Abendausgabe fr. 6841. Jahrgang Ausgabe B Nr. 34 Bezugsbedingungen und Angeigenpratfe And in der Morgenansgabe angegeben Redaltion: SW. 68, Lindenstraße 3 Berniprecher: Dönhoff 292-295Sel- Hoceffe: Sozialdemotret Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Goldpfennig 70 Milliarden Sonnabend 9. Februar 1924 Berlag and Angetgenabteilung Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH Berlin S. 68. Cindenfitaße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Eine Rede Geßlers. Ordnungsbund, Große Koalition und Ausnahmezustand. Gera, 9. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Reichswehrminifter Dr. Geßler sprach gestern abend in einer öffentlichen Bersammlung des Ortnungsbuntes in Gera. Sein Referat war auffallend zurüd haltend und matt. Er vermied es peinlich, auf die inneren Gegenfäge in Sachsen, Thüringen und Bayern näher einzugehen. Die Kreise des Thüringer Ordnungsbundes sind durch die Rede tes Reichswehrministers, der für die Bolfsgemeinschaft und die große Roalition eintrat, sicherlich nicht auf ihre Rechnung gekommen. In der Listufion wurde versucht, das nachzuholen, worüber Geßler nicht gesprochen hatte. Vor allen Dingen wurde er befragt über die einseitige Handhabung Les militärischen Aus nahmezustandes in Sachsen und Thüringer, der die Duldung des bayerischen Meuterers Lofsom fraß gegenüberstehe. Außerdem wurte Dr. Geßler auf die Ausführungen seiner Barteifreunde, wie Brof. Breuß, aufmertfam gemacht, die den militärischen Aus nahmezustand für vollkommen verfassungswidrig erklärt haben. Reichswehrminister Geßler erflärte darauf, daß der militärische Ausnahmezustand nur noch für die Zeit des Thüringer Wahltampfes aufrechterhalten werde und daß er nach Beendigung des Wahlkampfes wahrscheinlich aufgehoben würde. minister fuchte fich in zahlreichen Zwischenrufen zu rechtfertigen, rische Angelegenheit suchte sich Herr Geßler herumzudrüden, indem Die Berfassung nicht stimmen müsse oder aber die Reichsregierung zu schwach fei, gegen Baŋern vorzugehen. # 2 Ungarns Sanierung. Boranssehungen und Folgen der ungarischen Anleihe. Bon Alexander Szántó. Die Auslandsanleihe für Ungarn fann nunmehr als geeffe der Arbeiter und des Ordnungsbundes auf das tiefste bebauern. sichert angesehen werden. Zwar ist das legte Wort in dieser Ich betone daher ausdrücklich zum Gedanken der Boltsgemeinschaft, Sache noch nicht gesprochen, zwar werden die Bedingungen, daß diefer nicht anders zum Ausdrud tommen fann als in der die man Ungarn auferlegt, auf alle Fälle härter sein, als die Großen Koalition. Zum Schluß sagte der Reichswehr Klauseln, die Desterreich in Genf unterzeichnen mußte- aber minister zu der Frage der Aufhebung des Ausnahmezustandes noch, immerhin fann Ministerpräsident Bethlen einen Erfolg daß es nicht möglich sei, dicfen früher aufzuheben, als bis eine ge- feiner außenpolitischen Tätigkeit verzeichnen. Auch seine wife Stetigkeit in den politischen Verhältnissen zwischen Reich und Gegner erkennen den Erfolg an, wenngleich ihre Bewundeden Ländern eingetreten sei. Die thüringischen Wahlen sollten dafür rung weniger dem Endeffekt dieser Politik gilt als vielmehr forgen, daß wir in dieser Hinsicht einen Schritt vorwärts fommen. der Geschicklichkeit, die der ungarische Regierungschef in der Dem Bortrag folgte eine Disfuffion, in der Ministerialdirektor Kunst des politischen Seiltanzes befundet hat. Denn Graf Dr. Rittmeger Weimar das Wort ergriff und nachzuweisen ver- Bethlen mußte in Genf, in Paris, in London und anderwärts suchte, daß die Zustände in Thüringen, bie die Besetzung durch die den Nachweis führen, daß sein Land sich auf dem besten Wege Reichswehr zur Folge gehabt hätten, fehr harmlos gewefen feien. zur Konsolidierung befinde und mußte gleichzeitig erleben, Demgegenüber betonte der Reichswehrminister, daß, sobald die daß in eben diesem Lande die unantastbaren Erwachen thüringischen Wahlen gezeigt hätten, baß die Möglichkeit zur Bilden Ungarn" weiter ihre Künste im Bombenwerfen und bung einer großen Roalition bestehe, auch der Ausnahme ähnlichen patriotischen Taten übten. Er war genötigt, um der zustand abgeschwächt werden tönne. Anleihe willen alle Revanchegelüfte feierlich abzuschwören und konnte auf der anderen Seite dennoch nicht umhin, feinen Landsleuten zu erzählen, daß man selbstverständlich politische Mörder faffen, deren Auslieferung von einer fremden feine pazifistische Politit machen wolle. Er mußte sich europäisch aufführen und fonnte nicht einmal zwei armselige Regierung seit Jahr und Tag verlangt wird. " Was der Reichswehrminister da gerebet hat, ist die Richtigkeit des T.- 11."- Berichts vorausgesetzt von einer Für die Thüringer Regierung fprach Ministerialdirektor nach Thüringen geschickt, um das Land und Norddeutschland geradezu hahnebüchenen Naivetät. Die Reichswehr wurde Dr. Rittmeger über die einseitige Handhabung des militärischen ver bayerischen Ehrhardt- Banden zu schützen. Als sie da war, Ausnahmezustandes. In zahlreichen Fällen fonnte er den Nachweis schützte sie die bürgerlichen Parteien vor der verfassungs führen, daß der Belagerungszustand in Thüringen ausschließmäßigen Landesregierung ohne Auftrag, fraft eigenen mendens bereits einige llebung. Echon während der Re Gewiß hat Bethlen in dieser Taftit des Drehens und lich gegen lints zur Anwendung fommt. Der Reichswehr- Rechts! Natürlich unter nachträglicher oder gar stillschweigen- volution spielte er tells als Republikaner, teils als Gegen der vorheriger Billigung der bürgerlichen Reichsregierung. mußte aber zugeben, daß er oft falsch informiert war. Um die bones und der Demokrat Gezler stellt sich jetzt hin, an der Grenze revolutionar eine Doppelrolle. Er hat später, nach seinem er auf die Frage, warum geger Bayern nicht ber miktärische von Kahrbayern, um zu versichern, es sei notwendig, misten und Habsburggegnern laviert, hat balb den UnglücksAufstieg zur Regierungsmacht sehr geschickt zwischen LegitiAusnahmezustand angewendet werde, bemertte, daß da entweder ein größeres Bertrauen zwischen Reich und Läns menschen Karl als König gefeiert, bald auf ihn schießen lassen. Reichsregierung bis aufs Meffer bekämpfen." Er meint Thu- Seiten aber ganz wohl ist ihm diesmal nicht dabei. Man dern herzustellen. Es gehe nicht an, daß einzelne Länder die Und er balanziert, wie gesagt, auch jetzt sehr gefchickt nach allen ringen, nicht Bayern! So sind die Begriffe verwirrt Cera, 9. Februar.( 2.) Anlaßlich der bevorstehenden thürin- bei den Männern, die das Reich zu vertreten haben. In gifchen Landtagswahlen sprach gestern abend auf einer öffentlichen Bayern herrscht Kahr und Ehrhardt, der steckbrieflich verfolgte, Bahlversammlung der Deutschdemokratischen Bariei Reichswehr und Lossom, der Meuterer, pfeift auf Geßler wie auf Seedt. minister Dr. Geßler. Betreffend das Berhältnis zwischen Reich Aber das fleine Thüringen, wo die ausgemergelten Arbeiter und Thüringen zeigte der Reichswehrminister Zurüdhaltung. Greine Linksregierung gebildet hatten auf verfaffungsmäßigem sprach zunächst über die politische Entwidlung des legten halben Bege, mird von dem Demokraten Geğler durch Reichswehr Jahres und streifte dabei den kommunistischen Butsch in Sachfen und Thüringen( 1) sowie die Borgänge in München. Dieur Ordnung" gebracht, die nirgends vorher gestört war. Reichsregierung ist, fo führte der Minister aus, diesen Bewegungen mit Energie entgegengetreten und hat baburch erreicht, daß ber zu ftand der Beruhigung immer mehr um sich griff. Das Problem. bas es ist zu lösen gift, besteht darin, ein größeres Ber: irauen zwischen Reich und Ländern herzustellen. Es geht nicht an, daß einzelne Länder die Reichsregierung bis aufs Meffer befämpfen, vielmehr müsse in Sachfen wie auch in Thüringen mehr Vertrauen zum Reich Blah greifen. Wir brauchen einen farten Staat und eine starte Wirtschaft, denn von der Wirtschaft lebt der Staat. Das große Ziel der nationalen Bolts gemeinschaft muß uns vorfchweben. motrat Begler als Wahlredner an: Erst wenn durch die unter 3med und Ziel des ganzen Unternehmens deutet der DeMilitärdiktatur vollzogenen Wahlen eine bürgerliche Bandtags mehrheit gebracht haben, fann an eine Be. feitigung des Ausnahmezustandes gedacht werden! Das eine Wort fagt mehr als alle juristischen Deklamationen mit militärischer Begleitmufit! Eine verspätete Maßnahme. Weimar, 9. Februar.( 2.) Der Militärbefehlshaber in Thü ringen, Generalleutnant affe, erläßt folgende Berordnung: Um Zu dem Konflikt zwischen Reich und Thüringen und in bezug allen Parteien und Wahlorganisationen Gelegenheit zu geben, ohne auf die bevorstehenden Landtagswahlen fagte der Reichswehr Beitverluft zu ihren Wählern zu sprechen, hebe ich mit foforti. minister: Ich gestehe ganz offen, daß der Aufmarsch ber Barger Birfung jede Borzenfur über Wahlzeitungen und Flugteien, wie er in Thüringen geschah, fein prinzipieller fein fann, blätter auf. Die Wah flugblätter und so weiter müssen die Angabe denn ich kann mir nicht denken, daß es nach den Wahlen so bleibt: ber Druderei und die Parteibezeichnung tragen. Alle sonstigen BeHier Ordnungsbund, hier Arbeiterschaft. Ich würde das im Inder. ftimmungen über Druckereierzeugnisse ufm. bleiben in Kraft. Renderung des Reichswahlgesetzes. Das Reichstabinett genehmigte in einer Sigung am Freitag ben Entwurf einer Abänderung des Reidswahlgeferes. Die vom Reichskabinett genehmigte Novelle zum Reichswahl gesetz ist heute dem Reichsrat vorgelegt werden und wird nach zu ftimmung des Reichsrats demnächst beim Reichstag eins gebracht merken. Die Zahl der Reistagsmitglieber wird auf 399 festgescht. Die 16 Wahlfreisverbände werden in Mahltreise mit durchschnittlich 380 000 Einwohnern untergeheilt Insgesamt ergeben sich 156 Wahlkreise. Die Berteilungs zahi 60 000 wird auf 75 000 erhöht. Jeber Kreiswahlvorschlag barf nicht mehr als zwei Bewerber benennen und muß ein Rennwert trogen Innerhalb eines Berbandes gelten Wahl vorschläge mit dem gleichen Kennwort als untereinander verbunden. Berbundene Wahlvorschläge gelten ten anderen Kreis. wahlvorschlägen gegenüber als ein Wahlvorschlag. Ein und derselbe Bahlvorschlag fann innerhalb eines Berbantes in mehreren Wahlfreifen aufgestellt werden Jeber Reichswahloerschlag erhält auf je 75 000 Reftftimmen ein Mandat. behalten wir uns vor. An fich ist das bestehende Wahlfnftem, Eine fachliche Stellungnahme zu diesem Reformvorschlag halten wird, für die Sozialdemokratie durchaus kein Blümchen fofern an dem Prinzip der vollen Gleichberechtigung festge Rührmichnichtan. Jede Reform auf diesem Gebiet tedarf aber mägung, zu denen der zu Ende gehende Reichstag kaum noch wegen ihrer weittragenden Konsequenzen der forgfältigsten ErMuße finden wird. Die Borbereitungen fämtlicher Barteien zu ben Reichstagswahlen find in vollem Gange und bauen sich natürlich auf das bestehende Wahlrecht auf. Ueberdies fteht die plögliche Einbringung der Reformporlage im fchärf sten Widerspruch zu den Erklärungen, die der Reichstan ler persönlich den Barteien abgegeben hat, daß vor den Wahlen eine Reform nicht beabsichtigt sei. Unter diesen Umständen wird die plötzlich aus dem Boder gefchoffene Borlage der Regierung auf teine freundliche Aufnahme rechnen dürfen. Spannung am Devisenmarkt. braucht auch durchaus nicht zu glauben, daß geheime Sym pathien für die Terroristen es find, die ihn daran hindern, ihrem Treiben ein Ende zu bereiten. Solche Sympathien waren bei Bethlen nur so lange vorhanden, als die„ Erwachen den" und ihr ganzer aus entwurzelten Kleinbürgern und Landsknechtnaturen bestehender Anhang durch den meißen Terror mithalf, die Arbeiterschaft niederzufnüppeln, die Errungenschaften der Oktoberrevolution zu vernichten und tratie verbündeten Magnatentums feft zu begründen. Als unbewußt die Herrschaft des mit der jüdischen Finanzariffo das erreicht war, als Graf Bethlen und feine Klaffengenoffen wieder fest im Sattel faßen, da wurden die politischen Fordes rungen der fleinbürgerlichen Bundesgenossen bald unbequent und es erfolgte anstatt des Dantes der Fußtritt. Die Detache ments hatten ihre Schuldigkeit getan, fie fonnten nun gehen. Die Rechtsraditalen wurden in die Opposition gedrängt und mußten sich damit begnügen, ihre Tätigkeit in vereinzelten Terroratten fortzusetzen. G Man darf es der ungarischen Regierung aufs Wort glauben, daß fie gar zu gern dem terroristischen Gezücht völlig den Lebenso em ausblafen möchte. Aber fie tann es nicht wagen. Denn da ist einmal die Furcht vor den Enthüllungen, die die Bundesgenossen von einst über gemeinsam vollbrachte Taten machen könnten, da find weiter die zahlreichen rechtsradikal gesinnten Polizeiorgane. Verwaltungsbeamte und Richter, die jede energische Attion sabotieren. Und da ist vor allem die oberste Spitze des Staates, der Reichsvermefer Nitolaus Horthy, dessen schüßende Hand immer dann in Wirksamkeit tritt, wenn es seinen lieben Freunden, den droht. Die Unterfuchungen, die das Kabinett nach jedem Erwachenden wirtlich einmal an den Kragen zu gehen leitete, führten oft genug zur Aufdeung der geistigen und Bombenanschlag, nach jeder Missetat der Terroristen einmateriellen Urheber. Aber in dem Augenblick, da die Wahr vertuscht, war von Sühne und Strafe teine Rede mehr. heit auf dem Wege war, wurde fie auch stets prompt wieder Der weiße Terror regiert zwar nicht mehr unumschränft, aber immer noch ist Jwan Hejjas ein bedeutsamer Faktor der ungarischen Politit- Iwan Seijas, der Führer der„ Erwachenden Ungarn"! Jwan, der Schreckliche, der seine Lauf. bahn damit begann, daß er dreißig Arbeiter an den Bäumen des Orgovanyer Waldes aufhängen ließ! Swan, der Massen. mörder, der mit diesem Namen ungezählte Male in offener Barlamentsfizung gefennzeichnet wurde! Iwan, der Allmä tige, der das ganze Neg von Berschwörungen in der Hand hält, die Land und Bolt nicht zur Ruhe tommen laffen! Und wäh rend diefer Mann, der seine Mordtaten gar nicht leugnet, fon bern sich ihrer offen rühmt, frei und ungehindert in den In Berliner Banffreifen jah man dem heutigen Desifen. Straßen Budapests umhergehen darf, figen immer noch Hunpertehr mit begreiflicher Spannung entgegen zumal die Schwanderte von Arbeitern und Sozialisten in Gefängnissen und fungen des Mortfurfes nunmehr auch auf die Amsterdamer und New Internierungslagern, müssen immer noch die Führer der unaußerordentlich große Kouforbers aus in ändischen Wirtschaftskreisen garischen Revolution in der Verbannung leben! Dor. Besonders der Einfuhrhandel stellte enorme Anforderungen. Es handelt sich hierbei offensichtlich um reine Konzernauf träge, für bie, menn fie voll augeteilt würden, nicht halb bie er forderlichen Papiermarkdeckungen vorhanden fein fännen. Bezeich mend ift. baß eine einige Firma belfpielsweise 6 Millionen Franken aufträne würde zweifellos eine Einschränfuma der Nachfrane hervor. fehr Icharfe Revartierung entgegen. Es wurden fast durchweg zwei rufen fönnen. Die Reichsbank fekte den Anforderungen mieder eine Brozent zugeteilt. Holland mit 1575, London 18 100 waren leicht abgef Damit wird ein elastisches Berfahren ermöglicht und ben Be. bürfnissen der Parteien nach ihren verschiedenen Stärkeverhältnissen in den einzelnen Bahlkreisen Rechnung getragen. Jedem Wahlvor. fchlag und jeder Gruppe verbundener Wahlvorschläge werden fo. für fie abgegebene Stimmen kommt. Die bei diefer Berteilung un berücksichtigt bleibenden Etimmen gelten als Rest timmen und werden dem Reichswahlvorschlag zur Verwertung übermieren. Die auf eine Gruppe verbundener Wahlvorschläge entfellenben Abgeorb. net nlize merden auf die einzelnen miteinander verbundenen Wahlvorschläge nach dem Höchstzahlensystem unterverteilt. Die ein de'nen Wah vorschläge werden also nach ihrem Wohlerfolg bei Beauforderte. Cine scharfe Uebernrüfung der vorlierenden Devisen. fetzung der Abgeordnetenlige beteiligt. Beim Ausscheiden eines Abgeordneten tritt als Erfohmann der Bewerber bes Bah vorschlags mit der nächsten Höchstzahl ein. Die auf Reichs mahluorschläge überwiesenen Reftftimmen werden zufammengezählt. Graf Bethlen verheimlicht die wahren Zustände in Ungarn. Er fanttioniert damit die Fortdauer diefer Zustände und erweist fo feinem Lande einen schlechten Dienst. Sache der wahren Vertreter des ungarischen Boltes ist es daher, das Ausland über diese Dinge aufzuklären. Wenn der Führer ber ungarischen Sozialdemokratie, Gertoffe Julius Beidl, zu Begefahren ist, so gefchah es nicht, um die Gewährung der An fprechungen mit der englischen Arbeiterregierung nach London leihe zu hintertreiben, sondern um die Gewähr zu schaffen, daß diese Anleihe auch wirklich einem konsolidierten Rechts wie die Schwerindustrielle Dreiftigkeit. Fris Thyffen beschimpft die deutschen Arbeiter und die Republie in einem Parijser Blatt. ftaate zugute fommt. Und wenn die Emigrantenführer Michael| bemotraten geschaffene and Thüringen unter 2 Rarolyi und Ernst Garami gleichfalls an diesen Ber- militärischen Drud zu setzen. Politische Bernunit wird deshalb Sandlungen in der englischen Hauptstadt teilnehmen, auch nicht zur Beseitigung des Zustandes führen. Aber in der so ist das nicht reaktionäre Buda Zeit, da Beamte aller Grade und Arbeiter aller Berufe auf pefter Hehpresse behauptet schnöder Landesverrat, son Hungerlöhne gesetzt sind, dürfte es doch wohl den Spartom bern der Wunsch, dem Baterlande zur wirklichen inneren Ge miffar intereffieren, daß von einer Militärbehörde allein fundung zu verhelfen. Die Forderungen der ungari 15 Zimmer im teuersten Hotel Weimars beansprucht werden. ichen Sozialdemokratie sind flar und werden von Freilich: Herr Saemisch wird ebensowenig etwas zu sagen niemandem verheimlicht. Die Beauftragten des arbeitenden haben wie Dr. Geßler und die anderen Mannen der ReBoltes Ungarns wünschen, daß die Aufnahme der Anleihe gierung! cine Aera des inneren Friedens wie des materiellen und mora fchen Wiederaufbaues einleitet. Sie verlangen, daß zu diesem 3wede den Bombenwerfern und Mördern endlich das Hand mert gelegt und Ungarn wieder zum Rechtsstaat gemacht wird. Gie fordern, daß die Versöhnung der Geister ihren Ausdrud finde in der Freilassung der Eingeferferten und der Rückkehr der Berbannten. Das find wahrlich bescheidene Wünsche. Die ungarische Regierung wagt gleichwohl nicht, sie zu erfüllen. Wenn ihr von London her durch fanften Drud der Rüden gestärkt wird, so wird sie vielleicht notgedrungen und allen inneren Widerständen zum Troß an die wahre Sanierung des Landes schreiten. Ist sie aber dazu auch weiterhin nicht willens oder nicht imstande, so wird der politische Geiltänger Bethlen trotz aller Geschicklichkeit doch über furz oder lang den Absturz in die Tiefe erleiden. Und die Leitung der Geschicke Ungarns werden dann die Männer übernehmen, die nicht, auf schwankem Pfade wandelnd, mit Artistenkunststückchen Belt geschichte treiben wollen, sondern die, gestüßt auf die breite Maffe des ungarischen Boltes, zielbewußt und sicher den Weg schreiten, den wirtschaftliche Entwicklung und geschichtliche Notwendigkeit ihnen vorschreiben. Und dann wird es feine " Erwachenden Ungarn" mehr geben wohl aber ein ungarisches Erwachen. Haffe braucht fünfzehn Zimmer! Hakenkreuzpropaganda in seinen Bureaus. In einem Weimar- Brief der Berliner Morgenpost" wird der folgende Beitrag zu der Militärherrschaft in Thu ringen geliefert: many sid leid, keds tri sort, file Das ist ein wahnsinn. Sie hätte die Straft gehabt, viele Dinge annehmen zu lassen und viele Opfer von allen zu erreichen, weil sie Brestige und Bertrauen genoffen hätte." Man kannte schon das freche denunziatorische Schlagwort von Stinnes gegen die Regierung Wirth, daß sie feine diskontfähigen Unterschriften" leisten könne. Als endlich durch das Drängen von Stinnes die Regierung Wirth gestürzt war und Cuno- Beder- Rosenberg als Bertrauensmänner der Schwerindustrie ans Ruter tamen, da erfolgte prompt die Ruhrbefegung: wahrlich der befte Beweis dafür, wie bistontfähig die neuen von der Schwerindustrie beglaubigten Unterschriften drüben angesehen wurden! Aber das Thyssen- Interview ist noch um viele Grade breister als alles, was Stinnes auf diesem Gebiete bisher öffentlich geleistet hat. Der Versuch, die Verantwortung für die Unterzeichnung von Versailles der Republik in die Schuhe zu schieben, ist eine üble e u chelei, nachdem bekanntlich beide Rechtsparteien in der entscheidenden Stunde in Weimar die übrigen Parteien geradezu angefl ht haben, die soge nannten Ehrenpunkte zu schluden und für die Unterwerfung zu stimmen.( Man lese darüber nach, wie Friedrich v. Bayer in feinem fürzlich erschienenen Erinnerungsbuch diese Szene geschildert hat.) Ebenso ist es eine glatte Lüge, wenn Thyssen behauptet, die bisherigen Regierungen hätten der Arbeiterschaft nicht zu sagen gewagt, daß Arbeit Borausfezung für die Befreiung des Volles von den Lasten des Friedens diftates set. Die Demokratie bedeutet bei uns nichts", fagt Thyffen. Freilich wäre ihm das Regime des franzöfifchen Nationalen Blods lieber, wo das Comité des forges ausschlaggebend in der inneren und der auswärtigen Politik ist. Das gleiche Ziel erstrebt auch die deutsche Schwerindustrie. Thyssen ist so freundlich, den Franzosen zu bescheinigen, daß die bisherigen Regierungen alles unterzeichnet und nichts gehalten" hätten. Diese unwahre Denunziation macht sich sehr gut aus im Munde eines Menschen, dessen ganze politische Tätigkeit darauf gerichtet war, die Erfüllung der deutschen Verpflichtungen zu fabotieren. Ebenso wir vor einigen Wochen Hugo Stinnes, hat jetzt auch Friz Thyssen einen Sonderberichterstatter des Journal des Débats empfangen und ihm eine lange Unterredung gewährt. Und genau so wie der Zechenmagnat hat der Stah magnat dem französischen Journalisten gegenüber den Berständigungspolititer markiert. Während es eine allgemein bekannte, unwiderleglich feststehende Tatsache ist, daß die deutsche Schwerindustrie jahrelang jede Berständis gungspolitik bekämpft und durchkreuzt und sogar bewußt auf bie Ruhrbeseßung hingearbeitet hat, erdreisten sich jetzt diefelben Herrschaften, sich als diejenigen hinzustellen, die allein die wahre Verständigung erstrebten und in Zukunft herbeizuführen imftande seien. Das ist politische hoch fta pelei übelster Art. Immer deutlicher erkennt man die wahren Beweggründe dieser Hyänen von Stahl und Eisen. Sie trieben bewußt zur Katastrophe, indem sie die von der Entente geforderten Sachleistungen zunächst für untragbar er flärten und sodann sabotierten und, als sie ihr Ziel, die Herbei führung der Ruhrbesehung und deren katastrophale Fol gen ereicht hatten, errichten sie ihre politische und wirtschaftliche Allein herrschaft über Deutschland: das Bolt war ausgepumpt, die Arbeitnehmergewertschaften waren durch die Inflation vorübergehend fampsunfähig geworden, die Staats Wäre das Experiment nicht für das ganze Bolt zu fostautorität und die Staatsfinanzen waren untergraben nun spielig und gefährlich, man möchte wahrhaftig einmal der fonnte das Monopol der Kartelle unangefochten er fhmerindustriellen Bande die Gelegenheit geben, ihre Be richtet, der Achtstundentag abgeschafft, die Sohauptung zu beweisen, daß eine Rechtsregierung algefeggebung abgebaut werden. Und jezt, als besser die Reparationsfrage zu lösen imftande wäre als conung des Ganzen empfehlen sich diese Industrietapitäne Linksregierungen. Aber man hat dieses Experiment eigent und Ritter den Deutschen als die Retter des Baterlandes und lich schon zur Genüge unter Cuno gemacht und das deutsche den Franzosen als die wahren" Verständigungspolitiker! Bolt wird fich für eine Wiederholung bedanken. Eine andere Frage ist: Wie lange noch wird sich das deutsche Volf den 3ynismus und die Frechheit dieser politischen Hochstapler der Schwerindustrie gefallen lassen? In seiner Unterredung mit dem französischen Journalisten. hat es Frig Thyssen für geschmackvoll gehalten, die deutsche Arbeiterschaft und die Deutsche Republik herunterzureißen und zu verdächtigen: Endlich steht man vor dem Hotel Erbpring", vor tem ein Schilt mit der Inschrift Hauptquartier des Militärbefehlshabers in Thüringen" prangt. Ein schmerbewaffneter Doppelposten patrouilliert auch hier auf dem Bürgersteig hin und her, und unadhifante Spaziergänger tommen leicht in Gefahr, in die Mün bungen der Gewehre, die die beiden Reichswehrmänner recht täffig geschultert haben, hineinzurennen. Hier refibiert General Hasse mit seinem Stab. Er hat fünfzehn Zimmer seit dem 8. November v. 3. in dem Hotel belegt. Die Truppen find irgendwo in der Stadt untergebracht. Den Geist seiner Um-„ Die Hauptfrage war die folgende: Unser Bolt muß mehr benn gebung kennzeichnet schon ein riesiges Werbeplakat, das im Zimmer je arbeiten, um sich zu befreien. Es war aber einer der schwer, des Pressechefs des Stabes hängt und das zwischen möglichtften Fehler des republikanischen Regimes, welches großen Hafenkreuzen an den erstaunten Betrachter die Frage den Bersailler Vertrag unterzeichnet hat, dessen Ausführung eine richtet: Kennt ihr den zersetzenden Einfluß der jüdischen Presse? erdrüdende Arbeit in Deutschland zur Voraussetzung hatate, den Solange die sozialistische Regierung tie Gewalt im Lande Arbeitern nicht zu sagen, daß Arbeit gebieterifcher denn innehatte, waren die vom Reichswehrminister aufgelöften Ber je eine nationale Pflicht sei. einigungen Stahlhelm" und Werwolf" verboten. Self General Haffe die Vollzugsgewalt innehat, verkünden Stahlheim" und Werwolf" durch öffentlichen Anschlag, daß dann und dann Appell mit Windjade", dann und dann Ausmarich in voller Aus. rüftung" ftattfindet. Die Boft wird von Reichswehr bewacht Telephongespräche der Regierungsbehörden werden mitgehört Die feit dem 1. Januar in Beimar erscheinende Weimarische Zeitung, die ausgesprochen vältische Tendenzen vertritt, wird von ben Offizieren des Reichswehrstabes offensichtlich begünstigt. Vielleicht interessiert sich der Spartommissar Herr Saemisch einmal dafür, ob in der Zeit der allgemeinen Geld not der militärische Apparat in Thüringen nicht doch ein wenig au fostspielig ift. Politische Gründe haben ja, wie jetzt durch Geßler endlich zugegeben wurde, diese Militärherrschaft in Thüringen etablieren lassen. Es galt, bis zu den Sie werben sich vielleicht wundern, aber ich behaupte, daß, um Wahlen", das heißt bis zur Schaffung eines parlamentable& riegsreparationen zu regeln, eine Rechtsregierung vorzuziehen rischen Bürgerblods, bas hauptsächlich durch Sozial gewesen wäre. Man sagt, daß sie mit Kriegsgebanten gespielt hätte. " Andrejew:„ Du sollst nicht töten". Im Dämmer und Halbdunkel, in das einige geheimnisvolle Lichter springen, spielen fich diese Szenen aus dem russischen Leben im Deutschen Theater ab. Der Regisseur Bendhausen und der Maler rehan verstehen die Kunst des Andeutens und ber Borhänge, fie schaffen eine Atmosphäre um die Borgänge, die fonft leicht banal wirten tönnten. Den Dichter des Roten Lachens" und der Geschichte„ ber fieben Gehenthen" ertennt man schwer wieder in diesem voltsstüdartigen Drama, das mit feinen Novellen nur die Lust zum Grellen und auch Sensationellen gemein hat. Bellte Andrejew, wie es der Titel vermuten läßt, wirklich ab. schredend und moralisierend die bösen Folgen eines Morbes auf zeigen? Es herrscht die lastende Macht der Finsternis unter diesen Menschen, die wir fast alle von Dostojewsti, Tolstot, Gorli her fennen. Der alte reiche Rulabuhom ist ein schnurriger Gonderling, der feine Leu'e quält. Berun soll man diese Wanze am Leben ber anderen nicht beseitigen, sagt die plänevolle Wirtschafterin Be. trowna, und fie vollbringt die Tat zusammen mit dem flotten, feden Hausknecht Jafow, der den Mord begeht, wie ein anderer einen Floh fnackt, und der vorbauenden Petrowna ohne Bedenten den Eid leiftet, daß er alle Folgen cuf fich nehme. Sie bleiben nicht aus. Die Petrowna wird mit dem ererbten Geld eine Dame von Welt, fie fauft fich einen Fürsten, der nur den einen Fehler hat, daß er immer betrunken ist. Er wird von ihr abgefunden und verschwindet. Köstlich ist das Hochzeitsfeft, das der Impresario des Fürsten( von Karl Etlinger prägnant gespielt) mit lauter aus ber Maskengarderobe bezogenen Generälen, Baronen usw. ausrichtet. Die Fürstin findet sich meisterlich in die neue Rolle einer vornehmen, frommen und wohltätigen Dame, sie ist auf dem besten Wege, ihre Herkunft und denna fleinen Zwischenfall zu vergeffen. Anders Jalow. Er ist mit dem Bilger Feofan, der ein Saufbruder und mit wiffender Bußprediger in einem ist, und seiner Liebsten, dem früheren Stubenmädchen Margarita aufs Abenteuern aus. Die An verwandten werden aus der Beute- reich bedacht, und wo die brei ihr Quartier aufschlagen, haben die Bauern gute Tage, Aber in Margarita erwacht das Gewissen, und an einem Abend, da es wieder einmal hoch hergeht und in der Trunkenheit die Tat aus geplaudert und der Polizei gemeldet wird, erhängt sie sich. Jatow flieht und sucht Hilfe und Troft bei der Fürstin, bei der eben der total abgebrannte Fürst mit seinem Imprefario zu gleichem Zwed eingetroffen ist. Es folgt die mit aller Routine der Theatermache aufgebaute große Szene der Auseinanderschung. Die Fürstin wälzt alle Schuld auf Jatow, schreit ihn als Mörder aus und will ihn der Polizei denunzieren. Der- im Grunde schwache Mann, ber haltles geroorten ist, ein Bild des grenzenlos gutmütigen, aber auch unüberlegten und roten russischen Baltes, bleibt feinem Schmure treu, bekennt fich als alleinigen Mörder und erschießt sich hinter der Szene( nachdem er sich einen refpeftablen Abgang beforgt). Die Fürstin bricht unter hysterischem Getreisch( tot?) zusammen. Du offt nicht töten!" nomone Aber nicht wahr, es war ja eine demokratische Regierung, eine fozialistische Regierung, zweifellos eine Regierung nach Euren Wünschen, wie Ihr sie vorzuziehen erklärt hattet. Man hatte nur vergessen, daß eine solche junge und schmaachea Regierung natürlicherweise zunächst der Menge schmeicheln mußte und dieser halb das Bolt zu nicht allzu großen Arbeitsanstrengungen auffordern durfte. Ihr habt die Gewohnheit der Republit; ich behaupte aller dings, daß Cure Republik mit der unserigen feine Aehnlichkeit hat. Aber bei uns bedeutet die Demokratie gar nichts. Sie flößt niemanden Bertrauen ein. Man verlangt eine Regierung. Ihr dürft Euch nicht darüber wundern, daß die Regierungen, die Ihr bisher gefannt habt, alles unterzeichnet und nichts gehalten haben Sie enthüllten. ihre Schwäche und tonnen teinerlei Bertrauen einflößen. meinen Berfon nach ihrem Aufstieg so viel Haftung und feine Züge, daß man voll Spannung der weiteren Entwidlung entgegen. fah. Sie wird durch den Schluß leider abgeschni'ten. Sorglos und unbefangen, ein Kind der Laune und des moments, aber auch ein Rer!, der fich vor nichts fürchtet. war der Jafom Rudolf Forsters. Der schweirfame, vornehme Fürst, der skurrile Kulabuchow. der( im Gegensatz zu Tolstoi und Gorti) in den Niederungen des Suffs ver. bleibende Bilger wurden durch Paul Bildt, Paul Günther und Robert Garrison charakteristisch ruffisch dargestellt. Der Gesamteindrud des Abends war zwiespältig. Das Ruffische mar nicht neu und das spektakelnde Neue nicht rulfisch. R. H. Difcher. Antinous" von Erich Janke. Das Schloßpart Theater in Stegliß, wie immer emfig auf Premieren aus, führte gestern seine Zuschauerschaft mit dem Trauerspiel Antinous von Erich Jante in die Welt des Altertums. Der römische Kaifer Hadrian, der mit feinem megen feiner Schönheit berühmten Freund Antinous zu den Festspielen im Stadion nach Aegypten gereist ist, hat bestimmt, daß seine Statue im Tempel der Isis aufgestellt wird. Die Jfispricfter wollen bas als eine Ents weihung ihres heiligtums verhindern, und der entrüftete Hadrian überläßt Antinous die Entscheidung, ob es bei feinem Entschluß bleiben foll oder nicht. Antinous entscheidet sich gegen die Briciter, beren 3ögling er gewesen ist, und gerät dadurch in schreckliche Ge missensqualen. Er fürchtet nicht für fich, fondern für den ge liebten Hadrian die Rache- der mächtigen Göttin fis. Wie er nun noch einen brohenden Drafelspruch der Isis erfährt, glaubt er das Unheil von seinem Herrn nur durch seinen Tod abwenden zu fönnen. Er stürzt sich in den Nil. Dieses Lied von der Erhabenheit der Freundschaft, von der düfteren Macht einer unerbittlichen Briefterly.rrschaft, von dem stolzen Herrscherbewußtsein eines Cäsaren ist in edler und flangschöner, an das flaffische Drama erinnernden Sprache geschrieben, mit dem fünstlerischen Empfinden für dramatische Entwicklung und Höhe punkte aufgebaut, die Charaktere find mit sicherer Hand zu lebens. starken Figuren verförpert und doch hat der Dichter nicht den Beg zum Herzen der Zuschauer gefunden. Der Beifall war start und ehrlich, aber er jubelte nicht. Er wollte nur anerkennen. Die Welt, die fich da auftat, hatte Beine Beziehung mehr zu den Sorgen, bie uns heute bebrüden, und war nicht lebendig, nicht greifbar genug, um uns ganz in ihren Bann zu ziehen. Das Schloßparttheater hat im Gegensah mit seinen beschränkten Mitteln eine würdige Borstellung herausgebracht, wenn man von den Erit Haffner war ein gang unmöglichen Statiften abfieht. stolzer, gütiger, wahrhaft faiserlicher Hadrian. Er hielt mit den schauspielerischen Mitteln haus, so daß er mit feinem Schmerzens. ausbruch bei der Totesnachricht des geliebten Antinous eine Ernst Degner. prächtige Wirkung erzielte. Felig von Luschan f. Der hervorragende Anthropologe und EthnoDas Intereffe des Abends gehörte der Höflich, die die Be- loge Felig von Luschan ist im Alter von 69 Jahren in Berlin ge frowna prachtvoll, lebendig geftaltete. Sie gab ber berechnenden geftorben. Seit 1885 mar er geboren am 11. August 1854 in Holla er- der 97 Der Brief des Hitler- Offiziers. Eine offiziöse Erklärung..! BTB. meldet: In seiner dritten Beilage vom Sonntag, den 3. Februar, brudte Bor.wärts" unter der Ueberschrift:„ Ein Offizier Hitlers erzählt einen ihm vom Zufall in die hand gespielten Brief eines Die Echtheit dieses Briefes Herrn Goeg in München ab. fonnte vorerst noch nicht festgestellt werden, da es bisher nicht ge lungen ist, den Verfasser einwandfrei zu ermitteln. Soviel steht aber schon jetzt feft, daß der Brief in wesentlichen Haupts punften, vor allem, was die Baffen- und Munitionsbeschaffung und die Beteiligung der Reichswehr anlangt, bireft unwahr, im übrigen maßlos übertrieben.ift. Hierzu wiederholen wir, daß wir mit den Behauptungen des Herrn Goeh nichts zu tun haben. Im übrigen ist diese Herr Goeßmie in München selbstverständlich unauf findbar, und die Stelle, die gegen ihn polemiſiert, anonym. Wir glauben daher nicht, daß aus einer Dis fussion zwischen diesen beiden etwas Bernünftiges heraustommen wird, und beschränken uns darauf, die Feststellung. daß die Reichswehr im allgemeinen und Lossom. Truppe insbesondere ganz unschuldig ist, zur Kenntnis nehmen. brunn bei Bien-am Museum für Bölkerkunde und an der UniDerfität tätig. 1900 murde er ordentlicher Professor für Ehhnolojie und 1904 Direttor am Museum. Sein Name ist mit der Entwicklung der völkerkundlichen und vorgeschichtlichen Forschung in Berlin oufs innigste verknüpft Durch seine wiederholten Reifen in Kleinaften und Syrien und insbesondere durch die Ausgrabungen in Sendjaiell ( zwischen 1890 und 1802) erschloß Bufchan das Bolf der Hethifer, das seitdem in der Wissenschaft eine so hervorragende Rolle gespielt hat. Ein weiteres Gebiet feiner Arbeiten waren die deutschen Ro lonien, besonders die Südseeinseln. Eine Reise dahin wurde durch. den Weltkrieg unterbrochen. Unter Luschans Beröffentlichungen reg das große Wert über die Altertümer von Benin herver, worin er die ganze Bedeutung und den fünstlerischen Wert dieser afrikanischen Bronzen barlegte. Der Forscher hielt es für seine Bilicht, das Erfannie in den Dienst des Lebens, unter Umständen auch des Tages zu stellen. Gegen bie türichten Sch'agwerte von Rasse und Bolt hat er wiederholt mit wissenschaftlichem Ernst Einspruch er hoben und die Demanogie, die damit getrieben wird, aufgedeckt. Bor allem hat er den Mischcharakter der jüdischen Raffe" dargelegt uns beren Bestandteile bis in ihre älteste Geschichte zurüdverfolgt. Grund. legend und doch popular hat er die hier in Frage kommenden Brebleme in der Schrift 251ter, Raffen und Sprachen" in lichtvoller Weife behandelt und alles darin zusammengefast. wes de Wissenschaft bazu zu sagen hat. Sie sollte als sein Bermächtnis in d. die weitesten Kreife bringen. Mar Reinhardt in New Bort. Im Herzen der Nem Dotter City wird jekt ein Theater für die Aufführungen von Mar Rein hardt errichtet. Die Anlage der Bühnen erfolgt nach feinen Angaben. Der Bau wird zwei Bühn nräume enthalten. Das eins Theater liegt auf dem Dach, hat 600 Size und mird für KammerDas andere aroße fpiele und Kammermusit verwendet werden Theater ist von mächtigen Ausmaßen und soll nach den Teen Meir hard's, die zuerst im Berliner Großen Schaufpi haus verwit tot mürben, feine eigentliche Bühne haben so daß der ftärende Zwischen. raum zwischen Schauspielern und Ruschauern vermi ben wird. Mie New Yorker Blätter berichten. sollen die Schauspieler direkt vom Buschauerraum auftreten fönnen. Erffaufführungen der Wahe. Min. Over am Königablak:.affen. Balirer Theater: Madame Bharao. iamieb. Elokvarf Theater: Bartholomans Binmt e". Donnerst. Momödienhaus: olandas legtes bentener. Frellas, Gr. Edanspicibane: Bocaccio.- Ediller Theater: Columbus". Renaissances Theater: Revolutionsbomgett.- Sonnab. Deutiches Opernhaus: „ Tausendunbeine Nacht. Die Junge Bühne bringt Ende Februarnardie in Sillian" von inoltonnen( Regie: Gustav Batung) und Aniang auffüorung. .Sebaftian von Paul Baudis( Regie: heing Hilpert) zur UrWait. Anton Brudners Reife in D. aumerten Male in Berlin gu Gehör gebracht, bildet as Sauptnud bes 1. Ronzerts ber .Gefellimait zur Förderung der tirolichen Tontunit am Montag 8 Uhr im arogen Saal der Hochschule. Das Brogramm ente hält noch die B- A- O- Huge für Drgel von Liszt, die vier eruiten Gejange von Brahms und Edgar Sinels Sonnengesang bes hl. Frangistus. ・ * Der Skandal vonWashington. Tennoch Hilfe für die deutschen Kinder. New Bort, 9. Februar.( WIB. durch Funtsprach.) General en teilt mit, daß die Sammlung von Geld und Kahrungsmittein für deutsche Kinder fortgefeht werde. So sehr man auch den Borjalt anläglich der Trauerfeierlich feite a für Wilson bedauern möge, so bleibe doch die Tatsache bestchen, daß zwei Millionen deutscher Kinder hungern. Die Erflärung des Generals Allen ist die bündigste Widerlegung des Reinwaschungsverfuchs, den die deutsche Bot schaft in der Kölnischen Zeitung" unternommen hat. Sie bejtätigt, daß eine Tattlosigkeit begangen wurde, durch die sogar die humanitäre Attion Ameritas zugunsten der hungernden beutschen Rinder gefährdet wurde. Sie will in Amerifa beruhigend wirken, in Deutschland wirkt fie tief befch men d. Das mindeste, was man von der deutschen Diplomatie und ihrer verantwortlichen Leitung verlangen darf, ist, daß fie wenigstens nicht durch schlechtes Benehmen das Ansehen und die Intereffen des deutschen Bolles mutwillig schädigen. Aber felbst hinter diesem bescheidenen Anspruch bleiben fie hoffnungslos zurüd! Das deutsche Pariavolk. London, 7. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In einem Schreiben an die hiesige Bresse erflärt ter Borsitzende des englischen SeeIcuteverbandes apelod Wilson, daß sich gegenwärtig 1200 beutsche Seeleute auf tem Gebiete des britischen Rönigreiches im Streit befinden, weil sie einen Monatslohn von nur drei fund erhalten, während die Seeleute aller übrigen Länder neun Pfund beziehen. 15 Fortsetzung der Versailles- Enthüllungen. Spencer hält alles aufrecht. Condon, 9. Februor.( Eca.) Spencer sendet der, new- yorf. orld" einen Brief, in dem er den Inhalt bes angeblichen Loyd Georges- Interviews weiter aufrecht erhält. Ich halte jedes Bori meines Arfite's aufrecht. Im übrigen bin ich noch hinter dem gurüdgeblieben, was Blend George erflärte. Es ist für alle Beute peinlich, derartige Fragen anzufaneiden, in dem Augen blid, wo Präsident Wilson gestorben ist. Wir müssen uns aber um Me Bebenden Hümmern. Lloyd George wollte nicht, daß die Franzosen fich da feftfehen, wo fie fich heute befinden. Ich verstehe fehr wohl die Stellung Lloyd Georges, ber zwischen mehreren Feuern teht, und fein fonenanntes Dementi ist nur ein Berjuch, die Frage zu verwirren. Was Llond George fagte, das werde er( Spencer) vor mehreren Zeugen, insbesondere vor dem Chefrebatteur bes Manchester Guardian" aussagen. Lloyd George hebe von einem Geheimperirag gefprochen und er zeinte den grökien 3orn. als er über diese Frome forach. Als 2ond George während der Berhand. lungen vom Frühjahr 1919 von seiner Londoner Reile noch Baris zurütlehre, ftellte er feft. bak Clemenceau während seiner Abwesen. heit den Präsidenten Wilson in diefer großen Brane für feine Cache gewonnen hatte. Es handelt fich um ein geheimes Abkommen, des ohne Lord George abgeschloffen mar. Spencer schließt: ch merden, darum habe ich geforchen. Es ift die Pflicht eines Boutna bekämpie die Verträge, die ohne Wissen der Bölker abgeschlossen iften, ofe Hindernisse zu überwinden. Wenn ich indistret war, jo merbe ich es immer wieder sein, wenn neue Geheimdokumente auf touden." Amnestie in England. Condon, 9. Februar.( Eca.) Die englische Regierung hat ihr Einterständnis danvit erklärt, daß alle von den Kriegsgerichter perurteilten Persönlichkeiten in Freiheit gesetzt werden. An der Krise hart vorbei. In Dänemark. Steigende Preise! " Jft Deutschland noch ein Rechtsstaat, heißt das Thema einer öffentlichen Versammlung, die von der Deutschen Liga für Menschen. In den letzten Tagen macht sich immer mehr das Bestreben der rechte" am Sonntag, den 10. Februar, cormittags 11 Uhr, im ehem. Landwirtschaft bemerkbar, zur Behebung von Kreditschwierigkeiten Herrenhaus, Leipziger Straße, veranstaltet wird. Borsiz und An die Preise für ihre Produkte in die Höhe zu schrauben. Bei der sprache Senatspräsident Freymuth. Redner: Prof. Kantoro Butter und der Milch ist das gelungen, obwohl erfreulicher. Hamburg), Justizrat Joh. Berthauer, Berlin. 3ahlreich einwicz( Univerfität Freibura), Professor Liepmann( Universität weiße die gegenwärtig wieder sinkenden Preise für dänische Butter. gegangene Gutachten deutscher Strafrechtslehrer werden zur Renni die frei Stralsund jetzt 1,60 m. foftet, wohl dafür sorgen werden, nis gebracht. Aniäßlich des Offenen Briefes von Professor Schüding daß den deutschen Butterproduzenten die Bäume nicht in den Himmel an General» Seedt wird der Froze des Landesverrats ein be wachsen. Es läßt sich aber auch weiter feststellen, daß die Fleiffonderer Raum auf der Konferenz zuteil. Regierung, Reichstag und preife in den letzten Tagen angezogen haben. Während aus Reichsrat sind eingeladen. Balutagründen eine Herauffezung des ausländischen Gefrierfleisches im Preise notwendig war, hat die deutsche Landwirtschaft sich der Bewegung angeschliffen und ihrerseits das Bieh teurer als bisher abgegeben. Weiter tommt aber noch hinzu, daß alle übrigen landwirtschaftlichen Produkte, wie Hülsenfrüchte und ganz besonders Mehl, angezogen haben. Der Mehlpreis ist in der legten Beche auf 21 bis 23 m. geflettert, während er vorher wochen lang auf 19-21. feststand. Es darf allerdings nicht überlehen werden, daß durch die franzöfifche Ausfuhriperre der dessen für die Mühlen sich die Gelegenheit ergab, ihre augenblid ich Mehlbedarf in Süddeutschland fich gefeiert hat und daß infolge recht großen Bestände vorteilhaft abzugeben. Darüber hinaus aber ift es unverkennbar, daß die Landwirtschaft ganz all gemein die Getreidepreise zu erhöhen wünscht. Bekanntlich wünschen die Landwirte fchon feßt die Wiederein. führung von Schutzöllen, um die unbequeme ausländische Ronfurrenz unterbieten zu fönnen. Diese Bestrebungen müffen bie größten Besorgnisse der Berbraucher erweden. Eine neue Inflationsperiode ist für das arbeitende Bolt Deutschlands un erträglich. Das Ende eines Ehestreites. Seine Frau mit dem Beil erschlagen. Ein mutmaßlicher Totschlag beschäftigt die Kriminalpolizei. In bem Hause Belle- Alliance- Str. 13 wurde heute sormittag die Bförinerfrau Brüfer in ihrer Stellerwohnung, mit dem Gesicht auf dem Fußboden, in einer großen Blutlade liegend tot aufgefunden. In der Wohnung war nur noch ihr dreijähriges Rind. Ihr Mann ist verfo munden. Rach Aussagen von Hausgennffen hat er mit feiner Frau ständig im Swift gelebt und sie wiederholt mißhandelt. Auch geftern wollen die Leute wieder einen heftigen Auftritt gehört haben. Das Kind fagt ebenfalls, daß der Bater bie Mutter geschlagen habe. Wohnungen für Ausgewiesene. Die aus dem bejezten Gebiet ausgewiesenen deutschen Reichsangehörigen find nach einer ausdrücklichen Vorschrift des Neigesetzes vom 24. Februar 1923 Dor aften anderen Wohnungsuchenden in einem Rundschreiben an die beteiligten Landesbehörden gebeten, unterzubringen. Der Reichsarbeitsminister hat vor furzem die Gemeinden auf diese Borschrift erneut aufmerksam zu machen und dafür Sorge zu tragen, daß den Ausgewiesenen, vor allem auch bei der Rückkehr in ihren früheren Wohnort, mit größter Be fchleunigung ein Unterfommen verschafft wird. Betriebsgesellschaft m. b. teilt mit, daß auf den Linien 1, 74 Nachbetrieb bei der Straßenbahn. Die Berliner Straßenbahnund 99 in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag verfuchsweise ein durchgehender Nachtbetrieb eingeführt wird. Spionage zu Gunsten Deutschlands". geblichen Spionageaffäre. Die Kriminalpolizei hai nady Die Pariser Morgenblätter melden die Aufdeckung einer alt einer längeren lleberwachung einen französischen Ingenieur namens Chivat, feine Freundin, eine geborene Ruffin und einen weiteren Russen verhaftet. Chirat hatte bei mehreren großen Flugzeugfabriken gearbeitet, darunter, bei Renault, und mar zuletzt Rorrettor in dem Konstruktionsbureau der Firma Bréguet. Seine: Freundin war Sekretärin in diesem Bureau. Man hatte bemerfi, daß beide ohne jeden Grund 3eichnungen mit nach Hause nahmen. Nach einer scharfen Leberwachung wurde nun festgestellt, das beide mit einem Ruffen zusammenarbeiteten. Die brei Berfonen wurden verhaftet und in ihrem Besiz befanden sich zahlreiche, neuen Mobells eines Flugzeugs. In der Wohnung der sehr wichtige 3eichnungen, darunter die Zeichnung eines Berhafteten wurden über 50 3eichnungen und eine um fangreiche Rorrespondenz beschlagnahmit, die die Be ziehungen der brei mit dem Ausland bewiesen. Weitere Bersonen follen verhaftet werden. Das Petit Journal" behauptet, baß diese Spionage 3 ugunsten Deutschlands getrieben worden fei. Lawinenstürze. 25 Menschen ums Leben gefommen. Durch zahlreiche Lawinenstürze find in den Alpen bis jetzt wird gemeibet, baß im hreinbachtal bei infenbach eine Aus Salzburg Samine nieberging, die ein Holzgebäude, in dem fich etwa 30 013arbeiter befanden, vollfommen verfchüttete. Bei den sofort aufgenommenen Rettungsarbeiten fonnte ein Holzarbeiter nur noch als Leiche geborgen werden, 12 wurden ich wer, andere leicht verlegt. In der Gegend von Gelztal finb weitere Lawinen niedergegangen, wobei in einem Falle zwei einem anderen Falle Telegraphenarbeiter, in drei Holz arbeiter und drei Schulfinder den Tod fanden. Bei der Berjonen getötet. Sur weiteren Aufklärung begab fich bie Mordkommission nach der Wohnung. Der Befund ergab, baß Frau Prüfer durch mehrere Schläge mit dem Gehäuse eines kleinen Beiles getötet worden ift. Ein Schlag mitten auf die Stirn muß gleich tödlich gewirkt haben. Er hinterkeß eine tiefe Berlegung. Die andern trafen ihre beiben Kopffeiten. Diefe Schläge find aber nicht im Zimmer, fondern, wie Blutfpuren zeigen, auf der Schwelle der Küchentür neben dem Bohnzimmer geführt worden. Der erste Stampi hat in der Rüche stattgefunden. Hier lag auch noch das Beil auf dem Herd, an feinem Gehäuse fleben Blut und Haare. Durch den ersten Schlag niedergeftredt, fiel Frau Prüfer hintenüber in die Stube. Der fie ein und schleppte sie dann, wie eine Schleiffpur beweist, in die Mann flug nun wahrscheinlich noch weiter aufhüttung eines Elektrizitätsmerfs wurden 5 PerDie Tat muß bereits gestern abend vor 9 Uhr verübt worden sein, Mitte des Zimmers und wandte den Körper auf das Geficht um. benn das Bicht, das zu der Zeit brannte, ist nicht mehr gelöscht wor ben. Die Kerze mar vielmehr heute morgen ganz heruntergebrannt. Das fleine Mädchen hat vermutlich den gangen fchaurigen Borgang lag es schlafend in feinem Bettchen. Der Mann ist noch nicht er. mitangefehen. Heute morgen, als man bos Berbrechen entbedte, mittelt. Er muß unmittelbar nach der Tat die Wohnung verlassen haben. Sonighändler" und Pferdedieb. Bei einer Firma in der Roßstraße erschien eines Tages ein junger Mann, gab eine Gefchäftstarte mit der Firma Honig Dertriebsgesellschaft Paul Zerbe", Moßftr. 56, ab Kepenhagen, 9. Februar.( WTB.) Im Foffeting wurde gestern und bot 20 Zentner Bienenhonia an. Der Kaufmann machte auch bei Behandlung einer Borlage betreffend die Rechtspflege, von dem eine Bestellung, weil ihm der Preis angemessen erschien. Nach Mitglied der radikalen Linen Rode der Vorschlag zu einem i Beinigen Tagen tam der Berfäufer in Begleitung eines angeblichen trauensvotum gegen den Juftizminister eingebracht, weil dieser Angestellten mit einem Fuhrwert vorgefahren, um zunächst 500 Glas reftern im Folketing einen Brinatbrief, den er abschriftlich von zu liefern. Der Käufer ließ nicht abladen, mies vielmehr den cinem mit lieb ter Bantfommission erhalten hatte, verlesen hatte. Staatsminister Neergaard erflärte, die Regierung sei mit dem bei dem der Honig gelagert und bezahlt werden sollte. Er gab Lieferer an einen Geschäftsfreund in der Kaiser- Wilhelm- Straße, Justizminister solidarisch; sie würde aus der Abstimmung eventuell ihm auch noch 4 Bafete mit 72 Pfund Leberwurft für ben Ge. tie Ronfequenzen ziehen. schäftsfreund mit. Dieser bezahlte die Rechnung mit 750 Billionen, bevor der Wagen entladen worden war. Nachdem sie das Geld erhalten hatten, gingen die beiden jungen Männer nach dem Fuhr. mert zurüd, verschwanden mit dem Honig und nah men auch noch die Leberwurst mit. Der Käufer stellte nun fest, daß es in der Mogstr. 56 teine Soniqvertriebsgesellschaft" gab und wandte sich an die Kriminalpolizei. Die Ermittlungen er. gaben, daß auch schon andere Leute in der Moßstraße nachgefragt hatten. Auch sie sind ohne Zweifel betrogen worden. Jetzt ist es gelungen, den Gründer in der Person eines gewiffen Eugen Goffom aus der Hermannstraße zu Reukölln, der früher einer Rolonne von Pferdedieben angehörte, festzunehmen. Bei der Diebestolonne hatte er die Aufgabe, in die Ställe einzufteigen und den Pferden Strümpfe anzuziehen, damit sie geräusch los entführt werden fonnten. Der Angestellte" war fein Freund, ein Händler Georg Rantereit aus der Manteuffelstraße. Be frogene, die noch feine Anzeige gemacht haben, werden ersucht, fich bei der Dienststelle B2 1a zu melden. Bei der Abstimmung wurde mit 71 Stimmen der gemäßigten Linfen, der Konservativen und der Erwerbspartei gegen 60 Stimmen der Sozialdemokraten, radikalen Linten und eines Parteilofen zur Sagesordnung übergegangen. Zwei Abgeordnete enthielten sich der S'imme, 16 waren abwesend. Der Mißtrauensvorschlag Robes rourde mit 69 Stimmen der gemäßiglen Linfen, der Renfervativen, ber freisinnigen Landespartei und der Erwerbspartei regen 60 Stim men der Sozialdemokraten, raditalen Linten und eines Ronferva tiren abgelehnt. 16 Abgeordncte waren abwesend, 4 enthielten fich der Stimme. Benesch's Beruhigungspillen. Brag, 8. Februar.( Tschechoslowakisches Preffebureau.) Gegente über ten Vorwürfen oppofitioneller Redner, daß der Bertrag mit rantreich auch gegen die deutsche Bevölkerung der Tschechoslowakei geridtet fet, erflärte Außenminister Dr. Be nesch in der geftrigen Gigung bes Außenausschusses des Genats biefe Borwürfe für unberegtigt. Die tschechoslomatische Außen politif arbeite ständig auf eine i berung der rationalen Gegen fäge nach beiden Seiten hin. Auch in Frantreich feien sich die Regierung und die regierenden Streife bewußt, daß bie Rraft des Staates tarauf beruhe, daß bie Nationalitätenfrage zendent fprechend(!?) geregelt würde. Das Ziel der tschechoslomatischen Belitit fei, eine Lage herbeizuführen, daß alle Staatsangehörigen auch in den außenpolitischen Schwiergleiten für ben Stcat einstehen tönnten. Die Frage der Hohenzollern, bemerkte Benesch, sei eire internationale Frage und ble be es. Was die Kredite von Frankreich betreffe, stellte der Minister fest, daß solche Kredite für Rüstungsa mede von der Tschechoslowakei nicht ver. Tangi würden, und daß Rredite auch nicht angeboten wurden. Deferlens Nachfolger im Reidsteg. An Stelle des zum Bürgermister von Hambura gewählten Senators Petersen ist der Ge fchäftsführer des Berbandes der deutschen Rigarrenfaben- Inhaber, Johannes Bu11. in tie Fraktion der Demokratischen Partei als Mitglied des Reichstags cingerüdt. Mac Renna hatte in London Unterhaltungen mit einigen be. beutenden Finanzleuten. Der banerische Candtagsaba. Amin Sanner fpricht am Sonntag, ben 10. Februar. vormittags 11 Uhr, in der Berjamm'ung ber Deutschen Liga für Menschenrechte im Herrenhaus über die bane rischen Justizverhältniffe neben den Brofessoren H. Kantoro wicz Freiburg, Siepmann somburg unb Juftizrat Joh. Berthauer Berlin, die über die Emmingersche Justizverordnung referieren Weil er heiraten wollte! Die Durchbrenner pflegen meist ihr Geld zu verjubeln. Eine Ausnahme macht einmal ein 19 Jahre alter Buchhalter Wilhelm Stein aus Dffenbach, der von der Berliner Kriminalpolizei in Grünau festgenommen wurde. Klein unterschlug 16000 Gold mart, um heiraten zu fönnen. Er fagi, baß er in Offenbach bei angestellt war. Das reichte natürlich nicht zur Gründung eines eige dem Warenhaus Ties mit neun Goldmar! Wochenlohn nen Haushalts, nach dem er sich fehnte, feitdem er sich verlobt hatte. um doch zum Ziel zu kommen, behielt er 16000 Goldmart, die er für seine Firma an ein anderes Geschäft abliefern follte, für ich, gab feiner Braut etwas ab und fuhr mit dem übrigen nach Berlin. Hier stürzte er sich auch wirklich nicht in den Strudel der Großstadt, sondern faufte fleißig Möbel für die eigene Woh nung, dieer zu bekommen hoffte, einige Kleidung für fich und Aus stattungsstüde für die Braut. Unnük gab er nichts aus. Um auch bie Hotelkosten zu sparen, besuchte er Berwandte in Grünau, die ihn auch freundlich aufnahmen, weil sie von seinem Streich nichts mußten. Um fo mehr waren fie überrascht, als die Kriminalpolizei erschien. Diese war dem jungen Mann rasch auf die Spur gefom men und holte ihn zunächst nach Berlin ab, um ihn nach Offenbach zurüdzubringen. Klein befaß nody 2700 Goldmart; alles andere hatte er, bis auf den Teil, den seine Braut erhalten hatte, in Eintaufen angelegt. Opfer tes Steuerwirrwares. Bei ber letzten Prüfung der Steuer 3ivil Supernumerare im Bezirke des Landes finanzam'es Berlin find zwei Drittel der Prüflinge, etwa 200. burdgefallen. Das ist nur eine Folne der Komp iziertheit der Steuergelekgebung. Die Geseze, Ausführungsbestimmungen, Berordnungen, Berfügungen wechseln fo buni, dah felbst die älteren Beamten fich nur mit Mühe zurechtfinden. Sport. mandje Lüden auf. Defferreichischer Borabend im Sportpalaff. Das große Haus wies geffern Der Reinertrag des Abends fliekt je zur Hälfte dent Berliner Bugendamt und dem Deffe: reichisch deutschen Boltsbund zu. Funte, Berlin, unb ber Weltergewichtsmeister Defterreichs, Beter an a, tanden als erites Baar im Ring, mukten fich aber nach 6 Runden mit einem Un entschieden trennen. ans Ronis und der Wiener Studernatio mad ten schnelle und ganze Arbeit. Schon in der zweiten Runde wurde der Kampf entschieden. Der Wiener mußte, start mitgenommen, zu Boden. Bei 8 warfen die Sekundanten das Tuch in den Ring, um 10 ihren Mann zu retten. Antonowitia, Bremen, borte gegen Bonge br, Königs berg, zuerst unentschieben, fonnte aber später den Königsberger zum Aufgeben goingen. Nody St night, England, und Rudi Wagener letterten als lettes Paar in ben Ring. Der Neger ohne Technik griff niemals an, Wagener, der ständig ber Angreifer war, fonnte es nur z in ber zweiten Runde bis 10 zu Boden. einem Puntificg bringen. Sa mion fdjidte ben Ungarn Barothy tom Groß- Berliner Parteinachrichten. 21. Abt. Sonntag friib 9, Uhr: Funktionärversammlung bei Müller, Abolfftr. 12. 83. Abt. Lichlerfelde. An die Abteilungsmitglieder, die Beamte find, ergeht das Ersuchen, an der morgen, Sonntag vorm. 11 Uhr, im Restaurant zum Alten Astanier" in Berlin, Anhaltstraße 11( großer Gaal) ftattfindenden Beamtenver fammlung teilzunehmen. 137. bt. Reinidendorf Best. Seute, Sonnabend, 7 Uhr: Funktionärversammlung im Boltshaus, Scharnweberfir. 114, Jugendveranstaltungen. in der Schule Biesen, Ede Pantstr., angefest war, fann leider infolge technischer Abt. Gesundbrunnen. Der„ Bunte Abend", der auf Genntag, den 10. Februar, Schmierigtetten exft am Sonntag den 24 Februar, stattfinden. Theater der Woche. Atolloper: 10. Die lustigen Beiber von Bindfor. 11. Madame Butterfin. Bont 10. bis 18. Februar 1921. 16. Cine Abrechnung. Der Heiratsantrag. 18. Bater und Sohn. Bolfsbühne: 10., 12., 14. Figaros Sodzeit. 11., 13., 15. unb 17. Don Carlos. 10. Ware. 11. roubabour. 12. Siegfrieb. 13. Tiefland. 14. Hoffmanns Staatsopez: Erzählungen. 15. Götterbämmerung. 16. Boheme. 17. Meisterfinger. 18. Tosea. 12. und 15. Fledermaus. 18., 14., 16., 17. Waffenschmieb. 18. Tänze unb Bajazzt.-Emauspielhaus: 10., 16., 18. Biel Lärm um nichts. 11. Die Empörung bes Luctus. 12. Randiba. 13. Boffenabend Alt- Berlin. 14. Fauft. 15. Rathan der Beife. 17. Minna von Barnhelm. Schillertheater: 10., 12., 14., 16. 18. Beer Gynt. 11. Stiftungsfeft 13. Rora. 15., 17. Colombus. Deutsches Theater: 13. und 14. Schers, Satire, Stonie und tiefere Bedeutung. Gonft tags lich: Du follft nidt töten. Remmerspiele: Der Rebbich. Leffing- Theater: 12. Michael Aramer. 10., 11., 13., 14., 16., 17., 18. Was ihr wollt. 15. Fauft. Theater in der Königgräger Straße: 14. und 18. Die Dame mit dem Scheibungs grund. Sonft: Ein Sommernachtstraum. Deutsches Opernhaus: 10. Tann häufer. 11. Der fliegenbe Solländer. 12. Aiba. 18. Lohengrin. 14. und 18. Die Rauberflöte. 15. Zosca. 16. Taufenbundeine Nacht. 17. Die Meisterfinger Don Nürnberg. Großes Schauspielhaus: 10. bis 14. Der Rigeunerbaron. b Boltsover im Theater des Beffens: 10. Lohengrin. 11. und 15. Robelinde. 12. 15. Boccaccio. Reves Balls Theater: Der Graf von Luxemburg. Große und 17. Carmen. 18. Don Pasquale. 14. Die Fledermaus. 16. 8ar und Rimmermann. 18. Rigoletto. Renaiffance Theater:: 10. bis 14. Die findifchen Berliebten. b 15. Revolutionshochzeit. Die Tribüne: Mifter Bim: Denisches Rünstlertheater: Sennora. Romödienhaus: 10. und 12. Die Dame mit dem Scheidungsgrund. 13. Gefchloffen. Ab 14. Jolandas Testes Abenteuer, Berliner Th ater: Dolly. Trianon- Theater: Die nadte Sängerin. Refibenz- Theater: Anbroflus und der Löwe. Rentral- Theater: Der dumme Auguft. Theater in der Rommandantenstraße: Die Bostmeisterin. Renes Theater am Roe: Meine Tochter Otto. Romische Oper: Die Welt ohne Schleier. Luftfpielhans: Der Held des Westerlands. Metropol- Theater: Marietta. Renes Operettentheater: Die vertagte Nacht. Thalia- Theater: Frasquita. Theater am Kurfürstendamm: Wera Mirzewa. Intimes Theater: - Aleines Der Sinbupring. Der Schrei. Der Diwan. Der schlaue Jaromir. Theater: Devifen. Balnez- Theater: Totentana. Balhalla Theater: Bariete. Borftellung. Rose- Theater: 10., 11. un 13. Der Kaufmann von Benedia. 12. unb 16. Jugendfreunde. 14., 15. und 18. Das Glüldsmädel. Rafino- Th ater: Die Mall vom Steinhof. Schloßpark- Theater Steglik: 10., 11. unb 16. Till aufebums. 12. Antinous. 18., 14., 15., 17, unb 18. Bartholomäus Blume. Folies Caprice: Rund um den Wedding. Theater im Abmiralspalafti Drunter und drüber, Apollo- Theater: Boll und Krone. will nicht stören. Ramittagsvorstellungen: Bellsbühne: 10. Die Fahrt nach Orplib. 17. Und bas Licht scheinet in ber Finsternis. Arshower: 10. Maria Stuart. Gaufpielhaus: 10. unb 17. Dr. Rlaus. Siller Theater: 10. Nozn 17. Journalisten. Leutsches Theater: 10 und 17. Gespenster.-Rameris 10. unb 17. Die Bürle ber Bandora. Theater in ber Röniggräger Straße: Der Biberpela. Dentsches Künstlertheater: Bürger Shippel. Trianon Theater: 10. und 17. Neues 1 Berliner beater: 10. Der Freifcit. 17. Fra Diabolo. Resibenz- Theater: 10. unb 17. Stein unter Steinen. Operetten- Theater: 10. und 17. Der Teufche Lebemann. Kleines Theater: 18. und 16. Mar und Morik. 10. unb 17. Liebe. Stofe.Theater: 10. und 17. Jugendfreunde, 16, Rubezahl. Schlokpart Theater Steglik: 10. und 17. Afchenbrödel. Theater im Abmiralspalat: 10. und 17. Ein Balsertroum. 4 Gewerkschaftsbewegung Die fechfle Internationale Arbeitskonferenz. Die sechste Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz wird m 16. Juni 1924 in Genf eröffnet werden und folgende Tagesord mung umfassen: 1. Die Nugung der Freizeit der Arbeiter; 2. Gleich behandlung ausländischer und einheimischer Arbeiter bei Arocits unfällen; 3. die 24stündige möchentliche Betriebsruhe in Glashütten mit Wannenofen; 4. Nachtarbeit in den Bäckereien. führer, bir ett hungern müffen, während sich bie Unter Paffive Refiftenz beharrliche Arbeitsverweigerung. nehmer gesundgemacht haben. Die Unternehmer haben ihre Dr. ganisation aufgebaut, fo daß fie uns heute die Spize bieten können. Resistenz beharrliche Arbeitsverweigerung fi, verneint. Eine Das Gewerbegerich. Augsburg hat bie Frage, ob passive Ein großer Teil unserer Kollegen steht dem Organisations redanken Augsburger Firma der Holzbranche hatte Anfang Dezember, als absolut indifferent genenüber. Gegan diefe unhaltbaren 3uftände Gegan diese unhaltbaren Zustände bie zentralen Lohnverhandlungen in Bayern gescheitert maren, müssen wir im Interesse der Fahrer, ihrer Familien und der Deffent diktatorisch den Stundenlohn von 112 Bf. auf 48 Bf. herabgescht. fich feit nunmehr Sturm laufen. Bir müssen uns alle zufammen- diktatorisch fchließen, um den Kempf zu führen. Daß dies möglich ist, eint als die Arbeiter passive Resistenz übten, gab ihne die sind 10(!) uns das Bild unserer österreichischen Kollegen, die nach einem Streit Minuten Bedenfzeit und perrte dann die ganze Belegschaft von 162 Vrbeitern aus. Eine Beche später stellte fte all bis auf sechs von 12 Wochen die Unternehmer auf die Krie gezwungen haben. Aus diefen Gründen müsse jetzt fcfert darangeran en werden, unfere Scher", darunter vier Betriebsratsmitglieder, wicher ein. Das Organisation fa aufzubauen, daß der Kampf mit Erfolg geführt Gewerbeg richt verurteilte nun die Firma zur Lohnnach. zahlung und Wiedereinstellung, me durch tie außer 3 befaffen haben, welche die Tätigkeit der Internationalen ArbeitsIn der Disfuffion, an der sich eine ganze Reihe von Berufsfol. gewöhnliche diftatorische Lohnfenfung die Erregung der Arbeiter organisation im allgemeinen betreffen, aber nicht. den Beschluß von fenen beteiligten, fam einmütig der Wille zum Ausdrud. alles baran- fchaft begreiflich gewesen und die Arbeiterschaft burch has Anera Hebereinkommensentwürfen oder Borschlägen für die Staatsgeseh- aufeken. um den legten noch fernstehenden Kollegen der Organisation bieten pon Berhandlungen, bie brüst abgelehnt gebung erforderlich machen. So& B mird über den Bericht verzuzuführen und zum Kampf gerüstet zu fein. Eine Resolution, die murben, den Willen fundgegeben hatte, die Arbeit gegen ent handelt merden, den das Internationale Arbeitsamt über das Ber- diefen Willen der Bersammlung beträftigt, murde einstimmig fprechende Zusicherungen wieder aufzunehmen. Von einer beharre fahren betr. bie Abänderung von Uebereinkommen fchen Arbeitsverweigerung im Sinne des§ 123 Biff. 3 ber Gewerbeu nerfaffen hatte. Weiterhin wird sich die Konferenz mit dem alone ordnung tonne beshalb nicht gefprochen werden. Die Frist von zehn Bericht des Beirates für Milz brand befaffen, der gemäß Ent Minuten zur Wiederaufnahme der Arbeit fei abfolut ungenügend schließung des Bermaltungsrates der sechsten Konferenztagung vorgemefen gelegt wird. Diese Tagung der Konferenz wird sich außerdem mit Fragen Außerdem flebt der Bericht des Direktors des Arbeitsamtes zur Berhandlung, worin eine affgemeine Uebersicht der Birffamfeit des Amtes in der Zeit vom 1. Juli 1922 bis 31. De zember 1923 gegeben wird. Ebenso enthält der Bericht Angaben fiber die von den verschiedenen Mitgliedstaaten ergriffenen Maßregeln zur Ausführung der von den Konferenzen beschloffenen Webereinkommensentmürfe und Borschläge für die Staatsgefeggebung. Schließlich wird dieser Tagung aint Bericht über die Arbeitslofigteit vorgelegt werden, enthaltend die Ergebnisse von Erhebungen, welche das Arbeitsamt ausführte, fomie ein Bericht über die Lebenshaltung in Ländern mit ent merietem Gelde Proteftversammlung der Kraft und Pferdebrofchkenführer Am Freitag fand im großen Saaf des Gewerkschaftshaufes eine überfüllte Versammlung der Droschfenführer Berlin flatt, um Stellung zu nehmen zu den Mißständen im Droschtengewerbe und ber ablehnenden Haltung der Unternehmer gegenüber den Lohn forderungen. Becker vom Deutschen Berkehrsbund schilderte zunächst die Zustände im Droschkengewerbe infolge des Krienes und der Inflation, die dazu führten, daß das Einfommen der Droschtenfahrer taum die Höhe der Erwerbstofenunterftüfung betrug. Außer diefer schlechten Entlohnung bestehen noch Arbeitszeiten bis zu 26 Stun ben. Durch die miferable Bezahlung und die unbegrenzte Arbeitszeit werden die Fahrer fo zermürbt, daß fie ihre Berpflichtungen im Intereffe der Sicherheit des Berfehrs, fomie ihre sozialen Berpflichtungen der Familie cegenüber nicht mehr erfüllen fönnen. In dieses System müsse entschieden Bresche geschlagen werden, auch im Interesse des Publikums. Der Referent zeigte, daß bei verwandten Berufsgruppen, wie z. B. den Kutschern in Schwerfuhrwerfsbetrieben, durch das Eingreifen der Organisation menschenwürdige Berhältnisse gefchaffen werden konnten. Die Hauptmißstände im Lohnfyftem refultieren aus dem Tarameterfnftem und ber prozentualen Entlohnung. Bei fchlechter Konjunktur geht das Risito des Geschäfts stets auf Stoften ber Fahrer. Eine Berbefferung der Berhältnisse nach dem Kriege mar deshalb beinahe unmöglich, weil das ganze Drofchtengewerbe fo forrumpiert war, daß die Drnanifotion feine Macht hatte, um durch zugreifen. Eelbft der im Jahre 1920 abgefchloffene rechtsverbindliche Zarif wurde in Zeiten ungünstiger Konjunktur von den Unternehmern rein willtürlich abgebaut. In allen Eingaben an die Be. hörden brachten die Unternehmer zum Ausdrud, daß sie am Rande bes Ruins ständen. Alle ihre Protefte bei der Tarenfeftfehung hatten infofern Erfolg erzielt, als ihre Wie berücksichtigt wurden, während die Fahrer fiets in legter nie oder aber überhaupt nichts erreichen fonnten. Alle Berhandlungen fheiterten an der Halsftarrigkeit der Unternehmer. Redner schilbert die günstigen Berhältniffe der Drofchtenfahrer in anderen Städten, mie Hamburg. Köln, Leipzig ua. Dort find Grund- und Garantielöhne durch geführt, well die dortigen Stollegen straff organisiert sind und den Unternehmern baburch Respekt einflößen. Die Zustände haben sich jeht aber fo zugespigt, daß die Fahrer, besonders die Pferdebroschfenwerden fänne. angenommen. Angestelltentarif der Gefundheitsindustrie. Die im Af- Bund organisierten Angestellten ber Gefund. heitsindustrie rahmen am Freitag abend Stellung zum Ver barblungsergebnis. Günther erwährte in seinem Bericht, daß das Gehaltsabfommen gegenüber den Vormonaten einigermaßen er. traglich ist. Die Ghälter bemegen sich in folgenden Grenzen: Gruppe KI und TI 75 bis 95 m. Gruppe KIII und T II 100 bis 142 M., Gruppe T III 135 bis 210 M., Gruppe TIV 170 bis 260 Meifter 162 bis 265 M, Laufmännische Gruppen KIII und IV 5 Broz meniger mie T III und IV. Das Lohnergebnis zeigt Har und deutlich, daß das Gehalt der unteren Gruppen fich erhöht hat. Der Angriff auf den Achtstundenfag ift abgefchlagen wor ben. Die 48 Stunden Woche steht feft. In den Urlaubs fragen ist folgerdes Ergebnis erzielt worten: Bei den unteren Gruppen beträgt der Höchsturlaub 15 Tage, bei den oberen Gruppen 18 Toge. Zum Schluß empfahl Genosse Günter Annahme des Er gebnisses und wies auf die tommenden Betriebsratswahlen hin. Jeder Betrieb muß einen Angestelltenrat haben, der auf dem Boden des 2da. steht. 30 Berhandlungsergebnis zu Mit großer Mehrheit stimmte die Versammlung dem erzielten Lehmann vom Metallarbeiterverbard unterrichtete die Anwesenden noch über den gegenwärtigen Streit der Rohr feger und appellierte an die Solidarität der Hand- und Kopfarbeiter der Branche. And den Efha- Werken. Uns wird gefchrieben: Bährend früher die Efha- Berfe in bezug auf die Behandlung ber Belegidaft norbilblich waren, scheint allmählich eine andere Richtung Blaz zu greifen. Es scheint dort Herren zu geben, die den politischen Zug der Zeit" ausnuten möchten. Ueber den Kopf des Betriebsrates hinweg werden in einzelnen Abteilungen Ueberstunden angeordnet, dem Betriebsrat verweigert man die Einsicht in die Lohnlisten, den Tarifvertrag mit den Angestellten versucht man zu beseitigen, indem man dauernd Vorstöße gegen ihn unternimmt. Den Achtstundentag fucht man ebenfalls fyftematisch zu beseitigen, indem man den Produktionsgang fünftlich stört durch zu spätes Anfahren der auf Lager liegenden Rohmaterialien. Wenn jemand in den Betriebsverfammlungen, die außerhalb des Wertes stattfinden, ein offenes Wort spricht, wird er von den unter geordneten Beamten" anderntags permarnt und wird ihm zu ver ftehen gegeben, daß er im Wiederholungsfalle das Bündel schnüren muß! Die zuständigen Organisationen( Sentralverband der Feischer, Deutscher Verkehrsbund, Verband der Maschinisten und Heizer) haben bor furzem gegen diefes Gebaren protestiert. Der Bertreter der Firma fagie zu, die Angelegenheit zu unterfuchen, aber fo viel Rorrektheit hat man noch nicht aufgebracht, den Organisationen über das Ergebnis der Untersuchungen Bescheid zu geben. Früher, als die Herren Faupel sich noch selbst an den Verhand fungen beteiligten, mar das Verhältnis ein äußerst gutes. heutigen Berhandlungsleiter glauben die hebung der Produktion politisch betreiben zu fönnen. Nur die politische Boreingenommen heit gewiffer Herren zeitigt in den Efha- Werfen Berhältnisse, die in den nächsten Tagen schon zu Differenzen führen tönnen. Es handelt sich also nicht um eine generelle Entscheidung dieser Frage. Im Einzelfalle wird die Entscheidung eines Gewerbegerichts von den besonderen Umständen abhängen, unter denen fich die passive Resistenz vollzog. Allgemein aber tann in all den Fällen paffiver Reſiſtenz. in denen es sich um unmittelbare Differenzen über die Arbeitsbedingungen handelt, von einer beharrlichen Ar beitsverweigerung nicht die Rede sein. Die Neuwahlen zum A- Ortstarfeff Berlin ergaben bie Wiebers mahl der Genoffen E Flatau zum beamteten und. enzow zum ehrenemilichen Borfigenden. Der Ausschuß, die feitende Körpers fchaft des Ortsfartells, murde nach den Vorschlägen der angeschloss fenen AF- Gewerkschaften zusammengefekt. Der Ausstand der Ge Der Kampf in Rheinland- Westfalen. meinbearbeiter bes Wuppertales it beendet. Die Aus. ständischen haben mit großer Mehrheit beschloffen, die Arbeit zu dem im Schiedsspruch festgelegten Stundenlohn von 52 Bf. wieder aufzunehmen. Dadurch sind auch die Barmer Bergbahn und die Städtische Straßenbahn wieder in Gang gekommen. Der Ausstand in der Metall. und Textilindustrie dauert noch an. ist die Bermittlung des Reichsarbeitsministeriums angerufen worden. Es Streifbrecher find läftige Ausländer. Der Zentralverein der Deutschen Reeber hat ein Telegramm des deutschen Botschafters in Bondon erhalten, monach bie deutschen Seeleute, die in England auf ben deutschen Schiffen, wo geftreitt murde, gearbeitet haben, non der englischen Regierung mit einer Friftfehung von zwei Tagen ausgewiesen worden sind. Lohnforderungen der englischen Maschinenbauer. Die vereis nigten Gewerkschaften der Maschinen- und Schiffsindu. ftrie haben eine Forderung auf Lohnerhöhung von 10 Schilling pro Woche für alle Dodarbeiter eingereicht. Aus der Partei. Eine wissenschaftliche Monafschrift. Bom 1. April ab erscheint im Berlage von J 5. B. Dies eine wissenschaftliche Zeitschrift.Die Gefellida ft. Internationale Revue für Sozialisten und Politit. Herausgegeben von Dr. Rudolf Silferding. Alle redaktionellen Zuschriften find zu richten an Dr. Rudolf Silferbing, Berlin NW 6. Schiffbauerdamm 26, alle geiäit Lichen Zuschriften an den Berlag- J. H. W. Dieg, Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Berantwortlich für Politif: Graft Reuter: Wirtschaft: 3. B: Seat Reuter; Gemerfchaftsbewegung: Steiner; Feuilleton: S. Dächer: Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b.$.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerek und Berlagsanftakt Baul Singer u. Ca.. Berlin GB. 68.. Lindenstraße 3. Weiße Woche! Seltene Kaufgelegenheit. Während dieser Woche bringe ich weiße Waren aller Art zu hervorragend billigen Preisen Berlin- Schöneberg Hermann Meyer Bor. 28, am Winterleldiplatz Achtung! Schuhmacher! Croupons zum Nageln und Nähen überraschend billig Bettwäsche Berthold Kuttner Berlin, Reichenberger Strasse 14 Korb- a, Rohrmöbel Eig.Fabrik, stets hervorrag Neuh. Gr.Auswah. Billige Preis: Edmund Voß, Bla- Neukölln Berliner Str. 14. Näne Hermannplatz- Tel Neukölln 2264 Repar sämtlich, Korbwaren RAURINGE T n jed. Größe Qualität stets vorrät, nur bill Preisberechn M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Prankt. Allee 202 Nähe Bahnh. 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