Abendausgabe Nr. 7241. Jahrgang Ausgabe B Nr. 36 Bezugsbedingungen und Anzeigenprelle Find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: SIB. 68, Cindenstraße 3 Zerafprecher: Dönhof 292-295 Zel- breffe: Sozialdemotret Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Goldpfennig 70 Milliarden Dienstag 12 Februar 1924 Berlei und Angetgenabtetlusgi Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berlegt: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin 53. 68. Cindenstraße 3 Fernistecher: Dönben 2508-2592 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Gewerkschaften und Reparationen. Graßmann vor den Sachverständigen. die fulturellen Aufgaben Scharfmacher am Werk. Gegen Tarife und Schlichtungswesen. Bon Otto Schweizer. Die Erste Sachverständigenkommission unter dem Borsig| Hausbrands und der Beleuchtung wurden ausführlich dargelegt. Be. Ichen Arbeitgeberverbände", die Spizenorganisation der deut bes amerikanischen Generals Dawes hörte gestern, wie schon fonders beklagte Graßmann, daß furz gemeldet, den zweiten Borfizenden des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Genoffen Peter Graß mann, als Vertreter der Arbeitnehmerschaft, insbesondere der freien Gewerkschaften. $ Genosse Graßmann schilderte zunächst die gewerkschaftlichen Organisationsverhältnisse der deutschen Arbeitnehmerschaft und die Stellung der freien Gewerkschaften in ihnen. Er erinnerte baran, baß die freien Gewerkschaften vor allem es ftets gewefen feien, die für die Berständigung eingetreten wären und sich um prattische Borschläge zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs und Belgiens aufs ernstlichste bemüht hätten. Ihr Brinzip fei stets gewefen, die Reparationen dur Sachlieferungen, burch Arbeitsleistungen aufzubringen und dabei zu verhüten, daß neben den Kriegsgewinnlern auch noch Wiederaufbaugewinnler ent ftünden Um diese zu ernähren sei Arbeiterschweiß zu toftbar. Da für aber zu opfern, daß das deutsche Bolt und besonders die deutschen Arbeiter wieder frei würden, seien die Gewerkschaften stets bereit gewefen. Die Arbeiter liebten das Kapital nicht. Gelte das schon für das deutsche Kapital, so wäre es gegen Natur und Vernunft, wenn sie das ausländische Rapital mehr lieben follten. Daraus ergebe sich auch ihre Stellung zum Friedens. vertrag von Bersailles und zur Bolitit der Santtio nen, die zur Ruhrbesehung geführt habe. In diesen Dingen gebe es feine Trennungslinie im Bolt dem Ausland gegenüber. Genosse Graßmann schilderte dann in eingehenden Darstellungen die Lage der Arbeiter, Angestellten und Beam'en, die mit höchstens zwei Dritteln ihres Friedenseinkommens dies sei durchschnittlich der befte Fall für die stark gesteigerten Rosten ihrer Lebenshaltuna auftommen follten. Er zeigte das an der Hand zahlreicher, aus dem Leben gegriffener Beispiele und verwies auf den erschütternd wirkenden Rüd gang der wirtschaftlichen und gefund. heitlichen Berhältnisse. Angesichts diefer Schwächung ber Biderstandskraft und der Arbeitsfähigkeit sei die Aufrechterhaltung ber sozialpolitischen Einrichtungen unbedingte Pflicht. Wie es aber bamit im argen liegt, zeigte Graßmann an der Lage ber Rrantentassen, ber staatlichen Bersicherung, der Unterftügungseinrichtungen der Gewertschaften, und er wies auf bie tatastrophalen Folgen hin, die fich daraus für die der Fürsorge cm meisten bedürftigen Kinder, Alten und Erwerbsunfähigen er. geben. Die Roften ber miete, ber Ernährung, der Bekleidung, des Die Sanierung der deutschen Währung. Der Reichsbantpräsident Dr. Schacht gab heute vormittag einen furzen zufammenhängenden Ueberblid über die Gestaltung unserer Währung, wie sie durch die Beratungen mit dem Experten- Komitee in Aussicht steht Die in unserer 3mischenmährung fbeckenden Gefahren haben fich erst in den jüngst vergangenen Tagen recht deutlich gezeigt. In bem Ausmaße, in dem die deutsche Wirtschaft Rentenmarktrebite aufnimmt, verstärkt sich die Gefahr, daß die Rentenmart Funktionen fich auszuüben bemüht, die in ihr als einer im Ausland nicht gültigen Währung gar nicht vorhanden sind. So wirken die Ren'en martfrebite, je größer ihr Umfang wird, um fo mehr gefährdend für die Stabilität unserer Währung. Von diesem Angelpunkt aus arbeitete der Reichsbankpräsident vor den Experten feinen Bor schlag der deutschen Währungsreform aus. Die Goldnoten. daburch höchste Sicherheit gewähren, baß es im Ausland depo. niert wird. Die Geldnerenbant foll ein Kreditgeld, aber nicht ein allgemeines Umlaufmittel schaffen. Damit wären die Gefahren, bie in der Kreditgewährung auf der Basis der Renten mart liegen, beseitigt. Die Eachverständigentommission hat wefentlich weitergehende Pläne. Sie denkt an eine große, mit internationalen Mitteln aus. a flattete Bant, die das Gesamtproblem der deutschen Währungs farierung löfen foll und zugleich alle Banffunktionen, die aus den Reparet ons ahlungen ermachien, zu erlehinen haben mürde, Seit mehreren Wochen führt die Bereinigung ber Deut Ichen Arbeitgebercerbände, einen erbitterten Rampf gegen ben fogenannten Tarifzwang. 3hr Anfurm richtet sich gegen aufs schwerste fitten. Die Bekämpfung des Alkoholismus habe in gegen das in der Berordnung über das Schli das staatliche Schlichtungswesen im ganzen, oor allem aber Deutschland von einem anderen Bunft aus angejezt als in den tungswesen vom 30. Oftober 1923 erneut gefeßlich fun gewesen, durch Pflege des Bildungswefens, Borträge, Theater und und des Reichsarbeitsministers selbst zur Berbindlichkeitserklä angelsächsischen Ländern, die Arbeiterbewegung fei darauf bedacht dierte Recht der vom Reichsarbeitsminister bestellten Schlichter Konzerte die kulturellen Bedürfnisse der Maffen zu heben. Angerung von Schiedssprüchen in Gesamtstrditigteiten. Man hat, fichts der Schwächung der Arbeitskraft müffe nun aus prinzipiellen wie aus Rundschreiben der Bereinigung an die ihr ange und kulturellen Gründen um so mehr schloffenen Arbeitgeberverbände hervorgeht, zunächst versucht. den Reichsarbeitsminister durch schriftliche und mündliche Be arbeitung für die Aufhebung der beanstarbeten Bestimmungen in der Schlichtungsverordnung zu gewinnen. Als das nichts half, wurde stärkeres Ge'chüß aufgefahren. am Achtstundentag festgehalten merben, und deshalb werde die Ratifizierung des Abtommens von Washington von der deutschen Arbeiter. schaft auf das lebhafteste erstrebt. Eine neue Inflation würde bas deutsche Bolf nicht mehr ertragen, es würde an ihr zugrunde gehen. Die Kommission habe entscheidenden Einfluß auf die Garantierung eines wertbeständigen Geldes, das die Rentenmart ablöse und ein Zahlungsmittel schaffe, mit dem Deutschland ohne den Umweg über fremde Baluten ausländische Produkte taufen fönnte. Es sei höchste Seit daß Entscheidendes geschehe, um in den werktätigen Massen des deutschen Volkes den Glauben an eine beffere 3u. tunft aufrechtzuerhalten. An die Ausführungen des Genoffen Graßmann schloß fich dann ein längeres Frage und Antwortspiel, das ich hauptsächlich um die Steuergefeggebung brehte. Der Be fragte hob hervor, daß die Arbeiter durchaus bereit feien, im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeiten Steuern zu zahlen, daß fie aber dasselbe auch von anderen verlangten. Die Frage, ob er das deutsche Steuerfyftem in diesem Sinne für gerecht halte, mußte Grafmann ver neinen. Er wies dabei auch darauf hin, daß die deutschen Arbeit. nehmer durch die Lohnsteuer start vorbelastet seien, so daß man für den Bergleich ihrer Steuerbelastung mit jener der Arbeitnehmer anderer Länder nicht allein die indirekte Besteuerung heranziehen bürfte. Die Aussprache endete mit einem Schlußwort des Bor figenden, der dem Genossen Graßmann für den Freimut und bie Kühnheit seiner Ausführungen in herzlichen Worten dankte. Heute hört der Ausschuß Herrn v. Siemens als Ber. treter der Industrie und Herrn v. Mendelssohn als Ber. treter der Banten und morgen will er feine Arbeit in Berlin abschließen. Der Hitler- G fizier meldet sich. Er wollte einen Spinel fangen? Der Berfasser des jüngst als Brief eines Hitler- Offiziers Der öffentlichen Berichtes Fritz Goetz fendet, wie uns aus München telegraphiert wird, der" Münden- Augsburger Abendzeitung" eine Erklärung, in der er mitteilt, daß der Brief an einen Angehörigen der nationalsozialis iſchen Eturmabteilung gerichtet war, der schon längere Zeit im Berdacht stand, Spigel Bintsrabitater zu fein. Um eine endgültige Klarheit über diesen Berdacht zu schaffen, habe er beschlossen, den Mann durch einen sich leicht an Tatsachen anichnenden Bericht zu täuschen. Jeder Kenner der Vorfälle werde ihn ohne weiteres leicht als Phantasiegebilde erfennen; irgend einen Wert befize er als wahllos nicdercefchriebene Dichtung nicht Schon in einem Rundschreiben vom 19. Dezember v. 3. wurden die Mitgliedsverbände angewiesen, fede Mitarbeit bei der Neueinrichtung der staatlichen Schlichtungsausschüsse in Berfolg der Schlichtungsverordnung, namentlich die Benennung der Beisiger zu unterlaffen, bis weiteter Bescheid ergeht. Damit aber nicht genug machte man im gleden Rundschreiben darauf aufmer fam, daß die Betriebsstillegungsverordnung einer fofortigen Schließung der Betriebe als Maßnahme gegen Zwangstarife nicht im Wege steht, da es sich hierbei um Kampfmaßnahmen handelt, auf die die Betriebsstillegungsver ordnung nach deren§ 6 Abs. B nicht in Anwendung fommt". Der Kampf gegen den sogenannten Tarifzwang und den widerspenstigen Reichsarbeitsminister, der mit folchen Maj. nahmen geführt werden foll, ist inzwi chen nitht etwa eingestellt worden, sondern er geht munter weiter. In einem neuen Rundschre ben an die Mitgliederverbände werden zwar gegen die Benennung von Beisitzern für die staatlichen Schlichtungs ausschüsse Bedenten nicht mehr erhoben, dafir wird aber lates gerisch angeordnet: Schiedssprüche, die auf An frag der Arbeitnehmer oder von Amis wegen verbindlich erklärt sind und von den Arbeitgebern als wirtschaftlich nicht tragbar abgelehnt werden müssen, wer den nicht durchgeführt, wobei auch vor der Stilllegung der Betriebe als Rampfmaßnahme und legtes Mittel zur Beseitigung des Tarifznlanges nicht halt. gemacht werden soll." PP Selbstverständlich ist man sich in der Geschäftsführung ber Bereinigung" darüber klar, daß diese Art, ben Rampf gegen staatliche Einrichtungen und ihre Amtsausülung zu führen, elbst unter den heutigen Berhältnissen noch 2uffehen erregen dürfte. Deshalb bemüht sich der befannte Gehäftsführer der Bereinigung". Dr. Meisinger, in einen Appell" an die Deffentlichkeit" im Arbeitgeber", der Zeitschrift der Ber einigung", eine gläubige Leserschaft davon zu überzeugen, daß es im tiefften Grunde nur Sorge um das genuine Bohl fei, bie die Arbeitgeberverbände zu ihrem Borge en veranlaffe. nicht fozialpolitische Reaktion", behauptet er,„ cht ein Ampt. laufen gegen jede Sozialpolitik ist mit dieser( finstellung der deutschen Arbeitgeberverbände bezwedt". Sontern es handle sih barum,„ den Boden für eine neue Arbeitsgemein'chaft zu finden, den Tariffchematismus im Intereffe der Arbeiter und Angestellten zu beseitigen, wirtschaftlich vernünftige Arbeits bedingungen für die tarifvertragliche Regelung zu finden und das Reichsarbeitsministerium von vollkommen falschen Be griffen über staatliche Autoritätsaufgaben abzubtingen". Benn man's fo lieft, möcht's leiblich scheiten. Es fann offen ausgefprochen werden, daß die durch die Schlichtungsver. ordnung herbeige ührte Regelung des Schlichtungswesens auch in gewerkschaftlichen Kreisen als unbefriedigend angesehen wird, und in einer anderen als der durch das scharfmacheri che Borgehen der Bereinigung geschaffenen Atmosphäre ließe sich wohl eine Berständigung von Arbeitgebern und Arbeit nehmern über eine andere Regelung denten. Allerdings richten fich die Beschwerden der Gewerkschaften mehr gegen eine andere Seite des heutigen staatlichen Schlichtungswesens. Sie fterium in ben von ihm nach§ 7 der Schlichtungsverordnung beanstanden, zweifellos mit Recht, daß das Reichsarbeitsmini beerfallenen Richtlinien für die Tätigkeit der Schichtungsaus schüsse und der Schlichter fich nicht darauf beschränkt, formale Anweisungen zu geben, sondern daß es den staatlichen Schlichtungsorganen Weisungen darüber erteilt, nelchen InEs wäre die Aufgabe einer unparteiischen Behörbe, festzustellen, inwieweit die Angaben des vielbesprochenen Briefes und inwieweit die neueste Erflärung des Berfaffers Anspruch auf Glaubwürdigkeit befizen. Das Herr Götz schon in seinem Brief gelogen hat, halten wir für durchaus möglich, die Geschichte vom beabsichtigten Spigel fang aber ist Ausrede und Märchen. Denn der Brief, ift te in es wegs birett vom dressaten unb. fomeit wir feststellen können, gänzlich ohne kine Absicht, in der Redaktion des Borwärts" gelandet. Hierüber den Behörden nähere Angaben zu machen, sind wir gern bereit. Beruhigung an der Börse. Der Stillstand des Martrüdganges an ben Aus landsbörsen und die teilweise nicht unbeträchtliche Steigerung ftätigen die von Anfang an ausgesprochene Ansicht der Börke, daß zu irgendwelchen B.fürchtungen für die Mart kein Grund vortest 3m Zusammenhange hiermit verfolgt man mit größtem Intereffe 3mischen den Gedankengängen des Reichsbantpräsidenten und der Auffoffung der Sachverständigen besteht trok ihrer verschiedenen Bläre fachlich weitgehende llebereinstimmung. Die Sachverständigen find the winner Bodh'n vermirt'ichen fönnte. Dr. Edmht ift der der Auffoffung, daß die Reparationsfommission ihre Borichläge Auffan, bak er, wenn diefe B- rwirklichun fich hinauszögere, mit ber Echoffima ber Goldnetenbank, wie er fie fich mit enceren Aufgabenfreis benft, nicht länger a.arten dürfe. Die Sachverständinen Faben auch dies eiritimmig arrrtant Sie erwarten nur, daß bei notenbontein Teil der Gesamtreform werde. Schacht des neuen deutschen Botsd afters v. Hoesch mit Poincaré, bie man, fes Ber'ahren hat sich das Reichsarbeitsministerium einen Ein einer späteren Termir! idung Schiedssprüche haben sollen. Durch dies ift anderersei's der Auffeffuna, ok auch bei einer Durchführung des soviel von ihrem Jrhalte an der Börse verlautete, ziemlich günstig fluß auf die Gestaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen Geferty'en's das deutsche Geschäft jener dann entsteherden intermotionalen Sanierunasbart in den Händen der Deutschen bleiben müffe. Auch nach biefer Ridhuna wurde llebereinstimmung erzielt. Der Reichsba- terärbert arbeitt meiter an der erwirklisure feiner Bläre, er hofft, das Fe sumal fie in bereinstimmung mit Der Grundaufaffura der Fatverständigen stehen, in absehbarer Seit zu einem Erfolge zu führen vermögen. Die rheinische Frace. Verhandlungen zwischen Macdonald und Meerfeldt. Köln, 12. februar.( Mtb.) Der Reichstagsabgeordnete Gen Meerfelti hat sich gestern im Flugzeug nach Lonbon begeben, um mit dem Premierminister Macdonald über rheinische Fragen zu verhandeln. Die Verhandlungen erfolgen im Einvernehmen mit der deutschen Regierung. beurteilt. En mar auch bereits heute ein Nachlassen der Nervosität am Devisenmarkte undertennbar, wenn auch der wirkliche Bedarf verschiedener Industrien, namentlich der Textil. industrie noch ziemlich umfangreich ist. Infolgebeffen wurden die Devisen wiederum in ziemlich geringem Umfange zugeteilt. Die Tendenz des Effettenmarties, war am heutigen Tage ziemlich zurüdhal end. Um Rentenmartt entwidelte sich ein äußerst lebhaftes Geschäft. Mahregelung einer Markiturzbank. 28TB. meldet: Eine befannte erste rheinische Bant. firma hat in den letzten Tagen entgegen den Bestimmungen ber Devisenordnung Tevisen in hohem Betrage zum Stauf angemelbet, für welche weber Bedarf noch Deckung vorlag. Die Reichsbant hat der Firma daraufhin das Girotonto entzogen unb ben Rredit gesperrt. verfchafft, der weit über das zulässige Maß hinausgeht und der fich, wie die Erfahrung zeigt, bisher feineswegs zugunsten ber Arbeitnehmerschaft ausgewirkt hat. Auch das heutige Berjahren bei der Berbindlicherklärung von Schiedssprüchen in Tarife ftreitigkeiten erscheint nicht nur vom Arbeitgeber, fondern auch vom Arbeitnehmerstandpunkt aus anfechtbar. Es ist be tannt, daß bei der Beratung der Schlichtungsverordnung im Bort. Reichswirtschaftsrat Arbeitgeber- und Arbeitnehmerver treter fich auf den Vorschlag verständigt hatten, di Berbind licherflärung von Schiedssprüchen in Gesamtstreifigteiten von dem mit qualifizierter Mehrheit zu faffenden Beluß einer unter unparteiischer Leitung stehenden, paritätise belegien Schli tunastammer abhängig zu machen. as aber diesen Weg ungangbar macht, ist vor allem ber Umstand, baß die Arbeitnehmerschaft begründete utfache hat zu vermuten, daß der Kampf der Bereinigung der Deutschen| zum System, das in Thüringen jetzt den Ordnungsblod gum| allem ist ber Gebante taum erträglich, daß in München ein Arbeitgeberverbände" sich in seinem Endziel nicht allein Siege führte und in Mecklenburg offensichtlich ähnliche Erfolge Mann wie General Ludendorff auf der Anklagebant er. scheinen muß." Man hört diese Weise nicht zum erstenmal aus deutschvölkischem Mund. Sie flingt aber besonders schön, wenn sie zum Schutz jener Bürgerbräunovemberlinge geblasen wird, die selber nach dem Kopf der Retter Deutschlands im Jahre 1918 schreien. " Graefe wünscht Juden! Für die Teutschnationalen. Im Rostocker Anzeiger" hat vor einigen Tagen der Bor figende der dortigen Deutschnationalen, Justizrat Dr. Knebusch, in einer Auseinandersetzung mit den Völlischen einen sehr Brief den veröffentlicht, Graefe interessanten Goldebee noch am 5. Februar 1920 an ihn gerichtet hat. In diesem Schreiben heißt es: und nicht einmal in erster Linie gegen der Tarifzwang, son- zeitigen möchte. dern gegen den Tarifvertrag selbst richtet. Natürlich hütet man sich, das ofen zuzugeben. Dem Appell an die Deffentlichkeit", in dem Herr Dr. Meißinger die gesamte deutsche Deffentlichkeit belchwört, die Arbeitgeberverbände bei ihrem Kampf gegen den Tarifzwang" zu unterstützen, ist aber das Mißgeschick widerfahren, daß er in der gleichen Nummer des Arbeitgeber" Aufnahme gefunden hat, in der der befannte Geheimrat Dr. Guggenheimer in einem Artikel über: " Die neue Arbeitszeitverordnung" offenherzig eingesteht, daß ihm die Arbeitszeitverordnung vor allem deshalb mißfalle, weil durch sie auf Imwegen fast hinterrüds dem er. Sterbenden Tarifpertrag, dessen Verderb lichkeit für die Produktionsmehrung überall eingesehen wurde, wiederum die Tür geöffnet und ihm eine Bedeutung beigemessen werde, die er, weil wirkliche Arbeitsleistung hindern allenthalben zu verlieren begann". Das ist deutlich genug, und man wird sich angesichts solcher Aeußerungen im offidellen Organ der Vereinigung der Deutschen Arbeitgebererbände" nicht wundern dürfen, daß die Arbeitnehmer daraus ihre Schlußfolgerungen ziehen. Durch den Kampf, der von der Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" zurzeit gegen den Tarifvertrag geführt wird, ist aber angesichts der Mittel, die in diesem Kampf angewandt werden sollen, nicht nur die gewerkschaftlich organifierte Arbeitnehmerschaft, sondern die gesamte Deffentlichkeit in Mitleidenschaft gezegen. Es fann ihr nicht gleichgültig sein, ob in nächster Zeit hald da, bald dort als Antwort auf die Verbindlicherklärung eines Schiedsspruches durch den zuständigen Schlichter oder den Reichsarbeitsminister selbst Massenaussperrungen vorgenommen werden, nur weil die leitenden Rörperschaften der Bereinigung" fich vorgenommen haben, den bisherigen Widerstand des Reichsarbeitsministers gegen ihr Machtgebot unter allen Umständen zu brechen. Offenbar hofft man ja im ger der Arbeitgeberverbände, daß allein fchon die Drohung mit solchen Maßnahmen und die ersten Fälle ihrer praktischen Anwendung genügen werden, den Reichsarbeitsminister firre zu machen. Die Deffentlichkeit hat ein Recht darauf au erfahren, welche Mittel die Regierung und im besonderen der derzeitige Inhaber der vollziehenden Gewalt anzuwenden gedenken, um die Durchführung der GeJetze auch gegen den Willen eines übermütig gewordenen Arbeitgebertums zu sichern. Nach Thüringen Mecklenburg! Wie der Ausnahmezustand gehandhabt wird. Der Norddeutsche Anzeiger", das demotra tische Organ Chwerins, das in dem jezigen Wahlkampf die neue Republikanfche Partei Deutschlands" unterstützt, war von dem Militärbefehlshaber auf fünf Tage, bis zum 12. Februar, ohne Begründung verboten worden. Eine Nachfrage esgab, daß der Abdruck einer in der Berliner Wochenschrift Das Tagebuch" völlig unbeanstandet publizier ten Satire über das Verhalten des militärischen Befehls habers in Thüringen, Sasse, gegen die Ernennung des Infendanten Ulbrich den Grund zu dem Berbot gegeben hatte. Am morgigen Mittwoch hätte die Zeitung wieder erscheinen tönnen. Gestern aber ging, wie dem„ Berliner Tageblatt" berichtet wird, ihrem Verlag von dem Schweriner Staatspolizei amt die folgende Mitteilung zu: Rach einer Mitteilung des Ministeriums des Innern ist das Erscheinen des Norddeutschen Anzeigers" vom 13. bis 17. Februar einschließlich vom Inhaber der vollziehenden Gemalt verboten worden." Danach ist also das republikanische Organ neuerdings. ohne daß es Gelegenheit zu einem weiteren Delift gehabt hätte, verboten worden, und zwar bis zum nächsten Sonntag ein schließlich, d. h. bis zu dem Tage, an dem die Band tagswahl stattfindet! Dieser Eingriff in die Wahlfreiheit, durch den das republikanische Organ mundtot gemacht wird, ist einfach ungeheuerlich. Aber es paßt ganz Szenische Kunst der Zukunft. Mag fich die Partei( das heißt die Deutschnationale), wenn neue Aufgaben lommen, später wieder nach diesen umgliedern oder teilen für den Augenblid der tiefften nationalen Not des Bater landes tommt es auf den einheitlichen Zusammenschluß aller natio nal flarsehenden Mitbürger in einer Parteigemeinschaft an, und wenn ich da an ein möglichstes Zusammenkommen auch mit der Deutschen Boltspartei dente, dann müssen in folcher Gemeinschaft auch Männer wie Rießer, Reinde- Blod) usw. verbleiben tönnen. Mir scheint also ein Antrag auf prinzipiellen Ausschluß der Juden usw. aus der Gesamtpartei dem Wesen einer politischen Partei nicht gerecht zu werden, wenigstens nicht innerhalb unserer staatsbürgerlichen Auffassung. Diese meine Auffassung tut meinem offenen Kampf gegen das Judentum nicht den geringsten Abbruch." Der Abg. v. Graefe hat bekanntlich selbst darunter gelitten, daß man seine reinraffige Abstammung anzweifelte. Run teilt nebusch gar noch mit, daß einer der Gründer der mecklenburgischen Freiheitspartei" ein Herr sei, dessen Groß mutter noch- Levi hieß! Und dieser Herr hatte den Abg. D. Graefe regelmäßig in seinen Bersammlungen begleitet, ohne daß die„ Bölkischen" dabei Schaden erlitten. Aber es tam noch schlimmer. Der Graefe ift selbst im Automobil einer jüdischen Firma auf Agitation gefahren. Wobei man nicht weiß, ob das Automobil auf Graefe oder dieser auf die jüdische Firma abgefärbt hat. Das Recht auf die Revolution. Da man die Hitler, Ludendorff, Böhner nicht wie die Thormann und Grandel für geistesfrant erflären fann, ver fällt die Deutsche Zeitung" auf einen anderen Trid, um die Münchener Novemberlinge herauszuhauen. In einem Münchener Brief des Claßschen Blattes heißt es: Bas Hitler getan hat, lief dem bestehenden Gesez zuwiber, damit ist aber vom Standpunkt der höheren Sittliteit aus noch ein Urteil gesprochen. Im Gegenteil! Ber steht denn heute auf dem Standpunkt, daß alles schön und gut in Deutschland fei? Wer magt es noch die Meinung zu verfechten, baß die Revolution vom November 1918 dem deutschen Bolte ein Leben in Schönheit und Würde gebracht habe? er fann denn behaupten, daß auch nur das Eidemannsche Programm pom 9. November 1918. Friede, Freiheind Brot verwirklicht worden sei? Es bleibt für das normale Rechtsempfinden ein unerträg. licher Gebante, daß die deutsche Republik das Recht haben foll, diejenigen, die nicht aus internationalem, sondern aus deutschem Geiste die Dinge zu ändern versuchten, abzuurteilen. Der Richter ist an das formale Recht gebunden, der Staat steht auf diesem Boden, dem rein deutschen Empfinden aber fann durch Rechtsparagraphen gerade im Hitler- Prozeß nicht Genüge getan werden: Diefer Brozeß, mag er auch mit größtem juristischen Scharfsinn geführt werden, enthält in sich eine Ungerechtigteit, mit der der. Richter nicht fertig werden farm. Bielleicht hätte ein Staatsmann sie beseitigen tönnen. Aber wo ist der starte Mann, der hier eingreifen tönnte? Wir haben ihn in Bayern nicht. Herr v. Kahr ist im Prozeß selber mehr oder weniger Partei, bie Etaatsregierung aber, die über die Ausführung der Gefeße zu wadyen hat, fann sie nicht durchbrechen. Erschwerend wirft hier natürlich auch der Umstand, daß der erste Stoß der nationalen Be wegung Münchens der nationalen bayerischen Regierung gegolten hat. Damit wurde das filtliche Recht zur Revolution, auf das jedes Bolt Anspruch erheben muß, wenn es fein wefensgemäßes Dafein gefährdet sieht, verleht. Auch auf völtischer Seite wird aber die Forderung erhoben, daß unbedingte Klarheit geschaffen werde. Troß Gewandtheit der Wigman eine ganze Szenenfolge schaffen fönnen. Bei Laban blieben es Einzelheiten, die sich nicht zu Lonfequenten fünstlerischen Organismen zusammenfchleffen. Und was wichtiger ift- man vermikte die Stileinheit. Der neue Tanz, aus dem sich die szenische Kunst der Zukunft entwickeln soll, ist nur in der Form einer abftraften Bewegungskunst denkbar, die alle naturalisti. fchen Elemente ausschließt und lediglich durch die reine Ausbrudstraft der Linie, Form und Farbe wirkt. Denn abgesehen davon, daß die Erzeugung naturalistischer, pantomimischer Wirkungen eine Sache persönlicher schauspielerischer Begabung ist und im Massenreisen nicht zur Geltung fommt, fann der reine Rhythmus, der die Grundlage dieser Kunst bildet, nur durch die abfolute, von allen wesensfremden Bestandteilen gereinigte Farbform flar und deutlich zum Ausdruck gebracht werden. In Labans Stil sprechen pantomimische Elemente nicht nur mit, sondern sie bilden oft die eigentliche Grundlage der Bision. Und die abftrafte Form erscheint bei ihm oft so wenig belebt, daß fie mehr gymnastisch als tänzeri wirft. Die großen, unschäzbaren Verdienste, die sich Rudolf v. Laban als Theoretiker und praktischer Wenbahner erworben hat, werden durch solche Einwände nicht berührt. Diejenigen, die auf feinen Fundamenter weiterbauen, werden ihm ihren Dank am besten das durch abstatten, daß sie die Lücken ausfülen, die er gelaffen hat, und das Werk energisch zum frönenden Gipfel führen. Zu diesem vor allem die großen Waffen des Volkes berufen. Ginige Tage bevor Rudolf a. Laban in Berliner Gastspiel begann, hatte der bekannte Kuns sammler Benario in feinem Dahlemer Hein einen Kreis von Freunden des modernen Kunsttanzes versammelt, denen der Begründer des neuen Stils einige feiner Lehren vortrug und durch Tänze feiner Schüler illustrierte. Der persönliche Eindruck, den ich hier von Rudolf v. Laban gemann, war der eines von einer Idee Besessenen. Von einer Idee, um die sich für ihn alles fonzentriert, von der alles Eristierende und alles Gescheher feinen Ausgang nimmt, zu der alles zurückströmt. Es war derselbe Einbrud, den mir die Lektüre feines großen theo vetischen Werks„ Die Welt des Tänzers" gegeben hatte. Rhythmische Bewegung ist ihm das Alpha und das Omega, ist das Zen trum der Welt und der Weltbetrachtung. Diese Beseffenheit von einer einzigen, manche mögen fanen firen, Idee gab dem Mann die Kraft undi den Schwung, der Begründer und Propagator einer neuen Stunfgattung zu werden, für die es einen Namen noch nicht gibt und die als moderner Tanz ganz unzulänglich charakterisiert wird. Handele es sich nur um eine neue Form dessen, mas man früher Tang nannte, so wäre die Cache teiner ernsthaften Beach tung würdig. Aber es handelt fid) um etwas ganz anderes. In ber neuen, aus Körper und Raumgefühl erwachsenden Bewegungsert aber find neben den fünft erischen. Bertretern des neuen Stils funft, die Laban geschaffen hat. liegen die Fundamente zu einer radifalen Ungestaltung aller szenischen Runft, liegen bie Reime ciner bisher nicht gefanten fünstlerischen Betätigung, beren Träger die großen Maffen des Boltes felber werden sollen, einer Kunst, bei deren Ausübung der Zwiespalt zwischen Schaffenden und Genießenden, zwischen Künstler und Publikum fich geschlossen hat und aus der lekten Endes jene umfassende volts. tümliche ästhetische Kultur erwachsen muß, die berufen ist, die heutz allein herrschende Berstandeskultur zu ergänzen. Der freie Tanz", der selbständig aus rein bewegungsmäßigem Antrieb entleht und in seiner Vorführung auf die Hilfsmittel der loftümlichen, musikalischen und inhaltlichen Unterstützung soweit als möglich verrichtet, bildet die Grundlage. Die Tanzdichtung wird nicht vom Boeten oder Musiker, sondern vom Tänzer gefdaffen. Die Entwicklung geht vom Einzeltanz über den intimen, auf disfrete Birtungen berechneten Rammertanz zum Gruppentanz, der schließlich Me Grenzen der Bühne sprengt, Räume durchflutet, Stadien, Tiefen- und Hügelgelände mit rhnthmischen Massenbewegungen erfillt. An diesem Ziel der Entwicklung ang langt. ist der neite Tang feine Sache des fünstlerischen Birtuosentums mehr, fon dern eine Eache des ganzen Voltes. Die förperrhythmisch ausges bildete Sugend, die freien Turnerschaften usw. sind die aftoren, bie zugleich wirkend und genießend das Runstwert Schaffen Einzelinge, Kammertänge und Gruppentänze zeigte Laban bei feinem Gustspiel im Theater am Nollendorffplak. Er bewies sich auch hier wieder als der geniale Anreger, der lehte. Er füffung nach nicht bringt. Seine Darbietungen gaben eine Fülle fruchtbarfre tänzerischer Motive und Ideen. Aus einem einzigen biefer verphwendezisch hingestreuten Motive hätte die phantafievolle John Schitowsti. Das Ende der Morgue. Um menige Orte der Welt haben die Jahrhunderte eine solche Stimmung des Grausens und des Entsetzens gewoben als um das Pariser Leichenschauhaus, die Morgue". Seit Jahren schon sprach man davon, daß diese grelle Schaustellung des Todes, bie noch mit mittelalterlichen Anschauungen zusammenhing und unseren schwächeren Nerven allzuviel zumutete, verschwinden foute. 20ber die Pariser fonnten sich von der nerventigelnden Sensation nicht trennen, und erst jetzt ist das endgültige Berschwinden der Morgue beschlossen worden. Wohl mancher Besucher der Seine- Stadt erinnert sich mit Schaudern daran, wie er beim behaglichen Durch fchlendern jener romantischen Gegend hinter der Notre- Dame- Kirche pöglich in der spärlich erhellten Dämmerung eines Hausflurs aroße Schaufenster erblickte und, wenn er neugierig näher trat, entsetzt zurückprallte. Hier waren Leichen aufoebahrt. fünstlich mit einem geisterhaften Schein des Rebens ausgestattet, wenig gefchmackvoll her. gerichtet. Es war die Morgue, in der die Leichen der unbekannten Toten, die man aufgefunden, mehrere Tage der Deffentlichkeit zur Schau geftellt wurden. Die Phantofie der Dichter hat aus diefem Erlebnis reiche Anregung geschöpft In den Werfen der Romantiker, bei Victor Hugr und Balzac, bei Charles de Nodier und Barben d'Aurevilln, benennen wir biefen Schouplah stummer Tragödien, und über manche Gedichte Baudelaires ift diefe fahle Leichenstimmung der Morque gebreitet. Poe, der Amerikaner. hat sich besonders mit einem luftvollen Grauen in dieses Milieu vertieft. Der Sieg des Ordnungsblocks Unsere thüringischen Parteiblätter verzeichnen die Erfolge des Rubbelmuddels, der als„ Ordnungsbund" firmierte, mit Kaltblütigkeit, obschon sie den Ernst der neugefchaffenen Situation nicht verkennen. Die„ Ostthüringische Boltszeitung" in Altenburg betrachtet den Wahlausgang fo: Die Lüge und die Bestehung, zufammengeballt in dem fogenannten Ordnungsblod, haben geliegt. Nach den Wahl. versprechungen, die der Ordnungsblod gemacht hat, wird a'so pon heute an, spätestens von morgen, die Ordnung in Thüringen her. gestellt werden. Es wird dem Beamten abbau Einhalt werden auss Kriegsverlegten geboten, die reichende Unterstügung erhalten, damit das Bater land nunmehr seinen Dant abstattet, den Kriegermitmen und -maisen werden die Tränen getrocknet, der Abbau des Achtftundentages hört auf, die Löhne werden erhöht, die Wohl. fahrtspflege wird in bürgerliche Wohltat umgewandelt und erreicht damit Glückseligkeit und Zufriedenheit, die Arbeitslosigkeit hört auf, die Arbeiterschaft strömt wieder in die Fabriken, beren Tore weit geöffnet werden Die Greilsche Schulpolitik wird über den Haufen geworfen und an ihre Stelle treten die Wikmannschen Theorien, so daß es möglich ist, die Jugend in Thü ringen zu lauter Hochschulprofefforen zu erziehen und fie bamit turmhoch über die gesamte Bevölkerung Deutschlands zu erheben. Das Recht des Anspruch auf Besuch der höheren Schulen durch die Fähigsten ist eine margistische Berrücktheit und wird demzufolge durch Stipendien ersetzt, die es ermöglichen, unwill tommene Geister fernzuhalten. Kurz und gut: Thuringen wird ein Land, in dem eitel Freude, Zufriedenheit und Wohlstand herrschen, da nunmehr die Kapitalisten klasse sich in ihrem Drange, der breiten Masse des Volkes unter allen Umständen zu helfen, fich reftios austoben tann. Die Korruption wird auf. hören, das Parteibuch hat seine Allmacht verloren und an seine Stelle treten die ungeschriebenen Gefeße der Bergewalti gung Andersgesinnter. Im Anschluß daran stellt die Boltszeitung" fest, daß der Kern der sozialistischen Truppen vollständig unbe. rührt ist, und das, was sich auf die Seite des Ordnungsbundes ge. schlagen hat, nichts anderes ist cls die Spreu, die auch von dem leiseften Hauch aufgewirbelt wird und sich dort niederfetzt, wo die Schatten im Wege stehen." Unser Geraer Parteiblatt fagt: Laßt diefen„ Drbnungsbund" einmal regieren! Große Thuringer Bähermassen werden in der nächsten Zeit die Prügel für die riesengroße Dummheit des 10. Februar einzu steden haben. Das wird ernüchternder und aufklärender wirfen als die intensivste sozialdemokratische Propaganda. Die Be a m ten insbesondere müssen handgreiflich zu spüren bekommen, messen eine Ordnungregierung im Gegensatz zu einer fozieliftischen Regierung fä hig ist; uns scheint, fie müssen der zu leicht erlangten Rechte erst noch einmal verlustig gehen, ehe sie zur Bernunft kommen. Das gilt für andere Zwischenschichten nicht minder, für die Sozial. und Kleinrentner ganz besonders. Die Reichswehrspende am 9. Februar, am Tage vor der Wah, wird wahrscheinlich das letzte 3uderbrot gewesen sein, das sie von dieser Seite erhalten haben. Jetzt folgt die Peitsche der tapitalistischen Regierung in Thürin gen ebenso wie im Reiche. Wer nicht hören will, muß fühlen! Auch die übrigen Parteiblätter des Landes, soweit sie sich schon ausführlicher äußern, sind der Meinung, daß die Herrschaft des tapitalistischen Ordnungsbundes nicht von langer Dauer sein werde. Die Taten diefes Blods" würden bald allen die Augen öffnen, die den Sirenentlängen der Ordnungsapostel ge. folgt find. brachten wir den neuesten Ausweis der Rentenbant. Dabei ist ein Jum Rentenbant- Ausweis. In der gestrigen Abendausgabe berauerliches Bersehen poffiert, insofern die Daten über den beiden Zahlenreihen verstellt wurden. Man lefe also über der ersten Spalte 31. 12. 1923, über der zweiten hingegen 31. 1. 24". Leichenschauhäuser hat es in vielen Großstädten gegeben und gibt es noch heute, aber feins bewahrte jene traffe Gefühlosigkeit aus fernen Beiten. Die Pariser Morgue reicht bis ins 14. Jahrhundert zurüd. Damals wurde im Chuelet- Gefängnis ein Raum eingerichtet, in dem die aufgefundenen Leichen nadt in einem wirren Haufen auf die Erde geworfen wurden. Jedermann hatte zu diesem Ort des Schreckens Zutritt, er durfte sich aber nur durch ein Gud. loch die Gesichter der Toten ansehen, und wenn er in dieser grausigen Gesellschaft einen Bekannten fand, Bonnte er fich die Erlaubnis erwirken, den Toten fortzunehmen und ihm ein ehrliches Begräbnis" zu gewähren. Als die Gefängnisse in Chuelet während der Revolu tion aufgehoben wurden, blieb die Leichenkammer doch noch bestehen, und wie in früheren Zeiten erhielten von hier die Aerzte und Anatomen das Material zum Sezieren. Erft 1804 wurde die Morque von dieser Stelle entfernt. Sie war dann in verschiedenen Gebäuben und fam 1864 an die äußerste Spike der Seine- Insel, wo sie fich bis heutigen Tages befunden hat. Diefe öffent iche Burschaustellung der Leichen in der Art eines Barenhauses hat schon seit einem halben Jahrhundert die Gemüter empört, und es tam öfters zu auferegten Szenen vor und in der Morque. Nun wird diefer Ort endaültin verschwinden, und mit ihm verfinft ein lekter Rest jenes mittelalterlichen Paris", ben wir nicht nachzutrauern brauchen. Plan einer Mufferstadt für Arbeiter. Der Direktor des Mas fauer Rönigeninstituts. Prof. Mementow, hat dem Bolfafemmiffor für Bildungswesen, Lunaticharsti, den ausgearbeiteten Plan einer neu zu orüntenten Steht ein ereicht, die das Muster einer Stadt der Werftätigen" merten foll. Noch Mementows Projekt foll die neue Steht in der Nähe von mosta u erbaut werden. Vis Benennung ist ihr entsprechend der augenblicklich herrschenden Stimmung in Ruß and ber Name ,, Lenin" zugedacht. Francisque Raffae. ein früher viel genannter franzöfifcher Meler, ift im 2rter von 78 Schren in Paris estorben. Fr mar ein der eremes und mitmete fth befonders der ersteffung des Tarifer Kleinhirner und Verortmiliens. Von ihm stammt ein im uremburg- Mufcum hängendes Porträt Clemencerus, das diesen als Redner in einer öffentlichen Versammlung darstellt. Der Lofoten- Vortrag des Gen. Dr. Guttmann wird am 24. b. M.. 7%, Uhr abends, im Anftitut für Meeresfunde nochmals wiederholt meiden. Karten find in der Vorwärts Buhandlung zu haben, für BortvärtsAbonnenten zum halben Breile( 50 Bi.). " eer die danpflichen n'esgräber bright Dr. Wolf( vom Teahbtischen Muleum) cm 15., abends 8 Uhr im Auditorium maximum der Un' berüität ( Nr. 122, I. Etod).#arten au 50 Bf., fir Studieren'e zu 25 Bi. an der Abendkaffe und im Vorverkauf bei Lehmann, Drientalisches Seminar, Dorotheenftr. 7. Evere- Farbenfilm Die nene britte gbedition, die jest zur Befiegung des höchften( Bipfels der Grde, des Everest, aufbricht, wird in der Lage fein, arbenfilmaufnahmen zu machen, da fie Arparate nach der neue Methode des arbenfilms von Glande Ariefe- Greene mitnimmt. Da die foloriſtiſchen Stimmungen in dielen Miefenhöhen des Himalaja be. fonders eigenartig sind, rechnet man auf sehr interessante und effektvolle Aufnahmen. Arbeiterpartei und Arbeiterregierung. Gemeinsamer Ausschuß. Condon, 12. Februar.( TU.) Der Ausschuß der Arbeiterpartei hat gestern unter dem Vorjih Macdonalds beschlossen, eine Kommissien von 12 Mitgliedern der Arbeiterpartei und 3 Mitgliedern des Kabinetis einzusehen. Diese Kommission hat die Aufgabe, zwischen der Partei und der Regierung ständig Fählung zu halten. Die Kommiffion trift vierzehntägig zusammen. London, 12. Februar.( WTB.) Der heutigen Sigung des Barlaments wird mit großem Interesse entgegengesehen. Im Unterhaus wird Ramsay Macdonald, im Oberhaus Lord Haldane die Politik der Regierung darlegen.„ Times" zufolge, wird morgen Lord Robert Cecil eine Anfrage. über die Rüstungsein fchränkungen an die Regierung richten, auf die Lord Par. moor antworten werde. Am Vorabend der Unterhaustagung. London, 12. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Vorabend des Zusammentritts des Barlaments herrscht in allen polit fchcn Krasen reges politisches und gesels haftliches Leben. Die Arbeiter partei veranstaltete einen großen Empfang im Hydeparkhotei, an dem neunhuntert Personen teilnahmen. Auch die beiden anderen Parteien haben große Empfänge. Der englische Dockarbeiterkonflikt. Vermittlungsaktion des Arbeitsministeriums. London, 12. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Zu den Ver handlungen zwischen Arbeitgebern und nehmern in dem Dolarbeiter konflikt, die auf dem toten Punkt angelangt sind, erläßt das Arbeitsminifterium eine offizielle Erklärung, in der mitgeteilt wird, daß das Ministerium sich mit der Angelegenheit befaßt und eine gemein fame Besprechung mit den streitenden Parteien für heute veranstaltet habe. Kompromittierter Marineminister. Im amerikanischen Petroleumskandal. Washington, 12. Februar.( WEB.) Der Senat hat eine Resolution angenommen in welcher im Zusammenhang mit den Petrol: umfkandal der Rücktritt des Marinesekretärs Denby gefordert wird. Washington, 12. Februar.( Tul.) Der Schwiegersohn Wilsons. Mc. A doo, der während der Am'sdauer Bilsons Schatzsekretär gem: fen ist und jezt als bevorzugter Präsidentschaftssetre. fär gilt. erschien gestern vor dem Untersuchungsausschuß des Senats in der Sache der Petroleumkonzessionen. Mc. Adoo betonbe noch mals, daß er mit Dohany erst nach seiner Demission als Schazsekretär in Verbindung getreten sei. In der Tat wird beftät gt, daß Dohany Mc. Adoo in seine Firma erst eingestellt habe, cis sich für diese gewisse Schwieriateiten in merito ergaben. Surzeit hat Mc. Adoo fämt iche Beziehungen zu Dohann abgebrochen. Wei'er wird bekannt: Die Betrefcumfelder, um die der Streit vor dem Senat geht, waren vom Marinedepartement verwaltet worden und soll'en lediglich zur Versorgung der amerifanilchen Flotte benutzt werden. Der Marinesekretär hatte diese Borschriften außer at gelaffen. 1920 mar ein Gef in Kraft ectreten, wonach Konzessionen cuf diese Petroleumfelder nur in Fffentlicher Versteigerung erworben werden fonrin. Die Mammouth Oil Company, an deren Spize Sinclair und Dohann stehen, ha'te indeffen 1922 trop diefr cusdrüdlichen Klaufel es fertig gebracht, von Minister Fall bestimmte Kenzeffionen zu erlangen. Am 24. Januar ist Fall wegen Beti ugs angezeigt worden. In Antiftinnesblättern finden wir die Meldung, daß Sinclair diefer Tage in Europa mit Hugo Stinnes zulemmen. treffe. Wie hieß es doch in Hermann Ballentins Rabare'tsch.ager: Hugo wo hast du wieder deine Finger drin?" 1 argent. Pap. Pero Amtliche Devisenkurse. 11. Februar 1 Brief Geld Brief Millionen art, T= Tausend Mart. 1598962 M 1581038 M 1405512 M 1401488 M 178432 M 172568 M 567415 M 564585 M 687715 M 12. Februar Geld M BILLY 1 bolland. Gulden 1 belgiider Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1571063 M 1578937 M 1396500 M 1403500 M 167580 M 162420 M 561593 M 564407 M 674300 M 677690 M 1 schwed. Krone. 1 finnische Mart 1 japan. Jen 1 Italienische Lira 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frant 684285 M 1101240 M 1106760 M 1108765 M 1103235 M 105735 M 106265 M 106265 M 105785 M 1892950 M 1904750 M 1864625 M 1855375 M 184538 M 185462 M 183462 M 184538 M 18054750 M 18145250 M 18245500 M 18154500 M 4189500 M 4210500 M 4210500 M 4189500 M 189525 M 190475 M 191520 M 192480 M 49-770 M 501250 M 501250 M 498750 M 782827 M 735835 M 782165 M 536337 M 539345 M 536655 M 60351 T 60049 T 122305 M 121695 M 148370 T 1476300 T 81829 M 51128 M 1 branilian. Milreis 1 Schweizer Frank 1 spanische Beseta 1 öft Krone( abgest 1 tichechriche Strone 1 ungarische Krone 729173 M 533663 M 59351 T 121695 M 147630 T 1 bulgarife Bewa 1 jugoflaw. Dinar 59649 T 122805 M 148870 T 30922 M 31078 M 50872 M 51128 MI Die Butter steigt weiter. Unberechtigte Spannen. 31171 M Verbrechen an Frauen. Zu dem Luftmord in der Lgnarstraße wird noch fol gendes gemeldet: Die ermordeie Frau Libau bewohnte zwei Stuben und Küche Ein Zimmer hatte sie abvermietet. Ihr Mann endete vor langer Zeit durch Selbstmerd. Seitdem ernährte sie sich durch Fabrik. arbeiten. Nachdem sie arbeitslos geworden war, besorgte ihr ein Untermieter eine Stelle als Botin bei einer Liförfabrit. Sie hatte einen Freund, der die 53jährige jeden Tag nach Feierabend besuchte Gestern abend fand er sie tot am Boden liegend auf. Der Befund der Mordkommission ergab folgendes Bild: Die Leiche lag vor dem Bett auf dem Rüden. Sie war bis auf die Strümpfe, eine schwarze Unterjace und eine schwarze Bluse en'fleidet! Die übrigen Klei dungsstücke waren mit Gera't vom Körper geriffen. Die Arme lagen nach beiden Seiten ausgeftredt Am Halse stellte Geheimrat Stömer rechts und links zwei gleich große Stiche fest. Beide waren tödlich. Sowohl auf der Brust, wie auf dem linken rühren. Ein Buffpriker aus der Halsschlagader batte das Sofa nie waren Flede, der letztere scheint von einem Tritt herzus erreicht. Zu ihren Füfen lag ein b'utgetränktes Taschentuch, das vermutlich als Knebel benußt worden ist. Rechts vom Kopf lag das fünftliche Gebiß der Ermorde'en. Auf dem Ringfinger der rechten Hand zeigten sich die Eindrücke zweier Ringe, die Frau Libau ständig trug und die bisher nicht gefunden wurden. Ach etwa 30 Goldmart, die die Ermordete beseffen haben foll, find noch nicht entdeckt. Hiernach ist anzunehmen. daß der Mörder. mahr. scheinlich ein Sadist, der sein Opfer vor der Tötung im Blut rausch mikbrauchte diese Sochen auch noch geraubt hat. In der rechten Hand fand man noch ein Büschel Frauenhaare, unter der linken Schulter eine Schachtel Streichhö zer. Die Leiche wurde nach Aufnahme des Tatortes durch den Erkennungsdienst nach dem Schauhause gebracht. Im Laufe der Nacht wurden der Freund der Ermordeten und einige Hausrenossen als Reugen ver. nommen. Es scheint, daß ein Mann, der sich um das Zimmer be. mühte, als Täter in Frage kommt. Mord oder Unglücksfall? Die Meldung von einem mutmaßlichen Morde rief heute vor. mittag die Kriminalpolizei nach der Greifenhagener Straße im Norden der Stadt. In dem Hause 33 wurde die 65 Jahre alte Raufmannsfrau Jennen 3öllner im Keller mit schweren Kopf Derlegungen tot aufaefunden. Der Befund ließ ein Kapitalverbrechen möglich erscheinen. Frau Zöllner wohnte mit ihrem gleichal'rigen Manne, dem Kaufmann Abraham 3öllner, und einer Schwänerin im ersten Stod des Quergebäudes. Hausgenossen befund: n, daß die schon etwas gebrechliche Frau mit ihrer Schwäge rin wiederholt lauten Streit hatte. Am Montaa nachmittag hatte 3öllner dem Polizeipräsidium mitgeteilt, daß seine Frau am Sonntag nachmittag um 3 Uhr weggegangen und nicht zurückgefehrt sei. Die Schwägerin, seine Schwester, erkundigte sich zu gleicher Zeit beim Die Arbeitslosen in der Oper. | 65. Polizeirevier. Heute morgen fand ein junger Mann Frau Zöllner in einer Blutlache tot auf der Kellerfohle liegen, Zöllner, der von der Mordkommission verhört wurde, gibt an, daß fine Frau am Sonntag nachmittag um 3 Uhr ausgegangen fel. Sie sei aber nicht mehr nach Hause gefommen. Auf dem Hofe des Grundstüdes liegen nun zwei Treppen mit gleichen Türen dicht nebeneinander. Die eine führt zu den Wohnungen hinauf, die andere nach den Kellerräumen hinunter Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Frau Zöllner in der Dunkelheit die Türen verwechselt hat und ver unglückt ist. Während sie ihrer Gebrechlichteit wegen sonst nicht allein ausging, scheint sie am Sonntag nach einem Streit mit der Schwägerin deren Begleitung abgelehnt zu haben. Das ist ihr vermutlich zum Verhängnis reworden. Bestimmt fann die Todesursach erst durch die Obduktion festgestellt werden. Die Leiche wurde, nach dem der Erkennungsdienst sie mit der Umgebung photographiert hatte, nach dem Echauhause gebracht. er. Der Totschlag in der Belle- Alliance- Straße. Zu der Bluttat in der Belle- Alliance- Straße wird gemeldet, da der flüchtige Rudclf Prüfer, der seine Frau durch mehrere Schläge mit dem Beil tötete, noch nicht ermittelt ist. An dem Zerwürfnis scheint die Frau, die hysterisch war, mehr Schuld zu haben als Die Leute lebten längere Zeit getrennt von einander. In der Belle- Alliance- Straße 13 zoren die Eheleute wieder zusammen, um die Pförtnerstelle zu versehen. Die Aussöhnung dauerte aber nicht lange. Der Zwist wurde bald so heftig, daß Prüfer im Laufe des Freitags, an dem die Tat verübt wurde, seinem Wirt unter Tränen erklärte, er werde ein Beil nehmen und seine Frau, mit der er wieder Etreit gehabt hate, vor den Kopf schlagen, dann habe er menigstens Ruhe. Der Wirt redete ihm gut zu. Darauf fagte Prüfer, er werde meninstens einen Knüppel nehmen, ihr die Jade boll fchlagen" und dann zu einem Bauern aufs Land gehen. Brüfer hing fehr an feinem Kinde. Er konnte es aber nicht mitnehmen, meil es ihm auf der Flucht hinder ich gewesen wäre. Es ist möglich, daß er Berlin fofort verlassen hat, um auf dem Lande Arbeit zu suchen. Ueber Mittel verfügte er nicht. Der Füchtige ist 34 Jahre alt, 1.72 Meter aroß, hat dunkelblondes Haar, ein rundes Geficht mit gestuktem Schnurrbart und eine gerade Haltung. Der Zeigefinger der linken Hand ist insplge einer Schußverlegung zwischen Finger und Daumen, etwas steif. Ein blufiger Chezwift ereignete fich vorgestern abend im Hause Christianiastraße 101. Hier wurde der 52 Jahre alte Kaufmann Hermann Herzberg von seiner 51 Jahre alten Ehefrau Klara hinterrüds überfallen und durch Schläge mit einem Handbeti an Kopf und hals schwer verlekt. Hausbewohner fchafften den stark blutenden Herzberg nach der Rettungsstelle in der WatiDie Ehefrau wurde festgenommen. straße. 121.a Abt. Mahlsdorf Süb. Mittwoch, den 13. Februar, 7, Uhr Reft. Körnerfee ( Inh. H. Dies). Uhlandstr. 18, erweiterte Mitgliederversammlun Geladene Gäfte haren Furritt Thema: Die fommenben Reichstagswahlen und bie Frau Re: Genoffin Gertrud Hanna, MD 2 " Engeum Germaniaftrake. Portraa des Gen Wittaner. Röpeni. Dienstaa. ten. 12. Februar, abends 7 Uhr wichtige Besprechung der Ohleute der Elternbeiräte in der Wohnung des Obmanns, Alte Dahlwigerstr. 78. Erscheinen dringend gewünscht, evtl. Bertreter. kommission und des Ortskartells Berlin des Af- Bundes, den Ar Es war ein glüdlicher Gedante der Berliner Gewerkschaftsbeitslosen den Besuch einer guten Oper zu ermöglichen. Ausgeführt Jungfozialisten- Gruppe Tempelhof. Seute Dienstag, 7%, Uhr im Jugendheim, fonnte diese Idee aber nur werden durch das Entgegenfommen der Leitung der Großen Bolfsoper", ihr Theater des Westens für solch einen gemeinnügigen Zweck zur Verfügung zu stellen und durch die Bercitmilligung des Perfonals zur Mits wirkung hierbei Am Sonnabend gab man nun Roffinis„ Bar= bier Don Sevilla" vor den Arbeitslosen. Die Aufführung ward zur wirfidhen Feierstunde. Der laut und herzlich, oft mitten in die Szene hinein gespendete Beifall des sehr gut befehten Hauses dantte ollen Mitwirkenden, nicht zuletzt auch dem Orchester unter seinem Leiter Erich Walter dem technischen Personal und den pflich bereiten Helfern vom Chor für diese hoch anzuerkennende Tat fünftferi'ch gewerkschaftlicher Eolidarität. die heffentlich einen praf. tischen Widerhall auch bei anderen Kunststätten Berlins finden wird. Der Poftpaketverkehr mit Frankreich. Gewerkschaftsbewegung Niederlage des Unordnungsblocks der KPD. Am Sonntag und Montag fanden in Groß- Berlin die Deles giertenwahlen zur Generalversammlung des Vereins der Ber Iiner Buchdruder und Schriftgießer fatt. Die KPD hatte, um die Herrschaft zu erobern, fein Mittel und fein Bündnis gescheut. Sie versuche alle unzufriedenen und zweifelhaften Elemente zu einem Unordnungsblod zu sammeln. Die Liste der sogenannten Opposition war ein Gammelsurium von allen denf. baren Elementen, die unter der Fuchtel des KPD. die erprobte Organisation der Buchdrucker und Schriftgießer über den Haufen rennen sollten. Die Berliner Buchdrucker und Schriftgießer als erprobte GeBor jegt an werden von den Bostanstalten im un befetten Deutschld gewöhnliche Postpatele nach Frankreich und nach Ländern im Durchgange durch Frankreich, insbesondere nach Granien, wieder zur B förterung angenommen. Außerdem wird wieder aufgenommen der Bostrafetverkehr zwischen dem besezten Deutsd lard und Belgien, Frankreich und Ländern im Durch nang burch Miele Länder, ferner der Paketperfehr zwischen dem be. fekten Deutschland und Luremburg. dem Gaargebiet sowie Großwerkschafter find der KPD. jedoch nicht auf den Leim gefrochen. britarnien und Irland durch Vermittelung der Britischen Kontirentalag ntur. Weitere Ausfünfte erteilen die Bosanstalten. Die französische Bofverma'tung erhöht vom 1. Februar an ihren Landanteil für Postpalete bis 1 Kilogramm um 10 Cts.( Gold), über 1 bis 5 Silveramm um 20 Cts.( Gold). über 5 bis 10 Kilogramm 30 Cts.( Gold). Dementsprechend werben von den deutschen Boft anfalten vom genannten Tage an für Boftpalete nach Frankreich bie, um diese Biträge erhöhten Freigebühren erhoben werden. Ucht Personen bei einem Zusammenstoß verletzt. Heute morgen gegen 7 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Schmid, Ede Neanberstraße, oerufen, wo ein Straßenbahnwagen der Linie 28 auf den mit zwei Pierden bespannten Bostwaren aufgefahren war. Der Bostwagen wurde auf den Bürgersteig geschieu dert und stürzte um. Dabei wurde der Postillon Georg Riedel aus der Huttenstraße und sieben Aushelfer, die in dem Bagen laßen, mehr oder weniger ich mer verlegt Riedel, ber am meisten zu Schaden gekommen ist, mußte nach dem Krankenhaus Bethanien gebracht werden. Großfeuer tam in der letzten Nacht aus unbefannier Ursache in 50872 M der Schulstraße 46 zum Ausbruch. Als die Feuerwehr dort gegen Mitternacht eintraf, brannte das Lumpen und Produkten. lager der Firma H Rollert in solcher Ausdehnung, daß die Züge der 6. Kompagnie mit 1 B. und 3 C- Rohren von Motorspriken vor. nehen mukten. Starte Qualmentwidlung erschwerte die Löfbung sehr. Erst gegen Morgen fonnte die Feuerwehr wieder Die augenblicklichen Vorgänge auf dem Buttermarkt, die leider aut auf andere Lebensmittelmärkte anfedent gewirkt haben, verMenen ernsteste Beachtung der zuständigen Behörden. Seit etwa 10 Tagen findet eine Butterpreiserhöhung nach der anderen statt, ohne ich eine Notwendigkeit für dieses Vorgehen gewiffer Kreise der Landwirtschaft und des Handels festzu ft: l'en wäre. Die amtliche Butlernotierungsfommission hat mertwii d'gerweise in den lepten Lesen den Großhandelspreis wiederum und zwar auf 1,80 m. erhöht. Wie in der Inflationszeit, erlebt man auch icht wicker die außerordentlich bedaueriche Tatsate, daß sich fein Men'ch an die Preisfestsehung, die, wie ja in weiten Kreisen befannt ist, auch nicht der wahren Marktlage entspricht, hält, son dern daß Fantasiepreise aefordert und leider auch gezaht worden. In den Berliner Merithollen und Geschäften foftet gute Chbutter heute 2.60 M. Zwischen Grohs und Kleinhandelspreis befteht hier also eine Epanne von 80 Bf oder etwa 90 Broz. des Großhandelsprei'es Derartige Gewinne fön en heute foum anders als wucherisch bezeichnet werden und es wäre dringend notmendi, wern fas Lendespel zciemt und die örtlichen Bucherbehör ben erlich tiefen Dingen ihre vollste Aufmerksamkeit widmer würden. Erfreulicherweise macht jetzt der Kleinhnbel regen bie Butterpreistreiberei energich Front urb man ist in dicken Krei'en entschlossen, zu den schärfsten Mofnahmen zu reifen. wenn die Landwirtschaft angehts ter schwierigen wirtida tlichen Verhätnisse des überwiegenen Leils der Bevölkerung nicht bezu übergeht, den Butterpreis wieder auf ein normales Maß a reduzieren. abrücken. haben. In einer Versammlung in Steglitz sprach gestern Genoffe Bleier über das Thema Heraus aus dem Chaos". Der Refe rent beschäftinte fich mit dem Ausfall der Wahlen in Thüringen, Lübeck und Ecch'en. indem er nachwies, dak nur die Uneininfeit und die 3ersnitterung des Proletariats die Niederlage verschuldet Der erste Tieffionsredner beleuchtete fachlich vom Standnunkt der Kommunistischen Bertei die Page: die nachfolnenden Disfuffionsredner, die als Partei'ole mobiele Angriffe gegen die Sozialdemokratie richteten und Knippl- Runze feierten, wurden durch den Versammlungsciter Geneffen Schönherr fowie durch den Genoffen Dr. Jäschte eines besseren belehrt. In seinem Schlußwort neikelte Gnolle Bleier des Treiben diefer Lente, denen es überhaupt nicht auf fachliche Distuffton antommt, sondern die ihre Aufgabe darin sehen, alles niederzureißen. Für die Junendwelke in den Orten Tegel. Borfiamalde. itterau, Seinershorf. aidmanns I uit. welche am Sonntag, den 23. Mara, in Tenel in der Cheerealschule ftattfindet, werden Anmeldungen beim Genossen Otto Katen, Tegel, Treskovstr. 21 III, entgegengenommen. Groß- Betliner Parteinachrichten. 14. Abt. Mittwoch, ben 18 Februar, 71, Uhr Rablahenb in den bekannten Lo'alen 15. Abt. Mittmom, 18. Fehruar 8ahlabenbe bei Obiglo, Stralsunder Straße 11, bei Runge. Adeririße 49. 20. st. D'enstag. den 12. Februar, 7 Uhr Frauenabend bei Rommel, Schul. ftraße 58, Aufg. 6. Thema: Dis Frau und der Sozialismus." Nach dem nunmehr endgültig vorliegenden Resultat sind auf der Amsterdamer Gewerkschaftsliste 376 Delegierte gewählt, wäh rend der Unordnungsblod insgesamt nur 52 Gewählte aufweisen tann. Die Bezirkevorstände sind sämtlich wiederge wählt. Nach den bisherigen Wahlen, die in den Berliner Ortsverwaltungen vorgenommen worden sind, ist auch diese Wahl ein Beweis dafür, daß die Masse der Gewerkschaftsmitglieder die kom. munistischen Zerstörer richtig einzuschätzen weiß. Arbeitszeitkampf auch im Steindruckgewerbe. In einer Mitgliederversammlung der Verwaltungsstelle Berlin des Verbandes der Lithographen und Steinbrucker hielt Montag abend ter Bevollmächtigte Soffmann ein Referat über die Abfichten ter Unternehmer, die Arbeitszeit zu verlängern. Er fam zu dem Schluß, daß sich die Berufsangehörigen ohne Kampf nie eine Berlängerung des Achtstundentages aufzwingen lassen werben. Sodann berichtete Genoffe Herbst vom Hauptvorstand über bie Verhandlungen im Reihsarbeitsministerium. Troßdem die Unternehmer noch im Dezember vorigen Jahres erklärt hatten, daß ihnen jede Arbeitszeitverlängerung fern liege, fündigten sie doch im Januar ben noch bis Mai laufenden Tarifvertrag zu tem ausge prochenen 3wed, eine Erhöhung der Arbeitsstunden. ahi burchzusetzen. Bei den Berhandlungen wurde ihnen von den Verbandsvertretern zunächst das Tariffündigungsrecht bestritten, ba die Arbeitszeitverordnung feine Handhabe dazu biete und der Tarif eine andere Kündigungszeit vorsehe. Die Arbeitgebervertreter behaupteten aber, de: Verbandsvorstand fei Verhandlungen über die Arbeitszeit bisher ausgewichen, so daß man sich zu diesem Schritt veranlaßt fah. Es fonnte aber mit Recht darauf hingewiesen werden, daß der Tarif gegenüber sich etwa ergebenden Arbeitsanhäufungen elastische Arbeitszeitbestimmungen enthalte, die den Arbeitern wie den Unternehmern genug Möglichkeiten zu gelegent.idher Ueberarbeit geben. Es sci damit den wirtschaftlichen Bedürfnissen" des Gewerbes in ausreichendem Maße Rechnung getragen; ein Anlaß zur schematischen Arbeitszeitverlängerung liege also nicht vor. Leider entschied der amtliche Schlichter, daß auch über eine Neufcstsetzung der Arbeitszeit verhandelt werden könne. Im übrigen sollten zunächst die Dezemberlöhne weiter in Geltung beiben, die Qualitätsarbeiter zulagen sollten aber auf den Friedens stand gebracht werden. Redner betonte, daß diese letzte Anordnung im Rundschreiben des Arbeitgeberverbandes einfach unterschlagen worden sei Das sei in der nächsten Verhandlung ben Unternehmern gebührend vcr= gehalten worden, daher mußte auch in die'er Verhandlung nochmals über die Löhne gesprochen werden, obwohl eigentlich nur die Ar. beitszeitfrage auf der Tagesordnung stand. Nach neunstüntiger Beratung fam das Schiedsgericht gegen die Stimmen der Arbeitervertreter zu folgendem Beschluß: Di kehn fäße der letzten Dezemberwoche bleiben bis auf weiteres in Geltung. Eine Kündigung fann zu jeder Woe erfolgen. Ab 16. Februar 1924 find nach Entscheidung des Arbeitgebers an bie b- foners leftmasfähigen gelernten und dauernd im Zeit. Iohn beschäftigten Gehilfen für deren Qualitätsleistungen 3u= lagen zu zah.en. Die Summe der Qualitätszukagen fall 8 Proz Die wöchentliche tarifliche Arbeitszeit beträgt 48 Stunden. Je nach der Eigenart oder den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Betriebes können für den Betrieb oder einzelne Betriebsabteilungen vom Ar. beitgeber für Steinbruder einschließlich Korrekturlithographen Mehr. stunden bis zur Dauer von wöchentlich 53 Stunden angeordnet werden. Für die hiernach über 48 Stunden wöchent ich hinaus bis zur Dauer von wöchentlich 53 Stunden geleisteten Mehrstunden ist für jete Stunde der 48ste Teil des Wochenlohnes zu zahlen. Für über 53 Stunden hinausgehende Arbeitszeit ist außer dem Stundenlohn der tarifliche Ueberstundenaufschlag zu zah'en. ber fich aus den jeweiligen Brifich zuständigen Spißenmindestöhnen| werbes. Schon furz nach ber Revolution habe man aus dem Urter.| Belegfbaften gelperri De 64er wir i morgen ( 3. B. Ortsflaffe I zurzeit 24,50 M.) ergebenden Lohnfunime be- nehmerlager gehört, daß an dem wirtschaftlichen Niedergang Deutsch. mit ter Angelegenheit befassen. tragen. Bereits gezahlte Qualitätszulagen find anzurechnen. lands vor ellem der schematische Achtstundentag" schuld sei. Erst Hinsichtlich der Arbeitszeit gilt vom 16. Februar bis vereinzelt und vorsichtig, dann gefchiessen und brutal rannten die Längere Arbeitszeit und Feierschichten. 31. Mai 1924 folgende Regelung: Arbei geber gegen alle jozialen Errungenschafter an. Hinter der Wegen Wagenmangel mußten die Belegschaften folgenbes Art, wie heute gegen den Achstundentag angefämpft wird, verberge Bechen in voriger Woche feiern: 3m Dortmunder Bezirk am fich lediglich die Unfähigkeit der Industrie, die deutsche Wirtschaft 4. Februar Germania 11 und Westhausen; am 5. Februar Minister w.eder aufzr.chten. Statt durch technische Verbesserungen die Produftion zu heben, versuche man es mit dem untauglichſter Mittel, am 9. Februar Hamburg, Erin( cine halbe Schicht); am 11. Februar Achenbach, Erin und Hamburg; am 7. Februar Erin und Hanja; mit der Berlängerung der Arbeitszeit. Nach Erörterung der BeMinister Stein, Hardenberg und Zollern 11. Im Bochum- Effener rechtigung und Notwendigkei: des Achtstundentages geht der Bor Bezirk am 6. Februar Zentrum 11/ V, Fröhliche Morgensonne; am trag nde auf die Arbeitszeitverordnung ein, deren Bestimmungen 7. Februar Dahlhausen- Tiefbau und am 8. Februar Seche Lothrin er einer scharfer Kritik unterzieht. Bei der Beseitigung des Ach stundentages fehlen netürlich auch nicht die Unternehmer der i schicht); am 6. Februar Zeche Katarina( Morgenschicht) und Herkules; 3i gen I/ 11; am 4. Februar Friedrich Ernestine( Mittag und Nacht garet enindustrie. Der Abfag schrumpfte allerdings mit der schwinam 7. Februar die Schachtanlagen 1/11, 111/ X und VI/ IX( Mittags denden Kauftraft der Massen zusammen; man versucht nunmehr Serbst erklärte diesen Spruch hinsichtlich der Löhne und der durch Verlängerung der Arbeitszeit die gewohnte Profitrate zu bei- dicht), Zeche Zollverein, Carolus Magnus( Mittags und Nachb Qualitätszulagen wie auch der Arbeitszeit für unannehmbar. ten, statt daß man durch Steigerung der Kauffraft Abfagmöglich- fchicht); am 9. Februar Schacht Heinrich Die Leistungen steigern zu helfen, sei man moh! bereit. Dies fönne teten schafft. In Dresder ist die beabsichtigte Arbeitszeitveraber unmöglich; auf dem hier beschrittenen Wege der Arbeitszeitverlängerung von der Arbeiterschaft ebgelehnt worden; in Ber fängerung geschehen, sondern nur durch technische Verbesserungen, in forderte man vor Abschluß eines neuen Manteltarifs für die Einer Mitteilung des Bergarbeiterverbandes zufolge welgern die gerade im Stembruckgewerbe schon bei einzelnen Firmen mit Angestellten die 3uftimmung zur 60 Stundenwoche. fich verschiedene Gruben bes Halleschen Begiris, BergErfolg angewandt feien, und durch Erhöhung der Arbeitsfreudigkeit Nachdem die Berhandlungen ergebnislos verlaufer find, geht man leute einzustellen, die nicht nachweisen lönnen, daß fie Wite durch gute Bezahlung Könnten sich die Unternehmer hierzu nicht neuerdings mit der betriebsweisen Regelung der Angelegen. Belanntlich befigt biefer verstehen, dann würde die Arbeiterschaft in den Kampf geheit vor, indem mit Kündigung gedroht wird, wenn nicht die Aralieber des Stablhelm find. drängt, in dem alle organisatorischen Mittel zur Anwendung erfennung der 54stündigen Arteitswoche erfolgt. Kasper bezeichnete und auch eine Arbeitsvermittlungsstelle, deren gewerlichafts feindliche Tendenzen bekannt find. fommen werden, um ihn fiegreich zu beenden. dieses Borgehen der Unternehmer als gegen die guter Sitten ver. Die Bersammlung zeigte badurch, daß sie eine im Sinne der stoßend. Der Kempf wird nunmehr von Arbeitern und Angestellten Ausführungen des Referenten von ter Ortsverwaltung eingebrachte gemeinsam aufgenommen werden, da sie nicht gewillt sind, Refolution ohne Disfussion einstimmig annahm, eine fefte Ent- fich die Arbei sbedingungen diftieren zu lassen. In einigen der fchloffenheit in der Ablehnung des Schiedsspruchs wie auch im Willen größter Betriebe ist es schon zu Differenzen getommen; es sei zur Abwehr jeder Tarifverschlechterung. Bu betonen ist noch, daß durchaus mit der Erweiterung der Kampfbafis zu rechnen. Die in der Refolution der Verbandsvorstand erfucht wird, Maßnahmen tampferprobte Arbeitnehmerschaft der 3igarettenindustrie werde auch zu ergreifen, um den Berbant vor Ablauf des Vertrags finanziell diesen Angriff der Unternehmer abzuwehren wissen. genügend zu stärfen. Arbeitszeitkonflikt in der Zigarettenindustrie. In einer gut besuchten Versammlung der Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellter der Zigarettenindustrie referierte Rajper Dom Zentroivertand der Angestellten über die Auslegung der Arbeitszeitverordnung durch die Arbeitgeber des GeAussperrung in der Lederwarenindustrie. Bei der Firma Bandsburger, Ritterstraße, waren die Arbeiter und Arbeiterinnen nach Ablehnung von Lohnforderungen in den Streit gedrängt worden; Verhandlungen der Organisation. zur Beilegung des Streitfalls verliefen ergebnislos. Die Unternehmer der Industrie haben nunmehr in einem Teil der Betriebe die Stahlhelm Kohlen. Der Rüdgang der Arbeitslosigkeit in Thüringen, der felt mitte Dezember zu beobachten ist, hielt auch in der zweiten Hälfte des Januar an. In dieser Zeit ist die Zahl der Bollerwerbslofen um 11 612 Personen oder rund 17 Bros., der Rurzarbeiter um 15 050 Berfonen oder rund 49 Broz. und der Zuschlagsempfänger um 13 920 Personen oder rund 18 Proz zurüdgegangen. Erwerbslofenunter ftüßung bezogen in Thüringen am 1. februar noch 54 783 Boll. ermerbslose, 15 671 Rurzarbeiter und 62 892 3ufchlagsempfänger ber Bollerwerbslosen. Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter: Birtfchaft: 3. B.: Craft Rester; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: 8. Dilcher; Lotales und Sonstiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin GB. 68.. Lindenstrake& Keine Einzelpaare sondern Alle Größen billig 690 mo.spitz.Form gutes Fabrikat Wir bringen trotz neuer Lederpreissteigerung unserer w. Kundschaft wie immer gute Schuhwaren zu billigen Preisen. Bei uns sind alle unten angeführten Sachen keine sogen. Einzelpaare oder aussortierte Paare, sondern sämtliche Artikel mit Ausnahme der Damenhochschaftstiefel zu 5.80 sind in allen Größen am Lager. S- hen Sie sich bitte unsere Fenster an. Hier nur einige Beispiele: Damen- Halbschuhe Schnür- od.Spangen, mit halb hohem Absatz, ale Größen le besserer Ausführung, 90 Damen Halbschuhe sehr gutes Fabrikat. 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