Nr. 53 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 26 Bezugspreis: Böchentlich 85 Goldpfennig vorans zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg wöchentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Kreuzband, endungen nur gegen werts beständige Rahlung. Bostbezugspreis für Februar 4,- Goldmart. Der., Borwärts" mit der Sonntags. Beilage ,, Bolt und Beit" mit Sied. lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Fraucabeilage ,, Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Bozialdemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareillegeile 0,70 Goldmark, Reklamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), febes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 0,30 Goldmark. Eine Goldmark- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 1. Februar 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentafe Lindenstraße 3 Reichsbahn und Post verselbständigt. verworrene Steuergesetzgebung Reservatrechte für Bayern. Das Reichstabin ett genehmigte in seiner geffrigen Sigung| Beamten der bayerischen Verwaltungsabteilung sollen die bayerische den Entwurf einer Verordnung, durch die unter der Bezeichnung Staatsangehörigtelt durch Abstammung befizen oder durch lang Deutsche Reichsbahn" ein felbständiges, eine juristische Perfon jährigen Aufenthalt in Bayern mit den bayerischen Berhältnissen darstellendes wirtschaftliches Unternehmen geschaffen genau vertraut fein. Die bayerische Berwaltung hat für den innerwerden soll, durch das das Deutsche Reich die in seinem Eigen- bayerischen Verkehr allein Zuständigkeit. Finanzielle Ueberschüsse tum stehenden Eisenbahnen betreibt und verwaltet. werden vom Berwaltungsrat an die Miteigentümer verteilt. Auch der Entwurf des Post finanzgesetzes fand die Billigung des Kabinetts. Durch diesen Gesezentwurf soll der Reichspostund Telegraphenbetrieb als ein felbständiges Unternehmen unter der Bezeichnung Deutsche Reichspost" vom Reichspoffministerium unter Mitwirkung eines Berwaltungsrats verwaltet werden. Das Reichstavineit beschloß ferner, daß der Erholungsarlaub der Beamten für 1924 gleichmäßig um sieben Tage gefürzt werden soll und daß in& rantheitsfällen von Beamten nach dreitägiger Krankheitsdauer ein ärztliches 3eugnis einzureichen ist. Ueber das Reichspoft- Finanzgefeß erfährt der Sozialdemotratische Parlamentsdienst" noch folgende Einzelheiten: Die Neuordnung der Deutschen Reichs post, wie sie das Reichsfinanzgesetz vorsieht, macht den Post- und Telegraphenbetrieb zu einem selbständigen Unternehmen mit eigenem Vermögen, das vom Vermögen des Reiches vollständig losgelöst ist. An der Spize des Unternehmens steht der vom Reichspräsidenten ernannte Reichspoftminister, der dem Reichstag dafür verantwortlich ift, daß die Douche Reichspoft den Gefehen gemäß und entsprechend ben Anforderungen der deutschen Wirtschaft verwaltet wird. Dem Reichstag und dem Reichsrat ist jedes Jahr der Geschäftsbericht vor. zulegen. In seinen Berordnungen ist der Reichspoftminister an den Berwaltungsrat gebunden, der aus 17 Mitgliedern besteht, die vom Reichspräsidenten ernannt werden. Je vier Mitglieder werden vom Reichstag und vom Reichsrat, ein Mitglied vom Reichsfinanzminister und acht Mitglieder vom Reichspostminister vorgeSchlagen. Die Beamten der Deutschen Reichspoft bleiben Reichs beam'e und behalten ihre wohlerworbenen Rechte. Die Eingliederung des bayerischen Reichspoftge bietes wird nach der von Bayern bereits erfolgten Zustimmung in folgender Weise vorgenommen: Bayern erhält( ebenso wie Bürttemberg) an dem Vermögen der Reichspoft ein Miteigen. fumsrecht, das 80 Broz. des in Bayern befindlichen Bermögens ber Reichspost beträgt. Für das bayerische Gebiet wird ein eigen er Staatsfetretär bestellt, der vom Reichspräsidenten im Einverständnis mit der bayerischen Regierung ernannt wird. In der felben Weise erfolgt auch die Ernennung der Präsidenten der Oberpostdirektion in Bayern. Der Staatssekretär leitet die Reichspoft in Bayern durchaus felbständig als Vertreter des Reichspostministers und trifft vorbehaltlich der Entscheidung des Verwaltungsrats alle erforderlichen Bestimmungen nach Maßgabe des Reichsfinanzgesetzes; auch die Personalverwaltung untersteht ihm. Diefer Staatssekretär und wenigstens drei Biertel der Mitglieder und * Einst war Staat und Reich stolz darauf, in der Bahn und der Bost ein starkes Rückgrat der staatlichen Selbständigkeit zu befizen. Alle tapitalistischen Anläufe selbst eines Eugen Richter konnten die konservativen Regierer Preußens und Deutschlands nicht dazu bringen, diese wertvollen monopolistischen Bestandteile der Staatswirtschaft aus dem Etat zu nehmen. Die republikanische Regierung Mary- EmmingerLuther macht das alles im Wege der„ Berordnung", weil die Sache ihr im Hinblick auf die Not von Volk und Reich er forderlich und dringlich erscheint. Um es deutlich zu sagen: lieber die wirtschaftliche Umgestaltung der Reichsbetriebe ist schon des langen diskutiert worden. Man sprach davon, daß sie ihres bureaukratischen Charakters entkleidet und beweg licher gestaltet werden sollten. Das waren zunächst Erörterungen, die man im gefeßgebenden Hause, im Reichstag, anstellte und für die man auch dort Verständnis haben fonnte, wo der kapitalistische Privatbetrieb nicht als der Güter höchstes angesehen wurde. rber alle gesetzgeberischen Erwägungen werden durch die Regierung Marg- Enaminger- Luther einfach über den Haufen gerannt. Sie erläßt eine Berordnung über die Justizreform, die ein feit fünfzig Jahren bestehendes Gerichtssystem mit ein paar Federstrichen beseitigt und ein neues aufpfropft, das das aus der bürgerlichen Revolutionsperiode übrig gebliebene Schwurgericht nach 75jährigem Bestande hinwegbläst. Ste wirst durch die gleiche Anzahl Federfstriche Bahn- und Postbetrieb aus dem Reichsetat hinaus, ohne den Reichstag zu fragen Sie schafft fertige Tatsachen für Jahrzehnte, zu denen die verblüfften Gesetzgeber einfach nachträglich Ja und Amen fagen sollen. Denn die Wahlen stehen ja vor der Tür... In anderen Ländern würden so schwerwiegende Gesez gebungsakte womöglich das ganze Volk aufrütteln. Im Zeichen Emmingers macht man das still und schmerzlos. Was wunder, daß gleichzeitig auch noch den Beamten im Handumdrehen eine Woche Urlaub gestrichen wird. Das gehört eben auch zu den Dingen, die im Hinblick auf die Not von Volk und Reich dringlich und notwendig" find! In dieser bewußten Ausschaltung des Reichstags in Fragen, die auf Jahrzehnte hinaus wirken, offenbart sich eine solche Mißachtung der parlamentarischen Arbeit, daß man sich über ein Parlament wundern müßte, das sich solche Handlung von einer sozusagen parlamentarischen Regierung gefallen ließe, ohne den schärfsten Widerspruch zu erheben. landabkommens vom 28. Juli 1919 die Zivilverwaltung der besetzten Gebiete in der Hand der deutschen Behörden und unter Leitung der deutschen Zentralinstanzen zu bleiben hat und weder die Rheinlandkommission noch eine der allierten Regierungen die Befugnis hat, den rechtmäßigen Verwaltungsorganen die Rückkehr Man schreibt Macdonald ernsthaft die Absicht zu, die Anrufung des in das Land und die Webernahme der Administration zu verwehren Haager Schiedsgerichtshofes vorzuschlagen, falls die französische Regierung auf ihrem unhaltbaren Standpunkt verharren Neue Forderungen der Regie. Düffeldorf, 31. Jannar.( WEB.) Die Regie verlangt für die nächsten Tage die Uebergabe von täglich 4000 offenen Wagen mit der Erklärung, daß beim Ausbleiben diefer Wagen schwere Zolgen für die Wirtschaft.entstehen würden. Wie wir von unterrichteter Seite hören, kann die Reichsbahn ohne empfindliche Schädigung der Intereffen des unbesetzten Geble'es diese Wagen unmöglich abgeben. Es ist nicht durch- follte. führbar, daß immer erneut Leerwagenmaterial in das Ruhrgebiet hineingepreßt wird, während die Reg e völlig außerstande ist, die Tausende von beladenen Wagen, die bereits im Ruhrgebiet ftehen, zu bewegen. Die Schuld an den schweren Folgen für das Wirtschaftsleben fällt der Regie zur Laft, die ihrer Aufgabe, wie fich immer mehr zeigt, in feiner Weise gewachsen ist. Der englisch- französische Pfalzkonflikt. Botschafterkonferenz oder Haager Schiedsgericht? Paris, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der englischfranzöfifche Konflikt megen der Zustände in der Pfalz ist neuerdings in ein fritisches Stadium getreten. Poincaré hat zwar die Forde rung auf Anerfennung der autonomen Pfalzregierung" fallen laffen, versteift sich jedoch darauf, den den den Separatisten vertriebenen bayerischen Behörden die Erlaubnis zur Rückkehr zu ver weigern. Er hatte in London vorschlagen lassen, die endgültige Entscheidung über die Angelegenheit der Botschaftertonferenz zu überweisen. Die englische Regierung hat dieses Anfinnen zurüdgewiesen und die Demarche des englischen Botschafters bei Boincaré am Mittwoch dürfte u. a. auch dieser Mitteilung gegolten haben. Was die französische Regierung mit ihrem Widerstand gegen die Rückkehr der bayerischen Behörden bezweckt. liegt auf der Hand. Nach den die Methoden der französischen Oftupationsbehörden kompromittierenden Ergebnissen der Reise Konful Clives wagt Boincaré die Separatisten nicht mehr öffentlich zu unterstützen, aber er perfucht nunmehr, ihnen von hinten herum die Berwaltung und bamit natürlich auch die Herrschaft in die Hände zu spielen. England Bertritt ihm gegenüber den Standpunft, bag nach Art. 5 bes Rhein Belgien und die Ruhrbesehung. " Brüffel, 31. Januar.( WTB). Wie die Agence belge" meldet, werben die belgischen Truppen im Ruhrgebiet vom 1. Februar ab unter den Befehl des Kommandierenden der Befegungsarmee gestellt. Der Poften des Kommandanten des Brüden topfes Duisburg Muhrort wird aufgeboben. Der Rommandierende der belgischen Truppen im Ruhrgebiet wird fein Hauptquartier in Duisburg beziehen, alle belgischen Truppen rechts des Rheins werden ihm unterstellt. # Reichswirtschaftsrat gegen Sämisch. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats beschäftigte sich mit den Richtlinien des Sparausschusses Sämisch- Busch- Lewuld betreffs Reorganisation der 0zialversicherung. Der Ausschuß nahm einstimmig eine Ents fchließung an, in der dargelegt wird, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer Anspruch darauf erheben, daß sämtliche Pläne der bezeichneten Art nicht ohne Fühlungnahme mit ihren Interessen und ihren Anschauungen verwirklicht werden. Auf die Billigung und erst recht die bei der späteren praftischen Durchführung unertbehrliche Mitwirkung jener Kreise fönnen nur solche Aenderungen und Neuschöpfungen im System der Reichsversicherung rechnen, die sich von jedem Erperiment freihalten, die ferner den bisherigen Einrichtungen an Wirtschaftlichkeit und Einfachheit nachweislich überlegen sind und die, wenn sie schon feine Form verändern mögen, das Verwaltungsrecht der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer grundfäßlich ungeschmälert laffen. Die dritte Endlich ist die dritte Steuernotverordnung im Entwurf fertig geworden. Sie wird dadurch charakterisiert, daß die Regierung hofft, bis zum 15. Februar, dem Ablauf des Ermächtigungsgefeßes, ihr Gefeßestraft verleihen zu können. Das Reichskabinett versucht mit der dritten Steuernotverordnung Sieben auf einen Streich" zu treffen, wobei sie merk würdigerweise selbst weiß, daß die verschiedenen Wünsche, die sie auf einmal erledigen will, nicht zueinander gehören. So ist der Gesezentwurf eine Sammlung von Konzessionen und Stompromiffen, aus der wie Fettaugen auf einer Wafferfuppe- einige Aussichten auf Steuereinnahmen herausschauen. Betrachten wir zuerst den Teil der verworrenen Verordnung, der die Maffe des Volks am meisten interessiert: die Aufwertung. Hier wird das Komplizierteste der ganzen Frage mit einem Federstrich ausgeschaltet. Die Berordnung beftimmt nämlich, daß die Aufwertung nur in Betracht komme für Schulden, die bis zum Ende Dezember 1923 nicht getilgt worden sind. Das weniger Kompli zierte, die Aufwertung der jetzt noch bestehenden Schulden, fann erfolgen bis Ende Dezember 1924 durch eine freiwillige Vereinbarung, oder durch die Entscheidung einer zu schaffenden mit vereinfachtem Verfahren ausgestatteten Auswertungsstelle. Der Grundsatz der Aufwertung, den das Reichsgericht dahingehend aufgestellt hat, daß nach Treu und Glauben" aufgewertet werde, wird auf die Art vergegenständlicht, daß eine ufwertung auf 10 v. 5. zugelassen wird. Diese Bestimmungen treffen zuerst die noch bestehenden Hypotheten. Pfandbriefe werben nur aufgewertet, menn der Gläubiger nachweist, daß er sie seit dem Januar 1919 im Besitz oder auf Grund gefeichen 3wanges zur mündelsicheren Anlage erworben hat. der zehnprozentigen Aufwertung nur eine fleine bevorzugte Mit den eben umrissenen Bestimmungen ist erwiesen, daß Schicht teilhaftig wird. Das sind im besonderen diejenigen, die in den Jahren der zunehmenden Inflation es nicht nötig hatten, für früher hingegebene Goldmark sich Papiermark auszahlen bu laffen. faffenguthaben an der Aufwertung intereffiert ist, wird Die große Masse, die durch Befiz Don fleinen Spare durch ein höfliches Kompliment der Reichsregierung genarrt. Soweit nämlich die Sparkassen noch Hypotheken, Pfandbriefe usw. besigen und sich aus deren Aufwertung ein Vermögens. usw. besitzen und sich aus deren Aufwertung ein Vermögenszuwachs ergibt, haben die Länder Vorsorge zu treffen, daß diese Einnahme durch lebertragung auf eine Stif tung oder in anderer Weise möglichst denjenigen Bevöl ferungsfreisen erhalten bleibt, denen die Gläubiger der Sparfaffen vorwiegend angehören. Es ist sicher zu begrüßen, daß öffentliche gemeinnützige Stellen durch die dritte Steuernotverordnung die Hoffnung ermedt sehen, in Zukunft vielleicht einmal aus dem aufgewerteten Vermögen der Sparfaffen Zuwendungen zu erhalten. Die Gläubiger der Sparfassen, die Gold hingegeben haben und jetzt als Entschädigung dafür die Aussicht gewinnen, aus einer mildtätigen Stiftung etwa einmal eine Unterstützung zu erhalten, haben sich die Aufwertung wohl etwas anders vorgestellt. Das gleiche gilt für die große Masse der Hypothekengläubiger, die nach dem Willen der dritten Steuernotverordnung von der zehnprozentigen Aufwertung ausgefchloffen werden. Noch schlimmer sieht es mit der Behandlung der öffentlichen Anleihen aus, zu denen ja im besonderen die Kriegsanleihe gehört. Sie find nicht nur von einer Aufwertung ausgeschlossen, sondern es ruht auch der Zinsenund Tilgungsdienst bis zur Erledigung des Vertrages von Versailles! Alle diejenigen Befizer von Kriegsanleihe, die damit Steuern gezahlt haben sie wurden bekanntlich bevorzugt und jene, die dem Reiche gegen Hingabe von Kriegsanleihe Heeresgut, reelle Ware zu billigstem Preis, abgenommen haben, die lachen sich heute eins ins Fäustchen. Der dumme Bruder Soldat, die aus tiefem Gefühl fürs Baterland opfernde Witwe, alle jene, die ihre legten Reserven für die Not in Kriegsanleihe, in Papieren des Reiches anlegten, fie bleiben die Geschädigten. Die wenigen Glücklichen und, was wohl richtiger ist, die Schlauen, die in der Aufwertungslotterie, die von der Reichs= regierung veranstaltet wird, einen Gewinn greifen, können aber die Zahlung der aufgewerteten Kapitalbeträge in teinem Falle vor dem 1. Januar 1925 verlangen. Bis 1924 wird ihnen ihr Anspruch überhaupt nicht verzinst, dann steigt der Binsfag von Jahr zu Jahr um 1 Proz. Ab 1929 wird der aufgewertete Kapitalanspruch mit 5 Proz. verzinst. wwwwww Beachtlich ist, daß die Reichsregierung die schwierigsten Passagen der von ihr mit dem Worte„ Aufwertung, bezeich= neten Manipulationen den Ländern überläßt. Sie hat da für das Wort Finanzausgleich" gefunden. Wobei zu bemerken ist, daß der Wert diefes Finanzausgleiches darin liegt, daß das Reich seine Zuschüsse an die Länder und Gemeinden so rasch abbaut, daß es ab 1. April d. I. teinen Pfennig mehrleistet. Dafür bekommen die Länder das Recht ein. mal, den Geldentwertungsausgleich bei unbebauten landwirt. schaftlichen Grundstücken, die mit Hypothefen belastet sind, steuerlich zu erfassen. Ferner sind die Länder und Gemeinden berechtigt, von dem unbebauten Grundbesig vom 1. Januar 1924 ab eine Steuer zu erheben. Das heißt mit anderen Worten, daß die Gemeinden und Länder auf eine Gebäudesteuer verwiesen werden, die der Mieter zu tragen haben wird. Die Länder werden deswegen auch ermächtigt, abweichend von den Vorschriften des Reichsmieten gefeßes Bestimmungen über den Mietzins zu erlassen. Damit nicht doch der Hausbesitzer troß aufgewerteter Miete möglicher meise etwas von der Gebäudesteuer zahlt, ist bestimmt, daß dem Eigentümer von der Miete mindestens die Beträge per bleiben müssen, die zur Verzinsung des angelegten Kapitals und zur Deckung der vorkriegsmäßigen Ausgaben erforderlich sind. Die dritte Steuernotverordnung enthält auch eine ganze Anzahl Wechsel auf die Zukunft. So wird z. B. ganz neben her betont, daß die Besteuerung der ländlichen Grundstücke, soweit Aufwertungs- und Entwertungsgewinn in Betracht tommen, durch ein Reichsgesetz geregelt werden sol!! Bis zur übernächsten Ernte hat das Hypothekenproblem, soweit es die Landwirtschaft betrifft, zu ruhen. Die Besteuerung der Inflations gewinne aus Krediten( die Geschäfte auf dem Rüden der Reichsbank), der Gewinne aus der Ausgabe von Notgeld, aus öffentlichen Zuschüssen zum Bau von Wohngebäuden sowie schließlich des Geldentwertungsgewinnes der Eigentümer bei beTastetem unbebauten Grundbesig- wird vorbereitet. Aber der Reichsfinanzminister tann für die Geldentwertungsgewinne aus Inanspruchnahme von Krediten sowie aus Termingeschäß ten eine Steuer festsetzen. Damit durch diese Kannvorschrift die Beteiligten nicht allzu sehr erschreckt werden, ist schon jetzt festgelegt, daß jene vielleicht einmal zu beschließende Steuer 20 Broz des Entwertungsgewinnes nicht übersteigen darf. Schuldverschreibungen und Obligatio. nen werden besteuert. Das trifft zuerst die Aktien gesellschaften. Die Ausgeber von Schuldverschreibungen und Obligationen haben, wenn sie die Gelegenheit, mit Papiergeld Goldschulden loszuwerden, bisher noch nicht benutzt haben ganze 2 Brozent Steuern zu zahlen. Wenn sie aber so flug gewesen sind und Goid für Bapier genommen haben, dann müffen fie bis zum 1. April 1927 in fechs Raten 12 Brozent Steuern zahlen. Im besonderen mit dem Ertrag aus dieser Steuer foll das bisher noch vorhandene Defizit im Reichsetat gedeckt werden. Erfassung der Sachwerte. Zur Lösung der Reparationsfrage. Paul Litwin sezt in der Zeit", dem offiziellen Organ der Volkspartei, seine bekannten Ideen auseinander, die mit den sozialdemokratischen Vorschlägen zur Lösung der Finanzund Reparationsfrage zahlreiche Berührungspunkte aufweisen. Litwin will von dem deutschen Nationalvermögen ein Biertel, schäzungsweise 45 Milliarden Goldmart abzweigen und es in Form von Attien, Anteilen, Hypotheken usw. in den Besitz des Reiches bringen. Die Erträge sind zur Berzinsung von Bonds zu verwenden, und diese goldwertig gedeckten Bonds sollen dann im jeweils notwendigen Betrag zur Zahlung der Reparationsschulden hingegeben werden. Hierzu ist die Ummand lung privater Unternehmen zu juristischen Personen und ein Aufsichtsrecht des Reichs und seine Mitwirkung bei der Gewinnbeteiligung notwendig. Durch die so herbeigeführte Lösung der Reparationsfrage soll für eine gedeihliche Zusammenarbeit der deutschen und der französischen Wirtschaft und für einen wirklichen europäischen Frieden freie Bahn geschaffen werden. Die Beit" hält diese Gedenkengänge immerhin für wichtig genug, um ihnen mehrere Spalten Raum zu gewähren. In einem redaktionellen Vorwort macht sie aber grundsägliche Bedenken" geltend, besonders gegen die Umwandlung der Brivatunternehmungen in juristische Personen und gegen das Aufsichtsrecht des Reichs. Das scheint uns infonsequent, denn wenn sie, wie es doch scheint, dem Grundgedanken zu stimmt, dann bleibt doch nur die Wahl, ob das Aufsichtsrecht vom Reich oder direkt von der Entente ausgeübt werden soll. Der Führer der Volkspartei, Herr Dr. Stresemann, hat wiederholt als Stanzler und Minister die Idee vertreten, daß deutsches Gut hergegeben werden müsse, um die deutsche Freiheit wiederherzustellen. Diese Idee fräftig zu be tonen, liegt jetzt, da die Sachverständigen in Berlin tagen, besonderer Anlaß vor. Mögen sie uns Opfer zumuten, die wir tragen fönnen, mögen sie uns aber auch von der Fremdherrschaft befreien! Verbot der„ Deutschen Zeitung". Amtlich wird gemeldet: Der Inhaber der vollziehenden Gewalt General von Seedt hat auf Grund des§ 1 der Werordnung des Reichspräsidenten vom §1 20. September 1928 Herstellung und Bertrieb der Deutichen Seitung für die geit vom 1. bis 3. Februar 1924 verboten. Das Verbot wird wie folgt begründet: " Der Artikel in Nr. 49 Den Sachverständigen aum Gruß ent. hält persönliche gebäffige Angriffe gegen die Reich 3. regierung, die mit ihrer Birde als Vertretung des Reiches gegenüber dem Auslande unvereinbar sind und die von ihr be triebene Politik schädigen. Das Berbot gilt auch für jede Beitung, die an Stelle der ber Der Gesamtüberblick ergibt, daß die dritte Steuernotver ordnung, soweit sie die Aufmertung betrifft, eine allgemeine Enttäuschung ergeben muß, wobei die Frage offen bleibt, ob nicht die Aufwertung, so wie sie das Reichskabinett versteht, legten Endes sich bei den Wahlen als Täuschung erweisen wird. Der Finanzausgleich mit den Ländern ist durch die Steuerbotenen hergestellt oder ihren Beziehern zugestellt wird. notverordnung zwar in ein fompliziert- undurchsichtiges Ge mebe gehüllt, er schafft aber endgültig die Reichseinheit der Finanzen ab. Und die Steuern, die in der Berord nung festgelegt find? Sie wären auf einfacherem Wege besser, umfassender und rajcher zu erheben. Für die Massen des Bolles ist die neue Steuerverordnung die Zusammenfassung einiger Notwendigkeiten mit einer Fülle von Unzulänglichkeiten. Wir sind der Ueberzeugung, daß fpätere Zeiten die dritte Steuernotverordnung als eine Leistung halben Willens, halber Absichten und halber Kraft kennzeichnen werden Damit soll nicht gesagt sein, daß heute fennzeichnen werden Damit soll nicht gesagt sein, daß heute liber sie schon das legte Wort gesprochen wäre. Zum Kommiffar des Reichsrats für die Deutsche Rentenban! wurde auf preuzischen Vorschlag Staatssekretär Dr. Weber vom Breußischen Finanzministerium bestellt. Nach den Eagungen der Rentenbaut hat der Aufsichtsrat halbjährlich unter Mitwirkung eines Rommissars des Reichsrats und eines Kommissars des Rechnungshofs darüber zu berichten, daß die Dedung der Menten briefe und der Rentenbankscheine vorhanden ist. Hugo von Hofmannsthal. Zu seinem 50. Geburtstage am 1. Februar. Bon Dr. Paul Bandau. Die Stellung Hofmannsthals in unserer heutigen Literatur ist merkwürdig und einzigartig. Bon früher Jugend an mit dem Ruhmesfranz des großen Didyters gekrönt, hat er in der reifsten Sett feines Lebens wenig mehr für diesen Ruhm getan und bleibt vorläufig in unferem Schrifttum der junge Hofmannsthal", der Poet einer über reifen Schwermut und späten Romantit, als der er, kaum dem Knabenalter entwachsen, zu Anfang des legten Jahrzehnts des vorigen Jahrhunderts hervortrat. Seine" Gedichte und leinen Dramen" aus dieser Frühzeit umschließen einen unvergänglichen Schat unserer Poesie und wirken noch heute mit einer ebenso betäubenden Süße und Anmut, wie damals, als wir fie zuerst bewunderten. Was der Dichter im letzten Jahrzehnt geschaffen, ist unbedeutend, wenn man es mit der Bracht dieser Jugendfchöpfungen vergleicht: ein paar schöne schmiegsame Operniegte, blaffe preziose Theaterstücke, hie und da ein Gedicht. Aber in anderer Weise ist er nunmehr zu einer geistigen Macht geworden, nämlich als Verwalter des Kulturerbes deutscher Dichtung. Die Straft des Racherlebens und des Neuformens des Geformten, die feinem Dich ten verhängnisvoll wurde, befähigt ihn zu einer fulturellen Herrscher ftellung. Deutschvölkische Götzendämmerung? München, 31. Januar.( Eigener Bericht.) Mit dem 2. Be bruar erscheint in München noch eine weitere välfische Tageszeitung, Gründer und erste Borsigende der Nationalsozialistischen Bartet, Anton Drechsler, woraus man schließen muß, daß der Böllische Beobachter", der bekanntlich jest als Großdeutsche zei. tung" erscheint, den Willen der Nationalsozialistischen Parteileitung nicht mehr repräsentiert. Da auch die Gruppe des Münchener völ Fisch- sozialen Blocks( Buttmann- Roth) eine eigene Tageszeitung Deutsche Breffe" herausgibt, ist die Spaltungstrife in den Reihen der Böltischen in München vor aller Welt offenbar. Bie man hört, geht der Streit vor allem auch um die Berson Ludendorffs. Insbesondere Drechsler, der ehemalige Kampfgenoffe Hitlers, strebt mit allen Mitteln eine Zurüdführung der Nationalsozialisten auf ihre ursprünglichen Tendenzen als fogenannte Arbeiterpartei an. Dabei muß man sich erinnern, daß Hitler felbft noch vor zwei Jahren Ludendorff schroff abgelehnt hat mit der Bedie fich Itischer Rurier" nennt. Herausgeber ist ber " brachen. Im Grunde genommen aber war diese Boesie ber halbverwebten Klänge, der unerfahrenen Farben des Beríangens", fchimmernd vom Schmelz der ungelebten Dinge, altffuger Weisheit voll und frühen 3weifels", mit der die Neuromantit in Deutschland begann, eine Parallelerscheinung zu den Strömungen, die in Frankreich von Mallarmé begründet, in England von Swinburne zur Reife ausgebildet, in Italien von d'Annunzio, in Belgien von Maeterlint aufgenommen wurde. Ein Auflösen der ganzen Welt in Schönheit, ein Betrachten alles Geschaffenen unter dem einen Gefichtswinkel des Aesthetischen, das war das Evangelium der reinen Kunst, das der junge Hofmannsthal predigte. Nicht am Leben und an der Natur entzündete sich sein Lebens- und Naturgefühl, sondern an den inneren Bisionen und an den künstlichen Dingen seiner Um welt. Die bewußte Abfelyr von allen Zeugen menschlicher Bedürftig. feit", der Gegenstoß gegen den Naturalismus, die vollkommene Ber achtung der Wirklichkeit, wie sie Hofmannsthal mit unvergänglicher Intensität und Grazie festgehalten, führte zu jenem tieferlebten tragischen Konflikt, dessen Typus er in dem Claudio von Der Tor und der Tod aufgestellt hat. In dieser ergreifenden Gestalt ist die Wesenheit einer ganzen Generation festgehalten, die Unfähigkeit des Erlebens, die schaudervolle Sch- Sucht, die aus dem Gefäß der eigenen Berfönlichkeit vergebens in andere überzuströmen sucht. Am höchsten stehen wohl seine Gedichte, deren blühende Wortpracht an die Sprachkunst des alten Goethe anknüpft und die bald anmutig und leicht wie ein Liedchen der Anthologie erklingen, bald rätselhaft tief wie eine Hymne Pindars. Hofmannsthal ist in vielen Wand lungen und Berwandlungen erschienen, aber wir lieben vor allem die Schönheit feiner Jugenddichtung. Staat, Gesellschaft und Sozialismus. Gedanken von J. Ramsay Macdonald. Die Times" hat fürzlich in einer Besprechung des herrlichen Deutschen Lesebuches", in dem Hofmannsihal das Reiffte und Reinste an deutscher Profa gesammelt hat, gefagt, ein solches Wert beweise besser als alles Reden die Kulturmission, die Deutsch fand in der Welt habe, zeige die unvergänglichen ewigen Schäße, die es der Menschheit geschenkt. Und in seiner schlicht- stolzen Borrede hat Hofmannsthal selbst die Bedeutung, die Größe eines solchen Wertes umschrieben. Demgegenüber haben die legten Dichtungen, Der heutige national abgegrenzte Staat, der sich in seinem bie er peröffentlicht, nicht viel zu bedeuten. Seit fast 20 Jahren, Landheer und feiner Marine mit höchster Dramatit ausprägt, ift seit er in dem Gereiteten Benedig" das Wert des Eng. länders Otway bearbeitete, hat er sich immer wieder an frembe wahrscheinlich zum Bergehen verurteilt. Ein allgemeines, ein MenschStoffe und fremde Formen angelehnt, so auch in der grandiofen, geheitsparlament wird vielleicht einst berufen sein, die vereinigten waltsam übersteigernden Elettra", so in feinen beiden besten Staaten der Welt zu vertreten. größeren, bramatischen Dichtungen, der vielgespielten eder. mann" und in dem Calderonische Motive fiefsinnig verwertenden, aber doch auch ans Spielerische streifenden Großen Welttheater". Hofinannsthal ist trot all feiner dramatischen Berfuche, troß einzelner fchner Erzählungen, die er uns gespendet, doch im Sterne nur Ly rifer, und so tritt uns der Bauber feiner Schöpfung am stärksten in der Sammlung feiner Gebichte" entgegen, die por furzem im Infel- Berlag erschienen ist. Als der 18jährige Hofmannsthal 1892 das Bruchstid„ Der Tod des Tizian veröffentlichte, ba brach eine neue Epoche in unserer Literatur an. Ueber die trübe Grau- in- Grau- Malerei des Natura lismus triumphierten leuchtende Farbenfanfaren von tizianischem Gold, über die Nachahmung der Umgangssprache hymnische Rhyth men edelster Mortkunst. Das Wundersame und scheinbar voraus fegungslose Auftreten des jungen Coris", wie er sich nannte, erPlärt fich uns heute rücblidend aus jenen Reimen, die damals fchon in der Kunst Georges und der Stimmung einzelner Wiener hervor Die Politit des Sozialismus muß fich an der Gegenwartsmelt orientieren. Wir müssen genau bestimmen, was wir als Staat begriffen wiffen wollen. Weber verstehen wir unter Staat die Regierung noch das Parlament noch die Beamtenhierarchie der Ministerien; anderer felts wird der Staat nicht durch den Begriff der Gesellschaft erschöpft. Der Staat ist die organisierte politische Berfönlichkeit eines souveränen Boltes die Organisation der Gemeinschaft zu dem zwed, ihren gemeinsamen Willen auf politischem Bege durchzusehen. Man fann den Sozialismus in der Tat nicht besser definieren, als daß er diejenige Phase der sozialen Organisation repräsentiere, in der von Staats wegen ein zweckmäßiges Ernährungssystem für die Gesellschaft errichtet wird. Die demokratische Regierung aber fündigt diesen Umschwung an. gründung, daß der Mann mit der blauen Brille, der fein Heer fo schmählich im Stich gelassen habe, als Führer des deutschen Volkes nicht in Betracht tommen fönne. Bayerische Volkspartei gegen Kahr, Lossow, Seißer? Köln, 31. Januar.( Mtb.) Die„ Rölnische Boltszeitung" bringt in ihrer heutigen Abenbausgabe einen anscheinend aus Kreisen der Bayerischen Bolkspartei stammenden aufsehenerregenden Artifel, in dem der Rüdtritt Kahrs gefordert wird. In dem Artikel wird u. a. ausgeführt: Auf jeden Fall entspreche es der ganzen Lage, daß Herr v. Kahr früher sein Amt nieberlegt, bevor er als Beuge vernommen wird. Man könne noch weiter gehen und sagen, es entspreche einem Gebot der Vernunft, daß auch die Herren v. 2ossow und Seißer auf ihre Stellen verzichten, um als freie Männer ihrer Zeugenpflicht genügen zu fönnen. Der Rück tritt von Kahr, Lossom und Seißer wäre, ohne daß gegen die Herren auch nur der geringste Verdacht ausgesprochen werden kann, eine Tat der Erlösung. Für den Rücktritt des Herrn von Lossom gelten ähn fiche Erwägungen, nur fommt bei ihm noch das schwerwiegende Moment hinzu, daß sein Rücktritt mit einem Schlage die Möglichfeit der Lösung des bekannten Konflikts zwischen der bayerischen Regierung und der Reichsregierung geben würde, Sessionsschluß in Bayern. München, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Schlußfeffion des Bayerischen Landtages begann am Donnerstag mit einer Rundgebung für die Pfalz. Der Ministerpräsident Knilling dankte Der Pfälzer Bevölkerung für ihre bewundernswerte Geschlossenheit in der Abwehr der französischen und separatistischen Gewalttaten und in ihrem freimütigen Bekenntnis zum Deutschtum. Innerhalb des letzten Jahres wurden von der Gesamtbevölkerung der Pfalz nicht weniger als 3 Broz, das find 21 000 Männer, Frauen und Kinder, von ihrer Scholle vertrieben und ausgewiesen. Die bereits bekannte Stellung der sozialdemokratischen Fraktion fam in einer Erklärung zum Ausdrud. Die Kundgebung endete insofern mit einem Mistlang, als sich schon nach den ersten Säßen des tommunistischen Fraktionsredners ein ohrenbetäubender Lärm auf der rechten Seite des Hauses erhob, in dem sich auch ber Präsident fein Gehör verschaffen fonnte. Der Anlaß dazu war eine Besprechung der Kommunisten, daß die Methoden des Terrors und der Unterdrückung, wie sie in der Pfalz ausgeübt wurden, in derfelben Weise auch im rechtsrheinischen Bayern durch den Ge. neralstaatsfommiffar v. Rahr angewandt werden. Hierauf nahm der Landtag das im Ausschuß beschlossene Lan. Desmahlgefeß einstimmig an und dabei auch den Eventual antrag der Bayerischen Bolfspartei, ber eine Berringerung der Manbatsziffer im neu zu wählenden Landtage von 158 auf 133 Abgeordnete vorsicht. Emmingers Reform im Rechtsausschuß. Der Rechtsausiauß des Reichstages befaßte sich gestern mit der Frage der Vereinfachung des Rechtswesens in bürgerlichen Rechtsstreitig feiten. Reichsjuftigminister Emminger bee tonte, die Vorlage auf Vereinfachung des 8ivilprozesses beawede eine Vereinfachung und Verbilligung des Verfahrens, die eine beffere Ausnuzung der Arbeitskraft der Richter und Anwälte ermöglichte. Geheimrat Bollmar( Reichejufti ministerium) fbrte im einzelnen aus, in welcher Weise die Vereinfachung und Beschleunigung durchgeführt werden sollte, insbesondere follte eine beffere Borbereitung der Lermine durch Gericht und Barteien erfolgen. Der Entwurf denke jedoch nicht daran, die alten Eventualmagimen wieder einzuführen. Der Ausius sprach sich zunächst sowohl gegen eine vol Annabme fand eine Bestimmung des Entwurfs, daß längere Protokolle auch zunächst von dem Gerichtsichreiber in einer ge bräuchlichen Kurzfchrift aufgenommen werden tönnen. fommene Abichaffung wie eine Abkürzung der Gerichtsferien aus. Der in Norheim verwundete Das Affenfat in Roghelm. feparatistische Landesverräter Gumpinger ist an den Folgen der erhaltenen Revolverschüsse im Krankenhause Frankenthal gestorben. Die Erfahrung und der Geist der Frauen sind erforderlich, um zu verhindern, daß der vom Familiengeist getragene Staat feine Struftur nur von der Erfahrung der Männer empfange. * Der Sozialismus ift eine Gesellschaftsform, in der die Disziplin und die Autorität des Staates neben der individuellen Freiheit einen befriedigenden Ausbruck erhält. Aus Macdonald, Sozialismus und Regierung ( Eug. Diederich, Jena.) Ein Denkmal für die gefallenen Tiere des Weltfrieges. In Eng land ist jetzt mit der Errichtung eines Dentmals begonnen worden, das allen Tieren gewidmet fein soll, die von englischer Seite im Weltkriege geopfert wurden. Dieses Grab der Liere", das im Londoner Hyde- Part angelegt wird, geht auf Sammlungen der eng lischen Tierschußnesellschaft zurück, die bereits mehr als 2000 Pfund Sterling für das Monument aufgebracht hat. Die Zahl der Opfer, deren Andenken verewigt wird, ist sehr groß. Es starben allein mehr als 364 000 Pferde im englischen Heer; auch Hunde wurden für die verschiedensten Zwede zu Taufenden geopfert. Ramele, Renn. Here, Elefanten und Zugochsen fielen bei den Transporten, Kazen wurden bei wissenschaftlichen Versuchen geopfert; viele Brieftauben erlitten beim Bringen von Botschaften den Tod. Mäufe, Kanariens vögel und andere kleinvögel wurden geopfert, um die Wirkung der Giftgafe zu erproben. Sogar Goldfische, die zur Prüfung von mit Gas vergiftetem Wasser verwendet wurden, mußten ihr Leben laffen. Alle diese Tiere merben durch das Denkmal geehrt. Ein neuer Urmenfchenfund in Spanien. Borgeschichtliche Unterfuchungen und Grabungen in einem Gebiet bei Cordova, das in prähistorischen Zeiten von einer See ausgefüllt gewefen zu sein fcheint, haben zu neuen wichtigen En'deckungen geführt, die in einer Sigung der Akademie der Wissenschaften von Cordova bekannt. gegeben wurden. Die Afademie erklärt, daß ein Schädel und einige tieferfnochen, die in dieser Gegend in einem vorzüglichen Zustand der Erhaltung gefunden wurden, einem Urmenschen angehörten, der ber Rasse des Neandertalers zuzuzählen ist. Die neuen Funde gehören zu den ältesten lleberresten, die bisher von den vorgeschichtlichen Menschen in Europa refunden worden sind. Mit ihnen zufammen wurden verschiedene Steingeräte geborgen, die aus der älteren Steinzeit stammen. Man schäßt das Alter des Neandertal menischen auf 50 000 Jahre. IN 3n der Staatsoper wird Helene Bilbbrunn Sonntag als Molde Friedrich Schort wurde auf ein weiteres Jabr gebunden. auftreten. Anna Scheffler Shorr wird pom Herbst an der Staatsoper atte gehören. Carl Sternheim bat forben eine größere Novelle beendet, bie ben Titel Gauguin und von Gogh führt und die Beziehungen der beiden zueinander behandelt. Die Novelle erscheint im Berlag, Die Schmiede", Berlin. Lenin- Ehrungen. Acht Grammophonplatten mit Reden Lenins find, bem Dft- Erbreß zufolge, auf Anordnung des Bildungskommissariats fertig geftellt worden und tommen in den Berkauf. Das Postkommissariat bat eine Serie Trauermarten mit Lenins Porträt beritellen laffen. Tas Bildungstommiffariat ordnet ferner die Ilmbenennung der berühmten Rom janzow- Bibliothet in Allrusfisge Deffentliche janow- Lenin- Bibliothet" all. Die Prüfung der Kapitalflucht. Empfang des Ausschusses beim Reichskanzler. Die Mitglieder des Romitees der Reparationstommiffion für Kapitalflucht wurden Donnerstag vom Reichstanaler im Bei fein der an den Untersuchungen bes Romiters beteiligten Reichs minister empfangen. Der Reichstanzler hielt dabei folgende AnSprache: Meine Herren! Namens der Reichsregierung beehre ich mich, Sie zu begrüßen. Die Meparationstemmiffion hat durch ihren Beschluß vom 30. November Ihnen die schwierige Aufgabe zugewiefen, zu ermitteln, wie die deutschen Rapitalien im Auslande ihrer Höhe nach ermitteln, wie die deutfchen Rapitalien im Auslande ihrer Höhe nach abgeschätzt und ihre Ridwanderung nach Deutschland veran laßt werden kann. Die deutsche Regierung hat ein besonderes Intereffe daran, daß in dieser Frage, die feit Jahren den Streit der ganzen Welt bildet, von so fachverständiger Seite Feststellungen ge troffen werden. Die deutsche Regierung ertennt deshalb dankbar an, daß Sie, meine Herren, persönlich hierher gefommen sind, um im Benehmen mit den deutschen amtlichen Stellen und den deutschen Wirtschaftstreifen die ihnen zugewiefene Aufgabe zu erörtern. Bon den deutschen Regierungsstellen wird alles geschehen, um Ihnen Ihre lufgabe zu erleichtern, und Ihre Fragen werden mit voller Offen heit und Beschleunigung beantwortet werden. Der Vorsitzende des Komitees, MacKenna, erwiderte hierauf wie folgt: Herr Reichstanzler! Ramens des Ausschusses fowie im eigenen Namen danke ich Ihnen für bas Willkommen, das Sie uns entboten haben, und für die Zusicherung, daß uns von Ihrer Regierung bei Trotzdem oder eben deshalb war die finanzielle Breite unvermeidlich. Schon unterm 12. November richtet der gesamte Duisburger Attisonsausschuß an die Regierung" in Koblenz ein ultimatives Schreiben, in dem er unter Darlegung feiner finanziellen Lage mitteilt, daß die Regierung für die Berpflegung der Duisburger Truppen( 3 belgische Frant pro Kopf und Tag für 685 Mann) mit 65 775 Frant rückständig sei. Unter Hinweis auf die Folgen der weiteren Zahlungsunterlassung wird angedroht, daß bei nichteingang des Betrages bis zum 14. b. M. die Attion end gültig eingestellt würde. Die Not der Leute fei fo melt gestiegen, daß sie vor einigen Tagen bereits gemeutert, das eben des Attionsausschusses bedroht hätten, und daß bei nichteintreffen des Geldes das Allerletzte zu befürchten sei. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, wird angedeutet, daß ble Belabungsbehörde bei einem Zusammenbruch der Attion ihre Wiederaufnahme bestimmt nicht mehr dulden werde, und die Folgen Davon werden ,, vor der ganzen Partei und der ganzen Welt" auf das fündige Haupt der Koblenzer Regierung gewälzt. Boraus also flar hervorgeht, daß der 3usammenbruch der Separatisten bewegung schon Anfang November vor der Tür stand. Heuchelei und Hilflosigkeit, Treulosigkeit und Berrat haben sich hier gepaart. Mit diesen Gesellen macht die französisch belgische Besagung gemeinsame Sache. Ein Beweis mehr für die politische Reinheit der Meßerei in der Pfalz. bie Sparbeauftragten bei den Landesfmanzämtern unter der Leitung bes Sparfommissars mit der Unterbringung leistungsfähiger Barte. gelbempfänger ujm. und mit dem Geräte und Raumausgleich be. auftragt werden sollen. stimmig eine Entschließung ar, worin betont wurde, taß der BerIm weiteren Verlauf der Sigung nahm der Sparausschuß einfonalabbau im Reiche auf die Dauer undurchführbar sei, wenn er in Verbindung mit den übrigen Sparmaßnahmen nicht auch in Breußen und den übrigen Ländern sowie in den Ge. meinden und den Gemeindeverbänder auf das schleunigste durch geführt wird. Dasfelbe gelte auch für die Beförderungs perre. Cin Eingreifen fei um so notweniger, als die Personalfeften der Länder und Gemeinden zurzeit noch fiberwiegend dem Reiche getragen werden. Die an die Länder ffeßenden Besoldungszuschüsse sprechenden Maße gekürzt und spätestens mit dem Zeitpunkt müßten mindestens in einem den erforderlichen Personalabbau ent eingestellt werden, in dem die Länder und Gemeinden auf eigene Cinnahmen angewiesen sind. Im Verlauf der Gigung wurde auch über den Neun Stundentag der Reichsbeamten gesprochen. Bon den Mitgliedern der Sozialdemokratie wurde zu dieser Frage eine Entschließung eingebracht, die eine Aufhebung der entsprechen Ländern doch der alte Zustand fortbesteht. Dieser Antrag wurde den Bestimmungen des Reichsfabinetts fordert, nachdem in den vorläufig zurückgestellt. Er soll am 12. Februar beraten werden. Der franzöfifche Parteitag. dureil werben toit, air boffen zuperſichtlich, bass es uns mit Shres Der ,, Vorwärts" gewannßten ble Goglariſten belber Länder ſtets in der forbe Hilfe gelingen wird, unfere Untersuchung mit tunlichster Beschleuni gung erfolgreich durchzuführen. Borgestern, Mittwoch, vormittag hatten die Sachverständigen Be. fprechungen mit maßgebenden deutschen Persönlichkeiten. Darunter mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht Un der Besprechung nahm auch der Staatssekretär Fischer teil. Der Mac- Kenna- Ausschuß vernahm cm Donnerstag Dr. Berg: mann und Dr. Bassermann von der Deutschen Bant und die Buchhaltungsexperten William Blender( England), Doyen ( Frankreich), du hauchan( Italien), Co Ayers( Amerifa. Die Dent schrift der deutschen Regierung ist bereits in deutscher Sprache über. reicht. Es werden demnächst Uebersehungen in englischer und fran zösischer Sprache folgen. Nepperei und Luxus fallen den Sachverständigen auf. Einem Berichterstatter der Telegraphen- Union" fagte ein her vorragendes Mitglied der Kommiffion, bas jedoch nicht genannt wer. ben will, auf verschiebene Fragen: Die Kommission ist überzeugt, daß sowohl die deutsche Regierung wie bie deutschen Wirtschaftler mit ihr ehrlich zufammenarbeiten wollen. Die Kommiffion besteht nicht aus Bolitikern, sondern aus den wirtschaftlich und finanztechnisch hervorragendsten Köpfen, die man nicht an der Rase herumführen fönne. Das Kommissionsmitglied findet Deutschland außerordent lich teuer und meint, daß Deutschland zurzeit wohl das teuerste Land der Welt set. Er habe gestern z. B. für ein Diner 20 ameri. tanische Dollar zahlen müssen. Er sei ferner erflaunt über den sichtbaren Luges gewiffer Streife, der den Anschein erweden müsse, als ob die deutsche Rotstart übertrieben fel. So feien z. B. im Hotel Esplanade Leute all das Geld nehmen. Er betonte jedoch, daß er die Armen viertel natürlich noch nicht gesehen habe. Auf die Frage, ob eine besondere Kommission gemäß den deutschen Wünschen das Ruhr gebiet bereisen werde, sagte er, er glaube das nicht. Die Kom miffion habe bereits alle statistischen Angaben über das Ruhrgebiet bekommen und werde natürlich die Schmälerung der öfonomi. schen Basis, die durch die Befehung verursacht wurde, in Rech nung stellen. Weiter erklärte das maßgebende Rommissionsmit glied, man habe einen ganz vorzüglichen Eindruck von dem Reichs. finanziellen Fähigkeiten. Man habe das feste Butrauen zu ihm, finanziellen Fähigkeiten. Man habe bas feste Butrauen zu him, daß er die Golbnotenbant zustande bringen wird. Eine Begnadigung. 1990 Abonnenten vom 27. bis 31. Januar. Der Zuwachs des verflossenen Monats beträgt danach rund 7000. Der Umschwung in Sachsen. Dresden, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Auch in Dres. den hat nunmehr, wie überall in Sachfen, ein Stimmungs. umschlag in der VSBD. eingefeßt. Eine am Mittwoch ab gebaltene Funktionärfonferenz zeigte, daß die oppofitionelle Strö mung innerhalb der Partei mehr und mehr an Boden verliert. Durchweg lam der Willen zum Ausbrud. eine balbige Verstän bigung und damit die alte Gefchloffenheit der Partei wieder herbeizuführen. Bei der Abstimmung fegte die radikalere Richtung awar wieder ihren Willen durch, doch war bie Mehrheit nur außerordentlich schwer festzustellen. Die Lösung des Konflikts wird nun dem Meichsparteitag überlassen bleiben, da die Funktionäre die Einberufung eines neuen Banbespartei tages ausdrücklich ablehnten. Sinowjew über die KPD. Das„ sächsische" Manöver als Poffe. ( DE.) Die eingetroffenen ausführlichen Berichte über das Re. ferat, welches Sinowjem in der Mostauer Bartcitonferenz über die internationale Lage gehalten hat, zeigen, daß der größte Teil des felben den Ereignissen innerhalb der Kommunistischen Partei Deutschlands im Jahre 1923 gewidmet war. Im Herbst hätte die russische Rommunistische Bariei und ebenso die Kommunistische Internationale ficher mit dem Ausbruch einer proletarischen Revolution in Deutschland als einem ganz nahe bevorstehenden Ereignis ge rechnet. Die Enttäuschung über das Ausbleiben des erhofften Ereignisses fei bei der russischen Partei begreiflich, doch dürfte gegen die Parteileitung und das Exekutivlomitee der Kommunistischen Internationale der Vorwurf falscher Tattit oder schlaffer Haltung nicht erhoben werden, wie das von der Oppofition getan worden sei In so entscheidenden Wochen, wie die vor dem von der RD. ge planten antifasistentage es waren, hätten sich verhäng. nisvolle Meinungsverschiedenheiten ergeben, infofern er, Sino wjew, und Bucharin dieses Unternehmen befürwortet und begrüßt, R adet und Troßti sich dagegen eingelegt hätten, der lettere allerdings nur durch eine vielfagende Stimm enthaltung. Radek habe gegen die Kommunistische Internationale Die Entführer Bergdolls freigelaffen. BTB. meldet: Bon amerikanischer Seite ist wiederhoft an die Reichsregierung herangetreten worden, um die Frellaffung des wegen des lleberfalles auf den amerikanischen Deserteur Bergdoll auf badischem Staatsgebiet verurteilten amerikanischen Leutnants Grifden Borwurf erhoben, fie freibe die SpD. in ein zweifelhaftes Abenfis und feiner Mittäter zu erwirken. In den letzten Lagen hatte auch der Präsident des Central Committee for Relief of Distress in Germany and Austria, der in Deutschland wohlbekannte Charles Nagel, an den Reichspräsidenten telegraphisch die Bitte gerichtet, Griffis balb bie Freiheit wiederzuschenken; menn er fich auch durch feine Tat strafbar gemacht habe, so habe er doch nicht aus un Iauteren Motiven gehandelt. Das Central Relief Committee brückte einen Wunsch aus, dessen Erfüllung die weiten Kreise des amerikanischen Bolles, für die es glaube sprechen zu dürfen, mit besonderem Dant anerkennen würden. Die Reichsregierung ist daraufhin wegen Begnadigung des Griffis und feiner Mittäter an die badische Regierung herangetreten, die unter Bürdigung der besonderen Umstände die Freilassung gestern verfügt hat. Der Deutschamerikaner Bergboll hatte sich durch die Flucht ins unbeschte Deutschland der Bestrafuna wegen Desertion entzogen. Griffis, fein ruffischer Helfer Gagarin und fein welch fchweizer Gehilfe Sperber wollten Bergboll gewaltfam ins befekte Gebiet verfchleppen. Sie haben diese Tat nicht allzu lange büßen müffen. Die„ Befreier" des Rheinlandes. Aus den Akten der rheinischen Separatistenbewegung. teuer. Radet habe die KPD. geradezu an den Rodschößen 8urüdgezerrt", anstatt sie zum Rampf aufzurufen. Ebenso miß lungen nannte Sinomjew das Manöver der fächsischen kommunisten", deren Eintreten in die Regierung Sachsens er zunächst als Eroberung eines Aufmarschgeländes begrüßt habe. Aber als diefes Manöver nur zu einer ganz gewöhnlichen Koalition mit ber SPD. führte und in berechtdeutschen Ehrfurcht vor Staatskanzleien" verjandele, ba fet das Erefutinfomitee ber Kommunistischen Internationale vor einer scharfen Rritif nicht zurüd. geschreckt und habe der KPD. in einem Schreiben zum Ausdrud gebracht, daß man mit einer Bosse feine Revolution vorbereite. Das fächsische Experiment haben den russischen Genossen manche schon geargwohnte Schwäche der deutschen Kommunistenpartei deutlich ge zeigt. Sinowiem gab im übrigen der Ueberzeugung Ausdrud, daß eine proletarische Revolution in Deutschland un ausbleiblich set. Pause im Landtag. Der Welteftentat des Bandtages beriet am Donnerstag über die Geschäftslage. Das Haus will beute Freitag ober am Sonnabend fich bis zum 19. Februar bertagen. Db die Ber tagung bereits heute erfolgt, bängt von der Erledigung der Vorlage über die Grundsteuer ab. Außerdem sollen noch fleine Vorlagen beraten werben, so die Berordnung über die Zu ständigkeit der Dorfgerichte, der Antrag über Erhöhung der Renten bezüge für Kriegsbeschädigte, über die Auflösung der Ansiedlungs tommission für Westpreußen und Bofen, über die Annahme von Notgeld durch die Reichsbant. Rach Wiederzusammentritt des Plenums werben voraussichtlich in den ersten Eizungen die AnBeratung lommen. Marseille, 31. Januar.( WIB.) Bandervelbe begrüßte ben Parteitag im Namen der belgischen Sozialisten und sagte: Die franzöfifchen. Forde. rung gerechter Reparationen einig fein. Um die Sache des europäischen Friedens stehe es trop dem Optimismus der Regierungen immer noch ernst. Die Internationalen Sozialisten müßfen ihre Anstrengungen verdoppeln, um dem Friedenswillen der Böller zum Durchbruch zu verhelfen. Der Rebner befeuchtete weiter die politische Bage Rußlands, Deutschlands, Frankreichs und Eng. lands. Macdonald werde den Sozialismus nicht verwirklichen, werde aber den englischen Arbeitern die großen sozialen Fragen näher bringen. Bei den nächsten Wahlen merbe dann jeder in der Bage fein, sich für oder gegen die sozialistische Lehre zu entscheiden. Bandervelde begrüßt das Erwachen des Sozialismus in den Län bern, in denen der Krieg ihn vorübergehend gefchwächt habe. Er habe die Ueberzeugung, daß die Wissenschaft und der Friede über die Unwiffenheit und den würden, wie Baft e ur gesagt habe. Krieg flegen Für die englische Arbeiterpartel appellierte Billiams an die Einigkeit aller Arbeiterverbände im Kampfe gegen die Reaktion. Paris, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der am Mittwoch auf dem Sozialistischen Parteitag in Marseille erstattete Rechen fchaftsbericht des Aftionsfomitees hebt bie erfreulichen Fort fchritte im abgelaufenen Jahre hervor. Seit der auf dem Kongreß von Tours erfolgten Trennung hat die Partei einen Zuwachs von 57 000 Mitgliedern zu verzeichnen, während bei den Kommu niften die eingeschriebenen Anhänger von 130.000 auf etwa 30 000 zurüdgegangen find. Bei den letzten Rantonalwahlen hat die So zialistische Partei zwei Drittel aller Arbeiterstimmen auf sich vers einigt, während die Kommunisten nur ein Drittel erhalten haben. Zu einer lebhaften Diskussion führte die Frage des Zusammen. schlusses mit der Sozialistisch- kommunistischen Bereinigung, jener Minderheit, die sich von der Kommunistischen Bartei getrennt hat, und mit der selbständigen Gruppe der Französischen Sozialisten. Grumbach schlug vor, diese Frage zurückzustellen bis nach den Neuwahlen, da die Bartei sonst den Eindruck erwede, als ob sie lediglich auf Stimmenfang ausginge. Er sprach sich außerdem gegen die von den Französischen Sozialisten verlangte Einfegung eines Romitees zur Borbereitung des Zusammenschlusses aus. Longuet pertrat die Ansicht, daß man zwischen der Sozialistisch- tommunistischen Bereinigung und der Gruppe der Französischen Sozialisten unter scheiden müsse; die fegteren befolgten andere internationale Ziele als die Vereinigten Sozialisten. Dagegen sei mit der Sozialistisch fommunistischen Bereinigung eine rasche Berständigung möglich, ur.b es hondelt sich nur noch darum, die richtige Taftit des Borgehens zu finden. Renaudel ist ebenfalls prinzipiell für die Vereinigung, tritt aber dem Antrag Grumbachs bei, die Frage bis nach ben Neumahlen zurückzustellen. Ein dahingehender Antrag Renaudels murde nahezu einstimmig angenommen. Macdonalds Außenpolitik. Condon, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Ramfan Macdonalb ist heute abend von seiner Shottlandreise zurückgekehrt und hat sofort feine Arbeit im Außenamt wieder aufgenommen. Die Antwort Boincarés auf seinen Brief wird er morgen, Freitag, durch den französischen Botschafter erhalten. Inzwischen tommentiert die Bresse immer noch den durch den Briefwechsel geschaffenen poli. tischen Zustand und betont, daß durch den freundlichen Ton, der in dem Briefe Macdonalds an Boincaré obwalte, die politische und diplomatifche Atmosphäre zwischen London und Paris fich offensicht fich gebessert habe. Die Regierung Macdonald unterzieht sich allen erdenklichen Anstrengungen, um die de jure- 2nertennung Somjetrußlands noch vor dem Wiederzusammentritt des englischen Parla ments am 12. Februar zur vollzogenen Tatsache zu machen. Macbonald hofft, diese Maßrahme bis dahin oder aber wenige Lage nach Zusammentritt des Parlaments durchgeführt zu haben. Dabei foll diefe Anerkennung Sowjetrußlands nicht, wie es die oppofitio nelle Preffe darzustellen beliebt, ein shake hands"( händeschüttein) mit der Sowjetmacht bedeuten, sondern rein realpolitisch die Möglichfeit und die Handhabe dazu bieten, mit der Sowjetregierung über ver schiedene bedeutsame Fragen, wie die der Kriegsschulden und ber fünftigen Handelstretite, in Berhandlungen einzutreten. In seinen Absichten wird Macdonald von Tag zu Tag mehr unterstützt auch von einflußreichen englischen Finanz- und Handels treisen, die stets einer künftigen Zusammenarbeit zwischen der englischen und ruffifchen Wirtschaft große Vorteile für Englands erholungsbedürftigen Außenhandel erbliden. Snowdens Budgetreform. Condon, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Das öffentliche Interesse in England fonzentriert sich nunmehr vornehmlich auf die Budgetreform, die Philip Snowden, der neue fozialistische Schankanzler, vorbereitet und in der er an verschiedenen Ausgaben des Staatshaushalts wesentliche Abstriche zu machen gedenkt. Wie verlautet, spielt in dem neuen Reformplan Snowdens eine variable Besteuerung eine große Rolle, die einen Unter. schied zwischen fleinen und höheren Einkommen macht. Snowden Es ist eine belannte Tatsache, daß das rheinische Separatisten gefindet sich u. a. auch das Recht des Requirierens anmaßt. Was diese Leute unter„ Requirieren verstehen, ergibt sich aus hinterlassenen Akten, die man im Duisburger Rat haus nach seiner Befreiung von der Separatistenherrschaft vorfand. Aus einem Schreiben vom 22. November 1923 geht hervor, daß die Separatisten bei Ihren verhafteten Gegnern nicht nur Taschen revisionen" varnahmen und ihnen einmal 43 Billionen, ein andermal über 105 Billionen abfnöpften, sondern es ergibt sich daraus eine träge und Anfragen über die neue Justiareform aur will einen großen Teil der bestehenden Steuerlasten durch ein ge noch weit interessantere Tatsache: die nämlich, daß diese Räuber. bande mit den Franzosen unter einer Dede arbeitete und ihnen gehorsamst das geraubte Geld zu Füßen legte. Freilich nicht ohne die ergebenste Bitte, ihr in Anbetracht ihrer Berwunde ten und sonstigen großen Schäden" den Betrag doch wieder zur Verfügung stellen zu wollen. Einer dieser Bettelbriefe ift gerichtet an das Hauptquartier Duisburg, Monsieur Pan taloni, der andere an den Herrn Ortsdelegierten in Duisburg. Andere Schreiben enthalten Denunziationen gegen Leute, die Separatistenplafate abrissen und deutsche Plakate aufflebten, gegen deutsche Polizeibeamte mit der Bitte, die blaue Polizei außer Aktion zu setzen. Mit Bergnügen ersieht man aus einem weiteren Schreiben an den Ortsdelegierten der franzöfifchen Armee von Ende November, daß ein Waggon Lebensmittel, den die Separatisten befchlagnahmt" hatten, ihnen von den Franzosen wieder abgenommen murde, was wiederum zu einem Kniefall Beranlaffung gab. Aus dem Sparausschuß. Auch Länder und Gemeinden sollen abbauen. 3m Sparausichuß des Reichstages wurde festgestellt, daß im Reichsministerium für ble befesten Gebiete die Beamten und Angestellten bis Erde Januar dieses Jahres um 18,7 Broz. vermindert waren. Es folgte eine ausführliche Aus. Sprache über allgemeine Finansfragen, an der sich auch der Reichs. finanzminister Dr. Luther durch Erteilung von Auskünften und ziffernmäßigen Darlegungen insbesondere über das finanzielle Ver hältnis zwischen Reich und Ländern bebeiligte. Im Anschluß hieran wurde die Reichsregierung ersucht, aus Ersparrisgründen dafür zu sorgen, daß entbehrlich gewordene Beamte usw. bei der etwaigen Belegung freier Beamtenstellen und beim Ersatz für ausgeschiedene Angestellte in erster Linie unter gebracht werden. Ferner war es der Wunsch des Ausschusses, daß rechtes Ausgleichsin stem auf die verschiedenen Bevölke rungstlaffen verteiler und insbesondere die Minderbemittel. ten entlasten. Außerdem plant er verschiedene für den täglichen Unterhalt der englischen Bevölkerung überaus wesentliche 3off. herabsehungen. England und Indien. Dethi, 31. Januar.( WTB.) Bei der Eröffnung der gefeß. gebenden Berfammlung fagte Vizekönig Lord Reading u. a., die Regierung fei feft enischloffen, den Gewalttätigkeiten und Berschwö rungen in Bengalen ein Ende zu machen. Konftitutionelle Berände rungen seien ohne Zustimmung des britischen Parlaments und Boltes unmöglich. Ministerpräsident Jaglul Baicha. Bie uns ein eigener Bericht aus London meldet. ist der Führer der ägyptischen Nationalisten, der bei den jüngsten Wahlen siegreichen Bartei, Baglul Pascha vom Rönig Fuad mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt worden. Gewerkschaftsbewegung Folgen des Beamtenabbaues. Drud auf den Arbeitsmarkt und die Gehälter. Aus Angestelltenfreisen wird uns geschrieben: „ Sind die Löhne in Deutschland schon an sich im höchsten Maße unzureichend, so ist jetzt ein neues Moment hinzugekommen, um auf die Entlohnung zu drüden, nämlich die Tatsache des massenhaften Abbaues von Beamten. Bei großen Handels- und Industrieunter nehmungen gehen jetzt jeden Tag ganze Bündel von Briefen ein, in denen sich abgebaute Beamte oder solche, tie demnächst abgebaut werden, zu irgendwelchen Stellungen anbieten. Bon Gruppe XI( Oberregierungsräte) bis herab zur Gruppe I sind unter diesen Beamten alle Rategorien ver. treten. Bereinzelt werden zwar Ansprüche gestellt, die zeigen, im gumften der Unternehmer annehmen, daß bies in den feltereren Fallen auf Bösartigteit zurückzuführen ist, so ist doch selbst die bloße Nachlässigkeit schwer zu verurteilen. Wer sich einmal flar gemacht hat, welche Hoffnungen auf ein solches Gesuch gesetzt wurden, unter welch schweren Opfern mitunter Schreibpapier, Zeugnisabschriften, Briefmarken usw. beschafft wurden, der wird nachempfinden, welch wirtschaftliche und menschliche Roheit in einem solchen Berhalten liegt. An das Unternehmertum, soweit es sich im Zeitalter eines Stinnes noch einen Rest sozialer Gesinnung bewahrt hat, richten wir daher die Aufforderung, wenigftens die elementarsten Grund fäße voltswirtschaftlichen Anstandes zu wahren. Die Arbeiter und Angestellten aber würden sich um sich selbst ein Verdienst erwerben, wenn sie derartige Fölle von Unternehmerbrutalität fammelten und der Deffentlichkeit die Namen der Arbeitgeber zur Kenntnis brächten, die schamlos genug sind, sich noch an den Groschen der Aermsten zu bereichern. Die Firma Deuffche orthopädische Werte G. m. 6. H., Megan brinenftr. 12/13, hat mit dem Zentralverband der Schuhmacher einen Sondervertrag abgeschloffen, der zurzeit einen Stundenlohn von 60 Goldpfennig vorfieht. Dieser Vertrag enthält eine Ründi gungsfrist von einem Monat zum jeweiligen Monatsende und ist jetzt von der Firma gebrochen worden. Ohne mit der Bertragspartei Rücksprache zu nehmen, hat die Firma den Schuhmacherge hilfen den Stundenlohn auf 40 Pf. heruntergefegt. Da die Arbeiter gegen diese Lohnherablegung Einspruch erhoben, sind sie am 31. Januar ausgesperrt worden., Zentralverband der Schuhmacher, Ortsverwaltung Berlin. Angestellte der Buchbinderei- und Buchdrudereibetriebe! Der Berband der Berliner Buchbindereibefizer hatte uns zu Tarifverhandlungen zwecks Festlegung der Januargehälter zum 31. Januar geladen. Bei der Eröffnung der Sitzung wurde uns mitgeteilt, daß der Verein es ablehnt, mit uns in Verhandlung bezüglich der Regelung der Januargehälter einzutreben. Die Arbeitgeber forder. ten für den Monat Januar einen Gehaltsabbau von den für November vereinbarten Gehaltssägen, ohne Rücksicht darauf, daß zember die Novembergehälter für den Monat Dezember erhöht wurden. baß viele Beamte tun Reichs-, Landes- und Kommunaldienst von der Bezittsausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh Schiebsspruch des Schlichtungsausschusses dom 5. Des Entlohnung in den Privatbetrieben teine Ahnung haben und die in den Berfonalbureaus nur höhnische Glossen auslösen; in der Regel aber bieten sich die abgebauten Beamten zu einer sehr niedrigen Entlohnung an. Biele weisen sogar darauf hin, daß sie ein Wartegeld beziehen und daß sie deshalb viel billiger arbeiten tönnben als andere Angestellte. Das massenhafte Angebot der abgebauten Beamten auf dem Arbeitsmarkt wird namentlich die Angestelltenorganisationen nächsten Monaten vor eine sehr schwierige Aufgabe stellen. Dringen abgebaute Beamte mit ihren geringen Ansprüchen in größerem Umfange in die Industrieunternehmungen ein, so muß das von neuem verheerend auf die Gehälter einwirken." in den Proteft des Deutschen Eisenbahnerverbandes. Der Deutsche Eisenbahnerverband wollte seine Mitglieder durch Urabstimmung darüber entscheiden lassen, ob sie sich der An. ordnung einer verlängerten Arbeitszeit widerspruchslos fügen oder aber dagegen ankämpfen wollen. Die Durchführung biefer am 26. und 27. Januar vorzunehmenden Urabstimmung ist durch das Eingreifen der ausnahmegefehlich regierenden Generäle In in Sachsen und in Bayern gestört worden. Sachsen find mehrere Funktionäre des Verbandes, die als Leiter der Abstimmung tätig waren, verhaftet worden.( Die vier in Dresden verhafteten Kollegen find inzwischen wieder freigelassen worden.) In Augsburg und wahrscheinlich auch in den anderen bayerischen Städten wurde die Abstimmung einfach verboten. 37 Der Deutsche Eisenbahner", das Organ des Verbandes, veröffentlicht gegen dieses Borgehen in seiner jüngsten Ausgabe einen Brotest gegen die in diesen Beeinträchtigungen hervortretenden Anschläge auf das Roalitionsrecht der Eisenbahner. Der Protest wendet sich gegen den immer unerträglicher merdenden Ausnahmezustand. dessen Aufhebung gefordert wird. Der gegenwärtige Personalstand der Reichsbahn beträgt 884 000. Abgebaut find bis jetzt 127 000 Bedienstete. Nach einem Erlaß vom 21. Januar follen noch weitere 5 Prozent abgebaut werden, etwa 44 000 Mann. Im besetzten Gebiet maren 172 000 Bedienstete, wovon die Regie 58 000 wieder eingestellt hat. In dem Arbeitslosenheer sind die Eisenbahner mit hin mit rund einer Viertelmillion Abgebauter vertreten. Der Rampf der Eisenbahner um die Beibehaltung des grundsäzlichen Acht st undentages bedeutet zugleich einen Solidaritätsbemeis für diese Abgebauten", deren Wiedereinstellung um so mehr in Frage gestellt wird, je mehr die Arbeitszeit verlängert wird. Ichrieben: Rücksichtslosigkeit gegen Stellungsuchende. Bon dem Betriebsrat einer staatlichen Behörde wird uns geDie gegenwärtige traurige Bage des Birifchaftsmarttes hat zur Folge, daß die industrielle Reservearmee von Tag zu Tag wächst. Auf jedes Stellenangebot, das in der Presse ausgeschrieben ift, erfolgen hunderte von Bewerbungsschreiben, von denen naturgemäß nur das eine oder andere Berücksichtigung findet. Bielfach werden von den Bewerbern Zeugnisabschriften beige fügt, um deren Rüdgabe gebeten wird. In zahlreichen Fällen ist nun in der letzten Zeit beobachtet worden, daß die Herren Arbeitgeber es trog beigefügtem Rückporto nicht für nötig gehalten haben, den Bewerbern ihre Zeugnisse wieder zuzustellen. Mag man auch zu Große Wohlfahrtskonferenz ( Beschluß des erweiterten Bezirksvorstandes) am Montag, den 4. Februar, abends 7 Uhr, im Bürgerjaale des Berliner Rathauses, Eingang Königstraße. Tagesordnung:„ 3wed und Ziel der Arbeilerwohlfahrt". Referentin: Geno fin Minna Todenhagen. Eingeladen find: Die Kreisvorfihenden, alle Dezernenten der Wohlfahrts- und Jugendwohlfahrtsämter, die Vorfihenden und Mitglieder der Wohlfahrtsfommiffionen fowie die Leifer und Leiterinnen der Kreisausschüsse für Arbeiterwohlfahrt und die fomm. Kommiffionen. Der Streik in der Damenhut- Industrie. Da unseren Wünschen in bezug auf Erhöhung der Novembergehälter für den Monat Januar nicht Rechnung getragen wurde. find die Berhandlungen gefcheitert. 3ur endgültigen Rege lung der Januargehälter ist der Schlichtungsausschuß angerufen worden. Wir empfehlen den Angestellten, durch die Betriebsvertretungen, wo foldje nicht bestehen, persönlich, den Ar... beitgebern zu erklären, daß diese Gehaltszahlung nur unter Vorbehalt angenommen wird. Weitere Mitteilungen gehen den Betriebsfunktionären zu, sobald sich in dieser Frage etwas Neues ergibt. Bezüglich der Arbeitszeitverlängerung bemerten mir, daß auf Grund des Tarifvertrages nur wöchentlich 48 Stunden zu leisten sind. Eine geforderte längere Arbeitszeit ist abzulehnen under Hinweis darauf, daß der Tarifvertrag, in dem die Arbeitszeit geregelt ist, bis zum 31. März läuft. Metallarbeiter! Bezüglich des Tarifvertrages A 3iff. 2 mit der am 5. Januar 1924 getroffenen Zusazbestimmung hat in der Kone ferenz am 31. Januar das RAM. dahingehend entschieden, daß auch der Tarifvertrag, abgeschlossen zwischen VBMI. und DMV., Rahmenvertrag A 3iff. 2, auf Grund des§ 12 der Verordnung Dom 21. Dezember 1923 mit 30tägiger Frist fündbar ist. Damit tritt also ab 4. Februar 1924 die neue Faffung der Tarifbe ftimmung( siehe Nachtrag 2 AS.) in Kraft. Die Drahtwalzer in Westfalen( Hamm) befinden sich zurzeit im Streit. Arbeitsangebote nach dorthin sind unter allen UmDie Ortsverwaltung des DMB. Aus der Bersammlung der Streifenden am Donnerstagnachmittag berichtet die Streifleitung: Die fortgesetten Bersuche der Fabritanten, Streitbrecher in ihre Betriebe hinein zubekommen. haben so wenig Erfolg gehabt, daß die für die Streifenden günftige Lage dadurch nicht im geringsten beeinflußt werden fann. Daß der Kampf in zwei Wochen nicht beendet sein würde, war von vornherein vorauszusehen, denn die Fabrikanten fezzen alles daran, um der Arbeitnehmern ihren Willen aufzuzwingen. Sie haben sich, wie ihre Maßnahmen zeigen, auf einen Kampf von drei Wochen eingerichtet. Die Streifenden werden, wenn es fein muß, auch noch länger aushalten. Die finanzielle Unterständen abzulehnen. stügung ter Streifenden ist völlig gesichert. So wie die Lege in Berlin ist, so ist sie im allgemeinen auch bei den Streifenden in Dresden und Breslau. Die Berfamme lung nahm einstimmig eine Resolution an, welche besagt, die Stret fenden sind nach wie vor bereit, auf Grund ihrer Forde rungen in Berhandlungen einzutreten. Sollten die Arbeitgeber ablehnen, zu verhandeln, so werden die Streifenden ihren Kampf bis zum Siege durchführen. * Der Streit der Herrenhutarbeiter in Homburg und Friedrichsdorf ist beigelegt. Damit fällt der Grund für die von den Unternehmern angedrohte Aussperrung in der Herrenhutfabrikation fort. Die Kommunisten spalten die Gewerkschaften! Der Streif im theinischen Kohlenbergbau hat sich noch verschärft. Auf der letzten noch arbeitenden Grube Donatus( Rheinische Attiengesellschaft) haben heute ortsfremde Ausständige in großer Zahl die arbeitende Belegschaft von der Arbeitsstätte vertrieben und den Betrieb stillgelegt. Die englijden Dodarbeiter haben bekanntlich mit der Niederlegung der Arbeit für den 16. Februar gedroht, falls bis dahin nicht eine Neuregelung der Lohnfrage erfolge. Der Arbeitgeberverband hat nunmehr beschlossen, nere Berhandlungen mit den Dodarbei tern in diefer Frage zu eröffnen. Die Zahl der streifenden Spinnereiarbeiter in Bombay ist auf 140 000, die der stillgelegten Spinnereien auf 75 gestiegen. Achtung, ESPD.- Holzarbeiter, Bezir! Rorben! Am Sonntag, den 3. Februar, vormittags 10 Uhr, bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, wichtige Zusammenfunft aller im Bezirk Norden wohnenden BEPD.. Holzarbeiter. Parteiausweis legitimiert. Der Berbeausschuß. Deutscher Wertmeister- Verband. Generalversammlung aller in der 16 Uhr im Matinehaus, Brandenburger Ufer. Erscheinen unbedingt notwendig.. Deutscher Solzarbeiter- Berbend. Funktionärversammlung aller Branchen und Bezirke heute abend 7% Uhr im großen Gaale von Kliems, Safen. Am 28. Januar fand in den Daimler- Werten eine Betriebsveriammlung statt. Zu dieser erschien auch der Vertreter der„ Union der Hand- und Kopfarbeiter", der in Berlin fattiam befannte eŋer. In feinen Darlegungen wies er darauf hin, daß von der kommunistischen Partei ein heftiger Rahmen und Golbleifenindufirie beschäftigten Bertmeister heute abenb Kampf geführt wird, wegen der Frage der Eroberung der Gewerffchaften. Er vertrete grandiäglich die Auffaffung, daß die jeßige Gewertschaftsbewegung, d. 5. die Amsterdamer Richtung, zertrümmert werden müßte. Er fönne mit einer gewissen Befriedigung feststellen, daß seiner Auffaffung nach die Kommunisten in Berlin, als auch in der Inter nationale in Moskau den Sieg errungen baben, so daß jezt die Barole heißt: Heraus aus den freien Gewerkschaften, um sie zu zertrümmern. Die Arbeiter können aus diesen Aeußerungen erkennen, welche schädigende Tendenz die Auffassung und Propaganda jener Leute hat. Weiße Woche A.Wertheim Halbfertige Damen- Wäsche Hemden, Beinkleider, Untertaillen aus guten Stoffen mit eingestickter Stickerel( ungenähi), Marke Emsa", ges. geschützt Damenhemden Beinkleider Untertaillen Serie I 335 390 335 390 285 215 340 Serie II Serie In 450 450 kräftige Wäschestoff Qualität 75 Pf. 95 Pf. Meter Köper- Barchent ca. 86 cm ca. 80 cm breit Meter cm 125 Rohnessel 85 PL. 100m 165 breit, Meter breit Halbleinen, kräftige Qualität, ca. 150 cm Laken breit • . Meter 2.95 Taschentücher Trikotagen Deutscher Baugewerksbund, Fadgruppe Tiefbau. Sonntag vormittags 9% Uhr im Saal I des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Berfammlung. Mitgliedsbuch des Baugewerksbundes legitimiert. Ohne dasselbe kein Butritt. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: J. B.: Ernst Reutez; heide 13. Um 6 Uhr ebendort Sigung der Erweiterten Ortsverwaltung. Gewerkschaftsbewegung: F. Cgforn: Feuilleton:.. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Berwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68., Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Extra- Preise Damen- Hemdhosen wels Trikot 195 Damen- Hemdhosen fein gerippt 295 weiß weld Damen- Hemdchen geppt95Pt. 195 Damen- Untertaillen welt Trikot 115 Blusenschoner weiß Wolle.... 695 Herren- Trikothemden weiß mit gestreiftem Einsatz. 365 Herren- Sweaters, weis Wolle, stark 5 Größen 13 M 15M 1650 Weißwaren aus getupttem Mull Morgen- Haube mil Valenc. Spitzen Bubi- Kragen " 140 und farbiger Bandgarnitur.... Stück aus Opalstoff Stück 115 mit Jabot u. Valencienne- Filet- Spitzen- 350 Garnitur Stück Plissee- Kragen 15 cm breit, mit 39 breit. Saum, Stick 285 20 cm breit, m. Bogen- Hohlsaum, Stück 390 aus Opalstoff Jacken- Kragen mit Valenc.od. Filet- Spilz.- Garnierung., Stick 165 195 Ball- Schals Kunstseide in vielen Farb. ( Webefehler)..Stick 145 mit bedruckter Kante 18 P Pf. 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Bor acht Tagen hatte eine große Mehrheit abgelehnt, die Borhatten die Deutschnationalen beantragt, unter der Vorausfegung, daß der Warenverkauf unter angemessener Heranziehung des Kleinhande's und ohne Schädigung der berechtigten Interessen derselben nur an die wirklich notleidenden Kreise erfolgt", die„ Notversorgung" G. m. b. 5. durch fostenfreie Stellung von Bureau- und Verkaufs räumen und durch Uebernahme einer Bürgschaft vor. 500 000 Goldmart zu unterstüßen. Granaß( Dnat.) gab sich Mühe, die Harmlosigkeit dieses doch so überaus menschenfreundlichen Angebots nachzuweisen. In der Beratung erflärte Schwend( Komm.), aß die Kommunisten die Vorlage und auch den jezigen Abändes rungsantrag ablehnten. Eine weitere Erörterung fand nicht statt. In namentlicher Abstimmung wurde der Artrag der Deutsch nationalen mit 147 gegen 36 Stimmen verworfen, ebenso auch die Magistratsrorlone. Freitag, 1. Februar 1924 Paeth( Drat.) hielt die ganze Erörterung für zwecklos. Das Richtige fei die Ablehnung des ganzen Antrags; auch an der Karenzzeit dürfe nichts gelodert werden. Genosse Flatau: Die Beschlußfaffung des Magistrats über unseren schon im September ge stellten und angenommenen Antrag betr. die Notstandsarbeiten wäre vielleicht anders ausgefallen, wenn sie nicht erst am 28. Dezember, sondern schon vor der Verordnung vom 17. November erfolgi wäre. Fast tönnte man vermuten, daß er den Erlaß dieser Verordnung vorausgeahnt hat. Die Anwertung und Handhabung dieser Berzahlloje Unzuträglichkeiten " im Gefolge gehabt. Ein erwerbsloser Klavierspieler oder Geiger, der zum Schneeschippen herangezonen wird, kann dadurch auf die Dauer in feinem Berufe schwer geschädigt werden: das gleiche gili von der Pflichtarbeit"& B. auf Bauten. Solche Pflichtarbeit wird dadurch direkt zur Zwangsarbeit, das Recht auf Arbeit wird auf diesem Wege dem Arbeiter estamotiert. Diese Wirkungen der unserem früheren Beschluß nur festhalten. Zu der Arbeitsleistung ominöfen Verordnung sind unerträglich; wir förnen daher an muß selbstverständlich dem Erwerbslofen auch das Arbeitsgerät bzw. die Arbeitskleidung zur Verfügung gestellt werden; sfondalös ist, wenn man ihm zumutet. fich Gerät und Keidung genen Abzüge von der Erwerbslosenunterstükung anzuschaffen. Der Fortfall der.. Karenzzeit ist deradezu eine Notwendigkeit geworden, annesichts der willfürlichen Masseraussperrungen, die die Metellindustriellen vor. genommen haben. Frau Deutsch( Dem.) wollte von dem Antrage der Kommunisten überhaupt nichts wiffen, und auch Frau Ehlers ( 3.) verhielt sich ihm gegenüber reserviert. Nachdem sich noch Herr Richard Runze wieder einmal hatte vernehmen laffen, lediglich um zu fonftatieren, daß wieder leeres Stroh nedroschen sei, da es doch am Nötiasten. am Gelde, fehle, hatte die Aussprache ihren Abschluß gefunden. Im Schlußwort overierte Schumacher wieder mit schärfften Provokationen; er erfieht Rettung aus dem heutigen heillosen Zustand nur darin, dok man die Gegner der kom munisten dem Galgen überantmortet und die pro letarische Arbeiter bittatur" aufrichtet. Auch das Wort Stinkbombe" fehlte in diesem Schlußwort nicht. In der Berliner Stadtverordnetenversamm.| Krantenhäuser in Anspruch genommen werden. Lezteres erklärte ( ung fonnte man gestern fast hoffen, daß die Beratungen über die Stadtmedizinalrat Rabnom für untunlich. Stadtrat Hinge verordnung hat Frage der Entlohnung der zu„ Notstandsarbeiten" wies noch darauf, daß von Mitte Februar ab eine Entlastung herangezogenen Erwerbslosen ohne den Krafeel der des Obdams um etwa 2000 Köpfe durch Abzug auf vorigen Sigung verlaufen und sogar mit Annahme aller wesentlichen das Land usw. zu erwarten stehe. Hierauf stand die zweite Beratung der Vorlage wegen Unter. Bestandteile des Rommunisten antrags enden würde. Aber stübung der die Kommunisten hätten, wenn es so gekommen wäre, das gewiß nicht als einen Erfolg betrachtet, denn sie brauchen den Krafeel. Der sozialdemokratische Redner, unser Genosse Flatau, unterstützte den Antrag, dessen erster Teil sich mit der Forderung eines schon früher angenommenen Antrages der sozialdemo tatischen Frettion deckt. Er verurteilte scharf die Entrech tung der Erwerbslosen, die für die ihnen auferlegte Zwangs. crbeit nicht den Tariflohn erhalten. Der Kommunist Schumacher mühte sich im Schlußwort, den Eindruck dieser Rede abzuschwächen. Es paßte ihm nicht, daß die sozialdemokratische Fraftion an der Forderung fest hiert, die der Magistrat unter Berufung auf das Gesetz ablehnt. Er brachte es fertig, den auf der Tribüne sitzenden Kommunisten zuzurufen, sie sollten sich nicht auf Beschlüsse verlassen. Man sieht, wie„ ernst" es ihm mit der Forde, rung war, den Antrag zum Beschluß zu erheben. In der Abstimmung über den ersten Teil waren alle Bürgerlichen einig in der Ablehnung, doch zeigten ihre Reihen manche Lüde, so daß Sozial Semokraten und Kommunisten zusammen die Mehrheit hatten und die Annahme durchsetzten. Daß mit derselben Mehrheit auch die übrigen Teile nach den Vorschlägen des Ausschusses angenommen wurden, verhinderten ein paar zu rechter Zeit sich einstellende Stintbombenwerfer. Sie dienten der Rechten als will fommenen Anlaß. den Saal zu räumen, so daß Beschluß unfähigkeit eintrat. Nach Abbruch der Sitzung stritten Gruppen erregter Stadtverordneten darüber, von wo die Stintbombenwürfe gekommen feien, ob von den Kommunisten der Tribüne oder von der rechten Seite des Saales. Aber dar. fiber bestand fein Zweifel, daß die Stinkbombenwerfer die Ge fchäfte der Rechten besorgt hatten. Wer will diese Dumm. heit einem Kommunisten nicht zutrauen? ** In der geftrigen Sigung führte zunächst eine Anfrage ter Deutschnationalen eine Erörterung der Zustände im städtischen Obdach herbei. Frau Rausler hat am 17. Januar angefragt, wie der Magistrat der Not der Obdachlosen abhelfen wolle, die zu Hunderten in der Kälte die Nacht auf der Straße verbringen mußten, weil fie in der Anstalt in der Fröbelstraße feine Aufnahme finden. Start. rat Hinge aab an, daß am 25. Januar die Zahl der Obdach. lofen 5236 betragen habe, daß einschließlich der im Familienheim, in der Geschlechtsfrankenstation usw. Befindlichen die Zahl fogar auf 6321 an diesem Tage sich belaufen habe. Diesen Riesen andrang normal zu bewältigen, sei der Verwaltun unmöglich gemeler, man habe die Korridore zu Hilfe nehmen müssen. Die Berwaltung habe fich alle erdenkliche Mühe gegeben, Abhilfe zu schaffen, aber es fei meter gelungen, die erwähnte Station aus dem Obdach zu entfernen, noch das Asyl in der Wiesenstraße dem Obdach anzugliedern. Immerhin habe man 150 in der Station freiwertende Plätze für das Familienheim verwenden und so entsprechenden Raum für Obdachlose gewinnen fönnen; auch in Rummelsburg fet einige Unterkunft beschafft worden. Der Zuftrom von außerhalb fer ungeheuer, aud) aus dem besetzten Gebiet; die Ursache seien die elenden Wohnungsverhältnisse und die riesige Arbeitslosigkeit; unter den Obdachlosen befänden sich auch solche, die in Lohn und Brot tehen! Die Verwaltung werde auch weiter alles aufbieten, um Abhilfe zu schaffen. Genosse Clajus war von dieser Antwort nicht befriedigt. Den unwürdigen Zuständen im Obdach müsse endlich Einhalt getan werden, vor allem durch endliche Beseitigung der Kranfenstation für die Prostituierten aus dem Obdach, nachdem das Proviforium" in diesem Punkte nun glüdlich 29 Jahre gedauert habe. Für die Geschlechtstrarten müffe eine besondere Anstalt errichtet oder eines der städtischen 14] ( Radbrud burch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Auf meine Gewissenhaftigkeit beim Geldeinsammeln tönnten Sie sich verlassen." " Da wären Sie der erste, auf dessen Gewissenhaftigkeit beim Geldeinfammeln ich mich verlassen würde. Aber brauchen fann ich Sie." Er stieg, von Seidel, gefolgt, in den grünen Wagen, in dem, transportfest, die zwölf funkelnden Schiffe standen. Der fräftige Bursche mit Ledergurt, rotem Sweater und einem großen, pflaumenblauen, herzförmigen Mal auf der Bade tat, als habe er beim Buzen der Meffingteile teine Bause gemacht. Der Besitzer schickte ihr hinaus. Hier das Handgeld." " Handgeld brauche ich nicht... Ihre Schiffsschaufel fcheint übrigens ganz neu zu sein... Wenn Sie zufrieden sind mit mir, werden Sie mir meinen Lohn schon geben." Das hatte der Mann noch nicht erlebt. Beinahe verlegen fagte er:„ Ja, ich habe die modernste Schiffsschaufel der Messe. Rostete mich ein Vermögen! Das will verdient fein. Sie ist einen Meter siebzig höher als die der Konkurrenz... Können Sie morgen früh antreten?". Schnellen Schrittes ging Seidel zu dem Altwarenhändler und holte den Gegenstand ab, den er nicht mitverkauft hatte. " Das einzige noch einigermaßen brauchbare Stück! Der ganze übrige Blunder ist vollkommen wertlos," wiederholte der Mann, der am Tage vorher heftig und erfolglos um den Besitz dieses Gegenstandes gekämpft hatte.„ Elender Plunder!" " Wie fann eine Wohnungseinrichtung, in der eine große Familie fünfundzwanzig Jahre gelebt hat, plöglich ganz wert los fein!" Seidel nahm den in braunes Badpapier einge midelten Gegenstand unter den Arm. Stand eine Stunde später im Studierzimmer vor Jürgen, erklärte, auf deffen Fragen hin, mit drei Säßen, welche Arbeit und weshalb er fie angenommen und welches Ziel er habe. Ich will zu Geld fommen, reich werden. Sehr reich! Reicher, als ihr alle seid!" " Bei einer Schiffsschaukel? Du, ein mehr als gewiffen hafter Mensch!" So verkommen würdest du niemals, wie? Was würden Die Leute sagen?... Mir jedoch ist das einerlei. Muß mir Den von der Mehrheit der Versammlung angenommenen Antrag der Sozialdemokraten, daß bei den Notstandsarbeiten die zu vermittelnden Arbeiter nur zum Tariflohn anges fordert und vom Arbeitsnachweis vermittelt werden dürfen, hat der Magistrat am 28. Dezember abgelehnt, weil der Antrag Gen. Heitmann berichtete über die hierüber gepflogenen Ausschußberatungen. Die gegen reichsgefeßliche Bestimmungen verstoße. Ausschußmehrheit hat, von dieser Ablehnung Kenntnis zu nehmen, aber an dem Beschluß festzuhalten, empfohlen. Endann hat sich der Ausschuß mit dem kommunistischen Antrage zur Steuerung der Not der Erwerbslosen und Kurzarbeiter beschäftigt, der 1. Berchtung des eben erwähnten Bersammlungsbeschlusses, 2. die fofortige Aufhebung der Sperrung der Unterstützung, wenn sie er. folgte, weil die Annahme nicht tarifmäßig bezahlter Arbeit verweigert wurde, 3 Aufhebung der Karenzzeit, auch für alle Erwerbslosen, die bei Lohnfämpfen arbeitslos merden, 4. fofortige Surverfügung ftellung geheizter Räume zum Aufenthalt der Erwerbslofen fordert. Mit einer Mehrheit aus Kommunisten, Sozialdemokraten und Zentrum hat bei schwacher Bräsenz der Bürgerlichen der Ausschuß diese 4 Bunfte mit einigen Modifitationen angenommen. Stadtrat Posch legte erneut dar, daß die Stadt bezüglich der Erwerbslofenunterstützung auch betreffs der Notstandsarbeiten durchaus von Reich und Staat abhängig fei; sie sei an die ergangenen Bestimmungen ge. bunden und würde im Falle der Uebertretung die Zuschüsse des Reichs einbüßen. Tatsächlich habe 4500 Arbeitslosen die Unterstüßung entzogen werden müssen, weil sie die Annahme von Arbeit verweigert hätten( Erregte Burufe vor der Zuhörertribüne.) Eben'o fei das Verlangen des Fortfalls der Karenzzeit mit den tomme auch bei den Rotstandsarbeiten ein Verdienst von 15 M. Gefeßestraft habenden Bestimmungen unvereinbar. Immerhin heraus.( Heftiger Widerspruch auf der Tribüne.) Die Anträge seien für den Magistrat nicht annehmbar. Dr. Neumann( D. Vp.) wiederholte mit Betonung die Anführung des Magistratsvertreters, daß von den 5 Millionen Goldmart, die für die Erwerbslosen im Dezember gezahlt feien, nur 200 000 m. aus den Kassen Berlins stammen, daß es also schon im Interesse der Erwerbslosen selbst für die Stadtverwaltung ausgeschlossen sei, den bestehenden Bor schriften entgegenzuhandeln. Das Verlangen tarifmäßiger Ent lohnung für Rotstandsarbeiten hält Dr. Neumann auch fachlich für unberechtigt und suchte feine These speziell an dem Beispiel des Schneeschippens zu beweisen.( Die Zurufe von der Zuhörerempore veranlaßten den Borsteher zu der Erklärung. daß er, wenn diese Burufe andauerten, die störenden Tribüne unnachsichtlich räumen( affen werde.) Zu den sonstigen Ausschußvorschlägen ver. hielt sich Dr Neumann zum Teil zustimmend. 10 In der Abstimmung wurde die Nummer 1 des tommunistischen Antrages mit 80 gegen 75 Stimmen angenommen; das Zentrum stimmte mit der Minderheit, die Bänke der Bürgerlichen wiesen indeffen starte Lüden auf. Als der Vorsteher Stellvertreter A. Schmidt( 3.) zur Abstimmung über die weiteren Ausschußvorschläge schreiten wollte, entstand im Sacle auf der rechten Seite Berwirrung und Unruhe, weil von der Tribüne eine Stint. bombe in den Saal herabgemorfen worden sein sollte. Die auf der rechten Seite fitzenden Mitolieder verliehen fluchtartig ihre Pläke und drängten zum Saal hinaus, und abermals fand eine Sigung der Berliner Stadtvertretung wegen Beschlusunfähigkeit Schluß gegen 9 Uhr. ein unerwünschtes vorzeitiges Ende. Hypnotisch geblendet. Ein geheimnisvoller Fall. Ein Fall, wie er in der Kriminalistit nur vereinzelt dasteht, und der allem Anschein nach auf politische Motive zurückzuführen ist, beschäftigt gegenwärtig die Abteilung IA bes Berliner Polizeiprä fidiums. Unter dem Verdacht, den Sohn eines hohen Offiziers im hypnotischen Zustande geblendet und sich homofeguell an ihm vers gangen zu haben, ist der 30jährige aus Stettin stammende Dr. phil. B. verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Zit der Angelegenheit wird folgendes berichtet: Vor einiger Zeit hatte der 21jährige Sohn eines in einem Ber finer Vorort lebenden Generals einen Dr. phil. B. tennengelernt. Dr. B. gewann über den jungen Marn große Macht. Die Eltern bemerkten bald mit Befremden, daß ihr Sohn in fast rätselhafter Weise unter dem Einfluß Dr. B.s stand, der ihn mit einem Wort zu lenten mußte, obwohl der junge Mann sonst nicht allzu nachgiebig. Eines Tages erblindete der junge Mann. Die Eltern ist. brachten ihn zu einem weit über Berlin bekannten Augenarzt, der jedoch feststellte, daß die Augäpfel vollkommen gefund waren, und daß die jähe Erblindung, der feinerlei andere Krankheitszeichen vor ausgegangen waren, auf eine schwere Nerven störung zurüd. zuführen fei. Man fuchte nun einen Nervenarzt auf, der durch Gegenhypnose die Blendung, allerdings ohne Erfolg, zu be handeln fuchyte. Da erflärte Dr. B. den Eltern des bedauernswerten jungen Mannes, daß er auf Grund seiner in der Tat ausgezeichneten Kenntniffe über Hypnose die Heilung versuchen werde. Gr wirfte gleich fein! Gutbürgerliche Gefühle und Sentimentalitäten| Lippen bebten. Die Sommersprossen traten stärker hervor, fann ich mir nicht erlauben. Ich brauche Bewegungsfreiheit, so weiß war das Geficht geworden. um alle Möglichkeiten ausnüßen zu fönnen. Im Magistrats. bureau und auch in irgendeiner anderen festen Stellung gibt es feine Möglichkeiten für mich. Bin tein Fabrikantensohn... Ich will mein Ziel erreichen. Und ich werde es erreichen. Und dann werde ich erst recht rücksichtslos fein." " Dein Haß ist ja recht schön... " Wieso ist er schön?" Nun, ich fann deinen Haß begreifen; aber Reichtum ist doch kein erstrebenswertes Ziel. Was bist du, was hast du, wenn du reich bist und die Armen wie bisher arm bleiben und überhaupt alles fo bleibt, wie es ist? Dann gehörst du besten falls zu denen, die gehaßt werden. Bem nüßest du damit?" " Mir!" Aller Haß, der in einem Menschenförper Raum hat, sammelte sich in Geidels Blid, gerichtet auf Jürgen, der immer sorgfältig gekleidet gewesen war, nie gehungert, regelmäßig gebadet und die Demütigungen der Armut nie erfahren hatte. Du machst Worte. Du weißt doch sehr gut, was Reich ein bedeutet!" " Ich war in anderer Hinsicht immer so arm wie du. In unserer Zeit sind die Menschen arm. Alle! Auch die Reichen, glaube ich. Furchtbar arm!" Da tonnte Seibel nur die Lippen verziehen. Und was für ein Ziel hast du?" " Ich weiß nichts. Gar nichts!... Das Ganze ist unerträglich. Ich sage: das Ganze muß ganz und gar anders werden. ,, Nun, dann wird es ja wohl anders werden." Dabei fchälte er das Backpapier herunter von dem polierten, zartgebauten Nähtischchen seiner Mutter und bat, Jürgen möge es für ihn aufbewahren. Wenn du schon alle Beziehungen zu deinem bisherigen Leben abbrichst, was hängst du dich da an das Nähtischchen? Diefer Art Gefühle können dir einem Menschen, der folche Biele hat doch nur hinderlich sein. Oder sollten Rüdichtsfosigkeit und Sentimentalität einander vielleicht doch nicht ausschließen?" Jürgen hätte nicht fagen tönnen, weshalb er Seidel diesen Hieb versetzte. Mit dem Ding sind meine einzigen schönen Kindheitserinnerungen verbunden. Wenn Mutter flickte, faß ich am Boden, durfte mit dem Einsatz frielen." Er fchob die Fächer Schublade wieder hinein.. Na, heb's auf... 3weifellos wird die ganze Bande auf die Meffe tommen, um mich als Schiffsschauteladjunkt zu sehen. Mögen fie tommen!" Die Bielleicht wird er ein sehr reicher, geachteter Mann wer den; im Magistratsbureau würde er ein mittellofer geachteter Mann geworden sein... Rein äußerliche Rangstufen: arm, wohlhabend, reich, sehr reich, sehr reich und gebildet, Millionär ohne, Millionär mit Geschmad und Kultur, Großfinanzier die innere Linie ist bei allen dieselbe. So ist heute das Leben... Und ich? Wie stehts mit mir? Was soll, was will ich werden? Was und wie will ich sein? Wie werde ich in zwanzig Jahren, jein?" Jürgen fand feine Antwort. Das jüngste Mitglied des von Jürgen gegründeten Bundes der Empörer, ein vor dem Abiturienteneramen stehender zuviel auf der Welt, entweder müsse er sich oder den Geschichts. zuviel auf der Welt, entweder müe er sich oder den Geschichtsprofessor vergiften. Und war von seiner Ansicht nicht abzubringen gewesen durch Jürgens Entgegnung, daß dann ja immer noch einige tausend Geschichtsprofessoren am Leben bleiben würden. Als einige Tage später auch noch die zwei anderen Mits glieder, fünfundzwanzigjährige, halb verhungerte Burschen, die behaupteten, als Matrofen und Goldgräber schon die ganze Welt gesehen zu haben, in der Villa erschienen waren, ver sehen mit einem Drahtreif voll Sperrhalen und entschlossen. die Wocheneinnahme eines Meggermeisters, der jeden Freitag verreist sei, unter Führung ihres Borsitzenden und mit Hilfe der Sperrhafen zu holen, war der Vorsitzende Jürgen aus dem Bunde der Empörer ausgetreten. Die Aussprache mit einem schon älteren Manne, der fechzehn im Zimmer frei umherfliegende Kanarienvögel und eine Bulldogge besaß, aus Liebhaberei auch vorgedruckte Postfarten täuschend folorierte und behauptet hatte, er halte die Fäden der anarchistischen Bewegung der ganzen Welt in seiner Hand, in Merifn dürfte, entzündet durch zwei seiner Chiffre telegramme, die Geschichte demnächst plagen, war von Jürgen nach drei Minuten abgebrochen worden. In der Jahresversammlung des Vereins für Bevölke rungspolitik und Säuglingsschutz, in der die Damen beschlossen hatten, uneheliche Wöchnerinnen und Kinder in das Heim prinzipiell nicht mehr aufzunehmen, war Jürgens Frage an das Leben ebenso unbeantwortet geblieben, wie durch die Rede des Rettors am Grabe des jüngsten Mitglieds des Bundes der Empörer, jenes Gymnasiasten, der sich am Tage nach dem mißglückten Eramen erhängt hatte. ( Fortsetzung folgt.) auf den anscheinend Kranten nunmehr jeden Tag burch Me foge. Die Grundsteuer vordem Landtag nannte Flammenhypnose ein, eine Methode, die von der eratten Wissenschaft als roh und besonders gefährlich abgelehnt wird, da sie eine schmere Gefahr für den Berstand des Mediums bedeutet. Geit dem Dr. B. den Blinden behandelte, stellten die Eltern fest, daß ihr Sohn, der sonst vollkommen den Verstand be faß, ihnen energisch zuredete, thre nicht unbeträchtliche Runstfammlung durch Dr. B. verlaufen zu lassen. Die Blindheit bauerte zwei volle Monate, als er eines Tages auf seinen Wunsch eine in der Nähe der elterlichen Wohnung gelegene Kirche besuchte. Dort wurde er von einem Dr. Grunwald bemerkt, ber den Blinden anfangs für einen Kriegsverlegten hielt, und dem bas starre, aber doch nicht leblose Auge des Kranten auffiel. Er bestellte den jungen Mann in feire Wohnung und stellte dort, da er selbst sich mit Hypnose beschäftigt, fest, daß der junge Mann offenbar organisch vollkommen gefund fei, daß er lediglich hyp. notisch geblendet fel. Es gelang ihm seinerseits, den Kranten unter feinen Willen zu bringen und die erste Hypnose aufzuheben. Der junge Mann, deffen Heilung in Gegenwart von Polizeibeamten vorgenommen wurde. erwachte und fonnte wieder ausgezeich net fehen. Er schilderte nun, wie er von Dr. B. in hypnotischen Der Landtag feßte gestern die Berotung über die Grund. Steuer fort. Dazu liegen eine ganze Anzahl von Anträgen vor. Noch den Beschlüssen des Hauptausschusses beträgt die Steuer monat lich bei Grundstücken, die dauernd land- oder forstwirtschaftlichen eder gärtnerischen Zwecken zu dienen bestimmt find, im Werte bis zu 200000 Mart für die ersten 10 000 22. des Wertes der Wirtschaftseinheit 0,10 mt., für die nächsten 30 000 m. 0,15 m, für die nächsten 60 000 R. 0,20 m., über 100 000 m. 0,25 M.; bei allen übrigen Grundstüfen 0,25 m. für je 1000 M. des Wertes. Nach einer neugefaßten Bestimmung der Vorlage hat das Staats minifterium fofort cine neue Berechnung des Wertes des Grundvermögens in die Wege zu leiten und die Werte der einzelnen Bobenarten nach ihrer Ertragfähigkeit unter Mitwirkung der Land wirtschofistammern feststellen zu lassen. Das Gesez foll am 1 Februar 1924 in Rraft treten. Nach einer Entschließung des Hauptausschusses foll dahin gewirkt werden, daß möglichst bald die Veranlagung des Ertrogs. wertes des Grund und Bodens in Reich und Staat gleichmäßig Zustand nebracht worden fei. und daß er, wenn er von seinem Hyp. erfolgt. Bei Berechnung des Wertverhältnisses follon bie jeßigen notiseur Befehle erhielt, er diese ausführen mußte und daß er bann auch bedingt zu sehen vermochte. Es stellte sich sehr bald heraus, bok der Geblendete von Dr. B. während seines hypnotischen Zu Standes homoferuell mißbraucht worden war, und es fiegen Anzeichen vor, daß in diefer aanzen Angelegenheit auch poli, tische Gründe eine Rolle spielen. Die Polizei ist gegenwärtig mit ber meiteren Auftlärung diefer außerordentlich merkwürdigen Angelegenheit beschäftigt. Am Eine Diebstahlgeschichte auf der Untergrundbahn. Auf der Untergrundbahn wurde einem jungen Manne, der mit feiner Braut in einem dichtgefüllten Abteil zweiter Klaffe stand, bie Brieftasche mit 200 Rentenmart gestohlen. Botsdamer Blah merfte er den Berluft, und fein Berdacht fiel auf einen gut gefleideten Fahrgast, der sich an ihn herangedrängt hatte und jetzt eiligst ausstieg. Das Paar eilte ihm nach und fogle ihm den Diebstahl auf den Kopf zu, cis er ein Abteil dritter Klasse beSteigen wollte. Der Beschuldigte leugnete zunächst, marf dann aber plöklich die Brieftelche auf den Bahnsteig. Um fein Gelb besorgt, raffte der junge Menn die Tasche rasch auf. Seine Braut aber parte den Dieb, zog ihn aus der Eingangstür zurüd und hielt ihn feft, bis das Geld durchorzählt war. Dann brachten sie den Er tappten gemeinsam zur Polizei. Hier entpuppie er fich als ein Taschendieb Sutowalsti, der augenblicklich in der Dragonerftraße wohnle. Bon einem noch unbekannten Diebe murde einer Witwe in einem Wagen der Straßenbahnlinie 4 E die Geld.. tasche mit 40 Rentenmart und zwei Trauringen aus der Handtasche gestohlen. Die Ringe find aus Dufatengold und F. S. M. D. 30. 12. 13 punftiert gezeichnet. Mitteilungen zur Aufklärung an Kriminalfommiffar Dr. Riemann im Polizeipräsidium. Der Frauenschreck von Altenburg. Ein eigener Drahtbericht meldet folgendes aus Altenburg i. Tb.: Ein lnhold, der vom Frühjahr bis zum Herbst 1823 der Soreden der Frauenwelt Altenburgs und Umgegend bildete, hatte fich am Donnerstag vor der Straffammer des Altenburger Landgerichts zu verantworten. Der 28 Jahre alte Dienstknecht Walter Friede mann hatte in drei Fällen ahnungslos ibres Wegs gehende Frauen überfallen, fie am Salie gewürat und vergewaltigt. In drei anderen Fällen bat Friedemann feine Opfer, atvei ber Heiratete Frauen und ein Dienstmädchen, ebenfalls überfallen, ber gewaltigt und zu Tode gewürgt. Friedemann war in allen Fällen geständig. Der Täter wurde wegen diefer Verbreiben aweimal zu lebenslänglichem 8uthaus, außerdem au 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm für baueind aberkannt. Deffentliche Protest- Bersammlung heute Freitag, den 1. Februar, abends 71, Uhr, im gr. Saal der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11 Tagesordnung: Gegen den Ausnahmezustand, gegen die Schuhhaft schande in Sachsen und Thüringen. Referenten: Die Reichstagsabgeordneten Crifpien u. Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld. Der Bezirksvorstand. Aus der Partei. Jubiläum der„ Görliher Volkszeitung". " 3hr 25jähriges Jubiläum begeht am 1. Februar die organ, das in Niederschlesien erschien. Alle Schwierigkeiten Görlizer Boltszeitung". Sie war das erste Partei. find, hat auch sie durchkoften müssen. Aus fleinen Anfängen her. und Verfolgungen, die feinem sozialistischen Blatte erspart geblieben aus hat sie fich zu einer Tageszeitung, hergestellt in eigenem Heim, entwickelt. Die erste Nummer erschien am 1. Februar 1899 els Kopfblatt der Breslauer Boltswacht" und in der Folge fam die Görliger Boltszeitung" nur dreimal wöchentlich heraus. Die Begeisterung, mit der nach der Reichstagswahl 1898, als unsere Bartei im Wahlfreise Görlitz- Lauban die meisten Stimmen erhielt, der Plan der Gründung einer eigenen Parteipreffe aufgenommen wurde, hielt weiter an und trieb noch vor der Reichstagswahl 1903 zur Umwandlung in eine Tageszeitung. Als solche wechselte die Görlitzer Boltszeitung" mehrmals ihren Drudort. Bon Breslau fiebelte sie nach Dresden über, um später, als unser Dresdener Bartciblatt eine Filialdruderet in Zittau errichtete, dort hergestellt zu werden. Aber mit jedem Jahr und mit jedem Wahlkampfe er. fannten die Görliger Parteigenossen immer mehr, daß ihre Presse die Bellkommenheit erst erreicht haben werde, wenn sie im eigenen Heim, in einer modern eingerichteten Druckerei und für die besonderen Verhältnisse ihres Verbreitungsgebietes zugeschnit'en, hergestellt würde. Am 24. März 1910 fonnte die Görliger Bolts zeitung" zum erstenmal in der eigenen Druderei hergestellt er fcheinen. In 1% Jahren hatte die Arbeiterschaft 125 000 2. Rapital aufgebracht ein erhebendes Zeichen von Opfermut und Idealismus in damaliger Zeit. Eine zweifarbig hergestellte Jubiläumsnummer unferes Gör her Bartelblattes zeigt, baß bas Unternehmen auch bechnisch auf ber Höhe ist. Groß- Berliner Parteinachrichten. 8. Kreis Kreuzberg. Die Abteilungsleiter werden erfucht, au ber am Diens tag, ben 5. februar, stattfindenden Kreisvorstandssikung die Namen und Abreffen derjenigen Genoffen mitzubringen, welche Borsteher einer Bohl fahrtskommiffion find. 17. Reels Lichtenberg. Arbeitsgemeinfchaft ber Rinderfreunde! Sonnabend, den 2. Februar, nachm. 5% Uhr, Selferbesprechung in der Bibliothek, Beichfelstraße. Heute, Freitag, den 1. Februar: Wertverhältnisse berüdfi htigt werden. Soweit ein Grundbesitzer die Mittel zur Zahlung der Steuer nicht besitzt und eine Bescheini gung einer Landschaft oder Rentenbant vorlegt, wonoch ihm ein entsprechendes Darlehen gewährt werden soll, soll ihm die 8a h lung der Steuer bis zur Darlehnsgewährung gestundet 128./130. bt. Pantow. Th½ Uhr im Rafinofael Linder, Breite Straße, Mit werden. Für Turn Spiel. oder Sportpläße foll eine besondere Ausnahmestellung festgelegt werden. Die Deutschnationalen haben einen Menderungsontrag eingebracht, wonach die nach§ 1 festgefeßten Werte des steuerbaren Grundvermögens allgemein um 40 Broz. herabgefeßt werden. Fer. ner schlagen sie eine monotliche Steuer vor. Nach dem Ausschußbericht des Abg. Dr. Höpter.Ashoff ( Dem.) begründete Abg. Dr. Schiffan( DBP.) die mit der Beratung verbundene Große Anfrage feiner Fraktion über die Prüfung der landwirtschaft. lichen S.euerleistungsfähigkeit. ist bereit, einen aus land- und forstwirtschaftlichen Sachverständigen Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff: Des Staatsministerium bestehenden Ausschuß zur Prüfung der hier berührten Fragen einzusetzen. Vor allem wird in diesem Gremium die Frage zu unterfuchen sein, wie snellstens das Problem der Kreditgewährung on die Landwirtschaft gelöst werden kann. In der Aussprache, an der sich Bertreter aller Parteien beteiligen, erklärt sich Asg. Dr. Waentig( Soz.) mit der vorliegenden Art ber Be steuerung grundsäglich nicht einverstanden.( hört! hört! rechts.) Ihre Rüdwirtung euf die städtischen Mieter wird sehr fawer fein. Im großen und ganzen ftimmen wir trotzdem den Ausschußbeschlüssen zu in der Erwartung, daß es sich nur um eine Uebergangsmaßnahme handelt. Die Verantwortung für den Zusammenbruch der preußischen Finanzen bei Nichtannahme der Borlage lehnen wir ab Wir würden dann wieder zur ẞapier. geldwirtschaft zurückkehren müssen. Der Redner gibt bie wierige Lage der Landwirtschaft zu, meint aber, die Landwirt. haft fei der einzige Stand, von dem überhaupt noch Ret tung in der Finanzfrage zu erwarten sei. Man habe den Einbrud, als ob die Deutschnationalen einer anderen Regierung diefe Steuer bewilligen würden. Sie sollten sich das Beispiel der eng gliederverfammlung. Vortrag des Gen. Rutiner M. b. 2. über: ,, Der Aufmarfa ber Parteien zum Wahlkampf." Borwärts Tefer und Sympathiserende willkommen. Morgen, Sonnabend, den 2. Februar: 45. 6. 7 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Bertfo, Wiener Str. 38. 95. Abt. Neukölln. 7 Uhr Vorstandssigung an bekannter Stelle. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 45. Abt. Genoffe Studenberg, Rottbuser Ufer 4a, ist verstorben. Einäsche rung Sonnabend, den 2. Februar, 1½ Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. 78. Abt. Gd öneberg. Am Dienstag veritarb un Feurigstr. 2, 3 Tr. Einäfcherung Sonnabend nachm. 2½ Uhr im Arematorium Bilmersdorf. Arbeitersport. Arbeiter- Hoden. Gertenspiele am 8. Februaz. Gruppe Ot: Bichtenberg 11 gegen Fichte- Dit I, Lichtenberg, 9-10%, Dambach- Albrecht( Fichte 1): Wilmers borf 1- Fichte 12 1, Wilmersdorf, 10-12, Klahn- Kroll( Lichtenberg 21). Gruppe Beft: Moabit I- Fichte 101, Tiergarten, 10%-12, SchröderMartini( Schönhola 1). Gruppe Sud: Fichte 12 II- Fichte 1 II, Schönhaufer Allee, 10%-12, Menzel- Mölzner( Roland); Fichte Oft II- Roland III. Schönhauser Auce, 9-10%, Dunkel- kopiske( Fichte 1 m): AGC.-Schönholz Jugend, Schönhauser Allee, 2-4, Frid- Lippert( Lichtenberg 1). Gruppe Nord: Lichtenberg 2 II- Lichtenberg 1 II, Lichtenberg, 10%-12, Strauch Brünfchwit( Fichte- Oft); Charlottenburg II- Roland II, Westend, 24, Bube!! -Rrliger( Fichte 3). Resultate vom 27. Januar: Roland I- Schönhol; I 1: 3; Fichte S1- Sichtenberg 11 1: 7; Charlottenburg I- Richte 1 1 für Fichte 11 ver. loren, da felbständig abgefchrieben, Moabit-AGC. I, AGC. I nicht ange treten. gegen inte 1 II, Schönbola- Jugend nicht angetreten. Schönhola II- Lichtenbeg 2, Schönhola II nicht angetreten. ASC. II- Roland III, AGC. II nicht angetreten. Schönholz- Jugend Handball Groß- Berlin. Resultate vom 27. Januar. Gruppe Nord. Manner: Groß- BerlinRänner: Norben I- Weißenfee I 2: 1; Fichte 25 1- Fichte 161 5: 0; Moabit I- Selligenfee I 5: 0; Bebbing I- Spandau I 2: 1; Jugend: Wedding I- Spandau I 1: 1; Frauen: Bedding- Spandau 2: 0. Gruppe Süb. ASC. I- Fichte 22 1 3: 2; Reutölln 11- Fichte- Sub I 2: 1; Reuföln 41 gegen Fichte- Oft 1 1: 4; Groß- Berlin- Gülben I- Bilbau I 3: 1; Fichte 25 II- Fichte 22 II 4: 0( Gesellschaftsspiel); 3ugend: Fichte- Sad I- Neukölln 11 2: 1; ReuAm Mittwoch, den 6. For bruar, Sigung des Spiel- und Brotestaussouffes im Holzarbeiterhaus, Runge Straße, 6 Uhr abends. Spielführer von Reutölin 4- Jugend und GroßBerlin- Süden- Jugend fowie bie Gen. Dehmel und Krüger haben dort zu er feinen. Finanzminister Dr. v. Richter wendet sich gegen eine deutsch nationale Behauptung, daß das Defizit von 400 millionen Mart nur eine Folge der Mißwirtschaft fei, und daß in dem Mon 1- Groß- Berlin- Siben 2: 1( Proteft). ment, wo ein Deutschnationaler Finanzminister sei, das Defizit perschwunden wäre. Die Deutschnationalen vermögen auch feinen anderen Weg als den von der Regierung vorgeschlagenen anzugeben, um aus dem Defizit herauszutommen. Die Landwirtschaft leidet viel weniger unter der Steuerschraube, ols unter der Rredit not. Wenn es gelingt, diese Frage befriedigend zu lösen, werden mit einem Schlage die Klagen über zu hohe Steuern perstummen. Der Minifter erklärt zum Schluß, daß er auf eine große Mehrheit für die Grundsteuer hoffe und auch die Zustimmung bes 3entrums erwarte.( Beifall) Der Stand des Sechstagerennens. Die Nachmittagsrennen gingen vor einem mäßig gefüllten Hause nor fich. Bis zur 41. Stunde( 2 Uhr nachmittags) wurden 1161,060 Rilometer zurüdgelegt. Erst wenige Minuten vor ber 3- Uhr- Wertung schlagen die Fahrer ein schärferes Tempo an. Manthey führt vor huschke, der dann auch nach mehreren Abwechslungen den Zieher" mimt. Noch vor Beginn der 3- UhrWertung eilt die Nachricht durch das Haus: Die beiden 3talischen Konservativen zu Herzen nehmen. liener Berri und Belloni hätten das Rennen aufgegeben. Grund: unbekannt. Als der Startschuß ertönt, Der die Wertungsgruppe 10 Runden vorher anzeigt, führt ären berg das Feld. Dann dringt außler vor. Lorenz folgt und befeßt den Führerplay. Bauer und Huschte, eifrigst hinterher. Bei Wertungsbeginn liegt Hufch- Husch wieder vorn. Bis zur Dritten Runde des ersten Spurts verfchiebt sich das Felb soviel wie gar nicht. Blöblich unternimmt Münzner einen Angriff auf Suschte, den diefer mit aller Kraft abzumehren versucht. Doch Münzner fann den Sieg nicht für sich beanspruchen der Ameri faner Taylor fichert unerwartet die Spize für sich. Bei Wertung bes zwei'en Spurts zeigt der flinte Golle fein ganzes Können, und nach einem schönen Kampf mit Lorenz geht er als erster durchs Ziel. Den dritten Spurt stedt Huschte vor Saldow, Manthen und Bauer ein. Im vierten Spurt führt ruptat vor Lieg, Rohl und Lorenz bis zum Ziel. Der fünfte Spurt hatte das Ergebnis: 1. Bauer por Hahn, Saldom und Huschke. Der Stand des Rennens nach der 3- Uhr- Wertung ist folgender: Lorenz Saldow 73, Bauer- Kruptat 65, Huschte- Rohl 54 und Schrage. Golle 37 Buntte. Bis um 3 Uhr nachmittags waren 1195,710 Rilometer zurüdgelegt. Die Mannschaft Manthey.Stabe liegt nach wie vor eine Runde zurüd, Die 10- Uhr- Nachtwertung. Eine Reihe von Eingaben und Berichten wird hierauf som Hause erledigt, ebenso Anträge des Siedlungsausschusses. Freitag 11 Uhr: Forfehung der Beratung über die Grundfteuer. Kleine Borlagen. Schluß nach 6 Uhr. Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel und im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung vom Donnerstag, den 31. Januar offiziell festgestellt durch den Landesverband Berlin und Brandenburg des Reichsverbandes des Deutschen Nahrungsmittel- Großhandels E. V. Berlin Die Preise verstehen sich in Gold- M. für 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin Gerstengraupen, lose.. 14,50 15,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 106,70 Gerstengrütze, lose... 14,50-15,00 Weißer Pfeffer Haferflocken, lose.... 15,30- 15,45 Piment Jamaica. Hafergrütze, lose..... 15,40 13,50 Rohkaffee Zentralam... 300,00 20,25 20,55 Rohkaffee Prime .205,00 23,05-23,25 Rohkaffee Superior 177,00 12,75-13,20 Röstkaffee Zentralam... 400,00 16,00-16,60 Röstkaffee Brasil 270,00 25,00 23,00-24,00 Malzkaffee, gepackt 13,00 13,60 Röstgetreide, lose 17,00 Malsgrieß Maispuder, lose Rongenmehl 0/1 Weizengries Hartgrie 7% Weizenmehl Weizen- Auszugmehi Speiseeibsen, Viktorla Speiseerbsen, kleine Abends ward das Haus wieder übervoll. Das Tempo, das gefahren wurde, war im Durchschnitt recht flott. Ab und zu fleinere Borstöße. Im Berlauf der neunten Abendstunde will manthen ausreißen, begnügt sich aber nach seinem Bravourstüd damit, den zweiten Plaz zu belegen. Weitere Borstöße folgen Das Fahrfeld wird auseinandergeriffen. Eine wilde Hazz entwickelt sich. Minutenlanger Lärm burchtobt die Halle; doch bald schließt sich das Feld mieber. Auch Münzner, der überhaupt gut in Form ist, wagt einen Borstoß und schiebt sich von der letzten Stelle zum führenden Play. Ein lebendes Schwein gewinnt Bolle in einem Fünf Runden- Prämienfahren, während Bauer einen halben Zentner Schindenfped einheimit. Gleich nach Ausfahren dieser Prämie zieht Bauer auf und davon und reißt durch sein schnelles Fahren bas ganze Felb auseinander. Der lange Schrage bleibt hierbei start zurüd. Der Stundenausschuß ertönt die Sehn- Uhr. 23ertung beginnt. Das Resultat der 7. Wertung( 10 Uhr nachts): 1. Spurt: 1. Kaifer vor Techmer, Hanley und Hahn. 2. Spurt: Makkaroni, lose. 1. Lorenz von Taylor. Tiek und Kruptat. 3. Spurt: 1. Saldow vor Hahn, Techmer und Münzner. 4. Spurt: 1. Stellbrint vor Tanlor, Huschte und Lorenz 5. Spurt: 1. Bauer vor Saldow, Techmer und Raiser. Nach der Zehn- Uhr Nachtwertung ist folgender Stand des Rennens zu verzeichnen: 1. Borenz- Saldow 88 Bunkte, 2. Bauer- Kruptat 71. 3. Sufate- Stohl 55, 4. Schrage- Golle 37 Bunkte. Infoloe Blinddarmreizung gibt Schrage gleich nach der 7. Wertung bas Rennen auf. Golle fährt in Erwartung eines Erfahmannes meiter. Das Ausscheiden der Jfallener. Bohnen, weiße, Perl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl * 141,00 79,4) 11111111S 16,00-17,25 Ersatzmischung mit 20% 23,10-23,75 Kaifee, gepackt. 15,25-15,80 Kakaopulver stark entölt 120,00 23,05-23,80 Tee in Kisten Souchon. 360,00 30.00- 31,00 Inlandszucker basis mel. 38,5 27,00-33,00 Inlandszucker Raffinade 42,80 46,50 34,00-43,30 Zucker Würfel 80,00 47, 0 17,65 37,20 23,90 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00 Marmelade Vierfrucht Stedesalz in Säcken... 47,00-50,00 20,00 27,20 18,70 44 00-50,00 Kunsthonig Schnittnude.n, lose. Burma II ungiasiert Siam Patna I glasiert Grober Bruchreis. Reisgrieß u.-mehl, lose 14,25 Rineäpfel, amerik, extra choice 123,00 Getr Aprikosen, cal.fancy 158,40 Getr. Birnen, cá. fancy Getr. Pfirsiche, cal. extra choice. Getr. Pflaumen. 111111 111 Steinsalz in Säcken Siedesalz in Packung.. Steinsalz in Packung Spelsetalg in Packung Speisetale in Kübeln 5,696,00 4,30-4,60 6,40-6,80 4,805,10 Bratenschmalz in Tierces 72,00 Bratenschmaiz in Kübeln 73,00 Purelard in Tierces 70,00 Purelard in Kisten. 71,00 1 146,70 52,00 140,00 64,50 Korinthen in Kist. choice 85,20 Rosinen in Kisten Candia 77,40 Desgl. Caraburnu 90,30 Margarine, Handelsmark. 52,00- 56,09 Margarine, Spezialmarke 59,00- 76,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 38,00 Speck, gesalzen, fett... 70,00 Quadratkäse 70,00 Sultaninen in Kisten... 103,70 Mandeln, bittere Barl 149,00 Mandeln, süße Avola Kaneel Kassia Vera Quarkkäse 80,00 162,80 193,50 116,00 Kümmel, holländischer. 166,01 244,70 Das Berhalten der italienischen Fahrer Berri und Belloni, ble in ber 87. Stunde plötzlich aufgaben, ist mehr als fonderbar. Berri und Belloni geben an, frant zu fein. Das Gerücht, die Di reffion des Sportpalastes habe bie beiben Fahrer nur für zwei Tage engagiert, ift. wie wir von zuständiger Stelle erfahren, unzutreffend. Im übrigen haben die Italiener teine Glanzleistungen Nelken Zanzibar gezeigt und ihr Ausscheiden wird zu verschmerzen sein. Tilsiter Käse, volifett 130,00 Tilsiter Käse, halbfett. 80,00 Ausi. ungezuck.Condensmilch 48/16 26,00 Inländische desgl. 48/12 23,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 32,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden, Fichte- Gesundbrunnen. Am Sonnabend, ben 2. februar, 7% Uhr, findet in ber Fichte- Klaufe in Reinidendorf die Abteilungsgeneralversammlung ftatt. Das Gefcheinen wird fämtlichen Mitgliedern zur Pflicht gemacht. Die Gruppe Sichtenberg bes Schwimmvereins ,, Borwärts" hält am Sonnabend, den 2. Februar, im Stadtbab Friedrichshain an der Schillingsbrüde ihr diesjähriges winterschwimmfest cb. Beginn 8 Uhr. Raffeneröffnung 8 Uhr. Die Nachfeier findet am Sonntag im Reft. Oppermann, Rüftriner Blag, statt. Beginn 5 Uhr. Uebungsstunden der Gruppe im Stadtbad Friedrichshain Dienstag 729 Uhr reserviert, Donnerstag 5-7 Uhr. 6. Bezirk Kreuzberg. Montag, den 4. Februar, Gigung bei Büttner, Forster Str. 17, abends 8 Uhr. Bierteljahresversammlung des Rartells. Alle angefchloffenen Organisationen müssen Bertreter fenden. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Die Theatermarken zuz Abonnementsvorstellung em 10. Februar gum Breife von 60 Bf. müffen heute, Freitag, nab bingt abgeholt werden; Einzelfartew im Betrage von 83 Bf. pro Stüd find ebenfalls zu haben. Es müssen hente ferner Alontozahlungen auf die Baufonbeliften vorgenommen unb bie Kino larten abgerechnet werden. Ferner find die Pflichtexemplare des Führer" und ber Jnternationale" zum Breise von 15 Bf. pro Stüd abzuholen. Der Jugendpflegelchrgang des Drtsausschusses für Jugendpflege Brenzlauer Berg beginnt bute, am 1. februar, mit einem Vortrag des Genoffen Stadtrat Dr. Friebländer Aber: Jugendbewegung, Jugendpflege, Jugendfürforge. erziehung, Wohlfahrtspflege abends um 8 Uhr im Altersheim, Danziges Str. 62( Barade). Wir bitten um rege Beteiligung der in Frage kommenden Abteilungen. Achtung, Abteilungsfaffierer! Die Beitragsmarken für Februar müffen bente, Freitag, abgeholt werben. ebenfalls auch, foweit bas no nicht geschehen ist, bie Sanuar- Zeitungen. Es haben ferner trok schriftlicher Aufforderung nachsteh- abe Abteilungen no nicht bie Abstimmung ber Abteilungs mit ber Sauptkartothet vorgenommen anb ersuchen wir hierdurch nochmals, bies heute zu tun. Röpenid, Faltenberg, Friedrichshagen, Gesundbrunnen, Salenfee, Sermebert, Lichterfelbe, Marien berf, Reutölln II, V u. VI, Niederschönhausen, Rosenthal, Staten, Sübest 6.-B. Heute, Freitag, den 1. Februar, 7% Uhr: Abteilungs- Mitgliederversammlungen. Adlershof: Jugendheim Bismardir. 12. Brig: Chauffeefte. 48. Capenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Quifenstebt: Schule Stallschreiberstr. 54. Bindenhof: Schule Lindenhof. Reutolla II: Jugendheim Rogate ftraße 53. Riebersa önhausen: Blankenburger Str. 67/70 Schule Danziger Str. 28. Often B.- B.: Schule Edertstr. 16. Lobal von Fries. Steglik II: Jugendheim Solsteinische Str. 8. Rorbaft It Rofenthal: oft K.- B.: Sugendheim Mariannenufer la. Treptow: Jugendheim Elfenstr. 3. ㄓ Charlottenburg: Jugendheim Refinenstr. 4, Bortrag: le foll max wandern?" Rofenthaler Bortabt: Sanbgemelnbebaus, Sophienitz. 28, Distuffion: Altohol und Nitotin." Schöneberg II: Comentusfchule, Franken traße 10, Cinführungsvortrag über: Gotische Malerel." Gäfte wintomment Anschließend am Sonntag, 3. Februar, Besuch des Raiser- friebrich- Muſeums. Werbebezir! Besten. Sonnabend, ben 2. Februar, abends 18 Uhr. Jugendheim Wilmersdorf, Sildegardste. Funtionärtonfereng". Ortsausschuß für Jugendpflege Reufeln. Sonntag, den 3. Februar, De fichtigung des Reutöliner Gaswerts, Treffpunkt Dorm. 10 Uhr Teupiger Straße. Nur für Mitglieder der dem Ortsausschus Neutsan angefchloffenen Vereine Wirtschaft Berfchleuderung preußischen Eigentums? Die Preußische Bergwerts A. G., die seit kurzer Zeit den Bergwerksbesitz des preußischen Staates zusammenfaßt, um eine rentablere Bewirtschaftung zu ermöglichen, leidet, ebenso wie die Reichseifenbahn, unter dem Mangel an Betriebstapital. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, denkt man zur Behebung der Geld talamität an einen Verkauf von Aftien an große Kohlenverbraucher, die dauernd in Beziehungen zu den Gruben der Bergwerts- A.- G. stehen. So soll sich z. B. Obertots lebhaft für einen solchen Aftienverkauf interessieren. Wenn es sich um den Verkauf nur fleiner Aktienpakete handelt, würde die Bergwerts- 2.- G. damit fein Novum schaffen. So haben u. a. auch die Deutschen Werte A.-G. zur Beschaffung von Betriebsmitteln ihre Aktien an der Berliner Börse eingeführt. Die Wünsche der eventuellen Käufer der Preußischen Bergwerks- A.- G. scheinen aber besonderer Art zu fein. Die Inter. effenten wünschen nämlich nur folche Aktienpafete zu erwerben, die thren die Majorität über gewisse 3echen der Bergmerts A. G. sichern. Das würde einen Abstoß wichtigen Staatsbefizes an die private Industrie bedeuten, die sich noch dazu die Mittel vom Staat befchaffte. indem sie ihrer Steuerpflicht nicht W = nachtam und die Inflationszeit auch sonst noch anderweitig zu ihrem Borteil ausnußte. Ein Ruhrsfandal. In einem Offenen Brief an die Stadtverwaltung und die Staatsanwaltschaft von Gelsenkirchen erhebt das Mitglieb des fozialDemokratischen Kreisvorstands, Genosse Nensters in Gelsenkirchen, Schmere Anlagen gegen die Gelsenkirchener Bergwerfs. Attiengesellschaft. Abteilung Grubenverein Schalte ( Stinnes- Werf). Diese Firma foll mit ben während des paffiven Widerstandes gewährten Lohnficherungen betrügerischen Mißbrauch getrieben haben. Ein erheblicher Teil der Bureauund Betriebsangestellten sei von der Betriebsverwaltung voll be. schäftigt worden, trokdem habe die Firma für die genannten Angest flten für den Monat November Kurzarbeiterunterstükung pom Reich bezogen und diese den Angestellten ausgezahlt. Ein erheb. licher Teil der Angestellten befam von der Firma ein Drittel des Gehelts abgezogen und als Erfaß diefes Drittels die Kurzarbeiter. unterstützung ausbezahlt. In dem Offenen Brief wird an Stadtver waltung und Staatsanwaltschaft die Frace gerichtet, ob sie bereit feien, auf Grund des§ 263 StrGB. ein Verfahren gegen die verantwortlichen Personen einzuleiten. In der„ Dortmunder Beitung" werben ähnliche Anflagen gegen ben Tiefbauunternehmer H. Lens in Dortmund erhoben. Diefer beschäftigte den ganzen Sommer über vier Arbeiterfolonnen an ebensovielen Arbeitsplähen für Rechnung Dritter. Trotzdem war es Lens gelungen, daß ihm die Lohnsicherung augebilligt wurde, die er auch für die Leute aller vier Rolonnen erhalten hat. Wie lohnend das Gefchäft war, fann man daraus ersehen, daß Lens sich Anzahlungen gestattet Ganz reguläre Ware Nur soweit Vorrat*) Umiausch ausgeschlossen An Wiederverkäufer wird nichts abgegeben Beachten Sie die Schaufenster Teilweise nicht mehr in allen Gröss-n und Weiten am Lager vor handen. Im Stoffgeschäft HANS PRANGE U. a.l Damen Halbschuhe, BUIR Form Schnüren, 90 im vorigen Sommer eine Billa bauen fonnte und ebenfo fein Ge schäftsteilhaber. Das Arbeitsamt der Stadt Dortmund hat die groß zügig angestellten Betrügereien restlos aufgedeckt und das Beweis material der Staatsanwaltschaft unterbreitet. Ein Strafverfahren ist eingeleitet. Die wucherischen Kleingartenpachtpreise. Aus Kreifen der Kleingärtner erhalten wir unter Bezugnahme auf unfere Darstellung in Nr. 43 des Borwärts" noch folgende sehr beachtliche Ergänzungen: In der Vorfriegszeit baben die Kleingartenpachtpreise im Bereiche von Groß- Berlin ungefähr auf einer Höhe geftanben. wie fie jetzt vom Oberpräsidenten festnefest find, teilweise foger darüber. In den Sähen waren aber die Verwaltungsfoften, alle Risiken und die hohen Zwischengewinne des gewerbsmäkinen Generalpädiers enthalten. Der Grundstüdseigentümer selbst erhielt oft nur eine Unerkennungsgebühr, sonst etwa eine rein landwirtschaftliche Bachyt fumme, nämlich 25 bis 30 Mart für den Morgen. Heute fallen alle Verwaltungskosten, Rifiken usw. den pachtenden gemeinnükigen Bereinen zur Last, und der Grundstückseigentümer bekommt die feſt gefekten Pachtfummen der Bächter ungekürzt. Während der Inflationszeit war der Goldwert der Bachten allerdings zum Teil febr gefunken, besonders in der letzten Reit, und es lehte darum ein großer allaemeiner Sturm der Grundstückseigentümer ein, die jetzt einfach die Aufhebung der Reichs Kleingartenordnung forberten. Diesem Sturm scheint man in der Permaftung des Oberpräsidiums er legen aufein. Denn als die Reufestlegung nach Rentenmart zur Debatte stand, da wurde gerade mit dem Hinweis auf diese Aufhebunasgefahr argumentiert, und es wurde auch gedroht, daß man bebördlicherseits sich in dieser Richtung bemühen merde, wenn nicht angemessene Bachtpreise zugestanden merden mürden. Daß das Oberpräsidium gleich 8 und 10 Pfennig für den Quadratmeter anfeßen zu follen olaubte, ist wohl nur dar auf zurückzuführen, daß die zuständigen Referenten sich aus den In auf zurückzuführen, daß die zuständigen Referenten sich aus den Inflotionszahlen noch nicht mieher auf die Goldrechnungszahlen zu rückgefunden hatten. Dasselbe ist zu fagen im Hinblick auf die schließ liche Festsetzung von 3 und 4 Rentenpfennigen. Der nach dem vom Landesfinanzamt Berlin ermittelten Er. tragswert im Borwärts" errechneten gerechten Bachtpreise be. dürfen insofern noch einer fleinen Korrektur, als auf den Ertragswert fogar noch ein Absch'aq von 15 Prozent für Wertverminderung aus den Kriens- und Nachkriegszeitfolgen zuneftanden wird. Nimmt man danach die Mittellinie zwischen landwirtschaftlichem und berufsnärtnerischem Ertragswert, fo temmt eine noch niedrigere Kleingartenpacht heraus, nämlich auf den Quadratmeter in Bodenflaffe 2: 1,2, 3: 1.0, 4: 0,6, 5: 05 Rentenpfennig. Hervorzuheben ist nod, daß zahlreiche und große Kleingartenflächen zur Zeit der Bachtübernahme Brach und Dedland waren, affo gar feinen Ruhungswert batten, was eine noch geringere Bachtleiftung rechtfertigt. Bet 3 bis 4 Bfennig im Durchschnitt je Quadratmeter haben die Kleingärtner für rund 6000 Settar Land eine nach dem Gefen nicht vertretbare Uebernacht in Gesamthöhe von rund 1½ Millionen( 1 500 000 m.) Goldmark im Jahre zu leisten, die für fie als eine Arbeitsst euer mirtt. Und die wenigen Grundeigen timer, die schon die gefeglich ihnen zustehende Bacht als Rente einftreichen, nehmen die anderthalb Millionen Goldmart als eine Boxcalf, kurzspitze Damen- Halbschube, Chevrean, elegante spitze Form. Knaben- Schnürstiefel, vorzügl. Strapazierstiefel, Grösse 36-39. 9 U. 3.1 50 Herren- Schnürstiefel, Rindbox. dauerhafter Strapazierstiefel. Damen- Hochschaftstiefel, Chevreau, moderne spitze Form. de. Boxcalt, moderne Form, sehr guter Strapazierstiefel. Damen- Halbschuhe, braun Rindbox, Original GoodyearWelt. | Ueberrente in Empfang. Ist ein solcher Zustand haltbar in einer Zeit, wo das Arbeitseinkommen der Beamten, Angestellten unb Arbeiter erheblich unter dem Vorfriegseinkommen steht und diese Bolfsschichten ihres gangen Spar- und sonstigen Bermögens durch die Geldentwertung enteignet worden sind? Der Herr Oberpräsident und der Herr Wohlfahrts. minister mögen diese Lage einmal von neuem überdenten, und dann eine neue und gerechte Bachtpreisfestsetzung anordnen, wie sie hier rechnungsmäßig angeführt ist. Der brandenburgische Arbeitsmarkt. Die Lage des Arbeitsmarktes blieb ungleich und schwankenb. Doch war im allgemeinen ein Zug zur Befferung zu beobachten. Besonders tritt das hervor, indem fast in allen Orten die Zahl der Kurzarbeiter abnimmt. In der Landwirtschaft hat sich bei dem anhaltenden Froft nichts geändert. Der bergbauliche Arbeitsmarkt zeigte eine fieine Besserung. In der Industrie der Sieine und Erden sind in Freienwalde Einstellungen zur Tonschachtung erfolgt. In der Glasindustrie ist in den Biashüttenwerken Ger mania im Bezirk Finsterwalde wegen Lohnstreitigkeiten ein Streit mit 350 Beteiligten ausgebrochen. Wegen Abfabichwerigkeiten find in der Porzellanfabrit in Teltow 45 Arbeiter entlassen. In der metallverarbeitenden Industrie war der Geschäftsgang nicht einheitlich, indem wohl in einigen Orten Neueinstellungen erfolgten, dagegen aber die Entlassungen in onderen Bezirken die Neueinfiellungen bei weitem überwogen. In der Optik war die Nachfrage nach Facharbeitern immer noch rege. Der gute Geschäftsgang in der Textilindustrie war immer noch anhaltend. Es fanden weitere Neueinstellungen statt. in einigen Bezirken gute Beschäftigung, dagegen in Neudamm tst immer noch keine Aufnahmefähigteit zu verzeichnen. Die Firma F. Echwarklopff u. Co. hat sämtlichen Arbeitern gekündigt, da sie sich nicht mit einer Verlängerung der Arbeitszeit einverstanden erftarten. Im Holzgewerbe find allgemein Neueinstellungen vorge. nommen worden. In den Hutfabriken ist die Geschäftslage nicht einheitlich, Desgleichen war es auch etwas lebhafter im I a b afgewerbe, Im Bekleidungsgewerbe fonnte die Beobachtung ge mocht werden, daß einige frühere selbständige Gewerbetreibende ihr Gewerbe wieder anmeldeten. Auch sonst war die Bermittlungs tätigkeit rege. Binnenschiffahrt und Baugewerbe ruhten durch den Witterungseinfluß gänzlich. Für ungelernte Arbeiter mar bie Bermittlungstätig feit verhältnismäßig gering, ba auch einige Notstandsarbeiten wegen des scharfen Frostes eingestellt wurden. Für toufmännische sowie Bureauangestellte besteht teine Nachfrage, da sich der Arbeitsmarkt infolge des Ab. baues von Behörden besonders ungünstig gestaltet hat. In der Bermittlung von weiblichem Bersonal für Haus. nirtschaft ist eine bedeutende Befferung eingetreten. Sortiert 10 90 Damen- Halbschuhe, prima Chromlack. Herren- Halbschuhe, braun Rindbox, Original Goodyear- Welt, spitze Form. 11° 11 12 W. 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