Nr.49 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 24 Bezugspreis: Wöchentlich 85 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Lugemburg mö chentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmark pro Woche. Kreuzband endungen nur gegen werts beständige Rahlung. Boftbezugspreis für Februar 4- Goldmart. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und geit" mit ,, GiedJung und Aleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Eozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareile. geile 0,70 Goldmart, Reclamezeile 8.50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 0,20 Goldmart( zuläffig awei fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. 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Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Fortsetzung| Bergehen mit Gefängnis bestraft worden.( Surufe und starte fratie. Thalheimer betont in einem Artikel der„ Roten der Kammerdebatte über die Finanzgefehe der Regierung hat am Bewegung. Cachin ruft: Alles das hat der Minister gedeckt. Dienstag eine interessante Wendung genommen. Abg. Deyris Minister Reibel: Jeder Mißbrauch ift geahndet worden. Die Mehr. Fahne" über die Gemeindewahlen in Sachsen, daß die Wahl= brachte die gewaltigen Unterschleife in den zerstör- zahl der Standale, die Abg. Inghels vorbringt, find in Wirklichkeit erfolge der Bölkischen ein sehr wichtiges Element der gar feine. Neue stürmische Zurufe, Beifall rechts.-Der Entwicklung darstellen. Er weist darauf hin, daß die Bölkiten Gebieten zur Sprache und erklärte, daß man dem Lande sozialistische Abg. Evrard ruft: Ich möchte doch einmal die Berschen jetzt auch unter der Arbeiterschaft Fuß gefaßt haben", unmöglich die Casten neuer Steuern auferlegen fönne, während man fonalatten von denen fennen lernen, die da drüben flatschen. und daß besondere Methoden für die Bearbeitung dieser vö! den kriegsgewinnlern in den besetzten Gebieten gestatte, den Bon diesen sind auch die meisten große Kriegsgefchädigte".-Bu- tischen Massen von der KPD. gefunden werden müssen, damit Staat um ungezählte milliarden zu betrügen. Die rufe rechts: Meine Personalaften stehen zu Ihrer Verfügung" und das Hauptziel, die Liquidierung der Sozialdemo Nachmittagssitzung vom Dienstag gab dem sozialistischen Abg. 3ng- Ich bin sicherlich nicht durch den Krieg reicher geworden. Ich habe frafie", besser erreicht wird. Dieser Arbeit unter den Völhels, der als Erfter den Riesenstandal in den zerstörten Gebieten meine beiden Söhne verloren".- Lebhafter Beifall.) aufgedeckt hat, Gelegenheit, fein erdrückendes Material vor der Abg. Inghels fchilbert den Eindruck, den diese verschiedenen fischen widmen die Kommunisten bedeutende Kräfte. Die Kammer zu entwideln und nachzuweisen, daß in der Tat das De. Standale in Lille auf die Kommission gemacht hätten. Leider Gelder, die ihnen die Bolschewitt zur Verfügung stellen, gefizit im Budget mehr als gededt werden könnte, wenn die Re- flüsse.( Burufe:" Welche?") Der des Herrn Loucheur!( Burufe, und die Bearbeitung der völkischen Bewegung. So erscheint fizit im Budget mehr als gededt werden könnte, wenn die Re- perbergen sich hinter diefen Standalen große politische Ein ftatten ihnen die Anstellung von Spezialisten für das Studium gierung die Rüdforderung der betrügerisch erhobenen Ent- stürmischer Lärm, Bewegung und Unterbrechung. Der Sozialistin Wien eine„ Chronit des Faschismus", die keinem anderen fchädigungen mit Energie betreiben würde. Baron ruft: Fahren Sie fort, Inghels, schlagen Sie ihm den Nagel 3wed als der bolichemistischen Propagande unter den völkiUeber den Berlauf der Kammerfigung wird uns noch berichtet: nur ordentlich in den Kopf! Stimmen rechts und im Zentrum: fchen Kreisen dienen soll. Die Taktif dieser völkischen SpezialAbg. Deyris vertrat einen Gegenentwurf, der eine Revision Wem denn?-Baron: Na Ihnen!- Der Rechtsrepublikaner propaganda der Kommunisten geht dahin, die Bölkischen a is Jämtlicher Wiederaufbauentschädigungen von mehr als 500 000 Fr. Billeneau protestiert: ber Minister sei nicht für die Mißbräuche propaganda der Kommunisten geht dahin, die Völlischen ais in den Mittelpunkt der Finanzrevision stellt. Alle widerrechtlich verantwortlich. Die Regierung würde feine Schonung fennen und nicht national genug zu entlarven. So schreibt erlangten Summen sollen sofort der Staatskasse verfallen, unbe- es sei unertlärlich daß ein sozialistischer Abgeordneter die Chronik" in ihrem Eingangsartikel über die Dittatur schadet der strafrechtlichen Verfolgung der über Gebühr Entschädem Finanzminister andauernd von der Tribüne aus seine Fehler v. Seects: bigten. Der Antrag verlangt die Abwidlung des Wiederauf vorwerfe und daß Inghels nun schon zum vierten Male dem Mibauministeriums bis Ende 1928, die möglichst baldige Entlassung nifter für die befreiten Gebiete eine Lehre gebe. Beifall und von 200 Beamten des Wiederaufbauministeriums und dessen fofor Bewegung.) tige Vereinigung mit dem Finanzministerium. Er fordert schließlich Abg. Inghels: Es ist nicht mein Fehler, wenn die Standale, farfe Besteuerung der Landwirtschaft. Obwohl er über über die ich feit 1920 andauernd gesprochen habe, noch nicht bestraft zeugt fei, sagte der Abgeordnete, daß Boincaré die Berordnungsvoll find.( Lebhafte Zurufe links.) Der Redner berichtet über weitere machten nicht mißbrauchen merde, fönne er als entschiedener Re- Fälle von betrügerischen Angaben über die Kriegsschulden.( Ca chin: publikaner zu einer so weitgehenden Beseitigung der par. Rann denn der Präsident der Unterkommission Fougère nicht einige lamentarischen Rontrolle nicht die Hand bieten. Angaben über feine Untersuchung machen? Fougère antwortet, fie fei schwierig und noch nicht abgeschlossen. Aber er könne bereits jegt sagen, daß der Die anschließende Debatte, an der sich Wiederaufbauminister Reibel, Loucheur und andere Abgeordnete aus den befreiten Gebieten beteiligten, hat in der Hauptsache die Mißbräuche bei der Berechnung der Wiederaufbauentschädigungen zum Gegenstand und läßt den Regierungsntwurf in den Hintergrund treten. In der Nachmittagssigung erinnerte Inghels daran, daß er feit drei Jahren unablässig diesen Standal auf der Kammertribüne zur Sprache gebracht habe. Dem Staat seien fünf Milliarden getohlen worden, und das habe die Währung Frankreichs ruiniert. Er habe oft genug dem Ministerium für die zerstörten Gebiete alle diese Mißbräuche mitgeteilt, aber dieses Ministerium scheint ein Kirchhof für alle Mißbräuche und die Kommiffion für die zerstörten Gebiete ein Massengrab für Standale zu fein, ruft er aus.( Bewegung.) Er hätte der Kommission die Aften von 14 verschiedenen Fällen unterbreitet, ohne beachtet zu werden; jetzt fei jedoch in einem Fall, nämlich Touron, ein scharfes Urteil gefällt worden.( Cachin[ Komm.): Und diefen Herrn hat der Minister hier noch öffentlich verteidigt!) Der Redner führte alsbann noch ähnliche Fälle an, bei denen man ihm feinen Glauber geschenkt, jezt aber scharfe Urteile gefällt habe. In gewissen Fällen babe das Ministerium sogar dem Berichterstatter der Kommission falsche Rahlen unterbreitet. Parlamentarier hätten zugunsten von Geschädigten, die ihre Schäden betrügerisch angaben, interveniert.( Stimmen auf der Rechten: Wer denn zum Beispiel?) Abg. Inghels nennt den Namen eines Abgeordneten und sagt gegenüber Zurufen: Ich vollziehe hier ein Werk der Gerechtigkeit.( Beifall.) Der Redner fährt fort: Das einzige Mitglied des Ausschusses, das feinerzeit anwefend war, als man in den oben erwähnten Fällen die Höhe der Abstandssummen feststellte, ist heute wegen anderer Konzessionen Poincarés angekündigt. In der Pfalzfrage und im Kölnkonflikt. Paris, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Nachrichten aus Brüssel, wo man in den Fragen der äußeren Politit in der Regel weniger zugeknöpft ist als in Paris, bestätigen vollinhaltlich unsere am Montag gegebene Darstellung über Gegenstand und Ber lauf der Aussprache Poincaré- Jafpar. Die Brüsseler Blätter heben mit großer Genugtuung hervor, daß beide Staatsmänner ein Einvernehmen darüber erzielt haben, alles zu vermeiden, was zu neuen Reibungen oder gar zu einem Bruch mit England führen fönne. Darauf ist es in erster Linie zurückzuführen, daß Poincaré im Falle der Separatisten und in der Frage des Eisen bahnvertehrs in der englischen Besatzungszone Konzeffionen zugesagt hat, die eine rasche Beilegung dieser Konflikte erwarten laffen. In der Reparationsfrage ist für die nächsten Wochen kaum irgendwelche Entscheidung zu erwarten. In London scheint man jedenfalls nichts unternehmen zu wollen, bevor die Sachverständigen ihre Beratungen zu Ende geführt und der Reparations tommiffion ihr abschließendes Gutachten erstattet haben. In Baris und Brüssel hat man naturgemäß alles Interesse daran, eine Debatte, die zu entscheidenden Wendungen führen fann, nach Möglichkeit hinauszuschieben. Hier glaubt man, daß der Aufenthalt der beiden Sachverständigenkomitees in Berlin sich höchstens auf etwa 14 Tage erstrecken wird. General Dawes, der Vorsitzende des ersten Komitees, hat vor seiner Abreise erklärt, daß das Komitee spätestens bis Ende Februar seine Ermittlungen abschließe und in den ersten Tagen des März der Re3u wessen Nutzen herrscht nun Herr General v. Seeckt? Herr Stinnes und Herr Minoug fönnen es bezeugen. Herr Stinnes hat unter Herrn Seedt bisher alles erreichen können. Er hat den Achtstundentag abgeschafft, er hat die Offensive des Lohnabbaues durchgeführt, er hat, das ist für ihn das wichtigste, die„ Berständigung" mit Frankreich angebahni". Die Berständigung mit Frankreich, d. h. die Bersch a cherung auch des legten Reftes der Güter des deutschen Staates, die Verschacherung der Eisenbahn, der Post, der Flußwege usw. Die Verhandlungen der Vertreter der deutschen Schwerindustrie mit Repräs fentanten der französischen Finanz nähern sich in Paris dem Abschluß. Das ist die auswärtige Politik des Herrn D. Seedt." Minister für die befreiten Gebiete fich ständig geweigert habe, mit der Untersuchungskommiffion Hand in Hand zu arbeiten. Ein Wechsel der Methode läge nur im Interesse des Ministers. Burufe: Es ist außerdem seine Pflicht!- Sehr richtig!) Abg. Rinquier macht dem Regierungsentwurf, betreffend Gleichen Zwecken dient ein zwölf Seiten langer, mit Ma die Revision der Entschädigungsaften, zum Vorwurf, daß er in der schinenschrift vervielfältigter Agitationsbrief an Offiungeheuren Zahl fämtlicher Kleiner und großer Aften, die der Regiere, vor allen Dingen solche, die noch heute in der vision unterworfen werden follen, die großen zum Verschwinden Reichswehr als Offiziere dienen", die man der bolfches bringen werde, bei denen die Schädigung der Staatskaffe wirklich mistisch- kommunistischen Agitation zugänglich machen mill. erheblich sei und deren finanzieller Betrag für die Allgemeinheit von Dieser Brief stammt offenbar aus der Feder eines deutschen Bedeutung wäre. Offiziers und ist in ausgezeichneter Weise der Gedankenwelt deutscher nationalistischer, vollkommen unpolitischer Offiziere angepaßt. Er ist genau auf den Gedankengang eingestellt, den Revanchetrieg gegen Frankreich zu predigen und vorzubereiten und im Namen des Revanchefrieges die Offiziere für den Kommunismus zu gewinnen. Daß auch die Bolschewiki ihren deutschen Freunden angeraten haben, am Tage nach der Ergreifung der Macht" Erfüllungspolitik zu betreiben, das wird vorsichtig umgangen. Ebenso umgangen wird auch die immerhin nicht uninteressante Tatsache, daß beim Beginn des Ruhreinmarsches die„ Rote Fahne" sich gegen den Widerstand gewandt hat, daß als historische Aufgabe" des deutschen Proletariats proklamiert wurde: man müsse die deutsche Bourgeoisie mit proletarischen Bataillonen zur Erfüllung der Ansprüche Poincarés zwingen, weil Stinnes die Erfüllung bisher fabotiert habe. Jetzt heißt es in der für Offiziere bestimmten Agitation: Der fozialistische Abg. Escoffier unterstützt den Antrag Inghels'. Schließlich ergreift der Minister für die befreiten Gebiete Rebel das Wort, um die Tätigkeit des Ministeriums zu vertei digen. Als er das Ministerium übernommen habe, seien bereits 40 Milliarden für Schäden ausgezahlt gewesen. Man habe die Gesamtschäden auf 146 Milliarden geschätzt, aber angenommen, daß man nicht mehr als etwa 100 milliarden auszuzahlen habe. Die endgültige Schäzung habe jedoch eine geringere Summe, nämlich 82 Milliarden, ergeben. Das sei unter seinem Ministerium geschehen. Er habe also das Interesse des Staates gewahrt. Der Minister fündigt an, daß alle die, die den Staat geschädigt hätten, strafrechtlich verfolgt würden, und führte eine Anzahl Fälle an, um zu beweisen, daß bereits Nachprüfungen über die ausgezahlten Schäden stattgefunden hätten. Er geht schließlich im einzelnen auf einige von Inghels vorgebrachten Fälle ein. Nach der Rede des Ministers wird die Weiterberatung auf morgen, Mittwoch, nachmittag vertagt. parationstommiffion feinen Bericht erstatten zu fönnen hoffe. In belgischen Kreisen will man wiffen, daß die Sachverständigen sich in den Resultaten ihrer bisherigen Arbeiten mehr und mehr den in den belgischen Reparationsplänen vom Sommer v. J. enthaltenen Borschlägen näherten. Sie zielen bekanntlich darauf hin, das lokale Ruhr- Pfand durch eine Reihe auf den Gesamtertrag der deutschen Wirtschaft basierter Garantien zu ersetzen, wobei aller dings sehr start die Tendenz vorherrscht, einen Teil der deutschen Wirtschaft durch Schaffung von Vertragsmonopolen, Ber pfändung der Eisenbahnen und anderer staatlicher Be triebe der Ausbeutung durch das internationale Kapital zu überliefern. Uebrigens schäßen die von dem ersten Sachverständigen ausschuß zu Rate gezogenen Eisenbahnfachverständigen den Wert der deutschen Eisenbahnen auf 28-30 Milliarden Goldmark. Die Beendigung des englischen Bahnstreiks. Condon, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Es wird hier allgemein angenommen, daß morgen der Eisenbahndienst wieder normal fein wird, nachdem die Streifenden den Beschluß auf Beendigung des Kampfes Folge geleistet haben. Premierminister Ramsay Macdonald hat dem von den Gewerkschaften eingeschten Vermittlungskomitee telegraphisch Dank und Glückwünsche zu seinem Erfolg ausgesprochen. Podarbeiterstreik? London, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Dod. arbeiterstreit scheint Tatsache zu werden. Die Dodarbeiter haben am Dienstag beschlossen, am 16. Februar in den Ausstand zu haben am Dienstag befchloffen, am 16. Februar in den Ausstand zu treten, falls bis dahin ein befriedigendes Abkommen mit den Ar. beitgebern nicht erzielt ist. Im vorigen Sommer streitten Dod. arbeiter gegen den Willen ihrer Gewerkschaft. Im Mittelpunkt unferes Dentens, als einziges Ziel für jeden deutschen Offizier, steht die Befreiung Deutschlands vom auswärtigen Feinde." Die Kommunisten lehnen sogar in ihrem Eifer, den Offizieren nach dem Munde zu reden, die Verantwortung für die Begleiterscheinung der Revolution ab. In geschickter Bertauschung der gegenseitigen Rollen schreiben ausgerechnet die Kommunisten über die Sozialdemokratie: ,, Sie waren die Verräter am Vaterlande, sie zerschlugen die deutsche Armee, fie lieferten die deutsche Wirtschaft aus, fie trieben Deutschland in den Zusammenbruch. Mit berechtigtem Haß blickt jeder ehrliche deutsche Nationalist, blicken wir alle auf die Novemberhelden, die im Augenblicke des Einzugs in die Wilhelmstraße ihre jahrzehntelangen Bersprechungen vergaßen und den blutigen Bruder tampf zwischen Deutschen und Deutschen entfesselten." Oswald Spengler muß als Kronzeuge herhalten, um den Vorwurf gegen die Sozialdemokratie zu erheben, daß sie nicht - für Verlängerung des Krieges eingetreten ist, daß sie nicht anstatt mit franzöfifchen Generälen und englischen Diplomaten über die Verftlavung Deutschlands zu schachern, den nationalen Boltsfrieg gegen den Landesfeind organisierte". Den feigen, bremsenden, pazifistischen Sozialdemokraten" wird als leuchtendes Gegenstück der vor. märtsbrängende, begeisterungsfähige fol. datische" Teil der Arbeiterschaft gegenübergestellt. Während unter Arbeitern die Kommunisten fich furchtbar über deutschvölkische Sabotageafte erregen und den Sozialdemokraten vorwerfen, daß sie nichts dagegen tun, schreiben sie, wenn sie sich an Offiziere wenden: Wir verraten fein Geheimnis, wenn wir aussprechen, daß die fommunistische Stoßtruppe, tie in der Pfalz, in der Eifel und am Düsseldorfer Totensonntag mit Revolvern und Handgranaten die Separatisten auseinandergetrieben haben, unter der Führung nationalgesinnter preußischer Offiziere ftanden." Radets Schlageter- Rede wird erneut rühmend gepriesen und der deutsche Befreiungskampf als Voltserhebung" unter tommunistischer Führung in Aussicht gestellt: „ Das militärische Vorbild dieses deutschen Befreiungstrieges wird mehr oder minder der Kampfesweise entsprechen, mit ter Bettow Borbed(!) in glänzender Weise seine fieine Schar in Ostafrika führte, mit der die Türken die mit zehnfach überlegenem Material ausgestatteten griechischen Truppen besiegten, mit der schließlich die russische Rote Armee ihre Feinde aus dem Lande jagte: Das Material müssen wir uns vom Feinde holen, die Maschinen müffen wir durch die gefteigerte revolutionäre Zoral unferer Kämpfer brechen(!!), die technische Uebermacht durch die Masse und Manövrierfähigkeit unseres Heeres schlagen." ,, Gegen die fozialdemokratischen Bolfsverräter" wollen die Kommunisten revolutionäre Arbeiter und nationalistische Offiziere" fammeln. Damit das Bündnis schmackhafter wird, wird nach Oswald Spengler Preußentum als Sozia lismus" gepriesen und allen Ernstes versichert: " „ Das Rätesystem ist preußischer Gedanke, der auf den Grundsägen der Auslese, der Mitverantwortung, der Kollegialität beruht." Der Offizier gehört darum an die Spiße der nationalen und sozialen Befreiung", das„ gemeinsame nationale Ziel" foll burch die Zusammenarbeit zwischen Offizieren und Arbeitern unter fommunistischer Führung erreicht werden. Wenn ein solches Schreiben vereinzelt vorläge, würde man es möglicherweise für eine Myftifitation halten. Nach allem, was man an tommunistisch- völkischer Verbrüderung aber sonst schon erlebt hat, paßt dieses kommunistische Werbeschreiben ganz in die Linie, die von Radet und Ruth Fischer in trauter Harmonie vorgezeichnet ist. Es beweist jedem, der fehen will, daß diefelben Kommunisten, die in den Betrieben und in Bersammlungen mit der sozialdemokratischen Arbeiter„ Einheitsfront" zu spielen suchen, gleichzeitig mit faschistischen Offizieren den bewaffneten Kampf gegen biefe selbe sozialDemokratische Arbeiterschaft vorzubereiten fucht. Drohende Krise in Preußen. Um die Grundsteuer. Der Kampf um die Grundsteuer in Preußen hat fich zu einem Grade gesteigert, der den Bestand der Regierung ernstlich bedroht. Der Finanzminister v. Richter, der bekanntlich der Volkspartei angehört, hat sich genötigt gefeben, eine ziemlich fräftige Grundsteuer zu beantragen, weil es überhaupt kein anders Mittel gibt, das Defizit im Staatshaushalt auch nur zum Teil zu decken. Er folgte damit nur dem Beispiel anderer deutscher Einzelstaaten, die auf diesem Wege vorangegangen sind. Diese Grundsteuer belastet ebenso Den ländlichen wie den städtischen Grundbesiz, den landwirt schaftlichen Produzenten ebenso wie den städtischen Mieter. Gegen diefe Grundsteuer wird von dem Landbund und den Deutschnationalen Sturm gelaufen. Dagegen sind die Sozialdemokraten und zum größten Teil auch die Volksparteiler und Demokraten widerstandsfähig geblieben. start agrarisch durchsetzte Zentrum, das obendrein das Einbringen des deutschnational- völkischen Landbundes in feine hriftlichen Bauernvereine fürchtet, versucht die Regierung auf den Weg von Zugeständnissen zu drängen, der ihr als ungangbar erscheint. Der Finanzminister v. Richter hat die vom Sentrum gewünschte Herabsehung der Steuer auf die Hälfte abgelehnt, und gestern ist das Kabinett einstim mig feinem Standpunkt beigetreten. Damit ist die Kabinettsfrage gestellt. Bricht die Koalition an der abweichenden Haltung des Zentrums zusammen, so ist der Rücktritt der Regierung die Folge. Der Biograph. Von Otto Ernst Hesse. Das Leben anderer nachzuleben und nachzuformen, tann Schwäche sein, Flucht vor der Wermlichkeit des eigenen Lebens und von der Enge des eigenen Ichs in die Weite und Fülle einer großen Persönlichkeit. Es gibt Biographen, die sich so über sich selbst hin. megtäuschen und sozusagen vom Atem anderer cristieren. Es gibt aber auch Biographen, die die geistige Kraft haben, sich gegen das Borbild, dessen Leben sie erzählen, zu behaupten, die aus Stärke und eigener Fülle in die Leben anderer einsteigen, die mit dieser Bereidherung feinen Raub treiben, sondern neue Fruchtbarkeiten schaffen. Ein solcher Biograph, der einzige ganz große Biograph, der heute schreibt, ist der Däne, Europäer und Kosmopolit Georg Brandes. Wir lafen in den lezten drei Jahren seine Goethe Biographie und seine Voltaire- Biographier zwei Werke, die hinfichtlich des verarbeiteten Wissens und der gestalteten Anschauung ihresgleichen suchen. Nun hat im Berlage Erich Reiß in Berlin, der alle Brandesschen Bücher in vorzüglicher Verdeutschung ver waltet, Brandes uns eine Lebensbeschreibung Michelangelos geschenkt. Vor einigen Wochen ist das über vierhundert große Seiten umfassende Buch, mit reichstem Bildschmuck versehen, erschienen. Brandes ist zunächst Historiker. Ein Hiftoriter, ber jenen Mythos nicht liebt, der sich aus historischen Unrichtigkeiten ergibt. Er idealisiert nicht; dazu ist er zu ehrlich. Er stellt sich nicht, wie die meisten Menschen, das Leben früherer Jahrhunderte so vor, wie es uns heute, nach dem Wegfallen aller Nebensächlichkeiten, die in der Zeit selbst oft hauptsächlichkeiten waren, vor Augen steht. Er mill, soweit dies überhaupt möglich ist, zur historischen Wahrheit auch die historische Richtigkeit. So scheut er auch hier nicht zurück. Kleinigkeiten, die manchem vielleicht als Reinlichkeiten erscheinen, auszuwerten. So schreibt er auch diesmal nicht eigentlich tie Lebensgeschichte ei.tes Menschen, sondern, wie schon im„ Boltaire", die Lebensgeschichte eines ganzen Jahrhunderts, einer Epoche: jener Zeit der Blüte und des Ausgangs der Renaissance bis zum tragischen Beginn der Gegenreformation und Inquisition. Die Medici, die Päpste von Allerander VI. bis zu Baul IV., Leonardo, Raffael: fie alle find sozusagen in fleinen Biographien in dieser großen Biographie eingeschlossen. Brandes müßte nicht das Temperament und der Geist sein, die wir an ihm schägen, wenn er über die historische Richtigkeit hinaus sich nicht felbft in dieser Biographie offenbarbe. Und hier möchte ich auf etwas Seltenes aufmerksam machen. Brandes hat diefen„ Michelangelo" zu spät geschrieben. Zu spät im Berlauf seiner eigenen Entwicklung. So schön und reich dieses Buch geworden ist: es steht gegen ihn selbst. Brandes bleibt, trog aller Bewunderung. Michelangelo fremd. Der überlegene, greife und weise gewordene Das Zentrum tritt heute vormittag vor dem Plenum zu einer Fraktionsfigung zusammen, um sich über seine Stellung nahme endgültig schlüssig zu werden. Wenn wir richtig unterrichtet sind, hat inzwischen auch der Reichstanzler Dr. Marg seinen Einfluß dafür eingesetzt, daß eine Krise vermieden wird. Auf der anderen Seite verstärken Landbund und Deutschnationale ihren Druck, um die Gelegenheit beim Schopf zu packen und die verhaßte Koalition zu [ prengen. Wie es heißt, planen sie sogar, heute einen Delegationssturm nach tommunistischem Muster zu diefem 3wed ins Werk zu setzen. Um etwas anderes als um ein tattisches Manöver handelt es sich nicht. Denn wie die Dinge nun einmal liegen, müßte auch eine deutschnationale Regierung die Grundsteuer verlangen und müßte aus ihr die gleichen Erträge ziehen, wenn sie nicht den Staat in den Banterott hineinjagen Bürgerblodregierung die Steuer zu bewilligen, die man Offenbar besteht also die Absicht, der erhofften dieser" Regierung nicht bewilligen will. wollte. Bom Standpunkt des Landbundes und der Deutschnationalen ist das logisch. Aber das Zentrum würde seine Stellung als Mittelpartei verlieren, wenn es auf diesen Leim fröche. Schließlich hat es nicht nur von rechts, sondern auch von links etwas zu fürchten. Deputationsstürme fönnten von dieser Geite ebensogut besorgt werden wie von jener, und wenn man auf die christlichen Bauern, auf daß man sie nicht verliere, so ängstliche Rüd" cht nimmt, so könnten die christlichen Ar beiter auf den Gedanken tommen, daß man auf sie nur deshalb nicht die gleiche Rücksicht nehme, weil sie bisher zu artige Parteifinder gewesen sind. Das Zentrum fann es also faum auf eine Preußentrise antommen lassen, ohne seine eigene Rrife zu entfesseln. Darüber hinaus wären die Folgen einer Breußenfrife für das ganze Reich unabsehbar. Da gestern abend im Interfraktionellen Ausschuß eine Einigung nicht erzielt werden konnte, beschloß der Hauptausschuß in einer darauffolgenden Sizung, fich auf heute 1 Uhr zu vertagen. Die Plenarsizung wird dann voraussichtlich erst um 3 Uhr beginnen. Abbau der Sozialpolitik? Sicherem Vernehmen nach intereffiert sich die Beamtenabbaufommission, in deren Reihen sich die drei republiffeindlichen Nachegötter Lewald, Busch und v. Welser betätigen, augenblicklich mit verdächtigem Eifer für den Plan der Schwerindustrie, die Sozialpolitik im Reiche abzubauen. Bekanntlich hat die Industrie feit langem dafür eine ifrupellose Propaganda in der Unternehmerpresse entfaltet. Wir wissen auch, daß fie sich mit den bisher bekannten Abbauabsichten feinesfalls beanügen will und noch weitere Wünsche in Referve hat, die sie bei gelegener Zeit durchzufegen gedenkt. Von dem sozialpolitischen Gebäude foll nach ihrer Ansicht ein Stein nach dem anderem abgetragen werden. Ein derartiger Abbau liegt aber weder im Interesse des Reiches noch der Arbeiter- und Beamtenschaft. Deshalb erscheint es an der Zeit, das würdige Dreimännerfollegium bald verschwinden zu lassen, zumal es bisher nicht begriffen zu haben scheint, daß es dem Staate und nicht der Schwerindustrie zu dienen hat. Luther und die Besatzungskosten. Das Wolffiche Bureau veröffentlicht eine merkwürdige Feststellung des Reichsfinanzministers, die den folgenden Inhalt hat: Ein Berliner Blatt glaubt feststellen zu stellen, daß der Reichsfinanzminister feinen Etandpunkt hinsichtlich der Frage der Be fagungsfoften bolfommen geändert habe und sich nunmehr energisch für die weiterzahlung der Besagungstoften einfege. Demgegenüber muß mit allem Nachdrud betont werden, daß der Reichsfinanzminister in Uebereinstimmung mit dem ganzen Reichsfabinett zwar gewißt ist, im Interesie der befesten Gebiete alles zu tun, um die Bevölkerung diefer Gebiete nicht neuen Ge| fahren und Reiben auszufeßen, daß er aber eine mögli feit siebt, wie demnächst die Mittel zur Bestreitung der Bes iagun 18toften noch aufgebracht werden können. Demgegenüber muß hervorgehoben werden, daß, soweit zu sehen, einstweilen das Zahlen der Besagungskosten das einzige Mittel ist, um die Bevölkerung des besetzten Gebietes vor räuberischen Erpressungen zu schüßen. Alle blödsinnig. Folgen der Seeckt- Attentats. In der nicht mehr ganz so geheimnisvollen Attentatsgeschichte gegen General v. Seedt nimmt wieder einmal die Claß- Partei das Wort. Nachdem für den Attentäter Nr. 1 Thormann der Geistestranfheitsparagraph in Anspruch genommen worden ist, muß nunmehr das Organ des Justizrats Claß, die Deutsche Zeitung", auch den Attentäter Nr. 2 Dr. Grandel für blödsinnig erklären. Sie entledigt sich ihrer Aufgabe in ihrer eleganten Art, indem sie feststellt: a) Dr. Grandel hatte seit seiner Verhaftung am Donnerstag, den 17. Januar, bis zur Bernehmung am Montag, den 21. Ja nuar, meder gegeffen, getrunken noch geschlafen, so daß er förperlich, seelisch und geistig so zusammengebrochen sei, daß es wie ein Schleier über ihm liege. b) Gerichtsarzt, Geheimrat Dr. Stormer habe bei Dr. Grandet ein sehr schweres herzleiden festgestellt, das sehr wohl pigchische Nachteile auslöjen tönne. c) Ein seit fünf Jahren im Dienste der Firma Grandel stehen der Prokurist babe befanntgegeben, daß fein Prinzipal nach aufregenden Vorfällen das Gedächtnis völlig zu verlieren und im Zustande der Besinnungslosigkeit zu handeln pflege. Er sei der Anficht, daß. Dr. Grandel einen fchymeren pipfifchen Defett habe. Auf der anderen Geite fonstatiert die Deutsche Zeitung": a) Justizrat Claß hat mit diesem Grandel eine politische Rorrespondenz über die politischen und anderen Qualitäten des Generals v. Seedt geführt. b) Justizrat Claß steht mit dem Grandel seit dem April vorigen Jahres in Beziehung und besprach mit ihm den Ruhr. abwehrkampf. c) Der Irrfinnige Grandel wurde im Herbst vorigen Jahres zu einer Währungstonferenz hinzugezogen. d) Justizrat Claß hat dem seit Jahren irrsinnigen Dr. Grandel erhebliche Beträge zur Abwehr feparatistischer" Bestre bungen ausgehändigt. e) Ergänzend hinzufügen tönnen wir, daß der von seinem Broturisten für irrsinnig erklärte Fabrikbefizer Grandel öfters in geschäftlichen Angelegenheiten bei der Außenhandels. stelle vorsprach, und daß er sich beim Grafen Reventlom um eine Aussöhnung zwischen der Deutschvölkischen Freiheitspartei und dem Alldeutschen Verbande bemühte. Soweit die Feststellungen. Wann wird Justizrat Claß sich selbst für geiftig defett erklären lassen?. Der Ludendorff- Prozeß. " München, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Mitteilung des Oberstaatsanwalts Mull, daß von dem Hauptverfahren gegen Hitler und Genossen insgesamt vier Nebenverfahren abgezweigt werden( die Zerstörung der Münchener Post", die Geld diebstähle, die Geifelverhaftungen und die Meuterei in der In fanterieschule), die später verhandelt werden, hat in weitesten Kreisen erhebliches Aufsehen erregt; denn es ist klar, daß diese Dinge unbedingt in bas Besamtprozeßbild der Hauptverhandlung gehören. Schon deshalb müßte das der Fall sein, als sie größtenteils strafbare Handlungen darstellen, die ehrenrührig sind und für die milbernde Umstände taum in Betracht kommen fönnen. Ge rade diese Heldentaten aber wurden von Hitlers Elitetruppe, seinem persönlichen Stoßtrupp, ausgeführt und gehen unmittelbar auf das Ronto Hitlers. Diese ganze Frage ist für das Strafmaß von grundfählicher Bedeutung, denn von ihrer Beantwortung hängt es offenbar ab, ob Hitler in die Festung oder ins Bucht. haus geschickt wird. amerikanischen Gruben binnen furzem vom Weltmarkt verbrångt haben. Während diese amerikanischen Fabrifen auf einige Jahre ftillgelegt wurden, ist gegenwärtig die belgische Radiumfabrik in Dolen bei Antwerpen, zu deren Errichtung nur 1½ Jahr gebraucht trägt gegenwärtig 3 Gramm im Monat und fann auf 6 Gramm gesteigert werden. Damit ist eine Jahreserzeugung von 36 bis 72 Gramm möglich. Die belgische Gesellschaft hat den Beltmarktpreis, ber noch vor einem halben Jahr 25 Pfund Sterling für das Millia gramm betrug. auf 14 Pfund Sterling für das Milligramm herab. gelegt. Diese reichliche und billige Versorgung mit Radium wird den Bereich seiner Verwendung bedeutend erweitern. Biograph von Kopenhagen tommt der gewaltsamen, dunklen, , terribien", oder wie wir heute sagen würden: dämonischen Natur Buonarstis, die schließlich in einen, gewiß nicht nur Brandes un sympathischen firchlichen Dogmatismus endete, nicht mit der eigenen Natur, sondern nur mit der psychologischen Methode bei. Die Entwurde, die größte und modernste der Welt. Ihre Produktion be wichungslinie Michelangelos: vom Heiden zum bigotten Christen, von der Naturbejahung zur Naturverneinung, geht Brandes gegen alle Lebenserfahrung und allen Lebenswillen. Auf Bittoria Colonna, bie die Wandlung in Michelangelo beschleunigen half oder vielleicht sogar überhaupt bewirkte, hat er, mit Respekt zu sagen, eine Saumut. Er läßt von dem Zauber, den die Legende um ihren Namen gemoben hat, nichts übrig. Eine alte, häßlich gewordene Närrin, die aus Angst vor dem Beichtstuhl sogar ihre Freunde dem Scheiterhaufen ausliefert:. fo entläßt er sie aus dem Leben des Malers, sich gegen Gobineau, der sie mit den widerlichen Umschreibungen der guten Poeten" it calisierte, aufs heftigste empörend. Die Weltuntergangs- Zeitung. Eine eigenartige Zeitung, von der nur 24 Exemplare vorhanden sind, wurde fürzlich der Bibliothek des Londoner Presseklubs einverleibt. Ein Missionar in Schanghai hatte vorausgefagt, daß am 25. September des vergangenen Jahres um 12 Uhr mittags die Welt untergehen werde. Daraufhin brachte ein Schanghaier Blatt eine besondere Weltuntergangs- Ausgabe her aus, die den fühnen Titel„ Der fünfte Reiter" führt, auf die vier apokalyptischen Reiter anspielend, und sich als die lehte Zeitung der Belt" bezeichnet Die Ausgabe enthä't nur Nachrichten, Bilder und Karten, die sich mit dem Ende der Welt beschäftigen und verkündet in einer redaftionellen Mitteilung, daß die nädyste Nummer im Himmel auf Asbest gedruckt werden wird. Der Wetterbericht fagt ftarte Erwärmung" voraus, und eine bekannte Firma, die tonden. fierte Milch vertreibt, zeigt an, daß sie demnächst Läden an der Milchstraße errichten werde. Nachdem 24 Stück von dieser Sonder ausgabe gedruckt waren, hielten bie Maschinen plöklich an. Es bleibt dahingestellt, ob die chinesischen Druder aus Furcht, daß der Welt. untergang beginne, aufhörten oder ein anderer Grund vorlag. Jeden falls hat" Der fünfte Reiter" dadurch einen großen Seltenheitswert erhalten und das Exemplar des Londoner Presseklubs dürfte das einzige fein, das bisher nach Europa gekommen ist. Die Biographie, die dem Brandes von heute adäquat gewesen wäre, müßte Leonardo da Vinci heißen. Ueberall, wo sein Name in diesem Buche auftaucht, spürt man die freudige Bejahung des Biographen. Aber ist dieser Michelangelo" ein schlechtes Buch? Eine mißlungene Lebensbeschreibung?.. Im Gegenteil. Nur muß man die heftigen Spannungen, die infolge dieses inneren Widerspruchs des Biographen gegen seinen Helben und gegen seine Altersentwidung entstanden sind, auch schon in den früheren Ra piteln des Werts beachten. Spannungen, ganz gleich welcher Art, find immer fruchtbar. Diese hier, die zwischen einem univerfalen Ropf und einem überhaupt laum völlig ausdeutbaren Genie wie Michelangelo schweben, machen das Buch, dessen biographisch fritischer Wert unbestritten ist, zu einem heimlichen Drama. Wie fich die Ronfliftspunkte immer wieder im Psychologischen biten und von da aus auf das Künstlerische verschieben und dort in der Begeisterung des Kunstferners Brandes auflösen: das ist ein Lefeber Stunilausstellung zu Charlottenborg am Dienstag in Gegenwart des genuß für sich. Bergleicht man den„ Goethe", den„ Voltaire" und nun diesen " Michelangelo", so ergibt sich eine Mannigfaltigkeit und ein Reich tum der Nachschaffungsweisen, bie man bewundern muß. Man wartet begierig, nach dieser Trilogie das vierte Werf, eine bereits angekündigte Julius- Cäsar- Biographie, aufzunehmen. Die heutige Radlumerzeugung der Welt. Noch bis vor zwei Jahren waren die Radiumvorkommen in Colorado und Utah die. jenigen, die den größten Teil des Radiums für die Welt lieferten. Man erhielt dort etwa 5 Milligramm Radium auf eine Tonne Erz, und die Gesamterzeugung betrug etwa 160 Gramm Radiumbromid. Die Uranerze, die kurz vor dem Kriege im belgischen Rongostaat entdeckt wurden, fonnten während des Weltkrieges nicht recht ausgebeutet werden und sind erst jegt tatkräftig in Angriff genommen worden. Diese belgischen Erzlager find an radioaktiven Bestand. teilen, von benen etwa 150 milligramm auf 1 Tonne tommen, fo reich und lassen sich verhältnismäßig so leicht ausbeuten, daß fie die Die dänische Goethe- Ausstellung in Kopenhagen wurde in den Sälen deutschen Befandten und von Vertretern des Ministeriums des Aus värtigen, der städtischen Behörden, der Bibliotheken usw. eröffnet. Alabendlich finden darin Vorträge, Rezitationen oder Musikvorführungen mit Goetheschem Tert statt. Wiener Theaterdirefforen drohen mit Schließung der Bühnen. Die Direttoren verschiedener Operettentheater beschlossen, die gegenwärtine Spiel zeit möglichst früb zu beenden und ihre Bühnen unter feinen Umständen wieder zu eröffnen, bevor die städtische Luftbarkeitssteuer( fast 30 Pioz. der Bru toeinnahmen) reduziert ist. Die neue Mount Evere"-Expedifion. Briaadegeneral Bruce fritt ant Donnerstag seine Reise nach Andien an, wo er die Führung der dies. jährigen Mount Everest- Expedition zu Beginn des Frühlings übernimmt. Die Expedition ftellt den dritten Bersu dar, den höchsten Gipjel der Erde zu bezingen. Sellene ruffische Bücher. Die unter der Barenregierunn von der Benfur belchlagnahmten Bücher werden fest im Institut für Bücherfunde einer Dund ficht unterzogen. Es befinden sich darunter einige nur noch in einem einzigen Exemplar borbandene Seltenheiten. Unter diefen ist auch das Sammelwert Materialien zur Kenntnis der mirtitaftlichen Entwidlung Rußlands", in welchem u. a. einer der frühestens Artikel von Lenin enthalten ist. 1 Unser Parteitag. Am 30. März in Berlin. Tas Programm.- Parteiausschuß gegen Ausnahmezustand. Der Parteiausschuß befaßte sich am Dienstag mit organisatorischen Fragen und den Vorbereitungen zum Parteitag. Einstimmig wurde beschlossen, an dem vom Parteivorstand in Vorschlag gebrachten Termin für den Beginn des Parteitages, den 30. März, festzuhalten und Berlin, Landtagsgebäude, als Tagungsort festzujeßen. Der am 30. März abends stattfindenden Eröffnung des Parteitags, die durch den Genossen Crispien erfolgt, geht vormittags eine Frauentonferenz voraus. Den Bericht des Barteivorstandes erstattet Genoffe el s. Ais Berichterstatter für die Fraktion schlug der Parteiausschuß den Genossen er mann Müller vor. Außerdem wird der Parteitag ein Referat über„ Sozialdemokratie und Wahlen" entgegennehmen, das voraussichtlich vom Genossen Hilferding gehalten wird. Ueber„ Sozialdemokratie und Landwirtschaft" dürfte wahrscheinlich der Genosse Lipschuh sprechen. Einstimmig fand auf Grund der in Deutschland bestehenben Rechtsverhältnisse außerdem folgende Entschließung Annahme: „ Der Parteiausschuß der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei stellt fest, daß zur Aufrechterhaltung des militärisen Ausnahmezustandes fein Grund besteht und daß die zahllefin Uebergriffe der militärischen Befehlshaber geeignet sind, das öffentliche Leben zu beeinträchtigen und die Verteidigung der Rechte der Arbeiter, Angestellten und Beamten gegen die politische und foziale Reaktion zu lähmen. Die Aufrechterhaltung des Ausnahmezustandes bedeutet unter folchen Umständen einen Berstoß gegen Sinn und Wortlaut der Berfassung. Der Parteiausschuß gibt daher der Erwartung Ausdruck, daß der militärische Ausnahmezustand nun endlich ohne Berzug beseitigt wird." Inzwischen hat auch der preußische Landtag( ausführlichen Bericht siehe Beilage!) einen Antrag auf Aufhebung des Ausnahmezustandes angenommen. Wie lange noch? Ein lehrreiches Beispiel. Deutsche, Juden und Sozialdemokratie. Epilog zu einer Bersammlung. liche Aufstellungen vorzulegen. Was den Berfona stand der Zentrale felbst betrifft, so wurde festgestellt, daß das Berkehrs. ministerium jetzt 421 Beamte zähit, während beispielsweise das Poft ministerium 498 Bramte aufweift. Es war vorauszusehen, daß die vorgestrige Bersammlung der, nationaldeutschen Juden" in der Presse ein lebhaftes Echo Zur Frage der Rüdüberführung von Eisenbahnbeamten finden würde. Gibt sie doch in mehr als einer Richtung zu festgestellt, daß dies sowohl im Interesse des Betriebes wie auch ins Arbeiterperhältnis wurde von seiten der Regierung Betrachtungen Anlaß, obwohl es für den Außenstehenden zum Besten ter abzubauenden Beamten geschicht. Die Personal und das ist immerhin doch die ungeheure Mehrheit der Beund das ist immerhin doch die ungeheure Mehrheit der Be abbauverordnung er, chwere aber die Wiederbeschäftigung von abge völkerung schwer ist, dazu den richtigen Standpuntt zu bauten Beamten, Angestellten und Arbeiter ziffernmäßige mon at finden. Bir tönen nur vom Standpunkt der Sozial haben. Berzichten jedoch diese Beamten freiwillig auf warte. bemokratischen Partei aus zu diesen Borgängen Stel. geld oder Abfindungssummen, so fönnen sie im Arlung nehmen. beiterverhältnis sofort wieder beschäftigt werden. 19 Bros. Des Personals abgebaut sein. Bei der Besiz- und Ber Bei der Zollverwaltung werden bis 31. Januar 1924 tehrssteuerverwaltung wird bis 1. April 1924 ein Abbau von ins gejamt 20 Broz. des Personalstandes vom 1. Oftober 1923 erstrebt. Bon diefem aus tann es feinen Streit darüber geben, daß Menschen, die in Deutschland als deutsche Staatsbürger geboren und im deutschen Sprach und Kulturtreis erzogen find, auch zum deutschen Bolt gehören und daß gegenüber dieser Bugehörigkeit Verschiedenheiten der Religion und der Abstam mung eine untergeordnete Rolle spielen. Selbstverständlich aber ist, daß auch in diesem Teil des deutschen Volkes Ge: genfäße der Weltanschauung, die auf Klassengegensätzen beruhen, vorhanden sind. Es ist daher gar fein Wunder, daß sich ein Teil der Juden zur äußersten Rechten hingezogen fühlt und nur durch den dort herrschenden Antisemitismus gehindert wird, sich ihr ganz an zuschließen. Aus ihm rekrutiert sich jener Verband nationalDeutscher Juden", der wegen seiner geldlichen Kraft auch bei Jeder " der den Vorwärts erhält, muß ihn an Bekannte weitergeben, um neue Leser zu gewinnen! manchen nicht extrem völkischen Rechtstreifen Antlang findet. In einer Versammlung dieses Verbandes, in der dessen monarchische und reaktionäre Einstellung besonders fraß zum Ausdruc tam, hat nun Gen. Dr. Cohn feine abweichende persönliche Meinung vertreten mit dem bekannten Erfolg, daß die Bersammlung in Krach unterging. Nach den Berichten der deutschnationalen Bresse hat es den Anschein, als ob Gen. Dr. Cohn gesagt hätte, es sei sehr zweifelhaft, welcher Boltsteil eher zu sterben verdiente, die Deutschen oder die Juden, und es sei sehr fraglich, ob das deutsche Bolt wert sei, daß um seinetwillen auf dem Schlacht gefämpft werde. " Arbeiterverrat der Kommunisten. Dresden, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die geftrige Stadtverordnetensizung, die bis in die späten Nachtfeld Stunden tagte, war für die Dresdener Arbeiterschaft der beste An- Hätte Gen. Dr. Cohn tatsächlich derartige Ungereimtheiten schauungsunterricht darüber, was die Arbeiterflaffe von ben Rom und Geschmacklosigkeiten zum besten gegeben, so würde uns munisten zu erwarten hat. Auf der Tagesordnung ftond die Ein nichts davon abhalten, sie als das zu kennzeichnen, was sie sind. führung der neuen Stadtverordneten und die Wahl des Präsidiums. Tatsächlich aber handelt es sich um eine grobe Fälschung Die Bersuche der bürgerlichen Parteien, gegen die Sozialdemokratie der von Dr. Cohn gemachten Ausführungen. Daß ein inter einen Bürgerblod zu bilden, waren fehlgeschlagen. Die nationaler Sozialdemokrat derartige Unterschiede unter den BSPD. bestand als stärkste Fraktion auf dem Vorsteheramt und hatte Völkern macht und dem deutschen Bolk einen Rang hinter fich deshalb mit den kommunisten in Berbindung gesetzt, die be- den Juden oder anderen Boltsteilen" und Bölkern anweist, dingungslos die Versicherung abgaben, ihre Stimme einem fojialist undentbar. In Wirklichkeit hat Dr. Cohn die Frage auf demokratischen Borschlag zu geben. In der Sitzung änderte die APD. geworfen, ob ein Deutschland der Reaktion, das feiner Jugend jedoch ihr Berhalten und schlug einen eigenen Kandidaten mit der wieder auf dem Schlachtfeld machtpolitische Gedanken opfere, Absicht vor, dadurch einen Bürgerlichen zum Vorsteher zu machen. einen zweiten Weltkrieg mit seinen grauenhaften Folgen Im zweiten Wahlgang( Stichwchl) stimmten aber die Demokraten wert sei. für den sozialdemokratischen Vorschlag, so daß die beiden Kandidaten gleiche Stimmenzahl erhielten. Das Los entschied für den sozial demokratischen Vorsteher Edmund Fischer. Die Dres dener Volkszeitung" rennt das Vorgehen der Kommunisten ge meinen Wortbruch“ und„ übelsten Berrat". Mit solchen Arbeiter vertretern, bie planmäßig und zielbewußt die Interessen der Ar. beitert'affe in so schnöder Weise verraten, fei an fein gebeihliches Busammenarbeiten zu denken. Der Wahlkampf in Bayern. Die sozialdemokratischen Kandidaten. München, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Gine außer ordentliche Generalversammlung des Sozialbemo Pratischen Bereins München beschäftigte sich mit den tommen. den Wahlen für den Reichstag und Landtag. Besonderes Interesse erweite die Mitteilung, daß in gewissen bürgerlichen Lagern außer ordentliche Anstrengungen zur Bildung eines sogenannter Bürger blods gegen den Margismus gemacht werten, deren Seele der bekannte Unternehmerscharfmacher Dr. Kuhlo( Synditus des Berbandes der bayerischen Industriellen) ist. Seine Bemühungen Bielen fogar auf eine Aussöhnung zwischen Kahr und Hitler. Für die Wahl zum Reichstag hatten Vorstandschaft und Parteiausschuß be fchloffen, dem Bezirkstag des Wahlkreises Oberbayern- Schwaben als Spizentandidat für die Liste den Geroffen Auer vorz fchlagen. Nach dem Ergebnis der in der Generalversammlung vorgenommenen Abstimmung bringt der Verein München folgende Kandidaten in Borschlag: 1. die Genessin fülf, 2. Auer, 3. Unterleitner, 4. Horlacher( Gauleiter des Eisenbahner verbandes in Bayern), 5. Saenger, 6. Gruber. Nachdem die übrigen Ortsvereine in Oberbayern ihre Vorschläge eingereicht haben, wird der Bezirkstag am 23. und 24. Februar endgültig über die Kandidatenliste beschließen. Sie wird voraussichtlich mit felg nden Remen beginnen: Auer, Simon( Aucsburg), fülf, Unterleitner, mit deren Wahl man sicher rechnen zu können glaubt. * Bir gestehen, daß uns auch in dieser Fassung die Problemstellung ein wenig spitfindig scheint. An einen neuen Welt. trieg fann unter den gegebenen Umständen für absehbare Zeit überhaupt nur ein Narr benken. Inzwischen gestaltet der Fort. schritt der Technik die Kriegsaussichten nur noch ungeheuer licher, so daß die seelischen Widerstände gegen ein neues Bälter morden eine stete Steigerung erfahren. Auf der anderen Seite aber tann fein Einzelner und fein Bolt grund. fäßlich darauf verzichten, sich gegen Unter brüdung zur Wehr zusehen. Nur eine gerechte Welt. ordnung, die jedem seine Ehre und sein Lebensrecht gewährleistet und die für jeden Streit einen zuständigen Richter weiß, tann die Kriegsgefahr mittlich beseitigen. Die Sachverständigen in Berlin. Friedrichstraße mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug die Mitglieder Gestern, Dienstag abend, 9,57 Uhr, trafen auf dem Bahnhof des ersten Sachverständigenausschusses für die Währungs- und Budgetfragen und vom zweiten Ausschuß für die Kapitalflucht der Direktor der Bank von Paris und den Niederlanden, 2. Ai halin, mit Begleitpersonal, im ganzen etwa 40 Personen ein. Sie wurden am Bahnhof von dem Mitglied der Kriegslaftentommiffion, Regie rungsrat Dr. Meyer, empfangen und in das Hotel Esplanade geleitet. Die Hauptmitglieder des ersten Ausschusses sind: General Charles Gates Dawes, Leiter der Zentralbant für Illincis in Aufsichtsrats der Electric Company, Sir Robert Rindersley, Chicago, Owen D. Young, Rechtsanwalt und Borsigender des Direktor der Bant non England, Sir Jofua Charles Stamp, Direftor zahlreicher Industriekonzerne, Parmentier, Administra tor des französischen Credit Foncier, Professor für Finanzwissen fchaften an der Sorbonne, Altg Dr. Alberto Pirelli, Professor der Finanzwissenschaften an der Universität Bologna, Baron Maurice Houtaro. Mitglied der belgischen Kammer, Emile Francqui, Staatsminister und Bizegouverneur der Societé generale belgique. Die Mitglieder des zweiten Ausschusses treffen am Mittwoch abend um dieselbe Zeit ein. Die Aufgabe der Sachverständigen ist, die Lei. stungsfähigteit Deutschlands an Hand ber Don der Reichsregierung vorbereiteten Materialien zu prüfen und selb ständige Aktionen vorzunehmen, die es glaubt im Interesse einer ordnungsgemäßen Prüfung durchführen zu müssen. Wir glauben nicht, daß die Sachverständigen sich ihrer Aufgabe pflichtgemäß und gewissenhaft entledigen fönnen, wenn sie ihr Tätigkeitsgebiet aus. schließlich auf die Reichshauptstadt, die hier anfäffigen Verwaltungsstellen und Banten beschränken. Biel wichtiger zur Feststellung der Leistungsfähigkeit Deutschlands scheint uns ein Besuch der aus ländischen Delegierten im Ruhrgebiet. 560 000 Bergleute fanden vor dem Einmarsch fremder Truppen in diesem Gebiet Be fchäftigung und Brot. Sie förderten im Monatsdurchschnitt 1922 rund 8 Millionen Tonnen Steinkohle, zu deren Abtransport 22 000 Eisenbahngüterwagen notwendig waren. Und heute? Die Förde rung dürfte für Dezember 1923 taum 60 Broz. der genannten Wenge betragen und wird in diesem Monat ebenfalls nicht wesentlich höher sein. Auf welche Wagengestellungsziffern sich die Regie bisher überhaupt aufgeschwungen hat, bleibt ihr Geheimnis. Für den sonstigen Güterverkehr waren im Tagesdurchschnitt 11 000 Waggon notwendig, so daß der tägliche Bedarf einschließlich der für Kohlentransporte 33 000 bis 34 000 agen betrug. Soll das Verkehrs wesen zu feiner einstigen Höhe zurückgeführt werden, und das ist eine Voraussetzung für die Stärkung ter deutschen Leistungsfähig. teit, dann muß das Verkehrswesen des Ruhrgebiets zunächst der Reichsbahnverwaltung zurüdgegeben werden. England und Sowjetrußland. London, 29. Januar.( Eig. Drahtbericht.) In der Frage der Anerkennung der Sowjetregierung ist eine definitive Entscheidung noch nicht gefallen. Dagegen verlautet in Ramsay Macdonald nahe Es ist offenbar auch nicht die Meinung des Gen. Dr. Cohn stehenden Kreisen, daß die Regierung demnächst eine aus hohen Be und es ist bestimmt nicht die Meinung der deutschen Sozialamten des Außenministeriums, des Schazamtes und des Wirtschaftsdemokratie, daß das deutsche Bolt verpflichtet sei, lieber zu ministeriums zusammengesetzte Kommission nach Moskau ent grunde zu gehen als sich gegen Bedrückung zur Behr zu setzen. fenden wird, an deren Epige der als eventueller Botschafter in Mos Denn die deutsche Sozialdemokratie, um es noch einmal zu tau in Aussicht genommene James O'Grady stehen wird. Der fagen, ist nicht antinational, sondern wie z. B. die englische diplomatische Redakteur des Daily Chronicle" will wiffen, daß die Arbeiterpartei international. Internationalität aber ist in endgültige Anerkennung der Sowjetregierung durch England ab unserem Sinne nichts anderes als das Streben nach einer hängig fei: 1. von der Haltung Mostaus in bezug auf die früher abgefchloffenen englisch- russischen Berträge, 2. von der Regelung der armonie aller Patriotismen der ganzen Welt. polnisch russischen Grenzfizeitigkeiten, 3. von der Bei'egung des ruffisch- rumänischen Ronilifts wegen Bessarabien und 4. von der Haltung der ruffischen Regierung hinsichtlich der Anerkennung der ruffischen Schuld und des sequestrierten Privateigentums. In London schweben Verhandlungen mit Litauen über die Auslande. Die litauische Regierung beabsichtigt, mit diesem Gelde Garantie einer Anleihe von 5 Millionen Dollar für Litauen im vor allem das Berkehrsneh auszubauen. Der Sturm gegen die Emminger- Justiz. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Der Darmstädter Anwaltsverein protestierte in einer Bersammlung dagegen, daß grundlegende Bestimmungen der Reichsjustizgeseze im Wege von Rotoerordnungen auf Grund des§ 48, 2 der Verfassung oder des Ermächtigungsgefeges vom 1. Dezember 1923 geändert werden. In der Entschließung heißt cs:„ Wir erwarten, daß der Reichsrat und der Reichstag die Auf. hebung der bis jetzt erlassenen Verordnungen schleunigst verlongt, da ein offenbarer Mißbrauch des Ermächtigungs. gefezes und der Verfassungsbestimmung vorliegt. Es war nicht der Wille der gefeßgebenden Faktoren, die Reichsregierung mit fo weitgehenden Bellmachten auszustatten; es war nicht der Wille dieser Faktoren, die feit Jahren beratenen grundlegenden Reformen der Reichsjuflizgesche auf dem Wege solcher Notverordnungen übers Stnie breden zu leffen. Arbeiterregierung und Aegypten. London, 29. Januar( Eigener Drahtbericht.) Der englische Rolonialminister Thomas hat eine besondere Botschaft nach Alexandrien abgehen lassen, in der er erflärt, die Regierung halte lebenswürdiges Dasein zu verschaffen. Die Frage des Wohlstandes es für ihre erste Pflicht den afrikanischen Eingeborenen ein biefer Eingeborenen sei eine heilige Bertrauensfrage für die englische Regierung, beren sie sich auch gerecht entlebigen wolle. Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Strathmann veröffentlicht in der München- Augsburger Abendzeitung" juristische Betrachtungen zu dem Boltsbegehren der Bayerischen Bolts. partei auf Berfaffungsänderung. Er hält das Boltsbegehren für berfassungsmäßig nicht zulässig, denn:„ Das Beg hren ist fein Begehren auf Abänderung der Verfassung, sondern es ist ein Begehren auf Ermächtigung des neuen Landtags, die Verfaffung mit einfacher Mehrheit zu ändern. Das ist etwas ganz anderes. Diese Möglichkeit einer tro denen Revolution ist in der Br fahrens. Die getroffenen Maßnahmen haben in weiten Kreifen richteten Ronzentrationslager, ereignete sich Anfang Ja fassung nicht vorgesehen. Sie ist vielmehr, da in§ 10 1 die mög fichen Gegenstände des Voltsbegehrens erschöpfend aufgezählt find, bemußt ausgefchloffen." Sämtliche Parteien, von den Kommunisten bis zu den Bölkischen, haben jetzt also ihre Anhänger auf. gefordert, der Bayerischen Bolfspartei in ihrem Boltsbegehren feine Gefolgschaft zu leisten. Die geplante Ueberlieblung der Infanterieschule nach Berlin unterbleibt bis auf weiteres wegen der Umzugs toften in Höhe von 90 000 Goldmart, die im Rahmen der gegen. wärtigen Sparpolitit nicht bewilligt werden können. An eine Er. öffnung der seit dem 10. November geschlossenen Schule ist einft weilen noch nicht gedacht. 3m Genthiner Landfriedensbruchprozeß verurteilte das Gonbergericht nach fechstägiger Verhandlung die Rädelsführer Kammradt und Hallmann weren schweren Landfriedensbruchs zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. Sechs Angeklagte wurden wegen einfachen Landfriedensbruch bzw. Auf reizung zu Gefängnis non fechs Monaten bis zu eineinhalb Jahren, die übrigen Angeklagten zu je fünf Monaten Gefängnis perurteilt. Das Gericht fah die zur Zeit der Straftaten herrschende Not ber Bandarbeiterschaft als mildernden Umstand an i Auch fachlich bedeuten die bis heute ergangenen und die dem Bernehmen nach in Berbereitung befindlichen Berordnungen eine ungeheuerliche Berschlechterung der Rechts. pflege und eine unerträgliche Minderung der Garantie des Ver. das Vertrauen darauf, daß wir in zinem Rechtsstaat leben, schwererschüttert Der Abbau der Reichsverwaltung. Im Sparausschuß des Reichstages machte der Vertreter des Reichsverkehrsministeriums ausführliche Angaben über den Berfonalabbau bei der Reichsbahn. Danach werden bis zum 31. Januar d. J. voraussichtlich 14 Broz. der Beamten und Angestellten ausgeschieden sein. Zum gleichen Termin werden rund 17 Proz. der Eisenbahnarbeiter entlassen werden. Bezüglich der Eisenbahnwerkstätten tam zur Sprache, daß 16 Werkstätten im befepten Gebiet liegen, 3 Werfstätten, die in Limburg, Offenburg und Dortmund befindlichen, wurden allerdings der Reichsverkehrsverwaltung zurüdgeneben, aber in einem so zerstörten und verwahrtoften Zustande, daß fie erst im nächsten Haushaltsjahr und verwahrtoften Zustande, daß fie erst im nächsten Haushaltsjahr in Bollbetrieb genommen werden können. In diesen Werkstätten war der größte Teil der Treibriemen gestohlen, die Fenster waren eingeschlagen und eine große Zahl wertvoller Bertzeugmafinen find ipurlos verschwunden. Im weiteren Verlauf der Eigung wurde bie Reichsregierung ersucht, den Ausschuß über die am 1. Ottober 1923 vorhanden gemesenen und monatlich in den einzelnen Refforts und Gruppen abge bauten Beamten, Angestellten und Arbeitern ziffernmäßige mon at Massenmord auf den Solowiecki- Inseln. Bon der Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiter partei Rußlands geht uns folgende erschütternde Meldung zu: Auf den Solowiecki- Inseln im nördlichen Weißen Meere, in dem für Sozialdemokraten und Sozialisten aller Schattierungen er die Berschlechterung des Regimes protestierten, schoß die Wache nuar ein schreckliches Drama. Als die Gefangenen- Sozialisten gegen in ble mehrlose Menge, in der sich viele Frauen und Jugendliche befanden. Viele Personen wurden verwundet; die Zahl der Toten ist uns noch nicht bekannt. " " Was wir immer befürchtet und vorausgesagt haben, hat sich nun leider bewahrheitet. Es mußte zu einem blutigen Drama auf diesen von der ganzen Welt abgeschnittenen Schreckensinseln tommen, wo zirka 200 Sozialisten der Willfür einer teilweise aus früheren friminellen Berbrechern bestehenden Bewachung ausge liefert sind Die Sowjetregierung hat, nach Mitteilung der Bramba" Dom 10 Januar eine Untersuchungskommission zur Ermittelung der Borgänge" in Gelowiecki ernannt. Aber der einzi e Schuldige ist die Regierung selbst. Sie fann feine Milderungsgründe für sich beanspruchen, denn sie wurde oft genug gewarnt. 3wei Selbstmorde jugendlicher Gefangener und eine Geistesertran. tung waren deutliche Borboten des nahenden Unglücks. Die bolschemistische Regierung hat troß allebem bewußt alle Anzeichen der Strife mißachtet und setzte mit Abficht die Gefangenen Sozialisten folchen Bedingungen aus, die automatisch zu einer Katastrophe führen mußten. Das B'ut der Ermordeten auf den Schredensinseln tommt auf die Dittatoren Rußlands. Mus ben Lohnziffern eines Großbetriebes der Berliner Metall- ble Autonomie, die schwächste für bie wettere Mitgliedschaft bei ber CGTU. Eine mittlere Gruppe sähe mit Bergnügen eine Annähe rung an die reguläre CGT. Gewerkschaftsbewegung industrie weist der Verfasser nach, daß die Lohndifferenzen gegen Bannstrahl gegen Freigewerkschafter! Damit wir's nicht vergessen sollen? Das Kirchliche Amtsblatt für die Diözese Münster in Westfalen brachte in seiner Nr. 1 des laufenden Jahrgangs( 1924!) folgendes in Erinnerung: den Frieden unerheblich" find; beim Transportarbeiter sind sie selbst unter„ Berücksichtigung der Teuerung gleich Null". Was aber die etwa noch bestehenden Differenzen gegen das Friedenseinkommen bei den Tariflöhnen" betrifft, so fönnen sie nach Meinung des Herrn Regierungsbaurats a. D. sogar ganz beseitigt, bzw. überschritten werden, wenn der Facharbeiter wieder wie im Frieden 52 bis 54 Stunden, der Transportarbeiter 54 bis 60 Stunden die Es wurde ein Antrag angenommen, in dem die Einberufung einer gemeinsamen Konferenz der beiden Landeszentralen verlangt wird. Bei Weigerung einer der beiden Organisationen wird die Minderheit der CGTU. über die Köpfe aller Zentralinstanzen und Parteiführer hinweg eine Verständigung zwischen den einzelnen Bers bänden anstreben. In diesem Zusammenhang mag erwähnt werden, daß dieser Antrag mit der Entschließung des Pariser Kongresses der regu lären CGT. im Widerspruch steht, die die Herbeiführung der Eins heit von unten her, d. h. durch Zusammenschluß der einzelnen " Die letzte Bischofstonferenz von Fulda erinnert an die vom Gesamtepiskopat allen Seelsorgern und Beichtvätern hinsichtlich Behandlung von Mitgliedern verbotener Gesellschaften und Ber eine am 23. August 1921 gegebenen bestimmten Binke. Dabei Sozialdemokratische Studentenvereinigung Ortsgruppen und Provinzverbände vorsieht. werden von neuem folgende Grundsätze betont: a) Es ist den Ratholiten nicht gestattet, ben freien Gewertschaften als Mitglied beizu. treten, einerlei, ob es sich um Gewerkschaften für Arbeiter oder solche für Angestellte oder Beamte handelt. b) Ratholiken, die bereits folchen Gewerkschaften angehören, find zum Austritt verpflichtet, wenn ihnen die Mög lichkeit geboten ist, sich in Berbänden zu organisieren, die ihren religiösen Interessen nicht entgegenstehen. c) Nicht dauernde, aber zeitweilige Verschiebung solchen Austritts( also der Streichung in den Mitgliederlisten) fann geduldet werden, wenn im Einzelfalle wirtlich jene umstände zusammentreffen, die im Refp. S. Officii vom 19 Jan. 1896 genannt find. Fällt eine der Boraussetzungen fort, so ist sofortiger Aus tritt zu verlangen. d) Wenn Katholiten trotz erfolgter Aufklärung und obwohl ihnen der Eintritt in eine andere erlaubte Organisation möglich ist, dennoch als Mitglieder in den freien Gewerkschaften ver bleiben, so find sie zum Satraments empfange nicht mehr zuzulassen. Dem Klerus wird von neuem eifriges Etudium und gemein. James Durcharbeiten der zitierten Winte" empfohlen. Das Bischöfliche Generalvifariat bemerkt hierzu noch: Im übrigen ist genügend bekannt, daß diese Grundfäße nicht mur gegen über sozialistischen Bereinigungen gelten, sondern feit jeher gegen über allen verbotenen Vereinigungen geübt wurden und werden, wobei nur auf die Stellungnahme der Kirche zu den Freimaurern vergleichsweise hingewiesen werden braucht... Mit derfelben Festigkeit ist der Leftüre und Berbreitung der fozialistischen und aller firchenfeindlichen Presse entgegenzutreten. In geeigneten Fällen ist darauf aufmerksam zu machen, daß, wenn treu tatholische Abgeordnete in einzelnen Fällen in Sorge um das Wohl der Gesamtheit gemeinsam mit christentumsfeindlichen Parteien in erlaubten Dingen stimmen, eine solche Verständigung, die in Einzelfällen ad evitanda majora mala notwendig werden fann, nicht eine Annäherung an firchenfeindliche Prinzipien und Ge. fellschaften bedeutet und niemals zu solcher Annäherung führen darf. Wir haben zum Klerus das Vertrauen, daß er durch tätige Förderung der katholischen Bereine und der christlichen Ge. wertschaften die Sorge für die höheren Güter und für die berechtigten Standesinteressen der Arbeiter, Angestellten und Beamten vor aller Welt befunde." Die christlichen Gewertschaften, die sich erst im Rampfe mit dem weltfremden Klerus durchzufeßen vermochten, müßten im Interesse ihres Ansehens dahin wirken, daß folche infe" schließlich einmal unterbleiben und derartige Grund sage" nicht gepredigt werden. Dem christlichen Gebot der Nächstenliebe war tein Nachfaß angehängt, der die Mit glieder der freien Gewertschaften davon ausschloß. Es gibt auch tatholische Arbeiter, die sich fragen, wieso es tommt, daß ihnen der Klerus die Mitgliedschaft in den freien Gewerkschaften nicht gestattet, den tatholischen Unter. nehmern aber die Mitgliedschaft in den Arbeit. geberverbänden erlaubt. Der Standpunkt ber religiösen Neutralität in den freien Gewerkschaften wird auch durch solche mittelalterlichen Rundgebungen in schwarzen Winkeln des Reiches nicht erschüttert. Sie fönnen es ruhig ihren einzelnen Mitgliedern überlassen, die ihnen notwendig erscheinenden Konsequenzen daraus zu ziehen. Dennoch müssen die freien Gewerkschaften entschieden Verwahrunn dagegen einlegen, daß thre fatholischen Mitglieder dort, wo der Klerus noch einen wirtfchaftlichen Machtfaktor bildet, auf die schwarze Liste gefetzt werden. Das ist nach unseren Begriffen nicht nur nicht chriftlich, sondern durchaus verwerflich. . • Was zu beweisen war. Das Berliner Tageblatt" brachte gestern abend eine statistische Untersuchung über Preissenfung und Lohnabbau von Regierungs. baumeister a. D. Bolz in Charlottenburg. Die Redaktion beltet die Wiedergabe der Ergebnisse dieser statistischen Untersuchung mit der Bemerkung ein, daß die Ausführungen des Artikelschreibers ben Standpunkt der Arbeitgeber darlegen und angesichts der heute beginnenden Lohnverhandlungen als Material von Intereffe" feien. Günstiger Preis! Feinste Qualität! Ia Prima Speisetaly garantiert meine Ware Ia ,, Backo"-Edelrinderfettvollkomm stearinfrel Lf.Bäckeru.Konditoren in-Pfund- Paketen, Germania"-Rinderspeisetalg tagi. frisch geschmolzen ,, Schlachthof- Stolz"-Premierjus Deutsches Erzeugnis in Riegeln à 5 Pfund m. reinem Schweineschmalz d. ,, Beta"-Schmalz( Kunstspeisefett) hergestellt ,, Dreistern"-Kunstspeisefett& bill. 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Falls nicht ein weiterer Lohndruck einfeßt, nachdem in 54, bis 60stündiger Arbeitszeit nach Auffassung der Arbeitgeber- Sachverständigen der Friedenslohn überschritten ist, was für die Indu strie" natürlich nicht tragbar wäre. Bei dem Vergleich der früheren mit den gegenwärtigen Löhnen wird zwar die Senfung der Reichsinderziffer berührt, wogegen die recht erheblich größeren Lebensmitteltoften gegen die Borfriegszeit ganzlich unberücksichtigt bleiben. Als ob es auf die Lohnziffer an fäme, anstatt auf die Kauftraft des Lohnes: „ Eine genaue statistische Untersuchung" über die Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft in der Borkriegszeit und gegenwärtig, wäre auch uns erwünscht. Doch was da im Berliner Tages blatt für ble heute beginnenden Lohnverhandlun gen an Material geboten wird, ist eine einseitige Aufmachung, um zu beweisen, was zu beweisen war. Ausdehnung des Streiks in Barmen. Der feit 14 Tagen dauernde Streit der Textilarbeiter, der Metallarbeiter, der Transportarbeiter und der Buchdruder bat gestern eine weitere Ausdehnung durch den Hinzutritt der Gemeindearbeiter erfahren. Der Straßenbahnverkehr ruht vollständig, ebenso die Müllabfuhr und die Straßenreinigung. Die Das Rathaus und einige weitere Gebäude find ungeheizt. Notstandsarbeiten in den Krantenanstalten, Wasser und Lichtwerfen werden vorläufig ausgeführt. Die Verbandlungen im Text larbeiterstreit haben sich zerschlagen. In der Frage des Gesamtausstandes, zu der eine Konferenz der Borstände und Delegierten des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbuntes Stellung nahm, stellte sich die Mehrheit auf einen ablehnenden Standpunkt. In einer Entschließung wurde das Verhalten der Arbeitgeber verurteilt, durch das die Lage sich immer mehr ver. schärfe. Bum Schluß wurde in der Entschließung der Meinung Ausdrud gegeben, daß eine allgemeine Hereinziehung der noch außerhalb des Streits stehenden Berbände nicht geboten erscheine. Den Streitenden wird weitestgehende Unterstügung zugesichert. Arbeiterblut und Einheitsfront. Achtung, Ausgesperrte der Metallindustrie! Diejenigen Mit glieder des Deutschen Metallarbeiter Verbandes, die am 31. Dezember 1923 mehr als 13 Wochen Mitglied waren, bisher aber noch feine Unterstützung erhielten, tönnen dieselbe morgen, Donnerstag, in Empfang nehmen. Sofern die Kollegen noch nicht eingetragen find, muß dies heute noch im Verbandshaus, Zimmer 14, gescheben. Die Funktionäre werden gebeten, in den Verkehrslokalen das rauf aufmerksam zu machen. Die Ortsverwaltung. Aus Ungarn ausgewandert find nach einer Statistik des Gewerkichaftsrates in den ersten 8 Monaten des Jahres 1923 6046 Facharbeiter, das sind 3,8 Proz der Gesamtzahl. Der Streit in der indischen Baumwollindustrie, der kürzlich wegen Lohndifferenzen entstanden ist, nimmt größeren Umfang an wie aus Bombay gemeldet wird, find von 85 Fabrifen bereits 32 mit 60 000 Arbeitern bestreift, und man rechnet damit, daß der Streit allgemein wird. Berordnung über das Schlichtungswesen. Ctwa Mitte Februar wird ein Rommentar au ber Berordnung über das Schlichtungswesen vom 30. Ottober 1923 erscheinen, dessen Bearbeitung der in Partei- und Gewerkschaftskreisen durch seinen Kommentar zum Be.. triebsrätegefes gut bekannte Dr. G. Flatow, Ministerialrat im preußischen Handelsminifterium, zusammen mit R. Joachim, Regierungsrat int Reichsarbeitsministerium, übernommen haben. Der Kommentar wird außer der Berordnung sämtliche bisher veröffentlichte Ausführungsbestimmungen und die Bestimmungen über Entlastung der Schlichtungsausschüsse und als Anhang ein Berzeichnis der Schlichtungsausschuß- und Schlichterbezirke ent halten. Die beiden Berfasser, die an der Entstehung der Verordnung tätigen Anteil genommen haben, bürgen für eine gute brauchbare Arbeit. Ein Kome mentar zu dieser Berordnung wird von allen den Kreisen dringend erwartet, die mit arbeitsrechtlichen Fragen zu tun haben. Die Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat den Bertrieb des Buches in Partei- und Gewerkschaftstreifen übernommen. Der etwa 200 Seiten starte Rommentar wird etwa 3 m. toften. Achtung, BSPD.- Genoffen ber Oberschöneweider Betriebe! Am Freitag, den 1. Februar, nachmittags 4 Uhr, in der Schule Niederfchöneweide, Berliner Str., Bersammlung aller in Oberschöneweider Betrieben beschäftigten BSPD.- Genossen. Sympathifierende sind einauführen. u. Die Sozialdemokratie zur Reichstagswahl. Referent: Genoffe Dr. Rorach. 2. Diskussion. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Rimmerer! Morgen, Donnerstag, abend 7 Uhr, im Sophien- Realgymnasium, Steinstr. 31/34, Bersammlung fämtlicher BSPD.- Mitglieder des Berbandes der Rimmerer. 8u dieser Berfammlung müssen insbesondere die Funktionäre der Zahlstelle erfcheinen. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: 3. B.: Ernst Reuter; Gewerkschaftsbewegung: F. Egkorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerek unb Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co.. Berlin GB. 68.. Lindenstraße 8. Sierzu 1 Beilage. Streit und die Uneinigteit innerhalb der abgesonderten kommu. Die beste Sparsamkeit In Frankreich, wo die Frage der Einheitsfront mehr als in allen andern Ländern im Vordergrund des Interesses steht, weil Die Spaltung durch die Kommunisten bereits besteht und weil der niftifchen Organisation folche Dimensionen angenommen haben, daß sich die Bewegung buchstäblich selbst aufreibt, fand in letter Beit faum mehr eine Versammlung der kommunistischen Gewerk. schaften statt, in der es nicht zu Tummulten tam. Es ist sogar Blut gefloffen. Arbeiter haben in einer Versammlung zum Re volver gegriffen und auf ihre Rameraden geschossen. Es find zwei Tote und zwei Schwerverwundete zu beklagen, die ber fynbita liftischen Minderheit angehören. bleibt verständige Körperpflege, denn Krankheit kostet den Lohn vieler fleissiger Tage. Sehr wichtig ist die richtige Behand lung der Zähne. Man benutzt hierzu am besten die preiswerte ZAHN PASTA NIVODONT Das Vorbeugungsmittel gegen Erkältungen und Ansteckung und das Mittel gegen Mundgeruch sind die wohlschmeckenden Die beiden bei der Verantwortungsfrage in Betracht kommen den Gruppen, d. h. die Extremisten und die der Berliner Internationale naheftehenden Anarcho- Syntitalisten, die seit dem Kon greß von Bourges nicht nachgelassen haben, bie Mehrheit als CALCIFORM- TABLETTEN Diener Mostaus und der politischen Bewegung hinzustellen, schieben sich gegenseitig die Schuld zu Der blutige Zwischenfall hat die Unmöglichkeit der gegen wärtigen Zustände grell beleuchtet. Sofort nach dem traurigen Tag beschloß die Minderheit der CGLU.( Romm.Gem.- Bund) die Abhaltung eines Rongresses, auf dem die vielen in legter Zeit unter nommenen Einigungsversuche besprochen wurden und der Wunsch nach Einheit mehr als je zum Ausdrud lam. Dabei traten hauptfächlich drei Tendenzen in Erscheinung. Die stärkste Gruppe ist für SORTE -R 6⭑ REEMTSMA AG CIGARETTENFABRIK ALTONA- BAHRENFELD soll dem Bedürfnis eines starken Cigaretten- Verbrauchers entsprechen. Sie wurde aus vorwiegend milden macedonischen und türkischen Tabaken hergestellt und mit Samsountabaken leicht gewürzt, so daß selbst bei starkem Verbrauch der Cigarette keine Geschmacksermüdung eintritt. Wir tellen den Freunden dieser Sorte mit, daß wir auf Grund unseres direkten Einkaufs Im Orient und erhöhter Wirtschaftlichkeit der Betriebe den Preis sehr niedrig festlegen konnten und zwar auf 4 Achtung! Wiederverkäufer Seesena. HarzIch war der billigste und bleibe der Staatliches Schülerheim billigste bei bekannt reeller Bedienung Marken- Zigaretten! Manoli, Reemtsma. Josetti, Wenesti Konstantin, Batschari usw. Zigarren nur erster Häuser! Rauch, Kau- und Schnupftabake Michaelkirchstraße 24 Winkler, Mpl. 15187 mit Realschule( Oberrealschule i. 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Leider gibt es noch immer sehr viel« Zeitgenossen, die da glauben, mit dem Kauf einer Eintrittskarte das Recht erworben zu haben, sich in einem Theater, einem Konzert, einem Bortragsraum wie in einer Kneipe oder wie— zu Haus« benehmen zu dürfen. Sie sprechen mehr oder weniger laut und sprechen erst recht drauf los, wenn sich entrüstete Nachbaren durch ein ver> nehmbares Pst! Ruh« verschaffen wollen. Ein Rachenkatarrh ist ein« unangenehme Sache und man tut am besten, ihn daheim mit Dämpfungen oder Tee, Honig oder Grog auszukurieren. Es gibt ober so ehrenwerte Mitbürger, die da meinen, so recht tüchtig und gründlich aushusten könne man doch nirgends besser als im Theater oder im Konzsrt und besonders an solchen Stellen, an denen dos Publikum in atemlose Stille versinken will. Da ist«in recht tüchtiger durch kein Taschentuch und keinerlei Willensanstrengung gedämpfter Hustenausbruch das best« Mittel, um den Mitmenschen zu zeigen, daß Theater eben Theater ist und nicht die wirkliche Welt. Aber das sind alte, uralte Unsitten. Run ist jedoch eine neu« hinzuge- kommen, und um das gleich zu sagen, eine gefährliche, richtiger ein« feuergefährliche. Man konnte sie dieser Tae« in einem Vortrogesaal beobachten. Ein ernstes Vortragsprogramm eines ernsten Künstlers bann!« die Zuhörer, Da flammt in den Hinteren Reihen«in Streich- hol; auf. Ein»Herr- wendet dieses neu« Mittel an, um sich den Programmzettel anzusehen. Er muß wissen, wie das Gedicht heißt. Und er wiederholt dieses dreiste Spiel bei jedem neuen Gedicht. Ein anderer Herr wendet sich entrüstet gegen ihn. Macht nichts, er wiederholt, stolz auf fem« Erfindung, das gefährliche Spiel. Das glimmende Streichholz wird weggeworfen, fällt auf den Teppich- belog, unter das Kleid einer Dam«. Aber«in anderes Paar in einer anderen Bank ist so entzückt, daß es das Spiel mit einer Bariande nachmacht: es knipst die Taschenlampe an. Hundert Men- schen im Umkreis werden durch dies« Nachtbeleuchtung in ihrer An. dacht gestört. Auch den Vortragenden muß es stören. Der Saal- disner hat kurz vorher eine Dame, die mit ihrem Mantel in den Saal wollt«, barsch �»gewiesen. Diesem Unfug geaenüber erklärt er sich für unzuständig. Nett« Ordnung und nett« Aussichten für die Sicherheit in Kinos und Theatern. Die Behörde versichert hoffent» sich: Den Herrschaften, die ein Zündhölzchen anstreichen, werden wir es schon-r gehörig anstreichen. Di« Herren und Damen Vortragen- den aber seien hiermit gebeten, falls sie auf den stimmungsvoll ver- dunkelten Saal nicht verzichten wollen, ruhig jedesmal Titel und Verfasser anzusagen._ Nennvereine und öuchmacher. Dem Vernehmen nach ist es für dieses Jahr beabsichtigt, auf den Berliner Rennbahnen die konzessionierten Buchmacher auch auf den billigeren Plätzen zuzulassen, während sich bisher der so- genannte Wettring nur auf dem teuersten Platze befand. Dies« Maß- nahm« wäre aus steuerlichen Gründen sehr zu begrüßen, denn sie würde endlich dem Unwesen der wilden Buchmacher, das bisher den Staat noch um riesige Steuersummen schädigt«, den Garaus machen. Der Einwand der Rennvereine, daß di« Bahn- buchmacher für sie eine Konkurrenz bedeuten, ist ja nach fast ein- stimmigem Urteil aller Sachkenner völlig abwegig, eine Konkurrenz für den Totalisator bilden lediglich di« zahlreichen wilden Buch- macher. die den kleinen Wetter von der Wettmaschine weglocken. Die Kundschaft des konzessionierten Bahnbuchmachers rekrutiert sich ja last ausfchließ'ich au» den größeren Wettern, die niemals an den Totalisator gehen werden, um nicht durch ihre großen Anlagen, di« die Nachläufer anlocken, di« Quote zu drücken und sich selbst zu schädigen. Die Erfahrungen des ersten Buchmacher-Iahres haben auch in dieser Hinsicht den schlüssigen Beweis geliefert, daß beide Einrichtungen seljr wohl nebeneinander bestehen, ohne sich die geringste Konkurrenz zu machen. Das staatliche Jnter«ss« oerlangt aber, da es an dem den Rennvereinen mit seinen Erträgen über- lasienen Totolisator nicht mehr beteiligt ist, die restlose Ausnutzung der steuerlichen Möglichkeiten, soweit die konzessionierten Buch- macher in Frage kommen. Denn bei einer stabilen Währung ver- spricht das Erträgnis der Buchmachersteuer, wenn alle Chancen wahrgenommen werden, ein für den notleidenden Staatssäckel recht erfreuliches zu werden. Uebrigens ist auf der Grunewoldbahn der billigste Platz nicht einmal mit einem Totalisator ausgestattet, er war bisher di« ertragreiche Domäne einer großen Schar solcher Buch- macher. Das Geld liegt hier also für den Staat sozusagen aus der Straße._ F. Mangelhafle Erwerbslosenfürsorge. Daß Staat. Kommune und das gesamte reaktionäre Unter- nehmertum in der Zeit größter Volksnot wenig menschliches und soziales Empfinden zeigen, ist bekannt und hier des öfteren dar- Milliarden) werden schon längst In keinem Geschäft mehr angenommen, komm«» aber nach wie vor zur Auszahlung. Da für Groß-Berlin— wi« mir gesagt wurde— nur«ine Annahmestelle irgendwo existiert, so ist die Frag« wohl erlaubt: Wie ist es den Er- werbslosen möglich, ihre zum Teil in ungültigen Scheinen erhalten« Unterstützung wertbeständig zu machen? Sollen diese Hungerleider di« Schuldenlast Berlins auf diese Art sanieren helfen und noch der wenigen Pfennige Unterstützung beraubt werden? O.K. Nummernaufruf der Erwerbslosen. Di« in Nr. v vom 4. Januar d. I gebracht« Notiz„Nummern. aufruf der Erwerbslosen" ist vom Landesarbeitsomt aufgegriffen und geprüft worden. Das Londesarbeitsamt schreibt uns dazu im besonderen:„Derartige Versuche sind in Berlin früher auch mehrfach unternommen worden, haben sich aber noch weniger b e w S h rt als die Methode, die Erwerbslosen schicht- bzw. gruppen. weise für bestimmte Stunden zum Empfang der Erwerbslosenunter. stützung nach den Zahlstellen zu bestellen. Wenn lausende Nummern ausgegeben werden, dränge» Tausend« von Erwerbslosen schon in frühester Stunde heran, um bei der Verteilung möglichst niedrig« Nummern zu erlangen, wodurch sehr«rhebliche Unzuträg- lichkeiten entstehen." Die hoheu Zeikkartenpreife. Di« für den Monat Februar von der Cisenbahnverwaltung für Berlin und Vorort« aufgestellten Zeitkartenpreil« zeigen ein so sprunghaftes Emporschnellen, wi« wir es nicht einmal in der hoffentlich für immer vergangenen Zeit erfahren haben. In einer Zeit der Beruhigung und schärfster Kalkulation zwecks Sen- kung all«r Preise ist es geradezu unverantwortlich von der Eisen- bahnverwaltung, mit.einer so«normen Preissteigerung von 180 Proz. vor da» Publikum zu treten. Ist man sich an der verant- wortlichen Stelle denn nicht klar, daß damit ein« grenzenlose Beim- ruhigung in den gesamten Wirtschaftskörper getragen wird? Zu- gegeben sei, daß es der Eisenbahnverwaltung seit Einführung der Rentenmark nicht möglich war, die Rentabilität der Stadtbahn mit den bisher geltend gemachten Fahrpreisen aufrechtzuerhalten. Aber nach zwei Monaten, in einer Zeit der ruhigeren Abwicklung des Wirtschaftslebens mit einer ISVprozentigen Preissteigerung hervor- zutreien, zeugt von geringer Einsicht in die Verhällr.ijje der Gegen- wart Unverständlich bleibt es. wie die Stadtbahn bei der vielmal größeren Anzahl Reisenden pro Wogen gegenüber der Vorkriegs- zeit noch über die Fahrpreise jener Zeit hinausgehen konnte. An- zunehmen ist nur. daß die Eisenbahnverwaltung die Notlage der Groß-Berliner Bevölkerung, die durch die Wohnungsnot gehindert ist. ihr« Wohnung«» in die Nähe der Arbeitsstellen zu wechseln, rücksichtslos zu ihrem Vorteil wahrnimmt. Gegen eine solche Hand- lungsweise sollte kein Protest scharf genug sein. Der Schwindsuchtsbahnhof Stralau-Rummelsburg. Der Einsend«? des Artikels steigt sicher immer vom oder nach dem Bollringbahnhof um. sonst hätte er noch bemerkt, daß der am Hauptgebäude befindliche Anzeiger für den nächsten noch der Stadt fahrenden Zug schon seit mehreren Wochen nicht mehr funktioniert. Kranken oder alten Leuten ist «s unmöglich, mit dem nächsten Zuge nach der Stadt zu kommen. Von den vier Bahnsteigen A, B, D und E fahren die Züge nach der Stadt. Das Publikum sammelt sich nun auf der Brück« und vor dem Stationsgebäude(nicht angenehm bei der jetzigen Kälte). Fährt nun ein Zug ein, fo läuft alles, was laufen kann, nach dem betreffenden Bahnsteig. Dabei kann es einem noch passieren, daß ein später einfahrender Zug zuerst abfährt. Wann wird hier«in- mal Abhilfe geschaffen werden? R. H. X Die befreiten. er Wandersmonn auch in dl Wer als«chter Wondersmann auch in den Schriee- und Eis- tagen des Winters feine„Touren" macht, wird in den vergangen«» Wochen die Stille in den Dörfern und auf den Gehöften bemerkt haben. Wo sonst Gackern und Schnattern erscholl, das sich beim Nähertreten noch verstärkt«, herrscht« jetzt völlig« Ruhe, di« das Geborgensein der Bewohner unter der dicken Schneedecke noch mehr hervorhob. Die Tiere des Hofes, all das Kleinvieh, das sich zwischen den Ställen und auf der Straße herumtveibt, war in dem warmen Kuhstall oder dem Pferdegelaß eingesperrt, damit es vor der Ein- Wirkung der grimmen Kälte geschützt sei. Es ist bekannt, daß Hennen, bei denen di«„Kämme" erfrieren, erst viel später mit dem Eierlegen beginnen als jene, die ungefährdet die kalte Zeit über- stehen. Jetzt ist das Federvieh der Freiheit wiedergegeben. Mit breitem Flügelschlag durcheilen sie das alte bekonnte Revier, dem sie wochenlang fern bleiben mußten. Und das Grün des Bodens, da» die Schneedecke gut konserviert hat, gibt den leckeren Salat ab für die eintönige Kost der Stallfütterung. Aber wer Gölegenheit hatte, einen solchen Geflügelhof öfters zu besuchen, wird bei der jüngsten Anwesenheit manches Haupt vermissen. Die jungen Hähn« sind abgeschlachtet worden, unter den Gänsen ist fürchterliche Musterung. gehalten worden— wohl denen, die in der Lage sind, sich solche Festbraten zu gönnen I Jetzt ist jedoch das Hauptstodium der Fleisch- Versorgung auf dem Lande angebrochen: die fettgemachten Schweine werden geschlachtet Auch sie werden aus Ihrer engen Koje besreit, aber nur zum Gange zur Richtstatt zugelassen. Da» ist nun einmojl der Lauf der Welt: warum legen die Schwein« keine Eier? Dann würde man sie länger am Leben lassen. Straßenunfälle im weltstaätverkehr. In einem einzigen Vierteljahr, nämlich Im(etzten des vorgange- nen Jahres, sind durch Kraftfahrzeuge(ausschließlich der Straßenbahn) und Pferdefuhrwerke insgesamt 508 Unfälle herbeigeführt worden. Davon entfallen auf Kraft- dr o s ch k e n 88 Fäll«, darunter 2 tödlich«, 19 schwere und 53 leichte Verletzungen, auf Kraftomnibusse 2 Fälle, die 2 schwere Vcr- letzungen zur Folge hatten, auf Personenkraftwagen, die nicht im öffentlichen Verkehr Verweradiing finbon, 156 Fälle, darunter 5 tödliche, 44 schwere und 96 leichte Verletzungen, auf Last- und Geschäftsiraftwagen 68 Fälle, darunter 1 tödlicher, 15 schwere und 42 leichte Verletzungen, auf Krafträder 35 Fälle, darunter 8 schtvere und 25 leichte Verletzungen, auf Pferde- droschken 10 Fälle, darunter 1 schwere und 5 leichte Verletzungen, («achdruck durch Malik-Berlaa, Snlfo.) 12] Der Dürger. von reonharS Krank. «Cr also starrt mich an. Nun, du kennst mich fa, Tante. und weißt, daß in diesem Falle die Forderung meinerseits un- vcrmeidlich war. Meine Kommilitonen und ich zechen erst noch die ganze Nacht durch, als ob gar nichts geschehen wäre. Dann fährt die ganze Bande per Auto mit hinaus ins Wäldchen: sie warten im Wirtshaus auf mich. Ich also trete an, frisch und munter, wie aus dem Bade gestiegen." „Mein Gott, Jürgen, hattest du denn gar keine Angst?" „Aber Tante!... Also, er bekommt den besseren Platz. steht im Schatten eines Baumes, ich mit dem Gesicht gegen die Sonne... Na, und schon beim ersten Gang— schwere Abfuhr natürlich."„Nun, und jetzt?"„Gott, jetzt natürlich ehrenvolle Versöhnung. Denn wenn einmal Blut geflosien ist... Je, das Hallo, als ich zurück in die Kneipe kam! Ja. Nun aber genug davon!" Der breitspurig und noch immer reglos am Fenster stehende Student war von blauem Dampfe eingehüllt. Aus dem Nebenzimmer erklang Gläserklirren. Er schnellte sofort herum, glotzte seinem Gast ins Gesicht. Da knallte auch Jürgen mit den Absätzen. Die inein- ander verkrampften Hände schüttelten sich. Beide Oberkörper zuckten mehrere Male ruckartig und schiefteitwärts aufeinander zu. bis, durch die Handkuppelung hergestellt, die wag- rechte Zickzacklinie der zwei Ober- und Unterarme in Stirn- höhe feierlich verharrte. Und während Jürgen sich auf das Kanapee zurückver- beugte, verbeugte der Student sich der Tür zu und ging in sein danebenliegendes Zimmer, wo auf dem Tisch drei Glas Bier für ihn bereitstanden Der Student hatte die Begrüßungsmaske mit in sein Zimmer getragen. Jetzt erst fiel'sie von seinem Gesicht her- unter. Und der Aissdruck dumpfer, wilder Konzentration nahm Platz, während er, dos Bierglas in der einen, die Taschenuhr in der linken Hand, wartete, bis der Sekunden- zeiger die Zahl Eins erreichte. Schon vorher war fein Mund ein großes Loch geworden. Plötzlich glotzten die Augen stier und tränten: das Bier stürzte in den Magen.„Bierfunge!' Und das leere Glas knallte auf den Tisch. Mit dem Worte„Bierjunge" spritzte ein Teil des Bieres im Bogen wieder heraus, während die Augen auf den Sekundenzeiger starrten. Das Gesicht des Studenten, der auf dem letzten Kommers von seinem Korpsbruder beim Bier- jungen-Trinken besiegt worden war. verzog sich kläglich: er hatte mehr als eine Sekunde zu lange gebraucht. „Ich habe wieder geschluckt. Ich schlucke noch. Das ist mein ganzer Fehler." Energisch trainierte er weiter: Der Sekundenzeiger erreichte die Eins. Großes Loch. Leeres Glas. Ein furchtbarer Brüllton:„Dierjunge!" Wieder schnellte der im Nebenzimmer sitzende Jürgen erschrocken von der Kanapeelchne nach vorn und horchte ge- spannt. Wenige Sekunden später langte von oben herab die Hand des Herrn Geheimrat Lenz auf Jürgens Schulter.„Nun, mein Freund, welchem Korps gehören Sie an?" „Bierjunge!" „Ah. der Junge übt. Ja, schön ist die Jugend." Der Ge- hcimrat Lenz trank gern Moselwein. Was wird geschehen, wenn ich gestehe, daß ich keiner Ber- bindung angehöre, dachte Jürgen. Und sein Mund sagte:.„Ich halte das für überflüssig." Die väterliche Hand rutschte von Jürgens Schulter herab und legte sich in die Hüste des Geheimrats. Der Unterleib schien in die Brust hinaufzusteigen. Die Augen fragten: Was wollen Sie dann bei mir? Endlich sagte der Geheimrat:„Junger Mann, nur wer einem Korps angehört, lernt die oberste aller Pflichten, die ihn erst befähigt, später zu den Ersten, zu den Führern seines Volkes zu gehören: die schwer«, aber schöne und erhabene Pflicht des Gehorsams, das freie Beugen vor der Autorität. ohne welche nichts in der Welt bestehen kann... bestehen kann. Die Narben im Gesicht des Korpsstudenten sind die Bürgschaft dafür, daß der ganze Mann, der für seine und für des Korps Ehre ohne zu zucken dem Gegner mit blanker Waffe gegenübergestanden hat. auch später, wenn's einmal so weit ist und Gott es will, bis zum letzten Blutstropfen dem Vater- lande die Treue halten wird, wenn es gilt, die Ebre des Reiches zu wahren... Aber außerdem: wie wollen Sie vor- wärtskommen? Wie anders wollen Sie es zu einer geachteten, einflußreichen Stellung bringen?... Denken Sie an Ihren Vater. Er war mein Freund. Wir gehörten demselben Korps an. Er war ein Mann." Und ist, wie ich jetzt weiß, zusammengebrochen und kaputtgegangen, weil er nicht erreichte, Vortragender Rat im Ministerium zu werden, dachte Jürgen. Und glitt, während er durch die Straßen ging, noch eine halbe Stund« lang weiter auf dem glatten Gleis, das der Geheimrat vor ihn hingelegt hatte. Bei einem kleinen Kolonialwarenladen, in dessen Schaufenster ein langbärtiger Zwerg aus Gips eine Zigarre rauchte, blieb er stehen. Haß und Ekel vor dem Jürgen, der in des Studenten Zimmer das imaginäre Duell ausgefochten hatte, packten ihn so plötzlich und so heftig, daß er sich auf das Mäuerchen setzen mußte, auf dem das Schaufenster ruhte.„Welch ein erbärm- liches, widerliches, feiges Schwein bist du!" rief er dem Zwerg im Schaufenster zu. Jede Bewegung, jedes Wort, das jener Jürgen gesprochen hatte, folterte den Jürgen, der, bren- nend vor Scham, auf dem Mäuerchen saß. Da schwenkte, lack-, glacs- und hofenfaltenglatt, Adolf Sinsheimer um die Ecke, nahm schon in der Ferne feierlich den Zylinder ab. Unwillkürlich hatte auch Jürgen feierlich ge. grüßt. „Große Aufregung im Hause Lenz, was?" fragte 2ldolf, nachdem er erfahren hatte, wo Jürgen gewesen war.„Wirk- lich nichts bemerkt? Dann wissen die es einfach noch nicht... Gestern nämlich ist Katharina von zu Haufe durchgebrannt. Schlankweg zu den Anarchisten! Die fabriziert jetzt Bomben. Auch eine Beschäftigung!... Uebrigens, du gestattest doch, daß ich mich bedecke?" „Weshalb solltest du deinen Zylinder in der Hand halten!" Jürgen war wütend. „Ein ereignisvolles Jahr! Man entwickelt sich schneller. als man geglaubt hat. Ich sitze längst im Direktionsbureau. Rechte Hand des Chefs! Und was das Leben anlangt, mein Lieber, da akzeptiere ich keine mehr, die nicht tadellos ge- wachsen ist. Vor allem die Beine! Kann mir nicht mehr passieren." Was ist da zu tun— er entwickelt sich, dachte �Jürgen und blickte Adolf nach, der frisch und glatt davonschritt.„Was ist da zu tun." Plötzlich stand Adolf wieder vor ihm.„Leo Seidel war bei mir. Total zusammengeklappt! Mein Alter hätte ihn ja als Schreiber in unserer Buchhaltung angestellt. Er aber er- kundigte sich nach den Aufstiegsmöglichkeiten. Was sagst du dazu?... Mein Alter fragte ihn, ob er ihm vielleicht Pro- kura erteilen solle. Schwuppdich— war er draußen... Später erfuhr ich, daß er zu allen früheren Mitschülern laust, deren alte Herren, wie er glaubt, ihm einen Posten mit — husch, die Lerche!— Aufstiegsmöglichkeiten verschaffen könnten."(Fortsetzung folgt.) auf fanftige Gespannmagen 54 Fälle, darunter 2 tödliche,| 8 schwere und 40 leichte Verlegungen, auf Fahrräder 90 Fälle, darunter 2 töbliche, 6 schwere und 68 leichte Ber.egurgen. Besonders auffällig hieran ist die große Zahl von Unfällen, die durch Bersonen. magen, die nicht im öffentlichen Verkehr fahren, also durch Privat automobile, hervorgerufen werden, währent notwendigerweise bie so harmlos aussehenden Fahrräder mit 90 Unfällen fchmerer belastet find als die öffentlichen Personenkraftwagen. Es wäre doch woh recht gut, wenn sich die Aufsichtsorgane einmal mit besonderer Liebe und Singabe der vielfach von den BeTigern felber gefteuerten Privatautos annähmen. Gegen Kraftfahr zeugführer find insgesamt 3449 Strafperfügungen erlaffen worten einschließlich der an die Anwaltschaft abgegebenen Strafe anzeigen. Davon entfallen auf übermäßia Inelles Fahren 1120, vorschriftswidriges Fahren 193, bgabe falscher Signale 41, fehlende oder nicht gestempelte Rennzeichen 47, Nichtbeleuchtung des hinteren Rennzeichens 1306, Nicht beleuchtung des Kraftfahrzeuges( Nichtbrennen oder mangelhaftes Brennen der Scheinwerfer) 673, Benvgung von Auspuffklappen 52, Fahren ohne Führerschein oder Fahrausweis 17 Fälle. Der Aerztestreit gegen die Krankenkassen. Wer trägt die Kosten des Kampfes? lebungen nicht, veranstaltet, fonbern hat von ihnen erft erfahren, als fie schon seit längerer Zeit im Gange waren, und sie hat dann sofort eine Untersuchung vorgenommen, noch ehe Herr Kimbel im Landtag davon erzählte. Sie hat in vollem Maße ihre Pflicht getan. Die Uebungen fanden auch nur in der ersten Zeit in der Schule statt, später wurden sie in die Wohnungen der Eltern verlegt, die mit der Beteiligung ihrer Rinber einverstanden waren und auch die Nadtheit für z med mäßig hielten. Alle, die Koch näher fennen, erklären es für ausgeschlossen, daß er aus unfitlichen Motiven gehandelt habe. Bebauerlich ist, daß er den Gegnern der weltlichen Schule den lang ersehnten Vorwand verfchafft hat, diese ihnen verhakte Schwart herabzusehen und dabei die ganze Affäre politisch zu Wahlzwecken auszunügen. Lehrer Koch ist in dem von der Schulaufsichtsbehörde Gebt zur Brotspende! Gedenket unserer vielen hungernden Volksgenossen! Einzahlungen auf Postscheckkonto Deutsche UnionBank A.-G., Berlin NW. 7. Konto Nr. 4396 und bei Alex Pagels, Bezirksverband, Lindenstr. 3 eingeleiteten Berfahren einstweilen vom Amt suspenbiert worden. Die deutsch nationale Stadtverorbneten frat. tion hat einen Antrag eingebracht, um die Angelegenheit zur Sprache bringen zu fönnen. Er steht auf der Tagesordnung der morgigen Stadtverordnetenfibung. Gleichzeitig richtet die fozial Magistrat folgenbe Anfrage: am 24. Januar b. 3. hat der Demokratische Stadtperrrdnetenfradtion an den Bandtagsabgeordnete und Stadtverordnete Rimbel im preußischen Landtag die Behauptung aufgestellt, in der Berliner Schulvermal tung unter Leitung des fommunistischen Schulrats Baulsen würden Nadttänze geübt. Was ist an diesen Angaben wahr?" Bürgerliche Blätter verbreiten die ihnen aus dem Lager ber ftreifenden Aerzte zugetragene Nachricht, die Borstände ber Stranfenfassen hätten bem Oberbürgermeister Böß die Er. flärung abgegeben, daß sie das Angebot der erste, wieder zu den alten Bedingungen zu arbeiten, angenommen haben. Das ist, wie so vieles, was in der letzten Zeit von dort aus per. breitet worden ist, wieber einmal darauf berechnet, Stimmung zu machen. Wahr ist, daß die Kaffenverbände den Aerzten die Frage vorgelegt haben, ob sie bei ihrem Angebot auch die Ronse. quenzen, bie sich aus der Rechtsauffassung des Reichsarbeitsministeriums ergeben, mit über nehmen wollen. Wie mir hören, geht das Reichsarbeitsministerium von dem Standpunkt aus, baß die Aerzte burd die Herbei. führung des vertraglofen Zustandes den Kampf begonnen haben, baß banach die Kaffen berechtigt waren, alle zur Sicherstellung der ärzt nichen Bersorgung ihrer Mitglieder nötigen Maßnahmen zu treffen, Ambulatorien einzurichten und neue Aerzte anzustellen, und daß bie zu ben Raffen zurüdfehrenben erste bie Roften tragen müssen. Hiernach wären von dem ben Aufrufung der preußischen Halbdollarscheine. Aerzten zu zahlenden Honorar abzuziehen: alle ben Stessen entstan Im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen werben denen Resten der Einrichtung von Ambulatorien, alle Behälter ber die Notgeldicheine des Freistaates Breußen über 2.10 Goldmar!= bisher angestellten Aerzte und Schwestern der Behandlungsstellen Dollar nordamerikanischer Babrung lautend, vom 26. Januar und der in ihren Privatwohnungen tätigen Aerzte. Außerdem hätten 1924 ab vom breukiichen Finanzminister aur Einlösung auf bie den Streit beendenden Aerzte den mit dem neuen Bergerufen. Die Einlösung erfolgt binnen Monate frist bei der von liner Raffenarztverein abgeschlossenen Bertrag der Generalstaatstaffe bierfür besonders eingerichteten Umtausch anguer? ennen. stelle( Notgeldstelle des Preußischen Finanzministerinme, Berlin, Oranienstraße 106/109) Die Gültigfeit und der Umlauf der fibrigen noch nicht aufgerufenen preußischen Notgeldiceine( Stücke über 0.42, 1,05 und 5 Goldmart) bleiben von diesem Aufruf un. berührt. „ Opfer des Samples". 21 Im Borwärts" Nr. 37 vom 23. Januar 1924 veröffentlichten wir eine Zuschrift des Geschäftsführers der Ortstrantenfaffe für das Budybrudgewerbe zu Berlin. Der Verfasser beabsichtigte die Kenn zeichnung des Dr. med. Wolff Eisner, der in der offi. fchen Seitung" durch Echilderung der einem Mitglied der Allgemeinen Drisfrontentesse Berlin von einem Arzt widerfahrenen Behandlung die mangelhaftigteit der ärztlichen Bere forgung hatte zeigen wollen. Hierzu erhalten wir folgende 3u fchrift: 22 Die Tatsache, daß Sie sich mit meiner bescheidenen Berfon fo ein gehend und irreführend befchäftigen, gibt mir Beranlassung. Sie auf Grund des§ 11 des Preffegefeges um folgende Berichtigung zu er fuchen: 1. Ich bin nicht Geschäftsführer", sondern mar vor 2½ Jahren der Gründer und bin jekt ehrenamtlicher Beiter bes Bundes der Bersicherten". 2. Die Zufügung meiner Eigenschaft als afabemischer Lehrer berührt natürlich in leiner Weise die Frage ber Unparteilichteit und erfolate zu dem Zwede, um zu zeigen, daß mir ein maßgebendes Urteil über die schweren Bersäumnisse, melche den Tod des Herrn Kortmann bedauerlicherweise verursacht haben, zusteht. 3. Es ist ummahr, daß ich Mitglied des Proletarischen Gefundheitsdienstes" bin oder war. 4. Es ift unwahr, daß ich irgend wie an ber herbeiführung des vertragslosen Zustandes zwischen Aerzten und Krantentassen beteiligt gewesen bin. 5. Es ist unwahr, daß ich dem Urteil der hohen Feme" irgendwie naheftehe. Das Sonderbare Elaborat habe ich erst durch Ihre Veröffentlichung zum ersten Male zu Gesicht bekommen. 21 Dr. A. Wolff- Eisner, Brivatbogent für innere Medizin an ber Universität Berlin. Brandenburgischer Bezirksparteitag. 16. und Senntag, den 17. Februar, feinen diesjährigen Der Bezirksverband Brandenburg hält am Sonnabend, den Delegierte Quartier zu beschaffen und beabsichtigen, ihnen FreiBezirksparteitag ab. Wir haben für zirka 60 auswärtige quartiere zur Verfügung zu stellen, um dadurch nicht unerhebliche Mittel für den Wahlkampf zu ersparen Parteigenoffen, die einen Delegieiten für die Nacht vom 16. jum 17. Februar aufnehmen wollen, bitten wir dringend, uns umgehend genaue Namen und breffen mitteilen zu wollen. Etwa bestehende Wünsche bitten wir gleichfalls zu äußern. Bezirksverband Brandenburg, Berlin SW. 68, Lindenftr. 3. Zu den gemeldeten Betriebsverstärkungen der Straßenbahn, die heute in Kraft treten, ist noch nachzutragen, taß bie Linie 69 einvierteftündlich bis Friedrichsfelde geführt wird; vom Freitag, den 1. Februar, ab, treten folgende Betriebserweiterungen hinzu: Die Linie 57 wird während bes ganzen Tages einviertelstündlich nach Rosened geführt. Die Linien 91 und 191 merden jede einviertelstüntlich betrieben, und zwar bie 91 zwischen Görliger Bahnhof und Halensee, die 191 zwischen Spittelmarti und Rosened. Beide ergänzen fich zu einem 7- Minuten- Betrieb. Zu dem Großfeuer in der Siemensfchen Moforenfabrit in Marienfelde teilen die Siemenswerte mit: Der Brand dehnte fich in ganz furzer Zeit über das gesamte Gebäude aus. Von dem Bau ist nur der an der Straßenfront liegenbe Teil, der Wohnzwecken dient, erhalten. Der Neubau, der nahezu pollenbet ist, ist unversehrt geblieben. Der Betrieb ist stillgelegt, wird aber in anderen Räumen in türzester Zeit wieder aufrenommen werden. Ueber die Ursache des Feuers fowie über den Schaben läßt sich zurzeit noch nichts näheres angeben. Die benachbarten Feuerwehren find fofort zur Etelle gewefen. Wir verzichten auf Erörterung der Frage, ob diese Berichti gung in ihrer Form dem Bressegesetz entspricht und überhaupt gebracht zu merden braucht. Durch ihre Veröffentlichung wollen wir gern bazu beitragen, daß die Leser des Vorwärts" den Herrn Privatbozenten ganz genau tennen lernen. An der Her beiführung des vertraglcsen Bustandes zwischen Aerzten und Krantentaffen( er meint ben Streis der Aerzte gegen bie Kranten laffen) ist er nicht beteiligt" gewesen, aber er wird ja wohl nicht bestreiten wollen, daß er die Aerzte in ihrem Vorgehen geren die Krantenfaffen nach tràften unterstüßt. Er ist nicht Geschäfts führer" des Bundes der Bertierten, dessen Stellung. nahme zum Aerztestreit den Aerzten so erwünscht ist, sondern er mar Gründer und ist jetzt ehrenamtlicher eifer". Wer wird glauben, daß für die Beurteilung der Stellungnahme des Bundes Der erficherten zum Veratestreif und der Attode des Herrn Dr. Wolff- Eisner burch biefe lächerliche Wortspielerei irgendichtbild versehener Ausweise befinden, die sie ausetwas geändert wird? " Cines wollen wir hier festnageln. Wir erinnern uns nicht, daß jemals die Aerzte felber einen der Ihrigen, einen regelrecht approbierten Arzt, öffentlich durch den Verwurf der Bernachlässigung eines Kranten bloßgeftellt hätten. Erst jeht. wo es sich um einen Arzt handelt, der im Gemensah zu feinen Rollenen auf die Seite der Krantenfaffen getreten ist, femmt uns eine berartine B'oßstellung vor Augen. Und jeßt beeilt sich auch die Bolsische Zeitura", die burch Herrn Dr. med. Wolff- Eisner in einem ellenfangen Artikel beforate Blosstellung in ihren Enelten zu veröffentlichen. Der..or. märts" hot im Laufe der Tohre über eine reichliche Reihe von Fallen berichtet, in denen Raffenärzte sich genen Rassenmitglieder fehr einenartin benrmmen hatten. Demals haben mir nicht bemerkt, boh büroerliche Blätter fich an der Rennzeichnung jener Aerzte be. teiligt hätten. Nacktkultur in Gemeindeschulen. Eine deutschnationale Hehe. Im preußischen Lardiag hat wie im Vorwärts" bereits ge. meldet wurde, der deutschrationale Abgeordnete Rimbel von an geblich in einer weltlichen Gemeinde'chule Berlins aufgeführten Nadttänzen" erzählt, die sogar die städtische Schulverwaltung veranstaltet" habe Er nahm das zum Unlab, genen den Magiftrat und die Schulverwaltung vorauschen. und versuchte bemit zu beweisen, bak für Berlin eine andere Birt fchaft herbeigeführt und zu diesem Zwecke boldigst Neuwahlen zur Stadtverordnetenverfammlung und zu den Bezirksverfammlungen bernenommen werden müßten. Eeitbem wird in rechtsstehenden Blättern eine Hege betrieben, die offensichtlich auch darauf abzielt. bie meltlichen Schulen und ihre Lehrerschaft her bauleken. In Wirklichkeit handelt es sich nicht um Radttänze". fondern wie fchen im Landtag unfer Genoffe Bent hem Deutschnationalen erwidert hat, um rhnthmisch gnmnastische Uebungen, die in her Moabiter 254. Gemeindefch ufe unter Leitung des Lehrers Adolf Soch vorgenommen worden find und bei denen bie Rinber völlig nadt waren. Die Schulverwaltung hat diese Falfche Finanzbeamte, Angebliche Finenzbeamte haben in iünster 3eit in Berlin wiederum mit Erfolg Steuerbeträge von kichtgläubigen Steuerpflichtigen eingezogen. Obwohl wiederholt 1or Bahlungen an Schwirbler gewarnt worden ist, wird nochmals Sarauf eufmerifam gemacht, Steuerbeträge nur an solche Beamte zu zahlen, bie fich im Belize ordnungsmäßiger, mit drücklich zur Empfangnahme von Zahlungen berechtigen. Das fozialwiffenfchaftliche Seminar legt am Donnerstag, ben 7. Februar, feine Arbeiten fort. Die Eignung findet diesmal im Ronferenz faal des Borwärts Rebaltion( 4. Soi IV) statt. Die Teilnehmer werben gebeten, pünktlich um 7%, Uhr zu erscheinen. Sprech- Chor für Profetarliche Feierstunden. Die lebungsstunde am Donnerstag, den 30. Sanuar, fällt aus Nächte Uebungstunde am Don nerstag, den 7. Februar, abends pünktlich 7, Uhr in der Sobbienschule, Beinmeisterstraße 16/17. Ausgabe der Starten zu den Feierfunden. Der Arbeiter- Mandolinenverein Preffo"-eutölin( Mitglied bes beutichen Arbeiter- Mandolinikten- Bundes) gab am 27. Sanuar unter Leitung feines Dirigenten Rudolph in dem Bellenaefängnis ein Mandolinen Konzert, bas ten größten Beifall der Zubo.er fand. Es ist das erstemal, bak ein Arbeiter Mandolinenverein fich einem folmen 8wed zur Verfügung gestelt bat. Jufernat. Bund der Kriegsgeaner, Berlin. Mittwoch, den 30. Januar, abends 7 Uhr, öffentliche interbliebenenperiammlung in den opbleniälen", Corbienne., die ein machtvoller Breteit der Striegs. hinterbliebenen gegen eine Berfchlechterung ihrer Fürsorge sein soll. Radio: Deutschland Argentinien. Großfeuer im Leipziger Panorama". Gegen 11 hr vor mittags entstand in dem auf dem Königsvlak gelegenen Banorama gebäude ein Großfeuer. Die gesamte Feuerwehr Leipzigs ist an der Brandstätte. Jufolge der groten Nauchentwidlung Tonnie nur mit Hilie der mechanischen Leitern von außen ber gegen das Feuer angekämpft werden. In dem Gebäude befindet sich im unteren Etod eine Restauration und im ersten Stod ein großes Staffee. Letzteres scheint ein Opier des Feuers zu werden. In dem Gebäude war früher das bekannte Böllerschlachtpanorama untergebracht. Bawiudet( Rhode Island, Vereinigte Staaten von Nordamerika) Eine folgenschwere Gasegpfofion. In einem Mietshause in entstand eine Gaserplosion, die zu einem großen Schadenfeuer führte. Eine große Anzahl der Bewohner fam in den Flammen um; fteben Leiben fonnten bereits geborgen werden. Das Ergebnis der amtlichen Digmulden"-Untersuchung. Die von der Regierung zur Untersuchung der Uriache der Digmuiden Katastrophe eingelegte Stommission veröffentlicht jeßt das Ergebnis ibrer Unterfuchung. Danach ist die Katastrophe durch einen Defelt in der Beleuchtungsanlage in einer Höhe von 4500-6000 Fuß verursacht worden. Die Opfer des Brgwerts. 31 Bergleute find ber gemeldeten großen Crplefion in Ecranton( Pennsylvanien) zum Opfer gefallen. Bier werden noch vermißt. Die weiteren Nachforschungen sind auf gegeben worden. Sport. Beginn des 11. Sechstagerennens. In jedem Jahr, turz vor Beendigung der Wintersaison im Rab. rennsport, geht tas Sachstagerennen vor sich. Die bei diefem Kräftemessen der einzelnen Fahrpaare fich entwickelnden Kämpfe verfügen über fo sporlich intereffante Momente, daß biefes Rennen über 145 Stunden eine besondere Anziehungskraft auf alle in ber Potsdamer Straße auch gestern abend schon lange vor Radsportfreunde ausübt. Was wunder, daß der Sporipelast Beginn eine beängstigende Fülle oufwies. Den Borstellungsreigen eröffnete gegen 9 Uhr das Fahrerpaar Bauer- Krupkat. Dann folgten weiter die einzelnen Paare, mehr oder minder freudig be= grüßt. Nachdem die Räder noch einer iegten fritischen Musterung unterzogen waren. ertönte endlich der Startschuß. Richard Huschte führt, dann folgen Abwechselungen, Amerifa, Italien und wieber Deutschland. Als das Glodenzeichen ertönte, das die er tungsgruppe 10 Runden vorher angeiat, tam etwas mehr Leben in bie bie erste Macht einleitete.( Jede Wertung enthält 5 Spurts die Fahrerpaare Dann begann um 10 Uhr bie erste Wertung. à 10 Runden und werden dem ersten 5, dem zweiten 3. dem drit ten 2 und dem vierten 1 Burft angerechnet.) Den ersten Spurt gewann Saldow vor Bauer, Huschte und Schrefeld. Der zweite Epurt brachte den Eicg Colle vor Kruptat, Lorenz und Münzner, Den dritten Spurt holte uschte vor Schrefeld, Saldom und Schrage. Der viere Epurt hot'e das Ergebnis: 1 Stellbrint 2. Rrupfat, 8. Rcht, 4. Mürgner. Beim fünften Spurt geht Sal dom vor Kaifer. Bauer und Techmer durchs 3izl. Zurückgelegt waren in einer Stunde 41 Rilometer 630 meter. Groß- Berliner Parteinachrichten. chinng, Gaalordner ber zelfe 1-6 ur öffentlichen Bersammlung am gret. tag in der Brauerei Königstadt müssen alle Ordner, mit Binden versehen, um 6 Uhr zur Stelle fein, 2. Areis Tiergarten. Donnerstag, den 81. Januar. 7 Uhr, Schiebsligung bei Trumper, Flensburger Str. 3. Die Funktionäre der 10. Abteilung haben pünktlich zu erfdeinen, bie Ghiebetommission 1 Stunde früher. 3. Ateis Webbing: Tantom, Reinidenbarf! Der Referententurfus beginnt am Mittwoch, den 30. Januar. 7 Uhr, im Spelfejaal der Fortbildungs foule, Grünthaler Str. 5 Um rege Teilnehme mird bringend gebeten 5. Rueis Friedrichshain. Donnerstag, ben 31, Sanuar, abends 7 Uhr, e weiterte Rreisvorstandstigung bei Rofin, Grbener Str. 19. 7. Reis Charlottenburg. Donnerstag, den 31. Januar, 7 Uhr, in der Auto ber 2. Gemeindeschule. Bestalozziftr. 89/90. Jahresverfammlung der freien Schulgemeinde. Borttaa bes Beroffen Dr. Edhur über: Die Not ber beutfchen Kinder und Wege zur Abhilfe." Rechenfchaftsbericht des Bor ftandes und beffen Neuwahl. 11. Rreis Echöneberg- Friedenau. Ausfchuk für Arbeiterwohlfahrt! Donners tag, ben 81. Januar. T½ Uhr, Ronferens bei Rosenthal, Cberstr. 66. Referent: Dr. Bernstein über: Unterernährung und Alkoholismus." 14. Kreis Neukölln. Jungfosialisten und Arbeiterjugend. Donnerstag, 7½ t im Jugendheim. Mindener Str. 52 II, Vortrag des Genoffen Fergentreu über: Recht und Wirtschaft. Gäfte miltammen. Bildungstommiffion. Freitas abend pünktlich 6 Uhr Brauerei Ränightabi beim Genossen Koch fich melben. Heute, Mittwoch, den 30. Januar: 31. 61. Die für heute. Mittwoch, angelegte Mitgliederverfammlung fant aus unb findet eine Mode päter in der Schulaula SdBnfließer Str. 7 ftatt.Donnerstag, ben 31. Januar Funktionärkung bei Goldfchmidt. Stolpische Str. 36. Die Rrcisvertreter find eingelaben. Frauenveranstaltungen am Mittwoch. den 30. Januar: 53. bt.. Charlottenburg. 7 Uhr Lokal Sur, Ufnau, Ede Suttenstraße. Thema: Die tommenden Reichstagswahlen." Referentin: Genossin Rnned, M. b. S. 102. Abt. Baumschulen weg. 7 Uhr bei Sak, Baumschulenftr. 72. Rezitationen des Genoffen Safemann. Bericht von der Funktionärinnenkonferenz. 39. Morgen, Donnerstag, den 31. Januar: t. 7 hr bei Redling, Waffertorir. T, Elternbeiratssigung. 48. Abt. 7 Uhr Elternbeiratsfisung bei Redling, Waffertorftr. 7L 86. st. Marienborf 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Rönigstraße. Theme: Schulfragen. Referent: Genoffe Dr. Löwen ftein, M. b. 9. Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 31. Januar: 74. Abt. Rehlendorf. Frauengruppe. 7½ Uhr bei Schnorre, Botsbamer Str. 3. Borlefeabenb qus Emmy Froehlich Die Frau, der Einkaufskorb und der Ronfumverein. Berzehramang ist aufgehoben. * 84. bt. Santwis. Freitag, den 1. februar, pünktlich 48 hr. Funktionär. figung bei Runge Derfflinger, Ede Siethenstraße. Wichtige Tages srbnung. Erscheinen Bflicht. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Bon verfchiebenen Abteilungen sind bis heute noch feine Theatermarten für die Abonnementsvorstellung em 10..bruar abgeholt worden und bitten wir, diefes heute. Mittwoch, unbedingt nachzu holen. Abonnementsmarten toften pro Stüd 60 Pf., Cingelbarten 85 Bf. Gleichzeitig machen wir darauf aufmertfam, baß am 17. Februar eine Prole. tarifche Feierftunde" stattfindet und sind Rarten zum ermäßigten Breife bot uns zu haben. Heute, Mittwoch, den 30. Januar, abends 7% Uhr: Friebrichshagen: Jugendheim. Edharnwebersiz. 105 Bartrag: Alaffen. tampf." Rarow: Restaurant Rum Bantgrafen", Bantgrafenstraße, Mite glieberverfommlung. Lite aberg M.: Jugendheim, Doffeftraße. Distuffion: Die politifdie Lage." Zaifenstadt: Stallfchreiberfir. 54( 8immer 15), Bore Echönhenfer Borstadt: Sonnen Grundbegriffe der Bollewirtidaft." Tempelhof: Germaniaftr. 4/6, Bortrag: Staat und Sozialdemokratie. Bichtenberg Rorb: Bartaue 10, Bortrag: Echönheiten der Mart." " Am Freitagnachmittag 3 Uhr ist bie neue Großfunfenburger Str. 20, Bortrag: Arbeiterfchriftsteller und Dichter." station Monte Grande bei Buenos Aires, bei deren vor etwa zwei Jahren begonnerer Herstellung deutsche Arbeit un hervorragendem Maße mitgewirkt hat, vom Präsidenten der argen. tinischen Republit, de Alvear, eingeweiht worden. Als erste Depesche, die auf bem neuen Wege befördert wurde, ist folgendes Telegramm bes argentinischen Präsidenten an den Reichs. präsidenten abgesandt werden: Es ist mir eine Freude, Ihnen, Herr Heichspräsident, durch Bermittlung der in diesem Augenblid eingeweihten Großfunfenftation Monte Grande den Gruß der argen tiniffen Regierung und den Ausdruck der Sympathie unseres Bolles usb feiner Wünsche für das Gedeihen der deutschen Republit zu übermitteln." Der Reichspräsident hat darauf geantwortet: Durch Bermittung der radiotelegraphischer Station in Monte Grande habe ich Ihre Grüße erhalten, Sh dante dafür aufrichtig und erwidere fie mit herzlichen Wünschen für Argentiniens Bolt und Regierung. 3ch hoffe, daß die neue Verbindung bozu beträgt, die Beziehungen der beiden befreundeten Rationen zu fördern und zu vertiefen." Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Berein fozialistiseer erate. Generalversammlung Freitag, 1. Februar, abends 8 Uhr, im Bortragssao! brs Städtijden Sauptgesundheitsamts. Fifcher Straße 39/42. Bericht des Borfandes, Bahl b: s Borstandes, Berschiedenes. Landsmannschaft ber Echleswig- Holsteiner. Donnerstag. 31. Januar 1924, abends 8 Uhr, Restaurant Jakob Esser Köpenider Str. 70a, Bereinssitung. Bertrag des Landsmanns Thomas Peterfen; Reifeerlebniffe in Schleswig Holftein und Dänemark." Blattbeutfche und Gesangsvorträge. Banbsleute, Damen und Herren, find willommen. Geschäftliche Mitteilungen. hans am Oranienburge: Sor bringt in ihrem heutigen Inferot eine Serie Die Firma Kurt Grob, Friedrichfit, 118, bas bekannte Serrenkonfettions. billiger Tage, die sicher allgemeinen Beifall finden bürften. Fort mit dem Ausnahmezustand! Auf der Tagesordnung der geftrigen Landtagsfizung stand der tommunistische Urantrag auf Aufhebung des Ausnahmezustandes. Abg. Dr. Meyer- Ostpreußen( Komm.) begründet den Antrag. Mehr und mehr wird der Belagerungszustand benutzt, um die ge famte Arbeiterbewegung zu fnebeln. Der schlimmste Mißbrauch wird von den Juſtizbehörden mit dem Ausnahmezustand getrieben. Der reationäre Staatsanwalt Dr. Thomas in Rönigs berg hatte mit ganz fadenscheiniger Begründung mehrere Kommu niften in Untersuchungshaft genommen. Als sich die Unmöglichkeit bes Haftbefehls herausstells, schrieb diefer Staatsanwalt dem Mili. türbefehlshaber, er müsse leider die Untersuchungshaft aufheben, en pfehle aber, die Betreffenden in Schuhhaft zu nehmen. Die Schutzhaft führt zu den tollsten Mißbräuchen. Ein Arzt ist acht Bechen in Schuhhaft gesteckt worden, weil er ärztlicher Berater des Arbeiter Eamarikr. Bundes mar. Im Behrtreistom. mando IV ist ein Schußhaftbefahl fo formuliert worden:„ Der Jude N. N. ift in Schubhaft zu nehmen." Gin Bürgermeister wurde mit der Begründung in Schuhhaft genommen, er habe immer geçen die Fabrikanten Sllung genommen. Der thüringische Militär befehlshaber Hasse mißbrauchi feine Macht, um fommunistische, jozialdemokratische und demokratische Lehrer und Beamte des Amtes zu ents- gen und dafür seine politischen Gesinnungsgenossen unterzubringen. Redner wendet sich gegen den sozialdemokratischen Ber liner Bolizeipräsidenten und andere sozialdemokratische Beamte im Reich, denen er Schifanen gegen die Rommuniften vormirft. Abg. Dr. Hoffmann- Münster( Dnat. Bp.): Die Kommunisten verfolgen das Ziel, die bürgerliche Gesellschaft hinwegzufenen.( Sehr rich i! b. d. Komm.) Dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn das Bürgertum sich das nicht ruhig gefallen läßt. Die Frage, ob der militärische Ausnahmezustand burch den gidilen erlegt werden tann, müssen wir verneinen. Das Bürger tum hat in weiten Kreifen zu der Schubpolizei nicht das Bertrauen, daß fie imftande ift, Ruhe und Orbnung aufrecht zuerhalten. Minister Severing hat der Schußpolizei nicht Diejenige Stärtung angedeihen laffen. Die das Bürgertum erwarten muße. Er hat in elrem Erlaß rom 3. November 1998 verfünt daß bei der Arifüllung der Bolizeimannschaften unter Berücksichtigung aller der Reierungstoalition angehörenden Barteien der Erfaz aus den zur Berteidigung der Republit entfchloffenen Kreisen zu entnehmen fei. Demnach sollen in erster Linie Sozialdemokraten umb Gewerkschaftler in die Schupo eingeftellt werden. Wie foll aber eine fo zufammengefeßte Boliget mirtfam eingelegt werben, wenn es gegen Streits geht, die von benfelben Gewerkschaften inszeniert find. Innenminister Severing meist barauf hin, tak schon vor einigen Monaten in einer Ronferenz der Ministerpräsidenten der preußische Minister. president sich mit den Bertretern der übrigen Einzelstaaten dahin nerftändigt hat, bei der Reichsregierung die Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes zu befürworten. Diefe Stellungnahme wird von der Staatsregierung auch heute noch als richtig anerkannt Der. Minister wendet sich dann genen bie Ausführungen des Abg. Hoffmann- Münster, der im Gegensah au anderen Mitoflebern der deutfcnationalen Frattion heftine Angriffe argen die Schuhvolizei gerichtet habe Benn die Auffaffung des Aba. Hoffmann rich'in wäre, dann tönnte die Aufhebung bes militärischen Ausnahmezustandes überhaupt nicht erfolgen. Selbstver ftänb'ich find wir in abfehbarer. Beit nicht in der Lage, die Stärfe Der Schuknolizei zu beftimmen, mie mir das wünschen. Wir find Darin abhängig non den Beftimmunren des Bersailler Ber. trages. Ter Ausnobmeauftant darf nicht zur Regel werben: er Derfi- rt fonft an Achtung. Es wäre überflüffig, noch ein besonderes Lob für die Schutzpolizei auszufprechen. Grund ihres Wohlwollens für die Reichswehr von diefer Forderung| mäßigen Zustände mehr, um fo endlich zu ihrer Dittatur ablaffen. Halte man auf der Rechten etwa das Ansehen des Ge nerals Hasse in Thüringen oder des Generals v. Tichischwih in Stettin nach den unglaublichen Mißgriffen, die sie in Ausübung der vollziehenden Gewalt begangen hätten, für gesteigert? General v. Loßberg in Münster hat, allerdings symbolisch" als Erziehungsmittel beim Militär die„ päterliche Ohrfeige empfohlen. In der Zeit des Rapp Buties hat eben derfelbe Herr v. Leßberg von Raffel aus eifrigit für Rapp fich aufgetan. Und eben dieser Herr v. Loßberg barf es fich jetzt leisten, Versammlungen zu verbieten, in denen der frühere Reichsinnenminister Soffmann feinen Wählern Bericht erstatten will! Wenn wir mit Recht empört find über die schändlichen Erzeffe der französischen Generäle und Offiziere im befehlen Gebiet, so dürfen wir nicht felbft den FranBofen die billige Gelegenheit geben hohnlachend auf Sachsen und Thüringen zu verweisen. Warum wird der Ausnahmeauft anb überhaupt noch aufrechterhalten? Es geht ja in ganz Deutschland viel ruhiger zu als noch vor 3 oder 4 Monaten; der Bärm, der noch wahrzunehmen war, tam von deutschvölkischen Seite. Herr Hoffmann scheint den Ausnahmezustand verewigen zu wollen; ez und die um ihn möchten am liebsten gar feine verfassungsWirtschaft Billiges Saatgut. In den Sälen des Zoologischen Gertens fand gestern, Diens. tag, der V. Ilgemeine Deutsche Saatenmartt bei reichlichem Angebot befter Ware statt. Die Deutsche Tageszeitung" bringt es fertig, ihren Lesern nur ganz nebenher Breise einiger weniger wichtigen Sämereten mitzuteilen, Bon den Angeboten in eigen und Rogaen schreibt sie überhaupt nights. Da bei logen auch die Breise für dieses Saatgut in bester Qualität nicht unerheblich unter den legten Retierungen der Berliner Probuttenbörse! Dennoch wurde nicht viel gefauft; es wird mit roei'erem Rückgang ber Preise gerechnet. Damit müssen sich aber die Produktionstosten der Landwirte verbilligen. Nahezu täglich flagt die Deutsche Tageszeitung" über die Höhe der Produktions toften. Jezt, da sich deren Barbilligung mertbor modyt unter richtet sie ihre agrarischen Befer nicht. Bir nehmen natürlich an, bak das nur ein Bersehen ist. Oder sollten da unausgesprochene Absichten bestehen? Differenzen Offo Wolff- Sowjetrußland. Der Otto Wolff Ronzern hat seinen im Jahre 1922 abgeschloffenen Kongeffionsvertrag, wonach der Konzern gemeinsam mit der Sowjetregierung die Deutsch- Ruffische Handels A.-B.( Ruß gertorg" begründete, gekündigt. Der Grund der Kündigung besteht in geschäftlichen Differenzen. Der Konzern erhebt gegen die Sowjetregierung den Borwurf vertragswidrigen Berhal tens. Die ruffische Handelsvertretung hat ihrerseits Auftrag erhalten, falls der Konzern zustimmt, den Bertrag ohne Einhaltung der Kündigungsfrist mit fofortiger Wirkung aufzulösen. Die tatsächlichen Vorgänge, die zu diesem Konflikt geführt haben, find schwer erfenntar, obwohl die beiden Kontrahenten die Presse mit Ertlärungen bombardieren. Die vom Dt o- Wolff- Kongern ausgesprochene Kündigung des russischen Kongeffionsvertrags berührt, wie dem Ost- Expreß mitgeteilt wird, aufs engste die Interessen waiter deutscher Wirt faftstreife, weil sie mit verschiedenen grundsäglichen Fragen Was die Schuhpolizei in den legten Jahren geleistet hat, zusammenhängt, von deren befriedigender Lösung nicht nur die spricht für sich selbst. Entwicklung des deutsch- russischen Geschäfts abhängt, sondern auch ( Beby. Zustimmung b. b. Mehrheit.) Mach der Auffaffung des Herrn das Problem des Ausgleichs zwischen russischen und ausländischen Hoffmann wäre bei Rechtsorganisationen erst besonders zu erwägen, Wirtschaftsintereffen, Gegenüber der Andeutung des russischen ob und wie zugefaßt werden felle. Bei Linfsorganisationen bagegen Stommuniqués, daß auf die Kündigung pofitische Gründe Einfluß müsse man streng zufaffen. Damit würde ich die Schuhpolizei zu gehabt hätten, wird betont, daß damit Fragen von größtem wirt einem emfeitigen parteipolitischen Juftrument machen. Als in ben ersten Novembertagen die Gerüchte über die Aufstellung Schaftlichen Interesse auf das politische Gebiet hinübergespielt wür bayerischer Freikorps an der thüringischen Grenze bekannt wurden, ben, mit dem sie nichts zu tun hätten. Es heiße die Schwierigkeiten baben sich demokratische und gewerffchaftliche Organisationen der unnötig vermehren, wenn versucht würde, die in den verschiedenen Regierung zur Berfügung gestellt. Ich habe diefe Silfe abge. Wir schaftssystemen beruhenden Gegenfäße mit politischen Erwä lehnt und dabei die Buftimmung aller miliärilchen Kreise gegungen und Atfichten zu verknüpfen, Wohl aber hätten Rußland habt. Dagegen habe ich angeordnet. daß die Büden in der forrie die Staaten, die Rußiend bei seinem Wiederaufbau helfen Schußpolizei fofort reftios ausgefüllt werden. Selbstverständ wollen, ein gleichmäßiges Intereffe daran, daß berartige Fragen lich müffen wir in der Schuppolizei auch alte Armeeoffiziere haben. rein unter dem wirtschaftlichen Gesichtspunft zu einem befriedigen Solange es in Deutfájland noch Berschwörer gibt, Tolange liegt es im Intereffe Breubens, baß wir uns eine starte, organisierte Schug. den Ausgleich fommen. polizei erhalten. Die Ernennun eines fozialdemokratischen Boltsschullehrers zum Polizeiprätibenten in Dort. mund ist feir Ausfluß fozialdemokratischer Betätigung der Berliner Rentralbehörben. Bei mirtschaftlichen Strettigteiten ift ble Schuhpolizei verpflichtet, fich ganz neutral zu verhalten. Bei Ausschreitungen muß fie natürlich eingreifen. Auch von Militärbefehlshabern, die ihren Sie nicht in Preußen haben, ist die Inanspruchnahme der preußischen Schutzpolizei schon erwogen worden. Abg. Dr. Breuk( Dem.) erklärt, feine Graftion werde für den Abg. Dr. Preuß( Dem.) erklärt, feine Graftion werde für den tommunistischen Antrag auf Aufhebung des Ausnahmezustandes stimmen. Die Handhabung ber politischen Bolizei müffe in der Reichsgewalt zentralisiert werden. Die Reichs wehr dürfe nur die Erefutive darstellen. Nach der Weimarer Berfaliung folle die Euprematie der Zivilgewalt über das Mili tär aufrechterhalten werden. Dieser Bestimmung entspricht aber der gegenwärtige Zustand nicht. Wir wollen nicht, daß das An. sehen der Republit, der Demokratie geschädigt werde. Wo bleibt das Ausführungsgeseh zu Art. 48 der Reichsverfassung? Es müße vor allem die Bestimmung enthalten, daß die vollziehende Gewalt niemals aus der Hand der Zivilbehörde in die der Militäre behörde übergehen dürfe. Hoffentlich fommen wir wieder zur Auf stellung eines Heeres, aber eines Milizheeres. Bis dahin muß zwischen bem jetzigen Heer und der Bevölkerung ein Bertrauens berhältnis beftchen. Abg. Ruffner( Soz.): Wie aus den Kreifen des Wolff- Konzerns mitgeteilt wird, ent fpricht ber son ruffischer Seite erhobene Borwurf, daß der Kenzern die eingegangenen Krebi: verpflich ungen nicht eingehalten habe, nicht ten Tatsachen. Der Konzern habe seit der Begründung der Deutsch Russischen Handels A.-G. teinen Lieferungsauftrag zurückgewiesen, burch den die vereinbarten Kredite in Anspruch genommmen werden fellten, und habe auch während der Ruhrbesehung seine Lieferungen cus dem befet en Gebiet und aus dem Auslande durchgeführt. Singegen feien die eingeräum en Strepte von ruffischer Seite nicht nur nicht genügens ausgenutzt worden, sondern die Sowjetregierung Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel and im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung Yom Dienstag, den 29. Januar offiziell festgestellt durch den Landesverband Berlin und Brandenburg des Reichsverband s des Deutschen Nahrungsmittel- Großhandels E. V. Berlin Die Preise verstehen sich in Gold- M. für 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin Gerstengraupen, lose.. 16.25 16,701 Schwarzer Pfeffer singap. 106,70 Gerstengrutze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose..... Maisgrieß Matsouder, lose Ro genmehl 0/1 Hartgrieß 7% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Spelsee bsen, Viktoria Bohnen, weiße, Perl Langbonnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffe mehl Makkaroni, lose. Weiz ngries ***** 16,25-16,70 Weißer Pfeffer. 16.45-167 Pi nent Jamaica. 17,55-17.75 Rohkaffee Zentralam. 20,25- 20,55 Rohkaffee Prime 23,50 23,75 Rohkaf.ee Superior 141,00 79.4 288.00 195,0 177,60 13,5514,5 Röstkafiee Zentralam... 385,00 18.40-19,90 Röstka fee Brasil 260,00 23,00 17,00 23, 0-24.00 Malzkaffee. gepackt 14,50-15,25 Röstgetreide. lose 17,00 18,5 Ersat mischung mit 20% 26,00 27,0 Ka fee, gepackt. 80,00 18,00-18,50 Kakaopu ver stark en dit 120,00 24,00-24, 0 Tee in Kisten Souchon 350,00 30,00-31,00 inlandszucker basis met. 42,88 27.09-33,00 inlandszucker Raffinade 46,38 34,044,06 Zucker Würfel....... 47,38 44 00- 50,03 Kunsthonig 49, O 18,33 Marmelade Einfr. Erdb. 168,20 Marmelade Vierfrucht 50,00-52,00 Siecesalz in Säcken 5,6-6,00 Stemsaiz in Säcken 4,30 4,80 Sledesalz in ackung 6.40 6.80 Steinsalz in Packung 4,80-5,10 Bratenschalz in Tierces 72,10 Bratenschma z in Kübeln 23,00 Purelard in Tierces .. 70,00 40,70 27,40 20,00 27,20 Schnittnude n, lose. Burma II unelasiert Siam Patna I glasiert Grober Bruchreis. 18,78 Reisgries u. mehl, lose 14,25 Wir stimmen dem Antrag der Kommunisten zu. Wenn Herr Hoff. Speiseerbsen, kleine mann- Münster tier auf die Disziplin der Reichswehr ein Loblieb fingt, wie vereint er das mit der Tatsache, daß in Bayern immer noch ein Reichswehrgeneral amtiert, dem sein oberster Chef Ber. faffungsbruch vorgeworfen hat? Der Ausnahmezustand war von Reichs wegen gegen die„ Ordnungszelle" Bayern gerichtet; regen Barern und den bort herrschenden tatsächlichen Ausnahmezustand bat er fich als wirtungslos erwiesen. Wir sind im Gegenfaz zu Herrn Hoffmann dem Minister Severing außerordentlich dankbar. daß er uns mit Hilfe der Schupo vor banerischen Zuständen be. wahrt hat. Die Retwendigkeit der For dauer eines militärischen Rin apfel, amerik. extra Ausnahmezustandes fehen wir nicht ein mit außerordentlichem Be. fremden haben wir wahrnehmen müssen, daß unter dieser Firma eine völlig unerträgliche Umgestaltung und Ber. Cetr. Pfirsiche, cal extra rüttung unferes Rechtszustandes burchgeführt worden ist. Was man uns fälschlich an Umfturagelüften vorgeworfen hat, das führt man jeht als Emmingerei tatsächlich durch! Unter den giftin Früchten diefes Ausnahmezustandes figuriert vor allem auch bas Berbot ganzer Bar'eien der befte Ben, diese Parteien groß zu machen. Nach einer scharfen Auseinandersehung mit dem Abg. Merer- Ostpreußen legt Redner dar, daß der militärische Ausnahmezustand die Generäle der Reichswehr vor politische Aufgaben stellt, denen sie nach ihrem canzen Werdegang nimmer. mehr gewachsen sein können; die Rechte müsse baher gerade auf 123,00 choice. Getr Aprikosen, cal, fancy 158,40 Getr. Birnen ca. fancy 146,70 choice 14.03 Getr Pflaumen. 64,80 Korinthen in Kist. choice 85,20 Rosinen in Kisten Candia 77,40 Desal. Caraburnu. Sultaninen in Kis en. Mandeln, biyere Bari Mandeln, süße Avola Kanee 111 111 111111 Purelard in Kisten 56,00 Margari e, Spezialmarke 59.00- 76,00 Speck, pesalzen, fett. 71,00 speiseta! g in Packung $ 4,00 Speiseta in Kübeln 52,00 Margarine, Handelsmark. 52,00 Corned beef 12 6 lbs p. K. 38.00 91,30 Quadratkäse 103,70 Quarkkase 149,00 Tilsiter Käse, vollfett 162,80 193,50 116,00 Tilsiter Käse. halbiett. Aust. ungezuck. Condensmilch 48/16. 79,00 70,00 80,00 130,00 80,00 Kassia Vera Kümmel, holländischer, 166,0 Nelken Zanzibar 244,70 26,00 In ändische desgl. 48/12 23,00 Inl. gez. Condensm: 48/14 32,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. zu gelangen und das Heft in die Hände zu bekommen. Ein Aus nahmezustand fann aber schon seinem Begriffe nach nur von be schränkter Dauer fein. Wir sehen uns in unseren Berfassungs. zuständen bedroht, und wir müffen schon aus Rücksicht auf das Ausland den Bestand der Verfassung mit aller Kraft zu garantieren bemüht fein. Die Bereinigung einer großen macht. fülle in wenigen Händen muß schließlich die Berfaſſung felbst be brohen; darum fort mit dem Ausnahmezustand!( Bei fall b. d. Sozialdemokraten.) Abg. Hoffmann- Münster( Dnat. Bp.) erflärt, daß auch er feine Beremigung des Ausnahmezustandes wolle. Bei seinen Vorwürfen gegen die Schuppollzei habe er fich nur geren deren Bolitisierung gewandt, wie sie durch den Erlaß des Ministers Severing betrieben worden fel. Die Schutzpolizei müsse unbedingt unpolitiſch ſein. Damit schließt die Aussprache. Nach einem furzen Schlußwort des Abg. Charpentier( Komm.) wird der kommunistische Antrag auf Aufhebung des Ausnahmezustandes mit den Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten, Demokraten und des Zentrumsabg. Stieler angenommen.( Lebh. Beifall links.) Mittwoch 12 Uhr: Grundsteuervorlage. habe den Konzern bei der Erteilung der Einfuhrtizenzen solche Schwierigkeiten bereitet, daß der Umfang der Geschäfte der Ruß gertorg" in feinem Berhöltnis zu den Kreditverpflichtungen des Otto- Wolff- Konzern stand, mit welchen der Konzern bei seinen Rapitalbispofitionen zu rechnen genötigt war. In verschiedenen Fällen, wo der Konzern Geschäfte so weit vorbereitet hatte, boß sie collkommen reif zum Abschluß waren, feien im legten Augenblic ruffische Trusts dazwischen getreten und hätten ihrerseits die betref fenden Geschäfte durchgeführt. Endlich habe die Sowjetregierung die Arbeit der Rußgertorg" in Rußland dadurch erschwert, daß fie die Besehung der deutschen Beamtenstellen durch Verweigerung der Einreiseerlaubnis und durch Ausweisungen durchkreuzte und die ruffischen Beamtenstellen mit ungeeigneten Persönlichkeiten au besehen suchte, Aus den gegenfäßlichen Meinungen ist demnoch vorläufig nur zu erkennen, daß das beabsichtigte Geschäft, abgesehen von der Ruhrbefegung und feinen Folgen beswegen nicht funktioniert hat, weil die metlich- fapitalistische und die öftlich- ftaatskonzessionistische Braris nicht in Uebereinstimmung zu bringen moren. Gold- Buchführung. Soweit die Buchführung in Betracht kommt, ist jetzt auf Grund ber zweiten Eteucrnotverordnung eine Ausführungsverordnung er schienen.( Reichsgefehtlatt vom 29. Januar.) Der§ 1 der Berordnung bestimmt, daß spätestens vom 1. Fee bruar ab alle Buchungen in Goldmart( 10/42 Dollar), Dollar, Pfund, holländischen Gulden oder Schweizer Fronten geführt werden müssen. Das fann ein schöner Brei werden, dmn diese Baluten schwanken ja bauernd in ihrer Beziehung zur Mart. Kein Kaufmann fann wiffen, ob er 8 B. bei einer Buchführung in Schweizer Fronten sich ins eigene Fleisch oder in das anderer schneidet. Die Auswahl der Buchungsvaluben ist so eine Spekulation. Am ehesten erscheint noch eine erafte Buchführung in fittiver Goldmark( 10/42 Dollar) möglich. in Billmart( 1 Billion Bapiermart) zulässig ist. Falls dieses Wert Der§ 2 besagt, daß auch die Buchführung in Rentenmark eder verhältnis nicht mehr gegeben fein follte, müssen die Bücher in Gold, mart geführt werden." Das heißt, daß bei einer auch nur leichter Echwantung unserer derzeitigen, nur im Infand, hier aber all. gemein üblich gewordenen Zwischente ährung( Rentenmark) täglicy alle Buchungen umgerechnet werden müssen. Das Reichsfinanzministerium fcheint sich die Buchführung ver hältnismäßig leicht und die Schaffung der wirklichen Goldwährung recht einfach vorzustellen. Hoffen wir, daß sein Optimismus recht behält. Im übrigen werden Industrie und Handel zu dieser Bererdnung wohl noch einiges zu sagen haben. Keine Henderung des Distonffates. bankpräsident einen furz n Bericht über seine Reise nach London In der Zentralausschußsizung der Reichsbank gab der Reichsund Paris, der zum größten Teil vertraulicher Natur war. De Schacht betonte, daß Gründ: vorliegen, die eine optimistischere 2uffassung ermöglichen Im weiteren Berlauf der Sigung wurde u. a. auch die Reduzierung des Diskontfages für Papiermarffredile erörtert, die aber angesichts der mimmalen und durchaus gesicherten Bapiermarffrebite als gegmstandslos bezeichnet wurde. Neue Kohlenverträge der Eisenbahn. Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß die deutsche Reichs bahnverwaltung fich bemüht, durch deutsche Rohlenlieferungsverträge geltende Kohlenabkommen mit England läuft voraussichtlich im von ten Lasten tes englischen Abkommens loszukommen. Das jetzt März dieses Jahres ab. In den letzten Tagen ist nunmehr ein Abe tommen zwischen der Eisenbahnverwaltung und den deutschen Kohlen ynditaten abgeschlossen worden, wobei die Eisenbahnverwaltung erflärte, einen monatlichen Bedarf von 1 100 000 Tonnen zu haben. Bisher sind jedoch nur 772 000 Tonnen gesichert. Auf tas Ruhrgebiet entfallen hiervon 480 000 Tonnen. Ob aber die Mengen geliefert werden können, hängt im wesentlichen von der Wagengestellung durch die Regie ab. Die Werte im besetzten Gebiet flagen noch immer über Absaß- und Wagenmangel, weshalb auch die Arbeitstrije nach wie vor andauert. Hoffentlich ist die Eisenbahnverwaltung flug genug, endlich Rohlenpolitit zu treiben. Deutsche Kohle muß in ihrer Breis. höhe nicht unbedingt durch die Lieferungsverträge mit der Eisenbahn veranfert werden. PO Eine internationale Bant. Es wird uns mitgeteilt, daß bolländische Banten in Amsterdam eine neue Bant zum Swede ber Durchführung internationaler Geschäfte errichtet baben. Tie Pank erbielt ein volleingezahltes Anfangskapital von zehn Millioner Gulden und trägt den Namen Internationale Bantin m iterdam". Die Stodbolms Enstilda Bant, Stockholm, und die Darmstädter und Nationalbant, Berlin, haben bet der Gründung mitgewirft Die Londoner Vertreter des nene Instituts sind Lazard Brothers& Co. und Lloyds Bank, die sich gemeinsam mit der Whitehall Truft an der Bank beteiligt haben. Die Wirkung der Stillegung der polnischen Notenpresse. In folge der Einstellung des Rotendrucks entstand gestern eine Ponit an der Warichauer Börse. Die ausländischen Devisen beganner rapide au finten. Demnach icheint die neue Notenban! nicht all zuviel Vertrauen zu genießen. Die Regierung hat deswegen einen berubigenden Erlaß berausgegeben. Der Aufruf betont auch, daß eine Dedung der notwendigen Staatsausgaben, wie beispielsweise der Beamtengebälter, nur dann möglich fei, wenn die gesamte Bevölkerung mitwirte, die erforderliche Steuerergiebigkeit und möglichste Ergiebigkeit der inneren Anleibe zu erzielen. Die Regierung habe bereits eine Anleihe auf der Grundlage des Golds franten und Steuerbonds ausgegeben und werde in nächster Zeit andere Papiere auf der Grundlage des Goldfranken zur Ausgabe gelangen lassen. Da die Postsparkasse Ersparnisse auf der Grundlage des Goldfranten annehme, werde die Bevölkerung wieder wie vor dem Kriege in die Lage versegt, Geldersparnisse anzulegen. Im ganzen Lande müsse der gesunde Sinn für Sparen wieder aufleben und auf dieser Grundlage ein gefunder Staatsfrebit er blühen, der Polen so notwendig sei. Demnach will man in Polen ebenfalls der Inflation ein Ende machen. Ein amerikanischer Petroleumskandal. Petroleum ist nicht nur Diplomatie, sondern auch Nebengeschäft. In Amerika sind davon wieber einmal alle Zeitungen voll. Der amerikanische Betroleumfönig Sinclair soll einen Staatssekretär bestochen haben. Erst wurde das von beiden Seiten bestritten, jetzt spricht man von„ Darlehen". Das nächste Wort haben die Gerichte. Vielleicht beleuchten sie die Praktiken jener Geschäfte im Interesse der Deffentlichkeit. ,, RADIO- PRIVAT" heißt die neue Sonderabteilung, die jedem Privatkunden Radio- Apparate durch eigene Monteure, auch außerhalb zuverlässig funktionierend, ohne Mehrkosten aufstellt. Höchste Leistungsfähigkeit. 1 Jahr Garantie. la Referenzen. Austausch älterer Modelle in neue. Lautsprecher wie englische M. 75.-. Wiederverkäufer Rabatt. 100 Apparate sofort greifbar in allen Preislagen. 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