Nr.69 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 34 Bezugspreis: Böchentlich 85 Golbpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsche land, Danzig, Gaar. u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg wö chentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Rreusband endungen nur gegen werts beständige Zahlung. Bostbezugsprets für Februar 4,- Goldmart. Der ,, Bormärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und geit" mit, Gied Lung und Aleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. geile 0.70 Goldmart, Reflamezcile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 0.20 Goldmart( zuläffig zwei fettgedruckte Borte), jebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Sonntag, den 10. Februar 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Depoñtenfase Lindenstraße 3 Die Goldnotenbank. Der Reichsbankpräsident schließt sich den Sachverständigen an. Das erste Sachverständigenkomitee veröffentlicht folgendes kom. muniqué: Die Arbeiten des ersten Sachverständigenkomitees haben dazu geführt, mit Einstimmigkeit in großen Zügen den Plan festjulegen, den es für die Errichtung einer neuen deutschen Goldnotenbant anempfehlen wird, die ihre eigenen Noten gegen diejenigen der Rentenbank und der Reichsbant austauschen soll. Die diefem Entwurf zugrunde liegenden allgemeinen Prinzipien find dem Reichsbantpräsidenten Dr. Schacht zur Kenntnis gebracht worden, der durchaus den Eindruck hat unter dem auch die Sachverständigen stehen, daß, falls dieser Entwurf zur Ausführung gelangt, er fich als der bedeutsamste Schritt zur endgültigen Stabilisierung der deutschen Baluta und zur Ausbalanzierung des deutschen Etats erweisen wird. Das Sachverständigenfomitee wird der Reparationsfommission gegenüber zum Ausdrud bringen, daß der Plan, den es der Kommiffion unterbreiten werde, baldmöglich zur Ausführung gebracht werden foll. Dr. Schacht hat dem Komitee erklärt, daß er bei Aufstellung seiner Pläne für die Errichtung seiner Geldbank es so einrichten wolle, daß ihr Aufgehen in die von dem komitee vorzuschlagende Notenbank erleichtert werde. Herr Dr. Schacht wird am 13. d. M. mit dem Sachverständigenfomitee in Paris wieder zufammentreffen. Hierzu wird uns von unterrichteter Seite geschrieben: Die pffizielle Auslaffung des Sachverständigenkomitees, das seine wäh rungsarbeiten in Berlin hiermit vorerst beerbet haben bürfte, zeigt in erfreulicher Weise, daß die Zusammenarbeit zwischen den in Frage kommenden deutschen Steller und dem Komitee zu einem befriedigenden Ergebnis geführt hat. Das Komitee, das von der Reparationstommiffion den Auftrag empfangen hat, Vorschläge für eine definitive Sta bilisierung der deutschen Währung zu machen, hat seine Arbeiten von vornherein und unverändert auf diesen Endzweck gerichtet. Der dahingehende Blan hat die Vereinheitlichung der bisherigen verschiedenen deutschen Zahlungsmittel auf einer ein zigen Goldbafis zum Ziele. Die Gedankengänge, die das Komitee babei leiten, sind derart, daß auch von deutscher Seite ein Er. folg daraus erwartet wird. Andererseits hat das Komitee riemals verfannt, daß unfere derzeitigen Wirtschafts- und Mäh. rungsverhältr iffe ein promptes Handeln erfordern. Die Sochver ständigen werden diese Auffassung der Reparationskommission ge genüber zum Ausdrud bringen und zeigen durch die bereits für den 13. d. M. in Paris angefeßte Fortführung der gemein. samen Arbeiten, daß es ihnen mit der beschleur igten Lösung des Problems Ernst ist. Um die von dem Reichsbankpräsidenten eingeleiteten Arbeiter auf boldige Heranziehung inländischen und ausländischen Goldtapitals für die Zwecke der deutschen Wirtschaft nicht zu behindern und ilre Weiterführung zu ermöglichen, hat die Kommission die Erklärung des Reichsbankpräsidenten entgegengenommen und in ihrem Rommuniqué zum öffentlichen Ausdruck gebracht, daß die Arbeiten des Reichsbankpräsidenten so geführt werden, daß des Aufgehen der heranzuziehenden Kapilalien in den von den Sachverständigen ins Auge gefaßten defir itiven Plan vorgesehen wird. Aus der somit von allen beteiligten Stellen bezeugten prompten Arbeitswilligkeit und übereinstimmenden grur bfäßlichen Auffaffung geht hervor, deß die letzten spekulativen Borgänge auf dem Devisenmarkt jeder Begründung entbehrer und daß die Ueberführung des derzeitigen Wertverhältnisses unserer Zahlungsmittel in einen definitiven Bustard mit Sicherheit in Aussicht zu nehmen ist. Der Erste Sachverständigenausschuß, der am Sonnabendnachmittag eine interne Plenarsizung abhielt, beabsichtigt, in feinem Währungsunterausschuß am Montagvormittag Freih. v. Wangen heim als Vertreter der Landwirtschaft zu einer Besprechung zu empfangen, am Nachmittag Graßmann vom ADG B. für die Gewerkschaften am Dienstagvormittag v. Siemens für die Industrie und v. Merdelsson für die Banken. * Weltkonferenz für Abrüstung. Von Macdonald beabsichtigt. London, 9. Februar.( Eigener Drafbericht) Die Arbeiterregierung erwägt die Einberujung einer internationalen Konferenz zur Einschränkung der Luftrüftungen. Wie verlautet, beabsichtigt Macdenald, diese Frage zunächst informatorisch auf seiner erften 3ufnmmenkunft mit Poincaré zu befprechen. Diese Begegnung dürfte übrigens nach den neuesten Nachrichten doch noch vor den französischen Neuwahlen, und zwar noch am Ende dieses Monats stattfinden. London, 9. Februar.( EP.) Der Geheimsiegelbewahrer Cinnes hielt gestern in Manchester eine Rede über die Außenpolitik. Er erklärte, daß die Arbeiterregierung eine Politik zu ver folgen gedente, wodurch der Wohlstand Englands vermehrt werde. Zwischen Frankreich und England sei bereits ein besseres Berhältnis eingetreten. Die Opfer, die England im Kriege gebracht habe, gäben ihm das Recht, mit gleicher Autorität mitzusprechen, um zwischen Frankreich und Deutschland einen dauernden Frieden herzustellen. Dieser Frieden müsse für Frankreich, aber auch für alle anderen Beteiligten gerecht sein. I England verhandelt mit Frankreich. Condon, 9. Februar.( WTB.) Das Reutersche Bureau er fährt, daß die britische Regierung jezt gewiffe neue Borschläge, die von der französischen Regierung zur Regelung der pfälzischen Frage gemacht worden find, prüft. Diese Vorschläge, die den Wunsch an den Tag legen, die Frage billigerweise geregelt zu fehen, würden von der britischen Regierung mit dem größten Wohlwollen erwogen. Diese neue Entwicklung werde ans gesehen als ein Ausdruck der neuen herzlichen Atmosphäre, die zwischen Paris und London vorherrsche. Weiter erfährt Reuter, daß die alliierten Oberkommiffare in Koblenz wieder über die Regelung der Frage der Kölner Bah. nen verhandelt haben. Es werde zuverlässig erwartet, daß ein Uebereinkommen erzielt werden wird auf der Grundlage des fran zösisch- britischen Protofolls vom 14. Dezember 1923, welches der franzöfifchen Regie Erleichterungen für den Durchgangsverkehr durch die britische Zone gewährte. Man sei der Ansicht, daß für den vollständigen Abschluß eines Uebereinkommens nur noch eine Er örterung technischer Einzelheiten notwendig sei, die nächste Woche an Ort und Stelle beginnen werde. Pfalzfrage und Köln- Konflikt. Paris, 9. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Meldung, daß zwischen London und Paris eine Einigung über die Regelung der falafrage zu erwarten jet, wurde am Sonnabend von den dem Quai Dai d'Oran naheftehenden Streifen bestätigt. 2uch eine offiziöfe Reuternote besagt, daß in der Haupifrage, der der Rückkehr der aus. gewiesenen Beamten, ein Kompromiß zustande gekommen fei. Ebenso dürfte sich die Frage des Eisenbahnperlehrs in der englischen Befagungszone auf dem Wege der Regelung befinden. Als Grundlage foll das am 14. Dezember von den lokalen Behörden vereinbarte, von den beiden Regierungen aber nicht genehmigte Modus Viventi Abkommen dienen, das der franzöſiſch- belgischen Regie ſehr weit gehende 3 ug e ft ändnisse in der englischen Bone einräumt. Diktaturgerüchte in Paris. Zwischenfälle, au denen die Diskussion über die Regierungsvorlage Paris, 9. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die zahlreichen des Ermächtigungsgefeßes in der Kammer in den letzten Tagen An laß gegeben hat, laffen täglich neue fenfationelle Gerüchte auf tauchen. Nachdem am Freitag ganz Baris durch das Gerücht von der Demission Boincarés erregt worden war, zirkulierte am Sonnabend morgen in den politischen Kreisen eine Darstellung, daß die Regie: rung beabsichtige, die Kammer aufzulösen und eine Dittatur Millerand bereits mehrfach augeschrieben worden, ohne daß fie fich au errichten. Abfichten diefer Art find Boincaré und vor allem auch bisher bestätigt hätten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß man zunächst einmal einen Versuchsballon steigen lassen wollte, um die Wirkung einer solchen Nachricht auf die öffentliche Meinung zu erproben. Sicher ist jedenfalls, daß die französische Regierung augen blicklich in starte innenpolitische Schwierigkeiten verwickelt ist, aus benen ein Ausweg nicht leicht sein dürfte. Wenn auch die letzten nicht allzu große, so doch sichere Mehrheit rechnen fann, so ist Abstimmungen gezeigt haben, daßk Poincaréauf eine wenn auch boch andererseits selbst diese Mehrheit ganz offenfundig dafür, die Berabschiedung des Reformwertes solange wie möglich zu ver. schieben. In reichlich zwei Wochen ist die Diskussion nicht über den ersten von insgesamt 109 Artiteln hinausgekommen, und bei anderen Artikeln, wie dem über die 20prozentige Steuererhöhung, die Abschaffung des Zündholzmonopols und das Fallenlaffen der Benfionsgefeße dürfte es zu nicht minder heftigen Angriffen fommen. Es wird allgemein damit gerechnet, daß die Wahlperiode dieser Rammer früher zu Ende geht, als die Debatte über diefes Finanzgefeß. Da aukerdem der Senat in seiner Mehrheit der Vorlage ab= lehnend gegenüber steht, wird Poincaré vielleicht noch manche Ueberraschungen erleben. Polen bricht fein Wort. Den Oftoberschlefiern. Warschau, 9. Februar,( WIB.) Der Sejm befaßte fich in feiner gefitigen Sigung in driffer Lesung mit der Vorlage über die allgemeine Wehrpflicht. Abg. Binieszkiwicz ( poln. S03.) stellle den Antrag, daß im Sinne des Befluffes des gefehgebenden Sejm vom Jahre 1920, wonach die Bewohner der Woiwodschaft Schlesien auf acht Jahre von der Militärdienffzeit befreit sind, nur die enigen Oberschleier in das Heer eintreten follen, die fich freiwillig hierzu erklären. Abg. Korfanty erklärte, daß alle ernsthaften Organisationen der polnischen Jugend Oberschlesiens den Wunsch geäußert hätten, man möge fsie hinsichtlich der Militärdienstpflicht den übrigen Bolen gleichstellen. In der Abftimmung wurde der Antrag Binieszkiewicz abgelehnt und die Vorlage in dritter Lesung unter Beifallsbezeugungen und Hochrufen auf die Armee angenommen. Jtalienischer Geschäftsträger in Mostau ist der bisherige italienische Delegierte Marquis Paterno. Von Kanitz zu Kanit. Wiederkehr des Gleichen. Auf friminalistischem Gebiet ist jüngst die Frage aufgetaucht, ob es möglich sei, einen Menschen durch Hypnose der Eehkraft zu berauben. Auf politischem Gebiet ist dieses Expe riment schon längst in zahllosen Fällen gelungen. Betrachten wir z. B. den Angestellten X. oder den Beamten 3. Sie find beide stramm deutschnational mit völkischem Einschlag. Wenn auf die Sozialdemokratie die Rede kommt, bekommen sie einen roten Kopf und sprudeln etwas über Marxismus, fraẞ materialistische Einstellung, Klaffenegoismus und Vaterlandslofig= feit. Wer ihnen den Arbeitstag verlängert hat und wer ihnen jetzt auch noch bei ihren elenden Gehältern die Lebensmittel verteuern will, das merken sie nicht. Sie sind durch politische Hypnose geblendet. Unheilbar? Oder ist ihnen nicht am Ende doch aus Königsberg ein Licht gekommen? berger Rede des sogenannten Reichsernährungsministers, Die agrarische Schutzollpropaganda, die in der Königs Grafen Kanig, einen so bemerkenswerten Triumph erzieit hat, bleibt vollkommen aussichtslos, wenn ihr nicht aus den Kreisen der städtischen Verbraucher Hilfstruppen in hellen Scharen zuströmen. Das geschieht aber bisher, und Frauen marschieren dabei an der Spize. Sie sehen nicht, daß sie mit dem Stimmzettel, den sie in die Urne werfen, ein Stück vom Brot ihrer Kinder hergeben. Auch sie sind blind durch politische Hypnose. Der sogenannte Ernährungsminister Graf Kanik gab in Königsberg die beruhigende Bersicherung ab, daß er in der Luft des Antrages Kanig" großgeworden sei. Dieser Antrag, der im Jahre 1894 von Kanig, dem Vater, zum erstenmal gestellt wurde, wedt mancherlei Erinnerungen. Durch ihn fellte der Getreideeinfuhrhandel staatlich monopolisiert und für das einzuführende Getreide ein Mindestpreis festgesett werden, der jeden Preisdruck durch ausländische Zufuhren unmöglich machte. Er wurde wiederholt gestellt, drang aber niemals durch. Selbst der preußische Staatsrat sprach sich gegen ihn aus, und in einer Sigung, in der er sich mit ihm beschäftigte, fiel das bekannte Wort des damaligen Raisers, man fönne ihm der doch selber Großgrundbesizer fei nicht zumuten, Brotwucher zu treiben. Als dann später der Schußzzoll auf anderem Wege fam, haben die Hohenzollern doch fräftig an ihm mitverdient.. Dem Entrüstungssturm, der sich gegen den Antrag Kaniz erhob, hielt aber der Bund der Landwirte eisenstirnig stand. Seine Abgeordneten im Reichstag drohten sogar, die neuen durchginge. An diesen Vorgang fnüpft sich ein anderes poliFlottenkredite zu verweigern, wenn der Antrag nicht tisches Schlagwort jener Zeit: Kein Kanib, teine Kähne!" Das ist also die Luft, in der aufgewachsen zu sein, Kani, der Sohn, sich rühmt. Der Vater hat es nie zum Minister gebracht, der Sohn, der seinen Spuren folgt, ist sogenannter Ernährungsminister der deutschen Republik. # Die ostpreußischen Landwirte, die jetzt nach dem Schutzzoll schreien, waren in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stramme Freihändler. Damals exportierten sie nämlich noch. Als ihnen die östliche Konkurrenz auf den Leiv rückte, wurden fie Schutzöllner. Gegen die Kriegswirtfchaft, die allen Schichten des Volkes ein Existenzminimum sichern sollte, rebellierten sie durch Nichtbestellung der Aecker und vermehrten dadurch noch die Wirkung der englischen Blockade. Herr v. Oldenburg Januschau hat in einem Brief an den damaligen preußischen Minister des Innern dieses Verfahren als das seine anerkannt und hinzugefügt: ,, Andere machen es ebenso." Als diese Tatsache im Reichstag bekanntgegeben wurde, rief der deutschnationale Abg. Mu m m voll Entsetzen:„ Oldenburg ist kein Deutschnationaler!" Am Tag darauf erklärte Herr Helfferich offiziell, daß Herr p. Oldenburg ein eingeschriebenes und geschätztes Mitglied der Deutschnationalen Partei sei. Diefelben Kreise also, die damals nach der freien Wirtschaft schrien und im Streben nach ihr vor wirklich landesverräterischen Handlungen nicht etwa folchen, wie fie Herr v. Kahr dem„ Vorwärts" zur Last legt nicht zurückschreckten, sind jetzt schon wieder der freien Wirtschaft müde geworden und schreien nach der Zwangswirtschaft. Allerdings sieht die Zwangswirtschaft, die sie wollen, etwas anders aus, als die eben erst beseitigte. Früher sollten die Landwirte gezwungen werden, den Verbrauchern ihre Brodufte zu erträglichen Preisen zu liefern, jetzt sollen die Berbraucher gezwungen werden, den Landwirten unerträgliche Preise zu bezahlen, und das, Bauer, ist etwas ganz anderes! Ein Vorschlag an Kaniz, den Sohn. Er sei eingeladen, feine Königsberger Rede auf einer sozialdemokratischen Die merikanischen Aufständischen haben die Städte Drizaba Boche" in Berlin zu wiederholen. Es werde jeder Besucher und Veracruz erneut befegt. ehrenwörtlich verpflichtet, dem Herrn Minister nichts zuleide zu tun, ja, sich seder nik�bMgenden Kundgebung zu entsjalten� Dem Grafen Kanitz wird trotzdem schon das erste Wort in der Kehle stecken bleiben, wenn er nur die Gesichter sieht. Da werden Arbeiterfrauen sein, die vier, fünf Kin- der mit 12 oder 15 M. in der Woche durchbringen sollen, da werden Bcamie sein, denen der Staat Schondgehälter bezahlt, weil seine Taschen leer sind, da werden Arbeitslose lein, deren Unterstützung jetzt schon nicht mehr zum trockenen Brot reicht, da werden Menschen sein, die draußen dem Vaterland Anne und Beine geopfert haben und denen es nicht besser geht. Und wenn der chcrr Minister das gestchcn haben wird, dann wird er über die Notwendigkeit, die Lebensmittel von Reichs wegen künstlich zu verteuern, nicht reden können, denn schließlich— nehmen wir an— ist doch auch er e in M e n s ch! Wo hat er im Kreise seiner Berufskollegen etwas von dem erlebt, was der Leib der Großstadt an Elend und Jan:- mer birgt? Wann haben diese cherr'chasten Not gelitten? Sie saßen im Kohlrübenwinter vor gefüllten Fleischschüsse'.n und liehen ihr Jungvieh Milch sausen, weil sie selber den Rot- mein vorziehen. Die Inflation brachte ihnen Entlastung von allen Schulden und stellte faktisch ihr altes Standesprivileg der Sleuersreiheit wieder her. Vielleicht findet ein zartes Gemüt, es sei demagogisch, von den rotweintrinkenden Agrariern zu reden. Aber wie hat die „Deutsche Tageszeitung" zu Zeiten des chindenburg-Pra» gramms gegen die angeblich rotweintrinkcnden Arbeiter gehcsst! Da soll es vorgekommen sein, daß ein Arbeiter in eine Weinstube kam und sich zu einer Flasche Rotwein einen Eiskübel bestellte. Spallenlange Artikel darüber! Ueber- legener Hohn der Leute, die wissen, wie der Wein, den man trinkt, temperiert sein muh. Wilde Wut, dah sich das Gesindel erfrecht, mich Wein trinken zu wollen. Die heilige Ordnung war gestört. Jetzt ist sie glücklich wiederhergestellt. Doch dies nur nebenbei! Kaum beben sich auch für sens Leute, die gottgewollten Rotwcintrinker, durch den Umschwung der Verhältnisse einige Unbaguemlichketten herausgestellt, von denen olle anderen Stande tausendfach stärker betroffen sind, kaum sollen sie wie- der Steuern bezahlen, so schreien sie auch schon wieder nach Entlastung und nack, Staa'shilfe. Und beides wird ihnen von einem gefälligen Minister der Republik bereitwilligst in Aus- ficht gestellt. In der Zeit, in der der Antrag Kanitz in Vorbereitung war— er fiel unter Hohenlohe—, regierte C a p r i v i, der „Mann ohne Ar und Halm". Von ihm, der den Wünschen der Agrarier weniger ge'üzig war als der heutige Ernäh- rnngsminister der Republik, hieß es damals in landbündleri- fchen Versammlungen, kein Landwirt könne mehr zu Bette gehen, ohne einen Fluch geaen ihn auf den Lippen. So wird man jetzt wohl von den Städtern nicht erwarten dürfen, dah sie den 5'errn Reichsminister in ihr Nacktgebet einschließen mit der Bitte, es möge ibnen diesen Landwirtschaftsminister noch recht lange erhalten. Millionen ober haben allen Grund, sich das Goelhewort ins Gedächtnis zu rufen: Am Ende hängen wir doch ab Von Kreaturen—, die wir machten. Dieser Kanitz ist doch eine echte, rechte Bürgerblockerfchci- nung. Er paht zum militärischen Belagerungszustand und zum Luther und zum E m m i n g e r. Er steht vor uns als Warnungstafel: Dahin geht der Weg, wo ohne und gegen die Sozialdemokratie regiert wird. Ist das deutsche Volk wirklich nur dazu durch alle Fege- feüer des Krieges und der Revolution gewandert, um v o n einem Kanitz zum anderen zu gelangen? Ist das der Sinn der Weltgeschichte? Ist sie wirklich nur eine ewig? Wiederkehr des Gleichen oder gibt es doch einen Fortschritt? Der Fortschritt, sagte einmal ein kluger Mann, besteht darin, daß man aufhört, über etwas zu diskutieren. Run wohl, es liegt beim Volk, durch sein Machtwort die Diskussion Der Mensch aus Pappkarton. Von Joseph Roth. Ein Mensch aus Pappkarton ging durch die Straßen. Seine Schultern, sein Rücken, seine Brust und sein Unterleib waren aus Pappe. Rur seine Füh« sah man. Statt des Kopscs saß aus dem papiernen Oberkörper des Menschen ein Würfel aus hartem Papier. Die Vorderseite dieses Würfels bildete sozusagen das Angesicht de: Menschen. Es war ein sehr primitives Angesicht: zwei viereckige Löcher stellten die Augen dazu, eine dreieckige Oeffnunz vermittelt« ging mit langsamen Schritten, in einem mechanischen Gleichmaß. Er ging mit langsamn Schritten, in einem mechanischen Gleichmaß. Er hatte keinen Mund und keine Ohren. Er hatte es offenbar nicht nötig, zu essen und zu hören. Sein« Aufgabe war: gehen, gehen. gehen. Als wäre der xapierne Leib ein Witz über feine eigene Tätigkeit Und als würde sich die Haut aus Pappendeck.st«inen höhnischen Spott gegen die in zerrissenen Stiefeln steckenden Füße erlauben,-- war sie an der Vorder- und an der Rückseite bemalt, gewissermaßen tätowiert: Di« Tätowierung befand aus einem großen, fast die ganze Vorderseite einnehmenden Automobil und der Ueberschrift: »Fix-Fix. dos schnellst« Auto der Wclt". Man errät leicht, daß der Mensch, von dem ich erzähle, einer jener Männer war, die den unlogischen und mit ihren Einnahmen in Widerspruch stehenden Namen:„Sandwichman" führen. Wider- spruchsvoll war sein« ganze Erscheinung: er pries das schnellste Auto der Welt an und, um dessen Schnelligkeit dieser ganzen Welt zu suggerieren, mußte er langsam gehen. Er hätte gar nicht schnell gehen können. Denn jene Fix-Fiz-Firma, die sich seiner bediente, hatte ihm den hinderlichen steifen Körper verliehen. Er war eine wandernd« Litfaß-Säule: paradox genug. Wie grotesk wäre eine laufende gewesen! Seitdem es Fix-Fix-Automobile und überhaupt eine Reklame gibt, hat man noch kein« scheugewordenen Sandwich- männer gesehen.- Reinl Der Mann ging langsam und illustrierte die Schnellig- teit der Fix-Fix-Wagsn. An ihm vorbei, ihn überholend, rasten vi�l» Autos und unter ihnen wahrscheinlich auch solch« der Marke Fix-Fix. Der Mann wanderte ungestört weiter und, wie t* so regelmäßig Schritt für Schritt auf den Asphal: lat, war es, als würde er von einem Räderwerk betrieben. Es regnete und es hört« auf zu regnen. Die Sonne kam und verschwand hinter Wolken. Die Leute blieben st.hen und sahen das lebendig« Plakat und gingen weiter. Aber unermüdlich gondelte dieses die Straße entlang und zurück Unermüdlich? Konnte einer, der kein Gesicht mehr besaß, keinen Körper, und dem wan nur die Füße belassen hatte, weil sie äugen- vstcklicd von der Fix-Fix-Fabrit gebraucht worden war.n, ein Herz besitzen, das müde wurde und den Takt verlangsamte? Widersprach es nicht den Interessen der Firma? Wenn es gelungen war, ein über alle Kanitzerei zu fchsieheu. Daun wird Tag«erden, und die Gespenster der Vergangenheit werden im Morgen- nehel zerrinnen.__ Zur Frage öer Wahlreform. Was will die Regierung? Die Borbereitung einer Wahlreformvorloge durch die Regierung hat allgemein als xine Ueberrafchung gewirkt, zumal der Reichskanzler, wie schon bemerkt, erst vor kurzem den Parteiführern die bestimmte Erklärung abgegeben hatte, eine solche Vorlage sei vor den Wahlen nicht mehr beabsichtigt und die Wahlen würden noch nach dem alten System vorgenommen werden. Der Widerspruch zwi'chen Tat und Wort, der den Eindruck eines Zickzackkurses erweckt, wird auch von der oolksparteilichen„Zeit" scharf hervorgehoben Das Blatt spricht ziemlich gerinzschätzig von den Leuten, die die Wablreform„als ihr Steckenpferd betrachten", und erklärt: Trotzdem kann wohl versichert werden, daß i m E r n ste niemand an eine Erledigung des Entwurfes vor den Neuwahlen denkt. Die maßgebenden Spellen der Regierung haben jedenfalls nicht die Absicht, irgendwie auf eine solche Erledigung zu drängen. Di« V e r- e i n b a r u n g« n, die vor kurzem bei der Besprechung des Reichs- tages mit den Parteiführern beschlossen worden sind, bleibe» durch- aus besieh«». Die Richtigkeit dieser Auffassung vorausgesetzt, muh das Erstaunen noch größer werden. Das Reichskabinett verfchwen- de» seine Kräste an eine Vorlage, an deren Erledigung sie im Ernst gar nicht glaubt? Ja. haben die Herren sonst nichts zu tun? Da fällt einem der Kehrreim des alten Liedes ein: „Gluckliche Lsut' baben zu sowas Zeit." er ihrer Stimmen. Scktt in Weichheit ihre Liebe oder ihre Verzweiflung hinzuströmen, wurden sie meiner- lich. Und Titania deklamiert« nur hohl. Man glaubte ihr niemals. daß sie die«rfindungsreiehste RänkeschmiediN, aber auch die freund. lichste Fee zur Fügung glücklicher Herzen socrwirrungen wäre. Und dann Puck! Es geschah bisher nicht umsonst, daß ein hurtiges und heileres Fräulein dielen Elfenge ist hintändel'e. Puck unterscheidet sich wohl von einem Schrate cder einem Nickelmann, er ist auch nicht der knurrende und miauende Kater aus dam Weltmärchen, er ist eben Puck der flüchtigste Geselle, der lustigste Ballettmeister aller flirren» den Geisterchen. 5)ans Herr ma n n, der sich für überbrion'e, karrikierte Rollen sehr gut eignet, fpielte den Puck höchst merk- würdig, pittoresk und grausig. Aber das war niema's der klassische Geisteshcrr, das war eher ein böser Geist und Nahoer. wandier von des Teufels Großmutter, als ein Dafall der lieblichen Titania. Man hotte angemeldet, daß die Kreisker-Bühn« der Auffickning zu besonderem Glanz und Tempo oerhelfen werde. Nun,; die Bühne sah eher dürftig aus Und Hot man zu ned.'v von der fröhlichen Komödianten- und Norrentumponei die im„Sommernachtstraum" das«rfchröcklichc Zwischenspiel von Pnromus und Thisbe.aufführen soll, dann möckte man schweigen. Dief-m Intermezzo fehlten alle Humor«. Es ist selten trockener hingeleiert worden als an diesem Abend.- Max Hochdorf. Die Internationale Arbeiterhilfe. Münzenberg kann nicht leugnen. Unsere Feststellungen über die Internationale Arbeiter: hilfe haben in der ganzen Preffe Aussehen erregt. Gerade das Aufsehen ist ein Zeichen dafür, mit welcher Geschicklichkeit die Bolfchemisten ihren Propagandaapparat aufzuziehen verstehen. Bem die Feststellungen unferes gestrigen Leitartikels noch nicht genügt haben sollten, für den mird wahrscheinlich die von der Sochaczewski- Korrespondenz perbreitete„ Erwide. rung" des Herrn Münzenberg die lehte Auftlärung gegeben haben. Das Zentralfomitee der JAH. alias Herr Münzenberg erflärt folgendes: „ Die im„ Bormärts" veröffentlichten Auszüge aus dem Proinfall einer Konferenz der JH. entstammen flüchtigen pro tofollarischen Aufzeichnungen über eine Konferenz, die im Frühfommer 1923, also por fast einem Jahr, stattge. funden hat. Die Jh hat niemals verschwiegen, daß sie zur Zeit der russischen Hilfsaftion vor allem bie Unterstützung tommunistischer und mit Sowjetrußland fympathi fierender Kreise gefunden hat. Daß sie bei ihrer jeg igen Arbeit im Kampf gegen die Hungersnot in Deutschland feinerlei politie 3 mede verfolgt und feinen parteipoliti. fen Tendenzen dient, beweist schon die Ta'fache, daß der Barwärts" zu feinem Angriff auf ein bereits ein Jahr zurüc liegendes Dokument zurückgreifen muß und gegen die gegen. märtige Arbeit des Zentralfomitees der JAH. teinerlei Ein. wände erheben fann." Münzenberg muß also bestätigen, daß alle unfere ngaben über die Motive bei der Gründung und dent Aufbau der JAH. vollkommen richtig sind. Seine famo e Aeußerung, daß man nicht Leute wie Ruth Fischer und Maslow mit solch diffizilen Aufgaben betrauen tönnte, daß auch ihm proletarische hundertschaften lieber feien, fücht er nicht zu verleugnen. Er weiß natür. fich ganz genau, daß er alles, was er als Geschäftsführer der JAH. leistet, im Auftrage und unter Kontrolle ber Romintern iut. Deswegen wird. er auch niemand damit imponieren fönnen, wenn er behauptet, seine jezige Tätigfeit perfolge teine politischen Swede. Gerade auch diese scheinbar neutrale Tätigteit verfolgt sehr wohl durchdachte und gefchidt organisierte poli. tische 3 med e. Sie soll nicht nur Sowjetrußland, sonbern auch dem Kommunismus einen Resonanzboden verschaffen. Sinomjem nennt das in seiner Sprache einen Plaz erobern, von wo aus man weiter manoorieren tann". Münzenberg wird sicher nicht von uns darüber belehrt werden müssen, welche strategische Aufgabe ihm bei diesen Manövern" von seinen Borgefeßten gestellt worden ist. Der Feind ist die Sozialdemokratie. Ihr Widerstand gegen den kommunistischen Einfluß foll gebrochen werden und diesem 3wed dient die JAH. Was man bei den rechten Führern nicht erreichen fann, das versucht man mit anderen, Intellektuellen, Gewertschaftlern, Ankenseitern usw. zu schaffen: die Berbin. dung zu dem Apparat ber Sozialdemokratie, dessen 3ersehung und Zerstörung das ein aige Riel fommunistischer Sehnsucht ist. Herr Münzenberg fann sicher sein: Die Sozialdemokratie meik fehr genau, weshalb sie diesen Bersuchungen von vornherein Widerstand leistet. Auferstehung eines Toten. Der Ritualmard" taucht wieder auf bei den Bölkischen. In Münden erscheint feit furzem ein neues nationalsozialistisches Blat als„ Böltischer Kurier". Er ist mit dem„ Böltischen Beob achter", bem Miesbacher" und anderen Brodutien der Dölfischen Küche nicht zufrieden. Deshalb fucht er ihn zu übertrumpfen. Das gefchicht, indem neben der politischen Bekämpfung des Judentums auch die Ritualmordsage ganz ernsthaft wieder aufgetischt wird. Die Akademie der Künfte eröffnete gestern eine Ausstellung von Werfen des im vorigen Jahre perstorbenen Malers Bernt Grönvold. Diefer war Norweger, lebte aber in Deutsch and und hat sich als Sammler und Forscher einen Namen gemacht. B fannt ist er burch sein Buch über Friedrich Wasmann geworden und durch bie Sammlung von Bildniffen dieses deutschen Bieder meiertünstlers, die er vorübergehend der Nationalgalerie als Leihgabe überwiesen. dann aber wieder zurückgezogen hatte, um sie nach Hamburg zu pergeben Bon Grönvold, dem Maker. mußte man bisher nicht niel, und die Ausstellung in der Akademie läßt diese Unfenntnis nicht gerade schmerzlich bebauern. Steine Spur von Eigenart findet sich in den Zeichnungen, Stizzen, Studien und Gemälden, die, anfangs von Bribl, Jpäter von anderen deutschen Meistern beeinflußt, weder in ihrer Auffassung noch in ihrer Technik über ein schwaches Durchschnittsniveau hervorragen. Der Ber storbene war bescheiden und flug genug, diese Arbeiten der Deffent. lichkeit vorzuenthalten, und die Akademie hätte feinem Beispiel fol gen sollen. Die von ihr arrangierten Ausstellungen sollen Glite ausstellungen fein und dürfen nur herporragend Wertvolles bringen. Durch solche Beranstaltungen, wie bie gestern eröffnete, perwirrt fte bas Urteil und den Geschmad des Bublifums und untergrābt sie das Bertrauen, auf das fie, als höchste preußische Instanz in Stunft dingen, Anspruch erheben muß. J. S. Gegen die spanischen Stiergefechte. Wie aus Barcelona gemelbet mirb, dürfte in diesem Jahre in Spanien cine starte Agitation ein fehen zur Abschaffung der Stiergefechte, oder wenn der Widerstand allzu groß fein follie, menigstens zur Milderung der dabei regelmäßig Dortemmenden Brutalitäten. Echon seit mehreren Jahren besteht in Spanien ein Verein, ber sich diefen Kulturfortschritt als Ziel gestedt hat, aber es war ihm unmöglich, auch nur den geringflen Einfluß zu gewinnen. Jezt ist es gelungen, den über das ganze Lanb nerbreiteten Tierschutzverein für die Angelegenheit zu gewinnen, und man erwartet von dem Zusammengehen der beiden Bereinigungen einen eneraischeren Fortgang. Freilich ist das lebel so einrewurzelt, baß ein schneller Sieg fo gut wie ausgeschlossen erscheint. " Die gemeinnükige Bereinigung Berliner Abende"( Leitung Alfred Bihler) veranstaltet am Montaa. ben 11., abends 8 Uhr, in dem ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Str. 4. einen Konzertabend Alte Mufit. Handzeichnungen von Franz Marc. Sm Berlage der Dichtung ( Bulav Riepenheuer, Botsdam) erscheinen foeben 16 farbige Bandzeich nungen aus den liggenbüchern Franz Mares. herausgegeben von Dr. olf Bizhgode. Die Bublifation, über die ein ausführlicher Conber prospett unterrichtet, bedeutet mit bielen bisher under öffentlichten Blättern zumeist Zier bilbern einen wesentlichen Beitrag zu dem Schaffen Marcs. Die Aquarelle wurden mit besonderer Eo: afalt in Falfimile. Reproduktion von der Reichsdruderei hergestellt. Der Borzugsausgabe ift eine von Frau Maria Mare bestätigte Driginalholzichnittlfizze von Marc beigefügt. Es ist beabsichtigt, späterhin auch einige Blätter zum Gingel berlauj zu geben. Cine Sundgebung der Witwe Cenins. Renins mitme bittet in der Breffe, alle auerlichen Ebrungen des Berstorbenen, wie etwa Dentmals. errichtur gen, Erbauung von Verin Pala en und beraleiden, zu unterlassen. Benin habe immer einen Biberwillen gegen folde Neußerlichkeiten gehabt. Die befte Chrung des Namens Penin geschehe durch Gründung wohltätiger Unitalien, Strantenhäuser, Kinderheime, Voltaichulen uim. Die Lenin Ehrungen jeder Art werden indessen, dem Ost- Expeis zufolge, im Gebiet des Somjeibundes fortgesezt. ATE Bolgende shaurige Gefdjidhte tarin man ba- afferbings unter bem Strich fefen: = nung bes Generafftaatstommiffars, die den Bollzug der Republik. schubgefche vorerst in Bayern einftet, ist bekannt; die bayerische Justizverwaltung hat aber damit gar nichts zu schaffen. Wäre eine Gache Ehrhardt bei einem bayerischen Gericht anhängig, so gäbe es einen Fall Ehrhardt nicht." Das jüdische BIuiritual, bas übrigens ftreng geheim gehalten wird und pon dem mir nur das wissen, was gelegent lich ber bezüglichen Prozesse prototollarisch festgelegt und auch sonst zuweilen offenfundig murde, zeigt uns Ginzelheiten, welche er fennen lassen, daß der Jude feft überzeugt fit, ohne den Genuß Nichts tennzeichnet die zwiespältigkeit der banerischen Regiebes Biutes feiner Birtsnäffer bet biefen fich nicht behaupten, gerungspolitif beffer, als dieses Verstecken des Ministers der Justiz fchweige denn fie reftios ausfcugen zu tönnen. hinter der verantwortungslosen Dittatur des Generalstaatsfommissars. Dabei ist das Verhältnis zwischen Kahr und Ehrhardt und die Ziele, die mit ihm erreicht werden sollten, sicherlich auch bem bayerischen Justizminister befannt. Dieses Verhältnis ist eindeutig charakterisiert durch die feststehende Tatsache, daß Kahr noch in der Nacht vom 26. auf den 27. September 1923, nachdem er zum Generalstaatstommiffar ernannt war, ben flüchtigen Kapitän leutnant Ehrhardt in einem Reichswehrauto aus Desterreich holen ließ und ihm am 27. September bas Rom. manbo über die fogenannte Rotpolizei an der banerischen Nordgrenze übertragen hat. Man erinnert sich, daß Kahr bald dar auf für den befonberen Schuß der barbenben Jugend" non ber banerischen Staatsregierung fofort eine million Goldmart" perlangte, mas der Ministerrat damals aber nicht genehmigte: es genügte ihm, die haufenweise einlaufenden Rechnungen dieser Rotpolizei zahlen zu dürfen, bis auch diese Bermenbung von Staatsgeldern infolge des öffentlichen Widerspruchs des Führers der Bayerischen Boitspartei schließlich eingestellt wurde. Bezüglich des Rituales fei hier nur bemerkt, daß es auf jede Weise geheim geholten und nur jeweils der geeig nette Sohn vom Familienoberhaupt eingepeiht perben foll, daß als Opfer tunlichst jugendlige Personen mann lichen Geschlechts vor Eintritt der Pubertät gesucht, baß biele zunächst langen qualpollen Martern, z. B. durs Aufhängen an den Bäumen oder durch Kreuzigen, ausgesetzt werden, morauf ihnen das Blut durch Deffnen der Arterien an verschiede. nen Körperstellen bis auf den legten Tropfen ent30gen mirb, daß ferner dieses Blut, das in den Sninagogen unb auch von herumreifenben Juden um ihmeres Gelb Dertauft wird, zur Beimischung in die ungefäuerten Brpte, zum Besprengen der Speifen, zum Bestreuen der Bunde bei der Beschneidung, zur Bürzung des Cies, das die hebra ischen Brautleute bei der Trauung perzehren, zur Heilung von Krankheiten, zur Beschwörung Berstorbener bei Bestattungen ufm. gebraucht wird, daß also wohl der gefamie hebräile& ult von diesem Blutritual durchfest ift, im Blutgeheimnis aufgeht. Hierbei stehen das Burim und das Bassahfest an erfter S'effe. Besonders das erste Fest ist zu beachten, denn an diesem foll nur das Blut eines Kindes perwandt werden, welches fieben Jahre nicht überschritten bra. Diefer Umstand erklärt auch wohl zum Teil das fpurlose Verschwinden so pieler Kinder gerade um die Zeit der jüdischen Ostern. Bemertt fei noch, daß dieses Opferblut nur auf die Dauer Don sieben Jahren als wirffam erachtet wird, weshalb in dieser Frift der rituelle Blutgenuß zu erneuern ist Der Jude will mit seinem dem Stammesgott dargebrachten Blutopfer biefem alle Richtjuben reftios ausliefern und das Ahnentum feiner Wirtspölfer fortgefekt im Bann halten, modurch zugleich eine Betharnie der Bebenden gerenüber bem Judentum herbeigeführt wird; Grund genug, die Juben nicht nur auszuweisen sondern fie ang fichts ihres feit Jahrtausenden verübten rituellen Bampyrtums von unerhörter und unüberbietbarer Scheußlichkeit aus der Menschheit auszuschließen. Die Schriftleitung versieht den Auffaz mit folgender leitung: Die Grundsteuerfrage. Preußen erhebt die ermäßigten Sätze. Der Amtliche Preußische Bressedienst schreibt: Am 1 Februar hat der Preußische Landtag die vom Staatsministerium erlassene Berordnung vom 22. Oktober 1923 fiber bie bänderung des Grundvermögenssteuergefeges mit 206 gegen 110 Stimmen genehmigt. Hierdurch hat die mit Gefchestraft er. laffene, bereits in der Gesez ammlung verfündete Verordnung ende gültig Rechtsfraft erlangt. Ahner Borlage bei dem Staatsrat bedarf es nicht, da diefem nach Artikel 42 ber Verfassung das Einspruchs. recht nur gegen tie vom Bandtag bestoffenen Ge. fege, nicht aber gegen die vom Landtag genehmigten er Einordnungen des Staatsministeriums zusteht. Die Ausführungen der Deutschen Tageszeitung" in ihrem Artikel„ Der Einspruch des Staatsrats" in der Nummer 57 pom 3. d. M. sind unzutref. fenb. Der Auffah wird vielleicht sogar bei guten Bö'tischen Kopfschütteln erregen. Trozdem glauben wir, ihn feince bedeutenden Gedanken wegen bringen zu müffen. Bir fennen den Verfaffer als einen Monn, der eigene, aber forgfältig überprüfte Wege geht. Mit den Einzelheiten der Abhandlung fönnen mir uns nicht restlos einverstanden erklären, befonders nicht mit dem Schluk fag. Aber wir wollen schließlich dech fein Bonzentum auftemmen lassen und nur Meinungen bringen, die von der Schriftleitung„ zenfiert" find. Im übrigen hoffen mir, daß die Abhandlung unseres Mitarbeiters zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch über die dunkle Frage des Ritual mordens führt. alles am achten Februar Eintaufendneunhundertundvierundzwanzig Es bleibt nur noch übrig, noch einmal zu beträftigen, baß dies in Münden tatsächlich gedrudt worden ist. Keine Gnade für Fechenbach! Tas Gutachten des Oberfien Bayerischen Gerichtshofe&. Aus München telegraphiert uns un'er Berichterstatter: Das berüchtigte Fehluricil gegen Fechenbach hat belanntlich im porigen Sommer auch den Reistag beschäftigt. Damals hatte Der banerische Gefandle n. Breger in Berlin im Namen feiner Regierung erklärt, daß es zwar unmöglich fei, bas Urteil einer Repision unterzichen, daß aber Fechenbach auf dem Wege der Begnadigung seiner Strafe febig werben tönne. Zu diesem Zwed murbe ein Gutachten des Obersten Banerisgen Gerichtshofes eingefordert, das nunmehr dem Juflizministerium vorliegt. Es verlautet, baß dieses Gutachten nicht zugunsten Federbachs ausgefallen ist, so daß eine Begnabigung nicht in Frage fommen fönne. Man darf annehmen, baß in dieser heiflen Angelegenheit damit noch nicht das legte Wort gesproden ist. Der Reichstag hält, das hat die Beratung im Auswärtigen Ausschuß und im Plenum gezeigt, das Urteil gegen Fechen. bach für ein grauenhaftes Fehlurteil. Es wird interessant sein zu erfahren, was den Obersten Gerichtshof Bayerns veranlaßt hat, zu einer anderen Auffassung zu fommen. Politisch paßt es freilich vollständig zum Bild des heutigen Bayern, daß Un schuldige im Zuchthaus fizen und Staatsverbrecher nicht nur fpazieren gehen, sondern sogar die höchste Macht im Lande ausüben und Schriften tonfiszieren lassen, in denen ihre Schulb nachgewiefen wird. Verschiebung des Hitler- Prozesses. In der gleichen Sigung hat ber Landtag einen von den Roalitionparteien eingebrachten Gefchentwurf über die weitere Abände rung des Grundvermögensteuergefeges mit 212 gegen 104 Stim. men, also mit 3meidrittelmehrheit, angenommen. Der Staatsrat, der unmittelbar nach der entscheidenden Schlußabstimmung des Landtages zusammentrat, hat gegenüber diesem Abänderungs gefeß von seinem Einspruchsrecht Gebrauch gemacht. Nach Artikel 42 der Verfassung muß jetzt das Abänderungsgesetz dem Landtage zur nochmaligen Beschlußfaffung vorgelegt werden. Erneuert der Landtog feinen früheren Beschluß mit 3weis des Landtags die Zweibritte mehrheit nicht erreicht werden, so wäre dritic mehrheit, fp bleibt es bei dem Beschluß, während die er im anderen Falle hinfällig wird. Sollte bei dem erneuten Beschluß also die Rechtslage tie, daß bie staatliche Grundvermögenssteuer nach den höheren Sägen der Berordnung vom 22. Oftober 1923 eingezogen werben müßte. Nach eingehender Erwägung hot fich aber bie Staatsregierung troß bes Einspruchs des Staats. rats wegen der in der Berordnung vom 22. Oftober 1923 enthal tenen Härten, ent choffen, tie am 15. Februar fällige Rate ber staatlichen Gruntvermögenssteuer von ben fondwirtschaftlich ufw. berugten Grundstüden vorläufig nur entsprechend dem ermäßigten Sag des Abänderungsgefehes einzuglehen, weil fie die Steuerpflich figen unter dem Einspruch des Staatsrats nicht leiden laffen wollte. Hiernach wirt bei ben vorgenannten Grundfiiden tie bisherige Monatssteuer in Höhe bis zu 10 M. auf die Hälfte. von mehr als 10 bis 15 m. um 5 m., pon mehr als 15 bis 25. um 6,50 m. unb von mehr als 25 bis 50 M. um 7,50 M. gekürzt. In dem Abänderungsgefch ist ferner eine Nachprüfung ter Er gänzungsfeuerwerte fämtlicher Grundstüde vorgefchen, bie ein zelne in der bisherigen Berantaung zutage getretene Ungleich mäßigfeiten in den Rahmen der für den Beranlagunsabschnitt 1917 bis 1919 feststehenden Werte beseitig: n foll. Da für die Nachprüfung der Werte bia gegenwärtige 3wedbestimmung ber Grundstü de maßgebend ist, so wird die teilweise sehr hohe Br laftung folcher Grundstücke, die vor dem Kriege als Bauge.ände und bergleichen nach ihrem Verbehrswerte einzuschäzen waren, die ge genwärtig aber und noch in absehbarer Zeit mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit einer Bebauung und der gegenwärtigen Benuzung den dauernt landwirtschaftlich oder gärtnerisch benutzten Grundftüden beizuzählen und daher jegt nach dem Grtragswerte zu be steuern find, eine fühlbare herabminderung erfahren. Die Steuerberatungen. Der Fünfzehnerausschuß des Reichstages behandelte am Sonn. abend die Artikel V unb VI der britten Steuernotnerordnung. Gegen stand des Artikels V ist der Finanzausgleich. Bon her Reichsregierung murbe hierzu ausgeführt, daß infolge des im München, 9. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Für den Hitler- Prozeß war bisher der größte Saal im Gebäude des Münchener Boltsgerichts in Aussicht genommen, der ungefähr Raum ahrungsperfalles das Reich durch Besoldungszuschüsse für 150 Personen bietet. Die große Anzahl der Beteiligten und ber den Bersonaletat der Bänder und Gemeinden zum überBressevertreter wie das sonstige rege öffentliche Intereffe für ben wiegenden Teil übernehmen müsse und darüber hinaus die Länder Brozeß haben die Wahl eines größeren Saales nötig gemacht. Es und Gemeinben durch Gewährung von Zuschüffen zu den Gehältern ist nunmehr gelungen, im Gebäude der ehemaligen Kriegsfoule der Geistlichen und Kirchenbeamten fomie Don Zuschüssen für solche ( im Rafernenviertel) die nötigen Räume zur Berfügung gestellt zu Anstalten und Einrichtungen, die Aufgaben der öffentlichen Wohl. erhalten. Um Bünschen aus den Kreisen der Verteidigung entfahrtspflege und des öffentlichen Schul- und Bildungswesens erfüllen, gegenzukommen und wegen der noch zu treffenden technischen Bor wesentlich entlastet werden müßten. Die Notwendigkeit, die auf bereitungen des Prozesses ist der Berhandlungstermin vom 18. auf Goldrechnung umgestellten Haushaltspläne den 26 Februar verlegt morden. Gleichgewicht zu halten, verbietet dem Reiche, fich weiterhin mit einer Ausgabe au belaften, bie unter finanzwirtschaftlichen Ge fichtspuntten als einer der mefentlichsten Ausgabepeften in die Etats ber Länder gehört. Infolgebessen werden in der Regierungsvorlage ben Ländern und Gemeinden wiederum die folgenden Aufgaben zur selbständigen Regelung und Erfüllung überlassen: die ohi. fahrtspflege( in gemissem Umfange), außerdem das Schul: und Bildungsmejen sowie die Polizei Dementsprechend feht die Regierungsvorlage ben Anteil der Länder an der Einkommen. und Körperschaftssteuer auf 90 Broz. hinauf, sie hebt die Erbschaftssteuer als Uebermeifungssteuer auf und beschränkt die Beteiligung der Länder und Gemeinden an der Umsatzsteuer auf das Halb v. H., tas nach Artikel IV§ 2 ber zweiten Steuernoterordnung von ben fteuerpflichtigen limfägen des Ralenderjahres 1924 über den bisheri gen Sag hinaus zur Hebung tomat. Das Berliner Tageblatt" neröffentlichte am Freitag auffehen erregende Mitteilungen über angebliche Abmachungen wischen der Gruppe Hitler- Ludendorff und Herrn D. Kahr, die im Hinblick auf den Brozeß einen gewissen Ausgleich zwischen diesen seit dem 8. November in erbitterter Feindschaft sich gegenüberstehenden Bersönlichkeiten herbeigeführt hätten; insbeson, bere foll Silier nunmehr im Prozeß es vermeiden, belastende Ausjagen gegen Rahr zu machen. Bon amtlicher bayerischer Stelle wird die Existenz folcher Abmachungen auf das entschiedenste demen fiert. Gegen den Korrespondenten des Berliner Tageblatts" in München, von dem diefe Nachricht stammt, soll angeblich ein ge richtliches Berfahren eingeleitet werden. Bayern schützt Ehrhardt. Uniar ben schweren Anflagen, die Genoffe Saenger im Bayerischen Landtag dem Juftizminifier entgegenschleuderie, mar eine der wichtigsten, daß die banerische Justiz seit Jahr und Tag schüßend ihre Hände über den steckbrieflich verfolgten Kapitän leutnant Ehrhardt halte, der sich öffentlich rühmen darf, die rechte Hand des Generalstaatsfommiffars zu sein. Wiederholt mußte Genoffe Saenger vom Juftizminister Antwort fordern, ehe fich dieser bazu herbelließ. Diese Antwort fiel, denn auch danach aus; der Minister fagte lediglich:" Gegen Ehrhardt ist bei einer baneri fchen Behörde tein Berfahren anhängig. Die Verord Artifel IV ber dritten Steuernotverordnung enthält Bestim mungen über die Mitwirtung der Gemeindebehörden im Be steuerungsverfahren. Zu Artikel VII( Bereinfachung der Steuerrechtspflege) schlug der Ausschuß vor, daß nicht nur der Reichs. minister der Finanzen bestimmen foll, wann die Vorschriften dieses Artikels außer Kraft treten, sondern daß das Erlöschen dieser Borschriften auch der Reichstag verlangen kann. Nach dem Gutachten des Reichsjuftigminifiers fönnte fonft der Reichstag nur bie gesamte Berordnung, nicht einzelne Teile derfelbon, aufheben. Sodann nahm der Fünfzehnerausschuß die Schlußbestimmungen ber dritten Steuernoiverordnung zur Kenntnis und vertagte sich. MURD39. Nr. 69 41. Jahrgang morden. V.3) 1. Beilage des Vorwärts Was ist besser geworden..? Die Frage: Was ist besser geworden?" ist bisher nach unseren Feststellungen fast ausschließlich im verneinenden Sinne entschieden Genauer ausgebrüdi, fann das Ergebnis etwa lauten: Wir leiden noch, aber doch nicht mehr so trofilos, da ein feiner Hoffnungsschimmer jenen dunklen Vorhang durchdringt, der uns bis: her ganz undurchläffig schien. Unsere bisherigen Ermittlungen merden jetzt fehr wertvoll ergänzt durch einige Zuschriften aus unserem Lesertreise, die das Thema in seinen Gesamtauswirtungen. verständnisvoll durchleuchten, und zwar auch auf Gebieten, die bisher nicht in den Kreis unserer Betrachtungen gezogen worden waren. Ein Arbeiterhaushalt von 5 Personen. Mein Haushalteetat gestaltete sich folgendermaßen in der Zeit bom 17. 7. bis 28. 7. 22 bom 22. 1. bis 26. 1. 24 in Bapiermark in Goldmart 23.20= 100% Lohn. Abzüge Steuern Berantentasie Invalidenversich.. Erwerbetofen verf. zuf. Bleiben Rüdlagen Gas, Feuerung Miete: Stub.u.ch. Beiträge u. 8tg. 2ebenshaltung Brot · Schrippen Mebl. Kartoffeln. Fleisch und Burst 3 Fett: Schmalz. Margarine, Talg 3 Bilsenfrüchte. Gemüse. Milch Zucker Raffee Obft 1 825,70 100% 90, 0,70 26,25 1,60 6, 0,50 0,25 122,25 9.2% 1 203,45-90,8% 3,05= 12,1% 22,15= 87,9% 15, 15.1,50 2,10 2.20 50, 80,-= 6,0% 5,80-23,00 16,35-64,9% 3,86 20 fb. 0.80 1½" 1,30 3uf. bleiben 1 128,45-84,5% 5 Std. 120 87,50 25, 7 Std. 1/ 11% fb. 27, 10 11 70,-350, 201, 19 " . 11/ 12, 3,09 0,20 2 2 17, 7 Liter 61,50 2 Liter 3. Pfd. 60, 2 Bfb. 1½" 10, 0,62 0.80 r. u.Buf. 0,43 21/ 22, " 15, 1,18 3 3fd. 1, 0,20 43, 100gEabat 0,70 1 Bfd. 0,60 0,80 Reinigungsmittel Fische: gr. Heringe Suppengrün Rauchw.u.Getiänt. frische Blutwurst. Räse 3u. Bleiben 0 15,08-09,99 1,27= 5.0% 1001, 75,50 122,459,30 Familienstand: 5 Personen( Mann, Frau, 3 Kinder im Alter von 12, 10 und 4 Jahren). Arbeitsverhältnis: Schwerarbeiter in einem preußischen Staatsbetrieb. Wie die Aufstellung zeigt, ist wohl eine Wenderung, aber feine Befferung eingetreten. Die Abzüge find von 9,2 Proz. auf 12,1 Proz. gestiegen, und die wöchentlichen Rüdlagen für die monatlichen Ausgaben gar von 6 Broz. auf 23 Broz, also auf ziemlich das Bierfache des vorherigen und bald auf ein Viertel des Gesamteinfommens gestiegen. Mit der Steigerung der Mieten wird dies wohl balb erreicht und überschritten sein. Eine Berschlechterung ist auch beim Boften Beiträge und Zeitungen zu verzeichnen. Boltsbühne, Boltshochschule, Zeitschriften, Ronzerte usw. mußten ausfallen und bleiben nur die notwendigsten Bosten wie Partei, Verband, Feuerbestattung,„ Borwärts" usw. *) Siehe auch Nr. 21, 33, 45 und 57 des„ Borwärts". 22] ( Nachdruck burch Malik- Verlag, Berlin.) Der Bürger. Won Leonhard Frant. Die Lebenshaltung zeigt schon darin einen Rüdgang, daß vom Geamteinkommen nur 64,9 Proz. gegen 84,8 Proz. bleiben. Fleisch, Wurft und Fette machen zwar jedesmal 6 Pfund, aber es ist eine Berschiebung eingetreten. Fleisch und Wurst mußten eingeschränkt wurde alfo Fleischersatz. Wurst fiel veständig aus und wurde durch und der Margarinefonfum erhöht werden. Margarine und Talg safe oder vom Mittag zurüdbehaltene Heringe ersetzt, zum Schaden der Gesundheit der Kinder mußte auch der Müchkonjum ganz erheb= fich eingeschränkt werden. Der Küchenzettel fah folgendermaßen aus: Sonntag: 1 Pfund Schweinefleisch mit Salzfartoffeln, Montag: Kartoffelsuppe, Dienstag: 2 Pfund grüne Heringe( 1 Pfund blieb als Belag, Mittwoch: Kartoffelpuffer, Donnerstag: Graupen mit Pfund Rindfleisch gefocht, Freitag: Das Fleisch vom Donnerstag mit Mehlsauce, Sonnabend: Kartoffelsuppe mit frischer Blutwurst. T Alles dient fast nur dazu, den Bauch zu füllen", von„ Ernährung" ift faum die Rede, da alle anderen Mahlzeiten fast nur aus Margarine- oder Schmalzstullen bestehen. Bei dieser Ernährung" bleiben nun ganze 1,27 M. 5 Broz. gegen 122,25 M. 9,3 Proz. für andere Ausgaben, d. h. daß jede andere Ausgabe auf Kosten dieser „ Ernährung" geschieht. Und was fiind noch alles für Ausgaben! Bum größten Glüd sind wir alle gesund, und gesunde Kinder zerreißen bekanntlich viel; noch dazu, wo an Neuanschaffungen schon lange, lange nicht mehr gedacht werden fonnte und alles Alte immer wieder„ neu" gemacht werden mußte. Dazu kommen Schulfachen usm., na, mer selbst Kinder hat, wird ja wissen. Sollte noch Kraniheit fommen, dann ist es vorbei., Zum Schluß möchte ich noch eine Frage stellen: Wie schon oben gesagt, arbeite ich in einem staatlichen Fabrikbetrieb, und in förperlicher Hinsicht wird mindestens diefelbe Leistung verlangt wie in einem Privatbetrieb, in einigen Abtei fungen ganz sicher noch mehr. Außerdem stellen wir einen Artikel her, der jederzeit und von jedem gern genommen wird und also sehr leicht zu verwerten ist. Will man es soweit treiben, daß die moralische Widerstandskraft nicht mehr ausreicht? Ein nicht geringer Teil macht schon fast ständig Ueberstunden oder arbeitet 7 Tage in der Woche und das zu einer Zeit der größten Arbeitslosigkeit. Ich glaube nun gezeigt zu haben, daß von einem Beffergeworden feine Rede fein fann. Den Herren in den Ministerien möchte ich aber zu bedenken geben: Ein Arbeiter, der sich und seine Familie gut ernähren fann, bringt auch dem Staat Gewinn, während ein unterernährter Arbeiter wesentlich weniger leistet. Von 12,67 Mark eine Woche leben müssen. „ Als Hilfsbahnwärter( Wächter und Pförtner) bei der Eisenbahn beziehe ich einen Stundeniohn von 30 Pf. zuzüglich 8 Proz. Ueberfeuerungszulage und 3 Proz. Kinderzulage, zufammen 35 Pf. Wochenlohn... 35 x 48 16,80 m. Abzüge: Invalidenversicherung. Pensionskasse Berb. Krankenkasse Betriebs- Krankentajie Kleiderkasse Steuern. 20 0,30 0,37 M 0,27 19 1,06 1,70 19 bleiben 13,10 M. -0.48 Rent 12,67. Ich will Sie mit jeder Aufstellung über meinen Lebensunterhalt verichonen, jondern furz mitteilen, daß ich mitwer bin und 1 kind habe. Wie ich mit 12,67 m. auskommen soll, ohne unehrlich zu wer: den, ist mir ein Rätsel. Aus einer Lohnabrechnung für DezemberJanuar ersehen Sie, daß ich aus Not 16 lleberstunden schieben" mußte, um die nötigsten Zahlungen leisten zu können. Nun etwas anderes, was aber auch dazu gehört. Vor zwei Jahren wurde uns vem DEV. gefagt: Kollegen, Ihr seid nur ein paar Mann, da läßt fich schlecht was machen. Versucht alle unter einen Gut zu tommen. Bir rührten die Werbetrommel und traten alle über zur Reichs gemertschaft, Fachgruppe 3. Bon meiner Dienststelle waren neun Zehntel organisiert. Als am 28. Oftober 1923 der neue Tarif herausfam, fahen wir, daß man uns die Beamtenzulage genommen hatte. Nun wurde uns gefagt:„ Da müßt Ihr Euch an die Arbeiter gewerkschaften halten, wir verhandeln nur über Beamtengehälter. Warum ist feine bessere Verständigung zwischen Beamten- und = liebt? Keineswegs immer so! Zum Beispiel ernannte ihn die Regierung, obwohl er anfangs mur ein untergeordneter Dolmetscher war, feiner ganz außerordentlichen Fähigkeiten wegen zuin deutschen Gesandten in China." Da verschwand Katharinas Mann. Nicht dieser, sondern Jürgen ist mit ihr verheiratet, empfängt die phantastisch wunderbar gefleideten chinesischen Bürdenträger, von denen vor lauter tiefen Berbeugungen beständig nur die Rücken zu sehen sind. Der Saal hat teine Decke. Das Sternenfirmament blitt über dem glänzenden Feste des deutschen Gesandten. Der Reichstanzier hat für außerordentliche diplomatische Dienste an Jürgen ein Dantielegramm geschickt." Empfehlen Sie mich auch Ihrer Frau Gemahlin." Katharina, der Kanzier läßt sich dir empfehlen." So einfach, wie du dir das vorstellft, erhält man Staatsaufträge natürlich nicht. Da sind, abgesehen von der Kalkufation, noch ganz andere Kräfte im Spiel, Kräfte, fage ich dir Für tausend Knöpfe werden bezahlt", rief er plöglich mit starter Stimme und nannte die Summe, und hundertachtzig Millionen sind bestellt Rechne aus! Mein verflossener Chef wird plazen vor Merger über den Kommerzienratstitel. Und obendrein, schwuppbich! schnappten wir ihn noch den Das alles habe ich nur dir zu verdanken, Jürgen." toloffalen Staatsauftrag weg. Sturzum: es geht, husch, die Der Aufschrei einer Frau und das Schimpfen und heftige Lerche! schnurstracks in die Höhe. Wertst du das?" Läuten des Trambahnführers stießen ihn zurück in die Wirl " Schwuppdich!" murmeite Jürgen; er hatte gar nicht zu- lichkeit. Er befand sich in einem ihm gänzlich fremden Stadtteil. Wenn diese schweinischen Träumereien jetzt nicht endlich aufhören, fnalle ich mich nieder. Das ist ja Onanie," schrie er plöglich wutentstellten Gesichtes, in dem, ebenso plöglich, grenzenlose Verwunderung sich auftat, als er bemerkte, daß er vor dem Hause stand, in welchem der Ingenieur wohnte. ber breffe gefragt und auf dem Wege durch die Stadt zweiJetzt erst erinnerte Jürgen sich wieder, daß er Adolf nach mal Straßenschilder gesucht hatte, in diese Seitenstraßen eingebogen und einmal fogar ein Stüd Weges wieder zurückgegangen war, ohne sich des Grundes bewußt geworden zu sein. gehört. Da flang, wie damals, Klaviergepaute und Refraingefang durch das offene Fenster. Und Adolf, beide Arme meit aus ge eitet, Stock in der einen, Glacés in der andern Hand, sang mit in übersprudelnder Lebensfreude: fi „ Es haben zwei ne ganze Nacht Busammen in einem Bett verbracht. Was ham se mohl gemacht?" Während Jürgen die Stadt durchquerte, verlobte auch er Katharinas Bater, Herr Geheimrat Lenz, löfte die Ber a mieder, weil Jürgen ein brofloser Philosoph und nicht bei einer schlagenden Berbindung war. In Am Arme ihres Gemahls einer berühmten Berfön geht Katha ina vorüber an Jürgen, ihrem früheren Ten, der total heruntergekommen und verfoffen, die tehrt. Bleibt stehen, ergriffen von Mitleid. Sieh mefur htbar traurig! Er war mein Jugendfreund. G G ihm doch was. Jh Mann ist sehr ebel, gibt seine ganze Brieffafche dem demig Dankenden, an deffen abgezehrtem Gesicht die Tränen her merrollen. Auch Katharina Schluchat, legt thre Hand auf die felne, die den Besen hält. und sieht ihren Mann an: Jürgen war nicht immer so. Dente das ja nicht. Wenn du wüßteft, welch wunderbarer Mensch er gewesen ist! Hätte ich ihn sonst ge " Außerdem ist Katharina ja von zu Hause weggelaufen, wird sich also von dem Herrn Geheimrat nichts mehr dreinreden laffen, dachte er, schon wieder traumverfunten, beim Hinaufsteigen, las auf einem weißen Kärtchen den handge'chriebenen Namen des Ingenieurs. Was soll ich ihn denn fragen? Was soll ich sagen?" " Da hatte er schon geläutet. Die schweigfame Wirtin, deren Unterlippe mürrisch auf das Kinn herabhing, führte ihn in das große, helle Rimmer. Der Ingenieur saß am Schreibtisch, mit dem Rücken zur Tür. Seße dich." Jürgen setzte sich. Betrachtete die hellgelben, leeren Bände. In den Sessel!" Er stand auf und setzte sich in den modernen, bequemen Lederlessel, das volfrestopfte Bücherregal, neben dem mehSonntag, 10. Februar 1924 Arbeitergewerkschaft über Lohnverhandlungen möglich gewesen bzw. zwischen DEV. und Reichsgewerkschaft? Wir müssen ebenso 2,20 m. zahlen wie jeder andere. Wer heute unsern Dienst als Wächter fennt, der weiß, daß er sehr schwer ist. Früher wurden Invalide gebraucht. Ein Zeichen, daß gegen früher der Dienst schwerer gedazu genommen. Heute werden nur junge, gesunde, fräftige Leute worden ist. verhindern. Bei unserm geringen Lohn kommen wir täglich in die Wir sind beauftragt, Schiebungen und Diebstähle zu Versuchung, ein Auge zuzudrücken, um uns mal fatteffen zu können. Ungeheure Werte sind uns sowohl auf Güterbahnhöfen wie in Werkstätten anvertraut. Auf einigen Bahnhöfen ist schon der zweiteilige Dienst eingeführt von 6-6 Uhr, 2 Stunden Pause. Neun Stunden Dienst, eine Stunde Bereitschaft. 9 Stunden werden bezahlt, 12 Stunden muß gearbeitet werden. Bei dieser Witterung feine Schuhe, die dicht genug sind, Hunger und Sorgen, und dann nachts 12 Stunden Dienst. Ehrlich sollen wir auch bleiben, und das ist wie ich ausführte manchmal sehr schwer. Wie wir eingeschäßt werden, lehrt ein Ausspruch des Oberregierungsbaurats. vor ungefähr 3 Jahren: Ja, die Wächter von früher, das waren noch Kerle, die von heute müßten glattweg erschossen werden( laut Deutsche Eisenbahnerzeitung"). -Anmerkung der Redaktion: Ohne uns über die Organisationsverhältnisse der Eisenbahner zu äußern, deren Teilung in Beamte und Arbeiter ein Produkt der Vergangenheit ist, glauben wir doch sagen zu müssen, daß der Einsender und seine Kollegen sich durchaus irren, wenn sie annehmen, die ebenso ungerechte wie unzulängliche Besoldung hätte die Zustimmung der beteiligten Gewerkschaften gefunden. Das Gegenteil ist richtig. Der Vorwärts" hat darüber wiederholt Proteste der Organisationen veröffentlicht. Der Weg, die unerträglichen Verhältnisse zu bessern, ift einzig der gewerkschaftliche Zusammenschluß aller Eisenbahner. Und wenn sich durch die Organisationsteilung unzuträglichkeiten ergeben haben, dann haben es die Mitglieder in Organisation begibt man sich nur der Möglichkeit, eine Besserung der Hand, dem ein Ende zu machen. Mit dem Austritt aus der herbeizuführen. " 1 Der Haushalt des Straßenreinigers. Ich fann auch nur bestätigen, daß es bedeutend schlechter geworden ist. Bei der Straßenreinigung Berlin beschäftigt, habe ich jcht einen Wochenlohn von 16,75 m., wovon ich mit Freu und Kind leben soll, die Atzüge sind abgerechnet. Anders ist es mit der Ar beitszeit geworden, da wir jetzt wenigstens Sonntags wissen, daß wir auch zu den Menschen gehören, an Feiertagen wird heute nicht mehr gearbeitet. Ausnahme machen große Gewitter und Schnee. fälle. Ich bin in der glücklichen Lage, Bater zweier Töchter zu sein, die noch Beschäftigung haben und zum Haushalt mit beifragen. Mein Sohn ist in der Lehre und bringt in der Woche 2,75 Mart nach Hause. Ich will also nicht flagen, troßdem fällt es mir sehr schwer, am Sonnabend den„ Borwärts ,, zu bezahlen, ebenso den Berbands. und Bartelbeitrag. Aber ich will den Mut nicht fir ten as man laffen, es muß ja doch mal eine bessere Zeit fommen. 20 Jahre getan hat, läßt man so leicht nicht fallen. Wenn ich die Koften des Haushalts der Kriegermitwe betrachte, die reulich im„ Borwärts", abgedruckt waren, und den Haushalt meiner Sollegen mit Frau und Kind, dagegen holte, dann muß ich feststellen, daß der Haushalt jener Frau iminee nody beffer ist als der eines lädtischen Arbeiters. Meine Kollegen sind nicht in der Lage, den Bosnart 3 ballen, weil es nicht zur Eſſen reicht. Ueberhaupt find mir bei der Aufstellung des Houshalts der Witwe einige Zweifel aufgestiegen; 3. B. fann ich nicht verstehen, wie die Mietrecht ung ren 18,65 M. für Januar zustande kommt. Ich habe im Borderhaus eine Zweizimmerwohnung, wofür ich rund 12 M. bezahlt habe, im Januar entsprechend weniger. Für uns ist es nicht möglich, Stiefel cder Kleidung zu kaufer, und bewilligt würden wir nirgends etwas befommen, es gibt eben noch traurigere Verhältnisse. Die Lage eines städtischen Arbeiters ist z. B. noch wesentlich trauriger, denn 67 M. im Monat für drei Personen ist so wenig, daß ein„ fleißiger" Bettler wohl mehr zusammenbekommt. Wir Arbeiter sind ja sehr lernbegierig und es soll uns nur einer in der Kunst unterrichten, mit dem Gelde, das man uns ar bietet, so auszukommen, daß wir bei Kräften bleiben rere Stöße fremdsprachiger Zeitungen auf dem glänzenden Parkettboden standen. Was soll ich sagen? Verslucht, das ist ja wie in der Schule Was will ich überhaupt?" Lange und nachdenklich sah er den schreibgekrümmten Rücken an. Wenn ich das wüßte, würde ich nicht hier sein." " Genossin, dein Artikel war in einem wichtigen Bunkte schlecht. Du solltest den betreffenden Abschnitt noch einmal bei Marg nachlesen. Die Klassentämpfe in Frankreich." Auch bei Engels Ursprung der Familie" gibt es darüber eine sehr aufschlußreiche Stelle." Jürgen nahm sich vor, diese zwei Bücher gleich zu taufen. Aber so geht das ja nicht weiter. Schließlich verrät er mir noch Geheimnisse. 11 Bei Marr nämlich ist die Broblemstellung folgendermaßen," sagte der Ingenieur und wandte sich um. Entschul digen Sie! Ich erwarte jemand." Er hatte unveränderlich junge Augen in einem männlich fertigen Gesicht, das als Abschluß einen fleinen Spigbart braucht, der auch vorhanden war. Jürgen stand auf. Da flingelte das Telephon. Wäh rend der Ingenieur horchte und sprach und horchte, verwarf Jürgen zehn verschiedene Gesprächsanfänge. Wünschte sich fort. Bernahm, wie der Ingenieur das Höhrrohr wieder cuflegte. Also, was wollen Sie?" Fragen, was ich mit meinem Leben anfangen foll Ich bin doch nun einmal da," antwortete er in einem Tone, als ob er gestanden hätte: Ich habe das Berbrechen begangen, nun machen Sie mit mir, was Sie wollen. Bleich und rot in einem vor Merger über seine Verlegen heit, blickte er den Ingenieur wütend an. " Ja. Aber du solltest mich doch nicht megen jeder Kleinigfeit anrufen, Genoffe," sagte der Ingenieur, der schon wieder verlangt worden war, in den Apparat hinein. " Ich frage ihn, ob ich Philosophie oder meinethalben Aftronomie studieren soll, und geh meiner Wege. Denn zu erklären, um mas es fich eigentlich handelt diese ganze Qual, ist einfach unmöglich. ,, Und außerdem wurde eben mitgeteilt," meldete der Hilfsredakteur, der im fünften Stode des Druckereigebäudes in dem winzigen Redaktionszimmerdhen faß, ein Stüd Brot in der Linken, das höhrrohr in der Rechten, daß die Regierung befchloffen habe, dem Auslieferungsverlangen der span! fchen Regierung nachzukommen." ( Fortsegung folgt.) Hauptgruppen. Maßregelingen firben nicht statt. Die Bieberet Gewerkschaftsbewegung ftellung erfolgt nach Maßgabe der vorhandenen Arbeitsmöglichkei Wiederaufbau in den Gewerkschaften. ten, unter Buzichung der gefeßlichen Betriebsvertretung. Auf die Douer von drei Wochen werden von den Arbeitgebern bisher nicht Beschäftigte nicht in den Betrieb eingestellt. Ir nerhalb dieser drei Wochen muß der Arbeitgeber vielmehr bei Bedarf von den im Ac beitsnachweis Eingezeichneten die vor dem Streit bei ihm Befchäf. In der Abstimmung wurde die Vereinbarung mit starter Mehrheit angenommen. Wirtschaftskrise und Gelbentwertung hatten die Gemertschaften actionsunfähig gemacht. Die Spaltungsarbeit der kommunistischen „ Einigungs" apostel tat das ihrige. Das Jahr 1923 mar für die Gestigten wieder anfordern. wertscaften ein schweres in jeder Beziehung. Es gab in der schlimmsten Inflationszeit Verbände, die selbst mit der Abhaltung von Versammlungen äußerste Sparsamkeit üben mußten, weil die Scafuntoften eine starte Belastung der Kassen darstellte. Die Gewerffchaftspreffe fonnte gar nicht, oder nur in start verringertem Umfang erscheinen. Die Stabilisierung der Währung ermöglicht ein Biederauf leben der Organisationstätigkeit, die die Grundbedingung für den gewerkschaftlichen Erfolg darstellt. Mit der Befferung der Wirt schaftsverhältnisse wird auch eine Wiederaufrichtung der Organifationsförper verbunden sein. Eine gute Konjunktur ist die Borauslegung für eine gute Gewerkschaftsarbeit. Aber nicht darauf allein bürfen wir uns verlassen; die tätige Mithilfe jedes einzelnen ift notwendig. Die alten Gewerkschaft. ler, denen ihre Organisation Herzenssache ist, müssen sich mit dem Gedanten veriraut machen, daß sie wieder einmal bie Pioniere fein müffen: Ueberzeugung des Nächsistehenden auf der Arbeitsstelle, Agitation in Werkstattversammlungen, auch in der fleinsten. Meift ist der Erfolg dort beffer, als in großen Berjammlungen, wo die persönliche Eigenart des einzelnen nicht berücksichtigt werben tann. Daneben muß von den Organisationen systematisch eine Fortbildung der Reugewonnenen bei jeder Ges legenheit. In der Zusammenkunft betrieben werden. Die Gewerkschaften waren zu sehr in die Breite, nicht genug in die Tiefe gegangen. Das rächt sich. Es darf nicht wieder passies ren, daß jeder, der ohne Sinn und Verstand Oppositionsreden hielt, Beifall und Nachläufer fand, nur weil Teile der Gewerfidaftsmit gliedschaften in ihrer eigenen Organisation nicht Bescheid mußten, unb meil sie daneben Sinn, 3med und Befen der Arbeiterbewegung überhaupt noch nicht erfaßt hatten. " Die Belebung der Wirtschaft wird aber auch den kommunisti schen Gewerffdaftsreitern" ben Agitationsboden entziehen. Die Erfolge der Amsterdamer Richtung in den Verbänden der Kupferfdymicde, der Textilarbeiter, der Buchbinder und der Gemeindearbeiter usw. zeigen, daß Aufklärungsarbeit für die Erhaltung ber Organisationen wichtig ist. Es fällt niemandem ein, eine gefunde Kritik zu unterbinden. Bon überzeugten Gewertschaftern in tame redschaftlicher Art und Weise in organisationsfördernder Absicht ausgeübt. wird fie stets von Borteil sein. Berlaffen aber berufsmäßige Zerstörer und ihr verführter Anhang bei ihrer Gegenagitation den ftatutarisch vorgezeichneten Rahmen der Organisationen, muß ihnen ber felbstgemählte Weg aus den Verbänden gewiesen werden; der Selbsterhaltungstrieb wird hier zur Selbsterhal. tungspflicht. Der Biederaufbau der Gewerkschaften ist nicht nur nötig, er ist jetzt auch möglich. Borbedingungen zum Anfang find genug vorhanden. Gemertschaftsgenoffen, fangtan! Die Technische Hochschule liefert Streifbrecher. Bom Deutschen Metallarbeiterverband wird uns geschrieben: Bei der Firma Dr. Erich F. Huth, Wilhelmstr., Geschäftsführer Dr Rosenbaum, befinden sich die Arbeiter feit dem 1. Februar im Streit. Die Firma hat sich eine Streitbrechergarde herangezogen. Die Studenten der Technischen Hochschule, ausgerüstet mit dem Hafentreuz, schüßen das Kapital, auch wenn jüdische Direftoren verhanden sind. Die Borgänge, die zu dem Streit führten, haben wir in einer früheren Notiz im Bor marts" befanntgegeben. Am gestrigen Tage fanden nun Berhandlungen vor dem amtlichen Schlichter, dem Gewerberat Körner, statt. Die Firma hat einen Beauftragten enijandt, welcher aber teineriei Bollmachten zum Berhandeln befaß. Die Firma stellt sich auf den Herrenftandpunkt und will, daß sich die Arbeiter ihrem Dittat bedingungslos fügen. Die Pflicht der Arbeiter ist es, den Betrieb mit feinem rigorosen Arbeitgeber zu meiden. Arbeiter. übt Solidarität! Abbruch des Rohrlegerstreife. Die feit 14 Tager im Abwehrkampf befindlichen Rohrleger und Helfer Groß- Berlins nahmen gestern vormittag im überfüllten Sael des Gewerkschaftshauses den Bericht des Branchenleiters Meier von den Berhandlungen beim Schlichter entgegen. Seinen Aus führungen entnehmen wir folgendes: Erst durch die Vermittlung des Polizeipräsidiums, tei dem auch wichtige Rohrlegerarbeiten in folge des Sireits liegen blieben, lub der Schlichter Wiffell die Barteien zu Einigungsverhandlungen, die am Mittwoch stattfanden. Die Arbeitgeber lehnten jedes Zugeständnis ab. Früher stellte man die Kleingewerbetreibenden im Unternehmerlager als diejenigen hin, die höhere Löhne nicht tragen fönr ten. Auch die bevor stehende Martstabilisation sollte die Möglichkeit zu Lohnerhöhungen geben. Jetzt find nicht nur die fleiner Klempnermeister aus dem Unternehmerverband cusgefchieden, die Währung ist auch stabil ge= worden, aber bie Unternehmer denken nicht darar, ihr gegebenes Bort einzulösen. Es tam schließlich eine Bereinbarung zustande, die befagt: Die Arbeit wird am 11. Februar wieder aufgenommen. Der Lohn beträgt bis 8. März 63 bzw. 56 Pf. für die beiden Anmerkung der Redaktion: Nachdem nun der Streit been det ift, halten wir es für notwendig, cuf die in der vorlegten Berfammlung vom Brancher feiter Meier gegen ben„ Borwärts" erhobenen Angriffe zurüdzutommen Wir stellen fest, daß wir boit der Branchenleitung der Rohrleger niemals von Bersammlungen oder von Lohnbewegungen informiert corden find, und zwar meder bei diesem noch bei bem letzten Strett. Damit faller olle von der( fommunistischen) Branchenteilung gegen den„ Borwärts" erhobenen Anwürfe in fich zusammen. Jedenfalls lehnen wir es ab, als Sündenbod für die fommunistische Unfähigkeit herzuhalten. Machtkoller. Der Mindestlohn der 24jährigen Facharbeiter betrug in den Schrifigießereien vor dem Kriege 42 M. Er ist infoige der Inflation nach und nach auf 29,88 m. herabgebrüdt worden. Aber auch das war den Unternehmern noch zu viel Ab 2. Fe bruar jegten fle ihn eigenmächtig um drei Mart herab. Der Ronflitt fam fchließlich am Freitag vor ein im Reichsarbeitsministerium tagendes Schiedsgericht. Der Schiedsspruch lautete: Spitzenlohn 29 M., mit der bisher üblichen Abstufung in den anderen Gruppen und Klassen. Die Affordsäge sollten von den Parteien vereinbart werden. Die Ortszuschläge für Frankfurt- Offenbach und Hamburg- Altona fallen weg. Die Arbeitszeit beträgt 48 Stun den die Woche. Je nach den wirtschaftlichen Bedürfnissen tann eine Ueberarbeit bis 3 Stunden die Woche zum üblichen Stundenlohn angeordnet werden. Darüber hinaus erfolgt der übliche lleberStundenzuschlag. Erflärungsfrist bis 12. Februar. Dieser Schiedsspruch brachte eine Reihe Verschlechte. rungen für die Arbeiter. Nichtsdestoweniger befchloffen die Unternehmer noch am selben Lage sämtliche Arbeiter zu tün= digen, so daß vom 18. Februar ab die Schrifigießer in ganz Deutschland ausgesperrt werden. Es tommen insgesamt etwa 3000 Personen in Frage. Bergleicht man die Löhne mit den Borkriegslöhnen und mit den im Auslande gezahlten Löhnen, dann ist man geneigt, an der gefunden Bernunft der Unternehmer zu zweifeln. Es handelt fich hier zwar um eine fleine Industrie, die aber ihren Weftruf der qualifizierten Arbeit dankt. Daß dieser Unternehmer. bolfchemismus fich sehr bald an den Unternehmern selbst rächen wird, ist jedem Einsichtigen far. Die Einsichtigen find aber im Unter nehmerlager offenbar Ausnahmen. Beginn der Betriebsräteschule. In dieser Boche beginnen die neuen Rutfe der Be. friebsräteschule, an der sich nicht nur Betriebsräte, sondern alle freigewerffchaftlich organisierten Arbeiter und Angeftellten, Kollegen sowohl als auch Kolleginnen, beteiligen sollten. Betriebsräte! Betriebsfunktionäre! Weist in Euren Betrieben auf den Beginn der Kurse hin und fordert Eure Kollegen zur Teilnahme an der hier geleisteteten Bildungsarbeit auf! Montag, den 11. Februar, beginnen folgende Kurse: 3entrum: Sophien- Enzeum, Weinmeisterstraße 16/17. Gegenwartsprobleme der deutschen Arbeiter. bemegung( 6 Uhr); Die moderne Arbeitsgefeß gebung( 8 Uhr). Norben: Bezirksamt Prenzlauer Berg. Ede Brenzlauer Allee- Danziger Straße. Einführung in die Kommunalpolitik und Verwaltung( 8 Uhr). Süd often: Leibniz Gymnasium, Mariannenplay. Buchhaltung und Bilanz( 8 Uhr), Zimmer 17. Betriebsräte im Auf. fichtsrat( 8 Uhr), Zimmer 18. Hörerfarten( zum Preise von 2 M., für Kurzarbeiter die Hälfte, für Arbeitslose unentgeltlich), werden im Bureau der Schule, Engelufer 24/25, 2. Hoj, I, ausgegeben. Auch fönnen die Rollegen die Kurse dirett auffuden und den Betrag an den Bertrauens. mann zahlen. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale. Eine weitere Publikation des JGB. Eine neue Beröffentlichung des Internationalen Gewerkschaftsbundes ist das Buch„ Arbeiterbildung", welches sich aus Berichten aus 15 Ländern zusammenfeßt und das Protokoll über die Arbeiterbildungstonferenz in Brüffel im August 1922 umfaßt. Es gibt eine gute allgemeine Uebersicht über die Arbeiterbildung in den verschiedenen Ländern. Das Thema ist ein wichtiges und die Arbeit enthält Material, das vom internationalen Standpunkt aus noch wenig gesammelt worden ist. Das Buch füllt deshalb wirklich eine Lüde aus. Denn auf dem Gebiet der Arbeiterbildung sollten wir, wie in anderen Fragen der Arbeiterbewegung, nicht nur wissen, wo wir selbst stehen, sondern wie weit die Bestrebungen unserer Nachbarn im Vergleich mit den unsrigen gebiehen sind und weshalb es ihnen gelungen ist, uns zu überflügeln oder umgelehrt. Die Publie tation fann in den verschiedenen Ländern bei allen, die Bublifationen des JGB. vertreibenden Buchhandlungen oder bei unserer Ber fagsabteilung( Berlagsabteilung des 363. Bonfeffront, Amfter. bam) direkt bezogen werden. Die Firma Terfilfabritation, Beuthstr. 2/3, ist für Zuschneider, Zuschneiderinnen, Näherinnen und Blätterinnen gesperrt. Die Ursache sind Lohndifferenzen. Die Verhältnisse der Firma find getrogen von dem Gedanken des Herr- im- Hause- Standpunktes. Dem entsprechend ist die Behandlung der Beschäftigten. Desgleichen lehnt die Firma Berhandlungen mit der Organisation ab mit der Begründung, daß es zwedios märe." Kollegen und Kolleginnen, übt Solidarität! Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Filialleitung Berlin. Schiedsspruch in der sächsischen Terfilindustrie. Der Schlichter der Textilindustrie auf 54 Stunden bei besonderen Lohnzu. für den Freiftaot Sachsen hat der Verlängerung der Arbeitszeit in schlägen für die über die 48 Stunden hinausgehende Arbeitseit zugestimmt. Die Unternehmer haben den Spruch angenommen. Die Zustimmung der Arbeitnehmer steht noch aus. Metallarbeiteraussperrung in München. Der Verband der bayerischen Metallindustriellen forderte vor furzem die Wiebereinführung der 54- Stunden- Woche. Dies wurde von den Arbeitnehmern abgelehnt mit dem Hinweis auf die große Arbeitslofigfeit fowie die in allen Betrieben seit langen durchgeführte Kurzarbeit. Als gestern morgen die Arbeiter der Süddeutschen Bremsen A.-G. wie gewöhnlich zur Arbeitsstätte gingen, war der Betrieb gesperrt und non Polizeibeamten befeht. Dem Betriebsrat war gestattet, den Leuten in der Kans tine Mitteilung zu machen, daß fie megen Nichtannahme der vers längerten Arbeitszeit ausgesperrt feien. Während die Ara beiter in der Kantine verhandelten, rüd ten starte Schups. Abteilungen an, welche den Befehi hatten, die Kontine zu räumen. Daraufhin verließen die Arbeiter in großer Erregung, aber ohne weitere Zwischenfälle, das Werf. 1000 Arbeiter werden dadurch arbeitslos. Achtung, BSPD.- Genoffen bes Siemens- Ronzerns! Dienstag nad mittag 4 Uhr in ben Rino Feftfälen, Siemensstabt, Schufftr. 4, Ber fammlung aller BSPD.- Arbeiter und Angestellten. Sympathifierende Rollegen find einzuführen. Tagesordnung: Die politische und wittigaftlige Lage und die Reichstagswahlen". Referent Genoffe Dt. Paul Levi, M. b. R. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. AAG., Oberschöneweibe. Sigung fämtlicher BSPD.- Mitglieder Montag nachmittag 5 Uhr bei Stiels, Oberschöneweide, Bestendstraße. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Betriebsratswahlen. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Siemens- Endert, Charlottenburger Werl! Montag nachmittag 4 Uhr bei Berger, Levegow, Ede Jagomstraße, Bersammlang aller BERD.- Arbeiter uns Angestellten. Wichtige Tagesordnung. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorfiand. Berband der Lithograph n unb Steinbruder. Montag nachmittag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Großer Saal, Engelufer 25, Bersammlung aller Steinbruder, Lithographen und Runstbrudphotographen. Tagesordnung: Der Schieds( pruch des Reichsarbeitsministeriums. Es ist unbedingt erforderlich, daß alle Kollegen in diefer Versammlung anwefend find. Achtung, Bulkaniseure bez Autobereifungs- und Reparaturanstalten! Ron tag abend 6 Uhr im Arbeitslosenfaal des Fabritarbeiterverbandes, Engels ufer 24-25, Gingang B, parterre, Gruppenverfammlung. Tagesordnung: Die Die Gruppenleitung, Deutscher Solzarbeiterverband. Mitgliederversammlungen: der Knopfbrande am Dienstag nadimittag 5% Uhr in den Residenz- Festfälen, Lands. berger Str. 31; der Jaloufiearbeiter am Dienstag nachmittag 5 Uhr bei Schilling; des Bezirks Bentrum am Dienstag nachmittag 5 Uhr im Graphischen Bereinshaus, Alerandrinenstr. 44. Bezirk öftliche Berorie. Die Mitgliederversammlung am 12. findet nicht, wie im Mitteilungsblatt" angegeben, in ber Aula ftatt, sondern im Lokal von Schulz, Samariterſtr. 38, nachmittags 4½ Uhr. unterschiedliche Entlohnung und Stellungnahme dazu. Musikinstrumentenarbeiter!( Ausgefperrte und Arbeitende.) Die für Diens tag angelegte Berfammiurg findet infolge Berhandlung erst am Mittwoch nachmittag 4% Uhr im Schultheis, Hafenheide, statt. Achtung, Baub. legierte. Mittwoch nachmittag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Mitgliedsbuch und Delegiertentarte find am Saaleingang vorzuzeigen, ohne Soal 1, wichtige Berfammlung aller Baubelegierten des Baugewerkbundes. diefe fein Zutritt. Gewerkschaftsbewegung: 3. Sieinez; Feuilleton: 8.$. Döschez Lotalca und Sonstiges: Fris Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Betlin SW. 68., Lindenstraße 3. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Beriin. Druck: Borwärts- Buchdruckerel Gieran 4 Beilagen. Berantwortlich für Bolitif: Ernst Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Ernst Menter Alfe Reserve 1846 Winkelhausen Nofsrael Ausstattungs- Wäsche Tischwäsche Tischtuch vollweiß Jacquard 130 2.95 130 cm 130160 cm Hauswäsche Stubenhandtuch halbleinen 1.10 Gerstenkorn mit Jacquard3.90 Querkante, 48x100 cm...... Servietten einzeln, 55x55 cm 0.65 Tischtuch Reinl. Hausm. Jacquard besond. schwere Qualit. 30 × 5.901307.75 200* 11.50 160 13.00 Servietten 1.35 230 cm 5858 cm Tischtuch Reinleinen gebl. Jacquard 130 6.75 130 cm 160x11.50 200 cm 160x17.50 280 cm 1307.75 160 cm 160 x 13.00 225 cm 16021.75 330 cm Servietten 60x60 cm...... 1.55 Tafelgedeck weiß, reinlein. Damast, 189 400 cm, mit 12 Servietten 62 × 62 cm Kaffeegedeck weiß mit 73.00 farb. Kante od. farb. Damast, 13.75 130 225cm, mit 12 Servietten Ziertischtuch weiß Reinleinen mit Durchbruch, Plattstichstickerei und Langetten, Rosenmuster. 180 cm rund 34.50 Stubenhandtuch feinfädig. weiß Gerstenkom m.Jacquard- 1.80 kante, 50x100 cm. Küchenhandtuch weiß halblein. 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Das war es, was die Trauergemeinde im Wedding- Krematorium am gestrigen Abend besonders bewegte und das sprachen die Worte auf einer Kranzschleife unter den vielen aus, die den Garg bedeckten und umgaben, die Worte auf dem letzten Zeichen der Wertschäßung, das Die Borwärts"-Redaktion Franz Krüger widmen konnte: Dein junges Leben brach ein jäher Lod, ein Leben, heiß von Kraft und Mut durchloht! Des Boltes Sehnen war auch dein Verlangen: Du Kampfgeist bis zu früh von uns gegangen! is Chopins Trauermarsch und der Arbeiterchor vom Schn des Boltes perhollt waren, trat Otto Wels an den schwarzen Schrein. Der Vorsitzende der deutschen Sozialdemokratie zeichnete in tiefbemegten und ergreifenden Worten das Lebensbild Franz Krügers, der durch seine Tatkraft, Klugheit, Treue und Opferfreudigkeit schon als ganz junger Mann bewiesen hat, daß er zum Führer im Befreiungskampf der Enerbten geboren war. Wie Krüger schon in Königsberg rasch von seinen Kollegen als der Berufene erfannt murbe, wie ihn ihr Vertrauen an die Spike trug und wie feine nimmermüde Arbeit dort wie seither in Berlin die ganze Bewegung vorwärtsbrachte, ihr über Zeiten des Rüdganges hinweghalf und ihr im Sturm die Fahne zum Sieg vorantrug.. das alles schilderte Bels und allen wurde flar, was wir verloren haben. Den guten, fröhlichen Menschen Franz Krüger stellte Bels uns noch einmal vor das seelische Auge, um im Geiste dieses Menschen mit dem Ruf zu neuem Kampf und neuem Sieg zu schließen. Giebel gedachte besonders der gewerkschaftlichen Arbeit des Berstorbenen, dem der Zentralverband der Angestellten wie der Allgemeine freie Angestelltenbund ihre heutige Größe und Bedeutung zum erheblichen Teil mitverdanten. Auch die Gewerkschaft wird in Gedenken an den toten Vorfämpfer die Kraft zur lebenden Tat finden. Schlegel foradh für unsere Berliner Stadtverordneten zu Herzen gehende Worte der Trauer um den klugen Rat, die Beredtsamfeit und das können Krügers, den blinder Parteihaß einst von der leitenden Stelle des Stadtparlaments ferngehalten hat; aber auch dem felten treuen Freund rief Schlegel Borte des bewegten Schmerzes um feinen Berlust nach. Und unter dem Gesang des Lord Foleson verschwand, was unter den Kränzen war. Und was die Arbeiderfänger verfündeten, Das flang in denen nach, die nun von dannen gingen: Das Banner steht, wenn der Mann auch fällt! „ Nicht verlassen vom„ Vorwärts"... Hohe Manern und eiserne Gitter trennen den Gefangenen von der Außenwelt. Er denkt an die Freiheit zurück, erhofft den Tag, wo fie ihm mieiler winfen wird. Besuche von Berwandten, seltenes Briefeschreiben und empfangen, Zeitungen und Zeitschriften sind die wenigen Zeichen, die er von außen erhält. Um so dankbarer ist er für fie... Isolierung vom wirklichen Leben bildet aber die größte Gefahr für den Gefangenen und auch für die Gesellschaft, die vor Rechtsverlegungen geschützt werden muß: Wie soll der Entlassene sich in das Leben in Freiheit einordnen, wenn das geistige Band zwischen ihm und seiner Zeit zerriffen wird? Er läuft Gefahr in feinen ungefunden Phantasiegebilden dahinzuleben, immer wieder in seiner Vergangenheit herumwühlen zu müssen, anstatt durch Teilnahme an der Gegenwart zu einer neuen Zukunft sich innerlich emporzuarbeiten. Politische Tagesereignisse, soziale Broblemstellun gen, Wirtschafts- und Gewerkschaftsfragen, Kunst- und Literaturerscheinungen erweden in der Gefangenschaft stärkeren Widerhall erscheinungen erweden in der Gefangenschaft stärkeren Widerhall als draußen, geben dem Dasein des Gefangenen den notwendigen inneren Halt. Selten nur erfährt der glücklichere Mitmensch vom Fühlen und Denken der Gefangenen. Büßte er, wie es in ihm aussieht, er wurde ihm mehr Interesse entgegenbringen. Ein erschütterndes Bebenszeichen aus dem Gefängnis Blößensee erhielt fürz lich die Redaktion des„ Borwärts". Der Schreiber ist ihr ebenso unbefannt, wie die Tat, die ihm die Freiheit geraubt hat. Der Schreiber rühmt die Menschlichkeit des Oberdirektors, spricht ihm feinen Dent aus für die musikalischen Veranstaltungen und für die Berteilung der Zeitungen an die Gefangenen. Er danti auch dem " Borwärts" für die kostenlos ihm zur Verfügung gestellten Beitungen und schreibt u. a.: Bielfach verlassen in einsamer Belle, aber nicht verlassen vom Borwärts"! Wenn ich die Tendenz oder beffer das Ziel des Borwärts" richtig erfaßt habe und ich glaube das- so erstrebt biefer vor allem die sittliche Beredlung und Einigung der Menschheit nach Maßgabe eines allge. meinen, von fozialen Grundsägen beeinflußten Humanitätsideals." 17 " 1782 neue Abonnenten hai der„ Vorwärts" in der letzten Woche gewonnen. Das ist ein erfreulicher Beweis für das Interesse, das die Genoffen Ihrem Blatt entgegenbringen. Es zeigt aber auch, daß man nicht in der ferneren Werbearbeit erlahmen darf. Bielmehr muß jede Woche dazu benutzt werden, neue Leser zu geminnen für den „ Vorwärts". Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Borwärts", Berlin SW. 68, Linden Straße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Borwärts" bei der Post zu bestellen.) www Ich abonniere den Vorwäris" mit der illustrierten Sonntagsbellage Bolt und Zeit" und der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Wohnung: Born bei Straße Nr. Hoj- Quergeb. Quergeb. Seitenfl. Seitenfl. Tr. lints rechts Und weiter heißt es im Briefe: Wie es ein Lebensbedürfnis für den Bürger ist, daß wir täglich effen, und kraft dieser Speise unseren Beg laufen, so ist es gerade in der Gefangenschaft ein Bedürfnis so vieler, daß sie wöchentlich einmal etwas von da draußen zu lesen bekommen, das sie aus dem stumpfsinnigen Einerlei heraushebt." und er fchiießt den Brief mit den Worten:„ Hunderte, nein Tausende werden noch später von dem Blatt denken:„ Ich bin gefangen gewesen und du haft mich besucht!" Der Schreiber hat recht. Für den„ Borwärts" sind die Gefängnismauern nie Schranken gewefen. Er hat sich stets bemüht, den breiten Massen der Bevölkerung immer wieder das eine flarzumachen: Soziale Mißstände, die den Menschen oft schon in der Keimanlage verderben, machen ihn nicht selten unfähig, den Kampf ums Dasein zu führen. Der Staat beugt nicht vor, menn Gefahr im Anzug ist, er ist noch himmelweit dovon entfernt, Mittel und Wege gefunden zu haben, mit deren Hilfe er in der Lage gewesen wäre, den Rechtsverletzern wieder aufzuhelfen. Den breiten Maffen hier die Den breiten Massen hier die Augen zu öffnen, darin sah der„ Borwärts" stets eine feiner wichtigsten Aufgaben. | mit wertlofem Papier zu fümmern. Es fehlt nur noch, daß mit dieser Lappalie noch ein Jugendgericht bemüht würde, auf Kosten der Steuerzahler natürlich. Vielleicht nimmt nunmehr die vorgefeßte Behörde ihren übereifrigen Kriminalbeamten ihrerſeits ein wenig an die Leine. Die Frau mit den zwei Seelen. Eine selten begabte Kindererzieherin" als Betrügerin. hinüber, die der Schriftstellerin Margarete Mosel zur Last gelegt Auf das politische Gebiet spielten umfar greiche Hochstopeleien wurden und die die dritte Giraffammer des Landgerichts II beschäftigten. Die 1886 in Danzig geborene Angeklagte ist eine Freu von unleugbarer Begabung, die aber frühzeitig auf die abschüssie Bahn geraten ist, denn sie ist bereits zehnmal vorbestraft. Auf Grund ihres Lehrerinner examens war sie Hauslehrerin, später Borschulleiterin in Oliva und im Kriege Krankenpflegerin. lleberall erhielt sie die besten Zeugnisse. So wurde ihr bezeugt, daß sie eine feiten begabte Kindererzieherin und Bdagogin jei. Aber schon als Jugendliche mit 20 Jahren erhielt sie megen Betruges einen Berweis, dann wurde sie wiederholt wegen Diebstahls und Rückfalldiebstahls, im Jahre 1916 mit 13 Monater, 1919 mit vier Monaten Gefängnis bestraft. Auch eine Unterschia gung fällt in diese Zeit. Nach einer längeren Bause begann sie 1922/23 neue Strafhandlungen, die zum Teil in Berlin, in Best falen und in Garmisch verübt worden sind. Die Taten an dem lekteren Orte trugen ihr eine fünfmonatliche Gefängnisstrafe zu, die sie, während die Untersuchung wegen der Berliner Fälle gegen fie geführt wurde, verübt hat. Die Angeklagte hat sich auch erfolg reich schriftstellerisch mit Novellen, Gedichten und Märchenerzählungen betätigt. 3m Juni 1922 peranstaltete sie Märcher aufführungen mit Erlaubnis des Kultusministers in der Staatsoper und nachher noch in verschiebenen anderen Theatern. Durch ihre schriftstellerische Tätigkeit hatte sie Beziehungen zu Zentrumsfreifen gewonnen und war mit dem Wohlfahrtsminister Hiertfiefer und dem früheren Mi. rifterpräsidenten Abg. Stegerwald bekannt geworden. Ihren angeblichen Kollegen von der Bresse erzählte sie, daß fie in der Lage fei, billig Lebensmittel zu verschafften, und ließ sich zum Antauf derselben verschiedene Beträge auszahlen, lieferte jedoch nicht. Nun mehr hatte sich die Angeklagte wegen vollendeten Betrugs in fünf, versuchten Betrugs in zwei urd schwerer Urkundenfälschung in zwei Fällen zu verantworten. Vor Gericht war sie im wesentlichen geständig und gab zu, vielfach geschwindelt zu haben. Medizinalrat Dr. Thiel hat sie sorgfältig untersucht und erklärte sie für verhandlungs. fähig. Bor Gericht war ihr ein Referendar Dr. Schulze gestellt ortsanwaltschaftsra! Dr. Drinant im vorigen Termin, baß zwei worden. An diesen hatte sie anknüpfend an eine Acußerung von richtet, in dem es heißt:„ Ich bin fest überzeugt, daß ich zwei Seelen in der Brust der Angeklagten wohnten, ein Schreiben geSeelen habe. Gerade in dem Augenblid, als ich geboren wurde, starben zwei Menschen, eine harmlose Klosterfbau und ein Ber: brecher. Die Geelen verließen gerade ihren Körper, als Gott mir das Leben eir hauchen wollte. Beide Seelen drangen in meinen mir das Leben eir hauchen wollte. Beide Seelen brangen in meinen fleinen Körper ein und fämpfen nun unaufhörlich um ihre Existenz." Medizinatrat Dr. Thiele erstattete ein Gutachten über den Geifteszu stand der Angeklagten. Das Rätsel ihres Lebens läge in ihrer tranfhaft gesteigerten Fantafietätigkeit und Einbildungstraft: Eie lebt in einer eingebildeter Welt. Es liegt bei der Angeklagten eine psychogene Willensstörung vor. Sie ist ein ffychisch schwacher und ethisch defetter Mensch und tonstitutionellen Suggestionen zugänglich. Trozdem hält der Sachverständige eine frankhafte Störung der Geistestätigkeit, die bie freie Willensbeftim. nung aufhebt, nicht für vorliegend, so daß die Angeklagte für ihre Handlungen verantwortlich zu machen ift. Etaatsanwaltschaftsrat Dr. Orimann räumte der Angeklagten auf Grund dieses Gutachtens mildernde Umstände ein, bears Jahr drei Monate Gefängnis. Referendar Dr. Schulze verwies tragte aber dennoch angesichts ber raffinierten Betrügereien ein auf die von dem Sachverständigen betunbete min. derwertigkeit der Angeklagten urd Lat um eine wesentlich mildere Beurteilung. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis. Lieber Rentenmark als Dollar. Ein Schwindler als Neffe des Reichsbantpräsidenten. Reiche Beute machte ein Schwindler, dem ein Kaufmann Salomon Ganz aus Lobz ins Barn ging. Ganz besaß drei. tausend ameritanische Dollar und 6425 hollän. dische Gulden, die er gern in Rentenmarfumgetauscht hätte. Ein 28 Jahre, alter, aus Rönigsberg in Preußen gebürtiger Kaufmann Walter Ostrowski, der in der Neuen Winterfeldtstr. 25 wohnte und allerlei Schiebergeschäfte betrieb, erbot fich, ihm das bestens zu besorgen. Wie er jagte, fönne er das um so leichter, weil er ein Neffe des Reichsbantpräsidenten Dr. Schacht sei und dieser ihm sicher gern behilflich sein werde. Ganz fiel auf sie nicht wieder. Der freundliche Bermittler fuhr schleunigst nach den Schwindel hinein, übergab Ostrowski die Devisen und fah Haufe, erzählte seiner Braut, die bei ihm mohnte, daß er eiligst nach der Heimat reisen müsse, padte feine Koffer und fuhr vom Anhalter Bahnhof ab. Ganz wartete vergeblich auf die Rentenmart, ertun digte sich endlich in der Wohnung des Vermittlers und erfuhr jetzt au seinem Leidwesen, daß er verschwunden war. Ein Kriminalbeamter feffelt einen Fünfzehnjährigen. Ein tüchtiger Geschäftsführer. Unregelmäßigkeiten beim Wirtschaftsamt der Universität. Auf Veranlassung des Wirtschaftsamtes der Universität Berlin ist gestern der Geschäftsführer Dr. Friedrich Koß unter dem Verdacht, Unterschleife begangen zu haben, verhaftet worden. Das Wirtschaftsamt der Universität ist eine Einrichtung der studentischen Selbstverwaltung. Es hat die Aufgabe, notleidenden Studenten Erwerbsmöglichkeiten, Wohnungsgelegenheiten, Essense vergünstigungen usw. nachzuweisen. Dr. Koß war früher Angestell ter des vom früherer Reichstarzler Michaelis ins Leben gerufenen Studentenwertes". Er irat dann zum Wirtschaftsamt über, denten immer furchtbarer wurde, größere Ausdehnung annahm. das besonders im letzten Herbst, als auch die Not unter den StuDie finanziellen Befugnisse des jetzt Festgenommenen waren schr gering, da cine Rommission, in der auch Geheimrat Meyer jap, ale wichtigen geschäftlichen Transaktionen prüfte und Millet bereitstellte. Selbst das Werben der Freitische war Dr. Roß noch lurzer Zeit untersagt worden. Es so!! aber, wie eine Korrespondenz melund des Studetenwertes" haite, Beziehungen zur 3ndet, der Berdacht bestehen, daß R., der Ausweise des Wirtschaftsantes dustrie ausgenutzt hat, um sich selbst zu bereichern. zm gestrigen Nachmittag ist der Berhaftete, der, wie behauptet wird, 700 Delar unterschlagen haben soll, vom Universitätsciter Dr. hluß der Untersuchung dürfte jedoch erst in einigen Tagen erfolgen. Marcard und Geh. Nat Wullenberg rernommen worden. Ein b fönnen. Raum haben wir in unserem Beitrag Anzeigen- Razzien" den fich jetzt immer unangenehmer bemerkbar machenden Uebereifer der Straßenpolizeibeamten gegenüber unbedeutenden Uebertretungen gefennzeichnet, als uns auch schon so ein bezeichnender Fall zur Kennt nis gebracht wird, der zunächst allerdings den unverzeihlichen Uebereifer eines Kriminalbeamten betrifft. Im Bahn. hofsgebäude Butligstraße befindet sich eine Sammel büchse der Lungenheilstätte, die feit Jahr und Tag entzwei und mit wertlofem Papiergeld gefüllt ift, so daß es jeder bequem herousziehen fann und junge Burschen fich gern daraus einen Spaß machen. Ein auf der Bauer liegenber Kriminalbeamter faßte einen 15jährigen Jungen ab, der aus Jug einen vollkommen wertlofen Taufendmarkschein herausnahm und an seine Freunde, die fich aus der daneben stehenden Zigarettenbube Bigaretten fauften, die scherzhafte Frage richtete, ob sie noch Geld brauchten, dann aber den Tausendmarkschein wieder in den Raften stedte. Der Beamte feffelte ben Jungen mit einer Rette und übergab ihn auf dem Wege zur Bache einem Schupobeamten. Die Sache wurde zu Protokoll Wenn sich ein Kriminalbeamter für befugt hält übrigens mit welchem Recht? einen Knaben wegen eines offenfundigen Ulfes wie einen Schwerverbrecher zu feffeln, so muß bas selbst in den ruhigen Teilen der Bevölkerung helle Empörung her. Dorrufen. Der Beamte sollte etwas Besferes zu tun haben, als sich um taputte Sammelbüchsen-warum hängt sie überhaupt da? genommen. Das Fenergefecht im Haferfeld. Anklage wegen Mordverjudis. Ein blutiger Zusammenstoß zwischen Felddieben und He hütern beschäftigte unter Borsiz von Landgerichtsdirektor Erichmann die fünfte Straflammer des Landgerichts III. Während bet Lebensmittelteuerung und der Zeit der größten Not im vorigen Herbst tam es auf den Feldern der Umgebung Berlins häufig zu blutigen Kämpfen zwischen Städtern, die die Feldfrüchte requi rierten", und den Landbewohnern, die sich ihre Erzeugnisse nicht rauben lassen wollten. Am 15. Auguft or der Händler Emil Johannes in Beei tung feiner Ehefrau und feines Schwagers Basoner mit feinem Gea fährt nach der Feldmart in Buch gefahren, um Felddiebstählezu verüben. Nachdem sie bereits einigemal angehalten und ihnen tie Beute abgenommen war, waren fie nachts um 11 Uhr auf einem Haferfeld der Gutsverwaltung Buch gerade. dabei, den Wagen mit Hafergarben zu beladen, mit denen sie auch das Pferd fütterten. Hierbei wurden sie von dem Feidhüler Witte und den Driseinwohnern Birthahn und Biepte überrascht. Das Ge fährt wurde beschlagnahmt, und die Feddi be follten nach Buch abgeführt werden. Plötzlich zog Johannes seinen Revolver, hervor und eröffnete auf den Feldhüter und seine Begleiter ein Feuers gefecht. Witte erhielt eine Berlegung, traf aber selbst auch Johannes in den Oberschenkel. Basener hielt einen tödlichen Schuß. Die Folge war eine Anflage gegen Witte megen morte persuchs, gegen die Ehefrau wegen Diebstahls. Rechtsanwalt behauptete, daß diefer zuerst gefchoffen habe. Gr. base Bahn trat der Darstellung des Felbhüters entschieben entgegen und Er den Worten ins Gesicht geschlagen:„ Du Sau haft ihm den Res auch ohne Grund hinterher Basener totgeschossen und der Frau mit volver zugefteckt! Dich schieße ich auch über den Haufen!" Wie bie Beweisaufnahme ergab, hatte Witte sich mit seinen Verwun dungen bis zum Dorf geschleppt, Johannes war in eir gelb ge flüchtet und wurde erst am nächsten Morgen aufgefunden. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß Johannes nicht in Nota mehr gehandelt habe, sondern den Wächter zuerst angegriffen hätte; es verurteilte ihn infolgedeffen wegen Mordverfuchs 3u fünf Jahrer Zuchihaus. Die Ehefrau Johannes erhielt wegen Diebstahls drei Monate Gefängnis, Opfer im Polizei- Straßendienst. Wie aus einer Zusammenstellung der Berliner Schußpolizei hervorgeht, find im vergangenen Jahre nicht weniger als 97 Polizeibeamte im Kampfe mit Verbrechern, in Ausübung ihres Berufes und in Erfüllung ihrer Pflicht zu Schaden gekommen. Drei von ihnen haben ihr Leben eingebüßt. Der Polizeis ist am 1. Januar bei einem Rettungswert ertrunken. Der Polizei wachtmeister Liebetruth von der 3. Bereitschaft Charlottenburg. unterwachtmeister Steiner vom 105. Polizeirevier Kreuzberg wurde am 8. Februar im Kampfe mit Verbrechern erschossen, und der Polizeiwachtmeister Ralis vom 42. Polizeirevier Wedding starb am 10. Dezember infolge der im Kampfe mit Berbrechern er littenen Schußverlegungen. Von den 97 Beamten sind neun durch Schüsse verlegt bzw. getötet worden, 88 erlitten durch Stiche, Biffe und Schläge Berlegungen. Neue Reisesparkarten. Um Minderbemittelten und insbesondere der Jugend die An chaffung von Reisespartarten der Reichsbahn( wert beständige Wertzeichen) möglichst zu erleichtern, werden neben den bisherigen Reisespartarten über 2 und 5 M. auch solche über 1 M. ausgegeben werden, die aus brauner Pappe hergestellt werden. Bon allerdings so lange abgeraten werben, als bis die Reichsbahn er. dem Erwerb dieser neuen sowie der alten Reisespartarten muß Härt hat, baß bei einer evtl. Tariferhöhung die Spartarten in werden. Im anderen Fall hätte nämlich der Erwerb der Karten der Höhe des jeßt geltenden Tarifes angerechnet jetzt feinen Sinn, da der Erwerber bei einer Tariferhöhung Schaben erleiden würde. Ueberhaupt find die bisherigen Erwerber der Rarten durch die brohende Tariferhöhung in Unruhe geraten, ber die Reichsbahn dadurch begegnen fönnte, daß fie erklärte, daß jede Rarte unabhängig von jeber Tariferhöhung zum Abfahren von fo und soviel Bahntilometern in der 4. bzw. 3. bzw. 2. Klaffe be rechtigt. Verlangt die guten CALMON CALMON HANSA Gummiabsätze Schuh dem Rangierer. Der Eisenbahnbetrieb hat stets Merschenleten gefordert. Abgesehen von Eisenbahnfatastrophen, die die Welt eine Woche lang tufregen, ereignen sich feft täglich kleine Unfälle im Rangierbetrieb, Die zusammengenommen recht beträchtliche Opfer fordern. Es ist baher zu begrüßen, wenr Berjuche mit automatischen Ruppelungen, beren Anwendung das Leben der Rangierer nicht achr gefährbet, Erfolg haben. 1 Nach einer Mitteilung der Internationalen Transportarbeiter. öderation( ITF) sind jeht in Frankreich großzügige Beruche mit automatischen Ruppelungen mit testem Erfolge durchge= jüt morten. 12000 Suppelungen jird zu diesen Verupen zur Verfügung gestellt worden. Alle Güterwagen und Lotomotiven von Güterzügen, die in den Distritt von La Rochelle tammen, wurden an den Grenzftoionen mit der Kuppelung ausge statiet, die dann beim Berlasser des Diftritts wieder abgenommen wurde. Der Sefretär der Eisenbahnergruppe der ITF., Nathans, bei einige Lage in La Rochelle verbracht und in Begleitung von Borpandsmitgliedern des französischen Eisenbahnerverbandes fomie unter Anweser heit von Bresseveritelern der Abwicklung des Dienstes beigewohnt. Er het bie Zusammenstellung von Zügen, das Ausrangieren auf ebenem Terrain und unter Benuzung des Rangier hügels beobachtet und ferner im Bremserhäuschen eines Güterzugs tire Fahrt mitgemacht, um das Funktionieren der Kupplung auch Ba während der Fohrt sowohl tei Biegungen als bei Gefäll und Stei gung beobachten zu können. Die Kuppelung erfüllte in jeder Hin ficht alle baran gefnüpften Erwartungen. Sie bewährte sich beim An und Loskoppeln der Wager sowie bei der Fahrt gleich ausge zeichnet und fann els eine vollkommene Lösung des Ruppelungsproblems betrachtet werden. Bezeichnend ist die Haltung der Rangierer von La Rochelle. Diese waren anfäng. lich infolge der Mehrarbeit, die das Anbringen und Abnehmen ber Ruppelungen während der Versuchszeit mit sich bringt, gegen die Ruppelung voreingenommen, erklärten sich ober auf Grund der in 2% Monaten gesammelten Erfahrungen gern bereit, auf alle Gri prämier zu verzichten, wenn die automatische Ruppelung eingeführt würde. Die Ausstattung oller etwa 600 000 Güterwagen der franzöfifchen Eisenbahnen mit ber automatischen Ruppelung ist schägungs. weise mit einem Kostenaufwand von rund 500 Millionen Franken verbunden; die Unterhaltungstofier einer Ruppelung werden jähr lich auf etwa 10 Franken geschäzt. Als Zusammenfassung seines Urteils hat Nathans an die Versammlung des Verwaltungsrats des Internationolen Arbeitsamts in Genf Don La Rochelle aus das folgende Telegramm gefchickt:„ Nachdem ich persönlich die guten Ergebriffe feststellen tonnte, die mit der versuchsweisen Anwendung der automatischen Kuppelung Boirault im Distrift von La Rochelle gemocht worden sind, habe ich die lleberzeugung gewonnen, dok die Möglichkeit der praktischen Anwendung der automatischen Ruppelung derart gefördert morber ist, daß im Hinblick auf die Ans zahl Eisenbahner, die olljährlich das Opfer von Unfällen beim Ran gieren von Wagen mit Schraubentuppelungen wird, sowie die technischen Berbefferungen, die durch die automatisaje Kuppelung im Eisenbahnbetrieb bewirkt werden, es ur verzeihbar wäre, die BPeriode. der Versuche fortzusehen und die Einführung der automotischen Ruppelung noch länger zu verzögern. Diese Neuerung darf teine Personalentlassungen zur Folge haben." Hoffentlich wird eine brauchbare automatische Ruppelung fo schnell wie möglich auch auf den deutschen Bahnen eingeführt. Zu dem Cattenmord in der Belle- Alliance- Straße sind noch folgende Einzelheiten zu bemerken: Es wurde die feldgraue Jade bes hemanns mit Blut 6 sprigt gefunden. Man nimmt an, daß bie at am 8. Febrrar 8 Uhr abends verübt worden ist, da um bie Beit ein im selben Haufe wohnendes Dienstmädchen auf sein Alopfen an der Wohnungstür des Prüfer feinen Einlaß erhielt. Der Täler ist noch flüchtig. Er hat sämtliche Photographen von ihm aus ber Wohnung entfernt. Ein neues Arbeiter- Schachheim wird, wie bereits mitgeteilt, durch den Berliner Arbeiter Schachtub am Sonntag, den 17. Februar, vormittags 10 Uhr, in den Arminiushallen, Berlin NB., Bremer Str, 72/73( am Arminiusplah), eröffnet. Das Heim bleibt geöffnet am Sonntag, ben 17. februar von 10 Uhr morgens bis 11 Uhr abends, an allen folgenden Sonntagen von 1 Uhr mittags bis 11 Uhr abends. Der Besuch des Heimes ist jeder. mann bei freiem Eintritt gestattet. Freunde des Schachspiels auch solche, bie das Spiel erst erkrnen wollen find stets willtommen. Echachunterricht wird fostenlos erteilt. Die Bibliothet der Arbeiterbildungsschule befindet sich Linden Straße 3, 2. of II. Sie steht allen Bateimitgliedern gegen eine mäßige Lefegebühr zur Verfügung und ist geöffnet jeden Donnerstag von 5% bis 7% Uhr abends. Eine neue Vorwärts"-Ausgabeftelle in Wilmersdorf ist bei bem Genossen 3immer, August aftr. 34 of part., Dom heutigen Tage an eingerichtet worden. Durch Boten werden von dieser Ausgabestelle folgende Straßen beliefert: Auguftaftr. 19 bis 53, Laubacher Str. 15 bis 43, Detmolder Str. 11 bis 58, Homburger Straße bis zur Bahn, Fehlerstraße, Spessartstraße, Barziner Straße, Landauer Straße, Rüdesheimer Play, Deidesheimer Straße. Das Rose- Theater brachte por einigen Tagen Fuldas Jugendfreunde" zur Aufführung und fand ein dankbares Publikum. Wolfgang Müller a's Dr. Martens gab viel Lebensmahres in der Stolle des eingefleischten Junggesellen. Der Maler Hagedorn( Franz Edert) entfeffelte mit freundlichem Phlegma wahre Lachfalven. Willi Rose gab den Musikschriftsteller und ängstlichen Gatten. Bon den Damen feien genannt: Hedwig Glighter als Toni Leibenberger, Helene Hariel und Annemarie Auerbach. Man muß die stille fünstlerische Arbeit dieses Theaters in der nördlichen Frantfurter Allee hoch anerkennen. Ein Ralender für den deutschen Funkverkehr ist unter Mitwirkung bes Reichspoftminifteriums und der Gesellschaft Deutsche Stunde", bie ben Rundfunfverfehr besorgt, herausgegeben worden. Zum ersten Male wird hier in rein fachlicher Form der gesamte Umfang ber unt gefebgebung bekanntgegeben. Besonders eingehend ist ber beutsche Unterhaltungsrundfunk, der in diesem Jahre weiter ausgebaut werden soll, behandelt. Der Kalender wird von der Weidmannschen Buchhandlung, Berlin SW. 68, verlegt. Der Preis beträgt 4 Mart. Das Mesamt für die Mustermessen in Leipzig tellt mit, daß ber chrenamtliche Vertreter des Meßamits für den Handelstammer bezirk Berlin: Direttor G. Bach, Potsdamer Str. 21, Fernsprecher: Lützow Rr. 3366, die Geschäftsstelle des Meßamis Berlin 2. 57, Surfürstenstr. 23, Fernsprecher Uhland Nr. 1783, bie Handelstammer Berlin, das Deutsche Verkehrsbureau, Erdgeschoß bes Botsbamer Bahnhofs, Berlin W. 9, und das Meßamt für die Mustermessen in Leipzig jede gewünschte Auskunft für die Musternreffe erteilen, bie vom 2. bis 8. März in Leipzig stattfindet. Durch den ehrenamtlichen Bertreter, die Geschäftsstelle bes Meßamte selbst, das Deutsche Verkehrsbureau und durch das Verkehrsbureau der Handelstammer, Berlin, Selosterfiraße, ist auch das Meßabzeichen bis 20. Februar 1924 zu fahrenden Gesellschaftsfonderzügen mit 25 Broz. Fahrpreisermäßigung Borzugspreifen zu beziehen. Die Fahrtarten zu den nach Leipzig find zu erhalten bei dem Mitteleuropäischen Reisebureau, Berlin W. 8, Seipziger Straße 33. " Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, pünktlich 3 Uhr nach mittags, im Neuen Theater am Segen" von Heijermans. Karten noch am Eingang des Theaters. 300: Die Hoffnung auf Sonntag, den 17. Februar, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspiel haus, Karlstraße, roletarische Feierstunde. Weltenwenbe", ein Chorwert von Franz Rothenfelder. Mitwirkende: Die Gemeinschaft Proletarischer Musikfreunde( Berliner Schubertchor und Gemischter- Chor Groß- Berlin, M. d. ASB., Leitung Jascha Horenstein), der Sprechchor ( Orgel). Ansprache: Genoffin Bohm- Schuhh. 85. Not. Tempelhof. 7 Ur Funktionärßigung in der Linde, Werder, Ede Friedrich- Karl- Straße. Wichtige Tagesordnung. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr äußerst wichtige Funktionärsigung im Rinderhott der Schule Wildenbruchstraße. Die Bezirksführer laden hierzu ein. Uebermorgen, Dienstag, den 12. Februar: 4. Abt. 7 Uhr bei Eichler, Gollnowftr. 131, Funktionärtonferenz. 11. Abt. 7 Uhr bei Kaifer, Gogfowsinftr. 34, Funktionärsigung. 13. t. 7% Uhr Funktionärfonferenz bei Lausch, Bredowftr. 55. Sitt wod), den 18. Februar, Abteilungsverfammlung in den Arminius- Salen, Bremer Str. 73. Wahl der Delegierten zum Bezirksparteitag und Ber schiebenes. Jungfozialisten. Gruppe Lichtenberg: 7% Uhr im Jugendheim Bartaue 10 Bortrag des Genoffin Lodahl über.. Die Frau und der Sozialismus", Gäste willkommen. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 12. Februar: 2. Areis Tiergarten. 7 Uhr Funktionärinnenfigung bei Trumpet, Flens burger Str. 3. Die Abteilungsleiterinnen haben Stunbe früher an erfcheinen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 29. st. Die Einäscherung unferes am 6. b. M. an Serafchlag verstorbenen Genoffen Woifchegli, Stargarder Str. 28, findet am Dienstag, ben 12. Fe bruar, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. 70. Abt. Am Donnerstag, den 7. Februat, ist Genoffe Gottfried Riebler 2½ Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße, ftatt. Um rege geftorben. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 12. Februat, nachmittags Beteiligung wird gebeten. für Broletarische Feierstunden( Zeitung Albert Florath). Herr RohrbachmerhoJugendveranstaltungen. Ein Held von dreizehn Jahren. Bei dem Bersuch, zwei Kinder, die in das Eis des Etadtgrabens in Bremen eingebrochen waren, zu retten, ertrant der 13jährige Sohn des hiesigen peruanischen Konfuls Diaz Gramados, während es gelang, die Kinder zu bergen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 1. Rreis Mitte. Montag, den 11. Februar, nachmittags 1½ Uhr, Berfammlung der arbeitslosen Mitglieder der VSPD., Elsaffer Str. 86-88, Fahr stuhlaufgang, 3 Tr. Bibelstunde von Adolf Hoffmann. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Arbeiterwohlfahrt und Rinderschug: Montag, den 11. Februar, 6% Uhr, im Gigungsfaat Danziger Str. 62, Beginn der Rurfe aller in der Wohlfahrt tätigen Genossen und Genoffinnen. Alle müssen erscheinen. 12. Streis Stcglig. Montag, den 11. Februar, 7% Uhr, Kreispertreterver fammlung bei Hertel, Lichterfelde, Zehlendorfer Str. 5. Vortrag des Genossen Heinrich Ströbel. 18. Ateis Tempelhof, Marienborf. Montag, den 11. februar, 7% Uhr, Rreis vorstandssigung im 8immer 26. 14. Recis cuisin. Montag, den 11. Februar, pünktlich 7% Uhr, Kreis funktionärverfammlung in der Aula Donaustr. 120. Bortrag des Genoffen Albert Horlig über Runst und Proletariat". Dienstag, den 12. Februar, abends 7 Uhr, Sigung der Kommunalen Rommiffion im Rathaus. Bertrag des Genossen Stadtrat Brumby. Arbeiterbilbangs. schmale. Der Vortrag des Genoffen Grunwald Beltwirtschaftliche Fragen" findet nicht mehr Freitags, sondern Dienstags, abends 7½ Uhr, an berfelben Stelle statt. Nächster Bortrag Dienstag, den 12. Februar, abends 7% Uhr. 17. Sreis Bichtenberg. Montag, ben 11. Mära, 7 Uhr, im Arbeitsamt, Edhreiberhauer Straße, Kreisfunktionärfonferens. Fraktions- und Bezirks amtsmitglieber haben bavan teilzunehmen. 18. Acis Weißenfes. Montag, ben 11. Fcbruet, 7 Uhr, im Sigungsfaal, Areisfunktionärkonferenz. 10. Ricis Pantom. Montag ben 11. Februar, 7% Uhr, Rreisdelegiertenderfammlung bei Baler, Mühlenftr. 12. 20. Streis Steinidendorf. Montag, den 11. februar, 6 Uhr, Sigung des engeren Areisvorstandes im Sigungsfaal des Rathauses, ReinickendorfOff, Hauptstr. 38. M: beiterwohlfahrt. Freitag, ben 15. Febritar, 7 Uhr, Gigung aller Funktionäre im Jugendheim Geebad. Reinickendorf. Bortrag der Gencffin Rabbah über Tuberkulosebekämpfung". 3. Kreis Webbing. Dienstag, den 12. Februar, nachmittags 3 Uhr, Ber fammlung der BSPD. Erwerbslofen in der Schulaula Wiesen, Ede Pantsiraße. Vortrag des Cenoffen Artur Säußler über Die Notwendig Teit der Bekämpfung des Buchers". 6. Kreis Reuberg. Dienstag, ben 12. Februar, nachmittags 2 Uhr, Ber. fammlung der Erwerbslosen des Areif s im Jugendheim Lindenstr. 3. Bezi tomieierausschuß und Kreismicterobiente. Gemeinsame Sigung Dienstag, den 12. Februar, 8 Uhr, int Konferenzzimmer des Borwärts". Alle Kreise müssen vertreten fein. 2. Stcis Sicigarten. Freitag, den 15. Februar, abends 7 Uhr, bei Berger, Levehowflr. 21, Berfammlung aller im tommunalen Dienft tätigen Genoffen und Cenoffinnen. 8ur Teilnahme bitten wir alle Stadt- und Bezirks verordnete, Bezirksvorsteher fowie die Mitglieder der Wohlfahrts. und Jugendfemmiffionen, Mieterbeifizer, fozialistische Lehrer. Vortrag bes Stadtverordneten Genossen Bilbegans über Unser Wohnungswesen". Heute, Sonntag, den 10. Februar: 18. bt. Bormittags 10 Uhr bei Regenberg, Gartenftr. 75. Gigung fämtlicher Funktionäre. Ausgabe der neuen Ausweise. Alle Buchdruder müssen bie Bezirksverfammlung am Montag besuchen. Morgen, Montag, den 11. Jebenar: 1. bt. 7 Uhr bei Spiegel, Aderstr. 1, wichtige Funktionärtonferens. Er. fcheinen Pflicht. Beitragsmarfen, Aufnahmefcheine usw. find täglich Don 7-10 Uhr bei ber Cenoffin Spiegel, Aderftr. 11, zu haben. Mitt 8. Abt. 7½ Uhr Bezirksführerfigung bei Ridert, Steinmenftr. 86a. woch, den 18. Februar, Mitgliederversammlung bei Gründer, Schwerintraße 18. Die Bezirksführer müssen einladen. 9. t. 7% Uhr wichtige Ronferens der Funktionäre und des Wohlfahrtsausschuffes bei Sibner, Wilsnader Etr. 54. Die Bezirksführer laben für Mittwoch zur Mitgliederperfammlung im Artushof ein. 12. Bt. 7 Uhr Funktionärverfammlung bei Schmidt, Wiclefftr. 17. 14. t. 7 Uhr funktionärfonferenz bei Dietrich, Swinemünder Str. 36. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärfonferens Lei Dose, Nordhafen 8. 18. t. 7% Uhr Funktionärfonferenz bei Willer, Uferstr. 12. 20. Sot. 7 Uhr Sigung der Funktionäre bei Riegler, Rolonieftr. 113. 27. bt. 7 Uhr Funktionärfonferenz bei Genf, Rorförer Str. 12. Die am Tetten Mittwoch gewählten Areisbelegierten haben ebenfalls zu erscheinen. 28. Sibt. 7 Uhr Funtionärligung mit den kreisvertreiern bei Burg, Brena Tauer Allee 189. 38. st. 7 Uhr Funktionärfonferens bei Rofe, Große Frankfurter Str. 17. bei Gdmidt, Fruchtstr. 36. Die Vezirisführer laden ein. Die Rehlebende am Mittwoch fallen aus. Dallit abteilungsversammlung 89. Ribt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionär. fitung. 21. bt. 8 Uhr bei Schult. Mariendorfer Str. 5, Funktionärfikung. 42. bt. 6 Uhr Gigung des Abteilungsdorfianbes bel Biersdorf, Urbanftr. 6. Um 8 Uhr dafelbft Funktionärtonferenz. Pünktlides Erscheinen Pflicht. 43. t. 7 Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26, Bezirksführerfißung. Die Vorstandsmitglieder werden ersucht eine Stunde früher au erscheinen. 48. Abt. 7 Uhr Funktionä figung, Cuornite. 45. 47. 6. 7 1hr wichtige Ronfereng ber Abteilungsfunktionäre und Betriebsvertrauensfente bei Ruhnert, Mustauer Str. 12. Charlottenburg. 51. st. 7 Uhr Funktionärligung bei Barmuth, am Bahnhof 48. 6. 7 Uhr bei Köhler, Gstidiner Str. 87s, unttionärfonferenz. Westend. 57. 6. 7% Uhr außerordentliche Funktionärfonferenz bei Rapfchinsky Rrumme Ett. 47. 81. bt. Friebenau. Gezicliftisches Seminar: 8 Uhr bei Alabe, Sandjernfraße 80-61, Bortrag des Staatsfclretärs a. D. Dr. Auguft Muder über Genoffenschaftliche Bedarfdedungswirtschaft oder tapitalistische Profitwirtschaft". Achtung, Mitglieder! Bur heute nachmittag 3 Uhr im Reuen Theater am 80s, Jebenstraße, stattfindenden Borstellung Die Soffnung auf Segen" von Beijermans find im Theater noch Einzelbarten zum Breife von M. pro Stüd zu haben. Es wird darauf aufmertfam gemacht, das bis 43 Uhr die pünktlich begonnen werden fann und dieselbe nicht gestört wird. Blagarten eingeloft fein milffen, damit mit dem Beginn der Borstellung Buchholz: Besuch der Treptower Sternwarte. Treffpunkt t the Bahnhof Blankenburg. Karlshorst: Banderung nach den Rüdersdorfer Rallbergen. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Rarlshorst. Reinidendorf- Oft: Schnizeljago Herms borf- Schulzendorf. Treffpunkt 8 Uhr Geebab. Südoft( Görliger Biertel): Wanderung durch den Grunewald. Treffpunkt 7 Uhr Schlesisches Lor( Rormat. uhr). Westen: Fahrt. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Billowstraße. Werbebezirk Kreuzberg. Das Jugendheim bleibt vorläufig noch geschloffen. Werbebezirk Ostbahn. Abends 6 Uhr im Jugendheim Parkoue 10 Vortrag: Wanderfahrten burch Banern" mit Lichtbildern. Werbebegirt Kreuzberg. Bormittags 10 Uhr pünktlich im Dis fuffionszimmer des Jugendheims Lindenstraße 3 Werbebezirksdelegierten. tonferenz. Morgen, Montag, den 11. Februar, 7% Uhr: Mäbchenkonferenz in Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Sof, 3 St. Bor trag: Gymnaftit". Referentin Genoffin Lisa Albrecht. Mahlsborf: Schule Waldenferstraße. Bortrag: 53. und Kirche. Norden: Shule Buibufer Str. 3. Bortrag: Wie der Weltkrieg entftand" Drtsausschuß für Jugendpflege Reuteln. Montag, ben 11., abends 7 Uhr, in der Rathenau- Schule Boddinftr. 34, Rinoabend. Borgeführt wird der neue Ufa- Film Shackeltons Todesfahrt nach tem Südpol". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeiter Sport und Kulturtarten Neukön. Am Montag, ben 11, ebruar, abends 8 Uhr, in der Klaufe Marefcftraße, Rartelligung. Da in diefer Sigung die Delegierten file ben Ortsausfdjuß für Jugendpflege auf. geftelt werden, ist es unbedingte Pflicht, zu erscheinen. Gleichzeitig wird auf den 15. Februar hingewiefen, an dem die Rartellbeiträge entrichtet sein müssen. Arbeiter- Stenegraphen Berein Cislze- Schrey". Der Bezirk Diten nimmt am Montag, den 11. Februar, abends 7 Uhr, in der Schule Straßmannstraße 6 noch Anmeldungen zum Anfängerkurius entgegen. Geschäftliche Mitteilungen. Cine folib: Gummibefehlung schüßt bei naffem Better am besten gegen Ct. Faltung und Acantheit aller Art. Sie ist billiger und haltbarer als Seder und äußerst bequem unb leicht im Tragen. Nur ist es notwendig, wirkliche Quali.. tätsware zu taufen, die feit Jahren erprobt ist und sich taufenbfach bemähti hat. Als folche Ware sind die echten Sansa- Gummisohlex und Hansa- Gammi abfäße der Celmonwerie A.- 6. Hamburg allgemein bekannt. Billig und gut tauft man nur im altbetonnten Raufhaufe Gebt. rend. Beuffels, Ede Suttenstraße. Streng teelle Bedienung. Safelge eines günftigen Abschlusses ift es der Bekleidungswerthätte bet Berliner Gewertfa aften, die ja eine Einrichtung der Berliner Arbeiterschaft ift. möglich, Schuhwaren au ganz besonders billigen Breifen an die Berliner Arbeiterfdait abaugeben. Es handelt sich hierbei nur um reine Qualitätswate, so daß der gefamien Berliner Arbeiter und Angefielltenfchaft nur empfohlen merden kann, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Bir weisen nach be sonders darauf hin, daß außer Schuhwaren bie gewerkschaftliche Warenverfor gung auch noch sämtliche Bekleidungsgegenstände au ben günftigten Breifen zum Verkauf bringt. Dem Zuge der 8eit folgend, hat die Wäschefirma Grünfelb, Berlin, Beip. aiger Straße, R.chnung getragen, in dem fie ben Runden und Befuchern bes Sauses in gesonderten, gefchmadvoll eingerichteten Räumen bei zwanglofem Butritt die Diöglichteit gibt, täglich das Rundfunt- Programm, 4½½- 6 Uhz, anzuhören. 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Wir verstehen darunter insbesondere die Förderung des Wohnungsbaues, und zwar nicht durch eine für die Masse der Mieter unerträgliche Anpassung der Mieten an die Boririegsmieten zur Dedung des Defizits und zugunsten des entschuldeten Hausbesizes, sondern durch eine hypothefarische Belastung des Hausbesizes, deren Ertrag ausschließlich zur Förderung des Wohnungsbaues und sonstiger wirtschaftlich notwendiger Bauten zu verwenden wäre. Auch eine großzügig angelegte Rreditbeschaffung zur Belebung der Wirtschaft ist bei der gegenwärtigen Bucherpolitit der Banken ein dringendes Erfordernis. 5 Broz. der Unterstügung(!) den Arbeitseifer fördern könne. Es wird dann weiter empfohlen, die Notfandsarbeiter von den dem Tarif unterfchenden Etammarbeitern die besser als Vorarbeiter" herausg.hoben werden," zu trennen. Auch die Befugnisse der Baudelegierten, sagt das Rundschreiben, erstrecken sich nicht auf die Wahrung der Interessen der Rotsandsarbeiter. Qualitäten und Korngrößen verhältnismäßig billig zur Verfügung ständen, weil die meisten Steinbruchsbetriebe keine Abfagmöglichciten hätten. Schr häufig sei auch festzustellen, daß bei Straßen, die sich in schlechtestem Bustarde befinden, das Material bereits wohl es sich offenbar nur noch um die Bereitstellung der erforder. aufg schüttet fet, jedoch keinerlei Arbeit vorgenommen werde, oblichen Arbeitskräfte handele. Es wird dann darauf hingewiefen, daß Dieses Rundschreib: n bedeutet nicht mehr und nicht weniger, gerade die Instandsegung der Straßen und Wege die dringend er taß der Beton- und Tiefbau- Arbeitg berverbanb seinen Mitgliedern wünschte Möglichkeit zur Ausführung sog.„ fleiner Notstands. empfiehlt, die Verordnungen vom 15. Oftober und 17. November arbeiten" in größtem Umfange biete. Daß diese Arbeiten aus. über die Notstandsarbeiten zur völligen Berstladung der schließlich dem Emeinwohl dienen, stehe bei verständiger DurchArbeitslosen zu benuten. Wir fragen hier den Reichsführung außer Zweifel und werde die Arbeitswilligkeit der Erarbeitsminister, zu dessen Verfügung wir eine Abschrift des Rund- werbslosen günstig beeinflussen. Zum Beschaffen des Materials schreibens halten, wie er sich zu dieser Auslegung seiner Verordnun die Arbeitskräfte für die Instandsetzung ihm Rosten nicht verursachen. werde der Wegeunterhaltungspflichtige um so cher bereit sein, als gen über die Notflandsarbeiten fiellt. Wir sind der Meinung, daß Es wird daher gebeten, mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken, cs sich hier um eine mißbräuchliche Auslegung der Berordnungen daß die Gemeinden in ausgiebigstem Maße die Ausbesserung der hanbelt, ber entgegenzutreten der Reichsarbeitsminister die Pflicht hat. Straßen und Wege als„ tleine Rotstandsarbeiten" gemäß§ 9 Abs. 2 der Verordnung über die Aufbringung der Mittel für die Erwerbslosenfürsorge vom 15. Oftober 1923( Reichsgesetz. blatt" I 984) und Ziffer 1 la und Abschnitt III der Bestimmun ( Reichsgeblatt" 16 1111) durchführen. Da jezt für die Notgen über öffentliche Notstandsarbeiten vom 17. November 1923 standsarbeiten im befeßten und Einbruchsgebiet die gleichen Be ftimmungen gelten wie im unbesetzten Gebiet. fönne eine Förderung von Straßeninstandsetzungen im befeßten Gebiet aus Mitteln der probuftiven Erwerbslosenfürsorge unter feinen Umständen mehr in Frage kommen. Die Pflichtarbeit der Erwerbslosen. Gigungen des neuen Geschäftsjahres vorzugsweise mit der ernsten Der Ausschuß des Af Kartells hat sich in den ersten und wichtigen Frage der Erwerbslosen beschäftigt, insbesor dere auch mit der Frage der sogenannten Pflichtarbeit". Nach fehr eingehend n Distuffionen wurde einstimmig eine Entschließurg als Willensmeinung des Ausschusses angenommen, deren Hauptteile wie folgt lauten: Was die Reichsregierung aber bislang in diesem Buntte getan hat, ist entweder bureaukratische Flidarbeit, fistalisches Rückwärtfertum oder läuft auf die fostenlose Zwangsarbeit der Arbeitslosen hinaus. Alle die bereits getroffenen oder antrale des AfA- Bundes, in der Frage der Unterstützung der Erwerbs gefündigten Maßnahmen sind nicht nur nicht geeignet. Den bringenden Rotstand der ungeheuerlichen Arbeitslosigkeit zu beheben, sondern ihn noch zu verschärfen. Einzelne dieser Maßnahmen sind derart, daß die Unternehmer sie zur Ent rechtung der Arbeiter auszunuben versuchen. Damit merden bie notwendigen Maßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit in ihr direttes Gegenteil verfehrt. Sind Erwerbslose rechtlos? Bor uns fiegt ein Rundschreiben des Beton und Tiefbau Arbeitgeberoerbandes für Deutsch land, E. B., Beton und Tiefbau WirtschaftsDerband, E. B. iDes Rundschreiben ist datiert vom 19. De zember 1923 und an die Mitglieder des Verbandes gerichtet. Es betrifft, wie es in ber Einleitung heißt, bie Rotstandsarbeiten auf Grund der Berordnungen vom 15. Ottober und 17. november 1923. Das Ortstartell Berlin des AfA- Bundes hat, wie auch die Zen losen fiets das Prinzip und das System der Fürsorge befürfahrtspflege hirabgleiten soll, hat sie mit zur Vorauslegung wort: t. Wenn diese nicht zum überwiegenden Teil in die Wohl die Arbeitspflicht. Diese soll und darf aber nicht etwa gleichen der Pflid tarbeit, die in der Bestimmung des Reichsarbeitsmini fteriums über öffentliche Motstandsarbeiten vom 17. Rcvember 1923 unter II, 2ba3 9. festgelegt worden ist. Festlegungen in folcher Form laffen jeder Willtür freien Naum und sind bei ihrer Arwendung außerdem noch geeignet, die Arbeitslosenzahl und die Gesamtbauer der Arbeitslosigkeit zu vergrößern. Sie widersprechen überdies der alten proletarischen Forderung des Nechtes auf Arbeit, die für den freien Arbeitnehmer niemals 3wangsarbeit sein darf und angemessen entlohnt werden muß. Notwendig ist es vor allem, den Begriff der gemeinnüti. gen Arbeiten wenn solche überhaupt geleistet werden sollen. genau zu erklären und zu umgrenzen, um ben privaten und behörblichen Unternehmern nidt die gewaltsame herab. brüdung des allgemeinen Tariflohnes und dadurch zum Sthaben der Allgemeinheit diesen Arbeitgebern selbst beson dere Borteile zu ermöglichen. Werden in cinem genau und In diesem sehr umfangreichen Rundschreiben werden die Mitganz eng zu umgrenzenden Rahmen wirtliche gemeinnütige Arbeiglieder des Beton- und Tiefbau- Arbeitgeberverbandes barüber aufgeten von Erwerbstofen ausgeführt, fo muß verlangt werden, taß nur flärt, wie die angezogenen Verordnungen auszulegen sind. Es gesundheitlich und körperlich hierzu geeignete wird zunächst auf die Arbeitspflicht der Erwerbslofen als Arbeitnehmer herannezogen werden. Diesen ist auch ArGegenleistung für die Erwerbslosenunterfügung hirgewiesen. Es beitskleidung und Ausrüstung, soweit die besonderen wird dann gefagt, daß der Erwerbslose, der bei Nots'andsarbeiten Arbeiten dies erfordern, zur Verfügung zu stellen. ohne beschäftigt wird, diese nicht nur gegen die Erwerbslosenunterstützung daß aber hierdurch den Erwerbslosen etwa neue finanzielle Lasten entstehen. Ermogen werden muß auch, wieweit das zu leisten habe, er trcte damit zu bem Arbeitgeber in teinerlei in anderen Städten erfolgreich durchgeführte Berfahren der pertragliches Arbeitsverhältnis, bas immer ein Entlohnung gemeinnüßiger Arbeiten durch DerhältnisFürsorgeverhältnis bleibe. Taraus folge, daß bei solchen mäßige Anrechnung der Erwerbslosenunter Rotstandsarbeiten weber die Tarifverträge, noch die Arbeitsordnung, it üßungssumme cuf die geleisteten Arbeitsstunden und eine noch das Betriebsrätegeses, noch sonstige Borschriften Geltung hätten. Organisation ber Selbstverwaltung durch die Arbeits Weber das Gemerbegericht noch ber Schlichtungsausschuß tönne lofen bei solchen Arbeiten angewendet werden kann. irgerbwie eingreifen. Die totstandsarbeiter feien also pöllig rechtlos Redjie habe nur ber Unternehmer. Diesem Straßeninstandsetzungen als„ kleine Notstandsarbeit" müffe bas Recht zustehen, soweit nicht der Verwaltungsausschuß Im Reichsarbeitsblatt" Nr. 3 d. 3. ist auf Seite 34 cin bes Arbeitsnachweises eine Arbeitsordnung" erläßt, ben Roistanbs Schreiben des Reichsarbeitsministers( gezeichnet Dr. C. Beigert, arbeitern Ordnungsvorschriften und Arbeitsanord. X 10 038/23) an sämtliche Landesregierungen vom 16. Januar 1924 rungen zu erteilen und bei Biberseglichkeit( passiver Reveröffentlicht. Darin wird auf folgendes hingewiefen: Dem Reichsfiften& usw.) bie Arbeit zu entziehen. Der Arbeitsrahweis muß in diesem Falle dem Erwerbslosen die Unterstützung ent ziehen Ferner feien ben totstandsarbeitern gemiffe mindest leistungen vorzuschreiben, wogegen man durch Prämien bis zu Nach diesem Erlaß sollen also diese Arbeiten, die in normalen Verhältnissen vielen Arbeitern Verdienstmöglichkeiten bieten tönnten und die doch einmal, wenn die notwendigen Mittel dafür beGegenleistung schafft find, ausgeführt werden müssen, von den Erwerbslosen als die für Erwerbslosenunter stügung tostenlos ausgeführt werden. Man schafft bann wohl Arbeitsmöglichkeit, aber ohne den dabei Beschäftigten ausreichende Verdienstmöglich feit zu geben. Diese Arbeiten dienen allerdings dem Gemeinwohl, wie ja auch die Ar beiten der Angestellten und Beamten der Gemeinden, Länder und des Reiches, die des Reichsarbeitsministeriums einbegriffen, dem Gemeinwohl dienen sollen. Aber wenn alle Arbeiten, die dem Gemeinwohl dienen, umsonst ausgeführt würden und dafür als Gegenleistung die ungenügende Erwerbslosen unterstübung gegeben würde, dann würden diejenigen, die glauben, daß dieses Moment die Arbeitswilligkeit der Erwerbslosen günstig beeinflussen" werde, doch wohl eine andere Meinung befemmen, wenn von ihnen der= artiges verlangt würde Die Erwerbslosen wollen arbeiten, un sich und ihren Angehörigen den Lebensunterhalt zu verunbezahlte Arbeit ist für die Erwerbslosen feine Hilfe, sondern dienen. Die Erwerbslosenunterstügung reicht dazu nicht aus. ein Nachteil, weil die Ausgaben vermehrt werden durch das Bedürfnis für bessere Ernährung, Abnukung der Kleidung usw. Gie sind also auch unwirtschaftlich. Man verlangt von den Er werbslosen, wenn sie unbezahlte Arbeit leisten sollen, außer dem noch besondere Opfer. Arbeitsfreudigkeit fann nur cczielt werden bei ausreichender Existenzmöglichkeit. Die gegenwärlige große Erwerbslosigkeit kann nicht gemildert werden durch unbezahlte Arbeit, sondern durch Verdienstmöglichkeit. Darlehen oder Zuschüsse. Der Reichsarbeitsminister hat in Nr. 3( Seite 34) des Reichsarbeitsblatts" vom 1. Februar 1924 die Bestimmungen vom 18. Januar 1924 veröffentlicht. Die obersten Landesbehörden werden über die Einstellung unterstützter Erwerbslofer ermächtigt, für das ganze Gebiet des Landes cder für einzelne Bandesteile anzuordnen, daß Darlehen oder Zuschüsse aus Mitteln der Erwerbslofenfürforce nach näheren Bftimmungen gegeben werden können. Danach fönnen Unternehmnugen, deren Tätigkeit auf Erwerb gerichtet ist und die ganz oder in selbständigen Betriebsteilen ft illiegen, aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge Darlehen oder Zuschüsse erhalten, wenn sie den Betrieb wieder aufnehmen und in ihm mindestens 20 Erwerbslose be. arbeitsminister feien in der legten Zeit von vielen Seiten Klagenfchäftigen, die zwei Wochen Erwerbslofenunterstützung bezogen über den schlechten Zustand der Landstraßen zugegangen, mehrfach haten und mit Bestimmtheit sonst noch längere Zeit arbeitslos fein mit dem Antrage, deren Instandsegung aus Mitteln der produt würden. Die Erwerbslofen find so zu beschäftigen, daß Kurzarbeiter. rorband deutscher Steinarbeiter meise besonders darauf hin, daß bemeffen nach der Höhe der Unterstüßung, welche die tiven Erwerbslofenfürsorge zu fördern. Der Berufs- unterstützung nicht zu zahlen ist. Die Darlehen oder Zuschüsse werden die erforderlichen Schottermengen zurzeit in allen gewünschten Arbeiter bezogen hätten, wenn sie nicht eingestellt worden wären. கூ 3. WENESTI ORANGE WENESTI RUND 2½ Jn unveränderter Güte! Safis 24 find an die Gemeinde zu richten. Sie entscheidet mit Zustimmung des Berwaltungsausschusses des öffentlichen Arbeitsnachweises. Die Bestimmungen gelten zunächst nur bis zum 31. März 1924. Beitragspflicht der Lehrlinge zur Erwerbslosenfürsorge Der Zeitraum, der hierfür angenommen wird, barf vier Wochen| Deffentliche No ftandsarbeiten relien als gemeinnützig. the Anträge nicht übersteigen. Bei der Berechnung fann von einem ein heitlichen Sage ausgegangen werden, der dem Unterstüßungsfage eines männlichen Erwerbslofen über 21 Jahre mit den Zu schlägen für zwei Angehörige entspricht. Die Darlehen find auf Goldmark zu berechnen und in gleichen Raten wie die Erwerbs. lofenunterstüßung auszuzahlen. Sie find spätestens in 90 Zagen zurückzuzahlen. Sie sind für die ersten 30 Tage zinsfrei, von da ab zum halben ReichsbantdistontJag für wertbeständige Wechsel in Goldmart zu verzinsen. In Ausnahmefällen fann Rückzahlung und Berzinsung des Darlehens in Arbeitsprobuften erfolgen, wenn die Waren für gemein nügige oder öffentliche Zwede verwandt werden fönnen, insbe Jondere, wenn auf diese Weise die Beschäftigung weiterer Erwerbs lofer bei öffentlichen Arbeiten usw. ermöglicht wird. Darlehnsgeber ist dem Darlehnenehmer gegenüber grundsäßlich die Gemeinde. Zuschüsse werden nur zur Förderung einer Warenerzeugung für gemeinnügige 3 wede gegeben, fofern dadurch eine Entlaftung der öffentlichen Fürsorge erreicht wird. Abnehmer der Erzeugnisse müssen das Reich die Länder oder eine Gemeinde( Gemeindeverband) sein. Der Unternehmer ist verpflichtet, die Waren zum Selbstfestenpreise zu liefern. Die Zuschüsse werden in gleichen Raten wie die Erwerbslofenunterstützung gezahlt. In einem Bescheide des Reichsarbeitsministers.Dom 2. Januar 1924 X 11 910/23, veröffentlicht in Nr 3 des Reichsarbeitsblatis Dom 1. Februar 1924 wird darauf hingewiesen, daß nach§ 2 ALS. 1 der Verordnung über die Aufbringung der Mittel für die Erwerbslosenfürsorge vom 15. Oftober 1923( Reichsgefehbl. I G. 984) Beiträge zur Erwerbslosenfürsorge alle Arbeitnehmer zu leisten haben, die auf Grund der Reichsversicherung oder bei einer fnappschaftlichen Krankenkasse für den Fall der Krankheit pflichtversichert sind, desgleichen thre Arbeitgeber. Hierzu gehören auch die Lehrlinge und ihre Lehr. herren. Eine Beitragsfreiheit dieser Personen fönne nicht damit begründet werden, daß sich nach dem Wortlaut des§ 2 die Beitrags. pflicht nur auf Arbeitnehmer erstrede, die Lehrlinge unter diefen Begriff aber nicht fielen, weil mit ihnen fein Arbeits-, sondern ein Lehr- und Erziehungsvertrag abgeschlossen werde. Es fönne nach dem ganzen Inhalt der Berordnung rom 15. Oftober 1923 feinem 3weifel unterliegen, daß genau diefelben Kreise erwerbslofen beitragspflichtig sein sollen, die zur Leistung von Krankenversiche rungsbeiträgen verpflichtet sind. Die Beitragspflicht zur Erwerbs. lofenfürsorge richte fich genau nach den der Kranfenfasse gegenüber bestehenden Verpflichtungen. Lehrlinge, die tein Entgelt er halten, hätten einen dem nach§ 494 der Reichsversicherungsordnung ermäßigten Krankenversicherungsbeitrage entsprechenden her. abgelegten Beitrag zur Erwerbslosenfürsorge zu leisten. Wo auf Grund diefes$ 494 die Regelung getroffen ist, daß nur der Lehrherr einen Anteil bezahlt. Der Lehrling dagegen frei ausgeht, habe der Behrherr auch nur den auf diesen Anteil entfallenden Bei trag, der Lehrling nichts zur Erwerbslosenfürsorge zu entrichten. Diese Auslegung mag juristisch einwandsfrei sein, zeigt aber boch das Widersinnige und Unhaltbare dieser Bestimmung. Würde der Lehrherr verpflichtet sein, den Anteil des Lehrlings mitzuzah'en. dann wäre gegen die Beitragspflicht der Lehrlinge nichts einzu menden. So aber haben lettere die Verpflichtung, von ihrem färg. lichen Koftgeld, bas meistens zur Beschaffung der Roft gar nicht auss reicht, noch Beiträge für die Erwerbslofenfürforge zu zahlen. Das gegen sind die nichtversicherungspflichtigen gestellten mit einem höheren Gehalt, die viel leichter zahlen tönnten, beitragsfrei, obwohl auch sie die Erwerbs. lofen fürforge in Anspruch nehmen können. wenn fie erwerbs'os werden. billige Friedensreis cine außerordentliche Leiftung! u. a. U. 8. U.&. Herren- Halbschuhe Herren- Schnürstiefel| Damen- Halbschuhe zum Schnüren, braun Rind- schwarz, echt Chevreau, zum Schnüren, schwarz und box, moderne, spitze Form Original- Goodyear- Welt braun prima Boxcolt, mod. Leiser Theater, Lichtspiele usw. 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Mohrenstr. 37a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.115 Nr. 69 41. Jahrgang Wirtschaft Mart und Franken. 3. Beilage des Vorwärts Am Sonnabend feßte fich an der Devisenbörje trop zeitweiser Abschwächung der ausländischen Wechselkurse die Berschärfung in ber Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln fort. Es mußte infolgedeffen eine weitere Berschärfung der Repartierung vorges zommen werden, sie ging in der Zuteilung der Hauptvaluten bis auf 2 Proz. herab. Im Auslande wurde die Mart wie folgt notiert: 9. 2. 8. 2. 7. 2. in New York in Züric in Amsterdam. in London • eine Billion Mart fostete 20-21 1,07 0,50-0,51 20 1,30 055 23 Cents 1,80 saw. Franken 0,62 Gulden ein englifes Pfund to stete 21,05-22,05 18,- 18,50 Bill. Mar! Die Rotierungen zeigen übereinstimmend ein Nachlassen des Wertes der deutschen Mart. Wobei zu beachten ist, daß das englische Pfund später in London mieder etwas billiger geworden ist, es tostete nach dem legten Kurs 20,5 Billionen Mart. Wie wir erfahren, beabsichtigt man an zuständiger Stelle eine Erweiterung der Devisenfonirolle in der Art aufzunehmen, daß der Gegenwert für Devisentäufe an dem Platz sein muß, wo die Räufe getätigt werden. Bu empfehlen wäre meiter eine Rontrolle der jüngsten ganz erheblichen Reichsbanffrebite, die zum guten Teil auf Den Devisenmarkt abgewandert zu sein scheinen. Vielfach wird auch eine Nachlese unter den Devisenbanken gewünscht, da dem soge. nannten Devisendiktator Fellinger eine ganze Menge reudiger Schafe unterlaufen sein sollen. Im Zusammenhang mit den Schwankungen des Marfwechsel furses wird die Bewegung des Franken lebhaft erörtert. Der Kurs stellte sich für ihn an den europäischen Plätzen wie folgt: 7. 2. 92,97 franz. Franken 26,62 scho. Franken 12,40 Gulden. i engl. Bfund foftete in London 100 fra. Ftanten wurden in Zürich bezahlt mit 100 franz. ranten, wurden in Amsterdam be ablt mit 9. 2. 94,40 26, 12 10 Die Zusammenstellung zeigt, daß parallel mit dem Rückgang der Mart auch eine Abschwächung des Franten merkbar wurde. Biel beobachtet wird der letzte Ausweis der Bank von Frankreich ( 7 Februar), der seit dem 31. Januar eine Bermehrung des Notenumlaufes um 340 Millionn Franten auf 39 174 Milliarden meldet. Die Steuermühle. Der natürlich denkende Leser wird der Auffassung sein die deutsche Steuermühle sei jene Einrichtung, durch die jeter Geldverdiener und im besonderen die großen hindurch muß, damit bas Reich seinen gerechten Zehnten bekomme. Aber das ist ein Irrtum, die Steuermühle ist jene Gefeßesapparatur, durch die bei uns die Steuerparagraphen so oft hindurchlaufen, bis sie niemand mehr ernsthaft schmerzen können. Ein typischer Fall jener Art wird jezt durch ein Rundschreiben des Hansabundes etwas ins Tageslicht gerüft... zur Durch die zweite Steuernotverordnung wurden die Finanz amber ermächtigt, die Abschlußzahlungen auf Einkommen und Körperschaftsstruer vom 10. Januar 1924 anderweit fest 3ufetzen, falls diese Abschlußzahlungen außer Berhältnis Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen stehen. Hierbei sollte zum erstenmal die neue Bestimmung An mendung finden, daß auch der Verbrauch zu berücksichtigen ist. Mit jener Bestimmung sollten diejenigen getroffen werden, deren bisherige Steuerleistung in fichtbarem Mißverhältnis zu ihrem Ber. dienst, im besonderen zu ihrem Verbrauch ihrer Lebenshaltung Stand. Der Reichsfinanzminister, dem durch den grundfäßlich viel zu weitherzig ausgedehnten Begriff der Ausführungsverordnungen die Macht eines Kommentators der Steuergesetzgebung in die Hände gegeben worden ist, ordnete fofort an, daß die Nachveranla gung nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden solle. Die Finanzämter waren vernünftiger, fie dehnter die Zahl der Nachveranlagungen, durchaus im Sinne des Gesetzes, aus. Dazu fchreibt nun der Hansabund: MA 649 = Virginia No11 Ohne Zweifel liegt hier eine völlige Berkennung des Sinnes ber Steuernotverordnung und der Absicht des Reichsfinanzministers vor. Unter feinen Umständen darf die Nachveranlagung zu einer generellen Maßnahme führen.. Die Beranlagungsbescheide find schon wegen ihrer Form zu bemängeln, ba fast in teinem Falle angegeben wird, worauf das Finanzamt die Berechtigung zur Nachveranlagung stützt. Nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsfinanzhofes ift jebe formelle Schäzung, die hier vorliegt, unzulässig. Der Hansas bund empfiehlt vor allem da, wo das Finanzamt die Begründung der Nachforderung nicht angibt. gegen diese Beschwerde ein: zulegen und zunächst vom Finanzamt die ihm obliegende Bemeispflicht für die Berechtigung der Beranlagung nebst Angabe der Besteuerungsmerkmale zu verlangen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß bei Ablehnung der Beschwerde eine weitere Beschwerde an den Reichsfinanzhof möglich ist. In einer Eingabe an den Reichsfinanzminister hat der Hansabund auf diese Mißstände hingewiesen mit dem dringenden Ersuchen, die Finanzämter anzuweisen, die Beranlagung zur er. höhten Abschlußzahlung nur im Sinne der Notverordnung und bes Runderlaffes vom 3. Januar 1924 durchzuführen. Gleichzeitig hat der Hansabund gebeten, die Finanzämter zu ermächtigen, generell in den Fällen, in denen begründete Beschwerde gegen die angeforderten Beträge bis zur Erledigung des Beschwerde verfahrens zuschlags- und zinsfrei zu stunden." Das Rundschreiben zeigt den systematischen Kampf der Steuerpflichtigen und ihrer Organisationen in recht flarer Form. Unter der Flut der Einsprüche, die doch erst durch die zweideutige Ausführungsverordnung des Reichsfinanzministers Luther entstehen fonnte, werden sich nunmehr die Finanzamter bald wieder einmal erfäuft finden. Zum Schluß, wenn sie sich doch retten und durch legen, fommt dann nach aller Wahrscheinlichkeit auf Grund der Hansabundseingabe eine neue Ausführungsverordnung zur alten Ausführungsvorschrift der eigentlichen Verordnung, und die Arbeit der Finanzämter war nochmals umsonst. Das ist die deutsche Eteuermühle". Das Gold. Im Hamburger Wirtschaftsdienst veröffentlicht Rennes eine interessante Erörterung der Goldfrage, aus der wir einige fehr beachtliche Erörterungen übernehmen: Foft die ganze Golderzeugung der Erbe ist von Indien und den Bereinigten Staaten aufgenommen worden. In feinem von diesen Ländern wird das Gold als Umlaufsmittel in Berkehr gesetzt. In dem ersten wird es als toftbares Metall betrachtet, das gegen die Rupien in einem Verhältnis steht, das von dem durch die faiserliche Regierung des Landes aufgestellten abmeicht. In dem zweiten wird es in der Reserve der Bundes. banten interniert und sein Anwachsen mit ängstlicher Sorgfalt beobachtet, damit es nicht zum Nachteil der Preise und der Wirt schaft sich auswirkt. In anderen Worten: die Vereinigten Staaten leiden in gewissem Maße an dem Uebel, das König Midas betraf. Der Goldvorrat, der gegenwärtig im Bereinigten Königreich gehalten wird, beträgt 3120 Goldmillionen Mark. Der Rest des British Empire( Australien, Neu- Seeland, Ranaba, Südafrika, Indien, Streut- Settlements) hält einen sichtbaren Vor rat von 2050 Goldmillionen Mark. über mehr als dreimel fo viel Gold als das Gesamt des British Die Bereinigten Staaten andererseits verfügen icht Empire, nämlich über 16,030 Goldmillionen Mart. Während des Jahres 1923 find Goldeinfuhren nach den Bereinigten Staaten in Höhe von etwa 100 Millionen Goldmart monatlich vor fich gegangen. Nicht ein Dollar davon wurde gebraucht, und die Goldreserven des Bundesreservejrstems haben jetzt die bis her unerreichte Zahl von 80 Broz, des Rotenumlaufs und der Depofiten zusammen erreicht. Es hat also die Bereinigten Staaten während des letzten Jahres ungefähr 400 Millionen Goldmart geloftet, das Gold auf einem ganz fünftlichen Preis zu halten. Es fann nicht verständig sein, anzunehmen, daß ein solcher Zustand beliebig lange andauern wird. Beispielsweise wird in weniger als drei Jahren bei dem gegenwärtigen Wachstumocrhältnis unter der Annahme, das Gold der Bundesdaß Inflation erfolgreich vermieden wird refercebanten 100 Broz ihrer Verbindlichkeiten er. reicht haben. Bas werden sie dann tun? Sie müssen ihre Münzen für das Gold fchließen oder eine unfreiwillige Inflation erdulden. Wenn unter dem Druck solcher Umstände die Bereinigten Staaten ihre Münzen gegen die Annahme eingeführten Goldes sperren Die neue Sonntag, 10. Februar 1924 würden was getan werden fönnte, ohne irgendein amerikanisches Intereffe zu verlegen und ohne die Einlösbarkeit des amerikanischen Rurantgeldes in Gold zu stören so würden die übrigen GoldHauptmaffe ihrer Produktion annehmen müssen. In diesem Falle produzenten vermutlich den Preis der Bant von England für die würde das Pfund Sterling unmittelbar seinen pollen Gold. wert wieder erlangen, zugleich aber ein Disagio gegen den Dollar bewahren. Und wenn wir nicht bereit sind, in Ameritas Fußstapfen zu treten und unser Geld durch Ausspeichern Don Gold zu vergeuden( was wir uns gewiß nicht leisten tönnen), so würden wir ebenfalls vor der Alternative stehen, ent weder unsere Münzen dem Gold zu verschließen oder eine unfret. willige Inflation zu erduiden. Diese Gedanken mögen sich auf eine extreme Annahme gründen, aber sie erläutern, wie prefär die Zukunft des Goldes jezt geworden ist und was für ein Kataraft von Aberglauben die Augen derer ummölken muß, die es für verständig halten, als selbstver= ständlich anzunehmen, daß der fünftige Wert des Goldes unter diefen veränderten Bedingungen durch genau dieselbe Art von Erwägungen regiert werden wird wie vor dem Kriege. Es würde vorschnell sein, die Zukunft einer Sache vorauszu sagen, an der das Menschengeschlecht seit so langer Zeit hängt mie das Gold. Aber die Lage ist eigentümlich. Nur zweimal haben wir in der Vergangenheit einen Stand der Dinge gehabt, der vergleichtar gewesen wäre mit dem durch die Zerstreuung der Tempelschäße ( d. h. Bankveferven) Europas infolge des Krieges herbeigeführten, Berfiens plünderte, bas zweitemal als Spanien diejenigen von - einmal als Alexander die Banfreserven( d. h. Tempelschätze) Persiens plünderte, das zweitemal als Spanien diejenigen von Merito und Peru plünderte. Auf jede dieser Begebenheiten folgte ein tataftro. phaler Sturz des Wertes des heiligen Metalls. urteilen wollen, so müssen wir einen größeren Bereich der Geschichte Wenn wir die gegenwärtige Lage auf Grund der Erfahrung beübersehen, als es die City tut; wenn wir sie im Licht der Vernunft beurteilen wollen ,. müffen, mir unseren Geistern erlauben, fühn zu sein. abzustellen und die Arbeitslosigkeit und alle die Uebel der UnWährungsreform hat zwei Ziele: Die Konjunkturschwankungen gewißheit zu mildern; die Währungseinheit aber mit dem zu verknüpfen, worauf es antommt, nämlich dem Wert der Stapelmorgenländischem Glanz; einem Gegenstand, dem die ägyptischen artifel des Berbrauchs, statt mit einem Gegenstand von allerdings und chaldäischen Bankdirektoren magische Eigenschaften zuschrieben, der aber sonst an sich nicht nüßlich und in feinen Zukunftsaussichten prefär ist. durch ein Währungschaos hindurchgegangen sind, ein anderes Die Rennesschen Ausführungen zeigen uns, die wir eben erst Währungsproblem von phantastischen Ausmaßen. Das auf der Welt zutage tommende Gold dient seit Jahren nicht mehr als Währungseinheit und deren Funktion im Verbrauch, sondern es wird in Amerika und England in den Kellern der Banken aufgeSpeichert, als ob es in sich einen eigenen magischen Wert, losgelöst von jenen währungswirtschaftlichen Aufgaben als Geld befize. In diesem Zusammenhang erinnert Rennes an den sagenhaft reichen König Midas, dem sich alles zu Gold wandelte, damit aber auch Effen und Getränte Das Petroleum- Panama. Die Untersuchungen des durch den Präsidenten Coolidge eingesezten parlamentarischen Ausschusses zur Aufbecking des neuesten amerikanischen Petroleumsfanbais find so weit gedichen, daß der Untersuchungsausschuß einen Beschluß beantragen wird, die Ausbeus tung der Quellen in Wyoming und Kalifornien durch die Gesellschaf ten Sinclair und Dchenn sofort zu verbieten. Es ist zu erwarten, daß die amerifenischen Gerichte, die allerdings in diefer Korrup tionsoffäre bereits eine mehr als zweifelhafte Rolle gespielt haben, Jogal hervorragend bewährt bei: Gicht Grippe Rheuma Herenschuß 3schias Nervenfchmerzen. og al stillt die Schmerzen und scheidet die Harniäure aus Musgezeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotbefen erhältlich Best. 64.3% Acid. acet. salic, 04 6% Chinin. 12,6% Lithium ad 1 0 Amy um Die neue 318 Zigarette in der Manoli- Trommel!" 12 29. Hauptgeschäftsstelle: Berlin N 39 Chausseestr. 63 Bing. Liesenstr Telephon: Nord 10787 u 1756 VolksFeuerbestattungsVerein Groß- Berlin 1913 Prospekt kostenl. Behördlich genehmigt Was leistet der Verein? Geschäftszeit von 10-3 Uhr. Sonnabds b. 12 U, für Bestattungen: bis 5 Uhr Nach einjähriger Mitgliedschaft ( bei Unfail sofort) kostenlose Bestattung! Der Verein übernimmt sämtliche Besorgungen für die Einäscherung und Beisetzung nach den gesetzlichen Vorschriften. Der Verein besorgt und bezahlt also die vollständige Einäscherung als: Amtsärztliche Atteste, gekehlten dekorierten Sarg mit Innenausstattung, Ueberführun nach dem Krematorium mittels eigener Bestattungsautomobile nebst Begleitern. Blattp lanzen- und Blumendekoration in der Feierlichkeitshal e, Orgelspiel unter Begleitung von Cello und Geige, auf Wunsch Pfarrer oder treien Redner, Gesangsquartett, die Einäscherung, Aschenkapsel Beisetzung derselben und die Steile. Der Verein nimmt damit den Angehörigen die schwierigen Wege und alle Kosten, die eine pietätvolie Feuerbestattun verursacht, ab. Für Mitglieder, welche dem Verein noch kein Jahr angehören, übernimmt der Verein die Vermittelu g und stellt den Pfarrer oder freien Redner. Die anderen Kosten tragen die Hinterbliebenen Wie und wo kann ich Mitglied werden? a) durch Beitrittserklärung, Beibringung der gestempelten letztwilligen Verfügung und der Zahlung des Eintrittsgeldes im Betrage von 1 M. b) in allen Zahlstellen und in der Hauptgeschäftsstelle ( man verlange kostenlosen Prespekt mit Verzeichnis). Wieviel muß ich zahlen? Bei einem Eintrittsalter bis zu 15 Jahr., Kl. 1, 0,20 M. 15-20 20-30 30-40 99 99 2, 0,25 3, 035 99 99 99 4, 0,45 " 40-45 Jahr., Kl. 5, 0,55 M. 45-50 » 6, 0,70 50-55 über 35 7. 0,85 " 8, 1,10 Nach zwanzigjähriger Beitragszahlung tritt Beitragsfreibell ein. Personen über 60 Jahre können nur durch Leistung eines Rückrechnungsbeitrages dem Verein beitreten und haben dann laufend den Beitrag der höchsten klasse zu zahlen. Diese Aufnahmeanträge müssen der Hauptgeschäftsstelle direkt eingereicht werd n. Mitg ieder, welche einem anderen Feuerbestattungsverein angehören. haben beim Uebertritt schon nach einer Wartezeit von diei Monaten Anspruch auf die kostenlose Bestattung, auch sind sie von der Zahlung des Eintrittsge des efreit. Im Monat Januar vers arben 467 Mitglieder, davon ge hörten dem Verein 334 über ein Jahr an, waren also vollberechtigt und wurden auf Kosten des Vereins bestattet. 187/15 Der Verstand. gez M Ilhain. dem Berlangen entsprechen. Für uns Deutsche find die Berbin. dungen der Firma Sinclair mit den Stinnesfchen Del unternehmungen interessant, die in letzter Zeit lebhaft er= örtert, Lurch Sinclair zuar dementiert, vor durchaus glaubwürdiger Seite jedoch abermals bestätigt murden. Der Erörterung liegt folgenter Sachverhalt zugrunde: Die emeritanische Regierung hat auf Beschluß des Rongreffes gewiffe Betroleumfelder in Wyoming( Tecprt- Deme) und in Kalifornien für ben Staat beschlagnahmt, um in ihnen eine Reserve für die ameri fanische Marine zu haben. Die Felder wurden jedoch durch den Morinesetretär Denby und den Minister des Innern Fall an die beien Delgroßspekulanten Sinnair und Doheny zu einem lächerlich geringen 3ins perpadh et, angeblich, weil die Quellen, menn fie un. erschlossen blichen perfinancrten. Das Objeft bradh e ben Bächtern Die Kleinigkeit non rund 30 Millionen Dollar ein, wovon sie ihre Mitverschmorenen in den Streifen der amerikanischen Regierung burch beachtliche Irintgeber entschädigten. Die Affäre fam an Die Deffentlichkeit und erregte bas amerikanische Bolt um so mehr, als ner fa nach genauen Berechnungen mit seinen großen Del reserven( Griefee) in abjehbarer Zeit zu Ende ist und in der ganzen Welt Jogd auf Det macht. Wir vermeifen nur auf die Rolle fas bei Abschluß les Vertrags von Bausanne, meri. Der Betroleumftanbat schien anfangs von den beiben großen Barteien, der Rep iblikanern und Demokraten, für die fommende Bräsidentenwahl ausgeschlachtet merder zu fallen, jedoch stellte sich bald heraus. Daß die Delforruption in beiden Lagern Eingang ge funban hatte. U. a. gelten als beloftet neben den beiden genannten offiziellen Persönlichkeiten Biliom Mc Adoo, ber befannte Schmie. gerlohn Wilfons und nielgenannte Anwärter für die Präsident fchaftstandidatur, und der im Sinclair- Konzern tätige Archi Rooses beit der Sohn des ehemaligen Präsidenten Theodor Roosevelt. Infolge dieser Wendung fonnte Coolidge die ganze Angelegenheit cinem parlamentorischen Ausschuß übergeben, ber jetzt zu dem ge melbeten Ergebnis gekommen ist. Es leidet nicht jeder Uftienbefizer Not. Nach dem Börseninder des BBC. stiegen die Aftien der folgen. ben Gruppen gegenüber Dezember 1923( gleich 100 gefeht) auf Teutiche Kleins und Straßenbahn Onpotbelenbanken Brauereien( Berlin) Brauereien( auswärtige) Gabe und Wasserattien Holzindustrie. Lederfabriken. Tertilfabriken Sprit'abrilen • 168,89 9 204,75 207,09 257.91 148,55 218,24 148,71 184,72 198,23 Diefen beträchtlichen Steigerungen stehen auch geringere, im besonderen bei den Gruppen gegenüber( z. B. Steinfohlenbergwerfe usw.), tie schon lange einen hohen Kursstand halten. Schwierige Goldgewinnung. In Deutschland ist bekanntlich unter den Nachfriegswirtungen auch der Verfuch der Goldgewinrung erneut gemacht worden. Einen recht interessanten Einblick in die fomplizierte Technif biefer fpärlid en Goldgewinnung gibt ein Verwaltungsbericht ber Bergbeu G. Fichtelgolb( Brandholz bei Bayreuth). Wir entnehmen daraus das Folgende: In der zweiten Dezemberwoche legten mir den Bochwertsbe. trieb still, um zwei weitere Schüttelherde eir zubauen und eine schade haft gewordene Pumpe auszuwechseln. Bevor diese Arbeiten be endet waren, überfiel uns die strenge Wintertälte. Besonders hem. mend für den Betrieb waren die ungeheuren Schnecmaffen, welche die Klärteiche zufüllen. Abgeseher orn einer furzen Wiederouf nahme des Betriebes infolge milderen Wetters Mitte Januar stand bas Pochwert bis jegt, mo dos Einsetzen des Taumetters die er neute Inbetriebsegung gestaltete. son Die Ruhepause murde bozu benugt, die Bochmertsanlage zur Erreichung einer besseren Beistung etwas umzubauen, ferner die Frage einer restlosen Gobgeminnung zu flären. Die Amalgamation murhe bisher Durch Wiederverwendung des trüben Bochwassers sehr gestört so daß wir aus ur feren reichen Ergen nur einen untefriedigenden Teil des Goldes geminnen fonnten. In zmifchen haben wir in dem Zellenfüber einen geeigneten Appara zur vollständigen Klärung des Bochwaffers erprobt und zwei Stüd bei R. Wolf, Magdeburg- Buckau, bestellt, die in furzer Zeit auf gestellt werden follen. Langwierige und eingehende Bersuche, bei benen uns namentlich Geh. Prof.Dr. Schiffner von der Bergafademie Freiberg, wie auch die Ingenieure von Strupp und Wolf außerordentlich gute Dienste lei eten, haben ergeben, daß zur refilofen Ertraktion des Goldes unfer Amalgamationsverfahren abgeändert und ergänzt werden muß. Das Erz soll schon im Bochtrog mit einer fhmachen Brant faliumlauge gepecht werden. Die Trübe geht dann wie bisher über die Amalzomplatten und nach Atlasffifizierung über vier Schüttel herbe, deren arfentieshaltige Konzentrate pertauft merber. bgänge von den Schüt elherden merden neuerdings in den beiden Rührbottichen mit 3yantalium ausgelaugt und dann durch bie Sellenfilter zur Trennung der festen Bestandteile von der goldhal. tigen Lauge geführt Die lettere mird abgezogen, das Gold durch Die 3infftaub niedergeschlagen und der Niederschlag in einer Filterpreffe zurüdgehalten, durch welche die Flüssigkeit hir durchgepreßt wird. Die entzoldete Lauge wird erneut zum Bochen verwendet, der goldhalige Niedersch ag getrocknet und geschmolzen. Unsere Sadyverständigen glauben, durch dieses abgeänderte Ber. fahren aus unseren Ergen das Goth bis auf den unvermeidlichen Berluft von wenigen Brezenten ertrahleren zu fönnen. Die Erz verhältr iffe in der Grube haben fi auch weiterhin gut entwickelt. sich Englands Kohlenausfuhr. Sparfaffen und Gemeindebetriebe. Die Depofitenfaffen der Großbanten und bie öffentlichen Spar faffen berichten in den letzten Wochen übereinstimmend, daß ihnen zum erstenmal seit Jahr und Log mieder Einlagen zus Ließen, und daß fich neue Guthaben bei ihren ansammeln. Dieser Brozeß einer neuen Kapitalbildung gehört au den erfreulichen Felgen der Marfstabilisierung. Eine be'onders wigtige Role in dem finanziellen Biederaufbau der deutschen Volkswirtschaft dürfte den öffentlichen Epartassen der Gemeinden und Rommunalverbände zufallen. Vor tem Kriege maren diese Spare Bir entnehmen der Fr. 3." die folgenden Ziffern über die fassen einer der mächtigsten Fattoren der Kapital. englische Kohlenausfuhr: Rußland. Schweden Norwegen Dänemait Deutschland. Niederlande Belgien Frankreich Wortugal Spanien. Italien. 1921 188 878 1922 onnen 584 069 1923 476 205 3 168 867 in 1 232 904 2 522 820 694 816 1 566 969 1 609 758 1 803 561 2 866 233 817 877 1.987 678 618 066 6 895 651 8 345 606 436 865 1 021 472 8 883 088 6 067-789 8 489 419 18 579 417 784 356 1711021 6 341 743 8 170 269 14 806 232 5794846 6 504 592 18$ 26 352 766 819 1145 801 7 592 785 Bui, einfchl. anderer Länder 24 660 552 64 108 384 79 449 678 Mit den Ziffern von 1923 hai bie englische Kohlenindustrie ihre Förderung von vor zehn Jahren um 6 Millionen Tonnen über. fchritten. Die Zunahme ber englischen Ausfuhr bedt sich etwa mit dem Ausfall an Reparationsfoble. Besonders beachtlich ist, daß die Kohlen förberung Eng. lands trok der hohen Ausfuhrziffern immer noch geringer ist als 1913. Der Inlands verbrauch ist hinter jener Zeit noch zurüd. Dampfteffelüberwachung und Deufiche Allgemeine". Die„ DA3." polemisiert trotz der amtlichen Stellungnahme zur Neugestaltung ber Dampfteffellibermachung, über bie der Bormärts" ausführlich berichtete, weiter in bem Sinne, daß durch die Neuge. ftaltung eben doch unproduktive Doppelarbeit und erhebliche Ber. größerung des Beamtenapparates notwendig würde. Damit sie diefe Borwürfe erneut erheben tann brudt sie zwar die amtliche Auslassung ab unterschlägt aber aus ihr die folgenden Säße: Die Arbeitsausschüsse werden infolge der Bereinfachung des Gefchäftsganges in pielen Fällen zu Eriparnissen von Mr. beitstraft und Geld führen. Die Einstellung der Dampffeffel. betriebsfonircfleure wird bem Berein entweder gar Mine oder nur eine geringe Belaftung bringen, weil das Ministerium münscht, baß die schon vorhandenen geeigneten Behrheizer als Kontrolleure verwendet werden. Selbst wenn das nicht der Fall wäre, würde die Belastung nur sehr gering sein, weil auf etwa 20 Bereins. ingenieure nur ein Kontrolleur eingestellt werden soll." Was würde die D23." thr moralifches Mundwert aufreißen, wenn eine andere Zeitung fich solcher Korrekturen" bedient hätte, um, fagen mir, Herrn Stinnes anzugreifen? Tom Sonnabend. den 9. Februar Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel und im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung offiziell festgestellt durch den Landesverband Berlin und Brandenburg des Reichsverbandes des Deutschen Nahrungsmittel- Großhandels E. V. Berlin Die Preise verstehen sich in Gold- M für 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin 14.75 15,151 Rohkaffee Zentralam. Gerstengraupen, lose 14,75-1,15 Rohkaffee Brasil 14,35 15,00 Pöstkafiee Zentralam. 13,25-16,00 Röstkafee Brasil..... 220 00-270.00 20,25-20,55 Maizkaffee. gepackt 23,00-26,00 23,50 23,73 Rösteetreide. lose 16 00-18.00 11,75 13,00 Kakaopu ver stark enrölt 100,00-130.00. 16,5-17.00 Tee in Kisten Souchon 350,00-380, 0 21.00 23.00 Inlandszucker basis mel. 38,039,0 13.00-15.00 Inlandszucker Raffinade 41,00-430 Gerstengrütze, lose... Haterflocken. lose Hafergrütze, lose Maisgrieß Malspuder, lose Ro genmehl 0/1 Welz ngries Hartgrieß 7% Weizenmeh! Weizen Auszugmeh! Speisee bsen, Viktoria Speiscerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Peri Langbonnen. handveries. Linsen kleine. Linsen, mittel Linsen. große Kartoffe mehl Makkaroni, lose.. Burma li unglasiert 16,020,50 Zucker Würfel 19,023,00 Kunsthonig 15.00-17.00 Marmelade infr. Erdb 21,00-22,00 Marmelade Vierfrucht 29 30-30,00 Steinsalz in Säcken... 23,00 38,00 Steinsalz in Packung.. 26,90-40,00 Siedesalz in Säcken 400-450 Siedesalz in Packung 16,5 4 17.30 Bratensch alz in Tierces 36,00-38,00 Purelard in Tierces 21.00-24.00 Speisetalg in Packung 17,00 20,00 Speisetale in Kübeln Schnittnude n. love.. Siam Patna I glasiert. Grober Bruchreis. Reisgries u.-mehl, lose Rin äpfel, amerik. extra Getr. Pflaumen. Korinthen in Kist. choice 80,00-90,00 Quadratkäse. Mandeln, bittere Bari 24,50 27,00 Margarine, Handelsm. 16,50-18,40 desel II. 13,40-14.25 Margari e, Spezialm. I.. choice . Sultaninen in Kis'en. desgl. II. 115,00-125,00 Corned beef 12-6 lbs p. K. 43,00-48.00 Speck, gesalzen, fett. 85,00-100,00 Quarkkäse 130,00-150 00 Tilsiter Käse, vollfett Mandeln. süße Avola 145,00-160,00 Tilsiter Käse. ha bfett. Kassia Vera 110,00 120.00 Aust. ungezuck.CondensKümmel, holländischer. 145,60-150.0 milch 48/16 Schwarzer Pfeffer singap. 95,00-106,00 Inländische desgl. 48/12 Weißer Pfeffer. 130,00-141,00 Int. gez, Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. 240,00-300,00 170,00-205,0 300.00-400,00 46,00-47.00 bilbung in Deutsdland Tas Gesamtguthaben ihrer Einleger betrug Ende 1913 rund 20 Millierten Golmart. Diefe Summe er reich fast den Gefamtumlauf aller feftverzinslichen Wertpapiere, b. h. ber Anleihen des Reiches, ber Bundesstaaten vnd der Kommu nen und Romamunalverbände fowie der Schuldverschreibungen der Hypothefenbanken und Landschaften zusammengenommen. Die Sparfaffenguthaben woren um so wichtiger, als sie zu einem großen Teile in den vorgenannten feftverzinschen Werten angelegt waren. Die wieder auflebende Spartätigkeit fäßt die Frage entstehen, wie die Sparkassen die ihnen neu zufließenden Geer am besten Dermerien. Bei der unteheuren Sapitaltnappicit, die gegenmärtig in Deutschland herrscht, fehlt es für Rapitalien nicht an auten Anlagemöglichkeiten der verschiedensn Art. Ein dankbarcs Felt ihrer Betätigung werden die Spartaffen darin finen, ihre Mittel teilwei'e innerhalb des Bereichs ihrer eigenen städtischen erwaltung zu investieren. Besonders fei auf die Berwertun bre Spartafengeber für den Ausbau oder die Verbesserung der tome munalen gewerblichen Unternehmungen, b. h. der Gas. Waffer und Elektrizitätsmerte, ter Straßenbahnen nfw. hine powiefen. Die meisten biefer Unternehmungen befinden sich heute in der Lage, daß sie noch einen großen Rapitalbedarf has ben. baß fie auf eine gute Berzinsung gewährleisten, daß aber die Städte nicht in der Lage sind, die erforderlichen Kredite zu beschefen Hier eröffnet sich auf tem Wege über die Spartaffen die Mög lichkeit, wenigsters einen Dil dieses Geldbedarfes zu finanzieren, Durch eine gewiffe Biberalität in der Gemährung von Debetzinfen an tie Ein eger fönnen die Sparfaffen für einen perftärften Kas pitala Fuß forgen. Die ftättisten Werte merden faft immer in der Lage fein. den erhöhten Rapitalzins zu tragen. Denn die Berzinsung und Tilgung der auf ihnen ruhenden Anleihefchulden bidet nur einen fleinen Teil der Ausgaben der Betriebe. Handelt es fich, wie es größtenteils die Roel ist, um Erweiterungen oder Erneuerungen schon bestehender Anlagen. ao nur um zu fägliche Kopitalinveftierungen, so ipielen erhöhte Bins umb Lil. gungstaften auf diesen zufählichen Teil des Antagefapitals erst recht eine geringe Rolle. Die Heranziehung von Spartallennelbern für die werbenden An'anen der Stätte durch erhöhte Zinstaftungen an die Einleger dürfte demnach in der Mehrzahl der Fälle durchaus fein finanzielles Rififo weder für die betreffenden Werte noch für bie Stadt als Ganzes enthalten. Aehnlich wie mit der Borwenburg ber Sparfaffengether in ben merbenben Anlagen steht es auch auf anderen Gebieten. Hier ist die Belebung der Bautätigtett innerhalb der eigeren Ge meinde an erster Stelle zu nennen. In ihren Sparfaffen besitzen bie Etäte ein finanzielles Inftrument ersten Ronges. Die fommune len Verwaltungen sollten nichts unverfucht laffen, diefes Instrument nach Möglichkeit zu starten und auszubauen, d. h. fie folten ber Spartrieb der Bevölkerung mit allen erdenk lichen Mitteln anzuregen und zu fördern trahien. Die ihnen vertrauten Gelder aber soften fie nicht irondivelchen privaten fpetufetiven Verwendungen zuführen. fonbern fie im Sinne einer gefunden Gemeinwirtschaft verwenden. Die fächsische Cantesffelle für Gemeinwirffchaff" ftefft her Preffe ihren gebrudten Bericht über ihre Tätieteit im Jahre 123 zur Verfüguna. Auch diefer Jahresbericht enthält ähnlich wie die bekannten Beröffentlichungen der Landesstelle für jeden Kompiunal polititer intereffantes Material und nrivalle Hinweise. Befenders intereffant find die Ausführungen über die weitere Ausgestaltung der planmäßigen Gaspersorgung Sachsens durch Zusammen. 40, 0-41,80 legung weniger leistungsfähiger Gaswerte und durch Schaffung von 108,00-111.50 Ferngaswerten, wie fie jetzt auch in anderen Gegenden 35,00 50,00 Deutschlands fich entmideln. Bedeutende Fortschritte hat in Sachen 4.30 4.60 Die Einführung unentgeltlicher gemeindlicher Totenbeftaftum ce 4.80-5,20 macht. Der Bericht zeigt die Arbeit einer bisher eingia dastehenden 63,60-70,00 Stelle, die forgfältig und auf der Grundlage ruhiger, tetiner Ents 66,00-600 midlung der Förderung der Gemeindewirtschaft wie der staatlichen 48,00 50,00 Gemeinwirtschaft mit offensichtlichem Erfolge zu dienen Bersucht. 3,734,00 5,40-5.80 43,00-48,00 56,0 76,00 48,00$ 2,00 7,00-59,03 35,00-36.00 60,00-64,00 50,00-60,00 50,00-70.00 115,00-125,00 69,00-75,00 25,00-25,00 19, 0-20,00 29,00 31,0 Reichslandbund- Tag in Breslau. Am 26. februar wird in Breslan der große Srei der deuticnationalen Agrarier no Subzöllen erefutiert werden. Es sprechen u. a. Hevv, M. d. R., Freiher b. Sichtbofen Boguslawig und Röfide.. d. R. BORG ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER Curt Ziesmer RAUCHT BORG ZIGAREITEN PREISGEKRONT Leineweber Berlin, Höllnischer Fifchmarkt 4.6 Einsegnungs- Anzüge Besonders preiswerte Angebote M. 4200 Blauer Cheviot reine Wolle, 1- und 2reihige Form........ Blauer Melton- Cheviot 1- und 2raihige Form...... M. 4300 u. 65 co Schwarzer Melton- Cheviot 1- und 2reihige Form......... M. 6800 Marengo- Cheviot 1- und 2relhige Form.. Blauer Kammgarn 1- und 2relhige Form..... Smoking- Anzüge la Kammgarn, moderne Form... M. 4800 M. 7100 M. 8500 Farbige Anzüge in neuesten Formen und Musterungen...... von M. 2500 Wir bringen ständig nur erprobt gediegene Qualitäten in bester Verarbeitung zum Verkauf. Die Anfertigung unserer Konfektion erfolgt in unseren eigenen Werkstätten. 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Wie sie dort tanzt, den Stierfämpfer erobert, mit ihm und durch ihn die tollsten und unwahrscheinlichsten Abenteuer erlebt ( mit 2 Morden), die Vorgeschichte ihres Vaters erfährt und selbst mit Der erste Teil des Helenafilms ließ noch Erwartungen offen, der knapper Not dem Tode entgeht, wird sensationell, aber ohne besondere Abeite( Der Untergang Troja 3" im Theater am Rollendorffie ist fürs nächste von ihren Launen furiert. Mac Murray ist als Technik im Bilde erzählt. Ihr ftandesgemäßer Bräutigam rettet sie, und stat) lofte sie nur zum Teil ein. Die Massenszenen werden vom Reiffeur Noa wuchtig dirigiert, der Sturm auf das Schiffslager ist vorStar nicht übel. Boll quicker Beweglichkeit ist sie eine glänzende Tänzerin jüglich gelungen. Aber es ist im Grunde oft Gesehenes aus dem beund voll Laune und Mutwillen. bährten Repertoire. Priamos Bacchanal bleibt bagegen leblos. igentlichen Kämpfe, die Einzeltämpfe sein müssen, und bei Homer von jöchfter Anschaulichkeit sind, versagen bis auf den im großen Stile nurchgeführten Zweikampf Menelaos- Paris. Der Tod Hectors hat tichts von der tragischen Größe des Vorbildes. Das Schicksal Trojas Pollendet sich. Der moderne Bearbeiter. Hans Kyler läßt hinter ben rmenden Vorgängen Zusammenhänge ahnen. Der Uebermut oder ber perftiegene Bahn des Königs Priamos fordert das Schicksal heraus, bem er es mit Gewalt zwingen will.( Er will den Seher von Baffer ann, mit aller Hingabe umriffen, gewinnen, und da es mißlingt, läßt er ihn zum Tode führen; den nichts ahnenden Achill läßt er heimfüctisch mit vergiftetem Pfeil ermorden.) An Priamos, an Helena und Baris, an Heftor und Andromade wird Trojas Schicksal vollzogen. Die iegreiche Schönheit Helenas behauptet sich bis zum Schluß, fie läßt die Trojaner bis zum letzten ausharren; fie zu beden empfängt Baris den täblichen Pfeilschuß. Gaidarow spielt eine wunderbare Sterbefzene. Im anderen Lager hat Achill die große Rolle, die Aldini mit feinem Prachtvollen Sportkörper durchführt. Aber fein Ausbrud ist leer, und bie große Rührszene, da Priamos und seine Frauen die Leiche des pektor von ihm erflehen, läßt falt. Gesamteinbrud: ein großer Aufwand mit vielen einzelnen Gelungenheiten und Schönheiten, aber Homer bleibt uns Setuba. Daß die Amerikaner, auch Kitsch und selbst nicht gut gemachten Ritsch herfiellen, bewies die Aufführung der Fascination im Marmorhaus. Die Abenteuer einer verwöhnten jungen Amerikanerin, die zur Befferung ihrer Sitten im Land ihres abligen Vaters nach Spanien geDie Gasersparnis in der Küche. Mit einer schlechten Nähmaschine tann man nicht gut nähen und verbraucht viel Zwirn. Mit einem schlechten Gasfocher geht es ähnlich; er erfüllt seinen Zwed nur unvollkommen und berbraucht unnötig viel Gas. Deshalb ist die erste Bedingung, wenn man Gas in der Küche sparen will, daß man einen guten wirtschaftlich brennenden Gastocher hat. Leider verdienen sehr vieler der in die Küchenherde eingebauten Gasbrenner eher die Bezeichnung„ Gasfresser". Ihre schleunige Auswechselung gegen gute Brenner ist daher dringend anzuraten. Wer es tann, schaffe fich eine moderne Stochplatte mit Sonntag 10. Februar 1924 Raubtierzwinger, für die fich Idea so heißt die Hauptheldin bes Films für einen einzigen Abend hat gewinnen lassen, stützt sie ab. Sie wird gerettet. Dr. Borris gibt fie frei, frei für den Zirkustinfiler, dem das Herz des Mädchens schon lange gehört. Die Regie hatte in prächtiger, Lebensgetreuer Weise Dr. Guter besorgt. Die Aufnahmen ( Photograph Wagner) boten hervorragendes. Die einschmeichelnde Mufi war den einzelnen Szenen gut angepaßt. Die 6 Afte des Films, in dem Xenia Desni die Hauptrolle( Zirkusmädchen) gab, haben Franz Schulz zum Verfasser. Bon anderen Mitwirkenden seien genannt: Walter Rilla( Zirkuskünstler) und Paul Heidemann( Dr. Borris). Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON 1. Interessante Bilder aus dem Leben einer Kleinstädtischen jüdischen Familie gibt zunächst der Graf Cohn"( Alhambra), nach dem Roman Paul Langenscheidts von Bictor Klein bearbeitet und von Karl Boese geschickt und wirksam ins Bildhafte umgesetzt. Wie Cohn junior im Schatten seines Vaters steht, ist mit schöner Eindringlichkeit gezeigt. Wie plößlich durch des Vaters Tod reich geworden in die Großstadt strebt, einer Frau der Gräfin die ihn nicht einmal liebt, Geld, Rame und Leben, opfert unto an seinem Größenwahn zerschellt, ist zwar mit aller 2ogit, aber nicht immer überzeugend im weiteren Verlauf geschildert. Der Schwächling, der die durch die habgierigen Verwandten zur Ehe gezwungene Frau nicht einmal erobert und schließlich vor ihrem zurüdgefehrten Jugendgeliebten weicht, die Liebe der frommen Mutter berloren hat und Erlösung nur im Selbstmord findet, ist trot Bernd Aldors ausbrudsvoller Verkörperung nicht ganz glaubhaft geworden. Hervorragend Hermann Vallentin als der alte Water Cohn, unvergleichlich Frieda Richard als Mutter. Die Gräfin gab Xenia Rabinettstud. Trotz aller Bedenken ein gut gemachter, gespielter und Desni. Albert Patty bot als alter Hofmarschall ein filmisches Creme Mouson Seife* Creme Mouson Rasierseife photographierter Film. d. ,, Der Sprung ins Leben" betitelt sich ber neue Film, mit bem ber Ufa Film Palaft in der Tauenhienstraße aufwartete. Es handelt sich um den Roman eines Zirkusfindes, dem das Artistentum tief im Blute stedt. Der Versuch des Jdeologen Dr. Borris, die Kleine ihrer Gesellschaftssphäre zu entreißen, mißlingt. 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Immer wieder fann be- für Gewerkschaften und obachtet werden, daß viele Frauen den Gasbrenner, nachdem die Speisen ins Kochen gekommen sind, nicht auf„ flein" Wiederverkäufer alle Gorten Tafeln ſtellen, sondern daß sie ihn munter mit voller Flamme weiter Schokoladen brennen lassen, nicht als ob fie Speisen garziehen lassen wollten, sondern als ob fie einen Dampsteffel feuern müßten. Praktische Hausfrauen fegen ihre angefochten Töpfe in eine Stochkifte, die dann das Uebrige besorgt. Sie wissen auch, daß in dem aus dem tochenden Wasser entweichenden Dampf bedeutende Wärmemengen aufgespeichert sind er fühlt ch ja auch heiß an und benugen diesen nicht dazu, die Wände ihrer Küche anzufeuchten, sondern erwärmen damit eine andere Speise, indem sie den diese enthaltenden Topf auf den unteren fegen, und oben darauf womöglich noch einen Topf mit Wasser zum Geschirrspülen. Der Fachmann nennt das Turmkochen". Um die Hausangestellten für ein sparsames Umgehen mit bem Gase zu gewinnen, interessiere man sie an der Reduzierung der Gasrechnung, etwa in der Weise, daß sie einen bestimmten Prozentsaz von dem gegen das Vorjahr in gleicher Verbrauchszeit durch sparsames Wirtschaften erzielten Gewinn erhalten. Die aufmerksame Befolgung unserer Ratschläge wird ganz bestimmt in vielen Haushaltungen erhebliche Gasersparnisse erzielen. Man hüte sich aber vor Hausierern, die unter schwindelhaften Anpreisungen den Leuten gegen teures Geld fogenannte Sparapparate aufhängen, die ganz wertlos find. Die Gaswerfe haben selbst das größte Interesse daran, daß ihre Abnehmer sparsam mit dem Gase umgehen und mit ihren Gasapparaten zufrieden sind. Neu 1 B R N D Bonbons, Retje, 1-, 5-, 10- Articel ufw. zu billigen Preisen. v 120 Goldmarkan Ständiges Lager von über 150 Standuhren in allen Holz- und Stilarten Schriftl. Garantie Büro- u.Ladenuhren Wand- u Küchenuhr. Stopp- u Autouhren Glash. 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