. 8. von Marie Miesterfeld, Berlin SO., Manteuffel- Straße Nr. 19. Empfehle mich zur saubersten Ausführung von Stroh-, Filz- u. Trauer3066b hüten zu billigen Preisen. 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Bolzmann's Gesellschafts- Säle, Lichtenbergerstr. 16. Säle und Vereinszimmer von 20 bis 1521L* 500 Personen. Die am 6. März cr. ausgesprochene Beleidigung gegen den Tischler Pant Etablissement ,, Süd- Ost" Großmann, Wienerstr. 27, nehme ich hiermit zurück. Waldemarstr. 75. Empfehle meinen Saal( 500 Personen 3071b Hermann Bitter. fassend) und Restaurant zu Versamm Die gegen Frau Müller gethane lungen und Festlichkeiten jeder Art. öffentliche Beleidigung nehme hiermit Sonnabende u. Sonntage sind noch frei. Otto Stahl. zurüd. 18652* C. Ulrich. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 60. m Dienstag, den 12. März 1895. 12. Jahrg. Hodmezä- Vasarhelyer Sozialisten- buh die Bonfchranken ferngehalten werden, oder ist es abzüge fjowie über das ungleiche Bergeben ber Arbeit Prozeß. dilun( Original Bericht) Ja, das habe ich gelernt. Den gestatten. Staatsanwalt: Und die nun die echönhauser allerg bet Kelle. H Arbeiter Gefangverein Olimpia, Adalbertstr. 8 bei Gefangverein Abendroth, Deutsch- Wilmersdorf, Bers bet Klingenberg. Wilmersdorfer Liebertafel, der Interessen stehenden Frage zu: soll Quebracho fünftig beschäftigten Arbeitern wurde über die fortgesetzten Lohns durch gerade im Interesse der Arbeiter Klage geführt. Außerdem wurde das Verhalten des nothwendig, daß jede Erschwerung der Einfuhr zurück- Herrn Kalfulators scharf kritisirt. Dieser, obgleich nicht Fachgewiesen wird? Die Gerberei ist eine der konservativsten mann, setzt die Preise für die einzelnen Arbeiten fest. Ferner Gewerbe, man gerbte nach alter Väter Sitte, bis das mehr und wurde darüber Klage geführt, daß bei Beginn einer Arbeit nieDie Vernehmung der Zeugen und Angeklagten, die am mehr auf dem Weltmarkte auftauchende billige, ausländische mand weiß, was es für die betreffende Arbeit giebt, da nicht der vierten und fünften Verhandlungstag fortgesetzt wird, bietet an Leder die Kleingewerbetreibenden zwangen, andere Methoden anzu- Meister, sondern wieder der Herr Kalkulator den Preis bei der sich wenig Neues und demzufolge erlischt auch das Interesse des wenden. In rapider Weise verdrängte jedoch, gerade durch seine Abrechnung bestimmt. Nachdem noch verschiedene Mißstände von Publikums, das nur in geringer Bahl im Zuschauerraum Play schnellere Anpassungsfähigkeit das Großgewerbe die kleinen den Rednern geschildert waren, wurde von der Versammlung, welche nimmt. Einzig bemerkenswerth ist wieder das Verhalten des Gerbereien mit ihren primitiven Einrichtungen. Im von ca. 120 der dort beschäftigten Arbeiter besucht war, einstimmig Staatsanwalts, durch die schamlosesten Mittel die Tendenz der Jahre 1882 bestanden in Deutschland noch 10 455 Betriebe, beschlossen, eine aus 6 Kollegen bestehende Kommission zu wählen, Anklage zu verschärfen und sich nach oben hin als Gesellschafts. darunter 949, welche mehr al3 fünf welche den Auftrag hat, der Firma folgende Forderungen zu retter wichtig zu machen. Wir geben einige Proben Arbeiter beschäftigten; heute ist das Verhältniß ein total anderes. unterbreiten: 1. Festsetzung der Preise von einem Fachmann. wieder, welche die Blößen, die dieser Herr seiner Man produzirt jetzt auch für den Weltmarkt, die Industrie 2. Uebergabe einer Preisliste an den betreffenden Meister. 3. Die Infamie und seiner Dumu.heit giebt, mit aller nur hat große Ausdehnung genommen, die kleinen Betriebe haben Attordpreise so a stellen, damit der Arbeiter wenigstens auf wünschenswerthen Deutlichkeit aufdecken. Angeklagter Balint das Rennen zum großen Theil schon aufgegeben. Es werden feinen Lohn tomt. Sollten die Unternehmer sich mit diesen Rovacs sen. bestreitet, an der Revolte theilgenommen zu beschäftigt ungefähr 44 000 Arbeiter in der Gerberei, 20 000 in Forderungen nicht einverstanden erklären, so hat die Kommission haben. Er hat gesehen, daß ein Lehrling einen Stein warf und der Schuh- und Schäftefabrikation, 50 000 in der Sattler- und die Pflicht, sofort den Vorstand davon in Kenntniß zu sehen, gleich darauf wurde geschossen. Er habe die Leute beruhigen Täschnerbranche, 429 000 in in der Schuhwaarenfabrikation; damit derfelbe das weitere veranlaßt. wollen. Staatsanwalt: Was wollten Sie nach dem dazu tommt noch die Roßleder und Treibriemen Erzeß in Budapest? Angetl.: Wir wollten beim Minister fabrikation 2c. 2c. Die deutsche Industrie wurde tonfurrenz- 8%-10% Uhr: Nordschule, Müllerstraße 179a: Boltsthümliche Medizin Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 7-8% Uhr: Lektüre unser Recht suchen. Staatsanwalt: Bei wem waren Sie da? fähig in dem Maße, als sie sich bequemte, die Methode( erste Silfe bei Unglüdsfällen). Südostschule, Waldemarstraße 14: Erst beim Abg. Bisontai dann bei Eötvös, der Minister anzuwenden, durch welche das Ausland seine Erfolge Nationalökonomie. Bei allen unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Früher kannte aber hat uns beidemal nicht empfangen. Staatsanwalt: Wer erzielt hatte. man fast nur Eisen- und Reimer, Abends 8½ Uhr bei Neumann, Pafewalterstr. 3. Lese- und Diskutirklub führte Sie zu diesen Herren. Angetl.: In der Redaktion Fichtenrinde als Gerbemittel, erst der Druck des Auslandes be= Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender: Ad. Neus der„ Neporava" trafen wir den Karl Vanjet, der führte uns förderte die Anwendung anderer Stoffe. In den westlichen Pro- mann, Pafewalferfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten hin. Staatsanwalt: Ist die„ Neporava" mit der Partei- vinzen Preußens, in Bayern, Baden und Hessen sind die meisten nebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein Steinete an Friedr. Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: vertretung identisch?- Angetl.: Ja.( zu bemerken ist, daß Eichenschälwaldungen; ca. 3,2 pCt. des gesammten Forstbestandes( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Keller. Senefelder, Rosenthaler straße 57 bei Wernau. der Staatsanwalt diese Frage fast an jeden Angeklagten richtet.) sind davon bedeckt. Deutschland kann jedoch seinen Bedarf an Gerechtigkeit Westen, Bülowstraße 59 bet Werner. Sängergruß, Friedrichshagen, Friedrichftr. 58.-- Echo II, Staatsanwalt: Haben Sie in der legten Ernte gearbeitet? Gerbstoffen aus eigenem seit langem nicht decken, es wird fortSchildhorn, Swinemünders Anget: Nein. Ich bin ausgeblieben. Staatsgesetzt vom Auslande, Frankreich und Ungarn, Rinde straße 35 bei Hübner. Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Luftanwalt: Sie wollen nicht arbeiten, weil Sie Sozial- eingeführt. Daß der Preis für die Gerbstoffe etwas garten. Myrthenblätter, Belforterstr. 15 bei Schneider. Ihn'scher darf nicht Wunder nehmen; es demokrat sind. Diese Gelegenheit benutzte der Staatsanwalt zurückgegangen ist, Sumor, Lichtenbergerftr. 16 bei Bolzmann. Eintracht I, M.- Schönweide, Grünauerstraße bei Strecker.- Männer- Befangv. 2orbeertraus II zu einem gewaltigen Ausfall gegen die Internationale, die einen ist aber mehr als fühn, wenn die deutschen Eichenschälwald-( 79), Waldemaisir. 75 Cüd- ft" bei Garl Ulrich Gesangverein Einig Beirath an dem Vaterlande bilde. Wer alle Nationen und Menschen Besitzer verlangen, daß ihnen der frühere Preis garantirt werden feit III, Gr. Lichterfelde, Berlinerstraße bei Ebert. inverzagt II, liebt, ist nicht werth ein Ungar zu sein. Berth.: An soll, da spricht das Gesetz der Konkurrenz in erster Linie mit.ffingftr. 28 bei Rietmann.- Gängerchor der Töpfer, Neue Friedrich fir. 44 b. Röllig. Arbeiter Gfangverein Arbeiter Maibund, Nowawes b Bots. geflagter, haben Sie Religion gelernt? und haben Sie da nicht( Beifall.) tam, allfir. 55 b. Gärtner.- Freies Lied, Friedrichsberg, Friedrich- KarlDas Quebrachoholz, gegen das sich der Zorn hauptsächlich faße 11 bet Heirecte. gelernt, liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbu. Angefl.: Männerchor Nord- Ost, Landsberger Allee 152 bet Göbel. Gefangverein Rothe Melte II, Ruppiner- u. SchönholzerstraßenWerth.( zum Gerichte hof ge- richtet, wird seit 1885 aus Argentinien nach Teutschland ein@cke.- Alte Linde, Admiralstr. 21 bei Schnieber. Arbeiter- Gefangv. wendet): Da haben Sie den Widerspruch in der zwar in immer steigerndem Maße. Von Vorwärts III, Rathenow, Restaurant Zur Erholung" bei Friefecte. 30,000 Loppelzentnern stieg die Gifts 166000,0 ligion und dem dem Patriotismus. Staatsanwalt Alpenglode, Große Frankfurterstraße Nr. 33 bet Gold. ( zu einem andern Angeklagten): Sie waren in Budapest? und im Jahre 1893 auf 390 000 Doppelztr. Teutschland produziri ich entranz. Prenzlau, Prinzenstraße Nr. 688-34 Bum grünen Baum". Einigkeit II, Weinstr. 11 bei Feind. Weddinger Hars Angefl.: Ja, zum Parteitag. Staatsanwalt: ca. 780 000 Doppelztr. Gerbstoffe; die Gesammteinfuhr ausländischer monie, Wüllerfir 7 bei Reichert. Vorwärts VIII, Marwig i. d. Mart, Was ist dort gesprochen worden? Angel.: Wir haben Gerbstoffe betrug 1884 932 000 und 1894 1 810 000 Toppelztr. Die bei W. Nölte. Wach' auf, Pantow, Wollantstr. 113 bet Lehmann. Anwendung des Quebrachos ist in mancher Beziehung vortheil- nühle bei Gbeiswalde. Concordia, Simeonstr. 23 bei A. Flick gegenseitig unsere Verhältnisse klargelegt. Frete Sänger III, SeegerArbetter- Gesangverein Einig, Andreasstr. 26 bet Hat man Sie dort nicht gehezt? Angefl.: Nein. Im bafter als die der anderen Gerbstoffe. Es enthält viel mehr wilfe. Gefangverein Acacie( gemischter Chor), Beughofftr. 8 bet Gegentheil, man hat uns gesagt, wir follien uns ruhig und schneller wirkende Stoffe als die Eichenrinde. Auch die Behlendorf. Wilmersdorfer Liedertafel, Deutsch- Wilmers Gesangverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 28, verhalten und nur thun, was uns die Gesetze Echuhwaaren- Industrie hatte davon Vortheil, als sie durch seine boif, Bab. Bentralhalle. Wacht auf I, Wörther und Rytestraßen Ecke. Staatsanwalt: Müssen Sie für die Verwendung billigeres Leder gewonnen hat. In die Harmonie III, Rirtorf, Bergstr. 142 bei Schimtäfe.- Gangesluft Schriften bezahlen, die Sie von der Parteivertretung erhalten? Kreise der Schälwald- Besizer, die nach ganz irrationeller Tutbuferfir. 30 bei Reimann. Alpenglühen, Manteuffelstr. 9 bei Nowack. Rinde - Angeti.: Ja, den Selbstkostenpreis. Edelweiß I, Manteuffelstr. 9 bei Nowack.- Walbtapelle, Staatsanwalt: Methode vielfach noch erzeugen, ist Admiralfir. 38 bei Tuyauer. die Gesang und Orchesterverein Stralauer Warum geben Sie für solche Echriften Geld aus. Agitation hineingetragen worden. Angekl. Man will Liebertafel, Rummelsburg, Hauptraße 88 bei W. Bowinkel( Orchester). ( lachend): Müssen wir dabei verarbeiten die doch für viel unnüzere Bücher ausländischen. Gerbstoffe ausschließen Gesangverein Kreuzberg, Schönleinstr. 6 bei raat. Gesangverein Geld ausgeben. Staatsanwalt: Warum schenkt man Patrioten aus dem Siegener Land, wo das Geschrei am größten er Gnferbten, Eminemünderfir. 65, bet Franz Schmidt.- Gefangverein Neue Zeit, Wollinerstr. 36 im Restaurant Sperling( Sperlingsluft"). Ihnen die Bücher nicht, wenn die Parteileitung vorgiebt, es mit ist, selber vielmehr ausländische Häute als inländische; 1893 Gefangverein Frobsinn 1, Rummelsburg, Göthestraße, Ede Kantpraße Ihnen so gut zu meinen? Sie müssen doch auch die Stimmzettel batman nur 5650 inländische aber 123 500 Doppelzentner bei Mertens. Gefangverein Metallarbeiter Osten, Blumenstr. 46 bezahlen? Angefl.: Nein. Tie Schriften bekommen wir ausländische Häute vergerbt.( Hört! hört.) Man könnte ja hier bei Tomaschat. Cauermann. mit vollem Recht einwenden, taß die Lant wirthschaft ebenfalls linerstraße, um den Selbstkostenpreis. Verth.: Sagen Sie mir Szathmanz, schenkt Ihnen die Gemeinde, die doch vorgiebt, dadurch geschädigt wird.( Gehr gut.) Die Antisemiten wollten Badenfchefir. 18 bet Stabinšty. Deutscher Männersang, Bel und ich zweifle nicht daran, Ihr Wohl im Auge zu haben, etwas sich die Gelegenheit, für Mittelstandsfreunde zu gelten, nicht ent- forterstr. 15 bei Schneider. Sehen wir von den voltstüchen ab, müffen Sie für gehen lassen und brachten einen Zoll von 10 M. für 100 kg. in Ihre Kinder Schulgeld bezahlen?- Angefl.: O ja, und Borsa la Bei der Berathung der Zolltarifs Novelle im Januar zwar pünktlich. Bertheidiger: Und wenn Sie es nicht wurde die Quebracho Frage etwas gewaltsam in die Debatte bezahlen können? Angel.: Dann kommt der Grekutor gedrängt, aber erst durch die Rede des Freiherrn von Heyl erfuhr Theater gesellschaft 8ielbewußt, Frankfurterfir. 133 bei Gold. und pfändet mich darum. Vertheidiger: Also ebenso man, gegen wen sich die Agitation in erster Linie richtet. Das flub Fortuna, Görligerstr. 50 bet Siewert. Verein für voltsthüm wenig, wie die Gemeinde, deren Steuerzahler Sie sind, Ihnen ist nicht das Quebra- choholz, sondern der argenliche Stunft, Breslauerfir. 27 bei Schmidt. Atalbertstr. 21 Fei Moll. etwas schenkt, kann die Parteileitung ihre Drucksachen umsonst inische Weizen, der unseren Agrariern schwer im Magen firaße 11 bei Fieße. hergeben, weil sie ja für die Herstellung derselben auch be: Maße Weizen: 1892 662 000, 1893 1514 000 und 1894 fogar verein Gangestreue jeden Dienstag von 8%-10% lbr bei Bob, annen liegt. Argentinien exportirt neben dem Quebracho in steigendem zahlen muß. 3 462 000 Doppelzentner. Man möchte gar zu gern diese fixaße 9. Musikverein Frisch auf", Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. Arbeiter Bither flub Freiheitstlänge. Jeden Dienstag Abends von Quelle verstopfen, darum wüthen die Agrarier nebenbei 8 bis 11 Uhr bei W. Dichter, Bülowfir. 65 am Dennewiß- Blay. 8tther Wenn die Agitation soweit flub Alpengruß, Abends 9% Uhr in den Oranienballen, Oranienftr. 61.gegen das Quebrachoholz( Beifall.). Bergnügungsverein Gemüthlichkeit, Gigung, Dienstag, 9 Uhr, Langes Geibstoffe eintritt, nürde die Landwirthschaft selber den Schaden bühne Rheingold 11., Gigung, Dienstag, 10 Uhr im Borfiädtischen stafino Erfolg hätte, daß der Zoll für Quebracho und andere ftabe 24, Gast with Jeratsch. Gäste willkommen. Berliner DilettantenGeselliger Verein Brüderschaft avon haben, in größerem Maße noch die direkt betheiligten cterir. 144, nebst Fidelitas. Minderwerthige Felle können vortheilhaft nur Dienstags abends 9 Uhr mit darauf folgender Fidelitas. Berlin Nord West, Perlebergerstr. 9, Restaurant Dittmann, tagt Jut ustrien. Tambourverein Ein anderes Bild:' Vorsigender zu einem Angeklagten: durch Quebracho verarbeitet werden. Nicht nur die Gerberei retweg, gegründet 1890. Uebungsstunde Dienstag bet W. Nadbay, Was haben Sie im Verein gehört?- Angefl: Nur gutes. würde nachtheilig davon betroffen, auch die Schuhmacherei, Elfafferfir. 11. Kovacs erklärte uns die ungerechtigkeiten in der heutigen Ge- Färberei und alle Neben- Industrien. Der Referent schließt mit sellschaft. Vors.: Warum sind Sie also ausgetreten? der Aufforderung an die Anwesenden, gegen das Unterfangen Angefl.: Weil ich nicht vor die Gewehre der Gendarmen der agrarischen Glemente, aus egoistischem Interesse eine ganze tommen wollte. Die hiesigen Blätter nannten den Kovacs Industrie lahmlegen zu wollen, energisch zu protestiren. Aus einen gewissenlosen Heyer, der die Menschen noch unglücklich verschiedenen Orten des Reiches sind ihm( Redner) ähnliche Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür machen wird. Das hat mich erschreckt. Die Aussagen vor dem Erklärungen der Arbeiter zugegangen. Die Arbeiterflaffe muß abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Untersuchungsrichter anerkennt er nicht als die feinen. Vors.: dagegen Front machen, wenn sie als Prügelknabe für das Grund- Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem und das mobile Kapital herhalten soll.( Lebhafter Beifall.) Inhalt desselben identifizirt zu werden. Haben Sie von der Auftheilung der Felder gehört? Angefl.: Nein, von der Vergesellschaftlichung, In der 2. Beilage der Nr. 55 erklärt der Vorwärts" die aber Millarg erwähnte in der Diskussion, daß sich der Widerstand das ist das Endziel. Vors.: Haben Sie davon etwas gehört, daß am gegen den geplanten Zoll überall in der Arbeiterschaft rege. Gin von einem Versammlungsredner im 4. Wahlkreis aufgestellte Be1. Wiai der Führer aus Budapest tommen sollte, und daß dann anderer Redner aus den Kreisen der Industriellen betonte seine hauptung, Herr Rechtsanwalt Freudenthal, Kommandantenstr. 72, die Republik proklamirt werde?- Angel.:' Davon habe ich Uebereinstimmung mit dem Vortragenden. Gegner traten nicht habe einen Angestellten entlassen, weil das Fachorgan Der nichts gehört. Staatsanwalt: Sind Sie Sozialdemo. auf. Die Ansiat der Versammlung gelangte zum Ausdruck Bureau- Angestellte" eine abfällige Notiz über die Lohnverhält. frat? Angel: Ja!- Staatsanwalt: Was ver- durch die einstimmige Annahme nachiehender Resolution: nisse bei diesem Juristen gebracht habe, auf die einfache Autorität ,, Tie am 10. Marz 1895 in Berlin tagende, von etwa des Herrn F. hin für unrichtig. Der unterzeichnete Vorstand stehen Sie darunter? Das sind doch Lehren, die deutsche 3000 in der Lederindustrie beschästigten Arbeiter und Ar- erklärt hiermit, gestützt auf die Aussagen von Augen- und Ohren Landstreicher hierbergebracht haben? Berth.: Es ist mir neu, daß Marx und 2assalle Landfreicher beiterinnen: Lohgerbern und Lederzurichtern, Weißgerbern, Leder zeugen, daß der betr. Redner nicht zu viel behauptet, daß in färbern, Sattlern und Tapezirern, Handschuhmachern, Galanterie- der That Herr F. einen Angestellten aus seinem Bureau waren; die Bekanntschaft mit ihnen würde dem Staats anwalt nichts schaden.- Staatsanwalt: Kennen Sie die waaren- und Lederarbeitern, Arbeitern und Arbeiterinnen der entfernt hat, blos infolge jener Notiz. Daß er, Herr F., dem Parteileitung? Angefl.: Ich weiß, daß sie in Peft gtilarbeitern und Kürschnern zc. besuchte Versammlung erkläri fassung, daß es sich um eine Maßregelung handelt, die noch Angefl.: Ich weiß, daß sie in Pest Echuhwaaren- Fabrikation, Steppern und Stepperinnen, Färbern, Echreiber eine andere Stelle verschafft hat, fann unsere Aufist. Ich kenne niemand i avon. Werth.: War die Auftheilung der Felder Ihr Ziel?- Angel I.: Nein. Wir wollen, sich mit den Ausführungen des Reichstags- Abgeordneten Wurm dazu an einem ganz Unschuldigen vorgenommen worden ist, die durchaus nicht ändern. fein Vermögen, wir wären schon mit dem täglichen Brot zu- volständig einverstanden und protestiri gegen Ueberhaupt verdienen die Zustände im Bureau des Herrn F. frieden. Berth.: Haten Sie die Reden Kovacs' für aufgeplante Einführung eines 3olles auf Quebracho Gerbstoffe. die Aufmerksamkeit der Berliner Parteigenossen im höchsten reizend gehalten? Angel.: Nein, im Gegentheil, er hat und alle anderen ausländischen immer zur Ruhe gemahnt. Verth.: Der Staatsanwalt hat Dieser Zoll würde die deutsche Lederindustrie und die mit ihr Maße. Herr F. bezahlte bisher dem Bureauvorsteher, 28 Jahre alt. Sie gefragt, ob in der Bibel etwas vom Sozialismus sieht, zusammenhängenden Berufe außerordentlich schädigen, ganze Registrator, tennen Sie die Worte Jesus:„ Gher geht ein Kameel durch ein Industriezweige vernichten, und dadurch Arbeitslosigkeit und Lohnfürzungen für Tausende von Arbeitern herbeiführen; auch Nadelöhr, als ein Reicher in den Himmel kommt? den deutschen Färbereien würde er die Konkurrenz mit dem Austlagter nicht bejahend. lande erschweren, ohne dabei den Eichenschälwaldbesitzern, denen angeblich durch den Zoll geholfen werden soll, zu nutzen. In Zum 1. März wurde ein die Schreibmaschine handhab ender Wirklichkeit würde damit nur der Zoukrieg mit Argentinien und der Stenographie mächtiger junger Monn mit 40 M. Monatsprovozirt und der Wunsch der Junker erfüllt, Der gehalt engagirt. Einem 38 Jahre alten Schreiber bot der Herr argentinische Weizen dem deutschen Wiarkte ferngebalten Anwalt 36 M. für die Hingabe seiner Arbeitskraft- bei neunDer Proteft gegen den Quebracho- Zoll hatte eine er- und das Brod veitheuert werden. Die Versammlung erkennt, stündiger Arbeitszeit 16 Pr. pro Stunde!! Diese Löhne stehen hebliche Anzahl von Arbeitern und Arbeiterinnen aus den be- daß bei den Kämpfen zwischen Industrie- und Grundbesitzer tief unter dem Durchschnitt der ortsüblichen Gehälter und vers theiligten Branchen am Sonntag Vormittag zusammengeführt; fapital stets das arbeitende, besitzlose Volt am schwersten bedrückt dienen mit Recht den Namen Hungerlöhne. Ein mit der Partei man bemerkte in Keller's Festfälen unter den Anwesenden auch wird, und sie erwartet, das die Arbeiterschaft immer mehr ge: eng liirter Arbeitgeber sollte es aber als nobile officium bes viele Fabrikanten und sonstige Interessenten aus anderen Kreisen. werkschaftlich und politisch im Anschluß an die sozialdemokratische trachten, seinen Arbeitern neben anständiger Behandlung zum In anderthalbstündiger, ost von Berfallsäußerungen unter Partei für die Befreiung des Proletariats eintrete, damit dieses mindesten das zu gewähren, was seine des Gefühls sozialer Verbrochenen Hede begründete Reichstags- Abgeordneter E. Wurm im stande ist, feine Interessen nachdrücklich zu wahren." antwortlichkeit noch nicht ganz entblößten Kollegen als eben auss den ablehnenden Standpunkt der fozialdemokratischen Das Hoch auf die Sozialdemokratie, das der Vorsitzende Weiß- reichend erachten. Partei und zeigte, durch eine Fülle von Beispielen gerber Brintmann, am Schlusse der Versammlung ausbrachte, Daß die Notiz das treibende Motiv gewesen, erhellt auch unterfügt, in welcher, für die Arbeiter besonders fand brausenden Widerhall. wohl daraus, daß gleich nach ihrem Erscheinen der Registrator schädlichen Weise der geplante Zoll schließlich wirken werde. Der zu seiner höchsten Ueberraschung 20 Wt. Bulage erhielt. Redner warf einen Rückblick auf die Zollpolitit Ende der siebziger Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Der Vorstand Jabre, die in mehrfacher Beziehung der jetzt beliebten ähnlich Arbeiter bielt am 5. d. M. eine Werkstatt. Veriammlung der des Zentralvereins der Bureau- Angestellten jei,( Sehr richtig) und wandte sich dann der im Vordergrunde Firma Schaeffer u. Dehlmann ab. Deutschlands. Las muthige Verhalten des Vertheidigers seht ihn vielen Angriffen aus. Ein hiesiges Blättchen, dessen Redakteur ein Jurist ist, greift ihn in der unqualifizirbarsten Weise an. Der Staatsanwalt aber versucht bei jeder Gelegenheit, die öffentliche Meinung gegen ihn einzunehmen. Alle Versuche prallten aber an ihm ab; kennt er doch die große Aufgabe, die er übernommen hat, ganz genau. Versammlungen. Ange: Von den dort! Lund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle Busch iften, den Furd betreffend, sind zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95. Dienstag. Musikverein Hoffnung, Görligerstr.63 bet Meter. Wusifverein Münnermann, Hochstr. 32a bei Wilte. Bergnügungs verein Nordwacht, Perlebergersir. 28 bei Hermerschmidt. Privat Lotterie Geselliger Verein Hertha, Spezialitätenverein Normannia, Graubenzers Gefang-. Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- Gefang Sprecisaal. 33 " " " 1. Ranglisten, 32 B 2. 25 " " " 3. 22 " " " " • 120 M. 55 " 55 " 50 " 45 " Die Waarenbestände aus der Konkursmasse Filiale H. 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