Nr. 83 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 41 Bezugspreis: Böchentlich 85 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg wochentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Kreuzband endungen nur gegen wert. beständige Zahlung. Boftbezugspreis für Februar 4.- Goldmart Der..Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und geit" mit ,, GiedLung und Kleingarten". sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareillegeile 0.70 Goldmart, Retlamezeile 8.50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0.20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4.20. 1073 Anzeigen für bie nächste Nummer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin G 68, Linden ftraße 3 abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Berlag: Dönboff 2506 2507 Dienstag, den 19. Februar 1924 Schwarzer Montag für den Franken. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devontenfasse Lindenstraße 3 Agrarierwoche. Die Verhungernden zeigen sich. Vor 21 Jahren wurde der Bund der Landwirte gegrünDas Pfund über 101. Bestürzung in Paris.- Nachtsitzung der Kammer. et unter dem Motto, das ihm Ruprecht aus Ransern gegeben Condon, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) An der heutigen Börje stürzte der Frank erneut, so daß das Pfund offiziell mit 101,25 Frank notiert wurde. Das ist nicht nur der tieffte Stand der französischen Baluta überhaupt, sondern auch sein stärkster Fall an einem Tage. Der letzte Kurs vom Sonnabend lautete 97,80. Paris, 18. Februar.( EP.) Das Pfund Sterling ist heute zum erstenmal mit mehr als 100 Frank bezahlt worden. Für 100 Schweizer Frank mußten 406 französische Frank bezahlt werden. Dieser neue Rekordsturz hat beim Publikum größte Bestürzung hervorgerufen. Die Kursnotierungen der Banken waren von großen Menschenmengen umiegeri. Die Nachricht, daß das Pfund den Stand von 100 erreicht und sogar überschritten hat, muß natürlich eine ungeheuere psychologische Wirkung in Frankreich auslösen, ähnlich wie seinerzeit in Deutschland, als der Dollar auf den Stand von 100 Papiermart gestiegen war. Diese Ziffer bedeutet, daß 1 Papierfrant faum mehr 19 Friedenscentimes wert ist. Was diese Entwertung sozial für weite Schichten der französischen Bevölkerung, namentlich für die Millionen von Rentnern und Pensionären, sowie für den Mittelstand bedeutet, wird noch erläutert werden müssen. Auch die Arbeiter schaft und die fleinen Beamten werden unter dieser Ent. wertung schwer zu leiden haben, da die Lebensmittelteuerung mit dem Stand der Auslandsvaluten Schritt hält innerhalb der letzten Wochen rund 30 Proz. nicht aber die Löhne und Gehälter, die bisher faft gar nicht der neuen Teuerungswelle entsprechend heraufgefeht wurden. Merkwürdigerweise vollzieht sich die neueste Frank- Baiffe im Reichen einer verhältnismäßigen Entspannung auf dem Gebiete der auswärtigen Politit. Das Verhältnis zu Eng land hat sich, wenigstens nach außen hin, etwas gebeffert, einige fritische Streitfragen( Pfalz- Separatismus, Kölner Eisenbahnzone) find beigelegt, ja selbst das deutsch- fran zösische Verhältnis weist kleine Fortschritte auf. Und trotz dem dieser neue Frank- Sturz, der alle bisherigen Reforde schlägt! Es handelt sich offenbar um eine allgemeine Krise des Bertrauens gegenüber der Regierung Poincaré: das Bertrauen in die gegenwärtigen französischen Staatsmänner, die diesem finanz- wirtschaftlichen Elementarereignis mit ebenso unzulänglichen wie verfehlten Mitteln beizukommen verfuchen, schwindet nicht nur im Auslande, sondern auch in Frankreich. Und deshalb wird auch das heute zu erwartende Vertrauensvotum der Kammer für Poincaré dem schwerkranken Frank nichts nügen. Die Kammerfithung. Paris, 18. Februar.( Eca.) Die Nachmittagsfihung der Kammer endete heute um 7 Uhr. Heute abend um 9 Uhr wird eine Eine Vereinbarung mit Bayern. Refervatrechte auch für das Heer. Amtlich wird gemeldet: Der Konflikt zwischen dem Reich und Bayern ist beigelegt. Zur Erledigung der fachlichen Stceitpunkte zwischen der Reichsregierung und der bayerischen Regierung über den Bollzug des Reichswehrgesehes wurde in den letzten Tagen zwischen beiden Regierungen folgendes vereinbart: Uebereinstimmung bestand, daß durch die Lösung des gegenwärtigen Falles die Bestimmungen der Reichsverfassung und des Wehrgefehes über die Einheit des Reichsheeres und die Einheitlichkeit des Oberbefehls nicht berührt werden follen. In diesem Rahmen soll a) fünftig auch bei der Abberufung des Landeskommandanten mit der bayerischen Regierung ins Benehmen getreten und bebei ihren begründeten Wünschen möglichst Rechnung getragen werden; b) bei der Verwendung bayerischer Truppen außerhalb des Landes die bayerische Regierung möglichst vorher gehört und dabei den bayerischen Belangen die tunlichste Rücksicht zuteil werden, insbesondere hinsichtlich der inneren Sicherheit des Landes; Nachtfißung beginnen. Es verlautet, daß Poincaré be- hat:" Wir müssen schreien, schreien und abermals dingungslos verlangt, daß die Abstimmung über den Artikel 3 Schreien und auch nicht davor zurückschreden, unter die der Regierungsvorlage heute zustande kommt. Es wird infolge- Sozialdemokraten zu gehen!" Seit jenen Februar deffen erwartet, daß Poincaré im Laufe der Nachtfihung das Wort tagen von 1893 ist die Haltung der deutschen Agrarier dieselbe ergreifen wird und daß es im Auschluß daran zu einer entschei- geblieben. Das Schreien haben sie trotz so mancher fetten denden Abstimmung fommt. Die Nachricht, daß an der Nag- Jahre nicht verlernt, und heute stehen sie wieder mit voller börje das Pfund den Kurs von 102 erreicht hat, hat unter den Abge- Berlin, um ihre Wünsche in die Welt zu schreien". Sie sind Lungenkraft auf der Tribüne des Großen Schauspielhauses zu ordneten eine starte Erregung hervorgerufen. In der Nach- wirklich in allen Punkten dieselben geblieben. Der alte mittagsfißung hat Poincaré bereits erklärt, es täme nunmehr für Rani prägte das Wort von den" geflicten Strohdächern", die Annahme der Regierungsvorlage auf jede minute an. Von den Anhängern Poincarés wurde das Thema des Burgfriedens im er verlangte die Einführung staatlicher Getreidebewirtschaf Jujammenhang mit dem Frankstur; in den Mittelpunkt der Erörte. tung, und der alte Die st- Daber sprach das große Wort aus: rungen gestellt. Am Schluß der Nachmittagsfihung erklärte Poincaré:" Die Minister fönnen uns sonst was!" Die Regierung glaubt energisch darauf bestehen zu müssen, daß die Kammer ihre Sihung fortsetzt oder heute abend eine Abendfihung abhält, bis über den Artikel 3 abgestimmt ist."( Beifall.) Die Hammer entscheidet sich durch Erheben von den Plägen für die Fortfehung der Debatte heute abend. " " Paris, 18. Februar.( WTB.) Im Verlauf der heutigen Kammerdebatte erhob Bokanowski den Borwurf, daß die lang. same Fortführung der Debatte eine unangenehme Nach mirkung auf den Frankfurs gehabt habe. Heute fofte das Pfund Sterling 100. Frant. Der Royalist Daudet ruft dazwischen: Das ist euer Fehler! Das hat euer Gefeßzentwurf veranlaßt!" Boincaré erwiderte:" Nein! Die langfame Diskussion ist die Ursache der Baisse. Das bestätigen alle Austinite, die wir erhalten." Der Abg. Daubet fragte: Welche Auskünfte? Sie werden von Bankiers unterrichtet, die Gie irreführen." Poincaré ent gegnet:„ Reineswegs, das sind die Auskünfte, die wir von unseren diplomatischen. Bertretern erhalten. Der Berichterstatter Bokanowsti erklärte: Als die Regierung den Gefeßentwurf, den wir jetzt verhandeln, einbrachte, um das Budget aus zugleichen, ist das Pfund von einem Tage zum andern on 98 auf 90 Frant gefallen: Seitdem ift der Frant famen Tempos der Diskussion." wieder langfam gefallen, und zwar wegen des lang= Zu Daudet gewendet bemerkt Bokanowski:„ Ich begreife wohl, daß die Feinde der gegenwärtigen Staatsform, die Royalisten und die Kommunisten, diesen Franfiturz ruhigen Auges betrachten." Dicje Erflärung ruft lebhaften Protest seitens der Royalisten und Kommunisten hervor. Die Kammer lehnt in rascher Folge eine ganze Reihe von Zusatzanträgen der Kommunisten ab. Nach einem Zufazantrag des Abg. Cachin, der eine er ftaatlichung der Großbanten verlangt, ergreift der royalistische Abg. Daudet das Wort, um eine heftige Anflagerede gegen die Banken zu halten. Unter der Heiterkeit des Hauses verlangt der Abgeordnete Standgerichte für alle, die mit Devisen spekulieren. Wenn nichts geschehe, dann werde in einigen Monaten der Bürgerkrieg ausbrechen, und man dürfe davon überzeugt sein, daß Deutsch and wachsam sein und Nutzen daraus ziehen werde. Das Haus verhält sich schmeiglam, worauf Daudet unter allgemeiner Seiterkeit schließt:" So ist es!" Daraufhin wurde die Abhaltung einer Nachtsigung beschlossen. gestellt und die Inpflichtnahme des bayerischen Teiles der Reichswehr auf die bayerische Regierung vom 22. Oftober 1923 entfallen. Damit wäre also der Frieden zwischen dem Reich und Bayern, der in der Geschichte als der Frieden von Homburg D. d. Höhe fortieben mag, unterzeichnet. In Homburg war es, wo sich vor einigen Wochen der Reichskanzler Dr. Marg mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Knilling traf, um mit ihm die Modalitäten eines deutsch- bayerischen Ausgleichs zu besprechen. Nachfolger Loffows wird der General Areß v. Kref= senstein, der schon seinerzeit, beim Abfall Lossoms, als rechtmäßiger Inhaber der Militärgewalt vorgesehen war. Mit ihm hatte auch Herr Geßler seinerzeit eine Besprechung in Augsburg, deren Bekanntwerden die Entwicklung der Kriſe sehr beschleunigte. Die Bereinbarung selbst enthält ein sehr bemerkenswertes 3ugeständnis an den Bartifularismus. Praktisch wird die Sache so laufen, daß die Ernennung oder Abberufung eines Landeskommandanten ohne Genehmigung der bayerischen Regierung nicht möglich sein wird, wenn man nicht neue Stonffitte herbeiführen will. Was Bayern beansprucht, werden aber mit gleichem Recht auch die anderen Regierungen verlengen, so daß die Reichswehr eine stark föderalistische Angelegenheit zu werden droht. die Schutzölle für landwirtschaftliche Produkte fordert, heute Heute sind wir wieder so weit, daß der junge Kanih tritt der alte Wangenheim, der Landwirtschaftsminister der Rapp- Tage, vor seine gröhlenden Berufsgenossen, um den preußischen Landwirtschaftsminister im Stile seines hinterpommerschen Freundes Diest abzufanzeln. Neben ihm führt der Ritterguts- und Fabrikbefizer Schiele das große Wort. Dieser deutschnationale Abgeordnete hat am Montag auf der Tagung des Brandenburgischen Landbundes eine Rede gehal ten, die an Demagogie ihresgleichen sucht. Selbstverständlich, daß er unter dem Beifall seiner Freunde voller Besorgnis um das Wohlergehen der Landwirtschaft vor der Aufhebung des Ausnahmezustandes„ warnt". Darin findet er sich. ganz einig mit seinen Klaffengenossen von der Industrie. Auch sie überschüttet den Reichskanzler und die Reichsregierung mit Telegrammen, in denen die Aufrechterhaltung des Ausnahmes zustandes gefordert wird. Der Ausnahmezustand, unter dem die Arbeiterbewegung gefnebelt werden kann, foll der Dauerzustand für alle werden, die Unternehmerinteressen mit dem Staatswohl gleichsehen. " Das Wohl des Staates liegt den braven Landwirten natürlich besonders starf am Herzen. Deswegen zeigen sie eine ungeheure Steuerfreudigkeit, die sie schon von ihren Vätern ererbt haben. Wenn die Not des Bolles zum Himmel schreit, so sind die Agrarier bereit, je de Steuer und in jedem Be trage zu entrichten, aber aus den Taschen der anderen! Sie felbft werden vollkommen erdrückt" von jeder Steuer, mag sie heißen, wie sie will, und eine Höhe erreichen, welche immer. Diefe Steuerfreude tennzeichnet auch die Rede Schieles. Er behauptet, daß durch die von der bürgerlichen Regierung vorgesehenen Steuern 30-40 Broz. des Bruttoergebnisses der landwirtschaftlichen Erzeugung dem Reich und Staat zufallen würden. Das bedeute Erdrosselung der Landwirtschaft und damit das Ende des Staates. Man geht", so behauptet Schiele, offenkundig darauf aus, jeden Aufstieg abzuschnüren und die Kaufkraft des Innenmarktes lahmzulegen. Wir ver. wahren uns dagegen, daß wir fteuerfeindlich sein sollen." Nur daß so viele Finanzbeamte in dan Finanzämtern fizen und die Angaben der steuerfreudigen Agrarier nachzu prüfen haben, will Herrn Schiele und seinen Gesinnungsgenossen nicht in den Sinn. Das könnte doch auch, wie in den früheren schönen Zeiten, ein agrarischer Landrat mit zwei Steuerfekretären besorgen. Damals haben die Berufsgenossen der Kanik, Diest, Wangenheim und Schiele ja so freudig auf dem Altar des Vaterlandes geopfert, daß niemals eine finanzielle Not über das Reich gekommen ist. Heute aber, wird den Landwirten aus Böswilligkeit Steuersabotage nach wo in der Reichsbank ein finanzieller Routinier" sigt, da gerebet. Schiele und die Seinen haben nie davon gehört, daß in Landwirtskreisen und Bersammlungen offen zur Steuer verweigerung, zum Steuerstreit und zum rüd fichtslosen Betrug der Finanzämter aufgefordert worden ist. Sie sind die wahren Unschuldslämmer, die sie immer waren und auch in Zukunft zu bleiben gedenken. Nur verlangen fie Verweigerung der Reparationszahlungen und der Kosten für die Besaßungsarmee und schließlich eine Regierung, die Taten vorbereitet". In allem sind die Agrarier die alten geblieben. Nur in einem nicht. Unter die Sozialdemokraten gehen," gehört heute nicht mehr zu ihrem Lofungswort. In der Sozialdemo fratie erblicken fie vielmehr ihren ernsthaftesten Gegner. Auf fie entlädt sich aller Haß, der in der agrarischen Seele aufges speichert ist. Und der Umstand, daß gar Sozialdemokraten in der Regierung und in Aemtern fizzen, die auch den Agrariern auf die Finger sehen können, ist ihnen ein Greuel und Scheuel. Deshalb erhob sich bei den märkischen Bauern orfanartiger Beifall, als der Rittergutsbesißer Stubbendorff ausrief: c) die Eides formel der gesamten Wehrmacht zur Bermeidung von Zweifeln fünftig folgende Faffung erhalten:„ Ich schwöre Diese partikularistische Gefahr erscheint um so größer, als Treue der Verfaffung des Deutschen Reiches und meines Heiobendrein noch festgeitell: wird, daß mit dieser Berembarun maistaates und gelobe als tapferer Solbat mein Vaterland und meitergehenden bayerischen Wünschen nicht vorgegriffe: feine gefehmäßigen Einrichtungen jederzeit zu schühen und dem wird. Reichspräsidenten und meinen Vorgesehten Gehorsam zu Als Partei der Rei einbeit tann die Sozialdemort mii Sepering und als Echo ballte ihm entleiften. frafte vine foiste Entwurg me bettegen, anh bob mo gegen: et auch mit Benbortt Der vornehme Durch vorstehende Vereinbarung wird der Behandlung weiteren muß, daß du befürchteten oigen sich eintreten werden Edbiels aber batte erklärt, but der Staai bisher, wie es der gehender, in der bayerischen Dentschrift enthaltene: to notwendg f es auch teftari ten bat een wis bürger, Segalismus to ben legten Jabren beansprucht bat, einen ge. Wünsche nicht vorgegriffen. de Regierung war. be rathenäres tamirfurgen met meteen Fulierizs barfelle. Und bei Ermäh vockgab and damit be Tenbenz ber Enseinanderfirebens be: mmg bes Tarlabe, baß Staat und Mirtschaft ich heute in un einzelner Reichsteile Brberts. I erhörter Kreditkrisis und vor gewaltigen Fehlbeträgen bea Durch diese Vereinbarang iff das Einvernehmer zwischen der Reichsregierung und der bayerischen Staatsregierung wiederher finden, erfolgte im Bruftton agrarischer Heimatsprache der Buruf: Sauwirtschaft!" 。 In dem Bilde, das diese Tagung des Brandenburgischen Landbundes bietet, würde etwas fehlen, wenn nicht auch der Direktor des Reichslandbundes, Abg. Roefide, erschienen wäre und neben den Schutzöllen für die Landwirtschaft auch noch wieder das Berbot der Einfuhr von Ge frierfleisch und die Wiedereinführung der Biey. feuchenvorschriften verlangt hätte, die bis zum Welt. frieg das deutsche Rindvieh vor ausländischer Konkurrenz be wahrten. Er eröffnete damit den vollen Ausblick auf die Zu kunft der deutschen Ernährung. Als die Kriegswirtschaft im Intereffe der Bolfsernährung auch die landwirtschaftlichen Produtte erfaßte, um jedem einzelnen wenigstens ein Minbestmaß des zur Nahrung Notwendigen zu sichern, da„ schrie" die Landwirtschaft nach Herstellung der freien schaft. Jezt, da nach Jahren des Hungers durch Einfuhr billigerer Auslandsprodukte die Möglichkeit erwächst, daß die weit unter Borkriegsfäßen entlohnte beutsche Arbeiterschaft in den Städten und Industriebezirfen sich wenigstens gelegentlich ein Stück billigeren Fleisches kaufen fann, jetzt schreit" die felbe Landwirtschaft nach Grenzsperre und Schußzzoll, um ihre Brodufte auf und über den Friedensstand im Preise erhalten au tönnen. Das ist die Opferfreudigkeit" der Agrarier, wie wir sie seit Jahrzehnten fennen! iri Eine Neuerung gegen früher fällt in dieser agrarischen Boche doch noch auf: Ein ,, Jungbauer", der sich als zweiter Borsitzender des Brandenburgischen Junglandbundes vorstellt, legt die Riele und Forderungen diefes, Sunglandbundes" dar: Die Jungbauern sollen sich in erster Linie bei der Ernte in der Technischen Nothilfe betätigen, wenn tot am Mann ist. Sie sollen den Leufen, die heute noch wagen, mit Sowjetfernen auf den Dörfern herumzulaufen, di: Jace vellhauen und auch denen das Fell über die Ohren lehen, die es heute noch wagen, die Juternationale zu fingen. Es müsse verhindert werden, daß unsere Jugend sich irgendeinem Juden verkouse.( Lebhafter Beifall.) Abänderung des Reichstagswahlgefeges aus tech nischen Gründen vor den Reichstagswahlen nicht mehr mög lich ist. Bei der Erörterung der. Wahlreformfrage gab Genosse Hermann müller die Erklärung ab, daß er den Gebanten einer solchen Reform nicht ablehne, aber meine, daß diesem Reichstag zu seiner Durchführung nicht mehr die Zeit bleiben werde. Buvor hatte bereits ergt für die Deutschnationalen Aehnliches gesagt. Nur Erfelenz von den Demokraten vertrat einen anderen Standpunft. In diesem Zusammenhang darf daran erinnert werden, daß Genoile Dittmann schon vor Jahresfrist die Wahlrechtsfrage im eltestenausschuß anschnitt Damals waren es nicht nur die Herren Best arp, Stemples and Bell, sondern auch der Demokrat Ropi, die erklärten, dazu fei es für diesen Reichstag schon zu spät. Stresemann im Auswärtigen Ausschuß. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages, der gestern unter dem Borsiz des Abg. Dr. So 13( D. Bp.) tagte, eröffnete der Reichsminister des Aeußern, Dr. Stresemann, durch eine aus führliche Darlegung der außenpolitischen Lage die Aussprache. Der Minister sprach einleitend über die durch die Beratungen der Sach verständigen tomitees aufgeworfenen Fragen und behandelte dann das Problem des gegenwärtigen Standes der Micum- Berträge fowie die Fragen der Befagungskosten und des Recovery- Att. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen berlihrte der Außenminister die Stellung Deutschlands zum Bolterbund, ging darauf zur Frage der Militärfontrolle über und fchilderte die Berhandlungslage über den Modus vivendi in bezug auf Rhein und Ruhr und auf die neue Regelung der Berhältnisse in der Pfalz. Zum Schluß wurde der deutsch- amerikanische Handelsvertrag in eingehender Weise vom Minister erörtert. Vor Vor der Rechtskoalition. Graefe Ministerpräfident in Mecklenburg- Schwerin? Unmittelbar vor diefer brutalen Berherrlichung der Ge Schwerin, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Monwalttat und der offenen Aufforderung zur Mitagabend lagen von 1200 Bezitten aus 695 die Wahlergebnisse vor. handlung Andersdenfender hatte der Borsitzende Die Deutschnationalen erhielten bis dahin 87 225 Stimmen, Den Kommandeur des mehrfreises III, General die Böltijden 58 552, die Boltspartei 23 305, die wirt. v. Horn feierlich begrüßt und willkommen reheißen. Worauf schaftspartei 4775, die Landpartei 3638. Demokraten 11 235. die Re ihm aus der Versammlung zugerufen wurde: Benn Reich s publikanische Bartel 2656, die Sozialdemokratie 65 425, die wehr und Landbund zusammenstehen, dann Unabhängigen 2431 und die kommunist en 42 448. mag der Deubel fommen!" Es if anzunehmen, daß die Deutsgvölkischen, die Deutjónationalen und die Beltspartei cine Regierung mit parlamentarischer Mehrheit nicht nur bilden fönnen, sondern aush bilden werden. Es verlautet bereits, daß die Deutschnationalen und auch die Volksparteller bereit sind, den deutschvölkischen Reichstagsabgeordneten v. Graefe as ministerpräsidenten zu schladen, obwohl die Deutschvölfischen in ihrer Wahlagitation geradezu agrarbolfchewifche Ideen vertraten. Es würde den Wert dieser Rundgebung abschwächen. wenn wir noch ein weiteres Wort über die in allen ihren Teilen für die Gegenwart fennzeichnende Beranstaltung des Agrarierbundes jagen würden! Der Arbeitsplan des Reichstags. Ber Weltestenrat des Reichstags hat in feiner gestrigen Sigung die Dispositionen für die Erledigung der Geschäfte des Plenums getroffen. Der Mittwoch und Donnerstag merten der Erledigung fleinerer Borlagen und der Pfalz- Interpellation gewidmet fein. Für Freitag und Sonnabend werden bas Boltfinanzgesetz und Anträge der Geschäftsordnungskommission auf ble Zagesordnung gefegt werden. Am Montag folgen die Anträge auf Aufhebung von Berordnurzen, bie auf Grund des Ermächtigungsgefeges ergangen sind, sowie die erfte Lesung des Notetats. Diese Diskussion wird die Reichsregierung mit einer Ertlärung über die Handhabung des Ermädy tigungsgefeges einleiten. Bon den Anträgen auf Aufhebung von Berordnungen liegt bisher nur derjenige der ber Deutschnationalen über die Aufhebung ber Personalabbauverordnung vor, der vor acht Tagen bereits eingebracht ist. Im übrigen werden Anträge auf Aufhebung von Berordnungen erst in den einzelnen Frattionen vor bereitet werden, die am Dienstag und Mittwoch zu ihren Sigungen zufammentreten. Der Aeltestenrat hat ferner beschlossen, daß eine Der souveräne Baurat. Nach dem Rücktritt von Kahr- Loflow. München, 18. Februar.( Eigener Drahibericht.) Die Zeit Fat sich erfüllt. Nachdem feststand, daß die bayerische Staatsregierung auf einheitliches Drängen des Landtages im Laufe dieser Woche den Generalstaatskommissar eines großen Teiles feiner diftatorischen Befugnifie entfleiden wird, zog es Herr v. Rahr vor, feinen Auftrag gebern den ganzen Krempel hinzuschmeißen. Noch am Sonntag hat er fein Amt als Generalstaatsfomunissar in die Hände des Gesamtministeriums zurückgegeben mit der Begründung, daß er die beabfichtigte Zeitung der vollziehenden Gewalt vom Stand puntt der Sicherheit des Landes aus für höchft bedenklich halte. In Wirklichkeit ist eine solche Teilung ernstlich gar nicht geplant gewefen. Das offiziöse Gerede davon sollte dem Generalstaatstommisfar nur nach außen hin die Möglichkeit geben, mit einer gewissen, charaktervoll scheinenden Geste zu verschwinden, damit man nicht in die Notwendigkeit verjeßt wurde, den prominenten Statthalter der Monarchie wie einen fleinen Jungen abseßen zu müffen. Nichts als Regie! Nach den letzten Berhandlungen im Landtag über die Sicherung der Wahlfreiheit bestand fein Zweifel mehr, daß die Regierung zwar nicht gewillt ist, den Ausnahmezustand völlig aufzuheben- obwohl gegen diele Aufhebung im Ernste feine der Parteien etwas einzu wenden hatte daß sie aber den vielfachen und berechtigten Kla-gen gegen die Methoden des Herrn v. Kahr weitgehend Rechnung tragen wird. Nunmehr hat der Minister des Innern Schweger das start gemilderbe Instrument des Ausnahmezustan bes in seine eigene hand genommen, womit zum mindesten die Berantwortlichteit endlich auf die gefeß und verfassungsmäßige Basis gestellt ist. Gewiß ein Fortschritt für Bayern! Daß der Rücktritt Kahrs nicht zufällig mit der Zeilung der vollziehenden Gewalt zusammenhängt, erkennt man am besten daraus, daß er die notwendige Boraussetzung war für die Beilegung des Konfliktes zwischen dem Reiche und Bayern. Tatsächlich ist das Ende Kahrs und das Ende dieses traurigen Konfliktes automatisch aufammengefallen. Da ein Hauptteil dieses Konfliktes in der von ber bayerischen Regierung Knilling angemaßten Selbständigkeit über den Bollzug des Wehrgesetzes lag, fo brachte der Berzicht auf diese Eigenmächtigkeit naturgemäß auch den Rüdtritt des Generais v. Loffow als Kommandant des Wehrkreises VII ( Bayern) bzw. als banerischer Landeskommandant Aus dieser Saglage erfennt man fiar die ganze reichsfeindliche Birfung der Tätigkeit des Herrn v. Sahr. Sein Bressechef, der Chefredakteur der Müngener Zeitung", gibt sich zwar heute schon alie Mühe, zu beweisen, daß das Hauptverdienst Kahrs in der von ihm herbeigeführten Leitung des Reiches liege. Diefer Beweis ist aber schlecht erbracht, wenn dieser vertraute Mit arbeiter Stahrs gleichzeitig enthüllt, daß der Generalstaatskommiffar tel Fortdauer der wirtschaftlichen Verhältnisse vom vorigen Herbst die Möglichkeit einer Selbständigmadung Banerus ins Auge gefaßt hälle. Bifant ist auch die Mitteilung, daß von der Hitler Ludendorff- Gruppe Abmachungen mit Rahr gev wünscht worden seien, die, dieser aber von vornherein abgelehnt habe. Man geht wohl faum fehl in der Annahme, daß den Böllischen alles daran gelegen ist, vor allem Ludendorff unbelastet aus dem Prozeß herauszubringen. Aus diesem Grunde boten sie Kahr an, über seine Rolle im Bürgerbräufeller möglichst teine be Ia st en den Aussagen zu machen, wenn der Generalstaatstom. missar sich seinerseits bereiterklären würde, den General Ludendorff zu fchonen. J Ein pessimistisches nentrales Urteil. Kopenhagen, 18. 18. Jebruar.( Eigener Drahtbericht.) „ Socialdemocrafen" veröffentlicht folgende Meldung feines Conboner Bertreters, der die Nachricht guter Unterrichtung verdankt: mit ziemlicher Sorge verfolgt man in England die wahrscheinliche Entroidlung der Verhältnisse in Deutschland. Man ist erstaunt, daß fogar die deutschen Demokraten bei den Landtagswahlen in Thüringen mit den monarchistischen Deutschnationalen Ueber die unmittelbaren Birkungen der Beränderung der Machi zufammengegangen sind und allem Auschein nach mit diefer Partei berhältnisse in Bayern ist im Augenblid noch nichts bekannt. 2a fich bie Regierung bilben werden. Falls die gleiche politische Kon- wäre es eine Selbstverständlichkeit, daß mit dem Berschwinden Rahrs ftellation, wenn nicht bei den Reichstagswahlen selbst, so doch auch seine sämtlichen Berordnungen und Crlasse hinfällig würden. uscher, bei der Bildung der deutschen Reichsregierung, verwirt- Man denkt hier zunächst an die Nichtigkeitserklärung der Repu. licht wird, wird dies eine der größten Hemmungen bedeuten blitfuggefeße für Bayern, wodurch die Aburteilung der für das Streben, die europäischen Probleme zu lösen und in Ordnung zu bringen. Ein Zusammenwirken zwischen England, Frankreich und Deutschland ist nur dann denkbar, wenn auch Deutschland eine wirklich demoftafifg- republikanische Regierung hat. hat dasselbe Bauamt seit einem Bierteljahr ver schleppt unb so Arbeitsmöglicheit für viele Handwerfer und Arbeiter verhindert, Architekten und Bauherrn geschädigt. Wir Ein Bild aus dem Zeitalter des„ Ausbaues". tonstatieren also, daß eine Baupolizei, ftatt ihre Aufgabe in der Ende September 1923 reichte der Architekt B. D. A. Harry Förderung des daniederikegenden Bouwesens zu ertliden, sich als Rosenthal dem Wilmersdorfer Bezirksbauamt bos Projekt eines eine Bolizei gegen das Bauen auswirkt, daß ein Bau, auf dem Billenneubaus auf bem in der Westfälischen Ede Blüthgenstraße 40 bis 50 Arbeiter beschäftigt sind, viele Mate rücksichtslos unier gelegenen Grundstück zur Genehmigung ein. Nachdem das Gesuch brochen werden kann, die Arbeiter broilos gemacht und auf die alle Dienststellen einschließlich der fünstlerischen Beretungsinstang Straße geworfen werden fönnen in einer Zeit bes Tieffiands des unangefochten burchlaufen hatte, wurbe, bem allgemeinen Brauch gesamten Arbeitsmarkts, obwohl der Streitpunkt einzig und allein folgend, der Bau in Angriff genommen, ohne die in der Regel eine fünstlerische Meinungsverschiedenheit ist, die bei einem einiger monatelang sich hinziehende formelle Erteilung der Genehmigung maßen entgege: tommenden Verfahren des städtischen Baurots otsuwarten, und er wurde fortgefeßt, obwcht im Laufe weiterer längst behoben sein fonnte. Und wir fragen: 3st es mit dem Verhandlungen der leiten be Baurat des Bezirks if Wesen eines modernen Staates, ciner modernen Kommune verein. Wiesen mersdorf, ein Herr Grüber, das Projeft wegen Mangels cines Daches beanstandete. Während die Berhandlungen über bes strittige fehlende Dach noch hin- und hergingen, murde plötzlich ber Bau ohne weiteres inhibiert und die Einreichung eines neuen Bro. jefts mit einer spigen üblichen Dachform gefordert, ba ein flaches Dach, wie es im Projekt vorgesehen war, nicht nach Deutschland passe". Der Architett reichte eine den Wünschen des Bezirksbau. rats entsprechende Zeichnung ein, die jedoch gleichfalls nicht ge nehmigt wurde. bar, baß in die Hand eines Beamten die obsolute Entscheidung über die Sicle und Bahnen gelegt ist, in denen der künstlerische Wille einer neuen Generation zum Ausdrud kommen will? Nähern wir uns dann nicht dem Zustand einer angeblich überwundenen Epoche, wo der Wille eines Mannes genügte, um ganze Stoditeile nach seinem Gefchmad zu verzieren oder zu verunzieren? zu Hochverräter vom 8. bis 9. November bem Staatsgerichtshof entzo gen und u. a. auch dem Hochverräter Ehrhardt gestattet wurde, auf ben gegen ihn erlassenen Steckbrief zu pfeifen und seine dunklen Pläne in Bayern ungehindert weiter zu verfolgen. Mit Herrn v. Rahr als Generalstaatsfommissar verschwindet Proletarijche Feierstunden. Auch die gestrige Veranstaltung stand wieder ganz unter dem Zeichen voller Hingabe an das fünftlerische Wert und dankbarem Aufnehmen des Glüdes einer Stunde Doll Schönheit und Erhebung. Nachdem die einleitenden Orgel flänge verrauscht waren, brachten die Gemeinschaft proletarischer Mufisfreunde und der Gemischte Chor Groß- Bein verschiedene Lieder. Am stärksten wirfie hier in seiner ergreifenden Schlichtheit: Bruder, zur Sonne, zur Freiheit." In machtvoller Birtung gestaltete dann Dieterle die Wiedergabe von Freiligraths„ Die Toten an die Lebenben" und Herweghs Bet und arbeil". Die Ansprache der Genoffin Bohm- Schuch war abgestimmt auf den Zon crnfier Kampfbereitschaft und die Mahnung zum Aushalten und Nichtmüdewerden, denn wir siehen zwischen den Zeiten". Aber im endlichen Aussprechen ihres Glaubens an den Sieg der bee fand sie die begeisterte Zuftimmung all der Tausende, Die trotz ewiger Mühe des Mutags nie die Sehnsucht über sich selbst hinaus verloren haben. Der Sprechchor brachte dann das Chormer! ,, Weltenwende" pon Franz Rothenfelder zum Vortrage Im gemeinsamen Gefange des ewigen Sturm und Stampfliedes fand die Feier ein würdiges Ende. ST H. W. Nationaliftliche Propaganda in der Oper am Königspiah. Ein Befer schreibt uns: Als Mitglied der Bolfsbühne hotte ich bereits im Großen Schauspielhaus Gelegenheit, den Parademarsch Die zweite Tanzmatinee der Volksbühne. unter den Rängen des Radekli.Marsches als Einlage im Bigeuner. Auf die diffigile Runft der Jutta Klamt Cieß die Bolts. Sonnabend, den 16., allen Republikanern in der Oper am boron" genießen zu dürfen. Ein noch größerer Genuß wurde am Seit faft fünf Monaten geht nun das Wechselspiel Inhibierung des Baus provisorische Genehmigung zum etterbau" hin unb bühne in ihrer geiten Gour tagsmatinee im Theater am Stonigsplan zutell. In der Borging- Oper Der Waffenher, und es drängt sich die Grege auf, mozn die Einrichtung der Sort fontmen, bas tie Deutsch- Ruffin Claudia 3ssaischentoid war ein Jüngling" usw. Als Zugabe gloubi dieser Herr nun wozu Biotopia jemes leichtere Gence des modernen Tanzes auch mies, fingt im 3. Att Herr Dap Selgers bas led„ Mud Auch Sachverständigentommiffian non der Gesesgebung getroffen ist, wenn mit ihrer Gruppe pflegt. Antike Blastit bildet den Ausgangs, und sin Baurat sich auf Grund stiner persönlichen Auffassung das Anknüpfungspuntt bieles Stils. Einzelposen und Gruppen agnp felbstherrliche Ablehnungsrecht anmaßen derf. Obwohl ihm folgente fischer und griechischer Bildwerte werden als Motive zu rhythmischen Gurlitt und Beelzig entgegenstehen. Bewegungsreihen benugt. Das Afrobatifde und das Pantomimische des alten Balletts ist bis auf einige Refte ausgeschaltet. Der reine, abstrakte Lanz erscheint als Entziel. Aber die abstrakte Formen. prade der rhythmi chen Bewegung beschränkt sich hier überwiegend auf äußerlich sinnliche, dekoraline irfungen, und das grundläßiide Bestreben, jebe Bewegung mit einem Mindestmaß von Energie auszuführen, gibt den Tänzen etwas Beiches, Spielerisches. Der Stil der Iffatschento verhält sich zu dem der Jutta Klamt wie ein schöner Berserteppich zu einem modernen expressionistischen Gemälde. Er gestaltet graziöe Arabesten, er erfreut das Auge, dringt aber nur selten bis zum Herzen. Rornelius Gurlitt:„ Es handelt sich um eine Stil art, die bei tüchtigen elfteen als diejenige gilt, der die Zukunft gehört. Es erscheint durchaus verfehlt, fie mit örtlichen Bolizei maßregeln befämpfen zu wollen, da Diele feineswegs geeignet find, eine Silbewegung zu beseitigen. Diese Polizeimaßnahmen beruhen nach Ansicht ber Neuerer cut rüdftändigen Gefchmads. urteilen, deren amtlicher Wirkungsfreis fich nur auf das Gebiet ven Wilmersdorf erstreckt, Aehnliche Verbote gegen neue Stunft richtungen haben wohl burchgängig dahin geführt, daß spätere Tage fie als bureeufratische Kurzsichtigteiten betrachteten, Der Stampf um die Frage, welche Kunst für die Zukunft maßgebend fein wird, kann nicht von der Wilmersdorfer Baupolizei gelöft werden. Da nun das Rofenthalsche. Projekt innerhalt der von ihm vertretenen Stiform eine anertennenswerte Höhe einnimmt, empfehle ich, dem Urteil der Zeitgenossen wie dem der Zukunft durch Werbote nicht vorzugreifen." Sans Boelzig: Der Entwurf gibt meiner Ansicht nach in feiner eife zu irgendwie berechtigten ästhetischen Bedenten Anlaß Die Bugruppe ist ruhig und flar gegliedert und die Anordnung flacher Dächer und frei vorstehender Betonplatten gehört ebenso zum Ausdruck der heutigen Kunstanjajauung wie Die teileren Dächer zu dem der vergangenen Epoche." Einen anderen Bon, an dem es noch weniger auszulegen gibt, Die Vorführungen selber brachten eine zwiefache Enttäuschung. Bunächst fehlten im Programm die Brahms- Tänze, das künstlerisch Wertvollste, was die Iffatschento- Gruppe zu bieten hat. An ihre Stelle traten ein paar Nummern, die beils wie der Apbrud", die rrlichter" und die Flößer an der Wolga" ganz im äußer, lich Pantomimisen steden blieben, teils üblen Barietécharakter trugen. Sotann mangelte den jugendlichen Tänzerinnen die natur. wüchige, poesievolle Frische, die uns bei ihrem ersten Auftreten im Herbst entzüidt hatte. Cine offensichtliche wohl von Ueberanstrengung herrührende Müdigkeit, die am Sonntag auf der Gruppe laftete, hatte nicht rur einige technische Entglei'ungen zur Folge, fonbern gab den Darbietungen oft etwas Automatenhaftes, intebendiges, Unbefeeltes, John Schifowsti Stunde der Bergeltung nah"," Dann kehrst du wieder, du köstliche eines Vers abziehen zu müssen, der von Deutschlands Schmach", Beit" und anderen schönen Tiraden glänzt. Seltfam ift nur, baß. nicht statt des Beifolls von mindestens der Hälfte der Zuhörer ein Proteststurm en fesselt wurde. Bekanntlich steht der Bellsühne täglich dort ungefähr die Hälfte aller Pläge zur Berfügung. Der follte man etwa beabsi: igen, ben Beitsbühnenmitgliedern de Oper am Rönigsplay" zu vercteln? In Zukunft wird man flyer berartige Zugaten mit gebührender Achtung" zurüdreifen. Ein Knigge für Diplomaten. In Englant erfreut sich ein Haubbuch des guten Lons unter dem Titel don't"( das darf man nicji) weiter Berbreitung. Nach dem Beispiel dieser Anstandslehre hat Sir Esme Howard, ber neue britische Botschafter in Washington, jest ein„ don't" zum Gebrauch der Diplomaten zusammengestellt und herausgegeben. Unter den hier erteilten Rat aägen befinden fich die folgenden: Hüte dich ftcts, etwas zu schreiben oder zu sagen, was irgendeiner als Beleidigung aufjaffen tönnte. Schreibe niemas, wenn du wütend oder ärgerlich bift, so berechtigt auch deine But und dein Merger fein mag."" Sorge d'ch nicht um die sti liftische Fassung: die Ha ptfache ist und bleibt, daß du deine Gedanken far und unzweideutig zum Ausdruck bringit." in der Matignontage in Paris soll eine Geddinistafe! an Heire- Ehrung in Paris. An dem Eterbebaute Seinrich Seines gebracht werden. Zur Bekämpfang der Krebskrankheit bat die belgtie Regierung einen kredit von einer Million Franken zur Verfügung gestellt. Jelbstverständlich auch der von ihm zusammengestellte Stab feiner führlichen Bericht an die Regierung nach Berlin gefandt. Benn| Generalversammlung der Metallarbeiter. engsten Mitarbeiter. Das sind ohne Einrechnung der Hilfs. träfte etwa ein halbes Dußend Leute, darunter der schon erwähnte Bressechef Schiebt, der Augsburger Rechtsrat Kleindienst, Der ehemalige Oberstleutnant Forstner, fowie die Ministerial. beamten Auffes( bekannt durch seine Aeußerung von dem vereberten und versauten Berlin), Frenberg und Schuler: zu ten mehr externen Mitarbeitern zählte auch der Syndifus der Münche ner Akademie der Wissenschaften Alexander o. Müller. München, 18. Februar.( WTB.) Die Borgänge der letzten Stunden haben das bayerische kabinett veranlaßt, najmit tags 5% Uhr zu einem Ministerrat zusammenzutreten, um fich mit der politischen Lage zu beschäftigen. 1 Die Gerüchte über eine abermalige Bertagung des it. fer Prozesses werden für vollständig unbegründet erklärt. Der Prozeß beginnt, wie schon angekündigt, am Dienstag, den 26. Februar. Die Anflage wird von dem Ersten Staatsanwalt Dr. Stenglein vertreten. Die Angeklagten haben sämtlich ihre Borladung zum Prozeß erhalten. Das Volksbegehren. München, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Das zahlen mäßige Resultat der beiden Volksbegehren liegt naturgemäß noch nicht endgültig vor. Bis Montagabend waren im Ministerium des Innern die Ergebniffe aus 42 Städten eingelaufen, die sich für das erste Boltsbegehren( Auflösung des Landtags) auf 273 322 und für das zweite Bolfsbegehren( Wenderung der Berfaffung) auf 246 742 Stimmen belaufen. Insgesamt müssen befanntlich 800 000 Stimmen abgegeben werden, das sind etwa 20 Brozent der wahlberechtigten Bevölkerung Bayerns. Da die oben genannten Zahlen ungefähr dicfen 20 Broz. entsprechen und in den Landgemeinden die Einzeichnung vielfach einen viel höheren Prozentsaz erreicht hat, so darf als fider angenommen werden, daß die beiden Boltsbegehren die notwendige Unter stügung für den Wolfsentscheid erhalten haben. Dieser äußere Erfolg, den taum jemand bezweifelt hat, darf fiber die Tatsache nicht hinwegtäuschen, daß sich nur ein fleiner Bruchfeil, etwas mehr als ein Fünftel der gesamten bayerischen Wählerschaft, hinter die Wehrheit des jezigen Landtages stellte, die vier Jahre lang Bayern regiert hat. Rupprechts Fahrt nach Holland. Unter dem Schute des Soldatenrats. München, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Abge ordnete Genosse Saenger hatte in seiner großen Rede im Landtag festgestellt, daß der ehemalige Kronprinz Rupprecht Ende November 1918 unter dem Scuze des Soldatenrates und der roten Flagge ohne die Genehmigung der Obersten Heeres. leitung nach holland gefahren sei. Da vom Kabinetischef des Kronprinzen diese Angaben als falsch bezeichnet worden find, veröffentlicht die Münchener Post" am Montag den Bericht eines Ohren- und Augenzeugen über die Borgänge, in dem es u, a. heißt: Tatbestand ist und bleibt, daß der Zentral- Soldatenrat in Brüffel es abgelehnt hat, Rupprecht flüchten zu laffen. Er hat ver langt, daß dieser seine Pflicht als Soldat weiter erfülle. Darauf hat fich Rupprecht unter den Schuß des spanischen Gesandten in Brüffel, Marquis de Billalover, gestellt, um mit deffen Hilfe nach Holland flüchten zu können. Dem spanischen Gesandten ist diese Unterstügung der Flucht des Kronprinzen vom Zentralsoldatenrat genehmigt worden, weil als Gegenleistung der spanische Gesandte fidh bereit erklärte, zur Beruhigung des belgischen Heeres nach Gent zu fahren, was er auch getan und von dem Erfolg dem Soldatenrat Mitteilung gemacht hat. Ein bayerischer Offizier und ein Matrofe des Soldatenrats find mit roter Armbinde bis zur hollan dischen Grenze mitgefahren, dort hat sich Rupprecht mit herzlichem Dank und Händedrud von dem roten Offizier verabs schiedet. Der damalige deutsche Gesandte in Brüssel, von der Banten, hat über die Borgänge der Flucht Rupprechts einen aus. Prozeß George Groß. Die wahre Kunst sei elegant und schniefe! Auch Nacktheit, etwas füftern und gefedt, Mocht Spaß. Doch offenbart sie den Defeft Der Menschheit, regnet dir in die Budite Justitia, die voll Zorn das Impudife it fittlichem Normalmaßstab entdect, Das Kind bespeit den Brei, der ihm nicht samedi, Und du wirst von Herrn Emmingers Fabrite, Beil frevelnd du den runden Bunft berührt Und vorwißig dein Zeitalter belichtet, Bertnackt und deine Pinselei vernichtet. Gebt dem Normalgefühl, mos ihm gebührt! Kein Künstler wird von der Justiz berührt, Golang er für den Junggeselien" dichtet! Mich. von Lindenheden. Rundfunk rund um die Welt. Die Möglichkeiten, mit Hilfe der brahtlosen Telephonie fich rund um die ganze Welt verständlich zu madjen, rüden in greifbare Nähe. Wie englische Ingenieure be haupten, wird es bald so weit sein, daß man mit Ueberwindung der atmosphärischen Hindernisse sich auch den Antipoden verständlich machen fann. Schon jest besteht die Tatsache, daß Kalifornien durch Rundfunk mit Australien und New Dorf mit Kalifornien in Bers bindung treten fann. Lerdon fann mit New York sprechen, und auf diese Weise läßt sich eine Berbindung schaffen zwischen London und Australien über New Dorf und Kalifornien. Borläufig ist das freifich noch nicht möglich, aber man hofft, durch Berbesserung der Apparate wenigstens bereits bald so weit zu fein. Es gibt fein Ruhland mehr! Das ruffische Kommissariat für auswärtige Angelegenheiten hat an jämtliche diplomatische Ber tretungen in Moskau eine officielle Note mit der Bitte gerichtet, die Bereichnung Rußland" fall nu lassen und sie durch den Namen Bund der sozialistischen Sowjetrepubliten" ( G. S. S R.) zu ersetzen. Die Wademie Rofer Mond". eine Bereinianna früherer, unb jebiger Schiller bes Staatlichen unstgewerbemuseums, bet anstaltet in den familie en Räumen des 300 am 20. d. M. einen exzentrischen Gefell. fchaftsbal im Rehmen einer Refinmemeffe, um den jüngeren Schülern Be legenheit zur Ausübung von Reflameaufträgen aroken Stile zu geben. Gleichzeitig schafft sie ihren dadurch eine Erstenzmöglichkeit. Es entsprint ben Tendenzen der A. R. M., durch Schaffung von Arbeitsgemeinichaiten und ande en Draanisationen foglale Silfeleistung für notleibende Künstler zu bewirken. Gelretariat Wilmersdorfer Straße 93, Ede Aurfürstendamm, Steinplas 675. Coifi ber Lenin. Magim Gorfi, der rod in Marienbad weilt, er fart in einem Interblem, bak er eine Arbeit über 2enin fertigtelle. Tie Arbeit mirt cift in mei ifa und nach ber in Rußland veröffentlicht werden. Das verschloffene Königsgreb. Nach einer Reuter- Meldung aus 2ugor wurde dem Leiter der Ausarabungsarbeiten am Grabe Eutan'bamens, Carter, von der örtlichen Po izei ein schriftlicher Befehl der dayptischen Re. gierung vorgelegt, bak niemand, mer er auch fei, zum Grabe zugelaffen Da Carter nach fechsjähriger Arbeit das Grab erfchloffen hat, ist die Maßnahme hart und ungerecht. Die ägyptische Regierung follte fich darauf beschränken, bas pietätlofe, nur neugierige Reisegesindel von dieser wie anderen Stätten fernzuhalten. werden solle. Rupprecht und seine Freunde Wert darauf legen, so find wir bereit, diefen Bericht in einer der nächsten Nummern zu veröffentlichen." Roßbach in Wien verhaftet. Wien, 18. Februar.( TS.) In der Nacht zum 18. Februar tombe der von der Staatsanwaltschaft in München wegen Hochverrats steckbrieflich berfolgte Oberleutrant Gerhard Rot bad berhaftet, der legthin unter Benugung eines falichen Reifepaffes nach Wien gelommen war. Er wird nach Abschluß der polizeilichen Erhebungen wegen der stedbrieflichen Berfolgung und wegen der Benugung falicher Ausiveispapiere beim Landes. gericht eingeliefert werben. Der Polizei war die Anwesenheit eines angeblichen Dele gierten Richter aus Deutschland bekannt. Dieser wurde bei Beendigung der Ronferenz angehalten und überführt, daß er trop des auf Richtep lautenden Basses der Oberleutnant Roß bach sei. Bei feirer Bernehmung gab Roßbach an, daß er sich nur für einige wenige Tage hier aufhalten wollte, um Wien fennenzulernen, ferner die Auflösung( 1) einer Organisation von jungen Leuten durchzusehen, die gegen seinen Wunsch seinen Namen führe. An der Konferenz habe er teilgenommen, da ihn die hiesige national sozialistische Bewegung intereffiere. Die Kaffel, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Nach der Begrüßungsfeier in der Stadthalle am Sonntagabend wurde am Montagvormittag um 9 Uhr die Tagung offizieli durch eine Ansprache des Genoffen Haupt von der Ortsleitung und im Namen des Verbandsvorstandes eröffnet. Der Borsitzende Digmann dankte den Kaffeler Genossen für the vortreffliche Bore bereitung und gedachte der vielen Toten, die der Berband im berf.offenen Jahre zu betrauern gehabt habe. Auch zweier großer Toten müsse man gebenken, die zwar nicht dem Berband angehörten, aber großes für die Arbeiterbewegung geleistet hätten: fann. kuch und Lenin. Dann gab Digmann einen furzen Ueberblick über die wirtschaftliche und politische Lage der Gegenwart. 3wei Lichtblicke feien vorhanden: die Anerkennung der Sowjetmacht durch die auswärtigen Staaten und die Ergreifung der Madht durch die englische Arbeiterpartei. Diese Richt blice müßten die deutschen Arbeiter anfeuern, auch in Deutschland vorwärts zu fommen. Allerdings fasteten jetzt die furchtbaren Fol. gen der wirtschaftlichen Krise auf der Arbeiterschaft, und die Unter nehner fuchten sie auszumugen zur Unterbrüdung der Arbeitnehmer, während die Bourgeoisie die politische Dittatur anstrebe. Für die vom Hunger Aufgepeitschten habe man nur Pulver und Blei übrig. Gegen Bayern, den Hort der Rcattion, habe die Reichsregierung feinen Schritt zu tun gemagt; in Sachsen und Thüringen habe die Reichswehr in einer cije gehauft, tie man den deutschen Arbeitern nicht mehr besonders vor Augen führen brauche. Der Verband protestiere gegen jedes arteiperbot, aud) gegen das Berbot der kommunistischen Partei. Nach links hagele es ungeheure Strafen, nach rechts ge schähe nichts. So lange die Straft des Metallarbeiterverbandes und nie zugeben, daß das Unternehmerium die Arbeiterschaft zu Sklaven mache. Dißmann sprach dann den internationalen Bruderverbänden Dank für die geleistete Hilfe Die Tagung der Internationale. Curemburg, 18. Jebruar.( Eigener Drehbericht.) Erefufive der sozialistischen Urbeiter- Internationale beendete am Sonntagabend nach eingehender Debatte ihre zweitägigen Beratungen. Einstimmig angenommen wurde eine Resolution über die polifische Lage, den Achiffundentag und die mit der Anerkennung Sowjet- reiche, werde er hinter den fämpfenden Kollegen in Lande stehen rußlands durch England zufammenhängenden Fragen. Ferner wurde die durch den Eintritt englischer Mitglieder der Erefufive in das englische Kabinett geschaffene Lage durch die Neuwahl von Allen, Cramp und Cameron als englische Mitglieder der Exekutive geregelt. Als Mitglieder der Geschäftskommiffion wurden Brails. forb, Bugton, Frau Bell und als Staffierer Ballhead bestimmt. Tom Shaw wurde einstimmig der Dank für seine Tätig teit als Sekretär, die er jetzt mit der des Arbeitsministers vertauscht hat, ausgesprochen. Ueber die vona einigen Parteien aufgeworfene Frage der Berlegung des Setretariats von Condon nach einer anderen Stadi wurde die Entscheidung bis zur nächsten Sigung der Exekutive verschoben. Diese Sigung ist zu Pfingsten in Wien geplant. Pfalzfrage und Reparationen. Erklärungen Macdonalds. Condon, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Im Unterhaus beantwortete Macdonald die Anfrage wegen der Korce spondenz zwischen England, Franteich und Belgien über die Pfalzfrage dahin, daß den Repräsentanten der drei Regierungen in Koblenz( Rheinlandtommission) die Prüfung anvertraut fel. Die normale Verwaltung der Pfalz foll fáeiliweife wiederhergestellt werden. Die Entwaffnung aller Personen, die unberechtigt Waffen tragen, fel beschlossen. Zur Durchführung dieser Maßnahme habe die Rheinlan fommiffion cine interalierte Delegation er. nannt, die mit den pfälzischen Lofalbehörden zusammenarbellen soll. Meerfelds Londoner Eindrücke. Gus. Die deutschen Metallarbeiter hofften, es bald wettmachen zu fönnen. Die aus den standinavischen Ländern, aus Dester ber Borsigente mit warmen Worten, ebenso die Gäfte der anderen reich Ungarn, Holland ufm eingetroffenen Gäste begrüßte deutschen Berbände. Nicht nur die Metallarbeiter, sondern die deutschen und internationalen Arbeiter schauten auf die Verbandstagung und vor allem die Feinde der Arbeiter. Dies dürfe bei den Verhandlungen nicht vergessen werden, auch wenn in der Debatte die Gegenfäße aufeinanderprallen sollten, es müsse das Einigende über das Trennende gefeht werden, die geschlossene Rampffront der Arbeiterschaft müſſe erhalten bleiben und gefestigt werden. Damit erflärte Dißmann den Berbandstag für eröffnet 3unächst wurde die Mardatsprüfungskommission gewählt. Hierauf begrüßte Oberbürgermeister Scheidemann den Bers bandstag im Namen der Stadt Kassel und mahnte ebenfalls zur Einigkeit innerhalb der Arbeiterfdjaft. Die Kommunisten hatten aber, als Digmann Saeidemann das Wort crieilte, den Saal geschlossen verasjen. Nach der Begrüßung des Kongresses durch die auswärti gen Cäfte wurden zu Borsigenden Reiheit vom Borstand, aupt- affel und Beber Solingen gewählt. Auch bie Wahl der Schriftführer und der Kommissionen vollzog sich glatt. Nachmittagsfizung. Der Verbandsvorsitzende Dißmann gab sum Geschäfts bericht zunächst ciren lleberblick über die polichen Berhältnisse Der pergangenen Jahre, die den gewertschaftlichen Organisationen die Köln, 18. Februar.( TU) Reichstagsab. Me erfeld ist von Freiheit des Handelns wesentlich eingeschränkt hätten. Eingehend zeich feiner Londoner Reise zurückgek hrt. Er berichtet über seine Sort nete dei Rebner dann ein Bild der gewaltigen Kapitalfonzentration. gesammelten Cibrüde in der sozialdemokratischen Rheinischen Das Großfapital als Saboteur der Erfüllungspolitik bemühe fich 3ig." u. a.: Macdonald hat sich veranlaßt gesehen, Boincaré mit allen Kräften dem Staat seinen Willen aufzuzwingen. Die nicht dadurch zu verstimmen, daß er Vertretern des Rheinlandes mäßig une mit Erfolg seine Interessen wahrnimmt.( Sehr richtig!) Arbeiterschaft müsse von ihren Klassengegnera lernen, wie man planeine offizielle Unterredung gewährte. Bir konnten aber mehrere Dem Kampf gegen den Achtstundentag widmete Diß Minister sprechen und hatten Gelegenheit, vor einem ausgemann eine eingehende Besprechung. In vielen Industrien sei der wählten Kreise von Abgeordneten und Führern der Labour Party Nachweis erbracht, daß in der Nachkriegszeit die Produktionshöhe zu sprechen und mit ihnen zu diskutieren. Der hervorstechendste der Borfriegszeit zum Teil erreicht, zum Teil sogar überschritten fei. Eindrud bei allen diesen Besprechungen war, daß im Mittelpunkt Troztem die der politischen Betrachungen der Engländer die Frage des Ein. Bearbeitung der Oeffentlichkeit für die Hebung der Produktion" tritts Deutschlands in den 251ferbund sowie die von Frankreich sehr geschikt behandelte Frage der Sicherungen im burch Berlängerung der Arbeitszeit! Die tapitalistische Beeinflussung der Deffentlichkeit werde leider zu einem großen Teil auch durch Rheinland then. Ueber beide Fragen hoben wir feibstvergewertschaftlich organisierte Arbeiter unterstützt ständlich mit aller Offenheit gesprochen und den deutschen Stand badurch, daß fie tie tapitalistise Bresse abonnieren. Auf punkt begründet. Daneben wurden noch eine Menge anderer Dinge fommunistische Zwischenrufe betont Dißmann, daß er von jedem besprochen, so die Frage der etwaigen Zurüdziehung der englischen Arbeiter verlange, daß er nicht irgend eine bürgerliche Zeitung, son. Truppen vom Rhein, die Frage der Befozungsleistungen, der deut bern bie Arbeiterpreffe lese.( Allgemeine Zustimmung.) Auf dem fchen Zahlungsfähigkeit, des Sonderbündlertums, der politischen Ge. Gebiete des Bildungswesens habe der Verbandsvorstand fahren im Rheinland. Auch hier ist zu betonen, daß die Engländer getan, was in feinen Kräften stand. Im ADGB. habe der Borstand die Dinge eben englisch sehen, aber dennoch durchaus reges mit allem Nachdrud die von der Arbeiterschaft aufgestellten Forde rungen vertreten. Das Problem der Wirtschaftsfrife Interesse für unsere Auffassung befundeten und durch entsprechende und der Erwerbslosigkeit tönne nicht curch große Afitonen" gesit Fragestellung ihr Wissen zu verticfen suchten. Alles in ellem fonn werden. Durch das Aufstellen von flinsenden Forderungen, E'nten wir von London mit dem Bewußtsein scheiben, feine ver reihung der Erwerbslosen in den-oduktionsproz: B" werde feinem gebliche Reise gemacht zu haben. Erwerbslosen geholfen. Nicht nur im Berband, sondern auch in den Barlamenten hätten die Bertreter des Metallarbeiterverbantes dahin gedrängt, daß die Unterstügung beffer ausgebaut würde. Wichtiger als olle Unterstützungen fei 60 Verhaftungen in Pirmasens. Pirmasens, 18. Februar.( WTB) Bon den Franzosen find bisher, fo weit wir erfahren, 60 Berfonen verhaftet worden, darunter u. a. die beiden Befiger der„ Pirmasenfer Beitung". Amtsgerichtspräsident Müller, Vezirleamisvorstand Dr. Goettel, mehrere Polizeibeamte und andere Bürger. Die Polizei ist von den Frangoien ent to affnet worden, muß aber in BeBleitung von Marottanern Stredendienst tun. Die Sachverständigenarbeit. Paris, 18. Februar.( habad.) Der erste Sachverständigen audichut hat heute die Beiprechung der Berliner Ergebnisie begonnen und befchloffen, die Prüfung der Eisenbahnfrage einer Stommiffion zu übertragen, welche fich auch mit der ah rungs- und Bantenirage befaffen foll Reichsbanfpräfibent Dr. Schacht wird heute nachmittag über die Goldnotenban! gehört werden. Der zweite Sachverständigenausichuß bat heute von den Privat berichten mehrerer feiner Mitglieder Kenninis genommen. Ferner hat er die von den Bicheriacverftan bigen vorgenommenen Untersuchungen über die im Ausland be. finditen deutschen Stap talien einer Brüfung unterzogen. Diefer Ausschuß wird morgen wieder zufammentreten. Leste Nachrichten. Wieder ein Frauenmord in Berlin. Gestern rachmi'tag wurde die Witwe Kühne in Berlin, Berneuchener Str. 14, ermordet aufgefunden. Der Sohn fand die alte Frau im Wolnzimmer auf einem Sofa fizend mit einge flagenem Schädel tot vor. Die verläufigen Ermittlungen der Mordkommission ergaben daß als wahrscheinlicher Läter ber Shwiegerfohn Balter Böhme in Frage kommt, der mit der Tochter der Frau Kühne verheiratet ist, aber von ihr getrennt lebt Böhme hatte gestern nachmittag auf dem Gelände des Kranten hauses Moabit versucht sich zu erschießen. Er ist besinnungslos und schwer verletzt in ein Krantenhaus eingeliefert worden. die Beschaffung von Arbeit. Deshalb habe der Vorstand auch alle Mittel ergriffen, die zur Herbeischaffung von Arbeitsgelegenheit zweckmäßig erscheinen. ftellte der Redner feft, daß in den testen Jahren alle Berbands. Zur innergewerkschaftlichen Tätigkeit des Berbandes übergehend, funktionäre bis zum legten Mann angestrengt tätig waren, um den Wirkungen der Inflation einigermaßen nachzufommen. Die Bere fude, zentrale Werhandlungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse herbeizuführen, feien gescheitert. Infolge der be fonderen Berhältnisse fei es auch 3 weifelhaft, ob man mit zentralen Berhandlungen besser fahre: Dem Kampf um wertbeständige Löhne durch die Berliner Metallarbeiter und dem hinterhälligen Treiben der Metallindustriellen widmete Dißmann eine eingehende Darstellung. Bei der Belprechung der Micumverträge betonte Dißmann, es sei für die deutsche Arbeiterschaft verhängnis. voll gewesen, daß die Bergarbeiterschaft der Verlängerung der Arbeitszeit zugestimmt habe. Die Folge sei das gleiche Verlangen der Berliner Metallindustriellen gewesen. Dißmann schii. derte den Gang der Verhandlungen, in denen die Bertreter des Metallarbeiterverbandes sich gegen die Verlängerung gewehrt haben. Wenn behauptet worden sei, der Borstand habe den Kollegen etwas anderes empfohlen, so sei das falsch. Eine geradezu traurige Rolle hätten bei die er Gelegenheit die christlichen und Hirsch. Dundersen Gewerkschaften gespielt.( Burufe: Du hast selbst den Kampf abgemurfft!) Dißmann antwortete dem Zwischenrufer treffend und führte an der Hand reichen Materials den Beweis für seine Behauptung. Durch den Verrat der Christen und Hirsche ei im Ruhrbeden die Arbeitszeit um 1% Stunden perlängert und zugleich der Lohn gekürzt worden. Hinzu tam noch, daß den Metallarbeitern die Erwerbslofenunterstüßung entzogen wurde, um sie den Unternehmern gefügig zu machen. Bei der Schilderung der Kämpfe der Metallarbeiter fam es zu einer scharfen Auseinandersehung.( Die Berhandlungen dauern fort.) Gewerkschaftsbewegung Das Femgericht der Tabakfabrikanten. Durch falschen Verdacht brotlos gemacht. Arbeiter, die mit der Herstellung von Genuß mitteln befchäftigt find, fommen wohl gelegenlich in Bersuchung, sich von den burch ihre Hände gehenden Baren eine Kleinigkeit für den eigenen Bedarf anzu eignen. Das ist natürlich nicht zu billigen, aber zu verstehen, namentlich in einer Zeit, wo die Löhne taum ausreichen, um den allernotwendigsten Lebensunterhalt zu bestreiten. Unterliegt ein Arbeiter unter solchen Umständen der Versuchung und nimmt etwas mit, so hat er sich ohne Frage des Diebstahls schuldig gemacht. Rommt er deswegen vor das Strafgericht, fo werden die Richter woh einen solchen Fall mit einer geringen Strafe belegen, sie werden dem Berurteilten vielleicht eine Bemährungsfrist gewähren, die ihm bei guter Führung den Erlaß der Strafe sichert. Unternehmer aber, die durch fleine Gelegenheitstiebstähle geschädigt werden, fennen solche Nachsicht nicht. In der Berliner Labatindustrie vielleicht auch andermärts ist es Usus, daß Materialdiebstähle von Arbeitern nicht dem Strafrichter angezeigt, sondern von den Unternehmern felbst abgeurteilt und mit einer Strafe geahndet werden, beren Wirkung für den Berurteilten viel schwerer ist als die im Strafgesetz für leichte Diebstähle festgesetzte Strafe. Wenn der Dieb von dem bestohlenen Fabrikanten entlassen wird, so läßt fich nichts dagegen einwenden. Aber er bekommt einen Entlaffungsschein, der eine Brandmarkung darstellt. Einen Schein, der zwar die Entlassungsursache nicht ausdrücklich angibt, der aber so abgefaßt ist, daß jeder Eingeweihte den Entlassungsgrund sofort ertennt. Mit diesem Brandmal in der Hand ist es dem Arbeiter unmöglich gemacht, in irgendeinem Betriebe des gangen Industriezweiges wieder Arbeit zu finden. Kein Fabrikant stellt ihn ein. Die Existenz des Arbeiters ist wegen eines einzigen Fehltritts vernichtet. J Wenn die Tabatwarenfabrikanten es für nötig hallen, durch folche drakonischen Strafmaßnahmen sich gegen Diebstahl zu schüben, bann sollte man aber erwarten, daß der Verhängung der furcht baren Strafe eine Untersuchung und einwandfreie Fest stellung des Tatbestandes vorausgeht, und daß nicht Un schuldige zum Hungern verurteilt werden. Das ist aber nicht immer der Fall. In einer Klagesache, die fürzlich vor dem Ber liner Gewerbegericht verhandelt wurde, stellte sich heraus, daß zwei 3igarettenarbeiterinnen auf einen bloßen und 3mar völlig unbegrüdeien Berdacht hin vom Fabrifanten zur Eriftenglosigkeit verurteilt worden sind. Es handelt sich um die Zigarettenfabrik Maitapar. Dort wurden vier Arbeiterinnen zur förperlichen Bisitation beordert. Man fand nichts bei ihnen. Aber als fie fortgegangen waren, entdeckte man an der Stelle, wo sie, ehe die Bisitation vorgenommen wurde, furze Zeit warten mußten, vier Bädchen 3igaretten hinter Riften verstedt. Der Fabrikant folgerte: Bier Bädchen, vier Arbeiterinnen, alfo hatte jede ein Bädchen gestohlen. Die vier Arbeiterinnen wurden entlassen und be famen den ominösen Entlassungsschein, der ihnen sämtliche Fabriken verschloß. zu halten. Nachdem nunmehr aber auch der Schlichtungszwischen den Arbeitern und der Direktion der Germania- Werft, die ausschuß den Abbaugelüften der Arbeitgeber Rechnung trug und ihre Arbeiter schon am 4. Februar aus demselben Grunde aussperrte, durch Schiedsspruch den Lohn reduzierte, war ein Streit sind bereits im Gange. beschluß in den Branchen Dele und Fette sowie Dung nicht mehr zu verhindern. Einstimmig wurde beschlossen, heute die Arbeit nicht wieder aufzunehmen. In den übrigen Branchen steht der Beschluß noch aus. Wir erwarten, daß diesen Arbeitern in ihrem Gristenzkampf die Solidarität aller übrigen Arbeitskräfte zuteil wird. • Post- Abonnenten amit die regelmäßige Zustellung des Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag 6. m. b. H. „ Betriebsräte als Spigel." Der Hauptbetriebsrat der Wafferstraßenabteilung im Reichsverkehrsminifterium hat unterm 3. Dezember v. J. ein Rundschreiben wie viele Beamte bei der Dienststelle beschäftigt find, welche Bean die Bezirkse und örtlichen Betriebsräte gerichtet mit der Frage, schäftigung sie haben, welche Fähigkeiten und welches Interesse für ben Betrieb, wie viele Arbeiter und Angestellte dem einzelnen Beamten gegenüberstehen und welche Beamte die ihnen obligenden Arbeiten von Angestellten oder Arbeitern verrichten lassen, weil sie zu bequem oder unfähig sind. Die„ DA3." veröfentlichte dieses Rundschreiben in ihrer Abendausgabe vom 11. Februar unter obiger Aufschrift und dem Untertitl:„ Nachhilfe" beim Beamtenabbau. Das besonders Das besonders merkung, es sei interessant,„ dergestalt Tätigkeit und Ziele einer Inarbeiterfreundliche Lensch- Blatt knüpfte an das Schreiben die Beftitution bloßgestellt zu sehen, die vom Staate bezahlte Arbeitskraft, Amtszimmer und Dienstmittel in erheblichem Umfang" beanspruche. 18 Februar eine Berigtigung zugehen lassen, die diese sicherDer sogenannte Hautbetriebsrat hat daraufhin der" DA3." unterm lich nicht veröffentlichen wird. Der Hauptbetriebsrat führt darin aus, daß bereits 50 Proz. der Wasserbauarbeiter entlassen sind, hierunter Arbeiter, die 20, 30 und. 40 Jahre im Dienste des Staates und des Reiches standen. Ferner, daß 30 Broz. der beschäftigten Wasserbauarbeiter nur an zwei oder drei Tagen in der Woche furzarbeiten, daß aber von Beamtenorganisationen gefordert wird, erst sämtliche Arbeiter und Angestellte zu entlassen, bevor Beamte abgebaut werden. In Hamburg wurde in einer Versammlung der im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Werftarbeiter eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Bersammelten beschließen, daß, falls die Werftbefizer durch Anschlag an den Ar beitsstellen eine längere Arbeitszeit wie bisher bekanntgeben sollten, sie diesem Berlangen nicht Folge leisten werden, sondern zur gebotenen Stunde den Betrieb verlassen werden. Wie sich die Unternehmer zu diesem Entschluß der Arbeiterschaft stellen werden, steht noch nicht fest. Anzunehmen ist, daß, falls die zurzeit stattfindenden Schlichtungsverhandlungen scheitern sollten, eine allgemeine Aussperrung erfolgen dürfte. Solidarität im Wiener Bankbeamtenstreik. D Wie der Allgemeine Verband der Deutimen Bantangestellten mitteilt, befindet sich die Anaeſtelltenschaft nachfolgender vier Wiener Großbanten, Anglo- Bant, Depos fitenbank, Union Bant, Vertebr36 ant seit Montag früh im Abwebritreit gegen den Verfuch des Bankenver bandes. die bestehenden Arbeitsbedingungen zu berichlechtern. Der österreichische Bankenverband droht mit der Aussperrung der Belegschaften der übrigen Bankbetriebe. Sämtliche deutschen Banfangestelltenorganisafonen haben deshalb zur Unter ftübung ihrer österreichischen Kollegen die Sverre über affe österreichischen Banfpläge verbänat. Rein reica deutscher Banfangestellter darf daher während der Dauer des Konfliktes eine Stellung in einem österreichischen Bankbetriebe annehmen! Die Wiener Bankbeamten baben das ihnen gestellte Itimatum der Großbanken, Heute die Arbeit wieder aufzunehmen, damit beantwortet, daß sie den Streit auch auf die National. bant ausdehnen. Der Der englische Dockarbeiterftreik. Hafen ist der Dodarbeiterstreit im vollen Gange, jedoch konnten durch London, 18 Februar.( Eigener Drahtbericht.) Im Londoner Arbeitswillige 27 Schiffe ausgeladen bzw. geladen werden. Arbeitsminister Tom Shaw war den ganzen Tag über bemüht, eine Einigung herbeizuführen. Er war im Kontakt mit Bertretern sowohl der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer und im Laufe der Abendstunden findet eine weitere Besprechung bei ihm statt. Shaw hat indes bereits eine wichtige Maßnahme getroffen. Wie er im Unterhause mitteilte, hat er beschlossen. einen Untersuchungsausschuß zweds Feststellung der Ursachen des Streits einzufeßen. Zum Borfißenden ein bekannter Jurist Holman Gregory von ihm bestimmt worden. diefes Ausschusses, der seine Tätigkeit sofort in Angriff nimmt, ist Indeffen ergreift die Regierung olle möglichen Maßnahmen, um die durch den Streit gefährdete Lebensmittelversorgung zu sichern. Dies Macdonald mitgeteilt. Er erklärte, daß die Renierung bereits den wurde ebenfalls in der Unterhausfizung vom Ministerpräsidenten Kern einer Organisation zu diesem Zwed gebildet hat. 6. Februar wird morgen, Mittwoch, ahends 6% Uhr, im Die Plenarversammlung der Berliner Gewerkschaften vom steht: Die Zerstörungsarbeit der Kommunisten in den Gewerkschaften. Saal 1 des Gewerkschaftshauses fortgesetzt. Auf der Tagesordnung Einladung und Delegiertenkarte sind zur Legi'imation mitzubringen. Die Delegierten werden um pünktliches Erscheinen ersucht. Kein Firma babei, daß jede der Entlassenen ein Pädchen Biga rofen Entlassungen und die Stillegung der Arbeiten wenden, da fie Delegierter der Gewerkschaftskommission, fein Unterfommissions Zwei von den Entlassenen, die sich feines Diebstahls schuldig fühlten, flagten beim Gewerbegericht Berlin auf Wiedereinstellung oder Entschädigung. Auch vor Gericht blieb der Bertreter der retten gestohlen haben müsse. Er wollte das beweisen durch das Zeugnis der anderen zwei Entlassenen, die nicht geflagt, sondern ihre Enfassung widerspruchslos hingenommen hatten. Die 3eugenaussagen fielen aber zugunsten der Kläge. rinnen aus, denn die beiden Zeuginnen nahmen die Entwendung von zusammen rei Pädchen auf sich, während die Herkunft des nierten Bäckchens unaufgeklärt blieb. Unter diesen Umständen hielt das Gericht die Entlassung der Klägerinnen für ungerecht fertigt und verurteilte die Firma zur Wiedereinstellung oder Zahlung des geforderten Schadenersatzes. Bom gewerkschaftlichen Standpunkte aus muß die Auf flärung der Mitglieder auch weiterhin mit allem Nachdrud so weit gefördert werden, daß kein Beschäftigter irgend etwas aus dem Betriebe an sich nimmt, das ihm nicht gehört. Die übliche Gewohnheit des Gegenteils stammt noch aus der Zeit, in der die große Mehrzahl der Arbeiterschaft un organi fiert war und durch derartige Selbsthilfe" ihre wirtschaftliche Lage zu perbessern suchte. Der Krieg, in bem die ganze Welt requiriert werden sollte, was nicht niet- und nagelfest war, hat die Moralbegriffe in erschredender Weise verwildert. Inzwischen sind diese Kriegs folgen in der Hauptsache überwunden. und nur die legten Reste noch zu überwinden. Der einzelne Arbeiter, die einzelne Arbeiterin dürfen nicht ihre wirtschaftliche Eristenz und die Position ihrer Gewerkschaft durch Baga. tellen gefährden. Die Gewerkschaften müssen es felbft verständlich ablehnen, für gedankenlose Handlungen leichtfinniger Personen verantwortlich gemacht zu werden. Das hindert fie jedoch nicht, erzieherish zu wirken, um endlich einmal die Unterlassung der entwürdigenden Bisitationen zu er reichen. Es muß alles unterbleiben, was irgend wie die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingun' gen erschwert, dafür aber alles barangefeht werben, was sie fördert. Streik im Großhandel. Der Groß- Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels hat zum 1. Februar das Lohnabkommen für die Handelsarbeiter der dort angeschloffenen Branchen gefündigt. Während ein Teil der Branchen die für Januar vereinbarten Säße auch für den Monat Februar auszahlte, hatten die Arbeitgeber der mit der unangenehmsten und schwersten Arbeit betrauten Arbeitskräfte in den Branchen Dele und Fette, Dung, Altmetall, Fou. rage und Kolonialwaren eine Lohntürzung von 3 Mar pro Woche selbstherrlich vorgenommen. Nur mit Mühe waren die Arbeitskräfte bei diesem Lohnbetrug in den Betrieben Virginia 3 Prinzess Pryka.... 3 Raconta.... Nilperle Virginia Lord Bezrgoyne Bajazzo 4 5 5 die Wasserstraßen und ihre Anlagen und damit die Schiffahrt gefährdeten. Das Rundschreiben hatte den Zwed, die Bezirks- und die örtlichen Betriebsräte zu veranlassen, für die allgemein gehaltenen Be hauptungen in ihren Berichten bestimmte Unterlagen zu bringen, wozu fie ohne weiteres in der Lage find, da in der Reichswassertraßenverwaltung die jahrelange Zusammenarbeit von Arbeitern, Angestellten und Beamten eine genaue Uebersicht über dienstliche Leistungen und Tätigkeiten sehr wohl möglich ist. keine Rede sein kann, dafür verweist der Hauptbetriebsrat treffend Daß von der Abficht einer„ Nachhilfe" beim Beamtenabbay auf die Tatsache, daß er auf die Abbaustellen teinen Einfluß hat, wie ihn etwa die der„ DA3." finanziell nahestehenden Kreise haben. Seine Tätigkeit stüßt er auf die Bestimmung, daß er auch für die Wirtschaftlichkeit des Betriebes mitzusorgen hat. Wirtschaftlich aber ist bestimmt nicht, wenn der größere Teil der Arbeiter und Angestellten, der produttive Faftor des Betriebes, ausgeschaltet wird, der Berwaltungsapparat jedoch samt den aufsichtführenden Beamten über nicht mehr vorhandene Arbeitsfräfte in vollem Umfange beibehalten wird. Aufficht ist überflüssig, wo nichts mehr zu be aufsichtigen ist. Mit der Betriebsdemokratie halten es die Arbeiter und Angestellten für unvereinbar, wenn lediglich fie allein von dem Abbau betroffen werden. Arbeitszeitkämpfe in Sachsen. Der fächsische Tertilarbeiterverband hat nach der Abc- Rorrespondenz den Schiedsspruch des Schlichters, der die 53 ft ünDige Arbeitszeit fesilegt, angenommen. Dagegen traten von den Leipziger Betrieben bisher zwei der größten in den Streit, während in anderen Betrieben von den Radikalen eine lebhafte Propaganda für die Streifabstimmung getrieben wird. Seit Ende voriger Woche sind sämtliche Hüttenwerte im Freistaate Sachsen stillgelegt. Rund 10000 Arbeiter wurden ausgesperrt, weil sie die im Schiedsspruch fest gelegte 3 eh n stundenarbeit abgelehnt haben. Um die Arbeitszeit auf den Seeschiffswerften. In Riel droht die Schließung sämtlicher Werften für Mittwoch. Die Kieler Werftarbeiterschaft lehnte den Neunstundentag ftritte ab, während die Arbeitgeber an dieser Forderung unbedingt festhalten. Durch die Schließung der Betriebe werden über 10 000 Arbeiter in Mitleidenschaft gezogen. Einigungsversuche Die Bergarbeiterverbände im Saarrebiet haben den Tarif. vertrag mit der( französischen) Bergverwaltung gefündigt, da diefe es abgelehnt hat, die Löhne der Bergarbeiter tros der Inflationsteuerung zu erhöhen. Der Streif der Metallarbeifer in Gent bauert an Nur einige Arbeitgeber haben sich bereit erklärt, die verlangten 5 Broz. Lohu erhöhung zu zahlen Die Zahl der Streifenden beträat 5000. AEG.- Transformatorenfabrik Oberschöneweide. Morgen( Mittwoch) nachmittag 3% Uhr Schlußzahlung an die Ausgesperrten. Spätere Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. AfA- Funktionäre Metallindustrie. Funktionärversammlung morgen( Mitt woch) abend 7 Uhr in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 31( Großer Gaal). Stellungnahme zu der durch die Ablehnung der Berbindlichkeitserklärung für die Angestellten der Metallindustrie geschaffenen Situation. Wichtiges Mate rial wird in der Berfammlung ausgegeben. Jeder Betrieb Das Afu- Metalliartell versammelt fich muß daher unbedingt vertreten fein. um 6 Uhr zu einer Besprechung im gleichen Sofal. AfA- Metallfartell: Günther, Rasper, Rothe. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Erust Reuter; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Fris Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68., Linbenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Nährflocks- Makronen ( Rezept Nr.7) g Dieses feine Backwert, das sich ebenso vorzüglich als füßer Nachtisch wie als Gebäck zu Kaffee, Tee oder Schokolade eignet, wird folgendermaßen bereitet. Man schlägt 3 Eiweiß steif, mengt 300 3ucker am besten Vanillezucker 1, abgeriebene Zitrone und etwa ein halbes Paket Nährflocks leicht durcheinander. Von dieser Masse legt man mit einem Löffel kleine Säufchen auf ein mit Butter bestrichenes und mit Mehl bepudertes Kuchenblech. Dann bäckt man die Matronen etwa 20 Minuten bei mäßiger Sitze. Bedenken Sie immer, daß jede einzelne der leichten, Toderen, goldbraunen Floden einen hohen Nähr- und Genußwert hat, der sich in jedem mit Nährflods bereiteten Gerichte zu einer nährftarten, törperträftigenden Mahlzeit verdichtet, die vorzüglich schmedt, gut verbaut wird und wenig kostet. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Rährflods- Rezeptbuch gratis verlangen. Raconta rund, dick, ohne Mundstück, die neue Avramikos4 Zigarette Mahdi von Cairo... 8 Mahdi- Auslese..... 10 Edle von Hamburg 10 Turrida..... 12 Hausmarke......... 15 6 Pf. für den verwöhntesten Raucher Renata .20 Nr. 83 41. Jahrgang Patrioten im Café. Beilage des Vorwärts Sie faßen und tranfen zwar nicht am Teetisch, sondern am Biertisch, und sprachen nicht von Liebe, sondern von Politik und wahrem Patriotismus, denn sie hatten bereits viel getrunken und waren schon sehr stark deutschnational. Dieser Biertisch stand in cinem Caféhaus in der Friedrichstraße, in dem es so voll war, daß einem der Atem knapp wurde. Und immer noch schoben sich neue Scharen von der Straße herein, und auf dem Podium spielte die Musik mehr mit Schmiß als mit Schmalz, und alles schwamm im Meer der Glückseligkeit. Die. Patrioten am Biertisch aber lebten wie auf einer Insel inmitten allgemeiner Luftigkeit, leerten Glas um Glas und lösten die soziale Frage. Sie fümmerten sich nicht um das Menschengekribbel, durch dessen enge Maschen die Kellner mit schweren Tabletts geschickt sich schlängelten, sie kehrten der Kapelle den Rücken, und wenn die Musiker die Instrumente für ein Weilchen in Ruhe ließen, konnte man ein paar Schlagworte erhaschen, die die Patrioten nur so auf den marmornen Biertisch schlugen.„ Soziale Gesundung... vernünftige Wirtschaftspolitik... nationale Basis... Marristenbande rotes Manassegesindel verdammte Judenbagage" und fo. So richtig Kappistenworten und Kapitelüberschriften einer handlichen, für Hinz und Kunz gleich leicht faßlichen, praktischen Nationalökonomie. unbequem ihnen der Berliner Rassenarztverein ist, die neu gegründete Organisation von Aerzten, die den Kampf gegen die Reichsverordnung nicht auf dem Rücken der Berjicherten ausfechten lassen wollten und sich den Krankenkassen zur ärztlichen Versorgung der Mitglieder zur Verfügung stellten, und wie sehr die Vertragsbrüchigen die von den rantentassen eingerichteten Behandlungs. Räumen von tüchtigen Aerzten unter Benugung aller technischen stellen fürchten, in denen den Bersicherten in menschenwürdigen Einrichtungen die erforderliche Hilfe gewährt wird. Ortstrantentasse, hatte vorgestern Vertreter der Presse zu Die weitaus größte Krankenkasse Berlin, die Allgemeine fich eingeladen, um ihnen einen Einblick in die Leistungen der Augemeinen Ortsfrankenkasse zu geben und ihnen im Anschluß daran den Betrieb der von ihr in der Klosterstraße eingerichteten neuesten Behandlungsstelle zu zeigen. Direktor Albert Kohn von der Allgemeinen Ortskrankenkasse konnte feststellen, daß mit dem Stillstand treten ist, so daß bereits eine er absehung der Beiträge der Geldentwertung auch eine Befferung der Kaffenfinanzen eingemöglich war. Die sechs eigenen Heilanstalten der Allgemeinen Ortsfrankenkasse( Bucow, Müllrose. Doberan, Onbin, Kudowa, Flinsberg) werden bis April sämtlich wieder in Betrieb gesetzt sein. Sohn berührte auch die Aerztefrage und wies darauf hin, daß die Notwendigkeit, die Zahl der Kaffenärzte( jetzt 3700!) einzuschränken, in Staffentreifen längst erkannt war. Mit ihrem Bertragsbruch haben die Aerzte selber den Stein ins Rollen gebracht und den Anstoß dazu gegeben, daß jezt die Einschränkung der Aerztezahl durchgeführt werden soll, wie dieser Vertragsbruch auch die Folge Dienstag, 19. Februar 1924 Dabei entlub sich die Waffe und die Kugel drang Segemüller in den Mund, so daß er tot zusammenbrach. Der Täter wurde festgenommen. Albanische Blutrache". Er betrachtete sich moralisch als verheiratet. Student Mohammed Djemal Bey der Strafkammer des Unter der Anklage des versuchten Mordes wurde der 31jährige Landgerichts II vorgeführt. Der Angeklagte, ein großer, ftattlicher rana und ist türkischer Staatsangehöriger. Er lebt seit 1916 in Mann mit nicht unsympathischen Gesichtszügen, stammt aus Ba Berlin. Nachdem er auf der Universität in Stambul das Literatur. examen gemacht hatte, setzte er in Berlin seine Literaturstudien for! und betrieb seit 1920 auch das Studium der Medizin. Nach kurzer Pause paufte und siedelte die Musik wieder forsch drauf los. Plöglich, nach ein paar Tackten, fuhr der eine der Patrioten am marmornen Biertisch, wie von der Tarantel gestochen, in gehabt hat, daß der seit langem gehegte Plan eigener Behand Mohammed Djemal wurde darauf in Haft genommen und wegen die Höhe, und seine Worte tobten und tollten nur so vor gemachter But. Da habt Ihr die Schweinerei! Was hab' ich vorhin gefagt? Was hab' ich gesa aagt!! Wo bleibt die Achtung vor dem Deutschtum? Spielen die Kerle in einem deutschen Café" Carmen", wo wir so viele gute deutsche Musik haben! Brauchen wir das französische Drecksgedudel? Ein Skandal ist das, ein.. Einer seiner Mitpatrioten, der anscheinend noch nicht ganz doll deutschnational war, wollte die Wogen glätten und warf ein:" Na laß man, ist doch aber eine schöne Musit, diese" Carmen"." Ach was!, Is mir egal! Ne Schweinerei ist es und bleibt es, daß sie hier französische Musik machen!" Da drehte sich vom Nachbartisch einer um und sagte bescheiden: „ Entschuldigen Sie, meine Herren! Die Mufit spielt aber nicht " Carmen", sondern„ Troubadour". Indessen, diese Feststellung, an deren Richtigkeit nicht gerüttelt werden konnte, rührte den Patrioten nicht im geringsten. Mit einer Stimme, in der Kühnheit war und But zugleich, Abweisung und Aerger, furz, die ganze Stala schöner Empfindungen zwischen Stärke, Dürfel und Stolz, wie sie die Seele eines echten Patrioten durchströmt, sagte er:„ Da fönnt Ihr sehen, wie sie sich alle an mir reiben!" Einer der Caféhausgäste aber, der schon lange der praktischen Nationalökonomie der Patrioten am marmornen Biertisch lachend zugehört hatte, warf so recht warm und wohltönend dazwischen: Macy'n Sie sich nischt draus, junger Mann! Lassen Sie sich falt abreiben, dann vergeht das wieder." Anmerkung des Chronisten, damit nicht Berliner in schlechten und schimpflichen Verdacht kommen: Es war am Vorabend der Landwirtschaftlichen Woche! Moses, der an der Konferenz teilnahm, kündigte an, daß die Kassen Iungsstellen endlich verwirklicht wurde. Der Arzt Dr. Julius im Interesse der Versicherten die Beratungsstellen weifer ausbauen werden. Daß diefe einen großen Fortschritt für die Arzt persorgung der Versicherten bedeuten, werden die Versicherten, die bei manchem„ Kassenlöwen" in überfüllten Warteräumen mehrere Stunden ausharren müssen und dann im abgefürzten Berfahren erledigt werden, sehr bald selber erkennen, unbeirrt durch alle Angriffe der Kaffengegner. Dr. Moses wünschte für den Kampf der Aerzte, den er als einen wirtschaftlichen, als eine Folge des mißverhälmifes von baldige Beendigung und Verständigung. GeschäftsAngebot und Nachfrage tennzeichnet, eine führer Julius Cohn von der Allgemeinen Dristrantenfasse erflärte, der beabsichtigte weitere Abbau der Beiträge sei nur durch führbar, wenn die unbeschränkte freie Arzwahl aufhört Sie habe zu einem Konkurrenzkampf der wenig beschäftigten Staffenärzte geführt und so manchen Arzt verleitet, zum Schaden der Kasse darauflos zu behandeln, um sich den Patienten zu empfehlen. Nachher wurde von den Konferenzteilnehmern die Behandlungselle in der Klosterstraße besichtigt. Ueber ihren Betrieb hat der " Borwärts" schon am 7. Februar berichtet. Ein Briefkastenmarder. = Ein Briefkasteneinbrecher wurde von der Kriminalpolizei in megen eines Laubendiebstahls in der Wohnung eines gewissen Weißensee unschädlich gemocht. Die Kriminalpolizei nahm fürzlich Georg Schulz in der Max- Steinte Str. 6 eine Haus juchung vor. Hierbei fand sie Marken, die von Briefen abgelöst und noch nicht gestempelt waren. Frau Schulz, die ollein zu Hause mar, erflärte, fie von einem unbekann. ten" getauft zu haben. Ihr Mann jedoch, der später von der Kriminalpostdienststelle ins Getet genominen wurde, gab endlich zu, Die Arzthilfe für Kaffenmitglieder. daß er fortgefeht Briefkästen erbrochen und ihres Inhalts In Abwehr des Vertragsbruches der Aerzte. beraubt habe. Er behauptet, das mit der bloßen Hand fertiggebrddyt Den Kampf gegen die zum Schutz der Krantentasjen erlassene zu haben. Der Morber will nicht viel verbiert haben, wie er Reichsverordnung vom 30. Oftober 1923 haben die Kassenärzte nicht Briefe darin gefunden. Da habe er wenigstens die Marken ver fagt. Er habe in den Umschlägen nach Geld gesucht, aber nur nur mit den Gewaltmitteln des Bertragsbruches geführt, der bei faufen wollen, aber auch damit wenig Glück gehabt. Nach seinem Fortdauer der Behandlung Versicherter den Aerzten eine beträchtliche Geständnis hat der Berhaftete die geraubten Briefe zum Teil auch Steigerung ihrer Einnahmen, den Kassen aber eine fühlbare Schädigung ihrer Finanzen und den Versicherten die schwer zu erfüllende fagen farm, wird ersucht, sich bei der Kriminalpostdienststelle Königin Gastwirtschaften geöffnet und geleert. Wer darüber etwas aus: Bilicht sofortiger Bezahlung des später von den Kassen wiederzuerstraße 61, Zimmer 442 zu melden. Alle, die in jener Gegend auf flettenden Arzthonorares brachte, sondern man hat auch zu dem anderen und noch anfechtbareren Mittel gegriffen, daß man die von den gegebene Briefe vermiffen, mögen fich an das Bostamt Beißensee wenden, Kaffen zum Schuh ihrer Mitglieder unternommenen und durchgeführten Verfuche, von sich aus die ärztliche Bersorgung der Mitglieder, dem Bertragsbruch der Merate zum Troß, zu ermöglichen, mit Hilfe einer gefälligen Presse als mißlungen hinzustellen sich bemühte. Die nach berühmten Mustern zurechtgemachten Kriegsberichte aus den Kreisen der vertragsbrüchigen Aerzte können nicht darüber hinwegtäuschen, wie 29] ( Nachdruck durch Malif- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Und die weiße Straße geht in der Sonne vor Einsamkeit fich selbst entlang," flüfterte Jürgen. Und glaubte, in dieser Sekunde den tiefsten Sinn des Menschendaseins erfannt zu haben und zu fühlen. Tat einen langen Blick noch auf die weiße Landstraße, weit hinaus. Und wandte sich, schritt schnellen Schrittes zurüd und in die Arbeiterversammlung, deren Ankündigung er im ,, Klaffenfampf" gelesen hatte. 4. Jürgen tassierte den Zins ein bei den Parteien der drei Dietskafernen, zu deren Berwalter die Tante ihn unversehens gemacht hatte, füllte neue Mietsverträge aus, beaufsichtigte das Tapezieren einer Wohnung, ging zwischendurch ins Kolleg. An den Abenden in Arbeiterversammlungen. Eine neue Partei verlangte, daß die Küche frisch geweißt merde. Nach der Tante Meinung war die Küche noch weiß genug. Jürgen mußte vermitteln. Er fah, wie nie vorher in feinem Leben, von Angesicht zu Angesicht die Not. Wurde gegen feinen Willen Zeuge von Haßausbrüchen zwischen Proletarierehepaaren, fah machtlos zu, wie abgearbeitete, macht lofe Väter ihren Zorn an den machtlosen Kindern ausließen; wie Gerichtsvollzieher letzte Stüde pfändeten; mußte Mietzins verlangen von Arbeiterfrauen, in deren Augen unvertreibbar Grám und Sorge hodten, und Mietzins für ein Zimmernicht vier Meter im Quadrat, in dem Mann und Frau, zwei erwachsene Söhne und zwei erwachsene Töchter in drei stinkenden Betten die Nächte, ihr Leben verbrachten. Der Tapezierer war fertig. Jürgen blickte die Band an. Die knallroten Rosen der neuen Tapete wurden lebendig, freiften wie ein Feuerwerksrad. Tragisch- so eine Rofen wohnung! Biele tausend Rosen, und wenn dann die Leute darin leben... ftinfts!" Bor dem Hause, herum um das Kanalgitter, drehten sich drei fahle Proletarierfinder im Ringelreihen. In der Mitte fniete eine Bierjährige und machte das zum Spiel gehörige Märchengesicht. Für diese Kinder scheint das Kanalloch der Mittelpunkt Den Freund erfchoffen. Der 17 jährige Kutier Dito Sege müller aus der Arndtstr. 21 besuchte seinen Freund, den im gleichen Alter stehenden Schlosser Karl wappner in der elter lichen Wohnung Nostizstr. 20. Wappner zeigte dabei eine Armee pistole, die seinem Vater gehört. In der Annahme, daß die Waffe nicht geladen sei, machten beide jungen Leute Bielübungen. zu sein, wie das reich ausgestattete Spielzimmer der Mittelpunkt für die anderen Kinder ist. Daß die Fauft der Armut auch die Kinder würgt, das hat mich schon als Gymnafiaft empört. Und die Kinder, neben denen die Gouvernante geht? Mademoiselle Katharina, Sie dürfen nicht mit den Armen schlenkern. Mademoiselle Katharina, Sie dürfen fich nicht umsehen. Beim Atmen müssen Sie die Lippen geschlossen halten, Mademoiselle Katharina." Es war die Stunde, da die proletarische Jugend, weil sie eigentlich schon zu Hause hätte sein müssen, in der heißesten Spiellust zusammengetan ist. Geschrei durch Straßen. Eratemlos den Verfolger erwartend. higte Gesichter. Gespannte Knabenkörper, in Fluchtstellung ,, Die dürfen mit den Armen schlenkern. Umjehen dürfen die sich auch. Und den Mund können sie aufreißen, so weit sie wollen." Abendglocken läuteten, verklangen. Arbeiter marschierten heimwärts. Der warme Sommerhimmel dämmerte der Nacht entgegen. Laternen funkten auf. Der Tag war schön gewesen. „ Es ist doch schön- man begreifts nur meistens nicht." strömten schon die bleichen Ladnerinnen, sahen in den Himmel Viele Geschäfte waren noch beleuchtet. Aus anderen und streisten dabei die Handschuhe über. Ein Invalide, der feinen verkrüppelten Fuß, der wie eine verkümmerte Hand aussah, nackt auf dem Gehweg liegen hatte, hob die Müße zu Jürgen empor. Du wirst nicht wollen, daß ich leide," sang ein hemdärmeliger Tenor im vierten Stock tragischen Tones vergnügt zum Fenster hinaus. An dem Theater rollten Autos vor und ab. Toiletten stiegen aus. Ein zahnloser Menschenmund rief: ,,... tung mit den neuesten Kursberichten!" Der aus den Zugangsstraßen immer neu genährte Zug derer, die aus den Werkstätten, aus den Fabriken kamen, marschierte vorüber. Alle schritten im gleichen Tempo, nahmen Jürgen mit. Ueber eine eiserne Kanalbrüde, neben der ein Schiffer auf dem Deck im Kochtopf rührte. Vorüber an einem Bureau, in dem zwei beleuchtete, einander belauernde Tuchgrossistengesichter noch einen Abschluß ausfochten. Aus offenen Kneipentüren schlug schlechter Fettgeruch heraus. Die Straßen wurden enger, dunkler, die Häufer kleiner. Unbebaute Stellen, lange, verfaulende Bretterzäune( eine Ratte verschwand), Ziegen auf dem Heimtrieb, ein Schuppen, Geftant. Das fleine Fenster hing an der Erde rotleuchtend in der Finsternis. Die Haustür war nur angelehnt. die Tochter eines höheren Ministerialbeamten, kennengelernt; die Mohammed Djemal hatte im Sommer 1921 eine Witme M., machten wiederholt gemeinsame Reisen. Nachdem es häufig zu Beziehungen entwickelten sich bald zu einem Liebesverhältnis. Beide Eifersuchtsszenen gekommen war, erhielt er von seiner Freundin versuchte eine Aussprache. Bei einer Begegnung auf dem Potsdamer einen Absagebrief. Er wollte sich jedoch nicht abweisen lassen und Bahnhof am 13. November ging seine frühere Geliebte an ihm vor. bei, ohne ihn zu beachten. Er muß ihr aber gefolgt sein, denn fura vor ihrer Wohnung in Friedenau stürzte er plöglich auf Frau M. zu und verfegte ihr mit einem langen Messer einen heftigen Stich, der durch Belzkragen und Kleidung ging und eine fünf Zentimeter tiefe Wunde im Oberarm verursachte. er sich darauf, daß er nach albanischem Recht gehandelt versuchten Mordes angeflagt. Zu seiner Berteidigung beries habe. Er habe sich moralisch verheiratet gefühlt Da seine Braut ihn feines Blickes gewürdigt habe und feinen Gruß nicht erwidert hätte, sei ihm eine Schmach angetan worden, die nur durch einen Tropfen Blut, gemäß seinen heimischen Gebräuchen, getilgt werden könne. Gerichtsmedizinalrat Dr. Thiele malien vorhanden seien. Da er nach seiner Behauptung an epilep. war der Meinung, daß bei dem Angeklagten zweifellos Anozustand des Angeklagten ohne gründliche Untersuchung desselben tischen Anfällen leide, so könne er ein Gutachten über den Geistesnicht abgeben. Der Sachverständige beantragte daher die Aussehung der Verhandlung. Diesem Antrage gab das Gericht auch statt. Einen weiteren Antrag des Verteidigers, zu der neuen Berhandlung auch einen albanischen Sachverständigen darüber zu hören, ob derartige Bräuche in der Heimat des Angeklagten beständen, lehnte das Gericht jedoch ab. Die Fahrpreisermäßigung für Kleingärtner. Vom 1. März d. J. ab wird den Kleingärtnern wieder eine Fahrpreisermäßigung von 50 Proz. für die Fahrt vom Wohnort zum Kleingarten gemährt. Die Ermäßigung wird sehenen Ausweises zugefanden, der von heute ab von den auf Grund eines mit dem Lichtbild des Inhabers per schen und Gärliber Bahnhhofes sowie von der Güter Fahrkartenausgaben des Anhalter, Stettiner, Schlesi. abfertigung Lcheter Bahnhof ausgegeben bzw. bestätigt wird. Bei der Auskunftei Bahnhof Aleranderplay, die bisher auch Ausweise ausstellte, geschieht dies, wie ausdrücklich bemerkt sei, nicht mehr. Für die Ausfertigung des Ausweises wird eine Gebühr pon 20 Pf. erhoben. Vorortverkehr und Sonntagskarten. Im Reichsverkehrsministerium fand kürzlich eine Besprechung mit den Bertretern des Deutschen Ausschusses für Bororiverkehr, den Bürgermeistern Wittgenstein, Uchtmann und Berkehrsdirektor Hallama über die Fragen des Vorortverkehrs und Bertreter des Vereins Deutscher Straßenbahnen, Kleinbahnen und der Sonntagstarten statt. An dieser Besprechung nahm auch ein die Eisenbahnverwaltungen bei der Tariffeftsetzung beeinflussen, u. a. Privat- Eisenbahnen teil. Es tam bei Erörterung der Umstände, die zur Sprache, daß die Fahrkartenpreise von den immer noch sehr hohen Rohlenpreisen, die trop einiger Ermäßigung noch reichlich doppelt so hoch sind wie in der Bor= preise abgebaut werden. Es wurde jedoch bei der Besprechung die friegszeit, abhängen. Es müssen daher vor allem die KohienZusage erreicht, daß die Frage einer relativen Berbilligung der Monatstarten und der Sonntagstarten bei der beabsichtigten allgemeinen Erhöhung der Fahrpreise erwogen werden soll, ferner die Einführung von Fahrtartenblocks zu billigerem Breise und die Wiedereinführung billiger Mittwochskarten. die ganze Macht: cine Macht, so unbeschränkt, daß auch die ,,... Denn überall haben in Wirklichkeit die Monopolisten Schule, Kanzel, Preffe, öffentliche Meinung, Bolizei, Militär, Justiz, der ganze Staat ihr Staat ist und die Regierungen in allen Baterländern nur die Schatten der Monopolinhaber find, Schatten, die, wie der Schatten eines beweglichen Gegenstandes, jede Bewegung dieser Allmächtigen mitmachen müssen. vor dem Knopf, und die Schatten blicken unverwandt auf die Schon stehen die Monopolinhaber aller Baterländer wieder Monopolinhaber, bereit und gezwungen, den Krieg um Rohstoffquellen, Eisenbahnfongeffionen, Absatzmärkte, um den Weltprofit zu erklären in dem Moment, da jene auf den Caslicht auf einem Küchenhocker saß, seinen Vortrag. den Knopf drücken," schloß der Agitator, der unter dem döfenKrieg Katharinas Zimmer mar sehr niedrig. Der Agitator erden Gasarm. Nicht nur für einzelne Menschen, Genoffe hob sich, vorsichtig, um mit dem Kopfe nicht anzustoßen an Jürgen, auch für das Proletariat gibt es, da die ökonomischen Borauslegungen zur Ablösung der kapitalistischen Konkurrenz nenust- weltpolitische Situationen nämlich, in denen das profitwirtschaft durch die proletarische Bedarfswirtschaft längst gegeben find, immer wieder das, was du Schicksalspause Proletariat sich entscheiden fann für die soziale Revolution oder für einen imperialistischen Krieg, in dem Millionen fallen. Das Weltproletariat steht immer wieder in dieser Schicksalspause. Wie wird es sich das nächste Mal entscheiden?" Und während er seine Notizen cinstedte: ,, Der Genosse Jürgen!. Unsere Bezirksführer! Und hier: unser Vertrauensmann." Die neun standen an der Wand lang, hodien auf dem Fußboden und dem Fenstersims. Zwei rauchten aus turzen Pfeifen den Tabat, dessen dunkelblauer Qualm, von dem Spaziergänger unverhofft im Freien eingeatmet, gut riecht und im 3immer wie Gift beißt. Jürgens Augen folgten dem Blicke des Agitators, der lächelnd jagte: Ihr beide fennt einander ja schon sehr lange, hast du mir erzählt." Katharinas Geficht, das außerhalb des Lichtkreises hinter der Schreibmaschine im Schatten hing, fah übermüdet aus. Neben ihr stand ein grauer Emailtelle mit kaltgewordenem Kraut und faltgewordenen Fettbroden, an der Rückwand ein Gastocher und ihr schmales Eisenbett. ( Fortsetzung folgt.) Der Milchpreis und Teuerung. 60 Arbeiter- Sport Mit dem Rade im Schnee. Folgende hübsche Schilderung einer Binterradtour wird uns von einem Arbeiterrabfahrer überfandt: Im Seitenschwimmen fonnte sich Faulde- Breslau weiter behaupten. Beachtenswert war noch der Sieg der Görlißer in der 6X50- Meter- Stafe'te über Neukölln und Breslau. Auch die Wasserballspiele waren spannend. Hier hatten die Görlizer über Union. Berlin einen weiteren Erfolg zu verzeichnen( 3: 2 für Görlik), während das Spiel Breslau- Union unentschieden( 3: 3) verlief. Ein anderes Ergebnis brachten dagegen die beiden Spiele Breslau und Görlitz gegen die tombinierte Mannschaft Vorwärts- Neukölln. Sedesmal war das Resultat 1: 5 für Berlin. Ergebnisse: Männeistafette, 6X50 Meter bel: 1. Görlig 8,30; 2. Roufölln und Breslau 3,32%. Männerbrustschwimmen, Al, A, 100 meter: 1. MrebusReukölln 1,29; 2. Scholz- Breslau 1,81%. Männerswimmen, RL. B, 100 Meter bel.: 1. Howe- NeufBun 119%; 2. Luftig- Union 1,20%. Männerbruststafette, Männerbrustschwimmen, 3 × 100 meter: 1, Menton 4,48; 2. Breslau 4,43%. Männerseitefchwimmen, RI. A, 100 Meter: 1 Faulbe- Breslau 1,17% 2. Jahr ST. B, 100 eter: 1. Geppert- Union 1.36; 2. Creukin- Borwärts 1,36%. und Hampe- Borwärts( tot.) 1 195. Babbeln, 25 Metez topi, 25 Meter fußwärts: 1. Rlein- Neukölln 1,25%; 2. Dahle- Reuföln 1,85. Manneslagenftafette, 4X100 Meter: 1. Neuföün 5,84; 2. Breslau 5,34%; 3. Vormärts 5,58. Männerfäwimmen, sil. A. 100 Met't: 1. Berner- Borwärts 1.10%; 2. PreißerNeukölln 1,11; 3. Sampe- Borwärts 1,13%. Dribbelstafette: 1. Union 1,15%; 2. Breslau 1/ 19%. Männerstafette, 4X50 Meter bel: 1 Union 2.34; 2. Bres Tau 2 49%. Springen: 1. Geibt- Görli 33% Buntte; 2. Röhler- Neuköll 27% Puntte, Wasserball: Union Görlig I; Breslau 1- Roufölln I 1: 5. wärts 1,26%; 2. Aubers- Union 1,28%. Seit einiger Zeit beobachtet man in Berlin ein fortgesezies An ziehen der Milchpreise, deffen Ursachen einiger Erläuterungen be dürfen. Die ländlichen Moltereien faufen die Milch pon den Broduzenten auf und übernehmen die Weiterbeförderung zu den Städten, b. h. nur dann, wenn den Molkereibefizern, die, wie ihre gesamten Geschäftsfreunde, fast sämtlich im Landbund organisiert sind, der Milchpreis zusagt. Erscheint er ihnen zu niedrig, so halten sie die Milch zurüd, um sie zu verbuttern. Schaden können sie nicht erleiden, da fich der Milchpreis fiets nach 3met Mitglieder des Arbeiterradfahrerbundes Solidarität( 7. Abdem Butterpreis richtet, nicht etwa, wie es richtiger und fachlich bestellung) wollen die zwei freien Tage( Weihnachten) in dem schönen gründeter wäre, der Preis des Urproduktes, nämlich der Milch, den Dorfe Dolgow bei Rheinsberg( Udermart) verleben und unternahmen jenigen der Butter bestimmt. dorthin eine Radiour. Wegen der großen Stälte fürzten wir die Tour Nachdem die Butterbörse nach Börsenmanier den Butterpreis infofern ab, als wir von Berlin bis Gransee die Bahn benuzten. Um festgesetzt hat, bestimmt das Milchami den Milchpreis, den es na Rad bei hellem Mondschein, beschnciter Straße und starter kälte 126 Uhr abends dort angekommen, begannen wir unsere Fahrt per Anhörung des Landbundes, nicht etwa unter hinzu nach dem 15 Stilometer weiterliegenden Dolgow. Wir fühlen uns ziehung von Ronsumenten, selbständig festsetzt. Diefe famose Breisfestlegung zeitigt denn auch das Bild, daß das Stöhnen sehr mollig und in bester Stimmung radelten wir durch die Dörfer, wo uns überall brennende Kerzen der Weihnachtsbäume begrüßten. der landwirtschaftlichen Organisationen über den zu niedrigen Milchpreis stets den Erfolg bringt, zunächst den Butterpreis höher Kurz vor Dolgow mußten wir durch einen dichten und hohen Lannenwald. Es war uns gerade fo, als wenn wir in einen Tunnel einzu schrauben, dem dann automatisch der Milchpreis folgt. Mit vollem Recht wies fürzlich der„ Borwärts" auf die unglaubliche führen. Noch finsterer als die Nacht, nur der beschneite Weg zeigte Tatsache hin, daß durch folche machinationen der Preis für infän uns einigermaßen die Spur, aber wir drängten jede Aengstlichkeit dische Butter bei weitem den für z. B. dänische Butter übersteigt, zurüd, denn durch mußten wir und langten wohlbehalten um ganz abgesehen davon, daß die inländische Bare den Wert der däni- 8 Uhr am Biel an, wo wir es uns beim gemütlichen Bauernfchen Ware bei weitem nicht erreicht. Und die Folgen? Das arbei- abendbrot gut fein ließen. 2les stürmte auf uns ein, um die Männerfchwimmen, Al. A, 100 meter: 1. Dahle- Neukölln und Sampe- Bor. tende Bolf hat sich den Milchgeruß schon lange abgewöhnt, Unter- neuesten Dinge zu hören. So beschlossen wir in bester Laune den ernährung und Rachitis herrschen, weil nicht zuletzt ein derartig abend. Inzwischen sette ein Schneetreiben ein, wie es der Berliner wichtiges Nahrungsmittel wie die Milch für weite Aceife unerfaum fennt. Ununterbrochen fielen die dich'en Schneemaffen her. schwinglich ist. In den vorzugsweise von Arbeitern bevölkerten nieder; begleitet vom heutenden Sturm. Als wir am Morgen erStadtgegenden wird fast nur Magermilch konsumiert; in den wachten, war das ganze Dorf buchstäblich eingeschneit. Steiner westligen Stadtteilen dagegen überwiegt in ganz erheb fonnte zum anderen, ohne daß er bis zur Brust in den hohen Schneelichem Make der Berlauf von Bollmilch. Kindermilch. Sahne usw. Schanzen verfant. Aber immer noc) fielen die Schneemassen ber Bahlungsfähige Krcile treiben durch den starken Buttertonfum die nieder. Jede Berbindung mit den anderen Dörfern war abgeMilchpreise immer höher und höher. Für teures Geld fann man schnitten. Am nächsten Nachmittag lente sich das Schneetreiben und in den westlichen Stadtteilen fast überall Schlagsahne erhalten, es fetzte ſtarter Frost ein. Zunächst mußten Gänge freigemacht die das Mildamt für„ Sofosfahne" ansieht. Rundige amüfieren sich werden, um die Viehställe zu erreichen. Jezi fam nun die Reihe allerdings höchlichst über die Gutgläubigkeit amtlicher Stellen. Zur an uns. Wir mußten am nächsten Tage bestimmt wieder zurück, Abwendung der Webelstände, insoweit als sie die Burückhaltung und wollten wir nicht unsere Daheimgebliebenen in Angst und Sorgen Preisfestiehung von unbedingt notwendigen Lebensmitteln, wie laffen. Eisenbahn gab es nicht, und so mußen wir seft handeln. gerate Milch betreffen, sollte man die entsprechenden Zentralstellen Alfo traten wir mit guter Berpflegung versehen um 3 Uhr unter Ser Behörden stärfen. Etatt deffen baut man die Bucher lauten Frisch- auf- Rufen der Bewohner unseren Rüdmarsch an, denn bekämpfungsbehörden ab und entzieht ihnen auch noch an Radfahren war nicht zu denken. In den aufgewehten Schneedie Mittel, als ob wir feinen Wuder mehr zu befämpfen hätten. schanzen waren wir bald verschwunden und mit dem Rade auf den Die interessierten Kreise, wie Landwirte. Händler usw. fernen diese Schultern brachen wir uns durch die wie tot daliegende verschneite Dinge fehr genau. Seitdem man nämlich die Wucherbehörden ab- Bandschaft Bahn. Schweißtriefend erreichten wir den Tonnenwald, baut und ihnen die Existenzmittel beschneidet, erleben wir wieder wo wir etwas Erholung fanden. Denn hier war der Weg besser, ein ebenso schnelles, wie dauerndes Anziehen aller Preise, insbes und zwar weil der Schnee auf den Bäumen lag. Wie die Trauersondere aber der Agrarprodukte. weiden standen die stolzen Tannen da. Bezaubernd war für uns der Anblick. Ein Naturwunder, wie es fich ein Großstädter oder ein Radfahrer, welcher im Winter nicht radelt und hinter dem warmen Ofen fiẞzt, nicht vorstellen fann. Doch wir mußten weiter, denn der Weg war noch weit, und es fing schon an zu dämmern. Immer noch mutig trogten wir den Schiemassen. Jetzt famen wir auf höherlierendes Gebiet und fonnten teilweise etwas fahren. Aber wir hatten noch nicht alle Hindernisse überwunden. Es galt noch eine Schwefonze von 1½ Meter Höhe zu durchbrechen, was uns ichließlich, trotzdem wir schon müde wurden, auch geleng Jetzt lag die größte Arbeit hin'er uns und fo fonnten wir noch leberwindung fleiner Hindernisse bald fahrend, bald laufend um 7 Uhr in Granjee einrüden. Möge die Junorab'erichaft bieraus lernen, daß auch der inter für uns Radler seine Reize hat. Da die verantwortlichen Stellen diese Dinge fennen. wäre es interessant zu erfahren, was sie zu tun gedenfen, um den unter schwersten Lebensbedingungen stehenden Arbeitern die Existenzmöglichkeit zu verschaffen. „ Kofferträger". Ein 63 Jahre alter Berliner Parteigenosse, der den müh fellgen und wenig ertragreichen Beruf eines Dienstmannes ausübt, fendet uns die folgenden Zeilen, die wir um so lieber zum Abdruck bringen, als sie einen fleinen Einblick in die Nöte seines von den Meiften faum beachteten Berufes gewähren: In der Abendausgabe des„ Vorwärts" Nr. 74 vom 13. Februar lese ich den Artifel über Stofferträger". Gewiß ist es trübe, daß durch die Arbeitslosigkeit vieles entsteht, was sonst nicht möglich mare. Aber wer fragt heute banach, daß z. B. ein Dienstmann un befcholten sein muß, und, wenn er das Gewerbe betreiben will, 75 Mart im Sporlaffenbuch zu hinterlegen hat. Auch ich habe mir mit äußerster Not die Pfennige abgebarbt, um diesen Lümmer lichen Erwerb zu erhalten. Jetzt, nach 25 Jahren, wird von mir Nachzahlung in Rentenmark verlangt. Ich habe dama's aus Not den Erwerb als Dienstmann ergriffen, da ich überall zu alt war. Jekt, mit 63 Jahren, weiß ich nicht, was ich anfangen soll. In polidenrente gibt es nicht, trobem id) getlebt habe. Auf den Bahnhöfen wird dafür gesorgt, daß die Batetfahrt alles erhält und der Dienstmann fann hungernd zusehen, wie eine Attiengesellschaft von den Behörden unterstützt wird. Ich kann mir jetzt nicht mehr richtig Kleidung verschaffen. Lagelang bin ich ohne Berdienst. Miete imd Steuern müssen aber gezahlt werden. Ich bin manchmal glüd. lich, wenn ich soviel nerdiene, daß ich den„ Borwärts" halten kann. Dann wird man durch die vielen Kofferträger, die unrechtmäßig unferen Beruf schädigen, auch noch beargwöhnt und als Krösus angefehen. Viele sind fast neidisch auf den 63 Jahre alten Mann, der felbst kaum etwas zu effen hat. Die Bedeutung freier Körperbildung für die Arbeiterschaft war Mas Thema, das Genoffe Lehrer Abolf Roch in einer Fraterversammlung in Moabit behandelte. Der Saal in der Bald. ftrahe war überfüllt, ein Beweis für das Intercffe in unseren Partei freifen. An vielen fleinen Bispielen aus dem täglichen Leben zeigte der Redner die Vernachlässigung unseres Körpers. Jeder möge bei sich beginnen, in seiner Familie mit Vorurteilen aufzuräumen, täglich den Leib pflegen durch Körperübungen, Abreibun gen usw., dann werden wir wieder stolz auf unseren Körper werden. Der Redner befprach die Moabiter Borgänge. Die Auss führungen des Gen. Schitowsti im„ Borwärts" fanden vollfie Ruftimmung. Zum Schluß wurde an der Hand von Tatsachen in Gegenwart anwesender Beugen nachgewiesen, daß die weltliche Gule in Moabit polifommen zu Unrecht mit dem Träger der adttanzgefchrei" verquidt wurde. Gymnaftifübungen ist eine freie, außerhalb der Schule stehende Elternvereinigung, die bereits vor Beginn der weltlichen Schulen wirtte. Alle Angriffe auf den Genoffen Paul'en sind daher nichts als demagogise Bahlheye. In der Aussprache wurde einmütig die Bilege Der Rörnerbildung freiester Art für unsere Schüler gefordert. Eine Befragung ergab, daß nicht eine Genoffin anderer Meinuna war. Mit dem Vortrag des Gedichtes Bedruf" der Gen. Klara Bohm Schuch und dem gemeinsamen Gesang der Internationale wurde die Versammlung geschlossen. , Aus dem Eise befreit. " Infolge der schwierigen Eisverhältnisse in ber ganzen Ofifee, der Mecklenburger Bucht und besonders der GjedferEnge ginnen fchon vor einigen Tagen beim Kommando der Marinestation Oftfee Hilferufe zur Befreiung der zwischen den Eismassen kingefrorenen Schiffe ein Der Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte NEUE A BC Berliner Schwimmer in Breslau. An alle Arbeiter- Schwimmvereine. Die Ausschreibungen im " Freien Wassersport" sind durch die Eigenmädigkeit des Schwg. Biegel entstellt worden. Für alle Bereine des 1. Streifes sind die Ausschreibungen im Borwärts" maßgebend, nicht die im Freien Wassersport". Um weitere Irrtümer zu vermeiden, bitten wir die Vereine, zur Meldeeröffnung am Sonnabend, den 23. Februar, abends 8 Uhr, beim Schwg. Masello, Lichtenberg, Hauptstr. 6, einen Vertreter zu senden. S.-B. Borwärts", Berlin 1807. 1. Arcis, 6. Bezirk( Waffersport). 8u ber am Sonntag, den 24. Februar, patt Berein zwei Borstandsmitglieber entfenden und diele mit Mandaten verfchen. findenden Berzinsvorständefonferenz in Reutöln, Maresdtr. 14, muß jeder Begen der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Teilnehmer erfucht, pünitlich 9 Uhr vormittags zu der Tagung zu erscheinen. Berliner Schwimm- Union 1913. Sonntag, den 24. februar, vormittags 10 Uhr, findet im Bereinslokal von Zorno, 60. 16, Micaeltiroftr. 28, unfere 3ugendfizung statt. Das Eisdeinen fämilther Sugendmitglieder von 8 bis 17 Jahren ist unbedingte Pflicht. Die Uebungsstunden find jest wieder feden Mittwo von 47 bis 49 Uhr im Stadtbad Kreuzberg( Bärwaldstraße) Schillingsbride). Die Badeabende sind für sämtliche Abteilungen reserviert fowie feden Freitag von 47 bis 9 Uhr iut Stabibab Friedrichshain( an ber und ist stets das Mitgliedsbuch aber tarte mitzubringen. Sportarted Charlottenburg. Am Donnerstag, den 21. Februce, abends 148 Uhr, findet eine Karteliigung beim Sportgenoffen Rezdorf, Schloßftr. 33, Geitenflügel 3 Tr., statt. Die Bandererorganisationen find befonders eingeladen. Die Bereine werden gebeten, bie Rartellverbandsbeiträge für Januar, Februar, März à 10 f. für Mitglieder über 17 Jahre mitzusenden. Freie Turners aft Ligtenberg- Friedrichsfelbe, 1. Begizt. Gonnabend, den 23. februar, 48 Uhr, Abteilungsversammlung der Männerabteilung bei Ritter, Schillerstr. 26. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität ,. Gan 9, Bezir? 2. Die Gerieurad ballspiele haben wie bekanntgegeben am 3. und 10. februar in annfet, Reichsabler, ftattgefunden. Gemeldet hatten flinf Mannfdyaften zum 2ez und zwei Mannschaften zum Ser Rabball. Die Resultate find folgende: 2er Radball: Rowawes I 6 Buntte, Lichterfelbe I 9 Buntte, Mariendorf 8 Punkte, Rowswes II 6 Punkte, Lichterfelbe 11 1 Bunt. Ser Rabball: Sidhterfelbe 2 Bunkte 3 Tore, Newawes 2 Bunfte 1 3or. Das Bezirksfaalsportfest findet ant 23. März in Brig bei Raddah, Chauffeeftr. 89, ftatt. Meldungen sind bis aunt 1. März an Hugo Scheler, Berlin- Lantwig, Raiser- Wilhelm- Str. 28, au rimten. Freitag, den 29. Februar, abends 7 Uhr, bei Büttner, Gomcbter Str. 28, Funitionärversammlung für Groß- Berlin. Tagesordnung: 1. StelTungnahme zum Bundestag( 16. August) und zur Jugendfrage. 2. Rennen. Erscheinen der Funktionäre notwendig. Freie Turn tfchaft Groß- Berlin. Mittwoch 7 Uhr Turnveissigung, Niederwallstr. 12( Beschaffung von Sportgeräten ufm.). Sonnabend Winterver gnügen des Vereins im Gaalbau Friedrichshain. Anfang 8 Uhr. Freunde und Gönner des Vereins find hierzu eingeladen. Sonntag Kinderwetturnen in Friedenau, Cnmnasium, Hochmushstraße. Sport- Club ,, Zurich 02"( 50tiigi. d. AABD.). In der neuerrichteten 90abteilung des Bereins hat ein Ausbildungsturius unter Leitung eines hervorragenden Bogtrainers pont Berein Siegfried 22" begonnen, jeben Dens tag abend von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle Rövenider Str. 2( Schlef. Tor). Die B- Mannschaft des Bereins fucht auswärtige Städte- Ringtämpfe mit Bereinen des AADB. auszutragen. Aljährlich im Februar veranstaltet der Schwimmverein Bo seidon Breslau fein zweitägiges Schwimmfest. Auch diesmal hatten wieder die zahlreichen Meldungen der Brudervereine Neufölln( Borwäris, Union), Görlig, Liegniß und Salzbrunn das Fest zu einem neuen Erfolge für die Arbeiter- Schwimmbewegung ge ftaltet. Der sehr gut besuchten Beranstaltung wurden äußerst scharfe und spannende stämpfe geboten. In der Männerbrust- und Lagen Gymnaftum, Sochmuth, Ede Schwalbader Straße. Fehren bis Ringschnhof ftafete fonnten die Schlußleute von Neukölln erst furz vor dem Biel die Entscheidung herbeiführen. In einem Ueberraschungsfieg in der 100- meter- Strede lantete Berner- Borwärts" Preißer Neukölln" mit der guten Zeit von 1,10% Min. vor Rinberwetturnen, 4. Bez, Nordgruppe, am 24. februar, 2 Uhr, in Friedenau, Friedenau- Wilmersdorf. Turngenossen finb am Bahnhof. Bei der Barrenübung für Rnaben ist ein Fehler: Nach dem Grätsäfig folgt einfpreisen und Schraubenfpreisen rechts mit Biertelbrehung rechts und Uebergreifen der linken Sand in den flüchtigen Geiteliereftig( bas rechte Bein bleibt in der Solmengaffe) und fofort lante rechts". Jede Abteilung ftellt zwei Rempfrichter, welche um 1 Uhr zur Besprechung und Einteilung zur Stelle fein müssen. 0 Zwölf Todesopfer bei einer Munitionsexplosion in England. In einer Munitionsfabrit in Glade Greene bei London ereignete sich eine furchtbare Explosion. 11 Frauen und ein Mann haben dabei den Tod gefunden. entfandte den fleinen Kreuzer Medusa", der auf feinem Wege bis zur Gjedjer- Enge nicht weniger als acht deutsche, schwedische und norwegische Dampfer fowie einen Beichtet befreite und die Schiffe nach Warnemünde, teils nach Stiel leitete. Die Gjedser- Enge selbst fonnte der Kreuzer nicht durchbrechen, da die über 20 Zentimeter dicke zusammenhängende Eisdecke alle derartigen Bersuche zunichte machte. Es lief deshalb das Linieniff Braunschweig" aus, das bis zum Südausgang des Gundes vorstoßen soll. Nach eben eingelaufenen Meldungen hat das Linienschiff bereits 20 Dampfer aus der Eisdede gebrochen. Führung von Maria Etuart" die Abonnementsmarken zum Preise von 75 Bi. Schweres Eisenbahnunglück bei Ludwigsstadt. Berbrannte Häuser, Tote und Verwundete. Ein fchweres Eisenbahnunglüd hat sich in Lud. migstadt im Bereich der Eisenbahndirektion Erfurt ereignet. Dort entgleifte ein Eilgüterzug. Mehrere Wagen des Buges gerieten in Brand. Drei Hauser unterhalb der Brücke, auf die bie Bagen stürzten, gerieten ebenfalls in Brand und wurden vollständig zerstört. Sie bilden mit den abgestürzten Wagen ein einziges Trümmerfeld. An Toten find bisher gemeldet: ber Bokomotivführer und der Heizer fomie zwei Beamte des Zugpersonals. Von den Bewohnern der zerstörten Häufer scheint niemand ums Leben gekommen zu sein. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt. Das Unglück scheint durch ein Bersagen der Bremse herbeigeführt zu sein. Großfeuer in einer Kunstmühle. In der Burzener Kunstmühle borm. Sriegich bei Leipzig biadh am 18. Februar früh Feuer aus. Das Feuer nasm raich großen Umfang an; die Mühle ist bis auf bie Umfaffungsmauern niedergebrannt. Die be nachbarten Werte der Kriegich- Müblen fonnten geichützt werden. Die Uriache des Feuere ist noch unbekannt. Ein anderes Groß feuer wütete in Magdeburg Neustadt. Die bekannten Bergnügungsstätten Nationalfe ft tale wurden ein Raub der Flammen. Der Feuerwehr gelang ee, erit nach dreistündiger angeftrengter Arbeit den Brand zu löschen. Der größte Teil der Dekorationsftücke ist verbrannt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Wir machen darauf aufmerksam, daß zuz Borstellung am 2. März, zur inf bezogen werden inuen. Einzelfarten, welche ebenfalls noch zu haben sind, toften pro Stück 1 M. Heute, Dienstag, den 19. Februar, 7% Uhr: Buchholz: Lokal von Roffad, Hauptstr. 51, Vortrag: Die französische Revo Tution". Kreuzberg: Lofal von Reufner, Sagelberger Str. 20a, Vortrag: ,, Die Bortrag: Wissenschaftlicher Gostalismus". Der für Sonntag, ben 23. d. M., große französische Revolution", 2. Teil. Reukölln: Jugendheim Nogaiftr. 53, angefekte Elternabend kann voraussichtlich erst am Freitag, den 29. Februar, stattfinden.- Marienborf: Dorfstraße, Alte Schule, Bortrag: Reiseerzählungen tarische Dichtung". aus dem Orient". Rordoft I: Schule Georgenfirchstr. 2, Bortrog: Ptole Prenzlauer Borstadt: Badeanstalt Oberberger Str. 37, Reinidendorf- Oft: Borttag: Einführung in die verschiedenen Religionen". Sübost( Cōr Seebad Residenstr. 46, Bortrag:„ Entstehung des Kapitals". liger Biertel): Schule Brangelſtr. 85, Bortrag:„ Die Arbeiterjugend als Teg 1: Jugendheim Bahnhofftr. 15, Vortrag: Gozialis mus". Besien: Baugewertschule Rurfürstenstr. 145, Seinrich- Seine- Abend. Wilmersdorf: Sugendheim Hildegardstr. 4, Bortrag: Die SAJ. und die tommenden Reidstagswahlen". Rulturbewegung". Berbebezirk Often: Lichtbildervortrag über Geruale Sygiene" in der Aula der Scule Bange Str. 81. Orteansschuß für Jugendpflege Renton. Seute, Dienstag, 74 Uhr, Nathenau- Schule Boddin fir. 84. Borgeführt wird Der mübe Tod fowie interessantes Beiprogramm. Eintrittskarten für Jugendliche 30 Pf. und für Erwachsene 60 Pf. find am Gaaleingang zu haben. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Bund entschi dener Schulreformer. Dienstag, 19. Februar, 7 Uhr, spricht Oberstudiendirettor Dr. Ernst Goldbed in öffentlicher Bersammlung über Realgymnasium Hohenstaufenftr. 47-48. Sebermann eingeladen. Unkosten. Der Mensch im Ringen um das fosmifche Weltbild im Werner- Siemens beitrag. WELTBEKANNTE BATSCHARI QUALITÄTSMARKEN Fiat While Star Eden PUNONNY Wirtschaft Kalifradh. Die Zustände in der Kaliindustrie spotten jeder Beschreibung. Sezt ist es schon soweit gekommen, daß der Generaldirektor des Ralifynditates dem Leiter der Gruppe Wintershall durch eine öffent liche Erklärung als Elefanten bezeichnet, der im Synditatsladen herumstampft. Unsere Leser sind über die Gegenfäße in der Kaliindustrie unterrichtet. Auf der einen Seite glaubt man den Kaliverbrauch am ehesten dadurch fördern zu Lönnen, daß die Preise herabgesezt werden, auf der anderen will man auf dem Wege der Syndikatswirtschaft die Kaliwertsdividenden mit den Preisen verbunden halten. Die„ Bergwertszeitung" berichtet, daß es sich jetzt nicht um den Auslandsabsah, sondern un den Inlands abjah handele. Der Wintershallkonzern habe die Initiative ergriffen und sei für radikale Maßnahmen durch Preisabbau eingetreten. Dem stellen sich die Kaliindustriellen entgegen, die felbft finanziell mit den allergrößten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, d. h. für deren Werke die Preise vielfach bereits an der VerLuftgrenze angelangt sein sollen. Um aus diesem Streit der Meinungen herauszukommen, hat die Leitung des Wintershallkonzerns energische Schritte unternommen. Das geschah zu einer Zeit, als bas Ralisyndicat noch dauernd die Deffentlichkeit darüber unterrich tete, daß ein weiterer Abbau der Kalipreise undenfbar sei. Jetzt schickt der Generaldirektor Forthmann eine Erklärung herum, in der es ut. a. heißt: " Die Zustände in der Kalindustrie sind so heillos verworren, daß eine ersprießliche Führung der Geschäfte des Kalisyndikats fast zur Unmöglichkeit geworden ist. Rein Gemeinsinn, feine Solidarität, sondern traffer Egoismus beherrscht die Situation und sucht die Früchte der Arbeit und Sorgen anderer billig zu ernten. Bie der Elefant im Borzellanladen, so tappt der Führer des Wintershallfonzerns im Syndikatsladen herum. Charakteristisch für die Gewaltpolitik von Wintershall ist das Zustandekommen des Achtmonatszielfredits an die Landwirtschaft. Wintershall stellte dem Ralifyndifat mit 30ftünbiger Frist einfach das Ultimatum, diesen Kredit sofort allgemein einzuführen oder die Lieferung von einer Million Doppelzentner Reinfali bis 15. April 1924 durch die Werke dieses Ron zerns ohne Rücksicht auf die wirkliche Beteiligung am Absag mit diesem Ziel zuzulaffen. Aufsichtsrat und Vorstand des Kalisynditats wurden geradezu gehandicapt, denn bevor sie zu diesen in der Geschichte der Kaliindustrie faum dagewesenen Anträgen, die dem Synbitatsvorstand eine flagrante Berlegung der wichtigsten Bestimmungen des Gefeßes über die Ermächtigung der Kaliwirtschaft und des Syndikatsvertrages zumuteten, Stellung nehmen fonnten, wurde das Achtmonatsziel in der ganzen deutschen Breffe angetündigt. Mit Hilfe der zuständigen Ministerien und der Reichshant find dann schließlich Mittel und Wege gefunden worden, um im Interesse der Düngung der Neder mit Kali, die durch die Pressebeunruhigung in Frage gestellt worden war, zur Erzielung einer guten biesjährigen Ernte den Versuch eines AchtMonatszieles durchzuführen, ohne gleichzeitig Dugende von Werfen mangels rechtzeitigen Einganges der Rechnungsbeträge der Stillegung und der bamit verbundenen Entlaffung von Angestellten und Arbeitern preiszugeben." Die„ Deutsche Bergwertszeitung" ist über die vorstehende Gr. flärung entrüftet, weil innere Syndicatsstreitigkeiten damit vor aller Deffentlichkeit enthüllt würden. Wir halten das für ganz nüßlich, wird doch dadurch gezeigt, von welchen Gesichtspunkten aus heute Rafipolitit getrieben wird. Ueberbies erfährt man aus der Erklärung, baß der Achtmonaiskredit für die Landwirtschaft erst als eine recht fimmerliche Angelegenheit geplant gewesen ist und dann durch den Wintershallfonzern eine andere Form bekommen hat. Besonders verblüffend wirkt, daß Herr Forthmann sich jetzt über die Presse. beunruhigung im Zusammenhang mit dem Achtmonatskredit für die Landwirtschaft außerordentlich aufregt, während doch gerade er für die gründliche Verbreitung jenes Abkommens durch alle Telegraphen Bureaus sich eingesetzt hot. " Zuzugeben ist, daß die Wintershallmethode, mit dem Revolver zu fnaden, nicht gerade sympathisch anmutet, aber darüber waren wir uns schon lange im flaren, daß der Berkehr mit Kapitalisten fein Spaziergang im Rosengarten ist. Davon fönnen auch die Kaliarbeiter ein Liedchen fingen. Für uns ist wichtig, daß der Kali. abfaz gefördert wird und daß die Kaliproduktion steigt. Alles andere ist Intereffenpolitik der Kalikapitalisten. Ein dringende Notwendigkeit. Die Bedeutung der Konsumgenoffenschaften ist vielen Mitgliedern und auch nichtorganisierten Berbrauchern recht eingehend nahegelegt worden in denjenigen Orten, wo in der Zeit der Birtfchaftsta aftrophe aus den hinreichend. bekannten Gründen die Genoffenschaft den. Geschäftsbetrieb einstellen mußte. Wo die Händler Theater Lichtfpicie a. Staats- Theater Opernhaus widder allein die Warenverteifung betrieben, hatten sie es in der Hand, die Preise nach Belieben festzusetzen und selbstverständlich den Brefit zu steigern. Man hat sich mi unter foçar über einheitliche Preise verständigt und so jede Konkurrenz ausgeschaltet. Daß die Mitglieder unter diesen Umständen drängten, den Geschäftsbetrieb der Genossenschaft wieder aufzunehmen, war selbstverständlich. Sie ha'ten erfahren, welche Wirkung eintritt, wenn die Genossenschaft fehlt. Das sollte man aber heute allgemein berücksichtigen und darum die Betriebsmittel wieder auffüllen helfen. Auch Groschen häufen sich schließlich zu ansehnlichen Summen und können fatastrophe hat alle schwer geschädigt, vor allem die Genossenschaften. der Genossenschaft große Dienste leisten. Die Geld- und Wirtschaftswollen wir sie nun" links" liegen lassen?, so fragt das Sekretariat des Berbandes Thüringer Konsumvereine, und antwortet fogleidh: Mein, gerade dadurch, daß wir die Genossenschaft wieber leistungsfähig machen, werden wir den Schaden, den uns die Entwertung der Mart gebracht hat, am ehesten wieder gutmachen tönnen. Wenn die Genossenschaft wieder in alter Weise arbeiten fann, wieder alle waren vermittelt, dann werden wir in furzer Zeit gewiß mit geben. Erinnern wir uns doch an die Zeit vor dem Kriege, wie hat Zins und Zinseszins von ihr wiederbefommen, was wir ihr jetzt fich da die Hausfrau gefreut über die Sümmchen, die sie sich beim Unmut beseitigen. ihn aber vor allem nicht an der Genossenschaft aus. Einkauf" in der Genossenschaft ersparte. Darum müssen wir den lassen, sondern Einzahlungen auf den neuen Anteil vornehmen. Der neue Monumentalbau der Leipziger Technischen Meffe. Obwohl die Leipziger Technische Messe in den letzten Jahren an Ausdehnung außerordentlich zugenommen hat, reichen die vorhanbenen Ausstellungsräume der starten Nachfrage nach Ausstellungsplägen gegenüber doch nicht mehr aus. Die Leipziger Messeftellungshalle im Herbst 1923 auf der Technischen Messe Quadratmeter hat und nach ihrer Vollendung in diesem Sommer in Angriff genommen, die eine bebaute Grimdfläche von 16 400 21 000 Quadratmeter. Ausstellungs- und Verkehrsräume enthalten wird. Drei Anschlußgleise der Reichsbahn führen in das Innere 20 Tonnen sowie eine Anzahl von Elektroflaschenzügen die an der Halle, in der drei Laufträne mit einer Tragfähigkeit von je Empfangsgebäude der Halle sind außer den Empfangsräumen die tommenden Meßgüter auf ihre Ausstellungspläge bringen. Im und Erfrischungsräume untergebracht. Ausgedehnte Lagerfeller für verschiedenen Bureaus, Auskunftsstellen, Sigungsfäle, BorführungsPackmateria: und sonstige Nebenräume vervollständigen die Anlage. mentalen Wirkung ebenso wie die Kuppelhalle und das Haus der Boraussichtlich wird die neue Riesenhalle, die in ihrer monu Elektrotechnik" eine Sehenswürdigkeit der Technischen Messe bilden wird, die Schwermaschinenindustrie und verwandte Industrien als Aussteller aufnehmen, Fragen des praffischen Baubetriebes. Das Außeninstitut der Technischen Hochibule Berlin, Deutsche Gesellschaft für Bauingenieur wesen, veranstaltet drei Vorträge mit Sichtbildern über Fragen des prattiiden Baubetriebes. Am 27. Fe bruar spricht Privatdozent Dr.- Ing. Haise Berlin über: Die Periode des schwankenden Geldftandes als Bildnerin bleibender Werte im Verdingungswesen. Am 6. März Dr.- Ing. übler. Mannheim fiber: Anwendungsgebiete der Breßluft im Baubetriebe. Durchschnittspreise im Verkehr des Berliner Lebensmittelgroßhandels mit dem Einzelhandel vom Montag, 18. Februar. 225 00-270,00 23,00-25,00 Die Preise verstehen sich in Goldmark für je 50 kg frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose.. 15,75-16,80 Röstkaffee Zentralam... 320,00-400,00 Gerstengrütze, lose... 15,75-16,50 Röstkaffee Brasil Haferflocken, lose Hafergrütze, lose .... 14, 0-15,0 Malzkaffee, gepackt 15,50-16,50 Röstgetreide. lose Rogenmehl 0/1 13,00 14,00 Kakao. fettarm Hartgrieß Welzengrieß 18,10-18,80 Kakao, leicht entölt 22,00 25,50 Tee Souchon 342,00-350,00 14,75-15,75 Tee, indischer 425,00-43,00 17,0021,00 Inlandszucker basis met. 37,5 39,03 7% Weizenmehl Weizen Auszugmeh!.. 15 00-16,00 100,00-12,00 ... 13,00-150,00 Speisee bsen, Viktoria 19,01-24,00 Inlandszucker Raffinade 41,00-43 09 Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Perl Langbonnen. handveries. Linsen, kleine Linsen, große Linsen, mittel Kartoffe mehl ..... Makkaroni, lose...... Makkaronimehl Schnittnude.n, lose.. Burma II unglasiert Siam Patna I glasiert.. Grober Bruchreis. choice Rincäpfel, amerik. extra Getr. Pflaumen. **** 1 • 70,00- 72,00 16,00-18,00 Zucker Würfel....... 46,00-47.00 20,00-24,00 Kunsthonig 40, 0-45,00 30-31,00 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-111,50 26,00-33,00 Marmelade Vierfrucht 36,00-55,00 36,90 40,00 Steinsalz, lose 415-45 00 Siedesalz. Jose 16,0 18,00 Bratenschmalz in Tierces 40,00-45,00 Purelard in Tierces 36,00-33,0 Speisetalg in Packung 21,00-26,00 Speisetale in Kübeln 17,50-19,00 Margarine, Handelsm. I 24,50- 27,08 desgi II. 16,50-17,48 Margarine, Spezialm. I.. desgl. II. 115,00-125,00 Molkereibutter..... 43,00-48,00 Landbutter 80,00-90,00 Auslandbutter 3,704,00 4,80-8.20 68,75-70,00 48,00-52,00 47,00-49,00 56,10 48,00-52,00 76,00 $ 7,00-59,00 220,00-226,00 198,00-200,00 Korinthen in Kist. choice 220,00-226, 0 Rosinen in Kisten, Candia 75,00 85,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00-36.08 Sultaninen in Kis en... 85,00-95,00 Speck, gesalzen, fett... 60,00-64,00 Mandeln, bittere Bari.. 130,00-130 00 Quadratkäse........ 40,00-50,00 Mandeln, süße Avola.. 145,00-160,00 Quarkkäse 35,00 50,00 Kassia Vera ... 110,00-120,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 115,00-125,00 Kümmel, holländischer. 145,00-150,0 Tilsiter Käse. halblett. 55,00-65,00 Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 Aust. ungezuck. CondensWeißer Pfeffer. 130,00-141,00 milch 48/16. 24,00-26,00 Rohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 Inländische desgl. 48/12 19,10- 21,00 Rohkaffee Brasil..... 17., 00-200,10 Inl. gez. Condensm. 48/14 29,00-31,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Seciferrin Nervenstärkend 6 Uhr Palestrina Volksbühne Th.i.Admiralspalast Täglich Kammer- Oper Opernhaus an. Königsolatz 7%, Uhr: Madame Butterfly Schauspielhaus 7 UT Nathan der Weise Schiller Theater 7 Uhr zum 25. Male: Allabendlich 7 U. 18 Uhr: Don Carlos Regie: Dr. Georg Lützowstr. 112 blutbildend Ant 12. März Pribaldezent Drug. Garbos Berlin über: Massenförderung auf Banstellen. Die Vorträge finden 5-7 Uhr abends in der Technischen Hochschule( Saal 120) statt. Nach den Borttagen ist eine Aussprache vorgesehen. Breife für Nichtmitglieder: für drei Vorträge 8 M., für einen Vortrag 1 M. Karten verlauf: Technische Hochschule, Bimine 188, fowie an der Abendtaffe. Groß- Berliner Parteinachrichten. Niang, arbeitslose Mitglieder der BSPD. Groß- Berlins! lung im großen Saal des Gewertschaftshanfes, Engelufer 25. Heute, Dienstag, 19. Februar, necmiffags 1½ Uhr, Versamm Bortrag des Genoffen Stadtrat Rosin fiber: Arbeitslosigteit, Gemeinden und öffentlicher Wohnungsbau. Ohne Mitgliedsbuch der BSPD. kein Zutritt. Der Bezirksvorstand. 3. Kreis Webbing, Fantow and Reinidendorf. Referentenfurfus Dienstag, den 09. Februar, 7 2hr, tu der Fortbildungsschule Grünthaler Str. 5, Klassenzimmer Hof inte. 19. Kreis Pantow. Siehe 3. Streis Webbing. 20. Streis Reinickendorf. Giche 3. Rrris Wedding. 2. Areis Tiergarten. Mittwoch, den 20. Februar, abends 7 Uhr, Kreis vertreterversammlung in den Arminius- Hallen, Bremer Str. 73. Stel lungnabure sum Barteltag und den Reichstagswahlen. Wahlen. Mit glieber tonnen als Gäfte feilnehmen. 9. Kreis Wilmersdorf. Die Arbeitslosenversammlung fällt aus.- Beamten vertreter. Abteilungsobleute und Werbeausschüsse: Dienstag. ben 19. s bruar, 8 Uhr, wichtige Sihung bei Btepez, Solsteinische Str. 60. Bericht des Kreisobmannes. Mittwoch, den 20. Februar, 7 Uhr, Kreisdeles giertenversammlung unter Ruziehung der Bezirkstagsbelegiezien bei Rohr, Stadtpart, Raiferallee 81-52. Bortrag des Genoffen Stein: Die Auf gaben des Parteitages". Aufstellung der Kandidaten zur Parteitag und Reichstag, Butritt nur gegen Delegiertenauswels. 5. Kreis Fricbrichshain. Mittwoch, den 20. Februar, 7 Uhr, Kreisvertreter Fonferens in Schmidis Gesellschaftshaus, feuchtste. 86a. Tagesarbnung: 1. Die tommenden Meichstagswahlen und die Tätigkeit ber Relchatags. frattion". Referent Genosse Hugo Seimann, M. b. S. 2. Distuffton. 3. Beratung ber Anträge zum Barteitag Aufstellung der Kandidaten zum Reichstag. 5. Ausstellung der Barteitagsbelegierten. Alle Delegierter und Abgeordneten des Kreises Delegiertentacion und Barteimitglichsbuch mitoringen. 14. Areis Reukölln. Mittwoch, ben 28. Sebruar, 7 Uhr, im Starisgarten. Rarlsgartenfiraße, Kreisrertreterversammling. Bertrag des Genoffe Franz Rinfiler,. d. St.: über Die Aufgaben bes Bariciiages". Auf tellung der Kandidaten zum Barfeitag unb Reichstag. 15. Streis. Mittwoch, den 20. februar, 1½ Uhr, Arelovertreterversammlung im Restaurant, um Einsiedler" am Bahnhof Niederschönemeide- Johannis thal. Referat der Genoffiu Elfriede Annça, M. d. R. 20. Kreis Reinienbors. Mittwood), ben 20. Februar, 61 Uhr, Kreisvertreter versammlung im Lokal Muster( Inhaber Freiheit), Reinidendorf- West, BerIiner Str. 29, Ede Humboldtstraße. Tagesordnung: 1. Gtellungnahme zum Parteitag. 2. Borschläge für die Reichstagslandidaten. 3. Anträge zum Barteitag. Mitgliedsbuch und Delegiertentarte legitimieren. 16, Krets Köpenie. Donnerstag, den 21. Februar, 7 Uhr, Kreisvertreterver sammlung in Köpenick, Lotal Gtippekohl, Schönerlinder Str. 5. Bortrag bes Genossen Künstler, M. d. R., über der Parteitag und die Reichstagswahlen". Anträge. Heute, Dienstag, den 19. Februar: Sungsosialisten. Gruppe Tempelhof- Marienburf: 7 Uhr in Jugendhei Tempelhof Enzeum. Germaniaftr. 4-6. Lichtbilbervorizag des Genoffex Sippauer über ,, Berben und Bergehen im Weltenraum". Gruppe Süden: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenfis. 8, Fortegung der Auss sprache über das Thema Wirtschaft und Sozialismus". Einführung: Ges noffe Dr. Hermberg. Morgen, Mittwoch, den 20. Februar: 4. Ast. 7% Uhr Sihung der Kommunalen Kommiffion bet Schwarz, Blanken feldeftr, 10. 20. st. VCBD.- Konsumgenessenschaftler: 7 Uhr Mitgliederversammlung der 122, und 155. Berkaufsstelle bei Fritfo, Drontheimer Str. 4. Stellungnahme zu den Delegiertenmahlen zur Generalversammlung. 37. Abt. Pünktlich 7 Uhr bei Genf, Korsörer Str. 2. Sikung der Funktionäre und Kreisdelegierten, Kein Funktionär oder Kreisbeieglerier darf fehlen. 49. Ubt. Echwerhörigengruppe. Bünktlich 7 Uhr im Jugendheim Sinden traße 3, 2. Sof, 8 Tr., Bersammlung im Distusfionssimmer. 51. bt. Charlottenburg. 7 Uhr Sahabend der 2. Gruppe bei Saffner, Dandelmannstr. 1 Vortrag. $ 2. st. Steglis. 7 Uhr im Lobal Selfhefe, Ahornfie. 13s, Mitgliederun fammlung. Thema: Gibt es eine Berständigung mit Frankreich?" Refe. rent Genoffe Dr. Jefchko. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 20. Februar: 64./53. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr im Jugendhelm Rofinenstr. 4, 1 r. Bortrag des Genoffen Schmider: Warum sollen wir unsere Kinder vput Religionsunterricht fernhalten?" 85. Abt. Kemp loaf. 7 Uhr bei Base, Berber, Cds Kaiser- Wilhelm- Straße Bortrag der Genoffin Witthauer, 137. Abt. Reinickendorf- Weft. Der Frauenabend findet nicht am 20., fonders am 27. Februar statt.( Kinderhort Auguste- Bittorta- Allee.) 12. Streis Steglit, Sichterfelbe, Bentwis. Donnerstag, den 21. februar, 7½ Uhr, Frauenfonferens in Etowaffers Wirtshaus, Stephanstr. 1, in Südende. Neuwahl der Kreisvertreterin und einer Delegiertin für die Frauenkonferenz des Parteitages. Ane Genofinnen sowie die Vorstands mitglieder des Arelfes und der Abteilungen find eingeladen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 95. st. Sleuföln. Die Einäscherung des Genoffen Fleischer findet aux Mittwoch, den 20. februar, 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg fiatt. BORG Große Volksoper Theater Romische Oper Metropol- Varieté des Westens Allabendlich 7 Dranter and drüber Prizebenen V. J.P. Reicnarut/ Johann, d. 7, Uhr: Die Entführung aus d.Serail Die größte Revue munt. Selfensleder m alten Volkslied. A Lessing- Th. Deutsch Opernhaus Die Verwandelte Katze von Offenbach. deute b. Donnerst is Was ihr wollt 7, Uhr. 1001 Nachi Freit. 7 Uhr. Paust Intimos Theater 7 U.: Columbus Deut. Künstler- Th. Der Hinduprinz Deutsch. Theater Allabendi 7: Der Schrel a w. Menes Operetten- Th. Säglich 7% Uhe: The Uhre Theater Die Guido Thielscher 7 Uhr: Señora Metropol- Theater Scherz, Satire, honie und tiefere Bedeutung Kammerspiele 7 Uhr: Der Nebbich Theater 1. d. Königgrätzer Str. 7.30 Unr: Sommernachtsti aum Komödienhaus 8 Uhr: Central- Theater Marietta Operette v. Kollo Alte Jakobstr. 3. Heues Theat. a. Zoo Tägl. 8 Uhr: C 71 Uhr: Dentugle Nacht Die Novität: LILLY FLOHR in Schwant i. 8 tt. FranzArnold u.ErnstBach. Der damme Meine Tochter Otto Elso Back- Claire Rommer- Sibyl Smolowa Camilla Spira Heinrich Neues Volkstheat. Marlow August Uhr Der Grai Operette in 3 Akten von Luxemburg Renaissance- Theat. hochzeit Rose- Theater U: Revolutions Jolandas letztes 73 Unr: Abenteuer Residenz Theat. Tägi.& Uhr. Androklus u. der Löwe von Bernn. Shaw Trianon Theater Tägi. 8 Unr Die nackte Tänzerin Lustsp v. K. Lother 8 U Kleines Th. Devisen D. Glücksmädel Thalia- Theater ReichshallenTh. Täel. U. 1.Sonnt. 3U. Stettiner Sänger SCALA Täg 8 Unr. 12 VARIETEKomöd. v L.Schmidt KUNSTKRÄFTE. Falkenstein, Limburg 7 U.: Frasquita am.-S. Jadlowker. Martha Serak Theater i.d.Kommandantenstr Weg Vorbereit zur Premiere geschloss Wallner- Theater U Mad. Pharao Gorina, Leux. Ming. Läutner, Ritter Lustspielhaus Uhr: Der Held des Westerlandes! Tony Tetzlaff Leo Paukert- Berthold Relaig. Apollo- Theater 7 Uhr Dir.James Klein 7, Uhr Das wei ristor Schauspiel: Velk und Krone 1. L. Teil aus Bismarck- Trilogie Em.Ludwigs Ueber.00 Mitwirkende! Dargestellt v, d. uremicentest. Bühnenkünstlers Neue Welt A. SCHOLZ Hasenheide 108-114 Täglich Mien- Berlin Rockbierfest i. d.bayer.Alpen Unterhaltungs- Varieté Jegerste Täglich 8 Uhr: Das große Programm mit Carl Praun u.& Die bekannte warme und kaite Küchell Große Bier- Abteilung Sonnabends.Sonntags nachmittags 4 Uhr Das große Programm! Ungekürzte Vorstellung. Eintritt 90 Pt. des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Walhalla Theater Weinbergsweg 15 Welt attraktionen asino- Th. 8 U. Der neue Schlager Die Mali vom Steinhof s U. Theater 8 U. ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER TEE Behrenstr. 54 8 Uhr: W Das.KlasseProgramm WINOBRIEN Varieté- spielplan Rauchen gestattet. Th.a.Kottbus.Tor Täglich 7'/ Uhr u Sonnt. nachmittag 3 Uhr ElteSänger Das neue Febr.Pro ramm! Stabilsservent Cafe 8 Kapellen/ Rutschbahn/ Bayer.Mad' Folies Caprice Elka Dienstag, den 19. Febr: Prämiierung der kräftigsten Dame im Heben Berufsathletinnen s ausgeschios.) 3 bare Geldpreise: 30, 30, 20 M. 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Nach Referaten der Genossen Fellisch und Arzt gelangte folgende Entschließung einstimmig zur Annahme: Die Parteifrife in Sachfen wirft hemmend auf die Parteiorganisationen und muß bald, möglichst noch vor dem Reichsparteitag, beseitigt werden. Die Kreistonferenz ersucht den Partei= vorstand, eine Aussprache zwischen dem Landesarbeitsausschuß und der Landtagsfrattion bald herbeizuführen, deren Ziel die Beseitigung der Krise sein muß. Die Berständigung foll auf der Grundlage versucht werden, daß ein zu berufender Landesparteitag Richtlinien aufstellt für eine selbständige, flare und vorausschauende Landespolitik." Eine Entschließung, in der der Frattions minderheit das Vertrauen ausgesprochen werden follte, wurde gegen 31 Stimmen abgelehnt. Ms Reichstagskandidat wurde der bisherige Abgeordnete Richard Schmidt- Meißen mit 66 Stim men erneut in Vorschlag gebracht. Der mit zur Wahl stehende Genoffe Paul Levi erhielt 11 Stimmen. Der Landesarbeitsausschus Sachsen der BSPD. nimmt am Montag in einer längeren Zuschrift an die Parteipreffe zu dem ablehnenden Beschluß des Gesamtministeriums in der Sache des Boltsbegehrens auf Auflösung des Landtages Stellung. 11. a. wird auch der Vorwurf der bürgerlichen Presse, die bekanntlich behauptete, daß auf den Unterschriftslisten gefälschte Unterschriften gewesen wären, zurückgewiesen. Richtig fei, daß in einigen wenigen Fällen Unterschriften gleichzeitig für die Ehefrauen mit abgegeben worden seien, doch habe man diese Unterschriften streichen fönnen, da vorsorglich 700 Unterschriften mehr beigebracht worden wären, Ein sehr harter Wahlkampf bei dem den Monarchisten sowohl wie den Kommunisten jedes Mittel zur Erreichung ihrer Ziele recht fein wird, ist bei der demnächst bevorstehenden Reichstagswahl auszufämpfen. Durch eine Ueberrumpelung werden diese beiden Parteien versuchen, die notleidende Arbeiterschaft und das mit ihr sympathisierende Bürgertum in Berlin zu verwirren und irrezuführen. Das muß verhindert werden, durch gehörige Aufklärung der Wähler und Wählerinnen. Hierzu bedarf es enormer Geldmittel, über die der Bezirksverband, weil er weder Stipendien aus Mostau noch Zuwendungen der Großunternehmer erhält, zurzeit nicht verfügt. Freiwillige Beiträge zur energischen und erfolgreichen Führung diefes Kampfes fende deshalb jeder, der es kann, fofort auf Berlin Re. 18743 an Alex Pagels, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Die Einzelnummer des 12seitig gehaltenen Blattes foftet 10 P jährlich bei Zusendung unter Kreuzband 1,50 Mr. Bestellungen find zu richten: an das Allgemeine Arbeiters bildungsinstitut in Leipzig, Braustraße 17. Die sozialistischen Studenten Deutschösterreichs hielten in Wien einen start befchicten Delegiertentag ab. Bertreter des Parteivorstardes, der Bereinigung sozialistischer Hochschullehrer und zahl reicher anderer Körperschaften, auch der Bürgermeister von Wien, Gen. Geiz, begrüßten den Kongreß, auf dem auch Otto Bauer ein Referat erstattete. Während Richtungsstreitigkeiten überhaupt nicht auftraten, ergaben die Tätigkeitsberichte u. a., daß die aufstrebende sozialistische Organisation an den Hochschulen sich mit Ser flerifalen und der zurückgehenden deutschnationalen Studentenbewegung durchaus messen fann. Zur Abwehr reattionärer Ge= walttätigteiten besteht die Akademische Legion, nach der von 1848 so genannt. Die fozialistischen Studenten, unter denen nicht wenige Proletarierkinder sind, besitzen eine eigene Speiseanstalt( Menfa), einen Studier- und Lesesaal, zwei Studentenheime, eine Wirtschaftshilfe mit brauchbarer Krankenversicherung und eine Kreditkasse, eine Stunden- und Stellenvermittlung. Eine Kleiderfrebitaktion ist in Borbereitung. Zehn Gewertschaftsstipendien ermöglichen ebenso vielen Kindern gewerkschaftlich und politisch organi fierter Genossen das Studium. Es besteht auch schon eine sozia liftische Organisation für höhere Schüler, die in Deutschösterreich Mittelschüler genannt werden. Straße, nachm 44, abends 73 Uhr: Großes Programm Koch& Leeland stets im Zeichen der Mode! und Förderer seiner Tätigkeit eine eigene Monatsschrift herausgibt. Sie trägt den Titel„ Der Kulturwille" und Café Zielka Varleté- Kabarett, Friedrichstraße 60. Ecke Leipziger dient in erster Linie den Aufgaben des Leipziger ArbeiterbildungsInstituts. Daneben enthält sie aber auch mancherlei, was für die allgemeine fozialistische Bildungsarbeit von Intereffe ist, so daß unsere auf diesem Gebiet tätigen Genossen wertvolle Anregungen daraus schöpfen können. Aus dem Inhalt feien die folgenden Bei träge erwähnt: Aus dem Schwalbenbuch( Gedicht); E. Grisar, Schreie in der Nacht( Novellette); B. Hartig, Ueber die Möglichkeit proletarischer Kunst; Der Kulturwert des Achtstundentags; ArbeiterSozialistischer Kulturwille. Während der Staat die Kulturein- feiern: Wittber, Käte Kollwig; Dr. E. Jahn, Theaterveranstaltunrichtungen abbaut, baut die Arbeiterschaft die ihren wieder auf. gen; Mitteilungen des Reichsausschusses für sozialistische BildungsEinen schönen Beweis hierfür bietet das Arbeiterbildungsarbeit; Das Februarprogramm des Arbeiterbildungsinstituts. Jede institut in Leipzig, das ab 1. Februar für die Freunde Nummer enthält eine Bildbeilage. MASSARY DELFT ΚΟΝ LINON Edel wie der Name RahDeutscher Metallarbeiter- Verband Sternzwirne, gane Twist Achtung! Drüder Hofenträger, Auswanderer Dezimalwagen Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. Großes Lager. Georg Wagner Köpenicker Str. 71 Kein Ladengeschäft Reichels Husten tropfen helfen sicher in Droger. u. Apoth echt nur mit Firma Otto Reichel. Berlin 43, Eisenbahnstr. 4 Herrenstoffe Kammgarn" 12.Gabardine, neue Farben, Mir. 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