Nr.71 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 35 Bezugspreis: chentlich 85 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Zugemburg wö chentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Bodje. Kreuzband enbungen nur gegen werts beständige Rahlung. Bostbezugspreis flir Februar 4- Goldmart Der., Borwärts" mit ber Sonntags. beilage ,, Boll und 8eit" mit ,, Gieb. lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Seimwelt und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 0,20 Goldmart( auläffig zwei fettgedruckte Worte), tebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefuche das erste Wert 0,10 Goldmark, jedes weitere Bost 0.05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags int Sauptgeschäft, Berlin E 68, Linden ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Donhoff 292–295 Verlag: Doubofi 2506 2507 Dienstag, den 12. Februar 1924 Internationale Arbeitszeitkonferenz. Eine Anregung der englischen Arbeiterregierung. London 11. Jebruar.( Eigener Drahfbericht.) In den Be Annahme des Achtstundentags und der 48- Stunden- Woche rafungen, die in den letzten Tagen zwischen den Mitgliedern des als zu erfirebendes Ziel überall, wo es nicht erreicht ist. englischen Kabinetts über die Festlegung der Regierungserklärung Am 29. bis 31. Januar tagte nun in Genf der Berwalstattgefunden haben, soll, wie wir von gutunterrichteter Seite er tungsrat des Internationalen Arbeitsamts, worüber hier schon fahren, ein Projekt des Arbeitsministers Tom Shaw, die Arbeits- berichtet worden ist. Es darf in diesem Zusammenhang daran minister aller in Frage kommenden Länder zu einer& onferen; erinnert werden, daß die Arbeitergruppe einen Antrag einüber den Achtstundentag nach London einzuladen, eine gebracht hatte, der auf schleunige Ratifizierung der KonRolle gespielt haben. Es soll sich vor allem darum handeln, die Rafi- vention über den Achtstundentag drängte. Die deutschen Infitation des Washingtoner Abkommens zu beschleunigen duftriellen nahmen dagegen Stellung und fanden die fräftigste und den achtstündigen Arbeitstag international feft- Unterstügung bei dem Bertreter Frankreichs, Pinot, der er zulegen. Auch Deutschland, das das Washingtoner Ab- lärte, daß Deutschland zur Verlängerung der Arbeitszeit getommen bisher noch nicht ratifiziert hat und von woher dem Acht- zwungen sei, um die ihnen im Friedensvertrag auferlegten flundentag neue große Gefahren drohen, wird zu dieser Konferenz Reparationen bezahlen zu können. Bergebens wies der eingeladen werden. deutsche Arbeitervertreter Genosse Leipart darauf hin, daß es andere Wege zur Erhöhung der Produktion gebe als die Verlängerung der Arbeitszeit. Unterstüßung fand er nur bei der Vertreterin der neu en englischen Regierung, Miß Margaret Bondfield. Der deutsche Regierungsvertreter unterließ es, auf den entscheidend wichtigen Umstand hinzuweifen, daß gerade der Vertrag von Bersailles selbst bie Bezahlung der Reparationen durch Ber längerung ber Arbeitszeit ausschließt. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonts- Gefellichaft. Devontentafe Lindenstraße 3 Um den Achtstundentag. Die Ausführung der Arbeitszeitverordnung. Das Reichsarbeitsministerium hat den Regierungen der Länder vor einigen Tagen einen Entwurf von Ausführungsbestimmungen zur Arbeitszeitverordnung mit der Bitte um Stellungnahme zugehen lassen. Dieser Entwurf entspricht feineswegs auch nur annähernd den berechtigten Wünschen der Arbeitnehmer, ganz besonders aber geben die Ausfüh rungsbestimmungen zum§ 6 der Arbeitszeitverordnung Anlaß zur Kritil. Dieser Baragraph regelt bekanntlich die behördliche Bulassung einer längeren als der achtstündigen Arbeitszeit. Eine längere Arbeitszeit fann nach§ 6 zugelassen werden, soweit sie aus betriebstechnischen oder aus allge= mein wirtschaftlichen Grünben geboten ist. Was nun unter allgemein wirtschaftlichen Gründen" zu verstehen ist, sagt die Berordnung nicht. Um so mehr aber darf man erwarten, daß die Ausführungsbestimmungen eine nähere Umschreibung dieses recht dehnbaren Begriffs bringen werden. Leider aber versagt der jetzt vorliegnde Entwurf des Reichsarbeitsministeriums in dieser Beziehung vollkommen. Anstatt eine nähere Darlegung zu bringen, wann die eine Berlängerung der Arbeitszeit gebietenden allgemein wirtschaftlichen Gründe" als vorliegend erachtet werden sollen, begnügt er sich damit, zu sagen, daß bei Prüfung der Anträge auf Zulaffung einer erhöhten Arbeitszeit gebührende Rücksicht auf die bei der wirtschaftlichen Lage erforder= liche Steigerung und Verbilligung der Gütererzeugung zu nehmen ist. Die begrüßenswerte Initiative des englischen Arbeitsministers stüßt sich auf einen T- il des Friedensvertrages von Bersailles, der zu den am wenigsten zitierten gehört, weil in den Kreisen der Unternehmer eine internationale Verschwö rung des Schweigens gegen ihn besteht. Es ist das der Teil 13, der von der Organisation der Arbeit handelt. In seiner Einleitung ist angeführt, daß der Weltfrieden ,, nur auf dem Hier ist der Bunft, an dem offenbar die Initiative der engBoden der sozialen Gerechtigkeit" ausgeführt were lischen Arbeiterregierung einsetzt. Will die deutsche Regierung den kann, und es wird meiter erflärt, daß Arbeitsbedin nicht den deutschen Arbeitnehmern die Ueberzeugung beibrin Dieser Bortlaut läßt die Auslegung zu, daß jede Ar gungen bestehen, die für eine große Anzahl von Menschen mit gen, daß ihre Intereffen von einer fremden Regierung beffer beitszeitverlängerung zugelassen werden soll, wenn sie nur eine soviel Ingerechtigkeit, Glend und Entbehr ungewahrt werden als von der eigenen, fo wird fie ihre bisherige Steigerung oder Berbilligung der Produktion zur Folge zu gen verbunden sind, daß eine den Weltfrieden und die Welt unter dem Einfluß der Unternehmer stehende Saltung aufgeben haben verspricht. Genügt aber schon die Notwendigkeit der eintracht gefährdende Unzufriedenheit entsteht". Weiter wird und die englische Anregung fräftig unterstützen müssen. Es ist Steigerung und Berbilligung der Produktion und diese gesagt, daß eine Verbesserung dieser Bedingungen dringend nur ihre verdammite Pflicht und Schuldigkeit, eine aus den liegt ja heute in Deutschland für alle Industriezweige vor, erforderlich ist, z. B. hinsichtlich der Regelung der Arbeits. Reparationslasten entspringende Bedrückung des eigenen Bolso würde das bedeuten, daß jedem Antrag auf Berlängezeit, der Festsetzung eines Höchstmaßes des Arbeitstags und fes zu verhindern, die oom Vresailler Vertrag nicht nur nicht rung der Arbeitszeit stattgegeben werden muß und damit der ber Arbeitswoche". Zu diesem Zwed ist das Internatio. verlangt, sondern geradewegs untersagt wird. Achtstundentag von der Regel bald zur Ausnahme werden nale Arbeitsamt begründet worden, dem bekanntlich der französische Sozialist Albert Thomas als Direttor vorsteht. Es sollen llebereinkommen geschlossen werden, deren Einhal tung durch wirtschaftliche Strafmaßnahmen erzwungen wer ben tann. Unter den Grundsägen, über die vor allem eine Einigung 3 erzielen ist, nennt der Vertrag als vierten: Botschafter Hoesch bei Poincaré. Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens und einer neuen Denkschrift. Paris, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die am Sonnabend auf Wunsch Poincarés vertagte Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens des neuen deutschen Bo.schafters Herrn v. Hoesch hat am Montag nachmittag um 2½ Uhr stattgefunden. An den formellen Att hat sich eine Aussrache angeschloffen, die etwa 45 minuten gedauert hat und die inhaltlich an den letzten Macdonald beim König. Condon, 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Macdonald wurde heute vom König in Audienz empfangen. Wie verlautet, erstattete er dabei dem König Bericht über die Handlungen der Regierung in den ersten drei Wochen ihrer Eristenz, und gab ihm einen lleberblick über die Politik, die er am Dienstag in feiner Programmrede im Unterhaus entwidein würde. unmöglich sein, derartige Schuldverschreibungen zu schaffen, die einen bestimmten Teil der wirffam garantierten fünftigen 3ah lungen Deutschlands darstellten. Bedingung fei jedoch, daß sie die Möglichkeit böten, die deutsche Schuld in eine Handelsschuld, die franzöfifche Reparationsforderung in eine Forderung umzuwandeln, die sich auf Staatsangehörige aller Länder verteile. Baldwin wieder Führer der Konfervativen. Condon, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In feiner deutsch- französischen Notenwechsel über ein Modus- vivendi- 26- letten Rede gab Baldwin zu, daß die Politik der Reform tommen des Rheinlands anknüpfte. Die rein negativen Argumentationen des letzten franzöfifchen Memorandums vom 11. Januar wurden von Herrn v. Hoesch in eingehenden Darlegungen widerlegt und richtiggestellt. Eine neue Denkschrift der deutschen Regierung, die von Herrn v. Hoesch im Anschluß an die Unterredung überreicht murde, formuliert nochmals eingehend den Standpunkt der deutschen Regierung in all den Fragen, deren schleunige Regelung fie als die Borbedingung der Wiederingangfehung des wirtschaftlichen Lebens in den befehten Gebieten betrachtet. Auch das Reparations. problem wurde im Laufe der Unterredung aufgeworfen und eingehend behandelt. Grafmann bei den Sachverständigen. Der erste Sachverständigenausschuß fegte gestern seine Untersuchungen fort und empfing zunächst den Borsitzenden des Reichslandbundes Frh. v. Wangenheim und am Nachmittag den zweiten Borsitzenden des ADGB., Genossen Beter Graßmann. Neue Reise Schachts nach Paris. Paris, 11. Februar( Eigener Drahtbericht.) Die beiden Sachverständigenausschüsse werben hier om nächsten Montag zu einer Eizung zufammentreten, um mit dem Präsidenten der Reichsbant, Dr. Schacht, die Beratungen über die Errichtung einer Goldemiffionsbant fortzuseher: Frankreichs Ziel. der Schuhzolltarife, über die die Partei bei den legten Wahlen eine Niederlage erlitten hätte, fallen gelaffen werden müßten, bis zu dem Zeitpunkt, wo das Land durch Erzichungsarbeit dafür reif gemacht sein würde. Die künftige politik der konservativen Partei würde jedoch dahin gehen, den not. leidenden 3ndustrien ganz besonders zu helfen, was erreicht werden könnte durch eine Erweiterung der Grundfähe des bereits bestehenden Gesetzes zum Schuhe der nationalen Indufirie. Die Forderung der Meiffbegünstigung innerhalb des britischen Weltreiches müßte im Parteiprogramm aufrechterhalten bleiben. Andererseits würde, fagte er, die Zukunft Englands aufs Spiel gesetzt werden, da das britische Reich den einzig sicheren Abfahmarkt Englands bilde. Daraufhin wurde Baldwin einstimmig wieder zum Vorfihenden in der konservativen Partei gewählt. wird. zeit einen weiteren Ausgleich schaffen wollen für alle jene Man tann doch unmöglich in einer verlängerten Arbeitszahlreichen, die Produktion so außerordentlich belastenden Mißstände der deutschen Wirtschaft, wie zum Beispiel die infolge des billigen Arbeitslohns jahrelang betriebene Bernachlässigung der Betriebe in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht und vor allem die preisverteuernde Syndikatspolitik, die die Herstellungskosten des unter den ungünstigsten Umständen, d. h. in dem technisch und wirtschaftlich rückständigsten Betrieb hergestellten Produkts maßgebend sein läßt für alle im Lande produzierten gleichen Waren. Alle aus dieser Mißwirtschaft resultierenden Lasten find schon in mehr als ausreichendem Maße durch die ungeheure Lohnreduzierung auf die Arbeiter abgewälzt worden. Eine weitere Berringerung des Anteils der Berlängerung der Arbeitszeit dürfte den Unternehmer nur Arbeit an den Gesamtproduktionskosten der Waren durch allzu leicht verleiten, von der so außerordentlich notwendigen wirtschaftlichen und technischen Reorganisation seines VeBe triebes auch weiterhin Abstand zu nehmen. Damit aber würde gerade das Gegenteil dessen erzielt, was erreicht werden foll, nämlich eine Steigerung der Produktion. Welcher volkswirtschaftlich auch nur halbwegs gebildete Mensch wird glauben, daß diese die deutsche Wirtschaft so sehr belastenden Mißstände in ihrer preisverteuernden Wirkung auf die Dauer durch Arbeitszeitverlängerung bei einem größ tenteils unter dem Existenzminimum liegenden Arbeitslohn aufgehoben werden können? Es muß deshalb in den Ausführungsbestimmungen unbedingt betont werden, daß eine Arbeitszeitverlängerung im allgemeinen nur dann zugelassene werden darf, menn einwandfrei erwiesen ist, daß die Berteuerung oder Berringerung der Produktion gegenüber ihrem Friedensstande durch Arbeitszeitverfürzung oder bod geminderte Arbeitsleistung verursacht ist. Aber auch dann dat die Arbeitszeitverlängerung erst als legtes Mittel ange Erwandt werden. Allgemein wirtschaftliche Gründe" gebieten erst dann eine Berlängerung der Arbeitszeit, wenn andere Wege zur Erzielung einer Produktionssteigerung nicht gangbar sind. Ein Schuldenregelungsplan. Paris, 11. Januar.( Eigener Drabtbericht.) Die Zeitung celfior" behauptet, es fei von amerikanischer Seite folgende Anrequng gemacht worden, um das Problem der interalliierten Schulden zu lösen. Der Plan gebe dahin, daß Amerifa bereit wäre, gegen Ueberlaffung der britischen Kolonialiniel Jamaica Bezahlung der franzöfifchen Schulden an England felbft zu über in Westindien seine Forderungen an England zu streichen und die nehmen, während Frankreich feinerfeits seine westindischen Bes fizungen nämlich die Inseln Martinique und Guadeloupe) England überlaffen würde. Es wird jedoch hinzugefügt, daß dieser Blan nicht neu fei unb bag fowohl Lloyd George wie Baldwin ihn feinerzeit im Namen Englands abgelehnt hätten. Paris, 11. Februar( BTB.) Der Temps" schreibt: Das Ziel der französischen Bolitit foll'e darin bestehen: tein Gebiet, tein fand, teinen 3wang, Rontrolle und Beitreibungsmittel aus der Hand zu geben, es sei denn, im Austausch gegen börsenfähige Schuldverschreibungen, die tatsächliche Zahlungen darstellten. Wenn diese Garantien, mit deren Ausarbeitung die Sachdarstellten. Wenn diese Garantien, mit deren Ausarbeitung die Sach. verständigen beschäftigt feien und die die Reparationsfommiffion Janttionieren merde, tatsächlich wirksam würden, so dürfte es nicht Der deutsch- amerikanische Handelsvertrag. Der Text des deutschamerikanischen Handelsvertrages ift leht veröffentlicht worden. Der Bertrag ist abgeschloffen für Deutschland von Dr. Wiedfelbt, für Amerife von Hughes. Der Bertrag umfaßt 33 Artifel und ist in deutscher und englischer Sprache ausgefertigt. Der Bertrag beruht im wesentlichen auf dem Grundfah der gegenseitigen Meist begünstigung. Er gilt für zehn Jahre, vom Tage der Ratifizierung ab, die noch aussteht Weiter ist in den Ausführungsbestimmungen festzulegen, scheidend sein darf für die Zulaffung einer Arbeitszeitverlän daß nicht die privatwirtschaftliche Rentabilität entMöglich ist, daß durch Berlängerung der Arbeitszeit zwar eine gerung, fondern lediglich die volkswirtschaftliche. erreicht werden kann, daß aber die verlängerte Arbeitszeit zumenn auch nur vorübergehende- Produktionsteigerung gleich eine Gefährdung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Arbeiter und somit einen unrationellen Berbrauch der menschlichen Arbeitskraft, der letzten Endes die Gesamtproduktion wieder belasten und verteuern muß, darstellen wird. Ein Augenblickserfolg darf auf keinen Fall mit dauernder Schädigung des für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands wichtigsten Produktionsfaktors jerkauft werden. testenausschuß Anfang Nächste? Woche nochmals zusammen- berufen zur Festsetzung der Tagesordnung. Die R e i ch s r e g i e r u n g soll mit einer Erklärung über die innen- und außenpolitische Lage und die Auswirkungen des Ermächtigungsgesetzes vor den wieder zusammentretenden Reichstag treten. Anschließend soll eine große politische Aussprache die neue Tagung einleiten. Sollte die Regie- rung jedoch einer Erklärung über die innen- und außen- politische Entwicklung der letzten Wochen ausweichen, um eine politische Aussprache zunächst zu vermeiden, so dürfte die Tagung des Reichstags mit der Beratung einer der Anträge auf Aufhebung oder Aenderung der, zahlreich erlassenen Ver- vrdnungen der Reichsregierung eingeleitet werden. Am nächsten Montag wird der Auswärtige Ausschuß des Reichs- tages als Auftakt zur kommenden Parlamentstagung zu» sammentreten._ Um die Steuernotverorönung. Am Sonnabend hatten zwischen der Reichsregierung und se einem Vertreter der Reichstagsfraktionen mit Ausnahme der Kommunisten Besprechungen stattgefunden über die durch die dritte Steuernotverordnung aufgeworfenen Steuer- Probleme und vor allem über die Frage der Auswertung von Forderungen. Diese Beratungen wurden am Montag in Gegenwart des Reichsjustizministers, des Reichswirtschafts« Ministers und des Reichsjustizministers fortgesetzt, um vor Ablauf des Ennächtigiingsgesetzes eine Verständigung über die Bestimmunzen der dritten Steuernotverordnung zu erzielen. Die Aussicht dazu ist allerdings gering, weil bei den Parteien wenig Neigung besteht, die Verordnung im Sinne der Regierung hinzunehmen; ihr Bestreben geht viel- mehr dahin, einen großen Teil der Probleme auf dem ordent- lichen Gesetzgebungswege durch den Reichstag zu er- ledigen. Zu den Verhandlungen der Regierung mit den Parteien erfahren wir aus dem Reichstag: Es handelt sich dabei um die Fortsetzung des Versuches, festzustellen, ob sich im Reichstag eine vcrfassungs» ändernde Zweidrittelmehrheit für die Regelung der Aufwertungslrage erzielen läßt. Sofern das der Fall fein sollte, will die Regierung diesen Weg beschreiten. Die Ver» Handlungen des Ausschusses zogen sich den ganzen Tag über hin. Sie ergaben zwar in einer Reihe von Fragen eine An- Näherung der Meinungen, in den beiden wichtigsten Fragen jedoch, der Höhe der Aufwertung der privaten Schulden und der Frage der Aufwertung der Anleihen der öffentlichen Kör» perschaften war eine Uebereinstimmung nicht zu erzielen. In später Abendstunde begannen die Erörterungen über die M i e t s st e u e r. Bei diesen Erörterungen handelt es sich um die Frage, ob die bürgerlichen Parteien und die Reichs» regierung sich damit einverstanden erklären, daß die Miets- steuer durch Zuschläge zur Vermögens st euer ersetzt wird. Von dieser Entscheidung dürfte auch die endgültige Stel- lungnahme der sozialdemokratischen Fraktion abhängen. « Der Deutsch« Mieterbund, Sitz Berlin, hat am Sonntag an den Reichskanzler, den Reichsrat, die beteiligten Minister und sämtliche Reichstagsfratticnrn folgendes Telegramm gerichtet:.Der heut« versammelte Vorstand des Deutschen Mieterbundes, Sitz Berlin, warnt in letzter Stund« dringend vor der Erhebung einer Mietesteuer und vor Goldmieten: er fordert unbedingte Aufrechterhaltung und Ausbau des Mieterschutzes, um schwerster Beunruhigung vor» zubeugen/_ Deutstbe Reichsbahn. Im Fiinfzehnerausschuß de, Reichstags kam am Montag ein Derordnungsentwurf über die Schaffung eines Reichsunternehmens „Deutsche Reichsbahn"' zur Beratung. Seit Mitte Dezember ist die Deutsche Reichsbahn bekanntlich finanziell auf sich selbst ge- stellt, da das Reich grundsätzlich Zuschüsse nicht mehr leisten soll. Diesem Zustand soll nunmehr die Rechtslage angepaßt werden durch Schaffung eines selbständigen Unternehmens unter Loslösung aus der allgemeinen Re!ch-oerwaltung. Die Lösung wird noch Auffassung des Reichsverkehrsministeriums dringend notwendig, well die Reichsbahn Kredite aufnehmen muh. Auf dem Ver- ordnungsweg« soll zunächst eine provisorisch« Lösung geschaffen werden; bis spätestens 1. April soll dann eine Gesetzesoorlage an den Reichstag die endgültige Regelung bringen. Auch in Zukunft sollen die Schluhsummen des Eisenbahnhaushalts bzw. Voranschlags in den Reichshaushalt eingestellt werden. Der Ausschuß ersuchte die Reichsregierung, mit dem Haushaltsvoranschlag der Reichsbahn all» jährlich Voranschläge einer Vermögensbilanz, einer Gewinn- und Verl» st rech nung des letztobgefchlossenen Jahres mit einem eingehenden Geschäftsbericht vorzulegen. Der Reichsverkehrsminister wird auch fernerhin nicht nur der Reichs. regierung, sondern auch dem Reichstage über di« Reichsbahn Auskunft zu geben haben. Ein Verordnungsentwurf über die Ermächtigung des R e i ch s- Verkehrs, und des Reichspoft Ministers zur selb- ständigen Aufnahme von Darlehen, allerdings im Einoernehmen mit dem Reichsfinanzminsster, wurde vom Ausschuß gebilligt. Für die im Interesse der Belriebsoerwaltung aufgenommenen Schulden soll das Reich nur mit den Betriebseinnahmen und dem zu dem Betriebe ihrer Verwaltungen gehörigen Vermögen haften. Erhöhung der Beamteugehälter? Eine Verordnung, wonach der Reichsminister der Finanzen er- mächtlgt ist oder ermächtigt wird, neue Sätze für die Grund» gehälter festzusetzen, wurde vom Ausschuß zur Kenntnis ge- nommen. Diese Verordnung bezweckt, daß, sobald die Finanzlage des Reiches und die allgemein« Wirtschaftslage es irgendwie ge- statten, einer Erhöhung der Goldgrundgehälter der Beamten im gegebenen Zeitpunkt nicht Schwierigkeiten technischer Art hindernd oder verzögernd entgegenstehen, wie z. B. aus einer Vertagung des Reichstaas oder infolge Ablaufs der Legislatur- period«. Der Ausschuß ersucht« die Reichsregierung, bei einer künftigen Neuregelung der Gehälter die Fr a u e n- und Kinder» zulage wesentlich zuerhöhen. Gegenstand einer längeren Aussprache des Ausschusses wurde alsdann der Entwurf einer D e. amtenfiedlungsverordnung Kapitalsgeber sollen in dieser Beziehung in erster Ruhe stnanAwirtschajlliche Krcditorgani- sationen und gemeinnützige Beamte; Hai' lvn werden. Der Aus- schuß empfahl der Regierung, auch den Wartegeldempfängern den Erwerb einer landwirtschaftlichen Siedlung durch di« Beamten» siedlungsvervrdnung zu erleichtern. Der bewaffnete„Stahlhelm'". Der.Stahlhelm' ist in den moisten Ländern nicht verboten, weil er angeblich ein« unpolitische Zusammenfassung der ehemaligen Frontkämpfer darstellt. Wir machten vor einiger Zeit auf mititä- risch« Massenbestellungen der Stahlhelm» und Iungdoleute in Sangerhausen aufmerksam. Wie notwendig es ist. dem „Stahlhelm' auf die Finger zu sehen, zeigt ein weilerer Fall. In Hall« wurde«in größeres Waffenlager des„Stahlhelm' (Gewehre und Handgranaten) ausgehoben. Man wird die Angelegenheit nicht als Einzelfall behandeln dürfen. Verschieden« An- zeichen deuten darauf hin. daß in der Provinz Sachsen und in Thüringen wieder allerhand militärische Vorbereitungen der v ö l t i- s che n Putfchfreunde im Gange sind. • Da» Ermittlungsverfahren gegen die Organisation E o n s u l(O. C.). da» im Leriauf der Voruntersuchung im Rathenou-Prozeß gegen zahlreiche Mitglieder dieser Bewegung ein» geleitet worden ist, ist nach mehr als einjähriger Dauer zu feinem Wschluß gekommen. Augenblicklich schweben Erwägungen darüber, ob der Fall dem Siaaisgerichtshof überwiesen oder auf Grund der Neuordnung des Strafverfahrens an di« ordenllichen Gerichte abgegeben werden soll. Nach Entscheidung dieser Frage dürste dann gegen die 40 Beteiligten di« Anklage wegen Ge» Heimbündelei erhoben werden. ' Besondere Aufmerksamkeit ist der Frage der B e» f r i st u n g der Zulassungen verlängerter Arbeitszeiten zu lcheuken. Der Entwurf sagt» daß die Behörden die Bewilli- gungen in geeigneten Fällen durch beigefügte Maßgaben ein- schränken und angemessen befristen können. Diese Bestim- mutig genügt keineswegs. Es erscheint vielmehr notwendig, zu bestimmen, daß alle Bewilligungen kurz befristet sein müssest(bis höchstens zu drei Monaten) und daß eine Verlängerung der Bewilligung über die zunächst vor» gesehene Frist hinaus nur stattfinden darf, wenn die wirt- 'chaftlichen Verhälhirsse, die zur Bewilligung einer verlänger- ten Arbeitszeit geführt haben, sich nicht wesentlich gebessert haben und der Ardeitgeber nachweist, daß er alles in seiner Macht liegende getan hat, um auch auf anderem Wege, insbesondere durch Ausbau und Vervollkommnung des Be- triebes in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht, eine Stei- gerung und Veroilligung der Produktion zu ereichen. Für die Notwendigkeit der Verlängerung der Arbeitszeit kann allein Deutschlands traurige wirtschaftliche Lage geltend gemacht werden. Sobald diese aber überwunden ist, gibt es auch nicht einen einzigen stichhaltigen Grund, um nicht wieder zu der sich in der ganzen Welt eiubürgernden achtstündigen Arbeits, zeit zurückzukehren. Die Rückkehr zum Achtstundentag darf daher nicht durch langfristige Bewilligungen längerer Arbeitszeit verzögert werden. Die mit der Zulassung betrauten behördlichen Stellen wären in den Ansführungsbestimmungen anzuweisen, bereits erteilte Bewilligungen— was nach der Verordnung selbst sehr wohl zulässig ist— spätestens nach drei Monaten zu widerrufen, soweit nicht die oben genannten Erforder- nifse einer Verlängerung de? Frist als vorliegend erachtet werden müssen. Auf jeden Fall muß spätestens drei Monate nach erteilter Bewilligung unter Hinzuziehung der Betriebsvertretung eine Nachprüfung der Notwen- digkeit einer verlängerten Arbeitszeit stattfinden. Die wesent- lichste Vorbedingung aber für eine Fristverlängerung muß der einwandfrei erbrachte Nachweis sein, daß auch vom Unter- nchmer alles im Rahmen des mit den gegebenen Mitteln über- buupt Möglichen geschehen ist, um den Betrieb rationell zu ge- stalten und d-e Produktion zu steigern. So wie die Arbeits- traft zu gesteigerter Leistung getrieben wird, muß auch das Kapital angehalten werden, fein Letztes zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands herzugeben. Der Staat darf dem Kapital keine Hand- habe bieten, sich auf Kosten der Arbeit zu schonen. Auch das Kapital muß zu intensiver Wirtschaft gezwun- gen werden, selbst wenn seine Besitzer sich von extensiver Wirtschaft den größeren Profit versprechen. Die Ausführungsbestimmungen zum Z 6 der Arbefts, zeit- Verordnung werden zu einem Prüfstein des ehrlichen Willens der Regierung. Hier hat sie zu zeigen, ob es ihr wirklich nur um die wirtschaftlich zweifellos notwendige Berbilligung und Steigerung der Proouttion zu tun ist, ohne deshalb die sozialen Errungenschaften der Arbeitenden mehr als absolut notwendig einzuschränken, oder aber ob sie als willsähriges Instrument des Unternehmertums dieses in dem Bestreben, alle Lasten des verlorenen Krieges und des Wiederaufbaues und die ganzen Unkosten des deutschen Wirtschaftsschlendrians den Arbeitern und Angestellten aufzubürden, unterstützen will. Reichstag am 20. Februar. Der A c l t e st e n a u s s ch u ß des Reichstags beschloh am Montag, daß der Reichstag am Mittwoch, den 20. Februar wieder zusammentritt. Für den Fall, daß die Verhandlungen zwischen den Reichstagsfraktwnen und der Regierung über die dritte Steuernotverordnung und die Frage der Auswertung von Forderungen bis dahin zu einem Ergebnis geführt haben, wird sich das Plenum des Reichstags dann zunächst mit dieser Materie befassen. Sollte jedoch eine Einigung über diese Fragen im Lauf« dieser Woche nicht zu- stände kommen, so wird Reichstagsprästdent Löbe den Ael- Das kleine Kaliber. Don Lena. Es gibt ein« schöne Stadt im Herzen Deuffchlands. Da haben manch berühmte Leute gelebt. Da ist auch einmal«In Fürstenhof gewesen. Kein Wunder, wenn man dort die Tradition ehrt, d. h. die der vornehmen Kreise. Proletarier haben ja keine Tradition.... Man pfeift gesinnungstüchtig alle Bühnenstücke aus, weiches immer ihr dichterischer Wert sei, sowie«ine fürstliche Person darin er- scheint, die nicht von Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Edelmut trieft, sondern diese oder jene menschlich« Schwäch« zeigt— so etwas darf doch bei Fürstlichkeiten nicht vorkommenl— Und man läßt es sich angelegen sein, kulturelle Einrichtungen von Bedeutung zu schaffen, an denen unsere auf soziale Nöte und Bildung breiter Volksschichjen viel zu sehr eingestellte Zeit achtlos vorübergeht. So gründete man im Vorjahr sehr zeitgemäß«inen Tonzklub, der sich di« Bcran- staltung von Tanzturnieren als besonderes Ziel setzte, und gegen- wärtig hat man, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen,«inen Kleinkaliberschießllub ins Leben gerufen. Kann es Wichts- geres geben in dieser Zeit? Unnütz zu sagen, daß wieder eine Reihe von Namen solcher, die vornehme Tradition pflegen, an der Spitz« der Vereinigung stehen, und daß sie in einem klaren Programm Auf- gaben, Notwendigkeit und Nützlichkeit des Klsinkalibers nachdrück- Eich begründen. Diese Notwcndigkelt und Nützlichkeit muß jeder begreifen, der nicht flüchtig und unverständig ist wie mein Freund Fritze Ahnungslos. Aber mit dem ist eben nichts zu machen. Wißt ihr, was Fritze gestern zu mir sagte, als ich ihn auf der Straße traf?— Wie denn das gemeint sei mit dem Kleinkaliber- schießklub? Und wie das klein« Kaliber der Mitglieder festgestellt werde? Ob sie körperlich oder geist'g kleines Kaliber haben müßten? Er wolle sich nämlich zur Aufnahme melden, wisse aber nicht, ob er den Ansprüchen genüg«. Er sei doch von mittlerer Statur, und geistig sei er auch wohl Mittelmaß, meinte er. „Nana, Fritze!' sagte ich. Ja, fährt Fritze fort, es sei doch eigentlich«in gkänzender Ge- danke, die Menschen auf ihr Kaliber hin zu prüfen, geistig meine er, denn körperlich Hab« man«s ja schon immer gekonnt von der Zell an, als jener König von Preußen seine geliebten„langen Kerls' um sich sammelte zu einer Elitetrupp«, und später, als das'„Garde- maß' zuip Eintritt in das vornehm« Regiment berechtigte. Aber geistiges Gardemaß habe man bisher doch nicht überall verlangt, wo es eigentlich wünschenswert gewesen wäre, bei regierenden Herren. Heerführern und Diplomten zum Beispiel, usw., usw. Fritze Ahnungslos kam wirklich vom Hundertsten in» Tausendste; aber dann meinte er, es wurde eine hübsche Ordnung in der Mensch- heit geben, wenn man die Menschen überall nach ihrem geistigen Kaliber in Klubs sortierte, da kämen die paffenden Leute zu- samme», wie es sicher der Fall sei in jenem neubegründeten Klein- kaliberschießklub, und dann könne man auch weiter die Menschen sehr hübsch und angemessen in die verschiedenen Berufe und Aemter verteilen. Die deulschvölkischen Volksvertreter und Redner müßten durchaus von den Kleinkalibsrleuten gestellt werden. Auch Kommu- nisten seien sie für gleiche Zwecke zu empfehlen. „Fritze, wie willst du aber immer das Kaliber feststellen?' fragte ich, und er gab mir kleinlaut zu, daß das freilich recht schwer sei, selbst unsere vielen Examina genügten da nicht. „Aber du wirst mir zugeben, daß es ein« groß« Aufgabe istl' rief er begeistert,„und jene Leute vom Kleinkaliberklub haben sicher schon das Mittel gefunden.' Vielleicht hatte er Recht. .Wählst du selbst denn da» große oder da» kleine Kaliber, Fritze?' fragte ich etwas boshaft. Aber Fritze gehört zu jener Sorte Berliner, di« immer Witz« machen müssen von der Art, di« man sonst nach der Steckt Kölau benannt«, die in alter Zeit durch gute Stieselwichs« und schlechte Witze berühmt war. Wso Fritze zog sich mit einem Kalauer aus der Affäre. Er zeigte auf ein gerade vorübergehendes, besonder» hübsches Mädchen von besonder» kleiner Statur und sagt«: „Weißt du, beim weiblichen Geschlecht lab« Ich jedenfalls körperlich das klein« Kaliber lieber und lasse das große schießen, auch wenn e» keinem Schießklub angehört und ich auch nicht.' Ja, solche Antworten gibt einem Fritze ahnungslos, ober bannt hat er leider die bedeutsam« Frag« nicht gelöst, denn schön wäre es ja wirklich, wenn man immer das geistig« Kaliber feststellen könnt«, ehe man«inen Menschen an irgendeine Stelle stellt. Be- sonders vor den Reichstagswahlen wäre es nützlich. fius MacSonalös �ugeaö. Der neue englische Premierminister Romsay Macdonald hat sich au» einfachsten Anfängen zu der weltpolitischen Stellung emporgearbeitet, in der er jetzt die Geschick« des britischen Wellreichs b«> stimmt. Ii' Lossiemouth. einem Dorf in Schottland, gebomn, fand er zunächst als Landarbeiter Beschäftigung. Aber bald?om der junge Mensch noch Bristol, und da es ihn nach einem nach größeren Schauplatz zog, so wanderte er zu Fuß. fast mittellos, nach London, dessen Straßen wie er träumte mit Gold gepflastert seir mühten. Doch statt des Golde» fand er auf den Londoner Straßen zunächst nur Hunger und Entbehrung. Ein« eindrucksvolle Erzählung von dieser ersten Londoner Zeit hat er selbst in einer englischen Zeit- schrift veröffer tlicht.„Ich kannte keine Seele m London, als ich ankam,' sagt er,„und ich verbrachte einige Wochen damit, die An- aeigelispalten der Zeitungen zu studieren und eifrig nach einer Be- schästigung zu suchen. Wenn ich io mit leerem Magen durch die Straßen irrt«, da beneidet« ich die Zeitungsjungen, di« mit so frischer Kehle ihre War« ausriefen, md blickte ehrfürchtig zu den Omnibus- schaffnern auf, deren Benehmen ich eingehend studiert«. Ich wäre auch gern Omr.ibusschaffner geworden. Aber da war nicht anzu- kcmmeo. Do ich mit meiner Miete im Rückstand war und trotz größter Sparsamkeit alle mein« Barmit.el ausgebcauchl hatte, so wae ich froh, daß ich eine Zeitlang als Adressenschreiber 10 Schillini die Woche verdiente, und es war für mich ein weiterer beträchtlicher Fort- schritt, als ich eine Stellung bekam, in der ich 1ö Schilling die Woche bekam. Eir ganzes Jahr lang bestoick nun meine Arbeil vorin, in einem Keller bei schiech.er Beleuchtung Fakturen auszuschreiben. Aber von Nichts zu 1ö Schilling in der Woche war für mich«in großer Erfolg. Dieses Jahr, da, ich in dem Keller verbrach!«, war ein Triumph für mich, denn ich konnte mich mit den 15 Schilling nicht nur selbst ernähren und kleiden, svnderr ich bracht« auch noch di« nötigen Mittel aus. um Borlesimger an verschiedenen Instituten und am London College zu besuchen, und ich spart« noch genug Geld, um meine Ferien zu Hause in Schottland zu verbringen. Wie ich da» o> stellte? Nim. ich löst« das Problem, mit üv bis KV Pfennigen am Tage auszukommen Ich kaufte mir mein Essen selbst bei de» Stroßenhöndiern: aber mein Hauptnahrungsmitlci. Hafermehl, ließ ich mir aus Schottland schicke», vcn wo ich es viel billiger bekam. Solch«in Luxus, wie Tee und Kasse«, war sür mich nicht vorhanden. Aber ich bekam bald heraus, daß heißes Wasser ganz dieselben Dienst« leiste? tonnte wi« Tee und fast ebenso gut schmeckte. Zu Mittag aß ich für 20 bis ZV Pfennige in einem tieinen Speifchaus; aber ich muh sagen, daß ich fast immer satt wurde. Me.ne Arb-ilszeit im Geschäft begann um 8 Uhr morgens und dauert« bis 6 Uhr äbenss. Aber mein Arbeitstag fing schon um 4 Uhr an. denn so früh sing ich schon mit dem Siudiun: der notionalokonomisehen und poli ilchcn Tinge an die mich irteresjierten. und da ich am Abend Vcriesun>en besuchte, so kam ich nicht vor 11 Uhr in» Bett.' Nach diesem ersten Lohr in London, das die Grundlage zu Macdonoids Lüsstieg bildete, fand er dann ein« Stellung als Prioatstkretär de» erflen Sekre. iär» des National Liberi* Club und kam nun ir jene Kreise, von denen seine politijche Laufbahn ausging. Ein Eskimo-Film. Kaum ein anderes primitives Volk ist so oft und so gut beobachtet und in seinen Citren und Gebräuchen in lesbaren, ja interessanten Büchern festgehalten worden wie die Eskimos.(Vielleicht gibt es soviel Bücher über sie wie Eskimos selbst.) Aber was ist die packendste Schilderung und genaueste Be» schreibung gegenüber dem unmittelbaren Leben, wie sie uns der Film vorzaubern kann! Die anderthalb Stunden, die man bei der Erstaufführung des berelts außer Deutschland wel'bekannicn Eskimo-Fiims„Nanu k' im Theater am Nollendorf» platz verbrachte, waren vcn einer Spannung und Freude an, Mit- erleben erfüllt, daß man wirklich darüber die deutschen Sorgen völlig oeraaß. Eine Fllmexpedition hat 1Z Monat« im nördlichen Kanada ae- arbeitet, unter vielerlei Strapazen und Schwierigteiton, um die Ausnahmen für dies« einundeinhalb Stunden zu erjagen. Um ein« Szene— die Walroßjagd— vor den Apparat zu bekommen, mußt» sie sechs Wochen auf einer entlegenen Insel verbringen. Dafür Ist denn aber auch da, mühsam«, harte Leben einer Eskimostunili« mit einer Naturtreu« und Frische erschlossen worden, dt« besspiel. lo» ist. Nie denkt man daran— daß man es nicht merken darf, Der Nimchener Kommuniftenprozeß. München. 11. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Das Urteil in dem Kommunistenprozeh lautet für Steinfurth und Kam- merer auf zwei Jahr» Zuchthaus, während die übrigen Angeklagten mit kleineren Zuchthausstrafen, die in Gefängnisstrafen umgewandelt wurden, davonkamen. Zwei der Angeklagten erhielten f««in Jahr Festung, zwei weiter« wurden freigesprochen. In der Urteilsbegründung heißt es, daß«s den Angeklagten mit ihren ge- planten Sabotageakten in der Hauptsache aus«ine Verhinderung der Reichsoxekutive in Sachs«!! und Thüringen ankam und erst in zweiter Linie auf die Errichtung der proletarischen Diktatur. Nstheubüchcr verklagt Kahr. München, II. Februar.(Eigener Drahtbcricht.) Der General- staatskommissar Hot in der Begründung s«ines Verbots der bekannten Rothenbüchcrschen Schrift behauptet, die Schrift enthalte grobe U n- Wahrheiten und tendenziöse Entstellungen. Profesior Rothen- büch«r hat g«gen Herrn v. Kohr Strasantrag auf Grund der 8Z 185 ss. des Strafgesetzbuches gestellt. Eine geborstene OrdnnngSsänle. München. II. Februar.(Eigener Drahtb«richt.) Gegen den Präsidenten des Amtsgerichts München, Riß, eine der bekanntesten christlichen Ordnungssäulcn in München, sind schwere Beschuldigungen weqen Unterschlagungen in seinem Amt als Vorsitzender von mehreren karitativen Vereinen erhoben worden. Auf Kosten armer Zöglings in Erziehungsheimen füllte der Herr Präsident, so lautet u. a. die Anklag«, ein üppiges Wohlleben. Der Disziplinarhos für richterliche Beamte hat nunmehr in zweiter Instanz das Urteil gs- fällt. Es lautet auf«ine Geldstrafe von 50 Goldmark und gibt dem Iustizminister auf Grund des Z 8 des richterlichen Disziplinar- gesetzcs das Recht der Strafversetzung. Der Gencralstaatson- walt hatte, wie in der ersten Instanz der Oberstaatsanwalt, Eni- l a s s u n g aus dem Amte beantragt. Wenn man in Betracht zieht. daß die Disziplinorkammer als erste Instanz trotz des erdrückenden Belastungsmaterials gegen Riß nur einen Verweis aussprach, kann man von einer außerordentlichen Verschärfung des Urteils durch die zweit« Instanz sprechen, so daß der Präsident Riß für die Oessent- lichkeit gerichtet erscheint._ Dänemark unö Deutscklanös Not. Rede SckieidcmannS in Kopenhagen. Kopenhagen. 11. Februar.(WTD.) Auf Einladung der dänt- schen Studentengesellschaft hielt der frühere Reichskanzler Scheide- mann gestern nachmittag hier einen längeren Vortrag über die deutsche Rot. In der außerordentlich zahlreich besuchten Der- sammlung, in der alle Kreis« t-er Bevölkerung vertreten waren, befand sich auch der deutsche Gesandte von M u t i u e. Der Vorsitzende der Studentengesellschaft, Frisch, begrüßt« Scheidemann mit herz- lichen Worten als treuen und langjährigen Freund Dänemarks. Echeidemann begann feinen Vortrag mit einer Schilderung der deutschen Rot im allgemeinen und ging sodann im einzelnen auf die U r s a ch« der Notlage der deutschen Wissenschaft ein. Die Haupt. ursach« diese, deutschen Unglück» sei dos Berfailler Diktat. Dieses fei Deutschland ausgezwungen worden mit der Behauptung, daß es die A l l e i n s ch u l d am Kriege habe. Dies« Behauptung müsse auf dos entschiedenst« zurückgewiesen werden. Deutsch- land habe seine geheimen Archive geöffnet, die Entente habe diese Forderung bisher jedoch abgelehnt. Erst wenn auch die Entente ihr« geheimen Archiv« der Oesfentlichkeit zugänglich gemacht haben werde, werde man ein wahres Bild von der Kriegsschuld erhalten. Die Hauptsache sei, daß nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa unter dem Berfailler Diktat zu leiden habe. Deussch- land seien die furchtbarsten Lasten auferlegt, nachdem man ihm ein Achtel seine» Landgebiets, ein Viertel feine» wichtigsten Rohstoff. gebiet» und dann noch die Kolonien weggenommen habe. Redner ging dann auf die ungeheuren Besetzungstosten im ein- zelnen ein und erklärt«, daß das Berfailler Diktat unter den jetzigen Umständen trotz des guten Willens de» deutschen Volkes unerfüllbar sei. Zum Schluß richtete Echeidemann«inen warm empfundenen ist s«lbstv«rständkich—. daß irgendwo«in Opera-«ur dabei war. Wie diese klein« Mcnschengrupp« in voller Einheit mit der Natur, ganz angepaßt an die Umwelt, unerschütterlich den Kamps ums Dasein in Winteröde und Eiseskäite, oft vom Hunger bedroht be- steht, das ist bewundernswert und ermutigend. Wir sehen sie bei der Arbeit des Botebauens. wir foiren ihnen aufs Wasser, auf ihr« winterlichen Jagdwanderungen durch die aufgetürmten Schncemassen, wir sind Zeugen ihrer großen Geschicklichkeit bei der Wairoßjagd oder dem Seehundfang(unterm Schnee und Eis des zugefrorenen Meeres) Nichts aus ihrem Leben bleibt uns fremd: sie erbauen ihr« Schneehint« vor unseren Augen, sie ziehen sich darin nackt aus, um unter ihren Pelzen zu schlafen. Ihre treuen Gefährten, die Hunde, werden'uns familiär: in einer«rzreifenden C�ene werden fi« das Opfer eines Schneesturms, der sie langsam »udeckt.... Und trotz allem, wie sie dies« Kinder der Natur, deren schwarz« Haare so felisam kontrastier«» mit ihrer weißen Welt, so fröhlich und lebensmutig! Der Film, der täglich auch in der Urania gezeigt wird, Ist in seinen Ergebnissen wie Voraussetzungen ein« Höchstleistung, die wieder einmal Zeugnis ablegt von dem. was d«r Film sein kann. d. wieder ein Hellseher enklarvk. In der Berliner Pspchologiichrn Ges.llschaft wurde der Bericht de» Juristen Virnbgum über sein« Erlebnisse mit dem Wundcrmann Reese«rlesen. den uns einig« «benso unwissende wie schlecht beobachtende Fölch«tonis!«n gewisser WelibläUer vor einigen Jahren al, Hellseher anpriesen. Birn- bäum, der anfangs auch düp'ert worden war, aber durch die gewinn- süch'igen Absichten des Reese stutzig geworden war. wandt« das nächste Mal besondere Vorsichtsmaßnahmen an und konnte nun einroandsrei nachweisen, daß der natürlich auch von P os. Schrenck- Notzina approbierte„Hellseher" ein ganz gewöhnlicher Schwindler ist. Erstaunlich ist dabei, daß dieser nur i» seiner Chuzbe und in seiner Spekulation aus die Dummheit der allzu wundergläubizen Zest-Ttnossen oußerordent'ich« Hochstapler einen urallen Trick be- nutzte, auf den alle diese Reklame-Impressionisten hereinfielen. Der p p. Reel« schob un'er die Zettel» die«r hellseherisch lesen st Hie einen wischen und las m-wischen den folgenden echten unterm Tisch. Das machen zum Jux halbwegs pfiffige Jungen. Di« große Weit aber ließ sich damit Himers Licht führen und strpst« dem Pseudo- Professor die Tis-ben mit Gold Da» fchlimmst« aber war. daß«in groß'r Teil der Press«, um ja sensationell zu sein, den Schwindel unterstützt«. Photo~ ruiicanuv-• de« Vogelzüge««. Donner«tog« llbr beginnt Proteisor 85 e q e n« r einen v'ertivudigen ZyNu« aber.Indien'. Freitag » Uhr w'.ilbt P'vl- SchSnichen aber.Naturdenkmäler au« der lier- und Pflanzenweit» und um« Nbr Dr.». Kaftoa übei .«cue tlnlchauuugeu g»,, Welden«nierer iS i t» e r u n g „LcnwM". Die bolschewttztsch«« Gonvernemnitldebbrden in Atui- dir««,(xi«eburttftadt Lenin«, deschlollen. dt« Stadt t» Leninek um- Dank an Dänemark für die Deutschland bisher geleistet« Hilf« I und schloß mit de? Bitte um weitere materiell« Unterstützung gegen die Rot und um moralische Unterstützung in den Bestrebungen für eine Revision des Versailler Diktate. Der Dortrag wurde mit lebhasicstem Beifall aufgenommen. Danach sprach der Vorsitzende der dänischen sozialdemokratischen Partei. S t o u n i n g, und empfahl aufs wärmste, das dänische Hilfskomitee in seiner Arbeit für die Linderung der deutschen Not zu unterstützen. • Ruhige Kammerschung. Varls, 11. Februar. Die Kammer verhandelt« heut« nach- mittag über Artikel 2 des Gesetzentwurfes betreffend die Durch- führung von Ersparnissen und die Erschließung neuer Steuer- quellen. Der Artikel sieht vor, daß bi» zum Schluß de» Haushalts- jahres 1324 in der Swatsverwaltung kein« neuen Stellen gesch-efstn und kein Personal eingestellt werde, abgesehen von drin- genden Ausnahmefällen, die durch Verordnung unter Gegenzeichnung des Ministerpräsidenten und de» Finanzministers geregelt werden sollen. Der Zlbg. Dovier-Laplerr« verlangt die Streichung de» gesamten Artikels, dessen erst« Hälft« er für gefährlich hält. Der Kammer müsse die Entscheidung über die Zweckmäßigkeit ge- wiff.'r Stellen allein überlassen bleiben. Di« Volksvertreter könnten die Beamten nicht der Willkür oder den Schikanen einer Regierung aussetzen, die sich des Artikels gegen diejenigen bedienen würde, die sich diesem oder jenem Stichwort nicht füg!«». Der Finanzminister hält dem Redner entgegen, daß es sich in keiner Weise darum Handel«, die statutenmäßigen Recht« der Beamten anzutasten, sondern darum, die Einrichtung neuer Stellen zu oerhmdern. Gegen den Artikel sprach auch de? Abg Leon Blum. B«i der Abstimmung über den Antrag Booier-Lapierre wird dieser mit 560 gegen 182 Stimmen abgelehnt. Die Kammer erledigt« weiter«ine Reih« von Abänderungs- antrügen, u. a. einen Antrag gegen die Subvention der Handels- s ch i f s a h r t vcm Abg. B o u i s s o n. der mit 573 gegen 200 Stim- men abgelehnt wird, nachdem der Finanzminister di« Der- tran«ns frage gestell. hatte. Di« nächste Sitzung findet morgen vormittag statt. Rusilsthe Gefängniffe. Selbstmordversuch eines bekannten Kommunisten. Der bekiniute russische Kommunist Miasnikoss hat Mitte Januar im Gefängnis den Versuch eines Selbstmordes begangen. Im letzte« Augenblick wurde er aus der Schlinge befreit und ist am Lebcu geblieben. Um die Bedeutung der vorstehenden Nachricht zu würdigen, muß man die Geschichte dieses interessanien Menschen vor Augen führen. Miasnikoss, ein Metallarbeiter der Uralindustrie, ist Kommunist seit 15 Jahren und gehörte zur Kcrntruppe der Leninschen Partei. In den Jahren des Bürgerkrieges war er, wie die meisten kommunistischen Arbeiter, von Illusionen und überspannten Hoffnungen beseelt:« war an der Front energisch und heroisch tätig. Er war es aber auch. der den Großfürsten Michael(de» letzten Zaren Bruder) im Sommer 1V18 erschossen hat. Nachdem aber die Bürgerkrieg« beendet waren und die neu« t a p i t a l i st i s ch- kommunistisch« Politik der Sowset» regierung einsetzte, war Miasnikoss, wie auch viele andere kommu» nistische Arbeiter, für eine derror'stische Politik nicht mehr zu haben. Er richtete einen Appell an de» Parteivvrstand, die alten Methoden der Schreckensherrschaft aufzugeben:„ihr verhaut die Bourgeoisie und wir Arbeiter verbluten dabei". Für derartiges Auftreten wurde er zuerst nach dem O st en verbannt: da er aber auch hier di« Unterstützung verschiedener Gruppen sich gesichert hatt«, wurde er zu» erst nach Moskau zurückberufen und verhaftet und schließlich nach Deutschland in«ine sowjetrussische Handelsvertretung b e- fördert. Im Herbst 1323, mit Erlaubnis seines Parteivorstand«», kehrt« er nach Moskau zurück. Diese Rückkehr hing damit zusammen, daß Miasnikoss„angesichts der bevorstehenden deutschen Revolution" für Beilegung des inneren Parteistreit» glaubte eintreten zu müssen. Es dauert« aber nicht lang«, und er kam wieder ins Gefängnis, um hier schließlich- seinen schrecklichen Entschluß zu fassen. Ueber die Diktatur und den Terrorismus der russischen kommu« nlstischen Partei reden diese Ereignisse eine so deutliche Sprache, daß es sich wirklich erübrigt, noch«in Wort �»zuzufügen. Begnadigung weißgardislischer OMzlere. Di« Sowsetregierung hat den zum Tove verurteilte,! weißgardistiichen General Pepel» j a e w und seine 20 Anhänger begnadigt. Die Wahlen in Thüringen. Fort mit dem Ausnahmezustand! I. Weimar II. Gera Iii. Meiaingeu IV. Aivstadl Sozialdcm. 3« 200(3 Sitze) 6(i 011(5.) 46 200(3. i 40 683(5.') Völkische 17 300(11 24 662(2) 13582<1) 21 249(1) Weimar. 11. Februar.(Eigener Drahtberichk.) Vach dem vorläusigca amilichen Ivahlcrg bui» haben die Darteisn folgende Siimmenzahlen aus sich vereint und dementsprechend folgende Man. dal« erhallen: "'S" 38 600(3) 110 800 lS) 29 876(2) 91 966(7) 32 558(2) 93 500(7) 50 171(4) 88 335(7) Auf die Landesliste enisillen außerdem für die Sazialdemokralen und Kommunisten je ein Mandat, für den Ordnungsbund zwei Man. dal«, für die völkischen ein Mandat. Zlbgrgeben wurden insgesamt 803 215 Slimmen. Davon ent. fallen auf dl« VSPV. 183 094(15 Sitze), LPD. 149 205(12 Sitze), Ordnungsbund 38 1 601(32 Sitze). Völkisch« 76 793(6 Sitze), Freier Wirischastsbund 3326(0 Sitz). USP. 6196(0 Sitz). Dem neuen Thüringischen Landlag, der versassungsgemäß zehn Tage nach den Wahlen zufammenlcelm muß. werden solzende Mit. gi'iedcr angehören: Aus dem ersten Wahstreis die Sozialdemokraten Leder- Jena. K i e ß- Jena. Böhme. Weimar; aus dem zweiien Wahlkreis Minister Frölich. Weimar, Minister Ereil- Sera. Gründlcr Greiz; aus dem drillen Dahikrci» Minister her- mann-Weimar. L ä r h- Stünach. Reanerl-Meini.'.gea: au» dem vierlcn Wahl?:«!» Finanzmluifler h o r l m a« u. Weimar, Staalsral V l e li g k-Gehren. Staatsrat B r il l. Weimar, von den völkischen wird der bekannte onii'emUischz Azilotor Dr. Arthur Vinter mit ter„Sünde wider da» Vlnk" künf.iz da? thüringische Parlament zieren. Die Demokra en entsenden dte drei bisherig:,, Abgeordurle,, Dr. Krüger, Frl. Dr. Schultz and Profcssor Dr. V o s e n l h a l- 2cna. Vom Lindl und sind gewählt dcssen thüringischer Führer H oeser und Dr. Weratck, von der Deutschen VolkTportet Dr. Willmann und der ehemaiige Minister in Son. dershausrn. Dr. Daum; neu in den Landleg zicht der keiner Parlet ungehörige Vorsitzende de» Deutschen veam.enbuudes. Slu'.ienrat Kühn. ein. Unter den gewählten Kommunisten be'indcn sich die bisherigen Abgeordneten Zimmermann. Sorsch, Neu- b a u e r, Tenne r, G e i l n e r. Bischof und Borchardt. Die 32 auf die Liste de» Ordnungsbundr» gewähllen Alzeard- neken verteilen sich etwa wie fo'zl: 8 Deutsche Volkspar- teiler(bisher 3), 5 vealfchuolionalc(bisher 4), 12 Land. bündler(birher 10). Z Demokraken. 2 B-rlrelcr von hiud- werk und Wirtschaft sowie 2 Vertreter auderer Berussstände. « Der ungekrönte König Thüringens, General Hasse, In dessen Borzimmer bekanntlich ein riesiges Hakenkreuz-Wahl- Plakat prangt, offenbar um die republikanische Zuverlässigkeit der Reichswehr zu demonstrieren, bat also auf der ganzen Linie ge egt. Die„rote" Mehrheit Thüringens ist beseitigt und in allen deutschnationalen Blättern wird dieser Triumph über- schwänglich gemeiert. Wenn Generai H�sse nicht iehr bald befördert"wird, dann gibt es eben keinen Dank im Hause Geßler. Dennoch glauben wir, daß manchem alten deutschen General bei genauerem Nachdenken nicht übermäßig wohl zumute sein wird, wenn er die Aufgaben, die einst der deutschen Wehrmacht zufielen, mit denen vergleicht, die der heutigen Reichswehr auf- getrogen werden. Uno wenn sich gestern die Herren in der Bendlerstrahe gegenseitig dazu beglückwünschten, daß sie das operative Ziel voll erreicht haben, das General Hess? in seinem von uns zitierten Bericht so deutlich gekennzeichnet hatte, näm- lich die Erzwingung einer Regierungsmehrheit des Bürger- blocks, so müßten sie doch noch einer objektiven Prüfung des Erreichten einsehen, daß solche„Siege" mit mathemotischer Gewißheit zum Untergang Deutschland» führen müssen. Denn das wichtigste Kennzeichen des thüringischen Wahl- ergebnisses ist ja viel weniger die Schwächung der Sozialdemo- kratie, als das beträchtliche Anwachsen der beiden extremensslügelporteien. Wenn sich diese Tendenz in ganz Deutschland verallgemeinern und mit der Zeit von Wahl zu Wahl verstärken würde, dann würde das über kurz oder lang bedeuten, daß in Deutschland eine vernünftige Politiküberhouptnichtmehrmöglich wäre, son- dern nur noch«in gewaltsames Austragen der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Gegensätze zwischen den Dolschewlsten von rechts und links. Ist es übrigens nicht bezeichnend, daß gerade d i e Parteien am besten abgeschnitten haben, die Gene» ral v. Geeckt als Obermilitärbefehlshaber mit einem Federstrich verbieten zu können geglaubt hatte? Allein diese Tatsache bedeutet eine schwere politsche Niederlage für die jetzigen Inhaber der Exekuiivgewal: Es Ist eine alte internationale Er» Ehrung, daß d'« Sympathien breiter Schichten de» Volkes sich immer instinktiv denen zuwenden, die Gegen» stand einer politischen Unterdrückung sind. So war es in Deutschland unter dem Soziali st engesetz und, um ein Beispiel aus neuerer Geschichte und au» einem anderen Lande zu nehmen, sei hier an die Verfolguekgen erinnert, die die Regierung Poincar� zu Beginn der Ruhr- besetzung gegen die französischen Kommunisten ein- geleitet hatte. Damals, Anfang Januar 1S23, war die KPF. in voller Auflösung begriffen, ihr Absterben war nur noch ein« Frage von Wochen. Die Verhaftung von Cachin und Genossen, ihre Stellung unter chochverrotsanklage bedeutete ihre Aus» erstehung. Und es wird erzählt, daß der zynisch« und witzige Abgeordnete Mandel bei der Nachricht dieser Verfolgungen in den Wandelgängen der französischen Kammer höhnisch aus» rief:„Poinears kann eben ohne Kommunisten nicht regieren. Er b r a u ch t sie, und weil er sich vor ihrem Verschwinden fürchtet, flößt er ihnen aus diese Art neue Lebenskraft ein!" Es soll zwar hier nicht behauptet werden, daß ähnlich« Gedankengänge bei dem Verbot der deutschen Kommunisti» schen Partei mitgespielt haben, denn für so machiavellistiich halten wir dieselben Reichswehrgeneräle nicht, die sonst bei fast jeder Gelegenheit beweisen, wie wenig sie den einfachsten poli» tischen Aufgaben gewach-en sind. Gewiß ist der Reaktion die Sozialdemokratische Partei, die streng aus dem Boden der von ihr selbst milgestlxisfcnen Reichsversassung steht und jede Gewaltpolitik ablehnt, ein viel unangenehme» rer und hasse nswerterer Gegner als die Kommu» nistischc Partei, die scheinbar idre Lebensaufgabe darin erblickt, dem Bürgertum Borwünde für einen bewaffneten Schutz zu liefern. Trotzdem können wir nicht glauben, daß es die Reichs» wehr bewußt darauf abgesehen hatte, die Kommunisten aus Kosten der Sozialdemokratie zu stärken. Wir müssen aber leid?? feststellen, daß die Wirkung der ganzen Reichswehr- Politik in Thüringen und im übrigen Reiche keine andere sein konnte als die Stärkung der Kommunisten. A e h n l i ch verhält es sich mit den Deutfchvölkischen, ob- wohl manche Anzeichen dafür sprechen, daß gewisse Reichs» wehrstellen trotz aller Verbote von oben heimlich mit einer Par» tei sympathisieren, d;e sitz auf dos Protektorat und die Führer» schaft eines Ludendorff berufen kann. Aber die einzige sicht» bare Wirkung der Ausnahmebestimmungen nach dieser Seite war. außer der Stärkung der Völkischen agf Kosten der Deutsch» nationalen. ein„ Masscnabwanderung der Haken» k r e u z l e r aus ibren verbotenen Verbänden in die fogenann- ten„legale n" Organisationen. Gerade in Thüringen sind jetzt der„Stahlhelm", der„Werwolf", der„Iungdentsche Orden" und ähnlich«„legale" Verbände mit Hakenkreuzlern ge» füllt, die darin ihre eigenen Zellen und Gruppen bilden und den alten Stamm mit ihren Ideen systematisch und erfolgreich ansiecken Das ist der andere„Erfolg" des Belagcrungs- z"stondcs. Wir meinen, daß dem Relchswehrminister Dr. Geßler. dem alle diese Erscheinungen ebenso gut bekannt sind wie uns, allmählich vor den Folgen setner„Siege" bange werden dürste. Er selbst hat aber erst vor wenigen Tagen in Weimar erklärt, daß nach der Wahl in Thüringen der Belagerungszustand wohl endlich ausgehoben werden könnte. Wir erwarten be- stimmt, daß er dieses Versprechen nunmehr erfüllen wird, nicht allein wei' es sich um ein'Versprechen handelt, sondern auch, weil das Watzlresultat selbst am deutlichsten illustriert, wie politisch unsinnig und für Deutschland ver- hängnisvoll das System des Belagerungszustandes ist, welches noch vierundelnhalb Monaten solch« Ergebnisse auf- weist, wie die Ansttzwellung gerade derjenigen Parteien, die sich zum gewaltsamen Sturz der Reichsverfassung bekennen. Gewerkschaftsbewegung Perfonalabbau und Betriebssicherheit der Reichsbahn. Bom Borstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes mirb uns geschrieben: " Die Abbauverordnung hat zahllofe Eristenzen, die auf die Zu ficherung einer gesicherten Stellung, durch Gefeße und Berordnungen geftigt, aufgebaut waren, zerschlagen. Die Deffentlich Beit zeigt wenig Intereffe für den Ruin zahlofer Familien. Millionen müffen feiern. Die fyftematische Hehe in der bürgerlichen Preffe gegen die Staats. betriebe und ihr Personal hat mitgewirft. Diefe Gleichgültigkeit ber Deffentlichkeit tann leicht gestört werden durch die starte Berminderung der Betriebsficherheit im Eilenbahnverfehr. Bir betrachten es als ein Gebot der Pflicht, die Deffentlichkeit und vor allen Dingen die Fachleute auf die trohende Gefahr hinzuweisen, damit Abhilfe geldhaffen werden kann, ehe Gesundheit und Leben der Mitbürger gefährdet find. Die Gründe für die wachsende Betriebsunsicherheit liegen flar zutage. Die planlosen Abbaumaßnahmen werden in einer Form durchgeführt, die sich in ihrer Gefährlichkeit von ten Laien noch nicht erfannen läßt. Bei Mitterungsumschlag und eintretender Erwärmung werden sich die unheilvollen Folgen bald zeigen. Dem Berfonalmangel glaubt das Reichsverkehrsministerium burch Berlängerung der Arbeitszeit abhelfen zu fönnen. Die tägliche Arbeitszeit foll( ab 10. Februar) u. a. auch in der Bahnunter haltung von 8 auf 9 Stunden, alfo um 12½ Broz, erhöht werden. Dieser Brozentsatz wirt aber bei der Gesamteinsparun Don Betriebs- und Bahnunterhaltungspersonal nicht erreicht, weil bei einem beträchtlichen Teil des Betriebsperienals der Verlänge rung der Arbeitszeit die bereits erreichte Hödystarenze der Schicht fange entaccenfteht. Abgebaut find vom Betriebsperfonal bisher 15 bis 20 Broz. und von dem Bahnunterhaltungsper. fonal etwa 26 Broz. In einigen Direktionsbezirken ift der Abhau noch weit ftärter. Die daraus entstehenden Nachteile werter verschärft durch die Witterunaseinflüfie des schneereichen Winters auf dem Gleisförner der El'enbahn. Die panze Bahnunterhaltunasarheit her fekten Monate bestand im wesentlichen im Smee. räumen. Die Bahnbewachungsbeamten fornten bisher ihrem Dienst nur bedingt nochfommen, meil der Samnee auf ten Streden und der Bahnhöfen in Maschinen höhe fan. Gs fonnten die Schrauben, Bolzen und Laichen, auf deren Gitte die Betriebssicherheit besonders beruht, nicht einwandfrei und zum Teil gar nicht nachreprüft werden. Durch ben Froft wird der Untergrund des Bahnförpers mil feiner Feuchtig. feit und feiner Bettung zu einer betonertia feften Maffe, der jede Elafti- ität fehlt. Ferner verleiht der Froft dem Schienen- und ( Reiseifenmaterial eine höchst unermünfchte Sprödiafeit, fo daß die Mönlichkeit für das Auftreten von Gleisidaten durch das Zusammen treffen biefer ungünftigen Momente erhöht wird. Der scharfe Froft moht beforbers bei den auf feuchtem Unterarund Cienenden und in hügelinen Gegenden dem Giderwasser ausgefekten Gleisstrecken die Entwässerungsfann'e unbrauchbar. Das durch den Gefrierprozeß fich ausdehnende Waffer schafft in dem Bahnförper Hohlräume, die fonenmien Frostbeufen. Mit Eintritt des Tauwetters peben diefe Froftbeulen noch, und das Gleis wird dadurch häufig aus feiner Richtung gedrängt, und die Betriebsaefahr Ht atut. Der Bahnunter. haltuna muß haber in der Frühjahrszeit. zumal ausreichendes umt ausoebilbetes Perional zur Verfügura stehen, um folchen Schäden in thren erfien Anzeichen abzuhelfen. Mird jeht aber der Berfonalstand der Bahnunterhaltung fo oeschmächt. bok er meit unter dem Friedensmaß lieat, dann ist feine Gewähr für die Betriebssicherheit mehr gegeben. Nicht nur das Eisenbahnperfonal, fondern bie gefamte Deffentlichkeit hat has Recht und auch die Pflicht, darauf zu drängen, daß der Kopfftard in ter Bahnunterhaltig nicht unter das abfolut erforderliche Mak herabfintt. Ein finnfefer Abbau muk fich geradezu fotaftrophol äußern. Und wir müffen schon heute erklären. daß die Schuld auf bas Reichsperfehrsminifterium zurückfällt. Hoffentlich lentt man ein, ehe es zu spät ift. Drohender Streif im Fuhrgewerbe. Die Fuhrherrerinnung hat dem Deutschen Berkehrsbund den Lohn- und Manteltarif für das Schwer. und Leichtfuhrwertsgewerbe zum 1. Februar 1924 gekündigt. Die Arbeitgeber verlangen bei gleichbleibendem Lohn eine Arbeitszeit von 10 innerhalb 12 Stunden; außerdem sollen sich die Arbeitnehmer ver pflichten, bis zu 6 Ueberstunden möchentlich zu leisten. Hinzu fommen zwei Stunden unentgeltliche Pferde. pflege an den Sonntagen, fo daß, wenn man bedenkt, bab von den zwei Stunden Bause mindestens täglich eine Stunde zu Arbeit verwendet werden muß, eine wöchentliche Arbeits. zeit von 74 Stunden verlangt wird. Weiter follen der Ur. laub in der Spiße von 12 auf 6 Lage, die Lohnzahlung bei Unfällen und Krankheiten nach§ 616 des BGB. bis zur Höhe von zwei Dritteln des Lohnes von drei Wochen auf eine Woche ab. gebaut werden. Damit noch nicht genug, follen auch die Rechte ber Betriebsräte, Dbleute und Bertrauensleute erheblich ein geschränkt und sonstige Berschlechterungen eingeführt werden. Ber. handlungen zwischen den Tariffontrahenten fcheiterten an dem Machtwillen der Arbeitgeber, die unbedingte Unterwer. fung unter ihr Diftat forderten. Da die Arbeitnehmer sich diesem unverschämten Berlangen nicht beugten, ordnete der Borstand ber Innung einen Lohnabbau von fünf Mart wöchent. lich an. Die Funktionäre, die sich mit diesem rigorofen, durch die Geschäftstage des Gewerbes nicht begründeten Borgehen beschäf tigten, forderten bis zur Ertscheidung durch den Schlichtungsausschuß die fofortige Burüdnahme des Dittats. Ist diefer Forderung bis morgen, Mittwoch abend, nicht entsprochen, merben bie Arbeitnehmer über die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen beschließen. Ausländische Lohnverhältniffe. Beranlaßt durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch Deutschlands mit feiner großen Arbeitslosigkeit, find in den letzten Monaten zahlreiche beutfche Arbeiter, vor allem Qualitätsarbeiter, ausgewanbert. Eines der Ziele diefer Auswanderung war vor allem auch Spanien, das die deutsche Arbeitstraft zu fchätzen weiß und dessen angeblich hohen Löhne den deutschen Arbeitsuchenden fodten. Üm ein Bild über die Lebenshaltungskosten und die in Spanien gezahlten Löhne zu bekommen, hat sich der Berband der Masinisten und heiser an das 3nternationale Arbeitsamt gewandt, deffen Berliner Bertretung nunmehr auch eine Antwort erteilt hat. Daraus ist zu ersehen, daß der Inder für die Lebenshaltung, verglichen mit der Borfriegszeit, zwar auch in Spanien von feinem höchsten Stand im Sommer 1920 mit 202,6 für Madrid und 220 für die Provinzen seitdem gesunken ist, aber das Jahr 1922 hindurch immerhin auf einer Höhe von 173 bzw. 183 fich bewegte gegenüber 100 vor dem Kriege. Auch noch heute ist das Leben in Spanien wie überall in der Welt bei weitem teurer als vor dem Kriege Die Löhne der fpanischen Metallindustrie schwankien im vergangenen Jahre für Schmiede zwischen 11 Befeten in Barcelona und 8 in Valencia, für Maschinenschlosser zwischen 10 in Barcelona und Biscaya und 8,50 in Balencia. Die innere Kauffraft dieses Geldes läßt sich leider an dem statistischen Material des JA. nicht feststellen, obwohl das das Wichtigste wäre für auswandernbe Deutsche; das wäre nur an Hand einer Preisstatistik möglich, und die fehlt leiber. Deshalb ist außerste Borsicht geboten, gerade Ländern gegenüber, die die deutsche Einwanderung zurzeit begünstigen. Denn alle jene Länder, in denen wirklich hohe Löhne gezahlt werden, haben die Einwanderung nahezu völlig unterbunden. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Vergleich der drei Länder Deutschland, Schweiz, Franfreich. Ein Ma. chinenseger, ber& B. zurzeit in Deutschland mit 30 M. in der Woche bezahlt wird, erhält in ber Schweiz 110 Franken und im Elfab ftellt er fich auf 180 franzöfifche Franten. Das Verhältnis ift alfo 1: 3,66: 6. Bezahlt man aber z. B. für ein Pfund Butter heute in Deutschland 2,20 m., fo foftet dies in der Schweiz 3 Fran ten, im Elfaß 10 Franten. Hier ist also das Berhältnis nur etwa 1:14:45. Aehnlich ist es bei Fleisch, das in Deutschland mit 1 bis 1.20 m., in der Schweiz mit 1.60 bis 2 Franfen, im Elfaß mit 4 bis 6 Franten bezahlt wird; Käse in Deutschland 1,50 m., in der Schweiz 1,80 Granfen, in Frankreich 4,50 Franken. Im allgemeinen läßt sich fagen, daß rein zahlenmäßig die Lebenshaltung in der Schweiz lange nicht boppelt so hoch im Preise ist wie in Deutschland, im Elsaß etwa vier. bis höchstens fünfmal so hoch. Das Lohneinkommen des Schweizers ist aber mehr als breieinhalbmal so hoch, und auch der Franzose lebt heute noch trop der Baluta verschlechterung und der dadurch bedingten Teuerung im Lande, an die fich die Löhne nicht anpaffen, mit einem fechsfach höheren Einfommen noch weit besser als der deutige Arbeiter, ber nach wie vor der schlechtest bezahlte Arbeiter der Welt bleibt. Beginn der Betriebsräteschule. Seute Beginnen folgende Kurse, an denen noch neue Rollegen und Kolleginnen( nicht nur Betrieberäte) teilnehmen tönnen: Bentrum: Sovbien- 2yzeum, Weinmeisterftr. 16 17. Staat und Mensch( 8 Ubr); Betriebsvertretung und Betriebsrätegefeß ( 8 11br). Achtung, BSBD.- Genoffen bes Siemens- Ronzerns! Heute nachmiting 4 Uhr in den Rino- Festsälen, Siemensstadt, Sjulstr. 4, Ber. fammlung aller BSPD.- Arbeiter und Angestellten. Sympathisierende Rollegen find einzuführen. Tagesordnung: Die politifde unb mittimaftliche Lage und die Reichstagswahlen." Referent: Genoffe Dr. Paul Levi, M. d. R. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, BSBD.- Schuhmacher. 8u den Borgängen in der legten Generalversammlung nimmt eine am Donnerstag, den 14. Februar, nadm. 5 Uhr, bei Braffer, Michaelfirchstr. 29a, ftattfindende Versammlung aller auf dem Boden der Richtung Amsterdam stehenden Kollegen Stellung. Es wird das Erscheinen aller Genoffen erwartet. Bartelausweis legitimiert. Der Werbeausschuß. Ausgesperrte Musikinstrumentenarbeiter! Seute, Dienstag, entfendet jeder Betrieb einen Funktionär zweds Entgegennahme von Informationen in der Beit zwifchen 9 bis 1 Uhr nach dem Bureau des Deutschen SolzarbeiterverBandes, Rungestr. 30. Auch die Mitglieder der Branchenkommission haben dort zu erscheinen. Streifliften find mitzubringen. Musikinstumentenarbeiter. Ausgesperrte und Arbeitenbe! Die Bersamme ung im Schultheiß, Safenheide, morgen, Mittwoch, ift nus für Mitglfeber bes Deutschen Solzarbeiterverbandes. Mitgliedsbuch oder Strett farte legitimiert. Bezband der Buchbinder und Papierverarbeiter Deutschlands, Rahlstelle Berlin. Morgen, Mittwoch, nachmittag 5 Uhr, im Soal 4 des Gewertschafts ordentliche Generalversammlung. haufes, Engelufer 24/25, 1. Die Situation in der Bahlstelle. 2. Gefchäfts- und Raffenbericht. 3. Ber täiebenes. Mitgliebsbücher müffen neben der Deierten larten vorgeleat werben. Bün filie Erfáeinen erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Wertmeister- Berband, Chemische Industrie. Bertrauensmänner Derfammlung Mittwoch abend 7 Uhr in der Gefchäftsstelle Stralaver Str. 56. unfere Zarifverhandlung und Stellungnahme aut Arbeitszeitverlängerung. Aus der Partei. Aus den Bezirken Köln und Hagen. Köln, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Eine start besuchte Ronferenz des Kreisverbandes Köln der Sozialdemokratischen Partei beschäftigte fich am geftrigen Sonntag mit den kommenden Bahlen. Nach einem Vortrag des Reichstagsabgeordneten Ried. müller, der die Politif der Reichstagsfraktion verteidigte, wurde nach langer Aussprache eine Entschließung mit Siebenachtelmehrheit angenommen, in der dem Parteivorstand und der Reichs. tags frattion, umbeschadet der Kritik on einzelnen, volles Bertrauen ausgesprochen wird. In dem am kommenden Sonntag in Röin zufammentretenden Bezirksparteitag werden die Kan. didaten zur Reichstagswahl nominiert. Borgeschlagen für die Reichstagswahl wurden die bisherigen Abgeordneten Sollmann und Fries sowie die Landtagsabgeordneten Frau Kirschmann. Röhl und Genosse Ruhrt. Gleichzeitig tagie am geftrigen Sonntag eine stark besuchte Delegiertenkonferenz der Partei des Regierungsbezirks a gen. nach einem Bortrage des Genossen Sollmann wurte nach mehrstündiger Aussprache in einer Entschließung dem Barteivorstande und Der Reichstagsfrattion bas Bertrauen ausgesprochen. Wahlvorbereitungen. Chemnitz, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag haben die Unterbezirte des Wahlkreises Chemnik- 3widau in Generalversammlungen die Borschläge für die Reichstagstandidaturen aufgestellt. Im 15. Bezirk( ehemaliger Reichstagswahlfreis Mittweida) erhielten Toni Sender 80 Stimmen, Stüdlen 77, Kuhnt 70, Minna Schilling 50; im 16. Bezirk( Chemnitz) wur den in Vorschlag gebracht Stüdlen, Fellish, Schilling, Toni Sender. Sm 19. Unterbezirt( Stollberg- Schneeberg) wurde einstimmig Strobel als Epibentandidat aufgestellt, ferner mit allen gegen zwei Stimmen Toni Sender und gegen 12 Stimmen Fel. schlagsliste; Ruhnt, Toni Sender, Minna Schilling, Ströbel; im 21. Unterbezirk( Annabera): Studlen, Strö. bel, Toni Sender, Kuhnt und die Beamtenvorschlagsliste. Sidoften: Leibniz- Gymnafium, Mariannenplak. Grundlagen der Arbeiterbewegung( 6 br) 8immer 17: Die Arbeiter fbaft im Kulturfampf der Gegenwart( 6 11br) Rimmer 18; r beitsgerichte und Schlichtungsverfahren( 6 Ubr) Rimmer 19; Birt schaftliche Unternehmungen der Arbeiteridaft( 6 br) Simmer 20; Sygiene des Einzelnen und der Beiellibaft( 8 Ubr) Rimmer 18. Reutölln: mmnafium, Bobbinstr. 34/88. Bolkswirtschaftlich; im 20. Unterbezirk( 3fchopau- Marienberg) lautet die Bor liche Tanesfragen( 6.30 Uhr). Sörerfarten( 2 M., für Kurzarbeiter 1 M., für Arbeits. lofe unentgeltlich) im Bureau der Schule( Engelufer 24/25, zweiter of I). Auch lönnen die Kurie direkt aufgesucht und der Beitrag bort an den Vertrauensmann gezahlt werden. Freigewerfiaftliche Betriebsråtefule. Die Hungerpeitsche zum Zehnstundentag. Dresden, 11. februar.( gener Drabtbericht.) Die aefamte Belegschaft der Gußstablhütte Doeblen ist ausgefperrt worden. da fie das Diftat der Direktion ablehnte, zehn Stunden täglich zu arbeiten. Die Arbeiterschaft in ber o berbergischen Tertil. industrie ift ausgefperrt worden, weil sie die Anerkennung feinte. Es handelt sich um etwa 2000 Arbeiter. des Hagener Schiebsfbruches über bie 87 Stunden Woche abTer englische Todarbeiterkonflikt. Halle, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Borbereitungen zum Halleschen Bezirtsparteitag am 17. Februar sind nun. mehr beendet. Bon insgesamt sieben Unterbezirfen des Halleschen Bezirtes haben sich nur zwei gegen die jetzige Politif der Partei. leitung und Reichstagsfrattion ausgesprochen. Damit dürfte sich eine ungefähre Boraussicht für den Berlauf des Bezirfstages ergeben. Die Opposition innerhalb der Partei verliert auch in Mittel deutschland sichtlich an Boden. Berantwortlich file Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Ernst Reuter; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. 5. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fris Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchpruderei unb Berlagsanftalt Baul Singer u. Co. Berlin SB. 68., Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. BORG Condon, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Jn der Beutigen Sigung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbertreter, die fich mit den Forderungen der Hafenarbeiter befaßte, machten die Arbeitneber den Borichlag einer Rohnerhöhung von 1 Silling pro Café Tag. Die Gewertschaftsvertreter lehnten diefes Anaebot einstimmig ab und beftanden auf ihrer Forderung von wei Schilling Lohnerhöhung. Infolaedeffen ist die Lage ernst. doch wird die Soffnung auf eine Bermeidung des Streils, ber am 16. b. M. beginnen foll, nicht aufgegeben. Cohnverhandlungen in der Kallinbufftie am Montag find geicheitert. Die Arbeiter fordern eine Lohnerhöhung um 10 10.. die Arbeitgeber aber wollen den Lohn um 15 Broz. abbauen und eine Lohnipanne innerhalb der einzelnen Arbeitergruppen von 10 Brog. einfübren. Die Arbeitgeber lebnten ieibst den legten Boricklan der Arbeitervertreter ab, die Löhne mm 5 Bros. au erhöhen. ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER Varieté- Kabareit, Friedrichstr Zielka, VanKabaret, French 60 ticke Leipziger Koch& Teeland auserlesene Fabrikate! Herrenstoffe Kammgarn 18.Regattastreifen, Gabardine, Mtr. Damenstoffe Neuhelfen 12.Rips, Twill, Cottelé Mtr. Sertraudtenstr 20/21 Segn 1893 MASSARY DELFT ZIGARETTE Edel wie der Name wwwwww KON UNOM Nr. 71 41. Jahrgang „ Nackttanz"-Schwindel. Beilage des Vorwärts Borschriften machen dürfen. Nur mit der allmählichen, unabläffia neu versuchten Berfittlichung der Einstellung der Deffentlichkeit zum menschlichen Körper wird Schritt für Schritt auch der Jugend das reine, naive Verhältnis zu ihrer Leiblichkeit errungen werden fönnen. Der Kampf für die Sittlichkeit und die Jugend wird dabei stets ein Rampf gegen die Dunkelmännerei sein müssen. Diesen Kampf auch weiterhin mit Nachdruck aber auch mit Ueberlegung und unter richtiger Einschäzung aller Zeitverhältnisse zu führen. wird der Bund entschiedener Schulreformer fich angelegen fein laffen. Kuriere der KPD. Aus der unterirdischen" Arbeit der Kommunisten. Nach dem Verbot der Kommunistischen Partei sind bekanntlich schon mehrfach Kurierstellen ausgehoben worden. Unter der Befchuldigung, der verbotenen Kommunistischen Partei Borschub ge leistet zu haben, hatten sich vor der 6. Straffammer des Landgerichts I der Techniker Frizz M., der Hoteldiener Alfred B., der Schlosser Otto H., der Arbeiter Joseph P. und die Sekretärin Anna B. zu verantworten. Bet den Versuchen, die in Berlin vorgekommenen Radtübungen mit Kindern gegen die städtische Schulverwaltung und den sozialistischen" Magiftrat auszuspielen, hat der deutschnationale Landtagsabgeordnete Kimbel nicht nur als Wortführer und erster Angreifer eine wichtige Rolle gespielt. Er hat auch da durch, daß er im Landtag die Nacktübungen als Radttänze" bezeichnete, ein Schlagwort in die Deffentlichkeit hineingeworfen, das die ganze Angelegenheit von vornherein in ein übles Licht rückte. In der Stadtverordnetenversammlung, deren Mitglied Herr Kimbel gleichfalls ist, haben die Deutschnationalen felber in ihrem Antrag den voreilig gebrauchten Ausdrud Nadttänze" vermieden und dafür die richtige Bezeichnung rhythmisch- gymnastische Uebungen" eingescht. Aber bürgerliche Beitungen, und nicht nur folche ganz rechtsfstehender Parteien, haben noch noch der Stadtverordnetenfizung, durch die sie über den Sachverhalt hinreichend befehrt sein konnten, an der Bezeichnung Nadttänze" hartnädig festgehalten.„ Nackttänze" ja, das ist doch ein Wort, das sich als sensationell mirtende Ueberschrift verwerten läßt, weil es an das Treiben gewiffer Kreise erinnert, denen der Nackttanz ein Sinnentigel ist. Nacktiänze" das ist, wie der Berfiner fagt,„ gerade was Schönes", weil man damit einer gläubigen Leserschaft so recht vor Augen führen kann, was für eine„ vertommene Gesellschaft" diese Sozialdemokraten sind. Bon Berlin aus geht der Schwindel in die Provinz, Tausende von Blättern und Blättchen verbreiten ihn, teils in gutem G'auben, teils in böswilliger Abficht zum 3med der Wahlmache und nun weiß man's dort, wie es in dem fozialistischen Berlin zu geht. Eine Probe des heißen Bemühens, für die„ Nadttänze" die Sozialdemokratie verantwortlich zu machen, liegt vor uns in einem Artikel, den ein in der Ost priegnig erscheinendes Blättchen veröffentlicht. Bei dem Verfasser wollen wir den guten Glauben annehmen, solange nicht das Gegenteil bewiesen wird. Bas foll annehmen, solange nicht das Gegenteil bewiesen wird. Was soll man aber dazu sagen, daß er die Nackttänze", von denen er gläubig erzählt, auch zum Anlaß nimmt, gegen die Arbeiter Lurn und Sportverbände loszuziehen und die von ihm gewaltungsbezirte, u a. ein Ressort für Ernährung, eine Abteilung priesene Deutsche Turnerschaft" in empfehlende Erinnerung zu bringen? Mahnend und warnend flagt er, daß eine solche Ent. artung der Leibesübung nicht die Grundlage der Befreiung Deutschlands sein könne. Der nur mit einem Anfangsbuchstaben unterzeichnete Berfaffer soll der deutschnationale Vorsitzende eines MännerTurnvereins sein, der im Ort besteht und zur„ Deutschen Turner schaft gehört. Das Bedürfnis, durch diesen Artikel für Deutschlands Befreiung zu wirken, wäre bei ihm begreiflich. Im Kriege soll ihm das nicht nach Wunsch möglich gewesen sein, weil er leider unabkömmlich war. " Der Vorstand des Bundes entschiedener Schul. reformen. Bezirksverband Groß- Berlin, erklärt zu dem Streit um die gymnastischen Radtübungen, die der Lehrer Adolf Roch mit Schülern und Schülerinnen veranstaltet hat, daß er von den reinen und fachlichen Absichten Kochs voll überzeugt ist, daß er es nleichfalls für in der Seche begründet hält, daß ernste Körper. rhythmit nur bei llebunnen des un befleideten Körpers ihre Biele erreichen kann, daß er andererseits die wohldemagogischen Anritse und Berzerrungen. die die fraglichen Vorränge durch nationalistische und zelotische Kreife erfuhren, aufs fchrofffte ablehnt und verurteilt. Jedoch verhehlt der Vorstand nicht, daß er es( wie bisher schon) ano fichts der Mentalität der Peit insbesondere der Beschränktheit und Unwohrhaftigkeit vieler Kreise, die dem Bolte angeblich Sittfichkeit und Frömmigkeit erhalten wollen, für eine, wenn auch gutgemeinte Uebereilung erklären muß, wenn man schon heute die beiden Geschlechter und verfchiedene Altersstufen zu Nacktübungen vereinigt. Es wird einer langen Läuterung des Volksempfindens bedürfen, bis die Deffertlichkeit das ertragen fann, ohne ihre innere Unfauberteit auf jene reine Natürlichkeit zu übertragen. Borläufig werden die Erwachsenen mit ihrer lüfternen Auffaffung vom Leibe immer wieder die Jugend infizieren. Deshalb heißt es zunächst der Soche der nefunden und schönen Körperentwicklung dadurch zu dienen, bak man die Nadiübungen nach Geschlechtern und Afters. stufen getrennt vornimmt. Anders steht es z. B. bei fommerfichem Baden im Freien wie es die Gelegenheit ergibt. Da wird fo wenig wie etwa in Standinavien Brüderei reiner Natürlichkeit 23] ( Nachbrud durch Malil- Verlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. „ Das wäre der erste Fall dieser Art," entgegnete un gläubig der Ingenieur. Der Mann hat aus ganz offensicht lich politischen Motiven den Polizeipräsidenten erschossen." Ich kann ihn doch nicht fragen: Was soll ich tun, um die Welt zu erlösen? dachte Jürgen. " Und politische Verbrecher werden bekanntlich nicht ausgeliefert." Der Hilfsredakteur legte das Brot weg, ergriff ein Bapter. Es ist eine amtliche Depesche, in der das Attentat als gemeines Berbrechen dargestellt wird. Uebermorgen mird er von hier abtransportiert zur Grenze." Am 7. Dezember v. J. wurden die Angeklagten in einem Restaurant durch Bolizeibeamte festgenommen. Bei M. wurden mehrere Zettel gefunden, aus denen die Polizei entnahm, daß Frig M. für die verbotene Kommunistische Partei tätig gewesen war. Bei den anderen Angeklagten wurden Batete mit Nummern der " Roten Sturmfahne“ und kommunistische Flugblätter gefunden. Die Angeklagten bestritten, daß sie nach dem Verbot vom November noch für die Kommunistische Partei tätig gewesen seien. Es habe sich darum gehandelt, Esmarten der Internationa len Arbeiterhilfe auszugeben, die an Arbeitsloje ohne Unterschied der Partei und der Konfession verabfolgt wurden. Bon besonderem Interesse war das Gutachten des Bolizei. rates Hennig. Die KPD, so erklärte er, war vor dem Berbot im Reich in 26 Bezirke eingeteilt. Der Bezirk Berlin hatte 20 Unterbezirke, die wieder in Gruppen und Abteilungen zerfielen und zu= lezt fogar durch Zehner und Fünfergruppen die Mitglieder zu erfaffen fuchten. Auch nach dem Berbot ist diese Organisation weiter aufrechterhalten worden. An Stelle der Gesamtpartei ist ein Direftorium getreten, das nicht gewählt, fon. bern gestellt wird und sich aus sich selbst ergänzt. Es bestehen Verfür Zerfeßung der Reichswehr- und Schuhpolizei, eine Abteilung für Waffenbeschaffung. Eine besondere Abteilung beschäftigt sich mit der Erfassung des Post-, Telegraphen, und Funkendienstes. Die Militärabteilung fezt sich aus den proletarischen Hundertschaften zufammen, welche jetzt Ordnungsdienst" heißen. Gegenwärtig ist die wichtigste Abteilung der Kurierdienst, der, schon früher vorbereitet, iebt bis in die kleinsten Einzelheiten ausgearbeitet und erweitert wird. Die Internationale Arbeiterhilfe ist nicht als eine rein faritative Einrichtung ohne politischen Einschlag zu betrachten, denn sie ist seinerzeit von dem Erefutiotomitee der 3. Internationale in Mostau begründet worden. Neben der Hilfeleistung wird tommunistische Bropaganda betrieben. Rechtsanwalt Dr. Weinberg verwies den Sachverständigen darauf, daß an der Spitze der Internationalen Arbeiterhilfe auch fozialdemofratische Reichstagsabgeordnete ständen, worauf Polizeirat Hennig erwiderte, daß es auch harmlose Ideologen gäbe, die den 3 wed der IAH. nicht begriffen. Rechtsanwalt Weinberg: Ist es dem Herrn Zeugen bekannt, daß an der Spiße der JAH. auch Romain Rolland, Henri Barbusse und Profeffor Einstein fomie Marim Gorfi fteten? Beuge: Harmlose Leute sind mit ihrer Unterschrift unter jedem Aufruf zu betemmen. Wir ha ben den Antrag gestellt, auch die Internatio nale Arbeiterhilfe zu verbieten. Aus welchem Grunde es das Wehrkreiskommandó noch nicht getan hat, weiß ich nicht. Staatsanwalt Dr. Burchard war der Meinung, daß es der Polizei gelungen sei, eine fommunistische Kurierzentrale auszuheben. Man habe nicht erwartet, daß das Verbot den Tod der APD. herbeiführen werde. Tatsächlich gehe sie unter. irdisch weiter. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeflagten Gefängnisstrafen von je einem Monat. Rechtsanwalt Dr. Weinberg wandte sich scharf gegen diesen Antrag. Es sei nicht erwiesen, daß die Angeklagten für die Kommunistische Partei gearbeitet hätten. Somit tönne nur auf Geldstrafe erfannt werden. Man müsse fich fragen, weshalb nicht gegen die Deutschvölkische Freiheitspartei, die genau so wie die KPD. weiterarbeite, in derselben Weise Anflage erhoben würde. Das Gericht sprach daraufhin P. frei und verurteilte die anderen Angeklagten zu je 150 Goldmart Geldstrafe. Bon einer 97 Wenn Sie sich dessen nur auch späterhin bewußt bleiben! Dann ist es ganz gleich, welchen Beruf Sie wählen. Wichtig ist dieses Bewußtsein. Möchten Sie das nie vers geffen. „ Das Bewußtsein?" " Der Mensch fann auch sein Bewußtsein, nämlich das, was der in der Jugend, als noch Protestierender, schon erfannt und sogar tief empfunden und erlitten hatte, mit den Jahren vergessen." " Jürgen lauschte hinein in sein dunkles Gefühls- Ich.„ Er tann, ich verstehe Sie schon, in eine gefährliche Schicksals paufe hineinschlingern, ja? und in dieser Schicksalspause den Kampf aufgeben: alles verraten, was er erstrebt hatte. Der Agitator steckte die Uhr ein.„ Höchste Beit! Sie fommt nicht mehr. Wahrscheinlich ist sie von der Redaktion aus direkt ins Paradies" gefahren... Ungefähr das meine ich. Schicksalspause... Wie die das Mädchen ausnügen! Wie die das Mädchen ausnügen! " | Dienstag, 12. Februar 1924 Gefängnisstrafe wurde Abstand genommen, weil die Angetlagten nicht aus ehrloser Gesinnung gehandelt hätten. Frauenmord in der Lynarstraße. Eine 52jährige mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Am Montagnachmittag wurde in der sechsten Stunde in bein Hause Lynar str. 13 die 53 Jahre alte Frau Riara Lieban in ihrer im zweiten Stock des Hauses belegenen Wohnung im ent tleideten Zustande fie war nur mit Strümpfen befleidet mit einer tiefen Stichperlegung in der linten Halsseite und mit mehreren schweren Verletzungen im Border- und Hinterkopf in einer großen Blutlache neben dem Bette liegend tot aufgefunden. Die Frau, die dort seit Jahren wohnt und sich in der letzten Zeit als Botenfrau für eine auf dem Wedding belerene Likörfabrik betätigte, war am Montag morgen um 7 Uhr wie gewöhnlich aus dem Hause gegangen und noch von verschiedenen Bewohnern gesehen worden. Am Abend ist, nachdem ein bei der Frau wohnender Aftermieter nach Hause kam, diesem aufgefallen. daß die Frau sich nicht ihrer Gewohnheit entsprechend meldete. Das veranlaßte ihn, in dem Schlafzimmer der Frau nach ihr zu forschen, und er fand fie in dem oben beschriebenen Zustande dort vor. Die benachrichtigte Polizei sperrte den Tatort bis zum Erscheinen der Mordkommission und der Kriminalpolizei ab. Der Leiter der Berliner Kriminal fich sofort an den Tatort. Gerichtsarzt Prof. Dr. Störmer stellte Man vermutet, daß es sich hier die tödlichen Verletzungen fest um einen an der alten Frau begangenen Luftmord handelt. Die Beamten der Mordkommission haben sofort an Ort und Stelle die Nachforschungen eingeleitet. Es ist aber bis zur Stunde noch nichts ermittelt worden. Nach dem Gutachten des Professors Dr. Störmer muß die Tat in den frühen Nachmittagsstunden begangen worden sein. 3weddienliche Mitteilungen, wofür eine Belohnung zugesichert wird, nimmt die Kriminalpolizei( Krlminalfommissar Dr. Riemann) entgegen. polizei, Oberregierungsrat Hoppe, und die Mordkommission begaben Die Volksgesundheit in Gefahr. In der Aerztetammer berichtete Profeffor Dr. Bennhoff über den Abbau gefundheitlicher Einrichtungen. Indem er warnend auf die der Volksgesundheit drohenden Gefahren hinwies, führte er etwa folgendes aus: Seit dem Kriege ist das öffentliche Gesundheitswesen in Deutsch. land ganz erheblich zurückgegangen. In zahlreichen Orten Deutschlands hat man die Ausgaben für die Ausbesserung der Wafferleitungsschäden gescheut. oder man hat in der Milchkontrolle nachgelaffen. Die Folge davon ist ein solches Umsichgreifen der Typhus. erfrankungen, daß Preußen z. B. die höchsten Zahlen in ganz Europa hat. Die Zahl der Krankenhausbetten ist in Deutschland um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Seit dem vorigen Jahre sind die Bläge in Lungenheilstätten um 4000 vermin dert worden. Die Lungentuberkulose aber nimmt so zu, daß die Sterblichkeit in Berlin schon bald wieder den Stand der bösen Kriens jahre erreicht hat. Die Berliner Krankenhäuser sind verstopft, zum großen Teil mit fiechen Greifen, die anderwärts nicht unterzubringen find. Da, wo früher Einheitlichkeit des Gefundheitswesens herrschte. im Bereich der alten Stadtgemeinde Berlin, ist ießt Zerrissenheit. Jeder der sechs Bezirke hat nicht geruht, bis er seine eigene Gesundheitsverwaltung hatte. Wo früher der Stadtmedizinalrat von Berlin die Berantwortung trug, entscheiden fezt nebeneinander sechs verschiedene Bezirksstadträte In der Zentrale der Seuchenbekämpfung und vorbeugung, dem Hauptgesundheitsamt Berlin, wird so abgebaut, daß die Wasseruntersuchungen auf ein ganz geringes Maß eingeschränkt werden. Sonar die Milchunterluchungen und die Untersuchungen der Nahrungsmittel für die städtischen Anstalten find in Frage gestellt. Diphtherieschwestern gibt es nicht mehr, Schulschwestern gibt es viel zu wenig, obwohl schon wegen der zu. nehmenden Berlaufung der Kinder ihre Zahl vervielfacht werden müßte. Das Badewesen ist in erschreckendem Rückgang. Die Zahl der privaten Badeanstalten ist in Deutschland auf weniger als ein Viertel herabgefunken, öffentliche sind vielerorts geschlossen, teilweise sogar gewerblichen Zweden zugeführt. Auch an den Spiken will man abbauen. In furzem geht der Direktor der preußischen Medizinalabteilung in den Ruhestand. Es ist fraglich, ob ein Nachfolger ernannt wird. Den Stadtmedizinalrat von Berlin gibt man für älter aus, als er ist. Man will seine Stelle nicht wieber belegen. Der Stadtmedizinalrat von Neukölln, Dr. Silberstein, beKampfe um die Verwirklichung des Sozialismus, Seite an Seite mit der Arbeiterklasse, finden tann... Das gilt auch für Sie persönlich. Alle anderen Befreiungs- und Erlösungsideen sind Nebel und Wolfen in verschiedener Beleuchtung und werden von der bürgerlichen Front glatt verdaut, ja, von ihr selbst gestartet und als Fangangeln ausgelegt." Erst in dieser Sekunde, da er das echte Interesse des Agitators fühlte, erkannte Jürgen, doß es anfangs nicht ganz echt gewe'en war. Das erstemal in meinem Leben, dachte er, gibt ein ernstzunehmender Mensch mir einen ernstgemeinten Rat, und ich weiß mit diesem Rate nichts anzufangen. Ber stehe ihn gar nicht. lleberführung der Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum? Er hätte ebenso gut fagen fönnen: Der Inhalt des Idealismus eines jungen Menschen unserer Zeit fann nur darin bestehen, daß er lernt, ohne Führer den Montblanc zu besteigen oder das Baterunser von rüdwärts zu beten. Jürgen war ernüchtert. ,, Aber so erstice ich eines Tages noch in diesem zähen Muß die Artikel schreiben und die Zeitung dann auch noch gefinnte bürgerliche Jugend steht und fämpft gegen die Sumpf, wenn nicht etwas geschieht." " Ich werde noch vor Mitternacht eine Notiz über den Fall „ Ich in die Redaktion schicken für die morgige Nummer." Der ist mitten drin in der Umsturzbewegung, dachte, plöß lich entflammt, Jürgen und fah leuchtenden Blickes den In genieur an. Bielleicht können Sie mir doch raten, was ich beginnen foll," fagte er, als ob er das, was er nur gedacht hatte, ausgesprochen hätte. Einen Weg zeigen! Ich tue alles. Ich bin nicht feige!" Der durch viele Bublikationen im ganzen Lande bekannt gewordene fozialistische Agitator, vor dem fchon öfters ideafistisch gefinnte junge Menschen gefeffen hatten, im Blid die Frage, was sie mit ihrem Idealismus anfangen follten, fragte mit mehr Intereffe im Ton, als er hatte: Haben Sie schon Arbeiterversammlungen besucht?" und lehnte seine Taschenuhr gegen das Tintenfah. „ Ich nicht. Aber mein Bekannter! Er hatte eine Siedlung gegründet. Jetzt ist er Mitglied der sozialistischen Bartei, und da wird er wohl..." fagte Jürgen und erröbete tief, als er fah, daß der Agitator ein Lächein nicht ganz unters brüden fonnte. „ Die Siedlung war vollkommen fommunistisch... Auch diese Siedler konnten es einfach nicht ertragen, das Leben, fo wie es ist... Alles zusammen, das Ganze! ist ja eine ein zige ungeheuerliche Niederträchtigkeit." verkaufen." ,, Dann kommt das Geldzusammenscharren. Und wenn dann einer eine Zeitlang tüchtig, das heißt: brutal genug und nur auf seinen eigenen Borteil bedacht war, ist er husch, die Lerche! wie mein Schulfreund sagt auf Roften unterdrückter Elendsmenschen ein geachteter Mann." Aus solchen geachteten Männern besteht die herrschende Klaffe." Ich habe nämlich erfahren, weshalb Ihnen gekündigt wurde. Sie find Sozialiſt?" Und ob er ihn noch ein Stüd begleiten dürfe. fragte Jürgen auf der Straße. Gie glauben alfo, daß im Sozialismus alles von Grund auf besser werden würde?" " Der Agitator sprang auf die anfahrende Straßenbahn Ich glaube, daß jede Zeitepoche in sich ihre durch den Stand der Produktionskräfte bedingte Aufgabe trägt, die zu erfüllen der zeitbedingte Inhalt des Idealismus aller Kampf- und Opferbereiten ist, und daß die Aufgabe unferes Jahrhunderts in der Abschaffung des Brinateigentums an den Produktionsmitteln besteht, in der Ueberführung der Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum, in der Berwirklichung des So zialismus auf dem Wege des Kloffenkampfes Und was die idealistisch gefinnte bürgerliche Jugend unseres Jahrhunderts anfangt, glaube ich, daß sie den wahren, weil zeitbedingten, Inhalt ihres Idealismus eben auch nur in dem „ Tatsächlich aber geschieht das Gegenteil: Die idealistisch Arbeiterklaffe, gegen die Verwirklichung des Sozialismus, und damit gegen den nächsten großen Schritt zur Befreiung der Menschheit, gegen des Menschen nächsten Schritt zu fich felbft. Diefe Jugend erkennt ihre Aufgabe nicht und gerät deshalb in die tollsten Berirrungen." So allmählich, wie die Trambahn den Brachtstraßen, dem Bruntviertel entrückt und in die Elendszeilen der verluderten, nadten Mietstafernen vorgerüdt war, hatten die autgefleideten Fahrgäste für schlechtaekleidete den Wagen geräumt, der nun, überfüllt mit Arbeitern und Fabrifmädchen, feine fchmukige Ladung weiterschleppte durch das Viertel, wo die Not stand in ihrer ganzen Größe. Hier rollten feine Gummiequipagen, feine Autos mehr. Der Barfümbuft gepflegter Damen war niedergeschlagen und aufgefressen worden von dem dicken Schweißgeftant der Armut. In dem Magen, wo noch furz vorher meiße und frische Gefichter mondgleich geSchienen hatten, hingen jekt graue Antlige im Dunft, hautüberzogene Schädel mit tief in die Höhlen versunkenen Augen, die blickten. Zwei Menschheiten: eine Menschheit war ausgestiegen; die andere Menschheit war eingeftiegen. Ein winziger, ganz weißer Schokbund, von einer veraeklichen Date im Wagen zurückgelassen, hefam irrblickende Augen und bellte die fremde, die andere Menschheit an. ( Fortsetzung folgt.) ALC ftätigte insbesondere die für Berfin drohenden Gefahren. Ste be ftehen nicht nur im Abbau, im Nachiaffen der sozialhygienischen Maßnahmen, es find auch ernsthafte Bestrebungen im Gange, das Me dizinalmesen teilweise der sogenannten Wohlfahrtspflege zu unterStellen. Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: Das öffentliche Gesundheitswesen ist auch in den Jahren seiner höchsten Entwicklung weit hinter den Bedürf niffen zurückgeblieben. Krieg und Nachkriegsfolgen hätten fogar einen weiteren Ausbau notwendig gemacht, denn ie mehr die mirtschaftlichen Güter zurückgehen, um so notwendiger ist die Erhaltung der Gesundheit. Deshalb tönnen für das Gesundheitswesen diejenigen Gründe nicht gelten, die an anderen Stellen für Abbau zorgebrach werben. Die zunehmende Berarmung hat jedoch in den legten Jahren zu solch erheblicher unbeabsichtigter Einschränkung des Gesundheitswesens geführt, daß entschieden gegen jebe weitere Einschränkung Einspruch erhoben werden muß. Insbesondere muß zur Verhütung weiteren Schadens verlangt merben, daß die leitenden Stellen in Reich, Staat und Gemeinde mit fachverständigen Aerzten besetzt bleiben." Liebestragödie in einem Hotel. Der Am Montag vormittag gegen 11 Uhr wurden in einem Hotel in der Chauffeestraße der 18 Jahre alte Baugewerts( chüler Mar M. aus Zehlendorf und feine Geliebte, die 27 Jahre alte Raffiererin Anna R. aus der Borsigstraße 28 mit Schußper. legungen in ben Schläfen tot aufgefunden. junge Mann hatte erft feine Geliebte und dann fich selbst erschossen. Die bisherigen Ermittelungen ergaben, daß die Eltern des 18jährigen jungen Mannes megen des Alters und Standesunter schiedes ihre Einwilligung zu einer Heirat nicht geben wollten. Der Tob hat wieder einen der Alten abgerufen. Wenige Tage bor Bollendung seines 75. Geburtstages ift Genoffe Gottlieb Kübler, Wilmersdorf, 70. Abt., nach längerem Leiden gestorben. In den fiebziger Jahren schloß sich der junge Maurergefelle der Arbeiterbewegung an und hat der Partei feit fünf Jahrzehnten in vorbildlicher Beise die Treue bewahrt. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 12. Februar, nadom. 2½ Uhr, im Krematorium, Wilmersdorf, Berliner Straße, statt. Die Stadtverordnetenversammlung hat für ibre nächste Sigung ( am Donnerstag um 5) auf der Tagesordnung 25 Borlagen, 16 Anträge, 3 Anfragen. Immer mehr häufen sich die Reite, die aus den vorhergehenden Sigungen unerledigt übernommen werden müssen. Aus dem, was diesmal zur Beratung ftebt, feien nur genannt: Straßenbahn, erstestreif, Gaspreis, Unter den neuen ohnungsbau, Mietezufchiffe. Borlagen ist auch ein Ersuchen des Magistrats um Vorbereitung der Neubelegung des durch den Tod unieres Genoffen Ritter frei gewordenen Bürgermeisterpotens. Die in den vorhergebenden Sigungen nicht auftande gekommenen Abstimmungen über bie legten Abschnitte des Antrages für die Erwerbslosen und über den Antrag gegen die Radtübungen follen in dieser Sigung nachgeholt werden. Nach 16 Tagen tot aufgefunden. Die Eheleute Ernst und Marianne M. wurden in ihrer Wohnung im Hause MaximilianStraße 11 in Bantom von ihrem Hauswirt tot aufgefunden Das Simmer war mit Gas angefüllt. Tan hatte die Eheleute be. reits 16 Lage nicht mehr gesehen, und der Tod muß Schon vor dem 26. Januar eingetreten sein, ba tie Zeitungen noch non biefem Tage ab hinter dem Briefeinwurf auf dem Fußboden bes Sorridors lagen. Allem Anschein nach liegt ein Unglüdsfall vor, da die Gashähne nur halb geöffnet waren. Der Artikel:„ Die Konfumvertreterwahlen" in Nr. 66 des„ Bormärts" vom 8. Februar bedarf folgender Richtigstellung: In den Bezirken der 1., 2., B., 8., 13., 16., 19., 21., 22, 28., 24., 26, 29 ,. 81., 85, 87., 40., 41., 42, 43, 44, 49., 54, 58., 68., 64., 67., 71., 81., 85., 96., 99., 100., 103., 109., 121., 122., 128., 124, 127., 188., 154. Berkaufsstelle find je bier Vertreter und vier Erfagpersonen ( nicht, wie irrtümlich angegeben, ein Vertreter und eine Erfag. perion) zu wählen. Der Geschäftsführer des Wirffchaftsamtes der Universität, Dr. Friedrich Rob. der auf Veranlassung der Universität berhaftet worden war, ist wieder aus der Haft entlassen worden. Jhm wurden Unregelmäßigkeiten beim Wirtschaftsamt zur Last geleat, bisher hat sich aber nicht erwiesen, daß er das feblende Geld für fich verbraucht bat. Die Untersuchung geht weiter. Die Jugendweihen der weltlichen Schulen Lichtenbergs finden in der Aula des Reform- Gymnasiums an der Bartaue an folgen. ten Tagen statt: 23. März 10 Uhr: 34. Gemeindeschule und Gaftfinder anderer Schulen, um 1 Uhr: 35. unb 38. Gemeindeschule; 30. März, 10 Uhr: 37. Gemeindeschule, um 1 Uhr 36. Gemeindeschule. Meloungen nehmen die genannten Schulen entoegen. Einschreibe gebühr 50 f.. Arbeitslose frei. Gastkarten 50 Pf., Stinder 25 Pf., am Eingang Eltern frei. In der Gemeinschaftsschule Niederschönhansen fönnen bis zum 20. Februar noch Kinder, die bis zum 80 Juni refp. 30. ep. tember 1918 geboren find, für den Eintritt angemeldet werten. Auch für folbe Knaben und Mädchen: die Ditern das zweite Schnl Anmeldungen jahr beginnen, ist noch Blaz aur Aufnahme. nimmt der Schulleiter in feinem Amtszimmer, Niederschönhausen, Bismardir. 11, bormittags entgegen. NO Ortsausichuß für Jugendpflege Neulöin. Der Rinoabend bom faFilm Chadletons Todesfahrt nach dem Südbol" findet hente, Dienstag, ben 12. Februar, abends 7, Uhr, in der Aula der Raibenaufchule, Boddin fraße 84, ftatt Eintrittstarten für Jugendliche 30, für Erwachsene 60 Pf. am Saaleingang zu haben. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berfin. Am Donnerstag, den 14., und Sonntag, den 17. februar, abends 8 Uhr, in Aliem Feitfälen, Halenheide, bringt die Schaubühne in enfilaffiger Belegung eine Aufführung des Aufflärungsbramas Die Schiffbrüdigen". Karten zu wesentlich berabgefetien Breifen( 40, 60, 90 und 120 Goldpfennige) im Bezirksbil. dungsausschus, Lindenstr. 8. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Kaffierer merben barauf aufmerksam gemacht, daß fie fich des preußischen wertbeständigen Notgeldes über 4,20 M.= 1 Dollar, und 2,10 M. ½ Dollar, sowie des gesamten wertbeständigen Notgelbes der Stadt Berlin schleunigft entlebigen. Diese Scheine tönnen von der Kasse des Bezirtsverbandes fernerhin nicht mehr in Sahlung genommen werden. 3. A.: Aler Pagels. 2. Kreis Tiergarten. Die Arbeitslofenberfantmlung findet beute, Dienstag, nicht ftatt. 3. Kreis Webbing. Bantam unb Reinidendorf: Referentenfurfus Dienstag abenbs 7 Uhr Fortbildungsschule, Grünthaler Straße 8, Alaffenzimmer, Hof links. 19. Kreis Pautow. Elebe 3. Kreis Wedding. 20. Kreis Mcinidenbori. Siebe 3. Areis Wedding 5. Kreis Friedrichshain. Heute, Dienstag, naomittags 2 the, Arbeits lofenberfammlung aller BSPD.- Genoffen in Samibis Gefeufchaftsbans, Bruchtstr. 36a. Vortrag des Genoffen Stadtrat Sofin über Arbeitsloftg feit und Wohnungsbau". 6. Kris Kreuzberg. Dienstag, nachmittags 2 thr, Eriverbstofenberfanim lung der BSBD.- Mitalieber im Jugendbeim. Lindenstr. S.-6. Kreis. Dienstag, den 12. Februar, 6% Uhr, Sigung der Abteilungsmieterobleute bei Bolf, Gräfeftr. 26. 11. Streis Echöneberg. Mittwoch, den 13. Februar, nachmittags bon 3 bis 5 Ubr Erwerbslofe der BSPD. bei Will, Martin- Luther- Str. 69. 17. Arcis 2ichtenberg. Graftion der BSPD- Elternbeiräte Lichtenbergs: Donnerstag, den 14. Februar, 6% 11hr, Sigung in der Mittelschule Martt Straße. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller febrer u. foz. Eltern beirate Pflicht. 17. Kreis: Arbeitsgemeinschaft fos. Elternbeirate Lich bergs: Donnerstag, ben 14. Februar, 7% Uhr: Bollberfammlung Mittelschule Marktstraße. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Lehrer und Elternbeirate ift Pflicht. Heute, Dienstag, den 12. Februar: 19. Abt. 7% Uhr bei Larish, Bredowoftr. 65. Funktionärtonferens. Jungjozialisten, Gruppe üben. 8 Uhr Juristische Sprechstunde, Linbenftraße 3. Bortrag und Husfprache über Sozialismus und Anarchismus. " Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin am Mittwoch, den 13. Februar: 1. Abt. 7% br, Schule Auguftstr. 68. Bortrag des Genoßen Selgentren fiber Der bayerische Landesberratsprozeß und die Reidsregierung". 2. Sibt. 7½ Uhr bei Obngemach, Kommandantenstz. 88. Bortreg bes Ge noffen Müller- Lichtenberg. 3. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Sablabend Gewerkschaftsbaus, Engelufer 25, Saal B. Tagesordnung: lieberblid über die politischen Ereignisse ber letzten Wochen." Referent Genofie Sehner. Stellungnahme zum Kreis bertretertag, Pezirtstag unb Parteitag. Ausgabe der Ausweise fülz bie Delegierten am Kreisbertretertag. Die Begirlsfibrer laben ein. 4. Abt. 7% Uhr Gärtnerheim, Etralauer Str. 53. Tagesordnung: Wablen und Organisationsfragen. 5. Abt. 7 1hr in Saberlands Bestfälen, Neue Briebrichfiz. 85. Tages ordnung: Stellungnahme zum Bezirtstag. Parteitag und ben Randidaten Hir bie Meichstagswahl. Die Bezirkssurer laben ein. 6. Abt. 7% Uhr Bablabend bei Zeblis, Rheinsberger Ede Schwebter Strage; bei Schittloweri, Sehrbelliner Straße, Ede Weinbergsweg. Der 8ablabend bei Dobroblaw findet erft Donnerstag, 7% ubr. statt. 7. Abt. 7% 11hr in Köblers Jeffsälen, Ziedftr. 24. Tagesordnung: De legiertenwahlen aum Kreisbertretertag und zum Bezirkatag. 8. Abt. 7% Uhr Mitglieberberfammlung bet Gründer, Schwerinftr. 13. 9. Abt. 7% Uhr Artusbof", Perleberger Str. 20. Genoffe Litle foricht über den Parteitag und die Reichstagswahlen". 10. Act. 11. 261. 7% 11hr Gemeindefchule, Alt- Moabit 23. Pünktlich 7% Uhr bei Berger, Lebetotostr. 21, Bortrag bes Ge noffen Aufbäufer, M. b... Der fommende Barlettag". 2. Stellung nahme au ben Delegiertenwohlen für den Bezirks- und Barteitag. 13. Abt. 7 Ube Arminiushallen, Bremer Str. 73. Babl ber Delegierten gum Bezirksbarteitag. 2. Verschiebenes. 15. 6. 7½ 11hr Bablabenbe bei Müller, bolfftr. 12. Bortrag bes Ge Runze, Aderstr. 40. 16. Abt. 7% Uhr bel Carus, Boltaftr. 37. Bortrag des Genoffen Dr. Mehl, M. b. 2., über Die Politik der Bartel". 18. bt. 7 lbr gemeinsamer Bablabend bei Hochbeim, Banffte. 82. 20. 6t. 7 Uhr gemeinsamer Bablahend bei Wende, Kolonieftr. 147. 21. bt. 7 Uhr Sahlabenbe bei Süller, Abolfftr. 12, Borizag bes Ge noffen Lüdemann,. b. 2.; im Schrader- Sans. Malplaquefftr. 14/16. Nortrag des Genoffen Rettichion über Die Aufgaben des Parteitaas". 22. bt. 7 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute, Kreisbelegierten, Mieterbertreter bei Radzaty, Brüsseler Str. 43. tellungsvorstand Stunde früber. 23. Abt. 7 Uhr Schulaula Millerfir. 48. Vortrag der Genoffin Riara Bohm- Schuch, 2. d. St., über„ Die Sozialdemokratie und die Reichstags wablen". 24. Abt. 7 1hr Bablabende in folgenden Lofalen: Gruppe 1 bel Schmidt, Marienburger Str. 48; Grubbe ia bei Rösler, 3mmanuelfirftr. 25, Gruppe 2 bei Winzer, Christburger Str. 6; Gruppe 3 bei Spülez, Nau garder Str. 14. 25. Abt. 7% Uhr im Kleinen Goal bes Eanlbaus Friedrichshain. Bortrag Der bes Genoffen Gorliz über Kulturaufgaben ber Sozialdemokratie". Saal ist gebeist. 26. Aut. 7 Uhr im.Muffalfichen Fuchs", Joftyftr. 7. Bortrag bes Genoffen Erwin Barth her Die Aufgaben des Batteitages. 27. Abt. 7 Uhr Schulaula Sonnenburger Str. 20. Bortrag des Gestoffen Säußler über" Die Blufgaben des Bartettages". 28. st. 7 Uhr bei Büttner, Schwebter Str. 28. Bortrag bes Genoffen Schröber, 8bA., über Wirtschafts- und Währungsfragen". Wahl ber De Tegierten aur Sigung ber Ordner Stunde früber. 29. bt. 7% Uhr Schulaula Senefelder Ett. 6. Bortrag bes Genoffen Rople, M. b. st., über Der Berliner Parteitag und die Bahlen zum Reichstag". 80. Ast. Pünktlich 7 Uhr Schulaula Babbelallee 40/41. Bezirkstag, Barteitag und den Reichstagswahlen. 31. Abt. Stellungnahme aum Banktlich 7 Uhr Schulaula Schönfließer Str. 7. Bortrag Aber Die Sozialdemokratie, Parteitag und Reichstagswahl". Referent Ge noffe Altmater. Wahl der Delegierten zum Bezirkstag. Bordem um 6 Uhr Funktionärtonferens bei Goldschmidt. 83. Aut. 7 Uhr Schulanla Sohenlohestr. 10. Babl ber Delegierten aum Bezirkstag Borschläge zum Barieitag. 34. At 7 Uhr Sablabende bei Nofin, Gubener Str. 19 unb Mide, ac Ichauer Str. 17. 85. 6. 7 Uhr, Bablabenbe: Epper, Rigaer Str. 85. iquet Str. 34. Referent: Gen. Fride, Thema: Rabibalismus ober Roalition." Bombe, Boigiftr. 25, Referent: Gen. Schneider: Ronsumgenossenschaft und Arbeiterbewegung. Drelse, Schreinerjir 18, und Gemeinbeschule, Sama. riterftrage 20. 86. st. 7 1hr Rahlabenbe: Busd, Tilfiter Str. 27, Biebermann, Borndorfer Straße 9, Böfenberg, Petersburger Str. 73, Bittschuß, Peters burger Straße 5. 39. t. 7 Uhr Jugendheim Linbenstr. 3, Bortrag des Genoffen Genbel: Die Aufgaben bes Parteitages. 40. b. 7 Uhr Bodbrauerei, ibicinftr. 2/3, Bortrag bes Genoffen Robert Schmidt, M. b. R., über: Die Stellung der Bartei au ben politischen Tagesfragen." Die Abteilungsleitung trifft sich dort Stunde frithez. 41. bi. Bahlabende in ben belannten Lokalen um 7% Uhr. 42. Abt. 7 Uhr Schule, Bergmannstraße, Mitgliederversammlung. Borttag bes Genoffen Ernst Heilmann, 2. b. t., über: Die Aufgaben des Parteitages." 44. Abt. 7 Uhr im Reichenberger Sof, Reichenberger Str. 147, Vortrag bes Genoffen Hebfchold über: Die Aufgaben bes Parteitages." Das Mitgliedsbuch ift am Saaleingang borzuzeigen. 45. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung Schule Reichenberger Ede Forster Straße. Tagesordnung: Stellungnahme aur Reichstagswahl, Wahl der Delegierten zum Parteitag und zur freisbelegiertenverfammlung. 47. 11. 7% ühe gemeinsamer Bablabend bet Bollschläger, Abalberiffr. 21. Borbereitungen zur Wahl und Delegiertenwahlen. 73. bt. Smargenberf. 8 hr Bahlabend in der Gemeindefdule Friedrichs baller Straße. Bortrag des Genoffen Kurzig: Justiareform und Brois tariat." Um 6½ Uhr Funktionärbersammlung ebenda. Schöneberg. 77. Abt. 7% Uhr Zahlabende: 1. Bezirk Milde, Rollenbors fraße 16; 2. Beziz! Jürgens, Barbaroffaftr. 5a; 3. Bezirk: Wittkowski, Martin- Luther- Straße 79; 4. Bezirk: Grund, Meininger Str. 8. Lage ordnung: Stellungnahme zum Begirls- und Barteitag. 78. Ast. 8 übe gemeinfamer 8ablabenb im Lokal des Genoffen Rofenthal, Ebersstr. 68. Tagesordnung: Kreisbertreteriag, BezirIstag, Parteitag. Bortrag des Ge noffen Sugo Seimann, M. b. S., über: Die Aufgaben des Barteitages." Bartei und Gewerkschaftsbuch mitbringen. 79, Abt. Fünftlich 8 uyr Bablabend in folgenden Lofalen: Gemeinsamer Baklabend ber oberen Bezirle im Gesangsfaal ber Uhlandſchule, Kolonnenstr. 22/23. Vortrag Referent: über: Feairts- und Barteltag unb bie lommenben Bablen." Genoffe Tburan. Bezir? Sachfendamm, Lokal Botschuß: Die politifde Lage und die kommenden Wahlen.* Referent: Genoffe Bendt. Bezirk Lindenhof: Lokal Achtenbagen. Stellungnahme zum Beatris und Bartet tag und ben fommenben Wahlen. Erscheinen Bflicht. 80. t. 7% Utz Aula des Helmholz- Gymnafiume, Rubensstraße. Bortrag des Genollen Seyffert über: Die Aufgaben bes Parteitages." 81. Abt. ritbenau. 8 Uhr Bezirksaberde: 1.- 3. Begir bei labe, Sand jerbftr. 60/61. 4./6. Begir: Lotal Soula Wiesbadener Ede Laubadftr. 82. Abt. Etegil. 7% Uhr Bablabend in den bekannten Lokalen. 65. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Bablabenbe: 1. Bezirk bei Ganfen Boruffta, Ede Neue Straße; 3. und 4. Begir!: in der Linde, Berber, Ede Griebrid Starl- Str.; 6. Bezirk: Lange, Ringbabnftr. 4; 7. Bezirk: Banglid, Ober landftr. 1. Der 2. und 8. Bezirk baben am Freitag Sablabend. Renköllu. 89. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung Schule, Kaiser- Friedrich Straße 4. 90. st. 7% Ubr im Zeichensaal ber Berufsschule, Donate ftrage 120. Stellungnahme zum Bezirtstag. Barteitag und ben Reichs tagswahlen. 91. Abt. 7% 11bz im Rarlsgarten, Karlsgartenstraße. Bortrag des Genoffen Dr. Freund. 92. 5, 7 Uhr Bablabende Be airle 14, 29 und 30 bei Rlein, Wildenbruchstr. 15; Eestrie 27, 28, 32 und 33 Echule Elbestraße: Bezirke 31, 44, 45 und 55 bei Lippert, Roſeggerstraße 17: Bezirle 46, 50, 72 unb 73 bei Schneider, Rofen ftraße 7. Rein Trinkgwang. Erscheinen Bflicht. 93, 2bt. 7% az Wolffs Gefedfchaftsbaus, tirchbof., Ede Bibberstraße. Bortrag Aber: Die kommenden Wahlen( Stublid und Ausblid)." Referent: Genoffin Wurm, M. b. 9.94. t. 7% 11hr Bablabende: Bezirle 51/52 Cola! March, Schillerpromenabe 39; Bezirke 64, 67, 68, 76, 77, 78 Lokal Günther, Schillerbrontenabe 11; Beairt 65/66 Matter, Berrfurtbftr. 19 ( Laden. 96. st. 7% be bei Grieger, Leffingfir. 9. Vortrag bes Genoffen Breuer fiber: Der bevorstehende Barteitag. 96. Et. 7% Schule Thomasfir. 20. Bortrag des Genoffen Mebent for fiber: Die bevorstehenden Reichstagswahlen." 97. Abt. 73 Uhr Beichenfaal ber Edule Jonasftrage, Eingang bomasstr. 20, Tagesordnung: Stellung nehme zum Barteitaa. Babl der Delegierten aum Bezirkstag. 101, Abt. Trepten. 7 Ube Betmenfaal ber Sanle ildenbrudstraße. Bor trag des Genoffen Bermuth: Aus der Geschichte der Partei." Bei tragstaffierung. Stellungnahme au ben Barteltagen. 102. Not. Baumschalenweg. 7 Uhr Aula bes Cbzenms Baumschulenstraße. Stellungnahme zum Bezirtstag. Barteitag and sur Reichstagswahl. 103. Abt. Oberfönewelbe. 7 Uhr Beichenfaal des Realgymnafiums, Bebbe linstraße. Bortrag des Genoffen Bittor Schiff fiber:.uswärtige Poli til und Reichstagswahl." Wahlen zum Kreisbertretertag und zum Be stristea. 103. Abt. Ablershof. 7% Uhr im Beichenfaal bez 2. Gemeindefdule Stabide ftraße. Stellungnahme zum Besiristag und Barteitag. Referentin: Ge noffin Anna Remis, M. d. 9. " 106, Not. Johannisthat, 7% Ubz bel Ebreiner, Friedrigfir. 6. Bortrag bes Genoffen Dr. Moses, M. d. R., über: Bagifismus und Sozialismus.1 107. Abt. Alt- lieulde. 724 hr bei Baberecht, Griebrichstraße. Bortrag bes Genoffen Krengiger über: Die politische Lage." 108. Ast. Razenid. 7 Uhr bei G. Schulze, Müggelbeimer Str. 12. Bortrag bes Genoffen Crifpien über: Der Barteitag und die Reichstagswahlen. Lichtenberg. 114. 261. 7 Uhr Abteilungsverfaminlung Schule Scharniveber Straße, Bimmer 27. 115. st. 1. Grubbe bei Strichm, Sungstr. 10: 2. Gruppe bei Bitorel, Jung, Ede Oberftraße: 3. Grappe bei Radke. Müggel, Ede Scharnweberstroke; 4. Grubbe det Seible, Kronprinsen, Ede Scharnweberstraße. 116. Not. Bünktlich 7 1hr Mittelschule, Markifte. 10/11, große Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bortreg des Genoffen Dr. Mierendorf: Die Wirtschaftsfrife und bie Bolitik der Bartel." Stellungnahme zu den Reichstagswahlen und zum Barteitag. 117. Abt. 7 Ubr Echule Lüdstr. 60/61( Selchenfaal). Borirag des Genoffen Franz Künstler, M. b. R., Aber:„ Der Parteitag und die Reichstagswahlen." Bahl der Delegierten zum Kreisbertretertag und Bezirksparteitag." 118. bt. Bon 7-8 Uhr Bablabend, ab 8 1hr Abteilungsverfammlung bei Zempel, Gubrunstr. 7. Bortrag des Genollen Banda über: Religion und Sozialismus." 119. t. 7% Udr ge meinsamer 8ablabend Cäcilienlbzeum, Rathausite. 8. 121. bt. Rarlshorst. Bünktlich 7 Uhr Aula der Schule Augufte- Biktoria Straße, Tagesordnung: Bortrag des Genoffen Dr. Beclin: Das Br letariat unb bie bevorstehenden Reichstagswahlen." 2. Wahl ber Dele gierten aur Areisvertreterversammlung und zum Besiristag. 3. Ber fchiebenes. 122. Abt. Biesbort. 7% Uhr Lokal Borath. Maraabner Str. Si. Bortrag des Genofien Sonneburg über: Die Eiszeit." NO 124. Abt. Mahlsdorf. 7% Uhr bei Aieders, Bahnhofstraße. Bortrag des Ge noffen Stadtrat Herrmann über: Die tommenden Reichstagswahlen." 123. Abt. Weißenfee. 7 Ubr Mitgliederversammlung bei Gallas( Brälaten). Bankow. 128. Abt. 7% br Beichensaal der Schule Raiser- Stiebrich- Straße. Bortrag bes Genoffen Stadtrat Schneiber über: Der Bartettap. Die Gruppenführer werben gebeten, einzulaben. 120/130. Abt. 7% he bei Bater, Mahlenstr. 12. Bortrag über: Der Barteitag." Referent: Genoffe Richter, M. b. 2. 131. Abt. Ricberschönhausen. 73 Uhr Badlabenb Bei Schönbers, Lindenstraße. Bortrag bes Genoffen Bildung über: Barteitag und Reichstagswahl. Babl ber Delegierten zum Dezir stag. 133. st. Buchhols. 7 or Bei Rofiad, Sauptstr. 72, Bablabenb. 134. Abt, Bach. Der Bablabenb finbet nicht am 18., fondern Mittwoch, ben 20 Februar, 7 Uhr, bei Bobung ftatt. Thema: Die fächfifche Bolitik und die Sozialbemofratie." Referent: Genofle Seeper. 136. Abt. Reinidenborf- Ch. 7 Uhr Gorllegung ber Riiglieberberfammlung bom 30. Januar 1924. Stellungnahme zur Reichstagswahl, nfstellung der Kandidaten. Wahl der Delegierten aum Bezirtstag. Bünktliches Erscheinen Pflicht. 138. Abt. Dermödorf. 8 Uhr Cbzeum Gumboldtftraße. Bortrag: Die Auf gabe des Parteitages in Berlin." Referent: Genoffe Gris Roch. 139. Abt. Tegel. 7% Uhr Jugendbeim, Bahnhofstraße. Stellungnahme zum Bezirkstag. Anträge, Berschiebenes. 141. Abt. Nafenthal. 7 Uhr bei Schmid, Binbenallee 43. Bablabenb. Bor trag des Genoffen Klodt, M. b. L., fiber:.Die poliitfche Lage. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 13. Februar: 110. t. Grünan. 7% Uhr bei Blum, Mittelftc. 10, Gemeindehaus. Uebermorgen, Donnerstag, den 14. Februar: 19. st. 7 Uhr gemeinschaftlicher Sablabend Graue Schule, Gothenburger Straße 32. Aut. 7 Uhr Bet Schmidt, Fruchtftr. 38a, Mitglieberberfammlung und Bablabend. Wahl der Delegierten au den Kreisbertreterfonferenzen, zum Begirlstag und Barteitag. Stellungnahme au ben Reichstagslandiba turen. Jebes Mitglied muß erscheinen. 86. Abt. Mariendorf. 7% or Mitgliederversammlung Schulaula Rönig ftraße. Thema: Der bevorstehende Barteitag in Berlin," Referent: Genosse Richard Arille. Jugendveranstaltungen. 48, Abt. 75 Uhr bei Gliefing. Waffertorftr. 68, Mitgliederversammlung. Zagesordnung: 1. Bortrag. 2. Stellungnahme zum Beziristag. Die Mitgliedsbücher find mitzubringen. Charlottenburg. 51. Abt. 7 Uhr bei Echellbach, Königin- Elifabeth- Str.& Bortrag des Genossen Maz Urich Aber: Radolid und Ausblick." Heute, Dienstag, den 12. Jebruar, 7% Uhr: 52. Abt. 7% Uhr bei Büttner, taiferin- Augusta- Alee 81. Sein Trink 53. t. Binitlich 7 Uhr Mitgliederversammlung. Beichen. Krenzberg: Lotal ven Reufner, Segelberger Str. 20a, Bertrag: Die awang. Bauern- Revolution", 2. Zeil. faal ber 29. Gemeindefchule, Wiebestraße, Eingang Kaiferin- Augufta- Anee. Marlenborf: Alte Schule, Dorfstr. 7: Bor Thema; Die Aufgaben des tommenden Bezirtstages und des Barteitrag: Märden. Reukölln III. Sugendheim, Bogatstr. 53, Bortrag: Uts pischer Sozialismus. 54. bt. 7½ or Seukölln IV: Schule Raise Friedrich- Straße 4, Bor tages." Referent: Genofle Franken, M. b. 2. trag: Stammt der Mensch vom Affen cb?" Rotbolt I: Schule Georgen Jugendheim, Rofinenftr. 4. Tagesordnung: Der Berliner Barieltag und feine Aufgaben." Referent: Genosse Bernhard Krüger.. 2. Stellung Norboft II: Saule Danziger Fird, straße 2, Vortrag: Religion der Bölfer." Str. 23, Distuffon: Wie tonnen wir in der Gruppe gemeinschaftlich leben bon Anträgen und Wahl von Delegierten zum Begirtstag. Die Gruppenund wirken" führer laden ein. 36. Abt. 7% Uhr Reiuidendorf- Oft: Geebab, Resibenafte. 46, Distuffion: ( Jeder bringt ein Brikett mit.) Das Berhalten zwischen Burschen und Mäbeln." Rosenthal: Schule Schiller Schulaula Bestalozziftr. 40. Tagesordnung: Wahl des Abteilungsbor ftandes und ber Delegierten zum Begirtstag. Die Beairlsführer werden ftraße, Vortrag Der Bauerntrieg". Brenzlauer Borflabt: Babeftanlat Obez -57. Abt. 7% Uhr bei Zbunad, ielandftr. 4. berger Str. 57, Glasbrenner". erfucht, einzuladen. Schönhauser Borladt: Schule Gotenburger Bortrag des Genoffen Stiefifch über: Die Tommenden Reichstagswahlen." Str. 20, Bortrag: Jungfosialisten und wir. Echöneberg I: Jugendheim, Rubens, Ede pauptstraße, Bortrag: Demokratie ober Diktatur. teg 58. 61. 7% Uhr im großen Sigungsfaal Ranteftr. 4. Bortrag des Genoffen Dr. Rarfen über: Die große franzöfifche ebolution," Ilg 1: Jugendheim. Albrechtfit. 46, Mitgliederversammlung. Stel Beften: Bay lungnahme zum Bezirksparteitag. gemertsschule, Aurfürfienfir, 145, Borhag: Soziale Bewegungen( Schluß). Wanafee: Schule Charlottenstraße, Bortrag: SS. und feruelle Frage. Wilmersdorf Balenfee, Samargendorf: Gemeinsame Mitgliederverfamm Tung im Jugendheim. Wilmersdorf, Hildegardstr. 4. 67. Abt. Grunewald. 7 Uhr Reft. Lindened, Subertusbaberstr. 8. Bortrag ber Genoffin Wachenbein über: Die Reichstagswahlen." 68. Abt. Dafenfce. 7% Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Bortrag bes Genoffen Dr. Korach über: Die politische Lage und die Aufgaben bes Barteitages." Wilmersdorf. 69. t. 7 Uhr Set Wolter, Uhlandstr. 108/109. Vortrag über:„ Der Barteitag." Referent: Genoffin Soni Jensen, M. d. 2. Bablen zum Bezirksfag. 70. Abt. 7% Uhr Bablabend bei Alberts, Holsteinische Str. 60. Bortrag bes Genoffen Theifinger, Wichtige Tages ordnung. Bahlreiches Erscheinen notwendig. 71. u. 72. Abt. 7% übr gemeinsamer Bablabend im Beichensaal der Gemeindeschule Koblenzer Straße. Genoffe Richter fpricht über: Partet und Landwirtschaft." DTRIFEFFFFTTCET Detsausfärg für Jugendpfl ge Neuköln. Der Rino Abend: Shackletons Tobesfahrt nach dem Eldpol" finbet heute, Diens. tag, abenbs 7 Uhr, in ber Rathenau- Schule, Bobbinftr. 34, flatt. Rarten für Jugendliche 30 Bf. und für Erwachsene 60 Bf. find am Saaleingang au haben. NEUE A BC WELTBEKANNTE BATSCHARI QUALITÄTSMARKEN Fiat White Star Eden GL Arbeiter- Sport Eislauf. A A Räftig- Borwärts 1913 Rentöln fucht für seine und 2. Männermannschaft einen spielstarten Gegner für den 17. Februar auf Gegners Blag. 2. März und 16. März beziehungsweise 23 März auf eigenem und 30. April und 6. April auf Gegners Play. Rufchriften an Billy Rier, Neukölln, Johann- Huß- Str. 5. neuer Der Kunstläufer zeichnen die Figuren auf die Fläche. Auf dem rechten Fuß vollf ihren sie einen Bogen vorwärts auswärts, treten Jiu- Jitja im Arbeiter- Athleten- Bund. Am Sonntag, den 17. Februar, beginnt ein bann auf den linten Fuß über, ebenfalls zum Bogen vorwärts Jiu Jitsu Rursus ber Sport!. Ber. einigung Rordost". Alle Vereine, die gewillt find, Jiu- Jitsu in ihren auswärts: das ist der Bogen achter, weil die gezeichnete Figur uebungsbetrieb aufzunehmen und eine Jiu- Jitsu- Abteilung zu gründen, wer. aie eine 8 aussieht. Dieselbe Figur entsteht, wenn man die Bogen den aufgefordert, zu diesem Kurfus zwei Sportsgenoffen zu entfenden. Die corwärts einwärts macht, ist aber schon schwieriger. Rückwärts Ausbildung wird über die eigentliche Aursusdauer von acht Wochen hinaus. gehen und ungefähr 4 Monate unfaffen. Gelehrt werden Jiu- Jitsu- Freitann man ebenfalls den Achter auswärts und einmärts laufen, ubungen, Jiu- Jitsu, als Straßenverteidigung und Jiu- Jitsu- Ringen. wenn man fleißig übt und die Geduld nicht verliert. Vorausseßung Rurfus findet regelmäßig Sonntags 10-12 Uhr in der Sporthalle Chi ist zunächst eine richtige Körperholtung. Der Spielfuß stößt beim burger Str. 7 statt. Anmeldung Dienstag oder Freitag 28-110 Uhr abends ebendort. Bogenlauf vom Eise ab und schwingt aufwärts im leichten Schwung Zurn- und Sportverein Fichte". 4. Gruppe. Am Sonnabend, ben 1. März, am Standfuß, der den Bogen beschreibt, vorbei. Der Körper neigt findet abends 7 Uhr im Lokal von Krüger, Buttliger Str. 10, die BiertelDie Turnzeiten nach der Bogenfeite, die Knie sind leicht gebeugt, die Spielbeinschuljahresversammlung der Männer- und Jugendabteilung ftatt. ber Abteilungen find jest folgende: Männerabteilung: Dienstag und Freitag ter zurückgezogen. Diese Brundübung des Bogenlaufs muß immer 8-10 Uhr Turnhalle Siemensstr. 20. Ab 1. April Dienstag 8-10 Uhr Turnwieder repe.iert werden. Leichte Beweglichkeit des ganzen Körpers halle Rirschner- Oberrealschule, Turmftr. 75. Jugendabteilung: Montag und ist Boraussetzung für den sportlichen und schönheitlichen Wert der Mittwoch, 7-9 Uhr, Turnhalle Waldenserstr. 20. Jungmädchenabteilung: Dienstag und Freitag 8-10 Uhr Turnhalle Waldenserstr. 20. 4a- AnabenCislaufübungen. Der Louf des Standfußes soll dirigiert werden abteilung. Freitag 6-8 Uhr Turnhalle Rirscher- Oberrealschule, Turmftr. 75. durch das Schwingen des Spielbeins, Drehungen und Veränderun 4b- Knabenabteilung Freitag 6-8 Uhr Turnhalle Quizowstr. 115. 4a- Mäd gen der Schulterhaltung. Das sehen wir z. B. beim Schlan. den- Abteilung: Dienstag 6-8 Uhr Turnhalle Quikow str. 115. Ab 1. April genbogen vorwärts auswärts zum vorwärts einwärts. Hier Donnerstag 4-6 Uhr Turnhalle Rirschner- Oberrealschule, Turmftr. 75. 4b. Donnerstag 6-8 Uhr Turnhalle Siemensstr. 20. Am bewegt sich der Spielfuß beim Auswärtsbogen dicht am Standfuß Sonnabend, den 16. Februar, abends 7 Uhr, findet im großen Gaale des vorbei ,, die Spielfußschulter wird nach vorn genommen, so daß der ,, Moabiter Gesellschaftshaufes", Wiclefftr. 24, die Feier des 29jährigen Be stehens ber Männerabteilung statt. Alle ehemaligen Miitglieder werden zur gleitende Schlitts hub start auf die Außenfante tommt. Run mird Teilnahme eingeladen. ber Spielfuß zurüdgefchwungen, die Spielfußschulter zurüdgczogen, so daß infolge Veränderung des Schwerpunktes der gleitende Schlittschuh die Rante wechselt und nur ein Vorwärtseinwärtstogen entsteht und der Schlangenbogen ist fertig. Biel geübt werden noch der Dreier und die Wende, die ebenfalls durch Drehungen Der Schulter und Kantenwechsel des Schlittschuhs herbeigeführt wer ben. Das Kürlaufen besteht aus einer Berbindung des Echnell. laufs mit dem Figurenlaufen und stellt hohe Anforderungen an den Kunstläufer. Der Eislauf ist Boltsfache geworden, ohne daß alle Schlittschuhläufer die Absicht haben, es zum Runftläufer zu bringen. Wer zum erstenmal auf dem Eis ist, gehe in ganz leinen Schritten, ben Körper leicht vorgebeugt, die Fußspißen mäßig nach auswärtsgerichtet, Me Knie leidt gebeugt. Ein Fuß wird vor den anderen gestellt, aber fo, daß sie sich nicht berühren, bleiben also eng beieinander. Fühlt man sich einem Sturz nahe, so lasse man sofort die Kaie nach, der Fall geht dann longsam vor sich. Nach einiger lebung im Gehen wird der Anfänger merken, daß seine gehende Bewegung allmählich in eine langsam glettende übergegangen ist und er fuche nun diefe Gleitbewegung auf dem einen Fuße dadurch zu verlängern, daß er mit dem anderen Fuße träftig obdrückt. Wer bas Borwärtslaufen gut erlernt hat, versuche es mit dem Rüd. märtslaufen. Hierbei stellt man sich so auf das Eis, daß beide Füße porallel zueinander stehen, Saß aber ein Fuß und die Schulter der gleichen Gcite etwas vorgenommen sind. Der vorgestellte Fuß und Schulter werden nun zurüdgenommen, so daß ein fleiner Rückwärtsbogen entsteht. Dann folgt diefelbe Uebung gegen. gleich und fo fort. Bei einiger Geschicklichkeit lernt man den Rück wärtslauf sehr schnell und wird um so größere Freude am schönen Eislauffport haben. Freier Ruder- und Kanubund. Der Bund ist herorgegangen aus bem 8ufammenschluß der Stuberer unb Ranufahrer und wurde am 1. Juli 1923 gegründet. Er bildet eine felbständige Spatie im eiter- Turn- und Sportbund" und umfaßt alle diefem Spigen verband angehörenden Bereine, soweit sie bas Rudern und Ranufahren forts mäßig betreiben. Der Groß Berliner Gruppe gehören 11 Ber. eine an, bie burch ihre alljährlich im Juli ftattfindende Regatta in Grünau, or sowie durch Beteiligung an ben großen Arbeiter- Sportfesten in der Arbeiter bevölkerung viele Anhänger hat. 3m Reiche sind Bereine in Magdeburg, Braunschweig, Salle a. d. 6., Stettin, Hamburg, Bremen, Lubed, Hannover, Leipzig, Dresden, Düsseldorf, Dortmund, Hamborn Reutlingen, Gelsenfirchen, Breslau, Forft, Linz a. b. D., Bien angeschlossen. Trog der bedauerlichen Fatfache, daß viele Arbeiter noch bürgerlichen oder neutralen" Bereinen an gehören, tommen doch aus allen Teilen des Reiches Melbungen von Bereins. gründungen. Ein erfreuliches Beichen filz bie beginnende Erkenntnis, daß die Arbeiter wie im politischen, fo auch im gesellschaftlichen Leben an die Geite threr Klaffengenoffen gehören. Die Erstrebung des Bieles, möglichst vielen die Ausübung des Rudersports zu ermöglichen, wird zurzeit start gehemmt durch bie hohen Materialpreise und das Fehlen von Bootshäusern und Plägen. Da. ger lönnen die Bereine nur vereinzelt Aufnahmegefuchen stattgeben. Umsomehr Ist es Pflicht der Arbeiter, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, bas bie Bereine, deren Mitglieder fie finb, ber Arbeitersportorganisation zugeführt Mädchenabteilung. mannftr. 6. Soden Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Geselligkeitsausschuß Sigung bei Möller, Mendelssohnftr. 14. Sonnabend, 7 Uhr, Sigung der Rinderturnwarte bei Möller, Mendelssohnftr. 14. Sonntag, 17. Februar, 9 Uhr vorm., Zusammenturnen aller Jugendabteilungen Turnhalle StraßAthletik- Sport- Club e. B. Leichtathletik Handball Rudern. Jeden Dienstag, abends 7 Uhr: Badeabend in der Städtischen Badeanstalt lichen Sugend in der Turnhalle ber 115. und 237. Gemeindeschule. Stalizer Schillingsbride. Seben Freitag, abends 7 Uhr: Hallentraining der männ Str. 55/56. abends 28 Uhr: Hallentraining ber meiblichen Jugend in ber Turnhalle ber 46. Gemeindeschule, Lausiker Plak 9. Jeden Sonntag vormittag 10 Uhr: Waldlauf im Blenterwald. Unkleidelokal: Fichtevlak, Baumschulen weg, Eichbufch- Allee; Schriftführer der Soden- Abteilung: Hans Jogszat, Berlin D., Caprivistr. 4; Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin RB. 87, Bingendorfstraße 7. Berliner Arbeiter- Schwimm- Berein Freiheit". Am 15. Februar 1924 Generalversammlung im Bereinslokal, Baul Hendel, Schönhauser Allee 156. Jugendversammlung jeden Dienstag, 7 Uhr, in der 117. Gemeinbeschule, Eberswalder Str. 10. Berliner Swimm- Union 1913. Donnerstag, den 14. Februar 1924, abbs. T½ Uhr. Monatsfigung im Bereinslokal von Torno, GO, 16, Michaelfirchstr. 28. Da wichtige Tagesordnung, ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder über 17 Jahre Pflicht. Die Uebungsstunden finden jeden Freitag non 47-49 Uhr in Stadtbad Friedrichshain( An der Schillingsbrüde) statt. Mitgliedsbücher find ftets vorjuzeigen. Freie Edwimmer" Steglitz G. B. Die Uebungsstunden finden jest jeden Mittwoch von 7-10 Uhr abends im Stadthab Steglig, Bergftr. 90, ftatt. Unter fachgemäßer Leitung wird für weitere Ausbildung und Schwimmunterricht Gorge getragen. Aufnahmen neuer Mitglieder in den Uebungsstunden. GB. ,, Borwärts" Berlin 1897. Gonnabend, den 16. Februar 1924, Vereins schwimmwarte- Gigung 8 Uhr abends beim Schwimmgenossen Emil Masello, Lichtenberg Hauptstr. 6. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Freie fenographische Bereinigung Stolze- Schrey" Groß- Berlin, nimmt noch Teilnehmer an für folgende Kurse: Beairt Often: Schule Straß mannstraße 6, Anfängerkursus Dienstag. Fortbildungsfurfus Freitag. Be. air? Neukölln: Schule Boddinftr. 54/55, Anfängerkursus Freitag, Fort. bildungsfurfus Donnerstag: Bezirt Oberschöneweide: Gymnasium, Zeppelinite. Anfängerkursus Montag, Fortbildungsturfus Montag. Alle Rurfe finden ftatt von 8-10 Uhr abends. Näheres bei den Anmeldungen in den Bezirken. Deutscher Radioklub e. B. Mittwoch, den 13. Februar, in der Technischen Sochschule, Erweiterungsbau, Gaal 301( Besteingang), 7 Uhr abends, Berfammlung file Mitglieder und Gäste. Dr. Hausdorff wird u. a. feinen neuen Lautsprecher vorführen. Herr Riepfa fpricht über Das Problem des Lautsprechers". im Englischer Sprachaicket. Jeben Mittwoch, von 8-10 Uhr finden die 8u fammenfünfte des English Converfational Club 1909 Restaurant von Bäht, Stralauer Afee, Ede Warschauer Plaz( am Hochbahn. hof Stralauer Tor), ftatt. 3wed ber Abende ist, die Unterhaltung in englischer Sprache zu pflegen. Damen und Herren find als Gäste stets willkommen. Arbeiter Mandoliniften- Bund. Am 18. Februar, abends 28 Uhr, Bezirks belegiertenfigung bei Brandies, Stralauer Str. 10. Am 22. März: Gau Brandenburg, Gaufeft im Gaolbau Friedrichshain. Abends 7 Uhr. 23. März: Gaubelegiertentagung vormittags 9 Uhr. Lotal wird noch bekanntgegeben. werben. Auskunft über Anschlußbedingungen erteilen: Für den Ruder port: Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel B. Stügelmaier, Berlin- Stralau, Friedrich- Junge- Str. 7. Für den Kanusport: Erich Schünemann, Berlin- Reutöln, Raifer- Friedrich- Str. 166. Handball Groß- Berlin. Gertenfpiele am 17. februar. Gruppe Gib. Plat Mariendorf, Rennbahn. Männer: 10-11 Wilmersdorf I- Neukölln 4 I( Cren- Butter), 11,10-12,10 Reukölln 1 1- Groß- Berlin- Süden( Neukölln 4); Jugend: 2.30 bis 3.30 Fichte- Süd 1- Reukölln 41( Gramsch- Maffenth); Frauen: 3.40 bis 4.20 Fichte- Sild I- Groß- Berlin- Wedding( Schöneberg). Blaz Hohenschönhausen, Sommerstraße. Männer: 9-10 Fichte- Ost II- Fichte 22 II( Webbing II), 10.10-1.10 Fichte- Oft I- Wildau 1( Stephan- Rable), 11.20-12.20 Wedding II gegen Neukölln 4 II( Fichte- Ost). Frauen: Hippodromplag Tiergarten. 9.30 Moabit- Groß- Berlin- Güden( Möllner- Eide). Grupp Rorb. Pleg Tegel, Graf- Rödern- Straße. Männer: 9.30-10.30 Tegel II- Fichte 25 II ( Lorenz- Schlag); 3ugend: 10.40-11.40 Tegel I- Spandau I( Fichte 25); Männer: 1.30-2.30 Tegel I- Fichte 16 I( Dittmann- Beder), 2.40-3.40 Seiligenfee- Weißenfee( Schwarz- Stimming). Plag Reinidendorf, Scharn weberstraße. Wänner: 9.00-10.00 Wedding I- Moabit I( Dall- Genth), 10.00-11.10 Fichte 25 1- Spandau I( Bolte- Hoppe); Frauen: 11.20-12,00 Fichte II- Spandau I( Wedding). Männet: 1.00 Gezienspiele am 24. Februat. Gruppe Süb. Blah Wilbau an der Kirche. Männer: 10.00 Bilbau I- Neukölln 41( Fichte 22), 11.10 Fichte 22 1- Wilmersdorf I( Miller- Tettschlag). Blaz Mariendorf, Rennbahn. Jugend: Fichte- Sud- Groß- Berlin- Süden( Gramsch- Maffenth); Frauen: 2.10 Fidte- Gud- Groß- Berlin- Gülden( Reukölln I); Männer: 8.00 Fiate- Süd- Fichte- Ost( Reutöln 1) plaz Hohenschönhausen, Sommerstr. 9.45 Fichte Oft I- Reukölln 4 11( Reukölln I- Schöneberg); Jugend: 11.00 Neukölln J- Schöneberg( Neukölln IV). Gruppe Nord. Blaz Scharnweberstraße. Reinidendorf, Jugend: 9.00 Fichte 25- Spandau ( Seiligenfee); Männer: 10.10 Seiligensee I- Spandan I( Dall- Genth), 11.20 ( Spandau); 12.30 Frauen: Fichte 25 I- Wedding II Moabit- Fichte II Fichte 25); Jugend: Tegel- Wedding( Lorenz- Schlag); Männer: 2.30 Orog- Berlin- Norben I- Wedding I( Wegner- Burchard), 3.40 Fichte 25 1 gegen Moabit I( Bolte- Hoppe). Minerva I. Borfigwalde gegen Rüflig- Berwärts Reztön.( Resultat 2: 4, Balbzeit 0: 1.) Die Mannschaften teaten in stärkster Aufstellung an, RB., geht gleich fräftig vor und legt sich vor das Minerva- Tor. RB. findet sich und mun with bas Spiel verteilt. In der 32. Min. gelingt es NB., ein Tor vor. zulegen. Nach Salbzeit wird R. leicht überlegen und die Mitte tann zwet. mal einfenben. Minerva gelingt es, zwei Tore aufzuholen, doch RV. stellte das Refultat auf 4: 2. Go bleibt Rüftig- Vorwärts verdienter Sieger. Borher fpielten bie 2. Mannschaften 3: 1 für NB. Sahu Nährflocks In den Küchen der berühmtesten Welthotels wie in der einfachsten bürgerlichen Küche aller zivilisierten Länder, besonders auch in Nordamerika und England, finden Nährflocks tägliche Verwendung. Ihre Beliebtheit als unentbehrliches Nahrungsmittel verdanken sie ihrem großen Wohlgeschmack, ihrer Tischbereitheit( kein Kochen), Leichtverdaulichkeit( besonders ( besonders wohltuend für Kranke und Kinder) und ihrer sättigenden Wirkung. Zu haben in a len einschlägigen Geschäften. ihrer und im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung vom Montag, den 11. Februar Hafergrütze, lose.... Maispuder, lose Maisgrieß Ro genmehl 0/1 Weizengrieẞ Hartgrieß 20,25-20,55 Röstgetreide, lose 170,00-205,00 16.80-18,00 21,00-23,00 Inlandszucker basis mel. 38,9-39,00 16,00 Wirtschaft Die„ Polififierung" der Dampffeffel. Zu dem Artikel in Nr. 65 des" Borwärts" vom Freitag, den 8. Februar, fchreibt uns ein Heizer: Die heutige Dampfteffelüberwachung durch die Bereinigung der Reffelbefizer, die ein rein privates Unternehmer ist, ist alles andere, nur feine Selbstverwaltung. Das soll durch den Erlag des Handels. minifteriums anders werden. Wie nötig die Mitarbeit der Heizer bei der Dampffeffelüberwachung ist, beweisen die folgenden Bet fpiele aus der Praxis: Ein Großgutsbesiger, der natürlich Mitglied des Dampftessel vereins ist, schreibt an diesen:„ Ich bitte, Ihre so tostspieligen Revifionen einzustellen und mich mit den Rechnungen zu verschonen." Ein Großbetrieb fauft einen Refsel von bisher 20 Atmosphären Drud. Die zuständigen Refselrevisoren tönnen infolge Abnuzung den Reffel nur noch mit 15 Atmosphären Drud genehmigen. Der Großbetrieb verlangt von den Revisionsingenieuren, deren Arbeit geber er als Mitglied des Kesselvereins ist, da dieser die Revisionsingenieure anstellt, den Keffel doch wieder für 20 Atmosphären zu genehmigen. Ob dann über turz oder lang ein Unglück passiert, bei den: Arbeiter in Stüde geriffen werden, das fümmert diese Männer nicht. Aber sie heten gegen den so notwendigen Erlaß des Handels ministers. Der Erlaß des Handelsminifteriums, das doch gewiß auf diesem Gebiet noch ganz andere Erfahrungen hat, treffen den Nagel auf den Kopf. Aber es ist ja ein sozialdemokratischer Minister, der diefes verfügt, daher die grenzenlose Wut der Kesselbefizer. Die Köln. Zeitung" bringt einen Artikel, überschrieben:„ Der Dampfteffel im Dienst des Sozialismus." Erst waren wir verblüfft, haben dann aber lange nicht so gelacht wie über diesen hanebüdenen Unsinn. Die Köln. 3tg." scheint zu fürchten, daß verfügt wird, alle Dampftessel müssen sofort rot angestrichen werden". Revisionsvereinen ausgeübt werden. Die von den Vereinen ange Fest steht, daß die Revisionsbefugnisse von den Kesselbefizerstellten Revisionsingenieure Arbeitnehmer find Der Refselbesiter. Sie sind daher von ihnen abhängig. Gehen fie streng unparteiisch, sachlich und objektiv vor, fallen sie natürlich bei den Keffelbefizern unangenehm auf. Was dies bedeutet, weiß jeder, der die Einstellung der Arbeitgeber fennt. Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer fordert die Berstaatlichung des Revisionswefens. Der Handelsminister lehnte dies ab. Die neuen Bestimmungen sehen die Errichtung Don Arbeitsausschüssen vor. Sie sollen paritätisch von Arbeitgebern, Resselingenieuren, Refselerbauern und Arbeitnehmern gebildet werden. Das ist das Brinzip wirklicher Selbstverwaltung. Die zuständigen Gewerberäte sollen in den Ausschüssen den Vorsig führen. Daß der Handelsminister sich von strenger Unparteilichkeit hat leiten lassen, beweist, daß unter den Arbeitnehmern auch die Bertreter der christlichen und Hirsch Dunderfchen Gewerffchaften Sig und Stimme haben. Aber auch gegen die Mitu- irfung der Gewerbeaufsichtsbeamten macht man Front. Hat man doch einem Gewerberat, der über einen Betrieb ein Gutachten des Resfelüberwachungsvereins haben wollte, gefchrieben:„ Das Gutachten tönnen wir der Gewerbeaufsichts behörde nicht geben, meil uns der Betriebsinhaber dies verboten hat!" Das illuftriert wohl die jetzige unhaltbarkeit der bisherigen Art der Kesselrevisionen am allerbesten. Unser Außenhandel im Jahre 1923. Der Dezember stand, wie das ganze Jahr 1923, unter dem Zeichen des Ruhreinbruchs. Die Bertreibung der Zollbeamten des besetzten Gebietes machte die Außenhandelsstatistik lüdenhaft, da ein Teil des Außenhandels dieses Gebietes erfaßt wurde, ein Tei aber nicht, chne daß festgestellt werden fann, wie groß der in der Statistik nicht enthaltene Teil bei der Einfuhr oder bei der Ausfuhr ist. Sie gibt jedoch Anhaltspunkte für die Beurteilung des Wertumsches im Deutschen Außenhandel ab. Troß der feit 1913 eingetretenen Breissteigerung auf dem Weit marft beträgt die Einfuhr nur etwa 54 roz. und die Ausfuhr nur etwa 59,5 Proz. der Einfuhr bzw. Ausfuhr von 1913. Schaltet man aber die Preissteigerung aus und berechnet den Außenhandel für 1923 mit den Preisen von 1913, fa ergibt sich bei der Einfuhr ein Rüd gang auf etwa 43 Broz und bei der Ausfuhr ein folder auf etwa 52,5 Proz. Die letzteren Zahlen brücken die Berringerung des deutschen Außenhandels am schärfsten aus, weil sie die Berringerung der bewegten Mengen anzeigen. offiziell festgestellt durch den Landesverband Berlin und Brandenburg des Reichsverbandes des Deutschen Nahrungsmittel- Großhandels E. V. Berlin Im einzelnen ist vor allem auf die Einfuhr an Lebens. Die Preise verstehen sich in Gold- M. für 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin, und Futtermitteln hinzuweisen. Während die Einfuhr von Gerstengraupen, lose 14.75-15,15| Rohkaffee Brasil Gerstengrütze, lose 14,75-15,15 Röstkaffee Zentralam... 300,00-400,00 Beizen auch im Dezember auf ihrem niedrigen Stande verharrt, Haferflocken, lose.... 14,35-15,00 Röstkaffee Brasil 220.00-270,00 ift diejenige von Roggen wiederum erheblich gestiegen. Im ganzen 15,25-16,09 Malzkaffee, gepackt... 23,00-26,00 Jahre 1923 war die Roggeneinfuhr etwa doppelt so groß wie die Weizeneinfuhr, während sie im Borjohre weniger als die Hälfte und im Jahre 1913 meniger als ein Siebentel von dieser betrug. Meh! und andere Müllereierzeugnisse sowie Fleischwaren haben ihre Steigerung in der Einfuhr fortgefeßt. Bei Mehl und Mülleret. erzeugnissen wurde im ganzen Jahre 1923 eine Höhe von 1603 Doppelgentnern erreicht gegenüber 331 Doppelzentnern im Borjahre und 197 Doppelzentnern im Jahre 1913. Fleischwaren wurden im Jahre 1923 in Höhe von 1181 Doppelzentnern eingeführt gegenüber 770 Doppelzentner im Jahre 1922 und 672 Doppelgentner im Jahre 1913. Molkereiprodukte wurden im Dezember gleichfalls in etwas höherem Maße hereingebracht, aber im ganzen Jahre in einer verfawindend geringen Menge gegenüber 1913, während die Einfuhr von Schmalz. Rindertalg und Margarine fast Borfricgshöhe erreicht und diejenige von pflanzlichen Delen und Fetten fogar die Borkriegshöhe überschritten hat. 71% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speisee bsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, Perl Langbonnen. handverles. Linsen, kleine. Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni, lose. Schnittnude n, lose. Burma II unglasiert Siam Patna I glasiert. Grober Bruchreis. Reisgrieß u.-mehl, lose Rinpäpfel, amerik. extra choice Getr. Pflaumen. 4 23,50 23,75 Kakaopu ver stark entot 100,00-130.00 11,75-12,25 Kakaopulver, nicht entölt 13 00-159,00 16,5-17,50 Tee in Kisten Souchon. 350,00-3800 13.00 15,00 Inlandszucker Raffinade 41,00-43 00 20,50 Zucker Würfel....... 46,00-47.00 19.09-23,00 Kunsthonig 40, 0-44,80 15,00-17,00 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-111,50 21,00-22,00 Marmelade Vierirucht 35,09-50,00 29 50- 30,80 Steinsalz in Säcken 3,70-4,00 25,00-33,00 Steinsalz in Packung 36,90-40,00 Siedesalz in Säcken 40.00-45.00 Siedesalz in Packung 16,5-17,30 Bratenschmalz in Tierces 36,00-38,00 Purelard in Tierces 21,00-24,00 Speisetalg in Packung 17,00 20,00 Speisetale in Kübeln 24,50-27,00 Margarine, Handelsm. 1 16,50-18,40 deset l 13,40- 14,25 Margarine, Spezialm. I.. desgl. II. 115,00-125,00 Molkereibutter. 4,334,00 5,40 5.88 72,00- 73,00 69,00-72,00 48,00 50,00 45,00-48,00 56,9 76,00 57,00-59,00 4,80- 5,20 46,00-43,00 Unter den industriellen Rohstoffen ist eine bedeutende 43,03-48.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 Einfuhrvermehrung bei Wolle und eine geringere bei Korinthen in Kist. choice Sultaninen in Kis'en. Mandeln, bittere Bari Mandeln, süße Avola.. Tilsiter Käse, vollfett Kassia Vera 110,00-120.00 Tilsiter Käse, halbfett. Kümmel, holländischer. 145,00-150,0 Ausl. ungezuck. CondensSchwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 milch 48/16. Weißer Pfeffer. 130 09-141,00 Inländische desgl. 48/12 Rohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden 80,00-90,00 Speck, gesalzen, fett. 85,00-100,00 Quadratkäse. 130,00-150 00 Quarkkäse 145,00-160,00 115,00-125,00 Baumwolle festzustellen. Dagegen ist diejenige von Steintohien 50,00-69.00 und insbesondere von Rots zurückgegangen. Sie liegt bei Stein50,00-70,00 fohle mit über 15 millionen Doppelzeninern etwa um die Hälfte 65,00-75,00 höher als der Monatsdurchschnitt des Vorjahres und nähert sich im ganzen Jahre 1923 mit etwa 25 Millionen Doppelzentnern dem 25,00 25,00 19,00-20,00 2½ fachen des ganzen Vorjahres. Darin spiegeln sich die Aus. 29,00-310 wirtungen des Ruhrkampfes wider. Eine sehr starke Bermin derung hat die Einfuhr von Eisenerzen erfahren. Sie Zigarrenhändler Wir verkaufen Zigarren und GarbatyZigaretten zu allerbilligsten Tagespreisen u. geben diese nur an Wiederverkäuter ab. ,, Haverga 66 Berlin C. 54 Rosenthaler Strasse 601. Feraruf: Norden 6484 a. 648%. Nähgarne Zigaretten Sternzwirne- Twist Hosenträger, Gummiband, Kämme, Gentel aus reinem Orientu. Kurzwaren weit unter Tagespreis. tabat, mit Gold Säusler, Beuthstraße 18. Mertur 6389 Roit ut. D./, dick, rund, 1150 p. Mille Witkower, Andreasftraße 24 ( Schlesischer Bahuh) Beickels Husten tropfen helfen sicher in Droger. u. 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Voraussichtlich werde eine solche Schließuna auch nicht erfolgen. REEMTSMA AG CIGARETTENFABRIK ALTONA- BAHRENFELD soll dem Bedürfnis eines starken Cigaretten- Verbrauchers entsprechen. Sie wurde aus vorwiegend milden macedonischen und türkischen Tabaken hergestellt und mit Samsountabaken leicht gewürzt, so daß selbst bei starkem Verbrauch der Cigarette keine Geschmacksermüdung eintritt. Wir tellen den Freunden dieser Sorte mit, daß wir auf Grund unseres direkten Einkaufs im Orient und erhöhter Wirtschaftlichkelt der Betriebe den Preis sehr niedrig festlegen konnten und zwar auf Babiplatate Hergestellt, die von durch Ichlagender Wirkung find. Sie dienen allen Werbezwecken der 0. G. 9. D. Muster gegen 1 mark. Buchdruckerei Selebr. Mever& Co. Lübecker Dollsbote Lübeck. 4 W Neue Welt e Inhaber: A. Scholz Hasenbelde 108-114 Täglich: BOCKBIER- FEST in den bayerischen Alpen. Kapellen Bayerische Mad'! Rutschbahn 8 Prämile Dienstag, den 12. 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Die Verfahren schweben Bewerbungen mit Lebenslauf u Zeugnissen sind b.s zum 29. Februar d. J. an den unterzeich neten Stadtverordneten- Vorsteher zu richten Schlag, Stadtverordneten- Vorsteher