Nr.45 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 22 Bezugspreis: Böchentlich 85 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Saar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg mö gentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Kreuzband endungen nur gegen wert beständige 8ahlung. Boftbezugspreis für Februar 4,- Goldmart. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und 8eit" mit ,, Sied lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialbemotrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die eini paltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig awet fettgedruckte Worte), febes weitere Wort 0,10 Goldmart. 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Lacotte verliest der ehemalige Borsitzende der Reparationstommiffion Louis Dubois namens der demokratisch- repu blikanischen Aragon- Gruppe eine Erklärung, in der es heißt, die augenblickliche Krise des Franks sei unzweifelhaft auf das Ber. lagen Deutschlands bei der Bezahlung seiner Schulden zurück zuführen. Die Erklärung erinnert daran, daß, um die Währungstrise zu überwinden, das feierliche Versprechen durchgeführt werden müsse, Von Toten und Lebenden. Zwischen Moskan und London. Heute wird in Mostau Lenin zu Grabe getragen. Der Streit der Meinungen, der jahrelang jeden Schritt diefes Mannes umbrauste, wird noch lange durch die Welt weiter stürmen. Sichtbar jedoch verengt sich das Problem Lenins und des Bolschewismus auf die Frage, was Diese elementaren Erscheinungen für Rußland und den ferneren Often bedeuten. Wir werden ihnen nur dann gerecht werden, wenn wir begreifen, daß die bestimmenden Kräfte der großen russischen Revolution aus den besonderen fozialen und fulturellen Berhältnissen Rußlands erwachsen find. faßt, verständen. Juristen und Diplomaten wirkten aus der Er. fahrung, daß jeder Politik Gerechtigkeit und Recht zugrunde liegen muß. Diese Bolitit hat die Regierung befolgt, und von Ihnen verlangt, daß Sie ihr die Möglichkeit geben, fie fortzusetzen. Gegen unsere Bolitit ift eine heftige Dffenfive losgelaffen worden, welche der Borrebner gefliffentlich mit Stillschweigen übergangen hat. Ich möchte mehr die politischen als die finanziellen Angriffe in das rechte Licht sehen. Der Redner verliest darauf angebliche Dotumente, die in deutschen, namentlich in Nürnberger Blättern erschienen feien. In diesen werde die Annahmeverweigerung und der Verkauf von französischen Franken empfohlen. Anschließend daran gibt er Kenntnis von französischen Agentenberichten auf tein Recht Frankreichs aus dem Friedensvertrag zu aus Deutschland über die franzosenfeindliche Propaganda, namentlich Columbus glaubte in Indien gelandet zu sein, als er verzichten. einen Bericht des franzöfifchen Konfuls in Nürnberg. Die So. Amerika entdeckte. Dieser Irrtum hat seinem Ruhm nicht geBürde man das tun, so wäre Deutschland in der Lage, Frankreich ialisten verlangen genaue Angaben über diese Schriftstücke. schadet. Lenin glaubte der sozialistischen Weltrepound England wirtschaftlich zu erdrücken und den Reranchefrieg vor- Es tommt zu heftigen Lärmszenen. Poincaré und Blum geraten lution voranzuschreiten, als er die bäuerliche Kolonisation zubereiten. Es sei also eine wesentliche Sicherheitsbedingung für in einen Wortwechsel, der eine start persönliche Färbung an. Rußlands und feine bürgerliche Revolution vollziehen Frankreich, für die ganze Welt, von Deutschland die Erfüllung der nimmt. Poincaré stellt fest, daß seine Absicht gewesen sei, den Sozia- half. Diese Revolution ist noch nicht abgeschlossen: die WirtDon ihm eingeggangenen Verpflichtungen zu erlangen. listen eine unfreiwillige Unterstügung der ausländischen Geg Der sozialistische Abg. Auriol vertrit den Standpunkt, daß ner Frankreichs zum Borwurf zu machen. Es gelingt ihm aber da- fchaftsform des Kapitalismus, die Staatsform der Demokratie, für die mehr oder minder große Stabilität der Währung weit weniger mit nicht, die Kammer zu beruhigen. Diese Auseinandersehungen der Kampf der Arbeiter mit den Mitteln einer freien Staatsder Ausgleich des Budgets als vielmehr der nationale Kredit führen schließlich zu einem Zusammenstoß zwischen dem Minister verfassung gegen die Rapitalsmacht das alles find Entim Ausland maßgebend sei, auf den wiederum die Außenpräsidenten und dem sozialistischen Abg. Brade, dem Poincaré widlungsstufen, die Rußland nicht übersprungen hat, sondern politit von größtem Einflusse sei. So spiegele sich in der Kurs zuruft: Unsere Angelegenheiten gehören zu denen, die draußen die noch vor ihm liegen. bewegung des Frants nicht so sehr die Lage der französischen Finan- geregelt werden!" Abg. Blum stellt darauf fest, daß gen, als vielmehr die Meinung des Auslandes von einer Möglich. der Zwischenfall feit der Lösung der Reparationsfrage wider. Als der Redner auf die Praris der französischen Exporteure hinwies, die ihre Forde rungen in Devisen nur zum Teil der franzöfifchen Wirtschaft zu führten, den Rest aber zur Anlegung von Auslandsgut. haben verwendeten, berief sich Ministerpräsident Boincaré auf bie Aeußerung eines Mitgliedes des Sachverständigen komitees, es gebe aegen diefes Berfahren feine Abhilfe, es sei denn die Stabilisierung der Währung: gerade diese Stabilisierung, die die Eachperständigen, davon sei er überzeugt, Deutschland aufzwingen würden, gedenke die Regierung in dem vorliegenden Entwurf aus eigener Initiative zu erreichen. biefe hätten seit dem genannten Zeitpunkt abgenommen und in dieser Abg. Auriol führte weiter aus, daß die Sozialisten genau so wie die anderen Barteien um die Wiederherstellung des Frank merts besorgt feien und daß der Fall des Franken am meisten den Arbeitern schade. Die Steigerung der Gehälter stehe in feinem Berhältnis zu der der Preise. Die Sozialisten würden sich den verbrecherischen Manövern widersehen, die jetzt gegen den Franken unternommen werden, nachdem man in Desterreich, Deutschland und Ungarn die Währung entmertet habe. Der Front falle feit dem 2pril 1922, obwohl die wirtschaftliche Lage des Landes fich feither verbeſſert habe und das Budget balanciere. Der Grund fönne nicht in ten wiedereintreibbaren Schulden liegen, denn auch Seit feien die zer ftörten Gebiete wiederhergestellt worden.( Boincaré ruft dazwischen: awohl, das Land hat feinen Reichtum vergrößert, aber der Staat ist verarmt.") Diefer Situation wollen wir abhelfen, fuhr Auriol fort, aber vor allem wollen wir die Verantwortung für diefe Situation aufdecken. Auch die Steuern, die wir im Jahre 1921 bewilligt haben, sind ohne Einfluß auf den Wechselkurs geblieben.( Poincaré ruft dazmifchen: Selbft der Wechselkurs von 1920 fann nur eine Folge der Politit bon 1919 gewefen fein." Auf eine Bemerkung des früheren Finanzminifters Riog antwortet Boincaré: Um den Franken mider zum Steigen zu bringen, müssen wir das Defizit in unserem Budget ausgleichen. Das Steigen des Pfunds ist eine Folge der widerfinnigen Polifit von 1919). Auriol fährt fort, man fönne nicht übersehen, daß zur Seit der Ronferenzen von Cannes der Dollar auf 12 Franken stand, und bei der Ankündigung der Konferenz von Genua fogar auf 11 Franten herunterging. Nach dem Scheitern der Sachverständigen. verhandlungen ift er dann auf 15 Franken geftienen und feitbem numer weiter. Weiterhin fraat Auriol, welche Mittel die Regie. runa anwenden wolle, um die Einfuhr fremder Baluten nach Frant. reich herbeizuführen.( Boincaré erwidert, er fei bereit, in diefer Beziehung den Anregungen der finanziellen Sachverständigen zu entsprechen, aber diese hätten noch feine Lösung für die auf gemorfene Frane gefunden Die von der französischen Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen würden die Stabilisierung des Franken perbürgen.) Auriol erklärt, der Hauptgrund der geradezu Patastrophalen Entmertung des Franken fei von Baris felbft ausgegangen. Nachdem der vossive Widerstand beendet war, habe man Porzohlungen von Deutschland erwartet. Als diese ausblieben, habe sich die ganze Welt auf das Pfund und den Dollar gestürzt. Die Sostulation fei oefolat. und des Unalüd fei eingetreten. Nach Auriols Ansicht follte die Bank von Frankreich denjenigen Industriellen, die ihre Devisen nicht nach Frankreich bringen wollten, allen Kredit verweigern. Die Steuererhöhungen würden die Ron fumenten treffen, befonders wenn die Erhöhung der Eisenbahntarife hinzuträte. Eine solche Bolitit fönne nur das wirtschaftliche und finanzielle Gleichgewicht Frankreichs stören. Der Ministerpräsident fel in der Geiftesverfaffung eines Juristen und Diplomaten befangen, der sich in die gegenwärtige Lage nicht hineinfinde. Die Repa rationsfrage fönne nur gelöst werden. der Frieden nur verwirklicht werden durch ufammenmirten der ganzen Welt. ( Der Abq. Louis Dubois ruft dazwischen:" Deutschland hat nicht gewollt!") Auriel verlonat möglichst baldige Neuwahlen. Danach ergreift Ministerpräsident Poincaré das Bort und führt aus: Die Regierung fürchtet den Urteilsspruch Des Boltes nicht. Nach dem Borrebner fönnte man meinen, daß one Juristen und Diplomaten nichts von der Bolitit, wie er sie auf Er habe Poincaré unterbrochen folgendermaßen entstanden sei: mit dem Zwischenruf, daß er cuf den Wirtschaftsfrieg von Deutsch land von vornherein hätte gefaßt fein müssen. Darauf habe ihm der Ministerpräsident zugerufen: Jawohl, ich war darauf gefaßt. aber ich war nicht darauf gefaßt, daß jemand in diesem Haufe den Wirtschaftsfrieg unterstüßen würde." unter erneutem Lärm versichert Boincaré ehrenwörtlich, daß er den Abg. Blum nicht gemeint hobe. Nachdem schließlich die Ruhe wiederhergestellt ist, fährt Boincaré in feiner Rede fort Er verliest Zeitungsartibi und Berichte über den guten Eindrud der bloßen Anfündigung der französischen Sanierungsmaßnahmen. Der Wechselkurs werde von drei Faktoren bestimmt: dem psychologischen, dem wirtschaft. lichen und dem finanziellen. Der erste sei im vorliegenden Folle das Manöver, das gegen Frankreich Mißtrauen fäen sollte. Daneben hätten die um das Pfund Sterling beforgten Engländer Franken vertouft, um sich Dollars zu verschaffen. Auriol habe ge. fagt, wenn die Regierung zurüdfrete, würde sich der Franken augenblidlich bessern. Es sei in der Tat möglich, daß der Rüd tritt der Regierung ein Steigen des Franken zur Folge hätte, aber diese Befferung würde nur scheinbar sein, und Frontreich wäre bald neuen Einschüchterungsversuchen ausgefeßt. Ein Zu rückweichen der franzöfifchen Bolitik würde von tatastrophaler Wir tung für Frankreichs Wirtschaftsleben sein. Glüdlicherweise seien diese Möglichkeiten nicht zu befürchten. Nach einer Unterbrechung der Sigung ergreift Abg. Le Cour Grandmaison das Wort. Nach einer Rede Auriols( Soz.) wird die Weiterberatung auf Montag vertagt. Das tschechisch- französische Bündnis. Der zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei gefchloffene Bündnisvertrag wird jetzt in seinem Wortlaut veröffentlicht, der ben bisher gemachten Angaben entspricht. Der Vertrag charotteri fiert fich als eine lebereinfunft zweds Konservierung der europäis fchen Machtverhältnisse, wie sie durch die Friedensverträge geschaf fen sind. In einem Puntt geht er jedoch darüber hinaus, indem er Sie absolute Notwendigkeit" feststellt, über Moßnahmen übereinzutommen für Deuben Fall bes Berjuchs, die Hohenzollern in Deutschland wieder zur Herrschaft zu bringen. Der Fall ist rein atademischer Natur, denn die Arbeiter in Deutschland werden schon dafür sorgen, boß es nicht soweit fommt. Die Franzosen und die Tschechen haben aber fein Recht, sich darum zu fümmern, wer in Deutschland regiert, und selbst der Frieden von Bersailles bietet zu einer solchen Einmischung in die inneren Berhältnisse Deutschlands keine Handhabe. Lenins Totenfeier. Die Regierung Sowjetrußlands verbreitet folgenden Bericht: Morgen, Sonntag, um 2 Uhr nachmittags, zur Zeit der Bestattung Lenins, werden gleichzeitig auf dem ganzen Territorium Ser Sowjetunion Gewehrfalven abgefeuert, alle Fabriken und Betriebe falutieren mit Sirenen, die Eisenbahnen stehen fünf Mi nuten still, der Telegraph und die Radiostationen unterbrechen ihre Arbeit für fünf Minuten und geben überallhin die Worte wieder: Lenin ist tot, aber sein Wert wird ewig leben." Das drahtlose Telephon spielt den Trauermarsch. In Mostau treffen massenhaft Delegationen aus der Broving ein. Der Zuftrom der Bauern nach Moskau hat den Charakter einer Massenpilgerschaft angenommen. Es sind Maßnahmen zur Unterbringung der Ankommenden getroffen. In Thea. tern, Rafernen usw. Entsprechend der Ankunft neuer Gäste wächst auch die Reihe der Tag und Nacht vor dem Grabe Defilierenden, die fich momentan auf mehrere Werft ausgedehnt hat. Bis jetzt find über 600000 Personen vor dem Earge gewefen. Die zahlreichen Kolonnen, die auf Einlaß warten, regeln selbst die Be wegung. Der Zugang ist für alle frei. Freitag nachmittag 3 Uhr legte der deutsche Gesandte Graf Brockdorff- Rangau einen Kranz im Namen ter bei der Sowjetregierung vertretenen Regie. rungen auf den Sarg nieder. Lenins tragischer Irrtum bestand darin, daß er Rußland als Europäer, Europa aber als Russe sah. In der Erhebung Rußlands, des sozial am weitesten zurückgebliebenen, der tapitalistischen Entwicklung taum erschlossenen Landes, glaubte er jene Revolution erblicken zu dürfen, die Karl Marg auf Grund feiner englischen Studien für den Punkt der höchsten fapitalistischen Reife angekündigt hatte. Und daraus ergab sich als zweiter Trugschluß die Ueberzeugung, daß es möglich fei, mit dem russischen Hebel die ganze kapitalistische Belt aus den Angeln zu heben. Das war ein Jrrtum, und nur wenige Menschen, die denkenden Kommunisten miteingeschlossen, bezweifeln heute noch, daß es wirklich ein Irrtum gewesen ist. die ein. Die Sowjetregierung hat inzwischen die ganze konzentrierte Staatsmacht eines großen Reiches daran gewendet, dem toten Führer eine Leichenfeier zu bereiten, wie sie die Erde noch nicht gesehen hat. Offiziöse Telegramme schildern ausführlich, wie sich um die Leiche Lenins balfamiert in einem gläsernen Sarg aufbewahrt werden sollnicht ohne wohlwollende Förderung der sowjetistischen Be hörben eine neue Heiligenverehrung entwickelt. Diese Leichenfeier will zu der gläubigen Seele des weiten Rußland in einer Sprache sprechen, die fie versteht, in der Sprache des religiös gestimmten Machtgepränges. Aber das ist nicht die Sprache des modernen europäischen Proletariats. Der offiziöse Bericht unterläßt nicht, die Huldigungen aufzuzählen, die von Vertretern fremder Mächte der Majestät des Todes dargebracht wurden. Mit besonderer Ausführlich feit wird dabei des Beileidsbefuches gedacht, den der Gefandte Afganist hans der Sowjetregierung abgestattet hat. Afghanistan, das halbwilde unzugängliche Bergland, In( dien vorgelagert, ist schon von der Vorkriegszeit her der Schnittpunkt rufficher und britischer Weltreichsinter effen. In Rußland lebt nicht nur der alte 3arentult, sondern auch die alte 3 arendiplomatie... * Ein seltsamer Zufall hat es gewollt, daß an bem Todes. tag Lenins Ramsay Macdonald den Auftrag über nahm, die erste britische Arbeiterregierung zu bilden. In realpolitischer Bescheidenheit hat er selbst die Bildung dieser Regierung, die in ihrem Bestand von den Liberalen abhängig ist, als einen Schritt auf einem weiten Weg be zeichnet. Ramsay Macdonald wird nicht den Versuch unternehmen, sich aus dieser Abhängigkeit durch einen Gewaltstreich zu befreien, er wird nicht das englische Parlament mit Bajonetten auseinandertreiben, wie es Lenin mit der russischen Nationalversammlung getan hat. Denn die Zeiten der Tudors sind für England länger vorbei als für Rußland die der Romanows, und ganz England- die Arbeiter voran- würden die Berjagung des Parlaments nicht als einen Sprung ins Neue, fondern als einen Rückfall in eine barbarische Ver gangenheit empfinden. Nicht Gewalt tann die Bindungen der Arbeiterpartei lösen, sondern nur der erflärte Wille des Boltes, indem er bei einer späteren Wahl der Arbeiterpartei die verfassungsmäßige Alleinmacht verleiht. Aus der Begrenzung ihrer Macht ergibt sich aber auch für die Arbeiterregierung die Begrenzung des Kreises der für sie lösbaren Aufgaben. Es wird die große Probe für die politische Reife der englischen Arbeiterklasse sein, ob sie diesen Zusammenhang begreifen und ihrer Regierung das Leben erleichtern wird, ob sie es verstehen wird, auf diese Weise flug eine Stufe nach der anderen in den harten, steilen Felsen zu schlagen, der zur Höhe emporführt. Die deutschen Sozialdemokraten bringen bem englischen Experiment und der neuen Arbeiterregierung gespanntestes Intereffe und lebhafteste Sympathie entgegen nicht nur, weil sie an ähnlichen Problemen laborieren, sondern auch besonders deshalb, weil sie wissen, daß in der englischen Bruder. partei der Geist der internationalen Gerechtig▪ Zeit aufs stärkste entwickelt ist. Dieser aber steht im schärfften Gegensatz zum Geist oder Ungeist des poincaristi schen Frankreich, in dem sich offensichtlich eine Götter. Dämmerung vorbereitet. Was feine Kraft der Beweisführung vermochte, das hat der Sturz des Franken bewirkt: dieser schmerzhafte wirtschaftliche Anschauungsunterricht hat dem französischen Bolt die Erkenntnis beigebracht, daß es ron seinen Führern auf falsche Wege gelockt worden ist. Auch was sich in England vollzieht, wirft nach Frankreich hinüber, und so zweifelt niemand mehr daran, daß mit den nächsten Wah len, wenn nicht schon vor ihnen, ein starter Umschwung eintreten wird. Ob er freilich stark genug sein wird, um zur frieblichen Lösung der europäischen Konflikte Entscheidendes beizutragen, das wird davon abhängen, in welchem Maß da bei das soziale, das Arbeiterelement zum Durchbruch fommen wird. Niemand in Deutschland soll vergessen, daß für eine fünftige Regierung Frankreichs ein ganz ungeheurer Mut dazu gehören wird, die außenpolitischen Fehler ihrer Vorgängerin rückgängig zu machen. Eine rein bürgerliche, Don Kapitalsinteressen beherrschte Regierung wird diesen Mut faum aufbringen. ,, Rechts" und ,, links". Adam Stegerwald meldet sich. Auf zwei ganzen Seiten des Deutschen" versucht Adam Stegerwald, der präfumtive Ministerpräsident einer Bürgerblodregierung, immer noch Arbeiterführer des Zentrums, bem offenen Brief des früheren Reichskanzlers Dr. Birth entgegenzutreten. Zwei Seiten liest man mit heißem Bemühen und fragt sich vergeblich am Ende: Was will nun eigentlich Adam Stegerwald? Will er nur zeigen, daß er ebenso gut wie Dr. Wirth Artikel schrei ben kann oder will er ein neues fchöpferisches Pro. gramm für die deutsche Politit entwickeln? Stegerwald gibt zu, daß die Fehler der Bortriegsvergangenheit eine Aenderung ber inneren Politif in Deutschland zur unbedingten Notwen digkeit machten. Er deutet an, daß manche Kreise Deutsch lands Lage und Aufgaben in den lezten Jahren aus einem perhängnispoll engen Gesichtswintel gesehen haben": „ Die Vorstellung, baß Deutschland, nachdem es jahrelang mit der ganzen Welt in Krieg verstrickt war und daher heute fast alle Staaten mit Forderungen gegen uns interessiert sind, um größere Reparationsleistungen herumtommen fönne, war naiv. Nicht minder naiv war die These, daß Deutschland erst dann seine Kräfte allseitig anspannen fönne, wenn die Endsumme der Reparationsleistungen endgültig festflebe; ihre Auswirkung hat sich nicht in erster Linie gegen ble Entente, sondern gegen die breitesten Schichten des deutschen Voltes felbst gefehrt, die durch die jahrelange andauernde Inflations. periode völlig verarmt sind. Auch dem Streit um die Aenderung der gegenwärtigen Staatsform und den daraus entstandenen Butschen log fein polififch realisierbarer Gedanke zugrunde, wie auch die ewige Auseinandersetzung um die Frage, wer an Deutschlands Zusammen bruch den größten Teil der Schuld trage, bat uns, anstatt aufwärts zu führen, nur tiefer in den Sumpf geriffen." Das wird ihr jedenfalls um so schwerer werden, je mehr militaristisches Gehaben, politische und soziale Reattion in Deutschland dem französischen Imperialismus Waffer auf die Mühle leiten. Der Gedante, daß einem in den Wahlen geiftia verjüngten Frankreich ein zum Alten, Bergangenen träge zurüdrutschendes Deutschland gegenübersteten tönnte, ist wahrhaft beklemmend. Nicht der französische Imperialis mus ist Deutschlands gefährlichster Feind, fein gefährlichster Feind ist jener hoffnungslose politische Stumpffinn, der im Kampf gegen Margismus", Demokratie, Republik und inter- Adam Stegerwald anerkennt auch, daß bie Kriegs-, Renationale Friedensbestrebungen beutsche Belange" wahrneh- volutions- und Inflationsgewinnfer( feine engeren men zu können glaubt. Er macht Deutschland nach außen zu Freunde aus dem rechten Flügel aller bürgerlichen Bar einem Gegenstand der allgemeinen Abneigung, nach innen feien) eine verhängnisvolle llebermacht gewonnen aber macht er das Bolf zum Knecht der Kapitals macht, haben. Trotzdem scheint er zu glauben, daß in Deutschland die durch Zertrümmerung des Achistundentages, Herabsetzung ein bißchen ohne Sozialdemokratie regiert werden tönnte. der Löhne, Massenentlassungen, Hinwegsehung über alle müh. Amüsant zu lesen, wie er das begründet: famen Errungenschaften sozialen Rechts ihre Despotengewalt über eine Schattendemokratie aufzurichten im Begriffe ist. Das arbeitende Bolt Deutschlands muß für den Rampf gegen die Geldfackherrschaft seine eigenen, den Verhältnissen des Landes angepaßten Formen finden. Ist es aber vor die Frage gestellt, ob es sich dabei mehr dem ruffischen oder mehr bem englischen Beispiel annähern will, fo fann ihm die Antwort nicht schwer fallen. Nicht das ruf fische Agrarland mit seinen winzigen Industrieinseln, sondern nur das industriell hochkapitalistische England kann dem industriell- hochkapitalistischen Deutschland das eigentliche Studier- und Probierland sein. Marr ging nach London, um die Gefeße der tapitalistischen Entwicklung zu erforschen und nicht nach Mostau. Wir mögen, menschlichen Empfindungen folgend, mit Rußland trauern, aber von England fönnen wir fernen! Wir können es und wir wollen es! Denn der deut fchen Sozialdemokratie ist es niemals eingefallen, sich selbst als die Summe aller Unfehlbarkeiten anzupreisen. Sie besitzt feine Wissenschaft, die in alleinfeligmachende Glaubensformeln erstarrt ist. Wohl aber fühlt sie den Beruf in fich, nicht nur die Interessen des schaffenden Bolles gegen den Ansturm der fapitalistischen Herrenwillkür zu verteidigen, sondern auch das feelische und geistige Bedürfnis der Massen im Streben nach einer höheren Stufe menschheitlicher Ent midlung zu befriedigen. Millionen fühlen es, daß in den fo zialistischen Arbeiterparteien aller Länder Kräfte einander entgegenwachsen, die durch ihre Bereinigung das Antlig der Welt verändern werden. Und für alle Berfolgung, alles gehässige Mißverständnis, das ihnen entgegengebracht wird, entschädigt sie das Bewußtsein, zu denen zu gehören, von denen es einmal heißen wird, daß sie dabeigewefen find! Das Wartezimmer. Bon Joseph Roth. Ich habe einen Beruf, der mich zwingt, Borzimmer zu besuchen. Ich kann fagen, daß ich die Hälfte meines Lebens im Borzimmer zugebracht habe. Meine Weltanschauung, maine Art zu sprechen und zu grüßen, meine Bescheidenheit und meine Geduld haben sich in Borzimmern ausgebildet. Das Borzimmer mar meine Kinderstube. Außenpolitisch ist mit einer deutschen Regierung, die von der Sozialdemokratie geführt wird oder auch nur unter überwiegend fogtafiftischem Einfluß steht, bis auf meiteres fein Erfolg zu erzielen. In Amerika und Italien haben die Sozialisten überhaupt nichts und in England nicht viel zu melden(!). Die englische Arbeiterpartei ist mit ber deutschen Sozialdemokratie nicht identisch. Sudem dürfte ihr Einfluß auf den englischen Geldmarkt nur gering fein." Innenpolitisch tommt Stegerwald zu dem Schluß, daß die reaktionären Einflüsse in Deutschland troh Barlamenta. rismus starf felen. Daraus folgert er nicht etwa, daß alle einfichtigen Kreise gegen diefe Gefahr fich aufam menschließen müssen, fondern im Gegenteil, daß man die bedeutsamsten Einzelträfte des öffentlichen Lebens organisch mit an die Berantwortung fürs Ganze binden", d. h. den Teufel durch Beelzebub aus treiben müsse. Das Ganze schließt mit der inhaltreichen Ber ficherung: „ Mit dem altmodischen Schlagwort von rechts und fints laffen sich die Dinge, auf die es gegenwärtig antommt, nicht abtun." Roch viel weniger freilich lassen sie sich mit inhalt. lafen Leitartifeln des Herrn Adam Stegermalb abtun. Nationalistische Wahlmanöver. Die Vorgänge im Landtag. Jetts und jenseits der Grenzen hat den Deutschnationalen Ber anlaffung gegeben, formell die Regierung zu interpellieren. Zwar hatte Minister Severing schon früher eine Erflärung des Inhalts abgegeben daß die Parteiabmachungen die Haltung der Staatsregierung nicht berühren, aber das genügt den rel'amedurftigen Herren nicht. Sie mußten die gesamte Staatsregierung noch einmal befragen, um dadurch zu befunden, daß der von ihnen sonst verpönte Barlamentarismus doch eine sehr nüßliche Sache sei. Die turze und gedrungene Antwort, die ihnen von dem Regierungsfommissar zuteil wurde, befriedigte sie ebenso menig, wie Severings früherer Bescheid. Sie hielten es deshalb für notwendig, auch noch den preußischen Minister= präsidenten Braun zu bemühen, und merkwürdigerweise leisteten ihnen sämtliche bürgerlichen Parteien dabet treue Gefolgschaft. Braun mußte deshalb aus einer wichti gen Sigung des Reichskabinetts, in der über das Schicksal des rheinischen und des Ruhrgebiets verhandelt wurde, fortgehen, um im Landtag zu erscheinen. 3war fonnte er auch nichts anderes erflären, als was der Kommissar der Regierung vor ihm dargelegt hatte. Aber da der See rafte, molte er sein Opfer haben. Und so wird am Mittwoch noch einmal über die Sache verhan belt, nachdem inzwischen das gesamte Staatsministerium über die Angelegenheit Beschluß gefaßt haben wird. Was die Deutschnationalen wollen, liegt flar zutage: Sle fuchen die große Roalition in Breußen ausein anderzumanöorieren. Und da sie das bei der Frage der Grundsteuern bisher nicht fertig betommen haben, fo haten fie bei einem anderen Punkte ein. Daß ihnen die bürgerlichen Koalitionsparteien dabei gestern auf den Seim netrochen sind, ist ein Kapitel für sich. Db sie allerdings einen Dauererfolg haben werden, muß man noch abwarten. Daß mirtich Rentrum. Demofraten und selbst die Volkspartei als Ganzes die Absicht hätten, eine irredentische Be= weanng ins Leben zu rufen, darf man bisher noch bezweifeln. Aber daß die preußische Staatsregierung nicht verantwortlich dafür ist, wenn die sozialdemokrati. fchen Parteien befchließen, die fo ialdemokratifche Breffe in beiden Ländern aufzufordern, mit aller Rraft gegen die pöfterverbekenbe Tätinteit her Chanoiniften einzutreten", bas begreifen sicher felbft die Deutschnationalen. wenn sie es auch vorziehen, diese Erkenntnis nicht nach außen zu zeigen. Das Thüringische Hitler- Plakat. Eine offigiöse Berlautbarung". " F Unfere Abhandlung über die unpolitischen" Reichswehr generäle im letzten Abendblatt hat eine nicht genannte ständige Stelle" zu der folgenden Kundgebung begeistert, die burch WTB, verbreitet wird: Der Borwärts" veröffentlicht in seiner Abenbausgabe ein Mahplatat der Nationalfozialistischen Partei in Thüringen, um bem General affe einen Vorwurf baraus zu machen, baß er seine Berbreitung nicht verhindert habe. Hierzu wirb uns von zuständiger Stelle mitgeteilt: Auf einen Antrag der Sozialdemokratischen Partei und einen Beschluß des Rechtsausschusses des Reichstages hat die Reichs. regierung am 3. Januar 1924 bestimmt, daß Wahlflugblättern, zu denen dieses Flugblatt zu rechnen ist, die genehmi gungspflichtig feien, die Genehmigung nur bann versagt werden solle, wenn sie auf einen gewaltsamen Umsturz der Mit ihrem Borstoß im Breußischen Landtage, über den Verfassungen hinwirken. Da das B'akat diese Art der Agitation veran anderer Stelle berichtet wird, haben die Deutschmieden hat, lag demnach keine Möglichkeit vor, dem Plakat die nationalen versucht, ihrer Bahlagitation wieder Genehmigung zu versagen. einiges Leben einzuhauchen. Das Abkommen der deut. ichen und dänischen Sozialdemofratie über die Haltung der beiden Parteien gegen die Chauvinisten dies zum Lächeln geboren, zur Höflichkeit verpflichtet, wird bei meinem Anblid von einem stummen Ernst befallen. Dennoch liebe ich das Mädchen, weil es eine Art Licht in das dunkle Borzimmer bringt, weil sein Haar, fein Angesicht und feine weiße Schürze leuchten und ich das Fenster nicht mehr vermisse. Denn nur wenige Borzimmer sind mit Fenstern versehen. Sie enthalten nur Kladerrechen und einen Spiegel, Schirmständer und Blumenvase, ein Linoleum und einen billigen Teppich, ein Tablett für Visitkarten und ein paar Bilder an den Wänden. Diefen Bildern fühle ich mich verwandt. Ihr Lebenszwed ist, gesehen zu Man ersieht daraus, daß ich nicht zu den Glücklichen dieser werden und sie bleiben unsichtbar. Bilder kann man nicht hören; Welt gehöre, Denn diese haben gewöhnlich eine wirkliche Kinderwenn sie im Dunkel hängen, sind sie tot, sind sie nicht vorhanden, stube gehabt und niemols einen entscheidenden Einfluß des Bor es sei denn für mich und meinesgleichen, und das lag nicht in der zimmers gefühlt. Ja, sie haben niemals auch nur irgendein Ber Absicht dessen, der sie schuf. Diese Bilder sind vielleicht schlecht und hältnis zu irgendeinem Borzimmer gefunden, fie erlebten das Borgeschmaclos und sie verdienten wohl, getadelt zu werden, aber zimmer nicht, sie durchschritten es nur. Sie betraten und verließen nicht, unsichtbar zu bleiben. Sie find wertlos, aber man tann nicht es, um in den Wohnraum oder auf die Straße zu gelongen. Ihnen einmal ihre Bertlosigkeit feststellen. ist es Passage und Episode, mir ist es Aufenthaltsort und Inhalt eines halben Lebens. Ich habe mich deran gewöhnt, die Menschen in zwei große Gruppen einzuteilen: in jene, benen das Borzimmer ein Stück Leben bedeutet, und in folche, die feine Beziehung zum Borzimmer gefunden haben; in solche, die warten, und andere, die warten laffen. Und ich habe gefunden, boß mir, die Bartenden, in weit größerer Zahl vorhanden find als diejenigen, die es nicht nötig haben, zu warten. Man sieht, daß ich gewiß etwas einseitig Die Welt vom Borzimmer aus zu beurteilen geneigt bin. Ich habe mir eine Philofophie des Borzimmers zu eigen gemacht. Es ist nicht der Mittler zwischen Straße und Wohnung, Obdachlosigkeit und Heimot, Berlassenheit und Zuflucht. Es liegt zwischen der Armut und dem Wohlergehen, nicht, um beide zu einigen, sondern um sie zu trennen. Denn in die Wohnungen ber Armen gelangt man unmittelbar, zwischen ihnen und der Straße ist eine fiändige Beziehung vorhanden. Aber die Reichen haben zwischen sich und die Straße das Borzimmer gelegt. Ich kenne die Borzimmer auswendig und weiß genau, wie bie Kleiderrechen aussehen und die Schirmständer und die Spiegel, die felten bas Gonnenlicht empfangen und widergestrahlt haben. Das Quecksilber dieser Spiegel leuchtet nicht. Wann die elektrische Lampe entzündet wird, verdoppelt sich ihr Licht im Spiegel, aber es bleibt schwach und hilflos. Und mein Bild gibt dieser Spiegel verzerrt wieder, mein blaffes Angesicht bleicht er noch ein wenig, meine schmalen Schultern frümmt er, den matten Glanz meiner Augen löscht er vollends. Er demütigt mich und macht mich geringer als ich bin, und spiegelt much so wieder, wie mich der Herr des Hauses sieht. Vielleicht übertreibt der Spiegel gar nicht. Denn ich fann wohl nach einer langen Bartezeit so aussehen, als wären meine Schultern nicht nur schmal, sondern auch schief. Denn der Spiegel sowohl wie bie Bilder und ich, wir alle perfümmern und werben gering und unscheinbar, wortlos und schüchtern in den Borzimmern. Bielleicht bin ich einmal ein Revolutionär gewefen. Aber meine Empörung erlischt im Borzimmer, zerschellt an diesem Bollwerk der Reichen, bas tein Empörer betritt, ohne besänftigt zu werden. Man müßte das Borzimmer durch ein Gesetz abschaffen. Es dämpft den Mut des Eindringenden und erhöht jenen des Be fibers. Ich hasse es. Ueber die politische Kriegsrebe des Generals v. 2oz. berg weiß die zuständige Stelle" also nichts zu sagen, auch nichts über das unglaubliche Berbot des repu Wle tannst du nur am Morgen den Glanz der Sonne borgen und leuchten mie sie selber schier? Und dann nach wenig Stunden ist alles hingeschwunden und graue Nacht in dir! Bergessen ist das Bute, bas föstlich in Sir ruhte, ein Grämling blidst du freudenleer, verbroffen aus dem fleinen, unendlich einen Deinen cuf alles um did her. Dhalte, Herz, die Wonne ber golonen Morgensonne, Die bir so füßen Tag gemacht, hoch über trübem Trachten mit Angst und strengem Achten doch fest bis in die Nacht. * Bebanten wollen oft wie Kinder und Hunde, baß man mit ihnen im Freien spezierengeht. Es gibt Menschen, deren einmalige Berührung mit uns für immer den Stachel in uns zurüdläßt, ihrer Achtung und Freundfchaft wert zu bleiben. * Der Siffer Rache. T Schworm zu entfliehen und einfame Stätten aufzusuchen, entdeckt Ein Rurgast in einer Gebirgsfemmerfrische, stets geneigt, dem Schwarm zu entfliehen und einfame Stätten aufzusuchen, entdeckt eine töftlich perborgene Bant unter ellerlei Busch- und Baumwert, hat jedoch allen Grund au der Befürchtung, auch dort gestört und fichen Vorurteils, flug eine große Dreizehn auf ihre Lehne, nicht bertrieben zu werden. Er malt daher, in Erwägung des gewöhnwenig ficher, fein Glüd bamit befestigt zu haben. Logelang ge nießt er so, ob auch nicht völlig heiteren Gewissens, die Frucht feiner Klugheit bis er eines Tages die Bant befezt findet. Eine junge Schauspielerin hat fie mit Beschlag belegt, entzückt, die Ziffer, die ihr Geburtstag, ihr Konfirmationstag, ihr erf'es Liebes Die schier jeder ihrer Glückstage trägt und die sie barum abgött: fch rendezvous, ihr erster Engagementstag, ihr erster Erfolg furz. verehrt, auch hier an diesem schönen Orte in so reizender Um gebung wiederzufinden. Ueberrascht will bar unglüdliche Spieler zurüdfreten, ober die anmutige Dame lädt ihn zum Bleiben ein, entlodt ihm binnen furzem sein Geheimnis und wird noch am ( Aus dem Almanach 1904-1924" des Berlages N. Piper u. Co., München.) Andere mögen vielleicht einen Widerwillen gegen die Reichen haben, meil diese sett und viele hungrig sind. Ich liebe die Reichen nicht, weil sie das Vorzimmer erfunden haben. Denn ich weiß, daß ich nicht so lange zu warten brauchte, wenn es teine Borzimmer gabe. Ich weiß, daß man mich worten läßt, weil man mich gern auf die Straße schiden möchte. Ich wollte, die Reichen fänden den Mut, es zu tun. Aber ihr Gewissen hindert sie an der Ausführung ihres Wunsches. Sie haben zur Beruhigung ihres eigenen Gewiffens( us Chriftian Morgensterns unveröffentlichtem Nachlah.) felben Tage- bas Unalud feines Lebens Sas Borzimmer erbaut, das mich vor den Unbilden bes Wetters schützt, aber der Unzufriedenheit der Seßhaften aussetzt. Zwischen der Tür, die hinausführt, und jener, hinter der meine Hoffnung wohnt, lebe ich. Ich sehe nur das blonde Stutenmädchen und den stolzen Diener und beiden bin ich verhaßt, weil sie für meine Absichten und die Kleidungsstücke der Herrschaften verantwortlich sind. Das Mädchen, Bilder und Gedanken. Ein Lächeln irrt verflogen durch einen lauten Gaal, bis es auf einem Bogen pon schimmerndem Opal jein feines Leben endet, ben legten Blid noch matt zu der zurückgewendet, bie es verloren hat. Ein wertvoller Bücherfund. Der zu fische Profeffor Malegin bat, mie der Dit- Expreß berichtet, in der Bibliotbet der Akademie der Wissenschaften ein Exemplar der Utopia" des Thomas Morus entdeckt, und zwar der Ausgabe von 1518. Diele Ausgabe ist nur in wenigen wiffenfchaftlichen Bibliotheten vorbanden und stellt eine bibliographische Seltenheit von bobem Bert dar. Der Kinder des in Bergeffenbeit geratenen Buches ist mit einer Ueberlegung desselben ins Russische beschäftigt blitanischen izblattes Lachen fints" eines fozialdemokratischen Werbeflugblattes durch den General v. Tschischwig in Stettin. Dafür aber verbreitet sie sich lichtvoll über den sozialdemokratischen Antrag, der Wahlflugblätter freigeben wollte. Diese Bemerkung soll augenscheinlich der Sozialdemokratie die moralische Berant wortung für das Hitler- Blakat zuschieben. 11 Für jeden Denkenden liegt der Wintelzug klar, der da vollzogen wird. Wir haben absichtlich davon Abstand genom men, aus der Genehmigung" des unverschämten Hitler. Plafates einen Vorwurf" herzuleiten. Gerade weil wir die Beseitigung des Ausnahmezustandes und da mit die Ausschaltung der Reichswehrgeneräle aus der Politik fordern, verlangen wir, daß diese Herren sich ihren miti tärischen Pflichten zuwenden, aber weder etwas genehmigen noch verbieten dürfen, was mit Fragen der Politit oder der Parteien zusammenhängt. Um wenigstens für die Mahlzeit diese Ausschaltung zu erzielen, ist der Antrag im Rechtsausschuß des Reichstages gestellt und angenommen worden. Der Fall Loßberg- Tschischwitz- Hasse zeigt aber finnfällig. zu welchen Ungereimtheiten um feinen härteren Ausdrud zu gebrauchender militärische Ausnahmezustand führt. Im Münsterischen werden Sollmann- Bersammlungen verboten; der Berbietende redet selbst ohne jede Bensur! Und wie! In Stettin verbietet man fachliche sozialdemokratische Werbeschriften und noch manches andere; in Thüringen steht die Sozialdemokratie unter Ausnahmezustand. Ihre Minister und Beamten werden in jeder Weise militärisch fontrolliert" und außerdem in ein Trommelfeuer bürger licher Berleumdungen gesetzt. Daneben aber prangt das Blatat der Hitler Garden an den Gäulen mit dem Stempel Genehmigt von Reichswehrgruppe II" usw. Be greift die zuständige Stelle" des BTB. nicht, daß man der Reichswehr den schlimmsten Dienst erweist, wenn man fie in die Verlegenheit bringt, folche Flugblätter mit dem Genehmi gungsstempel amtlich zu sanktionieren? für thre Pflicht, ihre warnende Stimme zu erheben und den Reichstag zu ersuchen, die Außertraftiegung der Berordnungen zu verlangen. Die deutschen Richter aber, soweit fie im Deutschen Rich terbund" organisiert sind, begrüßen diefelben Ungeheu erlich feiten, die von den Anwälten verurteilt werden, Bir stellen diese Tatsache fest und überlassen das Urteil der Deffentlichteit. Radeks Rüffel. Moskan für die Putschiften. Heute liegt uns in der bolschewistischen Moskauer Prawda" vom 20. Januar der Wortlaut der Resolution vor, ble die letzte Parteifonferenz der Kommunistischen Partei Rußlands nach einem Bericht Cinowjems über die internatio. nale Lage angenommen hat, um ausdrücklich von bem, rechten Kurs" Rabels und feiner engeren Freunde in der deutschen Partei( Brandler, Thalheimer, Walcher usw.) ab zurüden. Da bie tommunistische Bresse verboten ist und die Resolution in interessanter Weise die detaillierte Einmischung der russischen Bolschewifi in die inneren Verhältnisse der deutfchen fommunistischen Partei beleuchtet, bringen mir die Refofution wörtlich. Der Parteifongres beschließt: 1. Die Linie des Zentralfomitees für richtig zu befinden, wie sie den Thesen über die Behren der deutschen Borgänge zugrunde Ciegt. 2. Die Politit des Zentralfomitees zu billigen, die auf eine Uebereinstimmung mit der Mehrheit des deutschen Zentralfomitees gerichtet ist und ein Zusammenarbeiten mit der Cinten" herbei führen will. 3. Den Beschluß bes Sentralfomitees vom 27. Dezember 1923 zu billigen, der feststellt, daß Genosse Radet in der deutschen Frage sich falsch aufgeführt hat und ferner fonstatiert: ftügung der rechten Minderheit des Zentralfomitees der a) Genosse Radet steuert seinen Kurs vollständig auf die Unter. ABD. und auf die Desavouterung des finden Flügels der Partei. wodurch objektiv ein 3erfall der deutschen tommunistischen Partei droht, trotzdem das Politikbureau des 3, der RKB. feine Bolitit vollständig auf die Unterstügung der großen Mehrheit des 3. der KPD. auf die Zusammenarbeit mit der Linten eingestellt hat, bei Kritit ihrer Fehler und unter Anerkennung teffen, was an ihr richtig ist und bei gleichzeitiger Kritif ber schwersten Fehler der Rechten. Deutsche Richter für Emmingerei. Gegen Schwurgerichte. Für Justizdiktatur! Der Deutsche Richterbund nicht zu verwechseln mit dem Republikanischen Richterbund" läßt mittet. len, daß seine Strafjustiztommission in einer Entschließung die b) Der allgemeine Gesichtspunkt des Genossen Radet über ben Emminger Berordnung über Gerichtsverfassung und Strafrechtspflege als bedeutenden Fortschritt auf dem Gebieten bes weiteren Kampfes in Deutschland geht von einer falfchen Strafrechtspflege als bedeutenden Fortschritt auf dem Gebiete Einschäßung der Klassenfräfte in Deutschland aus: Opportunistische ber Strafjuftig begrüßt. Besonders erfreut sind die Herren über Ueberschätzung der Meinungsverschiedenheiten Innerhalb des Jafchis. die Beseitigung der Schwurgerichte und deren Er- mus und Versuch, auf diesen Meinungsverschiedenheiten die Politit setzung durch das sogenannte große Schöffengericht. Die Tatsache, der Arbeiterklasse in Deutschland aufzubauen. daß diese als Strafgerichtsreform" bezeichnete diktatorische Berordnung unter Ausschaltung des Reichstages und daher rechtswidrig erlassen ist, macht dem Deutschen Richterbund feine Sorge. Um ganz zu begreifen, was biefen deutschen Richtern als begrüßensmerit erscheint, muß man in Erinnerung rufen, was der Berliner Anwaltverein zu demselben Thema beschloffen hat. Er erklärte, daß aus der Fülle der bebent lichen Bestimmungen" besonders unannehmbar erscheine: 1. daß selbst bei der Aburteilung der schwersten Straftaten der Angeklagte ohne gründliche Boruntersuchung, ohne vorherige Mitteilung der Anklage, ohne einen Beschluß über die Eröffnung des Hauptverfahrens, unter einer Cabungsfrist von 24 Stunden der Aburteilung überantwortet wird und ihm über. bies boch das Recht auf en bies doch das Recht auf Beweisaufnahme und jedes Rechtsmittel genommen wird; nung beseitigt werden; 2. baß die Schwurgerichte im Wege der Berord 3. daß gegen die Urteile des sogenannten Schwurgerichts, melches nichts weiter als ein großes Schöffengericht ist, feine Berufung zuläffig ist; hängen tann, 4. daß der Einzelrichter bis zu 15 Jahren Zuchthaus verWegen dieser Ungeheuerlichkeiten hielten es die Anwälte Menschheitsdämmerung!" Unter blesem Titel sprach art Menschheitsdämmerung!" Unter diesem Titel sprach Karl Bogi im Meisteriaal vor einer andächtig lauschenden Schar repo.utionärenrif ber heitmente, fo Sarl Liebfnecht" Don Henri Guilbeaug, Du gehst Dich schlagen" von Marcel Mar tinet, Fluch des Krieges" von Li- tai- pe, aus Baul Zechs Berbrüde rung", Armin T. Wegners Austreibung der Menschheit" u. a. Alles, was uns beim Lesen dieser Dinge mitunter als ideologisch, efftatisch, übertrieben, unausgereift erscheinen will, brachte der Sprecher zum hellen Deuchten; den furchtbar unerbittlichen Schrei 27 10 der Anklage, ben Ruf aus tiefer Not unt Berzweiflung und ben starten untrüglichen Glauben an die Zukunft. In der Art des Bogts ichen Vortrages, die sich erst schwer und spröde gibt, Ciegt etmas Startes, Milziehendes und leberzeugendes, Go folgt man ihm willig und treu, läßt sich erschüttern und glaubt ihm das Versprechen an die Zukunft, das er uns burch den Dichter vermittelt. tr. Lenin als Schriftsteller und Publizist. Lenin ist als Schriftsteller von einer außerordentlichen Fruchtbarkeit gewesen, die allerdings hauptsächlich in Broschüren sowie Abhandlungen in Zeitschriften und Tagesblättern ihren Ausdruck fand. Seine erste Arbeit war, wie der Dit- Expreß mitteilt, bie Broschüre Welches find die Freunde des Boltes?" Sie wurde infolge der damaligen Benfurverhältnisse in einer Geheimdruckerei hergestellt. Biele feiner Schriften ließ Lenin unter dem Pfeudonym Lulin erscheinen. Be sonderes Aufsehen erregten seinerzeit die Broschüren Dic Baren herrschaft wanti"( 1903) und Ein Schritt vorwärts, zwei rüdwärts" ( 1904 gegen die Menichewiti). In der Presse ist Lenin immer wieder hervorgetreten. 1904 gründete er bie bollchemistische Zeitung„ pe reb", 1906 den„ Proletarier". Er arbeitete auch als lleberseker und Herausgeber, u. a. fchrieb er ein Borwort zu Biebtnets Buch Reine Kompromiffe". Seine größeren Werte find: Ent widlung des Kapitals in Rußland", Wirtschaftliche Essays", Staat und Revolution" u. a. Der Kalifornische Orangenfegen. Bekanntlich ist Kofifornien, das eir: ftmalige Goldgräber- Boradies, zu einem Obstlande ersten Ranges geworden, u. a. auch ein Hauptlieferant von Apfe finen. Seit fünf Jahren wirft Kalifornien alljährlich acht Millionen Kisten Apfelsinen auf den Weltmarkt. All dieser reiche Goldfegen stammt von zwanzig Bäumen ab, welche das amerikanische Landwirtschaftsministerium im Jahre 1870 aus Brasilien fommen ließ. Der Versuch", den man ta mals machen wollte, hat sich glänzend gelohnt. Bon jenen ursprüng. fichen zwanzig Bäumen sind noch zwei am Leben, einer in Washing ton und einer in Kalifornien. Urania- Vorträge. Sonnt. Theater 6 u. 8, r: Aus der Berfftatt eines Stultur films. Sörfaol 4 Uhr: Maria Schipfmann, Märchenerzählung. 8, Uhr: Tiermelt der Nordsee II. Mont. 7, Uhr: Der deutsche Rund funt. 6 Uhr: Prof. Wegener, Vom Banges aum Himalaya. 8, Ubr: Tier: weit der Nordsee II. Dienst. 6 u.%, 8 Uhr: Jm Schnee und Eis bon Südamerika II. 6 Uhr: Tierwelt der Nordsee II. 8 Uhr: Dr. A. Mol. Geschlechtsleben und erbliche Belastung Mittm. 6 u. 8, br: Am Eis und Schnee von Südamerika II. 8, Ubr: ie man tinder filmt. Donnerst. 6 u. 8, Uhr: Mit der Cap Bolonio nach Sübamerita L 6 Uhr: Wie man Kinder fumt. 8 Uhr: D. Heilborn, Wie der Mensch au Schmud und Kleibung fam. reit. 6 u. 8, Ubr: Bolarforicher Leben, Drei Jahre unter fanabischen Estimos. 6 Uhr: Dr. Klofe, Beologische Natur benkmäler Deutschlands Connab. 6 u. 8, Uhr: Bolarforicher eben, Mufit und Tänze der Casimos. 6 Ube: Baumeister Lilienthal, etter störper bis zum Segelflug. 8 Uhr: Brof. Genning, Die Strahlung Angesichts all diefer Tatsachen ist das 3. gezwungen, das Exekutiofomitee der Kommunistischen Internationale davon zu be nachrichtigen, daß Genosse Rabet in dieser Frage nicht die Auffassung des 3. der RKP. vertritt. zeit im allgemeinen zehn Stunden täglich, 60 Stunden wöchentlich und 260 Stunden monatlich nicht überschreiten soll. Darunter ist aber feineswegs die Dienstschicht, in der auch die Arbeitsbereitschaft einbegriffen ist, zu verstehen. Die Höchstdauer der Dienstschicht beträgt jetzt schon 15 Stunden. Daß der Deutsche Eisenbahnerverband einer derartigen Berlängerung der Arbeitsezit nicht zuftimmen kann und die Entscheidung seinen Mitgliedern überläßt, haben wir bereits in unserer Morgenausgabe vom 22. Januar mitgeteilt. In unserer geftrigen Morgenausgabe veröffentlichten wir auch die weiteren Bläne, mit ber sich die Reichsregie rung bezüglich der Reichsbahn und der Reichs post trägt. Reichsbahn und Reichspoft sollen selbständig" gemacht, der Kontrolle des Reichstags entzogen und der eines zehngliedrigen Aufsichtsrats, in der auch die Pripat wirtschaft" vertreten ist, unterstellt werden. Das heißt, man will die Reichsbetriebe unter die Fuchtel der großkapitaliftischen Organisationen stellen, vorher aber noch die Ar beitszeit auf zehn Stunden und darüber verlängern und die Abwehr der Eisenbahner als ein Berbrechen gegen die Allgemeinintereffen stempeln. Wenn etwas gegen die Allgemeininteressen verstößt, so sind es die Pläne, die im Reichsverkehrs ministerium ausgehect werden, die auf eine Stinnefierung unserer Verkehrsinstitute hinauslaufen, ohne daß diese den Kapitalmagnaten auch nur eine Papiermark foftet. Gegen den Belagerungszustand. wurde mit 56 gegen 37 Stimmen ein Antrag angenommen, daß ber Bremen, 26. Januar.( TU.) In ber gestrigen Bürgerschaftsfizung Senat bei der Reichsregierung die Aufhebung des Belage helt die Anträge auf Aufhebung des Berbots der deutſchvölkischen rungszuffandes beantragen soll. Ferner wurden mit mehr. und fommunistischen Partei und Genossenschaften angenommen. Sozialistische Arbeiter- Internationale. Die Ergänzung des Bureaus notwendig geworden. Condon, 25. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Heute wird offiziell befannigegeben, daß Macdonald und vier weitere Kabinettsmitglieder infolge ihrer Annahme von Ministerposten automafisch aus der Erefufioe der Sozialistischen Arbeiterinternationale ausgeschieden sind. Die vier anderen Mitglieder der Regierung Macdonald, auf die in diesem Telegramm Bezug genommen wird, find: Henderson, der bisherige Borfißende der SAI., T. Shaw, der bisherige Sefretär, Sidney Webb und 3. H. Thomas, die beide, ebenso wie Macdonald, Mit glieder des Bureaus sind. Das in Hamburg einstimmig angenommene Statut der Sozialistischen Arbeiter- Internationale sieht ausdrücklich vor, daß mit der Annahme eines Ministerpostens die Zuge hörigkeit zum Bureau der Internationale aufhört. Diese Be ftimmung bezwedt, die Unabhängigkeit des permanenten Organs der Internationale von der Politik der Regierungen zu sichern. zu( Im Gegensaz namentlich zur Dritten Internationale, die immer mehr zu einem bloßen Wertzeug der russischen Regierungspolitik geworden ist.) Im Hinblick auf die notwendig gewordene Neuregelung dieser Frage ist eine Sigung des Bureaus für Anfang Februar bereits in Aussicht genommen. 4. Den Genossen Radek tarauf hinzuweisen, daß seine Art, als Mitglied bes 3. der RAP. sich nicht ben Beschlüssen des 3. ber RRB. zu unterwerfen, in der bolschewistischen Partei nicht au täffig ist. 3. Ganz entschieben den Genoffen Rabet und andere Genossen aus der Opposition" davor zu warnen, nicht den Frattions. lampf in die Kommunistische Internationale zu übertragen, ber von außerordentlich schäblichen Folgen für die internationale Arbeiterbewegung fein müßte. Soweit die Resolution ber bolichemistischen Bartelfonfe renz. Auf ihre Einzelheiten wird man ebenso noch zurüd tommen müssen, wie auf die Thefen ber verschiedenen Grup pen innerhalb der deutschen kommunistischen Partei. Der Hinweis unter 3iffer 5 auf den Fraktion stampf deutet schon an, daß die Moskauer Differenzen fich feineswegs nur auf die verschiedene Einschägung des Tempos ber beut fchen Revolution", sondern auch des Tempos und die Ent. wicklung der ruffifchen Revolution beziehen. Während Radet offensichtlich mit einer längeren Entwicklungsdauer rechnet, eine Annäherung an die Sozialdemokratie und eine Berteidigung der Republit unter Umständen auch auf demo fratischer Grundlage für notwendig hält. unterstüßt Sinomjem den putschistischen Flügel Maslow Fischer, der zusammen mit dem„ Sump f" derer um Koenen und Stöder die politische Linie in der deutschen Kommunistenpartei zurzeit bestimmt. Ein Gruß Viktor Bergers an Macdonald. Washington, 26. Januar.( Eca.) Bittor Berger, das ein 8ige sozialistische Mitglied des Kongresses, hat in einem Glüd. munte le gramm an Macdonald unter anderem folgendes nitelegramm an Macdonald unter anderem folgendes ausgeführt: Heute bedeutet Amerikanismus und Kapitalismus ein und dasselbe. Die arbeitende Klasse Großbritanniens ist bie off. mit dem höllischen Bersailler Bertrag und hoch bie Flagge der Gerechtigkeit und der menschlichen Brüderlichkeit. Da Sie bas eligewiffen für sich haben, brauchen Sie nichts au fürchten; Sie tönnen nichts verlieren. Genossen, viel Glück! nung ber meißen Raffe und der Welt. Deshalb: Nieder Die Demokraten wählten zum dritten Borsigenden Abg. Ha as ( Starlsruhe). Sie traten für Menderung des Reichstagswahlrechts vor den Neuwahlen ein. Ihr Parteitag foll am 6. April in Benin oter Weimar stattfinden. Der Wahltag für die preußischen Gemeindewahlen ist nach dem Beschluß des Land'ages bestimmt Sonntag, ber 4. Mai 1924. Unfere Angabe, baß der Wahltag durch den preußischen Innenminister Kahr- Politik im Reichsverkehrsministerium Kahr- Politik im Reichsverkehrsministerium eftgelegt mürbe, beruht auf einem Irrtum. Das Wolffbureau verbreitet folgende Meldung: Die bittere wirtschaftliche Notlage hat die Reichsregierung ge mungen, außer dem großen Berfonalabbau auch eine Berlängerung ber täglichen Arbeitszeit ber Beamten auf neun Stunden anzuorb nen. Nach dem Beamtenrecht können die Beamten hierfür eine entsprechende Erhöhung ihrer Bezüge nicht beanspruchen. Dieser Umstand hat bei der Reichsbahn die Folge, daß bie vielfach neben den Beamten tätigen Arbeiter vor der Frage stehen, ob sie ba, wo auch ihre Arbeitszeit verlängert werden muß, fich mit dem für ble neunten Stunde ihnen angebotenen halben Stundenlohn( sie wür. ben für neun Stunden Arbeit achteinhalb Stundenlöhne beziehen) begnügen wollen oder nicht. Der Borstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes, dem der größte Teil der Eisenbahnarbeiter angehört, glaubt, ble teilweise Streckung der Arbeitszett, ohne bie eine wirtschaftliche Betriebs führung nicht möglich ist, abwehren zu follen und nimmt gegen wärtig unter feinen Mitgliebern eine Urabstimmung vor, ob in einen Abwehrstreit" getreten werben foft. Man möchte bringenb hoffen, daß bei dieser Abstimmung fühle, flare Ueberlegung die Oberhand behält. Die Steffung des Berkehrsministers gegenüber einem folchen Streit fann nicht zweifelhaft sein. Irgendwelche Gruppen der Allgemeinheit würden die Eisenbohner taum für fich haben, denn sie würden die Anfänge der Gefundung unseres Wirt fchaftslebens im Reime eritiden und die gefestigte Währung in Lebensgefahr bringen. Jede Erschütterung ber deutschen Wirtschaft wird ein weiteres Sinten des Verkehrs zur Folge haben und damit ben Umfang des Abbaus zwangsläufig vermehren. Daß auch Be amte in den Streit treten, dürfte nach ben Erfahrungen von 1922 nicht mehr wahrscheinlich fein. Ihnen mürbe bie Deffentlichkeit, sumal in der heutigen Zeit, noch viel weniger Berftändnis und Nachficht entgegenbringen als dem Arbeiter. Ein streifender Beamter mürde auch bald merten, baß er nicht ble Berwaltung, die ihren Berfonalbestand einschränken muk, fondern sich selbst am meisten Schädigen würde. Es ist zu hoffen, daß die gefunde Ueberlegung fiegen und eine gewaltsame Auseinandersetzung vermieden wird, von beren Aussichtslosigkeit jeder urteilsfähige Führer der Eisenbahner. verbände hente fchon überzeurt fein muß. " Neuwahlen in Italien. Die Kammer ist aufgelöst und wird am 6. April neugemählt, Giornale d'J'alia" veröffentlicht einen Brief bes Gekretärs der Vereinigten Sozialdemokratischen Bar ei, in dem diefe es ablehnt, fich gemeinsam mit den Rom. uni ften am Wahlkampf zu beteiligen. rpc. Ein Faschistengeneral verhaftet. Der General a. D. & infti in arschau ist unter der Beschuldigung, der Geheim organisation PPBB.( Bolnische Batriotische Bereitschaft) anzugehören, interniert und unter Bolizeiaufsicht gestellt worden. Der lehte ruffische Dumapräsident Rodzianko ist in Merschah im Banat( Sübilamien) gestorben. Abonniert den Vorwärts!" Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts". Berlin S. 68, Linden ftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) P Ich abonniere den Bormäris mit der illustrierten Sonntagsbellage Bolt und Zeit" und der Unterhaltungsbellage Heimwelt" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Wohnung: -Straße Nr. vorn Hof- Quergeb. SeitenfL- Tr. fints- rechts bet Diese Melbung ist eine be mußte rreführung ber Deffentlichteit. Die im Borwärts" bereits be prochenen Vorschläge des Reichsverkehrsministeriums zur Abanderung ber Dienstbauervorschriften sagen, daß die Arbeits. Fortjeßungen des Romans von Leonhard Frank„ Der Bürger". Ich ersuche um Grafis- Nachlieferung der bisher erschienenen Gewerkschaftsbewegung Was geschieht gegen die Arbeitslosigkeit? Die Regierung hat vom Reichstag durch ein besonderes Er. mächtigungsgesetz sich Bollmachten erteilen laffen, um alle Maß nahmen unverzüglich treffen zu können, die zur Beseitigung dringender Notstände erforderlich sind. Die Dauer dieses Ermäch tigungsgesetzes läuft am 15. Februar ab, ohne daß von der Regie. rung bisher die Maßnahmen getroffen worden wären, die die wirt fchaftliche und finanzielle Not erfordern. Die dritte Steuernotver ordnung ist noch immer nicht veröffentlicht und nichts, rein gar nichts ist geschehen, um der ungeheuren Arbeitslosigteit zu steuern. Man hat wohl den Achtstundentag durch die berüchtigte Arbeitszeitverordnung durchlöchert und dadurch im ganzen Reiche Wirtschaftskämpfe heraufbeschworen; man hat durch die Berlängerung der Arbeitszeit der Beamten, ben Beamtenabbau und die Redu Etumbe. 5. Bestehende Lohntorife fönnen mit Bochenfrift ge-| 70 000 Angefteffte, bie fich zur Wehr sehen müssen. Bon der drift. fündigt werden. Die Berhandlungen ergaben, daß der Arbeitgeberverband der Gemeinden und Kommunalverbände dieselbe Argumentation wie der Privatunternehmer anwandte und auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe sowie die Finanzschwierigkeiten der Gemeindebetriebe hinnies. Demgegenüber wurde von den Vertretern der Arbeitnehmer festgestellt, daß schon vor dem Kriege die Gemeindearbeiter vielfach den Achtstundentag hatten und daß bei den hohen Gesund beitsgefahren in den Bas, und Ranalisationswer. fen, der großen Verantwortlichkeit in den Elettrizis tat's und anderen Gemeindebetrieben eine vorbildliche Arbeitszeit bestehen bleiben müsse und man nicht den reinen Moch standpunkt der Unternehmer herverkehren dürfe. Troßdem wurde der vorstehende Schiedsspruch gefällt. Der Verbands. vorstand erachtet diesen Schiedsspruch als einen Fehlspruch. den man mit Fug und Recht als Rechts. und Tarifbruch bezeichnen fann. Es fehlt 1. die grundsätzliche Anerkennung des Achtstundenlichen nationalen Regierung Marg haben wir nichts zu erwarten. Als letter Redner spricht Rothe: Leider werden die Arbeit. geber von einem wesentlichen Teil der Angestellten unterſtüßt. Man schließt Sonderverträge ab. Man will persönlich gemertet werden. Diese rückständigsten Elemente in der Angestelltenschaft sind Aeußerst ungerecht ist der im DHB. organisiert oder indifferent. Abbau der Beamten und Angestellten. Die Ersparnisse dadurch sind weit geringer, als wie die Deffentlichkeit vermutet. Bei der Reichs. eisenbahn z. B. betragen die Gehälter 15 Broz. und die Sachausgaben 85 Broz. anDie Diskussion bewegte sich vollkommen im Sinne der Refe einstimmig Folgende Resolutionen wurden genommen: renten. " Die Bersammlung protestiert gegen die Zwangsarbeit der Erwerbslosen und verpflichtet sich, mit allen Kräften die Erwerbs lofen in ihrem Kampfe gegen die Zwangsarbeit zu unterstützen. Darüber hinaus verpflichtet die Versammlung ihre Gemertschaften: ( Afa- Bund), alle Mittel zur Anwendung zu bringen, daß der§ 9 und ähnliche Gesetbestimmungen sofort zurückgezogen werden." „ Die Angestellten der Metallindustrie fordern von dem Afapolitischen Arbeiterparteien aufgenommen wird, damit die gefamie deutsche Arbeiterschaft einheitlich den Kampf für den Achtstundentag führen kann." zierung der Bezüge der vom Reich, den Ländern und Gemeinden Sozialdemokratische Studentenvereinigung Metallfartell, daß ſofort die Verbindung mit dem ADGB. und den Beschäftigten der Privatmndustrie das Stichwort für ihre Bolitif qe. geben und zugleich ihr eine Reservearmee von annähernd 500 000 Röpfen geliefert: irgendwelche Maßnahmen zur Anturbelung der Wirtschaft sind bisher weder getroffen noch offenbar geplant worden. Oder betrachtet man die Abkommandierung von Arbeitslofen zum Schneeschippen und ähnlichen unbezahlten Zwangsarbeiten zur Steuerung der wirtschaftlichen Not und der Not der Erwerbslosen? Die Gewerkschaften haben wiederholt und bringend die Regierung auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit öffentlicher Not standsarbeiten aufmerksam gemacht. Sie haben ganz fonfrete Bor. fchläge gemacht über die Kreditbeschaffung, die heute ficherlich feine Schwierigkeiten bieten und den Staat in feiner Weise belaften, im Gegenteil seine Einnahmen an Steuern erhöhen und seine Ausgaben zur Erwerbslosenfürsorge herat mindern würden. Zur Behebung der Bohnungsnot find gleichfalls bestimmte Borschläge gemacht worden. Was man über die Pläne des Reichsfinanzministeriums in dieser Frage bisher gehört hat, ist so verhängnisvoll für die Wirtschaft, so unmöglich für die Mieter, daß man in der Reichsregierung offenbar vor der Zustimmung zu diesen Plänen zurückschreckt. Man scheint sich also auf eine mittlere Linie der Untätigkeit und des Fortwusteins zusammen gefunden zu haben. So fann es auf feinen Fall weitergehen. Der Reichstag hat der Regierung nicht die außerordentlichen Bollmachten erteilt, damit sie unfere Rechtsprechung verfahrt, sondern um Maßnahmen zur Abstellung dringender Notstände zu ergreifen. Was geschieht gegen die Arbeitslosigkeit? * Dazu wird uns vom Borstand des AFA- Bundes geschrieben: Der AfA- Bund hatte bereits am 4. Januar d. 3. auf Grund Don Beschlüssen seines Bundesausschuffes allen beteiligten Minifterien der Reichsregierung einen Gesamtplan zur Be tämpfung der Arbeitslosigteit unterbreitet, der auch schon im„ Borwärts" eingehend besprochen worden ist. Es darf baran erinnert werden, daß in diesem Plan insbesondere die Wege zur Beschaffung neuer Arbeitsgelegenheit aufge. zeichnet waren. Am 18. Januar ist dem AfA- Bund vom Reichsfinanz minifter mitgeteilt worden, daß er die ihm übermittelten Anregungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit an den für diese Frage zunächst reffortmäßig zuständigen Reichsarbeitsminister weitergeleitet habe. Der AfA- Bund hat sich mit diesem reichlich bureaukratischen Bescheid nicht abgefunden, sondern nunmehr den Herrn Reichstanzler gebeten, eine Stellungnahme des Rabinetts herbeizuführen. Es geht auch wirklich nicht an, daß die Reichsregierung gegenüber der furchtbaren Not der Erwerbslosen und dem großen Umfang der Arbeitslosigkeit weiterhin passin bleibt, benn die reffort mäßigen Erwägungen reichen befanntlich nicht aus, um eine Frage von der Bedeutung des Arbeitslosenproblems wirklich zu lösen. In anderen Ländern tonzentrieren die Staatsmänner ihre ganze Kraft darauf, die Arbeitslosigkeit durch großzügige Maßnahmen zu betämpfen. Bei uns geben die verantwortlichen Stellen der Reichsregierung immer noch nichtssagende Bescheide über die Reffort zuständigkeit. Arbeitszeit der Gemeindearbeiter. Der Schiedsspruch des Zentralausschusses hat am 22. Januar 1924 folgendes Ergebnis gezeitigt: 1. Die Arbeitszeit beträgt bis 1. Juli 1924( Dauer des Reichsmanteltarifvertrags) regelmäßig durchschnittlich 9 Stunden ohne Baufen. Weitere Berlängerung tann bezirklich vereinbart werden. 2. Wechselschichten sind im Rah men der gefeßlichen Bestimmungen bezirklich neu zu vereinbaren. Es soll die ach stündige Arbeitszeit nicht überschritten werden, so weit es die Borfriegsarbeitszeit war, aber es sollen 56 Stunden nicht unterschritten werden. 3. Die zusammenhängende wöchentliche Ruhepause beträgt mindestens 30 Stunden. Für Schichtarbeiter finden die gesetzlichen Bestimmungen Anwendung. 4. Als UeberStunden gelten die Arbeitsstunden, die über die neu zu vereinbarende tägliche Arbeitszeit hina isgehen. In der Regel also die zehnte if srael Deffentliche Berfammlung Mittwoch, 30 Januar, abends 8 Uhr, in der Aula des Fran ösischen Gymnasiums, Reichstags- Ufer. Vortrag des Schriftstellers Heinrich Ströbel über: Deutschlands Krise und die deutsche Sozialdemokratie. Der Bezirksvorstand der BSPD. Berlins. teges, wie er im§ 1 der Arbeitszeitverordnung vorgesehen ist, 2. ist die Festlegung von Löhnen und damit auch Ueberstunden nach dem Reichsmanteltarifvertrag nicht zulässig, 3. läßt der bis. herige Reichsmanteltarifvertrag in feinem§ 1 bereits mehrarbeit im Einne des Reichsgesetzes zu einen planmäßigen Abwehrtampf aufzunehmen und hat die Der Verband der Gemeinde und Staatsarbeiter ift entfchloffen, notwendigen Anweisungen an die Bauleiter und Filialleitungen bereits ergehen lassen. Inzwischen ist gleichzeitig eine Rechtsverwohrung an das Arbeitsministerium von ihm gerichtet worden, um einen anderen Entscheid in dieser Sache herbeizuführen. Ift Bildung Lurus? Mir fämpfen heute für unser nadies Leben, wir müssen sehen, wie wir uns wirtschaftlich noch über Wasser halten. Bleibt uns da noch Kraft und Zeit, uns weiter zu bilden? Ja, dürfen wir unsere Kräfte überhaupt für Bildungszwede verbrauchen? Ist es nicht unsere Pflicht, vor allem zu arbeiten, daß wir wieder von diesem wirtschaftlichen und politischen Tiefpunkt wegkommen? Diese Gedanken ergreifen unsere Genoffen und laffen fie an ber dringenden Notwendigkeit der Bildungsarbeit zweifeln. Wer bas Stümpertum auf dem Gebiete des Organisationslebens und der Bolitit bekämpfen will, wem es ernft ist mit seiner sozialistischen unt gemertschaftlichen Ueberzeugung, der befuche die freigemertfchaftliche Betriebsräteschule, der erweitere sein Wissen und schule seinen Geift. Anmeldung zu den Kursen, die in der 2. Februarmode begin men, erfolgt durch Entnahme einer Hörerfarte im Berbandsbureau oder im Bureau der Schule, Engelufer 24/25, 2. Hof I. Lehrberatungssprechstunden: Bureau der Schule, Engelufer 24/25, 2. Hof I. Montags und Freitags 4 bis 7 Uhr, Bureau des Orts fartells des AfA- Bundes, Belle- Alliance- Str. 7/10. Montags und Freitags 4 bis 6 Uhr. Die Angestellten für den Achtstundentag. Achtung, Steinarbeiter! Bei der Firma Norddeutsche Marmor. und Granitwerke, Inhaber Hans Kostner und Gottschalk, Weißensee, Schönftr. 11-15, find Differenzen ausgebrochen, welche zur Entlassung der Gesamtbelegschaft geführt haben. Sämtliche Arbeitsangebote sind bis zur Beilegung der Differenzen seitens der Arbeiterschaft abzulehnen. Die Streitleitung. Jm englischen Ellenbahnerstreit hat die Regierung beschlossen, vorläufig nicht einzugreifen, da nach ihrer Auffassung der geeignete Augenblid zu einer Intervention noch nicht gekommen sei. Der Zugführer der Londoner Untergrundbahn zum Streif Führer der Streifenden, Bromlen, droht damit, daß er auch die lassen will. peran AEG.- Transformatorenwerk Oberschöneweide. Dienstag 3% Uhr bei Jmberg, Wilhelminenhofstr. 34, erfolgt die Auszahlung der gesammelten Gelder an die ausgesperrten Kollegen. BSPD.- Schuhmacher. Morgen( Montag) nachmittag Uhr Sigung aller Genossen und Sympathisierenden im Lokal Praffer, Michaelfirchftr. 29a, Ede Wusterhaufener Straße. Regen Besuch erwartet Der Werbeausschuß. BSPD.- Funktionäre des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter und Anhänger der Richtung Amsterdam! Dienstag, den 29. Jannar, abends 6 Uhr, im Rofenthaler Sof, Rosen thaler Str. 11-12, außerordentlich wichtige Berfammlung. Die Situa. tion nach der Generalversammlung. Alle Funktionäre, Generalversammlungsbelegierte, Mitglieder der Berwaltungsförperschaften, Bertrauensleute und Oblente find verpflichtet, au erscheinen. Mit Der Fraktionsvorstanb. liebsbuch und Parteiausweis find vorzulegen. Fabritarbeiterverband. Morgen( Montag) abend 6 Uhr im Arbeitslofen. faal des Berbandes, Engelufer 24-25, Eingang B, parterre. Gruppenverfamm lung der in den Autobereifungs- und Reparaturanstalten beschäftigten Gummi. arbeiter. Bei äußerst wichtiger Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen notwendig. Die Branchenleitung. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Gemeinfame Mitgliederverfammlung der Fachgruppen Baugewerbe, Architekten und Steinmestechniker am Dienstag, den 29. Január, abends 7 Uhr, in den Sophien- Festsälen, Berlin C., Sophienstr. 17-18. Achtung, Arbeitslose des Deutschen Metallarbeiterverbandes! Mittwoch vormittag 10 Uhr findet im Verbandshaus, Linienftr. 83-85, großer Gaal, part.. eine Bersammlung fämtlicher Arbeitslosen des DMV. ftatt. Tagesordnung: Wahrnehmung der Interessen arbeitslofer Mitglieder durch die Organisation" Referent Rollege Bista. Das unbedingte Erscheinen aller arbeitslofen Mit Die Ortsverwaltung. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft:' J. B.: Ernst Reuter und einberufene öffentliche Versammlung der Angestellten der Am Freitag fand im Schultheiß. Hafenheide, die vom Afa.alieder in Pflicht. Metallindustrie gegen Arbeitszeitverlängerung und Lohnabbau statt. 3000-4000 Menschen waren versammelt und verfolgten mit größter Aufmerksamkeit die Worte der Redner. Als erster Redner berichtete Günther: Die Berhandlungen wegen der Januargehälter sind daran gescheitert, daß der Afa- Bund zeit zu stimmen. Die Löhne der deutschen Arbeiter und Angestellten es grundfäßlich abgelehnt hat, für eine Berlängerung der Arbeits. stehen wesentlich unter dem Lohnniveau des Auslandes. Der deutsche Arbeitgeber hat während der Inflation Gewinn auf Gewinn gemacht. Die Arbeiterschaft ist arm geworden. Das find die wahren Ursachen des mangelnden Abfahes. Es gilt dafür zu forgen, daß nicht länger als acht Stunden gearbeitet wird. Wir Arbeitnehmer fönnen nicht dulden, daß nach den Lasten dieser Inflationsperiode nun noch die Arbeitszeit verlängert werden soll. Leistung und Qualität tönnen nicht von der Länge der Arbeitszeit, sondern vom gesundheitlichen Buftande des Arbeiters abhängen. Für das Rapital gibt es teine Bernunft, nur Profit. Rasper erklärte, es sei bedauerlich, daß es nicht möglich war, den Kampf um die Erhaltung des Achtstundentages auf der ganzen Linie zu führen. Wir stehen einheitlich auf dem Standpunkt, daß es einer freien Gewerkschaft umwürdig ist, den Achtstundentag freimillia preiszugeben.( Beifall!) Sollte infolge der uneinigen deutfchen Arbeiterschaft der Achtstundentag verloren geben, fo werden wir ihn wieder erringen müffen. Ist der Achtstundentag in Deutsch land beseitigt, dann wird er in den anderen Ländern auch verloren gehen. Mit einer erzwungenen Arbeitszeitverlängerung ist das Bro blem der Produktionssteigerung nicht gelöst. Bei allen Fehlern und berechtigter Kritik find es doch nur die freien Gemert. schaften, die unsere Intereffen vertreten. In Berlin gibt es Gewerkschaftsbewegung: F. Estorn; Feuilleton: K. H. Döicher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GW. 68., Lindenstraße 3. Hierzu 4 Bellagen. Verlangt die guten HA CALMON Common CALMON HANSA Gummiabsätze Vorteilhafte Angebote Reinwoll.Cheviot2.35 Kostümrock marine, Noppenstoffe grau meliert, 140 cm. Mt. 2.75 Frühjahrs- Kostüm- und Mantelstoffe 30 6.50 130cm Mr. Schlupfbeinkleider vorzüglich gestreift. 16.50 Damen Kunstoelde, 7.50 Velours de laine..... Morgenrock aus vorzügl. Flauschstoff, reich bestickt.. 17.50 Jackenkleid reinwoll. Gabardine, 59.00 Jacke gefüttert.... Zephir berhemden 0.95 Jungmädchenkleid u. Blusen, Mtr. Baumwoll. Musselin vorzügliche Qualität, Mtz. 0.95 mittelblau Wollserge, Lge. 100, 105, 110cm 25.75 Einsegnungskleid schwarzer Lge. 110, 115, 120 cm 36.50 Tennisstoffe für 0.95 Schnürschuhun 9.60 Blusen und Hemden Mtr. Herrenstoffe Reinwolle, blau, 148 cm. 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Beilage des Vorwärts Was ist besser geworden..? Nach den Feststellungen, die wir bisher zu dem Thema: Bas ift besser geworden?" machen fonnten, bewegt sich der größte Teil der Bevölkerung noch immer in den tiefgefurchten Bahnen, die die Not seit Jahren vorgezeichnet hat. Nur hin und wieder öffnet sich ein schmaler Pfad, der eine Aussicht auf bessere Zeiten ganz ferne ahnen läßt. Wird der Vorhang diese freundlichere Szene wieder verhüllen, bevor er sich ganz gehoben?. Zuweilen scheint es so; noch immer herrscht das Schreckgespenst der Arbeitslosigkeit und dort, wo es sich schemenhaft aufzulösen beginnt, lauert die brutale Grimasse der rücksichtslosesten Unternehmerwilltür. Doch es soll anerkannt werden: Ein kleiner Fortschritt ist die Stabilität der Währung. Man ist wieder sicherer und ruhiger. Der große P'e'tegeier scheint nicht mehr so dicht über unleren Köpfen zu schweben. Das Hasten und Jagen, wie in der Zeit der sich überstürzenden Inflation, hat ein Ende. Noch vor einigen Wochen konnte man nicht schnell genug bas eben erhaltene Geld wieder ausgeben. Die Entwertung ging von Tag zu Tag, ja, man möchte sagen, von Stunde zu Stunde vor fich. Das hat zunächst ein Ende und die Hausfrau atmet etwas auf... Der Weg führt uns heute in das Haus jener, die durch den brutalen Völkermord vor allem getroffen wurden: Der Haushalt der Kriegerwitwe. 99 Der Tisch, an dem wir mit der fleinen, blaffen Frau fihen, ift mit einer Bachstuchdecke überzogen. Durch jahrelanges Waschen und Seifen ist sie brüchig geworden. An eine Neuanschaffung kann vorläufig nicht gedacht werden. Alles muß gut genug sein. Auf die Frage, ob sie als Kriegerwitme von einer besser gewordenen Beit fprechen fönne, lächelte sie schmerzlich: Kein Gedante, Elend genau wie früher. Sehen Sie hier den Berg Strümpfe. Alle sind entzwei. Denken Sie etwa, ich könnte auch nur die einste Doce Wolle Baufen. Einen alten Strumpf räufle ich nun auf, damit ich einen anderen stopfen tann. Sehen Sie die Wanne, Eimer und die Waschschüssel. Alles taputt. Ich bin nicht imstande, die Reparatur. tofben zu bezahlen. Diese Medizinflasche ist unsere Campe". Lesen oder auch nur Strümpfe stopfen fann man dabei nicht; viel meniger noch die Wirtschaft besorgen. Gaslicht fann ich nicht bezahlen, und selbst noch eine anständige Petroleumlampe fann ich mir nicht leisten." Zu unserem Erstaunen sehen wir die neueste Ausgabe des Vorwärts" auf dem Eimerspinde liegen. Auf Frage erklärte bie kleine Frau: Trotzdem ich zurzeit wie mein 20jähriger Sohn schon über ein ¼ Jahr arbeitslos bin und nur wenig Unterstützung erhalte, fönnen wir von unserem Vorwärts" nicht lassen. Mein Sohn, welcher selbst in der Jugendbewegung und in der Partei tätig ist, würde unglücklich sein, wenn ich den„ Borwärts" abbestellen würde. Mir geht's genau so. Ihnen fann ich es ja sagen, nur meine Berwandten dürfen es nicht wissen." Und die Frau erzählt weiter. Anfang Oftober, also vor vier Monaten, hatte ich für mein 15jähriges Mädel beim Fürsorgeamt ein Paar Stiefel beantragt. Was sie auf den Füßen hat, ist abgeriffen, ringsum mit Riestern besetzt. Nach vier Wochen erhielt ich den Bescheid, daß ich mit meiner Bitte abgewiesen sei. Ich reichte Beschwerde ein, habe aber bis heute feinerlei Nachricht erhalten. Alle meine weiteren Bittgesuche blieben unberücksichtigt. Das Mädel muß nun mit Sandalen ins Geschäft gehen. Sie wollen nun wiffen, ob ich es wirklich nicht möglich machen kann, ein Paar Schuhe befohlen zu lassen oder gar ein Paar billige" neu zu laufen?" Dabei legte die Frau ihr Aus. gabenbuch vor, mit den Ausgaben in der Woche vom 13. bis 20. Januar. Wir lassen hier einen Auszug folgen: 10] " *) Siehe auch Nr. 21 und 33 des„ Borwärts". ( Rachbruck durch Malik- Verlag, Berlin.) Der Bürger. Don Leonhard Frank. ,, Kein Zweifel, die sind schwer verliebt. Du natürlich bemerkst das nicht." Adolf setzte sich mit dem Rücken gegen die Fahrtrichtung und forderte:" Sige du auch so!" Da fiel Jürgen ein, daß er eigentlich gegen seinen Willen zurückfuhr. Ich size so." Eleganter Blödsinn! Das gibst du doch zu?" " Nein, das gebe ich nicht zu. Das gebe ich nicht zu," fagte er noch beim Betreten der Küche vor sich hin und blickte die feuchten, vollen Schultern Bhinchens an, die, im Unter rod und Hemd, glühend am Bügelbrett stand. Sein Kopf blieb flar; das unbekannte Gefühl fuhr ihm nur in die Beine. Bhinchen konnte vor Aufregung die entblößte, aufsteigende Brust nicht bedecken. hinaus. Da kreischte die Haustür. Jürgen taumelte aus der Rüche „ Du mußt von jetzt an immer hübsch vollkommen befleidet fein. Der junge Herr ist kein Kind mehr." Die Tante demonstrierte an ihrer Brosche.„ Dies da und auch deine Schultern, überhaupt das alles darf man nicht sehen. So did und nur einen Unterrod! Das ist nicht schicklich." Der Unterrod fönne gewiß einmal aufgehen. Dann stehe sie im Hemd vor dem jungen Herrn. Sie nahm aus dem Küchenschrank eine neue Rerze, zog mit dem Meffer sorgfältig einen Riß herum- drei Bentimeter unter dem Docht und stieg in Jürgens Zimmerchen hinauf. Wortlos stedte fie die Kerze in den filbernen Leuchter und zündete an. Dann deutete sie auf den Riß.„ Wenn sie bis hierher abgebrannt ist, mußt du aufhören zu lesen.. Das Bücherlesen im Bett und überhaupt das Ideale, das, was du Ideale nennst, muß auf ein schickliches Maß zurückgeführt werden." Jürgen beobachtete, wie das Flämmchen erſtarfte, endlich sentrecht stand und wieder fladerte, als die Tante weitersprach. Und morgen zeichne ich nur zweieinhalb Zentimeter zum Lesen an. Webermorgen wieder etwas weniger. Und allmählich liest du überhaupt nicht mehr im Bett, siehst du... Auch " Montag 1 Pfund Talg 10 1/2 1 H . Kartoffeln Schmalz Salz • Dienstag 3 Pfund Busingtobl. 5 Schacht, Streichhölz. 1 Bfund Zuder. 1 1 Brot. 4 Ausgaben: 0,62 M. 0,44 .\ 0,41 0,18 " Freitag 2 Pfund grün.Heringe 0,80 M. Schmalz. Kartoffeln 1 Liter Essig 2 Brote Sonnabend 0,90" " " SP " ” 3,73 W. 0,60 M. 1 " • 20 0,90 " • 99 . . 0,30 1,65 M. 1 Bfund Zuder. Pfeffer 0,45 4 0,42 W. 0,16 0,45 1 Pfund Zwiebeln . 0,10 0,28 " Schmalz . 0,82 Käse. . 0'57 " 2,42 W. 1 Gi. 0,30 M. 0,09 • 0,44 0,57 • 2 1,39 M. M. Mittwoch 1 Bfund Rindfleisch. Suppengrün 1 Bfund Nudeln 1 Brot. • Donnerstag 1 Pfund Schmala.. 0,45 92. 1/2 1 Brot. 1, Pfund Gehadtes . Geriebene Semmeln 1 Pfund Grieß. Mehl 1 N 1,14 0,30" 0,50 11 0,15 " . 0,28 0.32 9 Gesamtausgaben: Montag. Dienstag Büchfenfleisch 0,40 Mittwoch Gerste. 2 • 0,40 " N Donnerstag 0,57 Freitag Sonnabend 2,00 M. 1 Schacht. Schuhfreme 0.18 · " 3,29 M. 1,65 M. 2,42 1,39 2,00 3,73 8,29 " " 14,48 m. Würde sich die Frau in den anderen Wochen ebenso sehr einfchränken( die Berhältnisse zwingen dazu, fie muß!), weber die Ausgaben erhöhen noch herableßen, so gibt sie in einem Monat die Gesamtsumme von etwa 61 M. aus. Die monatlichen Einnahmen betragen: Hinterbliebenen- Grunbrente hierzu 8mal je 6 M. Zuschußrente Erwerbslosenunterstützung für die Frau. den Sohn Gehalt der Tochter nach Abzug von Steuern, Strantentaffe, Invalidengeld, Verband, Fahrgeld. . 12,00 M. 18,00 10,00 8,40 DP " W 16,00. Monatliche Gesamteinnahme 64,40 m. Lebensmittel von 61 m. verbleiben also der Frau noch ganze 3,40 M. Bei einer monatlichen Ausgabe für die allernotwendigsten feife, Soda, Bligblant, Seifenpulver usw. In den angezeigten Aus für Beleuchtung, für Heizung, für Miete, für Wäsche- und Gesichtsgaben sind weiter nicht enthalten irgendwelche Neuanschaffungen oder Material für Ausbesserungen. Der schwerste Schlag traf die Frau, als ihr Anfang Januar die Mietrechnung über 18,65 m. Dorgelegt wurde. Wie sollte sie diese Summe zusammenbringen? Nun, die Frau hat bezahlt, aber auf kosten ihrer frugalen Mahlzeiten, die nun noch fümmerlicher geworden sind und sich folgendermaßen auf den Tag verteilen: Frühmorgens gibt es zwei frodene Brotschnitten mit etwas Zucker bestreut und schwarzen Kaffee( Der Lefer weiß, was man hier unter" Kaffee" versteht.), zum Frühstück ein Stud Brot dünn mit Schmalz gestrichen. Das Mittagessen ist so bescheiden, wie es der farge Ausgabenetat notwendig macht. Nachmittags gibt's wieder schwarzen Kaffee und Juderstulle", am Abend Schmalzftullen". So geht es Tag für Tag. Keine Wurst, fein vernünftiges Stück Fleisch, nichts! So sehen wir trotz BreisAbbau" genau das alte, graue Elend wie vorher. Von einem besser geworden" kann hier im großen und ganzen keine Rede sein! Der Lehrerhaushalt. " In Nr. 30 vom Sonntag, den 20. Januar, hatten wir in unserer am vorhergehenden Sonntag begonnenen Rundfrage Was ist beffer geworden" die Auskünfte eines Postunterbeamten und eines Lehrers wiedergegeben, deren Haushaltsrechrungen bereits im Jahre 1922 Gegenstand von Erörterungen im Vorwärts" war. " deine Mutter las immer im Bett. Dein Vater hat es ihr ab= gewöhnt. Wer nicht selbst streng ist gegen fich, gegen den muß es ein anderer sein... Deine Mutter hat dich machen lassen, was du wolltest. Berzogen, verwöhnt hat sie dich. Das soll eine Mutter nicht tun." „ Das kannst du ja gar nicht wissen; du warst ja nie Mutter." Staunend beobachtete er, wie ihr ganzes Geficht - auch die Stirn sich dunkel rötete. Der Mund stand offen. In unbegreiflicher Fassungslosigkeit verließ sie das Zimmer. Jürgen nahm das Bild seiner Mutter von der Wand, betrachtete lange den angsterfüllten Mädchenblick, den schmerzlichen Mund, der zu lächeln versuchte, und lehnte die Photographie gegen den Leuchter. Im Bücherregal standen nur Reisebeschreibungen und Abenteuerromane in bilderreichen Umschlägen. Mit der Schreckenvollen Reise in das Erdinnere" stieg Jürgen ins Bett, passierte zusammen mit dem fühnen Abenteurer auf dem Floße die zerklüftete Felsenspalte, geriet plötzlich in ein Loch und saufte auf gischtigen Wassermassen beinahe senkrecht in die Erde hinein. Es wurde nachtstill im Hause. Sonntag, 27. Januar 1924 Bei der Auskunft des Lehrers war nicht angegeben, daß es ihm insofern beffer geht als den meisten seiner Kollegen, als er in der Zwischenzeit Rettor geworden ist und daher zur Gehaltsgruppe 9 gehört. Der größte Teil der Lehrer in Gemeindeschulen wird nach den Säßen der Gehaltsgruppe 7 befoldet. Ein Volksschullehrer mit zwei Kindern erhält danach nur wenig über 200 Mart. Die Durch schnittsbezüge der Lehrer an den Gemeindeschulen liegen zwischen 180 und 210 Mart monatlich. Erst nach 25 Dienstjahren rücken die Lehrer in die Gehaltsstufe 8 auf. Wir kommer. mit diesen Feststellungen den Wünschen nach, die in einer Reihe von Zuschriften aus Lehrerfreifen geäußert wurden, von denen einige ganz offensichtlich die Tendenz der Artikelfolge verkannten. Wenn festgestellt werden soll, was besser geworden" ist, so kann das am besten durch Bergleiche geschehen. Als Maßstab dienten daher jene Familienhaushalte, die bereits vor zwei Jahren jene Angaben gemacht hatten. die wir unter dem Titel Wie tommst du aus?" veröffentlicht hatten. Es geht auch aus der garzen Art der Darstellung hervor, daß ein Gehalt von 256 Mart nach sämtlichen Abzügen bei den heutigen Preisen als durchaus unzulänglich bezeichnet werden muß, daß aber dagegen die den Unterbeamten und Arbeitern gezahlten „ Einkommen" geradezu ein Skandal sind. Auch in anderen Artikeln ist immer wieder gesagt worden, daß nur gut bezahlte und gut ge nährte Menschen auf die Dauer Qualitätsarbeit leisten können. Die Tendenz der Veröffentlichungen geht also nicht darauf hinaus, den besonders schlecht Bezahlten zu sagen, wie gut es doch die Lehrer haben, sondern im Gegenteil darzutun, daß das Arbeitseinkommen im allgemeinen viel zu gering, so niedrig ist, daß auf die Dauer eine fchwere Schädigung des gesamten Volkes zu fürchten ist. Ein Lehrer aus einer mest fälischen Landgemeinde sendet uns zu unserem Thema einen Notschrei, dem wir folgendes entnehmen: „ Es handelt sich bei mir um den Haushalt eines ledigen Beamten mit dem Anfangsgehalt der Besoldungsgruppe 3, Drtsklasse A mit 11 Proz. örtlichem Sonderzuschlag. Mein Einkommen beträgt: Gehalt einschließl. sämtlicher Zuschläge davon ab: Steuern Beamtenfrankenkasse Kleidergeld . 78,26 M. • 27 2,82 m 2,50 6,00 11,32 " Bleiben 66,94 m. " Da ich hier am Ort fremd bin, wird niemand behaupten können, Dazu übergegangen, nur Schlafgelegenheit zu suchen; welche Undaß das Einkommen ausreichend ist. Ich bin daher notgedrungen ein Nachtlogis gefordert werden, tann taum geschildert werden. Die fummen aber heute, bei der verheerend wirkenden Wohnungsnot für Zubereitung des Essens erledige ich selbst, weil das Einkommen nicht ausreicht, um Speisewirtschaften zu besuchen. Für Kleidungsstücke irgendwelcher Art, im weiteren für Bildungszwede bleibt faft nichts übrig. Was ist da beffer geworden? Schon gehen Nachrichten durch die Bresse, daß man von den, von jedem als unzureichend anerfannten Gehältern einen Abzug von 10 Broz. vornehmen will? Es flingt als schier unglaublich, und doch kann man mit einer solchen Möglichkeit angesichts der immer frecher werdenden Reaktion rechnen. Sind wir denn nun nicht mehr berechtigt, als Mensch unser Dasein zu fristen? Ist diefes Recht„ Mensch zu fein" nur für eine fleine Boltsschicht da, die Tag und Nacht in den Lokalen schlemmt, anstatt fie rücksichtslos zu Steuerleistungen zu zwingen?" Die Steigerung der Versicherungslasten. Zu unserer Artikelreihe Was ist besser geworden..?" erhalten wie viele Aeußerungen aus unserem Leserkreise. Sie bleiben nicht unbeachtet, wenn wir auch wegen Raummangel uns die Veröffent lichung verjagen müssen. Eine Ausnahme wollen wir mit einer 3uschrift machen, die fachliche Angaben zu einer jetzt zeitgemäßen Frage macht. Der Verfasser flagt über die Höhe der Versicherungs. laften und fordert im Hinblick auf die jetzt vor zwei Monaten zu stande gekommene Markstabilisierung eine Herabsehung der Beiträge. Er schreibt hierzu: Im Jahre 1914 mar mein Einige Wochen später lag auf Jürgens Nachtkästchen eine Geschichte der Philosophie, in der schon viele Zettelchen mit Anmerkungen steckten. Die Abiturienten hatten sich getrennt in zwei Gruppen, die weiterhin nicht mehr miteinander in Berührung famen: Ein Teil studierte und hatte andere Interessen als die Fabrifantenföhne, die in die Geschäfte ihrer Väter eintraten. Leo Seidel arbeitete im Magistratsgebäude, im städtifchen Wohnungsnachweisbureau, dessen trübe Fenster gegen die Nordseite des immer sonnelosen Lichthofes standen. Das Mißbehagen der Kollegen war von Monat zu Monat größer geworden. Jeden Morgen hatten sie, beim Eintritt in das Bureau, Leo Seidel schon heißgeschrieben am Bulte vorgefunden. Bor allem Herr Hohmeier, ein Beamter, der sehr langfam arbeitete und seiner Dienstzeit nach am nächsten daran war, vorzurüden, lebte seit Monaten beständig in der Angst, daß der bei größtem Fleiße und unangreifbarer Gemiffen. haftigkeit auch noch ungewöhnlich schnell arbeitende Leo Seidel den Buchstaben M zugeteilt bekommen werde, was der zahllosen zu bewältigenden Müllers und Maiers wegen eine Beförderung außerhalb der Reihe, ein leberspringen Hoh Noch besorgte Seidel den ungefährlichen Buchstaben Y, wurde infolgedessen bei seinen Abschreibearbeiten nie gestört und benußte, zusammen mit dem jüngsten Kollegen, der gleich. zeitig angestellt worden war, ein Doppelpult, über dem nur eine Gasflamme brannte. Dide Finsternis umgibt Jürgen und sein Fahrzeug, das mit den immer gewaltiger brausenden Gewässern in rasendster Geschwindigkeit in die Tiefe stößt volle zwölf Tage langmeiers bedeutet hoben würde. unter der ständigen fürchterlichen Gefahr, zu zerschellen. Blöglich verlangsamt sich die wilde Fahrt: Jürgen flößt aus einer Felsspalte heraus und, ganz wider Erwarten sanft, hinein in einen wunderbar stillen See im Erdinnern, an deffen Ufern menschenähnliche Geschöpfe mit Kuhlöpfen stehen. Grüne, fremde Helligkeit liegt über dem Tale und den milden Wäldern, obwohl fein Himmel vorhanden ist. Der Abenteurer durchforscht vorsichtig das Tal nach gefährlichen Wilden, macht ungewöhnlich wichtige Entdeckungen und überlegt endlich, wie er mit seinem Floß auf dem fentrecht herabrasenden Gewässer aus dem Erdinnern wieder zur Erdoberfläche hinauffahren fönne. Heißgele'en, sah auch Jürgen nachdenklich auf. Und bemerfte mit Schrecken, daß die Kerze still bis über die Hälfte herabgebrannt war. Während er dann im Traume papageiengroße, fliegende Edelsteine fing und mit fuhköpfigen Menschenwesen, die sich plöglich in lauter geachtete Männer verwandelten, in bösen Rämpfen lag, streifte Adolf Glacéhandschuhe über, ging in den Klub junger Kaufleute" und wurde vom Vorsitzenden auch den neuen Mitgliedern, Adolfs bisherigen Schulfameraden, mit feierlicher Korrektheit vorgestellt. Die Herren Neubert und Hohmeier hatten jeder ein Bult für fich mit je einer Gasflamme. Ueber Herrn Ants Pult befand sich, entsprechend seinem höheren Dienstgrad, ein zweiflammiger Gasarm mit grünen Lichtblenden. Und vor des Herrn Bureauleiters Bult stand zudem noch ein drehbarer Schreibsessel, auf dem ein dienstliches Lederkissen lag. Auch war sein Löschblattbügel bedeutend breiter. Dieses festgefügte Dienstschema zu sprengen, die niederen Dienstgrade zu überspringen, war Seidels Bestreben. Das allmähliche Vorrüden bis zum breiteren Löschblattbügel wollte er sich ersparen. Das war seinen Kollegen nicht entgangen. Der Tag, an dem die Katastrophe fich ereignete, begann damit, daß Herr Hohmeier begann, sich zu schneuzen, indem er Kanzleibogen und den schmalen Löschblattbügel zur Seite räumte und das Taschentuch erst sorgsam auf die Schreibtisch platte breitete. ( Fortsetzung folgt.) 27 Wochenlohn 45 Mart. Der Abzug, den ich als Arbeitnehmer tragen mußte, war 0,50 M. für Krankenkasse und 0,18 M. Invalidengeld. Heute, bei schlechteren Berhältnissen, ist mein Lohn 35 M. Der Abzug aber beträgt 2,34 M. für die Krankenkaffe und 0,50 M. Invalidengeld. Der Abzug betrug also vor dem Kriege 1,5 Proz. jezt aber beträgt er 8,1 Proz. Hierzu kommen noch, bei Ermäßigung für Frau und ein Kind 1,84 M. Steuern und 0,35 M. Erwerbslosen tasse. Das macht zusammen 5,03 M. Abzug, so daß bei einem Verdienst von 35 M. noch nicht einmal 30 m. übrig bleiben." Inzwischen haben wir bereits( in Nr. 42 in der Notiz Sanierung der Ortstrantenfaffen") mitgeteilt, daß in der letzten Ausschußsigung der Allgemeinen Oristrantentasse Berlin beschlossen worden ist, die Beiträge von 10 auf 8 Proz. her abzu sezen. Für die Krankenkassen mag der Einnahmeausfall, den diese Herabsehung verursacht, schon recht fühlbar sein. Den Kaffenmitgliedern aber bringt der Beschluß noch keine nennenswerte Erleichterung für den von ihnen als Arbeitnehmer zu tragenden Anteil an den Bersicherungstaffen. Es ist selbstverständlich, daß die Raffen eine durchgreifendere erableßung anstreben, und daß dies der Wunsch der Allgemeinen Ortstrantenfasse ist, wurde auch in jener Notiz betont. Dazu ist aber erforderlich, daß die Sanierungsbestrebungen der Krankenkassen nicht erschwert und gestört werden. 400 angeklagte Frauen. Wann wird der§ 218 endlich abgeschafft. Das Aufsehen, das der Prozeß, in dem das Abtreibungsinstitut Matabur" des Apothekers Heißer eine Rolle spielt, erregt, ist nicht unberechtigt. Durch die Namhaftmachung der 400 Klientinnen, denen Heißer in feinem Institut die Leibesfrucht abgetrieben haben soll, hat er sich doppelt geschäbigt. Der Bruch des Berufsgeheimniffes an und für sich eine strafbare Handlung hat ihn nun für alle Zukunft um seine reiche Klientel gebracht. Seine fort gefeßten strafbaren Handlungen ergeben den Tatbestand des§ 219 des StGB., der gewerbsmäßige Abtreibung mit einer Suchthaus firafe bis zu 10 Jahren bedentt. Die 400 Fälle aber, die in seinem Buche aufgezählt sind und dem Reichstag imponieren sollen, werden die Gegner der Straflosigkeit der Abtreibung nicht milder stimmen; die Gegner der Straflosigkeit der Abtreibung nicht milder stimmen; den Befürwortern der Abschaffung dieses Paragraphen fagen sie aber nichts Neues. Es pfeifen ja alle Spaßen von den Dächern, daß von den Hunderttausenden von 2btreibungen, die im Deutschen Reiche Jahr für Jahr vorkommen, nur wenige hundert, drei bis vier, zur Ab. urteilung gelangen. Ein unfittliches und unzwed mäßiges Gesez, das mit ganzer härte nur einige wenige trifft und die große Menge der lebel täter unbebelligt läßt. Es wiberspricht eben dem Rechtsgefühl und Rechtsbewußtsein des Bolles,... Der Kampf um den Abtreibungsparagraphen ist von der Wissenschaft und von der fort Schrittlichen Gesetzgebung seit langem zu deffen ungunsten entschieden. Ist die Gesellschaft nicht imftande, ihren Ber pflichtungen gegenüber den Neuanfömmlingen auf dieser Welt nachzukommen, ihnen die lebensnotwendigen Eristenzbedingungen zu verfchaffen, fo begibt sich der Staat des Rechtes, auf ihr Erfcheinen zu bringen. Oder gibt es vielleicht nicht genügend unglückliche Menschenfinder auf der Welt? Ist nicht die Säuglings fterblichkeit groß genug? Krampft sich einem das Herz nicht zu fammen beim Anblick der untevernährten Kinder? Auch aus rassenhygienischen Gründen erscheint es oft angezeigt, auf Madhtommen. fchaft zu verzichten. 3ft es nicht geradezu ein Berbrechen an der jungen Generation, ihr Tuberkulose, Geistesfrankheit und anderes mehr mit auf den Leidensweg zu geben. Das Leben und die Gesundheit der Mutter gebietet nicht selten die Abtreibung. Groß ist endlich auch das Martyrium des Kindes, wo es unerwünscht zur Welt kommt, wenn der böse Zufall es fügt. Mit Recht ist gesagt worden: Will man aus Gründen des notwendigen Bevölkerungszuwadhjes die Ab treibung derbieten, so muß man auch Mittel gegen die Empfängnis verbieten. Verbietet, man die nicht, weshalb dann die Abtreibung? Allerdings: wüßte man bestimmt, in welchem Augenblick die Frucht im Mutterleibe als lebendiges Wesen zu betrachten wäre, so fönnte man vielleicht dem Recht auf Abtreibung bestimmte Grenzen ziehen. Doch wer weiß das. Die Strafbarkeit hält die Frau von der Abtreibung nicht ab, treibt fie aber in die Hände der Kur. pfuscher: hier läßt sie oft ihr Leben oder wird fürs Leben geschädigt. Der Apotheker Heißer fonnte sein Gewerbe nur betreiben, weil den Aerzten der operative Gingriff verboten ist. Nun ist gegen Die 400 Frauen das Ermittlungsverfahren eröffnet. Sie werden ver- eine besondere Angelegenheit im Hinblick auf die bis zum Erzeß mutlich alle vor das Gericht kommen und dem§ 218 zum Opfer fallen betriebene Sparjustiz. Es wäre eine dankbare Aufgabe, zu berechnen, wieviel Geld dem Staate die Durchführung des Verfahrens gegen die 400 Frauen tosten müßte. Man bebente nur: Zeugenvernehmung, Sachverständigengut achten in der Voruntersuchung, Eröffnungsverfahren, Zeugenverneh mung und Sachverständigengutachten im Hauptverfahren. Da bleibt natürlich fein Geld für Geschworene und Schöffen. Das Gesetz ist nicht nur unjittlich und unzweckmäßig, es fommen dem Steuerzahler auch teuer zu stehen. Das Kleid der Frau. Verirrungen und schlechte Beispiele. Die angezogene Ausgezogene. Wenn man die mondänen Modeblätter betrachtet, dann muß| anders möglich. Wir gebrauchen ein gutes Berufs- und Hauskleid man eine mehr als absonderliche Meinung von den deutschen Frauen und ein würdiges Gewand für irgendwelche feierliche Beran bekommen. Diese Blätter ermeden nämlich den Eindruck, als ob ftaltung. Die Freude an einem schönen, guffihenden Kleid ist vollso ziemlich alle deutschen Frauen den Nachmittag beim Tee verauf berechtigt. Es wäre fogar beflagenswert, wenn Schönheitsfinn plauderten, den Abend in Gesellschaft verbrächten und die Nacht und guter Gefchmad irgendwie beeinträchtigt werden sollten. Ein burchtanzten.„ Hochelegantes Teetleid"," schicke Gesellschaftstoilette", wand gehört mit zum Ausdruck der Lebensfreude. Die solide F.au gutes Gewand ist auch ein Teil von Körperkultur, ein gutes Ge" moderne Ballvobe", so lauten die Anpreisungen für Stoff- und Be- deckt ihren Bedarf heutzutage vielfach bei der Konfettion. Dort fabzusammenfassungen, die man ganz unbegründeterweise Kleider findet sie eben Kleiber in allen Größen und allen Breislogen. Von nennt. Sie schillern grün und blau, tollen in den wildesten Farben 13 Mart an aufwärts, wobei allerdings scharf betont werden muß, baumeln in Kniehöhe an der eleganten Frau, Straußenfederrüschen daß man von einem solch billigen Kleid natürlich nicht viel, ja, beiam Mantel oder hängen auf das verlängerte Rüdgrat, Hermelin nahe gar nichts verlangen tann. Biele Frauen find nicht mehr nadelschwänzchen vomach, so duftig zarten Seidenschal des Gesell gewandi, da sie heute in gar zu verschiedenartigen Berufen steden, schaftskleides herab. Die ganze Kleidung ist nur noch auf Sinnen- die sie von der Hausarbeit, auch von der Näharbeit abziehen. Hinzu reiz zugeschnitten. Das Abendkleid ist z. B. die sein erflügelte tommt, daß sie abgeradert und müde nach Hause kommen und Antwort auf die Frage: Wie entfleide ich mich zweckentsprechend?", nenügende Frische für eine solche Arbeit aufbringen. Die Hauss felbft, wenn fie nähen können, beim besten Willen nicht mehr die während in Wirklichkeit doch 99 Proz. der Frauen sich die Frage schneiderin findet auch noch immer ihr Brot. Bestellt man sie, ist vorlegen: Wie bekleide ich mich zwedentsprechend?" aber die erfte Berbedingung, daß man eine Nähmaschine hat. Zu deren Anschaffung tam jedoch manche, wesentlich junge Hausfrau in den legten Jahren nicht. Wo sollte sie das Geld hernehmen? Der bretten Maffe geht es infolge der großen Arbeitslosigkeit sehr schlecht. Und wer verdient, der hat infolge der Wirtschaftskatastrophe, bie über uns hereinbrach, im Haushalt so viele Löcher zuzuftopfen, fo viele kleinigteiten zu kaufen, daß er an eine große Anschaffung nicht denken kann. Von Unterkleidern und Frauenschuhen". Die Laune der modernen Frau ist auch für das Unterzeug im allgemeinen maßgebend. Unter den sogenannten Kleidern für große Gefte fann natürlich die reiche Frau fein Hemd tragen. Sie muß zu einer ganz unglaublichen Kombination von Hemd und Rod fie auch nichts anzufangen müßten. Der tiefe Ausschnitt hat überschreiten, die gewöhnlichen Sterblichen unbekannt ist und mit der haupt die Hemdenmode verändert. Während man früher nur das Hemd mit Schulterschluß oder mit Paffe tanne, ist jetzt das Hemd mit Trägern gangbarfter Artitel. Das ist zuweilen mancher unmodernen Frau ganz lieb, ergibt sich doch dadurch die Möglichfeit, die abgenuste Basse der Hemden oder die zerschiiffene Stiderei abzuschneiden, Bänder als Träger anzunähen und auf diese bar zu machen. Mit den Untertai! len verfährt man so ähn einfache Art und Weise die Hemden zu modernisieren und sie brauchlich, nur ist ihrer Berwertungsmöglichkeit eher eine Grenze gefeht, weil sie bei dünnen Blusen sichtbar find. Die arbeitende Frau ist es überhaupt gewöhnt, bei der Herstellung des Unterzeuges felbft füchtig Hand anzulegen. Sie macht aus einem abgetragenen Kleiberrod durch Aufnähen eines Bolants einen unterrod usw. Die mondäne Dame, die das Ausgezogene" liebt, trägt auch den tiefausge ichnittenen Schuh. Er schüßt nicht gegen Rälte, er ist bei Regen durchaus unbrauchbar aber,„ man geht doch auch nicht!" Man fährt Auto und trägt dabei bice Ueberschuhe. Die ergeben ein foldes Fußuncetüm, gegen das Bärenpranken das eleganteste Fortbewegungsmerkzeug darstellen. Sonst aber ruht der Schuh auf einer unglaublich schmalen Brücke und hat einen derartig hohen haden, daß man nur stelzen, aber nicht gehen kann. Schuhe mit breitem, niedrigem Haden bekommt man felten zu Geficht. Fordert man ihn im Laden, man erhält ihn von 5 Mart an aufwärts, dann, sagt wohl die Berkäuferin: Adh, so. Sie wüniden Frauenschuhe!" Und in dem Ausdruck liegt ein gewisses Etwas, das bedauert, wie man so unmodern sein kann. Der niedrige Schuh bedingt ben eleganten Strumpf. Die modische Frau trägt ihn nur aus Seide" und hauchfein. Neuerdings wird ein etwas diceres Gewebe, und zwar mit Streifen und Karos burchsetzt, modern. Die normale Frau trägt im Sommer den baumwollenen trumpf und im Winter trägt sie ihn auch des öfteren, weil sie eben den wollenen nicht laufen fann, da er ihr zu teuer ist. Pflicht zum guten Geschmack. Natürlich muß jede Frau Wert auf ihre Kleidung legen. Nicht Mitmenschen. Es tann feinem Manne angenehm sein, wenn seine aus Eitelteit und Buzzsucht heraus, sondern aus Pflicht gegen ihre Frau zerrissen umherläuft. Man schließt von der Kleidung auch nicht zu Unrecht auf die Wirtschaft. Die Verkäuferin, die hinter dem Labentisch steht, die Bureauangestellte, die hinter der Schreibmaschine fitzt usw., sie müssen ordentlich angezogen sein, das ist gar nicht Der vertauschte Preis. Der Trid der Filmfchauspielerin". Die intensive Bewachung der Warenhäufer macht den Dieben ihr Handwert" immer fdywerer. Infolgedessen müssen fie baran ihr Handwerk" immer schwerer. Infolgedessen müssen sie baran der begehrten Waren jegen fönnen. Senten, wie sie sich ohne Bezahlung durch neue Tricks in den Befiz Schneiderwerf und Aufput. Bei der Schneiderin außer dem Haule müssen vor alien Dingen die Frauen ihre Kleider machen faffen, deren Figur eine Selbft anfertigung schwierig erscheinen läßt. Auch wer einen ausgefprochenen eigenen Geschmad hat, schlägi sehr oft diefen Weg ein. Man fagt oft mit wenig Berechtigung, daß es auf eins herauskommt, ob verständlich, daß, wer es sich eben leiften fann, fid Kleiber, Roſti..e man die Kleider madjen läßt cber fie fertig fauft. Es ist natükid) und Mäntel nach Maß machen läßt, damit die Loslösung vom Klischee erreicht ist, und man seinem eigenen Kleib nicht unversehens auf der Straße begegnet. Doch weiß man bei dem fertig getauften Kleid von vornherein, was es foftet, während bei dem Kleid nach Maß fich aus Stoff, Zutaten und Macherlohn erst der Gesamtpreis ergibt, was vielen, die mit Pfennigen rechnen müssen, nicht gerade attgenehm ist. Mit Stidereibelah putt man heute manches Kleid aus. Das tommt felbst der nicht modisch eingestellen Frau sehr zu nuge, Stiderei belebt angenehm, man fann apart. wählen in Farbe, Muſter und Art der Stiche. Ebenso ist die Knopfgarni. tur erfreulicher Art. Der Knopf puht, ohne auffällig zu sein. Es ist ratsam, gute Knöpfe zu nehmen, weil die Blechknöpfe mit ihrem pappenen Untergrund wohl billig, aber nicht haltbar find. Sie zerschneiden den Faden, mit dem sie angenäht find, leicht und befizen auch noch die Unart, sich gern von der schon erwähnten Pappschicht zu lösen. Infolgedessen springen fie leicht ab. Belzbefag ist zuweilen recht schön in der Wirkung und mitunter auch im Preise erschwinglich. Man kann ihn jezt in billigen, ganz haltbaren Quali. täten metermets befommen. Da man bei einem Joliden Kleid nur einen Streifen Belz gebraucht, um den Halsausschnitt oder den Stehfragen zu befehen, so liegt diese Anschaffung schließlich im Bereiche der Möglichkeit. Und den Mantelfragen liefert oft ein Kaninchen, das mit Familienbejchluß zum Festtagsbraten herangezogen wurde und deffen Fell nun diese nützliche Berwendung fand. Einen geftreiften oder geblümten Stoff tann man nur für sich und durch fich wirken laffen und tut gut baran. * Das einfache, gefchmadvolle Kleid soll uns Freude sein und bleiben, es hat wahrlich nichts mit den übertriebenen Gewändern zu tun, die nur ein Behang sind, um Blößen zu zeigen. Es gibt eben Kleider, die eine Frau anzieht, und es gibt Kleider, die über einen Kleiderständer gehängt werden, und diesen Beruf erfüllen immerhin mit Nuzen einige der Modebamen. Strafurteile des Wuchersondergerichts. In 8ftündiger Sizung verurteilte das Wucherfondergericht im Bureau des Polizeirebiers 255 in Lichtenberg wegen Nidi. auspreifung von Waren den hänbler Dito R. zu 80 2. Geldstrafe oder 6 Tagen Gefängnis, die Wäschebändlerin Anna 2. au 25 M. bzw. 5 Tagen Gefängnis, die Schubwarenbändlerin Emma Kommt da eines Tages ganz harmlos eine elegant gefleibete. au 20 M. oder 4 Tagen, den Wäsche händler Beribold N. und Dame in das Warenhaus W. und sieht sich mit Interesse verschie feine Ehefrau Rofine zu je 20 M. oder je 4 Tagen, den Tapezierer dene Hüte an. In einem unbewachten Augenbild der. Wilheim P. zu 25 M. oder 5 Tagen, den Etoffhändler Morit H. tauscht sie die Preisauszeichnung, indem sie diese von zu 50 M. oder 5 Tagen, den Schuhwarenhändler Paul S. zu 30 M. einem billigen Hut auf einen teuren überträgt und umgefehrt. ober 6 Tagen Gefängnis; ferner wegen Leistungswuders den Klempnermeister Baul St. au 50 M. oder 10 Tagen Gefängnis Dann ruft sie die Bertäuferin heran und ersteht den teuren Hut mit der billigen Auszeichnung. Wegen diefes Trid's war die und wegen unerlaubten Sandels mit Frischfleisch mitte zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie hatte die Händlerin Anna B. zu 50 M. oder 10 Tagen Gefängnis. Filmschauspielerin" Marie M. von dem Schöffengericht Berlin aber mit ihrer Berufung Glüd, denn in der Verhandlung vor der 9. Straftammer des Landgerichts I mochte Rechtsanwalt Bahn Schnellzugszuschlag, Uebergangs. und Nachlösefarten werden den Einwand, daß die Straftat im Revolutionsjahr 1918 began in den Schnellzügen wieder allgemein, in den Berfonenzügen da- gen worden sei und die Amnestie der Boltsbeouftrag gegen nur auf Greden ohne Bahnsteigsperre verkauft. Der Fahrten vom November 1918 zur Anwendung gelange. Die fartenverkauf in den Zügen war seinerzeit im Hinblick auf die schnell Straftammer schloß sich dieser Auffassung an und das Berfahren wechselnden Geldumrechnungsfurfe aufgehoben worden. mußte daher eingestellt werden. Tollwaterkrankung eines Berliners. Allen Gegnern der Hundesperre sei folgender trauriger Fall zur Kenntnis gebracht: Am 7. Dezember vorigen Jahres wurde der Lehrling 3. in Friedene u von einem unbefannten Hunde in die Lippe gebiffen. Anstatt sich sofort der Schuhimpfung zu unterziehen, hatte er dem Hundebis teine Bedeutung beigemeijen, mußte aber jetzt, nachdem die Folgen der schleichend auftretenden Reft& Einzelpaare Infolge des überaus starken Andranges während unseres die jährigen Inventur- Ausverkaufes war ein grosser Teil unserer Kundschaft nicht in der Lage, von unserem verlockend billigen Angebot Gebrauch zu machen. Wir haben uns daher entschlossen, eine grössere Menge Rest- und Einzelpaare nach beendetem Inventur- Ausverkauf, ohne Rücksicht auf den früheren Wert, zu ganz besonders billigen Preisen weiter zu verkaufen. Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! Stiller s Rrankheit sich ausgewirkt hatten, im fchwertranten Zustande nach dem Birchow Krantenhause geschafft werden, wo an keinem Aufkommen gezweifelt wird. Im Anschluß an diesen raurigen Fall sei nochmals an alle Hundebefizer die dringende Mah. aung gerichtet, die polizeilichen Vorschriften über den Maulforb- und Beinenzwang genauestens zu befolgen. Jedem aber, der von einem Hunde oder einer Kage gebissen wird, sei der dringende Rat erteilt, ich umgehend der Schuhimpfung zu unterziehen. Der Rächer seiner Mutter. Den frunffüchtigen Bater mit einem Hammer erschlagen. Der erste Zuständigkeitsfall der Straffammer Potsdams in einem Schwurgerichtsverfahren tam gestern unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Westerkamp zur Berhondlung. Angeklagt war der 26jährige Tischler Karl Kuzbach aus Potsdam. Es wurde ihm zur Last gelegt, seinen 47jährigen Vater, den Wächter Friedrich Ruzbach, vorfäßlich, aber ohne Ueberlegung getötet zu haben. Ein furchtbares Bild von dem Wüten eines Truntenbolder gegen seine Famille diefe Kennzeichnung bezieht sich auf den Getöteten entrollte die Verhandlung. Das Ganze wäre ein typischer Fall für ein Bolts. d. h. Geschworenengericht gewesen. Der Angeklagte, ein völlig unbescholtener Mensch, war als Siebzehnjähriger ins Feld gezogen und hatte den Feldzug bis zum legten Tage mitgemacht. Bon den Zeugen wird ihm bas allerbeste 3eugnis ausgestellt. Bon Jugend an war er Zeuge graujamster Mißhandlungen, die fein Bater an der Mutter, die der Sohn über alles liebte, verübte. Die schwächliche Frau wurde tatsächlich von ihrem Manne mit Füßen getreten. Mit Hammer und Stock trattierte der Mann, ein Alkoholiter, seine Frau. Am 20. Oftober 1923 tam der alte Kuzbach wie immer früh gegen 3 Uhr morgens total betrun ten nach Hause. Mit allerhand Wurfgeschossen, wie Prestohlen, Hammer und Kochtöpfe, wurde die arme Frau wieder beworfen. is fie in das Zimmer flüchtete, schlug der Wüterich die Füllung aus der Tür und schleifte die Mutter an den Haaren im Zimmer herum: In ihrer Angst lief die Frau zu ihrem Sohn, der im Keller mit Holzhaden beschäftigt war und flagte ihm ihr Leid. But, aufgespeichertes Leid und der Anblick der furchtbar zugerichteten Mutter trieben den Sohn sofort nach oben, um seinen Bater zur Rede zu stellen. Diefer war gerade dabei, im Bett seinen Rausch auszuschlafen. Mit dem Hammer schlug er dem im Bett Liegenden so lange auf den Kopf, bis das Gehirn im Zimmer herumspritzte. Dann schleifte er den Leblosen in die Küche und nochmals fam bei bem Angeklagten die Wut gegen den Quäler seiner Mutter zum Ausbruch. Dann fehrte er in den Keller zur Mutter zurück und rief: Mutter, er fann dicht nicht mehr schlagen! Ruhig ging er zum näch ften Telephon und benachrichtigte seinen Bruder von dem Borgefallenen und ließ sich ohne Widerstand verhaften. Bor Gericht gab er die Tat unumwunden zu. Als der Verteidiger, Justizrat Bint, gegen bas hohe Strafmaß, 8 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverluft, das der Anklagevertreter, Erster Staatsanwalt Gerlach, beantragte, widersprach, tam ein mehrmaliges Bravo aus dem Zu hörerraum. Das Gericht ging aber sogar noch über den Antrag des Ersten Staatsanwalts hinaus und verurteilte den Angeklagten zu 10 Jahren Zuchthaus. Kußbach nahm das Urteil nicht an. Ein Brot 50 Goldpfennige. Das Brot tostet vom tommenden Montag, den 28. Januar, in Groß- Berlin einheitlich 50 Gelb. pfennige Groß- Berliner Parteinachrichten. Trog vieler Mahnungen haben die 36., 59., 61., 63., 85, und 111. Abteilung noch immer nicht abgerechnet. Durch diese Saumseligkeit droht der Organisation die Gefahr, daß sie weniger Dele. gierte zum Parteitag erhält. Wir machen deshalb nochmals borauf aufmertfam, daß denjenigen Abteilungen, die bis Dienstag abend nicht abgerechnet haben, fein Delegationsrecht zum Bezirks tag zugestanden werden fann. Der Bezirksvorstand. * Achtung, Genoffinnen! Dienstag, den 29. Januar, abends pünktlich 6 Uhr, große allgemeine Funktionärinnentonferenz in ber Schulaula Weinmeister. ftraße 16-17. Tagesordnung: 1. Bortrag der Genossin Bohm- Schuch über Die kommenden Wahlen", 2. Organisatorische und agitatorische Wahl. aufgaben der Frauen". Referentin Genoffin Zodenhagen. 3. Aussprache. 4. Berfchiedenes. Türkontrolle haben der 9. und 10, Rreis. Mitgliedsbuch und Funktionärtarte legitimieren. 82. bi. Steglig. Dienstag, den 29. Januar, 7 Uhr, öffentliche Bersammlung in der Schulaula Elifenstraße. Thema: Goldmieten und Steuergefeßgebung". Referent Genosse Landgerichtspat Ruben. 7. Areis Charlottenburg. Montag, den 28. Januar, abends 7 Uhr, im Charlottenburger Rathaus, Gigungszimmer 1, wichtige Fraftionsfigung mit den Bürgerbeputierten und den Mitgliedern der Kommunalen Rom miffionen. Bortrag des Genoffen Stadtrat Paul Hirsch über Die Ab. grenzung der Befugniffe zwischen den Bezirken und ber 8entrale". Alle Interessierten müssen unbedingt aur Stelle fein. Dienstag, den 29. Januar, 7 Uhr, Kreisvertreterverfammlung im Schiller- Realgymnasium, Schillerstr. 26. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes und der Rom miffionen. 2. Neuwahl des Rreisvorstandes. S. Wahl der Parteitags. delegierten. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, den 28. Januar, 7 Uhr, im 2otal Bieper, Wilmersdorf. Holsteinische Str. 60, veranstalten die Frauen der BGPD. einen gemütlichen Abend. Rezitationen, Vorträge, Lieder zur Laute, Klaviervorträge. Eintritt frei. Kreismitgliederversammlung Dienstag, den 29. Januar, 7½ Uhr, im Bittoriagarten, Wilhelmsaue 114. Bor. 68. Abt. Salenfee. 7% Uhr bel Golz, Kurfürstendamm 92, Bortrag von Frl. Dr. Else Hildebrandt: Die Bedeutung der Familie für die Erziehung aur Gemeinschaft". 109. Abt. Friedrinjshagen. 7% Uhr bei Otto, Ritch, Ede Wilhelmstraße. Rezitationen: Genosse Dentert. irag des Genoffen Victor Schiff über„ Die Politik und Satiit der Partei". Zusammentünfte der erwerbstojen Mitglieder der BspD. Berlin. Distuffion. 43. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Montag, ben 28. Januar, 7½ Uhr, Frat. tionsfigung mit den Bürgerdeputierten und der Kommunalen Kommission im Rathaus Mariendorf. Rimmer 26. 14. Kreis Reuteun. Montag, den 28. Januar, 7 Uhr abends, Gigung des engeren Areisvorstandes, Redarstr. 8. Dienstag, den 29. Januar, 8 Uhr, Sigung des Bildungsausschusses, Nedarstr. 3. Freie Schulgemeinde. Dienstag, den 29. Januar, 7 Uhr im Raifer- Friedrich- Realgymnasium, Raiser- Friedrich- Str. 210 Referent Genoffe Dr. Löwenstein,. b. N., über Schule und Politik". Freunde und Bnner wintommen. Die Borstandsmitglieder treffen fich ½ Stunde früher. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 28 Januar, abends 6 Uhr, im großen Gigungsfaal bes Rathaufes Bittenau, Gigung des engeren Kreisvorstandes. Es wird um pünktliches Erscheinen gebeten, da um 7 Uhr im gleichen Raum eine Fraktionsfigung stattfindet. Montag, den 28. b. M., abends 7 Uhr, im Šigungsfaal des Rathauses, Fraktionsfigung. Die Mitglieder bes engeren Areisvorstandes werben gebeten, au einer kurzen Besprechung um 6 Uhr am selben Ort zu fein. 4. Rreis Brenzlauer Berg. Dienstag, den 29. Januar, abends 7 Uhr, bei Hoffmann, Enchener Str. 8, Gigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern und dem engeren Bezirtsvorstand. 11. reis Edöneberg. Deffentliche Broteftverftammlung Dienstag, ben 29, Ja. nuar, abends 7 Uhr, in der Hohenzollern- Realschule( Aula), Belsiger, Ede Eisenacher Straße. Tagesordnung: Barum perweigert bas Be zirksamt den Kinderfreunden Rärme? Was will die Bereinigung ber Rinderfreunde?" Referent Genosse Dr. Mag Sodan. 15. Kreis Kreisvorstandsfikung mit den Abteilungsleitern und den Kaffiterern am Dienstag, den 29. Januar, 28 Uhr, in Niederschöneweibe bei Grahl, Berliner Straße 129. Abteilungsmietervertreter, Mittwoch, Ben 30. Januar, im Die Jugendheim, Lindenstr. 3, 8 Uhr, foricht Genoffe Lüdemann, M. b. L., Uber ,, Wohnungs. not und Bauwirtschaft" e Abteilungen müffen vertreten fein. Rreisobleute laden die im Wohnungsmesen fowie als Beißiger beim Miet. einigungsamt und Prüfungsausschuß ihres Bezirks tätigen Parteigenoffen ein. Auch andere Mitglieber als Gäfte willfommen. Mitgliedsbuch legitimiert. Heute, Sonnfan, den 27. Januar: 15. bt. Treffpunkt aur Vorwärts"-Agitation vormittens 9 Uhr bei Anberffon, Straffunder Str. 19, und Runze, Aderfte. 49. " 34. 96t. Treffpunkt zur Borwärts"-Agitation 10 Uhr bei Rofin, Gubener Straße 19. 74. Abt. Rehlendorf. Die Funktionäre werben erfucht, heute vormittag 10 Uhr vom Raffierer Franz Schulze, Rondelstr. 4, bie Borwärts" Exemplare ameds Verteilung abzuholen. Bernau. Seute nachmittag 2 Uhr im großen Gaal bes Ciniums öffentliche Berfammluna. Thema: Steaktion oder Fortschritt". Referent Dr. Rudolf Breitscheid, m. b. R. Morgen, Monfag, den 28. Januar: 14. t. 7 Uhr Funktionärfonferens mit den reisvertretern bei Dietrich, Swinemünber Str. 86. Aur Borwärts".Agitation am Sonntag vormittag 9 Uhr Treffpunkt aller Genoffen ebenfalls bei Dietrich. 31. 61. 18 Uhr Funttienörverfammlung bei Goldschmidt, Stolpifche Str. 36. Erscheinen aller Beairfsführer und Parteifunktionäre Pflicht. 45. 6. 7 Uhr in der Schulaula Forster, Ede Reichenberger Straße, Bffent. Tiche Elternverfammlung. Tagesordnung: Die feelische Bergiftung unb thre Folgen für die Jugend". Referent Genoffe Bopp. 17 81. bt. Friebenau. Sozialistisches Seminar: 8 Uhr bei Rlabe, SanbjernStraße 60-61. Referent Genoffe Robert Breuer: Die materialistische Ge. fichtsauffaffung". 85. 5t. Sempelhof. 7% Uhr abends Funktionärfikung in der Linde, Werber-, Ede Friedrich- Karl- Straße. Wichtige Sikuna. 128.- 130. 96t, Pantow. 7% Uhr bei Vater, Mithlenftr. 12, wichtige Sigung fämtlicher Funktionäre einschl. Betriebsvertrauensleute, Frauenveranffaffungen am Montag, den 28. Januar: 14. Kreis Neukölln. 7 Uhr Rreisfrauenverfammlungen: 1. in der Aula ber Knabenmittelfajule, Donauftr. 120. Lichtbilderportrag. Referent Genosse Rarl Schneider. 2. Reichenfaal der Thomas- Schule, Thomasstraße. Bor. trag der Genoffin Gertrud Sanna, M. d. 2.: Die Frau in Bolitik und Birtfchaft". 6. Abt. 7 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Bortrag der Ge noffin Jofeph. Neuwahl ber Abteilungsleiterin. • 8. Abt. 7 Uhr in der Werkfreude, Magdeburger Str. 7, Bortrag der Ge. noffin Hohmann. Gäfte willkommen. 34. bt. 7 Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19, Bortrag bes Genoffen Miethte. 35. Abt. 7 Uhr bei Dre! fe, Schreinerstr. 18, Bortrag bes Genoffen Rettschtag: Die Frau und der Sozialismus". 36. Abt. 7 Uhr bei Wittschuß. Petersburger Str. 5. Thema: Die Frau in ber Kommune". Referent Stabtv. 8ubeil, M. b. R. 37. Abt 7 Uhr bei Jerasch, Ebertnftr. 10, Bortrag. 43. bt. 7% Uhr bei Wolf, räfeftr. 26. Thema: 3nnere Krankheiten". Referent Genoffe Dr. Cömenſtein. 56. unb 57. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr offentliche Frauenverfammlung in ber Schulaula Bestalozziftr. 40. Bortrag des Genoffen Dr. Moses. M. b. N., über Den Geburtenzwang". Erscheinen aller Frauen Pflicht, auch die Männer finb eingeladen. 82. Abt. Steelik. 8 Uhr beim Genoffen Samburg, Schloßfte. 108, Bortrag über Der Bürger in der Literatur von Leffing bis Sternheim". 99. Not. Brig. 7 Uhr im Schulgebäude, Sannemannstraße, Bortrag der Genoffin Scheibenhuber. 101. bt. Treptow. 7 Uhr im Rinderhort der Schule Wilbenbruchstraße Bortrag der Genoffin Kähler: Die Frauen und die Reichstagswahlen". Uebermorgen, Dienstag, den 29. Januar: 8. abt. Der engere Borstand sowie die Wahltommission treffen sich beim Genossen Tannhäuser, Steinmeßftr. 44. 74. bt. Rehlendorf. 8 Uhr bei Schnorre, Rehlendorf- Mitte, Botsdamer Str. 8 ( am Marti), Gigung fämtlicher Funktionäre. Begen wichtiger Tages. ordnung ausnahmsweise acht Tage früher. Erfcheinen aller notwendig. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 29. Januar: 20. Abt. 7 Uhr bei Lewandowski, Schwebenstr. 18, Gift. 4 Tr. Thema:„ Die 46./17. Abt. 7% Uhr bei Pflug, Mustauer Str. 1, Bortrag bes Genoffen Dr. Deiters: Kulturlehre des Sozialismus". Bitte eine Breßkohle mit. bringen. Frau und der Sozialismus". Montag, den 28. Januar, nachmittags von 2-4 Uhr: 1. Areis mitte. Elfeffer S.r. 86-88( Fahrstuhlaufgang, 2 r.). Obez, Riederschönereide, Johannisthal, Adlershof: Lotal Einsiedler, Johannistha am Bahnhof. Dienstag, den 29. Januar, nachmittags von 2-4 Uhr: 2. Kreis Tiergarten: Artushof, Perleberger Str. 26. 3. Ricis Webbing. Gajulaula Sote Schule, Gothenburger Straße. 4. Kreis Prenzlauer Berg: Kleiner Gaal der Brauerei Friedrichshain. 5. Kreis Friedrichshain: Unterer Gaal Don Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a; Lofal Töpper, Rigaer Str. 85. 6. Areis Kreuzberg: Jugendheim, Lindenstr. 3. Wilmersdorf: Bicpet, Holsteinische Str. 60. Schöneberg: Will, Dartin- Luther- Str. 69, Tempelhof Marlendorf: Lofa! Buse, Tempelhof. Kaifer- Wilhelm., Ede Werberftraße. Reutöän: Jdeal- Rafino, Weichielstr. 8. Treptow Baumschulenweg: Schule, 8immer 10, Wildenbruchstraße in Treptow. Lichtenberg: Lotal Tempel, Gudrunstr. 7. Reinickendorf: Bolfshaus, Reinidendorf West Scharnweberstr. d; Jugendhalle Seebad, Rein dendorf- Ost, Residenzstr. 49. In allen Versammlungen Referat über Kommunalpolitit. In allen Räimen liegt der Vorwä.ts" aus. Sämtliche Solalitäten find geheizt. Rein Trintawang. Ohne Mitgliedsbuch der Partei kein Zutritt. Der Bezirksvorstand. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 27. Januar: Achtung, Abteilungsleiter! Die Rarter von den heutigen Rinovorführungen milfsen heute unbedingt bei dem jeweiligen Leiter der Veranstaltung abgerechnet werden. Der Bezitisvorstand. Der Berein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin veranstaltet an bret Stellen in Groß- Berlin, und zwar sormittags 10 Uhr im Prater", R. 58, Kaftanienallee 7-9, vormittags 11 Uhr in der Jugendbühne", Lichtenberg, Solteiste. 7-8, abends 7 Uhr in der Aula der Gemeindeschule Charlottenburg. Biglebenstr. 35, Kinovorführungen. Es gelangen aur Borführung: 1. Der Reid sjugenbing in Nürnberg, 2. Modernes Hüttenwert, 3. Safe und Swinegel ( ridfilm, 4. Aus der Welt des Elis, 5. Die Schwimmkunst im Dienste dez Nächfienliche. Eintritt 30 Bf. Der Saal wird je ½ Stunde vor Beginn ge. öffnet. Echöneberg II: Besuch des Märkischen Museums. Treffpunkt 8 Uhr RBP. Steglig 1: Treffpunkt zum Filmportvag 6 Uhr Siemens, Ede Albrechtstraße. Webbing: Treffpunkt zum Besuch der Filmvorführung im Prater 9 Uhr Nettelbeckplag. Werbebezirk Kreuzberg. Abends 7 Uhr im Jugendheim, Linden ftraße 3, Alfons- Pezold- Abend. Bezirksausschuß für Jugendpflege Neukölln: Morgen, Montag, ben 28. Ja muar, 7½ Uhr, Rinoabend in der Nathenau- Schule, Boddinstr. 34. Borgeführt wird der wissenschaftliche Ufa- Film Tiere im Film" mit wissenschaftlichem Bortrag. Eintritt für Jugendliche 30 Bf., für Erwachsene 60 Pf. Karten find am Saaleingang zu haben. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Bereinigung der Freunde von Religion und Bälterfrieden. Montag, ben 28. Januar, abends 7 Uhr, spricht Genosse Pfarrer Bleier in der 31./32. Ge meindeschule, Charlottenburg, Oranienstraße, über Welche Forderungen et heben wir dem politischen Wahltampf gegenüber?" Berliner Mieterbund, Bezirk Witte. Montag abend 6% Uhr Mitglieder versammlung in der Schulaula, Hinter der Garnisontirche( Neue FriedrichStraße). Berliner Mieterbund. Deffentliche Mieterverfammlungen am Montag, den 28. Januar, abends 7½ Uhr, in den Schulaulen Winterfeldt- und Kulmitraße. Arbeiter- Stenographen- Berein Stolze- Schrey". Der Bezirk Norden nimmt am Dienstag, den 29. Januar, abends 7% Uhr, in der Schule Schulftr. 99, parterre, noch Anmeldungen zum Anfängerturfus entgegen. Schriftliche An fragen beantwortet der Borsigende Riedel, Bantom, Herthaftr. 31.( Rüd porto.) Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bund, Ortsgruppe Berlin. Heute 5 Uhr in Jugendheim, Schönstedtstr. 1( Brunnenplay)," Hauptversammlung. Filmvpr führung, Berichte, Wahlen, geselliger Teil. Freie stenographische Bereinigung Stolze- Schren" Groß- Berlin eröffnet Anfängerkurse: Reutölln, Gemeindeschule Bobdinstr. 56-57, 2. Cing.. ab Freitag, den 1. und 8. Februar; Often, Gemeindeschule Straßmann Straße 6, of 1. part., Bimmer 2, ab Dienstag, den 5. und 12. Februar; Oberschöne weide, Gymnasium Zeppelinstraße, ab Montag, den 11. und 18. Februar, abends 28-10, bei mäßigstem Unterrichtshonorar. Näheres bei den Anmeldungen zum Unterricht. Auch nehmen wir bort Anmeldungen für unsere Uebungsabende entgegen: Reut8 IIn Donnerstags, Often Fre tags und Oberidöneweide Montags. Koch& Leeland im weiteren Preisabban voi an Herren- Anzug- Stoffe etc. Mtr. 5.- 7.- D.. Damen- Kostüm- u. Kleider- Stoffe 8.- 4.- 5.B Gertraudtenstr 20/21 Segn 1893 Rheumatiche und Nervenfchmetzen werden am besten burch Togal Tabletten behoben. Togal scheidet die Harnfäure aus und gebt daher direkt zur Wurzel des Uebels. Klinisch erprobt! In allen#pothel. Best. 64.3% Acid. acet salic, 0406% Chinin, 126, Lithium ad 100 Amylum. 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Alles nähere gegen Einsendung von Rückporto.- Anfragen nur schriftlich- durch die juristische Abteilung der > Effekten- und Lombardbank Charlottenburg, Goethestr. 41, Ecke Wilmersdorfer Straße fir. 45 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Arbeitslosigkeit und Wohnungsbau. Das deutsch- dänische Abkommen der Sozialdemokratie. Jm Landtage wurde gestern zunächst die Aussprache über bie Erwerbslofenfürsorge usw. fortgefett. Abg. Cadendorff( Wirtschp.) bezeichnet die Notlage als Folge bes Irrwahns vom 9. November 1918.( Unruhe bei den Soz.) Die Substanz des Hausbesiges stelle heute mir noch den vierten Teil des früheren Wertes dar. Es feien angemessene Golomieten festzusetzen. Dem Hausbesiger müsse ein folcher Anteil am Hausbesig gelassen werden, daß er eine Reparaturhypothet aufnehmen tönne. Alle bisherigen Maßnahmen auf dem Gebiet des ge meinnüßigen Bauwesens feien zusammengebrochen.( Widerspruch Lints.) Nur die Aufhebung der Zwangswirtschaft fönne zur Gesundung führen. Habe das Baugewerbe erst wieder Beschäftigung, so tebe die ganze Wirtschaft wieder auf. Die endliche Biebereinführung des Leistungsprinzips, die Wiederherstellung ber Achtung vor dem Privateigentum, das in der Verfassung gewährleistet sei, müffe tommen, um aus der Not herauszuführen. Minister für Bolkswohlfahrt Hirffiefer: Der Urantrag Limberg schneidet mehrere Probleme von außer. ordentlicher Bedeutung an. Im Vordergrunde des Interesses steht das Arbeitslosenfürforgeprojekt. Ich fann die erfreu. liche Mitteilung machen, daß In der letzten Woche die Zahl der Erwerbslosen und der Kurzarbeiter nicht unerheblich zurüdgegangen ist, im unbefehten Gebiet um 20 000 bzw. 46 000, im besetzten Gebiet um 60 000 bzw. 25 000; das ist immerhin ein Rüdgang der Bollerwerbslojen und Kurzarbeiter um 80 000 bzw. 70 000 und also immerhin ein erfreuliches Anzeichen der Besserung. Das Erwerbslosenfürsorgeproblem bietet befonders auf finanziellem Gebiet ganz außerordentliche Schwierigkeiten. Gegenwärtig gebricht es an Geld nicht bloß dem Staat, sondern auch der Brivatwirtschaft. Es ist uns gelungen, für Talsperren, Rultiverung von Debländereien und bergl. in großem Umfange Privatfapital und damit Arbeitsgelegenheit für solche erst später ren tierlich werdenden Anlagen zu beschaffen. Auch wir wissen, daß die Erwerbslosenrente jegt niedrig ist, aber wo nichts ist, da hat der Raiser fein Recht verloren. Andererseits muß mit allen Mitteln der misbräuchlichen Benutzung der Fürsorge durch Erwerbslose, Gemeinden und Unternehmer nach Möglichkeit ein Riegel vorge schoben werden. Wir haben neben der Selbstkontrolle der Erwerbs. lofen auch staatliche Kontrolleure eingefekt, die dafür forgen, daß, um ben wirklich Berechtigten ausreichende Unterstüßung gewähren zu können, Unberechtigte ausgeschlossen werden. Sehr darf bekämpft werden muß eben auch das mißbräuchliche Vorgehen von Gemeinden bei der Straßenreini gung usw. und von Unternehmern. die fich durch die Heranziehung ber billigen Erwerbslosen Sondervorteile verschaffen. In der Tat ist das beste Mittel der Bekämpfung der Erwerbslosigkeit die Ar. beitsbeschaffung. Mit Deblandtultur allein ist die große Zahl der Arbeitslofen nicht zu beschäftigen, es muß vor allem auch wieder der Wohnungsbau in Gang fommen. Was hier vom u Jammenbruch durch die Zwangswirtschaft geredet worden ist, trifft absolut nicht zu. 3m Jahre 1922 haben wir 44.000 Wohnungen fertiggestellt, daneben waren 65 000 im Bau; im Jahre 1923 72 000 bzw. 30 000. Bon einem Zusammenbruch des Wohnungsbaues tönnen daher nur Jntereffenten reden.( Sehr gut! lints.) Ebenso bebaure ich sehr, daß der Abg. Mener Bielefeld den apodiftischen Ausspruch tat, bie 3 wangswirtschaft habe die pri vate Bautätigkeit ersticht. Man hat doch auch früher nur mit Hypothefen den Wohnungsbau betrieben; wo hätte man in den letzten fünf Jahren Hypotheken herbekommen? Ein einigermaßen ausreichendes Bauprogramm für 1924 herzustellen, wird ohne öffentliche Mittel nicht möglich fein. Die Bautosten stellen sich gegenüber der Friedenszeit auch in Der letzten Woche immer noch wie ungefähr 1,5: 1. Bei solcher Baufostenhöhe tann man niemand zumuten, Wohnungen zu erstellen und denkt Herr Badendorff nicht daran, daß das Einfommen der Beamten, Angestellten und Arbeiter jegt ungefähr auf die Hälfte herabgefeßt ist?( Andauernde Zurufe und Zwischenrufe des Abg. Badendorff.) Wenn Sie die Zwangswirtschaft beseitigen, haben Sie doch sofort wenigstens die Friedensmiete wieder. Die Grund. Die Grundsteuer, dieses Rückgrat der Staatsfinanzen, wäre ja ohne die 3mangswirtschaft unmöglich. Die Vorteile der Zwangswirtschaft für die Allgemeinheit liegen auf der Hand, nur Jntereffenten fönnen das Gegenfell behaupten. Die Wohnungsbauabgabe brach sich das Benid, weil sie nicht früh genug wertbeständig gemacht murbe. Wir müssen wieder zu einer solchen Abgabe tommen, um Bauzuschüsse leisien zu fönnen. Die Wohnungen für arme Leute sind auch vor bem Striege midyt von Unternehmern gebaut worden. Die Neuregelung vom 12. Januar, ber ja auch Herr Ladendorff einige gute Seiten abgewonnen hat, formiert ble Miete auf 30 Broz. bes Friedensbetrages in Gold. Weil niemand die wirtschaftliche Entwicklung übersehen fann, find wir auch bagegen, daß die Friedensmiete zu einem bestimmten Ter. min, etwa zum 1. Oftober, crreicht wird. Die Zwangswirtschaft ift für uns burchaus nicht ideal oder Selbstzwed, aber zur freien Wirtschaft fann man erst zurückkehren, wenn Angebot und Nach frage fich die Wage halten. In den letzten fünf Jahren haben wir über 300 000 Wohnungen gebaut, ohne öffentliche Zuschüffe wäre nichts gebaut worden. In den neuen Wohnungen wird ein gesünderes und vater ländischeres Geschlecht aufwachsen, als in den Kellezlöchern und Hinterhöfen der Berliner Mietstafernen. Im Interesse des Bolts ganzen werden wir diese Bolitit ruhig und tonsequent fortsetzen und feine überſtürzten Maßnahmen zulassen, wenn wir auch jederzeit vernünftigen und berechtigten Ansprüchen Rechnung tragen werden. Bei einer Aenderung des Brinzips unserer Wohnungspolitik würden Tausende und Millionen noch ganz anders wie bisher unter die Räder fommen, barum tönnen wir vorläufig von diesem Brinzip nicht abgehen.( ebhafter Beifall links und in der mitte.) Damit schließt die Aussprache. Abg. Meyer- Solingen( S03.) beantragt in feinem Schlußwort, ben Untrag dem Hauptausschuß zu überweisen. Er mendet sich dann insbesondere gegen die Ausführungen des Abg. Ladendorff. Den Mietern dürfe nicht mehr abgenommen werden, als unbedingt notwendig fei. Cin Trugschluß sei es, zu glauben, eine Auf hebung der Zwangswirtschaft würde die Wohnungsnot be. fettigen. Es fel festgestellt, baß die Bauindustrie im letzten Jahre thre Friedensleistung erreicht und vielfach überschri'ten habe. Die hohen Baukosten hätten nicht in den Löhnen, sondern in den wuche rischen Baustoffpreisen ihre Ursache. Die Einführung der freien Wirtschaft würde balb brei bis vierfache Friedensmieben mit sich bringen. Solche Goldmieten tönne niemand bezahlen. zahlungsfähige Ausländer und Schieber würden dann noch wohnungen betomanen.( Der Rebner wird vom Abg. Badendorff bau Nur ernd durch lebhaften Widerspruch unterrbochen. Buruf bei den Sozialdemokraten: Hausschieber!) Der Antrag über die Not der Erwerbslosen ufw. geht an ben Hauptausschuß. Der Antrag Dr. Porsch( 3.) auf vorläufige Außerhebung setzung eines Leils der Grundsteuer wird wegen der Ertranfung des Finanzministers von der Tagesordnung abgesetzt. Es folgt die Beratung der deutschnationalen Anfrage über das Abkommen der Sozialdemokratie mit der Sozialdemokratie Dänemarks betreffend bie endgültige Anerkennung ber jetzigen dänischen Grenze. Abg. Dr. Milberg( Dnatl.) begründet die Anfrage. Die neue dänische Grenze ist infolge des Versailler Vertrages zu Unrecht fest gesetzt worden. Das haben auch führende Sozialdemokraten, wie der frühere Reichsaußenminister Dr. Köster und der preußische Ministerpräsident Braun, anerkannt. Durch das Abkommen hat die vollzogen. In dem Abkommen wird von einer vereinbarten Grenze Sozialdemokratie also einen vollkommenen Umschwung gesprochen. Davon fann doch gar keine Rede sein. Die Festsetzung ber Grenze erfolgte auf Grund einer ungerechten Abstimmung und bedeutet einen Raub deutschen Gebietes.( Lebhafte Zustimmung.) Wenn die Sozialdemokratie jede irredentistische Bewegung ablehnt, fo ift das eine bewußte Preisgabe der zu Unrecht an Dänemart ge. Der Vorwärts" gewann vom 5.- 12. Januar d. J. 1244 Abonnenten 13.- 19. 20.- 26. 100 .. 1287 1649 90 Sa. 4180 2bonnenten Die Zugänge ab 1.- 5. Januar zugerechnet, hat der Vorwärts" bis jetzt im Monat Januar 5000 neue 2 bonnenten gewonnen. fallenen deutschen Boltsteile. Diese müssen das Recht haben, zu ihrem Vaterlande. zurückzukehren. Auffällig ist, daß unmittelbar nach dem Abkommen in Dänemart eine Sammlung zugunsten der deutschen sozialistischen Bresse eingeleitet wurde. Ministerialrat Dr. Rathenau verweist auf die Antwort der Regierung auf die Anfrage der Frau Vogt und fährt fort: Die Stellungnahme der Regierung wird durch das Abkommen der dänischen und der deutschen Sozialdemokratie in feiner Weife beeinflußt. Andere Erklärungen hat die Staatsregierung nicht abzugeben.( Bachen und Lärm rechts.) Besprechung der Anfrage, sodann die herbeirufung des Auf Antrag des Abg. Milberg( Dnat.) wird zunächst die Ministerpräsidenten beschlossen und die Aussprache bis dahin ausgefeht. Es folgt die erste Beratung des Antrages Dr. v. Campe ( D. Bp.), wonach§ 8 Abs. 2 des Gesetzes über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrats durch die Provinzialverwaltungen vom 3. Juni 1921 aufgehoben wird. Abg. Dr. v. Campe meist in der Begründung darauf hin, daß das Gesetz geändert werden müsse, um den Zustand zu beseitigen, baß die preußischen Stimmen im Reichsrat einander aufheben tönnen. So habe im Widerspruch mit der Stellung der anderen Bertreter Preußens der Vertreter des Rheinlandes gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt; das sei ein unhaltbarer Zustand. Abg. Dr. Oppenhoff( 3.) hält den Antrag Campe für geeignet, besonders auch im besetzten Gebiet lebhafte Bedenken zu erregen. Abg. Dr. Negenborn( Dnat.) äußert gleichfalls schwere Bedenken. Auch er wünsche, wie die Borredner, ein starkes Breußen.( 1) Bei der heutigen Rechtslage(!) müsse aber die Stimmabgabe für die Bertreter der Provinzen frei fein. Abg. Grzesinfti( Sc) spricht sich für Ausschußberatung des Antrages aus. Abg. Dr. Preuß( Dem.): Falls es zur Revision der Weimarer Verfassung tommen follte, wird für Breußen die Revision des Berfassung tommen follte, wird für Preußen die Revision des Art. 63 zu den wichtigsten Fragen gehören, ob das für Bayern befonders vorteilhaft wäre, ist eine andere Frage. Daß die Bertretung ber preußischen Provinzen im Reichsrat Unstimmigkeiten erzeugt hat, ist von mir schon früher zugegeben worden. Ich warne aber ange fichts der tatsächlichen Verhältnisse vor übereilten Schrit ten. Breußen fönnte nach meiner Meinung weit zurücktreten, aber das müßte nur geschehen zugunsten einer starten Reichsgewalt; was Bayern erstrebt, ist das Gegenteil. Der Berfassungs. ausschuß wird sich der näheren Prüfung des Antrages zu unter. ziehen haben. Inzwischen ist der Ministerpräsident Braun erschienen; das Haus tritt in die Besprechung der Großen Anfrage der Deutsch nationalen betr. die dänische Grenze ein. . Abg. Milberg( Dnat.) gibt eine furze Retapitulation seiner Be. gründung, um den Ministerpräsidenten zu instruieren. Es handle fich um den Bestand des preußischen Staates, ba müsse bei einer folchen Erörterung der Ministerpräsident zugegen sein. worden. Ministerpräsident Braun: Ich bin durch Beschluß des Hauses hierher zitiert und dadurch an der weiteren Teilnahme an sehr wichtigen Beratungen des Reichsfabinetts über die Rhein- und Ruhrfrage verhindert worden. Die zur Besprechung stehende Anfrage ist dem zuständigen Minister überwiesen und von dessen Kommissar beantwortet Ich habe dieser Antwort nichts hinzu aufügen( große Unruhe rechts); ich stehe bezüglich der Materie auf dem von mir in diesem Haufe mehrfach präzisierten Standpunkt. Genügt das dem Hause nicht, dann muß ich bitten, die Debatte hinauszuschieben, bis das Staatsministerium Beschluß gefaßt hat. Abg. Milberg( Dnat.) beantragt hierauf Bertagung der Befprechung bis Mittwoch. Abg. Bartels Berlin( Goz.) wider spricht. Abg. Dr. v. Campe( D. Vp.) macht den Bermittlungs. vorschlag, die Besprechung zu vertagen, zuvor aber noch einen Ver. treter der Sozialdemokraten zu hören. Dieser Borschlag wird von den Sozialdemokraten akzeptiert, auch vom Zentrum gebilligt und von der Mehrheit angenommen. Der Ministerpräsident verläßt den Saal. Für die Sozialdemokraten ergreift in der Besprechung der Anfrage das Wort Sonntag, 27. Januar 1924 Abg. Bartels Berlin( Soz.): Bei diesem deutschnationalen Antrag handelt es sich mehr darum der Sozialdemokratie eins auszuwischen, als daß große Staats deutschnationale Anfrage uns Gelegenheit gibt, uns zu dieser An interessen in Frage fämen. Aber wir sind sehr erfreut, daß diest gelegenheit zu äußern. Es ist bezeichnend, daß das Ergebnis der Ausfprache in Flensburg zwischen dänischen und deutschen Sozial demokraten auf beiden Seiten der Grenze in nationalistischen Kreisen die gleiche Aufregung hervorgerufen hat. In Dänemark ift man entrüftet und empört barüber, daß di dänischen Sozialdemokraten den deutschen Interesser soweit Rechnung getragen hätten( hört, hört! bei der Sozialdemokraten), und hier in Deutschland versucht man, um gefehrt davon zu reden, als wenn von uns dänischen Interesse Rechnung getragen worden wäre. In Dänemark ist ein Gesinnungs freund des Herrn Milberg sogar so weit gegangen, von dem Miniſte Nielsen ein Verfahren wegen Landesverrats eingeleitet werde zu verlangen, daß gegen den sozialdemokratischen Abgeordneter So weit ist Herr Milberg nicht gegangen, aber es lag in seiner Linie ( Bustimmung des Abg. Milberg.) Wir sehen also hier so eine Ar „ Internationale der Nationalen". ( Sehr gut! links.) Die Deutschnationalen stellen es so dar, als wen die Sozialdemokraten beider Länder sich die uincho son Staats regierungen angemaßt hätten. Was liegt in Wirklichkeit der Sach zugrunde? In Flensburg find Bertreter der dänischen und de deutschen Sozialdemokratie zusammengefommen, um sich über di immer unerträglicher werdenden Verhältnisse an der Grenze aus zusprechen. In dem deutschen Schleswig bildeten fich so genannte Schleswigsche Vereine, die von dänischen Natio nalisten gefördert wurden und die in der Zeit der wirtschaft lichen Not großen Zulauf hatten und der deutschen Sache erhebliche Abbruch taten. Außerdem wurden im deutschen Gebiet mit dänische Geldern Zeitungen in deutscher Sprache gegründet die so billigen Preises waren, daß feine deutsche Zeitung die Kon turrenz aufnehmen fonnte. Daher fam unsere Konferenz zustand Ein Aufruf, der dabei beschlossen und sowohl in Dänemark wie Deutschland veröffentlicht wurde, enthielt nichs anderes als Richt linien für die Agitation der Sozialdemokratischen Partei und fü deren parlamentarische Arbeit. Die Stellung der Sozialdemokrati zur Regelung der nordschleswigschen Grenzfrage ist bekannt. Mein fieht noch heute die Art der Abstimmung als ein Unrecht an. Auc Partei hat die Art der Abstimmung in Schleswig befämpft un Denn deutsche Teile sind durch diese Grenzziehungen unter dänischy die Grenzziehungen haben wir als ungerecht bezeichne Herrschaft gebracht worden. Das ist der Standpunkt, den die Sozial bemokratie bei der Abstimmung eingenommen hat und dessen Grund auffaffung sie auch heute noch teilt und als berechtigt ansieht. Abe wir haben in Dänemark Kreise, denen diese Grenze nicht fübli genug gezonen ist und in Deutschland Kreise, die an der alte Grenze feit 1864 festhalten. Wir weisen beide Strömungen zurüd meil beide Ansichten nicht im Interesse der Verständigung zwische Deutschland und Dänemart liegen. In dem größten Teil des al getretenen Gebietes meist bas flache Land zu neun Zehntel dänisi Sprechende Bevölkerung auf, die nur widerwillig und gezwungen be Deutschland war. Seit 1864 hat die deutsche Polift der Konservativen nichts getan, um diese Bevölkerung an Deutschland zu retten.( 3urufe lints: Röller- Kurs!) beutschen und dänischen Sozialdemokratie stimmt nicht. In der Die deutschnationale Behauptung von dem Abkommen zwischen de licherweise das Wort„ vereinbart. Von einer Bereinbarung fan in der gesamten Parteipreffe veröffentlichten Abkommen steht fälfd man aber nicht sprechen, denn auf Grund der anfechtbaren Bolti abstimmung ist eine Grenze fest efekt, nicht vereinbart worden Die Grenze zwischen Dänemart und Deutschland wird dann in der Aufruf als„ gefeßlich geltende Grenze" bezeichnet; nichts steht dari daß sie als„ gerecht" anerkannt wird. Es steht auch nicht dari daß es die rechtliche Grenze sei. Es ist lediglich die Anerkennun einer Tatfache. Gefeßlich geltend ist diese Grenze, der Reichstag at die gefeßgebende Körperschaft hat fie fanttioniert. Was also i diesem Aufruf der beiden sozialdemokratischen Parteien steht, ist nicht weiter als eine Anerkennung gegebener Tatsachen. Die Sozialdemokratie hot sich dabei von der politischer Ermägung leiten lassen, daß Deutschland zurzeit völlig isolier ist und daß es deshalb dringend nötig sei, daß sich Deutschlan Freunde außerhalb der Landesgrenzen fucht. Der größt Teil der Bevölkerung Dänemarks hat sich aber während und nat dem Kriege durchaus loyal gegen Deutschland tenom men. Jedenfalls soll einem großen Teil des dänischen Volkes un pergeffen bleiben, wie er dem deutschen Bolte in seiner wirtschaft lichen Not helfend beigefprungen ist( Beifall bei der Sozialdema fratie.), wie große Kindertransporte nach Dänemark gegangen fin und wie diese Kinder aufgenommen worden sind. Das war zweifel Los ein großes Wert der Menschenfreundlichkeit, das das dänische Bott und speziell die dänische Arbeiterklasse der deutschen Bolt befundet hat.( Burufe der Deutschnationalen: Da hat mit der heutigen Frage gar nichts zu tun!) In dem Aufruf der beiden Parteien erflären aber auch di dänischen Bertreter, daß sie allen Versuchen einer Ausnutzung de Not des Deutschen Reiches mit dem einhelligen Widerstand dec So zialdemokratischen Parte und der gesamten Arbeiterklasse Däne marts entgegentreten werden. Herr Milberg hat diesen Bassu nicht zitiert. Unser Abkommen liegt also auch eminent im Interess der deutschen Sache. In dem Abstommen lehnt die deutsche So zialdemokratie kategorisch alle auf eine Wiedereroberung das jetzt Dänemark zugesicherten Gebiets abzielenden Pläne ab nicht etwa, daß später über eine korrektur der Grenze gerede werden könnte. Ganz besonders betont wird in dem Abkommer der Schuß der Minderheiten, was von größter Wichtigkeit für die Deutschen in dem jetzt dänischen Gebiete ist. Diese Fords rung hat in Dänemart, allerdings nur bei der Sozialdemokrats fchen Partei, Widerball gefunden. Nun zu der Behauptung von der angeblichen Belobi nung für die deutsche Sozialdemokratie, von der Auffüllung des geleerien Bartzitoffe mit fremdem Gelde durch Aufgabe un Berrat des Deutschtums in den abgetretenen Gebieren Diese Behauptung hat, wie unser Vensburger Parteiblatt in zwischen ermitteln tonnte, ein Dänenfreundlicher Sozia lift en freffer in Flensburg erfunden und nach Kopenhagen be richtet. Bon da ist es dann in die nationalistische Bresse Schleswig Holsteins übergegangen und die deutschnationale Landtagsfraktion hat diese Nachricht mit gleicher Bonne aufgegriffen. Ich will und Nervenstärkend feciferrin blutbildend farm gang offen über diefe Angelegenheit fprechen. As im Herbst vorigen Jahres in Deutschland die rapide Gelbentwertung ein fekte, ist die Presse und auch der Apparat meiner Partei nicht weniger in Schwierigkeiten gekommen als der anderer Parteien, Soweit sie nicht etwa aus anderen Quellen Mittel bekommen. In diefer Beit hat die Londoner Internationale bei den anderen angeschlossenen Bruderparteien angeflopft, domit fie der deutschen Partei über die Schwierigkeiten hinweghelfen. Die deutsche Partei hatte teinen Anlaß, dem zu widersprechen, Senn in früheren Jahren hatte die deutiche Partei bei anderen Gelegenheiten has gleiche getan und ausländischen Bruderparteien unter die Arme gegriffen. Auf Kosten der Internationale wurde eine Samm. fung veranstaltet, die deutsche Partei hat aus Desterreich, der Tschechoslowakei, aus Holland, Schweden und anderen Ländern Beiträge erhalten, auch qus Dänemart. In Dänemark hot man, rrie wir nachträglich erfuhren, beschlossen, unter den Parteimitglie. dern eine Sammlung zu veranstalten, deren Ertrog der deutschen Partei zur Verfügung gestellt werden sollte. Es ist aber nicht der zehnte Teil der Summe an uns gelangt, von der die Deutschnatio Hefferausbildung; Herbst: Turnen und Spielen im Frelen; Irma Eppftein: Kinderfeste und Handfertigkeitsabende; Prof. Jöde: Die Ermedung des Liedes in Kindergruppen; Stala: Unsere Wande. rungen; Bhilippson: Borlesen und Aussprache: Stadtrat Schneider: Kinderfreunde und Jugendämter. Außerdem enthält das Heft die Richtlinien für die Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, sowie eine Aufstellung der geeigneten für die Kindererziehungsarbeit in Betracht kommenden Literatur. Das Heft ist für alle auf dem Gebiet des Erziehungswesens und der Rulturarbeit tätigen Genoffen wertvoll und gegen Boreinfendung von 25 Pfennig oder unter Nachnahme diefes Betrages durch den Reichsausschuß für fozialistische Bildungsarbeit( R. Weimann), Berlin S. 68, Linden straße 3, zu beziehen. Interessenten, die die regelmäßige Zusendung der Arbeiter- Bildung" münschen, wollen dies an die gleiche Adresse mitteilen. Unser Roman fuffiaffe 242 296, in ber zweiten 239 740 und in der britten Bürges schultlaffe 251 140 Kronen. Insgesamt sind in den Stadtvoranschla 1924 an Ausgaben für das Schulwesen einschließlich der Bezahlung ber rund 9000 Lehrpersonen 346 Milliarden Kronen eingefeßt. Eiz der rund 9000 Lehrpersonen 346 Milliarden Kronen eingefeßt. Eiz Schulkind es find insgesamt 147 908 Schüler in Wien tomm banach der Gemeinde auf rund 2,4 Millionen zu stehen. -L In einer Klaffe figen durchschnittlig 28 Schüler. Is ber Zeit der chriftlichsozialen Berwaltung waren es 52 und in bex christlichsozial verwalteten Ländern Deutschösterreichs tommen heute noch 60 bis 70 Schüler auf eine Klasse. Die wichtigste Tat der sozial demokratischen Gemeindeverwaltung auf dem Gebiet der Schule is die Schulreform: die Kinder sollen sich das Wissen erar: beiten! Die Förderung der Volksbildung. Die Gemeinde unterhält außer der Stadtbibliothek eine eigen Boltsbücherei Die städtischen Sammlungen veranstalten nalen sprechen. Doch bas ill Rebenſoche. Aber feſtgeſtellt muß„ Der Bürger" von Leonhard Franke, in denen Borträge über Literatur., Kultur., Sittengeſchichts werden, daß zwischen dieser Sammlung und jener Konferenz in Flensburg auch nicht der geringste Zusammenhang besteht.( Sehr richtig bei der Sozialdemokratie.) Was von der dänischen Bertel gefchehen ist, war em reiner Aft internatonaler Solidarität, mie er auch früher von der deutschen Partei geübt worden ist. Was hier von deutschynotionaler Seite behauptet wurde, ist also nichts meiter als eine glatte Berleumdung.( Bravo! bei den Sozialdemokraten) Wir haben auch in dieser Frage im Interesse des Bandes gehandelt, denn neben der Erheltung des Deutschtums haben wir auch ein Interesse daran, daß das Nebeneinanderleben der Grenzbevölkerung ein harmonisches wird. In der Zusemmenarbeit der Sozialdemokraten diesseits und jenseits der Grenze glauben wir die beste Gewähr für die Schaffung eines solchen Zu ftandes zu haben. Das Bewußtsein, im nordischen Grenzffrelfe zur Beruhigung beigetragen zu haben, wird auch dazu beitragen, uns über die Krifit der nationalen Kreise hinwegzusehen. ( Lebhafoes Bravol bei den Sozialdemokraten.) Die Besprechung wird darauf entsprechend dem deutsch nationalen Antrage vertagt, und zwar soll sie nach Erledigung ber Grundsteuervorlage fortgesetzt werden. Die unterbrochene Be ratung des Antrages Dr. v. Campe zur Aenderung des Gesetzes über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrats durch die Bro vinzialverwaltungen wird fortgelegt. Es sprechen dazu noch Abg. Brelle( Dt. Hannov.), Abg. Dr. Leibig( D. Bp.) und Baeder( Dnatt.). Abg. Dr. v. Campe( D. Bp.) führt im Schlußwort aus, baß der Antrag teine Berfassungsänderung in fich schließe. Die Stellung der Deutschnationalen laufe darauf hinaus, einer ihr nicht vertrauens. würdig erscheinenden Regierung auch das Bernünftige zu Derweigern. Der Antrag v. Campe wird dem Verfassungs. ausschuß überwiefen. Dienstag 1 Uhr: Aufhebung des Aus. nahmezustandes, tieine Vorlagen, Anträge. Schluß 4,20 Uhr. * hat megen seines spannenden, zelfgemäßen und sozialpsychologisch burch bedeutende Subventionen gefördert. 150 Millionen Kronen fief schürfenden Inhalts stärksten Anklang in unserem Lesertreis gefunden. Neu eintretende Abonnenten erhalten die bisher erschienenen Fortsetzungen gratis nachgeliefert. Verlag des Vorwärts". Sozialistische Kulturarbeit. Die Zweimillionenstadt Wien ist die größte Ge. meinde dieser Erde, die von Sozialdemokraten verwaltet wird. Die Neuwahl am 20. Ottober v. 3. hat die foglal demokratische Stadtverwaltung in ihrem Amt bestätigt. Wie fie es ausübt, zeigt folgender Bericht eines Wiener Mitarbeiters des Borwärts. gehalten werden. Die großen Boltsbildungsinstitute werden jährlich gibt die Gemeinde zur Ermöglichung von Theater- und Ronzertaufführungen für Arbeiter und Angestellte; aus geschloffen find Veranstaltungen, die nicht rein fünstlerischen Charatter haben. So hat die Gemeinde mit beigetragen, daß sich die Arbeiter burch die Kunststätte bes fozialdemokratischen Bildungswesens die ersten Bühnen Biens erobert haben. Um bie fünstlerischer Bestrebungen zu fördern, feßt die Gemeinde Preise-230 Millioner für jeden Kunstzweig aus. Für zahlreiche Kunstausstellungen werden Ehrenpreise der Stadt Wien geftiftet. Auch Arbeiterfinders foll das Studium bilbender und barstellender Künfte ermöglicht werden. Deshalb verleiht die Gemeinde Stipendien und zwai bis zu einer Million Kronen im Monat. Insgesamt gibt sie dafü 183,5 Millionen Kronen jährlich aus. Die Gemeinde benüßt aud) jebe Gelegenheit, um Sonder. aus ftellungen aus ihren reichen Sammlungen zu veranstal ten. Eine große Ausstellung führte die Ereignisse des Revolutions jahres 1848 vor Augen. Die Körperpflege. Kulturarbeit" gab es auch unter der christlichsozialen Herrschaft im Biener Rathaus: Subventionen für Batholische Jünglings- und Jungfrauenvereine, Beiträge zu den Kosten der Fronleichnams. prozessionen und was es bergleichen schöne Einrichtungen, bie mehr zum Kuitus als zur Kultur gehören, noch gab. Für die Schule tat man, was unbedingt notwendig war. Mit der wahrhaften Kulturarbeit hat erst die fozialbemokratische Geschaffen. Sie müssen diese Sporteinrichtungen dafür auch der meir beverwaltung begonnen. Die Schule. Neben den Normalschulen, nämlich der fünf Jahrgänge( laffen) umfassenden Volks- und der sich daran schließenden vierklassigen Bürgerschule, hat die fozialdemokratische Gemeindeverwaltung eine Ehule für schwach befähigte Rinder errichtet, in der diesen Kindern besondere Sorgfalt gewidmet wird. Das Rind foll soweit gefördert werden, daß es für die Normalschule geistig reif wird. Wenn das nicht möglich ist, wird es in der Hilfsschule für Schwachbegabte, die aus fieben Klassen besteht, weiter unterrichtet und soll soviel Wissen erwerben, als ihm nach seiner geistigen Ver anlagung nur irgnd zu erwerben möglich ist. Außerdem wurden Schulen für sprachtrante Rinder( Stotterer, Stammler), für taub stumme, für fehschwache und für blinde Kinder errichtet. 1923/24 wird im zweiten Jahre die Einheitsmittel hule( untere Hälfte der höheren Schule) geführt. Die Kinder tommen im elften Lebensjahre in die Einheitsmittelschule, die vier Jahrgänge umfaßt. Erst nach diesen vier Jahren sollen sie sich ent fcheiden, ob sie sich dem Obergymnasium oder der Oberrealschule zu wenden wollen. Dann erst fann man ja auch richtig erkennen, ob sie mehr Neigung für die humanistischen oder die realen Fächer haben. Die sozialdemokratische Gemeinde hat auch eine sogenannte So an gegen ein mäßiges Schulgeld, von dem es auch Befreiungen gibt, zu Pflegerinnen, Fürsorgerinnen und bergleichen herangebildet werden. Im vorigen Jahre hat die Gemeinde eine Hauswirt fchaftsschule übernommen, in der schulentlaffene Mädchen in hauswirtschaftlichen Fächern unterrichtet werden. Der Aeltestenrat des preußischen Bandtages beriet am Sonnabend über die Geschäftslage. Sunächst sollen die vorliegenden Anträge aus dem Hause über die dänische Grenze, über Bestellung von Mitgliedern des Reichsrats durch die Provinzialver waltungen, über Aufhebung des Ausnahmezustandes, über Ansiedlung der abgebauten Beamten, Ange. stellben usw. erledigt werden. Diese Aussprache wird das Haus vor aussichtlich noch am Dienstag beschäftigen. Der Montag foll igungsfrei bleiben, damit der Ausschuß über die Grundsteuer beraten tann. Am Mittwoch wird Finanzminister Dr. v. Richter, ber hofft, bis dahin von seiner Ertranfung wieder hergestellt zu sein, zur Finanzlage Preußens das Wort nehmen. Daran soll sich zur Beratung über die Grundsteuer, die bis dahin aus dem Ausschuß on das Plenum gelangt sein wird, eine allgemeine Finanzdussprache fschließen. Die Beratungen über die Grundsteuer werden das Haus voraussichtlich bis Freitag beschäftigen, an welchem Sage die Schlußabstimmung stattfinden soll. Ein Antrag der Kommuniften, noch in eine allgemeine Aussprache über die Juftig, Straf vollzug usw. einzutreten, wurde abgelehnt. Der Landtag will fich am Freitag nächster Woche vertagen, bis der Haushalt portlegt. In der Zwischenzeit werden die Ausschüsse tagen. Insiale Afademie errichtet, in der Mädchen vom 18. Lebensjahre befondere wird sich der Ständige Ausschuß mit der neuen Bor. lage der Regierung über den Personalabbau zu beschäftigen baben, mit deren alsbaldigen Einbringung man rednet. Aus der Partei. Arbeiter- Bildung" und Kinderfreundearbelt. Bon der unter dem Titel Arbeiter Bildung" Dom Relchsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit herausgegebene Schriftenfolge ist soeben eine neue Nummer( 7) erschienen. Sie wertvoller Auffäße über die wichtigsten Aufgabengebiete der Kinderfreunde, u. a. Dr. Löwenstein: Die Erziehungsaufgaben der Arbeiter flaffe; Weimann: Die Organisation der Kinderfreunde; Dr. Hodann: Besonderes Gewicht legt die Gemeinde auf die Beiterbil. bung der Lehrer. Sie hat Kurse eingerichtet, in denen Uni versitätsprofessoren der verschiedensten Wissenschaftszweige unter richten. Jeber Schüler erhält die notwendigen Lehrbücher und Bern mittel von der Gemeinde to stenlos. Für ein Kind hat die Gemeinde im Schuljahr 1923/24 in der ersten Klasse 42 745 Kronen ausgegeben, in der zweiten Klasse 72 780, in der britten 109 190, in der vierten 116 390, in der fünften 123 850, in der ersten Bürger. Förderung des Sports hat es unter ber driftfichfogliafen Ber waltung überhaupt nicht gegeben. Die sozialdemokratische Verwal humg gibt dafür fährlich 150 Millionen Kronen aus. Die großen Sportvereine erhalten Subventionen, um Sportgelegenheiten zu Suljugend an bestimmten Tagen zur Verfügung stellen. Des Arbeitertouristenverein Naturfreunde erhält befondere Sumen bungen, um fein Bauprogramm( Weg und Hüttenbauten in ben Alpen) ausführen zu fönnen. Die Gemeinde unterstübt auch die Arbeiter turn furfe. Die städtischen Bäder werden den Schul findern unentgeltlich, den Sportvereinen gegen ein geringes Entgelt das ganze Jahr zur Verfügung gestellt. In der schwierigsten Zeil der Belbentwertung hat die Gemeinde fieben prachtoolle Kinderfreibäber errichtet. Nun soll eine große Schwimm. halle für den Winterfchwiminbetrieb errichtet werden, die zu den größten Anlagen in Europa gezählt werden muß. Die Gemeinde stellt jedem Verein, der darum anfucht, ohre Unterschied der Parteirichtung, ihre sportlichen Ein richtingen, etwa die Turnfäle, zur Verfügung. Unter der chriftlich fozialen Berwaltung hat ein fozialdemokratischer Turnverein nie. mals einen Turnfaal erhalten. Die Rathausmargiften von Wien, wie fie fpöttisch in der bürgerlichen Breffe genannt werden, haben nicht nur die Finang zen der Stadt faniert, fie find auch eifrig am Berke, die Men then zu fanieren: thre törperliche und geistige Ertüchtigung zu fördern. 2. G. Geschäftliche Mitteilungen. Die ältefte Spezial- Bettwäsche fabril, Inh. Ernst Bähr, eröffnet am Mom tag, ben 28. Januar, in der Rofenthaler Str. 49 eine neue Filiale. 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England ist Deutschland weit voraus im Industrialismus. Deutschland hatte darin ursprünglich England gegenüber einen Vorsprung. Aber jene politischen Störungen- jene Kriege, in deren Berlauf noch vor 45 Jahren preußische Truppen in Leipzig als Feinde einzegen hielten Deutschland in dieser Behielten Deutschland in dieser Beziehung zurück, so daß es eben erst ansing, wieder eine Rolle als Industriestaat zu spielen, als England bereits die dritte oder vierte Generation von Fabritarbeitern aufweisen konnte. In gewisser Beziehung ist dadurch Deutschland bisher besser daran gewefen als wir. Aber heute beginnt es in gleicher Weise sein Fabritprole. tariat und seinen Pauperismus zu entwidein, heute hat es in gleicher Weise die Probleme der Arbeitslosigkeit und des Heimarbeiterelends. Seine Industrie treibt es in die gleichen Schwierigfeiten, die wir hier erlebt haben und erleben. Glücklicherweise beginnen jezt aufrichtige Menschen aus allen Bevölkerungstiassen, unter Arbeitgebern sowohl als auch unter Arbeitnehmern, in Deutschland und in England einzusehen, daß der Weg, den wir schreiten, der Weg zum nationalen Untergang ist. Sie sehen ein, daß das Streben nach materieller Wohlfahrt nicht das Streben nach geistiger, feelischer und moralischer Wohlfahrt in den Hintergrund drängen darf. Warum tönnen nun England. und Deutschland nicht in der Lösung von Problemen, welche in beiden Ländern die gleichen sind, zusammenwirten? Anstatt ihr Geld zum Ankauf von Ranonen zu verwenden, anstatt ihre Bölker mit Flinten zu versehen und deren Kräfte für die Ausrüstung von Kriegsschiffen zu vergeuden, sollten sie das Geld benutzen, um solche Deputationen wie diese hier von einem Lande in das andere als Botschafter des Bölferfriedens zu senden. Führt solche Besucher von einem bis zum anderen Ende des Königreiches, laßt sie herantreten an den Herd unferer englischen Arbeiter, laßt sie sich niedersehen zum gemeinfamen Mahle am trauten Familientische, und es wird unmöglich werden, jemals wieder Gefühle der Feindschaft zwischen beiden Nationen wachzurufen. Was wären denn diese beiden großen Nationen, bie eine ohne die andere? Hätte denn Deutschland seinen Goethe hervorbringen können, ohne daß ihm ein englischer Shate. speare vorausgegangen wäre? Die Gedichte des großen deutschen Schiller atmen die gleichen Empfindungen wie die unferes Robert Burns. Andererseits tam durch Coleridge deutsche Philofophie nach England und hat die Richtung des ganzen eng fischen philosophischen Denkens seither beeinflußt. Was wäre Deutsch lands Literatur ohne die englische? Ohne Sir Walter Scoots Romantit wäre jene umfangreiche romantische deutsche Schule nicht entstanden, deren Bertreter heute in allen deutschen Häusern hoch. gehalten werden. Und auf dem Gebiete der eratten Wissenschaft fteht der große Deutsche Helmholz Seite an Seite in ehren Sonntag, 27. Januar 1924 diese Fahnen in Zukunft rein halten? Können wir nicht Sorge tragen, daß wenn immer sie sich entfalten, sie dem Frieden und nicht dem Kriege gelten? Rönnen wir nicht dafür Sorge tragen, daß sie unter der Obhut der Demokratie niemals wieder Schlacht. felder beschatten, sondern alle Zeit in Frieden über Heimstätten und Herden, wo schlichte Menschen glücklich, froh und zufrieden hausen, wehen? Der Segen Gottes wird auf denen ruhen, die wacker bei diesen vereinigten Flaggen Wache stehen, und der Zorn der Mächte, die Recht und Gerechtigkeit schirmen, wird jene treffen, die da versuchen sollten, fie auseinander zu reißen. vollstem Ansehen neben mag well und Lord Kelvin, während| zurollen. Manche schlimmen Ereignisse rufen fie uns in das Gein den biologischen Wissenschaften Deutschland die Namen Virchow dächtnis zurück, aber auch viel Großes und Gutes. Können wir nicht und Haedel neben diejenigen unseres Darwin und Russell Wallace stellt. In angewandter Wissenschaft hat. Deutschland uns ebensoviel zu lehren, als es von uns gewonnen hat. Nehmen Sie z. B. das eine: Der deutsche Druck wird mit Recht im ganzen für besser als der englische gehalten. Aber der Grund ist, daß die deutschen Buchdruder bereitwilliger waren, die Pfade, welche Männer wie William Morris und Emmery Walter für das Entwerfen von Typen uns gewiesen haben, einzuschlagen. Oder nehmen Sie die Eisenindustrie: Die großen weftfälischen Hochöfen würden nicht ohn die Arbeiten des englischen Metallurgen Gilchrist Thomas existieren. Die Denfer beider Länder haben einander ergänzt und vervollständigt. Warum sellte denn die deutsche und englische Demotratie nicht ein gleidyes tun? Ich weiß, man wird mir die unvermeidliche Konkurrenz im Handel der beiden Länder entgegenhalten. Nun, ich sehe teinen Grund. Deutschland wegen seiner Handelserfolge zu grollen. Das Gedeihen und der Fortschritt des einen Landes bedeutet zugleich das Gedeihen und den Fortschritt des anderen. Ich bin den Rhein hinaufgefahren- ich fann nicht sagen wie oftwie oft und jedesmal habe ich jene Schleppzüge langer, dunkler Gr. allgem. Junktionärinnenkonferenz Dienstag, den 29. Januar, abends pünktlich 6 Uhr, in der Schulaula Weinmeisterft: aße 16/17. Tagesordnung: 1. Bortrag der Genoffin Bohm- Schuch: Die kommenden Wahlen. 2. Organisatorische und agitatorische Wahlaufgaben der Frauen. 2. Organisatorische und agitatorische Wahlaufgaben der Frauen. ( Genoffin Tobenhagen.)- 3. Aussprache. 4. Verschiedenes. Rähne größer und größer werden sehen, wie denn auch die Städte an den Ufern größer und geschäftiger geworden sind. Ich habe diese Rähne nie ansehen können, ohne mich der Szene zu erinnern, welche Tennyson schildert, in welcher Sir Bedivere den Leichnam König. Arturs auf dunklem Kahne aus dem düsteren Lande der Königin zu seiner Ruhestätte führt. Auf diesen Barten des Rheins scheint mir gewissermaßen das alte Deutschland der Philosophie und des frohen Ganges zu seiner legten Ruhe geleitet zu werden. Sollen wir uns darüber grämen? Unsere Zeit ist eine moderne Zeit, und die moderne Zeit ist die Zeit des Internationalismus, ebenso wie das Mittelalter die Zeit des Nationalismus war. Eine moderne Zeit ist es, in der Menschen ihre Landesgrenzen überschreiten, um einander die Hand zu reichen, um den Grundstein zum ewigen Frieden und Wohlwollen an Stelle von Feindschaft und Argwohn zu legen. Hinter mir auf diesem Podium sind die Fahnen der beiden Länder entfaltet. Diese Fahnen waren nicht immer das Symbol der Demotratie, heute abend sind sie es. Indem ich auf diese Fahnen hinblicke, scheint sich die ganze Weltgeschichte vor mir aufDie Rettung. Bon Edgar Hahnewald. Blöglich nahm ihn eine starke Welle um den Leib und riß ihn in die Strömung. Er verlor das Tempo, tam ins Taumeln, machte einige hastige, ungeschickte Stöße und geriet mitten in den reißenden Strom, der ihn umrauschte und nun, da er ihn hatte, triumphierend davonschoß, den ungeübten Schwimmer mit sich fortreißend. Ueberraschung und Ungeschid hatten ihn auf den Rücken ge worfen. Das machte ihn wehrlos und ängstlich. Es war die Lage des Besiegten. Er trat Wasser und bemühte sich, herauszukommen. Der Strom stürzte auf ihn zu, breit, mit graugelben Wellen, die wie trübe, gläserne Berge mit blanken Lichtflächen auf ihn zuschossen und über seinem Gesicht zersprigten. Braunflodige Schmutzwolken glitten unter den Wellen hin. Das Wasser des Stromes war plöglich efelhaft. Während er fich bemühte, der Strömung zu entkommen, streifte sein Blick die Ufer. Plößlich schienen die Wellen vor seinem Gesicht auf der Stelle auf und niederzufpringen, während die grünen Ufer, das Weidengebüsch, das weiße Sommerschloß am Hang über den Obstbäumen mit rafender Geschwindigkeit davonschoffen. So schnell riß ihn die Strömung mit sich fort. Mit der Heftigkeit eines Schlages begriff er die Gefahr. Im selben Augenblick sah er die Einzelheiten an den Ufern in haarscharfer Klarheit. Mag hatte den Strom durchschwommen und lag drüben am Grashang. Das eine Bein hatte er im Knie hochgestellt. Am anderen Ufer saßen die Mädchen. Eben stand Kläre auf. Ihre Gestalt im schwarzen Trikot hob sich im Sonnenlicht vom silbernen Weidengebüsch ab. Sie breitete die Arme aus. Er sah deutlich den Schatten unter ihrer hohen Brust. Ein Hund fam aus dem Wasser, mit einer Schleppe von sprühenden Tropfen hinter sich. Oben, auf dem Leinpfad, stand ein Herr. Das alles glitt auf dem schmalen, grünen Bande des Ufers pfeilschnell von ihm fort. Er sah es in einer einzigen Sekunde. In der nächsten gelang es ihm, sich herumzuwerfen. Er betam den Strom unter sich. Die Uferlandschaft schoß auf ihn zu. Die trüben Glashügel der Wellen hoben sich und zersanten vor ihm. Er schwamm verzweifelt, die aufgerissenen Augen auf den grünen Uferstreifen gerichtet, der die Rettung war. Aber während er ihm zustrebte, fühlte er, wie ihn die starte Strömung dem Ziele immer wieder schräg entriß. Sie zerrte ihn an den Beinen rüdwärts. Der Strom wurde unheimlich. Breit wälzte er sich um ihn dahin. Das Ufer schwamm immer weiter fort. Stromabwärts tanzte über den Wellen ein Kirchturm der fernen Stadt wie die Feder fpule einer Angelschnur auf und nieder. Manchmal verschwand er DOTA BLAU ROT 35 PEENNIG DOTA DEENNIG ORIENT CIGARETTE COMPANY BERLIN In En der Morgenstunde Hemdentuch...... Meter in modernen Streifen für OberMeter Meter 0.65 Weiß Negligé- Barchent 80 em breit, 1.Zephir hemden und Blusen 0.85 Bettzeug geblumt, 80 cm breit.. 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Er warf sich mit aufgeregten Stößen vorwärts. Es war, als ob der Strom immer breiter wurde. Ringsum fah er nichts als gelbe Wellen, die raftlos, unerbittlich, sich gegenseitig verbrängend, dahinwallten. Sie erschienen ihm als gelb. grau verhüllte, gespenstische Wesen, die Kopf an Kopf auf unfichtbaren Füßen wandelten. Er war in diesen unabsehbaren Zug ein gepreßt, der ihn unwiderstehlich und gleichgültig mit sich fortriß. Eine furchtbare Angst padte ihn. Er fühlte, wie fich sein Herz zu fammenballte und zu eng wurde. Dicht vor seinen Augen öffnete sich ein schwarzes, drehendes Loch, ein metallblanfer Wassertrichter. Im nächsten Augenblic er faßte ihn der Strudel, faugte sich an seinen Beinen feft, zog ihn unters Waffer. Es gelang ihm, sich zu befreien. Er spürte den eigenen Kraftaufwand als ziehenden Schinerz in den Muskeln. Er Schwamm. Rüdwärts glänzte das weiße Schloß wie eine ſtille Fahne im Grün. Er sah es einen Sekundenbruchteil lang. Ueber ben Wellen glitt das Ufer als hüpfendes Band stromauf. Dort war fein Mensch. Beidengebüsch wehte filberweiß mit vom Winde gemendeten Blätter. Ein schwarzer Bogel verschwand wie ein Ball barin. Da war es, als ob das Wasser immer zäher würde. Er fühlte feine Kräfte schwinden. Der Strom schlüpfte unter seinem Rörper fort und trug ihn plöglich nicht mehr. Mit Armen und Beinen brach er durch das Wasser wie durch dünnes Glas. Die grundlose Tiefe machte ihm Angst. Wasser spülte ihm über Geficht und Haar. Es toftete ihm jedesmal größere Mühe, den Kopf wieder über Waffer zu heben. Die Halsmustein schmerzten. Ein lauer Schwindel über. Bam ihn. Jetzt ertrinfst du." Das dachte er, aber es war ihm, als hörte er sich den Gedanken ausfprechen. Er hörte sich selber. Der Gebante tam, wie eine ruhige Feststellung. Im selben Augenblid fagte er:„ Mag." Er rief es nicht, er fagte es mur, als ob Mag neben ihm wäre und er ihn nur anzusprechen brauchte. Auf den Baut folgte nur das zischende Rauschen der Wellen. Es verwandelte fich in eine ferne, gleichmäßige, förperlose Musit. Dann sentte sich eine tiefe Stille nieder. Fern ging ein hohes Saufen durch ewige Räume. Er verjant. In dieser Sefunde erkannte er sein Leben. Alles faßte sich zu einem ganz klaren Ergebnis zusammen. Es nahm die Gestalt einer Bilanz auf zwei Tafeln an. Zahlen, Strich, Summe, es stand alles PLATZ DEM ARBEITER PLATZ DEM ARB ITER Da setzte sich sein Körper zur Wehr. Die Muskeln begriffen die Tobesgefahr. Arme und Beine stießen und traten in die Raum. Tofigkeit des Waffers. Einen Augenblid lang betam er den Kopf wieder frei. Das eingesch'ucte Basser zwang ihn zum Husten. Es erstickte ihn fast. Die Kräfte verließen ihn von neuem. In halber Bewußtlosigkeit fant er in die Tiefe. Seine gefpreizten Sehen fuchten den Grund zu ergreifen. Blöglich berührte die große Zehe des rechten Fußes Boden. Es war nur ein ganz leises Antupfen an weichen, zerfließenden Schlamm, aber biefe flüchtige Berührung durchzuckte den ganzen, vom Geifte schon entlassenen Körper. Er ichnellte vorwärts, schlug, mit dem Tode fämpfend, im Wasser um fich, berühtte den Schlamm noch einmal und faßie plößlich Fuß im weichen, burdywäfferten Samte des Sandes. Er befam den Kopf über Wasser. Aus den Ohren, aus Mund und Nase stürzte scharf und schmerzhaft wie Meffer das eingedrungene Waffer heraus. Der zischende Lärm der Wellen, die blendende Helligkeit des Himmels schien die Sinne zu durchbohren. Der Körper im Wasser war plöglich zu schwach, diesen Kopf zu tragen. Er drohte in das Wasser zurüczufinden, das ihn mit zäher Geschmeidigkeit, mit ziehender Straft umfloß. Der Kopf war wie eine schwere Frucht auf schwankem Stiele. Er machte mit äußerster Anstrengung einige Schritte dem Ufer zu. Bei jedem Schritte fühlte er sich dem Zusammenbrechen nahe. Er erreichte feichtes Waffer und ließ sich fraftlos niederfinten. Die törperliche Schwäche tat ihm wohl. Das Wasser umfpülte feine Schultern, die Wellen schlugen sanft gegen seinen Hals. Die Landschaft lag still und friedlich. Die Wiesen breiteten fich in gesättigtem Grün, auf dem die letzte Sonne lag. Ueber der fernen Stabi leuchtete der Himmel in hellem Gelb. Es war, als wären brei, vier Himmel hintereinander geöffnet. Davor schmiegte fich die Stadt an die warme Erde. Ein Kirchturm stand wie eine Schwarze, spike Nabel aufgerichtet. Bäume in Gärten zogen von der Stadt heran. Auf den grünen Baubwolten lag der rötlich violette Schimmer des Sommerabends. Hoch in der Blaue schossen Schwalben wie Blize eines Luftrades". Er lächelte. Das alles war ihm neu geschenkt. Er war gerettet. Bor ihm wallte der gelbe Strom, alle Feindseligkeit war von ihm gewichen. Wie Bilger zogen die Wellen. Sie umfpülten lau und weich seinen matten Körper wie das warme Fruchtwasser einer Geburt. Er war zum zweiten Male geboren worden und war sich dieser Geburt und der Mutter bewußt. Die dunkte, fette, gütige Erde mit dem weichen Flaum des Grafes, dem sonnigen Gelock der Bäume fie war seine Mutter. Seine Finger gruben sich dankbar hohe, golbene Tor des Sonnenuntergangs, ben weichen Frieden des Abends, den frischen Duft der Wiesen, den leichten, sommerlichen Sumpfgeruch des Wassers und den fühlen, starten Atem dieser dunt. len, herrlichen, mütterlichen Erde, die ihm wiedergeschenkt war. In dieser Stunde begann ein neues, ein zweites Leben. Das vergangene mar im Waffer von ihm geglitten, versunken, ertrunken. Ein neues Leben durfte er beginnen tonnte er es? Er ahnte, nein, er mußte ganz flar, daß das Dantgefühl dieser Stunde der Gipfelpunkt, die höchfte Steigerung seines Lebens bleiben würde. So tief würde das Erlebnis des Lebens nie wieder sein. Er würde es nur zerfleinern fönnen, zerlegen in Splitter, bie fich im alltäglichen, in gebantenloser Selbstverständlichkeit verlieren würden. Diese Fülle des Lebens, diese Süße des Daseins tam nie- vielleicht ein mal noch wieder, wenn es wieder soweit sein würde. Und wenn ihn ein Unglüdsfall, eine Krankheit zum letzten Male vor das dunkle Tor drängen würde, dann wäre von dieser Stunde an alles nur ein Abstieg gewesen. Eine schmerzliche Bangigkeit vor dem wiedergeschenkten Leben überfam ihn, eine tiefe, mehe Sehnsucht. Er blidte über das gelbwallende Wasser hin, das ihn mit leifer, zärtlicher Kraft zu sich hin30g. Jest jetzt tönnte es geschehen. Nun brauchte er sich nicht zu mehren. Bom Waffer her brang ein füßer, betäubender Taumel auf ihn ein. Er machte ihn müde und widerstandslos. Er gab sich hin. Gein umfforter Blid sah das goldene Tor des Sonnenuntergangs weit geöffnet. Dann erlosch die Welt hinter rauschenden Vorhängen. Er fant hin, ins seichte Wasser. Die Wellen strichen ihm mit sanften Händen übers Gesicht... Ueber das Ufergras stürzten Mag und die Mädchen heran, die den Freund von weitem eben noch mit den Wellen tämpfen, dann ftehen und, während fie schon liefen, zufammenfinfen fahen. Sie trugen den Bewußtlosen ins Ufergras. ,, Er lebt." Mag fagte es zu den entfeßten Mädchen und tat ruhig und fundig das nötige. Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON vollkommenstes Hautpflegemittel in den weichen, reinen Sand unter seinem Körper im Wasser. Er fah alles an und begriff alles in tiefer Inbrunft: bie Ringelspiele Creme Mouson Seife* Creme Mouson Rasierseife der Schwalben unterm Himmel, das fanfte Glühen der Bäume, das PLATZ DEM ARBEITER PLATZ DEM ARBEITER PLATZ EM ARBEITER ERSTES JAHRBUCH PLATZ DEM ARBEITER! EINE AUSWAHL INTERNATIONALER LITERATUR UND KUNST 240 Seiten Broschiert 2.40 M. Halbleinen 4.40 M. 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Die Berachtung ordentlicher Breistaltulation, 2. der übermäßig ausgedehnte Zwischenhandel, 3. der Preisterror der Kartelle und Konventionen. Die Liederlichkeit, ja die Gewiffenlosigkeit der willkürlichen Preis festsetzung, die häufig genug nichts anderes als Wucher ist, dehnte sich nach dem Kriege ins allgemein übliche aus. Der Kaufmann, der diese Kalkulations"-Methode nicht mitmachte, galt als rückständig und dumm. Die Warenknappheit, die Preiskonventionen und die hochvalutarischen Ausländer machten es ja leicht, die Forderungen beliebig hoch zu stellen. Aber neben der üblich gewordenen unanständigen Kalkulation spielt auch die verminderte technische und organisatorische Leistungsfähigkeit der Betriebe eine Hauptrolle. Das ist auch die Auffassung einsichtiger Unternehmer. So schreibt die„ Deutsche Konfeftion" in ihrer jüngsten Nummer: Und wir wollen uns feiner Täuschung hingeben: Die lange Inflationszeit, in der nicht nur dem Detaillisten, sondern auch den Fabrikanten die Ware aus den Händen gerissen wurde, und es einzig und allein darauf ankam, Ware zu haben, die Breis bemessung aber in den Hintergrund trat, bedeutet ein verweich lichendes Capua bedenklichster Art für unsere Industrie. Daß man sich die genaue Raltulation abgewöhnt hat, ist schlimm, aber man wird, sobald der Wettbewerb wieder scharf einsetzt, schnell zu ihr zurückfinden; ungleich gefährlicher ist es jedoch, daß vielfach die technische und faufmännische Organisation der Betriebe vernachläffigt rourde. Jahrelang hat das organisatorische Schwergewicht nicht inner halb der Betriebe gelegen, wurde nicht darauf hingearbeitet, mit bem geringsten Kraftmaß die höchsten Leistungen hervorzubringen, sondern man verlegte die organisatorische Hauptaufgabe nach außen, indem man Berbände und Konventionen schuf, nur zu dem 3wed, das freie Spiel der Kräfte auszuschalten und auch den werrig Leistungsfähigen guten Nutzen zu sichern. Die fortschreitende Geldentwertung hielt die Auslandstonfurrenz, die unter normalen Verhältnissen diesem Treiben schnell ein Ende bereitet hätte, fern, und im Export sorgte das Balutadumping für gewinnbringenden Auslandsabfaz, ohne befondere falkulatorische Anstrengungen. Die nicht nur biologisch, sondern auch wirtschaftlich notwendige Ausmerzung der Minderwertigen, die vor dem Kriege in den hohen Kontursziffern zum Ausdrud gelangte, fiel fort, denn für die Privatwirtschaft bildete die In. flation ein Paradies, in dem der Kampf ums Dasein die fanftesten Formen angenommen hatte und es nicht, wie bereinft, ber Klauen und Zähne bedurfte, um am Leben zu bleiben. Jetzt sind wir in die Welt der Realitäten zurüdverlegt und erfahren mit Staunen, daß unsere Preise am Weltmartt bemessen, zu hoch sind und bedeutende Herabfegung heischen, wenn wir uns behaupten wollen." In der gleichen Richtung hat überdies die„ D. A. 3." des Herrn Stinnes einmal das ehrliche Bekenntnis von der technischen und organisatorischen Rückständigkeit der deutschen Unternehmer ausge= sprochen. mitgetragen. Nur so wurde der Unternehmer, bei genauester Kalkulation, exportfähig und konnte deshalb die Kosten des Weges bis zum Abnehmer auf sich nehmen. Seine auf den Weltmarkt tommende Bare trug nur den reinen Nettoerzeugungspreis in sich. Heute will der Unternehmer feine Konventionspreise mit ihrer liederlichen Kalkulation und den hohen Lurus- ,, Selbstkosten" auf dem Meltmarkt erzielen. Er fann es nicht fassen, daß er zu teuer ist. Und wenn er es begriffen hat, fucht er den dümmsten, aber einfachen Ausweg, er fürzt die Löhne und bemüht sich, die Arbeitszeit zu verlängern. Damit wird aber das Fundament unserer Wirtschaft, der inländische Absatz, zerstört! Die Weltpreise, die wir im großen und ganzen zahlen müssen, entsprechen der Dollarteuerung. Unsere Rentenmart ist ja eine Dollarwährung( 102 Dollar eine Mark). Neben Schweden haben wir die teuerste Valuta der Welt. In den U. S. A. entsprechen der Steigerung der Teuerung auf rund 155 Proz. der Friedenshöhe aber auch die allgemeinen Einnahmen. Bei uns richten sich die Preise nach dem Dollar, die Löhne aber nach der Friedensmark! Die Redensart von der notwendigen Sparsamkeit drückte die Löhne und Gehälter man denke jetzt nur an das Beamteneinkommen- noch erheblich unter den Friedensstand, während die Breim besonderen der Bekleidung aus den schon erörterten Gründen Dollar- ,, Kalkulationen" find. Und wenn jetzt neuerdings unseren Einkommen entsprechende billige Lebensmittel vom Ausland hereinkommen, regen fich sofort die Kräfte, um durch Zollabsperrungen jenen Breisdruck, der auf die Inlandswaren wirft, zu verhindern. Wir brauchen hohe Löhne, reichlichen Konsum, techmischen und organisatorischen Umbau der Produktion, Bändigung der wilden Kalkulationen, Ertüchtigung des ziemlich allgemein verborbenen Unternehmertums, im besonderen der neuen Unternehmerfchicht, herauspressen des überflüssigen Zwischenhandels aus dem Warenumlauf und 3 er störung der Kartellpolitik, die den minderwertigsten Betrieb über Waffer hält und damit den modernen Unternehmungen, die fich garnicht voll auswirken fönnen, zugleich Riefenprofitanteile und-ungenügende Beschäftigung aufzwingt So hat die derzeitige Gesundungs"-Krise, wie die allgemeine Arbeitstrife höflich genannt wird, mit ihrer Einsparung von Arbeitslohn und Gehalt für eine Besserung unserer Wirtschaftslage noch recht wenig getan. Die Unternehmungen müssen mit ihren stillen Referven und ihren Auslandskonten, die meist nichts anderes find als der sogenannte, vielbesprochene Substanzverlust, in die Produktion hinein. Es muß technisch und organisatorisch aufgebaut werden. Sonntag 27. Januar 1924 55 Millionen Tonnen( davon etwa 40 Millionen Tonnen auf die Ruhr entfallend) anzunehmen sein gegenüber nicht ganz 130 Millio nen Tonnen im Jahre 1922, rund 136 Millionen Tonnen in 1921, fowie gegen rund 154,3 millionen Tonnen im Jahre 1913, wenn bei Berechnung der letzteren Zahl Deutschland in seinen jezigen Grenzen( ohne Oberschlesien und Saarbecken) betrachtet wird. Den außerordentlichen Ausfall hat natürlich der deutsche Braunfohlenbergbau auch nicht im entfernteften wettmachen fönnen, zumal in ihm das Kölner Revier dank der Eingriffe der Gegner auch in feine Unternehmungen ebenfalls starfe Einbußen an Erzeugung zu verzeichnen hat. Faßt man das überschlägig mit 55 millionen Tonnen Steinkohlen angegebene Jahresergebnis mit der nach dem Durchschnitt der ersten zehn Monate für das ganze Jahr errechneten deutschen Braunkohlenerzeugung von insgesamt etwa 124,8 Millionen Tonnen zusammen und rechnet die Brauntohle nach dem be tannten Verhältnis mit zwei Neuntel in Steinkohle um, so ergibt sich für das Jahr 1923 die erschreckend geringe Menge von nur rund 82 Millionen Zonnen Kohle, die Deutschland im eigenen Lande gewonnen hat. Im Vorjahre waren es noch rund 158 Millionen Zonnen, und 1913 hatte Deutschland in seinen heutigen Grenzen ungefähr 174 Millionen Tonnen Kohle hervorgebracht. Auslandsgeld fließt nach Deutschland. Das B. L." nimmt ausführlich zu einem Börsengerücht Stellung, demzufolge in jüngster Zeit verschiedene deu'sche Banken in erheblichem Ausmaße ausländischen Kredit für deut sche Industrieunternehmungen vermittelt haben sollen. Die Gerüchte beruhen in ihrem Kern auf Wahrheit. Auch die direkten Auslandskredite deutscher Industrieunternehmungen vermehren sich. In jenen Borgängen drückt sich eine sehr wichtige Umstellung des weltkapitalistischen Urteils über Deutschland aus. Das Kapital sucht nur dort Anlage, wo es sich sicher fühlt und gute Berzinsung gewährleistet ist. Wenn jetzt wieder zunehmend ausländisches Kapital hierher fließt, so stehen gute Anlagemöglichkeiten und reichliche Berzinsung in Aussicht. Bergessen darf dabei als weitere Triebkraft aber auch nicht werden, daß während der Nachkriegsjahre in Form von Industriebeteiligungen schon eine ziemliche Summe Auslands tapital nach Deutschland geflossen ist. Das zieht jetzt weiteres Rapital nach sich. Besonders interessant wäre es, die wirklichen Besitzer jenes neu zufließenden Geldes kennenzulernen. Die Kundigen wissen ja längst, daß zu der Zeit, als der Devisenkommissar in Deutschland Devisen suchte, fie schon lange auf dem Umweg über das Ausland als aus. Tändische Beteiligungen nach Deutschland zurückgekehrt waren. Es ist sicher, daß unter den neuen sogenannten ausländischen Krediten ein erheblicher Teil jener Inflationsgewinne nach Deutsch Soweit die Frage der Kapitalbeschaffung geregelt worden, ift, land zurückkehrt, der in Form von Devisen das Kapital aller mögmachte sich im Januar bisher im besonderen ein deutlicher Rüdlichen holländischen, schweizer, nordischen und spanischen Untergang ber Kurzarbeit bemerkbar. Die Berichte der Landes- nehmungen geworden ist. ämter für Arbeitsvermittlung befagen: Im mitteldeutschen Brauntohlenbergbau haben sich die Abfagmöglichkeiten gebeffert, so daß viele Betriebe wieder zur Bollarbeit übergehen fönnen. Die Baustoffindustrie ist infolge bes starken Frostes größtenteils wesentlich eingeschränkt. In der Metall- und Maschinenindustrie hat sich die Lage von Woche zu Woche gebeffert, vielfach fonnte man zur Bollarbeit zurüd. fehren. In der chemischen Industrie ist die Beschäftigung nicht einheitlich. Die Sprengstoff- und Stidstoffgewerbe find durchweg gut beschäftigt. Der Konjunkturaufstieg im Spinnstoffgewerbe macht weitere bemerkenswerte Fortschritte. In verschiedenen Teilen Deutschlands arbeiten große Betriebe bereits wieder mit leber Rürzlich errechneten Fachleute den 3wischenhandelszustunden und Doppelschichten. Eine fräftige Belebung zeigt sich auch schlag, der z. B. auf dem Wege vom Getreide zum Mehl entsteht. Sie stellten fest, daß es in Friedenszeiten 58 Broz. waren, während es jest 112 Broz. sind. Wenn hier auch die höhere Fracht mitspricht, so ist sie durch die Unterfriedenslöhne mehr als ausgeglichen. Die Zwischenhandelszuschläge find in nahezu sämtlichen Waren heute etwa doppelt so hoch wie vor zehn Jahren! in der Kartonnagen und Pappenindustrie. In der Lederbranche hat sich das Geschäft ebenfalls belebt. Im Zeichen fräftig steigender Konjunktur stehen die Schuhfabriken in allen Teilen Deutschlands. Auch im Schneiderge werbe und in der Großtonfettion herrscht eine sehr rege Tätigkeit. Die verschiedenen Zweige des Holz gewerbes gehen mehr und mehr Besonders schlimm liegt es mit den Preisen für Textil- wieder zu voller Beschäftigung über. produkte. Es ist richtig, daß Rohbaumwolle und Wolle im Preise start gestiegen find, aber ebenso steht fest, daß sie während der jüngst vergangenen vier Wochen gefallen find, daß die deutschen Webereien nach dem Berkauf ihrer Progut beschäftigt sind und daß sie duftion des ersten Vierteljahres- jezt schon für das zweite Vierteljahr zu unverändert hohen Preisen verlaufen. In der Nahrungs- und Genußmittelbranche ist die Lage nicht einheitlich. Sehr stark beschäftigt ist die gesamte Schokoladen industrie. Auch die Margarinewerke erhöhen die Zahl ihrer Ar beiter. Die Besserung im Tabafgewerbe hält überall an. In der Mühlenindustrie liegen die Verhältnisse weniger günstig. Als Anfang Dezember der Lebenshaltungsinder erstmalig um 2,6 Proz. zurüdging, sprang die Inderziffer für Bekleidung um 13 Broz. weiter nach oben. Sie fiel danach nur um ein Drittel der fich fortgesetzt findenden allgemeinen Inderzahl..., einem furzen Bremsen beim Jahreswechsel ift her Bekleidungsindex am 21. Januar wieder gestiegen, während die Lebenshaltung erneut absant. Die entscheidende Ursache dieser Entwickelung liegt darin, daß das deutsche Unternehmertum immer noch wie fasziniert mit der Ware ins gelobte Ausland will, der Export geht ihm über alles in der Welt. Dabei wird verreffen, daß unsere Expo.fähigkeit immer auf unserem guten und sicheren Inlandsabfaz aufgebaut gewefen ist. Der Anteil der Exportware an Betriebsuntoften, Reflame ufw wurde früher von dem für die Wirtschaft entscheidenden Inlandsverbrauch Am Arbeitsmarkte der kaufmännischen Angestellten, der allerdings vorläufig durch Entlassungen bei Banten und Behörden stark belastet wird, zeigt sich seit einiger Zeit eine sehr rege Nachfrage nach qualifizierten Kräften, insbesondere nach Bertretern und Reisenden. Ruhrbilanz. Der in der öffentlichen Sigung des Reichskohlenrats erstattete Bericht über die Lage der Koblenwirtschaft im verflossenen Geschäftsjahr stellt unter anderem feft: Die Störung aller wirtschaftlichen Ordnung in den besetzten Gebieten und die Nachwehen dieser Störung verhindern es auch heute noch, zuverlässige Zahlen über die deutsche Gesamtkohlenförderung des verflossenen Jahres zu bringen. Nach einschlägiger Schäßung wird die Gesamtfohlenförderung Deutschlands an Steintohle im verfloffenen Jahr auf etwa rund Geburts- und Sterblichkeitsverhältniffe. Bor dem Kriege verliefen sowohl die Geburtenziffern als auch die Sterbeziffern für die Städte und für das Land nahezu gleich. Dies ist in der Nachkriegszeit, wie jetzt Wirtschaft und Statistit" feststellt, infolge der unterschiedlichen Veränderungen der Lebensbedingungen in Stadt und Land nicht mehr der Fall Die noch vom Kriege beeinflußte Geburten ziffer für das Jahr 1919 läßt nur einen geringen Unterschied zwischen Stadt und Land erkennen; aber in den nachfolgenden Jahren steigerte fich dieser Unterschied. Die Geburtenziffer stieg auf dem Lande, während fie in den Städten nach einem furzen Anstieg im Jahre 1920 sich fortlaufend verminderte. Es muß daher der seit dem Jahre 1921 beobachtete Rückgang im wesentlichen als eine Folgeerscheinung der Notlage des deutschen Boltes erklärt werden. Diese Notlage drückt sich zuerst in den Städten mit ihrer Wohnungsnot und ihren Aus jenen Gründen ist auch die Ernährungsschwierigkeiten aus. während des Krieges eingetretene mehrsterblich feit der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen zu er. In den Städten( Orte über 15 000 Einwohner) wurden 1919 auf 1000 Personen 18 Kinder geboren. Nach einer Steigerung bis auf 23 Kinder ist die Ziffer dann dauernd wieder bis auf 19 zurüd gegangen. Auf dem Lande( Orte unter 15 000 Einwohner) ist die Zahl der Geburten, die im Jahre 1919 21 Kinder auf 1000 Einwohner betrug. schon bis 1921 auf 28 Kinder gestiegen. Die Zahl der Gestorbenen ist auf dem Lande auch geringer als in den Stätten. So ergab sich ein Geburten über. schuß für die Städte in den jüngst vergangenen Jahren von nur 2 ( 1919) bis 8( 1922) Röpfen, während auf dem Lande der Geburtenüberschuß 1920 und 1921 13 Röpfe auf je 1000 Einwohner betragen hat. Dabei ist zu beachten, daß die Säuglingssterbeziffer in den Städten nicht so hoch ist wie auf dem Lande, auf dem Lande sterben mehr Säuglinge als in der Stadt, wei hier die Säuglingsfürsorge weiter durchgebildet ist. Daraus ergibt sich aber auch, daß die Sterblichkeit, wenn man die Säuglinge nicht berücksichtigt, in den Städten noch größer ist als die Ziffern aussagen. hafte Rechnnug, die das deutsche Volt jetzt noch als KriegsnachSo ist die Bilanz über Geburten- und Sterbefälle eine sehr ernst. wirkung begleicht. Aussteuer- Woche Beginn: Sonnabend, den 2. Februar M. Grünberg, Nachf. Schöneberg, Hauptstrasse 17 Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme an der BelJegungsfeier meines innigeliebten Mannes, bes Gastwirtes 34576 Franz Günther spreche ich hiermit allen Freunden und Bekannten fowie allen teilnehmenden Vereinen meinen herzlichsten Dank aus. Ww. Anna Günther and Söhne. Reutölln, Schillerbremenabe 11. Achtung! Metatarbeiter! Achtung! Denjenigen Mitgliebern, bie änläßlich der Bewegung vont 2. Januar 1924 nicht wirdre eingeftelt witben, ioll eine noch malige Rotlar eunterstügung gewährt werden. Bebingung fit ben Bezug bieler Unterftügung ift, baß ber Unterftligungsbezieher am Tage der Zahlung mindestens 18 Wochen organisiert, arbetsios und mit felnen Beiträgen alcht über 4 Wochen im Südftand it. Um benjenigen Mit giiedern, bie ben Schlußtermin aur Einzeichnung in bie Listen Betfäumt haben, Gelegenheit zu geben, baß fie ebenfalls berild fichtigt werden, wird zut blejem 8med ble Lifte nochmas bis Montag, den 28. 1 24, im Verbandshaus, Linienfte 83 85, 1 Sr. Simmer 14, aufgelegt Spätere Meldungen tönnen auch biesmal nicht Berüchichtigung finden. Mitglieder anderer Organisationen melben fich bei ihrer suftändigen Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Ortsverwaltung Berlin. BORG CIGARETTEN QUALITATS- RAUCHER Weit unter heutigem Einkaufspreis! Große Auswahl auch für stärkste Figuren! 9 billige Serien!! 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Junttionire Achtung! DGs it unbedingt notwendig, in ben Betrieben eine fchärfere Kontrolle der Deiträge vorzunehmen. Gerade in ber gegenwärtigen Zeit tft es um so dringender, bag bie Beiträge reftios abgeliefert werden, wenn bie Organisation ihren Berpflich fungen nachfommen foll. Das Beitrags gelb ift für bie Baustassierer bereitzulegen Beiträge tönnen auch in folgenden Lokalen entrichtet werden: NW bet Bürger, Beregowftraße 21, jeben Freitag und Sonnabend von 3-8 Uhr, Spandau. Berbandsburean, Molttestr. 7, Oberschoneweide, Berbandsbureau, Laufeneritraße 5, fowie im Berbandsbureau, Binienftr. 83/85. Bimmer 2 und 3, geöffnet jeden Montag, Freitag und Sonnabend bis 7 Uhr. Wagen- und Karofferlearbeiter! Montag, 28. Januar. vorm. 11 he. im Verbandshause, Linienstraße 83.85 Vollversammlung Bau-, Geldschrank- und Möbelschlosser! Dienstag, 29. Jannar, abends 7 Uhr, Berbandshause( Sigungsjaal), Binienstraße 83 85: Funktionär Konferenz Achtung! Urbeitsloje Mitglieder Mittwoch, 30. Januar, vorm. 10 Uhr, im Berbandshause( großer Saal), Linienstraße 83/85: Versammlung jämtlicher Arbeitslosen des DMV. Tagesordnung: Wahrnehmung der Intereffen arbeitsloser Mitglieder durch bie Organisation Ref: Rollege Bista. Das unbedingte Cefcheinen aller arbeitslojen Mitglieber ist licht. Mittwod). 30. Januar. nachmittags 8 Uhr, im Gewertfchaftshause( Saal 5), Engelufer 24/25 Branchenversammlung der Metall- und Revolverdrehet, fowie -dreherinnen. Sagesordnung: 1. Bortrag: Birt fchaft und wir? 2 Disfuffion 3 Berbands- und Branchenangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Die Kommifflonsmitglieder treffen f eine Stunde vorher ebenda. Achtung! Graveure und 3lleleure Donnerstag, ben 31. Jonnar, nachmittags 4, hr, im, leganbriner", Alegandrinenstraße 37a: Branchenversammlung 161/20 Jeder Roll ge muß erscheinen. Die Ortsverwaltung. Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin Der XVIII. Nachtrag der Gagung betr. bänderung der S$ 2, 3, 9, 1, 11, 14, 17, 21, 22, 36, 38, 39, 41 und 69 ist vom Oberversicherungsamt Berlin am 11. Januar 1924 genehmigt worden Druditude ber Gagungsänderung wetben im Raffeniotal in ungefähr 8 Tagen ausgegeben 101/12 Berlin, den 24. Januar 1924 5 gen. BRR. 24. Der Borstand. Cheviot eine Wolle 240 130 cm reit G. M. 100 cm breit t 30cmbr. 1.-M. 5%-M Herrenstetter Wolle 78 Gabardine Woile s Kleider KosttimManfel Stoffel direkt an Private zu Eagrespreisen PaulNathan& Co. Seydelstr. 32, nur 1. Etage En gros! Geschäftsz 9-3 Export! ( am Spittelmarkt) Einsatz mit Languetten- Besats Boinkleid mit mit Bettfedern Weiße Metall- Fertige Betten Wette Möbel Daunendecken Fertige Bettinlette la Dammensatin 1.75 div. Farben mit Is 79.weißen Daunen, m.Satin- Rückseit. Oberbett. ret od. grau- rot ... 8.65 .7.25 .2.55 Unterbett Languetten- Besats 1.75 Reine Selde. 1.75 Reine Selde 135.- Kissen. 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