Nr. 57 41.Jahrgang fusgabe A fir. 28 bezugspreis: Böchentlich 85 Goldpfennig verans zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg wöchentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmark pro Woche. Kreuzband endungen nur gegen werts beständige Rahlung. Boftbezugspreis für Februar 4,- Goldmart. Der ,, Borwärts" mit der Sonntagsbeilage ,, Bolt und Reit" mit ,, Giedlung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 3,50 Goldmart. Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 0,20 Goldmart( auläffig zwei fettgedruckte Borte), fedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 3. Februar 1924 Kommender Linksblock in Frankreich. Der Parteitag in Marseille. Paris, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der sozialistische Parteitag in Marseille hat am Freitag die Debatte über die Frage der Wahlfaffik in einer Sigung, die bis nad Mitternacht dauerte, zu Ende geführt, nachdem alle Richtungen ausführlich zu Worte gekommen waren. Es wurde eine Kommiffion von 25 Mitgliedern eingefeht, der die eingebrachten Refolutionen überwiesen worden find. Der Gesamteindruck der Debatte läßt sich dahin zusammenfaffen, daß über die Ngtwendigkeit der gemeinsamen Führung des Wahlkampfes mit anderen Parteien Einmütigteit herrscht, da selbst diejenigen Delegierten, die einem Zusammengehen mit den kommunisten statt mit den bürgerlichen Gruppen den Vorzug geben, die vom fommunistischen Parteitag aufgestellten Bedingungen tädhalflos ablehnen. Unter diesen Umständen sieht die übergroße Mehrheit des Parteitages in der Bildung einer gemeinsamen Kampffront mit den bürgerlich- demokratischen Parteien die einzige Möglichkeit, den nationalen Blod zu stürzen. Meinungsverschiedenheiten ergaben sich nur in der Frage, ob dieses Zusammengehen mit den bürgerlichen Nachbargruppen auf den Wahlkampf beschräntt bleiben foll oder inwieweit es im Parlament eine Fortfehung erfahren soll. Angesichts des fowohl von der Mehrheit wie von der Minderheit zum Ausdrud gebrachten Wunsches, daß der Parteitag sich in der Frage des Vorgehens bei den Wahlen auf einen einstimmigen Beschluß einigen müffe, ist anzunehmen, daß man sich auf einer mittleren Cinie finden wird. Die Debatte wird heute nachmittag fortgesetzt. Es soll in einer zweilen Nachtfihung zur Abstimmung tommen. Wilson im Sterben. Paris, 2. Februar.( TU.) Wie aus Washington gemeldet wird, nehmen Wilfons Kräfte immer mehr ab. Er fann vor Schwäche nicht mehr sprechen. Die Temperatur ist normal. Die Atmung beträgt 20, der Puls 96. Er leidet nicht. Man erwartet jeden Augenblic fein Ableben. New Yort, 2. Februar.( WEB. Durch Funkspruch.) New York World" veröffentlicht eine von dem früheren amerikanischen Botfchafter in Berlin, Gerard, am Freitagabend abgefandte Mit teilung, nach der Gerard am Freitag einen Brief des Sekretärs des erkrankten früheren Präsidenten Wilson erhalten bat, ber besagt, daß Wilson Mitglied des bon Gerard gebildeten Somitees zu werden wünsche, das Gelder für deutsche Schriftsteller, Aerzte, Künstler und andere Intellektuelle auf bringen will. Gerard bezeichnet es als charakteristisch, daß der schwer leidende Wilson von seinem Krantenlager aus den Willen befundet, Notleidenden zu helfen und Haß zum Verschwinden zu bringen. Die Tat Macdonalds. Billigung in London. London, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Note der englischen Regierung an Sowjetrußland wird in der„ Times" fritisch besprochen, wobei das Blatt besondere Bedeutung der in der Note angekündigten Konferenz in London beimißt, zumal Rußland meniger die Anerkennung als Kredite benötige. Daily Tele. graph" meint, daß die Note nur einen Anfangsschritt bedeute, wobei die tommenden Verhandlungen schwierig und fompliziert sein dürften. Der liberale Manchester Guardian" ist der Anficht, daß die Verhandlungen desto mehr Aussichten auf Erfolg baben, je mehr die russischen Unterhändler im Geiste der Gleich. heit und der Freundschaft und nicht des kleinlichen Feilschens handeln; die Sowjetregierung werde nun besser in der Lage sein, den wirtschaftlichen Tatsachen ins Gesicht zu schauen; dazu gehöre vor allem die Tatsache, daß die Wiederherstellung des ruffischen kredits eine für den Durchschnittsengländer befriedigende Re. gelung all der Schwierigkeiten wäre, die Macdonald in feiner Note angedeutet habe und die den Gegenstand der geforderten Konferenz bilben würden. Die Daily News" ist mit der Note sehr zu frieden und bezeichnet sie als die erste große Tat der neuen Regierung, die ein Ende mache mit der irrjinnigen Politit des Sichfernhaltens von Rußland. Auch die Westminster Gazette" er flärt, daß alle Liberalen diesen Schritt billigen werden, und meint im Hinblick auf die Lebenswichtigkeit der für die späteren Berhand lungen zurückgestellten Fragen, daß Macdonald weise gehandelt habe, indem er die Regelung aller dieser Fragen erst für die Zeit nach der vorangegangeren Anerkennung beabsichtige. Hätte man diese Fragen vor der Anerkennung diskutieren wollen, so würde bies eine endlose Verschleppung der Anerkennung bedeutet haben, mährend die vollzogene Tatsache eine Atmosphäre schaffe, in der die Lösung aller schwebenden Brobleme viel leichter fein dürfte. Die Anerkennung bedeute auch die Bereitwilligkeit, Rußland auf die Beine zu helfen. Die günstigen Ergebnisse dieses Schrittes würden sich in ganz Europa fühlbar machen durch er. höhten Handel, verminderte Arbeitslosigkeit und Beseitigung ernfter Gefahren für den Frieden. Macdonald verdiene Glüdwünsche nicht nur für das, was er getan habe, sondern auch für die Art, wie er es getan habe. Das Organ der Arbeiterpartei, Daily Herald", schreibt, daß die Anerkennung längst fällig war, und fügt hinzu:" Behn Tage nach der llebernahme des Amtes hat der Bremierminister burch die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland in greifbarer Weise einen schweren Schaden wieder gut gemacht, der bisher der Industrie und dem Handel Großbritanniens dadurch zugefügt wurde, daß Hindernisse zwischen den Bölkern künstlich aufgerichtet blieben." Der Lloyd George nahes stehende Daily Chronicle" erklärt, doß die bisherige Beige rung, Sowjetrußland anzuerkennen, gleichbedeutend war mit einem hartnädigen 3gnorieren von flaren und logischen Tatsachen. Selbst der„ Daily Expreß" des Lord Beverook nennt die Handlung Macdonalds weise und flaatsmännisch.. Englands Hände seien in feiner Weise gebunden und seine Lebens. intereffen nicht angetastet. Den Interessen, die zu verteidigen die britische Regierung das Recht und die Pflicht habe, sei in feiner Weise durch die Note vorgegriffen worden. Wenn Rußland wünsche, den vollen Vorteil aus seiner Anerkennung zu ziehen, dann müßten feine Vertreter den guten Glauben und gefunden Menschenverstand während der neuen Vertragsverhandlungen, insbesondere bei der Regelung der Schuldenfrage, zeigen, und wenn greifbare Ga rantien für den wechselseitigen Handel gegeben würden, dann müre den auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Län bern wieder ebenso blühen wie einst, Der Aerger in Paris. Paris, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Nachricht von der Anerkennung der Sowjetregierung durch das neue englische Rabinett hat hier große Ueberraschung hervorgerufen. Auf Grund der Londoner Meldungen der Pariser Blätter hatte man allgemein angenommen, daß Macdonald gerade in dieser Frage sehr vorsichtig zu Werte gehen würde. In den offiziellen Kreifen ist die Weber raschung über den Entschluß der englischen Regierung von startem Mißbehagen begleitet, da man von demokratischer Seite fomiz aus den Kreisen der Wirtschaft, in denen bereits seit längerer Zeit eine lebhafte Propagnda für die Wiederaufnahme der Beziehungen mit Rußland gemacht wird, einen verstärkten Drud befürchtet. Die rechtsstehenden Blätter( getreu dem englischen Grundfat to make the best of it" das Beste daraus zu machen! Reb.) verzeichnen mit Genugtuung, daß der Beschluß des englischen Kabinetts starte Reserven enthält und die Forderung nach Anerkennung der Bor. friegsschulben sowie der Berträge, wenn auch nicht in fategorischer eife, so doch mit Nachdruck aufrechterhalten wird. In den fozialistischen und demokratischen Kreisen wird der Entschluß als der entscheidende Schritt, Rußland für die europäische Wirtschaft wieder zugewinnen, vorbehaltlos begrüßt, und die Bassivität der franzöfifchen Regierung, die nunmehr die einzige fei, die jeden diplomatischen Verkehr mit Mostau ablehne, aufs stärkste kritisiert. Eine Londoner Regierungserklärung. London, 2. Februar.( Reuter.) Hier herrscht die Auffassung, daß die Note an Rußland den Stempel diplomatischer Borsicht trägt und daß sie den Bolschewiften nur bis zum halben Wege entgegen tommt. Die Anerkennung hat wenig oder feinen Wert für Rußland, wenn nicht die jetzt folgenden Verhandlungen so verlaufen, daß Rußland Kredit erhalten kann. Die britische Regierung wird wahr scheinlich die Forderung aufrechterhalten, daß Rußland die bestehenden Berpflichtungen anerkennt. Wer wird Sowjetbotschafter in London? Zur Anerkennung der Sowjetregierung. In Moskauer politischen Kreisen ist lehthin, wie der Oft- Expreß meldet, die Frage der Person des russischen diplomatischen Bertreters in London bereits viel erörtert worden. Unter den Kandidaten für diesen Boften stehen Ratomosti und Kraffin obenan. Ratowski, der Leiter der Londoner Sowjethandelsvertretung, ist der Außenhandels fonferenz im Januar d. I. in Moskau, an der sämtliche russische Handelsvertreter im Ausland teilnahmen, ferngeblieben, weil feine Anwesenheit in London wegen des von dem neuen englischen Rabis nett erwarteten Umschwungs in der russischen Frage für notwendig erachtet wurde. Es ist daher anzunehmen, daß er jedenfalls zunächst mit der Führung der Geschäfte betraut wird. Auch für den Bot fchafterposten gilt er als Mitglied des fommunistischen Zentraltomi tees und früherer Borfizender des ukrainischen Rates der Volks. fommiffare für qualifiziert. Sobald die Ernennung eines Botschaf ters afut wird, fäme jedoch auch Krassin in Frage, der durch feine frühere Tätigkeit in London dort gut eingeführt ift. Daß sich in der wirtschaftspolitischen Diskussion zwischen Kraffin und der Barteileitung Gegenfäße gebildet haben, braucht nicht unbedingt als Hindernis zu gelten. Gerade in solchen Fällen find hervor. ragenden Sowjetpolitikern bereits früher wiederholt Auslandspoften übertragen worden. Kein Rücktritt Trotkis? Auf dem Kongreß der Sowjetunion erklärte Ramene to noch, daß die Angaben über den Rüdtritt von Trogli ebenso in das Reich der Fabel fallen, wie die Mitteilungen über innere Berwürfe niffe im Sowjettabinett. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkane Lindenstraße 3 Das Bürgertum regiert! Wirrungen Wandlungen. Selten hat ein Ausspruch mehr Unheil gestiftet, als der berühmte des Italieners Cavour:" Mit dem Belagerungszustand kann jeder Esel regieren." Durch ihn haben sich viele politisch Minderbegabte zu dem Gedanken verleiten lassen, sie Pönnten regieren, wenn sie dabei nur den Belagerungszustand zu Hilfe nähmen. Aber, sie können es doch nicht, das hat die Erfahrung immer wieder bewiesen, immer wieder waren die Ergebnisse tatastrophal. Um mit dem Belagerungszustand regieren zu fönnen, muß man sehr viel politische Intelligenz, sehr viel Taft, sehr viel Einfühlung in das Seelenleben des Boltes besigen und auch dann geht es nur eine Weile. In der Kadettenschule, auf der Kriegsakademie, im Kasino erwirbt man solche Fähigkeiten nicht. Auch die Inhaber der vollziehenden Gewalt sind in gewiffem Sinne Opfer des militärischen Ausnahmezustandes. Sie sind zum Regieren tommandiert worden, und nun tun sie es. Wahrscheinlich wäre den meisten von ihnen wohler, wenn fie eine feste politische Führung über sich fühlten, und am wohlsten, wenn sie sich auf ihr natürliches Betäti gungsfeld zurückziehen dürften. Go aber heißt es für sie: Man glaubt zu schieben und man wird geschoben." Alles. was im Stile der alten Zeit zu den Gutgesinnten" zählt, drängt in ihren Schutz, wie die Schafe zur Hürde; den Bürgerblöcken sollen sie ihre Wahlgeschäfte besorgen, von völkischen Butschagenten find sie wie von Schmeißfliegen umschwirrt. und bemühen sie sich, ihren Kopf aus dem Treiben herauszuhalten, so droht man, fie auf der Reitbahn zu erschießen. " Die Verantwortung für die Dummheiten, die geschehen, für die Erbitterung, die ins Bolt getragen wird, trägt die Reichsregierung. Sie hat vergessen, daß nach der Berfaffung alle Gewalt vom Bolte ausgeht und nicht von der Reichswehr. Ihr fehlt der Mut, gemeinsam mit den reichs treuen Landesregierungen außerhalb Bayerns die Aufa rechterhaltung der Ordnung in die eigenen Hände zu nehmen. Sie traut sich selber nicht, wie soll ihr dann das Bolt trauen? * ab, und bald darauf oder kurz zuvor wird sich der Reichs. Am 15. Februar läuft das Ermächtigungsgefeg tag wieder versammeln. Dann wird es Zeit sein, mit der Reichsregierung darüber Generalabrechnung zu halten, wie sie mit dem ihr anvertrauten Pfunde gewirtschaftet hat. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat seinerzeit dem Ermächtigungsgeseß zugestimmt in dem Bewußtsein, damit einer Entscheidung im offenen Feld auszuweichen, die nicht zum Vorteil der arbeitenden Massen ausgefallen wäre, und die ihnen ganz gewiß nichts von dem hätte ersparen fönnen, was über sie hereingebrochen ist. Die bürgerliche Mitte war entschlossen, allein zu regieren; wenn es nicht mit dem Ermächtigungsgefeß ging, so mit dem Artikel 48, und wenn es nicht mit diesem Reichstag ging, dann ohne ihn. Und täuschen wir uns darüber nicht: sie hatte auch die Macht dazu! Die wirtschaftliche Widerstandskraft der Arbeitnehmer war durch die lange Inflationsperiode und durch die zunehmende Arbeitslosigkeit erschöpft. Die Arbeitgeber Waren bereit zur Abrechnung mit den Novemberverbrechern", die den A cht st undentag eingeführt, die Löhne hinaufgedrückt und die Arbeitnehmer zu einem gleichberechtigten Faktor gemacht hatten, ja denen es sogar mitunter gelungen war, bei Arbeitsstreitigkeiten die Staats macht zugunsten der wirtschaftlich Schwachen zu mobilisieren. Mit programmatischer Pünktlichkeit vollzog sich die Konterrevolution des Kontors, begann die soziale Reaktion die vorbezeichneten Stellungen zu nehmen. Dazu tam die verbrecherische Zersplitterungsarbeit der Kommunisten, tam auch, wiederum durch ihre Schuld, der Umstand, daß die Antimarristen"-Hetze nicht ohne Wirkung auf schwankende Mittelschichten geblieben war. Unter diesen Umständen tat die Sozialdemokratie das, was man im politischen Sprachgebrauch Englands nennt: dem Gegner eine Chance geben. Sie eröffnete da sie es doch in diesem Augenblick nicht verhindern konnte der Bourgeoisie die Gelegenheit, zu zeigen, was sie fann. Und wenn das Ergebnis niederschmetternd ist, so tompromittiert es nicht das arbeitende Bolt und seine Bertreter, sondern die Bourgeoisie und ihre Vertreter. Jetzt geht jedermann fühlt es durch die Massen ein neues Erwachen. Immer gewaltiger wird die Zahl derer, die, hoffentlich für immer, von dem Wahn geheilt sind, man müsse nur die bürgerlichen Respektabilitäten regieren lassen, dann werde es schon gehen. Abbau der Gerechtigkeit, Abbau der Löhne, Abbau der Arbeitszeitverordnung, des Arbeiterschutzes, der sozialen Fürsorge auch der Blinde fühlt jetzt mit dem Krüdstock, wohin die Reise geht, wenn sie ohne und gegen die Sozialdemokratie gemacht wird. Der Entwurf der dritten Steuernotverordnung ruft neue Massen auf den Plan- hat er doch mit seinen antisozialen und parti fularistischen Tendenzen selbst im bürgerlichen Lager schärfste Kritik hervorgerufen. Und schon seine Entstehungsgeschichte wirkt wie eine Parodie auf die Behauptung, daß man heut zutage die Gefehe nicht im Parlament madhen tönne, weil rasche Arbeit nötig sei! Angesichts des Sturmes, der fich gegen diese Misgeburt von allen Seiten erhebt, ist es fogar ungewiß geworden, ob der Vater mit diesem Kind den Hof noch rechtzeitig erreichen wird. Nach dem 15. Februar fann die Regierung feine Berordnungen mehr auf Grund des Ermächtigungsgefeges erfaffen. Bersäumt sie diesen Termin, so wird sich der Reichstag doch noch mit der ganzen verwickelten Materie beschäftigen müffen. * Im Frühjahr wird die Sozialdemokratie den Wahl tampf mit unvergleichlich besseren Aussichten aufnehmen, tampf mit unvergleichlich besseren Aussichten aufnehmen, als sie es am tiefsten Kurvenpunkt ihrer Machtentwidlung, im Herbst vergangenen Jahres, hätte tun können. Es geht wieder aufwärts! Nach den Erfahrungen, die das Bolf in einer Periode unumschränkter Bourgeoisherrschaft machte-machen mußte, weil es der Sozialdemokratie nicht die genügende Kraft gegeben hatte, den sozialreaktionären Ansturm Der Kapitalsmächte aufzuhalten, wird es zu entscheiden haben, ob dieses System weiter fortgesetzt werden soll oder ob Sozialdemokratie eine Stärfe gewinnen soll, die seine Wiederkehr unmöglich macht. So öffnet sich der Sozialdemokratie ein weites Feld zu Ausfaat und rafcher Ernte. Es gilt auf der einen Seite, die Berwirrten aufzuklären, die noch immer vom kommunistischen Barolenquatich wie benommen sind, es gilt auch die große Reservearmeemobilzumachen, die heute noch unter bürgerlichen Fahnen marschiert. Gerade zur Lösung der zweiten Aufgabe, die nicht minder wichtig ist als die erste, hat die manchen zu vorsichtig erscheinende Politik der sozialdemofratischen Reichstagsfraktion die besie Vorarbeit geleistet. Wir find den bürgerlichen Parteien nahe genug gekommen, um die jenigen ihrer Mitläufer, die sozial zu uns gehören, zu uns herüberzuziehen und da die bürgerlichen Barieien nun alles tun, um sie zu uns herüberzu ft oßen, so mögen wir ihnen zeigen, daß in unseren Reihen für sie noch Blaß genug ist! Die Sozialdemokratie wird vielleicht im Kampf um die Macht den Kranz des Sieges noch öfter berühren, bevor fie ihn dauernd festhalten wird. Ausschlaggebend für die endgültige Entscheidung ist, daß auch ein im Augenblick vielleicht unvermeidlicher Rückzug teine Berwirrung in ihre Reihen trägt und daß sie an die Aufgaben, die ihr der Besitz der Macht ftellt, immer reifer herantritt. Das ist ein Problem der Führer, aber auch der Massen. Beide müssen wissen, was man will, und daß man alles, was man will, leider nicht gleich auch tann! Und geht nicht heute auch wirklich ein Zug der Selb ft. besinnung durch die Maffen des arbeitenden Bolles? Und macht sich nicht zugleich auch ein neues Selbstvertrauen bemertbar? Hobles Kraftmeiertum, das sich in großen Ver fprechungen felbft berauscht, flappt an der nächsten Ecke zujam men.( Herrlichen Zeiten führe ich Euch entgegen!") Wirt= liches Selbstvertrauen stellt sich nur lösbare Aufgaben. Die nächste Aufgabe heißt: Fort mit dem Belagerungszustand! Sturz des Bourgeois Absolutismus, der tapitalistischen Sozialreattion im tommenden Wahlkampf! Kampf auf Leben und Tod. Gegen den Opportunismus und Reformismus. Das Berhängnis geht feinen Lauf. Sino wje w hat mit feiner Lintsschwentung alle Fesseln hemmungsloser Zersegung in der SPD, geöffnet. Die illegalen Blätter, die die Kommunisten herausgeben( es ist ein Unsinn, daß man diefe Partei ausge. rechnet jett zur Illegalität verurteilt!) sind voll von heftigen Auseinandersetzungen der Kommunisten untereinander. Der Rote Kurier", ein Leipziger Mitteilungblatt der KPD., bringt Spaltenlange Auseinandersehungen mit dem" Reformismus" der bisherigen Barteizentrale. Wir fönnen nicht alle Einzelheiten wiederMangelnde Organisation. Bon Paul Gutmann, In einem großen Schweizer Hotel weigern fich die onwesenden Franzosen und Engländer, mit den zahlreich vorhandenen Deutschen in dem gleichen Speisesaal zu elfen. Der Verwaltung bleibt nichts anderes übrig, als den Deutschen in einem abgelegenen Raum au fervieren. Ein betannter Chemiter, Brofeffor an der Technischen Hochschule, der sich öffentlich auch als Bazifist bekannt hat, muß es erleben, daß ein anderer Professor sich von seinem Speisetisch entfernt, nachdem er erfahren hat, wer fein Gegenüber sei. I handlungen fommt das Rompromißgefeh zustande, das an Stelle der Notverordnung nunmehr in Kraft treten und dem Kleinbesig gewisse nicht unerhebliche Erleichterungen bringen soll. 3 weiter Att: Der Staatsrat, der nur durch das Ber bleiben der drei Demokraten beschlußfähig ist, nachdem Sozialdemo fraten und Kommunisten den Saal verlassen haben, lehnt den Gesetzentwurf ab, so daß dieser nach der Verfaffung dem Plenum erneut vorgelegt werden muß. 3wischenspiel: Der Staatsrat, ber der ihm höchst unsympathischen republikanischen Regierung befonders eins auszuwischen gedachte, hat nur eine Kleinigkeit übersehen: daß nämlich sein Einprudsrecht automatisch die schärferen Bestimmungen der Rotverordnung wieder aufleben läßt. geben. Nur einige Proben. Sie werden genügen! Thalheimer| Brandler hatten in ihren Thefen( wieviel Thesen hat Thalheimer fchon fabriziert?) als Lehre des„ Oftober- Rüdzugs" festgestellt, daß die KPD. sich nur auf einen End kampf zur Eroberung der polittfchen Macht vorbereitet und die Einleitung von Leiltämpfen mit weniger aggreffiven Mitteln und Kampfmethoden abgelehnt habe". In dieser ftarren Saltung sieht der rechte Flügel die Ursachen der Oktober- Niederlage. Auf gut Deutsch: er bekennt, den Mund zu voll genommen zu haben. Diese Behauptung erbost die Oppositionsmänner. Sie finden, daß die Zentrale, wenn man von dem ohrenbetäubenden Kraftmelertum der Parteipreffe ( 3. B. dem Radau vor dem Antifaschistentag) absieht", leineswegs auf den Endkampf eingestellt gewesen sei. Im Gegenteil:„ Die Zentrale hat in der Maibemegung im Ruhrgebiet, wie in Oberschlesien die Dritter Art mit dramatischem Höhepunft: Der Staatsrat vorstürmenden Arbeitermassen brutal zurückgewiesen. Jede Ausfällt tief in die Grube hinein, die er anderen durch seine Ueberschlaubreitung des Kampfes und Weiterftedung seiner Biele stempefte die heit zu graben gedachte, und schon ertönen aus dem Graben, in Bentrale als ein Eingehen auf die Provokationen der Bourgeoisie" den in seinem ersten Schreck das Agrarierblatt, die Deutsche TagesIn langen geschichtlichen Untersuchungen stellt der Rote Kurier" zeitung", mit hineingefallen ist, verzweifelte Hilferufe an die fest, daß seit langem in der Partet die opportunistisch preußische Regierung. reformistischen Elemente geherrscht hätten. In Grund und Boden wird die sächsische Lattik verurteilt, die nur der Sozialdemokratie geholfen habe. Die Parteizentrale sei durch die Streitwellen im Sommer 1921 völlig überrascht worden. " Die unendliche Welle von Streiks, die das ganze Reich im Sommer 1921 überflutete, ließ die Zentrale überhaupt falf. Man ließ sie unter der Bacole Friedenslöhne" im Sande verlaufen. Am raffesten wird die Haltung der Parteiinstanzen zu ben revolutionären Aeußerungen der Arbeiterklasse beleuchtet durch die Stellung zum fogenannten Euno- Generalftreit, wo einfach die Bewe gung unter Aufstellung von ganz belanglojen Forderungen durch einen befristeten Generalstreit abgewürgt wurde." Der Eintritt in die sächsische Regierung fei für die fopflose Bartelteitung der einzige Ausweg gewefen. Böttchers Reden werden jämmerliche Tyraden" genannt. Sedert wird vorgeworfen, doß er versucht habe, die" lächsischen Indu striellen zur Rettung der Arbeitertiaffe zu beme. gen", aber:„ Der Klassenfeind fäßt sich nicht gern auf Späße ein. Am 29. Oktober jagen Reichswehrsoldaten die Koalitionsminister auseinander." Es ist die heiligste Pflicht jedes Arbeiters, mit dem verfeuchenden Gelft der bisherigen Einstellung und deffen Wort. führern scharf ins Gericht zu gehen. Wir müssen auf unserer Fahne mit feurigen Buchstaben den Kompf auf Leben und Tod gegen jeden Opportunismus und Reformismus schreiben, soll die Kommunistische Partei zur Bannerträgerin der herannahenden proletarischen Revolution werden." Wir sind nicht ängstlich. Die Leute, die jetzt das Heft in der Kommunistischen Bartei ergriffen haben, werben sie ganz gewiß auf dem schnellsten Wege ruinieren. Schon sind sie dabei, nach Ginomjers schönem Programm durch Niederlagen zu neuen Siegen zu schreiten". In einem Flugbla't ruft das Direftorium der KPD. zu gewaltigen Massendemonstrationen om 13. Februar im ganzen Reiche auf. Man braucht aus dem ganzen Flugblott nur einen Satz zu zitieren: Ist das Spiel zu Ende? Wir wissen es nicht; wohl aber dürfte das Verhalten der agrarischen Akteure geeignet sein, den Zu schauern gründlich die Augen darüber zu öffnen, welchen Bärendienst die gefeiertste Behörde aller Reaktionäre in Breußen ihnen geleistet hat, wenn nunmehr die verschärften Bestimmungen der Notverord nung in Straft bleiben. Hoffentlich vergißt der ländlige Klein best sämtliche drei Afde dieses Spiels nicht vor der Kleinbeitt nächsten Wahlen! Demonstrationen find verboten! Aber der Landbund pfeift darauf. Greifenberg( Pommern), 2. Februar.( Tul.) Heute fand hier die erste diesjährige Arbeitgeber- und Bauernverfammlung statt. In dieser wurde neben anderen Berufspolitischen Fragen auch zur Lage der Landwirtschaft hinsichtlich der Besteuerung Stellung genommen. Die Bersammlung stellte folgende Forderungen auf, die fofort dem Landrat und dem Finanzamtsleiter übereicht wurden: 1. Bereinfachung der Steuergefeßgebung, 2. Berechnung nach dem Ertragswert, 3. Einfegung von Boreinschätzungsfommissionen, 4. Breisgestaltung auf Grund der Gestehungskosten, 5. Schaffung von Schutzölfen und 6. fofortige Auflösung von Reichs- und Landtag und Ansehung von Neuwahlen. In der Bersammlung machte sich eine ungeheure Erregung geltend, die immer wieder durch den Vorsitzenden beschwichtigt werden mußte. Man beschloß, die Kommission, die diese Forderungen überreichen follte, zu begleiten. Ueber 2000 Bauern warteten vor den Behörden. Dann wurde ein hoch auf den Landbund ausgebracht, und unter Absingung des Deutschlandliedes zogen sie wieder ab. Die Arbeit der Sachverständigen. Am Sonnabendnachmittag befaßte sich der erste Unterousschuß der Komitees Dawes mit der Frage des deutichen Budgets auf Grund des von der Reichsregierung unterbreiteten fiatifiiiden Materiale. Im zweiten Unterausschuß. der sich mit dem Bank. wefen befchäftigte, war einige Reit Reichebantpräsident Tr. Echacht anwesend, wobei ibm von den Sachverständigen ein eigener Plan einer Goldnotenbank vorgetragen wurde. Auch an der Eizung des Marenna- Ausschusses nahm Dr. Schacht teil. Keine Schuporückkehr.. " Unfere Not, unseren Hunger, unseren proletarischen Zorn werben wir in die Straßen tragen. Mögen die Stlavenhalter vor uns zittern. Und die verbotenen proletarischen Hundertschaften werden die Leiber ihrer Brüder, Frauen und Kinder schüßen." Das heißt, lehenden Auges und im vollen Bewußtsein dessen, was man tut, Arbeiter, ihre Frauen und Kinder in blutige Niederlagen hineintreiben, um bie Schuld für seine eigenen Berbrechen auf andere, auf die Sozialdemokratie, abwälzen zu. tönnen. Die Phantasten und Narren, die diesen neuen Kurs auf russischen Befehl zu steuern versuchen, werden sehr bald grünblättern erschienene Melbung, wonach die Befagungsbehörden ibre Paris, 2. Februar.( Eigener Drabtbericht.) Die in deutschen Cich Schiffbruch leiden. Sinomjem wird bald um eine Illusion ärmer werden. Erlaubnis zur Rüdtebr der Saupo ins befeste Gebiet era teilt hätten, bedarf der Berichtigung. Es bandelt sich zunäd ft nur um die von den Befagungsmächten erteilte Genehmigung zu einer Berstärkung ber blauen Boliget in denjenigen Städten, in denen der augenblidliche Mannschafte bestand nicht ausreicht, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. 8u gleider Zeit ist allerdings mitgeteilt worden, daß gegen eine Einreibung der ausgewiesenen Schupobeamten in die blaue Polizei feine Bedenken bestehen, soweit die Beamten aus Rheinland und Westfalen gebürtig sind. Das preußische Satyrspiel. Erster Art: spielt in der Vergangenheit. Der Ständige Ausschuß und das Preußische Staatsministerium be schließen gemeinsam die Notverordnung über die Erhebung der Grundsteuer, die der Landtag nachträglich annehmen oder abtehnen kann. Nach langen frattionellen und interfraktionellen BerWarum tobt jeden Tag von neuem der Kampf in der Untergrund. oder Straßenbahn? Warum werden immer von neuem Frouen, Greife, Leute mit unzeitgemäßer Sanftmut beiseite gebogt, mit Schimpfrörtern überhäuft, mit den Stiefelfohlen bearbeitet? Borum hat nicht längst eine links. oder meinetwegen rechtsradifale Organisation die Sache in die Hand genommen, einen verkehrs. notwendigen Ku- Klux- Klan organisiert, die Schaffner gefnebelt, die Schwächlinge vom Trittbrett geworfen und den Berkehr in schneidige Bahnen gelenkt? Ein Dr. Achellis hat angeblich einem jungen Mann die Seh fähigkeit durch hypnotische Suggestion genommen. Er wird des wegen vom Staatsanwolt perfolgt. Weiß der Staatsanwalt, wie Es ist höchste Zeit, derartige Möglichkeiten auszuschalten. Die töricht kontrarevolutionär er handelt? Man follte dem Mann jenent Gastfreundschaft, die bekanntlich bei tiefer stehenden Nationen wie Führerposten anvertrauen, zu dem sich Ludendorff, Hitler, Cuno, jum Beispiel bei ben Arabern, soweit geht, daß der Tobfeind darauf der Apostel Häußer, der Philosoph Steiner als unfähig erwiesen rechnen kann, freundlich aufgenommen zu werden, wenn er durch hoben. Wenn jener Hypnotiseur wirklich folche fuggeftive Gewalt Zufall in die Behausung des durch ihn Getränkten geraten ist, diefe hat, so müßte man ihn das gesamte deutsche Bolt von Bayern bis Sentimentalität ist nichts für zivilifierte Europäer. Deshalb ftellt es Thüringen und Ostpreußen in Blindheit versehen lassen, anstatt zufich als immer notwendiger heraus, die Gaststätten streng nach Na- zusehen, wie es heute mit einer spärlichen Laterne von Juufion zu tionen, Ronfeffionen und politischen Richtungen zu trennen. Sowie Julion taumelt! es bereits rein völkische Bäder gibt, muß eine vernunftgemäße Organisation dafür sorgen, daß einem ehemaligen Korpsftudenten nicht die Berdauung durch einen Antimilitariften, einem beutschnationalen Juden nicht durch die Nähe eines Zionisten oder gar Sozialdemo fraten, einem Franzosen durch einen Deutschen gestört wird. Eine Derartige, einem schreienden Bedürfnis abhelfende Organisation hat bas arbeitende Bolt, also die große Mehrheit, freilich nicht zu be rüdsichtigen; denn letztere with durch unpaffenben Besuch fowieso nicht bei den Mahlzeiten gestört. Ein Mitglied jener Rommission, die zum Studium der deutschen Wirtschaftslage hierher gereift war, betlagt fid) über die teueren Dinerpreise. Auch hier ist wieder eine falsche Organisation am Werke. Man beföftige die ausländischen Gäste grotis. Man lasse sie an den nahrhaften Boltsspeisungen teilnehmen, etwa im Herzen Berlins, am Aleranderplaß, wo die stets wehende frische Luft einem etwa fehlen. den Appetit nachhelfen würde. Muniere Gespräche ous den Reihen der Wartenden würde die Tafelmusit des Esplanade oder Adlon er fetzen. Ein Regierungskommissar fährt von Berlin nach der Schweiz, um Sie dort zum Kuraufenthalt befindlichen Deutschen bei ihren Echlemmereien zu beobachten. Er tonn nichts Auffälliges entdecken. Das ist begreiflich; denn derselbe Mann hat dieselben Deutschen jahrelang in den Dielen und Luxusstätten des Kurfürstendamms gefehen und tonftatiert einfach, daß sich inzwischen nichts geändert hot. Warum schickte man nicht einen jener zahlreichen Jebellektuellen, die inzwischen langsam verhungern, von denen einer diefer Tage fich in Berzweiflung aus dem Fenster gestürzt hat, nach St. Mori, um die Unterschiede zwischen der Lebensweise jener Neureichen und ber eigenen zwods lehrreicher Aufschlüsse, festzustellen? Mangelnde Organisation! Mangelnde Organisation! Bluth im Staatstheater. Eine Barobie würde sich empfehlen. Man tun aber fo, als wenn die Tragödie des Herrn Karl Theodor Bluth, Die Empörung des Lucius" ein ernsthoftes und von starkem Willen inspiriertes Berf wäre. Dann tann man feststellen, daß man sich im Staatstheater um Wert oder Unwert des Wertes ein wenig balgte. Schließlich behielten die Freunde des Dichters recht. Sonft ist nichts Erfreuliches über diesen Abend zu melden. Der junge Mann, der nicht mehr vollkommen in den Kinderschuhen steckt, will ein wichtiges Broblem lösen. Zeigen will er wie das Königtum, das sich in Macht, in Kriegsluft und Unterdrückung des fleinen Mannes aufplustert, ab. gewirtschaftet hat. Der fleine, halb närrische Mann aus dem Bolt darf dem entlarvten König die Krone von der Stirn reißen, und der so leicht Entthronte fällt wie ein Dreckhäuflein in sich zusammen; zusammen mit seiner bösen Gattin und dem Vafallentros der übrigen Bluthunde. Was so schön ausgedacht und fo herzlich gefühlt ist, wurde ganz undramatisch von tausend guten und schlechten Borbildern be. einflußt auf die Bühne gebracht. Es ist ein geschwollenes Beug, über das fich die agierenden Komödianten die Mäuler müde reden. Raum eine Spur von Wortbegabung, nur ein unendliches Ueber fluten abgebrauchter und pompöser Phrasen. Der Dramatiter fieht vorläufig alles in abftratier Bifton, er mertt gar nicht, daß diese aufgebonnerten Sprechmaschinen ziemlich tomisch wirfen. Hat nun die Tendenz oder irgendein Einfühlen in fommende Gewalt den Intendanten und Regiffeur verleitet, diese Tragödie durch seine Arbeit zu adeln? Jegner wollte allerhand erfinden, um das Trockene und Dürre lebendig zu machen, aber die Tüftelei farm fich an dem untauglichen Objekte nicht bewähren. Die Schauspieler sind wie gelähmt. Sie werden zu einer Rethorit gezwungen, die typisch ift für einen Wortesucher, der nicht aus der Anschauung schöpft. Das unaufhörliche Geheute und pathetische Heraussprengen der Säße ist vielleicht der Stil für solche unbeseelte Kunst. Aber es gelangt nicht in das sehnsüchtige Ohr. Mut zur Jugend und denen, die noch nicht geworden sind, tausendmal Nicht einmal der Versuch des Intendanten ist zu verteidigen. wird das verlangt! Wer aber diesen Mut zeigt, muß auch das geniale Gehör für die echten Töne haben. Max Hochdorf. Shaw als Bierulf. vogel ein Buch mit dem Bemerken, hier ist eine luftige Operette von Eines Tages übergab dem Regisseur Robert Pirt ein SpaßOffenbach ohne Musit, das ist was für Sie. Es war die Komödie Androclus und der Löwe" von Bernhard Shaw. Da Herr Birt offensichtlich noch nie etwas von dem irischen Satiriker gehört hatte, glaubte er tatsächlich einen famosen Bierulf vor sich zu haben. Er fagle fich, ouf fo was fliegen die Berliner, das ist die richtige Boffe für die Staffe und garnierte das arme Stück zu einer Urt „ Orpheus in der Unterwelt" auf. Daß unter der übermütigen Ober. fläche, unter den luftigen Paradoren eine tiefe Weisheit steckt, daß die Figuren feine Hampelmänner, sondern Menschen voll innerer Tragit find, fiel ihm nicht auf. Ihm fam es nur darauf an, die nackte Handlung fo ultig wie möglich hinzuhauen, die Geschichte von dem Stlaven Androclus, der einen Löwen von wütenden Schmerzen befreit. Als er später gerade diesem Löwen im Theater zum Fraße vorgeworfen wird, erinnert der sich der Wohltat, frißt ihn nicht und folgt ihm von nun ab wie ein Hündchen. Diese rührende Fabel aus dem Altertum hat Sham benußt, um in feiner oberflächlich scheinenden Manier den Menschen, ihrer Religion und ihren Gebräuchen den Nimbus zu nehmen und sie in ihrer anziehenden oder abstoßenden feelischen Nacktheit zu zeigen. Gehalt der Komödie und arbeitet um jeden Breis auf billige Effette Das Refidenz- Theater ahnt nichts von dem ethischen hin, wobei ihm alle mittel recht sind. Sinn'os wird vom Text ge ftrichen, finnlos werden fnallige Zusäße gemacht. Mit den Bühnenbildern war George Groß, der augenblicklich sehr modern ist. betraut. Er hatte sich ebenfalls auf Bierull eingestellt. Leider ist ihm dabei nur wenig eingefallen. Im dritten Aft verließen ihn seine Kräfte ganz. Das Bühnenbild vom Kolosseum war geistlos, öde, langweilig und leer. Den Androclus es hat lange gedauert, bis sich ein Schaus spieler fand, der sich zu der Stillefiafeit hergab spielte Herr Biensfeld als völlig verblödeten Trottel frei nach Ballenberg. Das Publikum war alüdlich, wenn er Mäßchen machte. Der Las vinia der Franziska Rind fehlte die Holbieligkeit und Anmut, die bei diefer Rolle unentbehrlich ist. Dafür foftete sie die Worte durch wie ein Austernesser den Leckerbissen. Der einzige, der Shaw ver. standen zu haben scheint, ift Raoul Lange, der ben temperament vollen Ferrovius einfach, einbrudsvoll und überzeugend gab. Es fehlte nur noch, daß der Keiser in jüdischem Seren indhen wurde. Ich hatte es nach den ersten Worten Berthold Rosés schon gefürchtet. Dann hätte das Theater den Reißer gehabt, den es fucht. Ernst Degner. Aufhebung des Pachtschutes. Bereits vor Wochen wurde darauf hingewiesen, daß die Reichsregierung einen Verordnungsentwurf zur Benderung der jetzt gelfenden Bachtschuhordnung vorbereitet. Die Pläne gingen offenbar dahin, den Pachtschutz radital abzubauen. Inzwischen wurden die Verhandlungen vom Reichskabinett soweit abgeschlossen, daß der Entwurf einer Verordnung zur Bende rung der Bachtichuzordnung dem Ermächtigungsausfub des Reichstages zugestellt werden konnte. Der Inhalt dieses Entwurfs wich zwar in Einzelheiten von den ursprünglichen Plänen ab, bedeutete aber trotzdem nach wie vor den Beginn eines gründlichen Abbaaes des Pachtfájuhes überhaupt. 34nächst änderte er grundsätzlich die Borauslegung ab. unter denen fünftig die Pachteinigungsämter ihre Spruchpraris auszuüben haben. Sie sollten auf Antrag alle Berträge hinfichtlich der Leistungen abändern und verpflichtet sein, den Ertrag zu berücksichtigen, den das Grundstüd bei ordnungsmäßiger Be wirtschaftung nachhaltig zu gewähren vermag. Die Umwandlung einer Geldpacht in Naturalpacht oder Naturalwertpacht, die bisher nur mit Zustimmung beider Teile angeordnet werden darf, follte überhaupt beseitigt werden. Darüber hinaus fellten in allen Fällen die Pachteinigungsämter ausgeschaltet werden, in denen das Bachtverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt ist. Brattisch würde das in sehr vielen Fällen zu einer glatten umgehung der Bachtschuhordnung geführt haben. Darüber hinaus sah der§ 2 des neuen Entwurfes vor, daß auch ber Schuß der heuerlingsverträge starf eingeengt wurde. II. c. wurde folgende Borschrift beantragt: Siegt ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses vor, fo darf von der Befugnis, einen solchen Vertrag zu verlängern, oder feine Ründigung für unwirksam zu erklären, fein Gebrauch gemacht werden." Würde diese Borschrift Gesez, dann wäre es jedem Berpächter ein leichtes, sich seines Heuerlingsvertrages zu entledigen; weil sich schließlich jede ernstlichere Meinungsverschiedenheit als wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses finden dürfte. Das Bedenklichste des ganzen Entwurfes aber ist der Schluklay:„ Auf Bachtverträge, die nach dem Infrafttreten dieser Berordnung abgeschlossen werden, findet die Pachtschutzordnung teine Anwendung." Nur die Heuerlingsverträge sollten davon auscenommen fein. Das bedeutet einfach ein automatisches Er. löschen des Bachtschutes nach dem Infrafttreten der neuen Berordnung. Schließlich war auch noch geplant, daß afs Berpachterbeisiger Beamte des Reiches, der Länder, Gemeinden und Kirchen, sowie gefehliche Vertreter von gemeinnüßigen Stiftungen, Anstalten und Sonstigen öffentlich- rechtlichen Körperschaften zugezogen werden Pönnen, wenn fie Grundstücke verpachtet haben. In der Zusammenfehun der Bach'einigungsämter bedeutet das natürlich eine außer ordentliche Berschlechterung auungunsten der Pächter. Da die gegenwärtige Bachticußordnung aber noch bis zum 30 September 1924 Geltung besikt und ihre Fassun den jetzt be= steherten Verhältnissen durchaus Rechnung tränt, besteht natürlich gar teine Ursache, mit Hilfe des Ermächtigungsgefehes eine fo einschneidende Abänderung des Pachtichukes vorzunehmen. Die Gorio demokratische Partei ift daber mit allem Nachdrud gegen die Verschlechterungspläne, die offenbar in der Hauptfache von pripaten Berp ch'erfreifen veranlaßt waren, aufgetreten. Sie fand er freulicherweise auch bei anderen Barteien aboefehen vom Zen. trum Urterftükuna, so daß der Ermächtigungsausschuß mit großer Mehrheit beschloß, der Reichsregierung anheim zu eben, von der geplanten Menderung der Bachtschukordnung über. haust abzusehen und, soweit in einzelnen Fällen eine Ergänzuna mirtich zweckmäßig erscheint diese auf dem Wege der ordent fimen Gefehnebuna vorzunehmen. Wenn auch die Reichsresiaruna trek diefer Steffunonahme des Ermächtigungsausschuffes nicht rernflichtet ist, von dem Erlak der Berordnung abzusehen, so mirb fie fich hoffentlich nicht der Gefahr ausfehen. daß der Reichstan bei feinem Wiederzufammentritt eine gegen feinen Willen er. faffene Verordnung wieder aufhebt SION Thüringen im Rechtsausschuß. Die Demokraten gegen den Ausnahmezustand. Im Rechtsausschuß des Reichstags, der sich mit den Beschwerden Thüringens über die Gefährdung der Wahlfreiheit befaßte, fprag für die thüringische Regierung Ministerialdirektor Rittweger: Die thüringische Regierung begrüße die Möglichkeit, thre Flucht in die Deffentlichkeit durch den Brief an den Reichswehrminister Dr. Geßler vor tem Reichstage näher zu begründen. Seit den ersten Untersuchungshand fungen im Prozeß Hermann habe sich ergeben, daß in der haib deutschöllisch, halb nationalen deutschen Weimarer Zeitung" Rach richten erschienen, die Mitteilungen über den Gang der Untersuchung enthielten und nur durch eine genau unterrichtete Stelle erfolgt sein tönnten. Als diese Stelle sei nom ersten Tage der Heeres. anwalt beim Militärbefehlshaber in Thüringen angesehen worden. Im Laufe der Zeit hätten sich diese Mitteilungen zu Angriffen gegen thüringische Beamte entwickelt, die die Atten- und Sachkenntnis bes Berfaffers deutlich verrieten, aber im übrigen die Tatsachen auf den opf fellten. Zu einer großen Breffefanpagne hätten sich diese Angriffe vom 28. Januar ab gestaltet, die die übersten Berdächti gungen und gröbsten Berleumdungen enthielten und in dem Artifet Ifandal in Thüringen" den Gipfel der Berleumdung und Chr. der Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom 1. Februar Ein Justiz ifandal in Thüringen" den Gipfel der Berleumdung und Ehr. abschneidung erklemmen. Die Auffaffung der thüringischen Regierung, daß der Heeresanwalt tes Militärbefehlshabers in Thüringen hinter diesen Angriffen stände, wäre durch den Bericht des Generalstaatsanwalts in Jena am 30. Januar unerschütterlich begründet worden, in dem es heißt: PR „ Das Protokoll enthält außerdem eine Darstellung des Staatsanwaltschaftsrats M. über die Art, in welcher der Heeres anwalt davon Kenntnis erhielt, daß ich in der erwähnten Unter suchungsfache die Amisverrichtungen der Staatsanwaltschaft selbst zu übernehmen gedachte, und darüber, daß der Heeresanwalt nach der Mitteilung M.s sofort feine Absicht dahin fundgab, meinen Entschluß in die Breffe zu bringen. Eine Mitteilung dieses In halts machte mir M. bereits gestern in Weimar, und ich bin der unerschütterlichen Ueberzeugung, daß alle die üblen Presseangriffe auf den genannten Heeresanwalt zurüdzuführen find. Ich mußte aber noch eine weitere Tatsache, erwähnen, die mir rätlich erscheinen läßt, das Protokoll und diefes Schreiben sofort durch besonderen Boten nach Weimar zu senden. Als ich heute nach 1 Uhr mit dem Ersten Staatsanwalt Dr. R. und Staatsanwaltschaftsrat M. das Oberlandesgerichtsgebäude Derließ, erzählte uns M. aus freien Stücken, daß ihm der Heeresanwalt mitgeteilt hätte. daß er noch eine ganze Reihe weiterer Breffcangriffe gegen das Justizminifterium und mich vorbereitet hätte und daß der Heeresanwalt, als ihm M. entschieden davon abgeraten hätte, ihm zugesichert hätte, daß diefe Angriffe auf alle Fälle demnächst erfolgen würden." Der Militärbefehlshaber in Thüringen sei bereits Anfang Januar auf die Verbindung des Heeresanwalts mit der rechtsradikalen Bresse gelegentlich hingewiesen worden. Die thüringische Landes. regierung habe daher nicht annehmen können, daß der Heeresanwalt seine Breffeangriffe ohne Kenntnis feines Borgefeßten herausgehen lasse. Für sie wäre deshalb der Weg zu diretten Berhandlungen hierüber mit dem Militärbefehlshaber verschloffen ge wefen, zumal nachdem diefer auf den am 15. Januar erfolgten Besuch des Staatsministers Frölich mit einem Schreiben am 16. Ja nuar geantwortet habe, taß die Unterfuratellstellung der thüringischen Regierung unter den Militärbefehlshaber entgegen den Berliner Bereinbarungen erfolgt wäre. Seitens des thüringischen Suftigminifteriums miffe der Urheber des Artikels in der Deutschen Allgemeinen Zeitung als ein Mann bezeichnet werden, der lediglich darauf ausgehe, die beteiligten thüringischen Beamten zu verleumden und ihnen ihre Amtsehre abzuschneiden. Das thüringische Justizministerium habe am 4. Januar einen furger mündlichen Bericht über das Ergebnis der staatsanwaltlichen Er mittlungen entgegengenommen Geitdem habe es nach Einleitung Wirrwarr in der Ordnungszelle". München, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In Landtags. und Regierungstreisen wird damit gerechnet, daß die Selbstauflösung des Landtags nächste Woche erfolgt. Vor der Auflösung wird der Minister des Innern in einer interfrattionellen Besprechung die ministerielle Berordnung bekanntgegeben über die Sicherungen der Wahlfreiheit, die eine starke Beschneidung der Kompetenzen des Generalstaats. tommissariats bringen soll. Der bisherige Verlauf der parlamen tarischen Beratungen rechtfertigt aber diese Ansicht von der verhält. nismäßig reibungslosen Selbstauflösung in feiner Weise. Noch am Freitag hat der Demofrat müller erklärt, daß der Landtag nicht cher auseinandergehen dürfe, bis über die Borgänge im letlen Bierteljahr volle klarheit gefchaffen und der Hitler Brozeß vorüber sei. Da er sich auch grundsäßlich zu der Auffassung der fozialdemokratischen Fraktion bekannte, daß alle Bersprechungen der Regierung über die Wahlfreiheit nichts als Schwindel feien und deswegen por der Wahl erst der Ausnahmezustand und das Generalftaatskommiffariat verschwinden der Voruntersuchung weder mündlich noch schriftlich über deren Ergebnis einen Bericht eingefordert oder erhalten. Wie übrigens die Einstellung der Reichswehr in Thüringen auch geger.über thüringischen bürgerlichen Beamten wäre, würte badurch beleuchtet, daß in einem Schriftstück der Reichswehr, auf das hin eine Strafverfolgung eingeleitet werden sollte, sich die Bemertung befunden habe: Nicht dem fommunistischen Staatsanwalt B. zuzuleiten, da sonst nichts aus der Sache wird. Dr. B. ist im Borstand der Ortsgruppe Gera der Demokratischen Partei und wird dem Herrn Reichswehrminister bei seinem demnächstigen Besuch in Gera über feine Parteizugehörigkeit selbst Aufklärung geben fönnen." baß der Brief an den Reichswehrminister Dr. Geßler noch nicht in Die thüringische Regierung müsse sich auch dagegen verwahren, den Händen des Adressaten gewesen sein solle, als seine Beröffentfichung erfolgt wäre. Der Brief lei zugleich mit der Abschrift an die Zeitungsredaftion morgens zwischen 12 und 1 Uhr in Berlin in den gleichen Brieftasten geworfen worden, hätte also bei ordnungsmäßiger Behandlung im Reichswehrministerium im Laufe des Bormittags zwischen 10 und 12 Uhr an zuständiger Stelle vorliegen müssen, während die Pressenotiz erst nachmittags um 4 Uhr etwa erschienen wäre. Genoffin fülf wies darauf hin, daß durch die Uebergriffe der Reichswehr auch Fragen allgemeiner Natur aufnemorfen wurden. enn solche Mikstände vorhanden seien, sei das Mißtrauen der Bevölferung gegenüber der Reichswehr leider nicht erstaunlich. Den Reichswehroffizieren täte staatsbürgerlicher Unterricht not. Ministeria'rat Semler: Die Reichswehr werde oft nebraucht, um die Ruhe wiederherzustellen, sie würde lieber andere Aufgaben erfüllen. Den Militärbefehlshabern mache es feine Freude, ein. greifen zu müssen.( Genoffe Rosenfeld: dem thüringischen Mi litärbefehlshaber ganz gemiß!) Genoffe Soldmann trägt seine eigenen Erlebnisse aus der thüringischen Wahlbewegung vor. Als er in einer bürgerlichen Berfammlung in der Disfuffion gesprochen habe, in der unbeschränkte Redezeit befchloffen war, wurde er vom Borfizenden nach 10 Minuten unterbrochen mit der Erklärung, der überwachende Reichswehroffizier verlange, daß er jetzt zu sprechen aufhöre! Das sei ein offenbarer Eingriff der Reichswehr ae. wesen. demgegenüber die Wahlfreiheit sichergestellt werden müffe. Abg. Leutheußer( D. Bp.) warnte davor, die aus Thu ringen fommenden Nachrichten ohne weiteres als richtig hinzunehmen, und wies an Hand einer einzelnen Nachricht darauf hin, daß das Borgetragene vollkommen verdreht und unrichtig wiedergegeben worden sei. Abg. Broda uf( Dem.) betonte, daß der Ausnahmezustand teinesfalls fo gehandhabt würde, mie es zwedentsprechend fet. Des halb sei von der demokratischen Fraktion anerkannt worden, daß der Ausnahmezustand nicht haltbar sei, und es sei beffen Aufhebung verlangt worden. In der nun folgenden Abstimmung beschloß der RechtsausSchuß, die Reichsregierung zu ersuchen, dafür Sorge zu tranen, daß ahlkandidaten und Wahlberechtigte durch Zwangsmaßnahmen auf Grund des Ausnahmezustandes in der Borbereitung und Ausübung der Wahlen nicht behindert werden. Angenommen wurde ferner ein fozialdemokratischer Antrag, der die Reichsregierung ersucht, die Ergänzung der Schutzhaftverordnung vom 23. Dezember 1923 in den. sinne herbeizuführen, daß gegen alle 3wangsmagnahmen auf Grund des militärischen Ausnahmezustandes die Beschwerde an den Staatsgerichts. hof gegeben und dem Betroffenen ein Recht auf mündliche Verhand lung vor dem Staatsgerichtshof gewährt werde. Außerdem soll die Regierung im Wege der Verordnung bestimmen, daß mündliche Ber handlungen über Beschwerden gegen 3wangsmaßnahmen des Mifitärbefehlshabers stattfinden, wenn der Betroffene es beansprucht und der Staatsgerichtshof nicht auf Grund der Aften die Aufhebung Weiterberatung am der Zwangsmaßnahmen beschließt. Montag. badischer Staatsangehöriger aus Freiburg, sollte bis zum 4. Februar München verlassen. Seinem Anwalt ist es gelungen, res läufig einen Aufschub der Ausweisung zu erlangen. Geld ist da. " Drei Jahre unter den kanadischen Estimos. Der emerikanische Polarforscher Christian Leden hielt in der Urania einn mit Lichtbildern und Filmen verbundenen Bortrag über feinen mehr als dreijährigen Aufenthalt bei dem Estimestomm der Pardlermiut am Vestufer der Hutionbai, am Churchillfluk in Kanoda. Der Bor. trag ist um dessentwillen außerordentlich beachtenswert, weil er wichtige neue ethnographische und anthropologische Erkenntnisse zutage fördert, denn der besuchte Estimeftemm stand außer jeder Beziehung Während das Reichsfinanzministerium die Beamtengehälter zu anderen Einflüffen im Gegensatz zu den Grönland- Estimos und präsentierte sich deshalb den Forscheraugen in nahezu unberührter broffelt, die Arbeitszeit verlängert, bie Sozialpolitit ab Natürlichkeit. Des aber ist in bezug auf alle Lebensewohnheiten baut, die Rentner und Erwerbslosen fast verhungern läßt, alles, weit der Estimos ihre religiösen, rechtlichen, sittlichen und sexuellen Anschauurgen von großer Bedeutung. Der Forscher versand es, feinen fein Gelb vorhanden fet, geschehen auf der anderen Seite Bortrag mit cinem so föstlichen, echten Humor und herzhaften Epi. Dinge, für die man nur ein Kopfschütteln haben tann. So trat beifoben zu würzen, daß man darüber faft vergaß, daß sein breijähriger fpielsweise in der vergangenen Woche der fleine Kreuzer Berlin" Es bedarf gar feines beAufenthalt eigen lich ein ununterbrechener Aufenthalt im vordersten eine Reise nach den Azoren an. Echizengraben der Wissenschaft war, fast täglich von schweren Be. fonderen Hinweises darauf, daß diese Reise dem Reich sehr er. fahren bedroht. Die prachtvollen Lichtbilber und die bemerkens. hebliche Stoft en verursacht. Abgesehen von allem anderen muß werten Filmaufnahmen runden den gesamten Bortrag zu einem im das Schiff mindestens zwei oder dreimal in ausländischen Häfen besten Sinne vollswissenschaftlichen und volfsbildnerischen. tr. Kohlen nehmen. Da es sich um Taufende von Zentnern handelt, die Urania- Dorfrage. Sonni. Zbeater 6 n. 8, Uhr: Shatene der Che. in hochwertiger Baluta zu bezahlen find, ergibt das allein schon einen Betrag von erheblicher Höhe. Wie will die Reichsregierung die in Hörsaal 4 Uhr: Darchenerzählung von Strom, Andersen, Grimm. Mag und der jetzigen Zeit wohl völlig überflüssige Auslandsreise eines deutschen Morik, von Busch uit.( Rich15.) 8%, Uhr: Maria Schipfmann: Allerlei Virbes. Kriegsschiffes eigentlich begründen? Oder haben wir neuerdings auf und Chestard geschichten( Lichtb.). Son 1. Theater 72 Uhr: Der deutiche Cine Rundunt. Hörsaal 8 Ubr: Herstellung u Verarbeitung des optischen Blafes den Azoren besondere deutsche Interessen wahrzunehmen? Dien 31. Theater 6 u. 8%, Ubr: Mit dem Auswandererschiff müßten, so ist vorläufig nicht recht einzusehen, auf welche Beise Aufklärung wäre wirt ich sehr angebracht, ebenfalls wäre es end( Lichtbild). nach Südamerika. Förfaal 6 br: Das neuentbedie ägyptische Köninsgrab die schnelle Auflösung des Landtages zustande kommen soll. Belich an der Zeit, wenn man sich einmal über die Höhe der Kosten bes Tut- anch- Amon( Lichtb.). 8 11br: Geh. San..Not Dr. A. Moll: Wahrheit zeichnend ist auch, daß die Fraktion der Bayerischen Bolts. Anscheinend hat man für manche Dinge immer die Mittel, die Auswandererschiff nach Südamerika( Film). 8%, Uhr: Der deutsche Balb II. partei am Sonnabend noch einen schwerwiegenden Antrag ein- äußern würde, die durch den Ausnahmezustand erwachsen. Söriaal 6 Uhr: Aegyptische Kultur bilder( Lichtb.) 8 Uhr: Filmvortrag der gebracht hat, dessen sachgemäße Behandlung eine eingehende Be für andere fehlen. ia Tiere im film. Donnerst. Theater 6 n. 81, Uhr: Mit dem ratung notwendig machen würde. Es handelt sich um nichts Ge Auswandererschiff nach Südamerika( film). Hörsaal 6 Uhr: Filmportrag ein neues staatspolitisches Wirtschafts. der Ulfa: Tiere im Film. 8 Uhr: Menschenwunder und Bundermenschen ringeres, als um ( Lich b.) reit. Theater 6 u. 8, Uhr: Mit dem Auswandererschiff nach programm diefer Partei, mit deffen Aufstellung fie offenbar im Endamerika( Film). Hofaal 6, Uhr: Filmporting der Ifa: Liere im Film Wahlkampf besonders Geschäfte zu machen hofft. Die Bayerische 8 Uhr: Berlins Geschichte( Lichtb.) Sonna b. Zbeater 6 u. 8, Uhr: Bolkspartei verlangt, ihre Regierung folle die Reichsregierung ver. Mit dem Auswandererschiff nach Südamerika( Film) Hörfaal 6%, Ubr: Filmportran der Ulja: Ziere im Film. 8 Uhr: Strahlung felter Stöber in anlassen, daß unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, die der Wissenschaft und Beleuchtungstechnik II. Mit Egbe imenten und Lichtb. deutschen Nation den Schutz der nationalen Wirtschaft und der Sonnt. Zheater 4 Ubr: Maria Schipfmann erzählt Märchen und die Ge- nationalen Arbeit gewährleisten und dem deutschen Bolt ein aus fchichte von Mag und Maris( Lichtb) 6 u. 8%, Uhr: Mit dem Auswanderer fchiff nach Südamerika( Film). Hörsaal 8%, Uhr: Filmvortrag der Ufa reichendes Erträgnis an feiner nationalen Arbeit sicherstellen. Zu diesem Zwed werden acht Forderungen aufgestellt, darunter: Schuz der deutschen Landwirtschaft vor der Konkurrenz des Auslandes, Abbau der steuerlichen Ueberlastung der Landwirtschaft, Schuß der zur Friedensleistung ge steigerten deutschen Arbeit gegen Ausbeutung, Berhinderung einer internationalen Wirtschaftspolitit, staatliche Ueberwachung der Preis. politit der Synditate, Abbau der sozialen Aufgaben des Staates. und Dichtung in der Biychoanalyse. Ziere im Film. Mittm. Theater 6 Uhr: Mit dem Das Parteiarchiv", Berlin S. 68, Lindenstr. 3 IV, sucht die Jahr gänge 1901 und 1903 des Neuen Weltfalenders zur Vervollständigung sei ner Bibliothet. Um Einsendung der betreffenden Jahrgänge, gegen Erfiathung der Untoften, wird freundlichst gebeten. Abbrud erwünscht. Eine John- Maday- Feier findet am 6. Februar im Beethovensaal stoit. Ludwig Hardt liest aus den Werten bes Dichters. Außerdem wirken Emmy Göttinger( Gesang) und Hans Baer( Alavier) mit. Internationale Unterfügung der geistigen Arbeit. Der Präsident des Internationalen Ausschusses für geistige Zusammenarbeit Bergson richtet an die Oeffentlichkeit einen Appell, in dem er um finanzielle Unterstügung des internationalen Silfswertes zugunsten geistiger Arbeiter In allen Ländern, in denen das Geistesleben besonders bedroht ist, bittet. Eine Kantate zu Ehren Lenins. Der russische Dichter Balerius Briuffow, beffen 50. Geburtstag vor kurzem auch von den Berliner Literarischen Streifen gefeiert wurde, hat, wie der Oft- Erpres melbet, eine Kantate auf den Tod Lenins gedichtet, die von dem Komponisten Bagri newsti vertont werden wird. Kahr weift aus. München, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Genoffe Buisson, der Organisator und Führer der aufgelöften fozialdemokratischen SA., erhielt vom Generalstaatskommiffar den AusJahre eine Gefahr für die Ruhe und Ordnung barftelle. Buisson, eifungsbefeht, weil feine Perfon während der nächsten Das Burgenland für Deutschland. Wenn die Raumfnappheit es auch verhindert hat, alle Beweise brüderlicher Solidarität aus Deutschösterreich zu verzeichnen, so mag doch mitgeteilt sein daß der Landtag des Burgenlandes, das vor zwei Jahren aus madjarischer Herrschaft. befreit wurde, 100 Millionen österreichische Kronen als Deutschlandhilfe bewilligt hat, und zwar durch einstimmige Annahme folgenden Antrages: Das Burgenland widmet den Betrag von 100 Millonen Kronen als Spende für das notleidende Deutschland. Das Land will damit den Ausdrud teilnehmender Hilfe mit einer Rundgebung des unerschütterlichen 3usammengehörigteits. gefühles aller Deutschen verbirden. Die Ausgabe findet Dedung in den Wichreingängen der Fürsorocabgabe Trr Bea trag ist dem Herrn Reichspräsidenten zur Verfügung zu stellen. Damit ist der deutsche Reichspräsident gemeint. Deutschösterreich ist Bund, und unter„ Reich" versteht man eben einfach Deutschland. Friß Sauber, der in Niederschönenfeld seit mehreren Jahren wegen Hochperrats in Haft befindliche kommunistische Abgeordnete, einer der Hauptbeteiligten während der Rätezeit, hat sein Mandat niedergelegt. hat sein Amt angetreten. Der neue Gesandte Südslawiens in Berlin, Pa lugdjits Gewerkschaftsbewegung Korruption? Der Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Ichreibt uns: Versehentlich ist unterlassen, den in der gestrigen Morgennummer des„ Borwärts" gebrachten Artikel Korruption" als die offizielle Antwort des Borstandes des ADGB. auf die gegen die Gewerkschaften gerichteten Angriffe der D. A. 8." zu bezeichnen, was hiermit nachgeholt sein soll. Inzwischen seht die D. 2. 3." ihren Kampf gegen die Gewertschaften munter fort. Nachdem sie an die von ihr enthüllte un erhörte Art von Rorruption" 8ur Unterstüßung notleidender Partei und Gewertschaftsbureau traten" erinnert, versucht sie weitere Verschleuderung von Reichsmitteln" nachzuweisen. Die„ D. A. 3." behauptet, daß namentlich im Westen Gemeindebehörden in dem den Arbeitern aufgezwungenen Kampfe um die Arbeitszeit eingreifen, indem sie streitenden oder ausgesperrten Arbeitern Unterstübungen aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge zuteil werden lassen. Nachweisen kann die D. 2. 3." nicht einen tonfreten Fall eines solchen Verstoßes gegen die Berordnung über die Ermerbslosenfürsorge. Sie will auch etwas anderes erreichen. Sie fchreibt: Aber auch in solchen Fällen, in denen Arbeitslofe die Annahme einer Arbeitsstelle verweigern, lediglich weil der Arbeitgeber eine über den Achtstundentag hinausgehende Mehrleistung verlangt, ift die Gewährung der Unterstügung gesetzwidrig." zu verlangen. Unser Verband als solcher hat fein Intereffe bar. an, daß auch da, wo eine wirtschaftliche Notwendigkeit hierzu nicht besteht, die seitherige Arbeitszeit verlängert wird. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß auch da, wo in ber eben bezeichneten Weise mehrarbeit eingeführt wird, diese immer den Charakter der Ueberzeitarbeit menn auch ohne Ueberstundenzuschlag behält und feine Berlängerung der regelmäßigen Arbeitszeit im gesetzlichen Sinne bedeutet. Verband Berliner Metall- Industrieller E. B. gez Oppenheimer. Wir ersuchen unsere Funktionäre, darauf hinzuwirken, daß in diesem Sinne verfahren wird, und uns Mitteilung über Berstöße zu machen. Mit Ablauf des Mantelvertrages( 31. März 1924) tritt dieses Zusazabkommen außer Kraft. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Schiedsspruch im Karosserie- und Wagenban. Die ausgesperrten Arbeiter in den Karosserie- und Wagenfabriken nahmen gestern in überfüllter Bersammlung Stellung zu einem Spruch des Schlichtungsausschusses. Henschel perfett war, wurde von den am Kampf beteiligten Organisationen vom Metallarbeiterverband berichtete: Nachdem die Aussperrung der Schlichter Bissell zur Entscheidung angerufen. Diefer verwies die Angelegenheit an den Schlichtungsaus= schuß, der unter Vorfiz von Gewerberat Körner togte. Die Bertreter der Arbeiter legten die Auffassung der Ausgesperrten dar. Eine Berlängerung der Arbeitszeit fomane ebenso wenig wie ein Lohnabbau in Frage. Die Branchenangehörigen hätten bei dringen den Anlässen stets Verständnis für vorübergehende Ueberarbeit gezeigt. Die Arbeitgebervertreter erflärten, eine Lohnaufbefferung oder auch nur die Weiterzahlung des alten Lohnes fei für die Ju duftrie untragbar. Sie wollten den Lohn auf höchstens 55 Pf. be. messen wissen. Der hunger foll das Amoflaufen der Unternehmer gegen die Sozialpolitik unterstützen. Streift irgendeine Betriebsbelegschaft, weil weder eine Berständigung über die Arbeitszeit noch eine behördliche Regelung erfolgte, so sende man am Streif völlig unbefällte teiligte Erwerbslose als Streitbrecher in den Betrieb. Nehmen diese die Arbeit nicht auf, so entziehe man ihnen die Unterstützung. Damit wäre die Erwerbslofen fürforge glüdlich in den Dienst der Unternehmer gestellt. Daß die Gewert fchaften eine folche Auffassung von den Aufgaben der Erwerbs lofenfürsorge mit aller Entschiedenheit befämpfen, ist selbstverständ lich. Sie haben dazu um so mehr Veranlassung, als einige Behörden bereits versuchten, beim Baugewerbe auf dem Wege über die Arbeitspflicht" der Erwerbslosen in die Arbeitsstreitigkeiten zu ungunsten der Arbeiter einzugreifen. Der Borstoß der D. A. 3." gilt nicht ben Gemertschaften allein. Es ist längst bekannt, daß den Kreisen um die„ D. A. 3." ein felb ständiges Arbeitsministerium im Wege ist. Sie wollen Abbauen". Fort mit jeder Sozialpolitit, fort darum auch mit dem Arbeitsministerium, dessen Aufgabenkreis die Sozialpolitik ist. Der völlig unmotivierte, auf Un. wahrheiten aufgebaute Angriff gegen bie Gewert schaften soll den Angriff gegen das Arbeitsministerium deden. Arbeitszeit in der Berliner Metallindustrie. Auf Grund verschiedener Anfragen: Was gedenft die Bermaltung zu tun?", teilen mir mit, daß am 5. Januar 1924 verein bart wurde, daß in bezug auf die zuschlagfreie Ueberzeit. arbeit folgende Busazbestimmung im Rahmenvertrag A Biffer II eingefügt werden foll: Je nach der Eigenart oder den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Betriebes fönnen für den Betrieb oder Gruppen von Arbeit. nehmern vom Arbeitgeber Ueberstunden von einer halben Stunde bis eine Stunde pro Tag angeordnet werden.( Siehe Nachtrag II. Ab.) Nachdem der Reichsarbeitsminister entschieden hat, daß auch für ben Tarifvertrag der Metallindustrie vom 4. Mai 1921 die Anwendung des§ 12 der Arbeitszeitverordnung in Frage kommt, ist fomit diese Abmachung mit Gültigkeit ab 4. Februar 1924 in Kraft getreten. Wenn nun in allen Betrieben generell bie neunstündige Arbeitszeit verlangt wird, so steht das im Widerspruch zu der Abmachung selbst, und zu den eigenen Rundschreiben des BBMI, das er an feine Mitglieder verfandte. In diesem Rundschreiben heißt es im Schlußabsah: Tgb. Nr. 2542/24. Wir benutzen die Gelegenheit, um nochmals ausdrüdlich darauf hinzuweisen, daß die mit dem Deutschen Metallarbeiter. verband getroffene Vereinbarung nicht den 3wed batte, all. gemein und schematisch eine Verlängerung der Arbeitszeit auf neun oder zehn Stunden herbeizuführen, sondern daß diese Bereinbarung lediglich fämtlichen Betrieben die Möglichkeit geben sollte, je nach den wirtschaftlichen Verhältnissen und aus fachlichen Gründen, sei es für den ganzen Betrieb, sei es für die Abteilungen, in denen es fich nötig erweist über die 48Stundenwoche hinaus mehrarbeit ohne Ueberstundenzuschlag BERLIN C Nach langwierigen Beratungen des Schlichtungsausschusses er folgenden einstimmigen Beschluß: Der Spitzenlohn beträgt für die Zeit vom 4. bis 19. Februar 60 f. Die Akkordbasis ist auf 58 Bf. festgesetzt, ab 20. Februar bis 4. März Lohn 58 Pf. und Aftorobasis 56 Pf. Die Zahlungen verstehen sich für Goldzahlungen. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt wöchentlich 48 Stunden. Wo wirtschaftliche Not menbigfeiten vorliegen, fann nach Anhörung der gesetzlichen Arbeitervertretung eine leberstunde ohne Zuschlag ge leistet werden. Auf Einspruch der Arbeitervertretung( der feine aufschiebende Wirkung hat) follen die Verbände sofort verhandeln. Eine weitere Ueberstunde bedarf der Zustimmung der Arbeitervertretung und ist dafür der tarifliche Zuschlag zu zahlen." In der Aussprache über den Bericht wurde der Schiedsspruch über den Schiedsspruch ist morgen, Montag, vormittag von von allen bis auf einen Redner abgelehnt. Die Abstimmung 11-1 Uhr im Verbandshaus der Metallarbeiter, Linienſtr. 83/85. Schiedspruch für die chirurgische Branche. Ein gestern gefällter Schiedsspruch für die chirurgische Branche belagt: Für die Gruppe I Lohn 52 Bf Attordbasis 48 Bf.. Gruppe II 47 und 45 Bf., Gruppe III 41 und 39 Pf. Orthopädie. mechanifer 55 Pf. Stundenlohn. Die Geltungsdauer geht vom 14. Januar bis 17. Februar 1924. Bom Streit der deutschen Seeleute in England. London, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Güter 30 deutsche Siffe zur Unterstützung der streitenden deutschen verlader der englischen Häfen haben den Boytott gegen Seeleute proklamiert, die seit Wochen eine Erhöhung ihrer Löhne fordern. In der Streitbewegung ber Dodarbeiter baben sich die in den Dode beschäftigten Eisenbahnarbeiter mit den Güter verladern solidarisch erklärt. Am Dienstag finden Verhandlungen statt, um den für den 16. februar angekündigten Streif zu ver meiden. Für die Stein- und Braunkohlengebiete in Oberschlesien, Sachien, Niedersachsen und Mitteldeutschland find durch eine im Reichsarbeitsministerium getroffene Verein barung die Löhne der Bergarbeiter bis etwa Witte Februar auf den gleichen Betrag festgesezt, der bis zum 31. Januar gegolten hatte. Lediglich für den Bezirk Jbbenbüren mußte diefelbe Regelung durch Schiedsspruch erfolgen. Für den niederschlesischen Steinkohlenbergbau wurde gestern noch verhandelt. Appell an die Gewerkschaftsmitglieder! Die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten erfordern ein ganz be fonders en ges 8ufammenarbeiten der Mitglieder mit ihrer Ge. wertschaft. Jedes einzelne Gewerkschaftsmuglied follte bestrebt sein, feine Ge wertschaft nach Möglichkeit zu unterstüßen, fie durch Uebernahme von Funktionen zu entlaften. Dies kann jedoch nur dann mit Erfolg geschehen, wenn jedes Gewerkschaftsmitglied sich auch um die dazu notwendigen Renntnisse und Fähigkeiten bemüht. Wir weisen daher unsere Kolleginnen und Kollegen auf die in der zweiten Februarwoche beginnenden Kurse der Betriebsatefchule hin, deren Unterricht nicht nur für Betriebsräte, sondern für alle Gemertschaftsmitglieder bestimmt ist. Hörerbarten zum Preise von 2 M., für Kurzarbeiter zum halben Breis, für Arbeitslose unentgeltlich, und Lehr pläne werden im Verbandsbureau und im Bureau der Schule, Engelufer 24/25, 2. Sof, Sr., ausgegeben. Lehrberatungssprechstunden: Engelufer 24/25, 2. Hof 1 Treppe, Freitags und Montags von 4-7 Uhr und im Bureau des Ortstartells des Af- Bundes, Belle- Alliance- Str. 7/10, Montags und Freitags von 4 bis 6 Uhr. Achtung, BSPD.- Holzarbeiter Neuköllns. Morgen, Montag, nachmittags 4% Uhr, in der Aula der Knabenmittelschule, Donaustr. 119, wichtige Versammlung der BEPD.- Holzarbeiter aller Branchen, soweit dieselben in Neukölln wohnen oder beschäftigt sind. Vortrag des Ge noffen 2em pert. Parteiausweis legitimiert. Der Werbeausschus. Achtung, SPD.- Holzarbeiter( Bezirk Südost). Morgen, Montag, abends 7 Uhr, bei Wollschläger, Adalbertstr. 21, Versammlung aller i Südosten wohnenden Holzarbeiter. Wichtige Tagesordnung. Parteiausweis legitimiert. Der Werbeausschuß. Achtung, VSPD.- Bergolder( Rahmen- und Goldleistenbranche). Montag nachmittag 5 Uhr Gigung bei Krüger, Engelufer 22. ausweis legitimiert. Der Werbeausschuß. Achtung, BSPD.- Stodarbeiter! Dienstag nachmittag 5 Uhr im Gewertschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 3. Bersammlung aller BSPD.Stodarbeiter. Wichtige Tagesordnung. Parteiausweis legitimiert. Der Werbeausschuß. ParteiAchtung, BSPD.- Genossen bez graphischen Berbände. Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, im Rafino, Dresdener Str. 96, wichtige Versamm lung aller BGPD.- Genossen der Berbände der Buchdruder, Buchbinder, Lithographen und graphischen Hilfsarbeiter. Bortrag des Genossen Schulse( ADGB.) über: Die Spaltungstendenzen der Rommunistischen Partei." Partei und Verbandsausweis legitimiert. Die Fraktionsvorstände. Zentralverband der Schuhmacher. Morgen, Montag, Bezirksversammlungen abends 7 Uhr in ben bekannten Lokalen. Salzarbeiterverband. Einzelhandel. Funktionärversammlung der Facharbeiter am 4. Februar, abends 8 Uhr, im Verbandshaus, Rungeftr. 30. Stellungnahme aur Berlängerung der Arbeitszeit. In einer Vollversammlung der in der Branche Beschäftigten wurde der Spruch von allen Rednern abgelehnt. Die Versammelten fossen sich dem Vorschlag der Branchenleitung an, in einer Ur. abstimmung morgen, Montag, über den Spruch zu ent fcheiden. Die Abstimmungsresultate müffen bis Montagabend im Bureau des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linienftr. 83/85, abgegeben sein. Betriebe, die Montag nicht arbeiten, stimmen am Dienstag ab und müssen das Resultat bis 10 Uhr vormittags fämtliche Arbeitnehmer der Waren., Kaufhäuser und Spezialgeschäfte. zur bezeichneten Stelle bringen. Zentralverband der Angestellten. Chemische Jubustrie. AFA- Funktionär Derfammlung morgen, Montag, abends 7% Uhr, Roter Saal, Belle- Alliance Str. 7/10. Zentralverband der Angestenten, Deutscher Berkehrsbund, Bereinigte Fach arbeiter im Einzelhandel. Deffentliche Bersammlung in den Mufilerfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 81, am Dienstag, den 5. Februar, abends 7½ Uhr, für Deutscher Bertmeister- Berband, Bezirksverein Berlin 10. Mitgliederver fammlung Freitag, ben 8. Februar, 7 Uhr, in den Pharusfälen, Muller ftraße 141. Bortrag und Borführung des Ingenieurs Roßtopf über Drahtlose Telephonie". Gäste, burch Mitglieder eingeführt, willkommen. Berantwortlich für Politit: Censt Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Ernst Reuter; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. 8. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frig Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b.$., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Angestelltentarif der Berliner Metallinduftrie. Der vom Schlichter für Groß- Berlin gefällte Schiedsspruch ist vom BBM J. abgelehnt worden, Ueber die von uns be antragte Berbindlichkeit des Schiedsspruches dürfte in den nächsten Tagen beim Reichsarbeitsministerium eine Berhandlung stattfinden, und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin S. 68., Lindenstraße 3. über deren Ergebnis wir fynellftens berichten werden. Bon der Ablehnung des Schiedsspruches werden die festgesetzten Januar- Gehälter, die zufällig mit den vom Gedag vereinbarten übereinstimmen, nicht berührt. Zwischen dem BBMI. und den Af- Gewerkschaften wurde die zufünftige Regelung der noch not wendigen Alontozahlungen unter Berücksichtigung ber eingetretenen Stabilisierung wie folgt vereinbart: Am Dienstag, den 12. Februar 1924, erfolgt eine tontozehlung in Höhe von 35 Broz, am 29. Februar werden die restlichen 65 Proz gezahlt. Am Sonnabend, den 15. März 1924, werden 30 Broz. und am 31. März 70 Broz. gezahlt. Am Donnerstag, den 17, April 1924 erfolgt eine Atontozahlung von 25 Broz. und om 30. April werden 75 Broz. geleistet. Am 24. Mai 1924 foll das ganze Mai- Gehalt gezahlt werden. AfA Metoll- Rartell: Günther. Rasper. Rothe. NIsrael 186 Sierzu 5 Beilagen. Be Kopfschmerz itrovanille Frankfurt/ M.S ärztlich bevorzugt Migräne. Zahnschmerz Rheum Erhältlich, in Pulver. und Oblaten. Koch& Leeland stürzen die hohen Preise Hazug, Ifters, Baletot- Stoffe Str. 4, 6,-,& Kleibers, Rostüm, Rod- Stoffe tr. 2,90, 3,90. Gertraudtenstr. 20/21 Segr. 1893 Befenders preiswert! mit Lan Taghemd 1.95| Deckbettbezug getten... m. Stick Taghemdinata 2.75 oder Ansatz Nachthemd Ansats Stick. 5.50 Nachthemd Ane. 6.50 m. u. Beinkleid Sick 2.90 Anents... Beinkleid 3.90 m. Stick.. Ein- u. Ans. Taghemd Garnitur Beinkleid m.8.50 Einsats und Ansatz.. Untertaille mit 1.75 Einu. Ans. Untertaille m. Eins. aus Linon, sum Knöpfen, 9.50 180x200 cm... Kissenbezug 80 2.90 Deckbettbezug 13.00 Linon, 130x200 cm.. Daulas Laken Pla Laken 6.50 150x225 em.. 6.50 al Daulas, 8.75 160x245 cm.. Damast- Garnitur 1 Deckbettberug, Größle bezüge, 80x80 cm... .Hoble. 130x200 u. 2 Kissen 22.50 mine: 2.50 Hemdhose mit El 6.90 Kissenbezug Ein Überlaken 15.50 Ans. saum dazu passend, 80x80 cm 4.50 Prinzeßrock 4.90 Einzelne Kissenbezüge Prinzeßrock Einsats 8.00 mit Hohlsäumen und Stickerei.. 4.25 Büstenhalter's 1.75 Damen- Taschentücher| Stubenhandtuch gemustert, 46x100 cm 1.00 Küchenhandtuch halbleinen Gerstenkorn, schweres, weiß. Gerstenk. mit roter Kante, 48 × 100 0.85 Frottierhandtuch weiß. Kräuselstoff. 50x100 1.45 Wischtuch Barot Reinleinen, 56 × 56 cm.. 0.80 kariert Weißes Oberhemd mit Pikee- Falten- Einsatz und festen Manschetten, 6.90 gewaschen u. geplättet Farbiges Oberhemd Perka! mit passendem Kragen und Klappman- 5.10 schetten Farbiges Oberhemd Perkal mit gefütt. Brust und Klappmanschetten, 5.50 gewaschen u. geplättet Tischtuch Reinlein. Jacquard Herren- Taghemd. 130X vollgebleicht 130x 130 cm 5.40 160 6.90 160x12.00 114.00 aus Haustuch mit Falten 3.75 Herren- Nachthemd5.75 mit buntem Besatz...... 0.40 Tischgedeckm.125ervietten Stehumlegekragen Reinlein. vollgebl. Jacq. Teegedeck wei 160x320 cm, Serv. 60 cm 44.00 mit farbigen Kanten, 5.90 130x130cm, m. 6 Servietten | Damast mit Gummi Ansatz Hüfthalter .1 Paar Strumpfhalters 2.50 Zierschürze weifer 1.25 Teeschürzem.Stick.2.90 Batist mit Stickerel.. Einsatz und-Ansatz Servierschürze Jumperform, gerippt Batist 2.25 weiß Batist m. Hohisaum und bestickter Ecke.... 0.20 farbig gestreift, gewaschen und geplättet Sportkragen weiß 0.35 oder farbig.... Kaffeegedeck. Hohlsam, Madapolam Meter 0.65 ed. weiß m. farb. Kant., 16.50 Hemdentuch Met0.95 140X175 cm, 6 Serv. Herren- Taschentücher Künstler- Kaffeedecke Batist- Madapolam weiß Linon m.Atlaskante, 0.25 Kinder- Taschentücher auf weißem oder grauem Stoff für feine Leibwäsche, Größe 39 cm.. weiß mit farbig. Streifenkanten.... 130 × 6.90 130X 130 6.90 180 8.90 cm 80 cm breit..... Mt. 1.15 1509.40 150 × 13.75 Linon so cm..... Mar. 0.95 Tee- Servietten Linon 130 cm.... Mtr. 1.65 weiß mit farbigen Kanten 0.30 Haustuch für Laken 1.90 140 cmMtr. Wale Waren Mengenabgabe vorbehalten- Preise in Goldmark Nr. 57 41.Jahrgang IV.) 1. Beilage des Vorwärts Was ist besser geworden..? Angesichts der grausamen Tatsache, daß es in Deutschland noch foviel Arbeitslose und Kurzarbeiter gibt, und der bisherigen traurigen Feststellungen bei unserer Umfrage fällt es nicht ganz leicht, noch weiter an feine Mitmenschen die Frage zu richten: Was ist Ihrer Meinung nach besser geworden?" Und zwar deshalb nicht leicht, weil man weiß, daß der Betreffende ein proletarisches Dasein führt, dessen Grenzen auch heute noch von dem berühmten Lassallefchen„ Chernen Lohngefeß" gezogen zu sein scheinen, also einen Um. fang aufweisen, der nur gerade ausreicht, um das Leben zu erhalten. Was tann von diesen Menschen für eine Antwort fommen? Muß fie nicht vollkommen pessimistisch, ganz und gar hoffnungslos ausfallen? Und ist es nicht beffer, man fragt erst gar nicht? Aber dann geht man doch hin zu zwei solchen Männern, die auch Parteigenossen sind und von denen wir bereits den einen gelegentlich unferer Umfrage: Wie fommst du aus?" befragt hatten. Es zeigt sich jetzt, daß beide ganz verschiedene Naturen sind, die die Welt, die Menschen und die Verhältnisse von verschiedenem Standpunkt betrachten und die sich dennoch über alles Geschehen der Gegenwart und der Ver. gangenheit ganz flar find. Hören wir nun, was fie fagten. Ein Haushalt von fünf Personen. Meine Familienverhältnisse tennen Sie ja," begann der erste, denn Sie haben schon einmal über mich geschrieben. Ich habe eine Frau und drei fieine Kinder. Es ist auch wohl nicht nötig, daß ich Shnen im einzelnen wieder wie damals mitteile, was wir im Haushalt verbrauchen. Ich bin wirklich sehr froh darüber, daß die Mart endlich stabil geworden ist, so daß besonders die Frau nicht mehr wie früher von Unruhe und Sorge gehegt wird, um nur das Geld so schnell wie möglich loszuwerden, ehe es aufs neue entwertet wird. Diese Tatsache spielt nicht nur bei mir, sondern in den Haushalten aller meiner Bekannten eine sehr große Rolle. Denn wenn die Frau mißmutig und halb verzweifelt ist, fann leidet die ganze Familie. Das hat jetzt aufgehört. Und wenn ich auch nach Abzug der Steuern and Versicherungen im ganzen Monat nicht mehr als 112 m. habe, fo ist das wenigstens eine feste Summe. Man fauft das Notwendige aum Effen und versucht einige Dart zurüczulegen, um für die Kinder ein Kleidungs- oder Wäschestück zu laufen. Deshalb bin ich beson ders dankbar auch der Arbeit der Berliner Wucher polizei, die fich wirklich sehr große Mühe gegeben und auch schöne Erfolge er rungen hat. Diese Behörde ist auch fernerhin notwendig, um endlich einmal die noch viel zu hohen Preise für Wäsche und Stoffe zu fenten. Selbstverständlich bin ich schon seit Jahren in der Konsumgenossenschaft. Meine Frau wollte in der Zeit der Markentwertung manchmal abspringen. Ich habe sie gehalten. Wir freuen uns jetzt, daß wir Treue bewahrt haben wir kaufen alle unsere Bebensmittel im Ronsum und find immer zufrieden damit, sowohl hinsichtlich der Breife wie der Ware. Wir wünschen aber, daß die Konsumgenossen schaft sich noch weiter ausdehnt und daß sie alle Waren des mensch lichen Bedarfs, besonders aber Kleidung und Wäsche, in ihren Ber trieb nimmt. Hier bin ich wirklich unzufrieden, nämlich mit unseren eigenen Genoffen, die die Bedeutung der Konsumgenossenschaft noch gar nicht genug würdigen. Lachen mußte ich über einen deutschnationalen Kollegen, der in allem Ernst meint, die Stabilisierung der Mart hätten wir dem bürgerlichen Kabinett Marg zu verbanken. Ich habe ihn erwidert, daß die Stabilisierung dann doch auch von dem bürgerlichen Kabinett Cuno und noch viel früher von dem ersten bürgerlichen Kabinett Simons hätte durchgefeßt werden tönnen. Warum denn nicht damals? Der Sturz der Mart hat uns doch das Arbeitslofenelend und den Beamienabbau gebracht. 3m November and Dezember war ich auch feelisch in einer verzweifelten Cage. Mir wurde alles fast egal, auch Bartei und Gewerkschaft Dennoch habe ich beiden die Treue gehalten. Heute bekommt man doch wieder Freude an der Arbeit. Ich habe das Gefühl, daß auch die Partei ihre Krise hinter sich hat. Bor allen Dingen wünsche ich nicht, daß *) Siehe auch Nr. 21, 33 und 45 des„ Borwärts". 16 ( Machbrud durch Mall- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Die fünfzig verschiedenen Melodien zusammen erregten bel manchem Besucher schon Schwindelgefühl, wenn er auf bem Jahrmarkt noch gar nicht angelangt war. Bautenschläge und Trompetenstöße brangen siegreich durch. Alles drehte sich, funkeite und flog. Die Mädchen flam merten sich an ihre Liebhaber an, schrien auf, wenn die Berg und Talbahn in die Tiefe faufte, im rosa beleuchteten Tunnel verschwand. Und an der farbensprühenden Budenreihe entlang zog die schwarze Menschenmenge. Alle Ausrufer waren schon heifer, luden hinreißend liebenswürdig ein. Die Kon turrenz war groß. Trogdem hatte sich Herr Rudolf Schmied in seinem grünen Wagen zu einem Schläfchen niedergelegt und Seidel hie Aufsicht und das Geldeinsammeln anvertraut. Denn tags Dor, in früher Morgenstunde, als noch fein Budenbesizer, lein Adjuntt dagewesen war, der die Einnahme hätte ton trollieren fönnen, hatte Seidel tassiert, fich vom Lehrer der Stnabentlasse, die geschautelt hatte, eine Empfangsbestätigung anstefen lassen und Geld und Schein gewissenhaft Herrn Ruf Schmied abgeliefert. Dieser Empfangsschein hatte wie tödliches Gift auf das Mistrauen des Herrn Schmied gewirkt. Die Adjunkten vermuteten in Geibel einen Verwandten des Herrn Schmied, unterordneten sich ihm, lieferten willig die Einnahme ab. Die immer besetzten zwölf Schiffe der schönen, besonders hoben Schaufel flogen unausgesetzt. Die sieben der alten, niebrigen Schaufel daneben hingen fait immer reglos. Die le Inben brüffend ein; der Orgelspieler brehte wie beeffe effe hrängten norbei tur hohen hautel. Seibel blidte farr ins Bublifim and befahl, cis er Herrn obeer ont ecfie, gleichgültigen Gefies dem Abiften inil bem pileumenblo en Heren auf der Bade, der non feinen ollegen, Das Hera" genannt wurde, das letzte Schiff in der Heihe anzuhalten, da die Tour zu Ende sei. Schon preßte ein anderer Adjunkt, der ein abschreckend großes, pferdefopfähnliches Gesicht hatte, das Anhaltbrett gegen den Kiel des allmählich sich totschaukelnden Schiffes. Eine neue Tour begann. Seidel faramelte ein. Der Magistrats beamte ließ ihn nicht aus den Augen, die vor Hohn und Gemuß funfelten. Auch die zukünftige Braut des Herrn Hoh Ein Unterbeamter mit zwei Kindern. Sonntag, 3. Februar 1924 jemals von irgendeiner Seite der Unterschied zwischen der alten SPD.| zug für Erwerbslosenfürsorge. Zusammen so werden 2.63 m. und der ehemaligen USPD. hervorgefehrt wird. Wir sind und abgezogen. Es verbleiben noch 23,37 m. vom Lohn. Dann gehen bleiben alle miteinander Sozialdemokraten. Um nun Schluß zu ab: eine Wochenkarte für Straßenbahnfahrt zur Arbeit: 1,80 M. machen: Solange die Republik, die Partei, die Gewerkschaften, die Die Summe ist auf 21,57 M. zusammengeschmolzen. Jetzt kommt die auch nur unfäglich langsam, besser werden. Eine neue Martentwer- 8,30 M. im Monat zu zahlen. Also wöchentlich 2 M. Im Durch Genossenschaften und unser Bresse steht, fann es eigentlich, wenn Mietrechnung. Bei 30 Broz. Friedensmiete hat die Familie schnitt werden bei äußerster Einschränkung in der Woche 5 Kubittung und neues Elend würde unser Bolt nicht mehr ertragen." meter Gas und 1 Liter Petroleum verbrannt. 1 Kubilmeler Gas toftet in Berlin 21 Pfennig, 5 Kubikmeter 1,05 M., 1 Liter Pe troleum 24 Pfennig. Also es betragen die wöchentlichen Lichtkosten Eine Stute wird geheizt. Getocht wird auf Kohlenfeuer. Es 1,29 m. 6 Personen fönnen sich nicht in der Küche herumdrüden. werden demnach in der Woche 1 Zentner Briketts zum Preise von wäiche. 4 Batete Seifenpulver( 1,68 m.), 1 Palet Soda( 25 Pf.), 1,59 M.( bei Selbstabholung) verbrannt. Alle 14 Tage ist große. 2 Riegel Waschseife( 70 Pf.) werden verbracht. Gesamtkosten be= tragen beim Waschen für 14 Tage 2,63 M., für eine Woche also 1,33 M. Jede Woche wird ein Stüd Gesichtsfeife gebraucht, 20 Bj. Für Kleinigkeiten, täh- und Stopfgarn, 3wirn, Schnürsenter, Schuhfreme, Blitzblant, Butwaffer usw. werden rund 50 Pf. ver ausgabt, für Schuherneuerung und Besohlung( 6 Personen) im Durchschnitt 1,11 m. Also wir haben oben die Summe von 21,57 m. Es gehen ab: 2,- M. Miete, 1,29 für Beleuchtung, " 1,59 für Heizungs- und Kochzwecke, " 153 für Seifen, " " 0,50 für Kleinigkeiten, 1,11 für Schuherneuerungen. 17 8,02 m. Kinder. Er hat im Krieg für das Vaterland seinen rechten Arm Der zweite Befragte ist ein Unterbeamter, Bater zweier fleiner gelassen und ist dennoch nicht verzweifelt. Während der erste aktiver, fampfmutiger, ist dieser zurückhaltender, fast sanft, dabei von einem ungemein freundlichen liebenswürdigen Befen. Seine Einstellung zu den Dingen ist eine wesentlich andere. Er berichtet:" Ich gehöre der Partei schon 17 Jahre an, und da ich in Berlin und in Deutsch land viel herumgekommen bin, sieht mein Mitgliedsbuch recht bunt aus. Was nun beffer geworden ist? In erster Linie doch wohl die Stabilität der Mart. Dadurch ist Ruhe in die Familien eingefehrt. Man kann sich auch wieder anderen Dingen zuwenden als ftündlich nur der Frage des Lebensmitteleinlaufs. Die materiellen Dinge: als Lebensmittel, Wohnung, Rieidung sind gewiß sehr wichtig zur Lebenserhaltung, und ich unterschätze sie um so weniger, als ich Familie habe, deren Wohl und Wehe davon abhängt. Mein monatfides Eintommen beträgt zurzeit 105 m. Das läßt feinerlei Seitenjprünge zu. Die Preise für Milch, Eier, Zuder, also für Dinge, die die Kinder brauchen, sind immer noch recht hoch. Aber ich suche und finde jetzt doch wieder Gelegenheit, mich über die allzu materiellen Dinge des Daseins hinwegzuheben Ich gehöre nämlich dem Bund religiöfer Sozialisten an, der die chriftliche Weltanschauung mit dem Sozialismus in Einklang bringen will. In der Gemeinschaft mit 21,57 M. minus 8,02 m.= 13,55 M. Davon gehen noch ab: diesen meinen Gesinnungsfreunden fühle ich mich glücklich, und ich betrachte es doch als eine sehr beachtenswerte Errungenschaft der Revolution und der Republik, die wir uns auch nicht mehr rauben lassen werden, daß ich als Beamter ganz offen meine Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie und zu einer sozialistischen Religionsgemeinfchaft mitteilen tann. Mein Borgesetzter hat mir noch keine Schwie rigfeiten bereitet und ia) sehe sehr darauf, daß ich meine Arbeit und meine Pflicht während der Dienstzeit erfülle. Recht schwer kommt mir manchmal, besonders bei der mageren Ernährung, die verschärfte Dienstzeit, mitunter bis zu 12 Stunden hintereinander. Außerdem muß ich mir noch Arbeit mit nach Hause nehmen, Da ist entschieden nichts beffer, sondern schlimmer geworden, und es sieht nicht so aus, als ob es besser werden wird. Dennoch will ich nie ver geffen, daß ich als Beamier immer noch in einer viel befferen Lage bin als der Jaduffrlearbeiter, der brutal auf die Straße geworfen wird. Auch das vergessen meine Kollegen. Das Solidaritäts. gefühl zwischen Arbeitern und Angestellten, Be. amten und Geiftesarbeitern muß noch viel mehr gepflegt werden. Ich kann alfo zum Schluß nur fogen, daß ich auf das Befferwerden der Dinge noch warte. Allerdings bin ich schon zu lange Sozialbemotret, um nicht zu wiffen, daß alles feine Zeit braucht. 6 Ein Holzarbeiter mit vier Kindern. Unser Weg führt weiter zu einem Holzarbeiter. Die Familie besteht aus sechs Perfonen, Mann, Frau und vier kindern. Das Jüngste ist 6 Jahre alt, das Aelteste 16 Jahre. Also trei Kinder find noch schulpflichtig. Bis Ende November war der Mann Kurzarbeiter. Der Lohn von 24 Stunden in der Woche reichte gar nicht aus. Er hatte sich daher in den freien Stunden noch einer anderen Arbeit gewidmet. Das einzige, was für mich eine Besserung meiner Lebenshaltung bedeutet, ist, daß ich meine 48 Stunden wieder arbeiten fann." Doch die Höhe des gegenwärtigen Lohnes läßt viel zu wünschen übrig. Der Tariflohn beträgt zurzeit 56 Pfennig für die Stunde. Bei 46stündiger Arbeitszeit beträgt der Wochenlohn rund 26 m. 12 m. bleiben fteuerfrei. Bon den restierenden 14 M. gehen( bei 4 Kindern) 5 Proz. Sieuer ab, also 70 Pf. Der Krantenfaffenbeitrag. beträgt 1,30 M., Invalidengeld 0,50. 0,13 m. Abmeier machte große Augen. Sie hatte ein ganz mageres, blasses Gesichtchen. „ Das Riesenweib! Wie sie ist! Wie sie trinkt! Wie sie schläft! Bruftumfang 154! Alles andere dementsprechend! Kolossal! Jedem Besucher erlaubt, nachzuprüfen! Brustumfang 154!" schrie der Ausrufer links neben der SchiffSchaufel. Ein anderer: Sopp hopp hopp hopp hopp!" Der ritt ohne Pferd dem Publikum einen eleganten Trab vor zugunsten des Hippodrom von Eder, wo reiten fann ein jeder". Ein fleiner, verhärmt aussehender Budenbefizer, auf dessen Schulter ein abgerichteter Rabe faß, der Kopf und Beine und flügellahme Schwingen ruhelos bewegte, fagte zu Jürgen: Treten Sie ein: Hier wird jedes Menschen Sehnsucht erfüllt." Plöglich stand Jürgen, der blicklos den verhärmten Alten Korneliuskirschen. Die Tante führt ihn am Arme weg von anblickte, mit Katharina Lenz in dem Laubengang beschnittener Katharina. Büßte ich, was ich will, dachte er, dann würde ich jetzt Katharina auffuchen; aber ich weiß heute nicht mehr, als ich damals wußte. Bei der fleinen Schiffsschautel entstand Tumult; sie wurde plöglich von Fahrgästen gestürmt: Der Besitzer hatte ein Blafat ausgehängt, auf dem stand: Hier kostet die Tour ben halben Breis". Höhnisch blickte er zu Seibel hinüber, deffen Schiffe jetzt reglos hingen. Seibel stürzte zum Besizer. Der rieb sich entsetzt den Schlaf aus den Augen, wollte ebenfalls für den halben Preis schaufeln lassen. 17 Wenn Sie das tun, tommt man zwar wieder zu Ihnen, weil unfere Schaufel höher ist, aber die Einnahme würde fortan nur die Hälfte betragen. Ihre Schaufel wäre entwertet." Und so verdiene ich gar nichts. Schreiben Sie sofort ein Platat. Das Herz soll helfen." Er tanzte vor Aufregung. Ich mache Ihnen den Borschlag 24 „ Nichts! Nichts! Schnell, Freundchen! Die Reit vergeht." Wollen Sie ristieren, heute abend feinen Pfennig mehr einzunehmen, wenn Sie dafür an den folgenden Tagen wieder die polle( Finnahme haben würden?" Herr Rudolf Schmied warf die Arme:„ Was? Wie? Was? Wie ist das?" Lassen Sie ganz umsonst schaufeln." Da schrie Herr Schmied mit vollen Lungen so lange nad) dem Halben- Breis- Blatat, bis Seidel ihm auseinandersetzte, dann müsse auch der andere umsonst schaufeln lassen, aber es fäme darauf an, wer es länger aushielte. Sie sind ein wohlhabender Mann; der Stonfurrent steht vor dem Banterott. | 0,70 M. Verbandsbeitrag, Parteibeitrag, 0,40 Freie Hamburger Hülfskaffe, 0,20 . " T 0,20 " 0,05 19 0,85 LP Freidenferverein, Arbeiter- Elternbund, Bochenabonnement für den Vorwärts, 0,15 Schulbücher, Lernmittel. 2,55 m. Es bleibt also vom Wochenlohn ein Rest von 11 m. 5 m. verdient die 16jährige Tochter. Sie gibt alles ab. Wir stehen nun vor der Tatsache, daß sich 6 Köpfe von 16 m. ernähren und fleiden müssen. Der Mann Leiftet fich kaum ein Glas Bier oder eine 31garre. Die Frau meinte aber:„ Wir müssen uns eben damit einrichten und uns durchschlagen Zunächst bin ich schon damit zufrieden, daß mein Mann Arbeit hat und nicht auf die Erwerbs= lofenunterstützung angewiesen ist. Wenn das Koſtgeld oft nicht mal reicht, dann trösten wir uns damit, daß es in vielen Familien noch schlechter aussieht. Unsere Hoffnung auf bessere Zeiten haben mir noch nicht aufgegeben. Der Arbeiter braucht nur Mut und Kraft, damit er durch sich selbst start und unbezwingbar wird!" Ein Sprengstoffanschlag in Weißensee. Ein Sprengstoffanschlag wurde auf die Norddeutschen Marmorwerte von Kastner u. Gottschaft in der Schönstraße zu Weißensee verübt. Die Hintergebäude dieses Betriebes stoßen an eine Partanlage. Bon hier hatten noch unbekannte Täter einen Sprengförper zwischen die eisernen Teile des Fensters gesteckt und mit einer angezündeten Lunte versehen. Am Sonnabend früh explodierte der Sprengstoff. Die Wirkung war aber nicht fehr starf. Es wurden nur die Traillen abgeriffen und ein Teil des Mauerwerts befchädigt. Im Gebäude wurden im Lagerraum einige Nachttischbeden und andere Marmormaren hochgeschleudert und im Herabfallen zertrümmert. Die von der Kriminalpolizei alsbald aufge= nommenen Ermittlungen nach den Tätern hatten noch keinen Erfolg. Sie warten ganz einfach, bis er zu Ihnen fommt und bittet, daß beiderseits wieder um den ganzen Preis geschaufelt mer den soll." Herrn Rudolf Schmieds altes Messegesicht leuchtete. Seidel rief Das Herz, das Pferdegesicht und die anderen Adjunkte in den Wagen. Viele hundert fleine, improvisierte Billetts wurden eiligst geschnitten, gestempelt. Und auf dem gewaltigen Plakat stand:" Wer ein Billett hat, fährt ganz umsonst in Rudolf Schmieds modernster und höchster Schaukel der Welt." Das Herz brüllte, schleuderte die Zettelchen ins Publitum. Das nahm die Schaufel im Sturm. Seidel beobachtete die Konkurrenzschiffe, die sich entleerten und nicht mehr füllten. Ein ungeheurer Tumult erhob sich. Das hinüber- und Burückbrüllen der beiden Befiber hatte das ganze MessepubliViele Budenbeißer tamen geeilt, zu er fahren, was ihnen das Publikum entzog. In den ersten fum angezogen. Reihen stand Herr Hohmeier. ganzen Breis. Seidel hatte im Wagen des Herrn Schmied Eine Viertelstunde später tostete die Tour wieder den die Verhandlungen geleitet. Der Besizer der Berg- und Talbahn, des größten Unternehmens der Messe, fing Seldel ab, legte ihm die Hand auf die Schulter:" Ich brauche eine Hilfe. Bollen Sie Geschäftsführer bei mir werden?... Das haben Sie großartig gemacht." " Ich bin bei Herrn Schmied angestellt." Ich zahle Ihnen das Dreifache." auf. Ich mache voraussichtlich schon morgen eine eigene Bude Aber eine Idee will ich Ihnen verkaufen für Ihr Unternehmen!" * Das wäre?" " Schreiben Sie eine Erklärung, daß Sie mir Sweihundert bezahlen, wenn Sie meine Idee ausführen." Hundert!" 3weihundert!" Seidel stedte den Bettel ein. Bei Ihnen fahren hauptfächlich Liebespärchen, weil sie in den scharfen Kurven gegen einander geworfen werden." " Das stimmt. Darauf spekuliert die Konstruktion." ,, Und dann noch wegen des Tunnels. In diesem Tunnel verschwinden die Bärchen besonders gern. Das habe ich beobachtet." 61 " Aber sicher!" " Der Tunnel ist mit roten Glühlämpchen erhellt ,, Natürlich! Roja!" sagte der Mann mit großer Gebärde. ( Fartsetzung folgt.) Die Magnus- Hirschfeld- Stiftung. Das Institut für Serualwissenschaft ist die Krönung des Lebenswertes von Dr. Magnus Hirschfeld. Es soll nach den Worten feines Begründers, die er gestern an eine zur Feier der staatlichen Genehmigung der Institutsübergabe an die Magnus Hirschfeld- Stiftung zahlreich herbeigeeilte Zuhörerschaft richtete, der Durchforschung des gesamten Gebietes für Sexualwissenschaft und der Verbreitung sichergestellter Erforschungsergebnisse dienen. Gleich zeitig soll das Institut auch eine Lehr- und Heilstätte sein: denn die Bissenschaft ist nicht um ihrer selbst, sondern um der Menschen willen da. Die Gründung des Instituts im Jahre 1919 war nur die Erfüllung eines sehnlichsten Wunsches, seiner Wissenschaft, die schungsstätte zu schaffen. Das Institut enthält 115 Räume, die stets als Stieffind behandelt wurde, eine ruhige Arbeits- und Formodernsten wissenschaftlichen Hilfseinrichtungen, äußerst foftbare Sammlungen. Es zerfällt in sieben 2bteilungen, die miffen schaftlich Hand in hand arbeiten. Dr. Arthur Kronfeld ergänzte das Bild der ungeheuren Arbeitsleistung und Arbeitsmöglichkeit des Instituts. Er nannte die wissenschaftlichen Arbeiten, die im Schoße des Instituts bereits entstanden sind, gedachte besonders der Arbeit des früheren Mitarbeiters Dr. Wei über Serualität und Konftis tution, erwähnte die wertvollen erbbiologischen Sammel forschungen, die von dem Institut betrieben werden, feine Lehrtätigkeit- 900 Aerzte haben die Aerzteturfe befudit, 2000 aus ländische Gäste daselbst Anregung erhalten, hob bic auffärende volkstümliche Tätigkeit des Inftituts auf feruellem und hygienischem Gebiete hervor, rühmte mit Recht die ferualpädagogischen Leistungen, die durch Kurse und Führungen für Junglehrer, Elternbeiräte und weiteste Boltsschichten aufgebracht wurden. Professor Dr. Strauch, Lehrer für gerichtliche Medizin an der Berliner Universität, sprach feine Genugtuung darüber aus, daß endlich einmal eine Annähe rung zwischen der offiziellen Wissenschaft und der Seruatwiffen schaft durch die Genehmigung dieser Stiftung hergestellt worden ist. Mit den äußerst lehrreichen Darlegungen des Dr. Hans Graz, der die segensreiche Tätigkeit des Instituts auf dem Gebiete der Volksund Rassenhygiene schilderte und die in der Hoffnung gipfelten, daß dem Institut in Zukunft eine Eheberatungsstelle angegliedert würde, schlossen die Ansprachen. Die Reichtümer des Instituts, die sich bei der Führung den Gästen offenbarten, zu schildern, ist im Augenblick unmöglich. Ebenfo kann nur der äußerst reichhaltige Inhalt der ferualwiffen. fchaftlichen Spezialaus stel ung erwähnt werden. Der vorgeführte Film, in dem die interferuellen Inpen gezeigt wurden, sind geeignet, jeden davon zu überzeugen, daß die Natur mit den männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen ein absonderliches Spiel treibt. Alles in allem nahm man das Bewußt fein mit fich: Hier wird nicht geredet, sondern geschafft, zum Segen der Menschheit Fast jeden Sonntag finden Führungen durch das Institut statt. Man fann den weitesten Schichten der Arbeiterbevölkerung nicht dringend genug empfehlen, fich bei dieser Gelegenheit das Institut anzusehen. Das Institut befindet sich Beethovenstr. 3. In den nächsten Tagen hoffen wir, ausführlich die Reichtümer des Instituts Schildern zu können. Der Räuberhauptmann von Herzfelde. Bier Männer unter Anklage des Mordes. Unter der Anschuldigung, den Gutsgärtner Schiefeit vom Rittergut Herzfelde bei Kallberge ermordet zu haben, wurden heute der 5. Straffammer des Landgerichts III der Ziegeleiarbeiter Reinhold Weidemann, der Arbeiter Erich Weidemann, der Arbeiter Ernst Kirds und der Arbeiter Josef Romanowski vorgeführt. Reinhold Beidemann ist der Bater des 19jährigen Erich und der Stiefbruder des Kirds. Der Vater Weidemann, ein kleiner, untersetter Mann, wird außerdem noch des versuchten Mordes an Feldhütern beschuldigt. Sämtliche Angeklagten sind auch des fortgesetzten Bandendieb. ftahls unter Mitführung von Waffen beschuldigt. shua Das neue China. Der Teilregent Sun Yat Sen. Mit 20 Minuten Verspätung begann Freitagabend im ehemaligen| Angora- Regierung vor der Lausanner Ronferenz. Der Redner führte Herrenhause ein Bortragsabend, der sich mit den Problemen be- aus, er hoffe bestimmt auf den Sieg der Kanton- Regierung und auch schäftigt, die heute im neuen China spruchreif sind. Zuerst sprach, darauf, daß Deutschland der erste Staat sei, der Dr. Sun Yat Sen durch die große Besucherzahl offenbar verwirrt. Boffswirt anerkenne. schrift„ Der Neue Tag", für die man jetzt schon über 200 MitA. Friedrich und erläuterte das Vorhaben, das durch eine Zeitarbeiter in allen Erdteilen gewonnen hat, gestützt werden foll. Fürs bekanntmachen, ganz gleich welcher Art sie sind. China, das 25 Broz. erste will man durch Vortragsabende mit allen neuen Strömungen der Bevölkerung der ganzen Welt einschließt, hat große Entwicklungs möglichkeiten und ungeheure Ausbaumöglichkeiten für den Handel. Deutschland trieb vor dem Kriege teine chinafreundliche Politit. Das neue Deutschland müsse jetzt an der nationalen Entwicklung Chinas zur wirtschaftlichen Selbständigkeit teilnehmen. Deutschland habe Maschinen und China habe Rohstoffe. Man müsse sich flar darüber sein, daß die Industriecisierung Chinas bestimmt vor sich gehe, und wenn nicht mit deutschen, dann mit englischen oder amerikanischen Maschinen. Chinesische Lebens- und Umgangsformen. Li Doo Dju fprach, angetan mit der kleidsamen Tracht feines Landes, in der liebenswürdigsten Weise von chinesischen Bräuchen. Er betonte, daß viele Berichte, die aus der Ferne fämen, mit der 3 ahrheit nichts zu tun hätten. Die chinesische auer sei längst burchbrochen und die Männer trügen teine 3öpfe mehr und die Frauen hätten feine perfrüppelten Füße. In China esse man nur zwei bis dreimal täglich und nicht fünfmal, aber man febe jich jedesmal an eine wohlbefehte Tafel mit 8 bis 16 Gerichten. Reis erseye Brot und Kartoffeln. Alkoholische Getränke nehme man felten zu sich und für die Jugend fcien fie ganz verboten. Die Verehrung der Ahnen sei in China Religion. Aelter als ein anderer fein, ist ein Borzug. Die Kinder find den Eltern unbedingt gehorfam. Gepriesen werden Eltern mit bielen Kindern, tiefbetlagt die finderlosen. Das ganze Land ist als eine große Familie gedacht. Das Familienleben ist hochentwickelt. Schon der ältere Bruder ist für den jüngeren eine Refpefisperson. 3 bis 4 Generationen wohnen oft zufammen. Die Begrüßung der Chinesen besteht in respektvollen Berbeugungen, ein Händeschütteln ist felten und ein Ruß in Gegenwart anderer ganz undenkbar. Allgemeine politische Lage Chinas. Huang Su Bin, schüchtern, mit leifer Stimme, erklärte, daß Chinas politische Lage wirklich nicht so betrübend fel, wie sie immer hingestellt würde. Die schlechte Lage Chinas fei ein Verschulden des internationalen 3mperialismus. Bor 50 Jahren [ ei China ein reines Agrarland gewesen, es habe felbst seine In dustrie entwickeln wollen, aber daran habe der internationale Im perialismus es gehindert. Die Ausländer kaufen die Rohstoffe in China sehr billig auf, verarbeiten sie und führen teure Fertigfabrikate wieder ein. Die Ausländer unterhalten Fabriken im Lande, durch die Ausländer wurde ganz China proletarisiert. Der ausländische Imperialismus gibt den Militärorganifationen und den Räuberbanden Waffen. In China find verschiedene Machtsphären, drei Generäle haben dort Macht und der Teilregent Dr. Sun Yat Sen. Er habe die Bolkspartei, die Studenten, die Jugend, die Kaufleute und die Zukunft hinter sich. Er habe die Ranton- Regierung in Händen, und der erginge es jegt wie der Der Othello von Belzig, Mildernde Umstände für den Rächer seiner Ehre. Biau Han Sin, ein chinesischer Journalist, start europäischen Anstrichs, betonte, China und Deutschland müßten sich gegenseitig Großmächte verhindert. Hilfe leisten. Dr. Sun Yat Sen habe mit Deutschland n Verbindung treten wollen, aber das hätten die Der Redner sprach von den inneren Erhebungen Chinas, die durch den internationalen Im perialismus unterdrückt wurden. Jeßt ständen Frankreich, England, Japan und vor allen Dingen Amerifa gegen China Bor Deutsch land habe China einmal Angst gehabt. Aber Deutschland fei jest Republik und zudem mußte es abrüsten. Dr. Sun Yat Sen sei ein wirklicher Freund Deutschlands. Moderne chinesische Industrie. Hung Ding, voller Temperament, das Manuskript immer wieder beiseite werfend und frei sprechend, erklärte, nur die Deutschen fönnen mit den Chinesen fühlen. Deutschland und China gehören nicht nur dem Kreise der befizenden, sie gehören auch dem Kreise der könnenden Nationen an. Für eine Industrieentwicklung ist eine günstige Verkehrsentwicklung Borbedingung. Aber der Eisens bahnbau hatte in China mit ethischen Schwierig= teiten, weil die Gräber der Ahnen geschont merden müssen, und mit Rentabilitätsschwierigkeiten, weil das Land von vielen Kanälen durchzogen ist, zu fämpfen. Stellten die Fremden Stapital zur Verfügung, so fnüpften sie daran derartig harte Bebin gungen, daß sie für die Chinesen unennehmbar wurden. China ift aber das Land mit bewäfferter Kultur. Sein Landstraßenbau ist vorzüglich, denn vor Tausenden von Jahren betrachtete die chinesische Regierung den Landstraßenbau als ihre Hauptaufgabe. China hat gegenwärtig 3 mei staatliche Schiffswerften und viele private. Die Amerikaner vergeben fogar Aufträge an chinesische Staatswerften. Die Buchdruderkunst, in China erfunden, hat sich außerordentlich entwickelt. China hat moderne Bergwerte und die Spinnerei, einst handwerksmäßig betrieben, jetzt maschinell eingerichtet, ist die stärkste Industrie des Landes. Im Hinblick auf die Arbeitsverhältnisse muß betont werden, daß man die sozialen Gegenfäbe, wie sie in Europa egiftieren, in China nicht fennt. Die Arbeitskräfte sind außerordentlich billig. Liau Han Sin erklärte abschließend, Dr. Sun Yat Sens Pläne, als da find: die Entwicklung des Berkehrs, die Neuanlage von Häfen, die Modernisierung der Städte, die Ausnutzung der Wasser. kraft, die Entwicklung des Bergbaues und der Landwirtschaft, die Bewäfferung von Mongolei und Tibet. Hierzu gebraucht man Ma schinen und Spezialisten. Tüchtige deutsche Arbeits. träfte, die an der nationalen wirtschaftlichen Entwicklung Chinas mitarbeiten wollen, sind willkommen. Dr. Sun Yat Sen und der übergroße Teil der Chinesen hoffen auf Deutschland. Interessante Gesangsvorträge sowie verschiedene Fecht- und Turnvorführungen gaben einen Einblick in die starke Eigenart diefes fernen Bolkes.. gründete die Milde des Urteils damit, daß hier nicht der Ber. legte der Angegriffene sei, sondern der Ange. flagte. Er fei als Ehemann in feiner Mannesehre schwer angegriffen worden. Der Notdienst Berliner Frauen. Reinhold Weidemann war das Haupt einer größeren Bande, bie sich auf Kartoffelbiebstähle und Bildern gelegt hatte. In Stärke von 6 bis 7 Mann zogen sie, das Geficht mit Ruß geschwärzt und mit Tüchern verbunden, um sich unfenntlich zu machen, seit Jahren auf nächtliche Fahrten aus. Wiederholt fam es zu Zufammenstößen mit Feldhütern und Jägern. Weidemann Bater bezeichnete sich als den Räuberhauptmann von Herzfelde"! Als einmal ein fommunistischer Generalstreit drohte, äußerte Weidemann: Jeht nehme ich Rache und masche meine Hände in Blut bis dort hinaus." Er galt allgemein als ein sehr gewalttätiger Mensch. Am 23. August waren die Angeklagten von dem Hause Weidemanns wiederum auf Kartoffeldiebstahl ausgegangen. Sie hatten sich vor her schwer bewaffnet. Als sie an ein Gebüsch famen, trat ihnen unversehens der Gutsförster Westphal und der Gärtner Schieleit entgegen, die die Angefiagten fragten, wo sie hin wollten. Im felben Augenblic fiel aus einiger Entfernung ein Schuß. Schieleit antwortete seinerseits mit einem nach dieser Richtung abgegebenen Schuß und wollte nach der betreffenden Stelle hinlaufen. Raum war er einige Schritte gegangen, da fiel ein neuer Schuß, der Schieleit zu Boden strecte. Eine Kugel hatte ihn in den Rücken getroffen und die Lumge durchbohrt. Der Schuß soll von Romanowsti abgegeben worden fein. Alle vier ergriffen darauf die Flucht, wobei sie dem hinter ihnen her schießenden Weftphal noch großen Sa, wierigkeiten fonnte er mit erlöschender Stimme als Zeuge Anna v. Gierfe den Vertretern der Berliner Presse berichtete, vermit Schüssen antworteten, glücklicherweise ohne zu treffen. Die Schußwaffen fand man am nächsten Tage in einem Kaninchenbau bei der Wohnung des Weidemann. Die Anklage, die Staatsanwaltschaftsrat Berger- Landefeld vertritt, geht davon aus, daß die Angeflagten mit Rücksicht auf ihre schwere Bewaffnung entschlossen waren, jeben ihnen Entgegentretenden, insbesondere die ihnen mißliebigen Förster, über den Haufen zu schießen. Nach mehrstündiger Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Friedmann folgendes Irteil: Das Gericht ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß dem Angeklagten das Verbrechen des Mordes nicht nach. gewiesen sei. Das Gericht hat zwar die Ueberzeugung, daß die Angeklagten, die Waffen mitgenommen haben, um begegnenden Widerstand mit Waffengewalt zu brechen, auch wenn es ein Men ichenleben fosten sollte. Es sprechen gewichtige Momente dafür, daß die übrigen Angeklagten mit der Tat des Romanowski einverstanden waren. Es hat sich eber nicht nachweisen lassen, daß eine Berabredung stattgefunden hat und daß es fich um einen Fehlschuß han belte, der eigentlich dem Förster Westphal zugedacht war. Romanowski konnte doher nur wegen einfachen Totschlags verurteilt wer: den. Der versuchte Mord im Jahre 1921 an den Feldhütern läßt sich Reinhold Weidemann auch nicht nachweisen, ebenso nicht, daß schwere Bandendiebstähle begangen sind. Das Gericht hielt Reinhold Weidemann schuldig der Mötigung, des fortgesetten Diebstahles und des unerlaubten Waffenbefizes. Bei der Strafabmessung hat das Gericht berücksichtigt, daß Weidemann das Bertrauen feiner Mitbürger befoß und schnöde mißbraucht hat, indem er auf Diebstähle ausging. Das Urteil geht dahin: Joseph Romanowski wird zu zehn Jahren drei Monaten 3uchthaus und zehn Jahren Chr. verluft, Reinhold Weidemann zu zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust, Ernst Kirds wegen Dieb. stahls und Waffenbefizes zu neun Monaten Gefängnis Erich Weidemann wurde freigesprochen. Ten Angeflagten wurden fünf bzw. vier Monate auf die Unterfuchungshaft angerechnet und der Haftbefehl gegen Rirds wurde aufgehoben. verurteilt. Feuergefecht mit Einbrechern. Gegen 12% Uhr nachts hörten Bolizeibeamte, die fich auf einem Streifgange befanden, in der Straße Bum Löwen" in Zehlendorf- West von dem Grundstück Nr. 11 her verbächtige Geräusche. Als die Beamten hinzueilten, fahen sie vier Männer, die fofort die Flucht ergriffen. Da fie trob wiederholter Haltrufe nicht stehenblieben, gaben die Beamten insgesamt sieben Schülfe ab, die von den Einbrechern durch fünf Schüsse erwidert wurden. Im Schuhe der Dunkelheit find die Täter entlommen. Ob jemand von ihnen verlegt worden ift, fonnte nicht festgestellt werden. Sie war alles andere, nur feine Desdemona, Frau Pauline, die Gattin eines Eisenbahnbeamten H. aus Belzig, der sich wegen Körperverlegung laut§ 224 vor der Potsdamer Straffammer verantworten mußte. Sie war nicht schön und auch nicht treu, wie sie selber zugab, aber sie hatte„ Glüd bei Männern" und ihr eigener Mann Zur Bekämpfung des Massenelends haben sich Ende Oktober liebte sie abgöttisch. Während H. feinem schweren Berufe nachging, vorigen Jahres große Berliner Frauenorganisationen war der Weißgerber T. ein ständiger Gast bei Frau Bauline. Man mit dem Begirtsausschuß für Arbeifermohlfahrt trug dem Ehemanne allerlei zu, peitschte feine Eifersucht an, aber zum Notdienst Berliner Frauen zusammengeschlossen. Beweise fonnte er nicht erlangen. Nächtelang umschlich er Anna v. Gierte und Alice Salomon leiten die vielfältige Arbeit. sein eigenes haus, hodte auf Strümpfen im Treppenhaus auf Sie gliedert sich in drei Hauptzweige: Nachbarhilfe, Arbeit mit den ber Bauer, und so ging es jahrelang. Der Argwohn hatte ihn schließstädtischen Wohlfahrtskommissionen und Ernährungsfürsorge. Die lich vollständig heruntergebracht. Da, im Monat Mai 20 Verwaltungsfreise Groß- Berlins find in 900 Bezirte geteilt vorigen Jahres, als er früher von seinem Dienst nach Hause tam als und in jedem von ihnen eine Bertrauensfrau bestellt, der Helfes vorgesehen, vermochte ein Blick durch das Schlüsselloch sein rinnen zur Seite stehen; ihrer fönnen bei der Größe der Stadt und Blut zum Rasen zu bringen. Er hofte vom Boden sein scharfge: des Massenelends nicht genug fein. Auf die Ernährungsfürsorge fchliffenes Seitengewehr und mit den Worten: Endlich habe macht überall das ergreifende Blafat Räthe Roll wit' aufmerk ich Euch! schlug der vor Eifersucht Rasende auf den endlich Erwischten fam mit der Mahnung:" Rauft Ernährungsgeld!" Es ein. Ein Hieb trennte einen Finger glatt von der Hand. Dann find das Markenheftchen für zwei Mart, die 12 Speifemarten verfekte ihm der wütende noch mehrere Stiche in den Leib. Blut zu 10 und 20 Bf. enthalten. Diese Marken werden in der Volksüberströmt wurde T. in ein Krankenhaus gebracht und bis zum peifung und in zahlreichen Gastfüchen als Bezahlung angenommen. heutigen Lage ist er noch Patient in der Berliner Charité. Nur mit Man tut viel vernünftiger daran, Bedürftigen folche Marken statt bar Geld zu geben. Die gesamte Tätigkeit des Notdienstes. über die in der Verhandlung antworten. Der Anklagevertreter, Erster Staatsanwalt Gerlach, beantragte 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Die Straf- bürgt durch ihren Idealismus wie durch ihre gute Organisation die fammer verurteilte den Angeklagten nach§ 223a unter Bubilligung arbeit wie an Geld und der beste Erfolg fei ihr gewünſcht. mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 100 Goldmart. Der Borsigende, Landgerichtsdirektor Dr. Westerkamp, be Sport. Der Stand des Sechstagerennens. Die 3- Uhr- Nachmittagswertung. Nach Ausfahren der 12. Wertung( 3 Uhr nachmittags) ergibt sich folgender Buntistand( genannt sind die 7 Baare, die in der Spike liegen): Lorenz- Saldow 164, Bauer- Strupkat 144, HahnTiek 62, Techmer- Stellbrink 58, Kaifer Taylor 40, Hanley- Lawrence Reinas- Stolz, Manthey- Stabe. Drei Runden zurüd: Häusler- Dhrt. 27 und Münzner- Nörenberg 8. Eine Runde zurück: Golle- Rohl, Burückgelegt waren bis zur 96. Stunde( 9 Uhr abends) 2564,500 Die 10- Uhr- Nachtwertung. Kilometer. Abends 9 Uhr. Alle Zuschauerpiäße sind befeht. Im Innen raum wimmelt es wie in einem Bienenforb. Jeder erwartet etwas... Immer wieder heißt es: Wann tommt die lleberrundung der Amerikaner. Der Stundenschuß ertönt. Die Aufmerksamkeit der Buschauer wächst. Im ersten Spurt führt anfangs Münzner bas Feld. Hahn geht vor, von Stabe gefolgt. Dann tommt Bauer. In der vierten Runde vor Schluß des ersten Spurts wird ein schärferes Tempo angeschlagen. Der Amerikaner Han= en stößt jegt erfolgreich vor und geht vor Borenz durchs Ziel. Der zweite Spurt bringt einen prächtigen Sieg des alten Stell. brint. Beim dritten Spurt liegt Stabe porn. Meinas, gefolgt von Hahn, fegt vorbei und eine Runde vor Schluß des dritten Spurts jagt Lorenz heran, doch kann er den führenden Hahn nicht mehr schlagen. Im vierten Spurt wird Saldaw von Golle scharf angegriffen, doch ergebnislos endet sein Vorhaben. Der fünfte Spurt bringt einen Eieg Bauers vor Lechmer, Lorenz und Hanley. Im übrigen blieb der Stand des Rennens unverändert. Lorenz- Saldom behaupten weiter die Führung. Der Stand des Rennens nach ber 13. Wertung ( 10 Uhr nachts, 97. Stunde) ist nunmehr der folgende: SaldowLorenz 177, Bauer- Kruptat 153, Hahn- Lich 71, Lechmer- Stellbrink 67, Kaiser- Taylor 45, Hanley- Lawrence 33, Münzner- Nörenberg 8 Punkte. 1 Runde zurück Golfe- Kohl( 77 Punkte), Manthey- Stabe ( 12 Bunfte), Reinas Stolz( 12 Bunite). Drei Runden zurück Häusler- Ohrt( 3 Punkte). # Die neuen Sonntagefahrkarten. Die zur Förderung der Volksgesundheit eingeführten Sonntagstarten mit Fahrpreisermäßigung unterlagen bisher der Beschränkung, daß sie nur an Bewohner größerer Städte zum Befuch nahegelegener Erholungsorte ausgegeben wurden, nicht tanegen für Fahrten vom flachen Lande und von Kleinstädten nach der GroßSonntagsfahrkarten auch der berufstätigen Bevölterung der Stadt. Der Reichsverkehrsminister hat sich nunmehr entschlossen, die tleinen Städte und auf dem flachen Lande zugäng lich zu machen und ihr dadurch Gelegenheit zu geben, ebenfalls landschaftlich bevorzugte Gegenden aufzusuchen oder sich durch den fortzubilden. Demnach find die Reichsbahndireftionen ermächtigt Besuch großstädtischer Bildungsanstalten auch geistig zu erholen und worden, wenn das Bedürfnis vorliegt und betriebliche Schwierig Beiben nicht zu erwarten sind, auch von fleineren Orten nach größe ren Städten Sonntagsfahrtarten einzuführen. Zugleich wird die bisherige Beschränkung aufgehoben, wonach Sonntagsfahrkarten non folchen Orten nicht ausgegeben werden follen, nach denen selbst Sonntansfahrkarten aufliegen, Im wirtschaftlichen Interesse der Reichsbahn sollen bort, wo ein Bedürfnis dazu vorliegt, Sonntagsfahrtarten auch für die 2. Wagenklasse ausgegeben werden. Die Wiedereinführung der Kupfermünzen. Die Beröffentlichung der Berordnung über Wiederinfursiehung der Kupfermünzen von 1 und 2 Bfennigen steht nach der gestrigen Beratung im Fünfzehnerausschuß unmittelbar bevor. Es soll zugleich angeordnet werden, daß riemand verpflichtet ist, mehr als fünf Mark in feinem Belde anzunehmen. Versteigerung der Fang- und Findlingshunde. In dem städtis fchen Hundezwinger in Lanfwig werden die von den Fangbeamten eingefangenen Hunde( Fanghunde) und die von Bripatpersonen als zugelaufen eingelieferten Hunde( Findlinge) unter gewöhnlichen Berhältnissen acht Lage zur Verfügung des Eigen tümers oder Befizzers gehalten. Während einer polizeilich angeord. neten Hundesperre, wie es zurzeit der Fall ist, verfürzt sich diese Frift auf vier Tage. Nach Ablauf dieser Zeit werden die nicht ab. geholten Fang- und Findlingshunde je nach der Lage des Falles ent. sprechend ben veterinärpolizeilichen Vorschriften entweder getötet oder durch einen städtischen Beamien nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches öffentlich versteigert. Diese Versteige rungen finden bis auf weiteres affwöchentlich am Freitag, rormittags 11 Uhr, in dem städtischen Hundezwinger in Lantwik. Desfauer Str. 21, statt. Zur Versteigerung kommen danach jedesmal die bis zum Montag der laufenden Woche eingelieferten Hunde. In der Tominenden Woche findet diese Versteigerung ausnahmsweise am Dienstag, den 5. Februar. 11 Uhr vormittags, statt. Nachforschungen nach dem Berbleib entlaufener oder sonst abbandengefommener Hunde sind bei dem städtischen Hundezwinger in Sant wiz anzustellen, wo sich die Gammelstelle für alle Fang- und Findlingshunde aus Groß- Berlin befindet. Der Herzog von Tervuren". Ein Hochstaplergenie. Ciner der größten Hochstapler ist durch die Aufmerksamkeit der Bertreter eines Automobilhauses unschädlich gemacht worden. Bei Der Niederlage der Brennaborwerte am Kurfürstendamm führte sich ein Rumbe als herzog von Zerpüren", belgischer Staatsbürger und Mitglied der interalierten Militärtontrollkommission in Hamburg ein, um ein fostbares Auto zu taufen. Das Geschäft fam aber nicht zustande, weil man vorsichtig war und der Käufer gleidh zahlen sollte. Zufällig war gerade der Dessauer Bertreter des Hauses in Berlin und wurde so auch mit Dem Herzog von Tervüren bekannt. Bald darauf erschien diefer bei ihm in Dessau und flagte ihm sein Reid, daß er mit dem von ihm in Berlin getauften Wagen auf der Fahrt über Dessau hinaus verunglüdt sei. Der Bertreter traute dem nicht recht, weil der Berliner Bertreter ihm schon mitgeteilt hatte, daß aus dem Handel nichts geworden wäre, brachte aber den verunglüdten Herzog einstweilen in einen Dessauer Hotel unter. Man verständigte die hiesige Kriminalpolizei und stellte bald feft, daß man es mit einem Meisterschwindler zu tun hatte und veranlaßte seine Festnahme. Der angebliche Herzog ist ein 24 Jahre alter aus Lüttich gebürtiger berufslofer Stephan Cito, der schon in verschiedenen Hochstaplerrollen geglänzt hat. In Berlin spielte er noch den einfachen deutschen Kriegs= gefangenen, dem es gelungen sei, nach dem Waffenstillstand aus dem Lager von Avours zu entweichen. Als Deutscher wollte er aus Malmedy stammen. Im Rheinland trat er als belgischer Hofmarschall auf, bestellte beim photographischen Atelier der Armee 250 Bilder des Königs Albert und befam fie auch nach Koblenz geliefert. Als belgischer Major Otto Benny überreichte er dem Oberfommandierenden der amerikanischen Befagungstruppen General Allen die belgische Militärmedaille. Dann borgte er andere Amerikaner um beträchtliche Summen an und fuhr damit nach Konstantinopel, wo ihm am Hofe ein prächtiger Empfang bereitet wurde. 3m englischen Hauptquartier aber wurde er festgenommen; jedoch nur für einen Augenblid. Bon zwei englischen Soldaten dem Oberkommando vorgeführt, beschwerte er sich mit dem Erfolge, daß man ihn sofort wieder frei ließ und die Bestrafung der beiden Soldaten ihm zusicherte. In London erschien der Hochstapler als Verwandter des belgischen Königs, in dessen Auftrage er bei der Rheinarmee lebe, und bekam eine Woh nung im Buckinghampalast angewiefen. Freundliche Aufnahme fand er als Offizier der belgischen Fliegertruppe im Lager der englischen Flieger, die ihm zu Ehren ein großes Früh ftüd gaben, von hier aus richtete er auch ein Telegramm an den Kommandanten der belgischen Luftflotte im Hauptquartier zu Als Graf von Brüffel, dem er die gute Aufnahme mitteilte. Rotenburg spielte der Gauner im Jahre 1921 in Berlin den Rurier ber interalliierten Militärtommiffion und wies sich mit einem gefälschten Diplomatenpaß aus. Die angeborgten Sachverständigen. Ein Borfall, der noch der Aufklärung bedarf, hat sich bei der Sachverständigen tommiffion zugetragen. Bei der Ankunft der Rommiffion stellte sich ihr ein Mann vor, der angab, von der ameritanischen Botschaft als Dolmetscher zugewiesen worden zu sein. Später stellte er sich im Gebäude des Reichswirt fchaftsrates bei der Einrichtung der Bureauräume vor, er habe im Auftrage des Firanzminifteriums die Einrichtung der Kommiffion zu überwachen. Er beschäftigte sich dann damit, die Einrichtung besonders des Privateigentums der Kommissionsmitglieder im Esplanade Hotel und im Reichswirtschaftsratsgebäude zu überwachen. Dabei hat er fast fämtliche Mitglieder der Kom miffion angeborgt und unter irgendwelchen Vorwänden Gelder von ihnen eingezogen, darunter vermutlich auch größere Beträge. Dieser Mann ist nun seit zwei Tagen verschwunden. Anscheinend hat man es mit einem geschickten Schwindler zu tun, der den Moment der Verwirrung bei der Ankunft der Kommiffion zu einem Betrugsmanöver benutzte. Eine Kindesleiche im Ruderboot. In einem Ruderboot an der Rousseau Insel im Tiergarten wurde die Leiche eines Knaben gefunden, die in Zeitungspapier und in einen Geschäftsbogen der Firma Heitinger u. Co., Dranienplay, eingemidelt und mit einer Zuckerschnur umschnürt war. Aeußere Berbetzungen sind an der Leiche nicht vorhanden, doch wird erst die Obduktion der Leiche ergeben fönnen, ob eine natürliche Todes= ursache oder ein Kindesmord vorliegt. Ein freches Räuberstück vollführten gestern abend gegen 6½ Uhr vier junge Burschen in der Oranienstraße. Einer von ihnen warf einen in Beitungspapier gehüllten Ziegelstein in Die Schaufensterfchreibe des Gold- und Uhrengeschäfts von Häufer auf dem Grundstück 186. Die Schaufensterscheibe ging in Trümmer Wir bringen in dieser Zeit Qualitätsware Hemdentuch 80 cm breit Renforcé la Qualität und die vier Täter stürzten sich blitzschnell auf die ausgelegten Goldwaren und ergriffen dann die Flucht. Ein zufällig vorbei. gehender Polizeibeamter nahm die Berfolgung auf und es gelang ihm auch, einen der Flüchtigen, den 20 Jahre alten Bäckergesellen Alfred S., der am Elisabethuser wohnt, festzunehmen. Man fand bei ihm mehrere goldene Uhren, die er bei Häuser entwendet hatte und gab sie dem Eigentümer zurüd. Die anderen Flüchtlinge sind feiber entlommen. " Erben gesucht! Ende vorigen Jahres ist in Chita go die 80 Jahre alte in Weißenborn bei Nordhaufen geborene Katherine Schmidt geb. Doenel verstorben. Sie hinterließ ein ansehnliches Vermögen den gefeßlichen Erben ihres ebenfalls verstorbenen Gatten Frederick Schmidt. Schmidt war der Sohn eines Schuh. machers gleichen Namens, gebürtig aus Ofterbeck bei Halberstadt, der später mit seinen Eitern und Geschwistern nach Magdeburg vers 60g. Nachricht über die Erben an Rechtsanwalt und Notar Dr. Hugo Waldeck, Berlin, Potsdamer Str. 125, erbeten. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute 3 Uhr nachmittags im Neuen Theater am 300 Die Hoffnung auf Segen von Seijermans in allererster Befezung. Zuschlag 60 Goldpfennige pro arte. Karten find noch am Eingang des Theaters zu haben. Proletarische Feierstunden am Sonntag, den 17. Februar, bormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus. Mitwirkende: Berliner Schubertchor und Gemischter Chor Groß- Berlin( Leitung Jascha Horenficin), der Sprechchor für Proletarische Feierstunden( Leitung Albert Florath), Rohrbach: Orgel, Ansprache: Genoffin Bohm- Schuch, . b. N. Preis pro starte 80 Goldpfennige. Karten find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II, im Zigarrengeschäft von Horsch, Gewerkschaftshaus, Engefufer 25/26, Buchund bei sämtlichen Abteilungsführern. Die Streise, welche noch feine Starten haben, werden ersucht, sofort die für sie reservierten Karten aus dem Bureau abzuholen. 11. Kreis Schöneberg- Friebenan. Dienstag, ben 5. febrner, 7% Ust, reis funktionärtonierena bei Will, Martin- Luther- Str. 60. Erscheinen aller Funktionäre und Betriebsvertrauensleute Pflicht. 13. Streis Tempelhof- Marienborf. Dienstag, den 5. Februar, wichtige Frat. tionsligung mit den Bürgerdeputierten und der Kommunalen Kommiffion im Rathaus Mariendorf, 8immer 26. 14. Kreis Reufölla. Freie Schulgemeinde! Dienstag, den 4. Februar, 7½ Uhr, pünktlich. Vorstands- und Funktionärsigung an bekannter Steffe. 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, den 6. februar, abends 7 Uhr, Kreisvor standsnigung in der Bibliothet, Beichselstr. 28. Der umfangreichen und wichtigen Tagesordnung wegen wirb pünktliches Erscheinen erwartet, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin! Die Sentralarbeitsaus. schussihung findet Mittwoch, den 6. Februar, T½ Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenftr 3, statt. Alle Genoffen, die ein Interesse am Austausch praktischer Beschäftigungsmöglichkeiten für unsere Rindergruppen haben, treffen fich 6% Uhr dorifelbft. 141. Abt. Rosenthal. Meldungen für die Jugendweihe nimmt Gen. Dehmel, Schillersti. 3, entgegen. 1. Abt. 7% Uhr bei Spiegel, Aderstr. 1, Sigung aller in der Kommune ehrenamtlich tätigen Genossen. Die Stadt- und Bezirksverordneten sind eben falls eingeladen. Erscheinen Bflicht. 24. bt. 7 1hr Sigung der Funktionäre mit den Kreisvertretern bei Rögner, Smmanuellirchstraße 25. 81. bt. Friedenau. Cozialistisches Seminar! 8 Uhr bei Riabe, SandleryStraße 60/01. Gen. Biffell spricht über ,, Die Planwirtschaft." 8. bt. 18 Uhr in der Baugemertsschule, Surfürstenstr. 141, Erfrischungsraum, Beamtenverfammlung. Bortrag des Ministerialrats a. D. Faltenberg: Der Eristenzkampf der Beamtenfajaft." Sungsozialistische Bereinigung Offbahn, Haulsdorf, Adolfstr. 25( Schule). Bortrag: Die Entwicklung der Klaffen bis zum Mittelalter", abends 7% Uhr. 106, Abt. Johannisthal. 7% Uhr Gitung des Abteilungsvorstandes mit fämte Tichen Funktionären und den in der Rommune tätigen Genofen bei Gobin, Roonftr. 2. Funktionärausweise sind zum Umtausch mitzubringen. 108. Abt. Köpenid. 7½ Uhr Funktionärsigung im Jugendheim, Grünauer Str. 5, 8immer 1. 27. bt. Mittwoch, den 6. Februar, 7 Uhr, Connenburger Str., Schuleula, Mitgliederversammlung. Tagesordung: Neumahl der Kreisdelegierten. 78. Abt. Schöneberg. Mittwoch, den 30. Januar, verstarb unser Genoffe mittags 4 Uhr, Strematorium Wilmersdorf. handlung Vorwärts, Lindenstr. 2, Landgemeindehaus, Sophienfiraße, Friedrich Brilch, Bahnstr. 35. Einäfcherung Montag, den 4. Februar, nachDer Bolts- Feuerbestattungsverein Groß- Berlin V. B. a. G. ist jest auch dazu übergegangen, bei den Trauerfeiern seiner verstorbenen Mitglieder im Strematorium auf Wunsch der Angehörigen einen Pfarrer zu Stellen. Bisher wurde nur ein freier Redner gestellt, wegen der Mit wirtung eines Pfarrers mußten fich die Angehörigen felbft bemüben. Beiter wird jetzt bei allen Trauerfeiern( f. Inserat) das Orgelspiel von Cello und Geige begleitet werden. Der Verein gelvährt damit seinen Mitgliedern im Falle des Ablebens bei seinen verhältnismäßig niedrigen Monatsbeiträgen( ie nach dem Alter 20 bis 110 Goldpfennig) 20jähriger Beitragszahlung Beitragsfreiheit eine pietätvolle Beftattung. nach Eine Schülerinnen- und Jungmädchen- Abteilung für den Südoften Berlins eröffnet die Freie Turnerschaft Groß- Berlin am Montag in der Städtischen Turnhalle Glogauer Straße. Turnzeiten jeden Montag und Donnerstag, und zwar für Schülerinnen bis 14 Jahre von 6 bis 8 Uhr, für junge Mädchen von 8-10 Uhr abends. Es wird gebeten, Arbeitereltern und junge Mädchen auf diese Turngelegenheit aufmerksam zu machen. Arbeiterbildungsschule Schöneberg, Wilmersdorf und benachbarte Streife. Am Montag, den 4. Februar, abends 7 Uhr. beginnt im Lokal von Obst, Martin- Luther- Straße 68, gegenüber Neues Rathaus, die Vortragsreihe des Genossen Heinrich Schulz. Hörerfarten am Eingang zum Vortragslokal, bei den Abteilungsführern und Bildungsausschußmitgliedern. Groß- Berliner Parteinachrichten. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Wir weisen nochmals darauf hin, daß die Theatermarken zur Abonnementsvorstellung am 10. d. M. im leuen Theater am 800" zur Aufführung von Heijermans Hoffnung auf Segen" nur noch gegen Bezahlung abgegeben werden, und bitten mir, die Marken umgehend abzuholen. Der Wert der Marke beträgt 60 Bf., für Einzeltarten, welche noch zu haben find, 85 Pf. Ferner ersuchen wir nachstehende Abteilungen, daß sie unbedingt spätestens Mittwoch, ben 6. d. M., die Rino- Rarten- brechnung vornehmen: Charlottenburg, Friebenau, Salenfee, Lichterfelde, Mariendorf, Schöneberg II, Wannsee, Adlershof, Reinidendorf- W., Rosenthaler Borstadt, Schönhauser Borstadt, Weißenfee, Südost G.-B., 17. Kreis Oftbahn. Karlshorst: 12% Uhr Bahnhof Karlshorst, Besuch der Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt. Neu- Lichtenberg: Wanderung Fürstenmalbe. Treffpunkt Lichterfelbe: Werbebezirtstreffahrt. Treff 7 Uhr Bahnhof. Neu- Lichtenberg. punit 9 Uhr Botanischer Garten. Marienfelde: Werbebezirkstreffahrt. Treffpunkt 8 Uhr Bahnübergang. Rosenthaler Borstadt: Wanderung: BotsdamRömerschanze- Spandau. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Börse. Steglis I u. II: Werbebeairfstreffahrt nach Lindwerder, vorm. 9 Uhr, Schule. Rehlendorf: Berbebezirksfahrt nach Lindwerder. Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Behlendorf. Werbebezirk Kreuzberg. Das Jugendheim Lindenstraße bleibt bis auf weiteres Sonntags geschloffen. Abteilung Gesundbrunnen! In der Aula ber meltlichen Schule, Gotenburger Str. 2, abends 8 Uhr, Runstabend zur Unter. ftügung der notleidenden Pinder. Programm: Musik Gefang- Rezibationen Tänze. Eintritt frei! Friedenau: Jugendheim. Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Geschichte ber Jugendbewegung"( bis zum Kriege), Abteilungsmitgliederversammlung. Mahlsdorf: Schule Walderfeestraße. Norden: Schule Butbufer Str. 3. Rofenthaler Berstadt: Gemeindeschule Gipsstraße. Zusammenlünfte der erwerbslosen Mitglieder der BSPD. Berlin Karlshorst: 30. Genteindeschule, Augufte- Biftoria- Straße 35. Montag, den 4. Februar, nachmittags von 2-4 Uhr: Berlin- Mitte: Elfaffer Str. 86/88( Fahrstuhlaufgang 3 Tr.). Ober..Niederschöneweibe, Johannisthal, Adlershof. Lotal Cinfiebler", Johannis. thal, am Bahnhof. Dienstag, den 5. Februar, nachmittags von 2-4 Uhr.: Tiergarten: Artushof, Berleberger Str. 26. Webbing: Schulaula, Buttbuser Str. 2/8. Fricbzishain: Schmidis Gesellschaftshaus, Fruchtfit. 86a. Kreuzberg: Jugendheim, Lindenstr. 3. Wilmersdorf: Pieper, Solsteinische Str. 60. Tempelhof- Marienborf: Botal Niendorf. Marienborf, Chauffeefte. 19. Reukölln: Joealfasino. Weichselstr. 8. Treptow- Baumschulenweg: Simmer 10 ber Schule Bildenbruchstraße in Treptow. Lichtenb rg: Lofa! Tempel. Gubrunftr. 7. Reinickendorf: Boltshaus. Reinidendorf- Weft, Scharnweberftr. 114; Jugendhalle Seebad, Reinickendorf- Oft, Residenzstr. 49. Mittwoch, den 6. Februar, nachmittags von 3-5 Uhr: Schöneberg- Friedenau: Bill. Martin- Luther- Str. 69. In allen Räumen liegt der Borwärts" aus.- Sämtliche Lotalitäten find geheist. Rein Trinkzwang. Ohne Mitgliedsbuch der Partei tein Rutritt. Der Bezirksvorstand. 1. Kreis Berlin- Mitte. Deffentliche Frauenversammlung Montag, 4. februar, abends 7 Uhr, Saverlands Feftfäle( Gartenfaal), Neue Friedrichstraße, Eingang Roodstraße. Genoffin Bohm- Schuch spricht über: Die Frauen in der Bolitit". 20. Recis Reinidendorf- Weft. Oeffentliche Berfammlung. Dienstag, 5. Februar, abends 7 Uhr, Hartmanns Brauerei, Scharnweberftr. 104. ,, Der Kampf der Arbeiterfrauen und ihre Befreiung!" Referent: Genoffe Franz Künstler, M. d. R. 6. Kreis Kreuzberg. Die eiweiterte Rreisvorstandsfikung findet nicht Diens. tag, sondern Montag, den 4. Februar, 7 Uhr, bei Bieber, DieffenbachStraße 76, statt. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Arbeiter- Stenographen- Verein Stolze- Schrey, Der Bezirk Often eriffnet am Montag, den 4. Februar, abends 7% Uhr, in der Schule Straßmannstr. 6 feinen Anfängerfurfus und nimmt Anmeldungen bortfelbft ntgegen. Das Rurfusgeld beträgt 5 M. für Erwachsene und 4 M. für Jugendliche unter 18 Jahren. Erwerbslose haben 1 M. Ermäßigung. Die Zahlung fann eventuell in Raten erfolgen. Freie stenographische Bereinigung Stolze- Schrey, Groß- Berlin, eröffnet Anfängerfurfe in Neukölln, Gemeindeschule Bobbinstr. 54/55, ab freitag, beri 8. Februar: Often: Gemeindefchule Straßmannstr. 6, ab Dienstag, ben 5. refp. 12. Februar; Oberschöneweibe, Gymnasium, 8eppelinstraße, ab Montag, en 11. refp. 18. februar, abends 8-10 Uhr, bei mäßigftem Honorar. Verband Cherechtsreform. Monatsversammlung Dienstag, ben 5. Februar, 8 Uhr, im Restaurant Greiffenberger", Jerufalemer Str. 8( oberer Saal), Referat des Verbandsfunditus Rechtsanwalt Dr. jur. Mendelsohn: Das Chefcheidungs- Unrecht." Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Groß- Berliner Wäsche- Jubustrie, Berlin D., Fran! furter Ilee 287( 1 in. nom Bahnhof Frankfurter Allee) und Neukölln, Ser mannstraße 51( Nähe Aindi- Brauerei) bietet in der tommenden Weißen Woche außerordentlich billige Breise. Wir verweisen auf die heutigen Anzeigen. Das Haus für Alpattabeftede. Die unseren Lefern beftens bekannte Firma Franz Borowica, Waldemarstraße 27, eröffnete am Freitag mittag 12 Uhr var geladenen Gästen ihre Verkaufsstelle Zentrum, mitten im Zentrum der Stadt, Leipziger Str. 29, Ede Friedrichstraße. Was braucht das Kleinkind? Was muß die Mutter, wenn die atürliche Ernährung nicht durchführbar ist, der Ruhmilch aufehen? Die Antwort bes Arztes lautet: Goghlets Räbrauder". Das Präparat führt nicht eb, wird gern genommen und kann dem Säugling om frühesten Lebens. alter an derabfolgt werden. Wir verweisen auf die Anzeige im Inferaten. teil von Bolt und Reit". " 1 standssigung an bekannter Stelle. Am Montag, abends 7 Uhr, im Ein außerordentlich interessantes und reichhaltiges 7. Areis Charlottenburg. Montag, den 4. Februar, 7½ Uhr, engere BorSigungszimmer 1 Fraktionsfigung mit fämtlichen Bürgerdeputierten. Am Dienstag, nachmittags von 2-4 Uhr, Arbeitslofenversammlung im Jugendheim. Bortrag: Kommunales vom 7. Bezirk." Der Vorwärts" liegt jeden Tag zur Einsichtnahme dort aus. 8. Kreis Spandan. Montag, den 4. Februar, 7 Uhr, im Ratsteller( Turm. zimmer) Bersammlung jämtlicher sozialistischen Beamten. Ref.: Genoffe Landgerichtsrat Ruben Wichtige Tagesordnung. Erscheinen sämtlicher Beamten erforderlich. 12. Kreis Steglig. Montag, den 4. februar, 7 Uhr, Kreisvorstandsfizung an bekannter Stelle. Dazu eingeladen find die Borsigenden der Agitations. ausschüsse ber drei Abteilungen. 16. Kreis Röpenie. Montag, den 4. Februar, 7% Uhr, Sigung aller Beamten Beidekrugstr. 55. Jede Abteilung muß vertreten fein, da wichtige Tages obleute und Funktionäre der Abteilungen bei Briniger, Siedlung Aövenid, Seidekdrugstr. 55. Jede Abteilung mus pertreten fein, da wichtige Tages. ordnung. Programm bie et im Februar das Etablissement Caté Zielka, Friedrichstraße 60. Ecke Leipziver Straße. Die Namen der auftretenden Künstler sind: Walter Steiner, Melitta Kleier, Lrepeld Bürou, Werner Caspari, Schorsch Reselli, Ja kel& Martin, Gilberts. Marget Giebel. hervorragend bewährt bet: Gicht Rheuma 3schias Jogal Grippe Berenschuß Nervenfchmerzen. Togal stat die Schmerzen und scheidet die Garniäure aus In allen Apotheken erhältlich Musgezeichnet bei Schlaflosigteit. 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Sie ist infolgedessen verhindert, ihre Anhänger und auch die übrige Arbeiterschaft über die Vorgänge genügend zu informieren, die in der Kommunistischen Partei Deutschlands und Rußlands vorgehen und die von außer ordentlicher politischer Bedeutung sind. Die Politik der Kommunistischen Partei im vergangenen Jahre hat mehr noch als in früheren Jahren in der unheilvollsten Weise die Gesamtlage Deutschlands und vor allem die Stellung der Arbeiterschaft innerhalb Deutschlands beeinflußt. Die Reinigung der politifchen Atmosphäre von dem Gift des fommunistischen Radika lismus, nicht nur in der Kommunistischen Bartei, sondern auch außerhalb ihrer Reihen, ist eine der wichtigsten Boraus fegungen zu unserer Gesundung. Wir halten es deshalb für notwendig, aus der bedeutsamen Rede Grischa Sinowiews auf der letzten Parteitonferenz der RKB. die wichtigsten Stellen wiederzugeben, die auf die Politit der deutschen Kommunisten bas hellste Licht werfen. Sinowiem spricht davon, daß die deutsche Frage an Bedeutung alle anderen Meinungsverschiedenheiten und Probleme weitaus überragt habe. Die ganze Partei habe im vergangenen Jahre gefühlt, daß ein Moment gekommen fei, den man nicht anders als einen revolutionären, mit großen Aussichten auf Erfolg habe bezeichnen tönnen. In diesem Augenblic sei teine Zeit zu großen Diskussionen gewesen, trozdem Meinungsverschiedenheiten über das Tempo der Entwicklung vorhanden gewesen seien". Die Meinungsverschiedenheiten waren folgende: „ Die einen fagten, es ist eine Frage von Tagen, die anderen fagten, zwei. drei bis vier Wochen und noch etwas mehr werden uns eine zuverlässige Mehrheit in den Arbeitermaffen geben und dann enffcheidenden Schlag merden wir ben Dornehmen. So standen die Dinge.. Der ungeheure August- Streif, ein ungewöhnliches Schwanden in den Reihen des Gegners, in den Reihen der deutschen Sozialdemokratie. Die Kommunistische Partei wurde auf den Kamm einer in Deutschland noch nicht dagewefenen revolutionären Welle gehoben. Das Kleinbürgertum fing an, zur Kommunistischen Partei überzugehen. Das Bauerntum fchwantte. Die Mark fiel in den Abgrund. Die Bourgeoisie verlor den Kopf. Rote Hundertschaften wuchsen. Die Bes triebsräte fräftigten sich. Mit einem Wort, es war das typische Bild einer tatsächlichen vorrevolutionären Krisis." gewesen.. Meinungsverschiedenheiten seien auch im Erefutipfomitee In der ruffischen Bartei feien Gerüchte ver breitet, als ob das Erefutivkomitee die Durchführung des Aufstandes zu einem bestimmten Termin beschlossen habe und diesen Termin der deutschen Partei angewiesen habe. Ich ertiäre kategorisch, daß diefe Frage( die des Termins, nicht die des Aufstandes) der deutschen Partei felbft überlassen murde." Die zweite Meinungsverschiedenheit betraf die fächsische Frage. ,, In Sachsen war eine Mehrheit der Sozialdemokraten und Kommunisten gegen das Bürgertum auf parlamentarischer Grundlage vorhanden. Der rechte Flügel der deutschen Kommunistischen Bartei machte mehrere Male ben Bersuch, eine Berständigung mit der Sozialdemokratie herbeizuführen und auf legalem Wege eine Regierung auf parlamentarischer Grund. Lage zu bilden. Das Erekutivlomitee war fiets dagegen. Als wir aber die Ereignisse so einschätzten, daß die Krise nur eine Frage weniger Wochen ist, da sagten wir: Jetzt ist der Moment getom men, um unter bestimmten Bedingungen in die Regierung einzu treten. Damit wir uns in Sachsen einen Platz fchaffen, von wo aus wir uns weiter entfalten und den Kampf um die Macht organ! fieren fönnen. Das war, als General Müller ernannt wurde." Sinomjem zieht eine Parallele mit Kronstadt aus dem Jahre 1917 und fährt dann fort: " Bir glaubten, daß für die deutschen Genoffen auch ein solcher Augenblid gefommen fei. Sie werden in die Regierung eintreten, diesen General ignorieren, die Arbeiter zu dem zwed mobilisieren, um die Vereinigung mit den revolutionären Arbeitern des ganzen übrigen Deutschland herzustellen. Mit anderen Worten: Wir fahen den Eintritt in die sächsische Regierung als ein Manöver an, um 16M | Sonntag, 3. Februar 1924 Fuß zu faffen und uns meiter zu entwidein. Wir nahmen an, daß schreiben werden. Deswegen erzeugte der plötzliche Rüdzug große die Frage unseres Eintritts in die sächsische Regierung praktisch nur Depression und Berzweiflung. Dazu kam die schwere Erunter der Bedingung aufgeworfen werden konnte, daß die 3eigner- fahrung mit Eachsen. Die Dinge hatten sich dort ganz anders vollRegierung bereit war, wirklich gegen das weiße Bayern, gegen den 3ogen als wie wir vorgesehen hatten. In die Regierung traten drei Faschismus zu kämpfen und Mitglieder der Zentrale ein: Böttcher, Heckert und Brandler. Brandler übernahm fein Ministerium, sondern nur die Regierungstanzlei. Wir rieben uns hier die Hände vt Bergnügen und meinten, es gibt nichts Schlaueres als die deutsche kommunistische Partei. Sie hat sich die Hauptregierungskanzlei reserviert. Brandler wird die Polizei und überhaupt ben ganzen Apparat in der hand haben. Aber wir wurden tief enttäuscht. Von Schlauheit war gar keine Rebe; es war eine einen fofortigen bewaffneten Aufstand von 50 000 bis 60 000 deutschen Arbeitern durchzuführen, um General Müller zu ignorieren. Genau so in Thüringen. So ftellten wir uns unseren Eintritt in die sächsische Regierung vor. Niemals stellten wir uns die Sache aber vor als eine parlamen tarische Rombination. Vielmehr als ein Manöver, um eine bestimmte Bofition einnehmen zu können, und die deutschen Genoffen schätzten die Lage so ein, daß sie das für möglich hielten." ganz gewöhnliche echtdeutsche Ehrfurcht vor der Regierungsfanzlei, Er schildert weiter die Lage in Deutschland: wo sich scheinbar die Geheimnisse aller Geheimnisse befinden. Und Im Jufi fühlte die Zentrale der KPD. das Herannahen einer bahin schickte man den hervorragendsten Arbeiter des Zentralneuen Welle und erließ einen revolutionären Aufruf gegen die tomitees. Sie waren in der Regierung im ganzen 11 Lage, eigentFaschisten. Die Zentrale erklärte namens der Partei, daß wir für lich nur neun, denn die beiden letzten Tage waren sie zwischen Rejeden erschlagenen Arbeiter zehn Faschisten erschlagen werden. Wer gierung und Gefängnis. Freilich in diesen 11 Tagen fonnte man bie Geschichte der KPD. fennt, weiß, daß das der Anfang eines neuen nicht viel machen, und die Grefutive macht ihnen nicht den Vorwurf, Kapitels ift. Die Bewegung ging immer weiter. Die Partei betam daß sie nicht 60 000 Gewehre usw. besorgt haben. Im Kampf, beimmer mehr Einfluß. Damals beschloß sie, den bekannten Anti- fonders im revolutionären Kampf fann man immer eine Riederlage faschistentag zu organisieren. Das war ein außerordentliches erleiden. Aber Ereignis. Die sozialdemokratischen Arbeiter maren auf unserer Seite. Und alle schauten auf die KPD. als auf den Faftor, der dem Faschismus aufs Haupt schlagen wird, bevor er endgültig sich gefräftigt hat. In diesem Augenblid begann in ber Komintern die erste Meinungsverschiedenheit. Bucharin waren abwesend, Ra det vertrat uns. Bucharin und ich fandten als Mitglieder des Erefutivlomitees nach Empfang dieses Aufrufes einen Gruß an die KPD., in dem wir fagten, daß wir diefen Aufruf für hervorragend halten und daß wir sie in ihrem Rampf und in der Frage des Antifaschistentages vollständig unter stüßen. Rabef begann gegen uns eine heftige Bolemit. Er tele graphierte mir und Bucharin am 12. Juni, daß meine und Bucharins Bolitik bedeuten würde, daß die Komintern die Partei in eine Juli- Niederlage hineintreibe.( Juli- Aufstand der Bolschewiti 1917.) Daß wir uns unter dem Einbrud der bulgarischen und italienischen Ereignisse befinden und daß wir Ich unb leichtfinnig die Ereigniffe in Deutschland forcieren. Rabet ließ durch das Präsidium der Erekutive das Telegramm vom 20. Juli abfenden:„ Das Präsidium der Komintern gibt den Rat, von Straßendemonstrationen am 29. Juli abzusehen. Wir be fürchten Rückschläge." Ein Teil unserer Genoffen, die sich auf Radek verließen, unterstützte ihn. Genosse Trotti, ebenfalls aus diesem Anlaß befragt, antwortete, daß er sich der Stimme enthält, daß er nicht alle Materialien zur Berfügung hat. Auf diese Weise entstand folgende Differenz: Bucharin und ich sagten: Wir begrüßen diefen Schritt, wir unterstützen ihn als den Anfang eines neuen Rapitels. Radet warf uns vor, daß wir in eine Juft- Schlächterel, in neue Niederlagen hineintreiben. Rabet machte den Borschlag, den Faschistentag aufzuschieben. Trotti enthielt sich." Sinomjem geht dazu über, die zu schildern: Streitigkeiten in der KPD. man hätte sich als Revolufionär anfführen müssen. Tatsächlich fühlten sie sich aber als Mitglieder einer gewöhn. lichen Koalition aus Kommunisten und Sozialdemokraten. Sie erflärten:„ Wir stehen auf dem Boden der Ber faffung";" Wir sind nur dem Landtag verant. wortlich. Da tamen die alten sozialdemokratischen Traditionen zum Borschein. Diese Erfahrung bei der Teilnahme unferer Genoffen an der fächsischen Regierung öffnete uns die Augen für viele Schwächen der deutschen Kommunistischen Partei, die wir früher schon vermuteben, die wir aber mit besonderer Anschaulichkeit erst jetzt fahen. Sowie mir diesen Gang der Ereignisse bemerkten, schrieb das Erekutiv. fomitee einen vertraulichen Brief an die KPD. In diesem Brief schrieb bie Erefutive: Aus Eurer Ueberschätzung des Grades der politischen und technischen Vorbereitung ergab sich auch ein politischer Fehler. Wir in munisten in die sächsische Regierung lediglich als ein Moskau beurteilten, wie Euch gut bekannt ist, den Eintritt der Kommilitärisch- ftrategisches Manöver. Ihr habt diesen Eintritt in einen politischen Blod mit der„ linten" Sozialdemokratie verwandelt, die Euch die Hand reichte. Wir stellten uns die Sache so vor, daß der Eintritt in die sächsische Re gierung nur die Eroberung eines Kampffeldes bedeutet, um auf ihm die Entfaltung der Kraft unserer Armeen zu ermöglichen. Ihr habt es vorgezogen, die Beteiligung an der fächsischen Regierung in eine banale parlamentarische Kombination zu verwandeln. Als Refultat ergab sich unfere politische Niederlage. Schlimmer als das: es ergab sich beinahe eine Romödie. Eine Niederlage im Rampf hätten mir ertragen tönnen, aber wenn eine revolutio. näre Partei am Vorabend eines Aufstandes nicht ein einziger entschiedener revolutionärer Schritt, nicht einmal eine einzige flare kommunistische Rede, nicht ein einziger ernster Schritt, um die Bewaffnung in Sachfen voranzubringen. Nicht eine einzige prattische Maßnahme, um Rate in Sachsen zu schaffen. Statt dessen eine Gest e" Böttchers, der erflärte, daß er bas Mi nifterium nicht verlassen wird, folange man ihn nicht mit Gewalt entfernt. Rein, Genossen, fich direkt lächerlich macht, " Der beste Teil der deutschen Arbeiter brennt vor Unwillen dann ist das schlimmer als eine Niederlage. Die Partei hat überdarüber, daß die Partei ohne Kampf den Rückzug ange haupt teine Reichspolitik geführt, die den Eintritt in einen enttreten hat, denn die Stimmung sei vielmehr zum Kampf entscheidenden Kampf hätte ermöglichen oder sichermachen können. schloffen gewesen als in der ersten deutschen Revolution. Man muß die Erzählungen der deutschen Genossen hören( bie Erzählun gen in Mostau), wie Hunderttausende von Arbei tern die Straße beherrschten, bis zum frühen Morgen nicht auseinandergingen, die Laftautos befehten, wie sich 8ehntausende Don Frauen erhoben und den Demonstrationen vorangingen, wie im Ruhrgebiet die deutschen Frauen ihre unterernährten Kinder ben franzöfifchen Soldaten entgegenhielten, wie die franzöfifchen Soldaten die Gewehre wegwarfen und sich verbrüderten, und wie die deutschen Arbeiter ihren Führern aus der Sozial bemokratie den Rüden tehrten und nur noch den Kommuniften folgten. Aus diesen Erzählungen ist es flar, daß ein großer Aufschwung der Partei zu verzeichnen war. Nach der Oktober tonferenz herrschte bei den deutschen Genossen eine solche Stimmung, baß morgen der Kampf beginnen wird, daß sie Extra billige Angebote 0-2 07 nigh morgen entweder zum Siege oder zum Tode Einzelpaare spottbillig! 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Radet habe sich über die„ Hochzeit" zwischen der Linken und dem Sumpf luftig gemacht: Was ist schlecht daran, wenn wir die sogenannte Hochzeit zwischen der Mehrheit der Zentrale und der Linken, d. h. der Ham. burger und Berliner Organisation, wo die besten revolutionären Arbeiter find, ohne die man eine Revolution in Deutschland nicht machen fann, vollziehen wollen. Trog ihrer Schwächen in der Bergangenheit haben die Linken im allgemeinen opportunistische Befahren richtig vorausgejagt und augenblicklich haben sie die besseren Berbindungen mit der Arbeiterklasse Deutschlands als die Rechten", von denen einige tatsächlich politisch banteroff find. Schlimm ist nicht, daß die Rechten Fehler gemacht haben, fchlimm ist, daß fie diese Fehler nicht einsehen wollen, wie wir es auch bei uns in Rußland im Verlauf unserer Diskussionen gefehen haben." Ginomjem und die Erefutive find stolz auf das neue Bündnis mit der Linken, jener Linken", die vor Unwillen brennt über die dauernden Fehler der Rechten", die„ offenfundig sozialdemokratische Fehler für das lautere Gold des missenschaftlichen Rommunismus auszugeben suchten". Diese neue Taftit Sinowiews, die bei ihm nicht neu ist, enthüllt aufs neue den Sinn, den die Mos fauer Rechtgläubigen der sogenannten Einheitsfronttaftit beimeffen. -O Bon unserem Standpunkt aus erklärt Ginowjem bedeutet bie Taftit der Einheitsfront nichts anderes als eine Methode der revolutionären Agitation und Mobilisierung der Maffen in dem Zeitpunkt der Bewegung, wo wir noch in der Minderheit sind, wenn das Kapital noch angreift, wenn wir uns noch verteidigen, wenn die Sozialdemokraten noch start find usw.... Radek und der rechte Flügel der deutschen | Bartel geben aber gerabe von der Borauslegung aus, baß die Taftif| bitteren Erfahrungen auf zwei Möglichkeiten auf: auf ber Der Einheitsfront etwas anderes und etwas mehr ist als eine Me Möglichkeit einer schnelleren Entwicklung der Ereigniffe, vielleicht thode der Agitation und Organisation. Sie sprechen fich freilich sogar in diesem Winter, oder auf die Möglichkeit eines längeren nicht bis zu Ende aus. Sie denken, daß die Tattif der Einheitsfront Stillstandes. Wir fönnen selbstverständlich auch in Deutsch den gemeinsamen Eintritt in die Regierung mit der Sozialdemokratte land nicht sagen, worauf dort die Entwicklung hinsteuert, auf sobedeutet, daß sich daraus eine ganze Etappe entwideln fann, daß fortige Entscheidung oder auf mehr oder minder langen Stillstand. eine Art Bündnis mit der Sozialdemokratie Wir sind feine Historifer, sondern eine lebendige politische Bartel auf dem Boden der„ Demokratie" verwirklicht werden fönnte. und auch von uns hängt das Parallelogramm der Kräfte ab... Um fo weniger fönnen wir unseren Oppositionellen leichtsinnige Stüde erlauben... erlauben... Die rechten Abweichungen in der deutschen Partei wird die Erefutive sehr schnell begleichen. Trogdem sie von Radek und teilweise auch von Trogfi unterstügt wurden. Wir hoffen, daß Radet seinen Fehler einsicht, denn das wird der beste Ausgang für uns, für die deutsche Partei und auch für ihn selber sein." Für die Komintern ist die Einheitsfront nichts anderes als eine Methode, in der sozialdemokratischen Umgebung zu manövrieren, aber nicht irgendeine demokratische Roalition auf parlamentarischer Grundlage. Genosse Radek drohte, daß aus diesem Anlaß eine Krisis in der Komintern entstehen wird. Radet hat vor Studenten erklärt, daß das russische Zentralfomitee durch die Erefutive der Kominfern die deutsche Partei ruiniere. In Birklichkeit steht die Sache aber so, daß die Rollen etwas fatal vertauscht sind. Die Genoffen, die das Zentralfomitee beschuldigen, find selbst verantwortlich für die Fehler des rechten Flügels, der von den 25 Stimmen der deutschen Zentrale nur 2 Stimmen auf fie vereinigte. Auch in dieser Frage stehen die oppositionellen Be noffen wieder auf dem rechten Flügel und nicht dort, wo wirkliche Bolschewifi zu stehen hätten. Allerdings ist die Lage der Komintern schwierig. Durch Niederlagen müssen wir die Arbeiterklasse langjam zu Siegen führen, Wir sind überzeugt, daß die letzten Ereignisse in Polen, Deutschland und Bulgarien doch der Anfang einer neuen Belle ber Beltrevolution sind, die vielleicht noch einmal zurückgeschlagen wird, um sich dann doch mieter zu erheben.. Da Sinowjem beim besten Willen von deutschen Dingen gar nichts versteht und im Gegenfag zu Radet die Kampfbedingungen und die Gedankenwelt der deutschen Arbeiterschaft ihm vollkommen frem d sind, so er geht er sich in langen historischen Parallelen zwischen Rabets feßigem Menschewismus und Martows Fehlern in der russischen Revolution von 1905. Die Romintern baut jetzt ihre Taftit in Deutschland nach Sinowjew schließt unter dem stürmischen Beifall des Parteitages mit heftigen demagogischen Ausfällen an die Adresse der Kritiker seiner und der anderen Dia. auf die Opposition und mit unmißverständlichen Drohungen doch enherrschaft. Die einzigen Männer, die noch einen Funken von Einsicht und vor allen Dingen auch Kennt nisse der europäischen Verhältnisse haben, Trokti und Radet, werden beiseite geschoben, die gedankenlose, orthodorleninistisch sein wollende Phrase ersetzt nüchterne politische Analyse und Führung. Lenins ausgleichende Hand, der noch 1921 Sinomjew und dem damals noch mit ihm verbün deten Radet zur Ordnung rufen fonnte, fann nicht mehr eingreifen. Für Deutschland bedeutet Sinowjews Sieg die Stärtung des putschistischen Ein. fluffes in der Kommunistischen Partei. Vielleicht hat diefer Sieg aber auch den Erfolg, daß der Einfluß der Kommunisten auf die Arbeiterschaft dadurch die Einbuße erleidet, die notwendig ist, wenn das deutsche Proletariat wieder zu einem stärkeren politischen Machtfaktor werden soll. Die Offenheit, mit der Sinomjer seine Manöver enthüllt, mit der er den Schleier von den sächsischen Borgängen lüftet, wird vielen das Verständnis für Fehler, die auch in sozialdemokratischen Organisationen begangen wor den sind, erleichtern. Die Gesamtpartei wenigstens kann Gino wjem nurdantbar sein. In der Morgenstunde angestaubt ... von an an an PL ges.gesd Meter Kinder Strickjäckchen were 30| Hemdentuch weiß, sehr gute PL Qual, angest, v. ... Meter 65 PL Leibchen gestrekt, weiß, sehr gute Qual, 50 PL Welß Negligé- Barchent 80 em rel cm breit, 1.Kinder- Unterröcke m. 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Ein Zufall, wie er öfter passiert, spielt uns einen Brief in die Hände, den der Hitler-Offizier Götz in München kurz noch dem Novemberputsch an seinen Kameraden Kratzt« in Perleberg geschrieben hat. Schreiber und Empfänger sind in der nationalsozialistischen Bewegung nicht und«. kannt. Der Brief interessiert politisch und psychologisch: politisch, weil er für die längst bewiesene Mitschuld Kahrs am vollendeten Hochverrat Hitlers und Luden- dorsfs neues Veweismaterial erbringt, psychologisch, weil sich in ihm die geradezu viehische Gesinnung, die in der völkischen Bewegung zu Hause ist. erschütternd widerspiegelt. Red. des„Vorwärts"'. München, den 26. November 1923. Lieber Herr Sratzkel Sie werden mit Ungeduld diesen meinen Brief erwartet haben! Ich kann es mir nur zu gut denken, allein auch Sie müssen dafür- halten, daß ich nicht in der Lag« war, an Sie zu schreiben. Die Gründe dazu waren faktischer und moralischer Art. Denken werden Sie es sich wohl können. Was wir mitgemacht haben, ist aller- Hand, nicht Wafserataten oder sonstige Heldenstreiche etwa, sondern gemeinsten Schleim von verrat und Hintersohigkeit! Lch suche nun unter Hintanstellung früherer persönlicher Fragen und Antworten heute rein sachlich auf die bekannten Ereignisie mit Berücksichtigung des persönlich Erlebten einzugehen und Ihnen so- wie Ihren Kameraden ein klares Bild von den Erlebnissen meiner Kompagnie— andere Bilder kann ich nur vom Hörensagen wieder- geben und verzichte daher darauf— zu zeichnen und verweis« zu den politischen Ereignissen mir auf die im besiegenden Blatt nieder. gelegten völlig klaren eidlich erhärteten Ausführungen. Also am 7. abends standen 1. 2. 3. 4/1 im Arzberger Keller. 8,31 rückten 1. und 2.11 in die Kaserne, wo„Oberland" mobil stand. 8. und 4./l gingen in den Löwenbräu-Keller und trafen mit„Reichskriegs- f logge" zusammen, die einen Festabend veranstaltete. 9,10� wird von C s s« r die vollendete Revolution vom Bürgerbräu verkündet und sofortiges Abrücken dorthin angeordnet. Mi fliegenden Zahnen»ud schmetternder Musik geht««, umbrandet vom tosenden Jubel, durch die Stadt.(Meine Frau marschiert mit Bekannten neben der Kompagnie.) Tausende treten«in und ich habe in 3./1. Da'aillonsstSrk«. Unterwegs ruft mich Befehl zum Regimentsführer. Mit versiegelter Order soll ich im St. Annen-Kloster antreten, die Straßen sichern und auf Befehl warten. Ich rück« also ab und sperr« die Straßenzüg« wie befohlen ab, gehe zu dem Kapuzinertloster-Prior und übergebe befehls- gemäß da, versiegelte Schreiben. Der öffne«, lieft und begrüßt mich stürmisch, führt mich durch endlose lang« Kellergänge, durch Grabstätten und Katatomben an eine Mauer und sagt: „Hier lassen Sie öffnen!" Ich loste Leute mit Pickel und Schaufel kommen, breche ein« 1% Meter starke Mauer auf und— habe vor mir ein Riesengewölb« mit. wie sich später ergab, 83 79 tadellosen Gewehren. Sie wegzutransportieren war zu- nächst unmöglich, da mir trotz msiner 429 Mann kein« genügend« Anzahl dazu übrig blieb. Auf Anforderung bekam ich 3 Kam- pagnien von„Oberland" unterstellt und 14 Lastwagen mit An- Hangern. Nun gab es«In herrliches Bild! Durch endlose Gänge imd zwei Stockwerk«(unter der Erde!) wurden nun die Gewehre durch Ketten von Mann zu Mann gereicht, durch Gänge und Treppen bis auf die Straße zu den Lastwagen. Lautlos ging alles! Am Loch, aus dem die Gewehre geholt wurden, standen Kapuzinermönch« mit Pechsackela und drinnen arbeiteten schweißuberströmt im magischen Acht mein« Leute. Es war«in unvergeßliches Bild! von wem van waren die Gewehre? von der GW., und der fchrifkstche vefehl. dief« Gewehr- zu holen, war unlerzeichnel: Dr. von Kahr!!! Also er hat uns zuerst«och bewaffnet! Und wenn später er behauptet«, er hätte uns entwaffnet, so muß e» heißen, er Hot einen Teil seiner Gewehr« wiedergeholt: denn von uns hatte teiner ein««igen« oder der Partei gehörig« Waffe dodet! Wir arbeiteten rasend und doch dauerte es bis morgen» um 4,30, bis dos betzte Gewehr verladen war. Die drei Oberland-Kompagnien ließ ich abrücken, legt« 3./I, auf die Weg« schußbereit und rasselte mit 14 Wagen durch die Stadt. Trotz der späten oder frühen Stunde jubelnd begrüßt. Am Ziel angekommen. erhielt ich Befehl, mit neuen 6 Wagen und der Kompagnie Munition zu holen. Diese bekam ich in der.Dresdner Bant" aus den Stahlkammern, die nicht weniger als 8299 Kisten«nt- hiellen und ganz« Keller ausfüllten. Meine Wagen mußten vier» mal fahren, bis alle» weg war. Ich fuhr mit 3./I. mtt dem letzten Wagen weg zum Bürgerbräu. wo wir hundemüde um 8 Uhr vor- mittags ankamen und sofort sehr anständig verpflegt wurden. Der aanze Keller war ein riesige» Heerlager. Di« In- fanterieschul« rückte geschlossen mtt allen Offizieren an und trat in die Reihen ein. Teile der Reichswehr(1. 3. 4. K. I./lg) kamen mit Waffen Autos aller Art, Fahrzeug« kamen, von auswärts kamen Leute auf Autos mit MG.. Minenwerfern. Geschützen usw. Wie ich durch ein Nebenzimmer gehen will, treffe ich auf Posten. die nur Dffuirn dort einließen. Ich ging hinein und wollte mich HalbTkaÄ wer war da drin? 38 Juden, größtenteils in Unterhosen und Socken, wie Sie aus dem Bett geholt wurden, kein Kleidungsstück durften die Hund« mitnehmen! Ein Geschrei Huben sie an sondsrsgleichen! Als sie keine Ruhe gaben, zog ich scherzeshalber die Pistole. worauf Grabesruhe herrschte und nur Herr Iosefssohn vom Hotel Königshos ächzte:„Bitte. Herr Major, lassen Se mitteilen meine? Frau, daß es mer geht nicht schlecht und daß ich lebe." Ich lachte ihm in» Gesicht und sagte im weggeheu. daß ich da» nicht könne, denn soviel ich wühle, begännen die Erschießungen in einigen Minuten. Nach diesem Intermezzo trat alles zum Löhnungsappell an, wobei jeder Mann 2 Billionen erhielt. Um 19 Uhr konnte ich nach der feit tags zuvor von abends 6 Uhr ununterbrochen schwersten Dienst leistenden Kom- pagnie nur kurzen einstündigen Pause die Kompagnie wieder attionsfähig melden und erhielt Befehl, die Ludwigsbrücke zu be- setzen und nach innen(also Stadtinneres) zu sichern.(Zwischen- zeitlich war das Rathaus genommen worden.) Ich stand also 10,43 an der Ludwigsbrücke, gesichert noch Westen. Anschluß links(Wit- telsbocher Brück«) 1. und 2.11., Anschluß rechts(Voltsbadanlage) 4./!. Ich begab mich nun zur Regimentsgefechtsstelle und erfuhr erstmals über die politisch« und militärisch« Lage etwas, und zwar: Alle» klappt vollkommen, die Reichswehr und Sipo sind zum Schutze der Stadt aufgeboten, so daß unsere Kräfte frei für Norden werden. Am nächsten Tage ging« der Vormarsch an. Die Bataillon« von auswärts kämen direkt an die Aufmarsch- linie Schwetnfurth— Koburg. Dies« Bataillon« sind durch aktive Reichswehr verstärkt. Innerhalb der Stadt ist kein Gegner, und zudem hat die Reichswehr und Sipo die Sicherungen deb Landes uyb dxr Stadt. Also von irgendeinem Absall toffow» oder kahr» oder Selßers wußte oder ahnte kein Mensch. Ich ging mm vollkommen beruhigt, wie jeder andere Offizier, zu meiner Truppe und erklärt«, soweit angebracht, die Log«. Gegen 12 Uhr rückten etwa 6 0 Mann Sipo schwerst bewaffnet und im Stahlhelm zur Ludwigsbrücke und besetzt, diese ausgeschwärmt 19 Schritt« von meinen Leuten, aber Front nach Osten, also Front zu uns. Ich erkundigt« mich bei dem Offizier, was er hier wolle und bekam zur Antwort:„Sipo und Reichswehr sicherten die Stadt und er sperre eben dies« Brücke ob." Die» deckte sich also völlig mit dem, was mir erklärt worden war. Nun kommt«in Ordonnanzoffizier und befiehlt, ich solle langsam in die Stadt einrücken, die anderen Kompagnien schloffen an, da» Bataillon hat durch die Stadt— Morienplotz, Peru so- Residenz-, Ludwigstroß«— zu ziehen und Quartier im„Großen Wirt" in Schwabing zu nehmen. Wie ich nun mich an die Spitz« der Kompagnie setze und antrete, pflanzen die Sipo-Leute ans und nehmen Stellung gegen vn». Ich forderte den Eipo-Leutnant um Aufklärung, worauf er nur sogt«, daß et Befehl habe, uns nicht in die Stadt zu lassen. Ich schüttelte den Kopf, weil ich nicht» begriff, und dachte an Verwechslung oder Befehlsmißoerständnis. Run kamen die Hinteren Kompagnien an und ich besprach mit deren Führern die dumm« Lage. Durch mußten wir, weil wir Befehl hatten, durch ließen sie in« nicht, weil sie Befehl hatten. Da kom Brückner— de? Re. gimentsführer— ließ mich rufen und sagte wörtkch:„Götz, treten Sie an, wenn Sie Widerstand finden, rennen Sie die Kerl« über den Haufen!" Also los! Wie wir antreten, machen die Kerl« Bewegungen mit den Gewehren, aber schon sind wir mit einem einzigen Sprung(wir waren etwa bis 3 Schritt schon vorgerückt) dort, reißen und honen ihnen dl« Waffen— Karabiner, Handgranaten, Seitengewehr«, Pistolen, 4 Maschinenpistolen— aus den Händen, in zwei Minuten sind die 60 Mann restlos ent. waffnet. Prügel bezogen fi« auch: ich bekam«inen Unterwachtmeister am Hals zu fassen, bog ihn etwa» über das Brückengeländer, daß fein Helm in die Isar flog und nß ihm mit der freien Hand sein« Koppel mit Pistole usw. herunter. In der Zwischenzeit zogen die anderen Kompagnien im Laufschritt an uns vorbei und kamen damit an die Spitze. Zu unserem Bedauern waren sie vorne und doch zum größten Glück für uns, denn sie bluteten dann an unserer Statt. Ich ließ nun dir Entwaffneten— es gab bei ihnen und uns nicht die ge- ringst« Verletzung— in das Bürgerbräu abführen und schloß dann an die immer noch Vorbeiziehenden an. Am Isar-Tor-Platz halt! Befehl kommt durch: »An der Feldherrnhalle fleht Sipo und Reichswehr seuerbereit." Diese gelten natürlich nicht uns, sondern find militärische Maß- nahmen für die Stadt. Sobald wir in die Nähe der Truppen kommen, Deutschland-LIed singen und unter„Heil!" vorbei- marschieren. Da nun der Schutz der Stadt in deren Händen liegt, haben wir keinen Grund, mit schußbereiten Waffen zu marschieren, deshalb alle« entladen, Maschinengewehre zer- legen!" Alles dies war voll plausibel. Weshalb soll durch über- trieben« Wichtigtuerei(in einer ruhigen Stadt, in welcher wir jubel- umbraust einmarschieren, mit geladenen Waffen) durch einen Zu- fall vielleicht«in Unglück passieren, also hat jeder Mann befriedigt entladen. Es ging dann unter tosendem Jubel in die reichbcflaggt« innere Stadt, über den Marienplatz mit dem hakenkreuzgeschmückten Rathaus und weiter in die Weinstraße. Hier erfuhr ich, daß an der Spitze Hiller und Ludendorff gingen, gesehen habe ich sie nicht. In der Perusastraße neue»„ijalt!" Nochmals Frag«:„Daß keiner etwa geladen hat!" All« Kammern nachgesehen, und dann heißt«s: „Ausrichten" und bei Reichswehr im Poradeschritt und Gesang vorbeidefilierenl Also kein Mensch wußte von dem zwischenzeitlich erfolgten hundssötttschen Derratll Nun geht es vor« wärts und ich biege mit d-m ersten Glied der ersten Gruppe von der Perusastrah« auf den Max-Iosef-Platz, um w die Residenzstrahe, die dort beginnt, einzuschwenken, als ein wahosinalge» Prasseln von Sefchofle» losgeht. Dies dauerte etwa 13 Sekunden, ich warf die hinter mir stehenden Leute rücksichtslos zurück und befahl zu bleiben. Bor mir zogen in vollster Ordnung— kein einziger Mann im eiligen Schritt— die Kompagnien nach rechts unter dem Schutz« der Residenz. Dieses alles spielt« sich nicht nach, sondern während des Schießens ab. Was vorn« geschah, weiß ich nur aus Berichten und die kennen Sie ja auch. Tatsache ist, daß auf unser« friedlich kommende Truppe, die eben den Gesang anstimmen wollte, ohne jede Warnung rücksichtslos von der Ludwigstrohe, Feldherinhall«, und aus der Residenz heraus geschossen wurde. Daß deutsche Sol- baten, deutsch« Offizier« auf ihren höchsten Feld- Herrn, auf unsere stolzen schwarzweißroten Fahnen feuerten! Run zurück zur Kompagnie! Ich sehe also trotzig erhobenen Hauptes all« Kompagnien in Deckung gehen, kein Mann lief, olles in tadel- loser Ordnung! Da seh« ich vor mir ein grausiges Bild! So lang die Refldenzstraße ist— Mann an Mann im Blut. Rechts beim Denkmal seh« ich gerade Hitler, wie er mit einem bewußtlosen, blutenden Kinde auf dem Arm in fein Auw steigt. Ich denk« über- Haupt nicht, daß der Mann durchkam, ich und all«, olle sind ja auf den Kopf geschlagen und fassen nichts, gor nicht». Ich reiße mich zusammen und gehe vor, da rase« die Bluthund« Kohr», Lossows und Seißers mtt aufgepflanztem Bajonett daher und sperren alles ab. Ich bin mtt einem Mal« mitten in der feindlichen Linie und getrennt von der Kompagnie! Ich werde unbeanstandet ge- lassen. Da liegen mm ungefähr 190 Mann Tote und Verwundet«. Santtäter in genügender Anzahl springen umher. Ein Mann neben dem„Bauerngirgl" soll eben aufgehoben werden und von Sipo- Sanitätern weggetragen werden, da brüllt er sie an:„J h r H u n d e. laßt wich verrecken, aber rührt mich nicht a n I" So der Geist unserer Leute. Allmählich liegen nur noch die Toten da. Vorne Scheubner-Richter mit ausgerissener Brust, neben ihm Laforge, das Gehirn 10 Meter weggespritzt, so lagen von uns 18 Mann tot da. Run seh« ich drüben auch große Blutlachen und auch Tote. Das war mir unverständlich, da von uns kein Schuß gefallen rrtor, ja nicht konnte, da entladen und in dieser Geschwindig- teit nicht zu laden war. Es ist ein gemeiner Schwindel, wenn bc- hauptet oder in Bildern(„Woche" z. B.) wiedergegeben wird, wir hätten geschossen! Es ist kein einziger Schuß von uns gefallen II Di« Toten drüben waren daher, daß Hauptmann Scheubner mit seiner Hundertschaft aus der Residenz beim ersten Krachen heraus und in das eigene ihn flankierende Maschinen- gewehrfeuer lief, wo er und sein« Leute eben fielen. Heute gibt das die Sipo ja bereits selbst so zu. Run zurück zu mir! Nachdem ich nun hinter der feindlichen Linie stand und weder vorwärts(es kamen ganze Kompagnien an) noch rückwärts tonnt«, schlügst« ich schnell in den Bauerngirgl, schnallte ab und bat um Versteck für meine Waffen. Dieses wurde mlr gern gegeben. Draußen vollzog sich ein widerliches Bild. Mit Panzer- und Lafiauko» kamen die Vlnthonde und entwaffneten unser« Leute, sogar die Uniformen rissen sie ihnen herunter. Viel erwischten sie nicht, da es sich nur um«in Bataillon handelte, da alle anderen bereit» aus München draußen waren und auch restlos nicht nur ihre, sondern auch die von Kahr zur Berfügung gestellten Waffen mttgenommen und dann bei der Nachricht der Ereignisse retteten und versteckten. Mein« Kompagnie wurde ihrer Gewehre von Kahr restlos beraubt. Abend» konnte ich heim- gehen und am nächsten Tage holte ich mlr meine Masse« wieder. Was für eine Stimmung hier war, davon macht sich kein Mensch, der es nicht erlebt hat, einen Begriff All« bayerischen Truppen, Württemberger und Sachsen, Sipo au» allen deuffchen Gauen, schwerste Panzerautos und Geschütze, Feuerwehr, alle» mußte aus- geboten werden, um den Aufstand niederzuhatten. Sie brachten das natürlich fertig, aber der Geist lebt und lebt viel, viel stärker als je. Heute gibt es m München kein« Kommunisten und Sozis mehr, alles, alles steht in eisernem trotzigen Abwehr- willen gegen Kahr und seine Schergen." Heut« zählt die„aufgelöste" Partei zehnmal so viel, wie vor dem verrat. Gott sei Dankl Und nun lassen Sie mich schließen, wenn auch erst ein Bruchteil erzählt ist. Geben Sie mir bitte umgehend Bescheid, ob Sie diese Zeilen gut erhalten haben. Verbreiten Sie nach Möglichkeit die Tot- fachen und halten auch Sie da oben Ihre Leute zu- sammen. Für heute einen kräftigen Handschlag und„Heil!" Ihr ergebener F. Götz. Weitß« Woche»Wäschefabrik Eigene Fabrikation— Erprobte Qualitäten— Billigste Preise— Größte Leistungsfähigkeit wasche-steife Untern S'S'ÄÄffi 0.60 Makobfltlst& l40 LoBlslana&Ä 1M 0.90 Lahenstoll I95 Damen-Wäsche Bennien q. Beioki. pria&r*.™ l75 ■ chSnste Atufflh- Jan rnngsn. 6.75, 5L0** flarailUTBflmiiuBeinWeUbM. fimg 590 Meiefi. ßarnitnreii Beh-wasche oder C90 . 6.90 O prlmB Wisehetuoh Linon........ 1 a Loolslana, gante Breite,*750 erprobte Ware. 11.50, 0.90/ Dnvif A n. 2 KUsen. pa. Damast nu 1*730 Wm Dimiti, feinate Ware.., 1/ Dnlflahofl leinen. 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Das japanische Bolt, dem sich jüngst nach der gewaltigen Erdbebentatastrophe die Sympathien der ganzen Welt zuwandten, erlebt nun durch die Auswüchse der japanischen Reaktion eine politische Erschütterung, die das gepriefene romantische Land der aufgehenden Sonne" als In nne* als 3r ferno erscheinen lassen. Japan ist, ganz allgemein gesprochen, in politischer Beziehung ein getreues Abbild des alten zaristischen Rußland. Sozialisten sind vogelfrei. Bürgerliche Freiheiten gelten nicht für Sozialisten, ganz gleich, welcher Richtung fie angehören. Bei Nacht und Nebel aus den Betten geholt und auf Grund irgendeines Polizeiparagraphen eingesperrt zu werden ist dort eine alltägliche Erscheinung. Gewerkschaften werden nicht geduldet. Bolitisch ist das japanische Proletariat vollständig unorganisiert. Die japanische Polizeibureaukratie befindet sich in einer ähnlichen Geistesverfassung, wie vor dem Kriege etwa in Rußland und Preußen. Auf diesem Urgrund erwuchsen nun jene Schandtaten der japanischen Soldateska, die die japanische Deffentlichkeit feit einiger Zeit sehr starf in Anspruch nehmen. In Tofio lebte ein bei uns taum befannter Anhänger Krapottins, der Schriftsteller Satae Dsugi. Als Offiziers 3ögling erzogen, beherrschte er u. a. mehrere Sprachen und überfekte eine Reihe wissenschaftlicher Schriften, darunter " Die Entstehung der Arten" von Darwin. Ofugi gab außer bem einige Zeitschriften heraus und arbeitete piel mit dem bekannten Sozialisten I am a fama zufammen. Als Jama tama sich aber dem Bolfchemismus verschrieb, löste Ofugi als Gegner des Bolschemismus seine Beziehungen zu Jama fama. die Intelligenz zu all den Scheußlichkeiten? Dafür nur ein paar turze Belege. Der liberale Professor an der Tokioer Universität Dr. Joshino schreibt in der Monatsfchrift„ Chuo Karon"( Zentralrevue), die ganz falsche Einstellung der zivis len und militärischen Gewalten trügen legten Endes die Schuld an diesem Mord, der nicht dem Hirn des betreffenden Offiziers entsprang, sondern nur der Ausfluß der militärischen Erziehung" sei. Ein anderer bekannter Professor, Abe Isoo, von der Universität Waseda schrieb folgendes: Die Mehrzahl des Bolles hat nicht viel Sympathie mit dem Militär. Einzig die Bourgeoisie ist dem Militär günstig ge finnt als Gegenleistung für den Schuh, den es ihr gewährt." Und weiter: Die Armee ist ein Anachronismus im Staate; es ist un möglich, irgendwelche Sympathie für die Ideen, die das Heer pflegt, aufzubringen. Die bürgerliche Chronicle" in Robe schrieb: Das Militär sollte sich schämen, eine Bolitif fortzusehen, die darin besteht, die Sozialisten, Arbeiter und Koreaner als Japans Gefahr zu schildern Zum Koreanermorb hat die in Tofio erscheinende liberale" Domiuri" folgende kräftige Ausführungen gemacht: Es ist überflüffig zu sagen, daß die Koreaner- Schlächterei das beflagenswerteste und gefeßloseste Ereignis in der japanischen Ge. schichte ist. Wir möchten noch manches zu dieser Affäre fagen, wir fonnten dies aber bisher nicht tun. weil unser Mund bisher von der Regierung versiegelt war... In dieser Angelegenheit haben wir sehr viel gegen die Regierung zu sagen, aber dies ist nicht der eigentliche 3wed des Artikels. Wir wünschen die fundamentalen Ursachen dieses Verbrechens in Erwägung zu ziehen und seine Wir. fungen auf die innere Politik und die auswärtigen Beziehunger. Karzulegen. Die Berantwortlichkeit der Regierung und die Be ftrafung der Berbrecher wird unser lebhaftes Interesse finden. Wir wünschen schließlich, daß die Frage der Unterstüßung der Opfer er. örtert und für ratifale Abhilfe gesorgt merbe,.. Wir brauchen japanische Berwaltung in Korea nach sich ziehen und unseren inter Bevor die Mörder nationalen Ruf schwer beeinträchtigen wird.. ber Storeaner verurteilt werden, ist es auf alle Fälle notwendig, die Berantwortung der Regierung, der Armee unt ber Polizei zu Hären Diefer politisch ganz ungefährliche Anarchist", der es nur zuwege brachte, daß seine kleine Anhängerschar eine fleine fyndikalistische Gewerkschaft gründete, wurde von der japani fchen Obrigkeit als äußerst staatsgefährlicher Mensch betrachtaum zu sagen, daß die legte Affäre sehr ernste Folgen für die tet. Als in Tokio das Erdbeben ausbrach, waren die Auf fichtsorgane die ersten, die den Kopf verloren. Ihre Energie äußerte sich darin, daß sie gegen die Sozialisten und Koreaner Ein Gendarmeriehauptmann Amatasu Borgingen. wurate mit eigenen Händen Dsugi, seine Untergebenen er moroeten dessen Frau Ito Noe und einen anwesenden Neffen Soichi. Die Leichen wurden entkleidet, in einen Brunnen geworfen, die Kleider weggeschleppt und verbrannt. Diefem gemeinen Verbrechen reihten sich ähnliche Schandtaten an. In dem Arbeiterviertel von Tofio, in Kameido, fegte eine große Megelei gegen arme japanische Arbeiter ein. Desgleichen wurden hunderte foreanische Rulis falt blütig niedergemacht. Warum? Weil man glaubte, diefe Schichten fürchten zu müssen. Und so schlug die vereinte Macht der japanischen Landsknechte jene armen Teufel einfach tot, ein Vorgehen, das demnächst den Bölterbund beschäftigen foll. Die Mörder Ofugis wurden vor ein Militärgericht gestellt und dort wurde erwiesen, daß der Befehl zu seiner Ermordung von dem Generalmajor Koizumi stammte. Diefe Tatsache liefert den Schlüssel zum Verständnis der politischen Lafe locks 3615 Nährflocks REZEPT Gemüse- Nährflocks NR. 5 Gemüse( Spinat, Mangold Kohl oder Kraut usw.), kocht man auf gewöhnliche Art. Vor dem Auftragen streut man eine dicke Schicht der batterieigähnlichen knusprig- braunen Nährflocks darüber. Der Wohlgeschmack wird noch kös licher, wenn man die Nährflecks vor dem Darübersireuen in Butter oder Felt leicht aufröstet. Gemüse- Näorflocks bilden eine sättigende Hauptmahlzeit für die ganze Familie. Sie ersetzen durch hohen Nährwert und volle Schmackbaitigkeit teure Fleischgerichte, übertreffen diese aber an Bekömmlichkeit und vor allem auch an Billigkeit. Die wichtigste und wertvollste Neuheit in der täglichen Ernährung und in der Familienküche", so kann man,.Nährflocks" ohne weiteres bezeichnen Nährflocks sin durch ihre volle und nachhaltige Nährkraft, ihre Schmackhaftigkeit und Leichtverdaulichkeit, ihre sofort tifchbereite Beschaffenheit ( eßfertig geröstet im Paken, ihre Aliverwendbarkeit als selbständige Speise und als verbessernde Zutat zu fast jedem anderen Gericht und besonders auch durch ihre große Bil igkeit in jedem Haushalt unentbehrlich. Zu haben in alien einschlägigen Geschäften. Angeftelte, Fam- u. Handelshilfsarbeiter der Waren-, Kaufhäuser und Spezialgeschäfte Desnoli Mohamed Zigarren Gm, Oeffentl. Verfammlung am Dienstag, den 5. Februar, abends 7 Uhr zu Schleud rpreise in den Mufiterfälen. Kaifer- Wilhelm- Straße 31. Marienburg, Arbeitnehmer des Einzelhandels! Schöneberg, Aämpft gegen Berelendung und Arbeitszeilverlängerung! Bozener Straße 9 Referent: Hans Gottfurcht( 8DA) Sentralserband b. 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So ergibt sich auch im Lande der ausgehenden Sonne" dasselbe rührende Bild wie in Europa: Militarismus, Rüstungsindustrie und politische Reattion Hand in Hand im Kampfe gegen das arbeitende Bolt. Die unterzeichneten Mitglieder der Vereinigung von Berliner Banken und Bankiers haben beschlossen, mit Wirkung vom 1. Februar 1924 folgende Habenzinsen für Rentenmark- und Papiermarkguthaben zu vergüten: a) für täglich verfügbare Gelder. 6% p. a. b) für Gelder auf wenigstens 15 Tage bis zum Ende des der Hereinnahme folgenden Monats fest oder mit entsprechender Kündigung. 8% p. a. S. Bleichröder Berliner Handels- Gesellschaft Commerz- und Privat- Bank Aktien- Gesellschaft Darmstädter und Nationalbank K. a. A. Delbrück Schickler& Co. Deutsche Bank Direction der Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank J. Dreyfus& Co. Hardy& Co., G. m. b. H. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank Beginn Montag 10 Uhr Plüsch- und Pelz- Woche!! 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Wochentag in vierwöchigem Turnus und gewährt Anspruch auf 5 verschiedene Vorstellungen. Preis festbleibend; keine Nachzahlung, Für das Abonnement sind folgende Werke in Aussicht genommen: Wedekind König Nicolo", Dülberg„ Korallenkettlin", Hauptmann„ Fuhrmann Henschel", Lenz„ Soldaten", Kleist Robert Guiskard", Shakespeare Komödie der Irrungen"; außerdem ein Strindberg.( Aenderungen vorbehalten.) Neben den Schillertheater- Mitgliedern werden mitwirken u. a. die Damen Müller, Mannheim, Paudler, Straub, Sussin, Wagner, die Herren Dieterle, Ebert, Florath, George, Granach, Gronau, Hirsch, Krausneck, Laubinger, Legal, Taube, Werner, Witte. In die Regie teilt sich neben Leopold Jessner und Jürgen Fehling das Regiekollegium des Staatl. Schauspielhauses. Abonnementshefte mit 5 Eintrittskarten für 5 verschiedene Vorstellungen kosten einschließlich Garderobe und Theaterzettel: L Ring 3-9. Reihe 10.- 14. 15.- 18. Kassenpreis 5.50 M. Abonnementspreis 3.80 M. 4.50 3.20 4. 2.80 3.50 2.60 6.- 11. 3.2.20 2.1.40 Oberring 1. Reihe 3.2.20 24. Reihe 1.40 1.75 1.20 II. Ring 1.- 5. III Ring Abonnementsheft für 5 Vorstellungen 19 M. 16 14 13 FrühjahrsMesse BRESIAN R09-11.Márz Hachim- Vorstelle Große Volksoper a im Theater Walhalla| 4 gr. Billard- Säle Primug Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Palast Uraufführung Königstigerin mit Pina Menichelli Ferner: des Westens 7 Uhr: Carmen Tauben. URANIA. 48/49 Letzte Vorführungen Theater am 3. Februar 6 u. 8% Uh Dr. C. Thomalla: Hygiene d. She Was ein jeder von d. Ehe wissen muß, Theater Weinbergsweg 15 Welt attraktionen Th.a, Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Uha a. Sonntag each mittag 3 Uhr: ELITESänger Das neue Februare Progr.! Theat. am 5., 7,8.9, 10.Febr. 6. SU Marken- Zigaretten Theater am 6 Februar um 6 Uhr Kapitän Karl Herbert: Mit d. Auswandererschiff nach Sudamerika Larry Semon Metropol- Varieté a die Apachen Amerik. 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Damit würden ja diefe Unternehmen erst wirklich gegenüber jeder Konjunktur widerstandsfähig. Das ist auch unsere Meinung. Durch hohe Reserven wird Das Kapital erhalten, das die Produktionsbasis abgibt. Wir fönnen aber nicht einschen, warum dieses Kapital nur privaten Interessen dienen soll und weshalb es nicht auch den Arbeitnehmer in wirtschaftlich schlechten Zeiten mitſchüßen will. Wir wollen durch 10 Steindrud- Flachdruckpressen, 5 Offetpressen, 3 Setmaschinen, über 150 Hilfsmaschinen. ferner eine große Anzahl Spezialmaschinen und Elektromotore. Die Berlagsabteilung der Gesellschaft wird feit 1907 in ge mieteten Räumen in Berlin W. 50, Geisbergstr. 2, betrieben; fie befaßt sich in der Hauptsache mit der Herausgabe von fartographischen Werfen und Jugendschriften. Dies Vermäögen steht mit einer Mart zu Buche. Die Hadethal Draht- und Rabelwerte A.-G. in lich auch völlig abgeschrieben. Ihre Wertpapiere und Betei Brint bei Hannover hat ihren Besik im wesentlichen selbstverständ Iigungen an anderen Unternehmen stehen mit rund 10 000 Goldmart zu Buche. Das in der Bilanz vom 31. Dezember 1922 ausgewiesene Konto Wertpapiere und Beteiligungen" fett fich teilweise aus StaatsSonntag 3. Februar 1924 a) Efandinaviste Stabel og Gummifabrifer, Christiania; diese Gesellschaft, welche im Jahre 1915 gegründet wurde und biss her mit Berluft gearbeitet hat, hat im Jahre 1923 unter einem monatelangen Streit gelitten und dadurch ihren Verlust noch etwas vergrößert. Die Beteiligung steht entsprechend niedrig zu Buch b) Finska Kabel Fabriken Attiebolaget, Helsingfors; diese Gesellschaft ist im Jahre 1918 gegründet, verteilte für das Jahr 1920 9 Proz. Dividende, während in den Jahren 1921 und 1922 Geminne nicht zur Verteilung gelangt sind. Die Beschäftigung des Wertes ist zufriedenstellend. c) Towarzystwo, Przemyslowe Stabel" Warschau; diese Gefellschaft ist im Jahre 1922 gegründet, ist gut befchäftigt und ver spricht für das laufende Geschäftsjahr ein befriedigendes Ergebnis. 9. Nominal 100 000 000 m. Stammattien und nominal 10 000 000. Borzugsaktien der Hadethal- Industrie- Gesellschaft ( Higes) Aftiengesellschaft( Gesamtkapital), die im Jahre 1923 ge gründet wurde in der Absicht, einen Teil der Beteiligungen der Treuhand- Gesellschaft zu verwalten. Aufzeigung der Tatsachen beweisen, daß die materiellen Grundlagen Bezlitsausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschus Muttergesellschaft sowie etwa neu zu erwerbende Beteiligungen als für den Wiederaufbau und für einen ausreichenden Schutz der Arbeitenden in der deutschen Industrie vorhanden find. Bir fönnen beweisen, daß in den vergangenen Jahren nicht durch Rapitalzufluß die Kapitalserhöhungen waren nur Spekulationsgeschäft, sondern aus den laufenden Einnahmen die Erneuerung der Industrie bestritten worden ist. Die Unterlagen dieser Feftstellung sind eben die Bilanzen. Deswegen werden wir sie weiter verfolgen und veröffentlichen. Für heute registrieren wir: H Das Vermögen der Glasfabrit A. G. Brodwig( Bezirt Dresden): Die Gesellschaft besitzt das in der Flur Brodwig bei Meißen, Bezirk Dresen, an der Straße Brodwig- Weinböhla gelegene, mit Eisenbahnanschluß versehene Fabritgrundstück von 116 180 Quadrat meter Größe, wovon 17 226 Quadratmeter bebaut sind. In Ottendorf befigt die Gesellschaft eine Zweigfabrit( Gesamtbodenfläche dieses Wertes 36 910 Quadratmeter, davon bebaut 6415 Quadratmeter). Der Grundbesitz der Zweigfabrit in Sörnewig bei Meißen beträgt 20 902 Quadratmeter. Bon den der Gesellschaft gehörigen Fabritbauten find die Schmelzhüttengebäude fowie bas Berwaltungsgebäude im Hochbau ausgeführt; die übrigen Baulich feiten bestehen im wesentlichen aus eingefchoffigen Bauten. Der Fabritation dienen: sieben( banon 3 in Brodwig, 1 in Ditendorf und 3 in Sörnewig) Regenerativ- Schmelzöfen, System Siemens, mit den dazugehörigen Nebenöfen und Lagerräumen für Rohmaterialien, ferner drei( in Brodwig) nach dem Patent Turd Main, System Deuh und System Große, weiter eine( in Ottendorf) nach dem System Czerny, drei( in Sörnewit) nach dem System Große gebaute Generatorenanlagen, außerdem Anlagen zur eigenen Herstellung von Glasschmelzöfen und Eisenformen. Zum Unternehmen gehören 32 Beamten und Arbeiterwohn. häuser, von denen 9 in Brodwig, 11 in Sörnewig, 7 in Weinböhla, 4 in Ottendorf und 1 in Cunnersdorf bei Medingen gelegen find. Der gesamte Grundbesitz der Gesellschaft einschließlich der mit Beamten- und Arbeiterwohnhäusern bebauten Grundstüde hat eine Größe von 308 729 Quadratmetern. Sämtliche drei Werte haben eigene Licht- und Kraftanlagen, außerdem liefern benachbarte Gas werke Cas für Beleuchtungs- und Betriebszwecke. Als Betriebstraft dienen: 1. in Brodwig: 2 Dampfmaschinen von 90 und 200 Pferdeſtarten mit mit 2 Dampffeffeln von 52 und 150 Quadratmeter Heizfläche, fowie 3 Dynamomaschinen von 50, 75 und 150 Kilowatt, die 25 Cleftromotoren den Strom liefern; außerdem ist ein 80- PferdeStärken- Motor an eine Ueberlandzentrale angeschlossen; 2. in Ottendorf: 1 Lokomobile von 80 Pferdestärken, 1 DampfReffel von 25 Quadratmeter Heizfläche und 1 Dynamomaschine von 60 Kilowatt; weiter liefert auch hier eine leberlandzentrale Strom für Licht- und Kraftzwecke. Ferner find 8 Elektromotoren vorhanden; 3. in Sörnewih: 1 Dampfmaschine von 125 Pferdeftärten mit 2 Dampffesseln von zusammen 80 Qurabatmeter Heizfläche und 1 Dynamomaschine von 80 Kilowatt. Außerdem ist eine Reserve Dynamomaschine von 85 Kilowatt vorhanden, die durch einen Drehstrommotor von einer Ueberíandzentrale betrieben wird. Ferner find bei vollem Betriebe 15 Elettromotoren vorhanden. Dieses Vermögen steht mit rund 600 Goldmart zu Buch c. Die Carl Flemming und C. T. Mistott A.-G. für Verlag und Kunstdrud in Glogau und Berlin besigt an Attiven: in Glogau ein Grundstück in der Bahnhofstraße, das eine Größe von 5000 Quadratmeter hat, woven 3000 Quadratmeter mit einem fünfflödigen Fabrikgebäude bebaut und 2000 Quadratmeter unbebaut find. Die Fabrik ist mit allen erforderlichen Maschinen moDerrfter Bavart ausgerüstet und besikt gegenwärtig: 1 Rotationsmaschine, 18 Buchdrud- Schnellpressen, 7 Buchdruck- Tiegelbrudpressen, Große Wohlfahrtskonferenz ( Beschluß des erweiterten Bezirksvorstandes) am Montag, den 4. Februar, abends 7 Uhr, im Bürgersaale des Berliner Rathauses, Eingang Königstraße. Tagesordnung: 3wed und Ziel der Arbeiterwohlfahrt". Referentin: Genoffin Minna Todenhagen. Eingeladen find: Die Kreisvorfihenden, alle Dezernenten der Wohlfahrts- und Jugendwohlfahrtsämter, die Borsitzenden und Mitglieder der Wohlfartstommiffionen sowie die Leiter und Leiterinnen der Kreisausschüsse für Arbeiterwohlfahrt und die tomm. Kommissionen. und Stadtanleihen und ferner im wesentlichen aus Beteiligungen zusammen, die sich nach dem Stande vom 31. Oftober 1923 wie folgt stellen: 1. Nominal 100 000 000. Gesamtkapital der Kabel- und Metallwerte Neumener Aktiengesellschaft in Nürnberg, die in einem ausgedehnten Messingwert Bleche, Bänder, Stangen und Drähte herstellt und in ihrem Kabelwert sich mit der Fabrikation von Drähten und Kabeln für Zwecke der Elektrotechnif befaßt. Diese Gesellschaft verfügt über ein Gelände von 346 510 Quadratmeter, wovon 17 000 Quadratmeter bebaut sind und ist in Herrenhütte an der Beripherie Nürnbergs gelegen. 2. Nominal 15 039 000 m. Attien der Carl Borg Attiengesell fchaft in Leipzig von einem Gesamtfapital dieser Gesellschaft von 30 000 000 m. Diese Gesellschaft ist im Jahre 1922 gegründet und befaßt sich mit der Herstellung von Installations. und Schaltapparaten und Hochspannungsarmaturen. Die Gesellschaft hat auch während des am 30. Juni 1923 abgelaufenen Geschäftsjahres befriedigend gearbeitet und ihr Abfazgebiet erweitert, doch wird eine Dividendenverteilung mit Rüdlicht auf die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse voraussichtlich nicht erfolgen. 3. Nominal 10 000 000 m. Gesamtfapital der Widerstands. Aftien- Gesellschaft für Elektro- Wärme- Technik, Hannover, die sich hauptsächlich mit der Herstellung und dem Bertrieb von elektrischen Dampfteffeln und Heizapparaten befaßt. Der für das Geschäftsjahr 1922/23 erzielte Gewinn wird mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältniffe auf neue Rechnung vorgetragen. 4. Nominal 3 132 000 m. Attien der Lloyd- Dynamo- Werte Aktiengesellschaft bei einem Sapital dieser Gesellschaft von nominal 62 500 000 m. Der Sitz dieses Unternehmens ist Bremen. Der Geschäftsgang des laufenden Geschäftsjahres war bisher gut. 5. Nominal 3 500 000 M. Attien der Süddeutschen LloydDynamo- Werte Attiengesellschaft bei einem Kapital diefes Unternehmens von nominal 35 000 000 m. Die Gesellschaft wurde mit dem Sih in Erlangen im Jahre 1922 gegründet; ihr 3wed besteht in dem Bau von elektrischen Maschinen und Apparaten unter Be. vorzugung des süddeutschen Versorgungsgebietes. Für das am 30. September 1922 abaelaufene erste Geschäftsjahr gelangte eine Dividende nicht zur Verteilung; mit Rücksicht auf die gegenmärtine wirtschaftliche Lage wird auch für das am 30. September 1923 abgelaufene Geschäftsjahr von der Verteilung einer solchen abgesehen werden. 6. Nominal 1800 000 m. Attien der Schiffs- InstallationsAktien- Gesellschaft zu Bremen, bei einem Kapital von 3 000 000 m. 7. Nominal 8 000 000 m. Aftien der Bayerischen Installations. werke Aktiengesellschaft von einem Gesamtkapital von 20 000 000 m. Diese Gesellschaft wurde im Auguft 1922 mit dem Sitz in Nürnberg gegründet; der für das Ende 1922 abgelaufene erste Geschäftsjahr erzielte Gewinn ist auf neue Rechnung vorgetragen. 8. Die Gesellschaft ist ferner an folgenden ausländischen Gefellschafte.t durch Attienbesig interessiert: 10. Ferner befigt die Gesellschaft eine Reihe von Tochtergesell. fchaften, welche sich mit dem Verkauf von Erzeugnissen der Mutter. gesellschaft befassen. Das Kapital dieser Bertriebsgesellschaften im Inlande beträgt je nach dem Umfange ihres Geschäftes nominal 50 000 m. bis nominal 10 000 000 m. In letzter Zeit hat die Gefellschaft vor allem Wert darauf gelegt, ihr Abfahgebiet im Auslande auszudehnen und zu diesem Zwecke in einer Anzahl von Läns dern eigene Vertriebsgesellschaften gegründet. Die vorstehenden Bilanzen sind nicht unter irgendeinem Gesichtspunft ausgefudt, sie werden hier beleuchtet, weil gerade sie in diesen Tagen zufällig veröffentlicht worden sind. Auch die Verordnung über Goldbilanzen wird die von uns angedeuteten Goldreferven nicht ans Licht bringen. Dazu gehört der Wille der Gemeinschaft. Der Entwurf der neuen Steuernotverordnung. ( Schluß-) In unserer gestrigen Morgenausgabe( Sonnabend, den 2. Februar) haben wir einen allgemeinen Ueberblick über den Inhalt des Entwurfes der neuen Steuernotverordnung gegeben. Daran an schießend wurden die Paragraphen, die das Aufwertungs problem und die Behandlung der öffentlichen An leihen betreffen, in threm wesentlichen Teil abgedruckt und er= Leser wichtigeren Punkte erörtert. läutert. Heute feien nody aus dem übrigen Inhalt die für unsere Der Begriff Geldentwertungsausgleich ist die Umschreie bung der neuen Steuern, die durch die drilte Steuernot verordnung eingeführt werden sollen. Der Geldentwertungsausgleich zugunsten des Reiches bestelyt aus zwei Steuern und aus zwei mit einiger Stepsis zu behandelnden Steuerversprechen. Die erste Steuer betrifft die Schuldverschreibungen( Obligationen). Hierbei ist zu beachten, daß bei diesen Schuldverschreibungen ( Obligationen), soweit sie bis Ende Dezember 1923 getilgt worden find, eine Aufwertung zugunsten der Gläubiger, wie Sonnabent morgen schon erörtert, nicht stattfindet. Diese erledigten Geschäfte werden nur nachträglich mit einer Steuer von 12 Broz. be fastet, die in Raten von je 2 Proz. bis zum April 1927 geleistet sein muß. Die noch laufenden Schuldverschreibungen( Obligationen) fallen unter die Aufwertung, sie sind demzufolge mit 10 Pro3. aufzumerken. Von diesen aufzuwertenden Objekten erhebt das Reich 2 Pro3. Steuern. Man sieht, daß diejenigen, die während der jüngst vergangenen Jahre durch die Rückzahlung von Schuldverschreibungen( Obligatio nen) ungeheuerlich geschädigt worden sind, weiter geschädigt bleiben. Die Bedeutung dieser Feststellung versteht man erst, wenn man den Betrug der Industrieobligationäre, wie er während der jüngst ver. gangenen Jahre insbesondere durch die Banken gefördert worden ist, ctwas genauer untersucht. Ber den festverzinslichen Schulden, die die Aktiengesellschaften aufnehmen, ist das dem Unternehmen dabei Hilfe leistende Bankhaus immer der Treuhänder. Dieser Treuhänder gibt der Atiengesellfchaft den Kredit und läßt sich zur Sicherung dafür den Grundbesitz dieser Hypotheken werten die Obligationsanleihen ausgegeben. der Gesellschaft hypothefarisch verpfänden. Auf der Grundlage Damit ist das in Frage fommende Banthaus als Treuhänder die Bertretung der Gläubiger, der Obligationsbefizer. In der Praxis Erftaunlich billige Preife bei unveränderter Güte find das Ergebnis unferer fparfamen Wirtſchaft! 2½ CORIENT 5 RUND 21/2 S ORANGE 3 LUXUS 5% 43 GOBELIN 8 SCHERIF 4 WENESTI ZIGARETTENFABRIK A- G BERLIN Jafis Die feinen Consum- Zigaretten. Man Defer anb zu einem Raumenswert einfachen Geschäft, ber Banten und der ihnen naheftehenden Aktiengesellschaften geworden. Die Attiengesellschaft, die ihre Obligationsanleihe tilgen wollte, hatte mit den Besitzern der Obligationen überhaupt nichts zu tun und brauchte sich um deren Einwilligung nicht zu fümmern. mandte fich an feine Treuhandbank, zahlte dieser den Nominaíbetrag der Anleihe in Bapiermark zurück, befam die Löschungsbewilligung und war mit einem Schlag hypothefenfrei! Auf diese Art ist im besonderen noch im Jahre 1923 eine wahre Massenkündigung Industrieller Anleihen vor fich gegangen. Das Geschäft, was fo Rebenber mit der Geldentwertung gemacht wurde, bleibt ein Ge schäft, wenn auch jetzt 12 Broz. Steuer darauf gelegt werten, die Innerhalb einiger Jahre abzudecken sind. Bumeist ist ja die Rück zahlung der Schuldverschreibungen nach dem Nominalwert in WirfSchleit durch einige wenige Golbmart erfolgt, fo daß trotz der Besteuerung in all diesen Fällen ficher 75 bis 80 Proz. God geminn verbleiben. Die zweit: Steuer ist im§ 21 enthalten, der den Geldenfwerfungsausgleich bei den mit öffentlichen Zuschüssen errichteten Gebauben betrifft. Da dieser Baragraph für viele Alcinhausbefizer, Siedlungshausbefizer usw. von höchster Bedeutung ist, druden wir ihn in seinem Wortlaut hier ab: ben Friedensmieten angeglichen werden. Dabei sind neben den steuerlichen Bedürfnissen der Länder und Gemeinden auch die allgemeinen Interessen insbesondere an der ordnungs gemäßen Unterhaltung und Instandsetzung der Häuser und die Leistungsfähigkeit der als Mieter in Betracht kommenden Bevölkerungstreise zu berücksichtigen. Als Friedensmiete gilt der Godmartbetrag des Mietzinses, der für die mit dem 1. Juli 1914 beginnende Mietzeit vereinbart war; die Länder treffen über die Festlegung der Friedensmiete für besondere Fälle Bestimmung. Die Besteuerung der Mieten fann in Form einer besonderen Aufwertungssteuer ober einer Steuer vom Grundvermögen erfolgen. Madh allem Anschein faffen die Länder die Aufwertungssteuer als Nach Gebäudesteuer auf Damit liegt sie auf den Mietern. Dabei ist ausdrücklich vorgeschrieben, daß die Miete zuerst dem Haus eigentümer zur Dedung der Betriebs- und Instandsehungskosten ausreichen soll. Dazu gehört auch die Berzinsung aufgewerteter Hypotheken und die Berzinsung des Haustapitals felbft. Dazu tommt dann die Steuer! Zur Förderung des Bohnungsbaues werden Grundstüde mit Gebäuden, die mit Hilfe von öffentlichen Zuschüssen errichtet wor den find, zugunsten des Reichs oder einer von der Reichsregierung zu befilmmenten Stelle mit einer Grundschult in Höhe bon 10 pcm Sunbert bes in Goldmart umgeredneten ertes des öffentlichen Zuschusses be Iaftet. Diese Belastung geht allen bisherigen Belastungen im Range por, mit Ausnahme der Belastung zugunsten der Deutschen Rentenbant nach Maßgabe der Berordnung vom 15. Oftober 1923 ( Reichsgesekblatt" I S. 963). Erweit auf dem Grundstüd mert deständige Beihilfehypothefen eingetragen oder soweit Beihilfe beträge zurückgezahlt worden sind, vermindert sich die Grundschuld Die näheren Bestimmungen über die Berechnung des Gold. martwertes te öffentlichen Zuschüsse, über die Verzinsung und Ablösung der Loft, über die Anrechnung eingetragener" wert beständiger Beihilfehypothefen und zurückgezahlter Teihilfebeträge Bon entscheidender Wichtigkeit ist in der dritten Steuernotverusb über die Verwendung der Gelter eriäßt der Reichsarbeitsordnung der Artikel V, ter den Finanzausgleich festlegt. Dit ihm minifier mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen. wird die letzte Einheit des Reiies, feine Finanzhoheit, enbgullig zerschlagen. Das Reich will feine Zuschüsse an Länder und Gemeinden mehr leisten, und es schiebt gewaltige Aufgaben an die Länder ab. Der§ 34 befagt unter anderem: Die zwarte Steuer, die den Ländern zugebilligt wird, ist die Erhebung einer Abgabe von denjenigen, die aus den Staats. forsten Holz bezogen, Kredit in Anspruch genommen und damit ein schönes Geldentwertungsgeschäft gemacht haben. Von diesem Geldentwertungsgeschäft sollen 20 Bros. abgegeben werden. Das Steuerverfprechen wird als Gelbentwertungsausgleich bei unbebauten Grundstüden" bezeichnet. Hierunter ist aber zu verstehen der landwirtschaftliche Besitz und die Borteile, die er aus der Abstoßung seiner Schulten gewonnen hat. Hier dürfen, im Gegen fah zur Mietsteuer, die Länder aber nicht selbständig vorgehen. Sie haben die näheren Bestimmungen eines Reichsgefeßes abzuwarten, der Entwurf biefes Reichsgesehes ist so rechtzeitig" vorzulegen, daß Die Länder die erste Bahlung auf die Abgaben am 1. November 1925 erheben fönnen". Auch diese geriffene Formulierung muß in ehrliches Deutsch übersetzt werden, dann heißt es nämlich, daß die Landwirte vor der übernächsten Ernte feinerlei Beforgnis zu haben brauchen, daß ihre Geld. entwertungsgewinne irgendwie erfaßt werden. um den entsprechenden Cofdmartwert. Der Wohnungsbauzulchuß, ter ja erst in der Zeit der Geldentwertung nach dem Kriege Bedeutung erlangt hat, wird also in Goldmarf ungerechnet, dann werden 40 Pro3. diefer Goldmarkfumme as Grundsutb( hypothet) eingetragen. Diese Belastung geht allen bisherigen Belastungen vor. Damit entsteht eine nicht unerhebliche hypothefarische Belastung. Die Steuerperiprodhungen find von zmeierlei Art. Der 19 legt fest, daß zur Durchführung der Borbereitungsarbeiten" fü: die eigentlichen Geldentwertungsgewinne ( Reichsbanktredite usw.) die Finanzbehörden überall Ausfünfte und Gutachten einfordern fönnen. Diefo Kannvorschrift ist nach unferer Auffaffung nichts anderes als eine Verhüllung der Regierungsabsicht, an die eigentlichen Beldentwertungsgewinnler nicht heranzugehen. Mehrad steht es mit tem§ 20, ber den Geldentwertungsaus gleich bei der Ausgabe von Notgeld behandelt. Hier ist der großartige Stetterfat von 80 Broz. des Golbwertes festgelegt, aber zur Erhebung dieser Steuer wird der Reichsfinanzminister vorläufig nur ermächtigt. Das ist eine Art Blanfoakzept, das ausgefüllt, aber auch mit vielen anderen Wünschen und Absichten liegen bleiben fann. Der Geltentwertungsausleich zugunsten der 2änder enthält zwei Steuern( eine ist besonders wichtig), die den Ländern zufließen follen. Des weiteren auch wieder eine Steueraussicht. Bom bebauten Grundbesih soll eine Steuer, und zwar schon bom 1. Januar 1924 ab, erhoben werden. Diese Bestcuerung des bebauten Grundbesitzes ist nichts anderes als eine hohe Mietsteuer ( 10 Prog. dieser Mietsteuer follen von Ländern und Gemeinden zur Förderung der Neubautätigkeit verwendet werden). Die Macht befugnisse der Länder werden außerordentlich weit gezogen. Der § 23, ben mir wörtlich geben, lautet: Die Länder werden ermächtigt, die Mietzinsbildung ab. weichend von den Vorschriften des Reichsmieten. geleges pom 24. März 1922( Reichsgesehblatt" I G. 273) zu regeln, Bollen die Länder bei einer solchen Regelung vom bürger. Cichen Rechte in anderer Weise abweichen, als dies im Reichsmietengeseh vorgesehen ist, so bedarf es der Zustimmung ber Reichsregierung; die Reichsregierung fann insoweit mit Bu stimmung des Reichsrats Grundfäße aufstellen. Die Länder haben von der ihnen durch Abfaz 1 erteilten Ermächtigung in der Weise Gebrauch zu machen, als bie Mieten allmählich gemäß der Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage Die Aufgaben der Wohlfahrtspflege, des Schule und Bil dungswesens und der Polizei werden den Ländern nach Maßgabe näherer reichsgefeßlicher Borschriften zu felbständiger Regelung und Erfüllung überlassen. Die Länder beftiminen, inwieweit die Gemeinden( Gemeindeverbände) an der Erfüllung der einzelnen Aufgaben zu beteiligen find. Ber der Ueberlassung an die Länder merden die reicherechtlichen Vorschriften, die dem Grundscß des Abs. 1 entgegenstehen, aufgehoben werden. Bu ben Aufgaben ber Wohlfahrtspflege im Sinne des Abs. 1 gehören insbesondere 1. die Fürsorge für die Rentenempfänger der Invalidenund Angestelltenversicherung, soweit sie nicht den Bersicherungsträgern obliegt, 2. die Fürsorge für die Kleinrentner und die ihnen gleich gestellten Berfonen, 3. bie foziale Fürsorge für Riegsbeschä Digte und Kriegshinterbliebene und die ihnen auf Grund der Bersorgungsgelege gleich gestellten Personen, 4. die Fürsorge für hilfsbedürftige Minderjährige, 5. die Wochenfürsorge, 6. die Flüchtlingsfürsorge, 7. für Leistungen nach dem Gesetz über die durch innere limuhen verursachten Schäden vom 12. Mai 1920 in ter Fassung der Berordnung vom 8. Januar 1924. Zur Frage des Finanzausgleichs wird grundfäßlich Stellung genommen werden müssen. Wir erwarten, daß sich alle gesund dette fenben Kräfte dagegen wehren, daß die Einheit der Republik auf die Art beseitigt wird, daß man ihr den Geldnero zerschneidet. Die Bestimmungen über die Mitwirtung der Ge= meindebehörben im Besteuerungsverfahren, die Bereinfachung der Steuerrechtspflege, die Ver. einfachung des Steuerstrafrechts trempeln diese Gebiete um. Im wesentlichen werden davon wieder die Finanzamter Arbeit haber. und Rechtsvorschriften zu ergänzen. Es wird ihm sogar bas Recht zugebilligt, Zuwiderhandlungen gegen die von ihm noch zu erlassenden Durchführungsbestimmungen mit Geldstrafe oder Ge fängnis zu belegen! Damit wird der üble Zustand weiter gepflegt, der den Reichsfinanzminister zur Auslegungs- und Ergänzungs behörde der Steuergesetze macht und ihn über Reichstag und Gesez stellt. Borläufig verlautet noch nichts darüber, was der Reichsrat, der Reichswirtschaftsrat und der Fünfzehnerausschuß des Reichstags zu der in ihren wesentlichen Punkten von unserem Standpunkte aus unmöglichen Steuernotverordnung zu sagen haben. Die Bertreter der Sozialdemokratie, aber tarüber hinaus alle diejenigen, die den Einheitsget anten des Reiches und eine gesunde Steuerreform vers treten, müssen in geschlossener Front der in ihrem Besen reaktios nären, komplizierten und mit demagogischen Redensarten geschmüdten Steuernotverordnung gegenübertreten. Die Sachverständigen in Berlin. Man schreibt uns: Die deutsche Presse, deren rechter Flügel erst dem fürzlich der Reichsregierung vorwarf, daß sie mit Beileidstelegramm anläßlich des Untergangs des franzöfifchen Luftfchiffes Digmuiden" die nationale Würde" verlegt habe, gefällt sich einschließlich des rechten Flüge's feit der Ankunft der Sachverstän fung der ausländischen Großkapitalisten. Man registriert gewiffendigenfommissionen in Berlin in einer geradezu fläglichen Berhimme haft jeden Schritt, den diefe Herren im Hotel Esplanade und außer halb desselben tun. Es wird gefilmt und photographiert, als ob das Heil Deutschlands davon abhinge, daß man bis in die entlegensten Gebirgsdörfer hinein die Physiognomien der Herren Sachverstan bigen fennenlernt. Dabei wird ganz vergeffen, daß diese Herren legten Endes Geschäftsleute sind, die sich für die Konkurs masse eines niebergebrochenen Staates interessieren und deren Untersuchungen, frei von gefühlsmäßiger Einstellung, doch nur den Zwed haben, die Krebitwürdigkeit Deutschlands festzustellen. Wir haben wahrlich feine Ursache, diese Borgänge, die doch nur der Refler des Berfalls unserer Staatsfinanzen und des Erfolges" einer reparas tionsfeinblidhen, von uns erfolglos bekämpften Politi? find, in Wort und Schrift in die Welt hinauszupefaunen, als handele es fich um ein Schauftic. Warten wir erst einmal ab, wie die Dinge sich weiter entwidein. Im Hotel Esplanade werden die Herren allerdings wenig von dem Leben der breiten Massen in Deutschland zu sehen bekommen. Sie würden gut baran tun, nicht nur die Haushaltungen von Ber liner Arbeiter und Mittelstandsfamilien aufzusuchen, sondern auch einmal in die verschiedenen Industriereviere, nach Schlesien, Sachfen, Mitteldeutschland und vor allem ins befehte Gebiet zu gehen. Dort würden sie Eindrüde empfangen, die ihnen auch die forgfältigfte amtliche Denkschrift nicht vermitteln fann. Die Berliner Preſſe ſollte sich befleißigen, nicht dem deutschen Bolte zu erzählen, wie die Ouch. Derständigen leben, sondern umgefehrt den Sachverständigen vor Augen zu führen, wie das deutsche Bolt lebt. Wir haben der vorstehenden Zuschrift nicht viel hinzuzufügent. Unterstrichen soll nur sein, daß tatsächlich viele Beitungen ihren Lesern glauben nachen, die Sachverständigen feien so eine Art wohl. wollende internationale Hilfs- und Studienfommission. Sn Birt lichkeit handelt es sich um eine sehr nüchterne, ernst- geschäftliche Ait gelegenheit, von deren Ausgang für die Zukunft der Arbeitnehmer außerordentlich viet abhängt. " Die Beriner Konfumgenossenschaft in Spandau. Die Kon fumgenossenschaft Berlin und Umgegend hat mit dem 1. Februar d. 3. ihre Tätigkeit auch auf Spandau ausgedehnt. Durch die stattgefundene Verschmelzung mit dem alten Ronfumvereint Mercur" für Spandau und Umgegend ist die Zahl der Lebensmittelabgabestellen um 9 auf 173 gestiegen. Rund 700 000 Cintwohner Groß- Berlins werden von der Genossenschaft mit Lebensmitteln und Bekleidungsgegenständen versorgt. Eine Bermehrung der Zahl der schon bestehenden Fleischverteilungsstellen steht ebene falls in Rürze bevor Noch viel mehr fönnte geleistet werden, wenn alle schaffenden Kräfte mit ihrer Gleichgültigkeit brechen und ihre Kraft als Verbraucher in ihrer Genossenschaft zur Geitung bringen mürben. Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON vollkommenstes Hautpflegemittel Bichtig ist noch, daß in den Schlußbestimmungen des Beroronungsentwurfes, wie das in der Steuergesetzgebung schon üblich geworden ist, wieder tem Reichsfinanzminister die Ermächti gung gegeben wird, die Steuernotverordnung durch Verwaltungs. Creme Mouson Seife* Creme Mouson Rasierseife Kaufhaus Max Giesen OABIT GR Turmstr. 42 WEISSE WOCHE vom 4. bis 9. Februar wie im Frieden! de Beginn Saison Ausverkauf inn Bettwäsche Oberbett- Bezüge, glatter Wäschestolt, mit Knopfschluß, Größe Taschentücher Herren Taschentücher, weiß, und weiß mit far130 × 200 cm, Stück M. biger Borde, Größe 43 18 Damast Bettbezüge, BOO in neuen Mustern, mit Knopfschluß, 1. Oberbett 130x200cm, 2 Kissen 2009 82X82 cm... Satz M. Bettlaken, mittelstark45 Stück Weiße baumw. BatistOPL Taschentächer, m. Hohl- 30 saum, Gr. 42 cm, Stück UPL fädig. Hausmacher- Halb- 750 Herrenwäsche leinen Größe 150 x 230, M. Dowlas. Gr. 150 x 240, M. 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Bon der Möglichkeit des Fliegens mittels Motor oder Menschen. fraft ohne tragenden Bollonförper wollte außer mir, der ich den außerordentlich tragfähigen Widerstand der atmosphärischen Luft beim schnellen Radfahren und bei Gegenwind am eigenen Leibe fennen gelernt und förmlich studiert hatte, tein Mitschüler etwas wiffen. Ich wurde glatt ausgelacht und als Utopist bezeichnet. Schon bamals betonte ich ausdrücklich als Voraussetzung für den ballonlosen Maschinenflug die Schaffung eines entsprechend leichten und leistungsfähigen Antriebsmotors ohne Kohlenfeuerung und DampfteffeL Freilich ahnte noch kein Mensch, daß der schwere, stationäre Gasmotor in verhältnismäßig kurzer Zeit durch enorme Steigerung ber Umbrehungszahl und des Explosionsdrudes unter Berwendung flüssigen Brennstoffes in einen fleinen, fräftigen, dabei sehr leichten und anpassungsfähigen Antriebsmotor für Fahrräder und 3agen vervollkommnet werden könnte. Die deutsche Erfindung Des schnellaufenden Explosionsmotors für Benzin durch Gottlieb Daimler wurde bekanntlich von den Franzosen de Dion und Bouton zuerst praktisch angewendet, und zwar bei Dreirädern mit luft gefühlten Benzinmotoren und Berdunstungsvergasern. Die ameri tanischen Fahrradfabrikanten der auch in Berlin Mitte der 90er Jahre Jehr beliebten Dayton- Ohio- Räder, Gebrüder Wilbur und Dr. pille Brigth, löften dann mit Hilfe des leichten Explosions. motors bas viel umstrittene Problem des Maschinenfluges mit Apparaten schwerer als die Luft. In der langen Zwischenzeit hat sich nun das Flugwefen in völlig ungeahntem Umfange weiterentwickelt, der Weltkrieg hat diesen Brozeß noch beschleunigt, bedauerlicherweise aber der Hauptsache nach das Flugzeug zu einer unheilvollen Kriegswaffe ausge. staltet. Um jo mehr muß man den neueren Bestrebungen Glüd wünschen, die darauf abzielen, den Flugapparat von der treibenden Maschine, dem Motor, zu entlasten und zu einem Sport- und Ver. tehrsgerät auszubauen. Die erstaunlichen Leistungen, die mit motorlosen Apparaten beim Segel, Gleit- und Schwebeflug bereits mehrfach erzielt wurden, sind bereits als ernsthafte Anfänge des motorlosen Kunst- oder Menschenfluges anzusehen. Wer heute Dereits behaupten wollte, daß es früher oder später möglich sein wird, sich ohne Motor, also mit eigener Mustelarbeit in der Luft fliegend beliebig von einem Drt zum anderen fortzubewegen, würde ganz gewiß verlacht werden. Das Flugwesen, ebenso der Motorverkehr wäre aber niemals vorwärts gefommen, hätten nicht feine Pioniere die althergebrachten Gefeße des schulgemäßen Maschinenbaues und der Festigkeitslehre preisgegeben und empirisch neue Formen und Wege gesucht. Fahrrad, Flugmaschine und Motor find gewissermaßen mitein. ander verwandt. Der schnellaufende Explosionsmotor fand im Fahr rad zuerst praktische Ruzanwendung; aus den mehrrädrigen Motor Fahrrädern entstand der erste brauchbare Kraftwagen. Im Kraft. Der Mensch mit den 365 Krankheiten. Wie viele Menschen gibt es boch, die jahraus jahrein fräntlich find, und die jeden Tag ihre besondere Krankheit haben. Heute leiden fie an Kopfschmerzen, morgen haben sie feinen Appetit, übermorgen lagen fie über Schlaflosigkeit ufw.; turz, ein solcher Mensch meiß nie recht, was ihm fehlt. Dieser Zustand ist meiter nichts als eine Folge der Nervosität, die heute noch viel zu oft vernachlässigt wird und die zu schweren, oft unheilbaren Nervenleiden führen kann. Kopfschmerzen, Gliederreißen, Budungen, Rüdenschmerzen, Ge. fichtsschmerzen, Schmerzen in Hals, Armen und Gelenken, Augen. flimmern, Blutwallungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sehr lebhafte oder schmere Träume, Betlemmungen, Schwindelanfälle, Angstgefühle, übermäßige Empfindlichkeit gegen Geräusche, Reizbarkeit, Unruhe, Launenhaftigkeit, Bersagen des Gedächtnisses, Klopfen in den Adern, Krämpfe( auch Lach, Wein- und Gähnkrämpfe), Gefühl von Taub heit in den Gliedern, Bittern der Hände und Knie bei Erregung, blaue Ringe um die Augen, Ohrensausen, Impotenz, Schredhaftigkeit, Nei gung zu Trunfsucht und anderen Ausschweifungen treten einzeln oder zusammen auf und sind sichere Zeichen, daß die Nerven angegriffen find. Nervenleiden find Gehirn oder Rüdenmartleiden, und sehr schwere Nervenleiden führen, wenn sie ihren Siz im Gehirn haben, zu Geistesstörungen, zum unheilbaren Wahnsinn, oder, wenn fie vom Rüdenmart ausgehen, zu schweren Lähmungserscheinungen und in nicht allzu langer Zeit zum Tode. Es ist nun gelungen, die edelsten und sehr teuren Mervennährstoffe in abfoluter Reinheit zu gewinnen, unb Dr. med. Robert Hahn& Co., Magdeburg D 58, bringt ein folches Nerven Nährpräparat unter dem Namen„ Nervisan" in den Handel. Diefes Bräparat ist nicht identisch mit anderen, durch große Ret'ame angepriesenen, bie irgendein Kunstprodukt von zweifelhafter Herkunft enthalten und außerdem meistens viel teurer find. Man verlange nur die Zusendung einer fostenlosen Probe, diefe erhält man fofort und außerdem ebenfalls ganz fostenlos ein sehr interessantes Buch über das Nervensystem und feine Krankheiten, das auch sonst noch zahlreiche, für jeben Nerven. leidenden wichtige Auftlärungen enthält. Diese menschenfreundliche Handlungsweise hat schon viel Nugen geftiftet, und es gingen bereits unzählige Dantbriefe unaufgefordert bei Dr. med. Robert Hahn& Co., Magdeburg D 58, ein. Schreiben Sie aber unbedingt heute noch, ehe Sie es vergessen und die Proben vielleicht vergriffen find! . 7,90 59 • . • 10,50 Nur solange Vorrat! Sonntag 3. Februar 1924 brettos war, bot sein Wert eine ausgezeichnete Vorlage für ein Kostümfilmspiel, das wir Max Jungt und Julius Urgiß verdanten. Sie haben alles Heitere, Leichte, Graziose daraus in eine fast zu reiche, jedenfalls dem Regisseur Hanns Schwarz so geschickt vorgearbeitet, daß dieser aber entzückende Bilderfolge umsetzen fonnte. Das Auge schwelgte und die prickelnde Musit war ja in diesem Fall wirklich fongenial. So wurde die Uraufführung der Trianon- Filmgesellschaft im Theater am Nollendorfplatz zu einem vollen Erfolg und Nanon wird wieder wie früher die Menschen für ein paar Stunden erfreuen. Wie die hübsche, resolute, naturtindhafte Dorswirtin Nanon ihren Schatz, den vermeintlichen Tambour in Wirklichkeit ist es aber Marquis d'Aubigné zur Heirat zu bringen sucht und als dieser ihr entschlüpft, ihn wiederzuerringen weiß und ihn dabei aus Todesgefahr befreit und dank einem Machtspruch Ludwagen wiederum wurde der für Flugzeuge brauchbare, leichte und boch starkpferdige Motor emporgezüchtet; der Flugmotor brachte den Sieg des Menschen über den Luftozean. Jetzt wäre es durchaus denkbar, daß eine weitere Entwicklung des Flugzeuges in Richtung auf den Ausgangspunkt des Werdeganges zurüd einsehen fönnte. Das Flugzeug trägt sich bereits unter gegebenen Verhältnissen in dem Luftmeer ohne den Motor; man schwebt, gleitet oder segelt gar, je nach den Luft und Windverhältnissen, ohne die geringste oder nennenswerte eigene Körperarbeit. Liegt es da nicht fehr nahe, die ungenugte Mustelkraft der Arme und namentlich der Beine so zu verwerten, daß eine gewisse Eigengewig XIV. wirklich bekommt, das ist mit soviel Charme und Munterfeit schwindigkeit und größere Steuerfähigkeit des motorlosen Flug apparates erzielt wird? Rein rechnerisch wird man auch diesem letzten Problem der Fliegerei nicht beikommen können, und ebenso wird die zweckmäßigste leichte und dabei genügend kräftige Konftruktion bes Antriebs lediglich auf empirischem Wege gefunden wer. den. Vielleicht gelangen wir zum Antrieb mittels schwingender Flügelflächen, rationeller dürfte ein genügend umfangreicher rotierender Luftschaufelantrieb sein, ähnlich den Flügelrädern der Windmotoren. Ein gut trainierter Straßenfahrer ist imstande, Stunden hindurch eine Fahrgeschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde und darüber einzuhalten. Freilich erfolgt hier die Fortbewegung dank der Radreibung auf der Fahrbahn der Straße, ebenso ohne zufäßliche Belastung, außer Fahrrad und Fahrer. Aber wir beob achteten selbst bei den Straßenrennen der schwer belasteten Zeitungs. radfahrer bedeutende Durchschnittsgeschwindigkeiten bis zu etwa 28 Stilometern. Bei derartigen Geschwindigkeiten ist der Luftwider. stand bereits sehr start, würde also den freien Flug in der Luft er. Schweren; andererseits ergibt gerade der auftretende Luftdruck während der schnellen Fortbewegung die Tragfähigkeit, und es fäme daher zunächst einmal darauf an, festzustellen, welche Zug oder Antriebskraft erforderlich fein würde, um seinem Führer bei Bindstille in Schwebelage durch die Luft zu ziehen. Für derartige Versuche wäre die Avus hervorragend geeignet. Die Bugtraft fönnte sehr leicht abgelesen oder während des Versuchs fortlaufend registriert werden, um den Einfluß der jeweiligen Ge. schwindigkeiten festzustellen. Wenn diefe Bugkraft das gegebene, Don Sportsleuten erreichbare Maß nicht erheblich überschreiten, viel mehr bei mäßiger Geschwindigkeit von etwa 18 bis 20 Rilometern unterhalb dieser praktisch möglichen Grenze bleiben würde, dann wäre Aussicht und einige Gewißheit vorhanden, daß die motorlofen Apparate in absehbarer Zeit durch Menschenfraft beliebig in der Luft gemeistert werden können. Borbedingung ist eben die Ermittlung der praktisch erreichbaren Eigengeschwindigkeit mit dem Apparat in der Luft und die Konstruktion eines Luftschraubenantriebs, getätigt durch die Arm- und Beinmuskulatur, mit denkbar günstigem Wirkungsgrad bei mäßiger Geschwindigkeit. Filmschau. Die Filme der Woche. tot zu sein, wenigstens begegnet man ihr Die tomische Oper von F. Sell und Rich. Genée, an on scheint so populär fie vor 40 Jahren war - taum noch auf der Bühne. Aber da Genée ein Meister des Liin eine Bilbhandlung umgesetzt, daß der Zuschauer nicht einen Augenblid aus der guten Laune fommt. Den Szenen im Dorswirtshaus ift der pompöse Hof, der Einfachheit und Natürlichkeit des ländlichen Lebens der preziose Salon der Ninon be l'Enclos aufs wirksamite entgegengefeßt. Kostüme und Stil des Zeitalters sind aufs feinste getroffen, und das Neue Palais in Sanssouci ersetzt aufs beste Bersailles. Die Dar stellung hat lauter Trümpfe zur Hand: Agnes Este rhaczy( als Na non) ist eine ausgezeichnete Filmerscheinung mit natürlichen Gaben( im Ausdruck wird sie noch zulernen), Harry Liedite( als Liebhaber) jetzt sein feinstes Lächeln ins Spiel; Leopold von Ledebour gibt den König mit Würde und Feinheit, Henni 28eiße ist eine schöne und aparte Ninon. Auch die Chargen sind gut besetzt. Der Salon der Ninon und das Gartenfest des Hofes sind voller Leben und die Photographen verstehen ihre Sache aus dem ff. -O ,, Die große Unbekannte fand ihre Fortsetzung im UnionTheater am Kurfürstendamm. Liest man die Erklärung der Handlung im Programm, so ist man erstaunt. wie eine so verworrene, im schlech testen Deutsch vorgetragene Handlung filmwirksam werden kann, und ist versucht, Boltaires Wort was zu dumm ist für die Literatur, fel für die Oper gerade recht noch träftig zu übersteigern. Aber der Film ift eben ganz etwas anderes als Wortfunst, und so entpuppt sich der 2. Teil bie Dame von Lissabon als eine ganz amüsants, mit Intrigen gespickte, abenteuerliche, schöne südliche Landschaften von Lissabon und Teneriffa zur Schau stellende Affäre. Die Jagd nach den das natürlich eine Niete ist macht die unmöglichsten großen Los Umwege, führt die unglaublichsten Kombinationen herbei, gibt aber auch in dem Wirrwarr hübsche Ruhepunkte. Ellen Richter fezt als Er prinzessin Dolores die Maschine in Gang, stolz wie eine Spanierin, immer in guter Figur, Harry Hardt und Georg Alexander sind ihre Favsriten. Karl Suszar der Didwanst beides gerissene Jungen und Hans B a ßmann lei Humore. Hans Juntermann forgen für aller d. Briefkasten der Redaktion. .. 314. Wegen Erhebung zu hoher Gebühren können Sie fich an ben Vorstand der Anwaltskammer, Berlin, Schöneberger Ufer 40, wenden. F. R. 41. Wenden Sie fich an den Magiftiot, Deputation für das Schulwefen, Berlin C. Das Gefuch kann schon jest eingereicht werden. R. B. 20. 1. Netn. E. 2. 1. Die Kirchensteuer haben Sie bis zum 31. März b. 3. zu 2. Ja entrichten.$. D. 1. Das Wartegeld beträgt 80 Broz. des bei der Berechnung des Ruhegehalts zugrunde zu legenden Diensteinkommens. Sit eine ruhegehaltsfähige Dienstzeit von 25 Jahren noch nicht zurückgelegt, so wird. bas Wartegeld für jedes volle oder angefangene Jahr, das an der Dienstzeit von 25 Jahren fehlt, um je 2 Broz. des ruhegehaltsfähigen. Diensteinkommens ge ringer bemessen. Das Wartegeld beträgt jedoch wenigstens 40 Proa. diefes Dienſteinkommens. 2. Fristen find nicht vorgesehen. 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