Abendausgabe Nr. 58 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 29 Bezugsbedingungen und Anzeigenprette find in der Morgenausgabe angegeben #obali ni 7 Goldpfennig gizem 70 Milliceden Vorwärts Redallion: SW. 68, Lindenstraße 3( 838) Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.bceffe: Sozialdemokrat Berlin m Berliner Volksblatt sonja slos Montag 4. Februar 1924 Bertag und Angelgenabteilung. Geschäftszeit 0-5 bz Becloger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenficaße 3 nomous Fernsprecher: Dönhoff 2508-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Gegen Zeitungsverbote und Zensur. Ein Protest der Presse. aid no Eine zahlreich besuchte Mitgliederversammlung des Bezirksver bandes Berlin im Reichsverband der Deutschen Breffe beschäftigte fich am Sonntag mit den Seitungsverboten ber letzten Zeit und nahm folgende Entschließung an „ Die Ausübung des Ausnahmezustandes hat zu einer Ein. schräntung ber Breffefreiheit geführt, die von den Verkretern der Bresse ebenso wie von der breiten Deffentlichkeit ohne Unterschied der Parteistellung als unerträglich und politisch 1chädlich empfunden wird. natpinions? Woodrow Wilson. sitesi Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, day Woodrow Wilson, ist am Sonntag vormittag 10 Uhr sasiado( amerikanische Zeit= 4 Uhr nachmittags deutsche fragung an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden ist deit) gestorben. Einen befonderen Punkt der Tagesordnung bildet die Woodrow Wilson ist eigentlich zweimal gestorben: fein politischer Zob war bem wirklichen um vier Jahre vorange. gangen. War dieser politische Tod verdient? Zum Teil, Figuren der Weltgeschichte; fogar ein tragisches Symbol zweifellos. Aber dennoch bleibt Wilson eine der tragischsten nämlich das Symbol des Idealismus, der seine Kräfte über schäßt und der den Kampf gegen die Macht des Bösen nicht durchzufämpfen magt Berpachtung des Teglteiles der Saalezeitung" an die Haus genossenschaft der Deutschen Volkspartei in Halle." dr Die ehemals bemotratische Saalezeitung" wird alfo in aller form an eine andere Bartel per pachtel! Das ist um so seltsamer, als die Mitteldeutsche Ber lagsanstalt zu bem Bera Ronzern" gehört, an deffen Der Bezirtsverband hält Zeitungsverbote und Nachrichtenzenjur Spize der deutsch nationale Reichstagsabgeordnete grundfäßlich für unzulässig. Solange jedoch der Ausnahmezustand Alfred Hugenberg steht. Auch im Aufsichtsrat der Mittelfidher besteht, muß er fordern, daß ein Zeitungsverbot nur dann erfolgt, deutschen Verlags-.- G. ſigt Geheimrat Dr. Hugenberg. Neben wenn in der betreffenden Zeitung zu Gewalttätigkeiten ugenberg gehören dem Aufsichtsrat u. a. der volkspartel gegen Einzelne oder den Staat aufgefordert oder folchen Gewaltliche Reichstagsabgeordnete für Halle und bisherige Di tätigkeiten Beihilfe oder Billigung in Aussicht gestellt wird. reftor ber Telegraphen Union, Dr. Karl Cre Die jachliche Kritik darf nicht eingeengt werden. Jedes Berbot ist der Riebed- Montanwerke A.-G., Bernhard Leopold, deffen Gemer, an und der zum Stinnes- Konzern gehörige Direttor zu befristen. Gegen jedes Verbot und jede Nachrichtenzenjur ist eine sellschaft Geldgeberin der verschiedensten Hugenbergschen Beschwerde an eine richterliche Instanz zulässig. Eine Bor- sellschaft zenfur oder die Auferlegung von Bedingungen für das Bieber. 3eitungs und Nachrichtenunternehmungen ist. and Deutschnationale und deutschvolksparteiliche Industrie erscheinen ist unzuläffig. Das Berbot einer Zeitung fegt eine fapitalisten verbinden sich also, um demokratische Blätter vorherige Berwarnung voraus. Vor dem Erlaß des Verbotes& u pachten und dann gemeinsam ihre Politik burch ge ist der verantwortliche Redakteur des Blattes zu hören. Bei dem fügige Journalisten machen" zu laffen. Staatsgerichtshof zum Schuße der Republik sind Bressesach. fügige Journalisten machen" zu lassen. verständige zu bestellen. Im Falle eines ungerechtfertigten Berbotes oder einer ungerechtfertigten Zenfurmaßnahme ist Entschädigung zu leisten. Der Bezirksverband ersucht alle Berufsgenossen, angesichts der innen und außenpolitischen Gefahren der Zeit alle Ausschreitungen in der Bolemit zu vermeiden." Verpachtung" der Presse. Wie das Industiekapital öffentliche Meinung macht. Seit dem Eindringen der deutschen Schwerindustrie in bas bevische Zeitungswesen haben sich besonders erbauliche Zu. Stände herausgebildet. Auf einen hervorragend schönen Fall macht jetzt bie Boffische Zeitung" aufmerksam. Die mittelbeutsche Verlags A. G." in Erfurt ladet im Deutschen Reichsanzeiger" ihre Attionäre zu einer orbents lichen Generalversammlung auf den 15. Februar nach Salle, und zwar ins Haus der Landwirte( Bauern- Zimmer) ein. Auf der Tagesordning dieser Generalversammlung steht u. a. die Erhöhung des Grundkapitals von 6 Millionen auf 20 Mil lionen Mart durch Ausgabe von Namensaftien, deren UeberRykow Lenins Nachfolger. Gegen den Justizabbau. Ein fozialdemokratischer Abänderungsantrag. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat den Ent wurf eines Gesetzes zur Abänderung der Justizverordnung vom 4. Januar als Initiativantrag dem Reichstag vorgelegt. Er soll das Schwurgericht wiederherstellen, für Schöffen gericht und Straftammer das zahlenmäßige Heberge wicht der Laienrichter über die Berufsrichter durch führen, die Verschiebung von Bergehen vom Schöffengericht an den Einzelrichter gleichermaßen von der Zustimmung des Staatsanwalts und des Beschulbic en abhängig machen, für die Auswahl der Schöffen und Geschworenen den Gedanken der Berhältniswahl zur Geltung bringen, den Umfang ber Beweisaufnahme por den Schöffengerichten richterlichem Belleben entstehen. ben Durch brechungen der Antlagepflicht des Staatsanwalts eine meniger bedenkliche Form geben und die Stärkung der höchstgerichte der Bänder auf Rosten des Reichs. gerichts verhüten.& zeitiges Eintenten zu meistern, muß man bezweifein. Er ist in diesem für die weitere Entwidlung Sowjetruglands entTrotki bleibt Wehrminister. scheidenden Tagen ohne Zweifel ein typischer Repräsen Mostau, 4. Februar.( Ruffische Telegt.- Agentur.) Der 3en. tant der oberen boli ewitismen Bureau trale Bollzugsausschuß des Sowjetbundes hat den bisherigen stell- tratie, deren Widerstand gegen unvermeidliche Alende vertretenden Vorsitzenden des Rates der Volkskommiffare Rytow rungen im Wirtschaftsturs auf der Konferenz der R& B. noch an Stelle Cenins jum Borligenden des Rates gewählt. Die fo deutlich ausgesprochen worden ist. Auch würde Rykow in Uniouregierung feht sich wie folgt zufammen: Präsident des Rates all diesen entscheidenden Fragen von den Entschließungen der der Volkskommiffare: Rytow, Stellvertreter:& amenew, gleich. Troika unbedingt abhängen. Das Erbe Lenins als Leiter bes zeltig Vorsitzender des Rates der Arbeit und der Verteidigung, Verwaltungsorganismus übernimmt ein ehrlicher und an 3jurupa, gleichzeitiger Vorfihender der Planwirtschaftskommis- ständiger Mann, dessen Leistungsfähigkeit freilich ein gutes fion, ferner Drachelaschwifi und Tschubar, Aeußeres: Tichitsche Mittelmaß nicht überschreiten wird. rin, Krieg: Trohti, Außenhandel: Arassin, Verkehr: Rud. jutat, Post: Smirnow, Inipeffion: Sujonschew, Arbeit: Schmidt, Ernährung: Brjuchanom, Finanzen: Sofoluitow, Präsident des Oberften Volkswirtschaftsrates: Dscherichinfti. Alerei Iwanowitsch Rytom ift 1881 als Sohn eines Bauern geboren. Seine Hochschulbildung erhielt er auf der Universität Kasan. 1898 trat er in die Ruffi'che Sozialdemokratische Bartei ein und wurde 1899 Mitglied des Drisausschusses Kafan. 1901 wurde Rn tom verhaftet und na Saratom ausgewiefen, von der Universität megen revolutionärer Tätigkeit ausgefchloffen, nahm er jebod, feine Tätigkeit in Saratom mieber auf. Nach der Spaltung der ruffifchen Sozialdemokratie, 1905, fchloß er sich den Bolschewiti an. 1907 wurde er wieder verhaftet und auf zwei Jahre nach Sader mara ausgewiefen; 1909 verhaftet und für brei Jahre nach dangelff ausgewiesen. Er floh ins Ausland, febrte jedoch zur Einberufung eirer Berteifonferena aurüd, wurde verhaftet und auf vier Schre nach Sibirien veriidt. Insgesamt verbrachte er 7% Jahre in Gefängnisfen. Die Regierung Innenrublands. Mostau, 4. februar.( WTB.) Der Rat der Boltstommiffare ber uffifchen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublit hat folgende Zusammenlegung: Prüfident: Rytow, Landwirtschaft Smir now, Ernährung; Ka'manowitsch, Finanzen: Wladimirom, Arbeit: Bachutow, Inneres: Beloborodow, Justiz: Kurfti, Unterricht: Lunatfcharffi, Bottshygiene: Semaschio, Wohlfahrt: Jafowento, n spektion: Schmernit. Borsitzender des Bolfswirtschaftsrates: Bog banom. Die britische Anerkennung in Berlin notifiziert. Berlin, 4. Februar.( WTB.) Die englische Regierung hat Reichsregierung den Wortlaut der Note mitgeteilt, durch welche fie die Sowjelregierung de jure anerkennt. es Italienisch- ruffischer Wirtschaftsvertrag. Rom, 4. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag ist in Rom im Balazzo Chigi der italienisch- ruffische Handelsvertrag Mit Rykow übernimmt die Nachfolge im Borsiz des unterzeichnet worden. Stasien erkennt in diefem Bertrage die Rates der Bolkskommiffare ein Mann, ber auf diesem Bosten Sowjetregierung de jure an und verpflichtet fich, the alle beweglichen feineswegs die überragende Bedeutung Lenins haben wird. übergeben. Rußland bietet als Entgelt eine erhebliche Serablekung und unbeweglichen Güter der ehemals ruffifchen Regierungen au Rytow ist in erster Linie Berwaltungsbeamter. Als Border ruffi'men Hölle zugunsten der italienischen Waren und ver fizender des Obersten Wirtschaftsrates hat er bereits bisher pflichtet fich außerdem, an Italien jährlich ein bestimmtes Quantum ben stellvertretenden Borsiz im Rat der Volkskommissare inne Getreide zu liefern. In jedem Jahre foll eine gemischte italienisch Getreide zu liefern. In jedem Jahre foll eine gemischte italienisch gehabt. Unter ihm hat sich dieser Rat immer mehr zur laufen- ruffiche Stommiffion über die Ein- und Berkäufe der beiben Länder Sen Verwaltungsmaschinerie entwickelt. Die eigentlichen entscheiden. Für Rukland femmt u. a. noch bie lebernahme eines politischen Entscheidungen über die innere und äußere Bolitik bestimmten Teils italienischer Industrieprodukte in Frage. Sowjetrußlands werben jetzt noch mehr als bisher im pofi. tischen Bureau des Zentralfomitees der KPR. fallen. Die Ernennung Rytows wird das bisherige Ueber. gewicht ber Troita Kamenew, Ginowiew, Stalinin feiner, Beise beeinträchtigen. Gewiffe psychologische MoGewiffe psychologische Momente, Rücksicht auf die Bottsstimmung, dürften auch schaftsmiffion nicht lange auf fich warten' affen werde. für die Ernennung ausschlaggebend gewesen sein, denn Rytowe ist nicht Jude Persönlich gilt Rytow als ein durchaus anständiger und seiner Bartel ehrlich dienender Mann. Ob er freilich als orthodorer und an dem bisherigen Wirtschaftskurs ber Sowjetregierung starr festhaltender Mann in der Lage fein wird, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch recht Belgien vollendet die Vereinsamung Frankreichs. Paris, 4. Februar.( WTB.) Der Brüffeler Berichterstatter des fifchen Initiatine bas beinische Kabinett bereits Montag ent Deuvre" hä't es für nicht ausgefch offen, daß angelichts der eng fprechende Peschlüsse fossen und dann die Entfenbung der Wirt Baut Mitteilung der Stauischen Lelegraphen@ nenur Elta entspricht Rein Affentat in Kowno. Die litauische Gesandtschaft teilt mit: die aus Warschau stammende Nachricht des T.( 1) vom 30. Ja nuar 1924 über ein Bombenattentat in der Komncer Oper nicht ber Wirklichkeit. Weder ein Bomben nods irgend welches andere Attentat ist in Litauen verübt worden. Wilson hat zweifellos das Beste gewollt. Er hätte es vorgezogen, Amerikas Neutralität im Weltkriege zu wahren. Mit diesem Brogramm war er sogar zum Präsidenten wiedergewählt worden. Der verbrecherische Blödsinn der deutschen Obersten Heeresleitung, die Erklärung des rücksichtslofen U- Boot- Krieges, hat ihn gezwungen, dieses Neu warfen nun ihre ungeheuren Kraftmittel in die Wagschale des tralitätsprogramm aufzugeben. Die Bereinigten Staaten Krieges, der damit zugunsten der Alliierten entschieden war. Dennoch war Wilson ehrlich entschlossen, diesen sicheren Sieg nicht für imperialistische Zwecke auszunüßen, sondern dem Fortschritt der Menschheit dienstbar zu machen. Er for mulierte feine 14 Bunfte und entwarf den Blan eines Böllerbundes zur gegenseitigen Wahrung des ewigen Weltfriedens, zum Schuße der kleinen Völker und der nationalen Minder heiten. id no sical ne Seine Worte erweckten einen günftigen widerhall auf der ganzen Erde. Allein die Regierungen stimmten ihnen entmeder nur heuchierisch zu, wie die Minister und Generäle der Alliierten, oder gar nicht, wie die Minister und Generäle der Sentralmächte. Als im Herbst 1918 die Hajardeure der deutschen Heeres leitung das blutige Spiel verloren gaben und das Wilson Brogramm als legte Rettung und wider Willen endlich an nahmen, da waren es die Staatsmänner und Generäle der Entente, die am liebsten diese Friedensgrundlage abgelehnt hätten. Da sie jedoch nicht magten, bies offen zu tun, nahmen fie den Kampf gegen die 14 Punkte in verftedter Form auf Wilson fannte diese Stimmung und diese Absichten. Aber er bachte, wenn er selbst als der Bertreter der Neuen Welt und als der Verfünder einer neuen era nach Europa fäme, um feine demokratischen Friedensgrundsäge gegen alle Widers Stände persönlich zu erzwingen, würden ihm die Völker zu jubeln und mit ihrer Hilfe würde er sich schließlich durchsetzen. Das war fein großer Irrtum. Die Bölker, oder wenigstens der ehrliche demokratische Teil von ihnen, jubelten ihm moh in allen Hauptstädten, die er besuchte, zu, aber die Staatsmänner lächelten zynisch über den weitfremden" Mann, der; von Europa nichts verstehe, und es dennoch nach seinen eigenen Ideen neugestalten wolle. Die Regierungen waren nur noch darauf bedacht, jene Formeln zu finden, mit deren Hilfe fie die einzelnen Buntie in ihr Gegenteil verkehren könnten, ohne daß der Herr Professor der Philosophie aus Amerika es merken würde. Der Herr Professor mertte es trotzdem, aber er war diesem aufreibenden Kampf nicht gewachsen. Ein erstes Mat perließ er Europa unter Zurüdlassung bestimmter Instruktio nen. Aber die Ränke der verbündeten Diplomaten verfolgten ihn bis auf sein Schiff. Bor allem galt dieses Bohren und Drängen der Umgehung jenes Wilsonfchen Punktes, der eine eigentliche Kriegsentschädigung außer für den Wiederauf bau der zerstörten Gebiete ausschloß. In einem Funksprud an feinen in Baris zurückgebliebenen Bertreter Lansing befant Wilson ein letztes Mal Unnachgiebigkeit. Aber die Diplomaten - und besonders die Generäle- ließen nicht locker: mian pollte regelrechte oder verschleierte Annerionen erschwindeln, den Böllerbund auf eine Giegerallianz beschränken, die Abrüstung einseitig gestalten und anderes mehr. des Zusammenbruchs feines Werkes durch seine persönliche Ein zweites Mal glaubte Wilson das drohenbe Schicksal Anwesenheit meistern zu können, und er fehrte nach Europa zurüd. Berhängnisvoller Fehler und Irrtum! Als er wieder in Paris eintraf und das Ränkespiel von neuem einfeßte, war B. die Drohung mit dem Rücktritt Amerikas von der er schon erheblich unsicherer geworden. Ein fühner Entschluß. Friedenskonferenz hätte die Situation noch retten können. Daau fonnte er sich jedoch nicht aufraffen. Er war zermürbt und fonnte gerade noch die tollsten Annexionsforderungen, die fing an, nachzugeben. Da gab es fast feinen Halt mehr. Er Rheinpläne Tardieus und Fochs, vereiteln. Aber zahllose Wortbrüche an seinem eigenen Friedensprogramm ließ er dennoch geschehen. Er war eben zermürbi. So zermürbt, daß er auch nach der Ueberreichung bes Ver tragsentwurfs an Deutschland nicht wagte, die neue Gelegen heit, die sich ihm durch die Noten der deutschen Friedensdelegation bot, zu ergreifen. Bielmehr ließ er es zu, daß CleRangau erwiderte, der Entwurf stehe in keinerlei Wider menceau auch in seinem Namen dem Grafen Brockdorfffpruch zu der vereinbarten Friedensgrundlage der 14 Punkte. Und das ist die schwere Schuld, die er vor der Ge ziehen werben, felbft vom leibtragenden Teil, dem deutschen fchichte trägt. Daß er unterlag, fönnte ihm menschlich verBolt, daß er aber feine Niederlage nicht einmal bekennen wollte, bas ift es, was ihm bie Weltgeschichte nicht verzeihen wird. Es scheint übrigens, als ob er sich dieser Schulb in feinem Innern bewußt gewesen sei, denn er kehrte nach Washington als, ein gebrochener Mann zurüd. In feinem Heimatlanbe empfing ihn der Spott der öffentlichen Meinung, die instinktiv fühlte, daß er in Europa lezten Endes eine flägliche Rolle im Namen der Vereinigten Staaten ge spielt hatte. Leider zog das amerikanische Bolt aus dieser Gr fenntnis die falschen Konsequenzen: Hauptgegenstand des Hohnes wurde gerade das, was an Wilsons 3deen das Schönste und Reinste gewesen war, nämlich der Gebante des Bölkerbundes. Und die Parole seiner Gegner gegen ihn und feine Partei lautete fortan: Los von Europa! Im eigenen Lager wurde er verhöhnt und bekämpft: ein Teil der Demokraten half den Konservativen bei der Verweigerung der Ratifikation des Versailler Vertrages. Mit etwas komischer Hartnäckigkeit versuchte er dennoch diese Rattfizierung zu erzwingen, jedoch vergebens. Er brach im Jahre 1920 forperlich und seelisch zusammen. Er war politisch tot. Auch seine Partei erlebte damals, bei der Präsidenten. neuwahl, eine vernichtende Niederlage, obwohl fie im legten Augenblick versucht hatte, ihn über Bord zu werfen. Die Republikaner fiegten leicht über die Demokraten. Aber nach und nach sollte sich herausstellen, daß aud) das weltpolitische Programm der neuen Männer unhaltbar und den Intereffen Ameritas entgegengefekt war. Die Abkehr der Vereinigten Staaten von den europäischen Angelegenheiten bedeutete nicht mur für Europa, sondern auch für die wirtschaftlichen Intereffen Amerikas den schwersten Schlag. Europa glitt dem Ruin und dem Chaos entgegen, aber Amerifas Industrielle, Landwirte und Kaufleute trugen auch den Schaden davon. Eine Gegenbewegung macht fidh feit etwa einem Jahre immer deutlicher bemerkbar, der sich auch die Republikaner nicht länger widerlegen fönnen. Der neueste Schritt der Ber: einigten Staaten, ihre hervorragende Beteiligung an den Ar beiten der Sachverständigenausschüffe, steht in er freulichem Gegensatz zu den Stimmungen, die zur Breisgabe der Wilsonschen Ideale durch das amerikanische Bolt vor vier Jahren geführt hatten. Fast sah es aus, als ob Wilson feine Revanche, feine politische Auferstehung noch er leben würde. Der Tod hat ihn, der inzwischen schon das Alter von 68 Jahren erreicht hatte, um diese Genugtuung gebracht aber die vor fünf Jahren um ihr Glüd und ihren Frieden betrogenen Völker dürfen die Hoffnung auf die Revanche der Wilsonschen Ideale um so mehr hegen, als das wieder erwachende amerikanische Gewissen nicht mehr von Lloyd George gehemmt, sondern von Macdonald gefördert wird. Ehrung des Toten. London, 4. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Bie aus Washington gemeldet wird, hat Präsident Cooligde anläßlich des Tabes Bilsons eine Profiamation erlassen, in der er ein Be. gräbnis auf Staatsfosten mit militärischen Ehren an ordnet. ends sed Macdonald hat an Frau Wilson sowie an die amerikanische Nation Sympathietelegramme abgesandt, in denen er erflärt, daß das ganze englische Volt den Tod Wilsons als einen eigenen Trauerfall empfindet. Auch Lloyd George erläßt eine Rund gebung, die mit den Worten schließt: Sein Leben und sein Tod bilden eine jener Tragödien, mit denen jedes Ringen um die Ideale verknüpft sind, die die Menschheit unsterblich machen. Wilsons Name wird ewig fortleben." Die Erzbergermorder in Ungarn. Antrag auf Auslieferung? Das Auswärtige Umt in Berlin erhielt vor wenigen Tagen die Mitteilung, daß die Erzberger mörder Schulz und Tilteffen sich auf einem landwirtschaftlichen Gut in Ungarn befinden. Die Feststellung ihres Aufenthalts war möglich, nachdem in Bayern Hitler eine Niederlage erlitt und im Zusammenhang hiermit auch die Auflösung der weißen Banden" in Ungarn erfolgte. Die Reichsregierung hat auf Grund der ihr gemachten Mitteilungen das ungarische Kabinett durch ihren Gesandten in Bedapest bitten laffen, die Erzberger- Mörder zu verhaften, und gleichzeitig mitgeteilt, daß fie fofort das gejehliche Auslieferungsbe gehren einleiten werde. Es ist anzunehmen, daß Schulz und Tillefsen inzwischen in feftem Gewahrsam genommen worden find, obwohl in der Umgebung des Reichsverwefers Horthy bisher noch gewisse Widerstände gegen die Berhaftung zu überwinden waren. Jedenfalls nimmt man in Berliner amflichen Stellen an, daß die ungarische Regierung die Mörder Erzbergers wenigftens jetzt im Intereffe der guten Beziehungen beider Länder nicht nur festhält, fondern auch ausliefert. Eine Berliner Lokalforrespondenz meldet über den Fall noch: land fchon seit langem die Gewißheit hatte, daß Schulz und Wie wir erfahren, ist es richtig, daß, nachdem man in Deutsch Tillefsen nach Ungarn geflüchtet waren, der deutsche Gesandte in Budapest, Graf Belczet, por einiger Zeit nunmehr den genannten Aufenthaltsort der Erzberger- Mörder in Erfahrung gebracht hat. Auf seine entsprechende Mitteilung an die deutschen Behörden hat daraufhin der Oberreigsanwalt auf Grund des bestehenden ungarischen Behörden die Festnahme der Mörder zu beantragen. Haftbefehls an das Auswärtige Amt das Ersuchen gerichtet, bei den Auf diplomatischem Wege ist dieser Schritt auch erfolgt. Bisher fehlt aber jegliche Nachricht darüber, ob die ungarischen Be hörden dem Ersuchen der deutschen Regierung stattgegeben und Schulz und Tilleffen festgenommen haben. Erst wenn diese Ber haftung erfolgt sein sollte, fönnte von der deutschen Regierung ein Auslieferungsantrag gestellt werden. sep usement hat sich eine Information der Reichsregierung, nady der die Mörder Nach einer nicht sehr tlaren Meldung der B. 3. am Mittag fich in Budapest aufhalten sollten, als nicht richtig erwiesen Im Augenblid fänden in Verbindung mit der ungarischen Polizei Nachforschungen nach einer anderen Richtung ftatt. Linker Wahlblock in Frankreich. Eozialistischen Barteitages bildete am Sonnabend eine progromna. Baris, 3. Hetruar.( Eigener Drahtbericht.) Den Höhepunkt des tische Rede Leon Blums, deren Klarheit im Aufbau und deren Ueberzeugungskraft in dem Glaubensbekenntnis zu dem sozialistischen Gedanken den Parteitag zu stürmischen Ovationen hinriß. Partei in erster Linie Dienerin des Proletariats fei. Sic habe in Blum führte aus, der Parteitag dürfe nicht vergessen, daß die Tours das Gelöbnis abgelegt, die fozialistische Lehre unverfälscht zu erhalten und den späteren Geschlechtern vollkommen und rein zu überliefern. Bon biefem Gesichtspunkt aus müffe die Frage der Wahltoftik behandelt werden, und deshalb könne von der Auf ftellung eines gemeinsamen Brogramms mit anderen Parteien jenigen Nachbargruppen, mit denen fie faftisch zusammengehe, genicht die Rede sein. Das bedeute nicht, daß die Partei von den In ber Trauerbotschaft Macdonalds an das amerikanische Bolt felbit fönne nur mit ihrem eigenen Brogramm zu den Wahlen wiffe Garantien verlangen müffe, aber die Sozialistische Bartei heißt es Wilson hatte eine schöne Bifion der Bernunft und der gehen ein Kartell mit anderen Barteien dürfe nur da ins Auge ge Beisheit, die Europa zum Frieden und zur Sicherheit führen follten. faßt werden, wo Aussicht sei, dem Notionalen Blod Mandate Sein Ziel war das höchste auf Erden, vielleicht sogar zu hoch, au entoeißen; in allen anberen Fällen würde das unmoralisch sein. and er ist vor feiner Berwirklichung dahingegangen. Aber das, was für die Tattit a ach den Wahlen gebe es zwei Möglichkeiten: ent. er geschaffen, ist nicht verloren, und in späteren Zeiten werden in der allein die verschiedenen bürgerlichen Elemente den Ausschlag weder der Nationale Blod werde durch eine andere Mehrheit erfekt, die Bölker auf ihn und auf sein Witten zurückblicken, und ein dant- geben, in diesem Falle sei die Haltung der Sozialistischen Bartei bares Urteil wird ihnen unt so leichter fallen, als fie in ihm einen tar vorgezedynet: volle Unabhänggfeit in der Opposition. Gehe der großen Pioniere der Welt ertennen werden. ober aus den Wahlen eine ausgesprochene Mehrheit der inten hervor, so tönnte fie auf die Mitarbeit der Sozialistischen Partei in dem Maße rechnen, als dies der Berwirklichung des sozialistischen In Mainz ist das Kreisamt von den Separatisten geräumt Programms förderlich fei. Die Frage einer Beteiligung der Partei an der Regierung sei außerordentlich delikater Natur. Blum ver morden. Die Laufikoff- Theorie. Bon Hans Bauer. Manchesmal blättere ich im„ Kladderadatsch", einem Bigblatt, das mit gottgewollter Langweiligkeit rebigiert wird. Neulich fand ich darin eine sogenannte fatirische Illustration zu dem franzöfifch. tschechischen Bündnis: Ein dreckiger Kerl liegt der Marianne im Arm. Dieser dreckige Kerl soll ben tschechischen Außenminister Benesch vorstellen. Und dieser Benesch fagt zur Marianne: Laus meiniges, Laus deiniges. Es wäre vielleicht ein Wort darüber zu verlieren, daß Herr Benesch, der in der ganzen Welt als einer der feinsten und gehidteften Diplomaten Europas gilt, unzutreffender gar nicht charakterisiert werden kann als dadurch, daß man ihn als Rülps hinmalt, aber es ist schließlich nicht ber Rede mert, fich über die Geiftlosigkeiten eines Bigblattes aufzuhalten. Symptomatisch indessen ist der Begleittert. Laus meiniges, Laus deiniges: das ist nicht nur ein gelegent licher Ueberfluß an Geistesmangel, das ist die lebendige Bissen schaft des deutschen Spießbürgers über den Süden und Often Europas. Der Süden und Often hat Läufe. Wer sich mit ihm einläßt, friegt sie auch. Während des Krieges mar der Ruffe schlechthin ein Herr Laufitoff. Er foff und juckte sich. Das war fein Dafein. Auch der Süden jäuft und juckt sich. Serbien, Rumänien, Jugoslawien, Tschecho flowakei: Eigentlich gehört ja auch Bulgarien dazu, aber da das während des Krieges mit Deutschland gegangen ist, darf es eine Ausnahme von der allgemeinen Juckerei machen. Und eigentlich gehören ja die Tschechoslowakei und Jugoslawien nicht dazu, da diese Länder seit dem Kriegsende aber nicht mehr zu Deutschland hallen, gehören sie doch dazu. " Hypnose- Verbrechen. Ein hypnotisches Berbrechen, das in Potsdam non einem Privatgelehrten Achilles an einem jungen Mann begangen fein foll, bejprochene Frage zur Erörterung, inwieweit es überhaupt möglich erregt die allgemeine Aufmertfomfeit und stellt die schon lo viel ist, die Hypnose zur Anstiftung zu Verbrechen zu mißbrauchen. Es gibt Gelehrte, die diese Möglichkeit überhaupt ablehnen, andere wieder halten fie für sehr wahrscheinlich und glauben, daß hypno tische Beeinflussung bei Verbrechen sehr viel häufiger vorkommt, als man annimmt. nies auf die Labour Party, die zwar die Regierung Eibe, aber ben bestehenden Zustand nicht umstoßen fönne. Falls die Sozialistische Partei in Frankreich eines Toges ähnlich wie in England über die erforderliche Anzahl von Mandaten verfügen werde, dann werde fie, gleichwiel, welches Risiko sie dabei laufe, fi unter feinen Umständen Berbrechen am Proletariat begangen worden. Wenn dieses eisig der Berantwortung entziehen dürfen. In Tours fei ein schweres geblieben wäre, dann hätte es in drei Monaten in der gleichen. Situation fein tönnen wie heute die englische Arbeiterpartei. Sa aber fönne man in den Wahlen nur auf Zeilerfolge hof fen. Blum fchloß mit der Aufforderung zu einem flaren und un zweideutigen Beschluß des Kongresses in der Frage der Bahltaftit Der Beschluß. Marseille hat in seiner geftrigen Bormittagsfizung eine Erflärung angenommen, in der es im wesentlichen heißt: Die feit 1919, ins Paris, 4. Februar.( WTB.) Der jozialdemokratische Parteitag in besondere feit der Ruhrbesetzung von der Mehrheit und den Regie unvermeidlichen Konsequenzen zu entwickeln. Sie bedrohe in Frank. rungen des Nationalen Biods betriebene Politit sei im Begriff, ihre reich die Existenzbedingungen der Arbeiterklaffe durch das Sinken der Währung, fie gefährde in ganz Europa ihre Arbeitsbedingungen, fie fetze den Weltfrieden der Gefahr neuer Rata strophen aus. Das franzöfifche Wahlgefeß mache einen neuen Sieg des Nationalen Blods möglich, wenn die Oppositionsparteien isoliert der reaktionären Koalition gegenübertreten follten. Die Bartei sei dementsprechend zu der Auffassung gekommen, baß die Möglichkeit von Bahlbündnissen ins Auge gefaßt werden müsse, aber diese Bündnisse werde die sozialistische Partei als politische Ausdrucksform des Proletariats, das für seine restlose Emanzipation fämpfe, unter voller Wahrung ihrer Eigenart eins der Parteiverfassung zugrunde liegenden Einheistpaft bestimmten treten, unter Erhaltung ihrer Doktrin und der durch die nationalen und internationalen fczialistischen Kongresse und durch den Grundfäge. Die Bartei laffe vorübergehende Ausnah men von ihrer überlieferten Taftit zu, aber sie sei dabei fest entschloffen und vertraue darauf, daß diefe Ausnahmen weder bei irgendeinem ihrer Mitglieder eine Schwachung des Klaffenbewußt feins zur Folge haben oder entschuldigen konnten, noch daß die Parteimitglieder das ständige Biel der sozialistischen Aktion aus den Augen verlören, das über die politischen Kämpfe des Augenblics hinweg darin bestehe, die Arbeiter zur schließlichen Befreiung zu Lokalvertände, fammenzufossen und zu organisieren. Die Bartei ermächtige also die 2 Ihre Anstrengungen mit denjenigen der Bertreter anderer poliLie Wahlbür.dniffe dürften jedoch nur in solchen Departements und tischer Partelen gegen jeden nationalen Blod zu vereinigen. Wahlfreifen geschlossen werden, wo fie einer flaren und greifbaren Notwendig feit entsprächen. Die lokalen Bereinigungen hätten dementsprechend gewissenhaft zu prüfen, welche Garantien fchlüffe über die Wahltaltik wurden einstimmig gefaßt. Renaudel ihnen diejenigen böten, mit denen fie derartige Bündnisse eingingen. Der Kongreß ist Sonntag abend zu Ende gegangen. Die Bes verlas sodann einen Appell an das französische Bolt, der eine Analyse der Politik des Nationalen Blods und feine Kritit darstellt. Der Rongreß bestimmte dann, daß Leon Blum und Lone tehmen Ferner wählte der Kongreß Brade und Longuet zu Ber guet wieder die Beitung des Borteiorgans Le Populaire" über tretern der sozialistischen Partei im Bureau der Internationale: Der Kongres protestierte weiter gegen die franzöfifche Politit in der Schweizer Freizonenfrage. Er beschloß dann einstimmig, sein Beileid zum Tode Benins auszusprechen und die Sowjetregierung aufzufortun, damit die franzöfifche fozialistische Partei sich rückhaltlos Bern, ihren Berfolgungen russischer Sozialisten Einhalt 31 für die Anerkennung der Sowjetregierung einsehen könne. Paris, 3. Februar.( WTB.) Die rabitate und die fozia. istih raditale Bartei treten am Mittwoch, den 6. Februar, in Baris zum sogenannten„ Kleinen Kongreß zusammen auf deſſen Tagesordnung Die Frage der Bahitoalition steht. die Bildung eines Rartells fämtticher Linksparteien Herriot hat gestern eine Rede in Rimes gehalten, in der er forderte. Er erklärte, die Radikalen und Sozialistischradikalen und fämtliche Republikaner müßten sich zur Verteidigung der Republit zusammenschließen. Der meritanische Gegenpräsident Huertha foll in Beracruz ge tötet worden fein. Die Kraft des Willens zum Leben. Ein ergreifendes Beispiel für die Willenstraft des Menschen, dem Tod zu widerstehen, bot ein Stranfer in einem Londoner Hofpital, der por mehr als 6 Wochen bort, mit einem unheilbaren Leiden behaftet, schon fast sterbend ein goben dem Patienten höchstens noch eine Woche zum Leben. Als geliefert wurde. Eine Operation erschien aussichtslos, und die Aerzte man ihm fagte, daß er bald sterben müsse, drückte er das lebhafte Berlangen aus, noch einmal feinen jüngsten Sohn zu sehen, der nach Austrolien ausgewandert war. Sohn abgefandt, und mit dem Kabel fam die Antwort, daß er sich Es wurde ein Telegramm an den ons Bett bringen, auf der er den Weg perfolgte, den fein. Junge fefort auf den Weg gemacht habe. Der Totfrante ließ sich eine Karte erreicht haben fonnte, und blidte fehnsüchtig nach diesem Bunkt der zurüdlegte. Jeden Tag beobachtete er die Station, die er gerade Karte, Ein Lächeln ging üter feine Züge, menn er feststellte, daß die Strede immer fürger wurde. So vergingen Woche um Boche. Der Kranfe fchien nur noch in diesem einen Gedanken zu leben, und Die Aerzte erflärten, deß allein fein starker Bille, den Eohn noh Dampfer in Southampton anlegte, ermachten feine Lebensgeifter gu einmal zu fehen, den Tod fernhalte. An dem Tage, an dem Ser Armen Tag, ba bot der Bater das Bild unschlosen Glückes. Eine einer erstaunlichen Frische, und als der sehnlich Erwortete in feinen Stunde nach dem Wiedersehen verschieb er still und friedlich. In feinen bei Felig Meiner in Leipzig erschienenen Werf Bon mit, die zweifellos durch Hypnose ausgelöst wurden, und fommt zu den überfinnlichen Dingen" teilt Eberhard Buchner einige Berbrechen dem Schluß:„ Eine hypnotische Suggestion fann durch Auto fuggeftianen des Schlafenden aufgehoben werden. Einer verbreche rischen Suggestion werden in den meisten Fällen bei Nichtverbrechern erhebliche Autofuggeftionen im Wege stehen, aber es wird nerfehrt fein, aus dem Stärfegrad dieser Autosuggestionen ohne weiteres Rüdschlüsse auf den Charakter zu ziehen. Es scheinen hier vielmehr zufprechen. Es fommi dazu, daß diese Autofuggeftionen dadurch noch andere, bisher noch nicht genügend gewürdigte Momente mit ganz oder teilmeise um ihre Wirkung gebracht werden fönnen, daß die verbrecherische Suggestion durch irgendwelche fingierte Begrün dung in ein anderes Licht gerüdt wird. Es ist also durchaus dent. bar, daß ein reiner, tugendhafter Mensch unter hypnotischem Zwang Meer ist ein schwieriges Unternehmen, das aber seit einiger Zeit Entvölkerung der Nordjee. Eine Bolkszählung der Fischhe im ein fcheußliches Verbrechen begeht. Eine weitere Chance für den von den Fischereifachverständigen Englands in dem weiten Gebiet fich des Hypnotismus bedienenden Berbrecher geht dahin, von dem ber Doggerbant auf einer Strede von 400 Kilometern von hypnotischen Schläfer Geheimnisse zu erfahren, die ihm der Wachende Nordosten nach Südwesten und von 250 Kilometern von Norden niemals offenberen würde, denn der Hypnotifierte gibt sich in der nach Süden ausgeführt wird. Etwa eine Woche lang werden mehfo romantisch er vielen flingen mag, häufiger vorkommen als der Regel mit hemmungsloser Wahrhaftigkeit. Dieser lettere Fall wird, rere hundert Proben von dem Material des Meeresgrundes genomerste, zumal sich der Berbrecher wenigstens einigermaßen auf die und Zählung unterworfen. Frühere folche„ Volkszählungen“ zeig men, und dieses Material wird dann der eingehendsten Sortierung Amnesie, d. h. Erinnerungslosigkeit, verlassen fann, die er seinem ten, daß auf einem Gebiet von etwa 1200 Quadratkilometern der Opfer anbefehlen wird. Klarheit über den Tatbestand wird in der Banf sich eine gewaltige Menge eines fleinen Weißfisches fand, der Regel erst durch eine neue Hypnose des Mediums, die die Erinnerung Spirula suptruncata" genannt wird. Dieser, Fisch ist die Hauptdes ersten hypnotischen Zustandes heraufbeschwört, erzielt werden nahrung der Schollen und Schellfische. Die ganze Bevoffee fönnen. Es wäre natürlich unrecht, die Gefahren der Hypnoje rung der Doggerbank wurde auf 4 680 000 Millionen Junge und zum Kinderschreck aufbauschen zu wollen, aber sie sollten doch auch 560 000 Millionen Erwachsene geschätzt. Das Gesamtgewicht der nicht auf die leichte Achief genommen werden. jungen und ausgewachsenen Spirulae betrug nach diesen Angaben worden, wie der Fall des amerikanischen Pfarrers Carmichael belegten Beobachtungen haben nun ergeben, daß an den Stellen, an Verbrechen sind schon zweifellos in der Hypnose begangen 19 000 Tonnen. 15 000 Tonnen davon waren Jungfische Die denen der Fisch früher so zahlreich war, jezt nur noch wenige hypnotisiert worden war und sich von diesem Einfluß durch die Er- Spirulae zu finden sind, und zwar alles ausgewachsene Tiere. Es morduna Brownings bereite. In Fort Smith beqing eine Familie gibt feine neue Aufzucht. Es fehlt also für die Schollen und Schell. Turner Selbstmord durch Vergiftung. Während Mutter und Tochter filche eine Nahrung von 13 000 Tonnen, und es ist daher mit einer starben, wurde der Bater wieder gesund und erflärte, er sei von Entoölterung dieses Teiles der Nordsee zu rechnen. einem gewissen Farrel zu der Tat und zur Abfaffung eines Tefta. ments gezwungen worden, in dem Farrel zum Erben des großen dürfte das Attentat af den Wiener Professor Wagner- Jauregg im Turnerfchen Bermögens eingefekt wurde. Noch in aller Erinnerung wurde, der einer Kinofchauspielerin Mia Osta die Tat auffuggerlerte, November 1920 fein, das von einem nonotifeur Senn inszeniert um den Profeffor von seiner Ungläubigkeit zu heilen. In den Zeitungen haben die Redakteure des Kladderadatsch" und dessen Leferintelligenz zwar allerhand Detailliertes über das tschechisch- französische Bündnis gelesen. Aber bitte schr: Wer wird fich denn mit Kleinkram befassen! Auf der Barte ätzender Satire stehend, durchschaut man das Beinert, arbeitet man aus dem Rohweift, der von dem Zimmermann Browning nach eigenen Angaben material die scharfen, Linien dés Charatteristischen heraus. Und diefes Charakteristische, dieses Wesen der Dinge find die Läufe. Der Ruß hat Läufe. der Serb hat Läufe, der Schlawat hat Läufe. Na, und was fann schon mit Leuten sein, die Läuse haben. Wer ist Schon der Außenminister eines Läufestaales! and Anit Während des Krieges waren wir als Barbaren gebrandmartt. Diefe Parole war eine Uebertreibung, und Berzerrung. Aber sie trug einen ganz fleinen Kern der Wahrheit in sich. Die Laufifoff Theorie ist dumm und albern und nur zum Lachen geeignet für die, die sie treffen foll. hung died an h Kontrareaffionär. Dies Bort erregt zunächst Anstok. Es iſt un gewohnt. Und so baben Seger und Korrettor in dem Sonntagsfeuilleton mit ironischer Betonung, gelagt werden, wie töright fontrareaktionär et Mangelnde Drganisation es durch das geläufigere tontrarevolutionar erfegt. Aber bem apoftropbierten. Staatsanwalt foll wirklich, wenn auch Hanbelt, wenn. Der Briefwechsel Macdonald- Poincaré. Paris, 4 Februar.( WTB.) Der Briefmechsel zwischen Ramsay Macdonald und Boincaré wird heute peröffentlicht. Das Schreiben Macdonalds an Boincaré fagt: Unsere beiden Länder haben Seite an Seite folche Zeiten ter Krise durchlebt und haben gemeinschaftlich solche Opfer gebracht, daß ich Ihnen in dem Augenblid, in bem ich die Regierung übernehme, einen persönlichen Brief übermittle, nicht nur um Sie von dem Wechsel des Ministeriums zu unterrichten, sondern auch um Ihnen meine Grüße und meine guten Wünsche zu übermitteln. Es ist mir unangenehm, fo viele unerledigte Fragen vorzufinden, die unsere Sorgen und Befürchtungen ermeden, und ich versichere Gie, taß es meine tägliche Gorge sein wird, dazu mitzuhelfen, fie zu unserem gemeinsamen Rußen zu regeln. Sie haben Ihre öffent liche Meinung, ich habe die meinige Sie haben Ihre nationalen Interessen sicherzustellen und zu verteidigen, und ich die meini gen Manchmal, auf den ersten Blid, könnten sie in Widerspruch miteinander zu stehen scheinen, aber ich bin sicher, daß diefe Konflikte durch eine äußerste Anstrengung guten Willens ge: regelt werden fönnen und daß es möglich sein wird, politische Mittel zu finden, die es Frankreich und Großbritannien gestatten werden, das, freundschaftliche Zusammenwirken untereinander aufrecht 3uerhalten. Wir fönnen offen fein und ohne Feindfeligkeit die Interessen unserer Länder verteidigen. Auf diese Meise wird die Berständigung viel mehr fein als ein. ort, und Frankreich und Großbritannien tönnen zusammengehen, um den Frieden und die Sicherheit Europas aufzurichten. Ich bitte Sie, die Versicherung usw.. Ramsay Macdonald. Die Antwort Poincarés lautet: Ich bin sehr gerührt von dem fiebenswürdigen Briefe, mit dem Sie mir die Uebernahme Ihres Amtes mitzuteilen die Güte hatten und in dem Sie mir perförlich Ihre Grüße entboten haben. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß Ihre Bemühungen um das Bohi Ihres Baterlandes non Erfolg gefront fein werden. Die Bande, die unsere beiden Länder miteinander verknüpfen, die Sie uns ins Gebächtnis rufen, sind mit gemeinsamen Brüfungen und Opfern geschlungen morden. Die Erinnerung an jene Zeiten, deffen fönnen Sie sicher sein, wird mir wie Ihnen unaufhörlich gegen märtig fein. Damit habe ich bereits ausgesprochen, daß auch ich Tebhaft bedoute, daß mehrere für unsere beiden Länder wichtige Fragen noch nicht geregelt fint. Wie Sie, so werde auch ich mein Möglichstes tun, um fie gemeinsam mit Ihnen und zu unserem beiderseitigen Nutzen zu lösen. Wenn wir beiderseits auf unsere öffentliche Meinung Rücksicht nehmen müssen, wenn mir beide unfere nationalen Interessen zu schühen haben, io habe ich das Vertrauen, daß mir, wenn wir jeder für unseren Teil bei der Regelung der etwa auftretenden Fragen mit der Entschieden. heit und dem guten Billen, von dem Sie gesprochen haben, vor. gehen, diese Lösungen gelingen werden, die dazu angetan find, zwischen Großbritannien und Frankreich die Bolitit der für unsere beiden Länder und für die Ruhe der Belt notwendigen 3u fammenarbeit aufrechtzuerhalten. Mein Freimut wird stets dem Jhrigen entsprechen, und menn ich die französischen Intereffen mit dem gleichen Eifer verteidigen werte wie Sie die englischen, so wird nichtsteftoweniger, deffen dürfen Sie sicher sein, niemals etwas die herzlichkeit meiner Empfindungen beeinträchtigen. Es ist nicht möglich, daß wir, wenn mir beiderseits von derartigen Empfindungen beseelt find, die Entente nicht mieter effettin gestalten, und daß es uns nicht gelingt, ihr die Früchte abzugewinnen, die fie tragen fann und muß, wenn Europa endlich den Frieden, die Sicherheit und die Freiheit Der Arbeit wiederfinden foll Empfangen Sie ufw. " Boincaré. Ein schönes Liebeswerk. bürgermeister Böß als bem Borfizenden des Bersicherungsamtes unterzeichnete Berfügung zugegangen die den Standpunkt vertritt, Rot öffnet die Hände. öffnet sie nicht nur den Bedrängten, die daß der alte Vertrag so lange weiterbesteht, bis nähere Bereinba um Hilfe bitten müssen, sondern jetzt mehr und mehr auch den Glid rungen getroffen find. Da bei der vom Versicherungsamt anbe lichen, die noch Hilfe zu gewähren vermögen. In Schöneberg raumten Besprechung zwischen Kaffenvertretern und Aerztevertretern haben 25 Vorsteher der Wohlfahrtskommissionen in die Kassenvertreter nicht erschienen waren, ersucht nun das Bersiche der Erkenntnis, daß ihren aus den unzulänglichen Mitteln der Gerungsamt die einzelnen Krankentassen bis zum 5. Februar um Mits meinde unterſtüßten Bileglingen eine Beihilfe von privater fab fie berett find, ben offenärzte Behandlung teilung, ob Seite sehr willkommen und dringend nötig wäre, rasch entschloffen und tatkräftig eine Spenden fammlung ins Bert gefeht. Und es ist ihnen gelungen, fapiel Gebewillige zu finden, daß fie am geftrigen Sonntag im neuen Rathaus 400 BiLeg linge beschanten tonnten. bis ihrer Mitglieder wieder zu übertragen, Eine Nicht. beantwortung foll als Beigerung aufgefaßt werden, die nach Ansicht des Versicherungsamtes eine Bermeigerung der den Raffenvorständen obliegenden Geschäfte bedeutet, so daß das Bersicherungsamt die Geschäfte durch Beauftragte auf Kosten der Rasen regeln laffent würde. Trauer im 300. Der Berliner Zoologische Garten meldet einen Todesfall, der eitrigen Erfrantung der Zehen des linten Fukes zugrunde bei seinen Freunden lebhafte Teilnahme meden wird. Das afrifa. nifche Elefantenweibchen Mary ist an den Folgen einer gegangen. Mary hatte ein Alter von 40 Jahren erreicht, von fte schon in Boses Affentheater fennengelernt, in dem sie benen fie 35 im Berliner Roo zugebracht hat. Aeltere Berliner haben bort als Dreiradfahrerin und hat nachher auch noch im 300 vor ihrer Uebersiedlung in den 300 mitwirfte. Sie produzierte fich heitert. in den ersten Jahren die Besucher manchmal durch ihre Kunst erBierhundert Hilfsbedürftige jaßen hier in der schönen Branden burg- Halle an langen Tischen beieinander, hauptsächlich alte und fränfliche Leute, darunter Greise und Greifinnen, die über das fiebzigste, über das achtzigste Lebensjahr hinaus waren, in ihrer Die Schwächlichen wurden teils durch Angehörige zum Rathaus Mitte als Beltefte ein ehrwürdiges Mütterchen von 94 Jahren. geführt, teils durch Wohlfahrtspflegerinnen aus ihren Wohnungen abgeholt, und Mitglieder des Arbeiter- Samariter- Bundes beteilig ten sich an dieser Hilfeleistung. Kranfe und Gelähmte wurden in Rollstühlen herangefahren, sogar Autos wurden genommen, um auch den Schwächlichsten die Teilnahme an der im Rathaus statt sehr bekannte Automobilfirma zur unentgeltlichen Hergabe einiger findenden Feier zu ermöglichen. Der Versuch, eine in Schöneberg Bersonenautos zu peranlassen, war erfolglos geblieben. Aber Badermeister, Materialmarenhändler und an Eine Morgenfeier proletarischer Jugend, bor einigen Wochen verboten, dere Geschäftsleute hatten Brot, Kuchen und Lebensmittel fanb nunmehr im Groken Schauspielhaus ftati. Ursprünglich ging es un aller Art gespendet, und von anderen Wohltätern mar Geld zum die Uraufführung von Wittfogels Waffenitihd Die Mutter" Am Sonntag Anlauf weiterer Waren gegeben worden. In der Brandenburgwurde eine Leninfeier und noch was anderes daraus. Und die es andere war eine schlimme und ganz gemeine Drob- und Brandrede eintes, ber fich Halle wurden die Gäfte mit Kaffee und Kuchen, der in ansehnlichen jugendlich geben wollte, aber nichts anderes war als ein Sowjetapostel. Bergen vor ihnen aufgehäuft war, reichlich bewirtet. Dann ging m Anschluß daran die trostlose Stammelei eines literarischen Brimaners: es hinein in den Bürgersaal, wo ihnen ein schönes Konzert ge Die Mutter Naturalistische Gespräche vor einer Gefängnismauer obne boten würde. Eine aus dreißig Mitgliedern des Deutsch en bramatisches Leben. Der große Theaterraum war spärlich befezt nicht Musikerverbandes zusammengestellte Kapelle, der Schöne wenig Jugendliche werden zum ersten und zum legtenmal bagewesen sein. berger Männerchor Freundschaft"( Mitglied des Ar. beiter- Sänger- Bundes) und mehrere Einzelpersonen( Fräulein Eisenbahnkatastrophe in Amerita. In Fortville( Staat InNora 3epler, Frau Schneider und Dr. Levy mit Rezidiana) stießen zwei elektrische Züge zusammen, wobei 17 Personen tationen, Fräulein Korach. Fräulein Fischer mit Liedern, getötet wurden. Fräulein Brämer mit Klavierspiel) hatten sich völlig unentgelt lich zur Mitwirkung bereiterflärt, um durch ihre Kunst die Pfleglinge der Wohlfahrtskommiffionen zu erfreuen. In Ansprachen pon Woh'fahrtskommiffionsvorstehern wurde den Spendern der Lebensmittel und der tünstlerischen Gemüse herzlich gebantt. Zum Schluß kam die Berteilung der Lebensmittel, der Tüten mit Mehl, Grieß. Reis, Erbien, Bohnen, Zuder, Ratan ufm., der Pafete mit Fett, Margarine, Büchsenfleisch, auch der Brifetts, die gespendet worden waren. Die Beschenkten schleppten in Taschen, Körben, Rudfäden die Gaben nach Hause, unterstützt von Angehörigen, Pflegerinnen und Samaritern, geführt und gefahren, wieder unter Heranziehung auch von Autos. An dem schönen Biebeswerf, das hier zustande gebracht worden war, hatten sich leider einige Wohlfahrtskommission storsteher Schönebergs nicht be teiligt, fo daß ihre Pfleglinge bei der Beranstaltung fehlten und unbeschenft blieben.. Großer Giftdiebstahl. 85 Silogramm Diazethyl- Morphium gestohlen. Ein großer Giftdiebstahl beschäftigt die Berlingt Kriminalpolizei. Eine chemisch pharmazeutische Fabrit hatte in einem verschloffenen Sonderraum ihres Lagers brei Roffer stehen, die nach China und Japan auf ordnungsmäßigem Wege ausgeführt Man sieht an dem Zert wieder einmal, was die ganze Borher werden sollten. Jeder Koffer enthielt zwei Kanister, große Blechbüchsen, mit je 21 Kilogramm Diazethyl- Morphium. Es jagerei wert ist: weder hat Macdonald, was auch taftlos gewesen ist das ein schweres Gift, daß in einer Menge von 85 Kilogramm, märe, schon in dem Einleitungsbrief zu den Beziehungen bestimmte die gestohlen wurden, ausreichen mürbe, unzählige Menschen zu ver. Ferderungen in der Rhein und Ruhrfrage aufgefteft, noch hat nichten, Noch unbekannte Berbrecher drangen mit Nachschlüffeln Boincaré fie abgelehnt. Bezeidmend ist aber, daß Macdonald nichts oder Dietrichen in die Fabrit, und Lagerräume und anch in den nom gemeinsamen Krieg und Friedenstiftat fagt und dadurch auch Sonderraum ein. Hier erbrachen fie zwei von den drei Roffern Boincaré um die Möglichkeit bringt, in die fafort greifbar" band stahlen die vier Kanifter, die fie enthielten. Augenscheinlich hatten sie es nur auf dieses Gift abgesehen, weil sie fonft nichts anliegende Trompete zu blasen. gerührt haben. Der Einbruch ist nach den Feststellungen am Sonnabend nachmittag zwischen 4 und 9 Uhr ausgeführt worden. Eine Lagerverwalterin schloß um 4 Uhr alle Räume ab, als fie als legte den Betrieb verließ. Um 9 Uhr abends trat der Nachtwächter feinen Dienst an und fand alles verschlossen. Zur Kontrolle öffnete er die Räume und sah auch in den Sonderraum hinein. Er nahm wohl war, daß aus zwei Koffern die Schlaufen oben heraushingen, dachte fich aber dabei nichts und unterließ es, auch nach dem Inhalt zu sehen. So wurde der Diebstahl erst später Mitteilungen zur Aufklärung find an Kriminalkommissar Quos im Zimmer 96 des Polizeipräsidiums zu richten. Die Blech. büchsen find 47 mal 38 Zentimeter groß. Neuer französischer Pfalzdreh. Paris, 3. Februar.( Eigener Drahtbericht) Die französische Regierung hat in London einen neuen Borschlag zur Regelung der Pfalzaffäre unterbreiten lassen. Danach sollen in der Pfalz neue, aus einheimischen Beamten zusammengesetzte Berwaltungsorgane geschaffen werden, die direkt der Rheinlandtommission unterstellt und aus denen sowohl jedes separatistische wie nationalistische Element ausgeschlossen sein soll. Nach den hier vorliegenden Meldungen soll die englische Regierung verlauten laffen haben, daß fie bereit fei, auf diesen Borschlag einzugehen unter der Bedingung, daß 1. die deutsche Reichsregierung dagegen feine Ein. wendung erhebe daß es sich 2. nur um eine vor übergehende Maßnahme für die Dauer der Otfupation handle und daß 3. aus. drücklich die Pfelz als ein Teil des Reiches anerkannt werde, Freiwilliger Gehaltsabban britischer Minifter. Conbon, 4. Februar.( Eca.) Mocdonald, der als erster Schatzund Außenminister Anrecht auf ein Gehalt von 10 000 Bfund hat, will sich mit der Hälfte dieser Summe begnügen. Lord Sal. dane, dem als Lord- Kanzler ebenfalls 10 000 Pfund zustehen, erHärte, er molle nur 6000 Bfund. In unterrichteten Streifen nimmt mon an, daß noch andere Minister petuniäre Opfer bringen werden. General Wrangel ausgewiesen. Nach einer Radiomeldung aus Belgrad ist General Wrangel, der Führer der russischen Meißen Armee, und fein Generalstab zum Berlassen des füdslar ilchen Bodens aufgefordert worden. Diese Maßnahme erfolgte auf Grund von amtlichen Berichten, wonach russische Emigranten, tie ihren Gintrift in die Armee Brangels verweigerten, von Brangels Offizieren mishandelt worden find. 1 holland. Gulden 1 belgiicher Frant 1 argent. Bap Berto 1 norwegische Strone Amtliche Devisenkurse. 4. Februar Geld Brief 2. Februar Geld Brief M= Millionen Mart, Tausend Mark. 1566075 M 1573925 M 1578045 M 1585955 M 1366575 M 1378425 M 1876550 M 1888450 M 172568 M 178482 M 175560 M 172440 M 565588 M 568417 M 367575 M 572422 M 688275 M 691725 M 685288 M 686707 M 1105280 M 1110770 M 1105230 M 1110770 M 104238 M 104760 M 101737 M 105263 M 1865325 M 1874675 M 1865825 M 1874876 M 18951000 M 18446000 M18714850 M 18-05650 M 4189500 M 4210500 M 4189500 M 4210500 M 194263 M 195287 M 198508 M 193497 M 461150 M 488775 M 491225 M 129820 M 134168 M 184830 M 538330 M 586653 M 539845 M 59900 T 122808 M 145112 T 185535 M 1 dänische Krone 1 ichwed. Krone. 1 finnische Mart 1 japan. Den 1 iltalienische Lira 1 Bfund Sterling 1 Dollar 1 franzöflicherrant 1 brafilian. Mitreis 1 ipaniiche Beieta 458850 M 126081 M 530670 M 1 öit Strone( abgeft.) 1 Schweizer Frank 1 tschechiche Strone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1jugoflaw Dinar. 186465 M 104139 M 59351 T 59649 T 596 0 T 120697 M 121303 M 122193 M 144888 T 145112 T 144888 T 29725 M 79375 M 29925 M 78777 M 30075 M 79023 M 185060 M entdeckt. Der Einbruch erinnert an einen großen Diebstahl verfa, ebener Gifte der vor Jahren in einem Berliner Hochschullaboratorium verübt wurde. Damals entledigte fich der Dieb seiner unheimlichen Beute, indem er sie in einem Batet auf einen Untergrundbahnhof liegen ließ. Gefahren für die Fachschule. Aus dem Schülerfreis der Berliner Gauß Schule( Linden traße) werden uns Klagen vorgetragen, die Beachtung verdienen. In den letzten Jahren hat das Fach- und Fortbildungsschulwesen Berlins, das durch den Krieg schwer geschädigt morden mar, infolge planmäßigen Aufbaues einen erfreulichen Neuaufschmung genommen. Diese Entwidlung wird jezt durch die Arbeitszeit verlängerung aufs neue bedroht. Es ist eine physische Un möglichkeit, an mehreren Abenden in der Woche nach neunstündiger anstrengender Arbeit noch vier Stunden in der Schule zu arbeiten. Man fann mit Recht sagen, daß die Arbeitszeitverlängerung bil dungsfeindlich wirkt. Dazu tommt die Schulgelderhöhung. Für die Monatsstunde wurden var dem Striege 23 Bi gefordert, feit. Januar. 1924 find bereits 30 Pf. erreicht. Der Stadttämmerer hat eine weitere fehr beträchtliche Erhöhung gefordert, bie den Brotest der Schülerschaft hervorruft. Das Schulgeld bedeutet schon für den Bollarbeiter eine starte Belastung. Wie follen die Kurzarbeiter oder gar die Arbeitslosen, diese Ausgabe aufbringen? Im Gegenfaiz zu der Erhöhung des Schulgeldes steht die Herabdrudung der Lehrervergütung. Die nebenamtlich beschäftigten Fach Schullehrer erhielten vor dem Kriege pro Unterrichtsstunde bis 5 m, jetzt aber erhalten fie 75. Pf. Das ist ein Abban, den man faum noch überbieten tann. Gerade die Lehrer im Nebenamt, die in der Praxis fstehen und mit jeder neuen Entwicklung, der Technit vertraut find, werden von den Schülern besonders gefchäßt. Die Schülerschaft fürchtet den Berlust dieser Lehrer infolge zu geringer Bezahlung. Das Versicherungsamt Berlin gegen die Krankenkaffen. Der Aerzteftreit gegen die Kranfenfaffen, durch ben die Burüdnahme der Reichsverordnung vom 30. Oftober 1923 erzwun gen werden sollte, hat mit einem 3 ufammenbruch geendet. Mit bem Angebot der Aerzte, ihre Arbeit bei den Kaffen zu ben Bedin gungen des alten( von ihnen gebrochenen) Bertrages mieber auf. zunehmen. wollten die Keffenvorstände einstweilen einverstanden fein, aber nur unter den Bedingungen, daß die Kosten der von ben Raffen. infolge des Streits geschaffenen Einrichtungen aus dem an die Aerzteorganisation zu zahlenden Honorarpauschale gedeckt und der inzwischen abgefdloffene Bertrag mit dem neuen Berliner Kaffenarztverein anerkannt wird. Den aus dem Streit zu bei Roffen zurüctehrenden Aerzten, die von der Aussicht, unter folchen Bedingungen die Arbeit wiederaufnehmen zu follen, begreiflicher 29875 M meile nicht erbaut find, tommt jest bas Bersicherungs. 80125 Mamt Berlin zu Hilfe. Den Krantentajien ist eine vom Ober. SP Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Areis Charlottenburg. Die für heute abend angefegte Gigung mit den Bürger. Deputierten fällt aus. Heute, Montag, den 4. Januar: Abt. 7 Uhr bei Spiegel, Aderftr. 1: Gigung aller in der Rommune ehrenamtlich tätigen Genoffen. Die Stadt- und Bezirksverordneten find ebenfalls eingelaben. Erscheinen Pflicht 24. Abt 7 Uhr Sigung der Funktionäre mit den Kreisvertretern bei Rösner, Jua nuelfirchstr. 25. 81. Abt. Friedenau. Sozialistisches Geminar, 8 Uhr, bei Klabe, Sandjernstr. 60/61. Gen. Wissell spricht fiber ,, Die Planwirtschaft". Morgen, Dienstag, den 5. Februar: 8. Wbt. 7 Uhr in der Baugemerfschule, Kurfürftenftr. 141( im Erfrischungsraum), Beamtenversammlung. Bortrag des Ministerialrats a. D. Faltenberg: Der. Eristenstampt der Beamtenschaft". 106. Abt. Johannisthal. 7 Uhr Gtzung des Abteilungsvorstandes mit jämtlichen Funktionären und den in der Roumune tätigen Genoffen bei Gobin, Roon ftraße 2 Funktionärausmeile fund zum Umtausch mitzubringen. 108. Abt. Aöpenid. 7%, Uhr Funtionärfigung im Jugendheim, Grünauer Str. 5. Simmer 1. Sport. Das Sechstagerennen. Die 2- Uhr- Kachtwertung am Sonnabend. Nach der 10 Uhr Nachtwertung am Sonnabenh gibt es mieder einige Borstöße, die aber nich's Befonderes bringen. Allmählich fest der Prämiensegen ein. Kaffee und Stafce- Ersatz, Radioapparate und Gelbpreise werden gewonnen. Und so ist nach und nach der Zeitpunkt der 14 Bertung( 2 Uhr nachts) herangerüdt Stebe liegt anfangs vorn und wird von Stellbring abgelöst, der zeigt, daß er noch immer der alte Europameister ist. Der erste Spurt ist sein Gewinn vor Stabe. Aber auch den dritten Spurt holt er fich noch. Den zweiten Spurt holt sich Lorenz, Don Tech mer hart bedrängt. Im vierten Spurt geht der sich in guter Scrm befindende Golle vor Lorenz durchs Ziel. Der Amerikaner Taylor und Struptat folgen. Den fünften Spurt stedt Hahn vor Stolz und Kohl ein Stellbrint belegt den vierten Blaz. Der Stand des Rennens ist somit der folgende: Lorenz- Galbom 186. Bauer- Kruptat 155, Techmer- Stellbrinf 81, Hahn- Zieg 76, Kaifer Taylor 49, Hanley- Camrence 34 und Wagner- Norenberg 8 Buntte. Eine Runde zurüd: Golle Kohl( 88 Punkte), Manthen. Stabe ( 18 Punkte), Neinas- Stolz( 15 Punkte). Vier Runden zurüd: HäuslerChrt( 3 Bunfte). Zurüdgelegt bis zur 101. Stunde( 2 hr nachts): 2744,350 Rilometer. Der erste große Vorstoß erfolgte gegen 4 Uhr früh. Lorenz Salbom und Bauer ruptat hielten das ganze Feld in Aufregung, wobei Reinas- Stolz eine meitere Runde und Häusler- Ohrt zwei Runden einbüßten. Nach einem ungefährlichen Maffensturz glätteten sich die Wogen der Erregung.. Die 3- Uhr- Rachmittagswertung # am Sonntag brachte hübsche Kämpfe. Im ersten Spurt geht Hanlen als erster durchs Ziel. Hahn folgt. Der zweite Spurt zeigt den blendend fahrenden Golie als Gieger vor Lorenz. Auch den vierten Spurt beansprucht er für sich. Und wieder ist Lorenz meiter... Im dritten Spurt fiegt Bauer gegen Hahn und im fünften Spurt Salbom vor Bauer. Im Laufe des Nachmittags gelang es der Mannschaft Häusler Ohrt eine Berluftrunde zu streichen. Die 15. Bertung hat somit folgenden Bunftstand zu verzeichnen: Borenz Salbom 199, BauerStruptat 165, Hahn- Tiek und Techmer- Stellbrint je 84 Bunkie, Kaiser. Taylor 52, Hanley- Lawrence 40 und Münzner- Rörenberg 8 Buntte. Eine Runde zurüd: Golle Rohl( 100 Buntte), Manthen Stabe ( 18 Bunfte); zwei Runden zurüd: Reinas- Salz( 15 Bunkte); vier Runden zurüd: Häusler- Ohrt( 3 Bunfte). Nach der 15. Wertung ( 3 Uhr nachmittags) waren 2996,040 Rilometer zurüdgelegt. Die 10- Uhr- Nachtwertung am Sonntag. T Jm ersten Spurt liegen Salbom, Stabe, Bauer und Hahn vorn. Cin fchärferes Tempo mird argeschlagen. Fast ohne Kampf gehen die Genannten in der angegebenen Reihenfolge durchs Ziel. Den zweiten Spurt gewinnt leicht Lorenz vor Kruptat. Der Amerikaner Taylor holt sich den dritten und Kaiser den vierten Spurt. Im fünften Spurt fiegt Hahn gegen Münzner. Der Stand des Rennens nach der 16. Wertung( 10 Uhr abends): Saldow Lorenz 210, Bauer- Kruptat 172, Hahn- Tiek 90, Techmer- Etellbrint 88, Raifer Taylor 64, Hanley- Lawrence 44, Münzner- Norenberg 11 Bunfte Eine Runde zurüd: Bolle Sohl( 102, Buntte), Manthey Stabe ( 21 Bunfte); zwei Runden zurüd: Neinas- Stolz( 15 Buntte); pier Runden zurüd: Häusler- Dhri( 3 Buntte). Surüdgelegt: 3223,645 Rilometer. 1 Die 2- Uhr- Nachtwertung. Nach der 2 Uhr Nachtwertung ist folgender Bunktstand zu verzeichnen: Lorenz Saidow 225, Bauer- Kruptat 183, Hahn- Tieß und Techmer- Stellbrint 96, Kaifer Taylor 68, Hanley. Bamrence 53, Münzner- Norenberg 11. Puntte. Eine Runde zurüd: Golfe- Rohl( 104 Bunfte), Manthey- Stabe( 24 Buntte); zwei Runden zurüd: Netnas Stoiz( 15 Buntte); brei Runden zurüd: HäuslerObrt( 3 Bunfte). Ein Barstoß erfolgt nach 3 Uhr nachts. Rohi bringt es fertig, etwa 40 Meter zu gewinnen. Er wird von Saldow. Bauer und Hahn Scharf verfolgt, Bald ist die Ruhe wieder einge. Münzner Norenberg fehrt. haben allerdings eine Runde verloren. Somit liegen nur noch sechs Mannschaften ohne Berluftrunden im Felbe. Die lette Stunde am heutigen benh mird die Entscheidung bringer 9 Gewerkschaftsbewegung Kurzarbeiterunterstützung anGewerkschaftsbeamte. Aus tem Reichsarbeitsministerium wird mitgeteilt: Eine Berliner Tageszeitung( bie D23. d. Red.) bringt unter Ner Ueberschrift Rorruption?" Ausführungen gegen die Su teilung von Aurzarbeiterunterstügung an gewerkschaftliche Beamte and erblickt darin eine gefeßwidrige Berwendung von Reichsmitteln für parteipolitische 3 wede Tatsache ist, daß in einigen Fällen auch für Gewerkschaftsper fonal Sturzarbeiterunterstügung gewährt worden ist. Das Reichs arbeitsministerium vertritt demgegenüber die Auf faffung, daß tie Bestimmungen über die Kurzarbeiterunterfügung an sich nur auf die Verhältnisse gewerblicher Be triebe zugeschnitten sind und hat sich in diefem Sinne mit den gewerffchaftlichen Spizenverbanden in Berbindung gesetzt. Auch nach deren übereinstimmender Auf faffung tann Kurzarbeiterunterftigung für Ceitendes Ber fonat gewertschaftlicher Organisationen nicht in Frage tom men Anders wird teilweise die Behandlung des rein te nischen Berfonals beurteilt. Ein bie Frage allgemein regelndes Rundschreiben des Reichsarbeitsministeriums steht bevor." Da Ginnes an der tollen Inflationsperiode nicht le gans un schuldig ist, hai fein Prophet zuallerleht Ursache, in fittlicher Ent rüftung zu machen, wed die Gemertschaften in der Bedrängnis, in die sie die Inflationsperiode gebracht hat, nachdem die Geldent mertung fie ihrer Bermögen beraubt hatte, für einige ihrer Angeftellten die paar Pfennige Kurzarbeiterunterstüßung in Anspruch nahmen. Nicht zu ihrer Bereicherung, sondern um ihnen die Hungerperiode etwas erträglicher zu machen, in die sie sich Hunderttausenden anrerer Arbeiter und Angestellten durch die Raffer und Devisen fchieber gedrängt wurden. fortgesetzten Gelbentwertung hatte auch der Bund sehr zu leiben. Der Opferfreubigkeit der Mitglieder und der aufopfernden Lätieteit ber Bundesfuntionäre ist es au banken, daß auch in geldlicher Be ziehung die fagungsgemäßen Bestimmungen durchgeführt und den tellungslosen Kollegen burdweg die Unterfügung gezahlt werden fonnten. Darüber hinaus. hat der Bund burch Gewährung beson berer Unterstügungen größte Hilfe geleistet. Der Kaffenbericht zeigte ebenfalls beutlich, daß die Orts. verwaltung bie Rrife überstanden hat. Bereits in den letzten drei Monaten bes verfioffenen Geschäftsjahres ist eine ständige Auf märtsbewegung fowohl in der Beitragsabführung wie auch in dem Anmachfen der zahlenden Mitglieber zu verzeichnen gewesen. In der anschließenden sehr fachlich geführten Distuffion wurde, trotzdem einige Kollegen in ihren Ausführungen herbe Stritit an der allgemeinen Tätigkeit der Gewerkschaften übten, die im pergangenen Jahr vom Ortsvorfand geleift te Arbelt- bantbar anertannt. Ginmütig tem bie Ansicht zum Ausdrud, für die Zukunft in jeber Hinsicht geeignete Berbereitungen zu treffen, um den tom menden Kämpfen gerüstet gegenüberzusehen. Aus diesem Grunde müffe auch in bezug auf zuführung von neuen Mitgliedern alles aufgeboten werden. Dem Ortsvorstand wurde gegen einige Stimmen Entlastung er teift. Eine von ihm vorgelegte Berwaltungsordnung, die allen eingehender Distuffion, mit Ausnahme eines Taragrahen, der zur 23ünfchen der Mitglieber weitgehend Rechnung trägt, murbe nach nodymaligen Durberatung bem neuen Drisvorstand überwiesen murde. angenommen. Hierauf wurden die Neuwahlen vorgenommen und Rogas als Geschäftsführer der Drisverwaltung bestätigt. Absplitterung in der Angestelltenbewegung. Was zu den ebenso gehässigen wie verleumderischen UnterBellungen des von Professor Dr Bensch geleiteten Blattes zu ( agen war, hat der Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewert. fchaftsbundes in Nr. 55 bes Vorwärts" an dieser Stelle bereits ausgeführt. Da die Kurzarbeit in den Gewerkschaften feit Bochen Im Herbst v. 3. hatte fich anfäßlich eines inneren Organisations. Behoben ist, hat eine nachträgliche Regelung nur mehr theoretische fontiftes eine Gruppe von Mitgliedern von der Ortsgruppe Berlin Bebeutung. Immerhin fehen wir mit einigem Intereffe, aber auch des Zentralverbandes der Angestellten fepariert und mit aller See enruhe der eingehenden Stellungnahme des Rechs eine Sonberorganisation, bie Greie Angestelltengewerkschaft". ge arbeitsministeriums in dieser Frage entgegen, weil die Gemert. gründet. Gegen Mitte November beauftragten die Borstände arbeitsministeriums in diefer Frage entgegen, weil die Gemert- bes ADCB, und des Af- Bundes ihre Mitglieber Biffell fchaften hier nichts zu verbergen und zu vertuschen haben. unb ufhaufer, bura Berhandlungen eine Bieberver einigung der abgesplitterten Gruppe mit Sem 3dA. herbeizuführen, obgleich eine Reihe peraufgegangener Einigungsverhandlungen berelis refultatios verlaufen war. Dabei famen die beiden Ber. mittler zu ber Auffaffung, daß eine Einigung in fürzester Zeit er. reichbar fein müßte, wenn es gelinge, die Berfonenfrage der beiben hauptomtlichen Berfigenden aus dem Kompler der Einigunga bedingungen herauszunehmen. Sie unterbreiteten deshalb beiden Barieien einen eigenen Einigungsvorschlag. Zur Wiederherstellung der Selbstverwaltung der Ortsgruppe Berlin sollte die losgelöste Gruppe on den Wahlen zur Bertreterversammlung des 3d am 12. Dezember v. 3. beteiligt werden und eine ihrer Mitgliederzahl entsprechende Zahl von Vertretern stellen. Um schließlich in der viel umstrittenen Berfonenfrage endlich eine Befriedigung der Orts gruppe zu ermöglichen wurde vorgeschlagen, daß bei der Neuwahl ber belben gelhäftsführenden Borsigenden eine gemeinsame Liste von zwei Kollegen aufgestellt merden sollte, Die Arbeitgeberverbänke haben die§§ 3 des Reichstarifvertrags bie diefes Amt bisher nicht befleidet hatten. Die bisherigen Inzum 12. bruer gekündigt, die die tägliche Arbeitsdauer haber der Aemter follten dem Hauptvorstand innerhalb des 332. und den Zeitlohn behandeln. Die Arbeitnehmerverbände ver- in anderer angemessener Etellung meiterbeschäftigt werden, wahrten sich gegen diese Ründigung in rechtlicher Beclehung. In- Vom Borand des 3. fennte im Verlaufe der Verhandlungen gwiffen fanben zentrale Berhandlungen statt. Die Berliner die Zustimmung zu dem gesamten Einigungsvcrschlag gewonnen Arbeitgeberverbände fortern unter Hinweis auf die zentralen Verwerben, obmohl damit weitgehende Sugeständnisse an bereits aushandlungen eine Neufassung der Bestimmungen des Bezirkstarifbertrages. Bill Stinnes, wollen die Herren der Schwerindustrie ein Tänzchen wagen, wir sind bereit, ihnen aufzuspielen. Bevorstehende Kämpfe im Baugewerbe. In der Generalversammlung der Baugewerkschaft Berlin des Deutschen Baugemertsbundes am 31. Januar erflärte Kollege Thöns unter Brftimmung der Ber'amm ung, daß die Berliner Bauarbeiter nicht baran benfen, tampf fos ben Achtstundentag preiszugeben. Vor allen Dingen fei es Bicht ber Solfegen, innerhalb der eigenen Organi fation ftrenge Diziplin zu wahren. Um ber Angriffstuft bez Unter nehmer erfolgreichen Widerstand zu leisten, fei es notwendig, die Finanzkraft bes Verbandes zu stärken. Die Angriffspläne ter Unternehmer müffen abgewehrt werden. Das wirb gel'ngen, wenn bie Arbeiterschaft einig ist unb feber einzelne bazu beiträci gefchloffene Mi glieder verbunden waren, während diese noch einzig mögliche Einigungsbafis von den Körperschaften der Freien Angestelltengemertfchaft" abgelehnt wurbe. Diese ftell ten bas unbillige Verlangen, ohne Rücksicht auf die Mitgliederzahlen, bie Hälfte aller Delegierten zur Bertreterversammlung zu stellen. Ebenfo fcheiterte der Borschlag zur Berständigung über die gemenfame Borschlagstifte für die beiden Vorsitzenden am Widerstand der.. Die von den Spizenporständen einoefekten Bermitiles fonnten natürlich bel allem guten Willen zur Einigung nicht die Hand bazu bieten, daß man statt eines Ausgleiches die in der überuigenden Mehrzahl im 3d2. verbliebenen Mitgliedfchaften in ber Delegiertenversammlung durch die vorher ausge idytebene Meine Mirberheit vergewaltigt werden sollte. So ist ouch biefer Teste Einigungsperfuch gescheitert Die Haltung der Führer in der Freien Ange elftengemertschaft ift um fo weniger zu verantworten, als feinerlei Richtungsstreit bes fieht und die Kommunisten dadurch vorübergehend, gewiß auch un Streites werden mußten. In der Distion murbe ellseitig betont, baß es rein felbftver fand ich fel, die Finanzen des Berbantes zu stärfen. Dem Bericht von der letzten Lohnverhandlung ist folgentes zu entnehmen: Auf Antrag ber Arbeitgeberverbände fanden am 24. Januar Berhand Eungen ftait, bie jaboch scheiterten, da die Unternehmer einen weirerdient zum Rugnießer jenes mehr oder weniger persönlichen teren Lohnebbau beantranten. Es erfotote tie Anrufung des Be sirtslohnemics. Diefes fälfte am 28. Januar einen Schiebsfpruch, ber die Löhne für die Zeit vom 30. Jenuar bis 26. Februar feftfest, gegen die Stimmen der Arbeitgeber. Damit beträgt der Stunden john für Maurer, Berrnt'erer, Stein- und Staffträger und Cinschaler 63 Bf., Reititäger, Basserträger, Rüfter und Zementarbeiter er halten 59 B., Baubi fsarbeiter 56 Bf. und Tiefbauarbeiter 40 Bf. Die Generalversammlung filmmte dem Schiedsspruch zu. " Generalversammlung des Butab. Die Ortsverwaltung Berlin bes Bundes der technischen Ange. tellten und Beamten hielt am 1. Februar im Nordischen Hof" ihre Jahresversammlung ab. Das neue Jahrbuch der JGB. Gescheiterte Tarifverhandlungen der Glafer. In der Mitgliederperfammlung am Sonnabend berichtete ber Gruppenleiter Burfürft über die letzten Lohnverhandlungen. Die Arbeitgeber wollten die Löhne der Gesellen im 19. Jahr um 25 Prozent, die der 20jährigen um 20 Broz. und der 21jährigen um 10 Broa abgebaut wissen, außerdem den Spigenlohn auf 53 Pf. Dazu fotten Die Ferien for fallen und die Arbeitszeit je nach Erfordernis des Betriebes" auf 54 Stunden ausredehnt werden. Die Verhandlungen scheiterten, da die Arbeitnehmer vertreter jebmebe Berlängerung der Arbeitszeit grundsählich ablehnten. Beschlossen wurde. vor einem Streifbeschluß weitere Berhandfungen abzuwarten.( Nächste Bersammlung fiehe Dienstagabend Borwärts.) " Fünf Pfennige Stundenlohn. Zu der unter vorstehender Ueberschrift in unferer Aberbaus gabe Nr. 50 veröffentlichten Notis erhalten wir von der Firma Schlee u. Sellmer folgende Berichtigung: Alle in unferem B- trieb beschäftigten Angestellten und Ar: beiter merben au Tariflöhnen refp. zu höheren Löhnen els terif. lich vereinbart beschäftigt. Für einen 19jährigen Arbeiter sind laut Tarif 35 Pf. Mindeftstundenlohn und 39 Bf Durchschnittsstunden lohn zu zahlen, und ist dieser Lohn fraglicher Arbeiter ficher aud gerannt worden; es beruhen die Ihnen gemachten Angaben alle auf glattem Schwindel. Unfer Betrieb steht abfolut auf dem Boden der Tarifgemeine fchaft. Es werden Gehälter für die Angestellten nach dem Tertil großhandelstarif, für die Meister und Werkzeugmacher nach dem Metalltarif und die Löhne für die fämtlichen anderen Arbriter, welche dem Holzarbeiterverband ang hören, nach dem Holzarbeitertarif gezahlt. Hieraus geht schon hervor, daß bie Löhne ganz anders fein müssen als die, welche Sie in Ihrem Artifer bringen. Zu dieser Berichtigung halten mir uns nervflichtet, hinzuzufügen, baß der junge Mann wohl bei einer Gegenüberstellung bei feiner Behauptung blieb, daß aber nach übereinstimmender Befundung bes Betriebsrats und der Gewerkschaft die Firma tatfächlich tariftreu ist, fomit den Ausiagen des jungen Mannes fein Glauben beigemeffen werden tann. Wir bedauern deshalb die Beröffentlichung der Natia. Deulicher Bougemertsbund( JFachgruppe der Löpfer). Eer Schlid tungsausibug Groß- Berlin bat gestern einen Schiebefprud aefäßt, der 72 Bf. vro Stunde borfiebt, Tas Werbältnis der Silfs. arbeiterlöhne au den Gefellenlöhnen bleibt tasfelbe. Von Arbeits geber feite ist der Schiedsipruch angenommen. Die Arbeitnehmer erbaten Bedenkeit bis Mittwoch. Bertand der Fötfcher. Rür den Monat. Februar bat ber Berband mit der Berliner Böttcherinnung ein Lobnablomment vereinbart, das einen Mindestſtundenlohn von 55 Bi. vorsieht. Qualifizierte Arbeiter erhalten Stundenlöbne bis 70 f. Bigarettenindustrie. Morgen, Dienstag abend 6 Uhr, auf dem Berbandebureau bes Tabatarbeiterverbandes, Miniftraße 24, Sigung fämtlicher Bertrauensperfonen und Betriebsräte der Zigarettenindustrie. Die Löhne und das Arbeitsverhä tis in der Rigaretteninduftrie haus. Saal 1: Wichtige Versammlung aller Baudelegierten des Baugewerksbundes. Achtung, Bau elegierte! Morgen, Dienstag nachm. 5 Uhr, im Gemerschafts Mitgliedsbuch und Delegierientarte sind am Saaleingang vorzuzeigen, ohne diefes fein Butritt. Aum Aus der Partei. Unterbezirkskonferenzen. Halle a. d. S., 4. Februar.( Eigener Drahibericht.) Gestern nachmittag fand in Merseburg eine Unterbezirkskonferenz der Bartet statt. Nach einem Referat des Genossen Schulz und einem Korreferat des Geneffen Beter wurde folgende Entschließung mit 25 gegen 13 Stimmen angenommen: Der Unterbezirtstag Merseburg- Querfurt( pricht bem ar teiporstand und der Reichstagsfrattion bas Ber trauen aus." Anschließend wurde noch folgende Resolution mit 24 gegen 6 Stimmen angenommen: " Der Unterbezirtstag Werleburg- Querfurt hält den am 9. Dezember 1923 von Bezirksvorstand und Prehfommission Halle gefaßten Beschluß über die Zeitung des Bolfsblattes" für unvereinbar mit den Sagungen der Partei und für eine parteifchädigende Maßnahme. Der Unterbezirtstag spricht dem Ge noffen Scholz das Bertrauen aus." Am gleichen Tage tagte eine Unterbezirtsfonferenz in Falten berg für die Kreise Torgau, Bieben werba und Smei. Das in furzem erscheinende Jahrbuch des 338. für 1923/24, ni3. Die Renferenz faßte nach einem Referat des Genoffen bas gleichzeitig als Adresbuch der internationofen Gewerkschaftsbeteintopf( Berlin) eine Entschließung, in ber bem Barten wegung und überhaupt ben internationalen Organisationen gute stand und der Fraktion das Bertrauen ausgesprochen wird. Die Dienſte teilten tann, enthält ut a ble Sie ber Bureous und Bor. Unterbezirkskonferenz mißbilliat ausdrücklich das Vorgehen des Be ftandsmi'glieder bes 3GB., die Adressen der angeschlossenen Landes. girtsvorstandes gegen Barteileitung, Fraffionsmehrheit und gegen zentralen, bie Mitgliederzahlen der durch ihre Landeszentralen dem den politischen Redakteur des Boltsblattes" Beibe Unterbezirks. B. angefchloffenen Berbände, sowie die Mitgliederzehlen aller fonferenzen hinterließen den ftarten Einbrud, daß man im halle Berufsfetretariate. Ferner eine Uebersicht über die verschiedenen fchen Bezirk nicht gewillt ist, der Partei durch fchrantenlose Kritik Richtungen in der Gewerkschaftsbewegung, eine vergleichende lleber. Schaben zufügen zu laffen. ficht über den Stand der Gewerkschaftsbewegung 1921/22 und bie Adreffen der der Jugendzentrale, dem Internationalen Genoffenfchaftsbund und dem Intermotionalen Arbeiterinnenbund angeIn dem großzügig angelegten Gefchäftsberigt ging der Borsitzende Me w zo w auf die Gefájehnisse des verftoffenen Krifenjahres ausführlich ein. Er fritisierte hierbei fdarf die Einhloffenen Organisation an. stellung des Unternehmertums auf die Berschlechterun gen der sozialen Gefeßgebung und mics auf den tongen trischen Angriff hin, der von den Arbeitnebern zum Zwecke der Arbeitszeitverlängerung und des Lohnabbaues erfolgte. Unter der SCALA Täg 8 Uhr: 12 VARIETEKUNSTKRAFTE. Sonntag& 30 zu haib Preisen das volle Pro ramm Xomisene Oper Aua endlich 7 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Alexanderplatz 2,1 Dessen, Zigaretten, Zigarren Tabake. Neues Operetten- Theater Der Kensche Guldo 7, Uhr Thielscher abemann Schwank i.3A tv. 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Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Birthdaft: 3. B.: Ernst Meuter; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; feuilleton: R. 6. Döscher; Lokales und Sonstiges: Aris Karstabt; Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret unb Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin GB. 68.. Lindenstraße 8. Radio Rundfunk Bettwäsche Z Hus dem Wunderlande bee beahilolen Telephonie, Rabiotech Egperiment Inorirag von Electroingenieur S. Bernered 1. Teil: Die Greg- Station Raven im Weitvertehet Rabiokim in 2 Tetlen 2. Teil: Gemeinverständ icher Bortrag für Rabioireanbe und foldhje, bie es werben mollen Was man vom Radio wiffen muk!- Wie fich ber ameri fenifee Nabio- Amateur feine Empfangsstation felbft baut! 8. Teil: Radio- Bangert des Deutschen Rundfun's. Frontfurter In den prachtiälen des Offens flee am Dienstag, 5. 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