Nr. 61. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pig. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. OesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Militarismus. Mittwoch, den 13. März 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Aber da sitzt er ja auf der Anklagebant, stramm" und| dings etwas andere Formen annehmen als in dem junkerbreit, bald stolz sich spreizend, bald die Augen heilig zum lichen Deutschland, wo das halb mittelalterliche und halb In unserer Zeit der politischen Heuchelei und moralischen Himmel emporschlagend. slavische Oftelbien das fortgeschrittenere Südwest- DeutschFalschmünzerei ist es Mode geworden, die Dinge bei einem Und er sitt sogar an zwei Orten und vor zwei land beherrscht, wie einst Mazedonien das hellenische andern Namen zu nennen, als bei dem von dem gesunden Gerichtshöfen zugleich auf der Anklagebant, ein Kunst- Griechenland. Menschenjagd in den Straßen, öffentliche Volksverstand ihnen verliehenen, und das Mißliebige, Häß- stück, das nur einem solchen Kollektivkörper und Heren- Niedermegelung bürgerlicher Ranaille durch schneidige Offi liche und Uebelberüchtigte entweder ganz abzuleugnen, oder meister möglich ist. In Berlin und in Paris. In dem ziere das sind in Frankreich Unmöglichkeiten. Wer auf mit einem wohlflingenden, das Gegentheil ausdrückenden deutschen Reichstag und in der französischen Kammer. solche Weise dort seinen militärischen Geist bekundete, Worte, wie mit einem Trugmantel zu umhüllen. Im Mittelpunkt der beiden Länder, in denen er sich am würde ohne Umstände und auf dem Flecke gelyucht werden. klassischesten ausgewachsen, und das meiste Unheil ange- Allein, das sind doch blos unerhebliche Verschiedenrichtet hat. heiten Verschiedenheiten in der Form. Das Wesen ist " Es giebt keinen Militarismus!" hüben und drüben genau dasselbe. Die Unterordnung des Angeklagter vor! Reißest Du jahraus jahrein in Staatszweckes unter die Zwecke des stehenden Heeres Deutschland und Frankreich je eine halbe Million, in- die Umdrehung von Mittel und Zweck, Το Europa vier Millionen Männer von ihrer Arbeit und aus daß das Heer nicht mehr des Staates, sondern ihrem Beruf, entwöhnst sie der nützlichen Beschäftigung des der Staat des Heeres wegen da ist, die Greuel des blinden Friedens und erziehst sie zu Massenmord und Verwüstung?" Gehorsams, die Herabwürdigung der Menschennatur, die " Ja, aber" Mißhandlungen der Rekruten und Soldaten, kurz die Inhumanität, Kulturfeindschaft und Gemeinschädlichkeit ist dem Militarismus eigen in Frankreich wie in Deutschland und in allen übrigen Militärstaaten. Es giebt keine Wahlbeeinflussungen durch die Behörden, sagte Fürst Bismarck was die Uebelgesinnten so nennen, ist blos Wahrung der Wahl- und Wählerfreiheit durch die Regierung." Und, es giebt feinen Militarismus" ist die neueste Leistung dieser Mode gewordenen Taschenspielerei des politischen Jahrmarkts. " Es giebt keinen Militarismus was die Uebel gesinnten, und vor allem die bösen Sozialdemokraten so nennen, das ist in Wirklichkeit die höchste Aeußerung der nationalen Seele", die höchste Kulturblüthe und die höchste Tugend; und der militärische Geist", der so schändlich verleumdet wird, ist in Wahrheit der echte deutsche Volksgeist, der im Dienen( bei Leibe nicht in der Bedientenhaftigkeit, denn dann würde Levezzow's Glocke ertönen) seine schönste Bethätigung, und im stummen Gehorsam die erhabenste christliche Selbstzucht erblickt." M So redet man uns vor, und die Rückfälligkeit unserer Kultur kann nicht klarer zum Verständniß gebracht werden, als durch die Thatsache, daß ein solcher Heringssalat( die Heringe jedoch ungesalzen) von muckerisch barbarischen Redensarten für gebildet geltende Menschen überhaupt aufgetischt werden kann. Wir finden uns, wenn wir die Auslassungen unseres Kriegsministers verfolgen, dritthalb hundert Jahre zurück versetzt in die Zeiten des dreißigjährigen Krieges; wir haben wieder die Sitten und Weltanschauungen von Wallenstein's Lager, nur mit dem Unterschied, daß wir heute den Wachtmeister und Kapuziner in einer Person haben. Der Militarismus ist fromm geworden, und das begrüßen wir, denn bei verhärteten Sündern ist das immer ein Vorzeichen des nahenden Endes. " Es giebt keinen Militarismus!" " Ich sehe teine Reaktion," sagte weiland jener Achtundvierziger, als sie auf allen Gafsen herumlief und schon den Säbel zum Staatsstreich schliff. ,, Es giebt keinen Militarismus!" 〃 Den Teufel spürt das Bölkchen nie, und wenn er sie am Kragen hätte," sagt der alte Erzumstürzler Goethe in seinem Faust. Doch nein, die den Militarismus nicht spüren wollen, fennen ihn am besten und kneifen die Augen blos zu, theils um harmlos zu scheinen, theils um das Lachen zu verbergen über die Dummen, denen sie einen so dicken Bären aufbinden. ,, Es giebt keinen Militarismus." Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Skizzen ans dem " ,, Es giebt kein aber"-die Thatsache genügt. ,, Angeklagter, schießest Du auf Vater, Mutter, Bruder, wenn es Dir befohlen" wird?" Ja, aber ,, Es giebt féin Aber" die Thatsache genügt. ,, Hältst Du es für Pflicht, mit Deiner Mordwaffe einen friedlichen Bürger zu zerfleischen, der zufällig Deinen Rock gestreift hat und der nicht hündisch Abbitte leisten will?" " Ja, aber " " Es giebt fein aber"- die Thatsache genügt. „ Ist es für Dich Tienstpflicht, einen friedlichen Bürger, der auf Deinen Ruf nicht stehen bleibt, wie ein dressirter Budel, mitten auf der Straße im Menschengewühl todt zu schießen wie ein wildes Thier?" " Ja, aber" " Es giebt kein aber"- die Thatsache genügt. Ist es für Dich eine Ehrensache, um einer beliebigen Lappalie willen, die Teine sogenannte militärische Ehre" berührt, das Gesetz und Sittengebot zu verlegen und Menschenblut zu vergießen?" " Ja, aber Wer den Dingen nicht auf den Grund geht, dem ist es ein Räthsel, daß ein so gigantisches Uebel, das mit allen Forderungen und Ideen der Zivilisation in so grellem Widerspruch ist, sich entwickeln konnte und dauern tann. Wir Sozialisten, die wir unter die Oberfläche zu dringen streben, wir wissen, daß die Furcht der besitzenden Klassen vor dem Proletariat es ist, was dem Militarismus den Boden bereitet hat. Der Militarismus ist die Etüße und Lebensbedingung des Kapitali smns. Hieraus erklärt es sich auch, daß in Frankreich und in Deutschland nur die Vertreter der Arbeiterklasse, die Sozialisten, es sind, welche den Militarismus bekämpfen und die Befreiung der Völker von diesem furchtbaren Alp sich zur Aufgabe gemacht haben. Wir sind uns sehr wohl bewußt, daß die kapitalistischen Parteien nicht gutwillig auf den Militarismus verzichten werden; wir sind uns sehr wohl bewußt, daß wir die Macht " Es giebt kein„ aber"-die Thatsache genügt. des Kapitalismus zerbrechen müssen, um das System der Ist es wahr, daß Tu, um den richtigen militärischen stehenden Heere aus der Welt zu schaffen. Allein, gerade Geist einzuflößen und an den Ernst des Krieges d. h. des weil dieses so schwer auf dem Volt lastet, gerade weil es Massenmordes zu gewöhnen, Menschen die grausamsten den Interessen der menschlichen Gemeinschaft und den Mißhandlungen erleiden, in brennender Sonnengluth und Forderungen der Humanität und Gesitting so offenbar erstarrender Winterkälte sie zwecklose Märsche und Uebungen und empfindlich ins Gesicht schlägt, bildet der Militarismus machen läßt und aus denkenden und fühlenden Menschen in unserer Hand eins der wuchtigsten und wirksamsten harte und stumme Maschinen zu machen suchst?" " Ja, aber-" „ Es giebt fein, aber" die Thatsache genügt. Agitationsmittel gegen die kapitalistische Gesellschaft. Um so wuchtiger und wirksamer, je mehr der Militarismus auf die Spitze getrieben wird. Der ohnmächtige Zorn Tas Verhör hat noch viel länger gedauert und das unserer Feinde über die Milizanträge im deutschen Sündenregister war noch viel länger, drüben in Paris Reichstag und in der französischen Kammer den einund hüben in Berlin. Und wie frappant die Aehnlich schlägigen Debatten werden wir einen besonderen Artikel keit der Prozeßverhandlungen hier und dort! Ber- widmen ist das beste Zeugniß für die taktische schiedenheiten liegen ja vor. In dem demokratischen Richtigkeit unseres Vorgehens und bedeutet an sich schon Mutterlande der Revolution mußte der Militarismus aller einen Sieg. um die Handlung des Geistlichen vor dem Gesez vollständig bindend und unauflöslich zu machen. Die Flucht Carmen's wurde erst spät entdeckt; erft dann, als die letzten Gäste des Balles davongegangen waren 35 und die schöne Frau Concepcion ihr Lager aussuchen wollte, wobei sie einen kleinen Brief ihrer Schwester vorfand, der südamerikanischen Hinterlande. ihr ihr Verschwinden und das Ziel ihrer Reise angab. stand, daß ein rother Streifen auf ihrer schönen Stirn erEin Blatt südamerikanischer Geschichte. Das junge Mädchen holte tief Athem; dann sprach sie ernsten Tones: Was willst Du auf einen Bescheid warten, den ich Dir sofort geben fann und geben will... eine Frau, die liebt, fennt keine andere Rücksichtnahme... wo Du hin gehst, will ich auch hingehen... wenn Du denkst, daß unjeres Bleibens hier nicht sein kann, so führe mich in Gottes Namen zu Deinem Bruder.. Das Paar verschwand verstohlen von dem Balle, was sehr leicht war. In der Vorstadt Recoleta stand schweigsam Nicanor bei seinen Pferden; er hatte eines mit einem Damensattel bei sich, und als die beiden in der mondhellen Nacht bei ihm antamen, nahm er bewegt die kleine Hand des Mädchens zwischen seine harten Hände und sprach einfach: " Ich danke Ihnen, Carmen, für meinen Bruder und für mich selber. Ihr Entschluß ehrt Gie, und mir giebt er einen Schimmer erneuter Hoffnung; denn wenn es noch Frauen giebt, wie Sie eine sind, dann giebt es auch noch Hoffnung für unser Vaterland, die zu verlieren ich auf dem besten Wege war." Concepcion Bedoya de Gill sich rühmte, direkt von den alten spanischen Eroberern abzustammen. Also hatte ihr Herr Gemahl ernstlichen Grund, dieses kleine Wort krumm zu nehmen. Er griff in seiner Erbitterung nach der Peitsche von Tapirhaut, die er fast immer bei sich führte, und das Unheil wollte es, daß Frau Concepcion der Peitsche so nahe Es gab ein klein wenig Skandal im Hause. Seine schien, in demselben Augenblick, als Herr Bantista Exzellenz wollte den Oberst Meza für die Flucht der beiden die Peitsche fallen ließ. Frau Concepcion wurde schneeverantwortlich machen, was den biederen Mann höchlichst weiß, während der Streifen feurig hervortrat, dann machte entrüstete und mit vollem Rechte. Zum Schlusse beruhigte sie einen Schritt auf ihren Gemahl zu und sagte:„ Früher man sich eben so rasch wieder und die schöne Concepcion liebte ich Dich nicht; aber jetzt hasse ich Dich.. meinte trocken, die dumme Gans solle thun und lassen, was ihr gutdünkte... Auch Herr Gill machte schließlich nicht viel Aufhebens davon. Zu später Abendstunde ging fie, begleitet von ihrer alten Negerin, aus, und verweilte länger als eine Stunde in der Wohnung des General Caballero. Der brave Oberst aber, als er gegen Morgen mit Tas Plünderungssystem, das die Aera Gill im Geseiner kleinen Sicherheitstruppe nach Hause stolperte, folge hatte, nahm mittlerweile seinen ungestörten Fortgang. rieb sich unten auf der Straße seine überwachten Augen Wo es irgend etwas zu stehlen gab, fiel der Präsident mit und brummite halb ärgerlich, halb vergnügt: seiner Verwandtschaft und den von ihm begünstigten Hat einen guten Geschmack gehabt, der verdammte Spießgesellen darüber her wie hungrige Raben über Revolutionär ist ein sauberer Brocken, die kleine einen Kadaver. Man hatte vergeblich versucht, noch ... Carmen... paciencia amigo... weiß der Teufel, wenn eine neue Anleihe in England aufzunehmen, was ja am einmal die andere davongehen wird..." Ende das bequemste Geschäft gewesen wäre, um sich rasch Tie Frau Präsidentin war am Tage nach dem zu bereichern, da man sich einfach das Geld nach Hause Balle in einer sehr ungnädigen Stimmung und dieses tragen lassen konnte; aber dieses Mal verhielten sich die führte zu einer kleinen Katastrophe zwischen ihr und ihrem englischen Bankiers merkwürdig zugeknöpft gegenüber diesen Gemahl. Sie ohrfeigte in ihrer Aufregung einige ihrer naiven Versuchen. Und mit einigem Recht; denn niemand Dienstboten ganz ohne allen Grund, zerbrach einiges von der ganzen Regierung hatte bis dahin im Traume daran Borzellan, und als ihr Gemahl ihr mit irgend einem gedacht, auch nur einen Centavo Zinsen oder Amortisation Worte ungelegen in die Quere tam, entfuhr ihrem schönen für die beiden vorigen Anleihen zu zahlen. Herr Bantista Munde das häßliche Wort:„ negro". Man muß dabei sich mußte also auf andere Art stehlen, und er that es auch Wenige Tage darauf traute der Geistliche in Barrero erinnern, daß das in Südamerika ein arges Schimpfwort nach besten Kräften. 280 immer ein Pfennig in irgend Grande das junge Paar. Das geht in Paraguay rasch vor ist, und man obendrein der Familie Gill nachsagte, daß sie einer öffentlichen Kasse sich vorfand, so fand er bald seinen sich, und es genügt eine einfache Erklärung der Versprochenen, wirklich Negerblut in den Adern habe, während Frau Weg in die Tasche des Präsidenten. Schimpfliche Kontrakte Dolitische Leberlicht. Berlin, 12. März. In der heutigen Reichstags: Sigung wurde die zweite Berathung des Post- Etats fortgesetzt. Unsere Genossen Bebel und Singer brachten eine Reihe von Beschwerden wegen der Sonntagsruhe der Beamten, Dienstalterszulagen 2c. zur Sprache. Diese und andere Monita wurden indeß von den Postgewaltigen wenig gnädig aufgenommen. Es bleibt alles beim alten, das ist der Kurs, unter dem bis auf weiteres die Postverwaltung segelt. Morgen steht der Antrag auf Kündigung des Handels vertrages mit Argentinien auf der Tagesordnung und dürften die Debatten darüber wohl einen sehr breiten Rahmen einnehmen und morgen schwerlich zu Ende geführt werden. den Ertrag der Bodenbewirthschaftung zu heben und damit die doch wiederum nach Lage der jetzigen Regierungspolitik ganz Gefahren abzuwenden geeignet sind, denen die Landbau treibende verständig schien; schließlich bekommt er auch sein ReichstagsBevölkerung zur Zeit ausgesetzt ist. mandat. Und nun ist es wieder nicht recht: Von der Regierung beweiteren Kreisen erörtert wird, je zahlreicher und einschneidender nun will er auch noch sein mit so vielen Opfern er Je lebhafter die Frage der Abwehr des Nothstands in immer kommt er den Eselsfußtritt in Form der Entlassung, und die Vorschläge sind, welche dieser Abwehr dienen sollen, um so gründlicher und sorgfältiger wird ihre Prüfung vor rungenes Reichstagsmandat niederlegen. Die Moral von genommen werden müssen. der Geschichte ist die Erstens, der Mensch sei überhaupt feine Wetterfahne. Zweitens aber, wenn er doch eine ist, dann passe er besser auf, woher der Wind weht. In dieser Erwägung habe ich beschlossen, die gutachtliche Aeußerung des Staatsraths zu erfordern, dessen engere Versammlung durch eine Anzahl Männer verstärkt worden ist, von deren praktischer oder wissenschaftlicher Thätigkeit ein fachgemäßes urtheil über die zur Erörterung stehenden Fragen erwartet werden darf. mit welcher Ste meiner Berufung gefolgt sind. Ich drücke Ihnen meinen Dank für die Bereitwilligkeit aus, Von den Berathungen dieser Versammlung verspreche ich mir den Erfolg, daß die weit aus einander gehenden Auffassungen über das auf dem vorliegenden Gebiete Mögliche und Erreichbare berichtigt und der Verständigung näher geführt, und daß daneben für meine und meiner Regierung Entschließungen werth volle Grundlagen gewonnen werden. lichst zu beseitigen geeignet sind. Seitdem die nationalliberalen Herren Professoren auch von Die„ Kölnische Zeitung" und die Umsturzvorlage. den Fangarmen der Umsturzvorlage bedroht werden, hat die Presse der Partei Drehscheibe die Sicherheit, mit der sie für die Umsturzvorlage eintrat, gründlich verloren. Jezt schreibt die„ Köln. 3tg." in einem Umsturzgedanken" überschriebenen Artikel folgendes: Und man vergesse schließlich nicht, daß man aus unserer Im Abgeordnetenhause wurde heute die zweite BeRechtsprechung, die doch auf persönlichen Grundlagen beruht, rathung des Staatshaushalts- Etats fortgesetzt mit dem Etat unmöglich überall die Ansichten verdrängen kann, die jetzt so eifrig der Ansiedelungstommission für Westpreußen und Es wird mir zur Genugthuung gereichen, wenn die aus an der Arbeit sind, um aus der Umsturzvorlage eine scharfe Waffe Posen. Der polnische Abg. Motty hatte die Aufhebung des Ihrer Mitte hervorgehenden Vorschläge eine Gestalt annehmen, gegen das freie Denken zu schmieden. Der Richter tann ganzen Gesetzes beantragt, und die Diskussion hierüber nahm welche ihre Durchführbarkeit erkennen läßt, und wenn Ihre Bes ebenso wenig aus seiner Haut heraus wie jeder fast eine ganze Sigung in Anspruch. Den Vorstoß führte rathungen sich auf Ziele erstrecken, welche ohne Verletzung anderer andere Mensch und ein ultramontaner Richter würde hier jedennamentlich der Abg. v. Jazdzewski, der das Polenthum berechtigter Interessen und unter Achtung bestehender Bertrags- falls ein anderes Recht finden als ein liberaler; es ist eben als durch das Ansiedelungsgeseh ungebührlich gefährdet verhältnisse den auf der Landwirthschaft lastenden Druck thun- widersinnig, die Erörterung der höchsten Probleme der Menschheit vor ein Tribunal zu zerren. Die Mittelparteien würden darstellte. Die patriotische Vertheidigung der bedrohten Die Verhandlungen, welche vom Kaiser geleitet werden, be- jedenfalls die Stimmung im Lande ganz und gar verkennen, der Abg. v. Tiedemann- Bomst. Der Etat der Ansiedelungs zur Hebung des Getreidepreises" und wurden bis zum Beginn liberalen Blätter, die im vorigen Sommer nach Kräften Position führte außer einigen Geheimräthen in erster Reihe trafen den ersten Gegenstand der Tagesordnung:" Maßregeln wenn sie aus Angst vor der Sozialdemokratie den Reaktionären in diesen Sumpf folgen wollten. Diejenigen national: kommission wurde denn auch schließlich genehmigt und der der Pause, 1 Uhr mittags, fortgefeßt. die weitgehenden Pläne des Grafen Eulenburg unterstützt Antrag auf Aufhebung des Gesetzes abgelehnt. Ebenso Der Antrag Kauit ist heute im Reichstage ein haben, ohne irgend einen flaren Gedanten wurden die Etats des Finanzministeriums, der Staats- gereicht worden und soll noch heute in die Hände der von dem zu befizen, befizen, was sie so dringend schulden Verwaltung, der allgemeinen Finanzverwaltung, Reichstagsmitglieder gelangen. Bis jetzt haben 103 Ab- forderten, denn auch kurz Kehrt und ferner das Etatsgesetz und das Anleihegesez genehmigt. Da geordnete ihre Unterschrift zu dem Autrage gegeben, eine werfen fogar die gesammte, ungleich maßvollere Caprivi'ſche mit ist die zweite Berathung des Staatshaushalts- Etats er- Reihe weiterer Unterschriften steht noch aus. Das Zentrumpfehlenswerth, aber es sollte der Regierung wie den Parteien als Vorlage. Dieses staatsmännische Borgehen ist gewiß nicht emledigt. Nächste Sigung Mittwoch: Verschiedene Anträge.- hat den Antrag nicht unterzeichnet. Wetterzeichen dienen. Aus der Caprivi'schen Vorlage muß alles entfernt werden, was einen Anhänger des freien Denkens durch Uebereifer der Staatsanwälte vor die Schranken des Gerichts bringen fönnte." Die Umfturzfommission hat heute unerwartet rasch Die unzufriedenen Junker haben wohl nicht ohne Abdie erste Lesung der Vorlage beendet. Nachdem die sicht ihren uitiativantrag dem Reichstage zugehen lassen Anträge des Zentrums aus der lex Heinze gefallen waren, zur gleichen Stunde, in der unter dem Vorsitz des Kaisers verzichtete es freiwillig auf den Antrag seines Parteigenoffen die für sie ganz aussichtslose Berathung über ihren Antrag Nadbyl, welcher das Duell mit Gefängniß statt mit Festung begann. bestraft wissen wollte und eine Reihe anderer Verschärfungen beantragt hatte. Nunmehr ist der Boden für die Mogeleien zwischen Zentrum, Nationalliberalen und Konservativen geebnet. Bis zur zweiten Lesung, die nächsten Dienst a g beginnen soll, wird die Verständigung voraus sichtlich erzielt sein, und dann kann sich das deutsche Bolk auf eine neue Knebelung seiner Meinungsfreiheit gefaßt machen. Obgleich die Regierung nicht entfernt erreichte, was sie wollte, erreicht sie schließlich doch mehr, als sie vor sechs Monaten zu erreichen hoffen konnte. Und nach dem Grundsaß, daß der Sperling in der Hand besser ist als die Taube auf dem Dach, wird sie zugreifen in der Hoffnung, später, zu gelegenerer Zeit zu erhalten, was ihr jetzt zu erlangen unmöglich war. Das deutsche Bolt kann sich zu dem Ostergeschenk, das ihm Zentrum, Nationalliberale und Konservative bereiten, Glück wünschen. = Zu den Reichstags Nachwahlen liegt eine Reihe von Meldungen vor, die wir kurz registriren wollen: Für Dresden- Land( Sachsen 6) ist der Wahltag der 25. April. In Großenhain- Meißen( Sachsen 7) soll die Nachwahl nicht erforderlich sein, da die Nachricht von der Mandatsniederlegung des Abg. Lieber dementirt wird. In Passau stellt auch die Demokratie einen Randibaten auf. Es In Erstein Molsheim( Elsaß Lothringen 7) kandidirt der frühere Abgeordnete Born v. Bulach. scheint ihm blos ein sozialdemokratischer Kandidat entgegen gestellt zu werden. Die Eröffnung des Staatsraths. Die Sigung der engeren Versammlung des Staatsraths wurde heute vom Kaiser im Saale des Bundesraths( Reichsamt des Innern) mit folgender Ansprache eröffnet: Meine Herren! " An die ,, Berliner Korrespondenz". Mephistopheles Röller: Ich hab doch Recht!*) Faust, Vorwärts": Hör! merk dir dies Ich bitte dich und schone meine Lunge Wer Recht behalten will und hat nur eine Zunge, Behälts gewiß. ( Goethes Faust". Der Tragödie erster Theil.) Nota bene: An stelle der Zunge tann man auch eine Berliner Korrespondenz" benutzen. Herr von Stolberg, der bisherige Oberpräsident von Ostpreußen, hat ein eigenthümliches Mißgeschick. Erst er flärt er sich für den russischen Handelsvertrag, wie es doch nach Lage der damaligen Regierungspolitik ganz verständig war: da wird er bei Herrn von Köller angeschwärzt und bekommt beinahe kein Reichstagsmandat vom Bund der Landwirthe. Dann thut er Buße beim Bund der Landwirthe; er verschwört sich auf den Antrag Kanit", wie es " " von " " ver Nun bezweifeln also auch die Nationalliberalen die übermenschliche Unparteilichkeit der Richter. Heiter ist auch das Eingeständniß von dem blind wüthigen Eintreten der nationalliberalen Presse für ihr unbekannte Ausnahmegesetze. Zum nationalen Aprilscherz. Die Frechheit, mit welcher der Bettel für den verkrachten Reichsgründer allerdings nur politisch verfracht, finanziell desto erfolgreicher jezt im Reiche des Umsturzgefezes betrieben wird, findet ihres gleichen nur in der Frechheit, mit der die Unternehmer dieser neuesten Geschäftsspekulation behaupten, die Mehrheit des deutschen Volkes stünde auf ihrer Seite. Wenn schon im deutschen Reichstag eine Majorität mehr für einen Bismarc rummel mehr zu finden ist, wie anders wäre erst das Verhältniß, wenn es zu einer Umfrage oder Abstimmung im deutschen Volte fäme! Mit Ausnahme der agrarischen und industriellen Großwucherer und Schienenflicker aller Art, die ihre Mitmenschen nur als Lastthiere und melkende Kühe betrachten, und der aristokratisch- polizeilichen StlavenhalterNaturen, denen ihre Mitmenschen nur Verfuchsthiere für die niederste Herrschsucht sind, schwärmt niemand in Deutschland für das Bismard'sche Regiment. Alles, was Rechtsgefühl und einen modernen Kultur steht, wendet sich mit Etel von einem System Begriff von Menschenwürde hat und nicht außerhalb der ab, das nur möglich war in einer Zeit des tiefsten sittlichen und geistigen Verfalls, wie der untergehende, in sich selbst ver faulende Kapitalismus ihn innerhalb der herrschenden Klasse mit fich bringt. " *) Die Köller'sche Berliner Korrespondenz" schreibt in ihrer letzten Nummer, die allen Berliner Zeitungen bereits gestern, uns dagegen erst heute zuging, folgendes: Rintelen. In unserer letzten Sonntagsnummer war mitDer Vorwärts" dessen Mittheilungen über den Präsidenten des Ober Verwaltungsgerichts Persius der Berliner getheilt, daß der Zentrumns- Abgeordnete Rintelen 1861 in Berlin hauptet jetzt, das Dementi lasse sehr viele Deutungen zu, und bleibt bezeichnet. Fortschrittlicher Kandidat- so weit von„ Fortschritt" Korrespondenz" bereits am 8. d. M. dementirt worden sind, be-( als Fortschrittler kandidirt habe. Dies wird uns als ein Irrthum dabei, seine Behauptungen seien richtig gewesen. Demgegenüber sei zu jener Zeit die Rede sein kann- war damals der„ rothe noch einmal festgestellt, daß weder Minister von Köller selbst, noch Becker". irgend jemand in seinem Auftrage mit dem Präsidenten Persius Eine reaktionäre Revidirung des Wahlgesetzes für Berhandlungen geführt oder auf ihn einzuwirken versucht hat, um den Landtag plant die Regierung von Anhalt, wie das ihn zur Einreichung eines Abschiedsgesuches oder zur anderVolksblatt für Anhalt" mit Recht hervorhebt, aus Furcht vor weitigen Besetzung der Senate zu veranlassen. Präsident Perfius der Sozialdemokratie. Man will damit der Masse der Arbeiter hat auch feine Audienz bei Sr. Majestät dem Kaiser nachgesucht. das Wahlrecht nehmen. Nach dem jetzigen Gesetz werden von Ebensowenig hat sich seit der Meldung des Vorwärts" hinter den 36 Vertretern des Landtages 24 durch indirekte Wahlen geden Koulissen etwas zugetragen. Es kann also nur wiederholt wählt, bei denen jeder 25 jährige unbescholtene Anhaltiner stimm werden, daß die Nachrichten des Vorwärts" erfunden waren. berechtigt ist. Die Regierung schlägt nun vor, den§ 7 des Seine Deutung des Dementi vom 8. d. M. war falsch, und der Wahlgesetes dahin abzuändern, daß zu den Wahlen der Städte Versuch, sich durch diese herauszureden, ist mißglückt." und des platten Landes, die eben jene 24 Vertreter stellen, nur wahlberechtigt sein soll, wer die Befähigung zu den Gemeindewahlen nach§§ 52 beziehungsweise 110 der Gemeindeordnung hat und seit sechs Monaten innerhalb des Wahlbezirks wohnt. Bedeutet schon die letztere Bestimmung eine Einschränkung des Wahlrechts, so gilt dies noch vielmehr hinsichtlich des ersten Sages, der das Wahlrecht zum Landtag abhängig macht von der Befähigung zu den Gemeindewahlen. Zu diesen ist nur be rechtigt, wer mindestens 30 Pf. Einkommensteuer pro Einheit be zahlt, d. h. ein Einkommen von mindestens 1050 M. hat, oder mit 45 Pf. zur Grundsteuer eingeschätzt ist. Damit würde das Wahlrecht der Arbeiter in die Hände der Besitzenden gespielt, denn in Anhalt sind Löhne über 1000 m. Ausnahmen. Wird der Regierungsvorschlag Gesetz, und bei der gegenwärtigen Bu sammensetzung des Landtages ist daran kaum zu zweifeln, so ist den Arbeitern jede Aussicht einer Vertretung im Landtage, die bisher trotz der Einrichtung der indirekten Wahlen vorhanden war, benommen. Troß dieser Entrechtung der besitzlosen Klasse wird sich aber auch in Anhalt die Sozialdemokratie durch die Wucht der ökonomischen Thatsachen Gehör verschaffen. Wie richtig hier die Absicht der Regierung durchschaut ist, gestand der Staatsminister Dr. v. Koferit im Landtage selbst zu. Er führte dort das folgende aus: " Die Vorlage soll verhüten, daß die Sozial. Die andauernde ungünstige Lage der Landwirthschaft macht es, wie ich dies wiederholt ausgesprochen habe, meiner Regierung zur unabweisbaren Pflicht, Mittel und Wege zu suchen, welche zwecks Lieferungen an den Fiskus gaben meist die Mittel übliche Zeichen in jenem Lande, um sich bemerklich zu und Wege her, das öffentliche Geld verschwinden zu lassen; machen. Nicanor erhob seinen Kopf und strengte seine Papiergeld schwindet, Tabaks- und Salzmonopol halfen Augen an, um durch die Dunkelheit zu sehen und rief dann dabei und zuletzt scheute man sich auch nicht, den Privat- dem Reiter ein lautes adelante" zu. leuten das Geld direkt zu nehmen, wobei es auf einen Der ritt darauf näher heran, stieg vom Pferde, band es fleinen Mord mehr oder weniger gar nicht ankam. Einer an einen Baum und grüßte mit dem landesüblichen: ave der Betroffenen war der frühere Unterhändler bei den eng Maria purissima. Er war in dem gewöhnlichen Poncho, lischen Anleihen, dem man seine Kommission, die er dabei der seine Gestalt unkenntlich machte und hatte seinen Hut verdient hatte, durch scheußliche Martern wieder abzwang. in die Stirn gezogen. Den Bauern auf dem Lande nahm man ihre Tabaks- Was steht zu Diensten, mein Herr?" sagte Godoy, ernten einfach weg des Monopole wegen. Sie wurden der sich erhoben und vor ihn trat, wobei er noch das Papier nach unten lufrativ verkauft, und die Bauern sahen ihr in der Hand trug. Lebtag keinen Heller für den Ertrag ihrer Arbeit. Es wundert mich, daß mich ein alter Bekannter nicht Dabei herrschte eine Grabesstille über dem unglücklichen auf den ersten Blick erkennt... guten Abend, Nicanor. Lande; denn niemand wagte es zu remonstriren; denn Gill Damit nahm der Fremde seinen Hnt ab, und Godoy trat verstand es, mit einem gutbezahlten Söldnerheere jede mit finsterem Blick zurück. Regung der Unzufriedenheit auf der Stelle zu ersticken. Allerdings hätte ich alles eher vermuthet, als daß der Es schien allgemach, als wenn die Tage der Tyrannen Herr Minister Caballero seine Schritte nach meinem Hause wieder gekommen waren, und hie und da erhoben die lenken würde... es ist schon lange Zeit her, daß er sich Kreaturen des Präsidenten schon ihre Stimme, daß es für unserer nicht erinnert hat... und um es zu gestehen, will demokratie in unsern Landtag eintrete. Die das Wohl des Vaterlandes besser wäre, wenn die höchste ich gleich hinzufügen, daß wir ihn auch nicht vermißt Staatsregierung halte es an der Zeit, daß den Bestrebungen der Gewalt wieder einer einzigen Person auf Lebenszeit an- haben... aber was führt Sie zu mir, Exzellenz... ich Sozialdemokratie ein Damm entgegengesetzt werde. Von der gehabe wohl nicht nöthig, Sie den andern vorzustellen... es planten Maßregel Abstand zu nehmen, liege für die Regierung tein Grund vor. In dieser Zeit treffen wir im Walde von Barrero wird kaum einen geben unter uns, der Sie nicht lennte. Die größeren Städte des Landes seien start Grande Nicanor Godoy eines Abends unter dem Vorbau doch treten Sie näher... haben Sie auch was Sie wollen, mit Glementen durchsetzt, die zeigen, daß die Sozialdemokratie seines Rancho sigend, umgeben von einer Anzahl uns schon man soll nicht sagen, daß irgend jemand in Godoy's Hause durch die Vorgaukelung aller möglichen Spiegelbilder immer mehr Anhänger gewinne. Die Grundrechte der Nation bekannter Männer. Darunter sehen wir seinen Bruder, ungaftlich aufgenommen worden sei..." dann den Expräsidenten Rivarola, Matias Goiburu, José Die Begrüßung zwischen dem General und den übrigen werden durch die Reichsverfassung genügend gewahrt. Es ist mir gar nicht zweifelhaft, Dolores Molas den Sohn des ermordeten Generals war ebenfalls feine besonders herzliche. War dieser doch baß bei Erhaltung des gegenwärtigen WahlSerrano, Juan Regunega und José Dolores Franco und der Renegat, der, nachdem er zweimal an ihrer Seite in rechts die Sozialdemokratie mit der Zeit in Gateano, alles die Männer, die die früheren Revolutionen die Revolution gezogen, sich am Ende mit einem fetten den Landtag eindringen wird.— zusammen mitgemacht hatten. Sie waren in einem leb- Amte hatte töbern lassen. haften Gespräch miteinander begriffen; Deutsch Oftafrika. Für Dr. Karl Peters an stelle des und ihre Sei nicht so frostig, mein guter Nicanor," begann der Sache, die sie beriethen, schien eine wichtige zu sein; General nach einer Pause, und verschone mich mit dem nun auch nach Mittheilung des Reichs- Anzeigers" entlaffenen bisherigen Gouverneurs von Deutsch Ostafrika, Freiherrn denn ihre Gesichtszüge waren trotz der Lebhaftigkeit der Sie" und dem Titel Exzellenz... soll ich es denn gleich v. Schele, macht die nationalliberale Presse Stimmung. Nach Unterhaltung außergewöhnlich ernst. Nicanor war über von Hause aus gestehen, daß ich als reuiger Sünder vor allem, was wir von dem Manne wissen, ist es noch immer besser, einen großen Bogen gebeugt und war eben damit fertig Euch erscheine..." daß er seine 20 000 m. Jahresgehalt als aussichtsloser Kandidat seinen Inhalt zu lesen, als die Hunde des Rancho an Habt lange Zeit dazu gebraucht, um dahinter zu für den Reichstag denn als verantwortlicher Gouverneur von schlugen und aus der kleinen Waldschneiße, die auf die kommen, und ist es uns wohl nicht zu verübeln, daß wir Deutsch- Ostafrika verbraucht. Pflanzung zuführte, ein einsamer Reiter auftauchte, der einen leisen Zweifel in die Wahrheit dieses unerwarteten ungefähr hundert Schritt vor dem Hause sein Pferd an- Bekenntnisses sehen..." hielt und mehrere Male laut in die Hände klatschte, das vertraut wurde. ( Fortsetzung folgt.) M Leist Der frühere oberste Vertreter des Deutschen Reiches in Kamerun, der ebenso tugendfame wie mildherzige Ranzler Leist, wird nun bald noch einmal Gelegenheit haben, feine Zivilisationsarbeit in Afrika vor einem deutschen Gericht näher 1 Der Reisende, der auf Staatstoften, ausgefandt von Crispi, Bebel( Soz.) bebauert, daß Herrn von Hammerstein die zu erläutern. Die Verhandlung gegen ihn vor dem Disziplinar- dieses Geschäft bei den Herren Präfekten persönlich besorgte, ist Ginsicht, daß die Vorlage überflüssig sei, erst so spät komme. hof zu Leipzig findet bald nach Ostern statt. Zum Referenten der edle Neffe des Diktators, Herr Polamenghi Crispi, Mit- Wenn aber einmal Sitte und Ordnung geschützt werden sollen, ist der hamburgische Bundesraths- Bevollmächtigte Dr. Krüger glied des Parlaments und politischer Direktor der Riforma", dann gehöre ein§ 184 wie er vorgeschlagen sei, in das bestellt. Da dieser in letzter Zeit wiederholt erkrankt war, mußte dessen Eigenthumsbesizer Crispi selbst ist. Gesetz. Für denselben können, mit unwesentlichen Aenderungen der Verhandlungstermin so weit hinausgeschoben werden. Dieser Cavallotti'sche Brief an die Corinther ist ein geradezu die Sozialdemokraten stimmen. Hoffentlich hat der neue Minister für öffentliche Sittlichkeit, Herr foftbares Aftenstück der Zeitgeschichte. Er wäre werth, in seinem Was in punkto Verletzung der Schamhaftigkeit in gewissen von Köller, nachdem das Urtheil der Potsdamer Disziplinar- ganzen Wortlaut in deutscher Sprache veröffentlicht zu werden. Kreiſen, welche sich aber nicht aus dem Arbeiterstande rekrutiren, kammer denn doch eine zu starke allgemeine Entrüftung geweckt Er beginnt auch bereits, wie zahlreiche Leitartikel in italienischen paffire, sei einfach standalös. Besonders auch scheine es bei gehatte, auch in diesem Fall einige„ Direktiven" gegeben.- Blätteru beweisen, seine Wirkung auszuüben. wissen Herren Abenden sogenannter Regiments" g v. Buchka( f.) nachträglich im Sinne seines Fraktionsgenossen v. Hammerstein aus, dabei besonders betonend, daß die feien, weil sie allen tonservativen Auffassungen Duellanträge Nadbyl für die Konservativen undistutirbar und Traditionen widersprechen. daß es die Vorlage mit Anträgen bepackt habe, welche nicht zur Stephan( 8.) verwahrt seine Partei gegen den Vorwurf, Materie der Vorlage gehören. Dieser Vorwurf treffe vielmehr die Konservativen, welche durch ihren Amtsgeheimniß- Paragraphen eine Sache herein gezogen haben, welche mit der Vorlage in gar feinem Zusammenhange ſtehe. Ueber einen eigenthümlichen Fall von Zeugnißzwang Der arme De Felice, der infolge eines himmelschreienden oder Kriegervereine, ebenso bei Kegelklubs 2c. derartig herwird der Frankf. 3tg." aus Hamburg berichtet. Der Senat Kriegsgerichts- Urtheils im Zuchthause zu Volterra schmachten zugehen. Redner legt Festschriften und Rundgefänge, welche für ersuchte die Bürgerschaft, einer Vermehrung der Zahl der Hafen- muß, ist am 8. d. M. von einer zahlreichen Arbeiterversamm- solche Gelegenheiten hergestellt worden sind, vor. Daß die Behörden Kommandeure zustiminen zu wollen und zur Prüfung dieses An- lung im vierten römischen Wahlkreise als Kandidat für einen die gesetzlich verbotene Prostitution und Kuppelei nicht nur dulden, trages setzte die Bürgerschaft einen Ausschuß nieder, an dessen Sitz im. Parlamente aufgestellt worden; sein Gegenkandidat bei sondern sogar polizeilich reglementiren, sei auch ein Punkt, der hier Berathungen Kommissare des Senats theilnahmen. In diesen den bevorstehenden Wahlen wird der göttliche" Crispi in erörtert werden müsse. Berathungen entwickelte eines der Bürgerschaftsmitglieder so eigener Person sein. Zur Förderung der Kandidatur De Felice's Der Vorsitzende tritt der letteren Auffassung entgegen, gründliche und eingehende Kenntnisse der in betracht kommenden soll demnächst ein Wahlausschuß eingesetzt werden. Uebrigens debattirt dürfe nur werden, wozu Anträge gestellt sind. Verhältnisse, daß man behördlicherfeits auf die Vermuthung ist die lange abgeleugnete schwere Erkrankung De Felice's jetzt Nachdem Weber( natl.) sich dahin geäußert, daß die ganze, tam, er tönne feine Kenntniß nur durch den Ver endlich auch„ amtlich" zugegeben worden. Prof. Durante, von durch den Zentrumsantrag berührte Materie nicht hierher gehöre, rath amtlicher Geheimnisse erworben haben.(!!) der Universität Rom, ist nach Volterra abgereift, um an De spricht sich Jufolge dessen wurde der Bürgerschafts Deputirte zur Felice eine Operation vorzunehmen. Polizei beschieden und dort nach dem Namen desjenigen Zwischen China und Japan haben die Friedens Beamten gefragt, gefragt, der ihm die besagten Mittheilungen verhandlungen endlich im Ernste begonnen. Die gemacht habe. Der Deputirte wies darauf hin, daß er die hartköpfigen Chinesen mußten erst eine Reihe sehr schwerer Kenntniß ausschließlich seiner genauen Beobachtung und seiner Niederlagen erleiden, ehe sie sich dazu verstanden, den verlangjährigen Erfahrung verdanke und verbat sich jedes weitere achteten Japanern so viel Ehre anzuthun, daß sie überInquiriren. Nunmehr wurde gerichtlicherseits ein Untersuchungs: haupt mit ihnen verhandelten. Sie wollen jetzt in die verfahren gegen Unbekannt" eingeleitet; der BürgerschaftsDeputirte sollte in diesem Verfahren als Zeuge vernommen unabhängigkeit der Halbinsel Korea willigen, den Japanern werden, was natürlich gleichfalls erfolglos blieb. Infolge dieser Land abtreten und natürlich die Kriegskosten bezahlen. Vorkommnisse hat die Mehrzahl der Mitglieder Nun das ist Sache der Chinesen, und für das jenes Ausschusses, dem der Deputirte angehörte und in Riesenreich sind diese Friedensbedingungen, hart wie sie sein zulehnen; für die Regierung befinde sich die lex Heinze noch in Geheimrath v. Seckendorf bittet, den Antrag Spahn abdessen Verhandlungen er feine Mittheilungen gemacht hatte, der mögen, nur ein Flohstich". Allein dieser Flohstich" hat der Schwebe, sie habe noch keinen Beschluß in der Sache gefaßt. Bürgerschaftskanzlei die Nachricht zugehen lassen, daß sie an den den chinesischen Klot", der bisher leblos da lag und gegen Später tönne man darauf zurückkommen. Berathungen des Ausschusses so lange nicht theil- jeden Fortschritt einen Damm bildete, in Bewegung ge nehmen würden, als nicht jegliches Berfahren bracht und die„ Eröffnung Chinas für den Weltverkehr" gegen die gute Sitte der Bruch des Amtsgeheimnisses gehöre. v. Buchka( f.) meint, daß zu den gravirendsten Verstößen gegen das Ausschußmitglied eingestellt und eine angemessene Entschuldigung erfolgt sei.- wird sich von nun an langsam aber sicher vollziehen, und Deshalb entspreche der bezügliche konservative Antrag nur das bedeutet, wie wir schon wiederholt andeuteten, die einem dringenden Bedürfnisse. Ueber die Wünsche beZahlen sprechen. Man schreibt und aus Mailand: Es ist Revolutionirung des Weltmarkts. treffend die lex Heinze tönnte man sich ja später auf eine jezt amilich festgestellt worden, daß die Kriegsgerichte in Lunigiana und auf Sizilien 945 Bürger zu Zuchthaus verurtheilt folgenden vor: Un neuen Nachrichten vom Kriegsschauplatz liegen heute die Resolution einigen. haben. Wenn man die Dauer der diesen Bürgern auferlegten London, 12. März. Nach einer Meldung der„ Times" Strafen summirt, erhält man folgende ungeheuerlich flingende aus Peking schließen die Punkte, deren Grörterung durch die Bahl: 41 Jahrhunderte, 99 Jahre und 3 Monate. Die Kosten, Friedenskonferenz seitens der chinesischen Regierung zugestanden die der Feldzug" in Lunigiana und auf Sizilien verursachte, ist, die Unabhängigkeit Koreas, die Abtretung eines betragen 8 500 000 Lire( 6 800 000 M.). Die Zahl der auf Territoriums und die Zahlung einer Kriegs grund des Ausnahmegesetzes vom 19. Juli 1894 festgenommenen entschädigung ein. Es werde jeßt allgemein, wenngleich und zu„ Zwangsdomizil" verurtheilten Bürger übersteigt jetzt mit Widerstreben, anerkannt, daß das Aufgeben des Krieges für schon 5000. Giebt es eine bessere und mildere Art, die gegen die chinesische Politik der einzig mögliche Weg sei, trotz des im wärtig herrschende Interessenharmonie aufrecht zu halten und Stillen fortdauernden Haffes gegen Japan. diejenigen zu überzeugen, welche diese Harmonie ableugnen und fich bemühen, das Ausbeutungssystem abzuschaffen und die Solidarität unter allen Menschen herzustellen? " D Rintelen( 3.) erklärt, daß, wenn die konservativen Herren etwas zum Schuße der guten Sitte thun wollen, dann sei bei diefem§ 184 für die dazu gestellten Anträge der Play. Redner schiebt weiter den Konservativen die Schuld an dem negativen Ergebniß der Berathung über§ 130. u. Dr. Barth( frs. Vg.) stellt den Antrag, über alle Anträge, welche sich nicht auf die Regierungsvorlage beziehen, zur Tagesordnung überzugehen. Bur Debatte wird hierauf der Antrag der Konservativen zu § 353a, Wahrung des Amtsgeheimnisses betr., gestellt. v. Buchta( f.) spricht für den Antrag und Weber( ntl.) erklärt für sich und seine Freunde, daß sie für den Antrag stimmen werden. Spahn( 3) erklärt sich gegen den Antrag und stellt für den Fall von dessen Annahme eine Reihe weiterer Anträge in Aussicht. Hierauf wird Ziffer 1 des konservativen Antrags mit 12 gegen Antragstellern zurückgezogen. Die Abgeordneten v. Buchka und v. Hammerstein London, 12. März. Aus Haitscheng wird der„ Times" protestiren dagegen, daß die konservativen Mitglieder die Ver gemeldet: Am. 9. d. M. griffen die Japaner die Chinesen bei antwortung für das negative Ergebniß betreffs des§ 180 Denshodai an. Die Stärke der chinesischen Armee betrug 7000 treffe; die Schuld liege beim Zentrum. Wie Crispi Wahlen macht, darüber bringt der Secolo" Mann mit 30 Geschützen. General Katsura befehligte das Spahn( 3.) bittet die Herren, sich nicht zu erregen, eine fehr erbauliche Enthüllungen. Das Mailänder Blatt schreibt: japanische Zentrum, das ausgezeichnet focht, General Dfu den Verständigung tonne sich ja noch finden. Was wir dem Urtheile der öffentlichen Meinung unterbreiten rechten Flügel und General Jamashi die Truppen von Kaiphing, Antrag Dr. Barth, auf Uebergang zur Tagesordnung, und dann Bei der hierauf folgenden Abstimmung wird zunächst der wollen, klingt geradezu ungeheuerlich. Man begreift, wie in welche den linken Flügel bildeten. Der Angriff der Japaner der Antrag des Zentrums gegen 6 Stimmen dieser Partei abLunigiana der Anarchismus Wurzel fassen kann, wenn die ver- war erfolgreich; nach zweistündigem Rampfe flohen die Chinesen brecherischen Beispiele von oben kommen. Gerade auf die Vor- in der Richtung auf Kintschau unter einem Verlust von gelehnt. gänge in Lunigiana wolfen wir die Aufmerksamkeit unserer Leser 1400 Todten, während andererseits nur 10 Japaner fielen. Die fenten. Wo zu viele anticrispi'sche Wähler vorhanden sind, Japaner verbrannten Denshodai und überschritten darauf den werden sie aus den Listen gestrichen, wie es jüngst in Modena Liao- Fluß. geschah; wo aber solche Hekatomben sich nicht ermöglichen lassen, weil die Wähler zu harte Knochen haben, nun, da schaft" man eben so viele neue crispitreue Wähler, daß die Thätigkeit der Widerspenstigen" paralisirt wird. Die Provinz Massa- Carrara ist der Schauplatz eines solchen Wahlstandals. Carrara hat 4000 durchaus demokratische Wähler; die 2000 Wähler von Maffa find dagegen zum großen Theile regierungstreu, d. h. fie müssen regierungstreu sein, wenn sie Präfettur, Gerichte, Garnison 2c. behalten wollen. Was thut man nun, um die Aktion der 4000 unvertilgbaren" Demokraten von Carrara zu schwächen? Nichts ift einfacher: man macht aus den 2000 Wählern von Massa 5000. Die Umsturzkommission hat ihren vorige Woche gefaßten Die Leser werden nicht verstehen, wie so etwas möglich Beschluß, in dieser Woche recht fleißig zu tagen, gleich zu Beginn ist; aber zwei in Carrara erscheinende Blätter geben in einem der neuen Woche dadurch hinfällig gemacht, daß sie wider Eroffenen Briefe an die Staatsanwaltschaft die wünschenswerthen Aufschlüsse über die Schöpfung" der 3000 neuen Wähler: Die warten, sowohl die Regierungsvorlage wie auch alle dazu ge( nicht wahlberechtigten) Analphabeten werden von heute auf stellten Anträge in erster Lesung erledigte." morgen zu Schriftgelehrten erhoben; die Zuchthäusler, denen alle wieder wahlfähig; brave Wähler werden wie die Statisten auf den Bühnen verdoppelt oder verdreifacht, d. h. dieselben Namen finden sich zwei oder dreimal in den Listen; die Todten werden aufgeweckt und müssen dem Regierungskandidaten zum Siege verhelfen; und schließlich macht man aus den Frauen Männer Der Aufstand auf Cuba wird von dem amtlichen Telegraph Spanien's mit großem Fleiß unterdrückt. Alle spanischen Nachrichten sind aber ebenso viel Lügen. Die entscheidende Frage ist jetzt: welche Haltung nehmen die Amerikaner ein? Beigen sie sich den Aufständischen 8 Stimmen abgelehnt, und darauf 3iffer 2 von den freundlich, so ist es um die spanische Herrschaft geschehen.. " und, eins, zwei, drei! hat man die 5000 Wähler beisammen. Das erscheint doch unglaublich und ungeheuer! Aber wir sind bereit, es durch amtliche Schriftstücke zu beweisen, und um gegen diese standalösen, verbrecherischen Vorfälle zu protestiren, hat der Sindaro( Bürgermeister) bereits sein Entlassungsgesuch eingereicht. Der Abgeordnete Cavalotti wird diese Vorfälle demnächst in einem offenen Briefe an das Volk zur Sprache bringen. Cavallotti hat aus dem Schab sein er noch unveröffentlichten Dokumente diese Dokumente gehen neben dem„ Plico Nr. II" ( Packet Nr. 2) der Giolitti'schen noch unenthüllten Schäße nebenher Parlamentarisches. Die Berathungen begannen am Dienstag mit den Anträgen des Zentrums zu§ 184 des Strafgesetzbuches, durch welche die Hauptbestimmungen der sogenannten lex Heinze, in das Gefeß aufgenommen werden sollten.§ 184 d. St.-G.-B., welcher jetzt folgenden Wortlaut hat: § 184. Wer unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen verkauft, vertheilt oder sonst verbreitet, oder an Orten, welche dem Publikum zugänglich sind, ausstellt oder anschlägt, wird mit Geldstrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft. soll in Zukunft nach dem Antrage des Zentrums lauten: § 184. Mit Gefängniß bis zu sechs Monaten und mit Geldstrafe bis zu sechshundert Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft: 1. wer unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen feilhält, verkauft, vertheilt, an Orten, welche dem Publikum zugänglich find, ausstellt oder anschlägt oder sonst ver breitet, wer fie zur Verbreitung herstellt oder zum Zwecke der Verbreitung vorräthig hält, ankündigt oder anpreist; 2. wer Gegenstände, die zu unzüchtigem Gebrauche bestimmt find, an Orten, welche dem Publikum zugänglich sind, ausstellt, oder solche Gegenstände dem Publikum ankündigt oder anpreist; 3. wer durch Ankündigung in Druckschriften unzüchtige Verbindungen einzuleiten sucht. Es steht nunmehr der Antrag Nad byl( 3.), Gleichstellung des Duells mit der Körperverlegung, zur Debatte. Der Antragsteller begründet seinen Antrag sehr eingehend; wolle man den Umsturz von unten treffen, dann sei es vor allem angebracht, die Gefegesverachtung von oben zu beseitigen. Die heutige Gesezgebung sichere den herrschenden Klassen ein Privileg für die Austragung ihrer Rohheiten und Naushändel. Nach Nadby I erhebt sich sein Fraktionsgenosse Dr. Lieber und erklärt für die Mehrheit seiner Parteigenossen in der Kommission, daß sie den Streit über die 3lässigkeit des Duells bei dieser Gelegenheit nicht vertiefen wollen und deshalb gegen den Antrag Nadbyl stimmen werden. Nur in§ 111 a, Anpreifung oder Anregung zu Verbrechen, soll der Duellparagraph vorläufig noch stehen bleiben. Nach dieser Erklärung verzichten die Konservativen und Nationalliberalen aufs Wort. Der Antrag Nad byl wird gegen die Stimmen des Antragstellers und feines Fraktionsgenossen Lerno, der Sozialdemokraten und Freifinnigen Volkspartei a bgelehnt. Die Kommission tritt nunmehr in die Verhandlungen über den Artikel III der Regierungsvorlage ein. Hier wird be antragt, die Nr. 3 des§ 23 des Reichs- Preßgesetzes zu ändern. Diese Biffer 3 hat jetzt folgende Fassung. § 23. Eine Beschlagnahme von Druckschriften ohne richterliche Anordnung findet nur statt: 3. wenn der Inhalt einer Druckschrift den Thatbestand einer der in den§§ 85, 95, 111, 130 oder 184 des deutschen Strafgesetzbuchs mit Strafe bedrohten Handlungen bes gründet, in den Fällen der§§ 111 und 130 jedoch nur dann, wenn dringende Gefahr besteht, daß bei Verzögerung der Be schlagnahme die Aufforderung oder Anreizung ein Verbrechen oder Vergehen unmittelbar zur Folge haben werde. Die Regierungsvorlage beantragt nun noch die Aufnahme Ist die Handlung gewerbsmäßig begangen, so tritt Ge fängnißstrafe nicht unter einem Monat ein, neben welcher auf Geldstrafe bis zu eintausendfünfhundert Mark, auf der§§ 111a, 112 und 126 in den Paragraphen und außerdem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie auf Zulässigkeit von den Fortfall der gesperrt gedruckten Säße, so Polizei- Aufsicht erkannt werden kann. daß also der polizeilichen Beschlagnahme gar keine Zügel mehr Zwei weitere§§ 184a und 184b wollen noch die öffent- angelegt wären. bei " im Secolo" einen Brief an die Gorinther" veröffentlicht. Der Brief ist voll scharfen Wiz im biblischen Stile des Paulus gehalten und schildert, mit Abdruck mehrerer wörtlich mitgetheilter Briefe von Präfekten hervorragender Provinzen, das Korruptionstreiben Crispi's im verflossenen Jahr. Der Brief führt als Motto den ersten Vers des fünften Kapitels vom ersten Brief an die Corinther ( E3 geht ein allgemeines Geschrei, daß Hurerei unter Euch ist und eine solche Hurerei", daß auch die Heiden davon zu erzählen wissen"). Es geht aus diesen veröffentlichten Briefen hervor, wie die Präfekten als reine Kommis oder HausInechte Crispi's für seinen Privatvortheil arbeiten und seine schmutzigsten Geschäfte zu verrichten haben. Insbesondere hatte liche Ausstellung von Darstellungen, welche, ohne unzüchtig zu Abg. Spahn beantragte Ablehnung der Regierungsvorlage, Crispi ihnen den Auftrag ertheilt, für sein Leiborgan, die edle sein, grobe Unanständigkeit zeigen, oder Berichte aus aber Aufnahme der§§ 111a und 112 in den jeßigen Paragraphen " Riforma" in Rom, Abonnenten zu sammeln und die hohen Be- Gerichts- Verhandlungen, denen wegen Gefährdung und zugleich in den letzten Absatz desselben. amten, die Präfekten, erfüllen diesen Auftrag mit einer Under Sittlichkeit" die Deffentlichkeit ausgeschlossen war, Gegen legteren Vorschlag erhob, soweit der§ 112 in beverfrorenheit und Bereitwilligkeit, die rührend naiv genannt oder öffentliche theatralische Darstellungen u. f. w., welche tracht kommt, der Generalauditeur v. Jttenbach Einspruch, werden könnte, wenn sie nicht geradezu schamlos wäre. Folgendes burch gröbliche Verlegung des Scham- oder Sittlichkeitsgefühls da eine Konfistation in diesem Falle auch zulässig sein müsse, ist ein kleines Mustereremplar aus den zahlreichen veröffentlichten Aergerniß zu erregen geeignet sind" unter Strafen bis zu ohne richterliche Intervention. Briefen der höchstgestellten Beamten des Königsreichs. 3 Monaten refp. 1 Jahr Gefängniß und entsprechende Geld- Spahn( 3.) kann den Bedenken des Vorrebners nicht zus Der Präfett von Rom an den hochgeborenen Ritter bußen stellen. stimmen. In der Kaserne werde man ja solche Schriften so wie Giuseppe Casati, Unterpräfetten von Belletri Spahn( 3.) begründet die Anträge mit dem Hinweis so wegnehmen also die Soldaten genügend schüßen können. darauf, daß es sich hier nur um Beschlüsse handle, welche Eventuell werde sich ein Ausweg bis zur zweiten Lesung finden. Hierdurch empfehle ich Ihnen angelegentlich den Ueber- seinerzeit die lex Heinze- Kommission mit großer Mehrheit Bei der Abstimmung wird der§ 112 mit 14 gegen bringer dieses( einen Verwandten seiner Exzellenz Crispi), angenommen habe. Der Handel mit unzüchtigen Schriften 2c. 9 Stimmen in den zweiten Absatz des§ 28 des Preßgesetzes mit Redakteur der Riforma in Rom, der eine Rundreise durch das werde freilich hauptsächlich von auswärts, Budapest, Rom und aufgenommen. Dieses Mal stimmte Professor Enneccerus mit Land macht, um für sein Journal Freunde zu gewinnen. Sie Amsterdam aus betrieben, und dagegen seien wir machtlos. der Linken. werden ihn mit einflußreichen Personen bekannt machen Wo solche Versuche aber auch bei uns zu Tage treten, müßten Hierauf wird der Artikel III unter Ablehnung der Regierungsund ihm alle diejenigen Erleichterungen zu theil werden lassen, fie durch empfindliche Strafen getroffen werden. vorlage, nach dem Antrage Spahn, mit 17 Stimmen an die für seinen Zweck dienlich sind. Dieser Zweck ist die Vergenommen. breitung eines Organs, das für den politischen Moment, in dem wir leben( pel momento politico in cui viviano) von so außer ordentlich großer Bedeutung ist. Unterzeichnet: Geehrter Herr! Gianetto Cavasola, Bräfekt von Rom. Andere der zahlreichen veröffentlichten Briefe derselben lieb lichen Art sind unterzeichnet von dem Präfekten von Givitavecchia, von dem Präfekten von Viterbo, von dem Präfetten von Frosinone u. a. m. v. Hammerstein( f.) will bei der Gelegenheit die prinzipielle Frage entschieden wissen, ob die Vorlage mit Beiwerf, welches mit der Tendenz der Vorlage nichts zu thun hat, belastet werden soll. Redner ist gegen ein solches Vorgehen, weil man damit zu einer Revision des ganzen Strafgesetz- Buches tomme. Die konservative Partei lehne für später und bei anderer Gelegenheit ein Zurückommen auf die lex. Heinze nicht ab, zur Zeit aber sollte man die Vorlage nicht mit fo unmöglichen Dingen belasten, wie z. B. mit den Duell- Anträgen des Abgeordneten Nadbyl. Damit ist die erste Lesung der Vorlage beendigt und wird nunmehr beschlossen, eine Pause in den Berathungen eintreten zu lassen und die nächste Sigung am Mittwoch, den 20. d. M. vormittags 10 Uhr abzuhalten. Die Justizkommission des Reichstages setzte gestern die Berathung der Novelle zur Strafprozeß- Ordnung fort. Bunächst wurde die Frage des Gerichtsstandes für bie Presse erledigt. Wie erinnerlich, lagen hier Anträge der Gewerkschaftliches. Täterow: Die Partei steht der Genossenschaftsidee gar nicht so fremd gegenüber, wie es den Anschein hat. Wenn auch nur fleinliche Vortheile für die Gewerkschaften herauskommen, muß man den Konsumvereinen doch sympathisch gegenüberstehen; alle Vortheile gelten. Die Ruinirten aller Klassen streben nach Verbindung, nach dem Zusammenschluß, man muß dieses Streben in gewissem Sinne unterstüßen. Große Gefahr ist nicht dabei; die Leute fönnen sich höchstens die Finger verbrennen.( Heiterkeit.) Abgg. Munckel und Lenzmann vor, und hatte die Kommission fund dann nach der Heimath zurückgekehrt sein, um auf grund gewerkschaftlichen Agitation geschaffen worden. Man muß die eine Subkommission gewählt, welche unter Theilnahme von Re- der erlangten Kenntnisse eigene Fabriken zu errichten und so der Entwickelung nach Kräften fördern; vor dem Kleinbürgerthum, des gierungskommiffaren berathen hat und der Kommission nunmehr fächsischen Industrie eine immer fühlbarer werdende Konkurrenz thatsächlich einen Hemmschuh für uns bildet, braucht man nicht vorschlägt, dem§ 7 der Strafprozeß Ordnung folgenden neuen zu bieten. Chinesische Mauern sind das beste Mittel, die zurück zu schrecken.( Zustimmung.) Abfaz anzufügen:" Bildet der Inhalt einer im Inlande er- Kultur eines Landes erstarren zu machen. scheinenden periodischen Druckschrift den Thatbestand einer strafbaren Handlung, so ist, soweit die Verantwortlichkeit des Verfassers, Herausgebers, Redakteurs, Verlegers und Druckers in Frage steht, der Gerichtsstand der begangenen That nur bei demjenigen Gericht begündet, in dessen Bezirk Eingesandt. Unter Bezugnahme auf§ 11 des Gesetzes über die Druckschrift erschienen ist. Die Fälle der Ver- die Presse ersuche ich die Redaktion um gefl. Aufnahme nach folgung im Wege der Privatklage, sowie diejenigen, in denen stehender Berichtigung: Es ist nicht wahr, daß in meiner Fabrit die strafbare Handlung in der selbständigen Verbreitung der wiederholt Abzüge vom Lohn vorgenommen sind, welche erst auf Wiese meint, Genosse Braun habe die Sozialdemokratie Druckschrift besteht, werden durch diese Vorschrift nicht berührt." Einspruch des Vorstandes des Verbandes der Metallarbeiter rück in der abschreckendsten Form dargestellt. Er bleibt dabei, daß Die Kommission nahm den Antrag in dieser gängig gemacht wurden. Es ist ferner nicht wahr, daß ich meine Dr. Arons seiner Ansicht sehr nahe tomme". Die Widersprüche Fassung nach kurzer Berathung einstimmig an. alten langjährigen Arbeiter unter nichtigen Vorwänden einzeln der Sozialdemokratie halten ihn ab, jemals dieser Partei wieder Sodann wurde auf Antrag des Abgeordneten hinausbugfirt habe. Ich habe einen Arbeiter entlassen, welcher, anzugehören.( Lachen.) Wenn man die Welt mit Genossenv. Bollmar( Soz.) folgender neue§ 55a in die Strafprozeß wie er selber äußerte, sich nach anderer Arbeit umfah. Die schaften bevölkert, verschwindet die bürgerliche Ordnung ganz Ordnung aufgenommen:" Wird die Strafverfolgung übrigen Arbeiter haben, nachdem ich ihrem Verlangen, den Mann von selbst. Er rechnet darauf, daß alle vernünftigen durch den Inhalt einer periodischen Druck wieder einzustellen, nicht nachkommen konnte, am Sonnabend die Arbeiter zu seinen Genossenschaften Ja und Amen sagen schrift begründet, für welche nach§ 20 Absah 2 Arbeit selbst niedergelegt. Von Lohndifferenzen ist dabei feine werden; wenn die Sozialdemokratie sich weigere, werde sie des Gesezes über die Presse vom 7. Mai 1874 Rede gewesen. Otto Lundershausen. es mit Verlust ihres Ansehens bei der Arbeiterklasse au der verantwortliche Redakteur als häter büßen haben. Seine Absicht geht dahin, zunächst mit Konsumhaftet, so sind Verleger, Redakteure und vereinen vorzugehen, an die sich dann die verschiedensten ProduktivDrucker, sowie deren zur Herstellung der Drud genossenschaften anschließen sollen. schrift verwendetes Hilfs personal berechtigt, das Zeugniß über die Person des Verfassers und Einsenders zu verweigern." " Parteinachrichten. " Die Vertrauenspersonen des ersten Wahlkreises. Gegen die Tabakstener. Eine gut besuchte Protefiver fammlung fand am Sonntag in Breslau statt. Nach einem zweistündigen, sehr eingehenden Referat des Genossen Bruhns, welches mit großem Beifall aufgenommen wurde, nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, welche sich scharf gegen die Tabaksteuer wie gegen das System der indirekten Steuern überhaupt ausspricht. Auch der Verein der Breslauer Bigarren- und Zigarettenhändler hat eine Protestresolution angenommen und an den Reichstag abgehen lassen. In Wittenberge a. E. fand am 9. d. M. eine öffentliche Volksversammlung statt, un gegen die Zabatsteuer- Vorlage Brotest zu erheben. Obgleich die Tabakindustrie an genanntem Orte nicht vertreten ist, war der geräumige Saal der Zentral Halle bis auf die Gallerien hinauf besetzt. Mit lebhaftem Intereffe folgten die Anwesenden den Ausführungen des Genossen Louis Dechand aus Berlin, und nahmen zum Schluß die von demselben vorgelegte Protestresolution einstimmig an, um sie dem derzeitigen Vertreter des Reichstags- Wahlkreises, Herrn von Podbielski, zuzustellen. In Neu- Ruppin und Dahme, wo ebenfalls obiger Genosse referirte, sprachen sich die Verfammlungen aufs schärfste gegen jede Mehrbelastung des Volfes durch indirekte Steuern aus, und fand auch hier die Resolution einstimmige Annahme. V Dem gegenüber behaupten die Betheiligten, daß ihre Angaben vollkommen zutreffend waren. Es konnte nach Lage der Dinge niemand bezweifeln, daß es darauf abgesehen war, die älteren Arbeiter einen nach dem anderen zu entlassen. An die Dachdecker der Provinz Brandenburg. Kollegen! Der Winter hat in diesem Jahre durch seine große Strenge unsere Geduld auf eine besonders harte Probe gestellt, indem er unsere Hoffnung auf Arbeit sehr in die Ferne rückte. Alle Sendungen sind zu richten an Gustav Barthol, Stegligerstraße 5 6. Die Agitation3 Rommission zum Gau verband der Provinz Brandenburg. Die arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Achtung, Glacechandschuhmacher! In der Fabrik von Waldemar Samter, Elsasserstr. 5, legten die Kollegen die Arbeit wegen Lohndifferenzen nieder. Wir ersuchen die Kollegen dringend, dieses zu beachten und keine Kondition dort anzunehmen. Der Ortsvorstand. J. A.: H. Hinz. Die Arbeiter der Zündhölzchenfabrik in Pantin haben die Arbeit niedergelegt und verlangen, die Verwaltung folle zu dem früher verwandten Holze zurückkehren oder die Löhne erhöhen. wer Proudhon, betont der folgende Redner, Braun, ist trot der glänzenden Agitation mit seinen Ideen, die der Herr Wiese in ungeschickter Form wieder aufwärmt, unterlegen; und weist auf die Inkonsequenz der Anarchiñen hin. Dr. Arons gegenüber bemerkt der Redner, daß derselbe die Bedeutung der englischen Konsumvereine für unsere Verhältnisse sehr überschätze. Wäre die deutsche Während viele Kollegen im Sommer zwölf bis dreizehn Sozialdemokratie in der Rolle der englischen, so wäre vielleicht Ueber Schiffsunfälle auf See und deren Ver Stunden, oft auch noch länger täglich arbeiten, ist es manchem ihre Stellung zu dieser Frage eine andere; jetzt haben wir feine bütung mit Bezugnahme auf den Untergang nicht möglich, selbst während der besten Jahreszeit Arbeit zu er- Veranlassung, den Wunsch der Brentano, Schulze- Gräveniz ze. der Elbe" wird der Stadtverordnete, Genosse Gehr aus halten. Die Zahl der Arbeitslosen, welche sich von Jahr zu zu erfüllen, die unausgesetzt daran arbeiten, daß die deutsche Bremerhaven, am Sonntag, den 17. März, vormittags 10/2 Uhr, Jahr in erschreckender Weise vergrößert, ermöglicht es dem Arbeiterklasse die politische Bethätigung an den Nagel hängt im Feenpalaft, Burgstr. 22, referien. Genosse Gehr war als Unternehmer, eine Lohnreduktion, oft ohne Widerspruch, durch- und„ praktisch" wird. Nicht richtig sei, wenn Timm die Kohlenzieher und Heizer auf Auswanderungsschiffen längere Zeit zusetzen, weil dem Meister die Arbeitslosen nicht selten für jeden Agitation in den Konsumvereinen mit derer in anderen thätig. Später betheiligte er sich hervorragend an der Organi- Preis zur Verfügung stehen. Kollegen! Der Nothstand unter proletarischen Organisationen auf eine Stufe stelle, dann sation der Heizer und Trimmer Hamburgs und Bremerhavens uns fann nur beseitigt werden durch eine Herabsehung der Ar- seien auch die Radfahr, Turnvereine u. f. m. und wurde wiederholt mit der Leitung von Lohntämpfen seiner beitszeit und Ausbesserung des Arbeitslohnes. Dieses Biel, weiß was werth; ebenso sei der Vergleich mit der ArbeitslosenGewerkschaft betraut. In reger Fühlung mit seinen Berufs- Kollegen, lönnen wir nur erringen, wenn wir einer fräftigen Statistit unangebracht. Die Stellung der Partei gegen die Orts genossen war ihm so recht Gelegenheit geboten, nament und starten Organisation angehören. Deshalb, Kollegen, schließt faffen war zur Zeit des Ausnahmegefeßes gerechtfertigt, genau lich die Mißstände des Bremer Lloyd" " Bremer Lloyd" zu erforschen. Euch alle, Mann für Mann, der Organisation, dem Verband wie heute die entgegengesetzte Stellung.( Sehr richtig!) Sein Der Untergang der„ Elbe" hat unseren Genossen im der vereinigten Dachdecker und Berufsgenossen Deutschlands" an,( Redners) Standpunkt bleibe unverändert: die Konfumvereine Reichstage Veranlassung gegeben, bestehende Mißstände zu dem einzigen Kampfesmittel, welches Euch zu Gebote steht. erziehen nicht zur Solidarität, der größten proletarischen Tugend, geißeln und zu verlangen, eine Reichskontrolle über Echiffsbau Wir bitten deshalb die Kollegen in allen Städten der Pro- sondern zum Egoismus. und Ausrüstung einzurichten. vinz Brandenburg um Zuschickung ihrer Adresse, damit wir Rob. Schmidt: Die Anarchisten in Wiese'scher Gestalt Der Vortrag des Genossen Gehr wird eine fachmännische Flugblätter und Agitationsnummern der„ Neuen deutschen Dach sind recht ungefährliche Leute, Gefahr für die Partei liegt Beurtheilung der Schiffsunfälle auf See und deren Verhütung decker- Zeitung" zur Verbreitung senden können. Auch ersuchen lediglich darin, wenn die Arbeiterschaft in ihrer Gesammtheit die bringen. Wir fordern die Genossen und Genossinnen, sowie alle, wir die Kollegen der verschiedenen Städte, wenn es irgend mög- hier vertretenen Anschauungen theilt, wenn sie glaubt, in diesen die sich für diese Frage intereffiren, auf, in der bekannt gegebenen lich ist, Versammlungen einzuberufen und uns früh genug davon Problemen eine Lösung der sozialen Frage vor sich zu haben. Bersammlung zahlreich zu erscheinen. Näheres im Annoncentheil zu benachrichtigen, damit, wenn es nöthig, ein Kollege von hier So lange das Privatmeinung bleibt, die einzelne verfechten, des Vorwärts" am Donnerstag und Sonnabend. das Referat übernehmen kann. Kollegen, seid raftlos thätig, fällt auch das eventuelle Fiasko, das diese oder jene damit der Gauverband der Provinz Brandenburg ein recht Gründung erlebt, auf diese Personen selbst zurück. starter werde. Der Hinweis auf die unabhängigen Stellungen, die man schaffen möchte, ist falsch; wer solche Stellung gewissenhaft auffaßt, hat feine Zeit mehr, für die Partei thätig zu fein.( Sehr wahr.) Konsumvereine sind doch wahrhaftig für die Deutschen auch nichts neues; es scheint, als ob man sich wieder in die Zeit des seligen Schulze Delizich zurückversehen wolle.( Heiterkeit.) Wir haben uns vor einer Ueberschätzung der Reforms arbeit sowohl in politischer als auch auch in wirthschaftlicher Beziehung zu hüten. Das Solidaritätsgefühl im Konsumverein ist gleichwerthig dem eines beliebigen Gesangvereins oder Statklubs.( Sehr gut.) Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, wie es für die hohe Mission der Arbeiterschaft unerläßlich ist, erzeugt eine Genossenschaft, die auf Plusmacherei spefulirt, niemals. Daß die Familien große Vortheile haben, muß, soweit die größeren Städte in betracht kommen, bestritten werden; wahrscheinlich kann ein Bazar die meisten Artikel billiger abgeben als die Genossenschaft, die ihre Unkosten gleichfalls auf den Einkaufspreis legen muß. Wichtiger als die Aufgabe, den fleinen Krämern Konkurrenz zu machen, sei es doch wohl die die tollossale Zahl indifferenten Arbeiter in klassenbewußte zu verwandeln. Höher als der Trieb, aus Kleinbürgern Proletarier zu machen, steht das Bestreben, die viel nöthigere Aufklärung zu verbreiten.( Beifall.) Einem vorher gefaßten Beschluß zufolge wurde die Disfussion nun, nachdem die bestimmte Zeit herangerückt war, abgebrochen. In seinem Schlußwort führte Dr. Arons aus, daß Produttivgenossenschaften nicht durch die Gesetzgebung gehemmt seien; sie würden trotz der freundlichsten Gesetzgebung in der tapitalistischen Welt zu grunde gehen oder ausarten. Unter allen Umständen muß eine Genossenschaft eine demoDie Diskussion über das Genossenschaftswesen wurde fratische Grundlage haben. Eine erzieherische Wirkung für die in der am 11. März abgehaltenen Versammlung der Echneider Au gaben des Zukunfsstaates habe er( Redner) nicht behauptet. und Schneiderinnen fortgesetzt. Der große Soal der Armin- Thatsächlich blühen die Konsumvereine in Sachsen erst da, wo Nach 23/ 4jährigem Aufenthalte im Zuchthause hat der hallen war vollständig gesült. Tr. Arons gab die Einleitung die Sozialdemokraten in die Bewegung eingetreten sind. Die von Genosse Matthies aus Elbingerode am gestrigen Tage der Diskussion, indem er seinen Standpunkt in den wesentlichsten denselben beschäftigten Arbeiter befinden sich für Agitationszwecke die Freiheit wieder begrüßen dürfen. Matthies sollte bekanntlich Merkmalen nochmals präzisirte. Er berichtigte dabei einige Miß- in besserer Position, als solche in anderen Betrieben. Die Coliin dem Majestätsbeleidigungsprozeß wider Peus einen Meineid verständnisse, die sowohl auf seiten der Gegner, als darität bei den Gewerkschaften hat auch mehr eine materielle begangen haben. Hoffen wir, daß Matthies, der in so furcht- wie auf seiten der Parteifreunde 811 finden feien. Basis, erst nach und nach entwickelt sich die ideale Solidarität; barer Weise leiden mußte, keinen dauernden Schaden an seiner Gegenüber Herrn Wiese betonie er nochmals, daß für ähnliches kann man unter günstigen Umständen auch durch die Gesundheit zu beklagen hat. ihn ein großer Unterschied zwischen Produktiv und Genossenschaften erzielen.( Bravo.) Konsumgenossenschaft bestehe. Tort schließt 1: an fich Redner vergleicht die Konsumgenossenschaften mit dem Strandапрси ab; hier tedeutet jeder neu gewonnene haser, der keine Frucht trage und doch gern gesehen sei, ja Genosse eine weitere Verstärkung der Position; die vielfach auf Dämmen und Deichen angepflanzt werde. erstere Form muß sich auf freiem Markt gegen den mächtigen Etrandhafer selbst gewähre keinen Schuß gegen die Fluthen, aber Kapitalismus behaupten, bei der letztern ist ein fester Markt und seine weitverzweigten Wurzeln halten die Sandkörner zusammen sichere Kundschaft gegeben. Der Redner bestreitet weiter ganz und festigen so den schützenden Wall. entschieden, daß er die Partei in irgend einer Weise durch die Es folgten hierauf noch eine Reihe persönlicher BeBehandlung dieser Frage engagiren wolle. Frau Webb hebe merkungen. Man trat alsdann in die Erledigung der anderen hervor, daß geringe lokale Ünterschiede in der Bevölkerung von Punkte der Tagesordnung ein. In die Agitationskommission großem Einfluß auf die Ausdehnung der Konsumvereine seien. wurde Reißing gewählt; die Branche der Knaben- und der Möglich, tas tas, was in Sachsen, in Wiitteldeutschland glückte, Blousenkonfektion fonnte nicht besetzt werden, die Wahl wurde im eigentlichen Norddeutschland unmöglich sei und er( Redner) vertagt. Die Kontrollkommission wurde ergänzt durch 3 ander, würde darüber nicht weiter unglücklich sein. Von Verspießbürgerung Busse und Hauf. weiß er sich vollkommen frei. Der Redner verweist darauf, daß selbst die Redaktion der gewiß einwandsfreien Neuen Zeit" bei Rezension eines Buches des Genossenschafts- Anwalts Krüger im Jahre 1898 den Konsumvereinen eine soziale Bedeutung zuerkennt, indem sie dem Kleinbürgerthum die Gelegenheit zum Unterschlupf bieten. Die Konsuinvereine tragen dazu bei, den Detailhandel auf eine höhere Stufe im Sinne der unumgänglichen fapitalistischen Entwickelung zu heben. Gerade die Organisation der Lager halter, welche jüngst in Sachsen erfolgte, habe gezeigt, wie miferabel die Lage der im Kleinhandel beschäftigten Pro- New Orleans, 12. März. Die Tumulte zwischen den letarier sei, ohne daß diese sich ihrer Lage bewußt weißen und farbigen Dockarbeitern dauern fort. Heute früh Der Untergang der Handweberei ist durch nichts mehr werden oder ihren Leiden Ausdruck geben können. Das bereits gegen 7 Uhr feuerte ein Trupp von etwa fünfzig Baumwollenaufzuhalten. In Langenberg( Westfalen) waren im Jahre 1888 noch 261 Handwebestühle vorhanden, im Jahre 1892 in feinen Anfängen erfolgreiche Auftreten der Lagerhalter packern auf Neger, welche sich zur Arbeit an Bord eines waren sie auf 194 zurückgegangen und 1894 waren gar nur 139 önne nur freudig begrüßt werden und dürfte der Bewegung der Dampfers begeben wollten; zwölf derselben sollen getödtet vorhanden. Wie lange noch, und wir werden den Handwebe: Handelsangestellten von Nußen sein. Alle Arbeiter können, so worden sein. Provinzial- Parteitag. Der Vertrauensmann für Halle a. S. erläßt einen Aufruf, in welchem er die Genossen der Provinz Sachsen und Anhalt ersucht, Stellung zu nehmen zu der Frage, ob für genannte Provinzen ein Parteitag stattfinden solle. Der Vertrauensmann schlägt Ostern als Zeitpunkt, und Halle als Ort des Parteitags vor. Todtenliste der Partei. In Halle fiarb der Produktenhändler Robert Brode, ein trener Anhänger der Sache des Proletariats, im Alter von erst 44 Jahren. * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. 3urückgewiesen wurde vom Polizei- Amt Leipzig die Beschwerde gegen die in Kleinzschocher erfolgte Auflösung der Bersammlung, in der Genosse Wittich über bäuerliche Freiheitstämpfe referirt hatte. Daffelbe Schicksal hatte die Beschwerde, die Genosse Böttcher beim Polizei- Amt eingereicht hatte, weil ihm in der Diskussion über das sächsische Vereins- und Versammlungsgesetz in der Gesellschaftshalle zu Lindenau das Wort entzogen worden war. Soziale Ueberlicht. Keine Arbeiterentlassungen? Das Rhein.- Westf. Tageblatt" schreibt: Die Nachricht, daß auf Zeche„ Helene" 250 Mann gekündigt seien, wird von zuständiger Seite für völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet." Wir wollen im Interesse der Arbeiter hoffen, daß das Blatt richtig unterrichtet ist. Tie Lohubewegung der Solinger Messerarbeiter geht weiter. Nachdem der Reiderausstand für die Arbeiter ſiegreich beendet ist, treten jetzt die Messerausmacher mit Forderungen an die Fabrikanten heran. Auch sie haben ein Preisverzeichniß vor gelegt, dessen Genehmigung sie beantragen. Will der FabrikantenVerein das Verzeichniß nicht genehmigen und lehnt er auch ab, in Kommissions- Verhandlungen einzutreten, dann wollen die Ausmacher den Ausstand beginnen. nach Versammlungen. " Depescheit. Wolff's Telegraphen- Bureau. der Der Madrid, 12. März. Nach einer Privatdepesche aus Havanna verhandeln gegenwärtig die Führer aus dem letzten Separatistens triege mit dein General Callejo wegen Unterwerfung und Entwaffnung der diesmaligen Aufständischen. stühlen nur noch in den Museen begegnen. Die Entwickelung schließt der Referent, für die Konsumvereine nicht in Frage Lima, 11. März. In einem Gefecht bei Cabanillas blieken wäre sogar noch viel weiter vorgeschritten, fänden sich nicht leider kommen, die mit sehr schwankendem Einkommen scheiden aus. Wo die Aufständischen siegreich. Auf seiten der Regierungstruppen immer noch Menschen, die gezwungen sind, bei den erbärmlichen aber zielbewußte Arbeiter Konsumgenossenschaften gründen, hat fielen gegen 300 Mann. ( Teveschen- Bureau Herold.) die Partei sicher feinen Schaden davon.( Beifall.) Löhnen, die in der Handweberei gezahlt werden, sich elendiglich Timm polemifirt gegen Genossen Braun, in dessen Ver- Bern, 12. März. Die italienische Regierung hat Schritte durchzuhungern. Und die Entwickelung, wie sie in der Textil- halten er Widersprüche findet. Bei Gelegenheit der gethan zur Einberufung einer internationalen Konferenz, welche industrie vor sich geht, werden alle anderen Industrieen, mehr Arbeitslosenstatistik habe derselbe betont, daß man eine Verständigung über die Anforderungen, die an die wichtigsten oder weniger, früher oder später, mit Naturnothwendigkeit alle praktischen Mittel in Anwendung bringen müsse. Handelserzeugnisse vom Standpunkte der Lebensmittel- Kontrolle folgen. Die Konsequenz feiner jetzigen Stellung wäre, alles zu zu stellen sind, bezweckt. Ferner sollen einheitliche UntersuchungsRückwärts auf allen Gebieten. Eine Petition, welche negiren. Schon in der Frage der Ortstassen hat es sich methoden vereinbart werden. gegenwärtig unter sächsischen Firmen zirkulirt, verlangt die Aus- gerächt, daß man jede neue Frage abweisend behandelt. Hente Krakau, 12. März. Im Grenzorte Muzajew wurden zwei schließung der Ausländer von den technischen und Industrie- veranlaßt man die Parteigenossen, sich der Verwaltung dieser Herren und eine Dame in polizeilichem Gewahrsam genommen, schulen Sachsens. In den letzten Jahren soll eine große Anzahl Kaffen zu bemächtigen, früher war das Prinzipienverrath. Der weil diefelben heimlich die Grenze überschritten hatten und sich junger Leute, namentlich Engländer und Amerikaner, in den Hinweis auf die Gesezgebung ist in der Umsturzära ganz ver- im Besize revolutionärer Dokumente, Aufrufe nnd Broschüren betreffenden Anstalten eine sorgfältige Ausbildung erhalten haben fehlt; das bischen Sozialreform fist erst infolge der praktischen, befanden. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Noland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 61. Parlamentsberichte. Dentscher Reichstag. 58. Sigung vom 12. März 1895. 1 Uhr. = Mittwoch, den 13. März 1895. 12. Jahrg. Beförderungssicherheit höher anschlagen als das geringere Porto Briefen und Postkarten ist in gewissem Sinne eine Massen der Packetfahrt- Gesellschaft. beförderung. Beim Telephonverkehr handelt es sich aber nicht blos Staatssekretär v. Stephan: Der Vorredner hat nichts um den Anschluß eines einzelnen Abonnenten allein, sondern es Neues vorgebracht, was nicht gestern schon vorgetragen muß auch die Verbindung geschaffen werden mit allen bestehenden worden wäre.( Sehr richtig! rechts.) In bezug auf den Anschlüssen. Dadurch entstehen große Kosten. Der Unterschied Sonntagsdienst habe ich erklärt, daß ich weitere Erwägungen zwischen großen und kleinen Städten ist dabei nicht sehr groß, Am Tische des Bundesraths: v. Stephan, Graf anstellen will, wie den Wünschen des Reichstages entgegen als es scheinen möchte. Denn auch in den kleinen Städten muß Posadowsky und Kommissarien. gekommen werden kann. Am Sonntag wird nicht den ganzen dafür gesorgt werden, daß der Anschluß nach anderen OrtDie zweite Berathung des Reichshaushalts Etats Tag bestellt, sondern nur bis 10 Uhr morgens. Wer also am schaften ermöglicht wird. In allen größeren Staaten find die für 1895/96 wird fortgesett beim Etat der Post- und Sonnabend Patete aufgiebt, tann nicht unter allen Umständen Gebühren sehr viel höher als bei uns; einige Ausnahmen beTelegraphen Verwaltung und zwar beim Titel: darauf rechnen, daß dieselben am Sonntag bestellt werden. stehen nur in Schweden, Holland u. s. w., weil dort die AnGehalt des Staatssekretärs und dem dazu geftellten Die Frage, in welche Stunden der Post- Sonntagsdienst gelegt forderungen nicht so groß sind und weil dort verschiedene NebenAutrage der Kommission betreffend die Beschränkung des werden soll, ist genau untersucht worden, es sind Gutachten von leistungen gefordert werden: Tragung der Kosten der Leitung, Sonntagsdienstes der Post. Interessenten eingefordert worden und man hat sich schließlich des Anschlusses, Herstellung des Lokals und Besoldung des VerAbg. Beckh( frs. Bp.) führt Beschwerde darüber, daß der entschlossen, es beim alten zu lassen. Der Hinweis auf England walters. Auch ist die Bedienung dort nicht eine so prompte wie Zug zum Anschluß an den Berliner Schnellzug von Berlin nach und Amerika paßt nicht; denn dort giebt es feine richtige Backet- bei uns. Frankfurt a. M., der von Neudietendorf um 3 Uhr morgens ab- post und es handelt sich dort um Verhältnisse, die seit Jahr- Abg. Beckh( dfr. Vp.) bedauert, daß er in bezug auf seine ging, eingestellt sei, so daß die Post sich um einen halben Tag hunderten sich eingebürgert haben. Man hat sich auch Beschwerde heute keine genügende Antwort erhalten habe. verspätet und Sonntags überhaupt nicht bestellt wird. hier stets gegen einen englischen Sonntag ausgesprochen. Abg. Müller- Sagan( dfr. Vp.) bemerkt, daß die HandelsDirektor im Reichspostamt Fritsch: Die Postverwaltung Tas damit verbundene Pharisäerthum widerspricht dem deutschen fammern in bezug auf die Telephonanschlüsse im Falle der Er. hat es an Ermahnungen nicht fehlen lassen, diese Verbindung Geiste. Die Einzelbeschwerden über Kreuznach und Ellerbeck mäßigung nicht unverbindliche, sondern verbindliche Erklärungen wieder herzustellen. Wir werden uns auch bemühen, für den werden wir untersuchen, und wenn sich die Angaben des Vor- sich haben abgeben lassen; von der Handelskammer in Gießen nächsten Winter die Verbindung aufrecht zu erhalten. Aber der redners bestätigen, wird Abhilfe geschaffen werden. werde ihm das telegraphisch bestätigt. preußische Eisenbahnminister hat auf die Staatsfinanzen Rück- Eine allgemeine Verfügung gegen die Abg. Förster- Neustettin( deutschsoz. Reformp.) bleibt dabei, sicht zu nehmen und hat infolge dessen nicht allein zu entscheiden. frühzeitigen Heirathen der Posthilfeboten ist daß die Militäranwärter im Probejahr zu schlecht behandelt ſeien; Abg. Schwarze( 3.) ist auf der Tribüne vollständig un- nicht erlassen worden. Die Frage gehört lediglich zur was der Direktor Fischer angeführt habe, widerspreche den Beverständlich; er scheint von gewissen Ungleichmäßigkeiten der Ge- Kompetenz der Oberpostdirektoren. Leider haben solche Post- Hilfsstimmungen, welche darüber erlassen sind und wonach die Militärhaltsverhältnisse infolge der Einführung der Dienstaltersstufen boten, die noch nicht fest angestellt waren, mit 19 oder 20 Jahren anwärter 3/4 des Einkommens erhalten sollen, welches für die Stelle, zu sprechen. geheirathet und sind in großes Unglück gekommen. Des die sie versehen, bestimmt ist. Es sind darüber Bundesrathsbeschlüsse halb sind die Warnungen erfolgt und die Verwaltung befindet sich damit auf dem richtigen Wege. Der Postspar- und Borschußverein hat unendlich viel Segen gestiftet, indem er die Beamten vor dem Unglück bewahrt hat, wirthschaftlich zu grunde zu gehen. Die Landbriefträger z. B. haben sich mit Hilfe des Borschußvereins vielfach eigene Häuser beschafft. Die Herabsetzung der Zinsen würde ein Anreiz zum leichtsinnigen Schuldenmachen sein.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Da verkennen Sie die Schwäche der menschlichen Natur; ich beneide Sie um Ihre idealen Anschauungen.( Heiterfeit.) Direktor im Reichspostamt Fischer: Der Vorredner bemängelte, daß die Abzüge von Dienstwohnungen nicht einheitlich geregelt feien; das ist durch Gesetz geschehen. Bei den Postämtern dritter Klasse miethet der Postverwalter ein Gebäude und stellt der Post die Diensträume zur Verfügung; das andere sind seine eigenen Räume und feine Dienstwohnung. : gefaßt worden; aber es ist fraglich, ob diejenigen, welche einen solchen Anspruch gehabt hätten, denselben noch geltend machen können im Rechtswege. Damit schließt die Debatte. Persönlich bemerkt Abg. Schultz- Lupih( Rp.): Wie mir mitgetheilt worden ist, hat der Abg. Singer bei meiner Rede den Zuruf gemacht: Bestellte Arbeit!" Ich habe über meine Rede mit teinem Menschen gesprochen. " Abg. Bebel: Gegen die Beschränkung des Post betriebes an Sonn- und Festtagen hat die Postverwaltung ähnliche Gründe vorgebracht wie seinerzeit die EisenPräsident v. Levehow: Ich bitte auf Burufe nicht zu achten, bahnverwaltung gegen die Beschränkung des Güterverkehrs. Man Zurufe find unzulässig. befürchtete eine Stauung, eine vollständige Störung des Verkehrs, Ueber die Heraussetzung der Gewichtsgrenze für einfache Abg. Singer: Ich habe nicht die Rede des Herrn Schultzdie Räume würden nicht ausreichen, um die betr. Güter unter- Briefe haben wir mehrfache statistische Aufnahmen machen lassen; upit als bestellte Arbeit bezeichnet, sondern die Adresse des Postzubringen. Die Post dürfe leicht verderbliche Waaren, auch Ge- die Berechnung des Ausfalls variirt immer zwischen 3 und beamten, auf welche der Redner sich berufen hat. burtstagsgeschente nicht liegen lassen und dergl. mehr. Nun 4 Millionen Mark. In Desterreich hat sich infolge dieser Maß- Persönlich bemerkt ferner Abg. Förster- Neustettin, daß er fällt es aber niemand von uns ein, ein absolutes Verbot des Packets regel ein erheblicher Ausfall ergeben, wenn auch andere Zahlen auf seine Nichtigstellung seine Antwort von der Regierung erpostbetriebes an Sonn- und Festtagen aussprechen zu wollen. Dringende nicht angegeben werden können. Glauben Sie, Herr Bebel, daß halten habe. Bedürfnisse sollen auch ferner somit befriedigt werden können, der Bundesrath in einer Zeit der finanziellen Verlegenheit im Präsident v. Levehow: Das ist teine persönliche Bemerkung. aber die Packete sollen dann als Eilpackete aufgegeben werden. Reiche und in den Einzelstaaten dafür stimmen würde, die Darauf wird das Gehalt des Staatssekretärs genehmigt und Unter den jezigen Verhältnissen hat niemand ein Interesse, die 4 Millionen zum Fenster hinaus zu werfen und die die Resolution mit großer Mehrheit angenommen. Absendung von Packeten am Sonnabend aufzuschieben, weil er 5 Millionen für Ermäßigung der Telephongebühren und Nach dem Etat werden verlangt für einen Unter- Staatsweiß, daß, wenn das Packet am Sonntag am Bestimmungsorte 2 Millionen zur Ermäßigung des Berliner Stadtbriefporto's. fefretär 20 000 m., für drei Direktoren je 15 000 m. Die Komantommt, es unter allen Umständen noch ausgetragen wird. Es hinterher? Die Forderung, auf diese 11 Millionen Mark Ein- mission beantragt nur zu bewilligen für drei Direktoren je werden Millionen von Packeten am Sonnabend aufgegeben, nahme zu verzichten, ist doch selbstverständlich aussichtslos. von denen es den Absendern ganz gleichgiltig ist, ob Die Notiz über die nächste Weltpost- Konferenz ist falsch. fie am Sonntag oder Montag antoniego So geschah Es ist kein Antrag auf Erhöhung der Gewichtsgrenze für ein fache Briefe in Aussicht gestellt. Ich glaube auch nicht, daß er durchgehen wird, denn zur Annahme eines solchen Antrages gehört Stimmeneinhelligkeit. es auch in meinem früheren Geschäft, wir wollten aber am Sonnabend mit den Bestellungen aufräumen. Zwei Kultur und Verkehrsländer ersten Ranges, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und England, fennen den Sonntags- Packetbetrieb Die Privatpost in Berlin arbeitet billiger, weil sie überhaupt nicht. Würde man nicht auch bei uns bald die kleine nur drei oder viermal bestellt, die Stadtpost bestellt Unzuträglichkeit der Uebergangszeit bald überwunden und den 12-14 mal täglich. Es handelt sich um 500 000 Briefe, die in Postbeamten eine sehr erwünschte Erleichterung verschaffen? 21 000 Häuser bestellt werden müssen. 24 634 find täglich mit Der Schalterdienst in Berlin u. s. w. tönnte in der That mangelhaften Adressen eingegangen; davon sind 15 977 ohne er am Sonntag nach den sonst geltenden Bestimmungen hebliche Erschwerungen bestellt worden. Bei den übrigen Briefen über die Sonntagsruhe geregelt werden. Der Sonntagsdienst mußte die Ermittelung erfolgen durch Nachschlagung in Adreß der Postbeamten ist vielfach noch ein recht beschwerlicher. In büchern; es bedurfte der Durchsicht der Studentenverzeichnisse, Kreuznach läuft der Abfertigungsdienst am Sonntag von 5 Uhr Literaturkalender u. s. w. 1711 Briefe blieben unbestellbar. morgens bis 10 Uhr abends mit einer einzigen Stunde Unter- Einmal, als ich dabei war, fanden sich allein 400 Briese mit brechung. Der betreffende Direktor ist ein großer Nimrod vor der Aufschrift: Herrn Richter in Berlin".( Heiterkeit.) Ich dem Herrn, er geht seinem Jagdvergnügen nach, verlangt verstehe Herrn Bebel nicht, daß er uns eine Ermäßigung des aber von feinen Leuten in der Weihnachtszeit die Briefporto vorschlägt, damit wir den Privatbetrieb ruiniren. Erledigung des bedeutend gesteigerten Verkehrs ohne jede( Sehr richtig! rechts.) Aushilfe. Aus verschiedenen Vororten Berlins liegen ähn liche Beschwerden vor. Ich bitte um genaue Untersuchung. In Ellerbek werden die Briefträger von der Frau Postmeisterin als Mädchen für alles benutzt. Sie werden angehalten, früh morgens um 5 Uhr die frischen Semmeln zu holen.( Heiterfeit.) Abg. Schulz- Lupit( Rp.): Die Posiverwaltung ist als Pionier auf dem platten Lande vorgegangen, wo zuerst wenig Aussicht auf Rentabilität war. Ich selbst habe eine Ermäßigung der Bestellgebühr für Telegramme auf dem Lande vorgeschlagen. Die Postverwaltung ist darauf eingegangen, ich glaube nicht zu ihrem Schaden. 15 000 9. Die Abgg. v. Leipziger, von Massow und Lieber beantragen zu bewilligen für einen Unterstaats- Sekretär 20 000 m., für zwei Direftoren je 15 000 m. In Verbindung mit diesem Titel wird das Dienstalters. stufen- System besprochen. Die Budgetkommission schlägt folgende Resolution vor: Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, bei Aufstellung des nächtjährigen Reichshaushalts- Etats für diejenigen Klassen von Beamten der Reichspost- und Telegraphenverwaltung, welche durch Einführung des Dienstaltersstufen- System in ihren Gehaltsverhältnissen geschädigt werden, insbesondere für die Klassen 23, 34 und 38b die Gehaltsstusen so zu erhöhen, daß eine solche Schädigung vermieden wird." Es handelt sich in Klasse 23 um die Post- und Telegraphendirektoren, die Vorsteher von Postämtern und die Militärpostdirektoren, um geheime expedirende Sekretäre und Oberbuchhalter und Kassirer der Generalpostkasse; in Klasse 34 um die Generalpostkassen Buchhalter, Bureau- und Rechnungsbeamte 1. und 2. Klasse, Oberpostsekretäre und Postmeister; in Klasse 37b um die Postsekretäre und Telegraphensekretäre, soweit sie aus Eleven hervor. gegangen sind. Abg. Singer schlägt vor, in dem Antrage einzufügen die Klasse 45( Unterbeamte im inneren Dienst bei den Post- und Telegraphenämtern im Ortbestellungs- und Postbekleidungs- und im Telegraphenleitungsauffeher- Dienst.) Die Lage der Posthilfs boten ist feine so glänzende, wie sie Direktor Fischer hingestellt hat. Es liegen mir Verordnungen von Ober- Postdirektionen vor, in welchen die Boten nicht blos vor zu frühem Heirathen gewarnt werden, sondern auch vor dem Heirathen vor ihrer Anstellung. Die Boten müssen aber bis 9 Jahre auf ihre Anstellung warten, so daß sie mittlerweile 30 Jahre alt werden, bis sie eine feste Austellung haben. Nachdem der Norddeutsche Bund aus Sittlichkeits. gründen alle Ehehindernisse aufgehoben hat, darf die Verwaltung Abg. Sug( 3.) führt aus, daß die Postbeamten durch die ihren Beamten nicht solche Schwierigkeiten in den Weg legen, Abg. Schmidt- Elberfeld( dfr. Vp.): Der Staatssekretär er Dienstalters Bulagen erheblich geschädigt würden. Allerdings wenn sie nicht Zustände begünstigen will, wie in Mecklenburg mit seinen flärt die Ermäßigung der Telephongebühren für nicht möglich könne man die Sachlage nicht leicht übersehen, aber vielen unehelichen Geburten; dann muß sie aber auch die Be- infolge der finanziellen Lage und wegen der Beschaffung von die allgemeine Resolution, welche die Kommission beantragt amten besser besolden. Solche Verordnungen sind mir mitgetheilt neueren Apparaten u. s. w. Jede Erleichterung des Verkehrs habe, reiche nicht aus, um alles wieder gut zu machen. worden aus Frankfurt a. M. und Kiel, und ich nehme an, daß bringt doch eine Vermehrung desselben und deshalb Mehr Redner glaubt, daß eine Schädigung der Beamten nur vermieden überhaupt generell von seiten der Ober- Postdirektionen diese Ver- einnahmen mit sich. Die Einführung der Postkarte hat nicht werden könne, wenn besondere Uebergangsbestimmungen getroffen ordnungen auf höhere Anweisung ergangen sind. Man hält die dazu geführt, daß die Briefe sich vermindert haben, ebenso würden; die jeßigen seien nicht ausreichend. Gehälter der Postdienstboten, wie es scheint, fünstlich so niedrig, wenig wie die Einführung der Fernsprecher den Brief- Staatssekretär Graf Posadowsky: Das Dienstalters. um sie von einer vorzeitigen Eheschließung abzuhalten. und Telegraphenverkehr beeinträchtigt hat. Von der Einstufen- System ist auf dringendes Verlangen des Reichstages Auch die Lage der Postillone ist teine so günstige, wie führung eines Gesprächszählers sollte die Verwaltung absehen. eingeführt worden. Es war für den Chef der Postver= es die Verwaltung glauben macht. Namentlich aus Leipzig liegen Das wäre der schlimmste Nückschritt, den man machen könnte. waltung ein angenehmes Verhältniß, daß er über ere Beschwerden vor. Wenn der Spar- und Vorschußverein in Diese Jdee ist auch wohl nicht ernstlich in Erwägung gezogen sparte Gehaltssummen verfügen konnte, um die Beamten 23 Jahren 27 Millionen Mark angesammelt hat, so ist das nicht worden. Eine Ermäßigung der Fernsprechgebühren ist um so schneller vorwärts zu bringen. Jezt wird den Beaniten übermäßig viel, wenn man berücksichtigt, daß jährlich dringender nothwendig, als nicht etwa nur die oberen Zehntausend ein bestimmter Gehaltsanspruch nach einer gewissen Reihe von 100 000 Mitglieder daran partizipiren. Hält aber die Verwaltung die Fernsprecher benutzen, sondern, wie durch eine Aufnahme Jahren gegeben. Die verschiedenen Wünsche gehen alle darauf ein solches Institut für nothwendig und wünschenswerth, so muß der Handelskammer Flensburg festgestellt worden ist, auch hin, daß das alte System verbunden werden soll mit dem neuen fie auch den in eine Nothlage gerathenen Beamten die Darlehns- Personen aus dem Mittelstande, fleine Gewerbetreibende System. Eine Schädigung der Beamten durch das neue System bedingungen möglichst erleichtern. Es handelt sich hier doch um eine und Kaufleute. Auf eine Beschwerde ist die Poit tritt nicht ein; es handelt sich vielmehr nur um ein lucrum fichere Kapitalanlage, und man follte statt auf Dividenden Verwaltung noch nicht eingegangen. Es beſteht eine cessans. Man möchte das schnelle Aufsteigen und den RechtsToszuwirthschaften lieber den hohen Zinsjuß von 5 und 6 pCt. Verfügung, daß das Telephon nur in eigener Angelegenheit anspruch mit einander verbinden; das ist aber eine contraherabsetzen. benutzt werden darf und nicht durch Fremde. Was heißt dictio in adiecto. Die Begünstigungen, welche die Bon einer Erhöhung des Gewicht3 der ein eigene Angelegenheit" und wer ist ein" Fremder"? Das führt Beamten bisher hatten, sollen wegfallen. Wenn die fachen Briefe von 15 auf 20 Gramm befürchtet Herr schließlich zu einer ganz unstatihaften Kontrolle seitens der Resolution angenommen wird, wenn die Minimal und v. Stephan einen Einnahme- Ausfall von 5 Millionen und eine Beamten. Die Schärfe dieser Verfügung follte etwas ab- Maximalgehälter aufgebessert werden bei einzelnen Kategorien, so Kollision mit den auswärtigen Briefen von 15 Gramm. Der geschwächt werden. Der Ausfall für die Erhöhung der Gewichts werden dadurch undere Kategorien benachtheiligt, welche nicht Ausfall würde aber nur eine Million betragen und die aus grenze für einfache Briefe ist außerordentlich verschieden berechnet aufgebessert werden. Die Ausgleichung wird also nur durchwärtigen Staaten haben, wie ich ich neulich in einem worden, bald auf 3-4, bald auf 5 Millionen und mehr. Wird geführt bei einer allgemeinen Gehaltsverbesserung. Wollte man Blatte gelesen habe, die Absicht, auf der nächsten der Ausfall auf 32 Millionen Mark berechnet, so müßte die Zahl allen Wünschen Rechnung tragen, so müßten die bisher Angestellten Welt Postvereins Konferenz die Erhöhung des Maximal der Briefe von 15-20 Gramm genau so groß sein, wie die Zahl nach dem alten System und erst die neu Angestellten gewichts der einfachen Briefe auf 20 Gramm zu beantragen, daß der Briefe von 20-250 Gramm, und das bestreitet man in Ge- nach dem System der Dienstaltersstufen behandelt werden. sie sich aber feinen Erfolg versprechen, weil namentlich Deutsch schäftstreifen. Denn wenn man schon die Gewichtsgrenze von Aber zwei Beamtenklaffen in demselben Ressort lassen sich nicht land dem Antrage widerspreche.( Hört! hört!) Der General 15 Gramm überschreitet, dann macht man im Geschäftsleben den nebeneinander führen. Ganz ungewöhnlich aber wäre, wenn der postmeister v. Stephan hat das unbestreitbare Verdienst, den Brief gleich noch etwas schwerer. Aus Wien habe ich auf meine Reichstag die Gehälter der Beamten im Etat regeln wollte. Die Weltpostverein ins Leben gerufen zu haben; um so mehr aber Anfrage eine liebenswürdige Antwort bekommen; man hat Ausgaben und Einnahmen des Reiches sollen im Etat festgestellt hat er die Pflicht, feiner Maßregel entgegen zu treten, welche mir mitgetheilt, daß ein Ausfall vor zehn Jahren, als werden. Der Reichstag hat bisher auf dem Gebiete des Etats geeignet ist, den Zweck dieses Instituts in höherem Maße zu die Gewichtsgrenze erhöht wurde, entstanden ist, aber man feine Initiative ergriffen. Für die Verwaltung tragen die ver erfüllen. Tonnte den Betrag nicht angeben. Jedenfalls ist der bündeten Regierungen die Verantwortung; denn sie allein find Ausfall in der Türzesten Frist wieder verschwunden. in der Lage, die Leistungen der Beamten festzustellen nach Jedenfalls wird die sehr dringende Forderung im Interesse des ihrer Vorbildung ihren Leistungen. Wenn geschäftlichen Verkehrs alljährlich wieder erneuert werden. Reichstag eine einzelne Beamtenkategorie herausgreift und für Direktor im Reichs Postamt Scheffler: Der Vorredner diese besondere Feststellungen macht, so liegt die Gefahr nabe, glaubt, daß die Ermäßigungen der Telephongebühren sich bald daß andere Beamtenkategorien geschädigt werden, daß die Reausgleichen würden. Das ist nicht richtig. Die Beförderung vou gierungen gezwungen werden, die Ungleichheiten auszugleichen. Die Postbeamten weisen mit Empörung die dreiste Ein- Der Referent Möller berichtet über die eingehende Vere mischung der Sozialdemokraten in ihre Angelegenheiten zurück. handlung der Budgetkommission und empfiehlt die von derselben Redner verliest eine Erklärung in diesem Sinne, welche von Post- vorgeschlagene Resolution, macht aber Bedenken gegen den Antrag beamten ausgegangen ist.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Singer geltend, weil in Klasse 45 verschiedene Arten von Beamten Die Beamten sind sehr zufrieden und sie sind entrüstet, daß die zusammengeworfen feien, die früher nicht zusammengehörten und Sozialdemokraten ihre Interessen vertreten.( Lachen bei den die nicht gleichmäßig behandelt werden könnten; denn nur ein Sozialdemokraten.) Wir Bauern halten fest und werden länger Theil dieser Beamten sei geschädigt worden. stehen wie Sie.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Das Briefporto für Berlin follte auf die Hälfte ermäßigt werden. Städte mit größerer geographischer Ausdehnung begnügen sich mit einem geringeren Porto und die Berliner Post verwaltung hat infolge der Konkurrenz der bekannten Privatanstalt von Jahr zu Jahr an Einnahmen eingebüßt. Kostete jeder Brief nur 5 Pf., so würde man den Bortheil der größeren " M ber Ein Grundsatz ist es aber immer gewesen, daß die Parlamente 1 senatspräsidenten. Der Vertreter der verbündeten Regierungen von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittage gestattet. in finanziellen Dingen nicht hinausgehen über die Forderung erklärte, daß der Reichskanzler für diese Erhöhung persönlich sei. Während dieser Zeit sind auch sämmtliche Maschinen in Thätig. der Regierung.( Sehr richtig! rechts.) Wohin würde es führen, Alber trotzdem erklärte der Referent der Budgetkommission, daß keit und gewähren so dem Besucher ein anschauliches Bild von wenn die Beamten wissen, daß der Reichstag die Gehälter er die Wiederholung eines solchen Verfahrens nicht wünschens der Technik der mechanischen, Handweberei, Birkerei und höhen will. Der Reichstag würde mit Petitionen überschüttet werth sei. Posamentirerei. Zu diesen drei Fächern ist im letzten Jahre werden und damit eine Verantwortlichkeit übernehmen, die ihm Gegen 51/2 Uhr, wird die weitere Berathung vertagt. Nächste noch der Unterricht in der Färberei hinzugekommen, sodaß auch selbst nicht erwünscht sein kann. In der Konfliktszeit war das Sigung Mittwoch 1 Uhr.( Anträge aus dem Hause wegen Arbeiter und Lehrlinge dieses Zweiges von der Schule profitiren preußische Abgeordnetenhaus gewiß geneigt, seine Rechte bis zum der Kündigung des Handels- und Schifffahrtsvertrages mit tönnen. J- Punkt zu betonen; aber 1863 hat das Abgeordnetenhaus es Argentinien und wegen Abänderung des Wahlgesetzes.) abgelehnt, neue Ausgaben unmittelbar in den Etat einzustellen und sich auf Resolutionen beschränkt. In der gegen wärtigen Zeit ist ist es wichtiger denn je, M " Tokales. : Zu der Frage der Invaliditäts Versicherung der Hausreiniger ging fürzlich eine Mittheilung durch die Presse, nach welcher der Oberpräsident entschieden haben sollte, daß der Hausbesitzer nicht verpflichtet sei, für den Hausreiniger die " daß die Regierung ihr Beamtenpersonal Zur Lokalliste. Zu Arbeiterversammlungen sind unter den Invaliditätsmarken zu leben. Diese Verfügung des Obervollständig in in der Hand hat. Es müßte zur üblichen Bedingungen frei: Reinhardt's Neues Gesellschaftshaus, präsidenten bezieht sich aber nur auf einen Einzelfall und geErschütterung der Disziplin führen, wenn der Reich Lokal- tattet tag einzelne Kategorien von Beamten besonders bedenken asenhaide 57, Hein's Festfäle, Rosenthalerstr. 38. Die Lokal- ftattet feine Anwendung auf die Hausreiniger im allgemeinen. fommiffion. Aus einer im Grundeig." abgedruckten Auskunft der Direktion wollte. Man würde nicht mehr in den Behörden die alleinige Autorität für die Beamten erblicken. Wer auf monarchischem Jm städtischen Obdach scheint man im Februar die der Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt gebt folgendes Boden steht, der kann deshalb den Antrag Hammacher( der zu Borschrift, Stammgäste" an die Polizei auszuliefern, wieder hervor: Versieht eine Person die Hausreinigung( Hauswirtheinem späteren Titel gestellt ist, sowie den Antrag der Kom- etwas weniger streng befolgt zu haben. In der Abtheilung für schaft) und erhält sie dafür nichts als freie Wohnung, so ift dieselbe vom Hauseigenthümer nicht zu versichern. mission zu Tit. 26, der sich auf eine Gehaltserhöhung für die nächtlich Obdachlose nächtigten 54 065 Männer, 1392 Wohnung ist ein Theil des freien Unterhalts und die Gewährung Freie Landbriefträger bezieht) nicht annehmen. Frauen, zusammen 55 457 Personen. Gegen den Januar sind er- freien Unterhalts macht nicht versicherungspflichtig. Erhält der Abg. Singer( So3.): Der Reichs- Schahsekretär hat eine heblich mehr Männer aufgenommen worden; denn im Januar Hausreiniger( Hauswart) für seine Dienste außer freier verhältnißmäßig geringfügige Frage zum Gegenstand tragischer nächtigten 43 915 Männer, 1417 Frauen, zusammen 45 332 Per: Wohnung noch Bezahlung oder überhaupt nur baaren Lohn, so Betrachtungen gemacht. Man kommt danach zu dem Glauben, fonen. Sonst haben im Februar, und zwar nur zum theil in- ist immer in Rücksicht zu ziehen, ob er seinen Hauptunterals wenn durch die Erhöhung des Höchstgehalts der and folge der kürzeren Dauer dieses Monats, fast stets weniger halt aus der Hausreinigung( Hauswartschaft) zieht oder nicht. Briefträger bis auf 1000. das Deutsche Reich in Gefahr genächtigt als im Januar. Das Gegentheil war in tommt, zusammzufallen. Daß er es aber auch für gut gefunden zwanzig Jahren nur einmal der Fall, 1888, doch handelte it ersteres der Fall, der anderweitige Verdienst also nur unhat, ein Wort für die Umsturzvorlage hier einzulegen, habe ich es sich damals nur um etwas über 300, aber nicht, wie 1895, wesentlich, so müßte der Hausreiniger( Hauswart, Portier) vom Hauseigenthümer versichert werden. wirklich nicht geglaubt. Daß es ungewöhnlich ist, daß ein um über 10 000. Berücksichtigt man die verschiedene Magistratliche Sozialreform. Parlament die von der Regierung vorgeschlagenen Gehälter Länge der Monate, so wird der Unterschied noch größer. Die technischen Hilfs. erhöhen will, ist nicht zu bestreiten, der Staatssekretär hat aber 31 Februartage statt 28 geben 59 858 Männer, also fast 16 000 beamten des Magistrats find, obgleich fie monatliche Gehälter selber schon einen Präzedenzfall zugegeben. Aber selbst wenn mehr als an 31 Januartagen. An die Polizei wurden im beziehen, also als Beamte gelten, gezwungen worden, einer dieser Fall etwas ungewöhnliches wäre, so wäre er entschuldbar Februar 1895 516 Personen ausgeliefert, d. h. rund 9 von Privat- Krantentasse beizutreten. Daraus wurde die Absicht des und begreiflich. Die verbündeten Regierungen haben es mit dem je 1000. Hier hat eine erhebliche Abnahme stattgefunden; denn Magistrats gefolgert, in Krankheitsfällen den Beamten nicht, wie Schuhe ihrer Beamten für vereinbar erachtet, eine Beamten im Januar wurden 700, d. h. rund 15 von je 1000, ausgeliefert. bisher geschehen, das volle Gehalt zu belassen. Diese Befategorie, welche ein Gehalt von 650-900. bezieht, Das spricht aufs neue für einen ursächlichen Zusammenhang fürchtungen haben sich als zutreffend bewiesen. Aus der jüngsten 21 Jahre warten zu lassen, bis sie das Höchstgehalt zwischen den Auslieferungen und der Frequenz., Wenn im Zeit ist der erste Fall zu verzeichnen, wo der Magistrat dem bei bezieht. Nachdem die Regierung sich energisch gegen eine Februar die Frequenz gegen alle Regel plöglich in die Höhe der Straßenbau- Polizei angestellten technischen Beamten P. vou Verkürzung dieser Zeit gesperrt hat, war es nur eine schwache gegangen ist, so liegt das wahrscheinlich weniger daran, dem Monatsgehalt so viel gekürzt hat, als das Krankengeld be. Gegenwehr der Kommission wenigstens dafür zu sorgen, daß jene daß auch der Februar andauernd talt war,- es hat Jahre trug. Mithin ist die Krankenkasse weiter nichts als ein Justitut, Leute wenigstens ein Höchstgehalt von 1000 m. erhalten. Hier gegeben, in denen der Februar noch bedeutend fälter war als der das dem Magistrat bei Krankheitsfällen von Beamten Ersparnisse Wandel zu schaffen, ist Pflicht des Reichstages, und dieses Ver- Januar, die Obdachfrequenz aber trotzdem herabging, als bringt. fahren ist nicht ohne Vorgang. Als der Reichstag seinerzeit den eben daran, daß der Auslieferungs- Paragraph wieder einmal Das kaiserliche Gesundheitsamt richtet an die praktischen Angehörigen der zum Militärdienst eingezogenen Mannschafte milder gehandhabt wurde. Zieht man nun zur Vergleichung die Unterstützungen verschaffen wollte, zeigte sich die Reichsregierung Borjahre heran, so ergiebt sich allerdings, daß immer noch ziem bis zum letzten Augenblick abgeneigt, die Forderungen der Ge- lich viel ausgeliefert wurden, wenigstens im Vergleich zu 1894. rechtigkeit und Billigkeit zu erfüllen. Der Reichstag hat aber ruhig, ohne den Widerspruch der verbündeten Regierungen zu beachten, Februar 1895: 54 065 Männer, 1392 Frauen, zusammen 55 457 75 866 das angenommen, was er für gut gehalten hat, und die verbündeten Regierungen vor die Alternative gestellt, entweder diese Forderung zu akzeptiren oder das Etatsgesetz abzulehnen. Auch diesmal würde die Entscheidung der verbündeten Regierungen nicht zweifelhaft sein, wenn sie auch heute vor dieselbe Alternative gestellt würden. Der Reichstag fann also ruhig dem Beschlusse der Budgetkommission zustimmen und braucht sich durch die Gespenster, welche der Reichsschatsekretär an die Wand gemalt hat, nicht schrecken zu lassen. Der Reichstag hat im 1895: 45 Familien mit 156 Pers. 40 Familien mit 112 Perf. werbliche Benutzung des denaturirten Spiritus als unzweifelhaft vorigen Jahre die Einführung der Dienstaltersstufen unter der 1894: 70 Bedingung gewünscht, daß die mittleren und unteren Beamten 1893: 62 durch dieses System nicht geschädigt werden. Dieser Vor- Hier scheint man noch vollständig an der neuerdings beDie braven Schlächtermeister haben, wie so manche behalt bezog sich auch auf die Postbeamten. Es war liebten Praxis strengster Prüfung und eventueller Abweisung der andere ehrfame Handwerker", eine heillofe Angst vor dem bischen Sache der Reichsverwaltung und Speziell ber Post- Obdachsuchenden festgehalten zu haben, um die Frequenz noch Sonntagsruhe, das nun endlich realisirt werden soll. Gar zu verwaltung, dem Beschluß des deutschen Parlaments Folge mehr herabzudrücken. gerne hätten sie eine Extrawurst gebraten gehabt, und um den au geben. Wäre dies Bundesrath, der ihnen nur drei Stunden Arbeitszeit am Sonntag nicht Belastungen möglich gewesen, so hätte es der Reichstag immer laffenen Jugend", dessen Bestrebungen wir fürzlich an dieser eine Petitionsheulmeierei an, in der folgende drollige Stelle vors Der Verein für das Wohl der aus der Schule ent geben will, zu fünf Ausbeutestunden zu bewegen, stimmen sie noch in der Hand gehabt, seine Entscheidung darüber zu treffen. Stelle besprachen, versendet jetzt eine Mittheilung, aus der her- fommt:„ Wir hoffen, daß das altehrwürdige, stets zu Kaiser Daß aber die verbündeten Regierungen eine Vorlage machen, durch welche jenes System eingeführt, aber die Schädigung großer vorgeht, daß er wenigstens für die dem Handelsgewerbe und Reich haltende Schlächtergewerf, bei welchem die Bestrebungen Beamtenkategorien nicht vermieden wird, ist nur bei uns möglich. Angehörenden unter seinen Pfleglingen gegen die Lehrlings- der Sozialdemokratie weder unter den Gesellen noch Wenn auch zahlreiche Postbeamten durch die Einführung des Dienst ausbeutung anfämpfen will. Er klagt, daß die Ausbildung unter den Meistern ihren Einzug halten konnten, das Wenn auch zahlreiche Postbeamten durch die Einführung des Dienst der Handlungslehrlinge oft sehr mangelhaft sei, daß der größte einzigste Gewert(!) im ganzen Reich, welches diese Be alterszulagen- Systems materiell geschädigt werden, so stimme ich diesem System doch zu, weil es das wichtigste ist, daß die Be- Theil nach vollendeter Lehre nichts von Buchführung und Kor- bauptung aufstellen kann, in seiner Eristenzfrage unteramten von der Laune und der Willkür ihrer Vorgesetzten frei- Interesse daran hätten, sie anzuleiten. Der Verein hat deshalb respondenz verstehe, weil Prinzipal und Angestellte oft tein stügt wird." gemacht werden, daß sie einen Rechtsanspruch auf das bekommen, mit der Salomon'schen Handelsakademie ein Abkommen getroffen, schlagendere Gründe angeführt worden. Vielleicht folgt der Selten sind wohl in einer Petition gegen die Sonntagsruhe was ihnen bisher aus Gnade ihrer Vorgesezten als Belohnung wonach für die Handlungslehrlinge gegen ermäßigtes Honorar Bundesrath, der ja auch vor dem Umsturz weder aus noch ein gegeben wurde. Ich bedauere aber, daß die Regierung sich nicht ein besonderer, am 4. April beginnender zu der Auffassung bekehrt hat, daß den Beamten auf diese Zu mit 14 verschiedenen Lehrfächern eingerichtet werden soll. Da Eine gesetzlich normirte Arbeitszeit von etwa 24 Stunden für Unterricht weiß, dem Wink, den ihm die reichstreuen Schlächter gaben. Tagen ein Rechtsanspruch zugesprochen wird. In der Dentschrift dieser Unterricht aber vormittags stattfinden soll, so sucht der jeden Wochentag und Sonntag und wir wetten, mit dem steht ausdrücklich, daß ein Rechtsanspruch auf die Dienstalters: Bulagen nicht existirt, die ganze Dienstpragmatit fenne einen Rechts- Berein den Herren Chefs klar zu machen, daß der jüngste Lehr- Sozialismus ist es bei der deutschen Arbeiterschaft alle! anspruch auf Bulagen nicht. Das disziplinarische Recht der Behörde, wird, daß auch das Geschäft einen Vortheil von einer besseren vormittags entbehrt werden kann. Wenn zugleich betont Es nächtigten: " 1894: 74 324 1898: 57 590 " 1542 1256 " " " " " 58 846 und an die Polizei wurden ausgeliefert: Februar 1895: 516 Personen, d. h. rund 9 von je 1000 1894: 524 finanzielle ohne große " 7 " " " " 1893: 675 11 " " N Ju Familien- Obdach befanden sich: am 1. Februar am 1. März " 242 188 " " 77 46 252 " " " 153 " " Aerzte in Berlin ein Rundschreiben, worin diese um Nachricht darüber ersucht werden, ob ihnen im vorigen Jahre Erkrankungen oder Gesundheitsbeschädigungen zur Beobachtung gekommen sind, die auf die Verwendung von denaturirtem Spiritus in den Ge Eine solche Umfrage wie jetzt werben zurückzuführen sind. wurde bereits 1894 vom Gesundheitsamt veranstaltet. Die Ans. beute war aber zu gering, ohne Zweifel deswegen, weil nach Erfahrungen in voraufgegangener Zeit gefragt wurde, aus der den meisten Aerzten höchstens allgemein Eindrücke über ihre ein fchlägigen Beobachtungen gegenwärtig waren. Angeregt wurde die Umfrage durch eine Besprechung der Dinge im Reichstage, in der der Abgeordnete Zubeil unter Berufung auf Mittheilung der Berliner Kassenärzte Gesundheitsschädigungen durch die gehinstellte. Uulanterer Wettbewerb unter den Militärmusikern. sich um das außerdienſtliche Verhalten der Beamten zu bekümmern, Ausbildung des Lehrlings habe, so wollen wir zunächst annehmen, Beinliches Aussehen erregt einer Lokalkorrespondenz zufolge in wird vielfach mißbraucht, namentlich wird es Mode, die Bethäti- daß die Hauptsache für den Berein nicht das Interesse der Chefs den Kreisen der hiesigen Militärmusiker ein Vorkommniß, das gung der politischen und wirthschaftlichen Ueberzeugung der ist, sondern daß er diefe nur williger machen will, seine Be- voraussichtlich noch ein militärgerichtliches Untersuchungsverfahren Beamten außerhalb des Dienstes zu beobachten. Dieser Geist strebungen zu unterstützen. Die schließlich ausgesprochene nach sich ziehen dürfte. Vor etwa 4 Wochen war den Direktoren geht als rother Faden durch den ganzen Erlaß der Post Bitte, daß Kaufleute, die unter dieser Bedingung der hiesigen Militär- Musikerkapellen vom General- Kommando des verwaltung. Die Beamten follen die politische Lehrlinge nehmen wollen, sich melden möchten, macht Gardekorps ein Befehl zugegangen, nach welchem die Direktoren, und wirthschaftliche Ueberzeugung haben, welche der Berwaltung genehm ist, sonst werden sie Berein wirklich mehr u auch den Eindruck, als ob es in dieser Sache dem um dem Ronkurrenzstreit zwischen Militär- und Zivilmusikern ein Oder im Intereffe des Dienstes" verfekt. Sie sollen also nicht die Berein wirklich mehr um das Wohl seiner Pfleglinge Ende zu bereiten, einen Tarif für ihre Konzerte einzureichen Freiheit haben, welche die Verfassung jedem Staatsdiener garantirt. zu thun ist; wobei jedoch unklar bleibt, ob bei etwaigem bätten, der demjenigen der Zivilmusiker sich anpasse. Gleichzeitig Und weil in dieser Weise die Verwaltung sich um etwas be: Mangel derartiger Chefs ein Theil der Pfleglinge nach wurde befohlen, daß in Zukunft keine fremden resp. auswärtigen fümmert, um was sie sich nicht zu bekümmern hat, was nämlich der wie vor an solche gegeben werden soll, die nicht ausbilden, Musikkapellen in Berlin, mit Ausnahme der Manöverzeit, fonzertiren Beamte in seiner freien Beit macht, beklage ich es, daß den sondern ausbeuten. Wir fürchten, offen gestanden, daß die Idee dürfen. Infolge deffen reichten die in Berlin in Frage kommenden in der That bei nicht vielen Chefs Antlang finden wird. Aber ca. 20 Mufitdirektoren vor einigen Tagen einen Tarif ein, um Beamten nicht ein klagbarer Rechtsanspruch auf die Dienſtalters selbst wenn das der Fall sein sollte, so besteht immer noch das ihn vom General- Kommando bestätigen zu lassen. The nun dieſe Zulagen gegeben wird. Wie wir der Denkschrift zustimmen; so andere Hinderniß, daß der Lehrling für Gewährung des Unter Bestätigung zurück ſein konnte, sollen sich mehrere der Musikstimmen wir auch der Resolution der Kommission zu. Manche Mitglieder des Hauses wollen ja für dieses Jahr noch auf die richts in den ersten sechs Monaten auf die übliche Vergütung direktoren, man nennt 5 Mann, mit Besigern hiesiger Sommerverzichten soll. Das werden wieder viele Eltern nicht Etablissements in Verbindung gesetzt und zu dem alten billigen Dienstalters zulagen verzichten, weil einzelne Beamte geschädigt wollen; denn die Lehrlings. Ausbeutung im Handel und Tarif abgeschlossen haben, so daß sie zum Nachtheil der übrigen werden. Wir thun aber doch nicht gut die Ungleichheit, die auch im Handwerk verdankt ihre Blüthe ja nicht blos Kameraden mit ihren Kapellen für den ganzen Sommer fast besetzt nun einmal zwischen den Beamten der übrigen Refforts der Profitgier der Arbeitgeber, sondern auch der Nothlage der sind, während die ersteren leer ausgehen. Die Angelegenheit ist Der Postbeamten und den Beamten in Preußen be= stehen, noch ein Jahr zu verlängern. unbemittelten Klasse, die gezwungen ist, raschen Verdienst jetzt zur Kenntniß des General- Kommandos gelangt, daß ihr I beantrage, einer guten, aber sich erst später rentirenden Ausbildung vor voraussichtlich näher treten dürfte. in den Antrag der Kommission auch die Beamten zuziehen und so der Profitgier der Arbeitgeber entgegenzukommen. tlaffe 45 aufzunehmen, welche ein Gehalt von 800-1500 m. be- Das ist bei den weiblichen Handlungslehrlingen beinahe noch annseebahn soll nach einer von zuverlässiger Seite" ab Moderne Eisenbahn- Reform. Der Verkehr auf der zieht. Diese Beamten verlieren in der Zeit, bis sie das Höchst mehr der Fall als bei den männlichen. Aus diesem Grunde hat gegebenen Erklärung vom Mai an eine ganz unverhältnißmäßige gehalt bekommen, 5-600 M. Weil dieser Werlust bei dem Gehalte dieser Beamten zu groß ist, muß er ausgeglichen werden. 3. B. der Berliner Hilfsverein für weibliche Angestellte", der Einschränkung erfahren. Bekanntlich wird am 1. April der geDie Verwaltung hat zu erwägen, ob dies durch Erhöhung des auch Lehrstellen nachweist, in das von den Bewerberinnen aus sammte Vorortverkehr der Eisenbahn- Direktion Berlin unterſtellt. Minimalgehalts oder des Maximalgehalte oder durch eine andere sufüllende Formular die Fragen aufgenommen:" Rechnen Sie und diese soll nun, wie es heißt, bereits jetzt beschlossen haben, Gestaltung der Aszension geschehen kann. Wenn bei den auf sofortige Vergütung von seiten des Chefs? am 1. Mai mit der Einführung des neuen Sommer- Fahrplans Beamten, Sie darauf, wenn Ihnen Gelegenheit geboten auf der Wannseebahn den jetzt des Morgens und während des verzichten Kommissionsantrag aufgeführt sind, ist zu gründlicher Ausbildung? die im Kommissionsantrag eine Schädigung vermieden werden soll, muß es auch beiden Sorten Chefs Verbindungen, mit solchen, die ausbilden, und die Züge dann auch des Wochentags nur nach dem jetzigen Er unterhält also mit ganzen Nachmittugs bestehenden Behnminuten- Verkehr einzustellen bei den von mir gemeinten Unterbeamten der Fall sein. und mit solchen, die ausbeuten, und er vermittelt die Sonntags- Fahrplan verkehren zu laffen. Dies würde eine Vers Beamte, welche ein Gehalt von 5-6000 M. beziehen, haben Stellen je nach Wunsch und Bedarf. Wir zweifeln nicht, baß er ringerung der Wochentagszüge um nicht weniger als täglich allerdings auch nach meiner Ansicht teinen Anspruch aus be diese Einrichtung nur gezwungen getroffen hat, in der Erkenntniß, zweinnddreißig, von jetzt 90 auf dann 58, bedeuten, von denen aucin sonders günstigen Umständen in den früheren Jahren höhere daß mit seiner Zwei- Stellen- Theorie nicht nur bei den Chefs, auf den Nachmittag 24 entfallen würden( nur 36 statt jetzt 60). Bezüge für fünftig zu verlangen. Aber bei Beamten mit einem fondern auch bei den Eltern der Lehrmädchen einem thatsächlich Die Maßregel würde also den ganzen gewaltigen Verkehr, wie Höchstgehalt von 1500-3000 m. müffen wir dafür sorgen, daß ihr bisheriges Gehalt sich durch das System der Dienstalters sehr lebhaften Bedürfniß entsprochen wird. Wenn der Verein er sich bisher auf der Wannseebahn in einer bei Erbauung der ihr bisheriges Gehalt sich durch das System der Dienstalters- aber nicht in ben Berdacht kommen will, nur dem Interesse felben kaum geahnten Weise entwickelt hat, unterbinden. stufen nicht verringert. Auf die Landbriefträger werde ich beim ausbeutungsluftiger Chefs dienen zu wollen, so wird er gut Antrag Kardorff zurückkommen. Ich bitte also, daß der Reichs- thun, in seinen Jahresberichten feine Mitglieder und die Presse Schumann! Und diese Namensänderung ist nur die An Cirque Variété nennt sich jetzt der bisherige Birtus tag dem Antrag der Kommission zustimmt und sich nicht durch wenigstens freimüthig barüber zu unterrichten, wie viele Chefs erkennung einer längst vollzogenen sozialen Thatsache, daß näm die Ausführungen des Staatssekretärs beeinflussen läßt.( Beifall auszubeuten wünschten, und wie viele Lehrmädchen aus bei den Sozialdemokraten.) Rücksicht auf raschen Verdienst sich ausbeuten lassen mußten. lich auch über dieses Kunstgebiet" der Kapitalismus seine Arme Staatssekretär Graf Posadowsky: Die Resolutionen des Wir denken, daß auch der Verein für das Wohl der aus gebreitet hat. Der kapitalkräftige Renz hat seine Kons Reichstages haben die verbündeten Regierungen wohl geachtet; ber Schule entlassenen Jugend", wenn furrenten siegreich aus dem Felde geschlagen der Großbetrieb er ernsthaft auf wir tamen aber schließlich dahin, daß wir sagten: Wenn die Meldungen anständigerer Chefs und vorsichtiger Gitern rechnet hat nur noch Raum gelassen für die ganz kleinen, die neben ihm bisher günstiger gestellten Beamten ihre zufälligen Benefitationen er bittet, sich an H. Bürenstein, Mohrenftr. 48/44, zu wenden, ernstlich nicht in Frage kommen können. Wenn mitten in der behalten sollten, bann würden wir die gleichgestellten Beamten beffer gethau hätte, sich darüber zu erklären, ob er die Ver: Saison ein Theaterdirektor verkracht, dann versuchen die armen anderer Ressorts schädigen. Wenn uns der Reichstag die Mittel bindung mit unanständigen Chefs in Zukunft überhaupt auf hineingelegten Künstler bisweilen dadurch sich über Wasser zu zur Verfügung stellen sollte, um die Beamtengehälter aufzubessern, so würden wir das dankbarlichst akzeptiren. Es handelt sich nicht geben gebenkt oder ebenfalls nach der Zwei- Stellen- Theorie Ber- balten, daß sie auf Theilung spielen". Und diesen Eindruck erhält man auch in den internationalen Vorstellungen" des um die unbedeutende Summe, um welche die Landbriefträger in Cirque Variété: als ob die Trümmer aus verschiedenen Schiffihrem Gehalt aufgebessert werden sollen, sondern um ein wichtiges In der städtischen Webeschule, Markusstr. 40, ist am brüchen hier nochmals ihr bestes einzusehen versuchen! Einzelne staatsrechtliches Privileg. Ein Präzebengfall liegt allerdings vor. Sonntag eine Ausstellung von Schülerarbeiten eröffnet worden. Leistungen, wie z. B. die Produktion auf der freistehenden Leiter, Es handelt sich um die Erhöhung des Gehalts der Reichsgerichts. Der Besuch derselben ist bis Sonntag 17. März inklusive täglichd ie fidelen Chinesen u. s. iv. sind ganz vorzüglich, dem ganzen mitteln will. " ehlt die harmonische Geschlossenheit, es macht alles einen uns fertigen, unvollständigen, fast melancholischen Eindruck. Es riecht trotz allem kanonenköniglichen Lärm und Pulverdampfs nach Umsturz und Auflösung. verletzt.- Abends fand in der Rosenthalerstraße ein Zusammen- 1 die weitere Verbreitung der in ihrem Blatte abgedruckten Auffäße stoß zwischen einem Omnibus und einem Geschäftswagen statt, gern sieht, weshalb eine vom rechtlichen Standpunkte aus bei dem der Führer des letzteren vom Bock herabgeschleudert und unnöthige Anfrage bei ihr meinerseits, ob ihr die Broschürendurch seinen Wagen überfahren wurde. Er erlitt Quetschungen ausgabe erwünscht sei, mir als eine überflüssige Bemühung für an beiden Oberschenkeln.-Im Laufe des Tages fanden drei mich und die Redaktion erscheinen mußte. Brände statt. Wenn Sie nun schließlich äußern: Witterungsübersicht vom 12. März 1895. Das Parodietheater hat mit seinen neueren Gaben kein besonderes Glück. Seit einigen Tagen führt die fröhliche Ge sellschaft in dem Kunsttempel der Oranienstraße zwei Novitäten auf, nämlich Kabale und Liebe" oder„ Der abgeführte Wurm" und Die lebende Mordgrundsbrücke". Beiden Stücken mangelt die Eigenschaft, die eine Parodie genießbar machen: der frische, lebendige Wort- und Situationswik. Die Parodie des Schiller'schen Stationen. Werkes ist ledern und die des amerikanischen Schaustückes aus dem Nationaltheater langweilig. Namentlich die letztere ist eine recht brüchige Anlehnung an den sattsam bekannten„ Geschundenen Raubritter", und läßt die Künstlerschaar in keiner Weise zur Swinemünde. Entfaltung ihrer Talente tommen. Schade drum! In Hamburg des Publikums Berlin für ungebundene Wize so groß, wie im lieben Berlin Wiesbaden. und keine Stadt verfügt, wie im Parodie- Theater das freie Spiel München der Kräfte auch bei den schlimmsten Sachen zeigte, über Helden Wien und Heldinnen, die der Kunst solche Opfer zu bringen das Genie Haparanda haben. Hoffentlich wartet das Parodie Theater nächstdem mit Petersburg Werken auf, die seines Namens vollauf würdig sind. feiner Des Stadt ist die Empfänglichkeit % Cort. B Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windstärke 758 ND 737 DNO 756 NO 750 NO 750 GO 758 Still 763 N 770 754 NNW 757 749 WNW NO ( 1-1 81323 122222 Wetter Nebel Nebel wolfenlos heiter woltig halb bedeckt Schnee heiter Temperatur ( nach Celfins 15°.= 4° R.) 1 0 4 [ 1] LO541812 1111 halb bedeckt heiter woltenlos 0 1 Wetter Prognose für Mittwoch, 13. März 1895. trockenes Wetter mit mäßigen östlichen Winden. Nachts noch faltes, am Tage mildes, vorwiegend heiteres, Berliner Wetterbureau. Kunst und Wissenschaft. Unser Freund Schippel endlich findet es unanständig, daß eine Broschüre, wie die in Frage stehende, ausgegeben wird, ohne daß er darum befragt wurde," so habe ich keine Veranlassung, meinen Empfindungen einen ähn= lich starken Ausdruck zu leihen, kann aber dennoch verstehen, daß Herr Abg. Schippel über das Erscheinen der Schrift erstaunt war falls er nicht seitens der Redaktion des Sozialpolitischen Zentralblattes" resp. dessen Verlagsbuchhandlung vorher davon benachrichtigt worden war. Ich wenigstens würde als Verleger, ehe ich die Erlaubniß zum Abdruck von Aufsätzen aus einer der in meinem Verlage erscheinenden Zeitschriften ertheile, mich stets erst mit deren Redaktion und mit dem betr. Autor verständigen, weshalb ich dies auch von der Verlags- Buchhandlung des Sozialpoliischen Zentralblattes" voraussegen mußte. Hochachtend Hermann Walther, Verlags- Buchhändler. Um diese Debatte nicht noch weiter in die Länge zu ziehen, beschränken wir uns auf die Bemerkung, daß Herr Walther den Abg. Schippel und nicht die Verlagsbuchhandlung von Heymann zu fragen gehabt hatte. Red. d. Vorw. Gerichts- Beitung. Einen gesunden Appetit müssen die Theilnehmer eines, Aberdin. von einem patriotischen Verein vor einigen Tagen in einer Paris biefigen Brauerei veranstalteten Stiftungsfestes gehabt haben. Es waren im ganzen nur etwa 300 Personen anwesend, die außer 310 Tassen Bouillon die Kleinigkeit von 185 Pfund Rennthier- Braten, 100 Pfund Rasseler und 2 Kalbsfeulen nebst 11/2 Zentnern Kartoffeln, 40 Schüsseln Kompot und schließlich 26 Pfund verschiedene Käse mit Butter und Brot vertilgten. Da Das Kouvert nur 1,50 M. toftete und obligatorify taum auf die Von dem Hochverrathsprozeß Tarnopol berichtet der bei der Tafel tioffiziöse Telegraph: Jufolge der Erklärung der Angeklagten, sie nur Bier getrunken wurde, so dürfte der hätten unter der Pression des Untersuchungsrichters komproRechnung gekommen sein, um so mehr, da ihm noch ca. 50 Per- Der Hofschauspieler Keßler, der Vorsitzende der Genossen- mittirende Aussagen gemacht, wurden die Protokollführer vers fonen mit der Zechschuld durchbrannten. Das originellste ist, daß schaft deutscher Bühnenangehöriger, hat sein Amt in dieser Ver- nommen. Aus den Aussagen derselben ergab sich, daß weder einige der Theilnehmer sich noch überdies beim Vorstand beeinigung niedergelegt. Ueber die Beweggründe zu diesem Schritt eine Pression geübt worden sei, noch auch verfängliche Fragen tlagten, weil sie hungrig aufgestanden wären! weiß der„ B. B.-C." folgendes mitzutheilen:" Begreifliche Rückgestellt worden seien. Das Beweisverfahren ist beendet. Den Das Sterben einer Herzogin wird in einem Leitartikel ficht verhinderte Herrn Keßler, sich über den Anlaß zu seinem Geschworenen sind 58 Fragen vorgelegt. „ Kleinen Journals" mit den folgenden frommen Rücktritt bestimmter zu äußern. In eingeweihten Kreisen weiß Wegen Mordverfuchs an seiner Ehefran hatte sich und gottesfürchtigen Worten geschildert: Nach langen, schweren, man, daß seit längerer Zeit ein Disziplinarverfahren gegen den mit christlicher Ergebenheit getragenen Leidensstunden ist die königlichen Schauspieler Herrn Keßler eingeleitet ist und das Ber: gestern der 62jährige Landwirth Friedrich Grasse vor dem Frau Herzogin von Sagan am Sonnabend, den 9. d. M., hinüberfahren neuerdings eine gewisse Verschärfung annahm. Auf der Schwurgericht am Landgericht II zu verantworten. Der Uns gegangen in die Ewigkeit. letten Delegirtenversammlung der Bühnengenossenschaft erwähnte geklagte hatte seine kleine Besitzung auf der Insel Seddin bei der Präsident Keßler eine Aeußerung, die General Intendant Schmöckwiß, wo er mit seiner Familie in den unerquicklichsten Die Herren Nauck u. Hartmann werden immer üppiger. Graf Hochberg, Vorsitzender des Bühnenvereins, ihm gegen Verhältnissen lebte und viel zu erdulden hatte. Eines Tages Ein neuer drastischer Fall wurde vorgestern Abend in einer Ver- über in betreff des Schiedsgerichts gethan hat. Herr Keßler schoß er mit einem Revolver auf seine Frau und brachte ihr Vortrag. Werbilt sammlung, in welcher der Abg. Vogtherr zum Besten der Arbeiter glaubte fich zu dieser Mittheilung berechtigt, während die mehrere Verwundungen bei, die sämmtlich bald heilten. Das Bildungsschule einen Vortrag über Wahrheit, Recht und Sitte" Aeußerung von dem Generalintendanten als vertraulich an- Verdikt der Geschworenen lautete nach langer Berathung auf hielt, mitgetheilt. Zu der Versammlung war Herr von Egidy gesehen wurde. Die Erörterung führte zu einem Disziplinar Nichtschuldig, worauf die Freisprechung erfolgen mußte. eingeladen, und zwar als G a ft. Die Firma Nauck u. Hartmann verfahren, das Verhältniß zwischen Bühneuverein und Genossen- Die Geschworenen haben angenommen, daß der Angeklagte im wollte aber die Einladung nicht gutheißen und nahm die Worte: fchaft trübte sich überdies seit dem Ausscheiden der Genossen- Augenblicke der That nicht im vollen Besitze seiner freien Herr von Egidy ist als Gast zu der Versammlung eingeladen" schaftsvertreter aus dem Schiedsgericht und seit der Ablehnung Willensbestimmung war. nicht auf, Herr von Egidy mußte vielmehr als Rorreferent einer neuen Entsendung von Vertretern seitens des Delegirtenbezeichnet werden. Die Mittheilung erregte natürlich allgemeine tages. Die Stimmung im Bühnenverein verbesserte sich nicht gerade, als die Theater- Angelegenheiten im Reichstage, Es wird Zeit, daß die Stadtverordneten- Sigung sich einmal und noch dazu von sozialdemokratischer Seite, zur Sprache Der Verein der Plätterinnen tagte am 5. März bei mit dem Zensorenwahn der Herren Anschlagsäulen- Pächter be- gebracht wurden, und unter diesen Umständen war es gerade Niest in der Weberstraße. Nach einem recht beifällig aufgenom fchäftigt. für ein Mitglied und einen Regisseur des königlichen Schau- menen Vortrag der Frau Ihrer beschäftigte sich die Versamm Wohnungsuchende seien davor gewarnt, Miethsverträge spiels unmöglich, an der Spitze der Genossenschaftsgeschäfte zu lung mit der Regelung einiger interner Vereinsangelegenheiten. über Räume in neu erbauten oder umgebauten Häusern für eine bleiben." Der entschiedene Standpunkt, den die Genossenschaft in der der Graveure und Biseleure eine Versammlung ab, in der Herr Am Dienstag, den 5. März hielt die freie Vereinigung Zeit abzuschließen, zu welcher die von der Zustellung des Rohbau- Abnahmescheins ablaufende Frist von sechs Monaten für die Frage des Bühnen- Schiedsgerichts einnimmt, ist schon berechtigt; Dr. Joel über die moderne Naturanschauung" referirte. In Gebrauchs- Abnahmeprüfung noch nicht verstrichen ist, da die und es wäre nur zu wünschen, daß sie diese Stellung nicht eher der Diskussion beantwortete der Referent mehrere Fragen und Polizei- Organe vor Ablauf dieser Frist das Beziehen der frag- aufgiebt, bis ihr Gewähr für eine unparteiische Rechtsprechung erfolgte nach den stattgehabten Ergänzungswahlen eines Revisors lichen Räume nicht dulden und nach den gesetzlichen Bestimmungen gegeben wird. Daß die Stimmung im Bühnenverein" teine auch nicht dulden können. Die Polizeireviere werden nach wie rofige ist, können wir uns denken. Die Herren hatten alle und eines Beisitzers der Schluß der gutbesuchten Versammlung. vor auf Anfragen aus dem Publikum über den voraussichtlichen Ursache zu wünschen, daß über die Praktiken im Theaterwesen Im Arbeitsnachweis haben sich in den letzten 14 Tagen 10 Gehilfen und 14 Prinzipale gemeldet. Termin der Beziehbarkeit von Wohnungen in neuen bezw. um- das geheimnißvolle Dunkel nicht gelichtet werde. gebauten Häusern bereitwilligst Auskunft ertheilen. Heiterfeit und Pfuirufe. Literarisches. " Die Sozialdemokratie und die Währungsfrage. Eine Auseinandersetzung zwischen Dr. Otto Arendt und May Schippel ( Sonderabdruck aus dem Sozialpolitischen Zentralblatt".) Berlin 1895. Verlag von Hermann Walther. 46& 8º. Uns geht folgende Zuschrift zu: Berlin W., den 10. März 1895. An die Redaktion des Vorwärts", Berlin. Geehrter Herr Redakteur! leber einen Todtschlag, den ein 17jähriger junger Mensch an seiner Großmutter verübt hat, wird aus Moabit berichtet: Im Hause Siemensstr. 8, eine der neuen am Bahnkörper der Ringbahn belegenen Straßenzüge, wohnt der Produktenhändler Carl Graßnick mit seiner 62jährigen Ehefrau, einer 18jährigen Tochter und dem am 14. Dezember 1877 in Berlin geborenen Entelfohn Mar Zimmermann, dessen Mutter, eine Tochter des G., in Amerika ansässig ist. Mar 3. ist im Hause seiner Großeltern von Geburt an erzogen worden, doch zeigte derfelbe als Knabe schon Neigungen zu Schlechtigkeiten aller Art. Als 3. fonfirmirt Die Erörterungen Ihres geschätzten Blattes vom 9. d. M., war, erlernte er fein Handwerk, sondern er sollte an stelle feines die sich an eine Berichtigung des Abg. Dr. Arendt knüpfen und Stüße werden, daß er seiner das Produktengeschäft betreibenden die eine in meinem Verlage erschienene Schrift Sozial Großmutter zur Hand ging. Der junge Mensch fegte aber ben demokratie und Währungsfrage" betreffen, schließen Anordnungen der alten geschäftserfahrenen Frau beständig mit dem Satz: Widerstand entgegen und hatte Frau G. wiederholentlich mißVon Herrn Verlags- Buchhändler Walther ging uns keine handelt. Um sich Geld zu verschaffen- der Bursche wurde damit Berichtigung" zu." ziemlich knapp gehalten hatte er bereits zwei Einbrüche in der Wohnung seiner Großeltern ausgeführt, trotzdem aber setzte die Greisin dem Wunsche ihres Gatten, den Miißrathenen aus dem Hause zu jagen, stets entschiedenen Widerspruch entgegen, hoffend, daß May 3. sich bessern würde. Um den jungen Mann zu energischem 1114 " Da ich in diesen Worten eine latente Aufforderung mich zu äußern, erblicken muß, bedarf es wohl nicht der Berufung auf den bekannten Paragraphen des Preßgesetzes, um einer Richtig stellung meinerseits Aufnahme in Ihrem Blatte zu erwirken. Sie sagen in Nr. 58 vom 9. d. M.: Versammlungen. Vermischtes. R Zu dem antisemitischen Vorfall in dem Café zu Stargard, den wir auf Wunsch einiger Betheiligter in Nr. 59 richtig gestellt haben, geht uns ebenfalls von dem Besitzer des Lokals, Herrn Broschkonska eine Berichtigung folgenden Wortlauts zu: 1. Es ist unwahr, daß die Herren, von denen dort die Rede ist, insbesondere die Herren Abgeordneten Professor Förster und H. Ahlwardt es mir durch ihr Benehmen nöthig gemacht haben, fie aufzufordern, sich anständig zu betragen und es mir energisch zu verbitten, daß die Herren nach neuen Grundsätzen, wonach das„ Mein und Dein nicht unterschieden wird", verkehrten. 2. Cautes Gejoble" ist nicht angestimmt worden, die Herren haben die Grenze des Tones einer fröhlichen Stimmung nicht überschritten. Es sind endlich keine Gespräche geführt worden, die moralisch irgend wie hätten verlegen tönnen. M Der Fall Ziethen. In nationalliberalen Blättern lesen wir: ist es möglich, daß der vielbesprochene Fall Biethen, ber Berlin, 12. März. Wie wir in der Lage sind, mitzutheilen, zweifellos zu den merkwürdigsten Kriminalfällen unserer Zeit gezweifellos zu den merkwürdigsten Kriminalfällen unserer Zeit gehört, entweder bei der Berathung des Justizetats oder bei der Ganz allgemein herrscht die Annahme, daß die Verlags: zweiten Berathung der Strafprozeß- Novelle den Reichstag beArbeiten zu zwingen, beschloß Herr G., ſein Geschäft aufzugeben Buchhandlung von Hermann Walther blos als Kommiffions- fchäftigen wird. Es handelt sich darum, eine neue öffentliche und hatte die hierzu erforderlichen Maßnahmen bereits getroffen. Dies scheint zu weiteren Zwiftigkeiten die Beranlassung zwischen verleger für die unter ihrer Firma herausgegebene bimetallistische Verhandlung herbeizuführen, um den Kriminalisten die erwünschte um 9 Uhr sollte 3. Waaren fortfahren, boch verzögerte der Schriften die bimetalliſtiſchen Organisationen und in erster Reihe auf grund des verurtheilenden Spruches der Geschworenen wegen Großeltern und Enkelsohn gegeben zu haben; Dienstag Worgen Literatur thätig ist, daß die thatsächlichen Herausgeber diefer Gelegenheit zu bieten, die Unschuld des Verurtheilten nachzuweisen. Seit nunmehr 11 Jahren befindet sich Albert Ziethen Bursche die Ausführung des Auftrages, so daß Frau G. fich Herr Dr. Otto Arendt ist." nach der Küche, woselbst der Enkel sich aufhielt, begab und ihm meiner befcheidenen Thätigkeit herrschen, hat mich an sich gefreut. theidiger, der inzwischen verstorbene Rechtsanwalt Gromunes Daß ganz allgemein" überhaupt Annahmen über einen Theil Ermordung seiner Frau im Gefängnisse. Sein damaliger BerVorwürfe machte. Der darauf folgende Thatbestand, in Köln, war von vornherein von seiner Unschuld überdie Szene, welche sich zwischen Großmutter und Enkel Es thut mir deshalb leid, insofern dieser allgemeinen Antheilabspielte, war bis jetzt nicht festzustellen. nahme entgegentreten zu müssen, als ihr unrichtige Vorstellungen zeugt, und diese Ueberzeugung gewann in der Gerichts- und Plötzlich es war gegen 9 Uhr tam die alte Frau in zu grunde liegen. Diejenigen Schriften meines Verlages über die speziell in der Polizeiwelt viele Anhänger, als der Barbierghilfe August Wilhelm im Jahre 1887 das Geständniß ablegte, der das Wohnzimmer gestürzt und fiel mit den Worten: Max hat Währungsfrage und speziell den Bimetallismus, welche von Mörder der Frau Biethen zu sein. Damals stimmte das Glbermich geschlagen, mir ist so schlecht" auf das Sopha." Als nach bimetallifiischen Organisationen" herausgegeben werden, tragen einer Stunde ein Arzt hinzufam, konnte dieser nur den soeben auf Titel und Umschlag den diesbezüglichen deutlichen Vermert: als felber Landgericht dem Antrage des Vertheidigers auf Wiederinfolge Gehirnblutung hervorgerufenen durch einen Schlag gegen Schriften des Deutschen Vereins für internationale Doppelwährung", aufnahme des Verfahrens zu; auf Reklamation des StaatsDie Schläfe eingetretenen Tod fonstatiren. Der Bursche hatte sich andere Währungsschriften meines Verlages, theils bimetalliftischer, anwalts stieß indeß das Oberlandesgericht Köln diesen Beschluß Gin in jüngster Zeit unternommener Versuch, das Wiederfurz nach der That aus der Wohnung entfernt, tehrte aber nach theils gegnerischer Richtung, find nicht Kommiſſionsverlag, aufnahme- Berfahren zu erwirken, ist an dem Umstande geeiner Stunde zurück und wurde durch Mannschaften des 84. Bo- sondern mein eigener Verlag. Zu diesen Veröffentlichungen zählt scheitert, daß„ neue Thatsachen" gegenüber den vor 7 Jahren lizeireviers feftgenommen. Der Behörde gegenüber bestreitet 3. Die oben genannte„ Sozialdemokratie und Währungsfrage" deren als nicht ausreichend bezeichneten nicht aufzubringen waren. seine Großmutter geschlagen zu haben, er will ihr nur einen Stes Serausgabe also keine Beziehung zu irgend welcher„ bimetalliſtiſchen Immerhin ift seither eine ganze Reihe so ungemein merkwürdiger versetzt haben, worauf sie zu Boden gestürzt sei. Die Zeiche der Organisation" bat. G. wurde nachmittags 4 Uhr nach dein Schauhaufe gebracht. Auch möte ich mich freundlich dagegen verwahren, als ob Beugnisse und Thatsachen gesammelt worden, daß die Ver mein Verlag urtheilslos sich zum Sprachrohr einer bestimmten theidiger der Unschuld Biethen's, zu denen angesehene Männer Arbeiter- Sanitätskommission. Zu der Berichtigung des Parteirichtung aus sehr verschiedenen Gesellschaftskreisen zählen, alle Ursache hrungsfrage bergäbe. Wie Herrn Langer, Havelbergerstr. 37, erklärt uns der Schuhmacher auf Gebieten meiner Berlagsthätigkeit scheint haben, in ihren Bemühungen fortzufahren. Wie ernst ein solcher Fall beurtheilt werden muß, kann man daraus von neuent erHerr Louis Kammbach, daß er die pünktliche Miethezahlung es mir auch hier durchaus unerfprießlich, wenn fich einfach unterbrochen habe, weil er eine Aenderung der Uebel der Verleger zum willenlosen Diener einer Partei macht, fehen, daß foeben in Trier der Ackerer Thiele, der wegen Anstände in der Wohnung abwarten wollte. Er sei die Miethe im er soll vielmehr ernsten Ueberzeugungen verschiedener Michtungen istung zum Kindesmorde zum Tode verurtheilt worden war, beim Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden ist. ganzen dem Hauswirth durchaus nicht schuldig geblieben. die Möglichkeit bieten, sich öffentlich zu messen. In diesem Was hier über das Thatsächliche des Falles Biethen und über Sinne gab 3. B. die Redaktion der in meinem Verlage erhie auch in weiten Beamtenkreisen herrschenden Zweifel an der scheinenden„ Preußischen Jahrbücher" soeben einem Vertreter der Richtigkeit des Urtheils gesagt wird, il voltommen wahr. Die das Wort, um das Verständniß der Währungsfrage zu fördern. find aber wohl stärker, als der Verfasser obiger Notiz zu glauben Goldwährungspartei und einem Bimetallisten gleich geitig Sindernisse, die sich dem Wiederaufnahmeverfahren entgegenstellen, pas siti Ferner sagen Sie: Der vorige Woche todt in einem Hotel aufgefundene Kaufmann Meyer it, wie bie Gettion ergeben hat von einer Geiftestrankheit befallen gewesen und hat den Selbstmord mithin in ungurechnungsfähigem Zustande begangen. Irgendwelche geschäftliche Gründe, die zum Selbstmord führen tonnten, waren nicht vorhanden. in ber um. ſcheint. Ein Blick auf die erste Seite jeder Nummer des„ Sozialpolitischen Zentralblattes" genügt, um zu erkennen, daß es nicht Gine noch größere Ausnutzung einer Wasserkraft, wie Polizeibericht. Am 11. b. M. mittags gerieth am Mari- gestattet ist, aus diesem Blatte Broschüren zusammenzuschneiden, fie als gröste bisher diejenige der Niagara- Fälle darstellte, plant annen- Ufer eine Fran unter die Räder eines Geschäftswagens fondern daß bloß" Beitungen und Zeitschriften" der Abdruck jeßt eine amerikanische Gesellschaft, welche die Snoqualmie- Falls und erlitt außer einem Hippenbruch eine schwere Gehirn- gestattet ist." im Staate Washington nubbar machen will, die theoretisch eine erschütterung. Auf dem Hofe eines Grundsticks in der Höchsten Sehr richtig! Deshalb wandte ich mich an die Verlags- Leiftung vor 51000 Pferdestärken darbieten und bei welchen das straße wurde ein dreijähriges Mädchen durch eine aus dem vierten buchhandlung des S. 8." und erhielt von dieser die Erlaubniß, Wasser 268 uß hoch herabstürzt. Durch elektrische Uebertragung Stock des anstoßenden Neubaues herabfallende Mauertelle am die im Sozialpolitischen Bentralblatt" erschienenen Auffäße der sollen 5000 ferdeftärten zunächst der Stadt Seattle zugeführt Ropfe getroffen und bedeutend verlegt. Nachmittags wurde Herren Dr. Arendt und Schippel über die Währungsfrage als werden und daselbst zu den verschiedensten Zwecken, theils zur an der Ecke der Waßmann und abethstraße ein Knabe durch Broschüre zu veröffentlichen". Aus dem Vermert auf der ersten Beleuchtung zum Betriebe von Bahnen und industriellen Aueinen Bierwagen überfahren und aden Oberschenkeln erheblich Seite des S. 3." geht eben nur hervor, daß dessen Nebattion lagen Anwendung finden. " Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Theodor Preuk. Zwei an Sie unter den von Ihnen bestimmten Adressen gerichtete, eingeschriebene Briefe tamen als unbestellbar zurück. Sie werden daher dringend ersucht, Ihr Manuskript von der Redaktion selbst abholen zu wollen. 1000, Osnabrück. Die verlangte Adresse lautet: Joh.[ wenn nicht nüßliche Verwendung vorliegt. E. P. Gilt auch Kohns, Wiesenstr. 11. für Schöneberg.-100 K. Er darf alles zurückbehalten, nur gericht II. P. 55. die nothwendigsten Gegenstände muß er herausgeben. LandWiederholen Sie die Frage. B. Ech. Sie sind zur Zahlung verpflichtet.- A. W. 50. Die Zwangsvollstreckung kann darauf vorgenommen werden. Briefkaffen der Expedition. Schondorf, Pyrmont. Inserat kostet 4 M. Derartige Verträge sind beim Amtsgericht zu machen.. K. 25. B. M. 5. Dagegen läßt sich nichts machen.- J. R. 45. Wenn der Vermiether die übernommene Verpflichtung nicht erfüllt, dann tönnen Sie flagen.-F. M. 60. 3u I: fein Unter schied, zu II: fann bei Begnadigung u. s. w. wichtig werden. A. W., Pforzheim. Jit bereits im Vorwärts" veröffentlicht. Büttner. Sie müssen bezahlen. F. K. 100. Nein, " Unserm Stammwirth Achtung! Brauerei- Arbeiter. Achtung! Berliner Gewerkschafts- Kommission. Franz Strohmeyer Donnerstag, den 14. März, abends 81/2 Uhr: Freitag, den 15. März, abends präz. 81/2 Uhr: Große öffentliche Versammlung Oeffentliche Versammlung der Delegirten 92/2 bei Deigmüller, Alte Jakabftraße Nr. 48a. Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten zur GewerkschaftsKommission. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. bei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a. Tages Ordnung: 1. Abstimmung über den Antrag Massini betr. Regelung des SammelAllgem. Arbeiter- u. Arbeiterinnenverein weſens. 2. Diskussion über den Rechenschaftsbericht. 3. Üntrag Grothmann. Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 14. März, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstr. 44: Mitglieder- Versammlung. ages Ordnung: Die Delegirten werden ersucht, in anbetracht der wichtigen Tagesordnung pünktlich zu erscheinen. 138| 16 Der geschäftsführende Ausschuss der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Achtung! Lichtdrucker Berlins. 1. Vortrag der Frau Greifenberg. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Mittwoch, den 13. März, abends 8½ Uhr, im Lokale des Vergnügungskomitees. 4. Vereinssache. Da die Lokalfrage im letzten Punkt zu erledigen ist, ersuchen wir unsere Mitglieder, die Versammlung recht zahlreich zu besuchen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Die fäumigen Mitglieder werden ersucht, ihren Verpflichtungen dem Verein gegenüber nachzukommen. 69/20 Männer- Chor St. Urban. ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes.) Sonnabend, den 16. März, in den großen Sälen des„ Louisenstädt. Konzerthauses", Alte Jakobftraße 37: Grosser Wiener Maskenball. Herrn Röllig, Neue Friedrichstr. 44: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: vom Markgrafen Damm zu seinem heutigen Geburtstag ein 9999mal donnerndes Hoch, daß das ganze Schweizer Häuschen wackelt, und Franz Strohmeyer mit Händen und Füßen zappelt. Franz, merkit Du was? Deine Stammgäste. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 10. März, verstarb unser Mitglied der Former Oswald Pohl. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donners tag, den 14. März, Nachm. 4 Uhr, vom 1. Der Streit der Lichtdrucker in Wien und welche Stellung haben die Trauerhause, Cuvrysir. 24, aus nach Berliner Kollegen einzunehmen? Referent Kollege Schöpke. 2. Diskussion. In anbetracht der Wichtigkeit der Versammlung ist es Pflicht jedes Kollegen, zu erscheinen. Hôtel Kaiserhof, Köpenick. Verein d. Heizer u. Maschinisten von Köpenid u. Umgegend. Um 12 Uhr: Demastirung, verbunden mit großem Schnregentöber. Um 1 Uhr: Grossartige Fackelpolonaise, sowie viele sonstige Ueberraschungen. ( Musik: Berufsmufiter.) Billets à 50 Pf. find in allen bekannten Lokalen zu haben. Einen genußreichen Abend versprechend, ladet zu regem Besuch ein Sonnabend, den 16. März 1895: Das Comitè. 152 5* Achtung! Rixdorf. Achtung! Am Sonnabend, den 16. März, im Lokale des Herrn Wiersing, Knesebeckstraße Nr. 77: Stiftungs- Fest Kränzchen, verbunden mit Konzert, Theater u. Tanz. Anfang 8 Uhr. Entree Herren 50 Pf. Damen 25 Pf. Billets sind an der Abendkasse zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein 2586* Der Vorstand. des Sozialdemokrat. Vereins„ Vorwärts", Schulpflicht. Kinder haben keinen Zutritt. bestehend in Allen Freunden und Genossen em pjehle meine 17728* F großem Konzert, unter Mitwirkung des Mundharmonika- Vereins Vorwärts- Berlin, des Kranzbinderci. Blumen- Gesch. Gesangvereins Grüne Ciche- Rixdorf und des Volkshumoristen Herrn Kränze mit Schleifen in großer AusRichard Heise.- Die Musik wird von der Freien Vereinigung wahl. Billigste Preise. früher Memelerstraße, Um 10 Uhr Festrede des Reichstagsabg. W. Liebknecht. L. Klatt, jest: Königsbergerſtr. 20, Nach dem Konzert: Grosser Ball. Alle Parteigenossen sind dazu eingeladen. Der Billetverkauf findet in allen mit Plakaten belegten Handlungen, so wie bei den Vorstands- und Komiteemitgliedern statt. Anfang des Konzerts 812 Uhr. Billet 20 Pf. reine Gänsefedern á Pfd. Pfg. Briefmarken, Bettfedern, v. 50 Big an, Grüner 272 12 Das Komitee. einzelne, wie ganze Sammlungen, Weg 41, 1 Tr. Frau Glaser. tauft Kaim, Friedrichstr. 236. Ecke Gubenerstraße. Gedenktags- Kränze zum 18. März, sowie frische Blumen empfiehlt den Parteigenossen die Der Einberufer. 168/7 Guirlanden u. Blumen dem Emmaus Kirchhof in Brizz statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 193/16 Der Vorkand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten hierKränze, empfiehlt zu den billigſten mit die traurige Nachricht, daß meine Breifen Franz Jacobit, koppente. 46, an der Friedenstraße Zum bevorstehenden Umzug empfehle einen großen Posten liebe Frau, meine liebe Mutter Louise Jacobs geb. Sydow am 10. März, nachmittags 312 Uhr, am Herzschlag verschieden ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13 d. M., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Sophien Kirchhofs, Gesundbrunnen, Freienwalderstraße, aus statt. 3019b Albert Jacobs nebst Tochter. Teppiche tung! Former! Achtung! in allen Größen von 3 M. an, 800 Paar gute wollene Portièren in allen Farben von 2,50-6 M. Gardinen und Stores in weiß u. crême von 1,25 M. an 329M Otto Büchler, Königstraße 26, Ecke Klosterstraße. Herren- Hüte 1,25 Einsegnungs- Hüte 85 Pf. En gros A. Nimtz, neueste façons verlauft das Fabrik. Kranzbinderei 68, Friedenstraße 68. Vereinszimmer zu verg. Krautstr. 39 Abrechnung der Zwölfer- Kommission Die Kommission bezog Bier von: vom Bier- Boykott. Ver ZurückHelles Bier sandt- gegeben Bier wurden Tonnen Liter Tonnen Tonnen Liter Ausgabe an: Bürgerl. Brauhaus Luckenwalde Schloßbrauerei Fürstenwalde Gittler Müller, Frankfurt a. D. Rudolph, Kirchhain Maas, Cottbus Bürgerl. Brauhaus Luckenwalde 143 25,8 Schloßbrauerei Fürstenwalde 591 251/4 101/2 Gittler, Mariannenstr. 48 Müller, Frankfurt a. D. 41/2 1011/4 21/4 Brauerei Pichelsdorf Reichenkron 513/8 26 · Maas, Cottbus 7 267 850 Rudolph, Kirchhain. 7 621 Summa 9171/8 14 888 Einnahme: 1 100 251/4 153.8 1 950 " " Selles Bier in Tonnen( à 21 Mt.)| Tonn.| Liter Mark Pf. Un Kunden wurden abgegeben Im Einzelverkauf. Haustrunt und verdorben Desgl. in Liter: . Brauerei Pichelsdorf Reichentron, Charlbg. Fuhrlohn und Bierausfahren. Kellermiethe Arbeitslohn . Reisevergütung 8543/4 17 849 75 Blafate. Eis 27 567 20 Summa 9013/4 Brief, Packet- Porto u. s. w. 18 416 75 Verwaltungstoften Summa 10 260 1 641 60 2 678 455 26 12 938 2 096 86 225/8 543 Einnahme. Ausgabe 25/8 63 Summa 251/4 An Kunden abgegeben( à Liter 16 Pf.) Im Einzelverkauf( à Liter 17 Pf.). Versandt- Bier( à Tonne 24 M.) An Kunden abgegeben Im Einzelverkauf Summa Soll Einnahme für Bier. An freiwilligen Beiträgen gingen ein 606 ד| וו Pf. Mart 21 119 2 465 61 Summa 23 584 61 Davon ab: Ausstehende Forderungen 293 26 Ist Einnahme · . Summe Bilanzi Mart fomptoir, Georgenkirchstr. 5 II. Unser Kollege und Mitglied Oswald Pohl ( von Beermann) ist plöblich verstorben. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. März, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Cuvrystr. 24, nach dem Emmaus- Kirchhof statt. Um rege Betheiligung bittet 30786 Der Vorstand des Vereins der Former. J. A.: Alb. Mewes. Danksagung. Für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Marie, geb. Borkowsky, sowie für die außerordentlich reichen Kranzspenden sage ich allen Verwandten, Kollegen und Bekannten hiermit meinen besten Dank. Mag Niedel, Insterburgerstraße 15. 30766 Danksagung. Für die überaus herzliche TheilAug. Krause S0. Wienerstr. 13, nahme bei der Beerdigung unseres lieben Blumen- Geschäft Hugo sagen wir allen Freunden und 11. Kranzbinderei. Vereinskränze mit Bekannten unseren tiefgefühltesten Dank. Widmung in bester Ausführung zu billigsten Preisen. Möbel * Familie Zimmer. Danksagung. auf Theilzahlung. Für die herzliche Theilnahme und Lothringerstr. 76. reichen Kranzspenden bei der Beerdigung Hugo Lewent's Ww.meiner lieben Frau, unſerer guten Wer Stoff hat, fertige Anzug 20 M., feinste Zuthaten, Pf. faub. Arbeit, 2 Anpr., Paletot 17 M., Hofe 3,50 M. Engel, Münzstr. 4. 44/12 2250 12 159 94 50 1955 75 Sophabezug Neste Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Pauline Schmidt, geb. Behr, allen Verwandten, Freunden und Be fannten unseren herzlichsten Dank. 3073 Die Hinterbliebenen. Klagen, Eingaben, Unfallfachen, Putzger, Steglizerſtr.65 2966b* Wohnungen, tleine freundliche, fof. oder später Grünauerstr. 25. 1167 80 Tischdecken- Reste, Portieren- Reste, Gar: Rixdort, Hermannstr. 51, bill. Wohn. 1199 05 Dinen- Reste am billigsten Grüner Weg 57. Charlottenburg, 10 Min. v. Bahnh., Schloßitr. 88, billige Wohnungen. 14 Resterhandlung 14 Charlottenburg, 5 Min. v. Bahnhof, 975 10 520 für Herren- u. Damenstoffe, Reste 1 683 10 für Kinderanzüge v. 1 M. an. C. Joch, Pallisadenstr. 14 part. 80 697 15 78 16 199 80 64 86 3201 23 460 11 . Mt. 23 291,35 23 460,11 • • " Defizit. Mt. 168,76 16302 Nußbaumpianino, Kleider- u. Wäschespind bill. verk. Dresdenerstr. 134, II I. Theilzählung. Monatt. v. 10 M. an liefert elegante Anzüge nach Maass Tomporowski, Schneidermeister, Berlin C, Jüden str. 37 I. Leibnitstr. 62/63 bill. Wohnungen. 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April zu vermiethen. 23 291 35 nächsten Vereinsversammlung ertheilen. 15,50 M., 2 Dut. 20 M. 8tar. von 4 M. an. Wir find leider gezwungen, die Geme von 168,76 Mt. als Defizit zu bezeichnen, da trotz wiederholter Reparaturen eril 1995 gut vermiethen.m Bemühungen von den Herren Restanten nichts einzutreiben war. 30/17 1 Henke. Lorenz. Köhn. Wilke. 5örliherstr. 42 mehrere freundl. zu an Uhren u. Goldwaaren solid u. billig ufüfilierstr. 13 bill. Wohnungen 1 Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Bev 5735L 204 id 3 Tr. 2646b bftraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 61. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 141. Sigung vom 12. März, 11 Uhr. Am Ministertische: Kommissarien. Die zweite Berathung des Staats- Haushaltsetats wird fort: gefekt mit dem Etat der Ansiedlungs- Kommission für Westpreußen und Posen. In Verbindung damit steht die Berathung der Denkschrift über die Ausführung des Ansiedlungs. gesetzes pro 1894 und des Antrages der Abgg. Motty u. Gen. wegen Aufhebung dieses Gesetzes. Abg. v. Pappenheim referirt über den Stand der Ansiedlungsarbeiten, welche nach dem vorliegenden Bericht ein sehr erfreuliches Bild darbieten. Gesunde Existenzen würden geschaffen, teine großen Güterkomplexe, sondern mittlere Bauerngüter, auf welchen die Kolonisten sich wohl fühlen. Abg. v. Jazdzewski( Pole) glaubt, daß ein objektiver Be obachter der Ansiedelungen in Bosen und Westpreußen zu entgegengesetzten Resultaten kommen muß wie der Vorredner. Der wirthschaftliche und finanzielle Erfolg der Ansiedelungen sei ein äußerst geringer. Die Polen legen aber das Hauptgewicht auf das politische Moment. Man spreche immer von der Offensive der Polen; mit Unrecht. Es müsse ein Lächeln hervorrufen, wenn man dort gegen die Polen den gewaltigen Apparat des Militarismus und der Bureaukratie aufgeboten sehe. Glaube man denn wirklich, daß man mit der Handvoll Ansiedler das Polenthum zurückdrängen fönne? Das Ansiedelungsgesetz habe seinen Zweck vollständig verfehlt; es sei überflüssig. D Abg. v. Tiedemann- Bomst( frt.): Die Erfahrungen mit fatholischen Ansiedlern zeigen, daß dieselben unter dem Einfluß der Geistlichkeit polonisirt werden. Die amtliche Statistik stimmt nicht überein mit den Zahlen der Konsistorien der Erzdiözese Posen. Die Polen rechnen jeden polnisch redenden Deutschen als Polen, die amtliche Statistit unterscheidet aber genau. Ich habe von meinen früheren Angaben nicht ein Wort zurückzunehmen. Ein katholischer Propft, der einen großen Bruchtheil Deutscher zu pastoriren hat, hat gesagt:" In meinem Hause verstehe ich kein Deutsch". Abg. v. Jazdzewski: Gleiches Recht wird uns nicht zu theil, nach dem Ansiedlungsgeseh darf kein Pole ein Stück Land von der Ansiedlungs Kommission erwerben. Auf den Domänen follte eine organisirte Arbeitererziehung stattfinden. Die Interessen der Gutsherren und der Arbeiter müssen wieder gemeinsam sein. Alle Versuche von Privatmännern, wieder im Osten einen seßhafteren Arbeiterstand zu schaffen, werden scheitern, der Privatmann hat nicht die Mittel zur Auslegung von Arbeiter- Rentengütern. Der Staat allein fann wirksam eine solche Arbeiter organisation schaffen, er kann auf seinen großen Domänen einen Versuch mit der Ansiedelung von Arbeitern machen. Die Ansiedelungskommission sollte einen Theil der Ansiedelungsgüter als Domänen behandeln und an geeignete Pächter verpachten zum Zweck der Ansiedelung von Arbeitern. Das würde auch zur Stärkung des Deutschthums beitragen.( Beifall rechts.) Abg. Rickert( dfr. Vg.): Man sollte nicht immer die Staatsgewalt anrufen, das Deutschthum sollte sich auf seine eigene Kraft verlassen. Wenn selbst konservative Zeitungen, auch die Kreuz- Zeitung", zugeben, daß das Gesetz nicht gewirkt hat, so tommen immer mehr auf den Standpunkt des Herrn v. Delbrück gegen das Gesetz zurück. Ich stimme heute für den Antrag auf Aufhebung des Gesetzes. Geheimrath v. Rheinbaben: Wenn das Gesetz den Polen so sehr nüzte, würden sie es doch nicht so sehr betämpfen. Es find bisher Güter im Werthe von 46 898 000 m. getauft worden, davon entfallen nach Abzug der Hypotheken zc. auf die Verkäufer Gekrönte Häupter.") Mittwoch, den 13. März 1895. 12. Jahrg. und deren Angehörige nur 11 Millionen, also ein sehr geringer Ohrenzeuge der musikalischen Leistungen der drei Blondköpfe Theil. Das Gesetz schreibt nicht direkt vor, daß aus polnischer wurde. Die Folge war die Verurtheilung des Schankwirths zu Hand gekauft werden soll, nur ist in den Motiven die Direktive 50 M. Geldstrafe. Dieser legte Berufung ein und wollte der Sahin gegeben. In neuerer Zeit ist auch aus deutscher Hand fünften Strafkammer durch eine Anzahl von Zeugen beweisen, getauft worden, insgesammt sind bisher 102 Güter aus polnischer, daß ein derartiges martirtes" Musiziren durch Statistinnen in 16 aus deutscher Hand und 5 von Stiftungen angekauft worden. Berlin ebenso üblich sei, wie das Mitsingen von GassenhauerDas Gesetz auf das ganze Land auszudehnen, würde sich schon Refrains. Der Gerichtshof war aber der Meinung, daß es sich deshalb nicht empfehlen, weil durch die Verwendung der noch hier um Gesangsaufführungen ohne höheren künstlerischen Werth vorhandenen geringen Bestände des Fonds für andere Provinzen handle, und da der Angeklagte die hierzu nothwendige polizeiliche Erlaubniß nicht besaß, wurde seine Berufung verworfen. der Zweck des Gesetzes beeinträchtigt würde. Der Etat der Ansiedlungskommission wird bewilligt, die Denkschrift wird für erledigt erklärt. Der Antrag Motty wird gegen die Stimmen des Zentrums, der Polen und der Frei sinnigen abgelehnt. Der Etat des Finanzministerium3 wird bewilligt. Der Etat der Staatsschulden Verwaltung wird Der Rechenschaftsbericht über die ohne Debatte bewilligt. weitere Ausführung des Gesetzes vom 19. Dezbr. 1869 betr. Die Ronsolidation preußischer Staatsanleihen, wird durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. Der Etat der allgemeinen Finanzverwaltung wird ohne Debatte bewilligt, desgl. das Etatsgesetz und das Anleihegeset. Damit ist die zweite Berathung des Staatshaushalts Etats für 1895/96 beendet. Echluß gegen 4 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 12 Uhr. ( Antrag Bachem- Roeren, betr. Anlage fonfessioneller Friedhöfe; Antrag Böttinger- Vopelius, betr. Beseitigung der Doppelbesteuerung; Petitionen.) Gerichts- Beifung. Nach einem Urtheil des Kammergerichts, das dieser Tage gefällt wurde, muß jedes Fahrrad, welches nach Anbruch Laterne tragen. Es bleibt dabei gleichgiltig, ob der Führer auf der Dunkelheit die Straßen Berlins passirt, eine brennende dem Fahrrade sitzt oder neben ihm herläuft. " Wie Deutsche von Vertretern der Obrigkeit" auf einer Polizeiwa che behandelt werden können, davon gab eine Verhandlung, die sich vor dem Echöffengericht in Wiesbaden am 8. März abspielte, recht anschauliche Kunde. Der Tagelöhner Mager aus Koblenz sollte, nach dem Bericht des Wiesbadener Tageblatts" vom 9. März, am 6. Juli v. I. Bewenden und man vergaß, daß im, Kommunistischen Manifest" von Geschichte der Klassenfämpfe die Rede ist, die man noch lange nicht schreibt, indem man die verschiedenen ökonomischen Faktoren aufzählt, um dann auf sein ehrliches Gesicht hin den Leser glauben zu machen, daß diese an allem Schuld seien. zwar ist das um so weniger zulässig, als die geschichtliche Auffassung der verschiedenen Epochen in ihrer sozialen Eigenart eine überaus schiefe und falsche ist, was durch folgenden Sat aus Nero", der das kaiserliche Rom mit der heutigen Gesellschaft vergleicht, illustrirt werden mag. Vom Impfen. Der praktische Arzt Dr. med. May Böhm, früher in 28eimar, jeht in Friedrich 3roda, ist seiner Ueberzeugung nach zwar Impfgegner, hat sich aber auf Verans lassung einer Anzahl von Anhängern der Naturheilmethode bereit finden lassen, deren Kinder in milder Weise zu impfen, damit wenigstens den gesetzlichen Anforderungen entsprochen werde. In Weimar wurde er wegen Vergehens gegen§ 278 Str.-G.-B. unter Anklage gestellt, weil die von ihm ausgestellten Impfscheine als unrichtige Zeugnisse über den Gesundheitszustand eines Menschen, zum Gebrauch bei einer Behörde wider besseres Wissen ausgestellt, betrachtet wurden. Hier erfolgte jedoch Freisprechung. Von Weimar aus war Dr. Böhm am 15. Mai 1892 auf Veranlassung des Redakteurs Sonnemann nach Gera( Reuß) gereist und hatte 85-100 Kinder nach seiner eigenen Methode geimpft. Am 22. Mai hatte er dann die Kinder besichtigt und für die felben Zeugnisse ausgestellt, inhalts deren die Kinder erfolgreich Diese Zeugnisse mit Schußpocken- Lymphe geimpft waren. sollen nun ebenfalls unrichtig und wider besseres Wissen ausgestellt sein. Das Landgericht Gera hat Herrn Dr. Böhm am 24. September v. J. des Vergehens gegen§ 278 für schuldig befunden und zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Festgestellt ist, daß er die Lymphe mit Glyzerin verrieben und diese Mischung beim Impfen verwendet hat. Er machte nicht, wie dies sonst üblich ist, mehrere Schnitte in den Oberarm, sondern nur drei bis vier kleine Stiche mit der Lanzette. Die indem statt der sonst auftretenden Pusteln nur kleine Flecke wie ganze Wirkung des Impfens wurde dadurch eine viel mildere, von Flohstichen herrührend, erschienen, die häufig nicht einmal Das in manchen Schanklokalen übliche Mitsingen einen Schorf bekamen und auch keine Narben hinterließen. der Refrains von„ volksthümlichen" Liedern Dr. Böhm ist der wissenschaftlichen Ueberzeugung, daß diese Art tann im Polizeistaat unter Umständen als unbefugtes Ver- der Impfung dem Impfgeseze feineswegs widerspricht. Die vom anstalten von Gesangs- Aufführungen" betrachtet werden. Diese Landgerichte Gera vernommenen 3 Sachverständigen, MedizinalErfahrung hat der Restaurateur Tamm gemacht, welcher wegen rath Tr. Heuber aus Jena, Geh. Medizinalrath und Bezirksdes gedachten Vergehens gegen die Gewerbe- Ordnung zu 50 m. arzt Dr. Pfeifer aus Weimar und Geh. Medizinalrath Prof. Geldstrafe verurtheilt worden ist. Er hatte zur Erheiterung Dr. Hoffmann aus Leipzig, waren jedoch der Ansicht, daß seiner Gäste drei Musikanten engagirt, welche in seinem Lokale das Verfahren des Dr. Böhm in keiner Beziehung dem Geseze von einem kleinen Podium aus lustige Biermusik zu veranstalten entspreche, daß er dies habe wissen müssen und daß deshalb die hatten. Damit die Kapelle nicht gar so dürftig erschien, hatte von ihm ausgestellten Impfscheine wissentlich falsch ausgestellte er drei Damen, Frl. Alice, Frl. Käthe und Frl. Martha ärztliche Zeugnisse seien. Auf die Gutachten dieser drei impfals Statistinnen gewonnen, fie in furze Kleider gesteckt und ihnen freundlichen Aerzte hin, ließ das Landgericht die Verurtheilung die Aufgabe zuertheilt, auf einem Atrappen- Cello und zwei eintreten. Atrappen- Geigen das Mitwirken im Orchester zu„ martiren". Das Reichsgericht hob gestern auf die Revision des AntDiese stumme Beschäftigung wurde den Talmi Musikanten auf geklagten hin das Urtheil auf und verwies die Sache an die Dauer zu eintönig und zu langweilig und wenn die prickelnde tas Landgericht Gera zurück, weil die drei genannten Sachver Weise der Gigerlkönigin", des" Radetzki- Marsches" oder des ständigen in der Hauptverhandlung feinen Sachverständigeneid Sei nicht bös" ertönten, dann sangen sie im luftigen Chorus den geleistet hatten. Sie hatten die Richtigkeit ihres Gutachtens unter Refrain mit und ihr Beispiel wirkte ansteckend auf die Berufung auf den ein für alle Mal von ihnen geleisteten SachGäste. Sie fonnten zwar nicht der Hoffnung leben, daß sie verständigeneid versichert. ihrer Stimmmittel wegen eines Tages vom Grafen Hochberg entdeckt werden würden, aber sie wußten, daß Gesang des Menschen Herz erfreut und deshalb wiederholten sie allabendlich ihren Chorgesang. Da nahte das Schicksal raub und hart in der Gestalt eines Kriminalschuhmanns, der eines Tages amtlich in dem Schanklokal des Angeklagten zu thun hatte und nun prangt, darf man vermuthlich für einen feurigen Proteft gegen Willkür und Polizeiherrschaft halten, wenn man nicht vorzieht, ihn weniger naiv und mehr deutlich als eine Locksreise zu beVon Blut und Schmutz"," Verbrechen"," Unthaten" und zeichnen, die harmlose Gimpel in ein geschickt aufgestelltes Netz Um furz und bündig das Resultat aus unseren düsteren Bildern menschlicher Verruchtheit" schreit im rohesten locken soll. Jahrmarktsjargon der Verlag von Hans Banke eine Anzahl bisherigen Ausführungen zu ziehen, sind wir der unmaß schlechtgefügter Säge in die Welt, die die Kritik vermuthlich in geblichen Meinung, daß das ganze Unternehmen in seiner groben ihrer Geneigtheit für den Prospekt eines ernst zu nehmenden Mache, seiner lüderlichen Ausstattung, seiner sensationellen Effekt Unternehmens halten soll, die wir aber in aller schuldigen Ehre hascherei sich nur aus plattmateriellen Beweggründen, furcht bis zu weiterer Erleuchtung unseres beschränkten literari- dann aber auch total und raftlos erklären läßt, während ihm auch der schen Verständnisses als eine ordinäre und verwerfliche höflichste Kritiker keine irgendwie nennenswerthe ideelle Existenz- Es heißt Heft 20 S. 4." Im innersten Kern des Reklame bezeichnen müssen. Um aber der kritischen Db. berechtigung wird nackt weisen können. Der Verleger allerdings Wesens ist der Unterschied gegen den Zustand von heut nicht jektivität und dem Geschäftsgeist der Firma gleichermaßen lebt in dem findlich- holden Glauben, der Sache der Aufklärung allzugroß, nur der äußere Firniß ist heut glänzender. Reibt man die gebührende Achtung zu zollen, soll gern und willig anerkannt einen bescheidenen Dienst" zu erweisen und mag den Glauben, den Firniß aber ab, so ist fein(!) Unterschied zwischen den werden, daß hinter dem knüppelgroben Deutsch sich eine seine den wir ihm nicht neiden, selbst wenn er ihm auch fernerhin| Delatoren von damals und den Majestätsbeleidigungs- Denunzianten und komplizirte Spekulation verbirgt. Im Interesse des kaufen- Absatz verschaffen sollte, immerhin behalten, wogegen wir denn von heut, zwischen den Gladiatorenspielen im alten Rom und dem den Publikums halten wir es sogar für nützlich, dieselbe an das allerdings ebenso fest und unter besserer Begründung der anderen Verzweiflungskampf der heutigen Arbeiter mit der Maschine und Licht eines verständlicheren Deutsch zu befördern und glauben für Meinung sind, daß die ganze Anlage des Werkes den gekrönten ihren( der Maschine?) Arbeitskonkurrenten(!!), zwischen den diese Hebammenthätigkeit um so mehr Anerkennung beanspruchen Häuptern eine Wid tigkeit zumißt, die ihnen durchaus nicht zukommt Stlavenabschlachtungen(!) und den schneidigen Militär-, zu dürfen, als sie die wirklich nicht angenehme Beschäftigung mit und die weit eher geeignet ist, einen unklaren und in unserer Polizei- und Gendarmerie Attacken auf streikende Arbeiter(!!), dem Prospekt" und der allgemeinen Tendenz des Unternehmens zur 3eit fehr gefährlichen Fanatismus als flare Erkenntniß wie wir sie in Desterreich, Belgien und Frankreich gesehen haben. Boraussetzung hat. Mit Recht und Nachdruck muß nun zunächst geschichtlicher Entwickelung zu erzeugen. Es giebt nichts, das Der Unterschied zwischen heut und damals ist nur ein gradhervorgehoben werden, daß der Verleger unter anerkennens dem Geist unserer Geschichtsauffassung mehr zuwider wäre als weiser( also hat sich im Wesen der Gesellschaft nichts vers werthem Auswand von Druckerschwärze es mit feinem Epürfinn das unverschämte Ueberwuchern von belanglosen persönlichen ändert?), die Klassenherrschaft von heut ist eben noch so vorverstanden hat, gerade die Worte fett und breit leuchten zu laffen, Erlebnissen und Handlungen, das in diesen Hesten, ganz handen, wie damals". Den letzten Satz, der auch ſtiliſtiſch ein die geeignet sind, im Gemüth des ahnungsvollen Lesers Vorstellungen abgesehen von dem Groben und Unbeholfenen in der schrecklicher Blödsinn ist, beiseite, wird man doch wohl der unvon sensationellen Schauergeschichten und wollüstigem Grufeln Art ihrer Zusammenstoppelung, in geradezu unverantwort- maßgeblichen Meinung sein müssen, daß der Verfasser in dieser wachzurufen. Man muß schon zu den talentvolleren Rolportage- licher Weise zu tage tritt. Wenn es so heißt es in Parallele beträchtlich mehr als den Firniß" abreibt, wenn er romanen und den raffinirteren literarischen Erzeugnissen über Luft- dem mehrfach erwähnten und überaus charakteristischen Prospekt- römische Sklaven und moderne Industrie Arbeiter als soziale mordprozesse seine Zuflucht nehmen, um eine bis in die kleinsten in diesem Dunkel( womit nicht etwa der Stil, sondern die Nacht Existenzen ohne weiteres gleichstellt. Leider ist die zitirte Details gleichermaßen fein ausgeführte Spekulation auf die des Absolutismus gemeint ist) einen Lichtstrahl giebt, so ist es Stelle charakteristisch für die Unklarheit und den un niedrigsten literarischen Instinkte zu finden. Aber immerhin ist der Gedanke, daß die tyrannischen Ungeheuer das Rad der fähigen Dilettantismus des ganzen Unternehmens. In dieses Betonen des Gräßlichen und Blutrünstigen, so nüßliche Weltgeschichte nicht aufzuhalten vermögen, sondern von ihm zer- dem Heft, das Friedrich Wilhelm IV.„ behandelt" Dienste es beim Kundenfang auch leisten mag, doch nur etwas I malmt werden. Gegen das gebrauchte Bild wird der eine oder findet sich um noch ein Beispiel anzuführen folgender Grobes und Aeußerliches, im Vergleich zu dem wirklich an andere vielleicht etwas einzuwenden haben, um so unanfecht- monumentale Say:" Das Zeughaus wurde gestürmt, in einzelnen erfennenswerthen Feinsinn, mit dem der Unternehmer der barer ist dafür der Juhalt, und wenn der Verlag diesen Say, Straßen stiegen Barrikaden auf; aber ohne weitere Folgen; Gekrönten Häupter" vorhandene Zeitströmungen auffaßt und statt ihn in gänzlich unangebrachter Bescheidenbeit an das Ende denn noch hatte die Dialektik dem Proletariat für seine Zwecke auszubeuten weiß. Gerade in unserer seiner Ausführungen zu hängen, an den Anfang derselben kein klassenbewußtsein eingepantt." Auf der Zeit, in der bei verschiedenen Gelegenheiten und auf den ver- gestellt hätte, wäre er vielleicht auf dem Wege einer nicht allzu selben Höhe geschichtlicher Erkenntniß steht auch die Charakteristik schiedensten Gebieten stark subjektiv gefärbte Aeußerungen des schweren logischen Echlußfolgerung zu dem Resultat gekommen, des Königs, um dessen Schicksal doch sicher ein Hauch von Monarchen Gegenstand öffentlicher Debatten und heimlichen Ge- daß die" Gefrönten Häupter" in ihrer jetzigen Gestalt ein Tragit weht und der z. B. in geschickter und langvoller Bezischels waren, mußten Heftchen, die vorgaben, eine Natur durchaus werth loses und schädliches Unternehmen dar nußung seiner Muttersprache mehr leistete als sämmtliche Gegeschichte des Absolutismus zu schreiben, auf große und kauf- stellen, dessen Verbreitung in Arbeiterfreisen im Interesse unserer lehrte der„ Gekrönten Häupter" zusammen, Ausdrücke wie luftige Intereffentenkreise stoßen. gediegenen Broschürenliteratur auf das entschiedenste und schnapsseliger König" und der Vergleich mit einem tümmelRechnet man noch hinzu, daß in Arbeiterfreifen als Reaktion rücksichtsloseste bekämpft werden muß. seligen Droschenkutscher" gehören auf die Gasse und auf die Lobhudeleien byzantinischer Geschichtsschreibung Mit leider alizu glücklichem Gelingen haben die Stribenten ihre Anwendung in einer geschichtlichen Studie zeugt ein starker und berechtigter Drang nach reellem ,, Gekrönten Häupter" den bürgerlichen Historikern ihre schäd- von blinder Tendenzsucht. Weder uns selbst noch unsern Lesern hülltem Geschichtswissen vorhanden ift, muß zu liche und verwirrende Personenvergötterung abgeguckt und daß kann zugemuthet werden, noch länger bei diesen Geschmacklofiggegeben werden, daß eine geschäftliche Spekulation, sie sich bei Abfassung ihrer sagen wir: Bücher sozialistisch keiten, die sich beliebig vermehren ließen, zu verweilen. die Bolksaufklärung und sensationellen Klatsch in glücklicher räuspern und spucken, mit finsterem Tyrannenhaß schwarz Um aber nicht unbillig und unvollständig zu sein, wollen wir Vorurtheilslosigkeit liebevoll zu vereinigen wußte, alle Chancen in schwarz gemalte Bilder zusammenpinseln, fagt gegen zum Schluß gerne noch hervorheben, daß es der Firma gelungen ist, des Erfolges für sich hatte. Ein Ausfluß tiefster sittlicher Ent- das Prinzip der Methode, das mit demjenigen der wenigstens eines auf einer respektabeln Höhe zu halten, und zwar rüftung, die durch keine Beimengung geschäftlicher Interessen Gelehrten von Byzanz identisch ist, durchaus nichts. ist das der Preis. Ganz abgesehen davon, daß man geschmacklose getrübt wurde, war es vermuthlich auch, daß gerade die ersten Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften so heißt Fabrikate dieses Genres immer zu theuer bezahlt, ist im Vers Hefte Katharina II. und August der Starke eine überreiche es im Kommunistischen Manifest" ist die Geschichte von hältniß zum verwandten Material und der unglaublich lotterigen Fülle von geschlechtlichen Ausschweifungen enthielten, ganz Klaffenkämpfen" und dieser Satz scheint dann und wann wie ein Herstellung der Preis von 20 Pf. pro Heft auch relativ um die geeignet, von naiven Seelen mit heimlicher Wollust ver- mahnender Schatten vor den unglücklichen Verfassern aus der Hälfte zu hoch. Im materiellen und ideellen Interesse der Arschlungen zu werden. Auch den Vermert: Konfiszirt gewesen", Erde gewachsen zu sein; denn hier und da finden sich in dem beiter ist daher dringend zu wünschen, daß der Geschichtsregen, der groß und vielverheißend hinter diesen ersten Hesten unendlichen Wust von Schauergeschichten und Gleichgiltigkeiten der bis jetzt noch immer weiter auf das bemitleidenswerthe verschämte kleine Abschnitte, denen man Ueberschriften wie Publikum herabriefelt, bald sein Plätschern einstellt, damit für *) Bur Naturgeschichte des Absolutismus. Berlag von Hans Soziale Bustände", ökonomische Grundlagen", Klaffen beffere Erzeugnisse Luft und Licht geschaffen wird. Baale. Berlin, City- Passage. tämpfe" u. f. w., gegeben hat. Aber mit dem Titel hat es leider sein Erich Schlaikjer. " so unver- der " " 1 " Und " Das auf der Straße einen Streit mit angehört haben. Mager behauptet, Vertreter bedürfe. Jetzt werden alle Beschlüsse des Ausschusses vertreter( von der Arbeiterpartei) waren zu dieser Bersammlung nun, als sie im Weggehen begriffen gewesen, hätte sie der Schutz-| mit Zweidrittel- Majorität gefaßt, daher fomme die Meinung der erschienen. Nach einer kurzen Einleitung des Obmannes vom mann grob angefahren, worauf er, Mager, nur gesagt habe: Arbeitervertreter selten zum Durchbruch. Welchen Werth die Kartell nahm Gemeindevertreter Schröder das Wort, um den So fährt man teinen Hund an." Mager ist dann, nachdem er( befoldeten) Vorstandsmitglieder dem Ausschuß beilegen, illustrirt Versammelten Aufschluß zu geben, wie weit die Sache gediehen 20 bis 30 Schritte weiter gegangen war, von zwei Schußleuten am besten der Ausspruch eines dieser Herren:" In Zukunft ist. In der Gemeindefißung wollte der Herr Gemeindevorsteher festgenommen worden. Die Schußleute erklären, den. M. deshalb werden nur zwei Sigungen im Jahr nöthig sein und wenn Boddin von der Ausarbeitung der Statuten sowie Wahl eines festgenommen zu haben, weil derselbe bei der Menschenanſamm- die Herren Epähne machen, gar feine." Redner erklärte Kuratoriums nichts wissen. Er meinte, daß der Herr Baumeister lung gerufen habe:" Haut doch auf die Schufte!" Mager be- fich gegen einen Wechsel der gewählten Personen, sobald in seinem Zimmer im Amtshause sich dieser Aufgabe unterziehen ftreitet dies. Er ist nach dem Revier geführt worden und sie sich des Vertrauens würdig erweisen, da doch immer eine ge- tönnte. Der Herr Baumeister hatte aber diese Liebenswürdigkeit behauptet, dort seien ihm nach Feststellung seiner Personalien raume Zeit vergeht, bis ein Neugewählter sich eingearbeitet habe abgelehnt und mußte nunmehr die Angelegenheit einer KomHandschellen angelegt und er mit einem Farrenschwanz geschlagen und mit allen Bestimmungen vertraut sei. Nach einigen Er- mission in die Hand gegeben werden, die zu einem besseren worden. Als die Schuyleute gesehen hätten, daß er bald zu- läuterungen des Wahlmodus und der Geschäftsordnung sprach Resultat gelangte. Der von unseren Vertretern gestellte Antrag, sammenbrechen, hätte er auf den Boden Enieen und Pladeck zum Schluß die Hoffnung aus, daß bei günstiger eine öffentliche Versammlung der Arbeitsgeber einzuberufen Spruch hersagen müssen. Die Schuhleute behaupten, Zusammensetzung des Ausschusses an eine Herabsehung der Bei- behuss Wahl von vier Arbeitgebern für das Kuratorium wurde daß Mager auf der Wache gerast habe. Der als Zeuge ge- träge gedacht werden könne, denn diese ergeben alljährlich einen angenommen, und demgemäß gehandelt. Sodann sollen von den ladene frühere Schuhmann W. behauptet, er hätte mit seinem Ueberschuß von 5 Millionen Mark, und schon jetzt werden alle Arbeitern gleichfalls vier Vertreter gewählt werden. Stock auf den Mager losgefchlagen, Iosgeschlagen, um dessen Stock Ausgaben von den Zinsen des 20 Millionen Mart be- Kuratorium ernennt dann einen geeigneten Beamten zur Leitung schläge abzuwehren. Taß M. niederknien und einen Spruch tragenden Ueberschusses gedeckt. An der weiteren De des Unternehmens. Der Betreffende hat die Pflicht, jeden Arbeit hätte herfagen müssen, stellt W. in Abrede. Zwei weitere Zeugen batte betheiligten sich noch Maurer Dähne, Bimmerer suchenden der Reihenfolge nach einzuschreiben und wenn bekunden, daß ihnen der W. zu einer Zeit, als dieser noch Schutz- Krause, Schloffer Gutheit und Putzer Buchholz. Das ein Arbeiter verlangt wird, der Reihenfolge nach die mann gewefen, erzählt habe, auf seinem Revier würden den Ergebniß der Debatte war die Wahl von 12 Personen, welche in Arbeit zu vertheilen. Das Kuratorium soll die eigentliche Arrestanten öfters die Hände gebunden und diese dann mit Verbindung mit dem Vorstand des Arbeitervertreter Vereins nach Kontrolle für den Beamten sein. Ferner soll auch ein Gummischläuchen trattirt, wobei sie noch einen Spruch Bekanntgabe des Wahltableaus durch den Oberpräsidenten sofort Beschwerdebuch eingeführt werden, in welches der Ars hersagen müßten. Es gelangt ferner die Aussage des alle Vorbereitungen zur Wahl zu treffen haben.- Unter beiter eventuell seine Beschwerden einträgt. Von mehreren Redakteurs F. in Wiesbaden, jetzt in Bremen, zur Verlesung. Vereinsangelegenheiten" erklärte Herr Ludwig, Vorsitzender der Delegirten wurde befürwortet, erst ein Gewerbe Schiedsgericht Derselbe hat in der Nacht vom 2. August v. J. in einer Wirth- Ortskaffe der Graveure und Ziseleure, die Ausführungen des Herrn für Nixdorf zu verlangen, da die erste Petition vom Minister schaft Differenzen bekommen, hat auf der Straße nach einem 2 ßmann( in der Versammlung des Vereins am 8. Januar cr.): abschlägig beschieden ist. Auf das seinerzeit an die Direktion Schuhmann gerufen, ist aber schließlich selbst von dem Schuhmann er habe ganz ungenirt den Assessor Dr. Meyer in einer Sigung der Stadt- und Ringbahn gerichtete Gesuch ist die Antwort einH. festgenommen und auf die Revierwache geführt worden. Dafelbft angefleht um Hilfe gegen das Drängen der Mitglieder nach getroffen, daß die Direktion den Arbeiter Fahrkarten die allhatte ihm dann ein Schuhmann gleich ins Gesicht geschlagen, freier Arztwahl", als grobe Unwahrheit, worüber den Beweis zu gemeine Giltigkeit zu jeder Tageszeit nicht beigeben könne. Es andere Schuhleute hatten ihn verhöhnt und ihm Schäbiger erbringen er Herrn A ßmann Gelegenheit vor Gericht geben werde. wurde hierauf beschlossen, an den Minister eine Beschwerde zu Echriftsteller" zugerufen. Als er sich diese Behandlung ver- Zum Schluß erfolgte durch Tischler Krause ein Hinweis auf richten. Weiter wurde beschlossen, eine Statistik über die Zahl beten, hätte der Schuhmann mit dem schwarzen Schnurrbart das Sanatorium in Gütergoß bei Potsdam. Dasselbe enthält der organisirten und der nicht organisirten Arbeiter aufzunehmen. wieder auf ihn losgeschlagen. Dieser eidlichen Aussage des Re- 70 Betten; frequentirt wurde es feit Errichtung( Auguft v. J.) Die Feier des 1. Mai soll wie im vorigen Jahre veranstaltet dakteurs F. gegenüber behauptet der Echukmann H., F. sei nicht von 120 Kranken, von denen bisher 66 zur Entlassung tamen, werden. Feiern soll nur derjenige, der keinen pekuniären geschlagen worden. F. ist auch wegen Widerstands angeklagt, so daß sich zur Zeit nur 54 Krante dort befinden. Er richtete Schaden und Nachtheil davonträgt. Vormittags ist Versamm aber freigesprochen worden. Der Schuhmann H. hat in diesem an die Vorstände das Ersuchen, der Anstalt nach Möglichkeit lung, abends findet ein Vergnügen statt. Nach Verlesen der Verfahren so widersprechende Aussagen gemacht, daß nunmehr Patienten zu überweisen. Präsenzliste fehlte nur der Delegirte der Kutscher ohne Enteine Untersuchung wegen Meineids gegen ihn im schuldigung. Gange ist. Bei alledem beantragte der Staatsanwalt gegen den geprügelten Tagelöhner drei Wochen Gefängniß. Das Gericht sprach ihn frei und beschloß, den Staatsanwalt die Akten zu überweisen, damit dieser untersuche, ob sich nicht auch der frühere Schußmann W. des wissentlichen und fahrlässigen Meinaides schuldig gemacht habe. Versammlungen. " " 1 0 Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter General- Bersammlung bei Krause, Bismarcitr. 74. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 13. März, abends 8% Uhr: Zusammenkunft im Restaurant des Lands: manns Saß, Markgrafenstraße 102. Plattdeutsche Borlesungen. Bereins: angelegenheiten. Der Verband der Glaser hatte am 26. Februar eine Ver sammlung einberufen, in der Genosse Pinn über die Ursachen der Arbeitslosigkeit sprach. Den weiteren Gegenstand der Ver-.. 29 Hamburg.) Filiale Charlottenburg. Sonnabend, den 16. März, sammlung bildeten Vereinsangelegenheiten und wird sodann befchloffen, am 1. Mai eine Gruppenversammlung einzuberufen. Am 27. Februar fand eine Versammlung des Arbeiter und Arbeiterinnen. Mittwoch, den 13. März, abends 8 Uhr: Vereins sämmtlicher Arbeiter und Arbeite. Deffentliche Bolts- Versammlung. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß rinnen der Wäsches und Kravattenbranche statt, nicht der Reichstags- Abgeordnete E. Wurm, sondern der Reichstagsin welcher der Genosse Litfin einen Vortrag hielt über:" Die Abgeordnete G.& egien referiren wird. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 7-8 Uhr: Lektüre. wirthschaftlichen Krisen und die Sozialreform." Redner erntete 8-10% Uhr: Nordiculé, Müllerfr. 179 a, Nationalökonomie. Südreichen Beifall für seine Ausführungen. An der Diskussion be- on- Schule, Waldemarstr. 14: Geschichte( neueste feit 1848). Bet allen heiligten sich die Kollegen Graßhold und Kobelt, indem unterrichtsfächern werden neue Theilheilnehmer, Damen und Herren, der sie die wirthschaftliche Lage der Branche näher kritisirten Laut Bericht des Kassirers betrugen die Einnahmen im vergangenen Jahre 270,92 M.; dem gegenüber stehen die Ausgaben von 206,48 M., bleibt ein Bestand von 64,44 M. Im weiteren wurde beschlossen, am 18. März einen Kranz auf die Gräber der Märzgefallenen niederzulegen. Zeit aufgenommen. Lese- und Diskutirhlubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Fris Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bei Gleichheit, Abends 8% Uhr bei Stramm, Theaters Einigkeit, Abends 8 Uhr bei Zeige, Triftstr. 1.Sieste, Echwedterüraße ss. Saferland, Bellermannfir. 87. Mitterraße 123.- Seine, Rirdorf Abends 8½ Uhr, Brinz- Handjeryftr. 60, und Lefetlub Morgenroth, Abends 9 Uhr, im Restaur. Diete, Lothringer parterre. straße 67. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorfigender Adolf Im Frauen und Mädchen Bildungsverein( Filiale Neumann, Pafewalterfir. 3. Alle Aerderungen im Vereinstalender find zu Nord) sprach am 27. Februar Herr Dr. Joel in einem inter- richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Mittwory. Uebungs essanten Vortrage über„ Die Ürgeschichte der Erde". An der Diskussion betheiligten sich Frau Ludwig und Frau Mesch. funde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern.- Stedesfreiheit 1, Andreasstr. 26, bet Wilfe. Norddeutsche Schleife, Schönleinftr. 6 bet Kary. Unverzagt 1, Manteuffelstraße 9 bei Nowack. Freya I, ( Gemischter Chor), Rosenthalerstraße Nr. 57 bei Wernau. Lorbeer franz 1, Lichtenbergerstraße Nr. 21 bei Heise. Deutsche Eiche 1, 1 bei Rudolph.- Rütli, Friedenau, Im sozialdemokratischen Wahlverein für den zweiten Reichstags- Wahlkreis sprach am 6. d. M. Genosse Le de bour über:„ Umsturz des Rechts, der Wissenschaft und der Kunst". Redner hob, nachdem er einen Blick auf die Entstehungegeschichte der Umsturz vorlage" geworfen, hervor, daß, obgleich der Endzweck dieser Umfturzvorlage durchaus nicht der sei, irgend etwas umzustürzen, dieselbe doch bereits Dinge, die als die höchsten Güter der Nation" bezeichnet werden, sehr bedenklich ins Wackeln gebracht habe, fodaß sich selbst in den loyalsten Kreisen der Gesellschaft eine Gegenströmung gegen dic Regierungsvorlage bemerkbar mache, die darauf hinziele, den bedrohlichen Umfiurz durch die Umsturzvorlage abzuwenden. Bei der Kritik der Umsturzvorlage, legte der Redner dar, daß die Umsturzvorlage durch die ungemeine Debnbarkeit ihrer Paragraphen gegen die ersten Bedingungen der Rechtspflege verstoße, Im Verein zur Wahrung der Interessen der Stock Große Frankfurterstraße Nr. 133 bei Gold. Echo 1, Pantow, Wollantindem sie eine vollständige Rechtsunsicherheit schaffe. Würde die arbeiter referirte am 3. März Genosse Jahn über die Ent- ftraße 113 bei Lebmann. Gesangverein Arion III, Rigdorf, Herrmann Freundestreue( gemifch. Chor), Borlage Gesetz werden, so würde dieses Umsturzgesetz thatsächlich wicklung der Volkswirthschaft. Auf eine Anregung aus der und Herrfurthstraßen- Ecke, bei Weiß. Gr. Frankfurterstr. 133 bei Gold.- Einigkeit 1( Hutmacher), Neue einen Umsturz des Rechts bedeuten und zur Folge haben. Die Versammlung erläuterte Jedner kurz das Wesen der Währungs- Friedrichir, 44 bei Röllig.- Allegro, Wrangelfir. 141 bet W. Schmidt. Bourgeoisie, welche der Umsturzvorlage anfangs mehr oder we- frage. Bei Besprechung der Werkstatt- Angelegenheiten wurde Freiheit 1, Bülowstraße 65 bei Richter. Steinnelte. Pafe. Süd Oft, Faldensteinftr. 7 bei Trittel niger gleichgiltig gegenüberstand, sei erft zum theile durch den wiederum vielfach über den Mangel eines solidarischen Zusammen- walterstraße 3 bei A. Neumann. wig.- Liebeslust, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freter Antrag Rintelen( Bentrum) in der Kommission zu dem sich jetzt haltens geklagt. Männerchor Nord West( früher Klempner) Moabit, Emdener und erhobenen Entrüstungssturm gedrängt worden, indem die BourSiemensfiraßen Ecke 14. Kupferichmiede, Weinstraße 11 bei Feind. Die Posamentiere hielten am 4. März eine öffentliche Rothe Nelte, Schöneberg, Golzftr. 43 bei Klaute. Appolonia, geoisie befürchte, daß sie durch diese Bestimmungen auch getroffen Versammlung ab. Den ersten Gegenstand der Verhandlung Rosenthalerstr. 57 bet Wernau. Fretheitsgruß, Gremmenerstr. 1 bet werden könne. Dem Antrage Rintelen stehe augenblicklich ein bildete der Bericht über die Thätigkeit der Gewerkschafts- raben- Ede bei Silpert.- Schneeglodchen 2, Botsdam, Brandenburger Schneeglöckchen 1, Rigdorf, Hermann- und KarlsgartenAntrag Noon gegenüber. Beide ringen um die Siegespalme. fommision. Der Antrag, an stelle der Sammellisten Bons ein- kommunikation 16 bei Glafer. Ma tengruß 3, Friedrichshagen, RundDer Antrag Roon wolle auch die Monarchie geschützt wissen, zuführen, wurde abgelehnt. Hierauf hielt der Kollege Mahike theil, bet Lerche. Unverdrossen, Lindowerfiraße 26 bei Sachs. was nach der Meinung des Herrn Nieberding die Hauptfache ein beifällig aufgenommenes Referat. Im Anschluß hieran elfenbus, fei, also wichtiger als die Anerkenntniß des Daseins Gottes und wurden die Verhältnisse in den Fabriken von Plüschke, Froben burg, Göthe- und Kantstraße- Ecke bei Greinert im Kurbaus, Ring- und Rheinstraßen- Ecke. Vorwärts 7, Rummels Hoffnung 3, der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Allerdings wären von Straße, Keßler, Elisabeth- Ufer, Guast, Breitestraße, und Wendel, Brandenburg a. S., Kontordia", Wilhelmsdorferstraße. Freiheits= der gedachten Entrüstung nur Professoren, Literaten, Künstler 2c. Rommandantenstraße, einer abfälligen Kritik unterzogen. tlänge 1, Stallschreibersir. 29, 8um eichenen Stabe" bei Schöning. Arbeilerg fangverein von ergriffen, die sonstige Bourgeoisie sei völlig verstummt". Als Briz in Briz, Bürgerstr. 4 bei Dorn. Seeger'scher Männerchor, Landsberger Allee 156 bei Göbel.- Glüh= einen Umsturz des Rechts bezeichnete der Bortragende auch die Die Händler und Händlerinnen proteftirten in einer Itch t( pem. Chor) Perlebergeri: raße 28 bei Hermerschmidt.- Matengruß 3, Verfechtung der polizeilichen Verbote der Weber"-Aufführungen öffentlichen Versammlung am 7. März im alten Schüzenhause Charlottenburg, Pestalozzifir. 83 bei A. Saffe.- Dämmerlicht, Zorndorfer entgegen der Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts durch Linienstraße Nr. 5 ganz entschieden gegen eine Beschimpfung fraße 17 bei Soffmann.- Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger: RomHeimathtlänge, Rcpenid, Rosenstr. 101 Herrn v. Köller. Redner führte ferner vor Augen, wie vor dem einer ganzen Gruppe steuerzahlender Leute, wie sie fürzlich im bet Troppens.- Männer- Gesangverein Geduld, Gesundbrunnen, Butt Umsturzgeseze die größten Werke der Kunst und Wissen Reichstage geübt wurde von Leuten, die vorgeben, Bildung, guten mannfiaße 17 bei Mohes. Gefangverein Freiheitst länge II, schaft nicht bestehen und die Musen ihr Haupt Männer- Gesangverein Palme, Velten in der ver: Ton und Sitte allein in Erbpacht genommen zu haben, und stets Chorinerfir. 55 bet Hobect. Mart, bei Bemlin. Männer Gefangverein Georginia, Wiener hüllen müßten. Dem Scheiterhaufen verfallen wäre por verlangen, als nachahmungswürdige Leuchte allen anderen Erden- ftraße 18 bei Liebsch. Myrthe, Alte Jakobftr. 68 bei Diefenbach. allem Göthe's" Faust". ebenso der Dichter Chamisso, tindern vorangestellt zu werden. Nach beijälliger Entgegennahme Sanges: Der große Philosoph Kant, welcher die Heiligkeit des Eigenthums eines, auf den diesbezüglichen Reichstagsbericht bezugnehmenden in schärfster Weise angreife, mit einem Worte, die größten Er- Referats des Genossen Jahn wandte man sich ebenfalls rungenschaften der Dichter, Philosophen 2c. würden durch das energisch gegen eine Einschränkung des Haufir- und Straßen Umsturzgesetz getroffen, was ein Beweis dafür sei, welche Kultur handels. Tie Versammelten verlangen Beantwortung auf bewegung die Sozialdemokratie in sich schließe. Um diese aus die laut erhobene Anfrage, was aus ihnen werden zurotten, müßte die ganze Kultur ausgerottet werden. Sollte foll, in die diesbezügliche Gesezesvorlage traft diese Bedingung bewirken, daß die Sozialdemokratie immer mehr tritt. In der weiteren Debatte, die sich Anhänger gewinne, so wäre dies ein Erfolg, den sich die Väter Händler Schulze, Lutter, Frau Kroschinski, der der Umsturzvorlage sicher nicht haben träumen lassen. Redner Referent Jahn, Hübner, Trunsch, Barsch und Saß schloß mit dem Ausdrucke der Ueberzeugung, daß wir Sozial- betheiligten, wurde das Verlangen ausgedrückt, zu wissen, wie sich demokraten trot Umsturzvorlage doch den endlichen Sieg erringen die Herren Bolle, die Inhaber der Norddeutschen Petroleumwerke werden. Der interessante Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall und andere, die ebenfalls zu den Straßenhändlern gehören, zu aufgenommen. Eine Diskussion fand nicht statt. der ihnen widerfahrenen parlamentarischen Liebenswürdigkeit einiger Reichstagsabgeordneten stellen. Sodann wurden die alten Klagen laut über Polizeischerereien, Kinderhandel und Unkollegialität gegen einander; als besonders geschäftsschädigend wurde das Verbot des Handelns in der Friedrichstraße empfunden. = wenn an der munifation 16 bei weiße Rose, Reinickendorf, Residenzfir. 101 bet Malchin. Männers Gefangverein iederluft, Admiralstraße 38 bei Zuzauer. ! üthen, Etralauer Plaz 10-11 bet Poppe. Gleichheit, Schönhauser allee 135 bei Ramlow. -O Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Zu Mittwoch: schriften find zu richten an B. Gent, Adalbertstraße 95. Humoristischer Rauchtlub, Görligerfraße 42 bet Bicht. Ges felliger Verein Brüderlich teit Georgentirchhraße Nr 65 bet Spät. Verein Rhetorit, Naunynfir. 86 bei Bubeil Abends 8% Uhr. Geselliger 5 bei Nemig( alle vierzehn Verein Hoffnung, Lebuferfiraße Nr. Tage). Theaterveretn Proletariat, Naunynftr. 83 bei Köhn. edatstopftlub Spar- Agnes, Krautstr. 36 bei Infinger. Gefelliger Verein Alpenrose, Brigerfaße 22 bei Graf.- Privattheater- Gesellschaft Rometta, Bücklerstr. 2 bet Müller.( Außerdem alle 14 Tage Sonn tags.) Bergnügungsverein Amor 2, Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. Geselliger Verein Freundschaft, Bimmerftr. 89 bei Engel. Rauch Hub Rothe Fahne, Cuvryfir. 48 bei Liehs.- Geselliger Berein Deutsche Eiche, Fürbringerstr. 7 bet Grothe. 1 Friedrichstraße, Uebungsstu de.- Geselliger Verein Anna- Marie, Abends Stattlub Dite Gtate Bon einer Reihe von Mitgliedern unterzeichnet lief ein AnGefang- Bevein Hoffnung, Friedrichsberg. Uebungsstunde Abends Gelang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Arbeitertrag ein auf baldige Einberufung einer außerordentlichen General uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Karistraße 34. Privat- Theater versammlung zweds Reorganisation des Vereins. Da der Antrag gefeüfchaft et mathiuft, ühr Gigung t. Vereinslok. b. Lange, Stromftr. 28 Privat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends die statutenmäßige Unterstützung hatte, so muß der Vorstand dem 9 Uhr, Zeughofstraße 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. Antrage Rechnung tragen. An die Parteigenoffen erging ferner Theaterverein unitum, jeden Mittwoch Abends 9 Uhr bei Ruppin, Eine öffentliche Versammlung der Maurer und Puter Blumenstraße Nr. 49: Sigung mit Damen. Berliner Turndie dringende Mahnung, die gesperrten Lokale und die in solchen Die 3. Männer Abtheilung turnt jeden Mittwoch abgehaltenen Luftbarkeiten besonders auch die bevorstehende fand am Sonntag, den 10. März, fiatt. Dieselbe sollte sich mit genoffenfchaft. und Connabend Abend von% 9-11 Uhr, Chorinerstr. 74.- Touristenverein des Berliner Raucherbundes strengstens zu meiden. der Beschickung des neunten deutschen Maurerkongresses beschäfreiheit Mittwoch, Abends 8% Uhr, Bersammlung bei Wuttte, Blumenstr. 54. Gefelliger Verein unter uns, Gigung 8 Uhr bei Fischer, Der Berliner Arbeitervertreter Verein hatte zu seiner igen. Es war dies die dritte Versammlung, die zu dieſem Musikdilettanten- Berein Preciosa Abends 8½ 1hr bei legten Bersammlung, die am 5. März bei Röllig, Neue Swecke einberufen war. In der ersten wurde unter großer Un- Beuffelfir. 66. ruhe ein Beschluß gefaßt, den Kongreß nicht zu beschicken. Dieser Jenn- und Tegelerfiraßen- Ecke, Uebungsstunde, Aufnahmen. Musit- Dilettanten- Verein Nordische klänge. Jeden Mittwoch bet Friedrichstr. 44, stattfand, Einladungen an die Vorstände resp. Anhänger der Kongreßbeschickung bezweifelten die Majorität in Reuter, Eminemünderstraße 45, Nebungshunde von 8 bis 11 Uhr. Bertreter sämmtlicher Drts, Betriebs, Innungs- und Freien jener Versammlung und beriesen eine andere Versammlung ein. Echwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad Hilfs- Krankenkassen ergehen lassen; auf der Tagesordnung stand Besprechung über die bevorstehenden Wahlen der Ausschuß- Diese tam aber über die Bureauwahl nicht hinaus, da wieder Uhr, im Restaurant Roll, Adalbertstraße 21, Gigung. mitglieder der Alters- und Invalidenversicherungs- Anstalt Berlin". ein solcher Tumult veranstaltet wurde, daß die Versammlung, gufiige 3wölf, im Restaurant Ruhl- Andree, Chorinerfir. 53. flub 50 jeden Mittwoch 8% Uhr Sigung bei Fechner, Wienerftr. 50. Krafte um einer Auflösung vorzubeugen, vorzeitig geschlossen wurde. Bezüglich der bevorstehenden Wahl ist der Vorsitzende und Artistenklub„ Eiche". Mittwochs von 9-11 und Sonntags von 11 bis War für jeden aufmerksamen Beobachter es schon in dieser 1 uhr, bet Augufiin, Kastanien- Allee 11.- Vergnügungsverein Fortuna. Symanowsky der Meinung, daß zunächst die Bekanntgabe der Versammlung klar, daß em Theil der Besucher den Zweck der Jeden Mittwoch, abends 8% Uhr, Sigung im Lotale Schulz, Webet ftr. 10. Wahlabtheilungen durch den Oberpräsidenten abzuwarten sei. Versammlung vereiteln wollte, was ihnen auch gelang, so Rauchtluh Grüne Quaite, Wiittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine Im Jahre 1890 wurden die 103 Orts-, Betriebs- und Innungs wurde dies in der letzten Versammlung offen ausgesprochen. Martusfr. 10. Rauchflub Granate, Forsterstr. 40 bet Tuguntfe. Rauchtlub Artona, Abends 8 Uhr bet Herrn Brand, Reichens Krantentassen, welche Berlin damals aufwies- die freien Hilfs Als der Vorsitzende zu wiederholten Malen dringend ersuchte, die bergerstr. 122. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, Reichen faffen sind von dem Wahlrecht hierzu gefeßlich ausgeschlossen Ruhe aufrecht zu erhalten, da sonst der überwachende Beamte bergerstraße 24 bet Tauschte. Rauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr in 8 Abtheilungen zergliedert, von denen die ersten beiden je die Versammlung auflöfen könnte, da erschollen Rufe aus der Admiralfir. 33 im Restaurant Abends 9 Uhr- Rauchtklub Meffa bei F. Rockendorf, Posenerstraße 5. zwei, die übrigen je einen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den Ausschuß zu wählen hatten. Da aber in fast allen Kassen in Bersammlung: Das wollen wir ja! Bravo! Bravo! u. f. w. in a, jeden Mittwoch bei H. Wutite, Graubenzerstr. 2. Raucht lub Ohne 8wang, Weins Der Tumult wurde hier so groß, daß die Auflösung erfolgte. Frankfurter- Allee 90 bet D. Babel. zwischen eine bedeutende Verschiebung der Mitgliederzahl plat unter Bravorufen und Gelächter auf der einen Seite und Ent- e 28 bei Späth Rauchflub Die Dampfenden, Langeftr. 24 bet Jeratsch. Rauchtlub Virginia. Jeden Mittwoch Abend 9 Uhr bet gegriffen hat, so ist kaum anzunehmen, daß die Wahl auf rüstungsrufen auf der anderen entfernten sich die Versammelten. Schnieber, Admiralfraße 21.- Rauchklub umoristische Pfeifens grund der früheren Eintheilung vor sich gehen werde. Rauchklub Schließlich bemängelte Redner noch, daß der Ausschuß viel wird nun beabsichtigt, troh alledem von neuem eine Ver- brüder, Mittwoch Abends 9 Uhr bei Salzwebel, Klosterfir. 83.Sumatra Süd Of Abends 8½ Uhr bei Müller, Liegnigerstr. 18. Rauchflub Gemüthlich teit II, Gigung jeden Mittwoch Abend 9 Uhr im zu wenig Befugnisse gegenüber den Vorstandsmitgliedern befize fammlung zu obigem Zwecke einzuberufen. Wir meinen, man sollte doch in Berlin von aufgeklärten total Echmidt, Köpnicerfir. 171. und außerdem auch zu wenig Gigungen abgehalten werden. Arbeitern erwarten, daß sie in einer anderen Form ihre Frete Bereinigung der Kaufleute, jeden Mittwoch gemüthliche Steindrucker Stuhlmann, Mitglied des Vorstandes der Meinungsdifferenzen zum Austrag bringen, als wie es hier geArbeiter- Stenographenverein Eintracht, unterricht und Uebungsstunden Versicherungs- Anstalt Berlin, erblickt den Hemmschuh für eine fchehen ist. abends 8 Uhr in den Restaurants Owczaret, Langefir. 65 und Seidler, fegensreiche Thätigkeit der Arbeitervertreter im Vorstand und Ratiboiftr. 16.- Roller'scher Stenographenvercin Pionir, Huffitenftr. 9, Restaurant Rausch, Abends 8% Uhr, unterricht und Fortbildung. Berein ebem. Schüler der 18. Gemeindeschule, jeden Mittwoch 9% Uhr Gr. Frankfurterstr. 30. German- American Klub„ Uncle Sam Club" Every Wednesday 9 o'clock p. m. Frieboes Restaurant, Münzftr. 17. Ausschuß, in den oft eigenthümlichen Bestimmungen des Rigdorf. Am 7. März tagte hier eine öffentliche Statuts und der Geschäftsordnung. Hier müsse müsse eine Versammlung des Gewertschaftsfartells, in Aenderung angestrebt werden, wozu man aber auch welcher die Einrichtung eines kommunalen Arbeitsnachweises die Sympathie und Unterstügung der Arbeitgeber zur Sprache tam. Die vom Kartell eingeladenen Gemeinde Rauchtlub Roochloch, Stat- Klub Treff= 1 samenkunft im Reſtaurant Specht, Markgrafenfit, ss( Nähe Sofabe); Urania Sozialdemokratischer Wahlverein Für den Inhalt der Inserate über Anstalt für volksthümliche für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 13. März. Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Halali. Die stille Wache. Deutsches Theater. Der G'wissens wurm. Lessing- Theater. Aus Berlin W. Berliner Theater. Nathan der Weise. Residenz- Theater. Fernand's Che kontrakt. Neues Theater. Liebe von Heut. Vorher: Unsere Backfische. Theater Unter den Linden. Ma rocco Bound. Bellealliance- Theater. Mädchen. Verliebte Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. Gesindeball. Central- Theater. Unsere Rentiers. Schiller- Theater. Gracchus, der Volfstribun. National Theater. Brücke. Die lebende Alexanderplab Theater. Durchgegangene Weiber. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. Naturkunde. Mittwoch, den 13. März, abends 8½ Uhr, Am Landes- Ausstellungspark in den„ Oranienhallen", Oranienstraße 51: ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Grosse Versammlung. B Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Mausolf über: Der Bauerntrieg. 2. Disfussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. 302/6 Kaufmann's Freie Volksbühne. Variété Station Naucke genannt! 81/2 u. 912 Uhr. ,, Star" Naucke der Saison! dazu 16 Glanznummern. American- Theater. Spezialitäten Unter den Linden 21. Vorstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTäglich Schiller- Theater. abends ( Wallner Theater.) Mittwoch, 13. März, abends 8 Uhr: Gracchus, der Volkstribun. Donnerstag, 14. März, abends 8 Uhr, zum 1. Male: Die Journalisten, Lustspiel in 4 Atten von G. Freytag. Freitag, 15. März, abends 8 Uhr: Gracchus, der Volkstribun. Sonnabend, 16. März, abends 8 Uhr: Die Journalisten. Sonntag, 17. März, nachm. 3 Uhr: Kabale und Liebe. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: May Samst. 1 Sensationelle Novität! Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder Die lebende Brücke. Einzig in seiner Art. Heute Ben- Ali- Bey. 1/28 Uhr Oriental. Magie. zum Sonntag, den 17. März 1895: VII. Serie. V. Abtheilung( Lessing- Theater): Der Geizige. Vorher: Banernehre. Sonnabend, den 30. März, abends 9 Uhr, Wichtig zu den Postdebatten im Reichstage! Soeben ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Herr v. 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Da überhaupt nur 2500 Billets ausgegeben werden, so werden die Mitglieder gebeten, 183. ihren Bedarf an Billets recht bald zu entnehmen. Der Vorstand der Freien Volksbühne. Male. Preise: 3, 2 und 1 M. Sitzplatz. Jeden Sonntag Nachmittag 4 Uhr: Familien- Vorstellung zu halben Preisen. Bock- Brauerei Tempelhofer Berg. 57. Bock- Saison. Täglich: Militär- Konzert. Großes Sensationsschauspiel mit Musit Anfang 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem Englifchen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Raffenöffnung 61 Uhr.- Unf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater Alte Jakobrake Ur. 30. Emil Thomas a. G. Parodie- Theater Oranien- Straße 52( am Morigpl.). Kabale und Liebe oder: Der abgeführte Wurm. Die lebende Mordgrundsbrücke oder: Der verfluchte Greis. 300/11 Nur zu Werkstatt- Preisen. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. Möbel Spiegel und Polsterwaaren. 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