Abendausgabe Nr. 82 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 41 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Rebaition: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- breffe: Sozialdemokrat Berlin 7 Goldpfennig 70 Milliarden Vorwärts= Berliner Volksblatt 18. Februar 1924 Berlag und Angetgenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Dorwärts- Berlag Gmbh. Berlin S. 68, Cindenficaße 3 Ferafprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Kahr und Lossow zurückgetreten. München, 18. Februar.( WIB.) Wie die Münchener Zeitung" foeben erfährt, hat Dr. v. Kahr das Amt des Generalstaatsfommiffars niedergelegt mit ihm habe der bayerische Wehrkreisfommandant, General v. Cofiom, feinen Abschied eingereicht. Der Kommandeur der bayerischen Landespolizei Oberst Seißer bleibe auf seinem Posten. | genug sieht, um dem deutschen Bolte den Weg aus der uns| bes Reparationsproblems auszusprechen hätten. Zweitens haben die geheuren Berwirrung zu weisen und daß sie imftande ist, mit Sachverständigen nur eine beratende Mission durchzuführen und den der Größe ihrer Aufgabe zu wachsen. alliierten Regierungen bestimmte Borschläge zu unterbreiten. Das bayerische Volksbegehren. München, 18. Februar.( WTB.) Nach den„ Münchner Neuesten Zu dem Rücktritt schreibt das Blatt u. a.: Herr v. Kahr glaube, Nachrichten" beträgt das Gesamtergebnis der Abstimmung für Zu dem Rücktritt schreibt das Blatt u. a.: Herr v. Kahr glaube, bas Boltsbegehren in München für die Landtagsauflösung die Teilung der Gewalt zwischen dem Generalstaatskommiffa- 108 892 Stimmen und für die Verfassungsänderung 99 930 S'immen. riat und dem Staatsministerium, wie sie im Sinne der vom Candtage dieser Tage getroffenen Bereinbarung liegt, nicht verant- Teilergebnissen taum zweifelhaft fein, daß die erforder. Wie das Blott weiter meldet, fann es nach den bisher eingegangenen worfen zu fönnen, da er sie als bedentlich für die Staatssicherliche Stimmenzahi von 800 000 für beibe Bolts. helt betrachte. Er halte das Cand noch nicht für genug beruhigt, begehren aufgebracht worden ist. um eine Coderung der Sicherheitsmaßnahmen ertragen zu fönnen. Herr v. Kahr frete sicher nicht ohne Wehmuf zurüd. Die Anfechfungen wegen der ihm selbst gräßlichen Komödie im Bürgerbraut ller habe er überwunden. München, 18. Februar.( WEB.) Nunmehr wird auch von zuständiger Stelle bestätigt, daß Dr. v. Sahr von seinem Ami zuftändiger Stelle bestätigt, daß Dr. v. Kahr von seinem Amt als Generalflaatstommiffar zurüdgetreten ist. Der Rücktritt bes unrechtmäßigen Diftators von Bayern D. Rahr und des Meuterergenerals v. 2offom ift ge eignet, für den ersten Augenblid einige Befriedigung hervor zurufen. Ein Experiment mit der nationalen Dittatur" ist in Schande und Schmutz zufammengebrochen, und für alle noch politisch Dentfähigen ist damit noch einmal der Beweis geliefert, daß sich auf diesem Wege die Dinge überhaupt nicht meistern laffen. Indes bedeutet der Rüftritt jener beiden Männer leider noch lange nicht den Weg der verfaffungsmäßigen Rechtsordnung und der politischen Bernunft. Man darf nicht vergeffen, daß Herr v. Kahr am 26. September v. 3. von der Regierung Knilling in sein verfeffungswidriges Amt eingelegt wurde, meil sie vor der rechtspritschistischen Bewegung feinen Rat mehr wußte und hoffte, fie werde auf diese Weise den Teufel mit dem Beelzebub austreiben fönnen. In Berlin erkannte man die Gefahr und antwortete mit Der Berhängung des militärischen Ausnahmezustandes für das ganze Reich. Aber das Instrument der Reichserefutive, das später in verfaffungstreuen Ländern wie Sachsen und This ringen so schneidig wirfte, bie Reichswehr, zerbrach in bie em staatsrechtlichen Ronffitt, und indem sich ihr Führer, Herr v. Loffow, auf die Seite Kahrs stellte, brach er dem Reich Die Treue und machte es sofern es sich nicht zu Mitteln äußerster Energie entschloßfattisch ohnmä htig. Bon da an hatte das Reich in Banern überhaupt nichts mehr zu sagen, ber zweitgrößte deutsche Einzelstaat war damit innerpolitisch auf sich allein gestellt. Es gelang Herrn D. Kahr, den gefährlichen Putsch der Hitler und Ludendorff vom 8. und 9. November zum Scheitern zu bringen. Die Mitel aber, die er dazu anwendete, waren geeignet, ihn selber so zu kompromittieren, daß er von da ab ein politisch toter Mann war. Er war im Kampf gegen die ertremfte Rechte ber physi'ch lleberlegene, aber der moralijch interlegene. Er hat durch sein zweideutiges Berhalten, bas ihm seine Verbündeten von vorgestern, Gegner von geftern und Todfeinde von heute als Berrat auslegen, diefen nur neue Sympathien zugeführt. Die Sache liegt demnach so, daß die traurigen Sieger Dom 9. November, Rahr und Loffow, ausgespielt haben, die Besiegten, Hitler und Ludendorff, aber nicht. Dev bevorstehende Prozeß gegen sie hat den Fanatismus ihrer Anhänger noch verstärkt, und die bayerische Regierung, die Schuldige am verhängnisvollen Rahr- Experiment, sieht der Gerichtsverhandlung mit tiefer Gorge entgegen. In diefer Situation würden das Reich und Bayern ent. schloffene republitanische Regierungen brauchen, die es verstehen, gegen die drohende innere Berstörung von rechts die morali chen Energien des Boltes zu fammeln und auf diese Weise sich auch die notwendige physische Kraft zu verschaffen, um die Kräfte des Chaos zu überwinden. Solche Regierungen sind aber weder im Reich noch in Bayern borbanden, und was besonders Banern betrifft, so herrscht in bortigen Regierungsfreifen gegenüber der stürmischen Ent. midlung der Dinge eine vollenbete politische Ratlosigkeit. Die nationale Diftatur" des Herrn v. Rahr ist verschwunben unter Burückloffung eines ungeheuren Trümmerhaufens. Die Macht aber, die hier mit ordnender Hand einzugreifen im'tande wäre, ist nirgends sichtbar. Sie ist am allerwenigsten bei denen vorhanden, die meinen, d'e'e nationale Dittatur fei mur o zusammengebrochen, weil sie noch nicht natio natbittatorisch genug gewesen fei. Denn nirgends ist die innere Berriffenheit und ber Mangel an flar er schauten politisch verwirklichbaren Zielen größer als eben dort. Darum besteht die Gefahr, daß sich die politische Hans. wurstfomödie, in die das innere Leben Bayerns und gar Deutschlands immer mehr auszuarten droht, zu noch unerlebten Gipfelpunkten steigert. Die Sozialdemokratie wird vielleicht in naher Zeit dazu berufen sein, den Beweis zu erbringen, daß sie allein flar Die Sicherung der Wahlfreiheit. München, 18. Februar.( BTB.) Wie die Münchener Zeitung" hört, ist die Wahlfreiheits.Berordnung im Echoße der Regierung fertiggestellt und wird vielleicht am Mittwoch oder Donnerstag efer Woche in einer interfraktionellen Sigung den Parteien des Landtages zur Kenntnis gebracht werden. Dr. Schacht in Paris. Englische Krebite für Teutschland? Condon, 18. Februar.( TU.) Dem Bernehmen nach ist es dem deutschen Reichsbantpräsidenten Dr. Sch a cht gelungen, bei seinen Bemühungen, für die deutsche Industrie auswärtige Kredite zum Einkauf von Rohstoffen zu erlangen, sich die Unterstüßung englischer Banken zu sichern. Ende der bulgarischen Koalition. Austritt der Sozialdemokraten aus der Regierung. Sofia, 16. Februar. Auf dem Kongreß der sozialdemokratischen Bartet, der Anfang dieses Monats stattfand, war, wie seinerzeit ge meldet, eine Resolution angenommen worden, monach der Bollzugs. ausschuß der Partei von der Regierung ultimativ die Erfüllung gewiffer Brogrammforderungen der Partei verlangen und, wenn diese nicht durchgesetzt würden, der Bertreter der Partei in der Re gierung zurücktreten sollte. Diesem Beschluß gemäß hat der Verkehrs. minifter Rafofoff fein Rücktrittsgesuch eingereicht, das vom Ministerpräsidenten bevilligt worden ist. Landwirtschaftsminister Motoff ist mit der vorläufigen Leitung des Verkehrsministeriums beauftragt worden. Stilles Börsengeschäft. Paris, 17. Februar.( TU.) Dr. Schacht ist heute vormittag aus London hier eingetroffen und wird morgen nachmittag vor dem Sachverständigenausschuß des General Dames erscheinen. Die eng lischen und belgischen Mitglieder des Ausschusses, die zur Bericht. erstattung an ihre Regierungen nach London und Brüffel aufge brochen waren, find gleichfalls zurückgekehrt. In Paris sieht man Die Börse zeigte bei Beginn der Woche eine mit besonderer Spannung der Unterhaltung entgegen, die sich zwifchwächere Tendenz bei außerordentlich fleinen Umfäßen. schen Vertretern der franzöfifchen Regierung und dem Sachver- Diese Zurückhaltung erklärt sich in der Heuptsache daraus, daß die ftändigenausschuß über die Anpassung des lotalen nächsten Tage voraussichtlich im Zeichen bedeutender politischer Ent Pfänder systems an ein allgemeines Reparationsscheibungen stehen werden. Man glaubt in hiesigen Bankkreisen, daß fystem entspinnen wird. Dieser Frage wird große Bedeutung beigemeffen, und man behauptet, daß ohne ihre Lösung der Schluß bericht des Eachverständigenousfchuffes nicht zustande fommen fann. Paris, 17. Februar.( WIB.) Petit Barifien" weist offiziös darauf hin, daß bis auf weiteres die Nachtrichten über die Ergebnisse der Sachverständigenarbeiten nur mit ausdrücklichen Borbehalten aufgenommen werden können. Ueberdies dürfen, schreibt das Blatt, zwei Punkte nicht vergessen werden: Erftens haben die beiden Sachverständigenkomitees einen genau umschriebenen Auftrag. Für das Romitee Dawes bestehe dieser darin, die Mittel für den Ausgleich bes deutschen Budgets und die Stabilisierung der Mark zu prüfen. General Dawes habe in seiner ersten Rede darauf hingewiefen, daß die Sachverständigen sich nicht über diese oder jene politische Seite • " die Gutachten der Sachverständigen fommissionen und die darauf baflerenden Beschlüsse der Reparationstemmission Deutschland noch immer weit über seine Leistungsfähigkeit hinaus belasten werden. Darauf deuten auch verschiedene Beröffentlichungen in maßgebenden franzöfifchen Blättern hin, die gewissermaßen die Forderungen Frankreichs darstellen. Außerdem beurteilt man auch die innerpolitische Lage Deutschlands neuerdings sehr steptisch. Man nimmt an, daß die nächsten Wochen eine starke Verschärfung der innerpolitischen Gegenfäße bringen werden. Wäh rend der größte Teil des Aftienmarftes ausgesprochen still lag, ent wickelte sich in einzelnen Spezialmerten etwas regeres Geschäft. Täglich Geld war mit 1 Bremille reichlich zu haben. Im DevisenDertebr befteht nach wie vor eine recht erhebliche Nachfrage, die wohl ausichließlich auf den tatsächlich großen Bedarf des Einfuhrhandels zurückzuführen ist. Völkischer Vormarsch. Landtagswahlen in Mecklenburg. Schwerin, 18. Februar, 1 Uhr milfags.( BS.) Ge-| mals noch einschließlich aller antisemitischen Rachegeister famfergebnis der Landtagswahlen von 775 Bezirken. bei den Landtagswahlen vom 13. Juni 1920 71 341 Stimmen, bei den am 13. März 1921 erfolgten Wahlen 73 452 Stimmen Es fehlen noch die Resultate von ungefähr 30 Dörfern. Sozialdemokraten BSPD.. 61 580( 1921: 137 971) haben, nach dem unvollständigen Ergebnis, die beiden Barerhalten. Sie waren alio ungefähr gleich geblieben. Jetzt kommuniffen 39 390( 1921: 15 328) feien zusammen schon 134 000, also einen Zuwachs von rund Unabhängige 2 268( 2 635) 60 000 Stimmen! Eine Erscheinung, die zum Teil wohl auf 54 4681 ( 1921: 78 452) bie systematische Durchlegung Mecklenburgs mit Roßbach 79 936 jüngern zurückzuführen, aber durch fie nicht allein zu erflären ift. Denn neben den Bölkischen haben die Kommunisten gewonnen, die ja mit den Bölfischen urandlich viel Wens verwandtes haben. Wenn Radek und Reventlow, Ruth Fischer und die Völkischen Studenten an einem Strange ziehen, fo zeigt das mehr, als alle Wahlpropaganda, die Richtung, die beide verfolgen. Deutschvölkische Freiheitspartei Deutfchrationale Deutsche Volkspartei Demotraten Wirtschaftspartei Candlifte. Republikanische Partei 22 582( 57 813) 10 654( 14 127) 4 481( 9 787) 3 207( 19 452) 2079( 0) Das Wahlergebnis, das wir an der Spize wiedergeben, ist noch fein endgültiges, aber es zeigt einen außerordentlich scharfen Rud nach rechts, der sich nicht nur in dem starten Stimmenverluft unserer Partei, sondern vor allem in dem Rüdgang der Deutschen Boltspartei wieder Spiegelt. Es hieße den Kopf in den Sand steden, wenn man nicht das außerordentlich starke 2 n machfen der völkischen Bewegung erfennen und seiner Bedeutung nach wür bigen wollte. Schon die Wahlen in Bremen und Lübed, noch deutlicher die in Thüringen und wieder am legten Sonntag Die Mecklenburger Wahlen zum Landtag zeigten ein startes Anschwellen der unter dem Namen„ Bölfische Freiheitspartei" auftretenden Bewegung, die neben dem Haß der Juden den Revanchegeist predigt. Die Partei ist durch den Oberbefehls. haber bes Ausnahmezustandes ebenso verboten wie die tom munistische. Aber was sich schon zu Zeiten des Sozialisten gefeßes zeigte, das wiederholt sich auch in der Gegenwart: bas Berbot und die Unterdrückung der Parteien und ihrer Breffe tuns allein nicht.. Wenn einmal gewiffe foziale Borbedingungen vorhanden sind, dann wächst jo eine parteipolitische Gruppe auch trotz aller behördlichen Maßnahmen gegen sie. Die Deutschnationalen hatten mit einem Teil der Bö fifchen gemeinsame Sache gemacht, während die Graefe- Wulle Richtung allein vorging. Die Deutschnationalen hatten-da Es sind die Gewaltpolitiker, die die Siege biefer Bahlen heimtragen. Diejenigen Parteien, die bisher an der Regierung waren und für eine außenpolitische Berständigung eintraten, büßen erheblich ein. Diese Tatsache ist die betrüblichste Begleiterscheinung der bisherigen Wahlen. Das gilt nicht nur für die Sozialdemokratie, die bisher in Mecklenburg mit Demokraten und Kleinbauern die Regierung bildete, das gilt auch für die Demokratie, den Dorfbund und die Deutsche Volkspartei, die vorübergehend in einer großen Koalition beteiligt war, nach ihrem Ausscheiden aber immer mehr nach rechts hinüberglitt, bis jegt ein erheblicher Teil ihrer Wähler ganz vom völkisch- deutschnationalen Konturrenten aufgesogen wurde. Erscheinung, daß sie trop starker Wahlbeteiligung genau bie Für die Sozialdemokratie ergibt sich die wenig erfreuliche Hälfte ihrer Stimmen einbüßte. Bon diesen rund 60 000 find aber nur 25 000 von den Kommunisten gewonnen worden, während der größere Teil in anderen Barteien aufgegangen ist. Es spricht sogar ein hoher Grab von Bahr fcheinlichkeit dafür, daß sie zumeist den Bölkischen zugeftrömt find. Und das ist eine Tatsache, die allen unseren Barteigenossen Grund zu ernsthafter Ueberlegung geben sollte, wo die Ursache dieser Abwanderung zu suchen ist. Mit den biss herigen Mitteln der Parteifritif allein ist dieser starte Rud nach ganz rechts sowohl im industriellen Thüringen, wie im vorwiegend agrarischen Mecklenburg- nicht zu faffen. Brandenburger Bezirksparteitag. wurde Der Brandenburger Bezirksparteitag gestern durch das Referat des Genossen Wels über die politische Lage und die Reichstagswahlen fortgesetzt. Die bevorstehenden Reichstagswahlen, so führte er aus, haben eine Bedeutung, die weit über die Grenzen Deutschlands hinaus geht. Das Jahr 1924 ist ein großes Wahljahr. Die Wahlen in England gaben den Auftakt. Die Besizergreifung der Macht durch die Labour Party tommt einer Revolution gleich. Wenn aber die englische Bourgeoisie nicht in ein wütendes Geschrei gegen den Marrismus ausbricht, so liegt das daran, daß in England Ach tung vor der Berfassung besteht. Diese Achtung vor der Berfassung muß dem deutschen Bolte erst in den Kopf gehämmert merden. Dazu müssen uns die neuen Wahlen Gelegenheit geben. Benn wir uns die Entwicklung der letzten Jahre vor Augen führen, so ertennen wir, daß es bestimmte Fragen sind, die die Distuffionen in der Partei belebt haben. Da ist vor allem die Frage der Koalitionspolifif. Republikaner gibt es nur durch Erziehung Diese Erziehung hat der Krieg und die Arbeit in der Nationalper jammlung geleistet. Damals lehnten die Unabhängige Sozial demokratie und die Deutsche Boltspartei die Verfassung ab; heute aber wird die Verfassung von allen Parteien bis zu den Kommu nisten als der Boden anerkannt, auf bem politische Arbeit geleistet werden kann. Die Verfassung ist bet uns im Begriff das zu werden, was fie in England ist: Allgemeingut des deutschen Bolles. Wir haben die Außenpolitit Stresemanns gebilligt. Aus feinen scheinbaren Anfangserfolgen wurde schließlich ein Mißerfolg. Die Sozialdemokratie hat ihren besten Mann auf den verantwortlichsten Bosten des Kabinetts Stresemann gestellt. Die Tätigkeit des Genoffen Hilferding hat manche Kritit erfahren. Ich selbst bekenne mich schuldig, auf ihn eingewirkt zu haben, weil mir feine Arbeit nicht schnell genug vorwörts ging. hingewiesen, daß Hilferdings Vorgehen durchaus richtig war, und Unser österreichischer Genosse Otto Bauer hat uns aber darauf daß es einen Niedergang ohne gleichen bedeutet hätte, wenn er nach den Vorschlägen der Dränger gehandelt hätte. Wir können stolz fein auf Hilferdings Wert, dessen Auswirkungen ihn leider nicht mehr im Amt fanden. Die Rentenmart ist nicht Helfferichs Wert, mit Fug und Recht nimmt es die Sozial. demokratie für sich in Anspruch. Glaubt jemand, daß die Deutschnationalen sich so danach drängten, die Vaterschaft für die Schaffung der Rentenmart für sich zu beanspruchen? Helfferichs Plan einer Roggen bant stellte etwas ganz anderes dar. Wir haben geliefert hatte, die Bildung der großen Roalition unter Wirth ablehnten. Wer einmal feine Fehler erfannt hat, muß den Mut haben, sie zu bekennen und daraus die Konsequenzen zu ziehen und nicht wie einzelne, die von einer Partei zur anderen tommen und gehen, sich immer wieder gleich in Führerrollen drängen.( Beifall und Unruhe.) Gen. Künstler: Die Republik hat es nicht verstanden, die Sym pathien des Proletariats zu erwerben. Das ist nicht nur die Schuld Boincarés, fondern auch der deutschen Bourgeoisie, der reaktionärsten der Welt. Mit dieser Bourgeoisie können wir feine republikanische Roalitionspolitit treiben. Die fogenannte positive Politik hat sich zum Schaden der Sozialdemokratie und der Republik ausgewirkt. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten laffen wir an der Einheit der Partei nicht rütteln.( 3uftimmung.) Einstellung zum Staat und zur Republik. Wenn feine Gedankengänge Gen. Giebel: Aus den Worten Künstlers sprach eine ganz falsche richtig wären, dann würde die Masse an der Demokratie verzweife.n und dem Irrwahn der fommunistischen Diftatur nachjagen. Es mangeit en Aufklärung der Masse, und dieser Mangel hängt auch mit unserer finanziellen Armut als Partei zusammen. Ich sehe nicht so schwarz in tie Zukunft, die Entwidlung in England gibt uns neue Hoffnung, wenn wir nur den Glauben an die Demokratie nicht preisgeben. ( Beifall.) Gen. Bernstein: Ich bin überzeugt, die Ruhrbeschung wäre nicht unter Birth erfolgt, weil die Regierung Wirth selbst in Frankreich hohes Ansehen genoß. Hätten wir das Ermächtigungsgesetz abgelehnt, bann hätten die darauf lauernden Deutschnationalen den Nugen davon gezogen. Mit den Kommunisten ist eine gemein fame Arbeiterpolitit überhaupt nicht möglich. ( Beifall.) Gerade diese Frage muß aus dem großen Zusammenhang der Dinge heraus betrachtet werden. Der Bruderkampf der Arbeiter. Plasse hat es verschuldet, daß die Sozialdemokratie in der Natiozwei Ermächtigungsgesehen zugestimmt. nalversammlung nicht die Mehrheit erhalten und sie bis heute in Gegen beide ist Sturm gelaufen worden. Beide hatten die Auffeinem Reichstag besessen hat. Wenn heute immer wieder von der gabe, die Steuern auf Goldmark zu stellen und die Währung zu Opposition Anslagen gegen die Reichstagsmehrheit und die stabilisieren. In der Fraktion rief mir ein besonders radikaler Genosse Barteileitung erhoben werden, so berührt mich der aus diefen An- zu, das hätte man auch mit dem§ 48 erreichen können. Der§ 48 flagen heraustlingende Glaube an die Allmacht der Sozialdemo- ist der Notparagraph der Republik. Er soll ihren Bestand sichern, fratie immer schmerzlich. Die Opposition vergißt stets, daß die wenn Gefahr im Berzuge ist. Das Gefeß, das die Anwendung des Sozialdemokratie nicht die Macht hat. Die Gedächtnis§ 48 regeln soll, ist noch nicht verabschiedet. Wäre das Ermächti Gen. Ulmer: Die Politit der Sozialdemokratie läßt sich durch trägheit des Volfes hat die Bürgerlichen start gemacht, aber diese gungsgefeß nicht gewährt, hätte die Regierung Marg den Reichs aus vertreten. Wir haben feinen Aalaß, fleinmütig zu sein, und Gedächtnisträgheit ist auch in unserer Partei zu finden, wenn Getag nach Hause geschict und auf Grund des§ 48 regiert, deshalb ist es eine Jämmerlichkeit, wenn Funktionäre so tun, als noffen tommunistische Phrasen gedantenlos wiederholen. dessen Anwendung noch nicht gefeßlich vorgeschrieben war. Wir fönnten sie unsere jetzige Politit nicht vertreten. Der Teufel foll die ( Zustimmung.) durften mit der Anwendung des§ 48 in dieser Lage feinen Prä- Parteigenoffen holen, die den Gegnern der Sozialdemokralle fortzebenzfall für die Zukunft schaffen. Wir hatten in gefeht Agitationsmaterial liefern.( Stürmischer Beifall.) ber Fraktion nicht nach unserem Willen zu entscheiden, sondern zwischen zwei Fehlern zu wählen. Wir glauben, den kleineren gewählt zu haben. Genossen, noch ist die Stabilisierung der Währung nicht sicher. Wir müssen an unserer Bolitik festhalten, die Rentenmart nur als eine 3mischen 15fung zu betrachten, bis die Goldnotenbant tommt, die fich auf eine internationale Anleihe stüßt. Diese Frage also war es in erster Linie. die Erhaltung der Verfassung in zweiter Linie, die uns beBom ersten Lage der Regierungsbildungen war die Sozial stimmten, für die Ermächtigungsgefeße zu sein. Wer also in der Demokratie gezwungen, Roalitionspolitit zu treiben. Schon um den Zukunft sich berufen fühlt, uns megen dieser Haftung anzugreifen, Frieden zu erreichen, war es nötig. Wir haben vielleicht Fehler ge- der möge die Dinge in diesem Zusammenhang prüfen. Ich habe macht. Ich befenne mich schuldig daran, daß wir nicht immer mich bei allen diesen Entscheidungen stets der Mehrheit in der Koalition waren. Es mer vertehrt, zu viel Rüd- gefügt, und das muß jeder Genosse tun.( Sehr richtig!) ficht auf die Stimmen zu nehmen. die sich gegen die Koalition rich Unter welchem Feldgefchrei werden die Wahlen geführt werden? teten. Gewiß, die Koalitionspolitik hat die Arbeiterschaft gegenüber Man wird uns verantwortlich machen für alles, was die Urheber der Sozialdemokratie fritischer gemacht. Niemals aber waren wir von der Berantwortung befreit, ganz gleich, ob wir in der Regierung Handlungen einzutreten haben. Wir brauchen den Wahlkampf nicht des Krieges verschuldet haben. Wir werden fenfequent für unsere waren oder nicht.( Zustimmung.) Der Rebner kennzeichnete die Bo- zu fürchten, wenn wir uns unserer Kraft bewußt sind und uns nicht litif der bisherigen bürgerlichen Kabinette. Wenn man von Roalitionspolitik spricht, dann soll man sich umsehen, wie es in den mimosenhaft versteden vor unseren Gegnern, vor allem vor denen Ländern aussieht, in denen teine Roalitionspolitit von links, den tommunistischen. Die Kommunisten werden von uns getrieben wurde.( Sehr richtig! Man hat uns zum Voruns in der Agitation immer über sein, weil wir in der Ge. wurf gemacht, daß wir wiffenlosigkeit mit ihnen nicht fonfurrieren fönnen. Bir haben Verantwortlichkeit gegenüber den Volksmassen, die die Kom munisten glauben, nicht aufbringen zu fönnen. Augenblicklich ziehen die Kommunisten ihre Kraft aus dem wirtschaftlichen Verfall Deutsch latnds und aus den Spenden, die aus dem russischen Säckel fließen. tratie befämpft worden. Sie hat dabei oft gegen ihren Der Krieg und seine Folgen sind von der Sozialdemo. parteipolitischen Nugen gehandelt. Bewußt hat sie die Intereffen des Bottes über die der Bartei gestellt. Das wird fich in der Butunft günftig auswirken. Aus dieser Ueberzeugung schöpfe ich die Zuversicht, daß wir den Wahlgang mit Ehren bestehen wer den. Genossen, wenn Ihr hinausgeht in die Provinz und fraftvoll fehlen.( Lebhafter Beifall.) für unsere Iteen und Handlungen eintretet, tann der Sieg nicht die Regierung Cuno nicht ſchnell genug geſtürzt hätten. Aber die Partei war sich nahezu einig darüber, die Regierung Cuno allein die Suppe auslöffeln zu lassen. Ich will nicht untersuchen, ob die Ruhrbefehung zu verhindern war oder nicht. Mit der Ruhrbefegung Hand in Hand ging die Inflation. War es nicht die Sozialdemokratie, die immer wieder die Forderung stellte, eine vernunftgemäße Finanzpolitik zu treiben, um den Währungsverfall zu hindern? Das wird von der Opposition ständig vergessen Es ist unerhört, wie in der Partei immer wieder Vorwürfe erhoben werden, die jeder Grundlage entbehren. gehen müßten, um zu lernen, wie man agitieren muß. Genoffen, wir Es iſt, als ob wir bei den Deutsch nationalen in die Schule haben die Ruhrbesehung rechtzeitig erkannt. In zahlreichen Schriften haben wir darauf hingewiesen, daß sie eine Bedrohung des europä ischen Friedens darstelle. Wir haben den Ruhrkampf verloren, aber ich weiß nicht, ob Poincaré ihn ge. wonnen hat. Wenn die französischen Wahlen eine andere 3ufammenfeßung der Kammer bringen follten, so wird das vielleicht eine Folge diefes französischen Sieges fein. „ Haffet Eure Feinde!" a Bon Karl Sudert. is ich diese Ueberschrift in der neuesten Nummer des Revolver. elättchens Friedericus" las, stand es bei mir fest, daß ich ein der artiges Exemplar haben müsse. Zuerst fiel es mir ja schwer, dafür 30 Bf. zu opfern, aber der Inhalt dieser Beitung" hat mich doppelt entschädigt. Bulles feliges Deutsches Tageblatt" follte ja nur jede Nummer eine Gensation fein, im ,, Friedericus" ist aber jeder Auffat eine. Der Leitartikel besagter letzter Nummer trägt die obige Ueberschrift und ist verfaßt von einem gewissen F. C. Holz. Beim Lesen des Geschreibfels lief es mir immer abwechselnd heiß und talt den Rüden runter, fo graufte es mich. Ich sah deutlich im Geifte, mie der Verfasser des Artikels seine Zähne vor But über die to Demberverbrecher" gefletscht und feine Feder in frisches Sozialisten blut getaucht hatte. Denn das eine steht fest: Etwas Derartiges fann man nur mit Blut niederschreiben, fonst verliert es an Wirkung. Ueber das Wort„ Liebet Eure Feinde" äußert sich Holz wie folgt:„ Das Wort foll bestehen, aber es fordert etwas, was nicht menschlich ist, was göttlich sein muß, was aber hündisch wird, wenn es von uns Deutschen befolgt wird." Herr Holz nennt sich jeden falls einen„, Chriften", fogar einen deutschen Chriften und schimpft seine chriftlichen Landsleute Hunde, wenn sie der Lehre des Gründers feiner Religion Folge leisten wollen. Das ist also die Ansicht jener Leute, die bei jeder Gelegenheit in die Kirche rennen und um Gottes Beistand bitten. In der Diskussion spricht zunächst Genosse Brühl Er fennzeichnet bie 3ersplitte. rung ber Arbeitertiaffe als den Hauptfehler unserer Bergangenheit. Der andere Fehler war, daß wir trok des Anschauungsunterrichts, den uns die erste rein bürgerliche Regierung Fehrenbach- Simons fich die weitere Frage auf, ob in früherer Zeit bei einem gleichen Gedankengang sich die Kirche hierzu ruhig verhalten, hätte. Zum Schluß möchte ich Herrn Holh einen Saz für sein Stamm. buch empfehlen, und zwar einen Satz des Evangeliſten Johannes, der in seiner ersten Epiftel Kapitel 2, Bers 4, wie folgt geschrieben hat: Wer da fagt, ich kenne ihn und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner und in solchem ist keine Wahrheit." Historisches von der Grippe. Die Grippe stellt sich als mißliebiger Gast in ben legten Wochen wieder öfters ein, wenn sie auch glüdlicherweise nicht jene furchtbaren Formen annimmt, wie in der Zeit furz nach dem Kriege. Damals glaubte man, daß mit dieser Krankheit eine ganz neue furchtbare Geißel der Menschheit erstanden sei. Aber gar bald er fannte man, daß es sich um eine Epidemie handelt, über die mir schon feit Jahrhunderten unterrichtet sind. Der befannte Historifer der Medizin Dr. Erich Ebstein hat in der Zeitschrift Das deutsche gemacht. Schon im Jahre 1580 treffen wir auf eine Epidemie, der Buch interessante Mitteilungen über die Geschichte dieser Krankheit fog. Schlaffrantheit", die nichts anderes war als unsere heutige Gehirngrippe. Diese besonders gefürchtete Form der Grippe wurde in London in den Jahren 1774-75 beobachtet und geschildert. Kein Geringerer als Isaac Newton machte damals mit ihr Bekannt schaft. Der Name" Grippe", der damals auftaucht, tommt von dem ihren Namen davon, daß sie ganz plöhlich den Menschen ergriff, Wort gripper", d. h. angreifen, befallen. Die Grippe erhielt also pacte. Seit 1733 erscheint daneben der Name Influenza", der der Gestirne auf die Gesundheit des Menschen gedacht. Diese In Joviel wie Einfluß bedeutet. Dabei ist ursprünglich an den Einfluß fluenza" tritt dann im 18. Jahrhundert vielfach auf. So schreibt Lichtenberg 1775 aus London: Es ist ein sehr großes Sterben hier, und manche Leute sind äußerst ängstlich." In den folgenden Jahren war Deutschland von der Grippe heftig heimgelucht. So Jahren war Deutschland von der Grippe heftig heimgelucht. So berichtet Herzog Karl Auguſt aus dem Februar 1782 von Goethe: Jegt geht Goethe gelb und bleich umher und flict an sich herum. Die Hofdame Fräulein v. Göchhausen schreibt Ende Mai desselben Jahres: Da ist eine verflucht verruchte Seuche losgelaffen, die ein unfeliger Sturm von Astrachan über ganz Deutschland gejagt haben soll und deren Geißel feines Menschen Kind entgeht. Sie selbst wandelt unter faum Erstandenen, Kranten oder im Begriff frant zu werdenden Schatten umher" und tommt sich vor wie ein armer Teufel in der Bataille, neben dem Frund und Feind fällt und der fich auch jeden Augenblic einer Mustetenfugel perfieht". lich den bürgerlichen Partein dazu dient, die Sozialdemokratie her. Gen. Klausner: Ich bin gegen jede Koalitionspolitik, die ledig anzuziehen zur Stübung der eigenen wankenden Stellung. und ein Drüben. Persönlich bin ich in gewissen Fragen nicht gleicher Gen. Breiffcheid: Es gibt in der Fraktion nicht nur ein hüben Meinung wie die Fraktionsmehrheit gewesen, aber ich habe es für meine Pflicht gehalten, mich dem Willen der Mehrheit zu fügen und die Politik der Mehrheit öffentlich zu vertreten.( Sehr gut!) In folchen Fällen ist es Pflicht an der Partei, einen Teil feiner Selbständigteit aufzugeben. Solidarität ist in der Partei mehr denn je vonnöten. Fragen der Koalition find teine Frage der sozialistischen Auffassung, sondern der politi. fchen Tattit.( Sehr richtig!) Wir haben den Bestand der Rebeshalb gibt es oft Situationen, in denen wir uns mit bürgerlichen publit gegen außen und gegen die inneren Feinde zu verteidigen und füßen, dann darf die Krifit der Opposition nicht dazu führen, die Parteien verbinden müffen. Wenn wir aber in einer Koalition Stellung der eigenen Minister zu erschweren.( Sehr gut.) Man spricht feht viel von England und zieht Vergleiche, Aber wenn wir in Deutschland als Partei dasselbe täten, was unsere englischen Genoffen taftisch und politisch als Regierung tun müssen, dann möchte ich mich nicht in der nächsten Berliner Funktionärversammlung fehen lassen.( Stürmische Heiterfeit.) Wir lehnen es ab, russische Berhält niffe auf Deutschland zu übertragen, das gleiche gilt für Bergleiche mit der englischen Arbeiterregierung, die von den Liberalen ab. hängig ist. Ich komme aus England und warne vor allzu weit. fiegen follte. Ein führender englischer Polititer fagte mir: gehenden Illusionen, besonders wenn die Reaktion in Deutschland Für das deutsche Belt alles, für die gegenwärtig herrschende Wirtschaftsflique nidhis!" Das ist die Stimmung in England, und daraus erwachsen uns Sozialdemokraten ganz besondere Pflichten und Aufgaben bei den fommenden Reichstagswahlen.( Lebhafter Beifall.) Gen. Marie Judhacz: Ich stimme dem Genossen Breitscheid völlig zu. Wir sollen in unseren Reihen Kritik üben, aber niemand, der fich bereit erflärt hat, die Verantwortung zu übernehmen, ist zu folcher Kritik berechtigt. Bir haben um die Frauen zu werben. In 2ien haben 20 000 Frauen mehr als Männer für die Sozialdemokratie geftimmt. Das Beispiel von Wien zeigt, was erreicht werden kann. Die Partei muß sich viel mehr als bisher der Aufflärung und Gewinnung der Frauen annehmen.( Beifall.) den russischen Handel nach dem westlichen Europa fämen, erzeugt würde, fand die Zustimmung des Wiener Medizinalfollegiums. In Baris sang man damals einen Gassenhauer, dessen Refrain lautete: Die Grippe ist Mode in Paris". Der nächsten großen Influenza euche, die in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts durch Europa zog, fiel Chamisse zum Opfer. Kurz nach der Erkrankung, im Jahre 1833, dichtete er ein Sonett mit der Ueberschrift„ Nach der Grippe". An den Folgen der heimtüdischen Krankheit starb er dann 1838. Bei der nächsten großen Epidemie, die von 1889-91 tobte, fammelte der Breslauer Hygienifer Richard Pfeifer die Erfahrungen, mit deren Hilfe er den Pfeiferschen Bazilius entdeckte. Seitdem wissen wir, daß die Grippe zu den Infektionskrankheiten gehört. maler Hans Joachim Wagner hielt am Sonnabend por geladenen Eine Wiederbelebung der Frestotechnit? Der Berliner Kunst. Breffevertretern einen Bortrag über Frestomaleret. Der Künstler glaubt auf Grund eines 15jährigen Studiums in Griechenland und Stalien das Geheimnis der Frestomalerei der Antike wiedergefunden zu haben. Diese Frestomalerei der flaffischen Völker, wie man sie unter anderem in dem ausgegrabenen Pompeji und Rom noch heute durch ihre Dauerhaftigkeit vor der Freskomalerei der Nachzeit aus. findet, zeichnete sich durch ihren Glanz und ihre Farbenpracht sowie In der Renaissance war das Geheimnis dieser Frestomalerei auch den italienischen Künstlern verlorengegangen und hatte sich nur in einigen einfachen italienischen Handwerkerfamilien erhalten. Der Künstler mißt dieser Wiederentdedung der alten Frestomalerei für die moderne Architektur insofern große Bedeutung bei, als er hofft, fehr billigen Gestehungsfoften nunmehr auch ihren Einzug in das daß sie infolge ihrer außerordentlich dekorativen Wirkung und der Haus der Neuzeit halten wird. In dieser Weise hat er bereits eine Billa in Dahlem ausgeschmückt. malerei versucht wird. Die früheren Versuche sind meist gescheitert, Es ist nicht das erstemal, daß eine Neubelebung der Frestoaus vielen Gründen. Es handelt sich nicht bloß um technische Brobleme. Die Wand müßte erst wieder der Malerei erobert werden, und es müssen auch die Stilvoraussetzungen geschaffen werden, beren bas Fresto bebarf. Ob bann aber gerade die römische Art der Freskotechnik für heutige Bedürfnisse geeignet wäre, ist noch eine besondere Frage. Und dann ein anderer Saz: Nicht eine Revolution, sondern einen Führer brauchte das deutsche Volt 1918. Und wenn ein solcher Führer 1918 nicht vorhanden war, so tat's die Militärdiktatur, die fich mit ihren Maschinengewehren und Kanonen damals dekorativer ausgenommen hätte als heute im roten Deutschland, wo fast an jeder Ede ein pazifiſtiſcher Esel steht." Zunächst einmal eine Frage, Herr Holz:„ Wo waren denn 1918 die militärischen Führer geblieben? Der„ oberste Kriegsherr" rückte in seiner Angst um das Leben nach Holland aus; sein ältester Junge folgte ihm; Erich Lindström( Jonst unter dem Namen Ludendorff bekannt) bebrillte sich blau und flog, ebenfalls vor Furcht um sein Leben, nach Schweden. Hier ließen sich noch viele solcher Namen aufführen, diese drei sollen aber genügen, weil sie für diesen Kreis die martantesten Persönliche teiten sind. Aber die zurückgebliebenen Militärs waren Diplomaten, stellten sich schnell auf den Boden der gegebenen Tatsachen" und schwiegen recht schön still. Dann aber zu den pazififtischen Eseln. Als Christus gefangen genommen wurde, wollte ihn einer feiner Nachricht an Aerzte" in die Rönigsberger gelehrte und politische bild, das in dem baiteipolitischen Tagesstreit entstanden ist, versuchen in Anhänger mit dem Schwert in der Hand verteidigen. Chriftus gebot aber diesem, das Schwert in die Scheide zu stecken. Das war von Christus zweifellos pazififtisch gedacht, und wer heute ebenso denkt, wird von Ihnen, Herr Holz, als Esel bezeichnet. Es wirft 群 Im selben Jahre ertranfte Schiller besonders heftig, so daß er nach der Aufführung der Räuber" in Mannheim in fehr schlechtem Zustande naach Stuttgart zurückkehrte. Damals rückte Rant eine Beitung", und zwar zu dem Zwede, um dieser Krankheit, die nicht durch die Luftbeschaffenheit, sondern durch bloße Ansteckung sich auszubehnen scheint, so weit als möglich nachzuspüren". Rants An schauung, daß die Krankheit durch schädliche Insekten", die durch Boltsbühne. Die deutsche Uraufführung von Anbrejemonig unger findet am 28. d. M. in der Boltsbibne, eater am Bulow play, statt. Megie: Frit IL Künstlerischer Beirat: Delar Schlemmer vom Bauhaus in Weimar. " Karl Kraus- Abende. Die Truppe veranstaltet im Auftspielbans am 21., 22, 25., 26 und 27. februar. 8 11hr, fünf Borlesungen von Karl Kraus. Tas Proaiamm enthält: Gigene Echriften, fowie Dichtungen von Shakespeare, Goethe, Neftroh. Raimund, Hauptmann, Wedelind. Die Schulreform in Thür ngen wird in einer 82 Teiten starten Sonder nummer der Leipziger Lehrerzeitung" dargestellt. Gegenüber dem Berr lichen Ueberblid fiber bie in Thüringen geleistete Arbeit zu bieten. Bleich dieser Veröffentlichung. Vertreter des Thüringer Bildungswesens einen ach geitig fommen die wichtigsten gefeglichen Bestimmungen zum Abbrud. Die Rummer fann gegen Boreinfendung von 30 Pf. von der Druderei Greinee u. Schramm, Leipzig, Querstr. 17, bezogen werden. | Ende zu machen. Der Bezirksvorstand wird beauftragt, im Einvernehmen mit dem ADGB. alle Schritte zu unternehmen, um die Rückkehr der Ausgewiesenen zu beschleunigen. Gen. Heilmann: Bir müssen den Streit um Bergangenes be. graben. Der prinzipielle Gegensatz, der in der Partei wühlt, ist, wie Genosse Künstler richtig sagte, der Streit um den Staat. Unter dem Obrigkeitsstaat fonnten wir fritisieren und schimpfen, im demokratischen Staat haben die Massen die Verantwortung. Der Parteitag begrüßt weiter die 2000 deutschen poli Wir haben den Massen einzuhämmern, daß es sich bei den Wahlen nichttischen Gefangenen in den Strafanstalten der franzöfifch. um cine Demonstration, sondern um die Erringung von Einfluß belgischen Befagung, die um ihrer Pflichterfüllung für die deutsche handelt, ob in den nächsten 4 Jahren eine Lintstoalition im Republit willen seit Jahresfrist ausharren. Sinne Births oder eine Rechtstoalition im Sinne Stegerwalds herrschen soll. So ist denn jede Gitmme, die den Rommunisten zufließt, eine Stärtung der Reattion. Im Reich fonn ten wir feine rücksichtslose Oppofition treiben. Es ist tattisch beffer, in der Regierung zu sein und auf einen Linkskurs hinzuwirten. Aber wir müssen nicht unter allen Umständen in der Re- tagsabgeordneter Genosse Haas. Auch hier wurde eine Entschlie gierung fein. Der Ruhrkampf fonnte nur von einem Kabinett Stresemann beendet werden. Hätte es die Sozialdemokratie allein getan, wäre die R publif zusammengebrochen. Als die Partei der praktischen Arbeit für das Proletariat werden wir in den Wahlkampf ziehen und ihn mit Erfolg bestehen.( Lebwir in den Wahlkampf ziehen und ihn mit Erfolg bestehen.( Lebhafter Beifall.) Hierauf wurde Schluß der Diskussion beschlossen. Im Schluß wort erflärt Genosse Wels gegenüber den Aeußerungen des Ge noffen Künstler, daß sich die Wenderung in der Stellung zum Staat innerhalb der Sozialdemokratie nach dem Rathenau Mord vollzogen hat. Wir haben im Bürgertum scharf zu unterscheiden zwischen denen, die die Weimarer Verfassung anerkennen, und denen, die es nicht tun. Bei dem Kampf, der innerhalb der Partei geführt wird, wird das Bürgertum fett werden. Das ist ein Zustand, den mir nicht ertragen fönnen. Auch die Gemertschaften haben innere Kämpfe durchgemacht. Sie zählten vor dem Kriege 2% Millionen Mitglieder. Nach dem Kriege waren es 8 Millionen, heute sind es noch 7 Millionen Diese Mitglieder müssen erzogen werden. Die Erzieher aber werden als die Bremser betrachtet. Die Erhaltung der Wirtschaft aber war das A und O unserer Politit. Der Redner fennzeichnet das Einheitsfront"-Geschrei der Kommunisten. Man hat in meferik ein fommunistisches Protokoll gefunden. In ihm wird ein fommunistischer Aufmarschplan erläutert Darin wird unterschieden zwischen den Personen, die im Falle eines Butsches sofort zu beseitigen seien, nach dem Rezept, Tote fönnen nicht mehr reben, und felchen, die in Schuhhaft zu nehmen find. Genau so wie in Schlesien gehören zu den Leuten, die erledigt werden sollen, nur Sozialdemokraten. Danach find zu beseitigen der Landeshauptmann Gen. Caspari, unfer Barteifefretär Steinbrecher und Genosse Rienzi. In Schußhaft sollten genommen werden: der deutschnationale Bandgerichtsrat und der Landesgerichtspräsident.( Große Bewegung.) Der bisherige Borjizende diefer fommunistischen Mitgliedschaft ift. mie fo viele andere, zum Stahlhelmbund übergetreten. Genosse Wels schloß mit einer begeisternden Aufforderung, mit aller Kraft für den Sozialismus einzutreten. Folgende Entschließung wurde mit 120 gegen 2 Stimmen angenommen: Der Bezirksparteitag der BSPD. der Provinz Brandenburg stellt fest taß die Politik der Partei zwangsläufig vor allem durch den verlorenen Krieg und feine politischen und wirtschaftlichen Folgen bestimmt war. Barteivorstand und Reichs. tagsfrattion standen besonders in den letzten Monaten immer nur vor der Wahl zwischen zwei Uebeln und haben das fleinere gewählt. Indem der Parteitag dem Parteivorstand und der Reichstags frattion das Bertrauen ausspricht, fordert er alle Partei genoffen im Hinblid auf die fchicfalsschwere Bedeutung der fommenden Reichstagswahlen auf, tattische Meinungsver schiedenheiten zurüdzustellen und die Politik der Sozialdemokratie, bie allein den wahren Interessen der Arbeiter flaffe entspricht, mutig gegen alle Gegner von rechts und links zu vertreten. Die Kandidatenaufstellung hatte folgendes Ergebnis: Votsdam: 1. iffe6, 2. Breitscheidt, 3. Genofsin Juchacz, 4. Staab, 5. Herm. Müller Lichtenberg. 6. Buschid, 7. Dr. Salomon, 8. Dr. Herz- Spandau, 9. Biftor Schiff, 10. Thurm. Frankfurt: 1. Wels, 2. Schumann, 3. Giebel, 4. Rozle, 5. Genoffin Matste, 6. Schmidt, 7. Karch, 8. Wegener, 9. Freter, 10 Ostromsty. Für die Reich s liste murde der Landeshauptmann Genoffe Dr. Caspar ŋ als Bertreter der Grenzmart in Borschlag gebracht. Zum Parteitag wurden foldende Delegierten bestimmt: Hübscher, Schmidt, Heilmann, Drauß( Senftenberg), Wegner, Kayser, Jahnke, Schadow, Dauß( Küftrin), Wauer. Als Erfagmann wurde Genoffe John gewählt. Nachdem über die gedruckt vorliegenden Anträge abgestimmt worden war, nahm Genoffe els das Wort, um unter bem Beifall des Bezirksparteitages dem Genoffen Sydow, bem bisherigen Brrfißenden der Brandenburger Bezirks, organisahen, für seine aufopferungsvolle Tätigkeit in dem Augenbid zu danken, wo er ven feinem Posten zurüdiritt. Sein Nach folger wird der Genoffe Stahl. Genoffe Syd om erwiderte, daß er scheide, weil er in seinem Alter jüngeren Kräften Platz machen wolle. Er dankte für die Sympathie, die man thym entgegengebracht habe. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie wurde der Partei tag geschlossen. Bezirksparteitag Oberrhein. Söln, 18. februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend und Sonntag tagte in Köln der Parteitag der Sozial demokratie für die obere Rheinproving. Im Vorder grunde der Erörterungen stand die Rheinlandfrage, über die Genosse Dr. Meerfeld referierte, und die Diskussion über die kommenden Reichstagswahlen, zu der Genosse Sollmann das einleitende Referat hielt. Die Opposition wurde durch den Landtagsabgeordneten Rleinmeyer Roblenz vertreten. Zur Reichstagswahl stimmte der Parteitag gegen fünf Stimmen einer Entschließung Sollmanns zu, in der es heißt: Bon der Reichsregierung wird erwartet, daß sie die den Ausgewiesenen vorbehaltlos gegebenen Bersprechungen vorbehaltlos erfüllt. Eine perfehrte Sparfamteitspolitit auf diesem Gebiet müffe im Rheinland verhängnisvoll wirken." Ueber die kommenden Gemeindewahlen referierte Land Bung angenommen, die den Parteitag beauftragt, die gemeinschaft lichen sozialdemokratischen Mitglieder des Sechzigerausschusses unt unsere Abgeordneten im Breußischen Landtag dahin zu beauftragen, daß die Gemeindewahlen am 4. Mai im befeßten Gebiet stattfinder förnen. Vorbedingung dafür sei, daß die Besagungsmächte Preffe Rede-, Versammlungs- und Wahlfreiheit garantieren, damit der Wille der Bevöiferung flar zum Ausdrud kommen fann. " bates Geld find, machten große Einfäufe im In- und Auslande und bezahlten mit diesen Schecks die überall angenommen wurden. Bor einiger Zeit tauchte ein solcher Scheck in Magdeburg auf. Zwei junge Männer. fauften dort zwei Kilogramm Feingold In Magdeburg war man aber so vorsichtig in Hamburg anzu und caben einen Banffdjed der Hamburger Firma in Zahlung. fragen. Als die beiden bas merkten, verzichteten sie auf das Geschäft und verschwanden. Die Berliner Kriminalpolizei, die von dem berunglüdten Bersuch benachrichtigt wurde, traf sofort die erforder lichen Sperrmaßnahmen und nahm auch hier mit ihren Beamten ie Ermittnen noch den Fälschern auf. Am Sonnabend erschien bei einer Berliner Großbant ein Mann mit einer Anweisung einer hiesigen Firma, nach der ihm 7% Kilogramm Feingold gegen Devisen sheds ausgehändigt werden sollten. Man erinnerte sich aber der Sperrmaßnahmen und ließ den jungen Mann festnehmen. Es war der Banfier" Rudolf Künneke, ber ehemalige Tischlerlehrling. Sein Bruder Robert, der ihm beim Transport des Goldes helfen sollte, entwischte und fuhr mit dem nächsten Zuge nach Braunschweig, wo Otto, der Chef des Hauses, feine beiden Brüder mit der Goldbeute erwartete. schweiger Kriminalpolizei wurde sofort durch denn Fernsprecher unterrichtet, nahm auch Otto und Robert Künnete fest und beschlagDie Aufstellung der Kandidaten zur Reichstagswahl nahmte die ganze Korrespondenz, die beweist, daß das saubere Dreifür die Wahlkreise Köln- Aachen und Koblenz- Trier ergab als Spitzenblatt ausgedehnte Verbindungen selbst in Uebersee angeknüpft hatte. kandidaten für Köln Aachen die Genossen Sollmann, Armtreuz Aachen jowie die Genossin Frau KirschmannRöhl. Der bisherige Reichstagsabgeordnete Fries Köln war an vierter Stelle vorgesehen. In der Debatte wurde beantragt, ihn an zweiter oder dritter Stelle zu setzen. Der Parteitag lehnte das mit Zweidritte! mehrheit ab, worauf Fries auf eine Kandidatur überlegung im Kopf befinungslos aufgefunden. Ein Arzt tonnie bei haupt verzichtete. Im Wahlkreis Koblenz- Trier steht Genosse Redatteur Kirschmann- Köln an erster Stelle der Liste, ihm folgen die Genossen Franz Gruber Kreuznach und Hans Menn- Trier. Für Pfalz und Rheinland. 3 Im großen Sizungsfaale des Reichstags fand gestern eine Rundgebung für die deutsche Pfalz und das deutsche Rheinland statt. Der große Saal und die Tribünen waren überfüllt. Ueber bem Präsidentenfig war der Reichsadler angebracht, in seinem Schutze die Wappen von Rhein- und Saarland und der Pfalz. Darunter stand der Spruch: Wir stehen für unser Land!" An den Regierungstischen hatten sich u. a. Reichstanzler Marg, Arbeitsminister Brauns, der Minister für die besegten Gebiete Dr. Hoefle, Reichsverkehrsminister Deser und Minister Severing eingefunden, als Bertreter des Reichstagspräsidiums Dr. Rießer. Die Berliner Liedertafel unter Leitung des Profeffors Williger eröffnete die Feier mit einer Motette von Bach. Konsistorialrat Gruhl begrüßte darauf die Versammlung mit Worten, die in ein Treugelöbnis für die Pfalz und das Rheinland austlangen. Nach Ansprachenn des deutschen Gesandten in Wien Dr. Pfeiffer und des Reichsministers für die besetzten Gebiete o efle fand die Kundgebung ihre Fortfegung vor der großen Deffentlichkeit mit einem Konsert auf dem Königsplay. Hier hatten sich feit 11 Uhr viele Tausende eingefunden. Ein starkes Polizeiaufgebot war zur Stelle, hatte jedoch keinerlei Veranlassung zum Einschreiten. 12% Uhr trat Reichstanzler Marg mit feiner Begleitung aus dem Reichstagsgebäude auf die Freitreppe, mit ihm Gesandter Dr. Pfeiffer, der von dort aus vor der versammelten Menge auf die Bedrängnis der Pfalz und das voltsfeindliche Treiben der Separa tiften hinwies. Nach dem gmeinsamen Gefange des Deutschlandliebes gingen die Teilnehmer dann langsam auseinander. Begent Der Reichspräsident empfing im Anschluß an die Pfalzund Rheinfundgebung eine Abordnung, die ihm über den Berlauf der eindrucksvollen Rundgebung berichtete. Der Reichspräsident dankte den Veranstaltern und betonte in seiner Erwiderung, daß diese aus freier Erischließung der Berliner Bevölkerung erwachsene macht Dolle Kundgebung, die durch ähnliche Beranstaltungen im Reiche noch weitere Steinerung erfahren werde, der bedrückten Bevölkerung in der Pfalz und an Rhein und Ruhr zeigen werde, daß das ganze Deutsche Bels in Treue und Dankbarkeit sich mit den um Freiheit fühlt. Von der Reichsregierung werde nach wie vor und Menschenrecht fämpfenden Brüdern und Schwestern verbunden geschehen, um das Los unserer Bolts. aenoffen zu erleichtern und ihnen Freiheit, Kultur und Frieden wiederzubringen. alles Der elegante Unbekannte. Immer noch keine Aufklärung des Frauenmordes. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei zu dem Frauenmord in der Lynarstraße im Berein mit den vielen Aussagen der Zeugen, die fich auf die Säulenanschläge und die ausgesetzte Belohnung hin gemeldet haben, bestätigen immer mehr die Annahme, daß als Mörder jener modern gefleidete Unbekannte, der bei Frau Liebau sich nach dem Zimmer erfundigt hat und von ihrem Liebhaber gesehen wurde, in Frage kommt. Es sind nun auch mehrere andere Fälle betanntgeworden, in denen jener Unbekannte versucht hat, die Berkanntschaft von älteren Frauen zu machen. So verschaffte sich der Mann in die Wohnung gelernt und sich bei anderen Leuten nach ihrer Wohnung erfundigt einer Zeitungsfrau Zutritt, nachdem er sie auf der Straße tennen hatte. Unter einem unverfänglichen Borwand fuchte er sie auf. Aehn. liche Aussagen sind noch mehrere eingelaufen. Aus ihnen tann man eninchmen, daß in diefer Gegend seit geraumer Zeit ein Mann versucht hat, Anschluß an ältere Frauen zu finden, um feinen Neigungen nachzugehen. Dieses ist ihm nun bei der Frau Liebau gelungen. Ebenso sicher ist es, daß dieser Mann Frau Liebau schon längere Zeit beobachtet hat, um die geeignete Beit für fein Borhaben abg passen. In allen Fällen wird er als ein großer, chianter Mann, in mittleren Jahren, beschrieben. Am Sonntag, den 10 d. M., als er bei Frau Liebau in der Wohnung war, um fich hier nach einem Zimmer zu erfundigen, trug er einen enganliegenden modernen grauen Ueberzieher. fichtszügen. Ferner stechende Augen und einen auffallend scheuen Er hat ferner ein langes, blaffes Gesicht mit abgelebten scharfen GeBlid. Alle Berfonen ,, die nun Frau Liebau am Tage der Tat, am 11. d. M. Montags gesehen haben, den unbekannten Mann am Sonntag gegen 3 Uhr beobachtet haben, wie er das Haus Lynaram Sonnabend vielleicht schon mit jenem Unbekannten gesehen haben, oder sonst irgend eine Angabe über jenen Mann machen fönnen, werden gebeten, sich bei der Mordkommission Dr. Riemann Braschwitz im Polizeipräsidium Zimmer 83a zu melden. " Der Parteitag spricht, unbeschadet der Kritik im einzelnen der Reistagsfraktion und dem Parteivorstand fein Berftraße 13 verlich oder hineinging, ferner diejenigen, die Frau Liebau trauen aus. Der Parteitag erblickt in der demokratisch republitanischen Berfassung einen mächtigen Hebel zur Befreiung der Arbeiterklasse, wenn diese die ihr gegebenen Rechte wirklich gebrauchen lernt. Unter Ablehnung jeder Minderheitsherr. schaft tämpft die Sozialdemokratie durch die Reichstagswahl erneut um die Staatsgewalt. Der Parteitag fordert die Arbeiter der Hand und des Ropfes, Männer und Frauen auf, fich nicht durch Richtungshader und fonfeffionellen Streit entzweien zu laffen, sondern mit berfelben Einigkeit und Geschlossenheit die Kapitalistentlasse den politischen Rampf zu führen, und zwar durch die Sozialdemokratie." Zur Rheinlandfrage wurden folgende Entschließungen einstimmig angenommen: 1. Der Parteitag erneuert die Richtlinien der sozialdemokrati schen Rheinlandpolitit. Die staatsrechtlichen Verhältnisse am Rhein find eine innerdeutsche Angelegenheit. Ein Grund für staatsrechtliche Aenderungen liegt nicht vor. Der Friede Europas im Einklang mit dem Klasseninteresse der deutfajen Arbeiter erfordert die entschiedenste Abwehr jeder Loslösung." 2. Der Parteitag gedentt. der vielen ausgewiesenen Rheinländer, die als Opfer des Ruhrkampfes noch immer in ber Berbannung leben müffen. Wir fordern die Regierungen der Belegungsmächte und Deutschlands auf, diesem Zustand ein Wie man Bankier wird. Zu der Verhaffung eines betrügerischen Trios. In Braunschweig besteht in einer etwas abgelegenen Stadtgegend im dritten Stod eines obsturen Hauses, nur notdürftig em. gerichtet, seit einiger Zeit ein Banthaus Gebrüder Rünnele u. Co. Seine Inhaber waren brei Brüder, der 28jährige Otto, der 24jährige Robert und der 19jährige Rudolf Künnete. Rudolf war Tischler. tehrfing, Otto und Robert waren. Nieter auf einer Hamburger Werft, Nunmehr sind die drei, deren Machinationen auch nach Berlin herüberfuhren, plöglich verhaftet worden, weil das Bankhaus fich als ein„ Schwindelgebäude" erwies. ahmungen von Unterschriften, bis sie jeben Namen bankmäßig nach Zu Hause und auf Reisen, übten sich die drei fleißig in Nach zeichnen fonnten. So fälschten sie auch nach Mustern, die einem Hamburger Banthaus vor einiger Zeit abhanden getommen waren, Banticheds einer New Yorker Firma, Sched's, die von einer Bant auf die andere gezogen werden und so gut wie Liebestragödie in einem Hotel. Die Braun Am Sonntagabend gegen 8% Uhr wurde der Kaufmann Fleisch stammen und vor etwa 8 Tagen in einem Hotel in der Kantstraße mann und die unverehelichte Lina Busch, die beide aus Halle a. d. S. ein Zimmer gemietet hatten, in ihrem Hotelzimmer mit Schußver Frl. Busch nur noch den Tod feststellen. Fleischmann wurde schwer verlegt ins Krankenhaus in der Achenbachstraße gebracht, wo er inzwischen seiner schweren Berlegung erlegen ist. Nach hinterlassenen Briefen hatten beide beschlossen, aus dem Leben zu scheiden, weil die Eltern eine Heirat nicht zugeben wollten. Die Stadtverordnetenversammlung muß in dieser Woche zwei Sigungen haben, eine außerordentliche am Dienstag um 46 Uhr und die ordentliche am Donnerstag um% 45 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen die aus früheren Sizungen übernommenen Reste. Dazu find neue Anträge und Vorlagen gekommen. Die Sozialdemokratische Studentenvereinigung veranstaltet heute Montag, 8 Uhr abends, wie mitgeteilt, eine öffentliche Versamm lung in der Aula des französischen Gymnasiums( Reichstagsufer). Gen. Heilmann, M. d. L., spricht über: ,, Sozialistische Idee und fozialdemokratische Politik." Arbeiterfeele" ist das Thema eines Vortragsabends, den die Bit. Vereinigung des Berliner Pebrerbereins am Montag, 18. Febr., abends 8 Uhr, in der Aula Niederwallitr. 12 veranstaltet. Dottor Erich Drach spricht Dichtungen von Barthel, Bröger, Engelke, Lersch. Karten an der Abendkasse 40 Pf. Der Mensch im Ringen um das fosmische Weltbild. Am Dienstag. 19. Februar, 7. Uhr, spricht Oberstudiendirettor Dr. Ernst oldbed in öffentlicher Bersammlung des Bundes entschiedener Schulreformer über das obige Thema im Werner Siemens- Realgymnasium, Hohenstaufenstr. 47/48. Jedermann eingeladen. Unkostenbeitrag. Sport. Reit- und Fahrturnier. Der Sportpalast, der am Sonnabend ziemlich leer war, fah am Sonntagnachmittag, wo nur die Pferde eine Rolle spielten und der Teto nichts zu sagen hatte, ein ausverkauftes Haus Ebenso war der Sonntagabend gut besucht. Zum erstenmal erschienen, als Hauptpunft des Nachmittagsprogramms, die 18 Celler Hengste in der Bahn. Die Landbeschäler wurden von Gestütswärtern in einer Fahrschule geritten. Das Bublikum schrie, trampelte und toble Beifall und die Pferde- Landesväter mußt n Ehrenrunde auf Ehrenrunde traben. Die Ergebnisse ber Springtonfurrengen waren: Sonnabend Rejuliale.. 1. Abt. 1. Ludwig Preis. 1. Rirsche ( Rittm. Leer), 2 Enul TII, 3. Ritter. Tot.: Sieg 19; Pl.: 13, 22. 16 ( Kirsche und Saul III, Reiterwette). 2. Abt. 1. Daily( Etenfebfe), 2. Bane 3. Did, 4. Ecala. Tot.: Sieg 71; BI.: 21, 13, 38, 54. 3. 25 t. 1. Emi, ( Frhr. v. Langen), 2. Diabolo( Tred), 3. Lord Goring, 4. Gisela. Tot.: Sieg 31,50; I.: 36, 29, 15. 4. Abt. 1. Tehamund( Holft), 2. Quidborn, 3. Balmette, 4. Sleipner. Tot.: Sieg 57:10; PL: 30, 34, 72. 5. 25 t. 1. Tannbäufer( Hauptm. Beblendorff), 2. Richard, 3. kolo. Tot.: Sieg 39, BL: 21, 34. 5. Abt. 1. Golbelle( Bring Sigismund b. Breuzen), 2. Rittersporn, 8. Najabe, 4. Duartiermeister. Tot: Sieg 39:10; 3: 22, 82, 76, 40. 7. A b t. 1. Chantung( Bunge). 2. Amsel, 3. Chardas II, 4. Treue II. Tot.: Sieg 56; Pl.: 23, 153, 50, 40. Sonntag- Refulfote. Erlaucht. Breis. 1. Abt. 1. Schwaben. junge( Frau Tr. Wiener), 2. Eascha, 3 Hera, 4. Dlrab. Tot.: Cien 74: 10, Pl.: 22, 15, 42. 2. Abt. 1. König Gurant( Summer), 2. Rolf IV, 3. Herzog Albrecht, 4. Granit. Tot.: Sieg 122: 10; L: 33, 32, 13. 3 Abt. 1. Goldelfe( Prinz Sigismund von Preußen), 2. Auerbabn, 3. Czardas II, 4. Duartaner. Zot: Sieg 47:10; Pl.: 14, 19, 36, 64. 4. A bt. 1. Zürmer( Dberwachim. Stoch), 2. Tannbaufer, 3. Najade, 4. Richthofen. Tot.: Sieg 107: 10; L: 24, 41, 48. Großer Preis des Sportpalaftes. 1. Abt. 1. Goliath( Freiherr v. Langen), 2. Jacqueline, 3. Tommy, 4. Enzian. Tet.: Eieg 29: 10; Pl.: 14, 22, 15. 2. Abt. 1. ölniz( E. N. Miville), 2. Rübezchl, 3. Ebantung, 4. Aribert. Tot.: Sieg 38:10; BL: 26, 25, 82. 3. Abt. 1. Apoll( D. Kreizig), 2. Granit, 3. Tannhäuser, 4. Luttine. 2o.: Sieg 41: 10; B: 20, 46, 18. Moestop- Holland Sieger im Dreier- Match. Der Start ber Bertreter der erften internationalen Klasse, die gestern im Velodrom am Kaiser. bam m den Deutschen gegenüberstanden, hatte dazu beigetragen, das große Sans bis auf ben legten Platz zu füllen. Das Treier- Treffen über je 3 Laufe je 5 Nurden fab den Weltmeister Moestov als Sieger, der gestern seit Kriegs. ausbruch wieder zum erftenmal in Deutschland an den Start ging. In blen bendem Stil ging er in ben beiden eriten Läufen als erster übers Zielband. Staufmann fiente im lebten Lauf und sicherte sich somit den 2. Plas. Im lassement blieb Moestop- Holland mit 7 Bunften eriter bor Staufmann ( 6 Bunkte) und seinem Landsmann Leene( 5 Punkte). Im Dreiſtunden. Mannschaftsfahren war die gute Staffe durch den Welt eloidmann Egn nno van Red vertreten. Der in den ersten Runden alle 6 Wertimgen mit dem ersten Plaz belegte, mobet ihm Etellbrink ständig den guten Blak sicherte. Das scharfe Tempo in der ersten Stunde( 41100) unterband jeden Ueberzundungsverluch. Das nächste Baar Ega- Lewanow war 4 Doppelwertungen und das Ausscheiden van Neds brachte die zweite Etunde. Nach der zweiten Deppelwertung stürzten Kroll und van Red beim Verlaffen des Biels aus der Kurve. van Ned munte mit Dber. fchentelberlegungen von der Bahn getragen werden, damit schied der beite Mann aus dem Rernen; måbrend Kroll nur mit berleptem Gesicht die Bahn verlassen mußte. Stellbrint- Roch bildeten nach Wiederaufnahme des Rennens eine neue Mannschaft und belamen eine Verlustunde zudiktiert. Nach der zweiten Stunde( 76150) batten Caldow- Bauer mit 33 Buntten Der Weltrefordmann belegte die Epige bor Egg- Lewanow( 30 Punkte). nach icharfen Kämpfen mit Saldom in der letten Stunde im Fluge fämtliche Wertungen mit dem eriten Plat, in Lewanom sand er die gute Unterftung, der auch sein Zeil an dem Punttfieg beitrug. Soldow- Bauer, Griter und weiter des Techstagerennens, belegten nach tapferem Rampi in dem Klassement den zweiten Blaz. Ritt- Rizetto bildeten ein gutes Paar. Wantbeh war wieder der ständige Antreiber bei den gben. Nad) 3 Stunden waren 119000 Kilometer zurüdgelegt. 1. Eng- Lewanow 75 Punkte. 2. Ealdow- Bauer, die die Größe Egg anerkennen mußten, ereichten nur 48 Punkte. Den britten Plaz belegten Rizetto- Rütt mit 41 Bunften. bei Stundenschluß um 20 Bunfte hinter van Ned- Stellbrint zurüd. Groß- Berliner Parteinachrichten. 6. Kreis, Kreuzberg. Moniag, 9 Uhr, nach der Kreisvorstandsfigung: Revision ber Areistaffe bei Bieber, Dieffenbachstr. 76. 19. Kreis, Pankow. Montag, 18. Februar, 7 Uhr: Fraktionsfigung mit ben Arelsbelegterien im Rathaus Bankow( Sigungsfaal). Legitimation erforderlich. 81. Abt., Friedenau. Sozialistisches Geminar: Seute, Montag, 18 b. m,& ubr. bei Alabe, Hanbjernftr. 60/61, fpricht Genoffe Albrecht über: Bobenreform" Vorträge, Vereine und Verfammlungen. 7%, Uhr, Schule Niederwallitr. 12, am Spittelmarkt. Bortrag der Genossi Proletarische Freidenferichule Berfin. Dienstag, den 19. Februar, abbs. Ada Beil über: Goethes Fauft I. und II. Teil Gäste willkommen. fprch zu allem, nur nicht zum Geschäftsbericht. Gent. Segioib, Gewerkschaftsbewegung ber Bertreter des hauptverstandes, ging mit den verlogenen Agitationsreden her Kommunisten scharf ins Gericht. Wer nur immer feine Untenrufe ertönen läßt: es geht nicht mehr, die Gewerkschaften Optimismus zum Aufbau fehlt. Redner wendet sich scharf gegen die Wiedereinführung der Rochtarbeit, die leider auch von der Kon fumgenossenschaft gefordert werde. " Das Schweizer Volk für den Achtstundentag. find fapuit, hat die geistige Einstellung der Indifferenten, denen der Bern, 18. Februar.( Elgener Drah bericht.) In der Bolfs abstimmung, die geffern in der Schweiz über das Gejet stattfand, das die 48- Stunden- Woche außer draft feßt, wurde bas Grieg mit einer Mehrheit von 120 000 Stimmen verworfen. Nach der Ablehnung, die die belgische Kammer dem Antrag Devèze auf Beseitigung des Achtstundentages zuteil werden ließ. nach der Mitteilung ber englischen Regierung, daß fie beabsich. tige, eine internationale Ronferens einzuberufen, um den Acht stundentag allgemein zur Durchführung zu bringen, ist die Ent scheitung, die gestern in der Schweiz fiel, besonders erfreulich. Die sogenannte Leg Schultheiß, die für die Dauer der Wirt. schaftskrise" den Bundesrat ermächtigt, für einzelne Industien die Arbeitszeit auf 54 Stunden die Woche zu verlängern, war für die gefantte soziale Realtion Europas das Signal gewefen, gegen den Achtstundentag anzurennen. Die 48- Stunden- Woche gilt in der Schweiz für alle Fabritbetriebe, und zwar feit dem 1. Januar 1920, und für die Eisenbahn und tie Post. Schon gegen das Gefeh, das den Achtstundentag auf die Eisenbahn und tie Post ausdehnte, wurde von der Reaktion wütend gefämpft. In der Boltsabstimmung ist das Gefeß jedoch mit einer Mehrheit von 100 000 Slimmen angenommen worden. Nun versuchte man in der Schweiz ben Achtstundentag auf Um megen zu beseitigen. Grundfäßlich" sollte er bestehen bleiben. Tat fächlich aber follte bie Regierung das Recht haben, die Arbeitszeit für ganze Industriezweige auf 54 Stunden zu verlängern. Samt tiche bürgerlichen Parteien traten für diese Beseitigung des Acht. ftundentages ein. Nichtsdestoweniger hat das Schweizer Bolt mit großer Mehrheit entschieben, daß der Achtstundentag nicht nur grund ählia", sondern tatsächlich un angetaftet bleiben muß. Der Kampf gegen den Achtstundentag hat bisher nur dort Er folge erzielt, wo die demokratischen Rechte tes Boltes ausgeschaltet wurden: im faschistischen Italien und im Deutschen Reich durch die Arbeitszeitverordnung. Diese Berordnung, die auf Grund des Ermätigungsrefezes erlassen wurde, muß durch ten Reichstag einer gründlichen Rachprüfung unterzogen werden. Generalversammlung der Metallarbeiter. Filmschau. Die Nibelungen. Es ist das Schidfal der großen Stoffe der Nationalliteratur, daß jedes Jahrhundert fie neu schafft, und sie beweilen ihre Lebensfraft, wenn fie immer aufs neue dazu berausfordern. Welche Schicksale hat die Nibelungenlage, der größte und gewaltigste Stoff der Germanen, seit dem 5. und 6. Zabihundert erfahren, in die ibre bistorischen Grundlagen zu sehen sind. Bon der nordischen gaffung in der Edda über das ritterliche Kunſtepos, aus dem die alte voltetimliche Form deutlich herbo leuchtet, über die Ge ftaltung durch die Meistersinger bis zu Wagner, Hebbel und Jordan? Den vorläufigen Beschluß macht der Film, ba fein moderner Romanschriftsteller fich daran gewagt bat. Die dann vorgenommene Wahl des Borstandes brachte zwei Bor. fchlagslisten, eine von den Funktionären eufgestellte amtliche" und die Gegenliste der Oppofition". Die Aufforderung aur Mi arbeit hatten die Kommunisten abgelehnt; fie feien von ihrer Baries berpflichtet, eine eigene Bifte aufzustellen, tie fie bonn schambaft Oppositionslifte" nannten. Schumann ftellte feft, Mit ungebeurem Kraft und Materialaufwand tit bon ber Della daß diese Liste nicht zur Wahl zugelaffen werden tönnte, da sie in unb Ufa gemeiniam ber neue Film in zweijähriger gewissenunkontrollierbarer Beise in einer Bersammlung, an der auch 11 n. baiter Arbeit gefchaffen worden, ber jegt im Ufa- Palat am 300 auf den Erfolg burchmacht. Zbea Don Harbou bat organisierte teilrahmen, zustandegekommen ist. Die Auszäh die Brobe aus den verschiedenen Fassungen frei wählend eine achtbare Manuskriptlung der Stimmzettel hatte das Ergebnis, daß die 2 m ft erbamer Richtung mit 575 Stimmen" ewählt wurde, während die Mestauerrlage geschaffen und Friz Lang es unter Mitwirtung eines ganzen Stabes von Mitarbeitern ins rollende Bild verwandelt. Das Kollettibwerk Lifte nur 306 3e'tel auf lich vereinigen fonnie 120 geänderte lobt seine Meister. Brar gibt es uns nicht ben Sagencharaiter der grauen Stimmzettel.famen für das Wohlergebnis wicht in Bett acht Damit Borzeit, von dem Mythischen ganz abgejeben, das überhaupt dem haben auch die Bäder uno Kenditoren gezeigt, daß fie die bfichten Liebe nicht zukommt und wo es das Wunder beranzieht, wird es ber tommunistischen Gewertichaftsretret als genertfchofts in Märchen orm geboten. Das Reinmenschliche, der Kampf der Leidenfchädigend erkannt haben. Die Seit, in ber in den Gemert. Ichaften, wird zum bewegenden Motiv, binter dem das ungebeure Schicksal Die Form aber ist ein sehr fultoiertes Bittertum von schaftsversemmungen statt Mostauer Parteipolitik wieder pofitive Ar fiatbar wid einbeitlichem Stil. Siegfrieds. Waldabenteuer mit dem Drachen, das gewig beit geleistet wird, ist hoffentit.h nicht mehr fern. nicht lächerlich wirkt, aber ungefüge und gefahrlos schließt, und seine Er beutung des Nibelungenichages, der von großer phantafievoller Wirkung ift, sowie die Baberlobe um Brunhilds von Nordlichtern umspielte Burg unb die Wunder der Tarnkappe ragen faft mie fremde, wenn auch nicht befrembende Bestandteile in die Welt des Burgunderboses. Aber diese Belt ift wunderbar einbeitlich und mit großem Stilgefühl in Bauten und edlem( Sewand, in Waffen und Schmud, vor allem im Drnament ausgebaut. Es ift feine Weiningerei, die mit nachgeabmter Echtheit prost, sondern freie, Echtes, males ichöpferliche Berwendung bistorisch überlieferter Glemente. risches Empfinden wa.tet in den Naturigenerien, die das blog Naturbafte ſtiliſtiſch bändigen und grandios steigern. Die Baldichmiede, die DrachenDie Differenzen im Fuhrgewerbe. Der Borstand der Fuhrherreninnung hat, ba bie Arbeitnehmer des Edwer. und Leichtfahrgewerbes es ablehnten, die geforderte zehnftündige Arbeitszeit sowie Abbau der Manteltarifbestimmungen hinzunehmen, einseitig seine Mitgleder angewiesen, nur 25 m. ftatt bisher 30 M. Wochenlohn zu zaben. Empört über dieses Borgehen, perlangten bie Arbeitnehmer die zurücknahme der Anordnungen, im anderen Falle sollte der Streit mit Birtung ab 16. Februar be. ginnen. Am 14. Februar fanden vor dem Schlichtungsausschus Vergleichsverhandlungen zwischen ben Parteien statt. Die beiders feitigen Lohntommissionen verständigten sih tahingehend, daß bis zur Entscheidung der ftrittigen Manteltarifbestimmungen durch die Schlichtungefammer, die morgen, Dienstag, zufammentritt, der Lohn von 30. ab 2. Februar weitergezahlt und ter zu menig gezahlte Betrag fofort nachgezahlt wird. Damit ist zunächst die Gefahr des Streits behoben. Siegreich beendete Aussperrung. Görlig, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Wegen eines Lohntampfes, in den die Holzarbeiter in Langenols bei Lauban ge Raffel, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) trieben wurden, erfolgte durch die schlesischen Unternehmer im Holz Gestern abend wurde die Generalversammlung des Deutschen gewerbe die Aussperrung der gesamten Holzarbeiter Metallarbeiterverbandes in der Roffeler Stadthalle eröffnet, Heute Schlesiens. Jezt nach Ablauf von drei Wochen ist die Aus Dormit ig folgte die offizielle Begrüßung. Als der Oberbürger.( perrung mit einem Erfolg für die Ausgesperrten beendet wor ben. Die vom Schlichter für Schlesien eingeleiteten Berhandlungen meister von Kaffel, Genoffe Philipp Scheidemann, das Wort führten zu einer Vereinbarung zwischen den Barteien, wonach die erhielt, um die Metallarbeitertagung im Namen der Stedt zu beachtstün bige Arbeitszeit bleibt und vom 2. Februar bis grüßen, verließen die kommunistischen Delegierten geschlossen den 31. März 1924 ein Spigentchn von 42 Bf. pro Stunde festgelegt Saal. Die sozialdemokratischen Delegierten applaudierten und be. wird. Die Arbeitsaufnahme erfolgt spätestens Dienstag, den 19. Fe gleite'en den Ausgong der Kommunisten mit Hohnlachen. bruar. Der Ausgang des Rampfes bedeutet einen vollen Erfolg für die Holzarbeiter und dozu eine Stärkung des Organisations. geiftes wie er durch feine Agitation beffer hätte erreicht werden Echeidemann führte ungefähr aus, daß die Einheit der Arbeiter. bewegung die Hauptvorauslegung für die Wiebererstartung ber Arbeiterschaft set. Er sagte wörtlich: Die Kräfte, die früher gesammelt murden zum Rempf und den Sieg über Sen Gegner, werden jetzt vielfach verzehrt im verbrecherischen Bruderkampf. Hohnlachend sehen bie Gegner des Ach stundentages und des Betriebsrätegefeges, role sich die Arbeiter untereinander zerfleischen. Im selben Maße. in dem die Arbeiterorganisation fich schwächt, wächt die Kraft ihrer Bibersocher. Gleichviel ob ich zu Ihnen oder zu Holzarbeitern, zu Bergleuten oder Angestellten zu sprechen habe, in jedem Falle werde ich mit der gleichen Mahnung schließen: Lernt aus den Zeiten, die hinter uns liegen, seid einig, denn nur dann, nur bann tönnt ihr fiegen! Generalversammlung der Bäcker. Die Hauptarbeit des Ortsvorstandes in ber Berliner Bermal tungsstelle bes Bäder. und Konditorenverbandes bestand im abge laufenen Geschäftsjahr im Abschließen von Lohnablommen, die fich auf 50 Cingelrechendlungen für die Bäder, 31 für Kondi. toren und 38 für bie Fabritbranche beliefen. Erst die Stabili fierung der Währung schaffte der Filialleitung die Zeit und die Möglichkeit, sich auch den anderen Aufgaben wieder eingehender iribman zu können. Der Reichsterif für die Konfitürenbranche hat noch Gültigkeit, dagegen mußten für die Bäder in oft lang. wierigen Berhandlungen Lofaltarife at geschlossen werden. Erit neuerdings mußte ein Einigungsvorschlag bes Demobilmachungs. tommiffaria's unterschrieben werben, wei feine Aussicht auf eine Ber. bindlichkeitserklärung bestand. Die onbitoren mußten die Arbeitgeber erst durch einen Streit zum Abschuß eines neuen Tarifes zwingen. Die Bewegung hatte vollen Erfolg. Der Uebergang von ber Zwangswirtschaft zur freien Wirtschaft vollzog sich ziemlich reibungslos, sowohl hinsichtlich der Belieferung der Bädereien mit Badmateriolien, als auch in bezug auf die Festsetzung der Löhne. Die Arbeitslosigteit hat riesigen Umfang angenommen. In der Konfitürenbrande ist der Rüdgang an Arbeitsmöglichkeit am größten. Aber auch im Bädereigewerbe, von dem eigentlich on. genommen werden müßte, daß bort Arbeitsnotwendigkeit immer vor, handen fel, ift Rurzarbeit und Erwerbslosigkeit eingezogen. Als der Umfah nach der Inflationszeit stieg, ging eine Einstellung von Ar. bei sträften, besonders in Sen fleinen Betrieben, nur zögernd vor fich, weil die Meister lieber länger arbeiten ließen, ofs daß fie Leute einstellten. Die Frage der Nachtarbeit wird für die Berufs. angehörigen bald brennend werden, da sie von vielen Seiten ge. wünscht wird. Schumann, der den Geffäftsbericht in der Genero versammlung am Sonntag gab, forberte die Anwesenden zu pofitiver, nußbringender Kritit auf. Gleich der erste Diskussionsredner, der als Spigentandibat ber Oppositionslifte" für die Borstandswahl figurierte, hatte scheinbar ben Auftrog von seiner Parteizentrale erhalten, auch hier die Ent. Laroung ber reformistischen" Gemertschaftsführer zu besorgen. Er Nenes Operetten- Th. Täglich 7 Uhr: Die Guide Thielscher verfagle acht Schwant 1.3 MR. FranzArnold u.Ernstsch. Else Deck- Blaire Remmer- Sibyl Smolewa Camilla Spira- Tony Tetzlaff- Heinrich Marlow- Leo Penkert- Bartheid Reisig. Apollo- Theater 1 Uhr Dir.James Klein 7%, Uhr Das wel nistor Schauspiel: Volk und Krone 1. Teil aus Bismarck- Trilogie Em.Ludwigs Ueber 00 Mitwirkende! Targestellt v. d. ereminentest. BühnenkEastern Komische Oper Ailabendlich 7/ s Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier . Willst Du Deinem Mann was kaufen, mußt zu Hosen- Anders laufen. Berufskleidung Strickwesten Trikotagen Socken Taschentücher A. Anders, Beusselstr. 25 fönnen. England und der Achtstundentag. Der britische Arbeitsminister Tom Shaw empfing Ende ver gangener Woche eine Abordnung des Generalrates des Britischen Gewerkschaf stundes, die die britische Regierung zur Ratifizierung der Ronvention über den Achtstundentag und die 48- Stunden- Woche aufforderte. In seinen Ausführungen gab Bramley, der Sekretär des Generalrates, der Ueberzeugung Ausdrud, baß die Aufrecht. erhaltung bes britischen Standards zu entsprechenden Berbesserungen in der Lebenshaltung anderer Länder führen werde. Der Arbeits. minister erklärte sich mit den Wünschen der Abordnung einver standen und sagte, daß das Rabinett bemnächst die ganze Frage in günftigem Sinne in Ermägung ziehen werbe. Der englische Dockarbeiterstreit. Nach den uns vorliegenden Drahtmeldungen aus London hat der Dodarbeiterstreit in ganz England und Schottland voll eingefcht. Genosse Tom Shaw, Arbeitsminister, hat sich bisher vergeblich bemüht, bie Arbeitgeber zum Eindenfen zu bewegen. Man be. fürchtet, falls der Ausstand eine Woche anhält, Lebensmittel und Stohlenmangel in den Städten und leberfüllung der Rohlenlager in den Bergbaudiftritten. 2000 Postsäde, die aus New Dort mit dem Dampfer Amerika" eingetroffen find, liegen in Plymouth fest. Das Landesstreitkomitee hat einen Bericht veröffentlicht, in dem es feine Befriedigung über die Art und Weise ausspricht, in der bie Str- it. orders in allen Häfen befolgt worden sind. In Bristol, Hull und Glasgow fanden große Dodarbeiterversammlungen fttt. Mac. Donald wird heute von Chequer nach ter Downingstreet zurüd tehren und einen Kabinettsrat abhaiten. 1 Die Arbeitnehmer für das Klempner- und Installationshandwert ju Potsdam- Nowawes befinden sich seit Freitag in einem Ab. webrtampf wegen 2ohnab bau. Die Abficht der Arbeit geber geht dahin, die Entlohnung ihrer Arbeitnehmer herabzubrüden. Die Arbeitnehmer haben nach reiflicher Ueberlegung den ernsten Schritt der Arbeitsnicberlegung getan, weil fie genau wissen, daß diefem jezigen Lohnabbau in allerfürzester Zeit weitere folgen wer ben und die Arbeitgeber nicht früher Ruhe geben werden, bis sie ihre Abficht erreicht haben. Defterreichischer Bantbeamtenffreit. Heute früh hat der Streif ber Bankbeamten in vier großen Banten Wiens begonnen. Im Laufe der Woche wollen sich die übrigen Bantbeamten anschließen. Die Banten ihrerseits find entschlossen, falls der Streit länger wie bis Mittwoch dauern sollte, eine allgemeine Aussperrung der Beamten vorzunehmen. Wohnungstausch in u nach Berlin sowie von Berlin nach auswärts am schnellsten durch eine Anzeige im GroßBerliner Wohnungsanzeiger als einzige Spezialzeitung für möblierte Zimmer, Wohnungen u. Tauschwohnungen Unter der Rubrik Möblierte Zimmer zu vermieten" werden Meldungen von Vermietern kostenlos veröffentlicht Verbund. mit d.„ Gr.- Berliner Wohnungsanzeiger" ist der Anzeiger für Grundstücks- und Geschäftsverkäufe Bei allen Zeitungshändlern und kiosken zu haben. Verlag und Hauptanzei enannahme: Zeltungszentrale( ZZ) Aktiengesellschaft Jerusalemer tr. 5/6: Fernsprecher: Dönhoff 8310-1312 Juwelier Hermann Wiese Artilleriestr. 30, Passauer Str. 12, empfiehlt sich allen Brautleuten Trauringe in Preiswürdigkeit und Qualität unerreicht. 1 Trauring Duk.-G. v.9.00 M. an 1 Ring 585 gest. v. 6.00 M. 99 9 1.80 M. 1 Ring 333 gest. v. 2.90 M. SE'nfache Ringe Trauringe 333 gestempelt v. 3 Gm. an 585 1.9 900 V 6 99 Versand nach auberhalb Umtausch gestattet Schlucht, die Duelle find bewundernswerte Beispiele dafür. Die Stimmungen ber Tages- und Jabreszelt find mit allem 8auber eingefangen. Die belle und dunkle Seite ber Charattere ift aufs mirtiamite in Stoitüm und Ercheinung ausgenügt. Hier die Lichtweit Siegfrieds und Kriemhilds und ibres Gefolges dort die Nachtwelt Brunhilds und Hagens! So ist der gewaltige Stoff überall durchbrungen von der organisierenden Künstler hand. Da die grandiose Tragödie modernem Empfinden aber nabegebracht moetben follte, muste das Menschliche der Handlung vor allem in den Daiftellern Leben gewinnen. In großen einfachen Linien, die doch von rhyth mischem Schwung fünden. werben die Geitalten berkörpert. Licht und firablend erftand Eieghieb in Paul Richter, eine Freude für Auge und Herz, boll edler Annut bie Kriembild Margarete Schöns( ob fie die tragische Bucht erreicht, wird der zweite Teil lebren). Die Brunhild Hanna Ralphs traf in ber dunklen Erscheinung, in der Bildheit und tiefen Leidenschaft ben Charafter aufs beste, aber es fehlte ein Schuß Dämonte. Der Hagen Schlettoms witft in feinem büftern Ernst wie eine unheilvolle Schidialemacht. Unmöglich all die anderen Namen zu nennen! Ueberall aber war das gleiche Bestieben, fimmäßig zu w.rfen. Die Maffenszenen, die erfreulich mehr Gruppentoitung erstrebten, ergaben überall schöne Bildwirkungen. Und die Photographen Hoffmann und baben erftllaffige Arbeit geleistet. Rittau Die Uraufführung war zu einer repräsentativen haut ausgereitet; man entschuldigte sich bei der Bieffe, daß fie ibre gewohnten Bläze mcht erhielt( wie nett nicht wabr), und nachbet urbe alle lei geredet( bazu batte man die Bieffe überhaupt nicht geliben). Aber auch ohne attestierente Reden ist der Film eine fünstlerijdje Zat. d. Die Stafffut", bie im Brimus- Balaft für Deutschland uraufgeführt wurde, ift ein Film, bei dem das Manuftript die Hauptsache ist. Goldwyn ließ einen Roman berfilmen, der einen wirklichen Inhalt bat. Eine Stadt am Milfifippi liegt unter dem Flußbett, es tommt ein furchts bater olfenbruch und der alarmierenbe Ruf: Der Tamm bricht". In einem Raffre im Kellergeichoß ichließt man die wasserdichten Türen und pert sich zugleich von der Luft ab. Der Sauerstoff wird geringer und geinger und ein bunter Kreis von Venaen wartet beichtend und in Liebe einander zugetan auf den nahen Eritidungstod. Der Wirt läßt den besten Wein hedenzen, der Brediger findet de salbungsvollsten Worte, der Barkeeper beichtet, daß er Woche für Woche die Staffe bestohlen bat, der Birt erzählt reueboll, bag er immer gefälschten Whisty verlaufte, und der Bettler wird fütlich bewirtet. Jeder iit von Reue zerfnirscht, bis man draußent ben schnellen Zob erleiden will, die eisernen Türen öffnet uno das schönste Better berricht unb bie Straßenfebrer gerade dabei sind, den Ueberschwemmungsumat zu beseitigen. Mit einem Schlage sind die Mene fchen wieder bie alten. Der Bit verlangt bie Bezahlung der Beche fir die Nacht, der Geiftliche behrinft sich, der Börsenjobber geht feinen Ge schäften nach und der Bettler wirb hinausgeworfen. Nur ein Baar rettet fich in ein neues Leben. Bei diesem Film tann man die Worte nicht ent bebren. Doch überwuchern fie nicht, und die Sintflut, ohne Sensationen und Extravaganzen aufgezogen. erfüllt von fegr gut beobachteten Typen, bietet eine angenehme Unterhaltung. e. b. Es ist ganz Die letzte Stunde". Bu cho to etti Ternten toir als Regiffeur im hiftorischen und im 8irfusfilm fennen und verspürten seine staite Begabung. Best fommt er uns mit einem Si ünzel- Reigen und versucht sich in Kriminalflimen. Run er fich bauptsächlich auf Innenaufnahmen verlägt, ift er mait und ohne jebe Besonderheit. Das fünfte Bild, das von dem Treiben eines Heiratsschwindlers berichtet, ist das beste. grotest aufgezogen, dabei von Hohn und Spott durchlebt. Schünzel als Barabevertreter dieses Berbrechertyps der Hochstapler, Schindler, Schieber uim. ift schon seit langem en bedt, baber war diese filmierie über füffig. Man kann sich darüber freuen, bai die Gerbrecher firemen und mebr aus unserer Produktion verschwinden, und nur mit ablehnung fann man sich der Biederbelebung der friminalistischen AufDer Titel steht in gar feinem Bu lärungsfilme gegenüber beroalten. fammenhang mit den Bildern. Das Bublifum ftellte sich bei der Urauf führung in ben Richard- Oswald- Cichtspielen willig auf die Neubeit ein, wußte aber bennoch niats Rechtes mit ihr anzufangen. Buchowekki und Schünzel find könner, und da fie fich dem Film verschieben baben, sollen fie an seiner debung schaffen und nicht unnüße Gelegenbettsarbeiten machen und fich dann auf ihre befannten Namen und die Reflame vet laffen. e. b. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Ernft Reuter;. und Sonstiges: Frig Raiftabt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SB. 68.. Lindenstraße 3. Gewertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton:.$. Döfcher; Lotales Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret BORG Verkäufe Bekleidungsstücke. Wäsche asw. Seibhaus Friebriftrage 2( Ballefch Ankauf" Bril'anten-, Gold-. Silber-, zor) verkauft elegante Serrenanatge Platin- Bruch, Zahngebisse. statt am zoo, Alex. Seitenbach, GoldschmiedewerkKurfürstendamm 245. Nur bei Ulfter. Baletots. Sportpelae, Gehpelze Rakenjaden. Gealmäntel. Kreuzfüchte. 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