Nr. 41 41.Jahrgang Ausgabe A r. 20 Bezugspreis: Böchentlich 85 Goldpfennig ostane zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Saar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg wöchentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Kreuzband endungen nur gegen werte beständige Zahlung. Poftbezugspreis für Februar 4.- Goldmart, Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit" u. Giedlung und Kleingarten", sowie der Unter haltungsbeilage Heimwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 0.70 Goldmart, Retlamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 0,20 Gold. mart( gulässig zwei fettgedruckte Borte), lebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefuche bas erfte Wort 0,10 Goldmark. jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Mit Rücksicht veranlaßt gesehen, zu dem Schreiben Stellung zu nehmen und auf die geschaffene große Erregung der Arbeiterschaft bittet feine Auffassung in nachstehender Entschließung festzulegen: der Bundesvorstand den Reichskanzler ausdrücklich um einen Der am 23. Januar tagende Borstand des Allgemeinen schnellen Bescheid. Deutschen Gewerkschaftsbundes erhebt gegen die vom Reichsfinanzminifterium im Schreiben an den Herrn Reichsarbeitsminister vertretenen lohnpolitischen Forderungen schärfsten Protest. Auch die Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften haben einen ähnlichen Protest eingereicht. " Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depoütenkaise Lindenstraße 3 Staatliche Lohnpolitik. Bon Richard Seidel. Der öffentliche Briefwechsel zwischen dem Reichsminister der Finanzen und dem der Arbeit wirkt wie ein unerhörter Borgang, ist aber doch nur ein besonders knalliger Effekt in einem Spiel, das seit geraumer Zeit in mehr oder weniger verkleideter Form mit der Arbeiterklasse gespielt wird. Bombenmäßig wirkt besonders der Brief des Herrn v. Schlieben, aber auch er fennzeichnet nur in schroffster Form eine längst vorhandene Tendenz der lohnpolitischen Entwicklung. Die sozialrechtliche Gesetzgebung ist oft von zweischneiDas in diesem Schreiben ausgesprochene Berlangen bes Reichs. Verlängerte Arbeitszeit und Feierschichten! diger und wechselnder Wirkung. Das gilt auch vom staatlichen Schlichtungswesen und von den verschiedenen Möglichkeiten, finanzministeriums, durch behördlichen Drud auf die Bochum, 24. Januar. Eigener Drahtbericht.) Die Zahl der die im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen über Schlichtungsorgane oder durch 3rangsverordnung Feierschichten im Bergbau des befeßten Gebiets nimmt die Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten den Parteien des überhaupt die Reallöhne in der Privatindustrie niederzu tatastrophalen Umfang an. Am Mittwoch wurde von Arbeitsvertrages sowie den Schlichtungsbehörden gegeben halten oder zwangsweite zu reduzieren, ist cin fo weiteren 16 Schachtanlagen gemeldet, daß sie gezwun find. Die Arbeiterschaft hatte das bald gefühlsmäßig herausunerhörter Uebergriff, daß die Reichsregierung über die gen feien, den Betrieb mit Feierschichten zu belegen. Als gefunden und ihre Haltung zu den Schlichtungsorganen und Antwort des Herrn Reichsarbeitsministers hinaus gagen die vom Ursache- wird neuerdings auch Absahmange! angegeben, wenn ihrer Tätigkeit schwankte daher beständig zwischen mißReichsfinanzministerium vertretene Auffassung Stellung nehmen gleich in der Hauptsache die ungenügende Bagengestellung durch trauischer Zurückhaltung und sympathischeren Gefühlen. muß. Andernfalls würde bei allen Arbeitnehmern jedes Bertrauen die Regie die Ursache ist. Auf der Zeche Minister Achenbach" ist in die Autori ät und Unparteilichkeit der vom Reich bestellten in den letzten Tagen nicht ein einziger Wagen gestellt Schlichtungsorganen, die den Charakter von Behörden, von Im Prinzip bedeutet die Einrichtung von geseglichen Echlichtungsorgane schwinden und damit die Möglichkeit einer fried worden. Die Notlage der von den Feierschichten betroffenen Ar- Organen der Staatsgewalt besitzen, die Beteiligung der lichen Beilegung der durch die Schlichtungsorgane jetzt zu lösenden beiter ist ungemein groß. Infolge der erheblichen Abzüge vom Staatsgewalt an der Festsetzung der Bedinzahlreichen Konflikte zwischen Arbeitern und Unternehmern ver. Lohn müssen die beschäftigten Bergarbeiter mindestens drei Schich- gungen des Arbeitsvertrages. Obwohl wir einen loren gchen. ten in der Woche verfahren, wenn sie soviel verdienen wollen, wie unbedingten 3mang zur Benutzung der Schlichtungseinrich Das Verlangen des Reichsfinanzministeriums wäre abzuweisen, die Erwerbslosen Unterstützung erhalten. Dabei sind aber drei bis tungen in Deutschland nicht haben, sind die Organe des felt st wenn seine Begründung fachlich berechtigt wäre. Denn die vier Felerschichten wöchentlich burthaus teine Seltenheit mehr. Schlichtungswesens doch in mehrfacher Beziehung mit weitFolgewirtung des geforderten amtlichen Eingreifens würde sein, Ueber die Lehn- und Arbeitsbedingungen der Uebertagebelegschaft reichenden 3 wangsmitteln zur Erfüllung ihrer Aufdaß die Tariffreiheit aufgehoben wäre. Einen solchen des Ruhrbergbaues finden in den nächsten Tagen neue Berhand- gabe und damit zur Durchsetzung ihrer Absichten, sofern sie behördlichen Emgriff fann sich fcine Tarifpartei gefallen lassen. Die lungen statt. Forderung des Neidsfinanzministeriums ist jedoch auch sochlich Am Donnerstag wurden auch aus dem Bergbau des unbelungszwang, der darin besteht, daß der von einer folche haben, ausgestattet. Wir kennen den Verhandnicht begründet. Der von ihm verlangte 2ohnbrud för Partei angerufene Schlichtungsausschuß auch in Abwesenheit Sert nicht den netwendigen Aufbau der deutschen Wirtschaft, sondern der anderen Partei verhandeln und einen Spruch fällen kann; hemmt ihn durch die völlige Ertötung der inneren Rauftraft. wir wissen, daß ein solcher als Vorschlag für eine VereinDie Gewerkschaften haben bereits wiederholt und mit eingehender barung zwischen den streitenden Parteien gedachter Spruch Begründung gegen eine im Reichsarbei'sministerium vertretene Auf bei Ablehnung durch die eine oder andere Partei von der fassung, wonach der Wirtschaftszustand ein starkes Nicderhalten Schlichtungsbehörde für verbindlich erklärt werden der Löhne verlange. Berwahrung eingelegt. tann, wodurch die widerstrebende Partei den Bedingungen dem Augenblid, da ein solcher Organismus feine Tätigkeit des Spruches zwangsläufig unterworfen werden kann. Mit beginnt, befommt die auf solche Weise in die Lohnvereinbarun gen der Parteien des Arbeitsvertrages eingeschaltete Staatsgewalt die Möglichkeit, ihre Mitwirkung an der Festsetzung der Bedingungen des Arbeitsvertrages nach allgemeinen it a atspolitischen Erwägungen auszuüben. Sie gewinnt die Möglichkeit, den Schlichtungsorganen in der Tat eine Absicht zu geben und, da der Schlichtungsorganismus im wesentlichen vom Reichsarbeitsministerium aus in Bewegung gehalten wird, die Arbeit der Schlichtungsausschüsse einem zentralen, für alle Schlichtungsbehörden bestimmenden Willen zu unterwerfen. fetten Gebietes Feierschichten wegen Absatzmangels gemeldet. Auch dort find auf einzelnen Bechen bis zu vier Feier schichten eingelegt worden. Diese Tatsache ist um so ungeheuer licher, als erst in der letzten Zeit ein großes Rohlen ablommen mit England und der deutschen Reichsbahn abgeschlossen worden ist. Man führt also in größtem Ausmaße englische Kohle in Deutschland ein, während selbst die Arbeiterschaft im unbefeßten Gebiet auf der Straße liegt. Der völlig unmotivierte Borstoß des Reichsfinanz ministeriums hat eine so tiefe Erregung aller Ar. Die Wirkung der Micumverträge belastet weiterhin die beitnehmer ausgelöst, daß nur eine flare, unzweideutige Gesamtwirtschaft des besetzten Gebietes in sehr erheblichem Maße. Stellungnahme der Reichsregierung Beruhigung Der Borstand der Phönig- A.- G. in Hörde, dessen Werke bisher voll bringen kann. Der Recllohn des Arbeiters ist soweit herabgedrückt, fommen stillgelegen haben, will nunmehr dazu übergehen, in be daß eine halbwegs normale Letensführung un möglich geworden ist. Die Arbeiter find weiter dem übermütigen Angriff von Unternehmerorganisationen ausgefeßt, die ihre wirt schaftliche Schwäche vielfach strupellos mißbrauchen. Sie müssen wissen, ob die Reichsregierung diesen Drud, wie ihn das Reichs finanzministerium will, sanktionieren und durch Duldung des Vor. gehens des Reichsfinanzministeriums gar noch verstärken will. schaft des Ruhrgebietes ein. scheidenstem Umfange versuchsweise den Betrieb wieder aufzunehmen. Bei Besprechungen mit der Betriebsleitung wurde jedoch betont, daß irgendwelche Berpflichtungen für dauernde Beschäf tigung oder völlige Wiederaufnahme des Betriebes nicht ge geben werden können. Zweifellos wirkt die Belastung durch die Micumverträge in außerordentlichem Maße lähmend auf die WirtMacdonald und Poincaré. Massingham Botschafter in Berlin? In solcher Weise ist in der Tat seit langer Zeit verfahren Condon. 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In diploLondon, 24. Januar( Eigener Drahtbericht.) Mit besonderem worden. Zahlreiche Merkmale einer solchen Tendenz ließen sich maischen Kreisen verlautet, daß Macdonald den bekannten Schrift- Eifer wird in hiesigen politischen Kreisen die Frage erörtert, welche anführen. Wir erwähnen nur, daß zur Zeit der sogenannte siell r 5. W. Massingham dazu bestimmt hat, den Boischafter- altung Macdonald als Premierminister Frankreich gege über Martstabilisierung der Cuno- Regierung im vergangenen posten in Berlin an Stelle des Cord d'Abernon zu übernehmen, einnehmen werde. Auf Grund seiner Reden und der Erklärungen Frühjahr der allgemeine Ruf nach dem Lohnabbau das der fdjon vor einiger Zeit den Wunsch ausgesprochen hat, zurüd- feiner reßigen hauptsächlichen Mitarbeiter im Rabinett während der Reichsarbeitsministerium veranlaßte, den Schlichtungsaus zutreten. Maffingham ist einer der bekanntesten politischen Schrift. jüngsten Unterhausdebatten wird vielfoch versichert, daß er richt schüssen die Befolgung dieses Verlangens zu empfehlen. W fteller Englands und war bis vor kurzem Herausgeber der großen daran dente, den Bruch mit Frankreich herbeizuführen, sondern weisen darauf hin, daß alle Schlichtungsverfahren zwe liberaten Zeitschrift„ Nation". Während des Wahlkampfes ging er vielmehr versuchen wolle, durch eigene Borschläge, die mit den Vereinbarung der Bergarbeiterlöhne stets vom Reichs zur Arbeiterpartei über und feilte tiefen Entschluß, der starkes Grundfäßen der Arbeiterpartei durchaus übereinstimmen würden, arbeitsministerium selbst geführt worden sind, was zu dem Auffehen errege, in einem Arifel des New Leader" mit, in dem Poincaré zu einer neuen Politik zu bewegen. In diesem Zusam. zwar unausgesprochenen, aber dennoch deutlich erkennbare: er ausführte, daß allein die Arbeiterpartei die Gewähr für eine fort- menhonge wird den Unterredungen besondere Bedeutung beige- wed geschah, auf diese Weise den jeweilig zeitgemäßer fchriftide Entwidlung der englischen Polisit biete. messen, die er am Mittwoch mit dem in London anwesenden tschecho. Spitzenlohn für die gesamte Industrie festzusetzen und den slowakischen Außenminister Benesch gepflogen hat. Benesch ist unteren Schlichtungsorganen damit die Grenze zu zeigen, bir inzwischen wieder nach Paris gereift. Auch Albert Thomas, der au ber fie mit ihren Schiedssprüchen gehen sollten. Unt im Berlaufe der vorigen Woche mehrere Tage in Berlin meilte fchließlich erinnern wir an eine Aeußerung, die der Reichs und denn nach London reiste, hat hier mit maßgebenden Führern arbeitsminister aller vergangenen, gegenwärtigen und zu der Arbeiterpartei mehrere Besprechungen geführt. Uebrigens wird fünftigen Kabinette, Dr. Brauns, in einer Broschüre über bi Macdonald die Absicht zug- sprochen, eine internationale Lohnpolitik schon vor längerer Zeit getan hat. Er schrieb dort: ,, Darüber hinaus bietet die Mitwirtung an Tarifverhandlunger Ronferenz einzuberufen. bem Reichsarbeitsministerium die Möglichkeit, auf die Beachtung der von ihm als richtig ertannten lohnpolitischen Gesichtspuntte hinzuwirken." Die Ernennung eines Journalisten zu einem hohen Auslandspoften bedeutet eine vollkommene neuerung in der englischen Diplomatie. Der erste Kabinettsrat. Condon, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht. Das Kommuniqué über die erfte Gigung des neuen Kabinetts befagt, daß eine Anzahl von Vorentscheit ungen über gewiffe Fragen getroffen wurten, ins. besondere über Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Landwirtschaftsproblem, fomie über die die ehemaligen Soldaten berührenden Fra Geschäftswelt und Arbeiterregierung. gen, namentlich ihre etwaige Unterbringung in der Verwaltung. Condon, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Während in den ferner fei die Boltit besprochen worden, die das Kabinett bei dem Wochen vor dem Sturz Baldwins und noch am Tage des Regie. Für die Gestaltung der tariflichen Arbeitsbedingungen au Bierzufammentritt des Barlaments in feiner programmatischen rungsantritts Macdonalds in den englischen Finanz- und Handels dem Wege des Schlichtungsverfahrens wird es also wesentlich Erklärung darlegen werde. In den dem Bölkerbunt nahestehenden Kreisen wird mitgeteilt, freifen eifrig gegen die Arbeiterregierung manövriert wurde, scheint darauf ankommen, welche lohnpolitischen Gesichtspunkte der daß Macdonald Lord Parmoor ersucht habe, die Stelle des bis: fich die City inzwischen mit den gegebenen Tatsachen abgefunden zu Reichsarbeitsministers als richtig erkennt". Es liegt auf der herigen englischen Vertreters Bord Robert Cecil als erster Dele- haben. Es macht sich jetzt scheinbar sogar eine Gegenbewegung zu Hand, daß diese Gesichtspunkte wechseln werden, und zwar gierter Großbritanniens und ständiges Mitglied des Böterbunt gunsten der Regierung Macdonalds temerfbar. Der Vorsitzende des nicht nur mit den Persönlichkeiten, deren Aufgabe es danad rates zu übernehmen. Lord Barmoor, der Kirchenrechtslehrer ist, Berwaltungsrats der Westminster Bant, Walter Leaf, hielt z. B. ist, die richtigen" lohnpolitischen Gesichtspunkte zu erkennen, hot fich feit jeher als Verfechter des Völkerbundgedankens und der am Donnerstag auf der Jahresversammlung feines Instituts eine fondern auch mit der Kraft des Einflusses, den von Wie erherstellung Europas betätiot. Er ist der Begründer des Rede, in der er sich gegen den Teil des Publikums wandte, der außen her die am Arbeitsverhältnis beteiligten Schichten Rat: s zur Befämpfung der Hungersnot". der für die Hungernden wegen des Regierungswechsels englische Wertpapiere gegen auf die allgemeine Tendenz der Staats fomohl in Rußland wie auch in Mitteleuropa gearbeitet hat. ameritanische eintauschte. Er erklärte, daß diefe Kunden gewalt auszuüben vermögen. Es wäre müßig, näher dar Auch Hodges und Gosling Minifter. genau so viel mit diesen amerikanischen Vermögensanlagen zu verzustellen, daß von solcher Einrichtung vom Standpunkte Londen, 24. Januar.( WTB) Frank Hodges, General- lieren risfierien, wie sie wegen der im Wahlprogramm der Ar- der Arbeiterklasse gesehen manche gute Birkung, aber aud fekretär des Bergarbeiterverbandes, wurde zum Zivillord der Admi- beiterpartei vorgesehenen Kapitalabgabe zu verlieren mähn viel Unheil ausgehen kann. Und auch hier derden die guten rafität, Harry Gosling, Vorsitzender des Transport- und allge- ten. Jede Banik jei als ein Unfinn zu betrachten. Im übrigen Wirkungen mit dem Unheil wechseln, je nach der Lagerung meinen Arbeiterverbandes, zum Berkehrsminister ernannt. I aber sei die Lage Englands heute stärter denn je. I der allgemeinen sozialen Machtverhältnisse. Eine Eine Helfferich- Legende. = hätte wetter Papiergeld fabriziert und bamit fofort das Helfferich- Geld entwertet. Das wäre die unausbleibliche Folge des Borschlages Helfferich gewesen. Gegen die Separatisten. Verschiebung diefer Machtverhältnisse und der fozielpolitischen Tendenz der Reichsregierung um wenige Nuancen fann genügen, um Fluch in Segen, Segen in Fluch zu verwandeln. Der angebliche Retter der deutschen Währung. Gerade die Abänderung des Helfferich- Projekts im ent Das letzte war die Absicht des Briefes des Reichsfinanz- Die Deutschnationalen. die, als Landbündler ministers, womit wir indes nicht andeuten wollen, daß wir fostümiert, im Bunde mit den Reichsverbändlern der Indu- fcheidenden Punkt, für die Helfferich die Verantwortung ab. den Zustand, wie er ohne die vom Finanzminister beabsichtigte strie auf die Leitung der Rentenbank entscheidenden Ein lehnte und den sozialdemokratischen Finanzminister mit AnWirkung besteht, als einen Segen für die Arbeiterschaft be- fluß haben, setzen den Kampf um die Reichsbank fort. Sie griffen überschüttete, hat aus einem unbrauchbaren Ber. trachten. Das Finanzministerium ist in mehrfacher Beziehung haben die Hoffnung, den Reichsbantpräsidenten Schacht fager eine annehmbare 3wischenlösung gemacht. an der gekennzeichneten Lohnpolitif des Staates interessiert. Durch einen Berleumdungsfeldzug zu beseitigen, Es fühlt sich als Teil der Staatsgewalt und gewiß nicht noch nicht aufgegeben. Unterdes sorgen sie mit allen Mitteln mit Unrecht und glaubt in solcher Eigenschaft teilnehmen der Reklame, an der sich auch Herr Helfferich persön zu müssen an der Erkennung der richtigen" lohnpolitischen lich beteiligt, für den Ruhm Helfferichs. Die Breußischen Landtagsabgeordneten und Gesichtspunkte. Daß es folche Tätigkeit, wie der Brief zeigt, Deshalb ist es notwendig, Helfferichs Werk nüchtern zu Staatsratsmitglieder des befeßten rheinischen und Ruhr. ganz einseitig im 3ntereffe des Unternehmer überprüfen. Helfferich hat die Sanierung für unmög gebiets hatten sich am Donnerstag in Berlin zu einer Aussprache tums auszuüben bestrebt ist, mag zu einem Teil auf unüber. lich erklärt, solange der Friedensvertrag bestünde, und über die politische Lage zusammengefunden. Sämtliche Redner fteilwindliche Sympathien mit dieser Seite zurückzuführen sein, die Stabilisierung für ausgefchloffen, da ten sich bei ihren Ausführungen auf den Standpunkt, daß für feine hat aber zum anderen Teil seinen Grund darin, daß das Deutschlands Wirtschafts, Handels- und Zahlungsbilanz paffio der politischen Parteien, wie überhaupt nicht für die rheinische Be Reichsfinanzministerium gleichzeitig selbst Arbeitgeber wäre. Wir wollen nicht davon sprechen, daß Helfferich sich völkerung, eine Veränderung der staatsrechtlichen Verhältnisse des ist. Der Zweck des Briefes ist, den Staatsarbeiter schüßend oor die groteste Reichsbanfpolitit der Rheinlandes, insbesondere nicht eine Loslösung von Preußen in löhnen die Führung in der Entlohnung zuzuweisen und Papiermartfreditgewährung gestellt hat. Aber Helfferich hat Frage tommen fönne. damit dem Finanzminister die Führung in der Lohnpolitik in im Reichstag den Finanzminister Hilferding ange. die Hand zu spielen. Bom Reichsarbeitsminister wird nichts griffen, weil er fein Wert seines Inhalts beraubt hat. Keine Landtagsauflösung in Sachsen. Geringeres verlangt, als daß er ben in feiner Hand ruhenden Beit entfernt, sich mit der Rentenmart damals zu identifiApparat des Schlichtungswesens für diesen Zweck zur Berzieren, lehnte Helfferich ausdrücklich die Verantwortung ab, Der Antrag mit 51 gegen 38 Stimmen abgelehnt. fügung stellt, sich also im übrigen jedes weiteren Einflusses die er heute in Anspruch nimmt. Ebenso erklärte damals die Dresden, 24. Januar.( Eigener Drahtbreicht.) Im sächsischen auf die Lohnhöhe, den der Reichsarbeitsminister ja gleichfalls Deutsche Tageszeitung" ausdrücklich, daß die Deutsch Landtag fam am Donnerstag der Antrag auf Auflösung zur nicht zurückweist, begibt. nationale Partei nach den Veränderungen, die Hilferding Beratung. Genoffe Schwarz, der den Antrag begründete, be Diese Zumutung hat der Reichsarbeitsminister zurüd am Werte Helfferichs vorgenommen habe, jede Berant tonte, daß er fein Gegner einer Koalition, auch nicht der großen gewiesen. Aber im übrigen ist zwischen den beiden Briefen wortung ablehnen müsse; die neue Währung hätte Koalition, fei. Ob eine Koalitionsregierung zu unterstügen fei, hänge gleichfalls nur ein Unterschied in der Nuancierung. Der nichts mehr mit der ursprünglichen Helfferichschen von den jeweiligen Umständen ab. Die minderheit der Reichsarbeitsminister betont auch in seinem Briefe mieder, er 3dee zu schaffen. Heute, wo die Stabilisierung geglüdt Frattion habe den Antrag gestellt, weil sie Don sachlichen Erwerde nach wie vor bemüht sein, auf eine einheitliche, den ist, sind die Deutschnationalen und Helfferich plötzlich so vers wägungen ausgehe. Die Roalition fei bereits zum Tode verurteilt, Interessen der Gesamtheit Rechnung tragende Lohnpolitit hin- antwortungsfreudig geworden, daß sie am liebsten niemand wenn hinter ihr nicht der geschloffene Bille einer Koalitionspartei zuwirken und den Schlichtungsbehörden das erforder anderes mehr an der Berantwortung teilnehmen lassen wollen. ſtehe. Die jetzigen Koalitionsfreunde würden die Koalition jederzeit fiche Material für die richtige Beurteilung der Man kann aber leicht nachweisen, daß der Plan Helf. auffllegen lassen, wenn sie sich Berteile davon versprächen. In letter Gesamtlage zugehen lassen. Nur könne man das, fügt er ferichs weder die Finanzsanierung noch die Währungs. Stunde appelliere er an die Geneffen in der Regierung, den RIB dem Sinne nach hinzu, nicht auf eine so ungefchichte Art be befferung bringen fonnte, sondern erst gerade dadurch möglich in der Partei nicht zur fuft zu erweitern. treiben, wie das anscheinend vollends vom Machttoller be waren, daß man die Grundgedanken helfferichs nicht fallene Reichsfinanzministerium sich die Sache denkt. Die verwirklichte. Helfferich hat nicht die Rentenmart als lohnpolitischen Gesichtspunkte des Reichsfinanzministeriums neue Währung vorgeschlagen, sondern die fonnte dieser Reichsarbeitsminister eben nicht als richtig og genpfund- mart. Der Bert feiner Goldeinheit, erfennen", wie in den ersten Teilen feines Briefes ausführlich der Roggenmart, wäre abhängig gewesen von den schwanken dargelegt wird. Aber es tönnte natürlich auch einen Reichs den Notierungen der Berliner Roggenbörse. In den letzten arbeitsminister geben, der die gleichen oder ähnlichen An beiden Monaten schwankte z. B. der Roggenpreis um girta Schauungen, wie Herr Luther und die Seinen fie vertreten, 36 Broz, zwischen 6,40 und 8.80 M. Die Roggenmart wäre geiten ließe und zur führenden Idee feiner Schlichtungspolitit also fein fefter, sondern ein schwankender Werimeffer gewesen. machte. Noch eintleiner Rud- und der letzte Unter- Diefes fo start schwankende Geld, dessen Schwankungen auch schied in der Auffaffung besteht nicht mehr. Dann fönnte das pöllig unberechenbar gemesen wären, mußte fich für die Wirt Schlichtungswesen mit feinen Zwangsmitteln, das fchaft als unbrauchbar ergeben. Industrie und Handel wären, unter anderen Umständen wohl ein Segen sein kann, in der um sich vor Berluften zu schüren, genötigt gewesen, ihre Geld Tat zum Fluch gemacht werden, denn bann ist es nichts erlöse möglichst rasch in Devisen oder Waren umzuwandeln. anderes mehr, als ein neues Machtmittel in der brutalen Die Devisennachfrage hätte sich nicht vermindert; die Flucht Hand der befizenden Schichten. Damit hätte es feinen ur aus der Roggenmart wäre fast ebenso erfolgt wie die aus der sprünglichen Sinn allerdings verloren und das aufgegeben, Bapiermart, die Umlaufsgeschwindigkeit der Roggenmark was an Geist- im besten Sinne des Wortes in ihm ist. wäre außerordentlich groß gewesen, nicht viel geringer als die Go zeigen diefe beiden Briefe deutlich den grathaft- hals- Umlaufgefchwindigkeit der Papiermart. Das hätte die Unbrecherischen Weg, auf dem wir in sozialpolitischer Beziehung möglichkeit bedeutet, der Birkulation einen Betrag in der Höhe wandeln. Sie zeigen aber, in solchem Zusammenhange be- von 1,2 milliarden Rentenmart zuzuführen. Denn infolge des trachtet, auch, welche hohe Bedeutung die Arbeitsbebin raichen Umlaufs wäre das Rirtulationsbedürfnis schon durch gungen der Staatsarbeiter für die gesamte Arbeit die Zuführung von 200-300 millionen übersättigt worden. nehmerschaft befizen. Insofern kommt die von Herrn Luther Die Aufnahmefähigkeit der Zirkulation für einen Milliarden dankenswerterweise bewirfte Beleuchtung der sozialpolitischen betrag war aber die Borbedingung dafür, daß das Reich Situation gerade recht in diesem Augenblick, da sehr ernste diese Summe als llebergangsfredit erhalten fonnte, um dann Differenzen über die Arbeitszeit bei deri auf die weitere Papiergeldbeschaffung verzichten zu können. Reichsbahn bestehen. Denn nicht nur für die Bestimmung Mit der Helfferichschen Roggenmart wäre also die Stabill der Löhne, sondern ebenso für die Festsetzung der Arfierung der Währung überhaupt nicht erreicht worden, weil beitszeit nach jenem Monstrum von einer Arbeitszeitver- der ihr zugrundeliegende Barenwert ein durchaus schwanken ordnung gilt alles das, was wir über die Mitwirkung der der mar. Infolgedessen war es ebenfalls unmöglich, die FinanStaatsgewalt bei der Berabredung der Arbeitsbedingungen zen in Ordnung zu bringen. Das Reich hätte entweder die ausgeführt haben. Zahlungen ganz einstellen müssen, was unmöglich ist, oder es www Gestohlene Stunden... Bon Ruhel Lieber Leser, verstehen wir uns richtig! Die gestohlenen Stum. ben sind vielleicht jene Zeit unferes Lebens, die wir müßig, finnlos, durch Gezänt und Geschwäg uns nehmen laffen, uns nehmen. Ge stohlene Stunden, Stunden, die wir uns stehlen, find aber auch jene furzen Paufen im Trott, im Heßen und Blagen der grauen Tretmühle, da wir besinnlich werden, mit uns felbft allein find, den großen Geistern der Welt und damit unserem Ich Gehör schenken. So stahl ich mir einige Stunden. Ich geriet an zwei Bücher: Trosti,„ Fragen des Alltags. lebens und Romain Rolland, Mahatma Gandhi". Sie zer riffen die Wände meines Bimmers, stürzten Berlin in Atome und trieben die Gedanken über den Erdball, nach Rußland, nach Indien. Bon dem einen Riefenland bilden wir uns nun ein etwas zu wiffen, von dem Reich der 300 Millionen wiffen wir wenigstens, daß wir von ihm nichts begreifen fönnen. Ueber Rußland und über Indien ist ein ungeheuerliches Sturm gebraufel, eine ganze Generation von Menschen unfere Brüder und Schwestern ist davon bis in die letzte Fafer der Seele ge padt, glücklich oder unglüdlich geworden. Wir suchen, wenn wir an diefes Erleben anderer denken, den Sinn, den Bergleich, die Erkenntnis. Was sagt Trottis Buch? Nebenbei: es ist entstanden aus einer Besprechung Trottis mit 25 Moskauer Referenten( dort heißt es auch Organisator, Sekretär, Chef) über Fragen des Alltagslebens: Die Preffe, Schnaps, Kino, Kirche, die Familie, ben Staat. Er fragte: Wie verbringt der Arbeiter die Sonntage? Antwort des Agitators: Wenn Mittel vorhanden sind, badt die Frau Kuchen, während er mit den Kindern spielt oder auf den Jahrmarkt geht, um etwas zu laufen, unter anderem auch eine Beitung. Darauf geht er irgendwo hin in einen Bart, zu Besuch zu Bekannten; wenn er Kinder hat, so nimmt er sie mit. Der alleinstehende Arbeiter geht auf den Jahrmartt, schlendert herum, ist bemüht, irgend etwas möglichst billig zu kaufen, etwas zu sehen zu bekommen, und wenn es ihm langweilig wird, geht er in eine Leestube. Die alten Männer schauen biswellen in die Kirche hinein, jedoch sehr felten. Ergreifend find die Antworten auf die Frage, ob die Revo lution in das Familienleben des Arbeiters Veränderungen hineingetragen habe. Und noch eine Frage: Welches ist das alltägliche Verhältnis Der Arbeiter zu den Erscheinungen der neuen ökonomischen Politik? Antwort: Ueber die neue Bourgeoifle wird nur bann ge sprochen, wenn der Arbeiter eine Berlegung seiner Errungenschaften fieht, h. wenn an den Feiertagen mit seinen Damen beladene Autos eins nach dem andern durch die Billenvororte faufen. Hat in Rußland der Arbeiter vermocht, sich Stunden zu stehlen, ober find fie im entwendet, zerschlagen worden? Troytis Buch beantwortet die entscheidende Frage nicht, er tann sie nicht beantworten Mahatma Gandhi lehrte bem Bolle von Indien mit der Allgewalt dort Jahrtausende alter religiöser Inbrunst, seit 1919 die Befreiung durch gewaltlosen Widerstand, passive Resistenz, um den Preis des Leibens. Leiden das große Gefeß! Gandhi erschüttert England, er fämpft für das Menschentum der Baria, erreicht zusammenfluten der Kräfte mit den Mohammebanern, nahm feinen Feldzug auf für die Einigkeit Indiens, für die Bereinigung der Religionen, der Rassen, der Parteien und der Kasten". Mit aller Kraft muß er sich dabei gegen den Geist der Gewalt, die Hooligans, das Lumpenproletariat, gegen die Mobofrati wehren. ( Rolland bemerkt dazu: Karl Marg nennt sie Boŋoutratie", Herr fchaft der Straßenjungens.) Und was wurde aus jenem ungeheuerlichen Kampf der Ge. waltlosen? „ Die allgemeine Gehorsamsverweigerung foffte beginnen, als am 17. November 1921 der Prinz von Wales in Bombay landete. Der Bontott wurde vom Mittelstand und den unteren laffen ausgeübt. Die Reichen aber, die Kasten, und die offiziellen Persönlichkeiten nahmen feine Notiz davon. Bieder einmal fahlen die Reichen Hoffnung auf glüdliche Stunden eines ganzen Landes. Das übrige besorgen gute eurofie töteten den Geist nicht. päische Maschinengewehre. Aber Der feierliche Streit wurde nicht nur einmal in religiöser Inbrunft friedlich durchgeführt. Candhi manderte dann ins Gefängnis, von feinen Anhängern geliebt, geehrt. angebetet. * Ein Großer urteilt über jene indische Bewegung: Ein neuer Heroismus, den das Leiden erwecket, hat sich auf dieser Erde er hoben. Ein neuer Rampf des Geistes..." Die Menschheit will die ihr gestohlenen Stunden erringen, fie wird es zwingen. Der Sieg wird Sozialismus fein, oder wie du es sonst nennen magst. Der Volksparteiler Dr. Riethammer bezeichnete die Aus. führungen des Vorredners über die Koalition als nicht autreffend, während der Kommunist Böttcher wiederum in der Hauptfache gegen den tinten Flügel der Fraktion polemisterte und ihm vorwarf, daß er nicht wiffe, was er wolle. und ihm vorwarf, daß er nicht wiffe, was er wolle. Für die Mehrheit der Fraktion gab Genosse Birth die Er närung ab, daß sie entsprechend der auf der Landesversammlung abgegebenen Erklärung gegen die von der Minderheit beantragte auflösung stimmen werde. Die sozialdemokratische Fraktion erkenne bie Berpflichtung zu engster Fühlungnahme mit den Landesinstanzen fowie die Beachtung gefaßter Beschlüsse an. Sie set jedoch durch bie uebertragung der Landtagsmandate und der sich daraus ergebenden persönlichen Berantwortung vor der Wählerschaft berech tigt und verpflichtet, in Situationen, tie schnelles Handeln gebieten, allein zu entscheiden über Fragen wie die der Landtags. auflösung. Die lette Entscheidung werbe der Reichs. parteitag am 30. März haben. Seinem Urteil merde sich die Fraktion fügen. Sich vorher des Disziplinbruches bezichtigen zu laffen, lehne fle ab. Schließlich wurde der Antrag auf Auflösung des Landtages mit 51 gegen 38 Stimmen abgelehnt. Dafür ftimmten die Deutsch nationalen, Stommuniften und 14 Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion. Die Cenoffen Fellisch und Dr. Sachs hatten sich vor der Abstimmung aus dem Saal entfernt. Ludendorff- Prozeß doch in München. München, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die im Candtag geäußerten Bedenken gegen die Berlegung des Hiller. Prozesses nach Candsberg haben die zuständigen Stellen bemegen, die Hauptverhandlung nunmehr doch in München abzuhalten. Die Hauptverhandlung beginnt am 18. Februar, vormittags 8% Uhr, im Sigungsjaal des Umtsgerichts in der Au. Eine Kaifergeburtstags- Nummer. Der Tag, an dem nach Gottes unerforschlichem Ratchluß Bil helm II. in die Welt gefegt rourde, gibt der Redaktion von Bachen lints" Beranlassung zur Herausgabe einer Festnummer, die heute erscheint und die den Beweis liefert, daß diefer jüngste Sproß im deutschen Blätterwald auf dem Wege ist, das beste deutsche Bigblatt zu werden. Hier eine fleine Probe seines Inhalts: Lob Gedicht auf den Sport. Der Zeitgeist ftredt den Biceps und erfüllt mit Anod- out und mit Bauchstoß das Jahrhundert wenn jemand ist, der sich darüber wundert, ber las noch nie die Zeitung: Sport im Bild. Aus ihr erfährt man, mer die Welt bewegt; ob Reger Tompson oder Breitensträter Gott ist ein fleiner Mühlenaushilfstreter, vergleicht man ihn mit Dem, der Runden fchlägt. Auch Sokrates hält ben Bergleich nicht aus Und Goethe ist ein fleiner Hund dagegen, mas Einer fann, auf dessen Faust der Gegen bes Kinnzertrümmerns ruht und des Applaus'. Es schwand schon oft des fücht'nen Ruhmes Schein, pon Einem, der nur Kunst und Weisheit schwigte doch nie von Dem, der jemals Blut verfprite Und es zerschellt, wie Glas, der Weisen Stein an eines gufen Bogers Nasenbein. Lachen lints" erscheint jeden Freitag. Der Preis der Nummer beträgt 25 Pf. Josephus. Wozu die Geheimnisträmercl? Die preußische Staatsbibliothek beherbergt in zwei funftvollen Eichenschränken den unveröffentlichtea Nachlaß der Brüder Grimm: Briefe, Aufzeichnungen, Handeremplare von elgenen und fremden Büchern mit eigenhändigen Randglossen, Manuskripte, Bilder u. a. m. Die Sachen stehen da feit 1867 und find 1919 Eigentum der Bibliothek geworden Aber bis 1949 ist jebe Benugung diefes vielleicht ganz inter effanten Nachlasses an die Zustimmung der noch lebenben Nachkommen Wilhelm Grimms gebunden, und diese Zustimmung scheint bisher grundfäßlich versagt zu fein. Bloß eine Art Katalog des Inhalts der beiden Schränke durfte durch einen vor zwei Jahren verstorbenen Bibliothekar herausgegeben werden. Man entnimmt daraus, daß befonders der Briefwechsel der beiden Brüder Grimm. z. B. aus der Zeit des Göttinger Konflitte, eine reiche Ausbeute verspricht. Wenn die Teftatoren bei Ueberlassung der Schriften jene Bedingung gestellt haben, ist bagegen natürlich nichts zu machen. Aber man wird sich billig fragen: wozu bi se Geheimnisträmerei? und wird nach 1949 das Interesse an jener Bergangenheit nicht bedeutend abgeschwächt sein? Aus einer Antwort: Solange wir uns in einer llebergangs Musftellung Hoffmann von Fallersleben. Die von der Brenkifden zeit befinden und es bei uns feine Kindertrippen und Kinderheime Staatsbibliothet veranstaltete offmann bon allers. Die Sterblichfeit in Petersburg. Nach Mitteilungen des Petersburger gibt, werden die Kommunistinnen die Wäsche felbft waschen und leben ustelluna, die mit dem heutigen Tae fchließen fofite, die Fußböden wischen, denn sie werden sich nicht vom Familien- erirent fich so starken Beluches besonders auch bon felten der Berliner Statistischen Artes fiel die Sterbliteitsaiifer der Bevölkerung Shulen, daß sie auf nielfeitigen unich bin noh bis Sonntag, den Petersburgs im Fahre 1923 auf 13,6 Pioz. pro Taniend gegenüber 25,3 B103. leben losreisen fönnen, während der Mann in die Bersammlungen 27.% anuar, einichließlich geöffnet bleibt; fe ift bis dahin täglich im Sabre 1922; im Fabre 1921 betrua bie Ziffer 25,7 Proz. gegen 29,1 Proz. gehen und Seitungen lefen wird.... bon 9-3. am Sonntag von 11-3 Uhr unentgeltlich zu besichtigen. im Jahre 1920 und 34,3 Bros. im Jahre 1919. Revolutionäre Stinkbomben. Dr. Schachts Pariser Erfolg. Reine Ueberschätzung! Paris, 24. Januar.( Cigener Drabhtbericht.) Reichsbantpräsident England gegen die Reglebahnen. Tie Sachverständigen für Rückgabe an Deutschland? London, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In offiziellen Die Berliner Stadtverordnetenversammlung war gestern mieber Schauplatz wüster Radauszenen. Nach außen hin versuchten bie Kommunisten, die Urheber des widerlichen Dr. Schecht, tesken Be prechungen mit den beiden Sachverständigen Kreisen äußert man sich weiter sehr ungeheiten über den Strafeels, die fich nicht scheuten, mit Stintbomben 3 Comitees am Mimoch zu Ende geführt worden, ist am Donnerstag franzöfifch- englischen Cie bahnfonflitt im Rheinland Man crflärt, wersen und durch ihre Tribünenbesucher ein planmäßiges nadmittag von Beinocré empfangen worden, nachdem er bereits das die hartnädige Weigerung der Pariser Stellen, das Nadaufonzert veranstalten zu lassen, den Anschein zu erwecken, am Mittwoch mit dem Borstkenden der Reparationsfommiffion Abkommen zwischen den englischen Besaßungsbehörden und dem Barthou eine längere Unterredung gehabt hatte. Er trat am als ob es ihnen darum zu tun sei, ernsthaft die Interessen der Donnerstagabend die Rückreise nach Berlin an. Das positive Ergeb. Direktor der französisch belgischen E.sentcharegie zu ralifizieren, bedauernswerlen Berliner Erwerbslosen zu vertreten. Den nis feiner Aussprache, die rein technischen Charakter hatte und jede die Schuld daran trege, wenn dieses Problem ungelöst bleibe. wohlgenährten Bonzen der KPD., Herren Schu- Abschweifung auf das politische Gebiet vermied, ift in dem von der nfcigdeffen sei cie Linie Neuß- Düren- Benn weiter per. macher, Dörr ufm., geht und ging es aber natürlich nicht Reparationsfommiffion am Dienstag veröffentlichten Rommuniqué stopft durch den Regicocrircter, während die scnftigen Linien, die barum. Ihr Kampf galt in erster Linie wie immer der niebergelegt. Die Eedperständinen haben sich barin lediglich im über Köln führen und tie nach dem Abtemmen under sehr günstigen Sozialdemokratie und dem neugewählten fozial. Brinzip zugunsten des von Dr. Schacht etwas allzu einseitig Bedingungen hätten benut. werden fönnen, unbenutzt blieben. Lebbemokratischen Stadtverordnetenvorsteher, Golbnoten bant ausgesprochen. in den Berdergrund geschobenen Projektes der Errichtung einer hofte lagen werden über die Störung des Handelsverkehrs in der dem unter allen Umständen gleich in der ersten Sigung seiner Kölner Gegend geführt. Ohne den persönlichen Erfolg. den Dr. Schacht zweifellos damit Amtstätigkeit zum Gaudium der Rechtsparteien ein Bein ge- errungen hat, verkennen zu wollen, wird man anderericits boch Den Times" wirb gedrahtet, daß die in Paris verfommelten stellt werden sollte. Gestern ist das nicht geglüdt, es ist flar, bavor marnen müffen, dieses Refuttat zu überschäßen. Dos erwähnte Sachverständigen gegenwärtig die Möglichkeit prüfen, das gesamte daß sie die Verfuche wiederholen werden. Die Kommunisten Komuniqué läßt bereits durchblicken, daß das, was Dr. Schacht deutsche Eisenbahnnez den Reparationszweden biens.bar zu mochen. mögen tun, was fie für gut befinden. Nur über eins mögen will und bes, was die Sachverständigen drraus maden möchten, Unter normalen Umständen könnten die deutschen Bahnea sie sich bei der Ausarbeitung ihrer Schlachtpläne bitte voll feineswegs identisch ist. In den Kreffen der Sachverständigen scheint ebenso wie in der Vortriegszeit mit Profit arbei en, aber nicht wenn tommen im flaren sein: Das Affentheater, das fie im man das Hauptgewicht auf den internationalen Charcfter die werveliften Eisenbahnlinien im befehlen Geblet aus dem ganzen des Emissions- Instituts zu legen. Man will nicht nur feinen Sig Rathaus aufzuführen belieben, wird die Sozialdemoins Aus'end verlegen, sondern verlangt auch, daß ausländische Ein. Syſtem der Reidseisenbahnen herausgerissen bieben. Die einzige fratie sicher nicht ins Banten bringen. Ganz füffe in seiner Leitung ausschlegerbend fein follen. Bon Bedeu. Enifduf.igung für das Bestehen der franzöfifch- belgischen Rege, im Gegenteil! Solche Szenen sind ein viel zu guter Antung ist außerdem die ausdrüdliche Betonung, daß die Sachverstän nämlich die Weigerung der deutschen Eisenbahner, die französischen fchauungsunterricht, als daß sie nicht dazu beitragen sollten, dinen das Projeft der Goldnetenbank nur als einen Teil bes Ruhroperationen zu unterstützen, sei verschwunden und die RüdDie Rommunisten in sozialistischen Arbeitertreifen vollständig Gesamtprogramms zur Sanierung der deutschen Berhältnisse erstattung dieser Linien an ihren Befiger, das Deutsche Reich, daund der Vorausfeßung für eine Lösung des unmöglich zu machen. Reparations mit fie außerhalb des übrigen deutschen Efenbahnnetzes betrieben problems betrachten, baß beißt baß ble 3uftimmung des würden, eventuell unter zentraler Finanzleitung und Kontrolle Sachverständigenausschusses zur Errichtung der Goldnotenbant durch die Alliierten, würde die Aussichten der Alliierten auf Erabhängig ist von einer vorherinen Berständigung über dieses Gesamtprogramm. Eine felche Verständigung fann aber langung von Reparationen wesentlich erhöhen. heute noch feineswegs als gesichert betrachtet werden. Infor mationen, die wir von einer der Reparationsfommission nahe stehenden, gutunterrichteten Seite erhalten, laffen außerdem be Im Ruhrgebiet revidieren die Franzosen jetzt bie Ge. fürchten, baß die den Blänen ber Sacheerständigen zugrunde liegen. den 3deen in eine ben deutschen Auffassungen start entgegen.( äftsbücher der Firmen, um festzustellen, ob und wieviel In makaebenden deutschen Kreisen Waren während des passiven Widerstandes ins unbeset'e Gebiet ge. gelegte Richtung zielen. auch Dr. Schacht gehört dazu erblidt man die Lösung des Bro bracht sind. Es wird mit Berhaftungen und Kriegsges brems darin, daß Deutschland von den Allierten zunächst einmet die richt gedroht, wenn nicht die Hälfte des Wertes dieser angeblich möglich feit gegeben wird, leine Finanzen, feine Wirtschaft und verschobenen" waren als Strafe gezahlt wird. Die Industrie wird felnen industriellen Produktionsapparat wieder in Ordnung zu weiter schwer gehemmt dadurch, daß noch feine Klarheit über die bringen und das dann Deutschland die wiedergemonnene Kraft in den Dienft der Reparationen stellt, um durch eine bis an die Rüdfehr der ausgewiesenen und die Freilassung der verhafteten äußerste Grenze feiner Leiflungsfähigtett gehende Bofitif der Er. leitenden Induftriebeamten geschaffen ist. Die Zahl der nach dem füllung das Reparationsproblem fo rasch wie möglich aus der Welt franzöfifchen Gefängnis in St. Martin de Ré gebrachten Deut. 34 fchaffen. ẞie die Dinge haute flegen, will es zum mindesten schen aus dem besetzten Deutschland ist noch nicht permindert. Diese fehr fraglich erscheinen, ob bie Sachverständigen ber Reparations- Ueberführung nach Frankreich murde seinerzeit damit begründe, daß fommiffion diesen Beg zu betreten bereit find. Jebenfalls dürfte tie Gefängnisse im befehen Gebiet überfüllt seien. Das ist aber gegen eine folche Löfung eine folche Lösung fchärffter franzöfifch- belgischer 23 iber stand zu erwarten fein. Baris und Brüffel, die im Augen heute nicht mehr der Fall. Obwohl diese nach Frankreich Berschleppten blid ein besonders starfes Interesse an Ratenzahlungen haben, ausdrücklich als politische Gefangene bezeichnet sind, werden merben fich vermutlich nicht nur einem Moratorium widerlegen, fie in ich mählicher Weise behandelt. Einer von ihnen sondern auch mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln einen ist mit einem Neger zusammengesperrt und muß sich Unsagbares Blan bekämpfen, ber darauf abzielt, Deutschlands Währung und gefallen lassen. Das Verfahren gegen die Un'ersuchungsgefangenen Finanzen zu fanieren, ohne gleichzeitig dem Berfall des Frants wird verschleppt, so gegen den Regierungspräsidenten von Spener. Einhalt zu gebieten. In Mainz figen 38 Deutsche gefangen, die als secrets" bezeichnet werden und der Epionage befchuldigt find. Deutsche Anwälte werden für den bevorstehenden Brozeß gegen diese 38 nicht zugelassen, weil angeblich burch ble Tetinahme deutscher Berteitiger gemiffe Ge. heimnisse bes französischen Nachrichten, Die dritte Steuernotverordnung. Es fann berichtet werden, daß das Kabinett die dritte Steuernotverordnung immer noch verhandelt. immer noch verhandelt. Die nach dem schwerindustriellen Tag"( mit der direkten Telephon berbindung zur D. A. 8." des Herrn Stinnes) beabsichtigte Erfassung der Entwertungsgewinne foll nicht richtig sein. Ueber den wirklichen und endgültigen Inhalt der dritten Steuernotverordnung soll, um die Würde des Neiches zum Ausdrud zu bringen, für alle wahlberechtigten Deutschen ein Ausdruck au bringen, für alle wahlberechtigten Deutschen ein Preisausschreiben erlassen werden. Sozialdemokratie gegen Verfassungssturz. Ein Aufruf des bayerischen Landesausschuffes. München, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Landes. ausfuh ber ber Sozialdemokratischen Bartei in Bayern hat in einer erweiterten Sigung in Nürnberg zu ben schwe benden politischen Frogen Stellung genommen, insbesondere auch zu den beiden von der Bayerischen Boltspartel eingetrachten Boltsbegehren. Hierzu beschloß sie die Veröffentlichung eines Aufrufs an alle Parteifreunde und verfassungstreuen Bolts, genossen, der folgenden Wortlaut hat: " Bayern ist eine Unordnungszelle ersten Ranges ge morden. Kein anständiger Mensch ist in Bayern seines Lebens sicher!" So rief der Führer der Bayerischen Boltspartei fürzlich im Landtage aus. Der unehrlichen Politit der Bayerischen Besaßungs- Schikanen. Neue Bedrückung der Pfalz. Opposition im Nationalen Blod. Bolkspartei in ben letzten Jahren ist es zu banten, daß es Baris, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In porlamentari. fo meit fam und daß sich in Bayern Zustände entwidelten, die schen Kreisen, die noch zu Beginn der Woche das Schicksal ber fänger nicht zu tragen sind Das verfaffungsmäßige verantwortliche finanziellen Gefeßentwürfe für abfolut geflchert hielten, macht fich Spionagedienstes der weiteren Deffen fichteit bekannt werden Rabinett Knilling ist seit Monaten regierungsun.neuerdings ein startes Schwonten bemerkbar, bas an Intensität bürfen. Die Pariser Anwaltstemmer erklärt jedoch, franzöfifche Anfähig. Die Bayerische Bolkspartel, die der Regierung ben Namen zunimmt, je näher der Tag der Entscheidung rüdt. Innerhalb des wälte für diese Berhandlung nicht benennen zu fönnen, so daß also Nationalen Blocks, deffen Hauptstüßen sich in internen Frattions. diese 38 Schwerbeschuldigten ohne Berteidiger vor den fran gab, besitzt weder die Kroft noch den Mut, bas Rabinett durch eine beratungen für die Annahme der Regierungsvorlage ausgesprochen zöfifchen Militärrichtern stehen sollen! regierungsfähige Regierung zu erleben und in Bayern Recht und haben, scheint seit Mittwoch eine Minderheit heftige Oppo Berfassung mieterherzustellen. In ihrer Berzweiflung greift fition gegen die Regierung zu machen. Zahlreiche Abgeordnete, bie regierende Partei zu einem Zäuschungsmanöver übel bie in ben letzten Tagen in ihre Wahlfreise gefahren waren, um die Speyer, 24. Januar.( WIB.) Ben der franzöfifchen fter Art Sie macht diesen Bandtag perantir artit, in bem fie Stimmung innerholb ber Wahlerschaft zu fondieren, find in einem selbst die Entscheidung in Händen hat und ruft zu einem Bolksbe. Zustand starfer Ernüchterung zurüdgetchrt. In gut unterrichteten Befagungsbehörbe ist erneut die Briefzenfur über bie gehren auf. Diz Bayerische Bolfspartei verlangt, daß durch Bolfs. Areifen versichert man, daß die reaktionär royalistische Kammer. Pfalz verhängt worden. Die Separatisten überwachen ihrerseits seit mehrheit ihre Zustimmung zu der Finanzreform von gewiffen Be. entscheidung erstens ber Landtag sofort aufgelöst wird, zweitens der bingungen abhängig machen werde, on erster Stelle stehe die heute in der Pfalz die ein und ausgehenden Telephongespräche. neue Landtag die Berfassung ändert Das erste Begehren von Boincaré bisher abgelehnte Forderung, daß die Regierung Ludwigshafen, 24 Januar.( WTB) Die Separatisten ift überflüffig. Das zweite Begehren ist volts, unb eine Wahlparole zugunsten des Nationalen Blods ausgebe haben das Erscheinen sämtlicher Zeitungen von heute staatsfeindlich. Unter dem harmlosen Dedmantel der 2. Dos bereits seit einiger Zeit fursierende Gerücht, daß die Abftim ab für drei Tage verboten, well tiese ein Flugblatt herausgege änderung einiger Berfassungsbestimmungen unternimmt die Bane mung über die Finanzvorlagen einen für ble gegenwärtige Regie. ben hatten, in dem sie Einspruch gegen die Eingriffe der sogenannten rische Bolkspartei den Bersuch, die Grundlagen der jebigen Berjaj. rung fatalen Ausgang nehmen werde, erhält aus diefer Situation Autonomen Regierung in die Breffefreiheit erhoben. fung überhaupt zu stürzen und beschwört damit die verhängnisvoll- mirb bereits mit ziemlicher Sicherheit Barthou genannt. Wenn neue Nahrung, und als prafumtiver Nachfolger Boincorés flen Gefahren für den Bestand des Reichs und die Zukunft des ganzen es sich zurzeit auch nur um Rombinationen handelt, so wird bed deutschen Volkes heraus. Wir ersuchen alle Sozialdemokraten, alle mit der Möglichkeit gerechnet werden müssen, daß die nächsten Tage verfassungstreuen Bayern und aufrechten Reichsanhänger, die Bane eine für bos Kabinett Boincaré fritische Wendung bringen können. rische Bolfspartei bel diesem Beginnen allein zu loffen. Sein ehrlicher Deutscher, dem die Zukunft und das Wohl feines Baterlandes am Herzen liegt, gebe feine Unterschrift." Lenins Totenfeier. englischen Generalfonful Clive mit aller Schärfe gegen die Separa Der Winzer Toth in Dürkheim in der Pfalz hatte vor dem tiften Steffung genommen. Jezt haben die Separatisten das ges nah mt. In Speyer hört man die Hilferufe der von den Gepara amte Bermögen und Befigtum Toths beschlag. liften gefangen gehaltenen Deutschen über die Straße schallen. Französisch- jugoslawisches Bündnis? Belerad, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Wie bier ver lautet, foll ein franzöflich jugoslawischer Garantievertrag in Fore bereitung sein. Der Vertrag foll in den Grundlinien dem Vorbild des Vertrags mit der Tibebollowakei folgen. Völkische Merkwürdigkeiten. Neue Niederlage Knillings. Moskau, 24. Januar.( WIB.) Heute um 7 Uhr morgens traf München, 24. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im er. bie zur Ueberführung der Leiche Lenins bestimmte Dele. faffungsausfuß des banerischen Landtages vereinigte sich gation in Borti ein, mo bereits Arbeiterbelegationen in Um 10 Uhr morgens murde bie Mehrheit auch heute auf zwei sozialdemokratische An. großer Zahl versammeit waren. träge, wodurch die Regierung Knilling neuerdings in bie die Leiche Lenins, die in einem von rotem Stoff überzogenen Sarg Minderheit geriet. Die Regierung versuch'e bei der zu erlassenen ruhte, von Stalin, Bubroto, Kraffin, Bucharin, Sinowjem, Kamenem Berordnung über die Sicherung der Wahlfreiheit die Kontrolle des aus dem Hause getragen. Die nächsten Freunde und Schüler Lenins, In der Deutschen Zeitung" wird Klage tarüber geführt, daß Landtages zu umgehen, wurde aber nunmehr gezwungen, diese Ber- die Mitglieder der Reglerung und des Zentralfomitees der Partei ordnung, die eine wesentliche Einschränkung der Befugnisse des Gene trugen abwechselnd den Earg bis zur vier Rilometer entlegenen ein angeblidyes Protokoll über eine angebliche Sißung ciner Organi ralftaatsfommiffars bedeutet, bem Landtage verzulegen. Weiterhin Eisenbahnftation. Unmittelbar hinter dem Sarg folgte die Famille. fation Bund" verbreitet werde, um Mitglieder des Alldeutschen Auf dem Wege zur Station warteten zahlreiche Bauern, die von Berbandes Ungelegenheiten zu bereiten Nach dem Brotokoll" wurde die Regierung veranlaßt, endlich jene Berordnung des Gene weit hergekommen waren, um von Lenin Abschied zu nehmen. Um folle an der Eigung vom 17: Februar 1920 außer Claß auch ralstaatstommiffars aufzuheben, bie bie Rolportage bes Borwärts", der Frankfurter Zeitung", der Boffischen Zeitung und des„ Ber: 1 Uhr mittags erreichte der Trauerzug Moskau. Es folgte eine An. Oberfinanzrat Bang und der frühere Landrat v. Herzberg liner Tageblatts" in Bayern untersagt. Dieses Berbot war eine der bachtspause von 5 Minuten Dauer, während der jede Bewegung teilgenommen haben. In der Sigung fel von der„ Erefutive" für ersten Helder'aten des Herrn v. Rahr und nach einem Ausspruch ruhte. Dann trugen die Freunde Lenins, unter ihnen Tropki, Rud. den„ bevorstehenden Butsch"- augenscheinlich der Kapp- Butschdes demokratischen Abg. Dr. Müller zweifellos geeignet, Bayern Butat, Dierjinski und andere, bann die Bauerndelegierten des all die Rede und von der Verdoppelung der notwendigen G: ldmittel. russischen Kongreffes, die Mitglieder des Revolutionären Kriegsrats Aufgeregt erflärt die Deutsche Zeitung", daß feiner ber 2. und seine Regierung in der ganzen Welt lächerlich zu machen. den Sarg nach dem Gewerkschaftshaus. Dem Sarge folgten Hundeutschen an einer solchen Sigung teilgenommen habe, daß es fich derttaufenbe. Um 3 Uhr wurde die Leiche im Gewerkschaftshause augenscheinlich um eine Fälschung handle. Und sie fragt weiter, aufgebahrt, wo die Bevölkerung währenb breier Tage von ihrem wer ein Interesse baran habe, ein folches Protofol toten Führer Abschied nehmen fann. Lenin liegt im Garge in feinem gerade je zt zur Verbreitung zu bringen und es außerdem bem üblichen grauen Unzug; am Rod ist der Orden bes Roten Reichstommissar für die öffentlich Ordnung zu. Banners befestigt. zustellen, wie es tatsächlich der Fall gewesen ist. Hitlers madjarische Verbündete. Budapest, 24. Januar.( BTB.) Im Brozeß fain wurden Budapest, 24. Januar.( WIB.) Im Prozeß Ullain wurden Dr. Franz Ulain, Dr. Lela Szemere und Titus Bobula wegen Auf forderung zum Aufruhr zu je fe dhsmöchigem Staatsgefängnis verurteilt, und diese Strafe" gilt durch die Präventiv. und durch bie Untersuchungshaft as verbüßt Ein Nachruf Troykis. In einem Artikel fet die Leistungen und Fähigkeiten Lenins Die Begründung fagt u. a., baß bie Angeklagten mit Bayern schreibt Troßfi u. a.: Lenin lebt nicht mehr, aber der Lenini s eine Militärfonvention zur Erzwingung der Wiederherstel mus lebt! Das Unsterbliche in Benin, feine Lehre, fine Arbeit, lung der Grenzen non 1914 und ber gewalttätigen Entfernung der feine Meihobe, fein Beispiel leben in uns, leben in der Bartel ungarischen Regierung angestrebt hatten. Daß die Angeklagten sich weiter, die er schuf, leben im ersten Arbeiterftact meiter, an beffen ernstlich mit der Absicht trigen, mit Bayern eine politische und Spige er fland und den er feitete. Der Schwere Schlag, der militärische Uebereinkunft zu treffen, gehe daraus hervor, daß Ulain uns alle getroffen hat, wird aber zum bröhnen zuruf für uns felbst nach München fahren wollte und den Bertrag mit fich alle: Deine Berantwortung ist größer geworden Sei führte. Die Angeklagten wollten den Vertrag ohne Zustimmung der würdig d'inem großen Lehrer und Führer! In schwerem Beib und Regierung abschließen, auf die fie um so weniger rechnen tonn schwerer Trauer schließen wir unsere Reihen!" ten, als auch die Hitler- Truppen nur aus Aufrührern bestant, politische und militärische Verträge aber nur zwischen Regierung und Regierung abgefd foffen werden fönnen, Das Bersammlungsverbot für den Deutschen Herold ist auf Grund einer Beschwerde vom Staatsgerichtshof in Leipzig auf gehoben worden. Die Böllischen sind unter sich zweifellos von einer beneidens. werten Liebenswürdigkeit. Sie versichern dauernd, daß sie sich für anständige Kerle halten und bezeichnen sich doch in Form von Fragestellung als Spigel. Mehr fann man nicht verlangen! Der Arbeitsplan des Landtags. Der Welteftentat des Sandtags beschäftigte sich am Donnerstag mit ter Gefchäftslage des Sauies Am Freitag follen nach den Beschlüssen des Weltestenrats Anträge aus dem Haufe bebandelt werden. Am Sonnabend wird voraussichtlich der Finanzminifter eine größere Rete über die inanglage des O'Grady britischer Botschafter in Mostau? Breußischen Staates balten. Im Anschluß daran soll die Der Montag bleibt London, 24. Fanvar.( BTB.) Der diplomatische Berichterstatter Beratung der Anträge fortgefeßt werden. der„ Daily News" meldet, es werde allgemein angenommen, daß übungsfrei, damit der Hauptausichuß Reit erhält, die Grundsteuer borzubereiten. Die Beratung diefer Worlage wird dann mehrere nach der Anerkennung Rußlands durch die neue Regierung bas Tage der nächsten Woche in Anspruch nehmen. Es besteht die Mitglied der Arbeitsfraktion D'Grady der erste britische Botabsicht, die Anträge zur Grundsteuer und zur Gewerbesteuer Dann foll after in Moskau sein werde, welcher 1919 in Kopenhagen Berbis aum Freitag nächster Woche zu erledigen. handlungen über Gefangenenaustausch mit Litwinom führte. eine Bause eintreten, bis der Etat vorliegt. Gewerkschaftsbewegung Lehrlingsaushungerung. Richtlinien der Berliner Handwerkskammer. Die Berliner Gewerkschaftskommission schreibt uns: " Wiederholt haben wir an dieser Stelle die tarifliche Regelung der Lehrlingsbezüge gefordert und alle Gründe eingehend dargelegt. Der vorgelegte Gefeßentwurf über die berufliche Aus bildung Jugendlicher, der in der Zeit beginnenden sozialpolitischen Rückschrit's das Licht der Welt erblickte, läßt alles Geforderte unbe rüdsichtigt. Er wird wahrscheinlich in eine noch dunklere Gefegestammer zurücverlegt. In einer solchen Zeit rührt sich auch die Handwetts. fammer. Deren legte Bollversammlung scheint sich eingehend mit bem Lehrlingswesen beschäftigt zu haben. In allen Fragen steht die soziale Rückständigkeit mit der wir schaftlichen Rückständigkeit der Kleinbetriebe im Einklang. Am deutlichsten tritt das wieder in der Regelung der Erziehungsbeihilfen" zutage. Die Handwerkskammer gibt Richtlinien an die angeschlossenen Innungen herous mit folgendem Wortlaut: 1. Soweit nich Roft und Wohnung von dem Behrherrn( der Lehrherrin) gewährt werden, sollen als wöchentliche Erziehungsbeihilfe( auch„ Kestgeld"," Lehrlingsen.schädigung" u. a. benannt) mindestens gezahlt werden: Jm ersten Lehrjahr zwei, im zweiten Lehrjahr vier, im dritten Lehrjahr sechs, im vierten Lehrjahr a cht der in dem betreffenden Handwerf ortsüblichen Gefellenstundenlöhne. Von diesen Sägen foll nur abge michen werden, wenn besondere Gründe vorliegen. 13 m. im britten und 3,20 bis- 4 M. im pierien Behrjahre, anstatt ben halben Breis, für Arbeitslofe unentgeltlich, und Lehrpläne werben Mindestaufwand von 6 M. im ersten Lehrjahre, bei dem ein fleines in den Ortsverwaltungen ber Arbeiter- und Angefteltengewer Taschengeld noch fehlt. Das ist so naiv- profitlich wie mur denkbar. schaften und im Bureau der Betriebsräteicule, Engelufer 24/25, Den meisten Eltern der in der förperlichen Entwicklung begriffe 2. Hof. 1 Tr., ausgegeben. Dort finden auch Montags und Freitags men jungen Leute, in der sie taum satt zu bekommen sind, rasch aus von 4-7 Uhr Lehrberatungssprechstunden statt, sowie im Büreau den Kleidern herauswachsen, Berufskleidung und Handwertszeug des AfA- Bundes, Belle- Alliance- Straße 7-10, Montags und gebrauchen, wird es ja einfach unmöglich gemacht, ihre Kinder Freitags von 4-6 Ubr. Freigewertschaftliche Betriebsräteschule. dasselbe Handmert" über Mangel an Lehrlingen, über unter folchen Umständen dem Handwerk zuzuführen. Dann flagt Unluft zum Lernen, über die materialistische Einstellung der Eltern, die ihre Kinder als Ungelernte verdienen lassen wollen usw. Zum Kapitel Terrorismus". Zu der Erklärung des Arbeiter und Angestelltenrats des Engel hardt- Konzerns in Nr. 35 des„ Borwärts" erhalten wir aus dem Derartige„ Erziehungsbeihilfen" sind einfach unfittlich, da Kreise des Gesamtbetriebsrats der Schultheiß- Bazenhofer- Brauerei die Notlage der Eltern dadurch in unerhörter Weise ausgenügt mer folgende Erwiderung: den foll. Eine solche Handwerkspoli'it ist selbst mörderisch. " Die Engelhardt- Brauerei hat durch ihre Bertreter im Der preußische Handels, und Gewerbeminister Arbeitgeberverband der Brauereien Klage geführt, daß die müßte es fich verbitten, daß unter Berufung auf feinen Erlaß so Schultheiß- Bazenhofer- Brauerei an ihre Arbeiter und Angestellten unglaublich niedrige Löhne als Erziehun sbeihilfen" feftgelegt Lebensmittel geliefert und damit gegen das Statut des Arbeitgeber. werden. Nicht nur im Intereffe der Arbeitnehmereltern, sondern verbandes verstoßen hat. Die Engelhardt Brauerei fann mit im Interesse des Handwerks felber, das auf einen deshalb ruhig behaupten, daß fie feine Klage erhoben hat, da es intelligenten, förperlich und geistig gefunden Nachwuchs angewiefen der Berein der Brauereien für fie getan hat. Der Kern ist, ist eine gründliche Erhöhung dieser Säße notwendig. unserer Behauptung bleibt deshalb trotzdem bestehen. Die Schult Hä'te es noch irgendeines Beweises bedurft für die Notwendigkeit heiß- Bahenhofer- Brauerei hat eine weitere Belieferung der Beleg einer tariflichen Regelung der Lehrlingsentschädigung, dann ist schaft mit Lebensmitteln beshalb abgelehnt, weil sie nicht zweier durch die engftirnigen, Richtlinien der Handwerkskammer vollauf mal zur Zahlung einer hohen Konventionalstrafe verurteilt erbracht. Kampf in der Berliner Textilindustrie. Am 10. November wurden durch einen Schieds'pruch des Reichsarbeitsministeriums die Löhne derart geregelt, daß ein Arbeiter über 20 Jahre alt 28 Pf. als Stundenlohn erhielt, die Arbeiterinnen er 2. Die Festlegung des ortsüblichen Gesellenstundenlohnes ob hielten hiervon 75 Bros. Der Nordostdeutsche Tertilarbeit fiegt der für den Bezirk zuständigen Innung oder Berufsvereinige berverband erhöhte diese 28 Bf. auf 29 f. und zahlte gung. In Zweifelsfällen entscheidet der Borstand der Handwerks. außerdem zeitweise 10 Proz. Teuerungszulage. Die Arbeiterschaft lehnte die'e völlig unzureichenden Löhne ab, und es besteht seit dem 18. November feine tarifliche Lohnregelung. fammer. 3. Soweit in bereits abgeschlossenen Lehrverträgen geringere Erziehungsbeihilfen festgesezt sind, müssen sie als unancemeffen bezeichnet werden. Bur Durchführung unserer Richtlinien empfehlen wir, im Lehrvertrage( bei laufenden Lehrverhältnissen durch einen entsprechenden Nachtrag zu den Lehrverträgen) folgende Bereinbarungen zu treffen: „ Die für den Lehrling zu zahlende Erziehungsbeihilfe richtet sich nach den von der Handwerkskammer Berlin in ihren jeweiligen Richtlinien aufgestellten Sätzen, Die Bertragsparteien vereinbaren, daß Streitigkeiten über die Höhe der Erziehungsbeihilfe unter Ausschluß desordent lichen Rechtsweges durch ein von der Handwerkskammer Berlin bestelltes Schiedsgericht entschieden werden." Borstehenden Beschluß hat der preußische Herr Minister für Handel und Gewerbe durch Erlaß vom 16. Oftober 1923 Mr. IV. 12 596- genehmigt." In der letzten Berhandlung lehnte der Arbeitgeberverband miz. berum jede Rohnerhöhung ab und verlangte eine Berlängerung der Arbeitszeit von 46 auf 58 Stunden. Daß durch diesen Scharfmacherstandpunft eine ungeheure Erbitterung bei der Arbei terschaft entstand, ist erfärlich, denn in vielen Betrieben muß die Arbeiterschaft immer noch bei verkürzter Arbeitszeit mit verkürztem Rohn nach Hause gehen. In allen Betrieben gärt es. Teilmeise waren die Unternehmer einfichtig genug und machten ihrer Arbeiterschaft auf irgendeine Weise Zuwendungen, um fie vor dem Berhungern zu schüßen. Es hieß aber hierbei sehr vorfichtig sein, weil der Arbeitgeberverband es feinen Mit gliedern bei einer hohen Ronventionalstrafe verbie. fet, höhere Löhne zu zahlen, als er für richtig hält. werden mill. Feststellen möchten wir außerdem, daß die Schultheiß Bazenhofer- Brauerei im Dezember 1923 Lebensmittel unent. geltlich deshalb geliefert hat, weil sie nicht in der Lage war, mertbeständiges Geld bei der Lohnzahlung zu geben. Wenn der Arbeiter und Angestelltenrai des Engelhardt- Konzerns mitteilt, daß die Direktion der Engelhardt- Brauerei in der Besorgung von Lebens mitteln ihm zur Seite gestanden hat, so ist festzustellen, daß biele bei der Engelhardt- Brauerei zur Ausgabe gelangten Lebens. mittel zum Selbsttestenpreis der Firma abgegeben wurden und keine Zuschußleistung darstellten." Der englische Lokomotivführerftreik geht weiter. Da die Leiter der Eisenbahngesellschaften es ablehnten, von dem Spruche des staatlichen Ediedsgerichts abzugeben, erklärte die Streifleitung, daß der Streit deshalb zu ihrem Bedauern weiter geführt werden müsse. Die Unternehmer find also immer noch zu feinem Entgegen. fommen bereit, obgleich der Streit sich für das Wirtschaftsleben recht empfindlich bemerkbar macht und auch die Schiffahrt start in Mitleidenschaft zieht. Die amerikanismen Eisenbahngefellichaften baben für 15 000 Lotomotivführer eine Lohnerhöhung von 5 Proz. bewilligt. Die Zahl der Arbeitslosen in Rußland betrug nach„ Ost- Expreß am 1. Dezember 1923 581 995, davon 291 163 Männer und 290 832 Frauen gegenüber 538 805 Arbeitslofen am 1. November. Von der Gesamtzahl der Arbeitslosen entfallen auf Moskau 19 Proz ( 112 798) und auf Petersburg 21 Proz.( 124 178). FELFELLENT FEELCH Die Schriftfeher im Saargebiet ftreifen. Die geitungen mit In der Teppichfabrit G. Feibisch AG. hatte die Arbeiterschaft Ausnahme der sozialdemokratischen Voltestimme" erscheinen nicht. wegen der niedrigen Löhne Borschüsse beformen müssen, um Die wesentlichsten Forderungen der Sezer find folgende: Der Es mute wie Ircnie an, wenn die Bekanntgabe dieser Richt bei der Arbeit leben zu fönnen. Diese Borschüsse solten bei der Reichemantelta if wird anerkannt mit folgenden Abänderungen: linien noch eingeleitet wird mit dem Hinweis, daß die bisher im legten Lohnzahlung in Abzug gebracht werden; es wäre dann 1. Alle über die achtstündige Arbeitszeit hinausgebenden Arbeitsallgemeinen gezahlten Erziehungsbeihilfen nicht mehr ausreichend" vom verdienten Lohn nicht viel zur Auszahlung gekommen. Die stunden werden als Ueberfiunden bezahlt. 2. Bezahlung sämtlicher find. Um dem Handwert einen ausreichenden Nachwuchs zu Arbeiterschaft erhob deshalb Einfpruch gegen den Abzug Feiertage. 3. Festlegung der Ferien nach dem Tarif 1922,28. fichern“ und„ um jungen Leuten Gelegenheit zu geben, ihre Lehrzeit und verlangte eine Höherstellung ihres Lohnes. Diefes lehnte die 4. Bewilligung einer 20prozentigen Lohnerhöhung auf die bes ordnungsgemäß zu Ende zu führen, ist die Gewährung einer ange. Firma ab, bot einen weiteren Borschuß an und verlangte stehenden Löhne. messenen Erziehungsbeihilfe unbedingt erforderlich". Liegt nicht eine Berlängerung der Arbeitszeit. Als die Arbeilergeradezu in dieser Begründung eine Verhöhnung der Lehrlinge und schaft dieses verhöhnende Anerbieten der Firma zurüdwies, wurde beren Eltern. Wir brauchen wohl der Handwerkskammer nicht nach der gesamte Betrieb gefchloffen und rücksichtslos 600 zurechnen, welche Ausgaben von solchen Summen zu bestreiten sind völlig ausgemergelte Arbeiter und Arbeiterin und nicht zu beweisen. daß es Arbeitern, die unter der jezigen Arnen auf das Straßenpflaster geworfen. beitslosentrife erschreckend leiden, unmöglich ist, solche lächerlich geringe Beträge als Ausbildungscufwand zu betrachten. Bei alledem gibt es Handwerksmeister, die nicht einmal nach den Richtlinien entlohnen. Hier aufzumerken ift Sache der Betriebs. räte und der Eltern. In folchen Fällen ist sofort mit der zu ftändigen Gewerkschaft Berbinduna aufzunehmen. Aufgabe der Gewerkschaften wird es sein, die Regelung des gesamten Lehrlingswesens nach wie vor nach modernen Gesichtspunkten anzustreben. In den fommenden Gegenmartsauf aben der wieder er Starfenden Gewerkschaften sei dieses Feld mit in den Bordergrund gestellt im Interesse der Arbeiterflasse und auch der Wirtschaft." + " Ein Teppich weber hatte in der Friedenszeit einen Affordverdienst von 30 bis 40 M. pro Woche, nach Ansicht der Textilprohen von Feibisch sind jeht 17 m. völlig ausreichend. Bei den Arbeiterinnen ist dieser Lohnunterschied noch größer. Es wird nun Sache der Berliner Arbeiterfchaft sein, die Kollegenschaft von Feibisch in ihrem gerechten Kampfe zu unterstützen, denn dieser Kampf wird im allgemeinen Intercffe geführt, zur Er. haltung der 46stündigen Arbeitswoche und zur Erreichung menschen: würdiger Löhne. Betriebsräte! Funktionäre! Achtung, Anorr- Bremse! Morgen( Sonnabend) nachmittag 2 Uhr bei Siewert( Turnerheim), Rante Ede Schillerstraße, Fraktionsver fammlung ber BSVD. Genollen. Mitgliedsbuch legitimiert. Für alle Angeft Iten ber Metallindustrie. Seute( Freitag) abend 7 Uhr ime Schultheiß- Ausschant, Basenteibe 28-30. öffentliche Protefitundgebung gegen Arbeitszeitverlängerung und Lohnabbau. Achtung, Mobelformer und Berufsgenossen! Heute nachmittag 5 Uhr Ver trauensmännerfonferenz im Gewerkschaftshaus, Saal 2, Engelufer 24-25, Bredow. Bergmann- Elektrizitätswerke. Rofenthal. Alle ausgefperrten Rol leginnen und Roliegen mögen fich am Sonntag, den 27. Januar, vormittags Don 9-11 Uhr, im total vor Schurzmann, Steffiner Str. 11, einfinden, zweds Auszahlung. Ausweis ist vorzuzeigen. Transportarbeiter. bez Wagen- und Raroserie Industrie. Heute( Freitag) abenb 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Aufg. B. ptr., 8immer 4, Bersammlung. Wichtige Tagesordnung. Das Erscheinen aller ist unbedingt notwendig. Deutscher Verkehrsbund, Geft. V. Glaser. Da die Lohnverhandlung von Donnerstag auf Montag verlegt ist, Die nächste Versamme fällt bie für Sonnabend angefeßte Bersammlung aus. lung wird an dieser Stelle befanntgegeben. Solange es an einer tariflichen Regelung der LehrNoch niemals war die Bropaganda für den Besuch der Be Noch niemals lingsbezüge in den einzelnen Gewerben fehlt, fonn man es an sich triebsräteschule so fchwer wie diesmal. gutheißen, wenn sie in ein bestimmtes Berhältnis zu lasteten aber auch die wirtschaftlichen und politischen Verbal niffe fo ben Gefellenlöhnen gebracht werden. Dech nicht berart, ichwer auf uns wie in diefer Zeit. Türfen wir uns aber fo bon wie es hier geschieht. Die Richtlinien weisen ja darauf hin, daß der Gesamtstimmung treiben laffen? Müssen wir nicht vielmehr früher und zum Teil heute noch den Lehrlingen Kost und Woh alles tun, alle positiven Sträfte der Arbeiterichaft wach au balten? nung vom Lehrherrn gegeben wird. Soweit dies nicht Ncht eine Bolitik der Verzweiflung ist unser Ziel fondern eine geschieht, mükte bas o ft qelb" eini ermaßen dem Aufwand ent- Bolitif der flaren Erkenntnis. hierzu aber brauchen wir eine fprechen, der für Koft und Wohnung zu machen ist. Bei recht gerirger Arbeiterschaft, die sich ihre Urteilsfähigteit, ihre Bemessung diefes Betrages( unter Berücksichtigung eines bei Roft getittge Beweglidfeit erholten, bat. und Loris üblichen Lehrgeltes) tommt man auf mindestens fechs Betriebsräte! Funktionäre! Weist Eure Kollegen in Betrieb Legitimation. Mart wöchentlich. Statt dessen sollen die Lehrlinge, vielmehr ihre und Gewerkschaft auf die Kurse der Betriebsrätefcule bin! Last Berantwortlich für Politik: Ernst Kenter; Birtſchaft: Artur Saternus: Eltern mit Beträgen abgespeist werden, die taum das Fahrgeld den Bildungsaedanten in der Berliner Arbeiterfchaft nicht Gewerkschaftsbewegung: Entorn: Feuilleton: R. 8. Döscher: Lokales beden. Nehmen wir einen Durchschnittslohn von etwa 40 bis 50 Bf. untergeben. Werbt ihm vielmehr neue Anhänger. Werbt vor und Sonstiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. für Gefellen. dann ergeben fich Beträge von wöchentlich 80 bis 100 p. allem unter der Jugend! Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GW. 68.. Lindenstraße& im ersten Lehrjahre. 1,60 bis 2 M. im zweiten Lehrjahre, 2,40 bis Sörerfarten zum Breife bon 2 m, für Kurzarbeiter aum Sieran 1 Beilage. An alle arbeitslosen Mitglieder des Deutschen Berkehrsbundes! Di- nstag, ben 29. Januar, nachmittags 1½ Uhr, im Großen Gaal bes Gewerkschafts haufes, Engelufer 24-25, Berfammlung aller arbeitslosen Verbandsmitglieder. Arbeitslofentarte nebft Mitgliebsausweis find vorauzeigen und dienen als Grosser Extra- Derkauf Neu eröffnet! Unser Kaufhaus Berlin Moabit Turmftr. Ecke Ottoftr. Strumpf- und Wirkwaren Mengenabgabe vorbehalten! 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Jahrgang Alum Beilage Erlebnis. Beilage des Vorwärts Freitag, 25. Januar 1924 Die und die Kinder gelehrt worden war. Der österreichische Gefandte den See hat, hat den See in diesem Jabre nicht verpachtet. Dr. Riedl, Oberbürgermeister Böß. der preußische Minister Segelfchlitten, welche infolge des bohen Econees und der geringen präsident Genosse Braun und der Bürgermeister des 19. Bezirks, Windstärke in diesem Jahre zum Feiern gezwungen waren, ver In einem Ringbahnebteil 3. Klasse. Gegenüber in die Ede Genoffe Stubig, feierten in bered'en Worten das Wert praktischer mitteln den Berlebr zwischen Friedischetagen und den Wüç gelgedrückt ein blaffer Mensch von etwa 40 Jahren. Seine feldgraue Nächstenliebe. Frau Dr. Schwarzwald antwortete in ihrer bergen. Die Köpenider Fischer baben sich entschloffen, infolge des liebenswürdig ernsten Weise. Eine Schar von Arbeitslosen, die feine Bitterungsumschlages den größten fzug am Freitag und Hose, seine Stiefel find zerschliffen; auf seinem edigen Schädel hockt Essenfarten erhalten konnten, hatten sich vor der Rüche versammelt Sonnabend noch einmal auszuführen, zumal am Dienstag das trourig ein: Scglermühe, die einstmals bessere Tage gesehen hat. und in ihren Aeußerungen war die Not, die fie gepad: hatte, nur zu große Nez riz und dadurch viele niche die Freiheit gewannen, so Der Mann hat einen fleinen halbgefüllten Rucsac neben sich. Eine sehr zu erkennen. Frau Schwarzwald sprach zu ihnen in fehr ver- daß nur zwei Zentner gefangen wurden. von den vielen traurigen Gestalten, die man jetzt allzu oft sieht. ständnisvoller Weise, so daß sich der Betrieb am ersten Tage in aller Doch an diesem ist etwas merkwürdiges, des fesselt: Er hat Augen- Ruhe abwickeln fonnte. Der fleine Zwischenfall zeigte nur zu sehr, blice, in denen er feine Mitreisenden mit einer gewissen herausfordern. wieviel noch zu tun übrig bleibt. Möge das gute Beispiel, das hier den Bergnügtheit ins Auge faßt, dann blidt er mie liebkofend auf durch tatkräftige Arbeit gegeben wurde. zu regster Nacheiferung an es gibt noch sehr viel zu schaffen. die abgetragene blaue Jacke, die er über einer zweiten trägt, und regen jedesmal fliegt ein fast feliges Lächeln über fein verhärmtes Ges sicht. Man denkt, daß dem Manne feine Sorgen zu Ropf gestiegen find und blidt verwundert auf feine beiden Jacken, deren Aermet Sein Auftreten als Bezirksverordneter und seine Abfertigung. taum den halben Unterarm bedecken. Er bemerkt den Blid und fühlt sich veranlaßt zu reden:„ Es ist heute wieder recht toit. Sehen Sie," sagt er und streichelt zärtlich den einen abgetragenen Aermel,„ die Jade habe ich heute auf einer Fechttour geschenkt bekommen; Geld gibt es jetzt nicht, es find zu viele, die fechten gehen, ober zehn Stullen bringe ich nach Haufe." Und er flopft auf feinen lenden Rucksad, wie ein Kapitalist auf seine Brieftasche. Er ist arbeitsloser Bäcker. Bierzigtaufero laufen mit mir arbeitslos herum. Ich fönnte sofort in der nächsten Stunde Arbeit haben, außertariflich, für 14 bis 16 Mart die Woche. Der Tarif ist 30 Mart. Soll ich aber mithelfen, den Tarif zu zerschlagen? Niemals, dann lieber hungern!" Ein völkischer Studienrat. Der gute Onkel in Amerika. Die Geschichte eines fehlgegangenen Briefes. In die verkehrten Hände geriet ein Brief, der im Juni 1922 ein Amerikaner an einen Geschäftsmann in Hambura senden wollte. Er enthielt zmei Schecs über 400 000 und 84 000 m. Diefe, sollte schrieb aber in der Eile Berlin statt Hamburg. Die hiesige Bost ein Herr A. Steffens in Hamburg bekommen. Der Absender In der letzten Neuköllner Bezirksversammlung forschte nun, weil eine nähere Angabe fehlte, unter den Namen fam es anläßlich der Etatsberatung zu recht stürmischen Aus. Eteffens nach und hielt eine Witwe A. Steffens in Berlin W. für Bereinigung", Studienrat Dr Bierbach, und ben Bezirksamtsmit bestimmt sein könne, und die Tochter erflärte, das fei um so wahr. einandersehungen zwischen dem Sprecher der Bürgerlichen die Adressatin. Sie fragte hier an. ob der Brief wohl für die Witwe mitgliedern Genossen Dr. Lowenstein. Dr. Silberstein und scheinlicher, als sie in Amerifa einen Onkel habe, der Radtke. Dr. Bierbach, obwohl Vertreter der Deutschen Voltspartei, ist jetzt in den schlechten 3 iten wohl an feine Verwandten in Berlin in der legten Zeit ziemlich weit zu den Deutschvöltischen gedacht habe. Das Mädchen nahm den Brief an, gi gerutscht. So ist es zu entlären, daß jeder Tratsch von ihm aufrierte die Scheds und erhob das Geld. Durch Nachgegriffen und aufgebauscht wird, meist ohne Prüfung, mitunter auch, fragen zwischen dem Abfender und dem richtigen Empfänger in obwohl ihm das Gegenteil befarnt fein muß, nur zu dem zwed. um Hamburg fam der Irrtum ans Licht. Die Kriminalpoſtdienſtſtelle, dem ihm verhaßten sozialistischen Magistrat eins auszuwischen. Weil die nach dem Verbleib des Briefes forschte, ermittelte jetzt die Emp ein russischer Student seit sieben Jahren im fängerin und nahm sie fest. Sie behauptete zunächst, daß sie das Budower Krantenhaus tätig ist, quaffelt er von Rechts- Geld Jahr und Tag habe lienen laffen, weil sie immer noch eine bruch und Verschwendung des Bezirksamtes. Genoffe Dr. Silber nähere Aufklärung von dem Absender erwartet habe. Weil fich aber stein als Dezernent gibt bekannt, daß dieser ruffische Student mit niemand meldete, habe sie es endlich für sich verbraucht. Schließlich Zustimmung des damaligen Oberkommandierenden in den Marken gestand sie aber doch, wohl gewußt zu haber, daß der Brief und sein während des Krieges, als es an Bersonal in den Krankenhäusern Inhalt für einen anderen bestimmt gewesen sei. Es gewinnt aber mangelte, eingestellt wurde, feit 1921 außer Wohnung und auch den Anschein, als ob die Post bei der Auslieferung Berpflegung feinen Pfennig für feine auf des Briefes doch nicht mit jener unbedingten opfernde Tätigkeit erhält, auch nach Aussage des leitenden Sorgfalt verfahren ist, die angesichts der ungenauen Arztes ein äußerst tüchtiger Arzt ist, und daß er nach Adreffierung notwendig gewesen wäre, um fedes Mißverständnis feiner Approbation die Stellung verläßt; obwohl Dr. Bierbach das auszuschließen. Wenn auch ungewollt, scheint die Post zur BerNot herrscht in Deutschland, herrscht vor allem in Berlin, der alles schon im Haushaltsausschuß erfahren hatte, plustert er sich auf führerin des Mädchens geworden zu sein. Stadt der Millionen. Tausende und aber Tausende haben hier feine und fräht wie der Gockel auf dem Misthaufen. Seine Freunde taten erst entrüstet. aber zum Schluß waren sie recht still. Mit dem Arbeit, aber alle leiden sie hunger. Die Erwerbslosenunterstügung zweiten Fall" erging es ihm nicht beffer. Der Bezirksschulrat ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Taufende kennen feine warme Genosse Dr. Hering soll bei einer Revision in der Klasse einer Mahlzeit mehr, Tausende haben fein Heim. Es nüht nichts, solches gefündigten Lehrerin Karl den Großen als französischen Kaiser be Beiden festzustellen, man muß ihm zu Leibe gehen, denn des Voltes zeichnet und das Recht Frankreichs auf Lothrinnen zugegeben haben. foftbarstes Gut ist seine Arbeitskraft. Das wichtigste ist zweifellos, Als dann Stadtrat Genoffe Dr. Löwenstein feststellt, daß nach seinen Arbeit zu schaffen, folange es aber an Arbeit mangelt, muß die Informationen an der vorgetragenen Geschichte fein Arbeitskraft erhalten bleiben. Von diesen Grundsähen ausgehend, wahres Bort ist, eisiges Schweigen. Die Wut der Helden" hat die österreichische Freunde shilfe unter der rührigen Leitung der nun nicht mehr nur in Wien, sondern auch in Berlin gut bekannten Frau Dr. Schwarzwald, eine willkommene Hilfe Da fist ein armseliger, ausgehungerter, abgerissener, blaffer Mensch und ist ein stiller held. Ein Held der Kameradschaft und Solidarität. Und allem Trostlosen dieser Zeit zum Troß glimmt ein Funke der Hoffnung auf. Der Mann mit den zwei Jaden hat ihn angezündet. Das Speisehaus an der Nordbahn. organisiert. Eine Schwarzwaldfüche in Pankow. " P fommt dann aber in Zwischenrufen:„ Der Landtag wird sich damit beschäftigen!" zum Durchbruch. Es wäre zu wünschen, wenn der Landtag fich eingehend damit befaßte. damit festgestellt werden kann, wo die Wahrheit ist. Diefer merkwürdige Studienrat und Doktor beschwert sich, daß ein anderer Akademiker für seine Dienste fo glänzend" bezahlt wird und spricht von Verschwendung des Be zirksamtes. Wahrlich, höher geht's nimmer. Auf der anderen Seite mühlt er bei den Eltern gegen das Bezirksamt mit unwahren Be: hauptungen. Als Stadtverordneter mußte Dr. Bierbach nämlich wiffen, daß an einen Abban der Walter Rathenau Schule nicht gedacht mird, und doch hat er sin ciner Elternversammlung behauptet Genosse Stadtrat Radike verwohrte sich im Namen des Bezirksamtes ganz entschieden gegen den Bor wurf der Rechtsbeugung. Nachdem der völkische Bier- Bach durch das Bezirksamt eine gründliche Reinigung erfahren hat, darf man sich der Hoffnung hingeben, daß er eine Zeitlang ein annehmbares Aussehen behält. Stenerdrückebergerci auf dem Lande. Die Steuerdrückebergerei der Großen und die peinlich genaue Be steuerung der Kleinen ist oft genug in Bergle.ch mitzinonser ge, ellt worden... Zu welken steuerlichen ungerechtigkeiten man dabei unter dem glorreichen alten Regime und unter der Alleinherrhaft des Besizes auf dem Lande gekommen ist, beweist uns wieder emmal die Staatssteuerrolle für das Grundvermögen einer fleinen Gemeinde in der Morf, die uns der Zufall in die Hände spielt. Hiernach zahlt beispielsweise der Besitzer A., deffen Grundbesitz über 49 Sjeftar beträgt, eine Grunt vermögenssteuer in Höhe von 1853. M., ein Besizer B., der nur 4 Heftar sein eigen nennt, zahlt dagegen 500 m Auf den Heftar umgerechnet, oibt also der Reiche rund 37 m., der Arme aber 125 M. Wird da der Londbund" kommen und sich auf die berühmte„ Bonität" des Bodens herausreden? Hat immer nur der Kleine ben guten Boben und der. Große Sand und Mill? Nein, es ist schon so, daß auch auf dem Lande oder vielmehr gerde auf dem Lande. Macht por Recht geht und daß man die Kleinen schröpft, um die Großen un nefch r n leffen zu fönner. Es wire höchste Beit, dah die Stagts. feuerrollen einmal unparteilich nachgeprüft mür den, um solche Fälle-es dürfte sich bei dieser Landgemeinde der Mart wohl um feinen Einzelfall und feine Ausnahme handeln sammeln und eine gerechte Bestererung durchzuführen. Aber es müßte schon scharf hingesehen werden, denn die Verschleierungstechnik unserer Großagrarier auf steuerlichem Gebie e ist ja zur Genüge befannt. -811 Gestern wurde in Pantow, in der Nordbahnstraße, eine Rüche für Arbeitslose eröffnet. Täglich werden hier zunächst 400 Menschen ein warmes Mahl erhalten. Bierhundert vcn e'wa fiebentausend Arbeitslosen, die allein in diesem Bezirk Berlins ge meldet sind. In einer Schulbarade, die der perfagenden Heizung wegen nicht in Benugung genommen war, ist diese Küche eröffnet worden. Bier große Freundliche Speiferäume, in denen die Gäfte an fleinen Tischen zu Bieren beieinander figen, die Lische weiß gebedt, die Wände weiß und in freundlichem Braun ge strichen, Blumen auf Konsolen an den Wänden und auf den Tischen, herrliche Arbeiten der Käthe Kollmiß machen die Gaststätte an heimeind und so zu einem schönen Aufenthalt. Es ist richtig, gerade bie Armen soll man in freundliche Räume führen. In einer großen Küche bampfen 5 Keffel und auch Kochherde und ein Backofen. Die große Spiegeleiebahn auf dem Müggelfee.. Hier wird einfaches, aber schmachafes Essen hernerichtet, das meit unter dem Selbsttostenpreis für 30 Pfennige ausgegeben Die Eisbahn auf der großen 40 Zentimeter farten Eitfläche des Immer noch ,, kaiserlich"! Saifer! ch rennt sich noch tas Bostamt Berlin 48. Roch wird. Es fann leider nur eine fleine Zahl von Freiportionen abge- Müggelfees, die durch das eingetretene Tauwetter und nachgeben werden, und hier hätten fapitalfräftire Leute noch gute Ge- folgendem Froit in eine Spiegeleitbahn verwandelt ist, dürfte am ießt, im Januar 1924, bat es eine Boitlagerfarte ausgefertigt, auf Mit einer fleinen Sonntag aller Voraussicht nach einen gewaltigen Verfehr zu er der die vorgedruckte Bezeichnung Saiferliches Poitami" legenheit zu einem ernsthaften Liebeswert. Feier wurde die Küche eröffnet. Kinder aus Bantomer Schulen, warten haben. Die nicht immer erwünschten Ependen für freis nicht forrigiert ist. Wollten wir die Oberpofto reftion Berlin Knaben und auch Mädchen, mit B'umenfränzen im Haar farmen willige Bahnfäuberung" fallen diesmal fort, da fein Echnee auf oder das Reichspoftministerium tragen, wie es möglich ist, daß hübsche Lieder, deren erstes auf das Motto: Arbeit, Freiheit, dem Eise liegt, und so fann der See fostenlos betreten folde ifandalöien Vorkommnisie sich immer noch wiederholen, dann Friede abgestimmt, von der Gaftgeberin am Tage vorher verfaßt werden. Das Pezirksamt, welches das Verfügungsrecht über wäre man dort gewiß um eine Auskunft nicht verlegen. Wir 8] ( Nachbruc burch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Erfüllt der Papierfabrikant Hommes seine Pflicht da. durch, daß er seine täglich in der Equipage spazierenfahrende Gattin zu Pferde begleitet? Wer bestimmt, daß es die Pflicht der siebzehnhundert Arbeiter ist, in die Hommessche Fabrik zu gehen? Und wer fagt mir, ob es meine Pflicht ist, Amtsrichter zu werden und Urteile zu fällen über andere. Dein' eliger Bater und ich!" M... H oder in der Fabrit zu arbeiten, oder täglich auszus reiten und andere für mich arbeiten zu lassen?" Das sind Dummheiten." Die Tante faltete ihre Serviette genau zusammen. Räumen Sie ab!" Und stieg voran in Jürgens Zimmerchen. " Jürgen schoß über das Lebensziel, ein pensionierter Amts-| schnallte das Ohrenband ab. Dies hier... meg damit!" Und richter zu werden, weit hinaus, stieg in wenigen Setunden schleuderte es auf den Asphalt. Die Ohren erho' ten sich.„ Es zu einer weltberühmten Leuchte der Wissenschaft empor, nahm fällt einem verteufelt leicht, bei einem so jungen Ding Eindruck eine Brust voll höchster Orden, die er nicht einmal beachtete, zu fchinden," sagte er noch und griff an einen rosaseidenen entgegen, wurde nebenbei Bürgermeister, ließ sich in den Schlips. Da rückte auch Jürgen sein fingerschmales SchülerReichstag wählen und übernahm das Ministerpräsidium. Alle frawättchen zurecht. Bürger grüßten ihn tief. Dann sah er sich voller Freude seinen toloffalen Leichenzug an. " Ja, Jürgen, so ist es: feine Pflicht tun und ein geachteter Mann sein..." Unversehens, wie die Uhr aufhört zu tiden, starb in Jür gen die Begeisterung. Das grandiose Zukunftsgebäude frachte lautlos zu'ammen.. " Das erste gibst du dem Leben und bekommst dafür vom Leben das andere Und unseren Grten und mich hast du ja auch noch", sagte die Tante und ging. Adolf Sinsheimer war eingetreten. " " So, dort ist's." Adolf deutete über den Platz auf das mächtige Eckhaus. " Knöpfe" stand in meterhohen Buchstaben weithin sichtbar zwifchen allen vier Stodwerken. Und auf dem Firmenschild: Simon Eberlein, Größtes Knopferporthaus Europas, Alle Sorten Knöpfe. Hier trete ich als Bolontär ein. Nun?... Halt, erst von hier aus ansehen! Ein ungeheuerer Betrieb, mußt du wissen! Handelsbeziehungen überall hin!... Amerika! Jezt fomm!" Am Arm führte er Jürgen über den Blak, bis vor den elektrischen Aufzug, der an der Außenfeite des Gebäudes angebracht war, und las vor: 3000 Kilogramm und Führer. Berstehst du, damit fönnen 3000 Kilogramm Knöpfe befördert werden... Selle dir das vor!" Das ist allerdings folossal," sagte Jürgen träumerisch. Na, einfach grandios!" Borsichtig zog er ihn zu den Barterrefenstern, die bis zur Hälfte mit grasgrünen Schußgitterchen beschlagen waren. Er lag im Großvaterstuhl wie der Lord im Klubfeffel. Mein Alter hat fich mir erklärt. Wir haben uns geeinigt Er mußte sich auf das Kanapee feßen, über dem, in ovalen über die Zukunft, die ich ergreife." Rahmen, symmetrisch zu einem großen Oval geordnet, die ver-" Daß gerade diejenigen, denen ich am allermeisten miß gilbten Photographien der Familie Kolbenreiher hingen. In traue, weil sie mich am allermeisten gequält haben, von mir der Mitte ein Jugendbildnis des Baters. Die Tante rüdte fordern, ein geachteter Mann zu werden, sollte mir eine Wardas schon genau in der Tischmitte stehende Resedasträußchen, nung sein, ein solcher zu werden. Bielleicht ist man ganz und das sie zur Feier des Tages im Garten geschnitten hatte, in gar verloren, wenn man ein geachteter Mann geworden ist." die Tischmitte, zupfte ihr Geschent, das Papageiüberhandtuch. Welche ergreifft du denn?" In gleichartig eingerichteten Bureaus arbeiteten junge Schreiber. An Tafeln, die fiebenmal den Arbeitssaal durch zurecht. Du wirst also in eine vornehme Berbindung ein. Industrie, mein Lieber, Industrie! Nur der enorme querten, etikettierten flinte Mädchenhände Knöpfe auf Afford. treten. Du trägst eine Müge, eine grüne oder eine schöne blaue, lernst Schießen und Fechten, natürlich nicht zu echt, eben Aufstieg unserer Industrie hat Deutschlands Weltgeltung be- Knopfmustertafeln bedeckten alle Wände. Die Schiebetür in gründet... Mein Vater ist übrigens genau derfelben Mei- der Rückwand war offen. Dahinter befand sich ein ebensof her nur, um deinen Mut zu stählen und weil das dazu gehört.. Jezt nimm die'en Leuchter! Den Bartner dazu bekommst du, nung. Ich werde dir nachher beim Spaziergang die Chole Saal, und durch ihn durch' ahen Jürgen und Adolf in einen zeigen, in die ich eintrete. wenn ich einmal unter der Erde liege. Das wird bald sein, Etui habe ich mir heute zugelegt. Du rauchst nicht? Aber das kleinert, die Menschen sich wie Insekten bewegten. . Uebrigens, rauchst du? Dieses dritten Arbeitssaal hinein, in dem. durch die Berspektive verDann schilderte fie fließend, als lese sie wieder aus ihrem ist ja toll... Herein!" rief Adolf schnarrend. Bhinchen blieb, verlegen lächelnd, im Türrahmen stehen. Haushaltungsbuch vor, wie Jürgens ganzes Leben sich gestalten werde: daß er in soundso viel Jahren diesen und diefen, Die Kaffeetonne dampfte. Wechzend schlug er das Bein über. später einen noch höheren und zuletzt den Beamtengrad eines Aber ich bitte, treten Sie doch näher... Trinkst du denn Amtsrichters erreichen werde, mit soundso viel Gehalt, ge- diefes Weibergefüff?" langte zu dem Lebensalter, in dem er einen Orden bekommen„ Die ist verliebt, fannst dich darauf verfaffen," sagte er, würde, und ging über zur Pensionierung. So will es dein als Rhinchen gegangen war. Und auf der Treppe:„ Ein Bater. Wenn du deine Pflicht erfüllt, wirst du als ein Mann Mädchen, das immer gleich lacht, ift verliebt. Unser Probegraben, von dem beine Kollegen sagen werden: er foll ums turist ist übrigens genau derselben Meinung." Sie gingen die ein schönes Borbild fein und bleiben Mehr fann man Straße hinunter. Und in men wäre sie denn verliebt?" Jürgen fah steif und nachher friegst du alles." vom Leben nicht verlangen, Jürgen. Mein Großpater fagte einmal zu mir: Man kann die Achtung, die ein Mensch im geradeaus. Leben genoß, an der Länge feines Leichenzuges meffen." In uns natürlich! In einen Mann, gemissermaßen. Er. Ein Schreiber sauste durch die Seitentür herein in den ersten Saal, pfeilschnell durch und hinaus. Unterm Hofter stand der Lagerist, einen Bad Frochtbriefe in den Händen, und rief monoton Zeichen und Nummern. Der Arbeiter wiederholte singend, und die Fuhrlente farrten die aufgerufenen Knopffiften zum bereitstehenden Lastwagen. ,, Risfieren wir's und gehen ins Café? Ich habe Geld." ,, Uebrigens, andernfa" s hätte ich dir auch aushel können. Ich stehe dir zur Verfügung. Genügt dir as?" „ Ich habe ja." Adolfs Stirn bekam Falten. Aber ich bitte dich, unter Freunden! Ich bin gerade bei Kasse." ( Fortsetzung folgt.) önnten mit Sicherheit barauf rechnen, baß man uns die bekannte Antwort gäbe, es handle fich um einen Vordruck aus den noch nicht aufgebrauchten Vorräten älterer Zeit, die Unterlaffung der Storreftur iei nur aus Vergeßlichkeit zu erklären, fie falle einem untergeordneten Beamten zur Laft, und so weiter. Dit genug ist in Borwärts" gefagt worden, wie man Derartiges und das gilt nicht nur für die Boitverwaltung, sondern auch für andere Bebörden ein für allemal verhütet. Man ordne an, daß der gesamte noch nicht aufgebrauchte Borrat, wenn er aus Spariamleitsgründen nicht überhaupt vernichtet werden soll, im voraus forrigiert wird. Das ichließt die Möglichkeit aus, daß im Drange der Bureauarbeit bei der Ausfertigung eines Striftitüdes ein Verfehen unterläuft und es ichiebt auch etwaiger Boswilligleit einen Riegel vor. Warum wird nicht so beifahren? Damit würde offenen und geheimen Feinden der Republik die hämische Freude genommen, in amtlichen Schriftftüden die Republik lächerlich gemacht zu sehen. Nochmals die Einbrüche in das Kaiserpalais. Erneute Freilprüche. Die Einbrüche in das Palais Kaiser Wilhelms I., bei denen aus dem sogenannten" historischen Edzimmer" und dem Sterbezimmer des Kaisers zahlreiche Kunstgegenstände gestohlen worden waren, hatten soeben, nachdem der Diebstah: bereits vor dem Schöffengericht vor einiger Zeit zur Aburteilung gelangt war, ein Nachspiel vor der 4. Etraftammer bes Landgerichts. o Rathaustumult. T Kommunistischer Erwerbslosenantrag. Die Rechte widerspricht. Annahme der Steuervorlagen. Als gestern die Stadtverordneten zum Rathaus tamen, und der preußischen Zentralgeneffenschaftstaffe befände fich der eine fündigte bas Bafat Die Tribünenfarten find vergriffen eine große Vertreter der Stadt Berlin in einer hoffnungslosen Minderheit. Sigung an. Die Tagesordnung fah eigentlich nicht danach aus, aber wenn die Agrarier Berlin mit billinen Lebensmitteln versorgen offenbar standen nach Dringlichkeitsanträge in Aussicht. Zunächst wollen, so mögen sie Stände in den Markthallen einrichten. Die war bie Tribüne nur wenig befeßt, woraus geschlossen werden konfumgenossenschaft" hat es verstanden, ohne fonnte, daß die Eingeweihten bas Ereignis des Abends erst für städtische Unterstüguna Lebensmittel nach Berlin später erwarteten. Als im Laufe der Sizung ein Dringitch. Ichaffen und zu relativ woh feilen Preisen an die Bevölkerung fettsantrag zugunsten der Erwerbslosen, ben bie Rom biefer Vorlage und wird ihrer Ablehnung feine Trane nachweinen. zu liefern. Der Macistrot hat wohl auch fein Intereffe mehr an munisten einbrachten, verlesen wurde, waren die Tribünenbefucher( Beifall bei den Sozialdemokraten.) vollzählig beffammen. Von der Rechten wurde bie Dringlichkeit be- Dr. Neumann( D. Vv.) sah eine Schädi una des gewerb ftritten, wie das bei ihr Brauch ist, und sie verhinderten so die sofor, lichen Mittelstandes ron der Einrichtung mit weit gröherer Sicher Entrüstung, die man bei den barbenden Erwerbslofen begreifen Für Ausschuh ratung male seine Fraktion indes trok ihres ob tige Beratung. Die Tribünenbesucher antworteten mit Ausrufen ter heit noraus als die Berfornung Berlins mit billigen Lebensmitteln. fann, wenn man auch bedauern muß, daß durch solche lärmenden lehnenden Stendomfts stimmen. Auch die Wirtſchaftspartei wonte Auftritte die Arbeit der Stadtverordneten gestört wird. Die Kom, von dem reicht nichts miffen munisten eröffneten die übliche Geschäftsordnungsdebatte, um gegenüber bei der Berteidigung der Borlage feinen leichten Stand. Der Monistratsnertreter, Stadtrat Genoffe uti hatte dem. Gelegenheit zu haben, die Erregung der Tribünenbefu. Es sei er bis zur Siedehige zu steigern. Schumacher, thr Redner, besorgte das mit promptem Erfolg. Er erreichte, daß die Sigung auf eine Viertelstunde vertant werden mußte, worüber die Tribüne in neuen Lärm ausbrach. Außerhalb des Saales machte die sozialdemokratische Fraktion einen Vermittlungsvorschlag, ter eine beschleunigte Behandlung des Erwerbslofenantrages ermöglicht hätte. Als erst nach einer Stunde die Sigung wiedereröffnet wurde, ertiärte Echumacher sich mit dem Bor'chlag einverstanden. Dech Spielen megifrat färbten de bes Commuriften ärr Während der run folorben hr propetatorilch necen ben die Rechte wollte nicht und cab ihren Widerspruch nicht auf. Ein beteifinte fich in seinem Mese die Zuhörerschaft auf der Tribe Redetuell zwischen Dörr- Schumacher und Leidin- Fabian wurde durch Direttes Girereim an dem Fortrana ter Berta- bling, fo von den Tribünenbesuchporn mit unerwarteter Ruhe angehört. daß der erfteher fie wi terbelt erfchen mußte. Me Berhard Schumacher fündigte aber an, baß die Erbitterung ber en nicht an Peren. Urter probem Tumuſt und Hand flaen Tribünen besucher sich schon noch entladen werde auf der Thüre bentele Därr fiich feine de morauf er Das war das Signal. Als darauf geschäftsordnungsmäßig zur Beratung der Steuernerlagen übergegangen werden mußte, brach der Tumult los. Die Sigung wurde zum zweitenmal unterbrochen. Es gelang dann nach langen Bemühungen, die Lärmenden zu bewegen, aß sie die Tribünen verließen. Tanach wurden die Steuervor. lagen in flottem Tempo erledigt. noch lange nit ausaemacht, dah die Abwärtsbewegung der Breife fonstant weiterg- hen werde. Eventualitäten vorzubaren. Er legte den Nachdruck auf die Absicht des Magistrats, für alle feftir eine rooftionare ahmadhe. Frau un mik( RD) crblidte in bem eigenartigen Pro Antrag der Poutintinnen auf sidusheratung ab. zum fetten, da die Tertenationen der fefortiren Erledi gelehnt murde. Die mite Sefum fenn erft in r ne guns miderinden. 1ner en Drinnliteitsontränen, munmehr aur Rere fomen, Belop fuch ein non hen Kommunisten im Intereffe for Ermerbelo fen rechredry. Criner fefortinen Pe rature morbe nan ber hon rifroden, und diefer midcrintuch mar fir hen Castrereton Chumacher der Anfch zu einer Die Diebstähle waren, wie erinnerlich. von dem Hausdiener Baul Westhuse verübt werden, der sich am 29. Juni v. 3. bei einer Besichtigung des Palais hinter einem Pfeiler perstedt und in der Nacht den Diebstahl ausgeführt hatte. Tamals hatte er aus bem Sterbezimmer einen Ehrenfäbel, einen Bronzerahmen und einen Lichthalter mitgenommen. Er hatte die Bronze für Gold gehalten und war sehr enttäuscht, als er seinen Irrtum erfuhr. Infolg deffen verübte er am 18. Juli in den Abendstunden einen zweiten Einbruch, mobei er vom Balkon aus einstieg. Diesmal raub'e er eine range Anzahl Gegenstände, darunter eine Stup uhr, verschiebene Bronzen, Abendmahlgeräte usm. Eiren Teil der Sachen, die er nicht verwenden fonnte. widelte er in eine eben falls gestohlene Altarbede und werf das Batet von der Oberbaum brücke in die Spree. Die Stukuhr und eine Bronzefigur brachte er dann in die Ronditorei von 2., in der er Etammeaft war, und übergab sie dort dem Uhrmacher Merilin zum Verkauf. Mertlin hatte ibm 100 000 m bafür angahlt. Die übrigen Eaden brade er in einem Ead in die Wirtschaft von Körrer in der Muladstraße. Dort hat die Bolizei, die ihm inzwifchen auf die Spur qefommen mar, ihn verhaftet. Vorher aber hatte Wehuse den Fad schon einer Wirtschafterin zur Aufbewahrung übergeben. Bei einer Razzia hatte lektere angegeben, tak fie von W. nichts zur Aufbemahrung erhalten habe. Tas Schöffencericht hatte Westhuse zu 2 Jahren Zuchthavs verurteilt und die Wirtschafterin. Die wenen vor fich, die die D. Vp. bezüglich der Hehlerei und Begünstigung angeflagt war, wurde freigefprochen, in schlimmffen Anställen genen ben Magiftrat Merilin erhielt megen Fehlerei eire Borhe Gefängnis. Während fich fhule mit dem Urteil aufrieden gab, hatte der Staatsanwalt inf- ite. Bom 7 Uhr erfolgte durch den Borsteher die Unter gegen das freisprechende Urteil und wegen des zu geringen Straf während ber Weihnachtsferien eingereicht hatte. Sie wurde von Le ter Gibum. maßes gegen Mertlin, ebenso mie diefer felbit genen die Höhe der Dr. Cafpari mit dem Hinweis beründet. ta die e Meßnahme Grit cecen 8 1hr murte i Gituma micher eröffnet. Schu. Strafe. Berufurg eingelegt. In der geftriaen Verhandlung vor große Schäden herbeigeführt habe, indem bet Wiederbeginn der Heis mother referats iet rom her fammlung, foffe der Ermerbs, der Straffammer waren die gestohlenen Runstoenens ände und Anung infolge der inzwischen eingetr tenen anhaltenden Beriode fofenentron n'r Erörtern fofort der Ausschublatum fibers denken auf dem Gerichtstisch aufgestellt. Der Dieb, ber inzwifchen bak der entstandene Schaben die erstrebte Ersparnis meil über eine der Barther informeiten Beratung der Stemark ftrengen eftes in vielen Echulen die Heizrohre gebrochen feien, so min me arresten Rect- fton ron örr und Schumacher feine Strafe angetreten hat, wurde ris Renge vernommen. Gericht tam wiederum zur Freisprechung der W'rt. Stieg. Stadtbaurat Adler nab an, beß 30 Shulen solche Brüche norfoner her und reifte tem Referten Riner basert fchafterin, erhöhte jedoch die Strafe genen Merflir, der auch In aufzumel en hatten, daß jeter Fall unt- rlucht werde, daß strenge en Vuctür einen total urter in dem Sturm der auf der haber einer Goldantaufftelle ist, auf 3 Monate Gefängnis. Bestrafung erfolgen werde, wenn ein Ber chuten feftrestellt mer. Fritüre un orf der örterten Sinten im Safe enthielt mure: ben felfte, und daß endlich das 3ufammenarbeiten ber afa ban offe Dr. Behmenn zur mbter das Wort Schulleiter mit dem Heizamt einer Revision bal. mehman m- te muds for tende Lärm hereeft- it. dos abermals digst unterzogen werben foll. In der Besprechung, an die Sihuna unterbromen merden mußte. Nach 8 Uhr der sich lieth( Dem.), Gen. Gottfr. Schulz, Kirchner fonnte di Sigura mister auferommen werden. ( Dnat.) und Abrecht( D. Tv.) bete ligten, wurde die Schuld an bem te zeit unbefriedigenden Zustand übereinstimmend der maneiner Verstärkung des Einfluff's der Schulleiter dringend befür gelhoften Drranisation beinemeffen und deren Wenderung im Sinne Das Vor dem Ende des Aerzteftreif8? Die Berliner Krankenkassen sind nach einer Mitteilung der 95. torrefpondenz am beutigen Freitag 11 Uhr auf das Oberberfiberungsamt Berlin geladen worden, um bort zu erklären, wie te fich an dem Angebot der Berliner Herzteichait, die fafferarat liche Tätigkeit zu den Bedingungen, die bis zum 1. Dezember gültig waren, wieder aufzunehmen, fteffen wollen. Bu 12 Uhr bat bas Dberberñderungsamt die bevollmächtigten Bertreter her laffenärztlichen Organe au Besprechungen eingeladen. Das Eingreifen der Behörde dürfte wohl die nabe bevorstehende Bieber. febr normaler faffenärztlicher Berhältnisse in Berlin zur Folge haben. Ermäßigung der Kokspreise. Ruhig unt fachlich ging zunät die Erörterung der Anfrage Repit zur Gefchäftorednima". die wortet. Einstellung der Schulheizung Bu einer umfaffenden Auseinanderfetzung auch von grundfak licher Tragweite führte tann der Magistratsvor chaa. eine Bürg. haft in höhe von 500000 Goldmart zu übernehmen für δίε vom Wehrtreistommando III gegründete Nofversorgung Berlin G. m. b..". Das Steuerfom romih im Haushaltsausichuß ift dohin zustande gefemmen, daß die Erhöhung des Grunb. unbebaute fe gelegt werden fell aus Billiofeitsrücksichten soll der Magistrat enten Rechlaß zu gewähren ermäch int fein. Die Hunde. steuer wir von 20 cuf 30 M. erhöh, die Lohnfummensteuer von 1 cuf 1½ Prez. für Betriebe mit 51 bis 100 Arbeitnehmern, auf 2 Broz für Betrieb: mit über 100 Arbeitnehmern, die Motorboot. Steuer auf des 1% fedhe der jeßigen Säße. Den Berschlägen Ses Magistrats hinfich lich der Gewerbesteuer für 1923 und 1924 ist zugestimmt worden. steuerzufchlags auf 100 Broz für bebaute, cuf 50 Broz. für ber die Stadt auch Bureau- und Verkaufsräume in städtischen Be- Genoffe Dr. Lohmann erklärte die Zustimmung feiner Fraf. Die Rolfpreise für Küchen- und Ofenbrand( Gastole, Grue, bäuden fostenfrei zur Verfügung stellen fol tion zur Grundsteuer auf der Grundloge des Rompromiffes. Ruglofs) werden. wie die Preisprüfungsstelle mitteilt, mit fofortiger Lübide( Dnot.) beantragte Ausschußberatung. Meyer Neumann( DBp.) ftimmte ebenfalls der Erhöhung des Grund. Birfung ermäßigt und betragen nunmehr 2,40 m. bei Selbitabs( Dem.) fonnte ein Bedürfnis für diese Gründung nicht anerkennen, feverzufchlags zu. Für die demokratische Fraktion sprach sich Dr. bolung vom Lager und 2,55 M bei Lieferung frei Erdgeschoß und bezweifelte auch die Eignung der hier geplanten Organisation für ben michalis im Sinne des im Ausschuß geschlossenen Kompro Keller. Bei Bezügen über 30 gentner 2,50 M. Entsprechend find gewollten 3wed und sprach fih für glatte Ablehnung aus. Der misses aus, lehnte aber die Erhöhung der Lohnfummensteuer ob. auch die Preise für weftfälischen Edimelafofe, Lichtenberger Kommunist Schwend erblickte in der Boriage eine unge. Die Kommunisten erklärten, ihr Botum für die Motorboo'steuer. Schmelzfols und Berliner Kammerofenfols ermäßigt worden. Die heuerliche Zumutung an die Berliner Bevölke und die Hundesteuererhöhung abgeben zu wollen; der Erhöhung des Breise für schlesischen und sächsischen Stols, fowie für Bri- rung: daß der Magistrat damit nicht vorher die Ernährungs- Grundsteuerzuschlags und der Lohnfummensteuer stehen sie aber nach fette bleiben unverändert, da mur die Grundpreife des deputation befaßt habe, zeuge für fein schlechtes Gewiffen. Es sei wie vor ablehnend gegenüber. Für das Steuerabkommen des weftfältimen Syndifats und der Berliner Gaswerte eine Herab- ein wunderberes Schauspiel, wenn ausgerechnet die Reichsmehr in Ausschusses stimmt. wie Anton Schmidt feststellte, auch das Zenfegung erfahren haben. Berlin dem Reinhardel Konkurrenz zu machen fich anschide. Der trum. Welche Stellung tie Deutschna'ionalen und die Wirtschafts3med der Uebung fei, den Kleinhandel auszuschalten und bessen partei einnehmen, war bei der großen Unruhe auf der Pressetribāne Gewinne in die Taschen der Landwirtschaft und Industrie überzu nicht zu verstehen. leiten. Genosse Dr. Weinberg: Wir sind erstaunt. das Wehr. In der Abstimmung fiel ein Antrag der Deutschen Boltspartel, freisfommando, das uns ja freilich längst an Kompetenzüberschrei die Grundsteuer auf unbebeute Grundstücke bei 33% Proz zu be tungen gewöhnt hat, auch einmal von der volksfreundlichen Seite laffen, mit 92 gegen 74 Simmen; die Grundsteuererhöhung, fennen zu lernen. Wo war das Wehrtreistommando, als Berlin im ganzen gelangte mit 82 gegen 78 Stimmen zur unter der schwersten Hungersnot litt und die Agrorter die Berliner Annahme. Mit großer Mehrheit wurde die Erhöhung der Bevölkerung bontottierten? Jeht, wo durch die Markstabilisierung Hundesteuer befchloffen. Die Erhöhung der Lohnfummen. die Preise eine Abwärtsbewegung angetreten haben, schnt die teuer nach dem Kompromiß fand ebenfalls eine Mehrheit. Die Landwirtschaft von der Besorgnis gepadt zu werden, auf ihren Vergnügungssteuer wurde an den Haushaltsausschuß zurückvermie. Bebensmitteln fihen zu bleiben, und ba fommt ihr das Behrtreis fen. Nachdem auch die Ausschußvorschläge zur Gewerbesteuer An. fommando mit seinen treuen Diensten zu Hilfe! Schon der Aufnahme gefunden hatten, genehminte die Versammlung die Steucr fichtsrat der G. m. b. H. zeigt, wohin die Rrise geht: neben je vorlagen im ganzen mit großer Mehrheit. einem Bertreter des Behrfreistommandos, des Reichslandbundes| Die öffentliche Eigung schloß gegen 10 UI,.. Zu dem Sturz aus dem Fenster, über den toir geftern be. richteten, wird nus mitgeteilt, daß es sich nicht um einen Selbst mordverfuch und nicht um Furcht vor Strafe wegen Diebstahls handelt. Die Alpen- und Bodbierfefte in der Neuen Welt haben sich in der Ber. liner Bevölkerung schnell viele Freunde erworben. Erfolgreich und sehr luftig gestaltete fich die Breiskrönung des elegantesten Dameniportfoitüms. Auf dem nächsten Prämiierungsabend soll ein Lufullusapparat seine Tätig leit entfalten. Ein furchtbarer Gattenmord, der schon ein halbes Jahr zurüd liegt, ist in Hannover aufgeflärt worden. Der Arbeiter Bolse, der feit Mitte Oftober im Gefängnis figt, bat nach barinädigem Leugnen ein offenes Geständnis abgelegt. Er erklärt, daß er feine Frau in der Dahrenwalder Heide ermordet und den Leichnam in der Erde bericharrt hätte. Die Leiche wurde an der Stelle tat fächlich ausgegraben. 50 Bergarbeiter verschüttet. Bie aus GI Baio in Zegas gemeldet wird, find in der Stohlengrube von Hunada, 80 Meilen füblich von El Bafo, 50 amerikanische und merilan iche Bergarbeiter bei einer Explosion unter Tage verschüttet worden. Auf Stiern durch Nordrußland. Wie die Muffische Telegrapбen. Agentur meldet, sind gestern vier Stiläufer in Mostau eingetroffen, die den 1300 kilometer langen Weg von Archangelsi nach Rostau in 27 Zagen zurückgelegt und damit einen Weltreford aufgestellt haben. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bas uns 1. Rrels Berlin- Mitte. Au ber am Sonntag, ben 27. Sanuar, nachmittags 3 Uhr, in der Urania, Taubenstraße, stattfindenden Bortrag: bie Nordsee erzählt" find noch Rarten bei ben Bildungsausschüssen ber Ab. teilungen und an der Raffe zum Preise von 35 Bf. au haben. Morgen, Sonnabend, den 26. Januar: Sozialistisch- wissenschaftlicher Disfufflonsabend für Beamte. 8 Uhr Sihung in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 4. Abt. 7% Uhr Funktionärkonferens bei Koch, Schillingstr. 80. 27. Abt. 7 Uhr Funktionärfonferens bei Schmann, Rorförer Str. 1. Wichtige Tagesordnung. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Die Theatermarken zum Grundpreife Don 60 Bf. für die Borstellung om 10. februar müssen heute( Freitag), foweit das noch nicht geschehen ist, abgeholt und wenn möglich, auch gleich bezahlt werden. Einzellarten zum Breife von 85 Bf. find ebenfalls zu haben. Die Abteilungen Ren- Lichtenberg, Bantow unb Smargendorf müffen noch bie Landheimmarten abholen, Meisterschaften im Jiu- Jitsu zum Austrag. Die Rämpfe finden in pier Gewichtsklassen statt: Federgewicht bis 115 Pfd., Leichtgewicht bis 130 Pfd., Mitte gewicht bis 150 Pfd. Schwergewicht über die stärkste Jiu- Jitsu- Abteilung Berfins. Wiederholt hat der Ber 150 Pfd. Die Sportliche Bereinigung Nordost 06" verfügt über ein bei größeren Arbeitersportveranstaltungen Stadion, Sport palaft durch Jiu- Jitsu- Borführungen für diese japanische Kunst zu merben versucht. Zu den bevorstehenden Kämpfen haben gegen 40 Jiu- Jitsuer ihre Meldungen abgegeben, darunter mehrere der Der Kampfabend anerkannt besten Jiu- Jitsu- Amateure Berlins. Derspricht zu einem sportlichen Ereignis zu werden. Freitag einen Boga ben b. Da ble beften Arbeiterboger baran teilnehmen, Die Berliner Sportvereinigung Rorbweft 87" veranstaltet am heutigen ift intereffanter Sport zu erwarten. Die Beranstaltung findet im Moabiter Gefellschaftshaus statt. Anfang der Rämpfe 7½ Uhr. Heute, Freitag, den 25. Januar, abends 71 Uhr: Sportabteilung Söneberg( Freie Turnerschaft). Leichtathletik. Trai. Brig Jugendheim Chauffeeftr. 48, Bortrag: Der Rupfertiefbrud. ningsabende für Männer und Jugendliche Dienstags von 8-10 Uhr in ber Friebrichsfelbe: Jugendheim Berliner Str. 45, Bortrag: Rörperpflege. Mittelschule( Rätherstraße), untere Halle. Sportlerinnen von 8-10 Uhr obere Salenice: Schule Soachim- Friedrich- Str, 35, Distuffton: Mehrwertlehre". Salle; Donnerstags von 8-10 Uhr Männer und Jugendliche in der Berchtes gabener Straße( Ratholische Schule). Gäste find herzlich willkommen. NeuRichtenberg- Rotb. Jugendheim Barkane 10. Bortrag: Unsere döne Mart". Die Entstehung der Schrift". Moabit 1: Balbenserstraße, Bortrag: aufnahmen fomie Anschriften find an die Cefchäftsleitung Abelbert Wasmuth, Moabit II: Gemeindefchule am Stephanplay, Bortrag: Republik und Reichs. Friedenau, Albeftr. 15, oder E. Appelbaum, Berlin- Schöneberg. Guglowftr. 2. Derfoffung" Rentälla II: Jugendheim Rogatstr. 53, Bortrag: Bartel.au richten. 8u ber am 26. Januar stattfindenden Jahresversamm. Ricbetid änhausen: Gemeindeschule Blantenburger Str. 69, ung bes Tereins in ber Gemeinbefchule Chersstraße in bas Ersteinen eines Bortrag: Arbeiter- Dichter". Rorbolt II: Danziger Str. 23, Arno- Solz ieben mitgliedes Pflict. Ter Cngana ist von ber feurigstraße. Abend. Offen( Petersburger Bie: tel): Schule Edertstr. 16, Bortrag: Mofes Sportliche Vereinigung Rolanb. Sonnabend, den 26. Januar, abends oder Darwin". Cüdoft( Röpenider Riettel): Marionnenufcr la, Bortrag: 48 Uhr. gemeinfdaftliche Gikung der Männer, Frauen und Jugendabteilung Magim Gorfi". Treptow: Jugendheim Elfenftr. 3, Bortrag: Jugendschuß im Sportfofol Berline: Rindl. Sönhauser Allee 63. Auf der Tagesordnung Webbing: Ledigenheim, Schönstedtstr. 1, Bortrag: Soziale u. a. Aufnahme des Vrbeiter boereins Arminia. Der wichtigen Tages. Rämpfe im alten Rom". orbnung wegen in rnbedingtes Erscheinen eller Mitgl: her erforderlich. belter- interfport- Interefengemeinse aft. Am Sonntag, den 27. Ja. nuar, Glittfchrartie nech Erfner( Lödnig). Abfahrt 9.05 und 9.15 Uhr ab Strakau- Rummelsburg. Bahnsteig E. 2. Kreis Eiergarten. Seute abend 6 Uhr Geschäftsleitungsgung bet Krüger, programme Butligstr. 10. 7. Arcis Charlottenburg. Die arbeitslosen Mitglieder ber BGBD. treffen fich Dom Freitag ben 25. b. M., ab leben Nachmittag von 2-4 Uhr im Jugendheim, Refinenstr. 4. Der Borwärts" liegt bort in mehreren Exemplaren zum Leser, aus. Sonnabend, den 26. Januar, 7% Uhr, forderungen". Sigung der Beamtenwerbeausid ußmitglieder bei Liersch, Rantstr. 62. Tagesordnung: 1 Stellungnahme zu den Kreiswahlen. 2. Anträge zum Bezirks und Parteitag. 3. Stellungnahme zu den Reichstagswahlen. Heute, Freitag, den 25. Januar: Arbeitersport. of s 30. Abt. 7 Uhr wichtige Funktionärkonferenz bei Mahnkopf, Carmen- Sylva. Jiu- Jitsu- Meisterschaften. Am Sonntag, den 27. Januar, nach. Straße 123. Jungfozialisten. Gruppe Norden: 7% Uhr in der Rakaoftube des Ledigenheims, mittags 4 Uhr, bringt die Sportliche Bereinigung, NordSchönstedtstr. 1, Bortrag des Genossen Begner:„ Die Politit der Bartei". ft 06" in der Sporthalle Christburger Straße 7 ihre diesjährigen Dorträge. Dereine und Verfammlungen. Mieterbund, 2. Bezirk. Seute abend 48 Uhr Bffentliche Mieterverfamm. tungen in den Schulaulen Gerhard- und Stephanstraße. Wirtschaft Die Dezembereinnahmen. le rasch sich bei einigermaßen energischem Zugriff unfere Reichsfinanzen umbilden faffen, und wie sehr sie noch der Umbildung bedürfen, zeigt der Dezemberausweis aller Reichssteuereinnahmen. Uebersicht der Einnahmen des Reichs an Steuern, 3öllen und abgaben für den Dezember 1923. Aus der Zusammenftellung ergibt sich, daß nur Rhein- und das arme deutsche Bolt, ohne durch eine Ronkurrenz bendert zu Ruhrabgabe, Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Börsenumsatzsteuer und fein, ausplündern können. Buderſteuer ernsthafte Erträge aufgebracht haben. Die übrigen Während der ganzen Zwangswirtschaftszeit haben die Herren Steuern, Zölle.und Gebühren tofteten in ihrer Mehrheit nach wie um Wangenheim in der Presse und im Reichstag nach Welt. vor mehr als sie einbrachten. In der Zwischenzeit ist die Rhein- und marktpreisen geschrien und jetzt, wo ihre Erzeugnisse der ge Ruhrabgabe abgebaut" worden, es werden bald wieder Lohn- und wünschten wirtschaftlichen Preisbildung zurüdgegeben find, treten fle Umfagsteuer das Rückgrat unserer Finanzen sein. Wehrbeitrag, Be in ihrer traditionellen unverschämtheit auf den Blan und verlangen figsteuer, Kriegssteuer 1916, Kriegsabgabe 1918 und 1919, Kriegs- den Schutzollwall, um sie dieser normalen Preisbildung wieder zu abgabe vom Vermögenszuwachs, Reichsnotopfer, Abgabe nach§ 37 entziehen. des Vermögenssteuergesetzes, Einkommensteuer 1920 und 1921, Körperschaftsfteuer 1920 und 1921 werden auf Grund der zweiten Steuernotverordnung ab 1. Januar 1923 nicht mehr erhoben, nach dem sie längst nicht mehr die Tinte einbrachy'en, die für ihre Be rechnung verbraucht wurde. Wann kommt endlich die grundlegende und gründliche Steuerreform? Will die Reichsregierung dazu das 37 351 769 Ermächigungscefek nicht benutzen? Es droht doch das neue Defizit. ( Die Angaben einer Anzahl Kaffen des befezten Gebiets fehlen.) Bezeichnung der Einnahmen Goldmart Lib Sit. A Besiz und Verkehrssteuern. a) Fortdauernde Steuern. 1 Einkommensteuer: a) aus Lobnabzügen b) ondeie 2 Körperichaftssteuer 18 Savitalertragsteuer 4 Reichsnotopter • 9 5 Abgabe na§ 37 des Vermögensteuergesetzes 6 Vermögeniener nebit Zuschlag 6a Bermögenzuwadesicuer Benigsteuer. 8 Gibiwaitastener 9 Umiagsteuer: a) nach dem Gesetz vom 26. Juli 1918 b) nach dem Gesetz vom 24. Dezember 1919: a) allgemeine B) erböbte Brunoerwerbsteuer. Яapitaibe: febrstener: 10 11 a)( Betellicbartiteuer. b) Wertpapieriteuer. c) Börsenumiatzsteuer d) Mufiicbteratsteuer. 12 Kraftfahrzeugsteuer. 18 Bersicherungssteuer. • 9 14 Rennweite und Lotteriefteuer: a) Totaliiatoritener. b) andere Nennwettsteuer. c) Lotteriesteuer 13 Bechielitempeliteuer. 16 Stemvel von Fracturkunden 17 Beförderungssteuer: a) Bersonenbeförderung 18 b) Güterbeförderung Zuwachssteuer 10 Reichbestempelabgaben von 0 9 • a) Gewinnanteilichein und ginebogen b) Geldumiäßen o) Grundstüdsübertragungen 3 129 263 529 657 248 924 1230 Die Großagrarier auf dem Kriegspfad. Wer etwas hellhörig war, fonnte schon vor Wochen feststellen, daß irgendwo ernsthafte Erwägungen" stat fanden darüber, ob man es wagen dürfe, der seit einem Jahrzehnt gequälten Verbraucher 879 schaft auch noch mit agrarischen Schutzöllen vor den und auf den 625 Bauch zu treten. 56 650 Die Erwägungen waren vertraulich natürlich schon in die Regierungen der Länder gedrungen und man fonnte gespannt fein 191 darauf, wo sie sich wohl zuerst zu ernsthaften Entschlüssen oder besser gefagt, Attentaten vergegenständlichen würden. 50 578 635 1 846 611 436 409 1475 063 340 005 16 478 607 32941 582 690 321 939 75 056 .63 264 7705 2780 667 32 556 14 929 Summe a 116 181 770 b) Einmalige Stenern. 139 175 147 20 Kriegsabgabe vom Vermögensautvacie 21 Außerordentliche Kriegsabgabe von 1919 22 23 Rriegsabaabe 1916 nebst Buidlag. hibertrag. 24 25 Rhein Rubraboabe: 1918 • 0 a) von Einkommensteuerpflichtigen b) von Körperidhaftssteuerpflichtigen c) von Kraftfahrzeugsteuerpflichtigen. · 0 26 Außerordentliche Abgabe von Betrieben: a) Arbeitgeberabgabe b) Landabgabe 94 059 482 29 439 388 40 967 30 384 451 6 269 299 Emme b 160 194 052 Summe A 276 325 823 4878 836 129229 B. 8ölle und Werbrauchssteuern. 27 Bälle. 2 Stoblenfteuer 20 Tabafiteuer: 30 31 32 9 b) Tabaksteneranficlag a) Tabaksteuer. c) Tabateriagstoffabgabe Biersteuer. Weinftener. Mineralwassersteuer • 33 Aus dem Branntweinmonopol: a) Einnahme aus der Branntweinberwertung b) freigeld. 84 Gifigiäurefteuer. 85 Budersteuer, 36 Salaftener 87 Zündwarenfteuer 38 Yeuhtmittelsteuer . 39 Spielfartensteuer • 40 Statistische Gebühr 41 Aus dem Süßstoffmonopol Summe B C. Sonstige Abgaben. 42 Musfubrabgaben des Reide finanzministeriums. Die Spannung ist jetzt gelöst, und zwar von einer Stelle aus, der man zutrauen tann, daß sie über den Feldzugsplan derer von Ar und Halm sehr wohl unterrich'ct ift. Der Nachrichtendienst der„ Boff. 3tg." bringt aus Stettin folgende sehr intereffante Mitteilung: gut, daß sich solche Raubzüge auf die Taschen der Berbraucher nur Nun wissen die Herren, durch alte Erfahrungen gewißigt, sehr vornehmen lassen, wenn man sich rechtzeitig Komplicen sucht, die anteilig miträubern fönnen. Herr von Wangenheim deutet dies durch den Schlußsatz der Notiz sehr vernehmbar an: Alle Berufsstände müssen, wenn es in Deutschland wieder aufwärts gehen soll, Hand in Sand arbeiten." In verständliches Agrarterdeutsch übersetzt würde das heißen: Ihr Industriebarone fommt und gebt uns im Reichstage Brotwuchers zölle, wir werden euch als Gegenleistung Industriezölle bewilligen laffen. Die werftätige Bevölkerung wird nicht verfäumen, den Herren ihre fauberen Pläne zu durchkreuzen. Denn diese laufen darauf hinaus, sich in Gestalt von Liebesgaben und mit Hilfe sogenannter Schußzölle die Steuerlaften des verlorenen Krieges von den Wermsten der Armen bezahlen zu laffen. F. P. Hanomag- Gold. Der Konzern der Hannoverschen Maschinenbau. 2.-G., der 1921 mit der Kasseler Henschel u. Sohn- A.- G. zine Intereffengemeinschaft schloß, durch die rund ein Drittel der gesamten deutschen Lokomotivfabrikation zusammengefaßt wurde, hat jetzt seine Bilanz auf Gold umgestellt. Die Goldbilanz ergibt, daß das Unternehmen keinerlei Substanzperluft erlitten hat. Dabei hat sich allein schon der cusgewiesene Wert der Fatrikanlagen gegenüber 1914 von 13 auf Die Landwirte Bommerns halten in Stettin ihre landwirtschaftliche Woche ab. Bei der Begrüßungsfeier hielt Freiherr von Wangenheim eine Rede, in der er feine Berufsgenossen darauf aufmerksam machte, daß jeht der Zer'punft gekommen fei. wo durch 36 Millionen Mark erhöht! bie Ronfolidierung der Währungsverhältnisse unserem Volte über das Schwerste hinweggeholfen werden müsse. Die Landwirtschaft Das Kapital ist seit 1914 von 8 auf 42 Millionen Mark erhöht stände vor Zeiten, die an Caprivis Zeit erinnerten. Schon jetzt worden. Es handelte sich um Erhöhungen, die, in Papiermark be mache sich die Auslandskonkurrenz start fühlbar. In Ostpreußen zahlt, dem Werte teine nennenswerte neue Geldfubstenz zugeführt werde ruffischer Roggen mit 3 bis 4. pro Zentner angeboten, haben. Dafür verdienten die Aflionäre an jeder Kapitalserhöhung in Argen'inien heize man die Lokomotiven mit Betreide. Auch große Nebendividenden in Form von Bezugsrechten. Jetzt sind jene für die Industrie bestehe die gleiche Gefahr, daß Deutschland mit Bapiermarkattien plößlich fämtlich Goldwerte, denn das billigen Maschinen überschwemmt werde. Man müsse sich daher flar fein über die Forderungen zum Schuhe der heimischen Bro- Attientopital ist voll durch schuldenfreies Goldvermögen gedeckt. Dabei muß noch beachtet werden, daß auch in der neuen Goldbilanz schon wieder erhebliche Goldreserven stecken. buttion. Alle Berufsstände müssen, wenn es mit Deutschland wieder aufwärts gehen soll, Hand in Hand arbeiten." Das heißt: Wir müssen Schußzölle haben, damit mir Was mag das Unternehmen in Wirklichkeit verdient haben und wieviel wird es an Steuern gezohlt haben? Arbeiterfragen im Landtag. Genosse Osterroth über Micum- Verträge und Arbeitszeit. Darauf wird die erste Beratung der Verordnung zur Abände rung des Gesetzes betreffend lebertragung der Berwaltung und Ausbeutung des staatlichen Bergwerts befizes an eine Aktiengesellschaft fortgesetzt. Bizepräsident Dr. v. Kries erklärt in der gestrigen Landtags- nen Dollar geleistet werden muß und daß anderthalb Millionen fizung die am Mittwoch vorgenommene Abstimmung über den Dollar bei der Eröffnung der Gruben auf den Tisch der Interalliier deutschnationalen Antrag auf Ausfeßung der Grund- ten Kommiffion gelegt werden mußten. Das fonnten die gemischten steuereinziehung für ungültig, meil vorher die Absegung der Bechen zum Teil noch tun, für den preußischen StaatsbergAngelegenheit von der Tagesordnung beschlossen war. bau dagegen war es unmöglich. Aber zu diefen Lasten kommt noch eine Abgabe von rund 10. Goldmart je Tonne für die weitere För derung. Die Umegung der Loft des Micum- Abkommens auf das Reich und die gesamte deutsche Wirtschaft ist deshalb notwendig, und Die Bergarbeiterorganisationer haben auch alle erdentlichen Schritte beim Reich unternommen. Aber augenblicklich ist diese Uebernahme der Laften noch nicht erfolgt. Die Wirkung des Micum- Abkommens ist nun, daß die Preishöhe der Ruhrtohle weit über 10 Goltmart über den Gestehungskosten liegt, so daß bei unserer franken Wirtschaft der deutsche Wirtschaftstörper außerstande ist, die geförderte Menge abzunehmen. Daraus und aus dem Bersagen der Regiebahn entspringt die Not, die heute auf dem Ruhrrevier laftet. Die Abg. Ofterroth( Soz.): Wir stimmen der Verordnung mit der Einschränkung zu, daß darin feine Bollmacht zur Teilveräußerung von 6 890 887 Staatsbesig ohne die allerdringendste Notlage inbegriffen ist. Einen 158 anderen Ausweg gab es nicht, nachdem in der Kommission dies. 97 bezügliche Borsch äge von unserer Seite nicht durchgedrungen find. ir standen vor der Frage, ob durch Stillegung der fiskalischen Wirkung ist heute und noch für geraume Zeit hinaus 28erfe 50000 Menschen brotlos gemacht werden sollten. Das fonnten wir mit unserem Gewissen nicht vereinbaren. Benn 8 525 068 1 003 367 Maffenarbeitslosigkeit und Stillegung ganzer Zechen. Don tommunistischer Seite unsere Haftung angegriffen Hier hat das Reich zweifellos die Pflicht, mit seinen eigenen Mitteln 1008 094 wird, fo brauchen wir nur daran zu erinnern, daß die Umstellun- und den Mitteln der gesamten Wirtschaft einzugreifen, 86 gen, wie die im preußischen Staatsbergbau, in Rußland nicht wenn nicht Ruhrbergbau und fistalische Zechen zugrunde gehen 28 566 einmal, fondern zehn- und hundertmal vorgenommen wurden. Man follen. 10 881 891 erinnere sich nur an die großen Transaktionen mit russischen Staats618 586 waldungen, bei denen die Sowjetrepublik mit ihrem Einfluß in einer 274 835 fehr bedeutenden Minderheit bleibt. 147 945 Festgestellt werden muß, daß die gegenwärtige Finanznot im 12 772 privatlichen und staatlichen Bergbau zum größten Teil 117 057 Folgen des Micum- Abkommens 28619 Wenn die Kommunisten bei dieser Sachlage behaupten, die Ber orènung bebeute eine Berschleuderung der fiskalischen Werte an die Schwerindustrie, so zeigt auch das, wie wenig wirtschaftliches Ber. ständnis bei den Kommunisten vorhanden ist, die dem Privatkapital eine derartige spekulative Eselei zumuten. Bon fommunistischer Seite sind in diesem Zusammenhang die Sozialdemokraten und die Bergarbeiterorganisationen heruntergeriffen worden, weil lettere der find, das auch eine ungeheure Abfaktrise für den Ruhrbergbau er 29 040 804 öffnet hat.( Sehr richtig!) Es ist deswegen unverständlich. wenn fich die Kommunisten geradezu zu Berleidigern des Micum- Abkom Arbeitszeitregelung im Bergbau 361 500 mens hergeben. Die Eachfehler, die bei dieser Gelegenheit den zugestimmt haben. Richtig ist, daß im Ruhrrevier und darüber 6449 Rommuniften unterlaufen, sind nur dadurch zu erklären, daß sie die hinaus für alle Kohlenreviere einer befristeten Vereinbarung zuge 7809 878 Materie nicht beherrschen. Das Reich fann bei seiner Finanzlage stimmt wurde, die unterlage eine effettipe Arbeitsstur.de mehr die Bergwerksbefizer im algemeinen und auch die fiskalischen Be- bringt, und es ist ausgemacht worden, daß, wenn in der Schwer. triebe für diese Reparationslieferungen von 23 Proz. der gesamten industrie übertage eine andere Regelung eintreten sollte, dann diese D. Richt zerlegte Einnahmen 452 Förderung nicht entschädigen. Dazu fommt, daß nach dem Micum Regelung auch im Bergbau Platz greifen foll. Wäre eine folche Jm ganzen 812 321 980 blommen die rückständige Kohlensteuer nach der Soll- Förderung, Vereinbarung nicht zustande gekommen, dann stünden die Bergdie tatsächlich nicht vorhanden war, im Betrage von über 16 Millio- leute aller deutschen Bergreviere vor viel Schlimmerem, 48 Ausfubrabgaben des Reichswirtschaftsministeriums 44 Brotversorgungsabgabe... 45 48 8wangsanleibe Summe C 6 954 827 WEISSE WOCHE Beginn: Montag, den 4. Februar Vorverkauf: Sonnabend, den 2. Februar HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE nämlich der Gefahr, daß die Borfriegsarbeitszeit durch Berordnung ader Gesez eingeführt worden, daß man einer tariflofen Zeit zugetrieben und daß die Deffnung der Betriebe nicht früher erfolgt wäre, bis diese Regelung erfolgte. Wie sinnlos und dema gogisch die Angriffe der Kommunisten sind, erfieht man ferner daraus, daß fast alle tommunistischen Arbeiter nicht nur im Ruhrrevier, sondern sogar in Sachfen und in anderen Steinfchienrevieren diese Regelung durchgeführt haben. Ja felbft die unionistischen und syndikalistischen Arbeiter haben teinen Widerspruch erhoben, weil sie einfaben, daß es das geringere Uebel war. Als die Me. tallarbeiter in Oberschlesien und im Ruhrrevier gegen die Berlängerung der Arbeitszeit auf 10 Stunden fämpften, da waren Lakt unfere Kinder nicht verhungern! Spenden nehmen entgegen: Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt, Berlin S 68, Lindenstr. 3 ( Banttonto: Fr. Bartels, Juchacz, Disconto- Gefellschaft- Depofitentaffe, Berlin SW 68, Lindenstr. 3). Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Berlin SW 68, Lindenstr. 3.( Postichedfonto: Rich. Lohmann, Berlin SW 68, Nr. 155 468; Postschedamt Berlin NW 7.) ber Gemeindevertretungen, bie nach dem 1. Sanuar 1923 neugewäh find, vier Jahre nach der letzten Neuwahl endigen; die Wahlzeit der jezigen Amtsinhaber soll mit dem Infrafttreten dieses Gesetzes endigen und die Neuwahl bis zum 1. Juli 1924 stattgefunden haben. Abg. Leid( S03.) begründet den Antrag der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Demofraten auf Streichung des vom Ausschuß beschlossenen Artikels, wonach in Groß- Berlin zufammen mit den Gemeindewahlen auch die Wahlen zu den Bezirks vertretungen stattfinden sollen. Die Abgg. Lüdide( Dnat.), Drewih( Wirtschaftsp.) und v. Ennern ( DBB.) lehnen den Antrag ab. es gerade die Kommunisten, die Gewehr bei Fuß flanden, und die Spendet für die Kinderhilfe der deutschen Arbeiterschaft! tereffe der Bürcerschaft längst von sich aus Neuwahlen in Berlin In den freien Gewerkschaften organisierten Metallarbeiter mußten ihren Kampf allein führen. Daneben zwang aber auch die Rücksicht auf das Wohl der Arbeitsgenoffen im Reich zu dieser Haltung.( Lebhafter Beifall.) Bir mußten billigere und mehr Kohlen haben, wenn wir wieber exportfähig werden mollten. Die Zeit der Inflation, wo wir wesentlich unter dem Weltmarkt preis bleiben fonnten, ist vorüber. Bir lagen im letzten Halbjahr wesentlich über dem englischen Rohlenpreis. Infolgedessen sind auch unsere Schlüffelindustrien um soviel teurer, und das wälzt fich fort bis zum Endprodukt im Er: gänzungsprozeß. Wird das ein Dauerzustand, so bleibt Deutschland exportunfähig und die 12 Millionen deutscher Industriearbeiter wären die Leidiragenden. Wir müssen also mit den Ges ftehungstoften mindestens auf derselben Linie liegen wie die riralifierende Industrie der übrigen Industrieländer. Da unterscheiden wir uns allerdings sehr gern von den Kommunisten, wenn es gilt, dem deutschen Arbeiter die Wahrheit zu sagen, auch menn fie bitter ist. Das nügt ihm viel mehr, als ihm zu versprechen, unerreichbare Sterne Dom Himmel zu holen.( Lebhafte Zustimmung.) Ganz falsch wäre es aber anzunehmen, wir hätten die Soziali fierung vergessen. In dieser Hinsicht halten wir es mit unserem verstorbenen Freund Otto Hue, der sich vor etwas über zwei in Gießen dahin aussprach, daß sich die Sozialisierung nur auf dem Jahren auf der Generalversammlung des Bergarbeiterverbandes Boden der Demokratie verwirklichen lasse und daß eine Mehrheit von jozialistisch denkenden Köpfen hinter ihr stehen müffe, wenn man fie fchaffen und erhalten wolle, wenn ein dauernder Ausweg erkämpft werden follen aus der fürchterlichen Stickluft privatfapitalistischer Ausbeutung der übergroßen Bolfsmehrheit.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Pinfernell( DVB.) will unbedingt an dem staat lichen Bergwerfsbefit festhalten und stimmt nur unter dem Druck der Verhältnisse dem Entwurf zu. An den Lasten der Micum verträge müffe das unbesetzte Deutschland beteiligt werden. Auch Abg. Dr. v. Waldthausen( Dnat.) hält die Angriffe aegen die Micum- Berträge für haltlos. Der Verordnung stimmt die Mehr heit der Deutschnationalen zu, weil eine Beräußerung des Bergwerfsbesitzes von der Zustimmung eines Landtagsausschusses abhängig gemacht ist. Abg. Kimbel( Dnat.) ist der Ansicht, die Regierung hätte im In herbeiführen müssen. Von einer geordneten Verwaltung in Berlin fönne nicht mehr die Rede sein. Die städtische Schulverwaltung veranstattet fogar in den Gemeindeschulen Nacktfänze(!) Abg. Faßbender( 3.) fordert wegen der deutschynationalen Be hauptung eine Unterinding. tänge für aufaele aten Schwindel, es handelt sich lediglich Abr. Dr. Weyl( Soz.) erklärt die Behauptung über die Nackt. um rhythmisch- ästhetische Uebungen der Schüler und Schülerinnen. Jn namentlicher Abstimmung wird der Antrag der Sozialdemotrafen, Demokraten und des Zentrums mit 153 gegen 92 Sfimmen angenommen. 3m übrigen gelangen die Ausschußvorschläge zur Annahme. In der Gesamtabsfimung wird das Gesetz fast eintimmig genehmigt Die Berordnung zur Anpassung der Landeskultur. gefehe an die Geldmertänderung mird in erster Beratung ae nehmigt, nachdem von Rednern der bürgerlichen Parteien das Er. fuchen an des Staatsministerium gerichtet worden war, der Notlane der leistungsschwachen Gemeinden nach Möglichkeit entgegens aufommen. Rur Verordnung über die Zahlung öffentlicher Abgaben auf der Grundlage der Geldmark äußert Darauf wird ein fommunistischer Antrag auf Berstaatlichung des Bergwerksbefizes gegen die Kommunisten abgelehnt, die Berauf die furchtbare Kreditnot der Landwirtschaft und auf den 3wang, Abg. v. d. Often( Dnat.) were Beden fer, im Hinblic ordnung genehmigt. einer immer erheblicheren Teil der Steuern aus der Substanz zu bezahlen. Abg. Jacobi- Raffauf( 3) schließt fich dielen Be. der Stempelsteuer nach dem Goldwert. Nach Erledigung einer Ebenso genehmigt das Haus die Verordnung über die Erhebung Reihe fleinerer Vorlagen wendet sich das Haus zur zweiten Beratung des rantrages der Koalitionsparteien über die Der Sozialisierungsantrag der Kommunisten ist so unsinnig, daß selbst von fommunistischer Seite darauf verzichtet wurde, ihn zu begründen. Was soll es z. B. heißen, wenn es in dem Sintra heißt, als Betriebsmittel für die fozialisierten Bergbetriebe feien die Beträge zu verwenden, die das Reich widerrechtlich bereitgestellt hat zur Bezahlung der Konterrevolution und landesverräte rifchen Formationen in Bayern und im Reich? Glauben die Kommuriften etwa, der preußische Landtag fönne eine preußische Eretutine rach Bayern eröffnen, um die angeforderten Mittel herauszuholen? Benn die Kommunisten versichern, die Bergarbeiterorgani Festschung des Wahltages für die Gemeindewahlen fationen ständen hinter dem Antrag, so muß ich im und über die Regelung verschiedener Punkte des GemeindewahlNamen der freien Gewerkschaften des Bergarbeiterverbandes und rechts. Nach einem früheren Beschluß des Landtages sollen die her Bergarbeiterorganisation dantend ablehnen. Hinter Gemeindewahlen spätestens am 4. Mai stattfinden. und zwar diesem findischen Machwert stehen höchstens die Unionisten. soll diese Regelung auch für Berlin gelten. Ferner soll die Wahlzeit im Theater Walhalla Deutscher Metallarbeiter- Verband Zugreifen Große Volksoperim Theater Walhalla Nur solange die Vorräte noch reichen, dauert unser inventurWestens Theater denten an: die Rumulation drückender Steuern müsse schließlich die Pandmirikhoft ruinieren. Das Haus genehmigt die Berordnung fowie eine Reihe weiterer Borlagen. Nächste Sigung Freitag, 12 Uhr( Uranträge betreffend Erwerbs. lofenimterstükung. 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