Abendausgabe Nr. 7841. Jahrgang Ausgabe B Nr. 39 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise Find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW. 68, Cindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 202-295 Tel.- Noreffe: Sozialdemokrat Berlin 7 Goldpfennig 70 Milliarden Vorwärts= Berliner Volksblatt 15. Februar 1924 Berlag und Anzeigenabteilungs Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SB. 68, Cindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Macdonalds Außenpolitik. auch fraurige Beobachtungen Paris, 15. Februar.( Eca.) Der Sonberberichterstatter des erste Mal, als er nach dem Kriege nach Deutschlend gegangen sei, Matin" in London veröffentlicht eine Unterhaltung, die er gestern mit Ramsay Macdonald hatte. Dieser äußerte sich zuerst bankbar über das Vertrauen, das ihm die franzöfifche öffentliche Meinung entgegengebracht habe und fuhr dann fort:„ Ich habe mich niemals für den Zusammentritt einer internationalen Wiederaufbau fonferenz verpflichtet. Die Aufrufe, die in dieser Absicht ausgefandt morden sind, sind ausgezeichnet, aber zu unbestimmt. Ich gebe ihren Urhebern meinen Segen und wünsche ihnen Erfolg. Aber mein eigenes Ziel ist ein anderes. Eine Konferenz muß das Ende und nicht der Anfang eines Kapitels sein. Budem müßte man die Probleme vollständig flären und es müßte infolgedessen zwischen der französischen und ber englischen Regierung ein offener Meinungsaustausch durch die Botschafter der beiden Rabinette oder auch durch persönlichen Schriftwechsel erfolgen. Der englische Premierminister wünscht nicht, daß man seine Bolitit nach irgendeiner Bemerkung im Unterhaus beurteile. Es werde por tommen, daß er andere Meinungen habe als man in Frankreich habe. Das habe keinerlei Bedeutung unter der Vorausseßung, daß dies ohne Hintergebanten mit der ehrlichen Absicht geschehe, Ideen zu erörtern und nicht Personen anzugreifen. Im weiteren Verlauf ber Unterhaltung wandte sich Macdonald gegen die Strategie" der Diplomatie alter Schule. Seine eigene Tattit sei sehr einfach. Sie bestehe darin, daß er geradeaus gehe. Infolgedeffen dürfe man nicht jeden seiner Säge untersuchen, um Hintergedanten zu finden, bie nicht da seien. Bei mir," sagte Macdonald, ist der aufrichtige Wunsch vorhanden, dahin zu kommen, daß ich die Leiden Europas durch Regelung einiger wesentlicher Probleme mindere, und zwar, indem ich sie gemeinsam mit Frankreich regele. Auch jedes andere Mitglieb der Arbeiterregierung dürfte diese Politit verfolgen. Macdonald tetonte alsdonn, daß er aus ideellen Gründer handele. 3h habe teine Macht gewünscht. Geld habe ich nicht nötig. Ich habe bei meinem einfachen Houshalt genug zum Leben. Wenn ich die Regierung übernommen habe, fo ge schah bies, weil ich an etwas glaube. Ich glaube nämlich, daß, renn wir uns bemühen, die zukünftigen Generafionen beffer und glücklicher sein tönnen els die unfrige." Der Bericht. erstatter machte als ann ben englischen Premierminister barauf aufmerksam, doß nach feinen Erfahrungen in Deutschland die jenigen Elemente Boden gewönnen, bie nicht an den menschlichen Fortschritt glauben. Macdonald artwortete hierauf, beß er das Vor dem Zusammentritt des Reichstags. Die Reichsregierung hatte am Donnerstag eine Aussprache mit Bertretern der Roalitionsparteien über die Tagesordnung der ersten Reichstagssigung und insbesondere über die Reform des Reichstagswahlrechts. Im Laufe des heutigen Tages verhandelt die Regierung über die gleiche Frage mit den Vertretern der Sozialdemokraten und der Deutschnationalen. Ueber die Stellungnahme zur Wahlrechts Dorlage sollen die Fraktionen entscheiden. Ob und wann eine Regierungserklärung über die politische Lage erfolgt, ist noch nicht festgesetzt. Es ist aber anzunehmen, daß gleich die ersten Tage der Reichstagsverhandlungen eine Interpellation über die Borgänge in der Pfalz bringen werden. Die Sachverständigen in Paris. In Erwartung neuer deutscher Berichte. Paris, 15. Februar.( Eca.) General Dames und die ameri fanischen, englischen und französischen Mitglieder des ersten Sachverständigenausfauffes find, begleitet von bem technischen Bersonal und den Sekretären, heute nacht aus Berlin nach Baris zurüd. gefchrt. General Dawes brückte Breffvertretern gegenüber feine Sufriedenheit über die Hilfe aus, die dem Ausschuß von den deut. schen Persönlichkeiten geworden sei, welche berufen waren, sich vor bem Sachverständigenausschuß in Berlin hören zu laffen. Einem Berichterstatter des" New York Herald" erklärte Dawes:" Es wird die Ankunft zahlreicher Aftenstücke hier erwartet, die am Montag von den Sachverständigen geprüft werden sollen. Der Direttor der Reichsbant, Dr. Schacht, wird Montagnachmittag hier erwartet. Man nimmt an, daß er mehrere Berichte mit sich führen wird, die bie deutsche Regierung zu erstatten versprochen hat, die aber noch nicht fertiggestellt waren. Nach Anhörung Dr. Schachts werbe der Ausschuß an die Ausarbeitung seines Berichtes herangehen, und er glaube, daß dieser noch vor dem 1. März fertiggestellt sein werde. Paris, 15. Februar.( Eco.) Der„ Daily Mail" zufolge verTau'et, baß der Erste Sachverständigenausschuß in feinem Bericht verfuchen wird, eine Gesamtsumme für Deutschlands 3ahlungsfähigteit aufzustellen; er werte es als wünschens mert bezeichnen, Deutschland ein Moratorium von zwei bis drei Jahren für seine Brzah! ur gen zu gewähren. Nach Beendi gung dieser Zeit werde Deutschland in der Lage sein, eine bebeutende Jahresrete bis zur Tilgung seiner Reparationsschuld zu zahler. Der Ausschuß werde auch berauf ausgehen, die augenblid liche Ruhrabgabe und die Lieferungen in das allgemeine System, bs man vorschlagen werde, aufzunehmen. Der Ausschuß werde die in dicfem Sinne gemacht hebe. Er habe in Deutschland ernsthafte Geister gefunden, die wirklich demokratisch fcien, er habe dann aber bemerkt, daß sie den Mut und auch bis zu einem gewissen Grade ihrer Einfluß verloren. Aber," sagte er, ich glaube, daß wir dafür auch etwas verantwortlich sind, und daß wir nicht die beste methode angewandt haben, um diese morolische Elite zu unterstützen, die heute von dem Elend fast vernichtet ist. Es gibt gute Elemente, man muß sie stärken. Die imperialistischen, friegerischen Gedanken der Junter muß mau aus dem deutschen Bolte herausreißen, Jedenfalls müssen wir zusammenarbeiten, for ohl auf moralischem als auch auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete, um das zu vernichten, was dem Schlechten in Europa dient, und zwar muß man schnell hardeln." Macdonald über Rußland. London, 15. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Zu der geftrigen Rede Macdonalds im Unterhaus sind noch folgende Stellen über Rußland nachzutragen. Macdonald erinnerte daran, daß im vergangenen Mai die russische Regierung in Beantwortung der englischen Forderung auf Entschädigung in dem Fisch dampfer, konflikt durch Krossin ihre Bereitwilligkeit zur Zahlung einer Entschädigung hatte mitteilen lassen. Als die For derungen im einzelnen überreicht wurden, wurden sie von den Ruffen zum Teil einer Nachprüfung unterzogen, zum Teil abgelehnt. Macdonald sagte, diese Ablehnungen erfolgten, nicht weil die russische Regierung sich von Kraffins Bersprechen lossagte, sondern weil sie sich vorb: hielt, jede erfolgten, nicht weil die russische Regierung sich von Kraffins Forderung im einzelnen nachzuprüfen. Die Angelegenheit steht nun heute so: Wir haben die Versicherung erhalten, daß die Sowjet regierung weit Savon entfernt ist, zu versuchen, sich ihrer Terpflichtungen zu entziehen, sich jetzt bemüht, angesichts der er. folgten Anerkennung der englischen Regierung in diefer Froge ent gegenzukommen, Macdonald fagie, daß er der russischen Regierung eine neue Mitteilung in dieser Angelegenheit zukommen laffen werde. In diesem Schriftftüd sei ausgeführt worden, daß England es für selbstverständlich erochtet, daß ihm die gleichen Entschädigungen gewährt würden wie jeder anderen Macht, die die Sowjetregierung anerkannt habe. Er tue jedenfalls fein Bestes, um die Angelegenheit in einer für beide Teile fairen Form zu regeln und würde eine fierte Enttäuschung empfinden, wenn eine geschäftsmäßige Regelung dieses Streitfalles nicht erreicht werden fönnte. Rückkehr der deutschen Zivilbehörden in das Ruhr gebiet anempfehlen, aber nichts über die Abberufung Ser frenzo fisch- belgischen Befagungstruppen sagen. Deutsche Denkschrift in Brüffel. Paris, 15. Februar.( WTB.) Der Brüsseler Korrespondent des „ Temps" meldet: Die am Montag von dem deutschen Geschäftsträger überreichte Dentschrift in der Frage des modus vivendi im Ruhrgebiet behandelt technische Fragen, die Aenderungen oder genauer gesagt Milderungen des Besetzungsregimes im Ruhrgebiet und in den Rheinlanden betreffen. Das Schriftstüd sei eben erst übersetzt worden. Die belgische Regierung werde die zuständigen Berfönlich feiten, die Belgien im Ruhrgebiet und in den Rheinlanden vertreten, und den Chefingenieur bei der Eisenbahnregie Hannecart, den Ober tommissar in der Rheinlandkommission, sowie den Oberbefehlshaber der belgischen Befchungsarmee Burguet damit befaffen. Sobald die belgische Regierung im Befiß der Aeußerungen ihrer Sachver ftändigen sein werde, werde sie sich mit der franzöfifchen Regierung ins Benehmen lehen, welche Felgen der deutschen Note gegeben und welche Antwort auf sie erteilt werden soll. Sthamer bel Macdonald. Der deutsche Botschafter Dr. Sthamer hatte heute eine eingehende Unterhaltung mit Macdonald. Dem Star" zufolge foll hierbei über den Bericht ber Sachverständigen, deffen Uebergabe bevorsteht, gesprochen werden sein. Was not tut. Kritik der Wohnungswirtschaft. Bon Dr. med. Alfred Korach. Unsere Wohnungswirtschaft von heute franft daran, daß bevölkerungspolitische und fürsorgerische Gesichtspunkte vieler orts durchaus nicht in genügendem Maße gewürdigt werden. Die Wohnungswirtschaft umfaßt Aufgaben der Gebäudeökonomie und der Menschenökonomie. Der geborene Menschenöfonom ist aber der Arzt und Hygieniter; er ist der Berwal ter des organischen Kapitals des Staates". Bei der Wohnungswirtschaft handelt es sich eben nicht nur darum, Platz zu schaffen für Wohnzwecke, Wände und Türen auszubeffern, die Brüchigkeit der Häuser zu vermindern, Reller troden zu legen und Dachgeschosse auszubauen. Von enormer Wichtigfeit ist es, darauf zu achten, wie die Menschen beschaffen sind, werdende Wohnungen eingewie en werden sollen. Diese Aufdie die verschiedenen Wohnungen innehaben oder in freigabe fällt aber in das ureigene Arbeitsgebiet des Sozialhygienifers. Der Arzt als Bevölkerungspolitiker hat Ursache, sich aus grundsäglichen Bedenten gegen eine ganze Reihe von Maßnahmen zu wenden, wie sie in vielen Boh nungsämtern üblicherweise getroffen werden. Da er die Bes bie Tuberkulose und die Säuglingssterblichkeit ganz besonders deutung der Wohnungsbeschaffenheit für den Kampf gegen ernst zu würdigen weiß, wird er sich beispielsweise mit offer richtung mehr oder weniger unbedeutender Abfindungssummen Kraft dagegen mehren, daß übergroßer Wohnraum gegen Ent Leuten überlassen wird, die ihn aus Gründen der Bequemlich Menschen eng zusammengedrängt hausen und in hohem Make feit begehren, während in zahllo'en elenden Quartieren andere manchen Fällen angezeigt sein mag, derartige Abfindungsfummen durch die Wohnungsämter zu vereinnahmen, warum Krankheiten ausgesetzt sind. Wenn es nun aber schon in wenigstens auch teilweise dazu verwendet, mittellosen Tuberwerden dann nicht die zur Verfügung gestellten Geldmittel fulösen Bettstellen zu geben! Ernste Einwendungen muß der Bevölkerungspolitiker erbeben bei Beurteilung der Grundsäge, die fü. die Genehmi gung des Wohnungstausches maßgebend find. Das Lebensalter der Tau chpartner, ein sehr wichtiger wohnungswirt fchaftlicher Gefichtspunkt, bleibt nämlich sehr zu Unrecht völlig unberücksichtigt. Ein Beispiel für die geringe Beachtung bevölkerungspoli tischer Intereffen stellen auch die Verordnungen betref's Er. richtung von Wohnlauben dar. Es wird oft verlangt, daß bei Gewährung städtischer Baukostenzuschüife zum Bau der Wohnlaube als Gegenfeitung eine Stahtwohnung von mindestens einer Stube und Küche freigemacht und der Laube darf nicht gleichzeitig eine Wohnung befizen. Als dem Wohnungsamt zur Verfügung gestellt wird. Der Bewohner Wohnung uchender wird er auf die Dauer von 10 Jahren nicht geführt. Während dieser Zeit darf er feine Stadtwohnung ve anspruchen. Die Wohnlauben, die sich im übrigen durchaus nicht bewährt haben, pflegen nicht gerade sehr geräumig zu fein. Im Laufe von 10 Jahren fann aber eine ganz stattliche Anzahl von Kindern das Recht als Mitbewohner der Laube für sich in Anspruch nehmen. Ein auf 10jährige Dauer gelten. der Berzicht des Familienhauptes auf einen Wohnungs anspruch dürfte also ganz unhaltbar sein. Die praktische Mitarbeit des Verwaltungsarztes im Wohnungsamt hat, wenn sie erfolgreich fein foll, feine volks. wirtschaftliche Schulung zur Voraus'egung. Sie verlangt aber auch eine gute Bekanntschaft mit der jeweiligen Lage des Wohnungsmarktes. Eine der wichtigsten, in ihrer Bedeutung aber immer noch nicht genügend gewürdigten Aufgaben feines Birkens im Wohnungsamt liegt auf dem Gebiete der Bekämpfung der Zubertulose. Bon ausschlaggebender Bedeutung ist feine Enwirtung auf die Art der Berteilung der Wohnungen, Menschen vor der Anstedung durch tuberkulöfe Mitbewohner. und awar beshalb, weil es sich hierbei darum handelt, gefunde Familie, in der ein Mitglied tuberkulös ist, eine etwas größere zu schühen. Wenn der Sozialhygieniter es durchfeßt, daß eine Kranten in einem eigenen fleinen Zimmer schlafen zu laffen. Wohnung erhält und es auf die'e Weise ermöglicht wird, den Hoesch b- i Millerand. Präsident Millerand wird den deutschen Botschafter v. Hoesch zur Ueberreichung seines Beglaubigungsfo baben ben Hauptvorteil hiervon die gesundgebliebenen An schreibens am Sonnabend empfangen. Börse und Steuerverordnungen. Verordnunren, die am geftrigen Tage sozusagen in legter Stunde Die Börse erörterte heute sehr lebhaft die große Anzahl von erlaffen worden find. Das Hauptintereffe beansprucht naturgemäß die dritte Severnetverordnung und die Verordnung über die neue Börsensteuer. In beiden Fällen ist man sich über die Wirkungen für die Wirtschaft und die Börse noch nicht völlig im flaren. Man ist der Meinung, daß die 15 Broz Aufwertung der Hypothefen und Obligationen in sehr vielen Fällen eine taum trag bare Belastung der Wirtschaft bilden. Jedenfalls trugen diefe gefeggeberischen Maßnahmen dazu bei, die Unternehmungsluft der Börse vorübergehend etwas lahmzulegen. Die Gesamttendenz war heute am Effettenmartt eher etwas schwächer bei ganz gerine. fügigen Umfägen 3iemlich scharf tam die Ent'äuschung am Markt der inländischen Anlehen zum Ausdrud. Kriegsanleihen gingen anfangs bis 130 zurüd. Am Geldmarkt zeigt sich eine gewiffe Erleichterung. doch wird für tägliches Geld noch immer s Broz. gefordert und gezahlt. Im Devisenpertehr trat heute die gehörigen, deren drohende Ansteckung vermieden werden muk. Solche hygienischen Maßnahmen auf dem Gebiete der Wohnungsfürforge entsprechen ganz gewiß den Grundsätzen und bleibt die beste und billigfte Tuberkulosebekämpfung, die einer verständigen Bevölkerungspolitit. Wohnungshygiene st unentbehrliche Grundlage für alle anderen erfolgversprechen den Maßnahmen im Kampfe gegen die Tuberkulose. Nicht minder bedeutungsvoll als die Arbeit des Sozialhrgieniters auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge beim Rampfe gegen die Schwindfucht, in ihrer Wichtigkeit aber auch nicht in genügendem Maße anerkannt und bekannt, ist feine Einwirkung auf die Wohnungspflege im Sinne der Be fämpfung der Säuglingssterblichteit. Auch hierbei ist die wichtigste Borbedingung für den Erfolg seiner Tätigke't fe'n maßgebender Einfluß auf die Ruweifung geeigneten Wohnraums an die betreffenden fürsorgebedürftigen Familien. Wenn der Stadtarzt in der Begründung eines von ihm geftellten Antrages etwa sagt, es sei mit höchfter Wahrscheinlich feit damit au rechnen, daß der Säugling A., der sich in einer heißen Bodenkammer befinde, bei weiterem dortigen Ber Thüringen vorbehalten. Nachdem sie jezt ihren Zweck erfüllt hat, nämlich dem Ordnungsblod zur Herrschaft zu verhelfen, wird sie nach weiteren 14 Tagen abberufen. Die Opfer wird die Republik zu tragen haben. Der Erisapfel. bleiben in furzer Zeit sterben dürfte, so wird kein Mitglied| Reichstag heftigen Widerspruch erregt; u. a. ist damals der Bor-| fpruch ins Gefängnis gestedt wurde? Das blieb der Reichswehr in einer Wohnungsfommission es auf sich nehmen, diesen Antrag auf besondere Berücksichtigung bei der Wohnungsverteilung abzulehnen. Für die Beurteilung der Dringlichkeit eines Antrages auf Wohnungszuweisung läßt sich ein allgemein gültiger Maßstab nicht aufstellen. Es ist aber durchaus notwendig, daß für jeden wohnberechtigten Bürger trotz der Wohnungsnot, ja gerade wegen der Wohnungsnot, ein Mindestanspruch auf Wohnrcum festgesetzt wird, der kurz gefaßt lauten müßte:" I e dem 3 Menschen ein Bett!" Würde diese an und für sich flingende Forderung erst einmal durchgeführt, so wäre unendlich Bieles und Segensreiches geschaffen. An = Un Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnot dürften sich besonders folgende empfehlen. Erstens einmal ist es notwendig, daß der vorhandene und verfügbare Wohnraum auch wirklich zu Wohnzweden erfaßt wird. Zweitens wäre der schleunige Ausbau der Einrichtungen der ergänzenden Wohnungsfürsorge, also der Krippen, Horte, Wärme- und Lesehallen, der Heime und Obdächer für jung und alt erforderlich, gerade in der Zeit des Kohlenmangels und der schrecklich wachsenden wirtschaftlichen Not weitester Bevölkerungsschichten. Ferner dürfte es fehr erwägenswert sein, ob sich nicht bei der furchtbaren Enge, die in zahllosen Quartieren herrscht, zwecks schneller Bekämpfung der Doppelbelegung von Lagerstellen die Einführung von Etagenbetten als Motstandsmaßnahme vorübergehend empfiehlt. Um dem Einwand der Unbequemlichkeit zu begegnen, fönnte man Küchenflappstühle gleichzeitig zur Verfügung stellen. Es ist immerhin besser, daß Etagenbetten benutzt werden, als daß zwei oder mehr Bersonen in einem einzigen Bett nächtigen und sich hierdurch einer ganz besonders hohen Gefahr der Tuberkuloseansteckung aussehen. Namentlich auch für Jugendfiche dürften sich die Etagenbetten recht gut eignen. Freilich einen entscheidenden Einfluß auf die Linderung der Wohnungsmißstände wird erst eine großzügige Sied= lungspolitik herbeiführen können. Helfferich als Ankläger. 1761 Gegen die Steuerschen der Volksparteiler. Wenn zwei sich streiten, erfährt man die Wahrheit. Das offizielle Organ der Volkspartei, die„ Natlib. Korrespondenz", hatte Helfferich unlängst start angegriffen, weil er sich als Reichsschatzsekretär während des Krieges auf die künftig einzutreibenden Kriegsentschädigungen verlassen und die Einbringung von Steuervorlagen verabsäumt habe. Das veranlaßt nun wiederum Herrn Helfferich, feme Erinnerungen aus der Zeit seiner amtlichen Tätigkeit aufzufrischen und in der deutschnationalen Presse gegen die sich jetzt Bolfsparteiler nennenden Nationalliberalen folgende Vorwürfe zu erheben: Niemand hat in meiner Zeit als Reichsschatzsekretär und, soweit ich orientiert bin, auch noch unter meinem Nachfolger bis in das Jahr 1918 hinein stärker und dauernder auf die amtliche Proklomation der Forderung nach voller Kriegsentschädigung gedrängt, als gewisse führende Bertreter der damaligen nationalliberalen Partei, die sich auch sonst durch die Propaganda für weitgestedte Rriegsziele auszeich neten... Sofort nach Uebernahme des Reichsschaamtes habe ich die Borbereitung von Steuervorlagen angeordnet. Bei meinen ersten Unterhaltungen mit den einzelstaatlichen Finanzministern habe ich darauf hingewiesen, daß bei einer Dauer des Krieges über den Herbst hinaus, die mir übrigens der Chef des Generalstabes von Faltenhayn als unwahrscheinlich bezeichnet hatte, das Reich auf Kriegssteuern nicht verzichten fönne; daß ich es ferner für nötig erachtete, daß die Einzelstaaten ohne ein Vorgehen des Reiches abzuwarten, für ihren gefteigerten Finanzbedarf durch eine fräftige Erhöhung der direkten Besteuerung Vorsorge treffen möchten. Die Ankündigung meiner Absicht, von Reichs wegen KriegsSteuern auszuschreiben, hat in der Presse, im Bundesrat und im worden. Das Rätsel der Zeugung. Zum Tode Jacques Loebs. Professor Jacques Loeb, der, wie schon turz gemeldet, foeben in Bernuda gestorben ist, war einer jener zielbewußten Forscher, die in stiller, zäher Gelehrtenarbeit unsere Erfenntnis bis in ein Gebiet getragen haben, das bis vor kurzem jenseits der Grenzen zu liegen schien, die dem Menschengeist zugänglich waren. Das unerforschlich scheinende Rätsel der Entstehung des Lebens, das große Geheimnis der Zeugung, ist von ihm entschleiert Jacques Loeb, der während dreier Jahrzehnte in Amerita geforscht hat und Bürger der Vereinigten Staaten geworden war, ist ein Deutscher gewesen. Er war am 7. April 1859 zu Mayen im Rheinland geboren, aber schon als Schüler nach Berlin gekommen. In Berlin, München und Straßburg studierte er Medizin und Bhysiologie, wurde 1886 Assistent am Bhysiologischen Institut in Bürzburg, zwei Jahre später in Straßburg und ging 1890 an die deutsche Zoologische Station nach Neapel, um dort biologische Forschungen zu treiben. Seine Hoffnung, an einer deutschen Universität einen Lehrauftrag zu erhalten, schlug fehl; deshalb folgte er einem Ruf als Professor am Bryn Mawr College in Pennsyls vanien. Er wirfte später an anderen amerikanischen Universitäten und nahm schließlich seinen Wohnsiz in New York. Im Jahre 1911 hielt er gelegentlich des ersten Monistentongresses in Hamburg einen bedeutsamen Vortrag über das Wesen des Befruchtungsvorganges. Bu seinen scharfsinnigen Untersuchungen auf diesem Gebiet war Loeb durch die, schon in jungen Jahren begonne nen Untersuchungen über den sogenannten heliotropismus" bei Lieren gekommen. Jedermann weiß, daß sich die Pflanze stets dem Licht zuneigt; Loeb wies nun nach, daß sich einfache Lebewesen in diefer Beziehung nicht anders verhalten als Pflanzen. Um bei feinen Untersuchungen nach Möglichkeit die störenden Einwirkungen des Gedächtnisses auszuschalten, experimentierte er mit Arten ganz niederer Gattung: mit Blattläufen. Er setzte diefe in ein Probierglas, das verdunkelt war, und in das nur durch einen fleinen Spalt Licht einfallen tonnte. Da zeigte sich, daß alle Blattläufe stets dem erleuchteten Teil des Glases zuftrebten, um an der hellen Stelle wie gebannt sigen zu bleiben. Das Ergebnis war stets das gleiche, wie auch das Glas gedreht und gewendet wurde. Einen bedeutungsvollen Schritt weiter auf dem Wege zur Er fenntnis der im Dunkel lierenden biologischen Borgänge tat Loeb durch seine Untersuchungen über die künstliche Parthenogenese. Schon seit 75 Jahren weiß man, daß zur Erzielung eines neuen Lebewesens der Eintritt einer Samenzelle in das weibliche Ei erforderlich ist, daß aber bei niederen Organismen, wie zum Beispiel bei den Bienen, auch die sogenannte Jungfernzeugung" vorkommt. Diefes lange Zeit nur von den Morphologen bearbeitete Gebiet erweiterte Loeb in bedeutsamfter Weise durch den Nachweis, daß die Beugung des neuen Lebewesens im Ei die Folge eines chemischen Prozesses ist, der in der Hauptfache auf Drndation beruht. Nicht die Verschmelzung der Samenzelle mit dem Zellkern des Cies ist das fihende der Nationalliberalen Partei, Herr Bassermann, zu mir gefommen, um mich- wie er fagte in meinem eigenften Intereffe auf das dringendste zu ersuchen, teine Steuervorlagen an den Reichsfag zu bringen. In dem etwas bewegten Berlauf der Unterhaltung machte Herr Bassermann die Andeutung, ich müsse unter Umständen mit einer Vereinbarung der Parteien rechnen, über die Steuerporlagen ohne Distusfion zur Tagesordnung Neben den Kommunisten, die ihre Aufgabe darin erbliden, die überzugehen. Ich antwortete, gegenüber einem solchen Versuch Sozialdemokratie zu zersetzen und zu vernichten, besteht immer noc) würde ich in öffentlicher Reichstagsfizung erklären, daß ich das Sozialdemokratie zu zersetzen und zu vernichten, besteht immer noch eine kleine Gruppe, die sich USB. nennt und die im Haß gegen die Unterlassen des Versuches, wenigstens den ordentlichen Haushalt eine fleine Gruppe, die sich USP. nennt und die im Haß gegen die einschließlich der Kriegsanleihezinsen durch Kriegssteuern in Ordnung Vereinigte Sozialdemokratie mit der KPD. wetteifert. Sie entstand zu halten, als eine unverantwortliche Gefährdung der Kriegführung bekanntlich, nachdem einige Mitglieder der früheren Unabhängigen Ledebours Führung sich„ verselbständigten". Inzwischen sind betrachten müsse, die mit meinem Amt und Namen zu decken ich Partei die Vereinigung von Nürnberg nicht mitmachten und unter unter feinen Umständen gesonnen sei. Herr Helſferich jagt bann weiter, daß ihm die Durch sowohl bengebiete such cius ber von ihnen felbſt geLedebour sein Reichstagsfollege und bringung der ersten Kriegssteuern nur nach leberwin gründeten Partei hinausgeworfen worden. In dem Berliner Blätt dung der unglaublichsten und unanständigchen dieser Bartei finden wir heute einen Artikel mit der vielsagenden sten Quertreibereien" gelungen sei, und meint, das Ueberschrift:„ Sozialisten, schließt die Reihen!". In ihm werden primitivste Schamgefühl und die primitivste Vorsicht müßten die Reiben nun in diesem Stil geschlossen: die" Natlib. Korr." davon abhalten, ihre Angriffe fortzusetzen. Denn sie fönne feinen Pfeil abschießen, der nicht rettungslos auf ihre Hintermänner zurückpralle. = Herr Helfferich vergißt nur hinzuzufügen, daß das Spiel jetzt mit vertauschten Rollen weitergespielt wird, und daß jetzt er und seine Partei es find, die auf die niedrigsten Instinkte der besigenden Klassen spekulieren, indem sie mit patriotischen Phrasen herumwerfen, gegen jedes finanzielle Opfer für das Baterland mit den unglaublichsten und unanständigsten Treibereien" fämpfen. Aber, je mehr er sich ändert, desto mehr bleibt er derselbe. Die Berliner Demokraten. Wer wird Spitzenkandidat? In der Demokratischen Partei von Berlin fällt heute die Ent. scheidung darüber, wer zu den tommenden Reichstagswohlen als Spitzenkandidat aufgestellt werden soll. Ein Teil der Parti beab. fichtigt, den bisherigen Spitzenkandidaten, Herrn v. Siemens, mieder aufzustellen, während ein anderer Teil an der Spizze lieber einen Randidaten sehen würde, der durch demokratische Aftivität und soziales Berständnis in die breiteren Boltsschichten hinein werbend wirft. Gegen Herrn v. Siemens wird geltend gemacht, daß er durch seine ausgesprochene Arbeitgeberstellung und feine enge Verbindung mit Stinnes im Rhein- Elbe- Konzern zu weit nach rechts geraten sei, abgesehen aber davon im Reichstag und in der Bartei teine Rolle spiele. Man hat es also mit zwei Strömungen in der Demokratischen Partei zu tun, von denen die eine mit dem alten Berliner Bezirtsfreifinn, Richtung Ropsch, identisch ist, während die andere eine Weiterentwicklung der Partei im Sinne von Preuß und Rathenau anstrebt. So ist auch die Demokratische Partei von dem sozialen Zwiespalt berührt, der heute durch alle bürgerlichen Parteien hindurchgeht. Politik/ Schule/ Schutzhaft. Am 12. Januar wurde eine Lehrerin der Berufsschule Weimar auf eine Denunziation hin in Schußhaft genommen. Genoffe Steintopf wandte fich darauf beschwerdeführend an das Reichswehrminifterium. In der Antwort, die General Seedt auf die Beschwerde erteilte, heißt es, die Lehrerin sei verhaftet worden, weil sie sich ab fällig über die Reichswehr geäußert und zum Revolutionsgedächtnistage ein hegerisches Lied diftiert hatte. Der Haftbefchl sei nach Suspendierung der Lehrerin vom Dienst am 26. Januar wieder aufgehoben worden. Wenn die Reichswehr sich um alle heherischen" Gedichte in der Schule fümmern wollte, hätte sie sicher jeden Tag einige Dutzend Lehrer und Lehrerinnen in Haft zu nehmen. Denn noch bis heute sind die Bölkischen und Deutschnationalen im Lehrförper der höheren Schulen weit in der Mehrzahl. Und in der republikanischen Bresse ist schon unzählige Male auf hegerische" Aeußerungen antirepubli fanischer Lehrkräfte hingewiesen worden. Hat man je gehört, daß eine einzige von ihnen suspendiert und gar auf 14 Tage ohne Richter | Was Wegmann in Chemnih mit seinen Wortlaubereien verzapfte, hätte ich von einem Reichstagsabgeordneten der USP. denn doch nicht erwartet. Er hat es sehr gut verstanden, den Apfel der Eris zu werfen, um die organisatorischen Fragen zu unterbinden. Wie ich sehe, ist Wegmann bis heute der gleichen Ansicht und spielt er die getränkte Leberwurst...." Es ist sicher wunderschön mit einer Partei bestellt, in der eine getränkte Leberwurst" den„ Apfel der Eris" wirft, um organis satorische Fragen zu unterbinden. Von Ledebour wird fogar behauptet, daß er seine eigenen Früchte jest mit Schmus bewirft, so daß das Aussehen der Ba. ei dadurch start verlegt wird". Das alles ist recht unterhaltsam für die Gegner der Arbeiterflaffe. Sie haben keine größere Freude, als wenn sich Sozialisten streiten. Aber sollten aus diesem Streit unter den Anhängern der Ledebour- Liebknecht- Gruppe nicht auch unsere eigenen Partei. genossen etwas lernen lönnen? Die Maßnahmen in der Pfalz. Die Speyer, 15. Februar.( WTB.) Gestern nachmittag wurden die städtischen Bertreter, Bertreter des Kreistages fomie drei Bertreter der pfälzischen Bresse von dem von der Interalliierten Rheinlandtommission eingesetzten Sonderausschuß empfangen. Rommission, so wurde in der Aussprache über die gegenwärtige Lage in der Pfalz erklärt, sei gekommen, um Ruhe und Ordnung zu schaffen, wobei sie die Hilfe der Bevölkerung, des Kreistages und der Breffe beanspruchen müsse. Die Bevölkerung, welcher Barteirichtung fie auch angehöre, werde aufgefordert, mit unbedingter Ruhe die Maßnahmen, welche getroffen würden, abzuwarten. Rundgebungen usw. werden bestraft, stre Unruhen, Kaiserslautern, 15. Februar.( WTB.) Durch Berfügung des Kreisdelegterten der Pfalz sind sämtliche Sport- und Stu dentenvereinigungen im Bezirt Kaiserslautern aufge= hoben worden. Mainz, 15. Februar.( Eca.) Der französische Vertreter in der Interalliierten Rheinlandkommission, Tirard, hatte heute vor mittag eine Konferenz mit General De goutte über die Maßnahmen, die von den Militärbehörden zu ergreifen sind, um die Unruhen zu unterdrüden, und die Ordnung wiederherzustellen. Der Belagerungszustand, der seit Beginn der Befagung nur ein einziges Mal in Moers bei Gelegenheit schwerer Unruhen proffamiert wurde und der auch gestern in Pirmasens auf einstimmige Anordnung der Rheinlandfommission verhängt worden ist, gibt den Militärbehörden ausgedehnteste Vollmachten. 8ahlreiche Haussuchungen find vorgenommen worden. Entsprechend den gegebenen Befehlen werden die Wege und Straßen bewacht und die Rheinbrücken geschlossen. Der Nachtverkehr und der Verkehr im Auto wird unterfagt. In mehreren Städten werden alle Versammlungen und jedes Zusammenstehen von mehr als 5 Personen in den Straßen perboten. Tirard hat der Rheinlandtommiffion ferner vorgeschlagen, ein außerordentliches Strafregime gegen die Mitglieder der Geheimverbände fofort in Kraft zu setzen. Ausschlaggebende, sondern die Anwesenheit freien Sauer. wurde. An sich wäre das belanglos, wenn sich Eindrud und Wirkung stoffes. Entzieht man dem befruchteten Ei den Sauerstoff, dann nicht in ihrer Gleichförmigkeit von Lied zu Lied, ja von Strophe tritt meder Kernteilung noch Zellenteilung ein das sind nämlich zu Strophe abgeschwächt hätten, ja es erweckte das Gefühl, daß diese die zuerst wahrnehmbaren Entwicklungsveränderungen im befruchte- gleichförmige Einfarbigkeit aus einer Unbeweglichkeit der Chora ten Ei. Im Verfolg dieser Arbei'en fand Loeb, daß besonders die massen in der Hand des Dirigenten erwüchse, oder, daß der Diris Salze für die Entwidiung des Lebewesens in seinen ersten Stadien gent nicht die werbende Kraft für ein die Erdenschwere aufhebendes eine große Rolle spielen. In langwierigen Bersuchen mit Seeigeln beschwinsteres Mitgehen des Chores besitzt. So wurde das Bewußtvermochte er festzustellen, daß ous unbefruchteten Eiern eines Gee fein gestärkt, daß von diesem unbedingt bildungsfähigen und zu igels normale Larven hervorgingen, wenn die Eier für kurze Zeit hohen Bielen erziehbaren Chormaterial bringend berechtigte Wünsche aus normalem Seemasser in hypertonisches Geewasser( Seewasser erfüllt werden müssen.... Dazu bedarf es insbesondere Ausmit einem bestimmten Zusatz von Rochfalz vermisch) gebracht scheidung schladenhafter Erscheinungen, wie z. B. die unreine Auswurden. Diese Versuche dehnte er auch auf Eier einer Reihe anderer fprache des ei, welches von den Frauenstimmen durchgängig nach niederer Tierarten aus, und das stets gleichartige Ergebnis ließ oi gefärbt wird, der vielfache rauhe Einsatz der Männerstimmen, be feinen Zweifel mehr daran, daß die Samenzelle als Mittel der Besonders der Tenöre, das Schleifen der Töne bei neueintretenden Eine gefühls fruchtung entbehrlich und daß es möglich ist, das tierische Gi Stimmen, am auffälligsten beim Strophenbeginn. auf chemischem Wege zur Entwidlung zu bringen. mäßig entwidelte, feingeschliffene Bortragsreftaltung bleibt vor Zahlreiche jüngere Forscher haben sich bereits diesem von Loeb läufig frommer Wunsch. Das sind aber alles Dinge, die ein Chor neu erschlossenen Gebiet zugewandt und zum Teil weitere, höchst an nichts beffer lernt, als am schlichten Volkslied, wenn er feine Auch das Bläseroft tt bedeutsame Ergebnisse erzielt. So fonnte der französische Gelehrte Ziele bewußt erkennen und schauen lernt. Bataillon die Entwidlung eines Froscheis lediglich durch einen feinen hätte die acht individuellen Freiheiten zwingender zu einer actNadelstich erzielen, der also die gleiche Wirkung auslöfte wie das fadyen Einheit zusammenschließen dürfen. Es mag sein, daß ein in das Ei fich einbohrende Spermatozoon. Die Sensation der im kleiner Unfall zu Beginn des Haydnschen Oftetts die Stimmung Jahre 1912 in Washington veranstalteten Hygieneausstellung war der acht Herren beeinträchtig'e. ein fleines Gläschen, das in Spiritus einen beinahe völlig ausgewachsenen Frosch enthielt, den Loeb auf diese Weise erzeugt hatte. Wertvolle Untersuchungen hat Loeb auch auf dem Gebiet der Regeneration und Heteromorphose angestellt. Unter Regenera. tion versteht man die Eigenschaft niederer wirbelloser Tiere, abgeDie Hetero= trennte Organe und Körperteile neu zu bilden. morphofe ift die Ersetzung eines abgetrennten oder ausgeschnitte nen tierischen Organs durch ein beliebiges anderes, das morpholo gisch dem abgetrennten nicht gleichwertig ist. Diese Versuche haben namentlich bei niederen Meerestieren die verblüffendsten Ergebnisse gehabt; es ergab sich so die Möglichkeit der Schaffung in der Natur überhaupt nicht vorkommender Arten. Auch hier wies Loeb die ausschlaggebende Bedeutung des chemischen Reizes für das Wachstum nach, das überhaupt nur eine Funktion der in den Bellen ent haltenen Wassermenge ist. Ohne Bellwasser gibt es fein Wachstum. Immer tiefer drinat der menschliche Forschergeist in die verborgensten Geheimnisse der Lebensvorgänge ein: Jacques Loeb, der der Wissenschaft zu früh entrissen worden ist, hat unsere Erkenntnis Dom organischen Werden als einem chemischen Pro zeß ungeahnt erweitert. -13. Eine Gedächtnisfeier für August Stramm veranstaltete der Lyeums- Rub. Dr. Behne, der über die Bedeutung des 1915 ge= fallenen Dichters sprach, ging von der Aufführung feines Dramas " Rudimentär" in der Volksbühne aus. Wenn die Kritit, so meinte er. im allgemeinen Rudimentär" als zugefpikt naturalistische Romödie ansprach, so bewies sie damit ihr Unverständnis mit dem wahren Wesen des Dramas. Es führt im Gegensatz zu den ersten in Berlin erschienen naturalistischen Stücken, Gerhart Hauptmanns Bor Sonnenaufgang" und Holz und Sch'efs Familie Gelide" in künstlerisches Neuland. Während diese Autoren nur ausgesprochen haben, wozu man bis dahin nicht den Mut gehabt hatte, also nur die Grenze des auf der Bühne Buläffigen erweitert, im übrigen ober feinen neuen Rurfttypus gefchaffen haben, sieht Stramm, unbeirrt durch Sentimentalitäten, soziale Wirklichkeiten und geht dabei nicht vom Einzelschiffel, überhaupt nicht vom Menfchen, sondern vom Raum aus. Stramm bringt in fonzentrierter Form Schid'alhafte Tragit, die Tragit des Raumes, der unerbittlich feine Opfer fordert, der die Gehirne verfümmern, seine Menschen rudimentär bleiben läßt. Wenn wir auch nicht in allen Bunften mit Dr. Behne übereinstimmen, so danken wir ihm, daß er wichtige Anregungen gegeben und künstlerische Piele aufaezeigt hat. Einem bemerkenswert ver= Einen Volksliederabend veranstaltete der Berliner Boltsständnistojen Publikum versuchte der junge Sohn des Dichters durch chor unter feinem Dirinenten Dr. Ernst Rander im oroken Saale der Hochschule für Musik und unter Mitwirkung des Bläser oftetts der Staatsoper Die vorgetragenen Volkslieder, die von Meistern wie Scholz, Georg Schumann, Kienzl, Wolfram, Gernsheim, Huber, Knorr und Arnold Mendelssohn refekt waren, ver wirklichten sich in ihren ursprünglichen rein boltsmäßigen Abfichten infomeit, als auf einen ausdrucksvoll schattierten und bis in die feinsten Empfindunnen hinein gesteigerten Chortunitnejang nach dem Muster etwa Meister Rüdels oder Siegfried Ochs' verzichtet ihen den Bortrag Inrischer Dichtungen Einbid in das Wesen der ge drängten Ertrofte von Stimmung und Gefühl zu verfchaffen, die wir Dgr. in den leidenschaftsgeballten Gedichten Stramms fennen. Museumsführungen. Conntag, den 17., 9%, Ubr vorm. finden schaftliche Führungen im Alten Museum, Baienfamminng"( Dr. Stöiter), im Kaifer riedrich Museum, Malerei des Rotolo Dr. Vok) und im Museum für Bölfertunde,„ Arttter und Nordamerikaner"( Dr. Krideberg) statt. Eintrittstarten find vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen erhältlich. Auflösung der Reichsbahn. Ein verhängnisvoller Schritt des Reichsverkehrsministers Der Reichsverkehrsminister ist im Begriff, die erst nach der Revolution geschaffene Reichsbahn wieder in ihre Be standteile aufzulösen. Wie schon bekannt, hat er in Uebercinstimmung mit dem Rabinett auf Grund des Ermächtigungsgesetzes die Neichsbahn zu einem aus dem Etat des Reiches losgelösten selb ständigen Unternehmen machen lassen und dabei. ebenso wie der Postminister, den bayerischen Reservatwünschen befondere 3 uge ständnisse gemacht. Fort mit dem Rohrstock. " Sie Mitteilungen Männer empfahlen sich hierauf. Als sie faum das Zimmer verlassen hatten, nahm die Studentin die auf dem Tische liegende Tüte einEs ist vorläufig nichts bekannt geworden, ob der Herr Lehrer, mal in die Hand, drückte sie und wunderte sich, daß sie nachgab. Jetzt dessen Prügelstod die Mutter zerbrochen hat( siehe Borwärts" ftuzte fie, öffnete die Tüte und fand barin statt ihrer Nr. 73, 1. Beil.), wegen Uebertretung des" 3üchtigungsschlug fofort Lärm, man eilte hinaus, aber die Gauner waren bereits Brillanten nur einen roten Fruchtbonbon. rechtes" in dem vom Elternbeirat gefchilderten Falle zur Rechen- spurios verschwunden. Für die Ermittlung der Schwindler und fchaft gezogen worden ist. Züchtigungsrecht, wird sich so mancher die Wiederbeschaffung der fostbaren Steine hat die Betrogene eine wundern, gibt es denn so etwas? Jawohl, man lefe und staune: Belohnung von 2000 Goldmart ausgefeßt, von der ein Laut§ 50 der Rabinettsorder vom Jahre 1825 darf die Teil auch für die Ergreifung allein gezahlt wird. Schulzüchtung niemals bis zur Mißhand'ung, durch die die Gesundheit nimmt Kriminalfommssar Wächter im Zimmer 293a entgegen. des Kindes auch auf entfernte Art geschädigt werden könnte, ausJetzt wird nun offiziös erklärt, daß der Reichsverkehrsminister gedehnt werden.( Also existiert dieses Red.) So vor 100 Jahren. cine weitgehende Dezentralisation aller Geschäfte, die sich hierfür und heute stehen wir nicht einmal mehr auf diesem Punkt. Es ist eignen", anstrebe. Da das bayerische Netz der Reichsbahn, das in ja nicht allzu lange her, daß von der Lehrerschaft verlangt wurde, der Zweigstelle Bayern des Reichsverkehrsministeriums zusammen- es möge in die Strafprozeßordnung ein Baragraph aufgenommen gefaßt ist, einen gefchloffenen Körper umfasse, der sich besonders werden, wonach nur diejenige Ueberschreitung des für die Verwirklichung dieser Pläne eigne, hätten darüber in den 3üchtigungsrechtes strafbar fein soll, die Ber letzten Tagen mit der bayerischen Regierung Berlegungen zur Folge hat; in allen anderen Fällen foll handlungen stattgefunden, die zu folgendem Ergebnis geführt von der vorgesetzten Behörde auf disziplinarischem Wege vorge haben: In Bayern wird die Verwaltungsstelle im Rahmen des allgemeinen Anordnungsrechts der Hauptverwaltung in Berlin das bayerische Rez selbständig verwalten, insbesondere auf dem Gebiete der allgemeinen Verwaltung, des Verkehrs und Betriebs, der Personalangelegenheiten, der finanziellen Gebarung und der Beschaffung von Fahrzeugen und sonftigen Betriebsmitteln für das Netz. Besonderen Wert legt der Reichsverkehrsminister auf die unmittelbare Fühlungnahme der Cruppe Bayern der Deutschen Reichsbahn mit der Landes verwaltung und den Kreisen der Wirtschaft. Auch hierüber wurden besondere Vereinbarungen getroffen. Die offiziöfe Notiz fürt felbft hinzu, daß sich diese Vereinbarungen auch auf die anderen Bezirke auswirken werden und daß infolgedessen Berhandlungen mit den anderen Länderregierungen angebahnt sien. Es erscheint uns ganz unmöglich, daß solche Zugeständ nisse an die bayerischen Partitularisten gemacht werden können, ohne daß z. B. der größte Einzelstaat Preußen dieselben Rechte für sich in Anspruch nehmen muß. Das preußische Eisenbahnneg, das seinerzeit in die Reichsbahn überging, ist um ein Bielfaches größer gewefen als das Bayerns. Das gleiche trifft hinsicht faches größer gewesen als das Bayerns. Das gleiche trifft hinsicht lich des Bersonalbestandes zu Wenn jetzt die bayerische Landesregierung direkten Einfluß auf die Personalangelegenheiten der Neichsbahn nehmen darf, so bedeutet das eine Gefährdung der Einheitlichkeit der Reichsbahn, wie es in größerem Ausmaße überhaupt nicht gedacht werden kann. Der Staatsvertrag, der die einzelstaatlichen Bahnen zur Reichseisenbahn verschmolz, fieht ficher nicht vor, daß nachträglich auf dem Umwege über direkte Verhandlungen die Bereinheitlichung wieder zerbrochen werden darf. Bir müssen deshalb erwarten, daß die preußische Regierung ihre vollen Rechte, die sich aus dem Staatsvertrage ergeben, geltend macht und so verhindert, daß lediglich ein Staat aus feinen partikularistischen Bestrebungen Gewinn zieht, während Breuzen sein außerordentlich wertvolles Eisenbahnnetz einem imaginären Begriffe opfert. Man darf auf die Aeußerung der preußischen Etaatsregierung in diefer Angelegenheit gespannt fein. Wir können uns nicht denken und würden es auf keinen Fall billigen, daß diefes grähte Land stillschweinend den Berfegungsbestrebungen aus Kahr- Bayern zuschauen würde. Die Reichsbahn reformiert im übrigen fräftig. Sie will vom 1. März ab die Fahrpreise folgendermaßen gestalten: IV. Klaffe 3( bisher 2,2) ẞf. für den Kilometer, Erhöhung 36 Pro.! III. Klaffe 4,5( bisher 33) Pf., Erhöhung 35 Proj.! II. Klaffe 6.6 Pf.( underändert); I. Klaffe 9,9( bisher 13,2) Pf. Ermäßigung 26 Proj.! In der Borfriegszeit foftete des Kilometer in 4. Klasse 2 Pf. Der fünftige Preis bedeutet also für die Fahrt der Armen eine Berteuerung um 50 Prozent! Die dritte Klasse soll in Zukunft soviel toften, wie die zweite vor dem Kriege! gangen werden. Die Wurzeln des Uebels liegen tiefer. Das Prügeln ist eine Boltsunfitte. Man glaubt, ohne fie nicht austommen zu können, man überträgt fogar fein Elternrecht am Brügeln fremden Menschen. Die Mutter, abgespannt, überarbeitet, unterernährt und nervös, versetzt dem kleinen Kinde, damit es auf der Stelle gehorcht, einen Klaps; älter geworden, erhält es unter Umständen auch eine Ohrfeige, ist es endlich alt genug, so muß es gar eine Tracht Brügel über sich ergehen lassen. Wie das Kind dadurch sittlich und auch physisch gefährdet wird, daran denkt man wenig. Ehr- und Schamgefühl Minderwertigkeitsgefühl, an dem es fein Eigenfinn, feelische Entfremdung gegenüber den Eltern, verlegtes ganzes Leben zu tragen hat, Verrohung durch erlittene Gewalt anwendung find wenige Beispiele der möglichen Schäden. Die Folgen zeigen Beide stehen im Zeichen seelischer Rohheit. Mißhandlung von fich im Familien- und Boltsleben: Ehefrauen, Mißhandlung von Eltern, ja selbst Verwandtenmorde find nur die frassesten Auswirkungen dieser Boltsunfitte. Weit verheerender wirkt die Züchtigung in der Schule. Das Minderwertig noch erhöht. Bildet in der Familie die bei anderer Gelegenheit feitsgefühl im Kinde wird durch die Deffentlichkeit der Epefution bekundete Liebe des Züchtigenden wenigstens ein schwaches Gegen. gewicht gegen den sich im Kinde auffpeichernden Haß, so fehlt in den meisten Fällen dort auch diefes. Opfer der Züchtigung werden gerade die fenfibelsten, die seelisch durch ihre Konstitution und erbliche Belastung am meisten Gefährdeten Belastung am meisten Gefährdeten die Ungezogenen" und " Faulen". Familie und Schule müssen ein für allemal sich vom Züchtigungsunrecht am Rinde Ioslagen. Das Kind tann ohne Brügel und Schläge, ohne Klapfe und Ohrfeigen, durch verständiges, dem Alter angepaẞtes Zureden und Erflären, durch Liebe und, menn nötig, durch zeitweiliges Entziehen der Liebe durch pädagogischere " Strafen", als Schläge. zum guten und ordentlichen Menschen im weitesten Sinne des Wortes erzogen werden. Daß es durch Prügel nicht gut geworden ist, beweist die ganze Entwicklung des legben Jahrhunderts. Daß man aber in den Schulen ohne Prügel auskommen kann, beweist Desterreich. Die Tat der Frau Krause, die den Prügelstock zerbrach, sollte zum Aufruf gegen die 3 ü ch tigung werden. Väter und Mütter, zerbrecht ein für allemal den Prügelstock in eurem Heim, verlangt, daß er auch ein für allemal aus der Schule verschwindet. Nicht durch misverstandene Strenge, sondern durch verfärdige Liebe sollen die Kinder erzogen werden. Das ist sozialistische Erziehung. Anziehende Fleischpreise. Gefrierfleisch und Fette noch unberührt. Die Reichsbahn ladet alle ihre Lasten auf die Schultern der den entfepten Käufern ongeboter Schweinefleisch, dessen Preise besiglosen Bevölkerungstreife! Landtagsbeginn in Thüringen. Weimar, 15. Februar.( Eigerer Drahlbericht.) Der neugewählte Landfag wird cm 21. Februar zu feiner ersten Shung zufcumentreten. Er wird sich nach dem jekt verliegerden Ergebnis aus 35 Ordnungsbürdlein, 72öif( den, 13 fommunifen und 17 Abgeordneten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei zufammensetzen. Wahlfreiheit" in Bayern. München, 14. Februar.( Eca.) In der heutigen Landtags. sihung wurden die Anträge der Demokraten und der Sozialdemotraten auf Aufhebung bzw. Außerkraftsehung des bayerischen Ausnahmezustandes mit den Stimmen der Bayerischen Volkspartei und der Bayerischen Mittelpartei abgelehnt. Dagegen fanden die Ausschußbeschlüsse betreffend Sicherung der ahlfreiheit einstimmige Annahme. Nach diesen Beschlüssen ist während der Wahlzeit die Presse-, Rede- und Versammlungsfrei. heit im Rahmen von Gefeß und Berfassung wieder herzustellen. Verbote von Zeitungen und Druckschriften dürfen nur unter Angabe der Gründe verhängt werden. Der Antrag, wonach den Angehörigen der aufgelösten Parteien während der Wahlzeit die gleiche Bersammlungsfreiheit zu gewähren ist, wie den übrigen Parteien, fand Annahme. Die Anträge, die sich auf die Schuß haft beziehen, fanden in Annahme eines Antrages der Mittelpartei Erledigung, wonach die Regierung dahin wirken soll, daß alle diejenigen Bersonen, die im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 8. und 9. November in Haft genommen worden sind, aus der Haft entlassen werden sollen, soweit bis heute Anklage wegen eines Verbrechens nicht erhoben ist oder Verdunkelungsgefahr nicht vorliegt. Auch ein Antrag auf Aufhebung des Verbotes der Völkischen Presse wurde gegen die Stimmen der Bayerischen Boltspartei angenommen. d Dagegen wurde der Antrag auf Zurücknahme der Ausweisung des Studenten Kleo Ployer, und die kommunistischen Anträge auf Haftentlassung der verhafteten Kommunisten und auf Aufhebung des Berbotes der kommunistischen Presse und Literatur abgelehnt. Ein stimmig angenommen wurde auch der Antrag auf Aufhebung des Verbotes der Kolportage des Vorwärts", des Berl. Tageblatts", der„ Boss. 3tg." und der Frankfurter 3tg.". " Das Boltsbegehren in Sachfen. Nachdem das sächsische Gefamtministerium die Anträge auf Einleitung eines Bolts. begebrens weds Auflösung des Landtages abgelehnt bat. erläßt der Landesarbeitsausschuß der V5BD. Heute in der„ Dresdener Volfezeitung" erneut einen Aufruf zur Unterstügung des Boltsbegebrens und fordert alle Parteigenoen zur Eintragung in die aufgelegte Lifte auf. Der Führer der Roßbach- Gruppe in München, Leutnant a. D. Heines, der im Zusammenhang mit dem Novemberputsch gesucht wurde, ist bei der Aufhebung einer verbotenen Bersammlung der Nationalsozialisten verhaftet worden. Gottfried Schulz, der Fünfundsiebzigjährige. Berlin, unser alter Genoffe Gottfried Schulz, sein fünfundAm 16. Februar vollendet einer der Parteiveteranen in fiebzigstes Lebensjahr. Genosse Schulz ist ein Pommer, aber der größte Teil feines Lebens, über ein halbes Jahrhundert, gehör: feinem Birken in Berlin. Im Jahre 1849 wurde Gottfried Schulz in Greifswald geboren als Sohn eines armen Schuhmachermeisters. Den ElfSchuffnabe mußte die verwitwete Mutter, die mit vier Kindern jährigen machte der Tod des Laters zur Waise, und schon der hinterblieb, durch Erwerbsarbeit unterstützen. In Greifswald erlernte Gottfried das Gelbgießerhandwerk, dann ging er auf die Wanderschaft und fand Arbeit in Mecklenburg und später in Hamburg. Hier bot sich ihm früh Gelegenheit, sich der gewert fchaftlichen und der sozialistischen Bewegung anzuschließen. Die weitere Wanderung führte ihn durch und er arbeitete dort im Maschinen- und Werkzeugbau, immer auf Norddeutschland auch seine Laterstadt Greifswald berührte er, Organisierung der Kollegen bedacht und schließlich gelangte er Hier wurde unter den Metallarbeitern, die damals ihre Anfang der siebziger Jahre nach Berlin, wo er sich niederließ. verschiedenen Fach vereine hatten, Gottfried Schulz burch eifrige Agitations- und Organisationstätigkeit bar befannt. In den achtziger Jahren nahm er hervorragenden Anteil an den Bemühun gen, die Metallarbeiter in einer einheitlichen Organi fation zusammenzufassen. Mit derselben Treue diente er der Sozialdemokratischen Partei, an die das Sozia Tiftengeset von 1878 ihn nur um so fester fettete. In jener fchweren Zeit fonnte die Partei zu ihrem Kampf nur ganz zuveraen und Schifanierungen durch die Bolizei blieb Genoffe läffige und opferbereite Genoffen brauchen. Von Verfolgun Gottfried Schulz nicht verschont, auch Haussuchungen nach verbote nen Schriften und nach Papieren der peheimen Orgarisation unserer Partei gab es bei ihm in reichlicher Bahl, aber niemals hatten sie 1916 geftorbenen Gattin erinnern, die ihm über vier Jahrzehnte Erfolg. Aeltere Genossen und Genossinnen werden sich noch seiner eine Lebens- und Kampfgefährtin war Augufte Schulz, die in der Deffentlichkeit nicht hervorgetreten ist, hat unter dem Sozialiengesetz umsichtig und treu dafür gesorgt, daß bei den 20 Hausfuchungen, die Gottfried Schulz über sich ergehen lassen mukte, die Bolizei nie etwas fand. Nach dem 1890 beseitigten Sozialistengelek tandi dierte Genosse Gottfried Schulz bei der Reichstaasmahl in Berlin I und später in Rot bus- Spremberg, wo er in die Stich wahl fam. Er gehörte einige Jahre dem Parteivorstand an, in den er auf dem Parteitao in Salle gewählt worden mar. Im Herbff 1893 wurde er zum Berliner Stadtverordneten gemählt, damals als Vertreter des 13. Wahlbezirks der dritten AbSchulz ununterbrochen drei Jahrzehnte hindurch dem Stadt. teilung, der ein Teil von Berlin- Südoft mar. Seitdem hat Genosse porlament anaehört unter dessen Mitgliedern er jetzt das an Dienſt jahren" zweitälteste ist, übertroffen nur vom Genossen Zubeit mit 32 Tini jahren". " auf eine an mühen, aber auch an Erfolgen reime Genosse Gottfried Schulz, der jetzt Fünfurdsiebzigjährige, tann Tätieteit für die Arbeiterklasse zurückblicken. Dem Glückwunsch, mit dem ihn an feinem 75. Geburtstage der Borwärts" grüßt. merden Taufende von Genossen und Genofsinnen sich freudig anschließen. Das filberne Zigarettenetui. . Unter der Anflage des Diebstahls hotte sich der Bolizeioberwacht Die Fleischpreise der Zentralmarkthalle haben heute scharf ange meister Rensch vor der 6. Straffemmer des Landgerichts III 30gen. Raibileisch, das gestern und vorgestern noch für 80 f. zu verantworten. Im Mai vorigen Jahres war ein Kaufmann S., bis 1,35. zu haben war, wurde heute für 1,10 m. bis 1,60 m. hatte, zur Wache mitgenommen worden. Hier wurden ihm, wie weil er im angetrunkenen Zustande einen Schuhmann mishandelt fich in der westen Tagen zwischen 70 Bf. und 1,10 m. bewegten, üblich, feine Sachen abgenommen, darunter eine goldene Uhr und ist nicht mehr unter 1. M. zu haben. Besonders start ist hier bie Steigerung bei Schweinebauch, der bisher 70 Bi. Der Schließer 3., der die Sachen abgenommen hatte, hatte es unterein filbernes Bigarettenetui. Darauf wurde er in die Belle gefperrt. toftete und für den jegt 1 m. bis 1,20 m. verlangt wurde. Die laffen, das vorgeschriebene Sachverzeichnis sofort aufzunehmen, viel Preise für Rückenfett und Lichen sind dagegen mit 1 M. Sonstant ge mehr die Gegenstände seinem Nachfolger, dem Wachtmeister 2 überDas billigste, und sicherlich nicht schlecht: fte Fleisch, das geben. Während dieser noch andere schriftliche Arbeiten machte, setzte bei richtiger Zubereitung durchaus schmackhafte Gefrierfleisch. fich der hinzukommende Oberwachtmeister Rensch zu ihm an den hat ebenfalls feinen alten Preis von 50 bis 70 pt. begalten. Auch Tisch und nahm els Diensttuender das Sachnerzeichnis vor. Bei der Auslandssped foſtet nach wie vor 1 M., während die Preise für Entlaffung des G. fehlte das filberne 3igarettenetui; es Inlandslped fich zwischen 1.30 M. und 1,60 m. bemenen. Gestern war noch der billigste Inlandssped mit 1.20 m. erhältlich. Mardaß bei der Bornahme des Berzeichnisses ein filbernes Bigarettenwar auch im Verzeichnis nicht aufgefchrieben. Rensch behauptete, garine hat ebenfalls eine geringe Breisteigerung erfahren. e'ui nicht vorhanden gewesen sei. Er hatte sich jedoch dadurch ver. Für die erste Sorte wurden heute 75 Bf., für die zweite Sorte bächtig gemacht, daß er am nächsten Morgen in der Instruktions55 Pf. gefordert, d. h., die Preise sind um je 5 f. gestiegen. Die Butternreise bewegten sich heute in ten Grenzen von 1,90 m. tunde fein unechtes Etui vorgenommen hatte, indem er äußerte: bis 2,40 m., während in ten lehten Tagen die untere Grenze noch meister J. hatte Rensch, wie ersterer als Beuge befundete, gefant: 2 m. betrug. Hier ist alle eine gerinne Berbilligung eingetreten. Wir sagen, es ist teins da gewesen, da tommt nichts weiter nach." Im Gegensatz zu den recht starten Preisschwankungen auf dem Der Angeflante behauptete auch, daß er dem diensttuenden Offizier Fleischmarkt find die Preise für Kolonialmoren stabil geblieben. cm nächsten Morgen fofort das angebliche Abhondentommen des Auch die Gemüsepreise haben nur geringe Schwankungen erlebt. Wertoegerftandes gemeldet habe. Diefer bestritt jedoch. dak er eine derartige Meldung erhalten habe; er habe erst von dem Vorsang Renntnis erhalten. als der Vater des Berhafteten zur Bache tam und Beschwerde führte. Mehrere Schupobeamte hatten ebenfalls ge= sehen, daß dem Berhafteten das filberne 3inarettenetui abgenommen worden war und daß es eine Zeitlang auf dem Tisch gelegen hatte. Während Rechtsanwalt Theodor Liebknecht die Schuld des Angeklagten auf Grund des Indizienbeweises feineswegs für voll erwiefen hielt, tam das Gericht zu der Ueberzevoung, bak Renfch tatverdächtigen Aeußerungen des Angeklagten und auf das Unterlassen der Meldung. Der Angeklagte wurde wegen Diebstahls zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der vertauschte Brillant. es fehe genau so aus, wie das verschwundene filberne Dem Wacht Eine ruffische Studentin durch Diebstahl ruiniert. In einer Pension in der Augsburger Straße wohnte seit längerer Beit eine ruffische Studentin, die ihren Lebensunterhalt und die Studienkoften aus dem Familienschmuck beftritt, den sie aus er um wälzung gerettet hatte. Dieser Schmud, auf den sie ihre ganze Zufächlich der Dieb sei. Die Stroffommer stüßte fich besonders auf die funft aufbauen mußte, ist ihr durch einen raffinierten Diebstahl ent wendet worden, so daß die Bedauernswerte, wenn sie ihn nicht wiederbekommt, vor dem Ruin steht. ihre wertvollsten Stüde vertaufen zu müssen, um Die Geldentwertung hatte die Studentin gezwungen, auch 8% und 10 Karot, wasserhelle Steine, denen ein gelblicher ihre Studien abschließen zu tönnen, zwei Brillanten zu Schein noch einen besonderen Wert verleiht. Vor zwei Monaten machte die junge Dame den ersten Versuch, für diese Brillanten einen Käufer zu finden. Sie gingen seitdem schon durch die Hände mehrerer großer Juwelenhändler und find deshalb auch schon be tannt, aber es tam zu feinem Abschluß, weil kein Händler das hohe Kaufgeld gleich zur Verfügung hatte. Am Mittwoch mittag erschien bei der Russin in der Pension ein etwa 28-30 Jahre alter, mittelgroßer Mann, der ruffisch mit polnischem Einschlag prach und fich Boros off nannte. Der Besucher sah aus wie ein ukrainischer Landmann. Er sagte, daß er von den Brillanten gehört habe, die die Dame verkaufen wolle, und bat, fie ihm ein mal zu zeigen. Nachdem er sie sich angesehen hatte, erklärte er, daß er sie taufen wolle und mit einem Gutachter wiederkommen werde. Das Geschält fei so gut wie abgefchloffen, die Dame möge die Eteine für ihn liegen laffen. Um 3½ Uhr fam er denn auch mit dem Gutachter wieder, der in guter Kleidung gegenüber dem„ ukrainischen Bauern" den Eindrud eines eleganten Mannes machte. Dieser sah sich die Steine mit der Lupe genau an und cab dann ein so günstiges Gutachten ab, daß der Bauer" erklärte, fie faufen zu wollen. Er zog feine Brieftasche und entnahm ihr hundert Dollar. Dann faqte er. Die Dame möge die Steine noch eine Stunde behalten, er wolle die 100 Dollar enzahlen und das übrige Geld sofort holen. Die Steine feien endgültig getauft. Der Sachverständige tat nun die Brillanten in eine Tüte und legte diese auf den Tisch. Beide ,, Bolf und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Bostauflage bei. Freimiffags peifung im Bezirt Treptow. Das Bezirksamt Treptow bat für Sonnabend, 16. d. M., abends 7%, Ubr, im Realgymnafium Treptow, Neue Kruaallee 7, einen Lieberabend veranstaltet. Die Darbietungen merden beitritten vom Ebert Mans Quartett und Frau Dr. Brat( Lieder zur Laute). Der Ertrag der Veranstaltung, für die ein Eintrittsgeld von Goldmark erhoben wird. in für bie 3 we de ber Freimittags: veilung hilfsbedürftiger Edullinder und erwerbs. unfähiger Perionen bestimmt. Durch Ebenden aus der Inbuftrie und von Biivalen ist es der Bezirksverwaltung seit Ende November möglich gemelen, täglich zirka 2000 Personen en warmes Mittagessen unentgeltlich zu verabfolgen. Der preußische Miniser des Jauern, Genoffe Severing, foricht an der effing- Hochschule über Wege zu deutscher Bufunft. An dem Vortrag, der Sonnabend, den 16. februar, abends Uhr, im Plenariaal bes ebemaligen Herrenbauses, Leiaziger Str. 3, stattfindet, ist nur eine beschränkte Anzahl von Karten an der Abendlasse erhältlich. Sport. Das Reit- und Jabrfurnier bat wieber eine groke Anziehungstrait auf weite Intereffententieise ausgeübt, denn wer irgendwie geschäftlich, berus lich oder aus Liebhaberei mit der Pferdezucht und der Reitfunit zu tun bat, ftrebte nach Berlin zu kommen. Heute morgen fanden im Taiter. fall Beermann die ersten Borprüfungen statt und zwar sah man Dstpreußen und Hannoveraner in der Manege, die einer Material prüfung unterzogen wurden. Man prüfte abteilungsweise je 3-4 und 5-6jährige Bjerde. Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitslosigkeit im Reiche. Noch immer find im Reichsgebiet annähernd 4 millionen rbeitslose und Rutzarteiter vorhanden, obwohl der Arbeitsmarkt im Januar eine mäßige Besserung zeigte. Im un. belegten Gebiet ist die Zahl der unterstüßten Erwerbslofen som 31. Dezember bis zum 31. Januor von 1551 000 auf 1 429 000 zurüdgegangen, die Zahl der unterstützten Kurzarbeiter Don 643 000 auf 401 000, die Zahl der Zuschlagsempfänger ( ur terstügungsberechtigte Angehörige Bollerwerbslofer) Don 1 658 000 auf 1578 000. 3u beachten bleibt, deß nach den geltenden Bestimmungen ein wesentlicher Teil der Erwerbslosen Unterfügung nicht erhalten tann. Die Entwicklung wird aber bestätigt burch die Statistit der Fachverbände der Arbeitnehmer, die für Dezember vorigen Jahres 22,1 Arbeitslose und 24.5 Kurzarbeiter, für Jenuar aber 20,5 Arbeitslose und 14,8 Kurzarbeiter auf das Hundert der erfaßten Mitglieder aufwies. Arbeitszeit pro Tag bis eine Stunde ohne Zahlung eines lleber. stundenzuschlags verlängert wird. Alle Gegenvorschläge der Arbeit nehmer für die Beibehaltung des jetzt besteher den Tarifs wurden abgelehnt. Die Berhondlungsfommisson hatte den Schlichter noch nich: angerufen, wei! erst die Branchenversammlung befragt werden jolle. In der Diskussion wurde betoni, daß am Achtstundentag unbedingt festgehalter werden müsse Alle Kräfte müssen nun auf geboten werben, somit die noch un.organisierten Emaillieraroeiter bem Verband zugeführt werden. In seinem Schlußwort betonte Riedel, daß den Emaillierern brei Wege offen ständen: entweder das Ergebnis arzunehmen cor der Schlichtungsausschuß anzurufen oder das Verhandlungsergebnis abzulehnen. In legterem Felle würde ein tariflofer Bufand eintreten. Schließlich wurde das er handlungsergebnis gegen fdjarfen Proteft angenommen. Generalversammlung der Buchbinder. der Buchbinder den Geschäfts- und Situationsbericht vom Bevoll Am Mittwoch, den 13. Februar, nahm die Generalversammlung mächtigten Rasper entgegen. Der Redner streifte zunächst den Buchdruckerstreit und kam dann auf das Verhalten der„ Opposition" zu sprechen. Jede Bersammlung im vergangenen Jahre artete zu Tumulten aus. Man mußte schließlich die Organisation reinigen 3m besetter Gebiet beträgt die Zahl der Erwerbslosen und den Schritt tun, vor dem man bisher zurüdgeschredt war. Die und den Schritt tun, vor dem man bisher zurüdgeschredt war. Die und Kurzarbeiter noch weit über eine million. Ungünstig Krise innerhalb der Organisation ist nun überwunden und der Buch fft die Lage besonders in der Pfalz Auch im übrigen tommt binderverband befindet sich auf dem Wege der Gejundung. Bytomski der Arbeitsmerkt der befesten Gebiete, die früher eine Arbeitslefiz- 3000 Kollegen arbeitslos find. Die rege Diskussion bewegte sich gab dann den Kassenbericht und stellte fest, daß zurzeit noch zirka teit faum fann en, nur zögernd wieder in Fluß, insbesondere irfolge der bekannten Eisenbahnverhältnisse 3m Often des Reichs allgemein im Sinne des Referenten. Beide wurde als Branchen folge der bekannten Eisenbahnverhältnisse Im Often des Reichsleiter der Galanteriefachgruppe und Mitglied der Ortsverwaltung fteht das anhaltende Frcftr etter einer Befferurg des Arbeitsmarktes einstimmig bestätigt Ferner wurde eine Rommission zur Statuten entgegen, das Londwirtschaft und Gärtnereien, Bauhandwert und beratung gewählt. Ein Mißtrauensantrag gegen die Ortsverwaltung Binnenschiffahrt weitgehend becinträchtigt. Soweit die Industrie wurde mit allen gegen 6 Stimmen abgelehnt; dagegen aber eine Besserung zeigt, ist der günstige Einfluß der beruhigten Mäh folgende Resolution mit zirfa 300 gegen 5 Stimmen angenommen: Die am 13. februar 1924 tagende Generalversammlung des rungsverhältniffe ur verfennbcr. Berbandes der Buchbinder und Bapierverarbeiter, Bahlstelle Berlin, nimmt Kenntnis von den Vorkommnissen innerhalb der Zahlstelle, fie stellt fest, daß Mitglieder des Verbandes nur diejenigen sein fönnen, welche das Verbandsstatut, die Beschlüsse der OB., des BB. und der Generalversammlungen anerkennen. Bereinbarung für Poftillione in Privatpofthaltereien. Auf Grunt einer früheren Vereinbarung zwischen dem Bund beutscher Besthalter und dem Deutschen Berkehrsbund wurden neue Bereinbarungen durch die Beröffentlichung der Arbeitszeitverordnung notwendig. Bon den Arbeitgebern wurde die neunstündige Zirbeitszeit ausfchließlich der Pferdepflege und für legtere eine meitere Stunde pro Tag gefordert. Durch einen Gegen vorschlag der Arbeitnehmervertreter tam es zu einer Vereinbarung gif hen den Barteten. Der Reichstarifvertrag läuft zunächst zwei Monate weiter. Der die Arbeitszeit betreffende§ 2 gilt ab 10. Februar in folgender Feffung: „ Die durchschnitt iche wöchentliche Arbeitszeit ausschließlich Pferdepflege betrant 48 Stunden. Die Pferdepflege darf in Betrieben mit mehr als 6 Beschäftigten nicht mehr als eine Stunde, in Betrieben bis zu 6 Beschäftigten zwei Stunden täglich nicht überschreiten. Diese Pferdepflege wird mit dem tariflichen Stun benlohn vergitet." Bird für die Arbeiter im Bereiche ter Retchs- Forft und Tele. grapherverwaltung ein neuer Tarifvertrag abgefch.effen, fo find Beffen Bestimmungen sinngemäß auf die privaten Posthalterelen ang wenden, mit Ausnahme der Bestimmungen über die Arbeitszeit. Stommt ein folcher Torifvertran nicht zustande, verhandeln die Ber tragsparteien innerhalb eines Monats über den Abschluß eines be. fonderen Tar foertrages. Für die Bezahlung kommt die Lohn gruppe VI in Frage. Arbeitszeitregelung der Emaillierer. Das Am Dienstag tagte im Verbandshaus der Metallarbeiter die gut besuchte außerordentliche Bronchenversammlung der Email lierer. Den Bericht über die lehten Berhandlungen mit dem Arbeitgeberverband gat Riebel vom Metallarbeiterverband. Ergebnis der Berhandlungen vom 8. Februar ist ein Diftot ber Un ernehmer Sie stelten die Forderunger auf, daß in wichtigen Fällen entsprechend den Bedürfnissen des einzelnen Betriebes die Alle diejenigen Mitglieder, welche Maßnahmen propagieren, durch welche eine Schädigung der Organisation bezwedt wird, stellen sich außerhalb der Organisation. Als verbandsschädigend wird angesehen wer Parteiparolen über das Statut und die Generalversammlungsbeschlüsse stellt. Ferner sieht die Genera'versammlung die Propagierung und Befolgung der Beitragssperre als höchst verbandsschädigend an. Ichloffene Meinungsrichtung vertreten wollte. Dadurch verschob sich das Machtverhältnis zum Schaden der Arbeitnehmer. Die angebliche Aktionsfähigkeit der Gewerkschaften ist nicht auf die Untätigkeit der Führer, for dern auf die geistige Berfassung der Mitgliedschaften zurückzuführen. Dies fei bedauerlich. eine Folge des wirtschaftlichen Niedergangs: beffer würde es, wenn die Arbeiterschaft ihre Einstellung aus der Erkenntnis her wirtschaftlichen und politischen Zus fammenhänge ableitete. Blume fette sich in längeren Auss führungen mit dem Ergebnis der Weimarer Konferenz fritisch auseinar der. Nachdem noch eine Reihe Redner gesprochen hatten, wurde die Dela te geschlossen, worauf Müller die Bersammlung wiederum vertagie. Cine neue Generalversammlung wird nunmehr die Neuwahl der Ortsverwaltung vornehmen. Lohnregelung im Bergbau. Bei den Lohnverhandlungen am Donnerstag im Reichsarbeitas minifterium einigten sich die Tarisparteren aus den Bergbou bezirken Oberschlesien, Sacien, Niederladen, Jbber büren und Mitteldeutschland dabin, die für die erste Februarhälfte in Geltung geweiener 2öbne bis auf weiteres fortbesteben zu laffen. Für den niederichlesischen Steinfohlenbergbau wurde ein Schiedsspruch gleichen Inhalts gefällt. Der Achtstundentag in Belgien bleibt. Abänderung des Achtstundentoges wurde von der Kammergruppen Der Antrag des früheren Verteidigungsministers Deveze auf mit 137 gegen 20 Stimmen bei 12 Etimmenthaltungen ab. gelehnt. Somit bleibt der Achtstundentag in Belgien bestehen. Die russischen Gewerkschaften 1922/23. Die Mitgliederzahl der ruffischen Gewerkschaften stieg, wie der Oft- Expreß meldet, von 4 546 000 am 1. Oftober 1922 auf 5541000 ( d. h. um 21,9 Proz.) am 1. Oftober 1923. Am stärksten konnte die Zunahme des Industrieproletariats in Petersburg und im 50 Proz. der gesamten GeDonezgebiet verzeichnet werden wertschaftsmitglieder entfallen auf diese zwei wichtigsten Industriezentren Rußlands. Die stärkste Zunahme weisen die Arbeiter der Nahrungsmittelinoustrie mit 84,2 Broz, die 3uder. industriearbeiter mit 54,8 Proz., die Bauarbeiter mit 40,2 Prez. und die Sowjetangestellten mit 35,7 Broz, die fleinste der Eisenbahner mit 3,8 Proz. auf. Deuficher Holzarbeiterverband. Für Einfeger gesperrt Die Drisverwaltung. Die Generalversammlung billigt daher die Maßnahmen der DB und des XV und erwartet von ollen Delegierten und Funk- find die Bauten der Firma Bortat, Rauftr. 1 und Uhlandstr. 192. tionären, daß fie alle Angriffe auf die Einheit der Organisation mit aller Entschiedenheit abwehren. Generalversammlung der Sattler. In der Generalversammlung des Sattler, Tapezierer- und Bertefeuillerverbandes am 14. Februer teilte Blume zunächst mit, daß die Arbeitgeber das Lohnabkommen für die Lederwaren. industrie ebenfalls angenommen haben. Die Bewegung hot damit ihren Abschluß gefunden. Ir ben Berhandlungen über die Arbeitszei'regelung beantrag ten die Unternehmer, die 48- Stundenwoche beizubehalten, falls not. wendig. jedoch täglich eine halbe bis eine Stunde längere Arbeitszeit onordnen zu können. Weitere Ueberarbeit soll mit den Betriebsvertretungen vereinbart werden fönr en. Die Verhandlungen find noch nicht beendet. Die Arbeitslosigkeit in Dänemart ist mit bem Eintritt der Kälte wie im vorigen Winter gestiegen. Die Ichten statistischen Aufzeich nungen weifen für Dänemart etwa 56 000 Erwerbslose auf, eine im Bergleich zu Schweden verhältnismäßig hohe Biffer. Die dänischen Arbeitgeber, deren Hauptvorstand zum 1. Februar den Arbeitern den Kampf angesagt hatte, hat im Laufe des Januar Einzelverhandlungen zugelassen, die zum Teil zu einer Erneuerung der gekündigten Tarife führten, zum Teil noch schw: ben, nirgends aber den Arbeitgebern den zuerst so firifte verlangen Lohnabbau brachten. Die englischen Dodarbeiter haben mit den Unternehmern auch jetzt noch feine Berständigung erzielt. Die Aussprache wird heute nachmittag nochmals aufgenommen Falls in der letzten Minute nicht noch ein Vergleich zustande tommt, so ist mit dem Ausbruch des Streits, an dem fich 110 000 Arbeiter beteiligen wer den, für morgen zu rechnen. Die fortgeführte Aussprache über die Weimarer Konferenz" ergab wenig Neues. Die kommunistisch eingestellten Redner trach ten die alten Vorwürfe gegen die Gewerkschaften oor. Gerhardt Dom Houptverstad stellte die in Rußland von Lenin und die in England von der Arbeiterpartei betriebene Politif in Parallele. Die Arbeitsgemeinschaften hätten schon deshalb nicht das gewünschte Ergeb- Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckeret nis gebracht, weil die Arbeiterschaft in ihnen keine einheitliche geBerantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter: Wirtschaft: J. B.: Ernst Renter; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R.$. Döschet; Lotales und Conftiges: Frit Kaiftadt: Anzeigen: Th. Glode; famtlid in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68.. Lindenstroke 3. Extra- Verkauf in Herren- und Knaben- Hosen Wir bringen aus unserer bedeutend vergrößerten Abteilung Herren- und Knaben- Konfektion vom 16. bis 23. 2. einen Extraverkauf in Herren- und Knaben- Hosen zu staunend billigen Preisen. Einige Beispiele: Großer Posten Herren- Stoff- Hosen in versch mod. Streif. 10.50, 7.75, 6.50, Ersatz f Maßarb, Zutaten 27.00, 21.00, 595 Past eleg. 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