Nr.43 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 21 Bezugspreis: Böchentlich 85 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land, Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg wö chentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Kreuzband, endungen nur gegen werts beständige Zahlung. Bostbezugspreis für Februar 4,- Goldmart. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Beit" mit ,, Gied Jung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaftige Nonpareillegeile 0,70 Goldmart, Atlamereile 8,50 Goldmart. Kleine nzeigen" bas fettgedrudte Wort 0,20 Gold. mart( auläffig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0.05 Goldmast. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt hurch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 26. Januar 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Poitscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot. Sozialdemokratische Interpellation. planmäßig Kleinwohnungen hergestellt Der Preußische Landtag behandelte gestern die sozial. neue Bage geschaffen. Wir verlangen, daß aus der Wohnungswirt. demokratische Interpellation über die Beschaffung schaft Don Arbeitsgelegenheiten, die Unterstützungen für die Er werbslosen und Herstellung von Kleinwohnungen. Den Anfang des Berichts haben wir bereits im Abendblatt veröffentlicht. Hier folgt die Fortsegung der Ausführungen des Abg. Lüdemann( Soz.): Interpellanten werden für die wohnungslose Bevölkerung, und daß die Bautätigkeit wieder belebt wird. Die ſezial Schlechtergestellen müssen aber von der Abgabe befreit werden. Die Dedlandkultivierung bietet große Arbeitsmöglichkeit. In Breußen haben wir ja 365 000 hektar fultivierungsfähiges Dedland. Das deutsche Volt braucht Arbeit, um wieder emporzukommen, Frankreich und Belgien. ( Bon unserem Brüsseler Korrespondenten.) S. Brüssel, 24. Januar. 1 Die belgische Rammer ist zu einer Session zu fammengetreten, die recht lebhaft zu werden verspricht. Auch in Belgien werfen die kommenden Wahlen, obschon sie erst im nächsten Jahre fällig sind, bereits ihre Schatten voraus und beherrschen die politische Debatte. Die demokratische Hochwelle, die dem Waffenstillstand folgte und die belgische Arbeiterklasse zu einem maßgebenden Faktor des nationalen Lebens machte, war schon bei den Neuwahlen 1921 erheblich abgeebbt, um in den folgenden Jahren einer ausgesprochen Beichen trügen, wird dieser Rückschlag bald überwunden. reaktionären Tendenz Blazz zu machen. Aber wenn nicht alle Wie die Löhne gedrückt werden, geht aus einem Schreiben der habe das Wohnungsbauwesen gehemmt. Die Wohnungsbauabgabe Abg. Meyer- Bielefeld( dnatl.): Die Wohnungszwangswirtschaft Marinewerft Wilhelmshaven hervor, wonach Aufträge nur an folche Brivatunternehmer gegeben werden, die niedrige lei durch die Berwaltungskosten aufgefressen worden.( Unruhe und Drei Fragen, die alle eng miteinander zusammenhängen, Löhne zahlen. Der Redner wendet sich dann gegen die umfang zurufe.) Die Zwangswirtschaft habe jede private Bautätigkeit im stehen im Vordergrund der politischen Diskussion: der Han Keime erstickt.( Wiederholte zurufe links.) Die Zwangswirtschaft reichen Stillegungenöffentlicher Arbeiten. Eine weitsichtige Staatspolitik müsse troß der schlechten Finanzlage bestrebt fein, Ausgaben führe auch zu einer Täuschung der Mieter, da Zuschläge, Umlagen delsvertrag mit Frankreich, das deutsche Problem und feine Rückwirkung auf die Beziehungen Belmeiter zu machen, die werbenden Anlagen dienen und eine und Grundsteuer mehr ausmachten als die Miete selbst. Abg. Schmidt- Hirschberg( DBp.) bezeichnet die Einführung giens zu Frankreich bzw. England und schließlich der Wert Belebung des Wirtschaftslebens mit sich bringen. Den betzten Rest unseres Wirtschaftslebens ertöten, heiße aber, wenn heute des Achtstundentages als Grund dafür, daß wir nicht mehr verfall des Franken. Der Handelsvertrag mit Frankbetzten Rest unseres Wirtschaftslebens ertöten, heiße aber, wenn heute wettbewerbsfähig seien. In der Erwerbslosenfürsorge seien die reich, der demnächst der Kammer unterbreitet werden soll, hat vollbezahlte Arbeiter entlassen werden, um sie durch Erwerbslose zu Beträge für die Verheirateten zu niedrig, für die Ledigen zu hoch. im ganzen Lande eine starke Erregung hervorgerufen und beDas Heer der letzteren ist ungeheuer. Die amtliche Statistit Die Fürsorge raube den Erwerbslosen den Impuls zur Arbeitsbedroht den Bestand der Regierung. Selbst der Berichterstatter Dom 1. Januar verzeichnet 1529 000 Hauptunterstützungsempfänger, schaffung. Der Wohnungsbau würde am besten durch Beseitigung der Kammerkommission, der katholische Deputierte von Lüttich, 1 573 000 Zuschlagsempfänger und 862 000 Kurzarbeiter, die Unter- alles Reste der Wohnungszwangswirtschaft gefördert werden. Zur de Geradon, erklärt in seinem Berichte, daß der Vertrag ble ftigungen empfangen. Drei bis vier Millionen Erwerbsloje werden Steuerung der Erwerbslosennot diene der Ausbau der nachteiligsten Folgen für das belgische Wirtschaftsleben haben aljo aus öffentlichen Mitteln unterstilt. Dazu kommen an Erwerbs: Wasserträfte und die Urbarmachung von Dedländereien. losen noch die, die teine Berechtigung haben zum Empfang Don Unterstügungen, oder die aus besonderen Gründen die Unterftüßung nicht in Anspruch nehmen wollen oder sich in Familien und erfetzen. Hauswirtschaft verfrochen haben. So fommt man zu einer Gefamtzahl von fünf bis sechs Millionen Erwerbsloser. Abg. Rogg( Komm.) verwahrt sich gegen den Borwurf, daß ein großer Teil ber deutschen Arbeiterschaft arbeitsscheu fei. Die Einführung eines Arbeitspflichtjahres könnte allerdings den Jugendlichen aus tem bürgerlichen Lager nichts schaden. Abg. Hartmann( Dem.) erklärt, es müsse alles unternommen werden, um unsere Wirtschaft wieder aufzurichten. Der Umfang der Arbeitslosigkeit ist eine Gefahr für das deutsche Bolt, für unsere Kultur. Die Erwerbslosenunterstügung reicht nicht zum Unterhalt aus, fie darf aber auch nicht zum Erfaz des Arbeitslohnes werden. Die beste Unterstützung für die Arbeitslosen ist, daß man ihnen Arbeit verschafft. Die Maßnahmen der Schwerindustrie im Ruhrgebiet bedeuten einen Vertrauensbruch Nicht inbegriffen sind dabei die große Zahl von Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, die aus ihren Bezügen taum das fümmerlichste Leben fristen fönnen. Bedauerlich ist es, wenn durch den Personal abbau Kriegsbeschädigte, die schon bedauernswert genug find, auch noch dem Elend der Erwerbslosigkeit preisgegeben werden. Die Löhne im Ausland betragen das Drei- und Vierfache der deutschen Arbeiter in der 3ementindustrie. Auch in der chemischen Industrie find die Löhne im Auslande zwei bis dreimal und find wenig geeignet, das Einvernehmen zwischen Arbeiter und so hoch. Dabei ist die Kauffraft der Löhne im Auslande wesentlich Unternehmer zu fördern. Es gereicht der deutschen Arbeiterschaft höher als bei uns. Go fönnte sich ein Arbeiter der Zemen'industrie zur Ehre, daß sie trotz der großen Not bisher Ruhe und Be für einen Stundenlohn an Brot kaufen: in England 2700 Gramm, sonnenheit bewahrt hat. Im Augenblick können wir die in Schweden 2600 Gramm, in den Bereinigten Staaten 2800 Gramm, ftaatliche Wohnungswirtschaft noch nicht beseitigen. Die Mittel zur dagegen in Deutschland 760 Gramm. Die Mietssteuer bezeichnet der Wohnungsbeschaffung dürfen nicht durch die Reichskassen gehen. Redner als völlig unfozial; fie dürfe höchstens zur Schaffung neuer Bei dem heutigen Stand der Löhne und Gehälter ist eine Erhöhung Wohnungsgelegenheiten verwendet werden, nicht zur Bereicherung der Mieten auf den Friedensgoldstand ausgeschlossen, aber eine der Hausbefizer. Der Redner gibt einige fraffe Beispiele zur Be allmähliche Steigerung wird sich nicht umgehen lassen. leuchtung der fatastrophalen Wohnungsnot. Zur Belebung der Wirtschaft. zur Behebung der Arbeitslosigkeit und der Besserung der Lage der Arbeitslosen ist vor allem das Baugewerbe wieder in Gang zu bringen. Die private Bautätigkeit hat niemals für eine ausreichende Zahl von Kleinwohnungen gesorgt.( Widerspruch rechts.) Die Wohnungsbau abrabe hat infolge der Martentwertuna nicht den angestrebten Erfolg gehabt. Jetzt ist angesichts der Werbeständigkeit eine ganz muß. Wenn er trotzdem seine Annahme empfiehlt, so ausdrücklich nur deshalb, weil er fürchtet, Frankreich werde die Ablehnung mit dem Zollfrieg beantworten! Kein Wunder, daß dieses Geständnis in breiten Schichten der öffentlichen Meinung den Eindruck erweckt hat, Frankreich wolle einen ihm über Gebühr günstigen Handelsvertrag von dem Land erpressen, das täglich von ihm mit herablassenden Versicherungen feines Wohlwollens überschüttet wird. Die Katholische Partei, die das Rückgrat der gegenwär tigen Regierung Theunis- Jaspar bildet, ist in hellem Aufruhr gegen den Bertrag. Eines der hervorragendsten Häupter dieser Partei, der frühere Minister Renkin, führt die Oppo= fition, der sich das Gros seiner Partei, namentlich deren zahlenmäßig überwiegender flämischer Flügel, angeschlossen hat. Der Widerstand hat sowohl wirtschaftliche wie politische Gründe. Wirtschaftlich muß er zur Folge haben, die schon jeßt überaus ungünstige belgische Handelsbilanz gegenüber Frankreich noch weiter erheblich zu verschlechtern. Bekanntlich hat diese Handelsbilanz schon jetzt dazu geführt, daß der belgische Franten selbst der französischen Baluta Abg. Frau Hanna( Soz.) bezeichnet die Unterstützungsfäße für gegenüber dauernd entwertet ist. Die belgische Eindie Erwerbslosen als völlig unzureichend. Besonders im Osten fuhr aus Frankreich beträgt meit mehr als das Doppelte der würden zu geringe Säße gezahlt. Aufs schärfste müssen wir es Ausfuhr, und dieses Mißverhältnis hat sich im letzten Jahre verurteilen, wenn man bei Streits Arbeitslose heranzieht, die dann noch außerordentlich verschärft. Der neue Handelsvertrag als billiger arbeitende Streifbrecher auftreten und die Löhne brücken. will aber Belgien noch eine lange Reihe starter 3011. Vor der Bertagung wird noch ein sozialdemokratischer Antrag auf Erhöhung der Kriegsbeschädigtenrente dem Haupt- herabminderungen für französische Beine, ausschuß überwiefen. Sonnabend 11 Uhr: Weiterberatung. Weitere Parfümerien und andere entbehrliche Lurusartikel aufzwinAnträge. Schluß 6% Uhr. gen, ohne der belgischen Ausfuhr landwirtschaftlicher und Viehzuchterzeugnisse oder Industrieartikel auch nur annähernd Der Frankensturz vor der Kammer. reich zurückgebracht.( Sehr wahr! linfs.) Außerdem müsse man gleichwertige Vergünstigungen zu gewähren. Das hochschutzanerkennen, daß seit einigen Monaten bereits die franzöllnerische Frankreich nutzt die zollpolitische Wehrlosigkeit des Paris, 25. Januar.( Eca.) ( Eca.) Unter Vorsitz Berets ist die 3öfifchen Finanzen im Auslant feinen guten Ruf grundfäßlich freihändlerischen Belgiens ohne jeden Strupel Rammerfigung um 3 Uhr eröffnet worden. Auf der Tagesordnung mehr genießen. Der Redner versichert jedoch, daß der allgemeine aus. stehen die Finanzpläne der Regierung zur Ein'chränkung der franzöfifche Staatshaushalt im Augenblid vollkommen im GleichNeben den wirtschaftlichen Triebfedern der Opposition Frankenbaisse. Der Sozialist Moutet wünscht, daß die Grörte- gewicht fei.( Lebhafter Beifall.). Das Budget der von Deutsch rung bis nach den Wahlen verschoben wird. Die Regierung habe land zu deckenden Ausgaben hätte natürlich immer nur durch An- spielen aber auch mehr politische Beweggründe eine hervor den Wahltag früher angefeßt.( Bewegung.) Die allgemeine Ausleihen im Gleichgewicht gehalten werden können. Frankreich habe ragende Rolle. Sie sind als Symptom der Auflehnung moralisches und fachliches Recht auf deutsche gegen die Bevormundung und Umflammerung sprache wird jedoch eröffnet. Der Generalberichterstatter der Finanz- jedoch ein Schließlich habe Frankreich einem banke durch Frankreich zu betrachten. Trotz gelegentlicher, zumeist tommiffion Botanowski erinnert daran, welch ungeheure Er- 3ahlungen. Sobald es recht verspätet kommender Selbständigkeitsregungen, wie bei regung fich am 14. Januar angesichts des plötzlichen Franksturzes rotten Deutschland gegenübergestanden, daß, bes Landes bemächtigt habe. Man hatte das Gefühl, wieder in ben nicht bezahlte, allzuoft durch gewiffe Alliierte er der Behandlung des rheinischen Separatismus, den Verhand Tagen der Kämpfe am Chemin des Dames zu fein.( Buruf fints: mutigt worden fei.( Beifall rechts und anderswo.) Die besten lungen mit den Ruhrindustriellen usw., läßt sich die belgische Welche llebertreibung!) Für diejenigen, die Bescheid wissen, ist die Freunde Frankreichs im Ausland verlangten nunmehr, daß Regierung immer wieder ins Schlepptau Poincarés Stunde ernst. Die Devisenkurie sind eine Frage, die man nicht Frankreich auch für die von Deutschland zu deckenden Ausgaben nehmen. Während die Katholiken den schweren Kampf gegen im Innern des Landes lösen kann. Sie sind eine inter- einen ausgeglichenen Haushalt vorlege, in gleicher Weife wie für diese verderbliche Politik bisher ausschließlich den belginationale wirtschaftliche und psychologische Materie!( Rufe: den inneren Staatshaushalt. Sonst fönnten sich die Kapitalisten Ausgezeichnet! und Beifall äußerst links.) Bokanowski versucht ihrer Länder nicht mehr für die französischen Staatspapiere chen Sozialisten überließen, zeigt sich bei ihnen in Andere Länder hätten letzter Zeit ein gewiffer Umschwung. Der vollständige Fehl alsdann, die wahren Gründe" darzulegen. Diejenigen Franzosen, interessieren.( Sehr starke Bewegung.) die Devisen schuldeten, hätten im Berlauf der letzten Monate gehofft, durch energische Maßnahmen ihre Währung stabilisiert, das schlag der Ruhrbesetzung, soweit man positive Resultate für aut tun. ( Der Kommunist Lafont die Reparationen von ihr erwartete, ist durch alles Sieges= daß die auswärtige Lage fich günstiger gestalten würde und müsse Frankreich daß infolgedessen der Frankfurs sich beffern würde. Deshalb war ruft: Nach der kürzlichen Rede Poincarés ist das Pfund wieder gefchrei nicht zu verdecken und hat sehr ernüchternd auf die teten sie damit, fich einzudecken. As sie am Ende des Jahres zu geftiegen. Poincaré ontwortet: Das Pfund steigt nach öffentliche Meinung gewirkt. Dazu kommt die allgemeine Verden Zahlungen gezwungen waren, entstand eine stürmische Nach Ihrer Oppofition! Lafont: Machen Sie feine Wize!) Botaschärfung der europäischen Lage und die zunehmende Entfrage nach dem Pfund und die Hausse verschärfte fich. Die Eng- now sti fährt fort: Um dem Ausland das Vertrauen wiederzu fremdung Englands, die jedem nüchtern denkenden Belgier länder ihrerseits, die das Niedergehen des Frants beobachteten, geben, ist es notwendig, daß dauernde Einnahmen geschaffen werden, warteten tiefere Frankfurse ab, ehe sie sich eindeckten und so ver welche der Gesamtheit der dauernden Ausgaben entsprechen; sonst die ernstesten Sorgen bereiten muß. Nicht nur in sozialistischärfte sich in London diese Baisse ebenfalls.( Lebhafte Bewe- ist es nicht möglich. den französischen Kredit wiederherzustellen. Eine schen und flämischen Kreisen, sondern weit darüber hinaus ist gung.) Hinzu kommt die internationale Baisse- Spekulation. Bofa- finanzielle Erholung wird uns die politische Freiheit wiedergeben. man sich heute klar darüber, daß die unglaublich verblen nowsli entwickelt alsdann die bekannten ( Beifall.) Die Pläne der Regierung werden feine unerträgliche dete auswärtige Politik der Herren Theunis und Steigerung der Lebenshaltung bringen, auch nicht die 20proz. Er- Jaspar das Ansehen und die großen Sympathien, die BelUnflagen gegen die deutschen und helländischen Banken. höhung der Erbschafts- und Einkommensteuer.( Lebhafte Unter- gien in England genoß, fast gänzlich verscherzt hat. Ruhig Diese hätten Blankoabgaben in Franken vorgenommen und durch brechung links.) Auch für den franzöfifchen Handel und die Ber- benkende Männer aller Parteien und Kreise werden sich der tendenziöse und ungenaue Nachrichten den Frank noch weiter zu braucher wird die Last nur gering sein. Wenn aber die neuen schweren Gefahren, denen diese Situation die Interessen und drücken gesucht( bhafte Bewegung), um einen Drud auf die frans Steuern nicht angenommen werden dann wird der Dollar um zöfifche Außenpolitik auszuüben. Ausländische Besizer von fran- 40 Pro3. steigen. Man fann nicht einmal zusichern, daß diese unter Umständen selbst die Unabhängigkeit Belgiens aussetzt, zöfifchen Staatspapieren hätten diefe abgestoßen und fogar gewisse Aufwärtsbewegung nicht noch weitergeht, so daß alle Bürger mit immer deutlicher bewußt. Darin liegt ohne Zweifel der tiefere Franzosen hätten das Vertrauen in den Frank verloren und festem Einkommen, alle fleinen Rentner in große Schwierig. Grund der Revolte eines großen Teiles der Katholischen BarDie fremden Devisen, die sie im Auslande besigen, nicht nach Frant- teiten kommen.( Beifall im Zentrum.) tei gegen die heutige Regierungspolitik. Der Fall Claß. Claß, Brehmer, Grandel, Thormann. Eine Korrespondenz meldet: Regierung und Parteien. Die Regierung hat die Absicht, die Ratifizierung des fran- Bir fragen: Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß Claß gabe zu erfüllen, geradezu abhängt. Wir bestreiten nicht, daß im zösischen Handelsvertrages zur Vertrauensfrage zu machen. und Grandel auch zu Herrn v. Kahr in Beziehungen ge- Interesse der Beschleunigung des Verfahrens und der tunDie Liberalen, die den Hauptpfeiler der Regierungspolitik dar- standen haben? Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß lichsten Kostenersparnis eine Revision einzelner Borschriften des stellen, überdies Neuwahlen am meisten zu fürchten haben, Claß den Versuch unternommen hat, Reichs geltenden Prozeßrechts erwägenswert ist; ob die geplanten Neue werden mit wenigen Ausnahmen den Bertrag unterstützen. mehrgeneräle zu einem hochperräterisch en rungen dieses vielleicht erstrebte Ziel im Endresultat erreichen, erscheint uns sehr zweifelhaft. Die Sozialisten werden geschlossen dagegen stimmen. Würden Unternehmen zu verleiten? Vor allem aber halten wir uns im Interesse der von uns ver die katholischen Abgeordneten alle gemäß ihrer bekanntgewor- Die Behörden sollen sagen, was sie wissen! fretenen Kreise für verpflichtet, das Verlangen zu stellen, daß ihre benen lleberzeugung stimmen, dann würde der HandelsverBertretungsorgane Gelegenheit haben, an der Hand der genauen trag ohne Zweifel verworfen und die Regierung gestürzt wer Information über die geplanten Schritte und der eingehenden Prüden. Auf so viel Ueberzeugungstreue ist indessen bei vielen fung, inwieweit damit eine weitere wirtschaftliche Betätigung ver von ihnen wohl nicht zu rechnen. Man nimmt allgemein an, Der„ Sozialdemokratische Parlamentsdienst" schreibt: einbar ist, sich über die Gefehesabfichten zu äußern. Ais es sich daß eine hinreichende Anzahl von Katholiten die Opposition Die Regierungsparteien des Reiches hatten in diesen darum handelte, eine Kendifikation des bürgerlichen Rechts Deutschim Stiche lassen werden, um die Regierung vor einer Nieder- Tagen mit dem Reichsfanzler in Anwesenheit des lands zu bewirken, hat die Volksvertretung von ihren verfeffungs lage zu bewahren. Aber wie auch die Entscheidung ausfallen Reichsinnenministers eine eingehende Unterhaltung über die mäßigen Rechten den zurückhaltendsten Gebrauch gemacht in der zutreffenden Erwägung, daß es sich bei einem solchen Wert im mag, der Konflitt im Lager der Regierungsparteien fann politische Lage und die Einberufung des wesentlichen nicht um den Ausgleich politischer Gegensätze handelt, der sozialdemokratischen Partei nur politische Vorteile brin- te ich stages. Der Reichskanzler vertrat die Auffassung, sondern um die nach wissenschaftlichen und praktischen Gesichtsgen. Wird der Bertrag verworfen, dann muß die Regierung, daß die Erneuerung des Ermächtigungsge punkten im Allgemeinintereffe zu reg inde gefeggeberische Aufgabe. Die von der Arbeiterpartei von Anfang an und insbesondere feges, das bekanntlich bis zum 15. Februar befristet wurde, Aber die Enthaltsamkeit des deutschen Reichstags fonnte unbeseit dem Ruhrabenteuer prinzipiell befämpft morden ist, ent- nicht mehr notwendig ist, da die Regierung die damals zur denklich fattfinden, weil in jahrelangen Borberatungen weder das Feld räumen oder sie erleidet eine schwere Einbuße Begründung des Gefeßes angeführten Arbeiten glaubt erledigt in voller Deffentlichkeit die wissenschaftliche Kritik mie die praktische an Ansehen. Findet der Handelsvertrag eine Mehrheit, dann zu haben. Dr. Marr ist infolgedessen auch domit einverstan Erfahrung der Berufsstände Gelegenheit gehabt hatte, ihre Bedendürfte dennoch der Zwist innerhalb der Mehrheitsparteien ver den, daß Anfang Februar bereits die Ausschüsse des Reichs- fen und Wünsche zum Ausdruck zu bringen und zu vertreten. Wenn jetzt die Erfahrung der Verwaltungsorgane ausreichen tieft werden und dazu beitragen, daß die Wahlen im nächsten tages wieder zu tagen beginnen. Das Plenum soll jedoch nach soll, um den Bau unseres Cerichtssystems einzurelien und neu aufJahre der Sozialdemokratie neue Anhängerscharen zuführen. dem allgemeinen Wunsch der Regierungsparteien vor Ab- zuführen, so glauben wir annehmen zu dürfen, daß die Volksverschluß der Berliner Beratungen der von der Reparations tretung ihren Verzicht auf eigene Mitwirkung nie ausgesprochen tommiffion eingesetzten beiden Sachverständigenausschüsse hätte, wenn sie eine folche Ausdehnung der Ermächtigung geahnt nicht zusammentreten. Bekanntlich haben darüber die bürger- hätte. Daß später im Prozeßwege die ungültigkeit der Notverord lichen Parteien allein nicht zu bestimmen, sondern auch die nung wegen Mangel der verfassungsmäßigen Borauslegungen gelSozialdemokratie hat noch ein Wort mitzureden. An tend gemacht werden könnte. liegt auf der Hand. Welcher Wirrwarr, fich wäre es angebracht, das Plenum des Reichstages wäh- welche Kostenlast, welche Benachteiligung der inzwischen von der Neuordnung betroffenen Rechtsuchenden dann das Resultat sein rend der Anwefenheit der Sachverständigen in Berlin nicht müßte, bederf teiner Ausführung. Die Untersuchung gegen die in Haft befindlichen Anstifter zu tagen zu laffen. Der gleiche Grund, der hierfür spricht, hat Dieser Protest gegen die neueste Emmingerei ist nicht von uneinem Attentat auf General v. Seedt, Thormann und Dr. u. a. aber gleichzeitig auch Geltung in bezug auf den Ausgefähr. Nachdem sich die Berliner Anwälte gegen die diktatorische Grandel, nimmt immer größeren Umfang an und dürfte aller nahmezustand, der längst überflüssig geworden ist und den umgestaltung des Strafprozeßverfahrens ausgesprochen haben, Boraussicht nach sobald noch nicht abgeschlossen werden können. Die ausländischen Delegierten höchstens zeigen fann, wie traurig rühren sich die Interessenvertretungen der fapitalistischen Kreise, um nötigen Ermittlungen werden mit größter Borsicht geführt, da offen- es in Deutschland um die Rechtsverhältnisse bestellt ist. Vor eine Verschlechterung der Zivi juftig zu verhindern. In einer Bebar zu befürchten ist, daß die Untersuchungsgefangenen verfuchen läufig ist neben Dr. Geßler der augenblickliche Reichsruhigungsnotiz hat Emminger neulich erklären lassen, seine Zivilwerden, von außen her Nachrichten zu erhalten, die Einwirkungen minister des Innern der eifrigste Gegner der Wieder- justizverordnung sei den Organisationen der Richter und Anwälte auf ihre Aussagen haben könnten. Aus diesem Grunde ist angeordnet herstellung geordneter Rechtsverhältnisse. Ihm macht der zur Begutachtung vorgelegt worden. Es würde uns interessieren worden, daß ein Berkehr zwischen den Berhafteten und ihren Rechts. Wahlausgang in Thüringen für die bürgerlichen Barteien zu erfahren, ob er auch den Republikanischen Richter. anwälten nur in Gegenwart einer richterlichen Person stattfinden felchen Kummer, daß er unter feinen Umständen vor dem bund um seine Meinung befragt hat und wenn ja, wie diese darf. Auch die Bernehmung von Justizrat Claß Aufhebung des bestehenden Zustandes der Rechtlosigkeit geben 10. Februar, also dem Wahltermin, seine Zustimmung zur Meinung ausgefallen ist. scheint noch nicht abgeschloffen zu sein, denn gestern mill. Unter diesen Umständen muß sich die sozialdemokratische ift zur Klarstellung einiger Punkte in den Aussagen Dr. Grandels der mill. Unter diesen Umständen muß sich die sozialdemokratische feit über 14 Tagen auf Veranlassung des Reichsgruppentommandos Partei selbstverständlich die notwendigen Schritte vorbehalten. III in Schutzhaft genommene Privatdozent Dr. D. Brehmer Die dritte Steuernotverordnung. vernommen worden, der bekanntlich sich in Haft befindet, weil in Die dritte Steuernotverordnung wurde gestern einem seiner Briefe, die er an einen Parteifreund in Magdeburg im Reichskabinett in eingehenden Erörterungen burchberaten. schrieb, sich auch eine Andeutung über einen bevor: In den wesentlichen Bunkten wurde Einverständnis erzielt. stehenden Butsch befindet. Dr. v. Brehmer hat auch mit Die endgültigen Beschlüsse werden in erneuter Beratung zu Justiz at Claß in Briefwechsel gestanden und ist nun Beginn nächster Woche gefaßt werden. mehr über dieses Schreiben sehr eingehend verhört werden. Wie wir von gut unterrichteter Seite weiter hören, hat Dr. Grandel der Justizrat Claß, wie auch amtlich erflärt wird, anfangs fehr schwer belastete, nunmehr fein erstes Geständnis zurüd. Die Handelskammer zu Berlin richtete an den Herrn Reichs. genommen, nachdem er Justizrat Clas persönlich gegenüber juftizminister über die Bereinfachung der Rechtsverfolgung, gestellt worden war. Er ist deshalb erneut über seine Beziehungen eine Eingabe, der wir folgendes entnehmen: zu Justizrat Claß abermals vernommen worden, da die Annahme nicht von der Hand zu weisen ist, daß der Widerruf Dr. Grandels auf rein pfychologische Momente zurückzuführen ist. In den nächsten Tagen sollen hierüber noch eine Reihe weiterer Beugen gehört werden. Aus diesen in der Hauptsache richtigen Mitteilungen geht hervor, daß das geplante Attentat gegen General v. Seedt mur ein Teilstück war in einem großangelegten Unternehmen, das seit Monaten betrieben wurde und in das der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, Justizrat Claß, mitverwidelt ist, wie immer er sich zu der besonderen Absicht, Seedt zu ermor den, gestellt haben mag. Das Riel dieses Unternehmens war, die sogenannte„ nationale Dittatur" in Deutschland zu ver: wirklichen, die Ermordung Seedts war nur ein Mittel, auf das man fam, nachdem andere fehtgeschlagen waren. Soziale Fürsorge. Bon Dr. med. Norbert Marg. In allen bürgerlichen Blättern wird bewegte Rage darüber geführt, daß es eine unerläßliche Notwendigkeit sei, die soziale Für forge abzubauen, und es verlohnt sich, einmal zu untersuchen, ob eigentlich die soziale Fürsorge zum Wesen der bürgerlichen Gesellfchaftsordnung bzw. ihrer Mentalität gehört, wie mir& B. eine ihr eigentümliche Wirtschaftsordnung, Gesetzgebung und Rechtsprechung vorfinden. Handelskammer gegen Emminger. Steuerbeamte gegen Föderalismus. Für Weiterbestand der Reichssteuerverwaltung. Der Bund Deutscher Reichssteuerbeamten hielt diefer Lage seine Vorstands- und Ausschußsigung in Berlin ab. Das Ergebnis feiner Beratungen und feine Wünsche unterbreitete er dem Reichsfinanzminister, wobei er darlegte, daß der Bund, der die große Mehrzahl der Reichssteuerbeamten aus allen Teilen des Reiches umfaßt, geschlossen für den Fortbestand der einheit lichen Reichssteuerverwaltung eintritt. Der Reichs finanzminister nahm die Ausführungen des Bundes zur Kenntnis. Ueber die Neugestaltung der preußischen Grundsteuer finden ununterbrochen Verhandlungen zwischen den Koalitionsparteien Sicherem Vernehmen nach ist beabsichtigt, auf Grund des Er. statt. Während die Sozialdemokraten, Demokraten und Boltsmächtigungsgefehes Dom 8. Dezember 1923 noch vor Tores partei die lettere mit Rücksicht auf den volksparteilichen Finanzfchluß eine die woefentlichen Grundlagen unferer Zivilprozeß- minifter unbedingt an der Grundsteuer festhalten, wird von den ordnung umstürzende Neuregelung des Verfahrens der Deuticnationalen und dem im Breukiichen Landtag hochagrarischen Rechtsverfolgung im Diftaturmege einzuführen. Zwar wird Sentrum Sturm gelaufen. Da die Grundsteuer mit ihrem Ertrage der Inhalt dieser geplanten Notverordnung vertraulich be- bon 300 Millionen Goldmark die einzige Grundlage der preußischen handelt, was aber darüber in die Deffentlichkeit bringt, läßt zwar Finanzen bildet, ist die Regierung entfchloffen, unter Umständen die den Wunsch, den Sturm gegen die geplanten Mah. Bertrauensfrage au stellen. Es besteht die Aussicht, daß demo regein folange zurüdzuhalten, bis sich das Bolt vor ratife Staffelungsantrage die Möglichkeit zur vollendete Tatsachen gestellt sieht, erklärlich erscheinen, muß aber Schaffung einer Verständigungsbafis geben. die Berechtigung und Rätlichkeit des Borgehens um jo zweifelhafter erscheinen lassen. Wir bestreiten entschieden, daß die Boraussehungen des Ermächtigungsgefehes gegeben find, wenn es sich um die Frage der Gestaltung des Prozeßverfahrens handelt. Die Gewährung von Rechtsschutz ist die elementarite Aufgabe jedes Staats wefens, dessen Eristenzberechtigung von der Fähigkeit, diese AufDie Unterzeichnung des fichechisch- französischen Vertrages er folgt dieser Tage durch Benesch und Poincaré in Paris. Reuter be richtet aus Baris: Es verlaufte, daß Benesch in London auseinander. gefeht habe, das Abkommen bebeute feinerlei militärische Berpflichtung. Ein Einvernehmen sei jedoch zwischen den beiden Generalstäben vorhanden. Das gesamte Uebereinkommen könne auf Großbritannien ausgedehnt werden, wenn es dies wünsche. Jums auf Hilfe in der Not. Das soll geschehen, muß aber gibt für ihn feinen Ruhm und fein Vaterland, feine Freude dem nicht geschehen. Es fann ja in einer Gesellschaft, wie der bürger- an Todesmut der vaterlandsliebenden lichen, in der es heißt: Jeder für sich und Gott für alle" nicht Kämpfer." anders fein, denn wo das blinde Spiel der freien Kräfte waltet, Also schämt euch, Margisten! Euch geht die rechte Freude des fann feine wirklich soziale Fürsorge gedeihen. Patrioten ab. Warum konntet ihr nicht behaglich grinfen, als todwunde Menschen drei Tage lang wimmernd im Stacheldraht hingen, ehe der Tod sie erlöfte? Wo blieb eure gellende Lache, wenn eine Dreizentnermine anderthalb Rompagnien auf einen Schlag in nichts auflöfte? Ihr hattet nicht einmal seviel Humor, aus zehntausend erfrorenen Händen und Füßen der Karpathenfämpfer ein nedisches Gesellschaftsspielchen zu machen! Bfui über euch vaterlandslofe Gesellen! Beweis für die Heuchelei der bürgerlichen Gesellschaft ist ihre Stellung zur seruellen Frage. Ueber dieses Gebiet durfte bis vor furzem nicht öffentlich gesprochen werden, um das Schamgefühl nicht zu verlegen. Die Geschlechtsfrankheiten waren Gottes strafen, die der Sünder geduldig hinnehmen mußte. Die unschuldig Infizierten sind eben Opfer des unerforschlichen Ratschlusses eines allwissenden gütigen Gottes. Ein anderes Beispiel für die Berlogenheit des Bürgertums ist feine Fürsorge für die unehelichen. Tiefe waren im alten Staat schon durch das Gesetz Bürger zweiter Klaffe und von den meisten Stellen im Staate ausgeschlossen. Trotzdem aber gab es überall Fürsorgestellen, um gefallene Mädchen" mit ihren un ehelichen Kindern zu retten, Magdalenenheime" genannt. Warum bemühte sich das Bürgertum um Neugeborene, die es als Erwachsene ächtete, die bei ihm nur Barias find? Aber, liebe Handelskammer in Essen: etwas Nachsicht solltest du doch mit den irrenden marxistischen Schäflein haben. Nicht jebem ist die" Freude an dem Todesmut der vaterlandsliebenden Kämpfer" so leicht gemacht worden wie deinen schwerindustriellen Mitgliedern. Es ist schließlich ein billiges Bergnügen, wenn der Zirkusdirektor, der behaglich an der Kaffe sigt und die Entrees einstreicht, Freude am Todesmut seiner Trapezkünstler und Equilibristen empfindet. Der Stierkampfimpresario freut sich über den Todesmut feines Toreros, ter Manager von Borfämpfen über den Todesmut feiner Ringleute, den er felber nicht aufzubringen braucht.( Und auch gar nicht will.) Ist es nicht seltsam auf der Weit: Ueberall. wo Menschen Todesmut zeigen, da fizen irgendwo auf behaglichen Klubfesseln, in angenehm ausgepolsterten Direktorenzimmern, bei diden Bigarren und schlanken Weibsbildern andere Menschen, denen dieser Lodesmut herrliche Einnahmequellen erschließt. Die Anfänge einer sozialen Fürsorge reichen weit bis in das Mittelalter zurück und nehmen ihren Ursprung in den Krankenpflegeftätten, die den Klöstern angegliedert waren. Der Dienst an ben Kranten war aber entsprechend der ganzen mystischen Einstellung der damaligen Zeit nur eine der Möglichkeiten, sich für das Jenseits, das das eigentliche Leben darstellt, zu läutern. Diese Zeit war zu einer mahren sozialen Fürsorge unfähig, durch ihren Glauben an Gott als ein überfinniches, nicht tatsächliches Wesen, das alles lenten und weisen soll, das die Gerechten belohnt, wenn nicht in Eine wahrhaft soziale Fürsorge ist nur möglich, wenn es gedieser, so doch in jener Welt. Dieses Wesen fanète die Krankheiten fingt, eine Rationalisierung der Geburten, d. h. eine nur als Strafe und Prüfungen und es war ein Eingriff in göttliche bewußte Regelung der Beugung nach dem Bedarf des Bolfsganzen Rechte, Krankheiten heilen zu wollen. Nur ein durch Bitten ge zu erreichen. Dies ist nur möglich, wenn die Bedenken der bürger rührtes überfinnliches Wesen fonnte heiler.. Daher werden noch lichen Gesellschaft, die auf Säßen der Bibel beruhen, die für eine heute von Gläubigen geweihte Amulette getragen und Bilgerfahrten andere Beit zuständig gewesen sein mögen, verschwinden. Boraus von Siechen und Kranten unternommen. Troß dieser wirklichkeits- fegungslosigkeit und Loslösung von allen Geboten eines überfinnfernen Einstellung gelong dem Mittelalter, eine Großtat auf lichen Wesens ist die einzige Möglichkeit zur Lösung. Diese Mög Verehrte Handelstammer in Essen! Gab es nicht in und um hygienischem Gebiete, die Ausrottung der Lepra( Aussag) Cichfeit tann aber nur die sozialistische Gesellschaft gewähren, die im Essen Menschen genug, denen sich der Todesmut unserer Feldarauen burch Isolierung der Kranken. Diesseits wurzelt und feinen Lohn vom Jenseits erwartet. Die in flingende Kriegsgewinne umsetzte, in deren Büchern der Wider. Diese mystische Welt des Feudalismus wurde zu Beginn der sozialistische Gesellschaft allein ist fähig, eine wahrhaft foziale Fürstand der Kämpfer an der Ruhrfront als Papiermartdarlehn erschien, Neuzeit von dem aufstrebenden Bürgertum unterhöhlt und fand forge zu treiben. Denn nur sie erkennt das mit jedem Individuum rückzahlbar zum Kurs von ein Hundertstel des empfangenen ihren offiziellen Abschluß durch die französische Revolution, die neu geborene Recht des einzelnen auf Hilfe durch die Gesamtheit an. Wertes?! Ja, man muß die Bilanzen des Effener Handelskammertypische bürgerliche Revolution. Sie leitete die Bro.etorisierung Sie hat aber auch das Recht, unerwünschten Nachwuchs zu ver- bezirks lefen- die echten, nicht die für die Steuerd flaration zuzahlreicher bisher felbständiger Existenzen ein und schuf so die hindern. Das Kennzeichen der bürgerlichen Gesellschaft ist ihre be rechtgemachten, um zu begreifen, wie groß in diesen Kontoren eigentliche joziale Frage. Wie diese das Bürgertum auf wirtschaft mußte, gewollte Unaufrichtigkeit. Der Sozialismus ist berufen, Licht die Freude am Todesmut der vaterlandsliebenden Kämpfer" emporlichem Gebiet zu lösen bestrebt war, soll hier nicht untersucht zu bringen in dieses Dunkel, denn für ihn fallen die gefühlsmäßigen werden, sondern uns soll nur die Idee der Jozialen Für Berausfegungen weg. Nur flore Erfenninis fann die Möglichkeit forge beschäftigen. Sie wird für die Gegenwart am besten charat- einer umfassenden sozialen Fürsorge für das leidende Bolt schaffen. ein Marrist fonstruieren. Nur er fann blind sein gegen euren Doch, ich begreife schon: derartige Zusammenhänge fann nur terisiert durch die berühmte" taiserliche Botschaft vom Was jetzt unter dem Namen soziale Fürsorge segelt, ist ein Produkt 17. November 1881, die die soziale, in Wahrheit aber aus der bürgerlichen Heuchelei, das die wahre sozicle Fürsorge, ten felbstlosen Idealismus, den zu entfalten in zehn deutschen Elends. sehr unsozialen Motiven von der herrschenden Klasse dem Bolt auf- Dienst an den Kranken und Bedrückten des Bolles nur um ihrer jahren euch leider immer noch die passende Gelegenheit fehlte! Mich. von Lindenheden. gedrungene Fürsorge einleitete. Ihre Worte lauten:" Schon im felbft willen, in den Augen aller Aufrichtigen verächtlich machen muß. Februar dieses Jahres haben wir unsere Ueberzeugung aussprechen laffen, daß die Heliung der sozialen Schäden nicht ausschließlich im Wege der Repression fozialdemokratischer Ausschreitungen, sondern gleichmäßig auf dem der positiven Förderung des Wohles der Ar. Freude am Heldentod. lodern tonnte. Eintrittsfarten sind vor Museumsführungen. Sonntag, den 27, 9%, Uhr bormittags, finder wissenschaftliche Führungen durch Direktorialdeamte im Alten Museum Neuermorbene Antifen"( Dr. Neugebauer), im Raiserbeiter zu suchen sein werde" also neben der Beitsche das Zucker. Sicher: menn lleberproduktion an irgend etwas in Deutschlands Friedrich Museum Altniederländische Malerei brot. Das ist das Wesen der ganzen faiserlichen sozialen Fürsorge. Grenzen existiert, dann sind es die langatmigen Berichte, Sigungs-( Dr. Bödler) und im Museum für Bölfertunde Bölfer So gerade und offen konnte das Bürgertum nicht vorgehen. Es protokolle usw., deren Daseinszwed fich meist darin erschöpft, un Südamerikas( Prof. Mag Schmidt) ftatt. sprach von christlicher Nächstenliebe, die den Nackten fleiben und gelesen in den Papierforb des Empfängers zu wandern. Mitunter Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen in beschränkter Anzahl erhältlich. den Hungrigen jättigen müsse. Das Wesentliche aber dabei ist, daß aber leuchtet aus dem Grau zehnmal wiedergefauter Phrasen ein „ Gemeinschaft proletarischer Mufitfreunde E. V. Eine Wiederholung der Geber sich einen Gotteslohn verdiente, daß die Armen und Be- Säßchen auf, das mehr über unsere Kultur( oder richtiger: Un des 2. Sinfonietonzerts findet am Mittwoch, ben 30., abends dürftigen gewissermaßen zum Wohltun für den gesättigten Bour- fultur)-Epoche ausfagt als ein didkleibiges Wert. Lohnt es nicht, den 8 Uhr, im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23, statt. Starten geois geboren sind. Nirgends hört man etwas von einem unver Jahresbericht der Effener Handelskammer zu im Borverkauf bei Bertheim, König- und Leipziger Straße, bei Bote u. äußerlichen angeborenen Rechte des Individu lesen um des einen Sages willen: Der Margismus ift ideallos; es Bod, Leipziger Straße, und an der Abendlasse. Kommunale Mehrheiten. Berlin und Wien als Gegenpole. W Zeitungsverbote in Schleswig. Außenpolitische Wirkungen des Ausnahmezustandes. Läter fremde gewesen feien. Nachdem die Schüsse gefallen waren und Hilferufe ertönten, eilten die jungen Burschen wieder zurück und fanben Glich tot in feinem Blute liegen. Sie nahmen die Leithe, bei Mit zwei Stimmen wehrheit hat glücklich die Berfiner Das Abkommen zwischen der deutschen und der dänischen Eo- der die Aktentasche fehlte, während die Brieftasche noch vorhanden Stadtverordnetenversammlung in der entscheidenden Abstim- zialdemokratie erscheint gerade von dänischer Seite um so gerecht- war, mit nach Niedermendig zum Hospital, wo heute die Obduktion stattfand. mung der für die Ausbalancierung der Berliner Stadtfinans fertig er, wenn man sieht, mit welchen Mitteln gewisse kleine Kreise zen unentbehrlichen Erhöhung der Grundsteuer auf 100 Proz3. die dänischen Expanficnst estrebungen südlich der Grenze betreiben. Der bayerische Wahlkampf. zugestimmt. Wenige Stunden vorher hatten alle bürgerlichen Unter anderem werden im deutschen Schleswig drei dänische Parteien bestimmt erklärt, daß sie die zwischen den bürger- 3eitungen in deutscher Sprache herausgegeben, die die ausge- München, 25. Januar. Zum ( Eigener Drahtbericht.) lichen Parteien und der Sozialdemokratie vereinbarten Steuer- sprochenen Absichten verfolgen, Deutschsprachige für Dänemark zu 28. Januar, dem Beginn der Einzeichnung in die Liste der Baye porlagen annehmen würden, aber am Abend hatte bereits der gewinnen. Das Unternehmen erscheint nicht sehr aussichtsreich, und rischen Volkspartei, betr. die beiden Boltsbegehren, verheilige Egoismus" und die Angst vor der Wahlfonkurrenz menn fich wirklich einer oder der andere deutsche Schleswiger für öffentlicht die Londesvorstandschaft der Boltspartei einen Aufdes Nachbars die verschiedenen Fraktionen des Bürgertums die Sache des dänischen Nationalismus gewinnen laffen sollte, fo ruf an das Bolt, der schon in feiner Einleitung eine böswilliga mieder auseinanderbugsiert. Mit Recht weist der volts wird das gerade auf deutscher Seite niemond bedauern; denn an ihm 3rreführung der breiten Volksschichten bedeutet, bei denen man parteiliche Berliner Stadtfämmerer Dr. Karding Presse- hat Deutschland so menig verloren wie Dänemark gewonnen. In voraussehen zu fönnen glaubt, daß sie über die inneren Zusammen. certretern gegenüber darauf hin, daß angesichts eines solchen gewiffen nationalistischen Kreisen Schleswigs scheint man jedoch hänge der Bayerischen Voltspartei vollständig im unflaren sind. furzsichtigen Egoismus es für den verantwortlichen diese Gefahr höher einzuschähen. Denn dies: Kreise vermutlich mit demagogischer Hinterhältigkeit wird der Minderheit im baŋeFinanzmann der Reichshauptstadt beinahe zur Unmöglichkeit in Flensburg müssen es gewesen sein, die dem Wehrfreistom. rischen Landtag bestehend aus Sozialdemofraten. Bauernbund und wird, die Geschäfte zu führen. Derselbe Dr. Karding hat mit mando Stet in den Gedanken suggerierten, diese Blättchen unschäd- Kommunisten, unterstellt, daß sie durch ihre Ablehnung des Erbesonderem Nachdruck kürzlich betont, daß in Wien eine lich zu machen, indem man sie verbot mit der Begründung, fie mächtigungsgefezes das Land der Gefahr einer neuen Bapiergeldfichere und gefchloffene sozialdemokratische Mehr hätten auf Losreißung deutschen Gebiets hingearbeitet. Die per- flut ausliefern und überhaupt eine Gefundung des bayerischen heit durch energische Steuerpolitik die Gemeinde vor de m botenen Zeitungen werden nun in Dänemort ebensowenig gelesen Staatshaushalts unmöglich machen wollten. Es ist nicht anzunehZusammenbruch bewahrt und durch den Ausbau der wie wahrscheinlich für gewöhnlich in Stettin. Aber sobald das Ber men, daß auf diesen leicht zu durchschauenden Roßtäuschertric eine fommunalen Tätigkeit dem allgemeinen Wirt bot ergangen war, regte sich sofort ein lebhaftes Interesse in der nennenswerte Zahl von Wählern hereinfallen wird. Gefährlicher [ chaftsleben mächtige Impulse gegeben habe. In reichsdänischen Preffe, man wurde auf die Blätter aufmertjom, ist es schon, wenn sich die Bayerische Volkspartei in der Ausnutzung Berlin haben wir eine bürgerliche Mehrheit, und ihr Berman fah plötzlich Vorfämpfer des Dänentums, die einem neuen der allgemeinen antiparlamentarischen Boltsstimmung in die Loga fagen liegt offen zutage. Das Bürgertum ist viel Röllerfurs zum Opfer fielen. des einzig wahrhaften Boltsfreundes hüllt, indem sie leicht start genug, bei bestimmten Machtsragen seine Mehrheit Die unterdrücken Blätter haben unmittelbar eine von ihnen sagt:„ Eine Landtagswahl alle vier Jahre und dann vier Jahre auszunuzen, es versagt vollständig, wenn es an den poi verlangte Loyalitätserklärung dem Reichswehrministerium gegen- lang fchlafen oder höchstens über den Landtag schimpfen, wie bisher tiven Aufbau der Gemeindearbeit gehen soll. über abg ben, die Aufhebung des Berbots erfolgte trotzdem nicht, üblich, ift teine wirtliche Mitwirkung des Boffes an der Führung Immer wieder fiegt primitiver Gruppenegoismus und Frat- weil zwei der Redakteure in Bersammlungen, die gegen das Verbot der politischen Geschäfte" Eine direkte unwahrheit aber ist es, zu tions- und Kirchtumshorizont über die Interessen der Ge- Etellung nahmen, aufgetreten waren und die Militärbehörden darin behaupten, daß dem bayerischen Bolt seine jeßige Verfassung aufmeinde und der Gesamtheit. Bolksparteiliche Kämmerer fie- eine Durchbrechung der Lonclität sahen. Jetzt scheint auch der gedrängt worden sei. Denn es ist eine von feinem der Führer gen nicht umsonst ununterbrochen mit Boltspartei, Wirtschafts- deutschen Regierung das Unhaltbare des Verbots flargeworden zu der Bayerischen Boltspartei jemals bestrittene Tatsache, daß die partei und ähnlichen Gruppen im Kampf um die Bewilligung fein. Der Kopenhagener deu sche Gesandte v. Mutius ist nach Bamberger Verfassung unter der bestimmenden Mitwir notwendiger Einnahmequellen. Auf der anderen Seite fehlt Berlin gereift und mon muß diese Reise mit dem Berbot in Ber- tung und der geschlossenen 3 ustimmung der Bayerischen der deutschen Arbeiterschaft die Geschlossenheit, die in der bindung bringen Hoffentlich gelingt es den Zivilbehörden, diesen Boltspartei zustande gekommen ist. österreichischen Hauptstadt so segensreich gewirkt hat. Die politischen Mißgriff des Militärs noch in letter Stunde im Interesse Kommunisten scheiden von vornherein für jede ernste fortgesetter guter Beziehung zu Dänemark zu beseitigen. Kommunalpoliit aus und zwingen dadurch die Sozialdemo fratie, die eigentliche Trägerin des Gemeindegedantens zu immer erneuten und mühsamen Verhandlungen mit den bürgerlichen Bartelen. Eisenbahn und Post. Neue Betriebsformen. Mit diesem Manifest hat der Wahltampf in Bayern offiziell begonnen. Aufmachung und Inhalt geben einen Borgeschmack deffen, was man von der Bayerischen Bollspartei, die auf diese Weise das glänzende Fiasto ihrer bald Dierjährigen Regierungspolitit verschleiern will, zu erwarten hat. Boehner erkrankt. * Das Bürgertum, das in Sachsen in den Gemeinden einen Aus wirtschaftlichen und politischen Gründen sollen Sieg erfochten zu haben glaubt, wird sehr bald merken, daß Eisenbahn und Bost neue Betriebsformen erhalten. Den München, 25. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Oberlandes es ohne die Arbeiterschaft, ohne die Unterstützung und Mit Berhandlungen, die zurzeit der Reichsverkehrsminister und der Reichs- gerichtsrat Boehner ist an einem Magen- und Darmleiden der arbeit der Sozialdemokratie weder Gemeindefinanzen in Gang postminister mit den Regierungen der Einzelländer führen, art schwerertrantt, daß er zur klinischen und Röntgenbehand halten noch überhaupt die Interessen der Kommunen wahr liegt ein Projekt der Reichsregierung zugrunde, das für beide, Eisen- fung aus der Haft in eine Privatflinit übergeführt wurde. zunehmen imftande ist. Nach außen hin muß diefer Kampf bahn und Post, den gemischtwirtschaftlichen Betrieb der Parteien den Gedanken der Selbstverwaltung aurs Dorsieht. Zu diesem Zwede wird die Reichsbahn aus der starren In Nürnberg ist unter dem Namen Deutsche Arbeiterpartel schwerste schädigen. Es ist für die Zukunft der Selbstverwal- Bindung mit dem Reichshaushalt herausgenommen, um ihren Be- eine neue deutschvölkische Organisation ins Leben ge tung der deut chen Gemeinden von äußerster Wichtigkeit, ob trieb vollständig nach faufmännischen Grundsägen rufen worden, die ihre Beteiligung an den politischen Wahl' n an sich ihrer Verantwortung bewußte Gruppen führen zu fönnen. Diese Führung geschieht durch ein Direktorium, fündigt. Letztere dürfte wohl im Rahmen des sogenannten völlischdes Bürgertums mit der Sozialdemokratie zusammen- das sich zusammenfeßt aus einem viergliedrigen Berwaltungsfozialen Blods erfolgen. tun, um die Geschäfte zu führen. In Berlin hat es an dieser rat und einem zehngliedrigen Aufsichtsrat. Im VerwaltungsEine Stimme der Ermunterung. Zusammenarbeit bisher immer gefehlt, weil auch die linken rat follen vor allen Dingen die vor dem Kriege Eisenbahnen beGruppen des Bürgerblods vom Bürgerblodgedan fizenden vier großen Länder( Preußen, Bayern, Sachsen und Die französische Sozialdemokratie und das Saargebiet. fen nicht lostommen fönnen. Erst in allerlegter Zeit, Württemberg) vertreten sein. Die Frage, wie und ob in diesem Saarbrüden, 25. Januar.( Mib.) Der Führer der franzöfifchen bei der Wahl des Vorstehers und jetzt bei der Verabschiedung Berwaltungsrat auch die kleinen Staaten mit ehemals eigenen fozialistischen Rammer fraktion, Leon Blum, hat an den Chef der Steuervorlagen hat sich eine Zusammenarbeit zwischen Eisenbahnen vertreten sein sollen, ist noch nicht geklärt. Durch Sib rebatteur der sozialbemotratifden„ Saarbrüder Sozialdemokratie, Rentrum und Demokraten aus der fachlichen und Stimme im Aufsichtsrat soll auch die Privatwirtschaft zur 2018 ft imme" anläglich der bevorstehenden Landesratewahlen Notwendigkeit, die Gemeinde nicht im Stich zu laffen, ergeben. Geltung fommen. Dieses Direktorium ist eine eingetragene Gefellim Saargebiet ein Telegramm gerichtet, in dem er mit den besten Ein großer Teil der Bolkspartei gab durch Stimmenthaltung schaft mit den Rechten einer juristischen Person. Seine Ernennung wünschen für die Wahlen die faarländische Bevölkerung zu verstehen, daß er die Notwendigkeit einer solchen 3ufam ist ausschließlich Sache der Reichsregierung. Der Reichstag wird des entschiedenen Eintretens der französischen Sozialisten und der menarbeit einfieht. Werden die bürgerlichen Parteien aus den feines Rechtes der Budgetbewilligung entfleidet und hat nur mehr Mehrheit des französischen Volfes für das Selbst bestimmungsVorgängen lernen? Werden sie den Mut finden und gegen beratendes Recht. deutschnationale und wirtschaftsparteiliche Demagogie mit- Die bayerische Regierung soll bereits durch ihren Handels. recht des Saarvoltes verfichert. arbeiten, statt zu sabotieren? Die Stadt muß leben und zu minister im allgemeinen ihre Zustimmung zu dem Plan der Reichs. neuer Blüte tommen, wenn nicht die Wirtschaft in regierung ausgesprochen haben. Eine endgültige Zustimmung der Berlin Schaden leiden soll. Werden die Mittelparteien en danderen in Frage tommenden Staaten liegt bisher nicht vor. lich den Mut finden, Steuern zu bewilligen und Unpopularität nicht zu scheuen? Vielleicht könnte dann endlich auch in Berlin wenigstens etwas geleistet werden. Kommunistische Opfer. Aus Oldenburg wird uns geschrieben: Die Botschafter bei Macdonald. London, 25. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Ramsay Mac donald empfing Freitag nachmittag nacheinander die Botschafter Belgiens, Brasiliens, Japans, Deutschlands, Frankreichs, Italiens und der Vereinigten Staaten in Eonderautienzen. Die Frage der Verbindung der Völkerbund angelegenheiten mit dem Auswärtigen Amt ist von Macdonald sofort in Angriff genommen worden. Lord Barmoor, der neue erste Vertreter Großbritanniens im Böllerbund, hat sich bereits im Auswärtigen Großbritanniens im Bölferbund, hat sich bereits im Auswärtigen Amt niedergelaffen. und zweitens auf Grund diefer Zulassung zu erwirken, daß die Frage der Sicherheit Frankreichs dem Bölkerbund übertragen werde. Dabei fönnten besondere Garantien Großbritanniens als Ergänzung des Bölkerbundpattes in Frage kommen. In diesem Zusammenhang wird als besonders wichtig angesehen, daß auch Lord Gren am Donnerstag die gleiche Anregung des Eintritts, Deutschlands in den Völkerbund gemacht hat und Großbritannien Frankreich gewisse Garantien für seine Sicherheit anbiete. Es wird versichert, daß Gren diese Stellen seiner Rede mit Lord armoor, dem neuen Kabinettsmitglied und fünftigen Bertreter Englands im Völkerbundsrat, vorher verein. Neuwahlen der Gemeindeparlamente. Die hiesige Straftammer hat in den letten Tagen 16 Arbeiter zu mehr oder weniger schweren Gefängnisstrafen verurteilt. Der Breußische Landtag hat durch Verabschiedung eines Uran- Der auf Landfriedensbruch lautenden Anklage lag folgende trages der Koalitionspartelen die für die Regelung der bevorstehen Ursache zugrunde: Ende Oktober und Anfang November v. 3. wurden den Neuwahlen zu den Gemeindevertretungen in Preußen notwen- von fommunistischer Seite Aufforderungen erlassen, in den Ge London: 25. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Das Intereffe ber digen Bestimmungen endgültig angenommen. Nach dem neuen neralstreit zu treten und sich Waffen anzueignen. Diese Auf- politischen Kreise wendet sich in zunehmendem Maße den außenpoli. Gefek. bas als eine Novelle zu dem Gesetz über die oorforderung wurde als Antwort auf den Einmarsch der Reich stischen Absichten der Regierung Macdonald zu. Dabei spielt die läufige Regelung der Gemeindewahlen Dom wehrtruppen in Thüringen und Sachsen bezeichnet. Frage der Anerkennung Sowjetar ußlands insofern eine 9. April 1923 anzusehen ist, sollen die Gemeindewahlen bis Bon Oldenburg aus wurden u. a. an die einzelnen Bertrauensleute untergeordnete Rolle, als ihre Regelung fehr schnell und einfach erzum 1. Juli 1924 stattfinden. Den genauen Termin wie die im Lande durch Boten Briefe geschickt, in denen es hieß, daß in folgen dürfte: England wird ledig'ich das Agrement für O'Grady Ausführungsbestimmungen erläßt der preußische Minister des der Stadt Oldenburg die Arbeiterschaft die Reichswehr als Botschafter in Moskau nachsuchen und damit wird der ent Innern. Von der Vornahme der Gemeindewahlen werden in Ab- im Kampfe geschlagen habe und über die staatliche Macht scheidende Schritt für die Anerkennung bereits vollzogen sein. An änderung des früheren Gesetzes diejenigen Gemeinden ausgenommen verfüge. Auf Grund eines solchen Briefes legten die Industriearbeiter der Zustimmung der Sowjetregierung zu der Person O'Gradys wird nicht rezweifelt. die nach dem 1. Januar 1923 neu gewählt haben. Außerdem ist in einigen umliegenden Orten die Arbeit nieder, zogen in Trupps Es wird versichert, daß Macdonalds Absichten zur Regelung die Bestimmung, daß die Neuwahlen für die Stadtgemeinde Berlin aufs Land, ließen sich zu Drohungen und Gewalttätigkeiten hinreißen der europäischen Fragen dahingehen, erstens die Zulassung nach dem besonderen Groß- Berliner Gesetz im Herbst 1925 vorge und eigneten sich mehrfach auch widerrechtlich Waffen an. Natürlich Deutschlands in den Bölferbund von Poincaré zu erzwingen nommen werden sollen, indirekt dadurch erneut bestätigt, daß Berlin war von dem über Oldenburg Gesagten nicht das geringste wahr. auf Antrag des Zentrums, der Demofraten und Sozialdemokraten Das Endergebnis der Dinge war nun die Berurteilung von zwölf von der Wirkung des Gesetzes ausdrücklich ausgenommen ist. Im Angeklagten zu je vier Monaten Gefängnis. Wegen schweren Landübrigen enthält das neue Gefeß, da die neue Städteordnung im mer friedensbruch wurden zwei weitere Angeklagte zu je anderthalb noch nicht fertiggestellt ist und ihre Verabschiedung immer zweifel Jahren und zwei zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt. Unter hafter wird, zum erstenmal auch für die Gemeinden die grundfäß den Berurteilten find mehrere fommunistische Vertrauensliche Festlegung der vierjährigen Wahlperiode. Wir leute. Einer von ihnen, der seinerzeit den Brief nach dem Eisen werden also in Preußen damit zu rechnen haben, daß für den hüttenwert Augustfehn überbrachte, war„ Obmann des tommunisti. größten Teil der Gemeinden alle vier Jahre an einem Tage gewählt schen Kurierdienstes". mird, während ein fleinerer Teil die Gemeinden, die 1923 Wahlen gehabt haben, vier Jahre nach diesen letzten Neuwahlen Wieder ein Separatistenführer erschossen. tart habe. wieder wählen müssen. Die sonstigen Bestimmungen enthalten teine wesentlichen Wenderungen der im April 1923 beschlossenen porläufigen Regelung. Es sind lediglich die Bestimmungen über die gegen 10 Uhr wurde der Separatistenführer Glich aus Bell London, 25. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der ebemalige Auslegung der Bürgerliste genauer gefaßt. Sie muß stets fünf 3rlichen Nieder- und Obermendig ermordet. Er ist von acht Schaktanzler MacKenna, Borfißzender des zweiten Sachber Wochen vor dem Wahltage zwei Wochen lang öffentlich austiegen. Angeln getroffen worden. Der Getötete trug selbst einen ent- itändigenausichuiles, der Revarationsfommission( deutiche KapitalAuch nach Schluß der Bürgerliste fann Wahlberechtigten, wenn sicherten geladenen Revolver bei sich. Glich tam von einer fepa- flucht), fagte heute auf der Jahresversammlung der Midland- Bank, Er war der An- er frente fich, in der Lage zu sein, feiner lleberzeugung Ausdruc threm Einspruch stattgegeben wird, durch Erteilung eines Wahl- raliffifchen Propagandareise von Adenau. Während der Sepa- zu geben, daß die Arbeiten des Ausicbuffes erfolgreich fein würden fcheines die Ausübung des Wahlrechtes ermöglicht werden. Die führer der hiesigen Separatistenaffion. Bestimmungen über die Festsetzung des Wahlergebnisses sind durch ratistenherrschaft fungierte er als Landrat des Kreises Mayen. und daß der Bericht des Ausichuffes, falls fich feine Hoffnungen einen Zusatz präzisiert, der Zweifel über die Berteilung der Rest. Während dieser Zeit ließ er sieben Trillionen Mart Geldscheine erfüllten, zu einer Beiftesänderung in der Bebandlung der Eine solche Aenderung set in ftimmen ausschließen soll. Im übrigen bleibt es bei den allgemei- bruden, die hier unter dem Namen„ Glich- Geld" bekannt sind. Der Steparationsfrage fübren würden. nen Wahlbestimmungen, die das unmittelbare und geheime Ber. Getötete war von Beruf Badofenbauer. Von dem Täter fehlt bis- der Tat unerläßlich, um einen dauernden Frieder wiederher zustellen. hältniswahfrecht in den Gemeinden vorsehen und die Zahl der Stadtverordneten je nach der Größe der Gemeinden auf 11 bis Zur Ermordung des Sonderbündlers. Das tschechisch- französische Bündnis. 100 Stadtverordnete beziffern. Der Minister des Innern ist ermäch Mayen, 25. Januar.( l.) Die Untersuchung in der Mordfache In Paris unterzeichnet. tigt, das frühere Gefeß vom April 1923 in der durch die neuen Blich hat bisher ergeben, daß es sich um einen politischen Mord Abänderungen gegebenen Fassung neu bekanntzugeben. handelt. Der Täterschaft verdächtig find zwei auswärtige Leute, Paris, 25. Januar.( Eigener Drabtbericht.) Der Bündnis. die Glich am Bahnhofsausgang in Niedermendig erworteten und ihm vertrag zwischen Frankreich und der Tichechoslowakei wurde am Selpel abgeblikt. Die von der Bundesregierung gegen den bis Obermendig folgten, wo sie die Tat bei hellem Mondschein aus Freitagmorgen am Quai d'Oriah von Poincaré und dem Betrieb des Wiener rematoriums abermals eingelegten führten. Bereits außerhalb von Niedermenbiq hatten fie fich so tichechoslowakischen Außenminister Dr. Beneid, der feit Donner 8. Beschwerden sind von dem zuständigen Gericht zurüidgewiefen nahe an Glich heronaemacht, daß junge Burschen, die, von Ober- tag in Baris meilt, feierlich unterzeichnet. Der Wortlaut soll erst worden. Der Betrieb des Krematoriums wird demzufolge aufrecht- mendig fommend, Glich und seinen Berfolgern begegneten, gaubten, am Sonntag veröffentlicht und im Sekretariat des Böllererhalten. die brei gehörten zusammen. Sie sagten übereinstimmend, daß die bundes deponiert werden. Mayen( Bez. Koblenz), 25. Januar.( T.) Gestern abend her jede Spur. Mac Kenna optimistisch. Gewerkschaftsbewegung Laßt unsere Jugend nicht zugrunde gehen! mehr als ein fait ige linterfelling, ber„ Bormärts", ben Politik der Schwerindustrie. Im Preußischen Stoatsrat stand die Erwerbslofenfürsorge zur Debatte. Das Ergebnis der Aussprache bestand in der Beauftragung des Hauptausschusses, die Frage weiter zu flären. In der Aussproche führte der bekannte Großindustrielle Beter Klöckner aus: Die deutsche Wirtschaft liege wie ein aus hundert und mehr Spenden nehmen entgegen: Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 ( Bankkonto: Fr. Bartels, Juchacz, Disconto- Gesellfchaft- Depofitentaffe, Berlin S 68, Cindenftr. 3).Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Berlin SW 68, Lindenstr. 3.( Poftichedfonto: Rich. Lohmann, Berlin SW 68, Nr. 155 468; Postichedamt Berlin Nw 7.) und werben. Die diefes Organ einer als das sogenannte" Blatt der Berliner Arbeiterschaft zu bezeichnen beliebt, wage es nicht, auch eine minder flug abgefaßte Resolution zu veröffent lichen, richtet fich damit von selbst. Die Wirtschaftslage im Ruhrgebiet. Bunden aus dem Ruhrkampf blutender Löwe am Boden. Die Gebt für die Kinderhilfe der deutschen Arbeiterschaft! stehenden Schwierigkeiten im Absah lediglich eine Tariffrage sein, Micum- Berträge belasteten die westdeutsche Industrie monatlich mit einer Ausgabe von 80 Millionen Goldmort, die Kohlengruben allein mit 55-60 Goldmillionen. Die Unternehmer hätten die Eisenpreise dem Friedensstand, die Kohlenpreise den eng. lischen Preisen angepaßt. Die Löhne seien an Rhein und Ruhr nicht niedriger als im übrigen Deutschland. Der Unter nehmer verliere bei den heutigen Preisen und unter Einhaltung der Bereinbarungen über Löhne und Arbeits zeit 20 bis 30 m an jeder Tonne Eisen. Unsere Unsere Lage ist heute so, daß wir arbeiten müssen, wenn wir nicht untergehen wollen. Die Unternehmer fennen feinen achtstündigen Arbeitstag. Nur durch ihre Arbeit sind sie groß geworden." Die Unternehmer hätten durch die von ihnen durchgeführte Lebensmittelverbilligung erreicht, baß Köln innerhalb 14 Togen Don der teuersten zur billigsten Stadt Deutschlands geworden sei. Dazu bemerkt der Deutsche", das Organ Stegerwalds, der, wie Klöckner, dem Zentrum angehört: Der Bochum, 25. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Lage Im Bergbau soll jeht durch erhebliche Gütertarifermäßigungen gebeffert werden. Nach Mitteilungen von Unternehmerseite sollen die be was natürlich unzutreffend ist. Indessen ist man im Reichsverkehrs. ministerium bereit, den Wünschen der Bergbauindustriellen entgegen. dauernde Geldentwertung der Betrag, der zu zahlen war, vollstän- zukommen und mindestens für die Zechen des Ruhrgebiets wesent Die letzte Frachtermäßigung dig wertlos geworden ist, verlangte der Vertreter der betreffenden fiche Erleichterungen zuzugestehen. Arbeitnehmer eine Bezahlung der Auswärtszulage nach den zurzeit erfolgte im Dezember o. 3. und betrug 8 Proz. Man erwartet, geltenden Beträgen. Dies wurde von den Vertretern der RBD. daß das Reich in Anbetracht der Lasten, die die Ruhrindustrie zu abgelehnt. Nunmehr entschied der Tarifausschuß auch, daß die tragen hat, weitere erhebliche Bergütungen gewährt. Inzwischen Bezahlung aufgewertet zu erfolgen habe. Dieses war am Bezahlung aufgewertet zu erfolgen habe. Dieses war am verschärft sich die Bergbautrife. Auch am Freitag liegen eine große Anzahl neuer Anmeldungen von Feierschichten vor. 27. September 1923. Trozdem eine Entscheidung vorlag, vergrub die RBD. Often die Drud auf die Arbeiterschaft wächst. Bezeichnend für die Lage sind ganze Angelegenheit in den Aftenschrank und erst, nachdem in den die in letzter Zeit sich häufenden Ueberfälle bewaffneter letzten Tagen des Monats Dezember der Reichsverkehrsminister durch Gruppen auf Bolizeipatrouillen, die in Essen, Köniasteele und einen Erlaß angeordnet hatte, daß nachträgliche Zahlungen nicht Bochum Opfer tofteten.- Ueber das Ausmaß der Wirtschaftstrife mehr aufgewertet werden dürfen, übersandte die RBD. Often den des industriellen Westens informieren die Zustände im Siegener Montanrevier, wo befürchtet wird, daß in turzer Zeit auch der zuständigen Stellen folgendes Schreiben: " Auf den in der legten Sigung des Tarifausschusses abgefchlof- legte hodhofen abgeblasen werden muß. Auch hier Die Micum- Verträge sind von den Industriellen fenen Bergleich haben wir dem Borsigenden des Tarifausschusses werden die Schwierigkeiten auf die hohen Frachten zurückgeführt, allein obgeschlossen worden. Die Industriellen haben es nicht mitgeteilt, daß der Bergleich in der vorliegenden Form für die fo daß man annehmen kann, daß die gesamte Schwerindustrie einen Verwaltung nicht annehmbar ist, da die im Vergleich großen Feldzug gegen die augenblicklichen Frachtsäge der Eisenfür notwendig erachtet, die Arbeiterschaft, die am stärksten durch vorgesehene Angleichung der zu zahlenden Beträge an die bahn vorbereitet. Interessant dabei ist übrigens, daß die Fertiggekürzte Löhne und längere Arbeitszeit die Lasten dieser Berträge Gelbentwertung nach Artikel 7 der 12. Eraänzung des Be- industrie sich neuerdings wieder schärfer als zuvor gegen die Preiszu tragen hat, an den Berhandlungen zu beteiligen. Ob die foldungsgefetes( RB2B1. Nr. 93/1923 Ifd. Nr. 720), von dem wir politif des Roheisenverbandes wendet, dem man eine verschleierte Micum- Berträge die von Klöckner genannte Belastung gebracht eine beglaubiate Abschrift beifügen, nicht zulässig ist. Preispolitik vorwirft. haben würden, wenn man arbeitgeberseitig die Arbeiter als Im übrigen sind wir bereit, den eBrgleich anzunehmen und die gleichberechtigt zu den Berhandlungen hinzugezogen hätte, ist zu Auswärtszulagen und die Lohnzuschläge gemäß§ 15 des LTB. bis Schiedsspruch in der Nuhr- Maschinenindustrie. prüfen. Bestimmt ist aber, daß ben gegenwärtigen Arbeitskon zur Höchstdauer von drei Wochen zu den damals geltenden fliften zu gutem Teil durch ein solches Beginnen vorgebeugt wor- Gägen nechzuzahlen. Die Auswärtszulage betrug für die Reit und Staatskommissars fällte folgenden Schiedsspruch: 1. Der Lohn Ein Schiedsgericht unter dem Vorsiz des Vertreters des Reichs. com 15. Februar bis 28. Februar bei einer Ausbleibezeit von über Klöckners Ausführungen verraten im sonstigen eine an acht Chimben 4000 m. und in der Zeit vom 1. März bis 30. Avril beträgt in der Spike A für Facharbeiter der Maschinenindustrie Hochmut grenzende Ueberhebung des Unternehmer- 5000 m. für den Tag. Im höchsten Falle würde sich also der Be- 50 Bf. die Stunde, B für angelernte Facharbeiter 45 Bf., C für tums. Ohne die Mitarbeit des legten Arbeiters trag von 18 × 5000 90 000 m. für einen Arbeiter ergeben. Bei männliche Hilfsarbeiter 40 Pf., D für weibliche Hilfsarbeiter 28 Pf. bedeutet alle Unternehmertätigkeit nichts. Der der Mehrzahl der Arbeiter errechnen sich aber bedeutend geringere 2. 3iffer 4-6 des Schiedsspruchs vom 3. Januar 1924 finden Anungelernte Schwerarbeiter, der tagtäglich bei farger Entlohnung Beträge, da sie weniger als drei Wochen auswärts beschäftigt waren. wendung.( Diefe lauten: Biffer 4: Die Akkordsäge sind so zu be feiner Arbeit unverdrossen nachgeht, der Mühe hat, seine Familie Im Hinblick auf die Tatsache, daß die nachzuzahlenden Beträge messen, daß die Akkordarbeiter bei voller Leistung 10 Broz. mehr nur notdürftig zu ern ihren und der am Lebensende nicht auf in gar feinem Verhältnis zu der Mehrarbeit stehen, verdienen als die Zeitarbeiter diefer Gruppe. Ziffer 6: Die SozialRuhin und Ehre, geschweige denn auf ein den Kindern zu hinter- und da es fassentechnisch vielfach unmöglich ist, die nach 3 u zulage beträgt 50 Pf. für die Woche.) 3. Ueber die in§ 1 der Ver toffendes Erbe zurüdsehen kann, verdient zumindest die gleiche Anerkennung wie die 15 Stunden„ arbeitenden zahlenden Beträge in Goldpfennige umzurechnen, ordnung vom 21. Dezember 1923 vorgesehene Arbeitszeit hinaus wird in der einzelnen Lohnwoche eine Mehrheit von acht Stunden erscheint es uns zweckmäßig, von der Nachzahlung gana geleistet. Hinsichtlich der Vergütung dieser acht Stunden wird an Unternehmer. Der am Kotsofen stehende Arbeiter leistet sicher abzusehen.. in at Stunden der Boltswirtschaft einen Der Dollar stand Ende März 1923 auf 20 975 R., umgerechnet genommen, daß die tariflichen Zuschläge in den jeweils festgesetzten größ ren Dienst als der Unternehmer, der täglich 15 Stun in Goldmart hätten die in Frage kommenden Arbeiter einen An- Lohnfägen enthalten sind. Die Verteilung auf die einzelnen Arbeitsden und mehr darauf bedacht ist, durch sogenannte Transektionen spruch auf rimb 18 Goldmart. Die RBD. Often will jekt großmütig tage bleibt jedem Betrieb im Einverständnis mit den gefeßlichen Geld zu verdienen. Die Tätigkeit, die der Arbeiter na d0 000 000 002 6 m. bezahlen, obgleich ein Grund für die Nichtaus Betriebsvertretungen überlassen. 4. Diese Regelung gilt bis auf den ocht Stunden, die er in der Fabrit oder Grube beschäftigt bezahlung damals so wenig wie heute bestanden hat. weiteres und fann mit halbmonatlicher Frist frühestens zum 1. April 5. Die Erklärungsfrist läuft bis zum ist, noch daheim im Haus und Garten ausübt, ist gleichfalls von Wir erlauben uns nun zum Schluß die Frage, ob der Herr 1924 gefündigt werden. höheren wirtschaftlichen und sittlicheren Wert als die Arbeit" Reichsbahnpräsent der ED. Often nebft seinem Direktionsstab beim 26. Januar 1924, mittags 12 Uhr. Der Schiedsspruch erging mit fo mancher Wirtschaftsführer". Umzug von Charlottenburg nach Frankfurt a. d. D. auch den Stimmen des Vorsigenden und der beiden unparteiischen Beiauf seine Zagegelder verzichtet hat. bzw. ob er fie fich fiber. nach einem Jahre total entwertet auszahlen täht, mas ja einem Berzicht gleichfommt. Wie ein derartiges Borsehen wirken muß, das einem Lohnbetrug gleichkommt, bedarf feiner weiteren Darlegung. den wäre. " Reichlich viel ist es verlongt zu glauben, die Unternehmer ,, arbeiteten" 15 Stunden, um noch Geld zuzusetzen. Wenn nicht der Erfolg ein augenblidlicher ist, dann hofft man ihn doch später noch zu erlangen. Wo aber bleibt der Erfolg fur der Masse der Arbeitnehmer? Wenn Herr Geheimrat Klöckner sich mehr in die Psyche des abhängigen Schnarbeiters hineinzudenten vermöchte und dankbar anerkennen wollte, daß auch sein Wert und fein Reichtum mitgeschaffen wurden durch die Hände derer, die er foft verlegend abtut, dann würde er solche Reden unmög: lich halten tönnen. werden. Zum englischen Eisenbahnerstreit. Ueber den Grund, weshalb das Lotomotiv personal in England in Streit getreten ist, berichtet die Korrespondenz des JGB., Die Kommunisten machen sich selbständig. daß diese Berufsgruppe in den Verhandlungen mit dem nationalen Die Kommunisten beginnen nunmehr, den Zwed der Weimarer Lohnamt fehr schlecht abgeschnitten hat, während sich alle übrigens Kategorien zu den erreichten Resultaten beglückwünschen tonnten. Konferenz zu verwirklichen. Von den wegen ihres organisations: Wenn den Forderungen der Eisenbahngesellschaften voll entsprochen schädlichen Verhaltens ausgeschlossenen Mitgliedern des Buchbinder worden wäre, würde sich der Lohnverlust aller Eisenbahner auf verbandes ist ein neues Berbändchen aus der Taufe gehoben worden. Man könnte dem noch hinzufügen, daß die Klage des Herrn Wahrscheinlich um die Kampffraft der Gewerkschaften zu steigern. 4 Millionen Pfund Sterling pro Jahr belaufen haben. Den Gesell Klöckner, er lege Bel zu, eine von ihm oft und gern gebrauchte Die Herrschaftsgelüfte der Moskaujünger müssen eben befriedigt schaften ist nun faum ein Achtel dieses Betrages zugesprochen worden, doch ein großer Teil dieser Summe entfällt auf das Lokomotiv Redensart ist, die nur von seiner Gedankenarmut zeugt. Die BeDer Buchbinderverband ist nunmehr dabei, feinen Funktionär. personal. Sie werden zwischen 9 und 22,6 Schilling pro Woche hauptung, die Eisenpreise feien heute wieder Friedens förper nach statutarischen Bestimmungen neu aufzubauen, so daß in einbüßen. Die schwersten Berluste erleidet dabei das Lokomotiv preise, entspricht nicht der Wahrheit. Die Eisen- wie die Kohlen- Bufunft eine gewinnbringende Gewerkschaftsarbeit geleistet werden personal der Erpreßzüge. Der Prozentsaz der Betroffenen würde sich preise sind den Weltmarktpreifen angepakt worden, weil fann. So wählte auch dieser Tage eine Branchenversammlung der auf nur 3½ Broz. stellen. Selbst wenn sie aber die Herabſegungen man jetzt wieder mit Mart ohne Risito prämie im Aus- Galanterie- und Holzrahmenarbeiter die Branchenkommission wieder zu ertragen haben, werden sie noch zirka 6 Pfund Sterling pro land taufen tann. Die Löhne aber befinden sich weit neu und beschäftigte sich weiter mit dem neuen Lohnobkommen. Woche verdienen. Bis jetzt gelang es dem Lokomotivpersonal am unter den Weltmarttlöhnen. Aus den gleichen Ursachen besten, die Kriegslohnsäge beizubehalten. Die Löhne dieser Kategorie ist heute Köln billiger als Berlin. Man fann eben aus dem nahen stehen zurzeit 114 Broz. über dem Vorkriegsfag. Belgien und aus Frankreich, wo die Preise niedriger als in Deutschland sind, einführen, seit die Mort stabilisiert ist. Wäre es aber nach den Klöckner und Stinnes gegangen, dann würde die munistische Belle" fann weiter nichts sein als ein Organ zur Ver. Puter zur„ National Union of Railwaŋmen", die den Entscheid Inflation und damit die wahnsinnige Teuerung noch weiter ihr Unwesen treiben. Die Ruhrbefeßung wie die Micum- Berträge sind das Ergebnis der Politik der Schyrerindustrie. An ihren Früchten ist diese Politik zu bewerten. Lohnbetrug bei der Reichsbahn. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern ließen hier wie überall den Einfluß der Unternehmerspikenorganisationen erkennen. die trok Arbeitslosigkeit längere Arbeitszeiten verlangten. Die Abfichten der Unternehmer werden in dem Make durchkreuzt werden, in dem die Buchbinder geschlossen in ihrer Droanilation verharren. Die fom. teidigung der Unternehmerinteressen. „ Selbst der„ Vorwärts" 59 000 Lokomotivführer, Heizer und Buyer gehören zur„ Aſſo ciated Society of Locomotive Engineers and Firemen, die den Streit eingeleitet hat, zirka 20 000 Lokomotivführer, Heizer und des nationalen Lohnamtes angenommen hat und sich deshalb am Streit nicht beteiligt. Sierzu 1 Beilage. Die Direktionen der Eisenbahngefellschaften baben auf Grund der Bermittlungsaition des neuen Ministers des Innern, Henderson, In Nr. 19 des„ Borwäris" berichteten wir über eine Rundene Sigung abgehalten, doch wurde fein Beschluß gefaßt. Die gebung der Banfangestellten. Unser Bericht umfaßte Stimmung, die in der Sigung zum Ausdrud fam, fann jedoch als 70 Beilen, in denen die Ausführungen der beiden Referenten verföhnlich bezeichnet werden und man hofft, daß die BerhandBom Deutschen Eisenbahnerverband wird uns geschrieben: wiedergereben wurden. Schon mit Rücksicht auf unsere Raum- lungen in Kürze in Gang fommen werden. Bor fast einem Jahre kommandierte die Bahnmeisterei 1 verhältnisse konnten wir die Entschließung nicht mit übernehmen. AA- Funktionäre der Metallindustrie. Sonntag vormittag 10 Uhr in ber ( Rüftrin) eine Anzahl Arbeiter nach der Bahnmeisterei 2( Münche Unter Bericht schloß daher mit dem Sage:„ Unter lebhaftem Bei- Brauerei Rönigstadt, Schönhauser Allee 10-11. berg) ab, ebenso wurde eine Anzahl Arbeiter, zirka 15 Mann, von fall nahm die Versammlung eine im Sinne der Referenten gehaltene der Bahnmeisterei 1( Landsberg) nach der Bahnmeisterei 2 in Biek Entschließung an". Berantwortlich für Politit: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saterans; auf zwei bis drei Wochen abfommandiert. Trotzdem der§ 11, fo„ Der deutsche Banfangestellte, das Organ des Gewerkschaftsbewegung: F. Estora; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karfiäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich) in Berlin. wie§ 15 des Reichslohntarifvertrages den Abkommandierten eine Algemeinen Verbandes der deutschen Bantangestellten, für dessen Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Auswärtszulage aufprechen, lehnten es zuerst die Dienst Redaktion Rarl Emonts verantwortlich ist, berichtet über diese und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co.. Berlin S. 68.. Lindenstraße& stellen, später auch die RBD. Often ab, irgendwie Auswärtszulagen Rundg bung vom 10. Januar in seiner Nummer 2 vom 24. Januar zu zahlen. Darauf wurde der Fall dem RBM. unterbreitet. Die mit folgender Einleitung: zuständigen Referenten des RBM. stellten sich ebenfalls auf den Standpunkt, daß den Arbeitern unbedingt die Auswärtszulage zu „ Die bürgerlichen Zeitungen, die jeden Klatsch) und Tratsch in ihren Sralten nicht genug breitzutreten wiffen, haben von zahlen sei. Anders die RBD. Often. Sie berief zum 14. April 1923 der am 10. Januar stattgefundenen Riefenversammlung der Bantdie Vertreter der vertragschließenden Organisationen zu einer Sigung angestellten Groß- Berlins, trog redhtzeitiger Einladung, feinerein und versuchte, die Vertreter gegeneinander auszuspielen. Da lei Notiz oenommen. Selbst der Berwärts", dos fogenannte bei wurde erklärt, daß eine Anweisung vom RBM. noch nicht vorBlatt der Berliner Arbeiterschaft, der als einzige Zeitung einen liege. Zur Sache selbst vertrat der zuständige Vertreter der RBD. Berichterstatter entfandt hatte, wagte es nicht, die in der Verden Standpunkt, daß die Ansicht des Herrn Dr. Roser in seinem Kommentar zum Tarifvertrag eine irrige fei, obgleich Geheimrat fammlung angenommene Resolution zum Abdrud zu bringen. Dr. Roser selbst die Verhandlungen über den Reichslohntarifvertrag Das Blatt gibt dann einen Bericht wieber, den es ber ständig geleitet hat. Der Streitfall wurde dem Tarifausschuß BS.- Korrespondenz für die Presse übermittelt hatte. Dieser Be der RBD. Often unterbreitet. Dieser stellte sich ein mütig richt umfaßt 24 Beilen, etwa 20 Borwärts"-Zeilen. Die Resoauf den Standpunkt, daß die Arbeiter Anspruch auf Aus lution ist in weiteren 23 Zeilen wörtlich wiedergegeben. Sie ent märtszulage haben. Nur für welche Zeisdauer diese zu zahlen hält nicht eine einzige spezielle Forderung der Bantange fei, konnte er nicht entscheiden, und er schlug den Vertragsparteien stellten, sondern nur die allgemeinen wirtschaftlichen poli vor, sich in Verhandlungen darüber zu einigen. Da nun durch die tischen Gegenwartsforderungen, die im Bor märts" tagtäg-| NEUE A BC Anuenu Süßftoff to te! Probeschachtel 5 Pfg. Hautjucken, Flechten, offene Füße( Krampfadern) auch veraltete Wunden heilt die milde und wohltuende, seit Jahrzehnten à Gmk. 2- u. 3.80 franko. Elefanten Apotheke, Beriin SW., bewährte San. Rat Dr. Strahl's Haussaibe Ori inal- Dosen Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz. WELTBEKANNTE BATSCHARI QUALITÄTSMARKEN Fiat White Star Eden PUNONNY Nr. 4341. Jahrgang Beilage des Vorwärts Auf den Pfaden der Taschendiebe. Hyänen des Verkehrs. Nur die Großstadt ernährt sie. Es gibt heute noch Naturvölfer, bei denen der Diebstahl erlaubt ister gilt als Zeichen besonderer Gewandtheit. Der moderne Mensch hat scheinbar viel von der Naivität seiner Borahnen eingebüßt: für ihn ist der Verbrecher je gewandter, desto gemeingefährlicher. Der Taschendieb aber ist unter allen Dieben derjenige, ber es am meisten mit dem Taschenspieler hält:„ Geschwindigkeit der es am meisten mit dem Taschenspieler hält:„ Geschwindigkeit ist teine Hererei" lautet sein Wahlspruch. Charakterzüge. Man tritt dem deutschen Michel vielleicht nicht zu nahe mit der Behauptung, daß er zu diesem Berufe sehr wenig Eignung aufweist. Möglich, daß er als Tascherbicb zu plump ist, zu ungelent, zu wenig geschmeidig, nicht genug Schauspieler. Bielleicht liegt ihm auch nicht die zynisch offene Art, mit der er seinen Opfern etwas vor machen muß, um zum Ziele zu kommen. In der Regel find die Taschendiebe tipptopp gefleidet, mit tadellosen und ansprechenden Manieren, zuvorkommend, liebenswürdig, freundlich, oft gemütlich, mit einschmeichelndem Wesen. Sie gleifen ebenso leicht in die Seele ihrer Mitmenschen hinein wie in deren Taschen. Das bringt ihr Handwerk mit fich. Sie stellen dem Opfer das Bein, so daß es strauchelt, und helfen ihm dann auf die Beine. Sie treten zuvor tommend beiseite und lassen einen vor, um die Taschen zu ents Leeren. Sie bemühen fich nirgends anzustoßen, um sicherer zu fahren. Sie sind auch gute Menschentenner und befigen Scharf blid: fie miffer. genau, wo was zu holen ist, unterscheiden den ProDinzler von dem Hauptstädter, den nur gut Getleideten von dem mit Celd Beladenen, tennen die Gewohnheiten ihrer Opfer. Ge Scheit und intelligent, von verblüffender Geistesgegenwart und Schlagfertigkeit, find fie gleichzeitig frech- dreift bis zum 8ynismus. Diebesschulen und Jugendliche. Wie bei Afrobaten und Taschenspielern heißt es auch hier: Frühe übt sich, wer ein Meister werden will. Geschäftstüchtige Senioren des Handwerks sorgen deshalb für Nachwuchs. So gab es und gibt es wohl noch heute in vielen Hauptstädten DiebesSchulen. Fünfzehn solcher Echulen wurden vor einigen Jahren von der Londoner Polizei in rerschiedenen Stadtteilen im Laufe Don 7 Monaten entdeckt. In Japan hat es eine originell und meilangelegte Diebesschule sogar zu großer Berühmtheit gebracht. Oft beginnt aber der Taschendieb auch ohne spezielle Schulung seine Laufbahn sehr früh. In den Straßenbahnen Mostaus fonnte man einen achtjährigen Jungen beobachten, der seine ersten Diebesschritte unter der Leitung seines sechs Jahre älteren Bruders machte. Niemard ahnte, daß diefer Dreifäsehoch, der so geschmeidig hin und her huschte, seine dünnen Fingerchen in die Gefäßtaschen Der Männer hinabgleiten ließ, die Handtaschen der Damen öffnete oder das von seinen Komplicen gestohlene Gut on fich nahm. Erst vor kurzem wurde von einem älteren Mann und zwei Jungen berichtet, die auf einer Berliner Straßenbahn feftaenommen wurden, ebenso auch von einem 33jährigen, der als 11jähriger Junge seine Laufbahn begann und dann für längere Reit nach Amerita gegangen war.( Wulffen erzählt von einem 13jährigen russischen Knaben, der es zu solcher Gewandtheit gebracht hatte, daß er selbst im Gerichtsfaal von den ihm vorgelegten Gegenständen einige Kleinigkeiten ftahl.) Während der Kriegszeit waren es Hunderte von ha'brichtigen Burschen, die an den Straßenbahnen und Bahnhöfen in kleinen Banden von 4 bis 5 Mann arbeiteten". Sie drängten sich an die überfüllten Tramwagen und machten hier leichte Beute. Es war wie eine psychische Infektion. Taschendiebes Glück und Ende. Wie wird gestohlen? Sonnabend, 26. Januar 1924 irgendeiner nachdenklichen Minute von fleinmütiger Schwäche oder seelischer Erleuchtung: Habe ich denn nicht auch anders meinen Lebensweg gehen können, so wie der größte Teil der Menschen, die doch nicht weniger glücklich geworden sind als ich, jedoch Arbeit, Heim, Familie besigen. Das ist es eben: Wer den Verbrecher tennen lernen will, der sieige hinab zum Anfang der verbreche ist noch leicht und tut not rischen Laufbahn größtenteils ist es die Jugend. Da anzupacken da tönnte unter Umständen noch manches tostbare Menschenfind fürs Leben gerettet werden und viel fremdes Gut verschont bleiben. Will man das Verbrechen erfolg reich bekämpfen, so bessere man unsere sozialen Ver hältnisse und forge in erster Linie für das physische, geistige und sittliche Wohl der Jugend. Denn schwer begeht der Neuling nur den ersten Diebstahl. Bleibt er unentdeckt, so folgen um so leichter die nächsten. Und dann geht es oft bis ins Endlose.... Karnevalsfiguren. Elektrischen, Untergrund- und Stadtbahn, an Bahnhofs-, Bant-, Warenhaus-, Konzert- und Theaterfaffen und Garderoben, an Schaufenstern, auf Sport- und Volksfesten, öffentlichen Versammlungen tommt der Taschendieb auf feine Kosten. Das Gestohlene es brauchen ja nicht gerade Krawattennadeln oder Uhren mit Ketten zu fein, es ist ja größtenteils Geld- tann ohne Fehler feine Dienste fun. Auch in mancher anderen Beziehung hat er es bequemer als sein Kollege, der Einbrecher. Dieser ist genötigt, seinem Anschlag auf fremdes Eigentum größtenteils mühseliges Austundschaften vorangehen zu lassen, Handwertszeug mit sich zu führen, das ge stohlene, oft umfangreiche Gut beiseite zu schaffen, um es dann unter Gefahr zu Geld zu machen. Diese relative Leichtigkeit im Berbrechen- Begehen wird dem Taschendiebe zum Verhängnis. Die Berstellung von Menschenansammlungen und eventueller Beute beginnt auf ihn znangsmäßig zu wirken; eine stete Unruhe hat ihn wenn Sozialisten, Republikaner und Friedensfreunde im Gedenken Wenn wir Sozialisten uns anschicken, den ersten Mai zu feiern, erfaßt, nur die entsprechende Diebeshandlung bringt ihm auf turze an den Beginn des fürchterlichen Völkermordens und an seinen endBeit Erlösung. Die besten Vorsäge, mit der letzten reichen Beute fich zu begnügen, das Gelb irgendwie nugbringend anzulegen und lichen Abschluß zu ernſten Feiern zusammenkommen, dann schreit das mit der Diebeslaufbahn Schluß zu machen, verflüchtet sich wie Rauch. ganze Heer der Reaktion in Presse und Versammlungen über unzeit Karten, Alkohol, Beiber, diese ständigen Begleiter des Diebes gemäßes Festefeiern und über„ Bergnügungssucht", und daß jetzt drängen ihn immer weiter in die Diebeslaufbahn hinein. Das feine Zeit zum Feiern sei, sondern daß gearbeitet werden müsse". Bewußtsein, daß er es ja nur nöfig habe, sich in diese Menschen- Da ist es geradezu auffällig, mit welchem Eifer sich die Angehörigen menge zu begeben und das Opfer herauszusuchen, um zu Geld zu der Reaktion selbst dem Feiern rauschender Feste hingeben. Mit fommen, verleitet ihn zu um so leichterem Berpulvern des eben Bomp und riesigem Schaugepränge wurde der 18. Januar, der Erbeuteten. Der zusammengeschmolzene Borrat zwingt ihn dann Tag der Kaisertrönung, gefeiert. In den Friedensjahren einfach zu weiteren Diebereien. hat sich faum ein Mensch um diesen Tag gefümmert. Der 24. Januar war schon wieder ein Festtag, nämlich der Geburtstag Friedrichs II., des Fridericus Reg, und er wurde und wird als Im großen und ganzen gedeiht der Taschendiebstahl nur auf Friedrichstag" gefeiert. Unglaublich lächerlich wirkt es, wenn auss dem Boden der Großstadt. Die Mittel, deren sich die Diebe bes gerechnet eine evangelische Gemeinde im Berliner Westen den Gedienen, sind verfchieden und variieren je nach der Individualität burtstag dieses Freidenfers und Religionsspötters mit Bläserchor, des Täters und der Verhältnisse. Ueber der simplen Inszenierung einem richtigen Feldprobst, einem Wizblattredakteur als Rezitator eines Gedränges, bei welcher Gelegenheit mit zufammengelegtem und den Primanern und Obersekundanern des Gymnasiums feiern 3eige- und Mittelfinger, der sogenannten Schere, Brieftaschen her- läßt. Denn dieser Fridericus Reg hat einmal gesagt:„ Unsere beutigen ausgholt, mit Hilfe einer Range Uhr und Rette abgefnipst oder aus der geöffneten Handtasche der Damen Geldbeutel entfernt wer- Religionen gleichen ebenso wenig der Christi wie der Jrofefischen. den, führt der Nep zu kompliziertesten, bis in die fleinsten Einzel. Jefus war ein Jude und wir verbrennen die Juden. Jesus predigte heiten durchdachten und mit größtem Raffinement durchgeführten Duldung und wir verfolgen. Jesus predicte eine gute Sittenlehre Diebstählen. So erzählt Ferrioni von einer Tame, die im Londoner und mir üben sie nicht aus." Was würden die evangelischen GeBorortzug einem Herrn im Wagen 2. Klaffe ihr in Spiken ge- meindemitglieder sagen, wenn ihnen statt des Hohenfriedbergers und hülltes Baby übergab. um in aller Eile ihre Zofe zu suchen. Der des Finnländischen Reitermarsches und des Gottes, der Eisen wachsen Herr blieb mit dem Babn. das sich als Kindernuppe entpuppte, dafür fieß, diese Worte des Reg und noch einige andere nicht ganz uninteraber ohne Taschenuhr figen. In einem anderen Falle, von dem essante vordeflamiert würden? Aber ganz egal, die Hauptsache iſt, unlängst in den Zeitungen berichtet murde, drängten sich brei internationale Diebe im Korridor des D- Ruges an einem Herrn vorbei daß gefeiert wird und daß die Feier ein Dorn ist, mit dem man die und nahmen ihm im Vorübergeben eine Kleinigkeit aus der Tasche. Republik blutig reißt. Dann kommt der'27. Januar, der trotz Beliebt sind auch andere Kunststückchen. Man bittet einen Herrn der Zedligschen Memoiren bei vielen Unentwegten„ Raisers Geburtsum Feuer, man strauchelt beim Verfaffen der Bahn und stützt sich tag" bleiben und als solcher gefeiert wird. Weiter: Ein gleichfalls hinterher auf irgendeinen aussteigenden Baffagier, man tritt einer im Westen befindlicher Schützenverein erklärt öffentlich daß er infolge Dame aufs Kleid und öffnet ihr die Handtasche. Besonders amis des Krieges leider fein 25jähriges Gründungsfest nicht habe feiern fant find die Fälle, wo das von Komrlicen Gestohlene mit Hilfe fönnen und nun dafür das 30jöhrine feiere. Mit fnalligen Worten ber 3che in eine unter dem Unterrod befindliche Tasche oder gar heißt es dann, daß die Schützennilde durch das Fest„ fremden Einzwischen die Oberschenkel gebracht wird, oder wenn mit einer fal- flüssen und undeutschen Elementen zeigen molle, dok es im Baterschen Hand gearbeitet wird, die rubia auf dem Schoß liegt. wähland nach genügend deutsche Männer und Frauen gibt, die sich den rend die richtige an dem Opfer herummanövriert. Gewöhnlich arbeitet man mit Romplicen, die dem Fauntiäter Wand" stehen Sinn für deutsche Weise bewahrt haben oder das Gestohlene entgegennehmen, während der erfte mit einem Einfluß" etwas zeigen kann, das fell die Schühenailde erst mal vorPaletot oder einem Plaid über dem Arm an seinem Objekt herum- machen, denn zum Sinn für deutsche Weise gehört doch wohl auch hantiert. die Beherrschung eines richtigen deutschen Sprachstils. Die deutsche Weise aber bestand nach einer gleichzeitigen Anzeice der Gilde in einer Tombola" umd einer Fadel polonäfe" nebst Breis fchießen, Bell mit vollbesetztem Orchester und Misitärkonzert des Botsdamer Reiterregiments 4. Tombola ist ein italienisches Bort und dient zur Bezeichnung eines italienischen BerlosungsSpieles. Das Wort Bolonäfe ift franzöfifchen Ursprungs und bedeutet ursprünglich einen polnischen Nationaltanz. Mie kommt num aber dieser italienisch- franzöfifch- neinische fremde Einfluß" in die deutsche Weise der Schützengilde hinein? Mie dem auch sei, die Hauptsache ist doch die Feier und der Ball, nicht wahr? Nur ein arger Drudfehler hat sich dann in die Anzeine des Bereins einge. Nicht gering ist der Schaben, den die Taschendiebe der BevölteTrok der großen Gewandtheit. mit der die Taschendiebstähle rung zufügen. Mit Recht wird aber behauptet: Die Gesel! ausgeführt werden, haben diese Verbrechen doch besonders furze schaft hat die Berbrecher, bie sie verdient. Soziale Beire. Ist es nicht der Beamte, der den Dieb abfängt, fo ist es in Migstände, Not, jugendliche Bermahrlofung, ungenügende JugendDen meisten Fällen das Opfer selbst. Allzu lang fann der Taschen wohlfahrt, unzweckmäßige Verbrechenbekämpfung züchten das Ber dieb überhaupt nicht auf ein und derfelben Stelle in ein und der bredertum und macht sie zur Plage für die Menschheit. Der Berfelben Stadt arbeiten": er läuft Gefahr, dem aufsichttuenden Kriminalbeamten zu oft unter die Augen zu kommen. Es fällt ihm breder selbst wird seines Lebens nie richtig froh. Er verlebt die auch leichter als dem Einbrecher, feinen Tätigkeitsort zu wechseln! Tage seiner Freiheit in Saus und Braus, gewöhnt sich schließlich Er ist ja nicht an Ortskenntnisse, an bestimmte Hehler u. bgl. mehr an seinen Beruf, nimmt Gefängnis. und Zuchthausstrafe als selbst gebunden. Ueberall, wo Menschenanfammlungen entstehen, an der| verständliches Geschäftsrisiko mit in den Rauf, fragt sich aber in 9] genug. 44 ( Nachdruck burch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Jürgen öffnete seinen Beutel.„ Da, sieh selbst! Habe ja Jürgen, du bist geradezu beleidigend. Nimm diese Summe. Ich könnte fonft unter feinen Umständen den Berfehr länger mit dir aufrechterhalten." Adolfs Hände und Schultern bekräftigten:„ Wir sind doch heute nachgerade keine Gymnasiasten mehr, gewissermaßen." Er öffnete die Tür. „ Bitte, nach dir!" Geschichte, weißt du, menn man daran geleckt hat," sagte Jürgen und verzog das Gesicht. Wie man einem„ fremden leicht gar nicht unangenehm, ein wenig hinaus in die schöne, frische Luft zu gehen. Als die Freunde sich am dampfenden Glühwein die Zun- Bor dem Café sah Jürgen, wie eine gepflegte Dame auf gen verbrannt und im Bad des heißen Sonnenfcheins die einen Krüppel zuging, dem der rechte Arm und das linke 3igarillos angezündet hatten, erlangte Adolf die Fassung wies Bein fehlten. Die Frau des Krüppels nahm die Banknote soder, lehnte sich zurück, sah zum Knopfgebäude hinüber. Du fort an sich und stellte der sekündlich aufblizenden Wut ihres hattest Gelegenheit, die Parterrefäle in Augenschein zu neh- Mannes einen notgeftählten Blick entgegen. Der strofulöfe men. Derselbe Betrieb midelt sich in allen vier Stockwerfen Säugling auf ihrem Arme unterbrach den stummen Kampf ab. Und unterm Dach sowie im Keller befinden sich ebenfalls durch Geschrei. Dann zog die Familie weiter. Langsam, böse, gigantische Knopflager.. Das muß man sich nur vorstellen: farblos. Das ganze Riefengebäude vollgestopft mit lauter Knöpfen. Alle Sorten, notabene!" Bon der Sonnenhiße mit Glühwein und Zigarillos war Jürgen übel geworden: Das Knopflager wurde lebendig, verwandelte sich in ein ungeheures Meer schwarzer SchwabenAm Stammtisch qualmten Statspieler, die alle Glazen fäfer, die an allen Wänden auf und übereinander frabbelten. hatten; eine spanische Band sonderte ein Kaffeefränzchen In nebelhafter Ferne hörte er die begeisterte Stimme Adolfs. neun, mit farbigen Kapotthüten geschmückte, papageienhafte ,, Alle, absolut alle Arten Knöpfe! Ich werde mir eine Damen ab von den stillen Zeitungslefern. Der Ober be- Knopffammlung anlegen. Sie wird die größte der Welt sein. Diente geschäftsfreudig und schwungvoll, stand manchmal reg- Lüdenlos! Denn, überlege- welcher Knopffammler hätte, los auf seinem erhöhten Beobachtungsposten neben dem wie ich, diefe Gelegenheit... Und meine ankünftigen Kollegen Büfett, wachsam das Lotal im Blid. Ein Fenstertisch, mit der da drüben, bei denen das gewissermaßen der Fall wäre, denAussicht auf das Knopferporthaus, war frei. fen vermutlich wieder nicht daran, sich eine Knopffammlung anzulegen." Der Biffolo stand, ein Bein elegant übergeschlagen, reg Los in genau derselben Haltung wie der Ober, und wand sich auf dessen Augenwink hin schwungvoll und geschäftsfreudig um die Tischecken herum zu den Freunden; er war erst seit zehn Tagen Pikkolo. Nachdem der offene Wagen der Trambahn die verkehrsreichen Straßen durchfahren, die letzten Häuser und den mäch= tigen Gasteffel hinter sich gelaffen hatte und in nun ungehinderter Fahrt durch sanfthügeliges Biefenland der Endstation entgegensauste, von fühler Luft durchzogen, röteten fich Jürgens Wangen wieder. • Ein Herr, alt, grau, steif, wie aus grauem Pappendedel zusammengeflebt, wackelte steif hin und her. " Auch wenn andere Plätze fret sind, fahren alte Leute nicht mit den Augen zur Fahrtrichtung Die Jungen immer!" ,, Das ist eleganter Blödsinn." Adolf saß lässig zurückgelehnt, Bein übergeschlagen. „ Die Alten wollen gar nichts Neues mehr sehen. Die bliden immer in die Vergangenheit." ,, Glatter Unsinn! Dirett eleganter Blödsinn!" " Die Jungen wollen sehen, wohin die Fahrt geht." Die Alleebäume flogen plöglich nicht mehr nach rückwärts. Der Wagen hielt bei der Endstation im Knirschen der Bremfen. Stille, in die hinein ein Bogel zwitscherte. Der Ober schwebte einen halben Meter über dem Fußboden durch das Lokal. Jürgen wagte Adolfs wegen nicht, die Rigarillos wegzuwerfen. Den Stumpen im Mundwinkel, das Geficht von faltem Schweiße befchlagen, sah er mit dem verWas befehlen die Herren?" Die schwiegen. Und der zerrten Ausdruck lächelnden Wohlbehagens feinen Freund an. Biffolo raffelte heraus: Bier, Wein, Kaffee, Tee, Schofo- Der entwickelte den Plan seines Vaters, eines großen lade... Eis, Bunich, Glühwein, Limonade." Achtungsvoll Knopffabrikanten, welcher sich mit der Idee trug, feiner Fabrit Der Führer blieb allein zurück, fezte sich in den Straßenbetrachtete er die Schweißtropfen, die auf den Stirnen der ein eigenes Knopfexporthaus anzugliedern, nachdem Adolf bei graben. Der Wagen stand beziehungslos in der Landschaft. Freunde hervortraten. Und fühlte seine Ueberlegenheit im der Konkurrenz den Betrieb aründlich kennengelernt habe. Der Tag war heiß und lang gewefen. felben Maße wachsen, wie die Ratlosigkeit der beiden zunahm," Da hast du meine Zukunft. Mein Weg läuft pfeilgrad em= Jürgen, schnell in Harmonie mit der Natur, wollte durch wiederholte fingend sein Gedicht. por... in logischer Folgerichtigkeit, gewissermaßen... In- den Wald heimwärts gehen, während Adolf, zu abrupt ins dustrie und Handel, mein Lieber! Alles andere ift Romantit." Grün gestellt, unwillige Blicke den Ackerfurchen zuwarf und Sie sahen zum Fenster hinaus; die Pferde vor dem vorschlug, wieder mit der Straßenbahn zurückzufahren. Exporthaus zogen an; die hochgetürmten fauberen Knopfkisten rollten fort, dem nahen Güterbahnhof zu. Adolf bestellte zwei Glas Glühwein und zwei Glas Grenadine und sagte, nachdem der Bittolo an das Büfett gestürzt war:„ Ich habe Glühwein und Grenadine für uns bewert stelligt. Du gestattest doch!" Der Biffkolo ließ unterwegs das Tablett, wie von einer Der Knopflaftwagen, das ganze Café, Statspieler, Meereswelle mitgeführt, aus der Tiefe weich in die Höhe stei- Meffinglüfter, Sammetbänke freisten wie eine Berg- und Talgen, wieder abwärts schwimmen und knirschend auf die bahn um Jürgen herum. Er wollte beiläufig feine schon in Marmorplatte auflaufen, ohne einen Tropfen zu verschütten. wenigen Jahren zu erwartende Wahl zum Bürgermeister er Die Grenadine schmeckt wie der Buchbedel der Biblischen wähnen und sagte trampfhaft gleichgültig:„ Es wäre jeßt viel Die schon versinkende Sonne ließ noch Feuer aus den Fenstern der Stadt schlagen. Das sanftgewellte Land lag weit hingebreitet. Die fernen Wälder schienen nur handhoch zu fein. Der herauftönende Pfiff der Papierfabrik stieß die Arbeiter zu den Toren hinaus. Schon stand ein grüner Stern am Himmel. Liebespaare, umschlungen, gingen vorüber, der herauffommenden Sommernacht entgegen.( Forts. folgt.) schlichen, benn wenn deutsche Schüßenbrüder in fpäter Stumbe zur| holmer Straße hergestellt. Bei der Hausfuchung bort find noch Bolonäfe schreiten, so wird es beine Fackel-, sondern eine Wadel- ganze Batete derartiger Falichungen beschlagnahmt polonäfe. worden. Rohde selbst ist es jedoch gelungen, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, so daß nach ihm noch gefahndet wird. Frante bestreitet, gewußt zu haben, daß die ihm von Rodde übergebenen Scheine gefälscht waren. Der Verteidiger hat für die Haitentlaffung Frantes dem Untersuchungsrichter eine hohe Raution angeboten. Die Stubenten mit der blutigen Morgen- Roethe eines Nache frieges über der Universität, die evangelischen Christen, die zu dem Gott, der Eisen wachsen ließ, beten, die Tombolaschüßen ftrömen im Grunde genommen über vor Bergnügungssucht und Feftfreudigkeit, find eitel bis zum Plagen auf ihr angeblich echtes Deutschtum und wollen doch die Sozialisten mahre Sittlichkeit lehren. Und was find es im Grunde genommen für Leute? Karnevalsfiguren. Wenn das Bolf einig wäre, könnte es jeden Tag fagen: Weg mit dem Spuf. Und er wäre weg. Die Republit stünde wie ein Fels und der Weg zum Sozialismus und damit zur wahren echten Menschlich feit märe frei. Der Fall Jande- Goldbach. Zwei zum Tode Berurteilte. Die im Dezember vom Schwurgericht des Landgerichts I megen Erschießung des Polizeiwachtmeisters Steiner zum Tode verurteilten 19jährigen Burschen Hans Jande und Kurt Goldbach, über beren Brozeß der„ Borwärts" am 15. Dezember ausführlich berichtet hatte, werden sich am Montag von neuem megen versuchten Totsch'ages in mehreren Fällen diesmal vor der Straffammer zu verantworten haben. Der Fall Jande- Goldbach erregte feinerzeit großes Aufsehen. Es war das lehte Zobesurteil, das Berliner Ge= hmorene gefällt haben. Jande und Goldbach gehören zu jenen Gefellen, die jederzeit mit dem Revolver in der Hand rüdsichtslos vorgehen. Schon 8 Tage später verübten die beiden Berbrecher einen Einbruch in eine Karton fabrit in der Boppstraße, wobei fie einen Geldschrank erbrachen. Sie wurden überrascht und von dem Privatwächter Thurau verfolgt, auf den fie ebenfalls fchoffen. Am Hohenstaufenplatz holte der Polizeiwachtmeister Röhnert die beiden Burschen ein und beide richteten auf diesen ihre Schußwoffen. Goldbach traf den Beamten in den Unterarm. Röhnert feuerte nun feinerfeits unb bie Berbrecher feuerten im Laus fen auf den Polizeibeamten und den Privatwächter. Röhnert ver mundete bride und Goldbach erhielt bei dem Gefecht nicht meniner als fleben Schülfe. Trok ihrer Bermundung füchteten die Burschen in die Wohnung eines Buchthäuslers, wo fie Unterschlupf fanden. Die Blutfnuren, die sie hinterliehen, wurden ihnen jedoch zum Verräter, und die Polizei holte die gefährlichen Verbrecher aus ihrem Bersted herans. Man fam bold dahinter, daß man es mit den Mördern des Wachtmeisters Steiner zu tun hatte. Die Gefchworenen waren damels der Ansicht des Staatsanwalts gefolgt, daß die Angeklagten von vornherein die Abficht hatten, jeden, der sich ihrem verbreches rischen Treiben in den Weg stellte, nieberzufchieken. Infolgedessen wurden Sande und Goldbach des Mordes schuldig gesprochen. Bu der neuen Verhandlung, die unter Borsik von Landgerichtsdirektor Regen im oroken Schwurgerichtsical stattfinden soll, haben Justiz rat Dr. Vifter Frändl und Rechtsanwa't Müller- Stromener unter Bemeis gestellt daß die Angeklagten geistig nicht voll aurechnungsfähig feien und beide haben die Labung zahlreicher Sachverständiger veranlaßt. „ Fürst von Grunewald." Ein Prozeß um 10 Millionen Papiermart. Einen heiteren Verlauf nohm vor dem Amtsgericht Mitte eine Berhandlung gegen den Händler August Ossowski, der sich wegen Unterschlagung von 10 Millionen Papiermart zu verantworten hatte. Der Angeklagte hatte im April v. 3. mit feinem Freund, einem Schlächter Schröder, eine Bierreise gemacht. Dabei hafte Schröder, der start angetrunten war, ihm 10 Millionen Mart zur Aufbewah rung übergeben. Diese Summe hat Ossowski dem Besitzer aber nicht zurückerstattet, sondern will sie verspielt haben. Als in der Berhondlung Amtsgerichtsrat Marggraf den Angeklagten vernehmen wollte, spielte sich folgende Szene ab: Borf.: Wie ist Ihr Name? www Die Wünsche der Beamten. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Heute abend 6 Uhr Sigung im Jugendhelm, Cindenstr. 3. Brandenburgischer Bezirksparteitag. Bezirksverband Brandenburg, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. 9. Kreis Wilmersdorf. Sonntag, den 27. Januar, 11 Uhr, sehr wichtige Besprechung aller als Beisiger im Mieteinigungsamt tätigen Parteigenossen bei Pieper. Holsteinische Str. 60. Crscheinen Pflicht! 14. Kreis Reutölln. Die Arbeiterjugend veranstaltet heute, Sonnabend, den 26. Januar, 7 Uhr, in der Rathenau- Schule, Boddinstraße, eine Feierstunde, bestehend aus Gesang, Rezitationen, Ansprache. Erscheinen aller Genoffen ift Pflicht. Arbeitsgemeinschaft sosialistischer Elternbeiräte, 12. Berwaltungsbezirk. Drin gende Sigung cm Sonntag, ben 27. Januar, nachmittags 3 Uhr, bei Frig Hamburg, Steglig. Edhloßitr. 103. Heute, Sonnabend, den 26. Januar: Der Bezirksverband Brandenburg hält am Sonnabend, den 16. und Sonntag, den 17. Februar, jeinen diesjährigen Bezirfsparteitag ab. Wir haben für zirka 60 auswärtige In einer öffentlichen Beamtenversammlung des 1. Kreifes Delegiette Quartier zu beschaffen und beabsichtigen, ihnen Freireferierte Reichstagsabgeordenter Genosse Breunig über Ge. quartiere zur Verfügung zu stellen, um dadurch nicht unerhebliche haltstürzung, Dienstzeitverlängerung und Abbau. Seinen Aus- Mittel für den Wahlkampf zu ersparen Parteigenossen, die einen führungen entnehmen wir: Drei Tatsachen bestätigen ben Sieg der Delegieiten für die nacht vom 16. zum 17. Februar aufnehmen Reaktion in Deutschland: Gehaltstürzung, Arbeitszeit. wollen, bitten wir dringend, uns umgehend genaue Namen und perlängerung und Beamtenabbau. Der Verwaltungsrat Adressen mitteilen zu wollen. Etwa bestehende Wünsche bitten wir der Rentenbank forderte zum Zwede der Stabilisation der Währung gleichfalls zu äußern. die Kürzung der Verwaltungsausgaben, d. h. einen Abbau auf jedem Gebiet. Die Steuerpolitit entsprach den Interessen der Schwerindustrie und des Großgrundbefizes. Die Belastung in steuerlicher Beziehung lag auf den Schultern des Boltes. Aber nicht nur die Beamten spüren den Abbau; der Brief des Finanzministers an den Arbeitsminister zeigt, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Eine Senfung des Realeinkommens der Beamten und damit die Senkung ihrer Kauftraft ist eingetreten, die faum erträglich ist. Das Einfommen der Gruppe I beträgt 46 Broz. des Friedensgehaltes, wäh Die Verantwortung rend die Gruppe 13 55 Pro3. erhält. für die die Reichsfinanzgebarung liegt bei den bürgerlichen Parteien. Leider geht der Abbau der Be amten in vollkommen unproduttiver Weise vor sich. Der finanzielle Erfolg ist sehr gering, die Gesamtausgaben für Gehälter betragen tommen. Die Sozialdemokratie hat diese Art nur 5,8 Proz. des Etats. Beamtenabbau abgelehnt. Sie steht auf dem Standpunkt, daß eine Bereinfachung der Geschäftsführung ein besseres Ergebnis gehabt hätte. Beim Finanzministerium, deffen Beamtenschaft um 117 Broz. vermehrt ist, geschah bisher ein nennenswerter Abbau noch nicht; Das ist um so beachtlicher, als ja das Tempo von diesem Minifterium ongegeben wird. Was die Berlängerung der Dienstzeit be. trifft, fo ist festzustellen, daß das Borgehen der Regierung durchaus nicht der Auffassung der Sozialdemokratie von Produktionssteigerung entspricht, wie si: in Deutschland dringend notwendig ist. In einer Entschließung, die angenommen wurde und das Berichtete zufammen. faßt, heißt es: Die brutale Wirkung des Personalabbaus wird durch dle Art der Durchführung und durch Willkürafte, ungerechte und schitanöfe Anwendung der Borschriften sowie durch abfichtliche rüd. fichtslose Entfernung von sozialdemokratischen und republikanischen Beamten ins Unerträgliche gesteigert. Das finanzielle Ergebnis ist nicht geeignet, die Staatsfinanzen fühlbar zu entlasten. Die persammelten Beamten fordern deshalb: 1. Weitgehende Milderung der Personalabbauverordnung, ins besondere durch sofortige Inangriffnahme einer großzügigen Ber waltungsreform; 2. Errichtung einer paritätischen Beschwerdeinſtanz; 3. Aufrechterhaltung des achtstündigen Normalarbeitstages; 4. Sofortige ausreichende Erhöhung der für die Masse der Beamten völlig unzureichenden Beamt ngehälter und Berringerung der Spannungen; 5. alsbaldige Verabschiedung des Beamtenrätegesetzes und Errichtung gejeglicher Schlichtungsstellen sowie grundlegende Neuordnung des Beamtenrechts mit tem Ziel, das einseitige Gewal'verhältnis der Beamten in ein wirkliches Rechtsverhältnis umzuwandeln. Arbeiterwohlfahrt Reinidendorf Die Eizung am Dienstag fällt aus Neuer Termin wird befanntgegeben werden. In der Treptow- Sternwarte finden folgende Beranstaltungen ftatt: Sonntag, 27. Jan., 4, 6 und 8 Uhr: Eine Fuchsjagd auf Schneeschuhen durchs Engadin."( Film.) Dienstag, 29. Jan., 8 Ubr: Gibt es ein Leben auf dem Monde."( Aftronomischer Borttag mit Lichtbildern.) Mittwoch, 30. Jan., 8 Uhr, und Sonnabend, 2 Febr., 5 und 8 Uhr:„ Erlebnisse auf Neu- Guinea."( Film.) Beobachtung mit dem großen Fernrohr: täglich von 2-5 Uhr Fighterne oder Venus. Bon 5-10 Ubr Doppelfterne oder Drionnebel. Führungen durch bas astronomische Museum tägl. bon 10 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. 47. Abt. Rommunale Rommission: 7½ Uhr bei Pflug, Muskauer Str. 1, Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Stadtrat Gott fdhalt über Die Erwerbslosenfürforge". Parteigenossen als Gäste will. 91. Abt. Reuföln. 7 Uhr Winterfest zum Besten der erwerbslofen Genossen der Abteilung im Rarlsgarten. Darbietungen verschiebenster Art. Anfprache des Genoffen gubeil.( Die erwerbslosen Genossen der Abteilung werden gebeten, 27 Uhr daselbst zu erscheinen.) Alle Neuköllner Genossen herzlich willkommen. Jungjozialisten. Gruppe Baumschulenweg: 7 Uhr 8ufammenkunft im Jugendheim, Erlstr. 16. Morgen, Sonntag, den 27. Januar: Treffpunkte der Abteilungen zur„ Borwärts"-Agitation: 6. st. Bormittags 8½ Uhr bei Dobrohlaw, Schwinemünder Str. 11. 8. Abt. Die Bezirksführer holen ihre Beitungen Sonntag frilh vom Ge noffen Schilling, Pallasstr. 5, ab. Jeder Bezirksführer ist verpflichtet, fich au beteiligen. 10. bt. Vormittags 9½ Uhr Funktionärkonferenz bei Trimper, Flensburger Straße 3. Die Bezirksführer müssen zur Mitgliederversammlung am Mitt woch einlaben. 1. bt. Bormittags 9 Uhr bei Berger, Levehow ſtr. 21. 12. Abt. Bormittags 10 Uhr Funktionärverfammlung und Borwärts". Agitation bei Schmidt, Wiclefiir. 17. 21. Abt. Bormittags 9% Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21. 25. Abt. Wegen Lofalschwierigkeiten findet die Borwärts"-Agitation erft Sonntag, den 3. Februar. statt. Nächste Woche auf die Notiz achten! 31. Abt. Pünktlich 9 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. 33. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Lojad, Beymestr. 8. 33. Abt. Pünktlich 9% Uhr beim Genossen Ulrich, Frankfurter Alee 287, Geitenflügel 4 Tr. 40. Abt. Vormittags 10 2hr bei Reufner, Hagelberger Str. 20a. 43. t Vormittags 9 Uhr bei Wolf, Gräfe-, Ede Mühlenhofstraße. Alle Mitglieder mitssen daran teilnehmen. 44. bt. Bormittags 10 Uhr treffen Fch bie Cenoffen bei ihren Bezirksführern. 45. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Bertsch, Wiener Str. 38. 47. Wbt. 8 Uhr im Lokal Strause, Mariannenplag 22. 51. Abt. Charlottenburg. Bormittags 10 Uhr Treffpunkte in den GruppenTotalen. 84. st. Lankwik. Bormittags 8% Uhr bei Ben. Bröge, Raifer- Wilhelm- Straße. 95. Abt. Neukölln. Die Bezirksführer holen die Beitungen früh 8 Uhr vom Borfikenden der Abteilung, Riethenstr. 56, ab. 101. 96t. Erenton. Bormittags 9 Uhr in der Spedition. Riefholzftrage. d19. Abt. Sitenberg. Bormittags 9 Uhr bei Klude, Scheffelftr. 10. Jungfozialisten. Gruppe Treptow: Bormittags 8% Uhr wichtige Besprechung in der Borwärts"-Spedition, Stiefholaftr. 18b. Arbeitsgemeinschaft ber Rinderfreunde. Sonntag. ben 27. Januar, nachmittags 4 Uhr. findet im Jugendheim, Schöneberg. Rubensstraße, ein Helferfurfus statt. Um pünktliches Erscheinen der Teilnehmer wird gebeten. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 92. Abt. Menn. Die Genoffen Breuß und Mag RIemt find ver wird noch bekanntgegeben. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 26. Januar: Banmfchnlenweg: Jugendheim Ernststr. 16, Bortrag: ,, Was ist Sozialismus?" Ueber das Explosionsunglüd in den Ceunawerken teilt bie Diret. Angefl.: Ich bin der Fürst von Grunewald! Bor: tion der Badischen Anilin, und Sodafabrik mit, daß darüber in der forben. Preuß ist bereits eingeäfchert; die Einäfcherung des Genossen Alemt Bieso denn? Angett.: Mir ist der Adel verliehen worden. Breffe unzutreffende Darstellungen verbreitet worden seien. Der Borf: Wie alt find Eie denn? Angell: Ostern werde ich wahre Sachverhalt fel folgender: Am Donnerstag fand zwischen 9 99 Jahre. Borf.: Sie sind doch erst 1877 geboren. Angefl.: und 10 Uhr vormittags im Leunawert eine schwere Explosion statt. Ausgeschlossen. Borf: Eind Sie schon bestraft? Angel: Der Hochdruckbehälter füllte sich aus bisher noch nicht aufgeflärten Haben Sie schon erlebt, daß ein Fürst bestraft wird? Der Bor Gründen mit Casluftmischung, die zur Entzündung tam, wobei figende stellte jedoch aus den Atten fest, deß der Fürst" bereits der Behälter in Stücke geriffen wurde. Durch abfliegende Spreng ieben Jahre im Gefängnis gefeffen hatte. Schließ- stücke wurde eine größere Anzahl Arbeiter teils schwer, teils leichter lich fand sich der wilde Mann", als er merkte, daß fain Ver- verlegt. Die Zahl der Schwerverletzten wird auf 16, die der Leicht. teidigungssystem nicht haltbar sei in die Wirklichkeit zurück. Er verlegten auf 25 angegeben. Bedauerlicherweise ist der Berlust dreier gab zu, von dem Schlächter 10 Millionen Mark auf der Bierreise Menschenleben zu beklagen. Die Explosion verursachte an den umerhalten zu haben zog unter allgemeiner Seiterfeit einen Zehn liegenden Gebäuden erheblichen Sachschaden. millionenschein hervor und überreichte ihn seinem Freunde mit ber treuberzigen Bemerkung:„ Na, Otto, damit ist die Geschichte boch wohl erledigt." Rechtsanwalt Dr. M. Kantorowics bezeichnete den Angellogten als einen geistig minderwertigen Menschen, der an Größenwahn leide. Er bilde sich ein, Dollarmillionär zu sein. Das Gericht ertannte schließlich auf zwei Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. Notgeld- Wirrwarr. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Bappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr. A. Sturm: Die Welt des flam". Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft bez sozialbemokratischen Stubentenvereinigung. Sonntag abend 8 Uhr in den Riubräumen der Liga Junge Republik", Wilhelmftr. 48. Referent Genosse Schwarz: Die Arifts bes Barlamentarismus". Gäste will. Arbeiter- Abftinenten- Bund Groß- Berlin. Sauptversammlung Sonntag, den 27. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Jugendheim, Schönstedtstr. 1( Brunnen. plag). Pünktliches Erscheinen notwendig Echlesier- Berein Rübezahl", Charlottenburg. Gonntag, ben 27. Januar, tommen. nachmittags 5 Uhr, eier bes 12. Stiftungsfestes, Berliner Str. 88. Genoffe Pfarrer Bleier spricht am Sonntag, ben 27. Sanuar, vormittags 10 Uhr. über Chriftus oder Calar".. Montag, ben 28. Januar, abends 7 Uhr, Charlottenburg, 81. und 32. Gemeindeschule, Oranienstraße, Ede Luifenplas, spricht Genoffe Pfarrer Bleier über das Thema„ Welche Forderung erheben wir bem politischen Wahlkampf gegenüber?" Haterflocken, lose .. Nach einer Zeitungsmeldung hat die Reichspoft fämtlichen Bostanstalten die Weisung zugehen lassen, die preußischen Notgeldscheine nicht mehr als Zahlung anzunehmen. Wie der Amtliche Breußische Bressedienst schreibt, beschränkt sich die Anweisung der Reichspost auf die Notgeldscheine über 4,20 Gold. mart, die sog. Dollarscheine. Das übrige preußische Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel Notgeld mird nach wie vor von den Bostanstalten und im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung in Zahlung genommen, Vorwürfe wegen jener Anordnung der Reichspost sind unangebracht, weil der preußische Finanzminister die Dollarscheine mit sofortiger Wirkung zur Einlösung aufgerufen hat. Die Maßnahme der Reichspost ist eine natürliche Folge des Aufrufs des preußischen Finanzministers. Daß dem Publikum mit felchen teilweisen Einziehungen gedient ist, fann wohl niemand be. haupten. Die Unterschiebe, bie die Bost zwischen Rentenmart und Bapiermark und sonstigen Zahlungsmitteln macht, bringt das Bublifum in Bermirrung und zur Verzweiflung. Wann wird das Aus den Kreisen der Geschäftsleute gehen uns bauernd lebhafte und unseres Erachtens berechtigte Klagen zu, daß Behörden, Eteuertaffen ufm mertbeständiges Notgeld der Eifen bahn und Preußen nicht annehmen. Wenn man bedenkt, daß bie Geschäftsleute verpflichtet sind, von ihren Kunden jede Gelbforte anzunehmen, tann man die Unzufriedenheit dieser Kreise wohl begreifen. Eine größere Firma wollte gestern morgen an der Finanzfaffe Neukölln die Lohnsteuer ihrer Arbeiter und Angestellten ein zahlen. Das preußische wertbeständige Notgeld murde Dom Rassierer abgelehnt mit der Bemerkung: Ich werde das Zeug nicht los und müßte es höchstens für mich behalten, und dann weiß ich euch nicht, ob die Scheine echt sind. Der Beamte handelt jeden falls nicht aus eigenem Ermessen, sondern nach Borschrift. Aber da sollte endlich eine allgemeine Verfügung ergehen, daß alle Geldsorten angenommen werden müssen. Es wird höchste Zeit, cft genug ist darüber gef.hrieben worden, enden? Die gefälschten deutschen Dollars. Seit einiger Zeit werden gefälschte deutsche Collarscheine in den Verkehr gebracht und das Bublifum ist wiederholt zur Vorficht ermahnt worden. Jest ist es gelungen, eine Fabrit der artiger arfiner Scheine aufzubeben. Wegen Vertriebes gefälfter Dollariceine wurde der Inhaber einer großen Schantwirtschaft in der Dirdienstraße, namens Franfe, in Saft genommen. Die Scheine wurden von einem gewissen Rohde in dessen Wohnung in der Born- I Ro genmehl 0/1 Weizengrieẞ Hartgrieß Weizen- Auszugmehi Speisee: bsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Langbohnen, handveries. Linsen, kleine..... Linsen, mittel Linsen, große 7% Weizenmehl Bohnen, weiße, Perl 385,00 260,00 26,00 18,00 80,00 Werbebezirk Neukölln. Die Sozioliftifche Arbeiterjugend Neukölln I veranstaltet heute abend in der Schuloula der Rathenau- Schule, BoddinStraße, eine Feierfunbe, bestehend aus Gefang, Ansprache. Rezitationen. Anfang 7 Uhr. Eintritt 30 Bf. Erscheinen aller ist Pflicht! Schönhanser Verftabt: Heute abend 7 Uhr in der Aula des Luifenftädtischen Gymnasiums, Gleimstr. 49, Liebknecht- Luxemburg- Gedächtnisfeier. Eintritt fret. Morgen, Sonntag, den 27. Januar: Der Berein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin veranstaltet an bret Stellen in Groß- Berlin, und zwar vormittars 10 Uhr im Brater", R. 58, Raftanienallee 7-9; vormittags 11 Uhr in der Jugendbühne", Lichtenberg, Holteiftr. 7-9, und abends 7 Uhr in ber Aula der Gemeindeschule Charlotten. Es gelangen zur Vorführung: bura, Wiglebenstr. 35, Rinovorführungen. 1. Der Reichsjugendtag in Nürnberg, 2. Modernes Suitenwerk, 3. Safe und Swinegel( Tridfilm), 4. Aus der Welt des Stis. Eintritt 30 Pf. Der Saal wird ie Stunde vor Beginn oeöffnet. Schöneberg: Besuch des Märkischen Mufeums. Treffpunkt 8 Uhr KWP. Steglik I: Treffpunkt zum Filmvortrag 6 Uhr Siemens-, Ede Albrechtstraße. Werbebeair! Kreuzbera. ftraße 3, Alfons- Pegold- Abend. Abends 7 Uhr im Jugendheim, Linden. Arbeitersport. Arbeiter- Chwimmfeft. Am Sonntag nachmittag 3 the finbet im Stabfbab Brenzlauer Berg, Oberberger Straße, ein Schaufchwimmen des Berliner Schwimmvereins Freiheit statt. Das Programm weist auf: Reigen, Schwimmen in allen Arten, Rettungs- und Tauchvorführungen, Gruppenfpringen und Wasserballspiel. Bei einem geringen Eintrittspreis von 50 Gold pfennigen ist ber arbeitenden Bevölkerung die Möglichkeit bes Besuches dieser Beranstaltung geneber. W Großes Arbeiter.Fußballwettfplet in Neuton. Raftig Vorwärts I und Freie Turnerfchaft Schöneberg I treffen fich am Sonntag, den 27. Januar. zum fälligen Serienspiel auf dem Stärtifchen Sportolak in Neukölln. Guter Sport it an erwarten. Anfang 2% Uhr 1. Mannschaften, 112 Uhr 2. Männermannfdaften. vom Freitag, den 25. Januar offiziell festgestellt durch den Landesverband Berlin und Brandenburg des Reichsverbandes des Deutschen Nahrungsmittel- Großhandels E. V. Berlin Die Preise verstehen sich in Gold- M. für 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin 17.25-17,70| Schwarzer Pfeffer Singap. 106,70 Gerstengraupen, lose 141,00 Gerstengrütze, lose... 17,23 17,70 Weißer Pfeffer. .... 17.45-17.7 Piment Jamaica. 79,4 288,00 Hafergrütze, lose..... 17,55- 17,75 Rohkaffee Zentralam. 20,65-20,95 Rohkaffee Prime 198,00 Maisgrieß 177,00 24,05-24,45 Rohkaf ee Superior Maispuder, lose 13,55-14,05 Röstkafree Zentralam. 18.60-19,10 Röstkaffee Brasil 23,00-24,00 Malzkaffee, gepackt 14,85- 15,95 Röstgetreide. lose 17,25 18,3 Ersatzmischung mit 20% 28,05-29,00 Kaifee, gepackt. Arbeiter- Hoden. Serienspiele am 27. Januar. Gruppe Oft: Charlotten burg 1- Fichte 1 1, Bestend 2-4 Uhr. Wiesner- Compagnie( Fichte 10); 20,30-20,95 Kakaopu v. lose, fettarm 120,00 25,05-25,80 Tee in Kisten Souchon 360,00 Fichte 3-2'chienberg I, Grönhoufer Allee, 10%-12 Uhr. Strauch- Brinch. 30.85-31,30 Inlandszucker basis mel. 42,33 wik( Fichte- On n. Gruppe eft: Moabit I- AGC. I. Schönhauser Allee, 27,45-33,95 Inlandszucker Raffinade 45,88 1-2 Uhr, Gröder- Martin( Sörbola 1); Roland I- Schönhola 1. GBnhanfer 34,65-44,40 Zucker Würfel....... G- urpe Eb: GC. 1146,88 gee, 2-4 Uhr, Lenz- Sehenbrod( ichte 12 1). 52,20 44 55-51,70 Kunsthonig Roland III, Echönhauser gee. 9-10% Uhr Rubeil- Kriger( Fichte 3); G+ ön. 18,33 Marmelade Einfr. Erdb. 108,20 holz- Jucend- Fichte 1 II, Grönhola. 1-2 Uhr, M. Vonel- E. Ronel( Lichten. 40,70 Marmelade Vierfrucht 53,00-54,00 bera 1 m). Gruvve Porb: Förholz II- Sidtenberg 2 II, Schönhola, 2% bis 27,40 Siedesalz in Säcken 3,60- 6,00 4 Uhr. Dunkel- Roniste( ichte 1 J. Sonntag. Steinsalz in Säcken... 4,30-4,60 Arbeiter- Rabfahrer- Bund Colibarität, Drtsoruppe Berlin. Siedesalz in Packung 6,406,80 ben 27. Sanuar, fämtliche Abteilungen nach Glientfe on ber Nordbahn. Ertal Steinsalz in Packung 4.80- 5,10 Barth. Start ber bteilungen 1 hr en ben bekennten Stellen. Mit bet Bratenschmalz in Tierces 74,00 Bohn bis Sermsbn f. Um rege Pete Tiarna erfuct der Enortonschk. Bratenschmalz in Kübeln 76,00 Sunenbobteilung: Ferntea 614 Uhr Elternabenh in der Lef- halle Frudt. 72,00 Purelard in Tierces trake 62.2. Berit. Das Bezirksfaalfnortfelt findet am 23. März in Brit, 73,00 Purelard in Kisten Chauffeefte. 39. bei abbot fatt. Raelaffen rb Aterforbenreinen. Achter-, Margarine, Handelsmark. Gedhfer. rnb Bierfunft, Achter, Seffer urdererfonireinen auf Sacl. und Margarine, Spezialmarke Tourenrädern. Damer, Srgend und semiste Abteiluma. Einer unh Rmeiere Molkereibutter. Grunnen fehren. gelungen bis zum 1. März an Sugo Etaler. Lantmik Raifer- Mith- Im- Str. 28. Tie Serienrabbefpiele merben em 3. rrh 10. St. bruar in Wannsee( Reichsadler) ausgetragen. Beginn 10 Uhr vormittags. Kartoffe mehl Burma II ungiasiert 20,00 27,20 Makkaroni. lose...... Schnittnude n, lose... Siam Patna I glasiert. Grober Bruchreis. 18,70 Reisgries u.-mehl, lose 14,25 Rincäpfel, amerik. extra choice 123,00 Getr Aprikosen, cal.fancy 158,40 Getr. Birnen, ca. fancy. 146,70 Getr. Pfirsiche, cal extra choice. Getr. Pflaumen. 52,00-56.00 59,00-76,00 14,00 64,80 Korinthen in Kist. choice 85,20 Corned beef 12/6 lbs p. K. 39,00 Speck, gesalzen, fett.. 77,00 77,40 Quadratkäse 70,00 Quarkkäse 80,00 149,00 162,80 193,50 116,00 Tilsiter Käse, vollfett 130,00 244,70 Tilsiter Käse. halbfett. Ausl. ungezuck. Condensmilch 48/16 In: ändische desgl. 48/12 24,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 32,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. 80,00 27,00 Rosinen in Kisten Sultaninen in Kis'en.. 103,70 Mandeln, bittere Bari Mandeln, süße Avola Kaneel Kassia Vera Kümmel, holländischer. 166,0) Nelken Zanzibar 114 11 Geschäftliche Mitteilungen. Weiße Woche im Raufhans Tempelbol. Die Firma bietet bem Publikum wieber Gelegenheit zum Einkauf bei äußerst Billinen Breifen und vermeifen wir auf das Inferat in vorliegender Nummer. Gleichzeitig macht bie Firma auf ihre großartige Geschäftsdekoration aufmerksam. Wirtschaft S Wucherische Kleingartenpachtpreise. Die Reichs- Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung Dom präsidium bemüht, zu diefen Bachtpreisen noch einen 3uschlag zu brudes aus der Größenordnung von 15 bis 25 Atmosphären in erreichen, der dazu dienen soll, die Grundvermögenssteuer die Region von 40 bis 60 Atmosphären. Durch die Erhöhung der abbürden zu helfen. Also eine Steuer, die mit den angeführten Dampfspannung follen gewisse wärmetechnische Vorteile erreicht Ueberpachten schon mindestens zehnmal mitbezahlt werden. Die Zunahme des Dampforudes geht übrigens nicht allein wird!( Je 1000 Mark Wehrbeitragswert 25 Pfennig und 100 Proz. den Kesselbau an, sondern fordert auch die Konstruktion geeigneter Kommuna zuschlag.) Rohrleitungen mit Zubehör und vor allem den Bau zweckentsprechen. 31. Juli 1919 will die Kleingärtner u. a. vor übermäßigen BachtMan muß wirklich staunen, wie da die Interessen der Grund der Dampfturbinen. preisforderungen schützen. Sie hat zu diesem Zwecke ganz allDie praktische Wirkung der geschilderten Neukonstruktiogemein die gewerbsmäßige Zwischenverpachtung verboten. Der eigentümer wahrgenommen werden. Zurzeit befinden sich im verBodeneigentümer darf entweder nur an gemeinnüßige Unternehmen größerten Berlin rund 6000 hektar Landes in Kleingartenbewirt nen wird fich darin äußern, daß aus dem Wärmegehalt der zur Förderung des Kleingartenwesens oder an die einzelnen Bewirtschaftung. Rund 150000 Familien ist die Kleingartenparzelle Rohle in Zukunft faft der doppelte Nuzeffekt erzielt werden schafter direkt verpachten. Die Festsetzung der Pachtpreise erfolgt nicht bloß eine notwendige Erholungsstätte, sondern zugleich auch ein wird wie bisher. Damit nähern sich die Dampfanlagen stark den sehr wichtiges und wertvolles Mittel zur füchenwirtschaft. Dieselmotoren, die bisher diejenigen Maschinen waren, die den unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und des Ertrags- lichen Gelbstversorgung mit Gemüse, Doft, teilweise auch höchsten wärmetechnischen Wirkungsgrad aufwiesen. Fachleute werts der Grundstücke nach Anhörung von landwirtschaftlichen, gärt mit Kleintierprodukten Doppelt so viel an Nährwerten wird da meinen, daß das Dampfkraftwesen sich am Vorabende einer technerischen oder fleingärtnerischen Sachverständigen. Als in die Wage angebaut, als landwirtschaftlich herausgeholt werben tönnte. Und nischen Revolution befände. Wie bei jedem technischen Fort. zu werfende örtliche Berhältnisse kann kaum anderes als eine günstige solche Einrichtung soll mit wucherischen Bachtpretsen drangfaliert schritte fo bleibt auch hier nur zu wünschen, daß der erzielte Nugen Berkehrslage in Betracht kommen, die vielleicht einen mäßigen werden? Der Herr Minister für Volkswohlfahrt selbst sollte da ein nicht allein wenigen bevorzugten Mitbürgern anheimfällt, sondern daß Bachtzuschlag erlaubt. Sonst gilt als Maßstab nur der Ertrags. mal nach dem Rechten sehen und darauf dringen, daß den Absichten er allen Klassen des werftätigen Boltes zugute fommt. wert des Grundstücks. und Zwecken des Reichsgesetzes sinngemäß Rechnung getragen wird. Gerechte Kleingartenpachtpreise, teine wucherischen! Die Reichseinnahmen vom 11. bis 20. Januar. Der Ausweis der Reichshauptkasse weist in der Zeit vom 11. bis zum 20. Januar eine Einnahme von 161 Goldmillionen Marf nach. Davon ent fallen auf die allgemeine Finanzverwaltung 150 Goldmillionen Mart gegenüber 100 Millionen in der vorhergehenden Dekade. Durch Begebung von Rentenmarkschabwechseln wurden 7,6 Gold. millionen Mart vereinnahmt. Diesen Einnahmen stehen Ausgaben in Höhe von 180 Goldmillionen Mark gegenüber. Der Zuschußbedarf beläuft sich in der Defade auf 19 Goldmillionen Mark, wäh rend in der Bordetade ein Ueberschuß vorhanden war. Der Kom mentar zum Ausweis bemerkt, daß in der Zeit vom 11. bis zum 20. Januar für Besoldungszahlungen und Zuweisungen an die Länder Aufwendungen in einem Maße zu machen waren, daß die erhöhten Einnahmen zur Deckung des Ausgabebedarfes nicht ganz ausreichten. Dr.- Ing. W. Majerezit Berlin. Die Richtlinien des Reichswirtschaftsministers sagen: Als Ertragswert wird ein Wert, wie ihn landwirtschaftliche oder fleingärtKlöckners Bekenntnisse. Im preußischen Staatsrat erklärte der nerische Benuhung hervorbringen tann, anzusehen sein." Da sich Neue Wege der Energiewirtschaft. Chef des Klöckner- Konzerns, die Micum- Berträge fosteten allein der allgemein anerkannte Schäßungsmaßstäbe noch nicht herausgebildet Wenn das haben, so hat der Kommentar von Kaisenberg den fleingärt- Ein technisches Gebiet, auf dem, troß seiner grundlegenden Kohlenindustrie monatlich 55 bis 60 Goldmillionen. nerischen Ertragswert etwas höher als den landwirtschaftlichen" an- Wichtigkeit, bisher verhältnismäßig geringe Fortschritte erzielt Wahrheit ist, dann foftet der gesamten Ruhrindustrie das Bertragsgenommen. Andere nehmen eine„ Mittellinie zwischen landwirt wurden, ist der Dampftesselbau. Zwar fehlt es nicht an zahl- geschäft mit der Micum jährlich 1000 bis 1200 Goldmillionen. Hätten schaftlichem und berufsgärtnerischem Ertragswert" an. Um wieviel reichen bedeutsamen Neuerungen. Man hat die Beschichung der die Unternehmer diese Summen rechtzeitig freiwillig geleistet, dann höher nun der berufsgärtnerische Wert ist, stand aber bisher Refsel, die Ausgestaltung der Feuerung, die Formgebung des eigent- stünden die Franzosen heute nicht im Ruhrrevier. auch nicht fest. Neuerdings ist man für den Bezirk des Landes- lichen Heizkörpers, die Afchenabfuhr usw. verbessert. Man ist, befinanzamts Berlin zu einer solchen Wertfeststellung gedrängt sonders in Amerika, zu dem Bau sehr großer Einheiten übergegangen. morden. Nach gründlichen Verhandlungen mit Interessenten und( 2000 bis 2600 Quadratmeter Heizfläche pro Kessel in Amerita gegen Sachverständigen wurde als Ergebnis bekanntgegeben:„ Der Ertrags über 600 bis 700 Quadratmeter in Deutschland.) Aber wenn in den mert( in diesem Falle der sogenannte Normalmehrbeitragswert) für letzten drei Jahrzehnten der Dampfdruck von etwa 6 bis 8 Atmosphären obst- und gemüsebaulich genutzte Flächen beträgt das Zweieinhalb. nur auf etwa 15 bis 25 gesteigert wurde, so ist das wenig gegenüber fache des landwirtschaftlichen Ertragswerts." Sonach wird man dem gleichzeitigen Aufstieg, den z. B. die in der Elektrotechnik verschlußfolgern fönnen:„ Der fleingärtnerische Ertragswert beträgt das wandten Spannungen von 110 Volt auf 220 000 Bolt erfahren haben. Doppelte des landwirtschaftlichen." Dieses angenommen, ergeben sich, Trotz aller Fortschritte hat der Dampffeffelbetrieb einen gewissen unter Zugrundelegung der landesfinanzamtlichen Ertragswertzahlen plumpen und nureinlichen Charotter beibehalten. für die Bodenkloffen 2: 1000, 3: 800, 4: 500, 5: 400 Gold- oder Seit etwa 3 bis 4 Jahren hat im Resselbau wie überhaupt in Rentenmark als Ertragswert auf einen Morgen( 2500 Quadratmeter) ter Dampfwärmetechnit eine ausgeprägte Neuentwidlung einKleingartenland. Billigt man nun eine Berzinsung des Ertrags. gefeßt. Es find hauptsächlich drei fonftruttive Momente, die diese wertes von 4 Prozent zu, die als Pachtpreis zu leisten fein würden, Mendung herbeigeführt haben. Das erste Moment ist die Durch Die Kohle wird so tamen auf den Quadratmeter in Bodenklasse 2: 1,6, bildung von Rohlenstaubfeuerungen. 3: 1,3, 4: 0,8, 5: 0,6 Gold- oder Rentenpfennig. Also in den im nicht, wie bisher, in Stücken von der Größe einer Wallnuß auf Roften Landesfinanzamt Berlin vorkommenden Bodenflaffen( die Klasse 1, perfeuert, fondern sie wird in staubartiger, b h. fein gemahlener Rübenboden, gibt es hier nicht) sechs 3ehntel bis einen und Form den Reffeln zugeführt. Die Verbrennung erfolgt aus Düfen, fechs Behntel Pfennig je Quadratmeter. Der Herr die ähnlich den Bunsenbrennern bei Leuchtgas konstruiert sind. Die Oberpräsident hat aber auf Grund seiner Macht Roblenstaubfeuerung gibt die Möglichkeit, auch geringwertige Brennbefugnisse Bachtpreise in höhe von 3 bis 4 Goldstoffe, wie schlechte Braunkohle, Heizungsabfälle ufw. mit Nutzen zu oder Rentenpfennig als zu leistende Kleingarten- verwerten. Sie ergibt ferner, da sie märmetechnisch besser zu bepacht festgefekt! Er soll ursprünglich sogar die Absicht gehabt herrschen ist als die Verbrennung auf Rcften, einen höheren Sessel. haben, 8 bis 10 Pfennig den Verpächtern zuzugestehen. Es hat mit wirkungsgrad. In Deutschland hat sich besonders die AEG, um die den Sachverständigen die schwersten Auseinandersekungen gegeben, Durchbildung der Rohlenstaubfeuerumg bemüht, Das zweite der erum die Preise wenigstens noch so weit hinabzudrücken. wähnten Konstruktionsmomente ist die Entwicklung der Ruths. fpeicher. Es sind das große, gut isolierte Dampfbehälter, die in Betrieben mit start wechselndem Kraft- und Heisbedarf als Aus gleichsbeden dienen und dadurch wesentlich zur Berbesserung der Wärmewirtschaft beitragen. Das dritte und folgenreichste Ronftruftionsmoment ist die Steigerung des angewandten DampfBier Goldpfennig je Quadratmeter macht 100 Goldmark auf den Morgen oder eine Roggenwertpacht( den Sentner zu 8 Mart gerechnet) von 12% Zentner Roggen je Morgen auf Boden, der bei bester Bewirtschaftung ta um diesen Rohernteertrag liefern fann! Damit aber noch nicht genug: Neuerdings hat sich das OberGünstiger Preis! Feinste Qualität! 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