Nr.85 41.Jahrgang Ausgabe Nr. 42 Bezugspreis: Wöchentlich 85 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Gaar- u. Memeigebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg wö chentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Kreuzband endungen nur gegen werts beständige Zahlung. Boftbezugspreis für Februar 4,- Goldmark Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit" mit ,, Gied. lung und Kleingarten". sowie der 2interhaltungsbeilage Seimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart. Retlameacile 3.50 Goldmart. Kleine Anzeigen* bas fettgebrudte Wort 0.20 Goldmar!( Auläffig awet fettaedruckte Borte). tebes weitere Wort 0.10 Goldmart. 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Die Fraktion der Deutschnationalen beschloß, die Aufrechterhaltung des militärischen Ausnahme zustandes bis nach den Reichstagswahlen zu beantragen. Damit ist dem am 1. März ablaufenden Ausnahmezustand ein Urteil gesprochen, wie es flarer nicht gedacht werden kann. Unter dem Schuh der Reichswehr will die Deutschnationale Partei in den Reichstagswahlkampf marschieren, sie weiß, wie der militärische Ausnahmezustand gehandhabt wird und für wen er wirft. Darum will sie sich eben von ihm nicht trennen. Im übrigen fönnte der Reichstag die Berlängerung des Ausnahmezustandes nicht auf Grund des Art. 48 beschließen, sondern nur durch verfassungänderndes Gesetz, zu dessen Annahme Zweidrittelmehrheit gehört. Das Hamburger Echo" verboten. Der Inhaber der vollziehenden Gewalt im Wehrtreis II( Stettin) hat das Hamburger Echo" auf die Dauer von 3 Tagen verboten. Als Grund wird der Abdruck einer Meldung des Soz. ParlamentsDienst" über ein deutschvölkisches Waffenlager' n Halle angegeben. Der Abdruck soll gegen eine Berordnung des Wehrkreiskommandeurs vom 10. November 1923 verstoßen. Aus dem gleichen Grunde murde unserem Parteiblatt in Rostoc ebenfalls das Erscheinen auf 3 Tage unterfagt. minister Geßler. Nachdem bis zum 31. Januar feine Antwort eingegangen war, wurde in einem zweiten Briefe der Reichswehrminister an diese Angelegenheit erinnert. Wieder vergingen acht Tage ohne jede Nachricht vom Wehrministerium. Endlich am 9. Februar tam der Bescheid, unterzeichnet vom Chef der Heeres leitung v. Seedt. Der Minister hat durch sein Schweigen zum Ausdrud gebracht, was längst fein Geheimnis mehr ist, daß er nichts zu sagen hat. Der Bescheid des Chefs der Heeresleitung schließt sich in feiner ganzen Einstellung würdig dem Geiste des Verbotes der Flugblatt verteilung durch den General Tschischwitz- an. Er lautet: Auf die Schreiben hin, die Sie am 19. 1., 1. 2. an den Herrn Reichswehrminister gerichtet haben, habe ich die Stellungnahme des Wehrfreistommandos II und der beteiligten Bivil behörden zu Ihrem Flugblatt eingehend gerüft. Ich kann darauf hin die Entscheidung des Wehrkreisfommandos, nur billigen. Es liegt nicht im Interesse der öffent. lichen Ruhe und Ordnung, daß dem politischen Kampf durch eine rege Flugblattpropaganda dauernd neue Nahrung zugeführt wird. Wenn Wahlen ausgeschrieben sind, wird natürlich hieran ein anderer Maßstab angelegt und die Flugblattpropaganda in sehr viel weiteren Maße zuge affen, ich darf aber darauf hinweisen, daß es gerade Ihre Partei war, die an einer besonders weitherzigen Auffassung einer militärischen Stelle bei der Genehmigung von Flugblättern im Wahlkampf Anstoß genommen hat. Außerhalb des Wahlkampfes ist eine politische Flugblattpropaganda nur dann notwendig und berech tigt, went befondere Ereignisse eingetreten find, bies liegt bei Shrem Flugblatt nicht vor. Es ist selbstverständlich, daß nach diesem Maßstab die Flugblätter aller politischen Richtungen behandelt werden." A'so noch kurz vor der Aufhebung des Ausnahmezustandes sucht fich der Kommandeur des Wehrfreises II an einem Teil der sozialbemokratischen Preffe zu räthen. Als nichts anderes ist das Borgehen des betreffenden Militärs zu bezeichnen, denn der Wortlaut jener Meldung, die dem Samburger Echo" und unserem Parteiblatt in Rostock ein dreitägiges Verbot einbrachte, ist in der gesamten Mit dem Satz:„ Ich darf aber darauf hinweisen, daß es gerade fozialdemokratischen Bresse Deutschlands und in einem Teil der bür Ihre Partei war, die an einer besonders weitherzigen Aufgerlichen Blätter w'edergegeben worden, ohne daß daran von iraffung einer militärischen Stelle bei der Genehmigung von gendeinem Wehrfreiskommandeur im übrigen Reich Anstoß genom auf einen Protest an, der gegen die illustrierten Blakate der Völ Flugblättern im Wahlkampf Anstoß genommen hat," spielt Gecat men wurde. Tatsache ist übrigens auch, daß Meldungen, die im Zu- tischen im Thüringer Wahlkampf erhoben wurde. Diese Blakate sammenhang mit den Waffenfunden bei der Organisation Stahlhelm" in Halle standen, bereits seit dem 2. Februar sogar ohne An- stellten ungefähr an Beschimpfungen der Republik und ihrer Führer stoß des Stettiner Wehrkreiskommandeurs in der gesamten deut. Reichswehr ist doch mit dem Schuß der Republik betraut. Sie hätte das Unglaublichste dar, mas man sich überhaupt denten tann. Die schen Preffe veröffentlicht wurden. Aber ganz abgesehen davon, hat also nicht erst auf den Anstoß durch die Sozialdemokratische Partei Der Kommandeur des Wehrkreises II in Stettin bisher noch nicht in einem Falle Veranlassung genommen, sich seiner Verordnung eben- einmal die Kontrolle der Wahlflugblätter warten dürfen, sondern von selbst eingreifen müssen, da ihr nun falls zu entfinnen und Berbote auszusprechen, als Mitteilungen überflüffiger Beise übertragen war. unferes Erachtens ganz über fommunistische Waffenlager und Butschvorbereitungen innerhalb feines Behrfreises verbreitet worden sind. Selbst wenn der Beweis einer unterschiedlichen Handhabung der Verordnung, wie sie tatsäch lich vorliegt, nicht erbracht werden fönnte, bliebe das Berbot heller Unfinn. Die Bestrebungen der Organisation Stahlhelm" sind befannt, fie richten sich gegen den republikanischen Staat, gegen die Berfassung. Damit steht zweifelsfrei fest, zu welchem Zwecke die aufgefundenen Waffen Berwendung finden follten. Gleichzeitig ergibt sich hieraus aber auch, daß die Bekanntgabe im Interesse des Staates lag, weil dadurch eine breite Deffentlichkeit auf die gegen die Verfassung gerichteten Bestrebungen aufmerksam gemacht wurde und die gehegten Absichten vereiteln fonnten. So wird ein Dienst im Interesse des Staates bestraft! Landesverrat und presse. Das Verfahren gegen die ,, Frankfurter Zeitung" eingeftelt. Die Frankfurter Zeitung" teilt mit: Im Anschluß an die Meldung über das gegen den ,, Borwärts" eingeleitete Verfahren wegen Landesverrat berichtet ein Teil der Bresse, daß auch die Frankfurter Zeitung" unter der gleichen Anflage stehe. Das einzige Tatsächliche an der Nachricht ist, daß vor einiger Zeit auf Grund einer Anfigge der Oberreichsanwalt ein Ermittlungsverfahren gegen die Frankfurter Zeitung" wegen Nachrichten über illegale Formationen an der banerisch- thüringischen Grenze angestellt habe, in dessen Verlauf der verantwortliche Redakteur Büsching vernommen wurde. Das Verfahren ist nach der Vernehmung des Redefteurs eingestellt worden; deshalb habe feine Veranlassung für die Redaktion vorgelegen, von dem Vorgang der Deffentlichkeit Mitteilung zu machen." Dazu möchten wir bemerken, daß es sich auch im Fall des Borwärts" um ein Ermitte.ungsverfahren handelt, das erst angekündigt wurde und in dem eine Bernehmung erst bevorsteht. Wir find aber der Meinung, daß solche Dinge nicht mit Diskretion zu behandeln sind, sondern daß es notwendig ist, die Gefahren aufzuzeigen, von denen die republikanische Presse infolge fortgefekter Versuche zu mißbräuchlicher Anwendung der Landesverratsparagraphen bedroht ist. „ Ruhe und Ordnuna." General von Seeckt und sozialdemokratische Flugblätter. Wir wir seinerzeit mitteilten, war der Sozialdemokratischen Partei in Kiel durch den Wehrkreiskommandeur von Tschisch witz in Stettin die Verbreitung eines Flugblattes Reichstagsabgeordneter Eggerstedt erhob darauf am 19. Januar schriftlich Beschwerde beim Reichswehr verboten worden. Benn Dem Ende zu. Letzte Tagung des alten Reichstags. Der Reichstag, der sich heute wieder versammelt, hat bestenfalls noch ein paar Wochen der Arbeit vor sich. Selbst wenn die Neuwahlen wirklich erst am 15. Juni vorgenommen werden sollten, so würde doch in der Zeit von Östern bis zu den Wahlen ein geregeltes Funktionieren der Parlamentsmaschine durch den Wahlkampf unmöglich gemacht werden. Nach den Osterferien, das heißt nach Mitte April, könnte der Reichstag höchstens noch zu einer ganz furzen Tagung zusammentreten, um Dringendstes zu erledigen. Indes ist es noch sehr zweifelhaft, ob der Reichstag eines natürlichen Todes sterben wird. Es ist möglich, daß es zu einem Konflikt zwischen der Regierung und dem Reichstag kommt, der zu einer Reichstags auflösung führen würde. Etwas anderes ist dann auch kaum möglich, da eine Mehrheit, die bereit wäre, die Erbschaft des Kabinetts Marr anzutreten, nicht vorhanden ist. Darum wird damit gerechnet, daß das Kabinett Marg bis zum Zusammentritt des neuen Reichstags im Amte bleiben wird, sei es, daß die Wahlen erst am 15. Juni stattfinden, sei es, daß ein ausbrechender Konflikt das weitere Zusammenarbeiten dieser Regierung mit diesem Reichstag unmöglich macht und zu raschen Neuwahlen führt. Ein möglicher Konflikt würde sich roraussichtlich bei der Auseinandersetzung über die Verordnungen entspinnen, die die Regierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes und des Art. 48 der Reichsverfassung erlassen hat. Die Regierung betrachtet eine gewisse Anzahl von ihnen gewissermaßen als tabu, fie will weder die Aufhebung dieser Berord nungen zulassen noch auch ihre Abänderung auf dem Wege der normalen Gesetzgebung gestatten. Sie erklärt, daß durch die Aufhebung einzelner Berordnungen eine Lücke entstehen würde, so daß gewisse Angelegenheiten, die so oder so geregelt werden müßten, überhaupt ganz ungeregelt blieben, wodurch die Stabilisierung der Rentenmark in Verordnungen auf dem Wege der normalen Gefetge ung Gefahr gebracht werden würde. Gegen die Abänderung der wendet sie sich mit dem Argument, daß durch sie neue Unsicherheit in das Wirtschaftsleben getragen werden würde, deuten würde. was dann wiederum eine Gefahr für die Stabilisierung be Was ist demgegenüber die Auffassung der sozialdemo tratischen Reichstagsfraktion? Die Fraktion hat um so weni ger die Absicht, die Stabilisierung der Rentenmark zu ge fährden, als gerade fie immer auss entschiedenste nach ihr fürchtet General v. Seedt eine„ Störung der öffentlichen Ruhe und minister, dem Genossen Hilferding, in Angriff genom Von dem sozialdemokratischen, fachlich gehaltenen Flugblatt gedrängt hat und das schwierige Wert unter ihrem FinanzOrdnung" Er fieht nicht die besonderen Ereigniffe", die zur Ber breitung eines Flugblattes Veranlassung geben fönnten. men worden ist. Sie hat aber die Berantwortung für die einzelnen Maßnahmen, die die Regierung Marr treffen man den Volksgenoffen sagt, was sich im Staate abspielt, mie die wollte, ausdrücklich dieser selbst überlassen und sich eine fachWirtschaft", die erstarkt ist durch die Kämpfe des Bolkes um Freiliche Stellungnahme zu ihnen vorbehalten. Daraus folgt, daß heit und Selbständigkeit der Nation, jest versucht, sich die durch die Fraktion zwar nicht beabsichtigt, das Kind mit dem Bade diefelben Kämpfe zermürbten minderbemittelten Boltsgenossen und auszuschütten, daß fie aber ebenso wenig das ganze Ber den Staat unterzuordnen, dann soll eine solche Mitteilung öffent ordnungswerk der Regierung, wie diese es will, als ein Blüm liche Ruhe und Ordnung gefährden"! lein Rührmichnichtan betrachten kann. Selbstverständlich will sie nur so'che Anträge stellen oder annehmen, die nach ihrer eigenen Auffassung in der Gesamtwirtung nüßlich sind. Sie fann sich aber von der Regierung nicht vorschreiben lassen, daß aus dem ganzen Werk nichts entfernt oder nichts an ihm geändert werden darf. Die Beunruhigung ist freilich längst da. Oder sind den In habern der vollziehenden Gewalt" die schweren wirtschaftlichen Kämpfe, unbekannt, die jetzt von Arbeitgebern unter dem Schutz des militärischen Ausnahmezustandes provoziert werden? Das sind auch die Ereignisse, die eine Auftfärung der betroffenen Boltsmassen durch Wort und Schrift notwendig machen. Wenn die Arbeitgeber willfürlich Taufende von Arbeitnehmern auf das Straßenpflaster werfen, so beeinträchtigt das viel mehr die öffentliche Ruhe und Ordnung. wie es je ein Flugblatt tun fann, das nur die Tatsachen feststellt. Wir haben bis jetzt, noch nie gehört, daß bie Inhaber der vollziehenden Gewalt bei einer feichen mirtlichen Beunruhigung des deutschen Bolles durch) brutale Birt schaftstreife von ihrer Macht Gebrauch gemacht haben. Allerdings war zu der Zeit, als General v. Seedi feinen Brief abschickte, der Brandenburger Landbundtag noch nicht gewefen und dem General sicher die zur Gewalttat aufreizenden Reden des Jungbauern" Reuter durch den Wehrfreistommard ur v Horn noch nicht. berichtet worden, der sie doch mit an grhört haben muß. chne deß fein Widerspruch dagegen bemerkbar murde. Auch war dem General v. Seeckt sicher der kompromitties rende Zuruf aus Agrarierreihen noch nicht bekannt: Benn Reichswehr und Landbund zusammenhalten, mag der Deubel fommen!" Das sind freilich Aeußerungen, die Ruhe und Ordnung ernsthafter gefährden, als zehn fozialdemokratische Aufklärungsschriften. Allerdings....! n Allpreußisches aus Neuspanien. Ein Defret der spanischen Generalsregierung ermächtigt die Voltsschulinspekteure, private oder von Rörverschaften abhängige. Schulen zu schließen, falls ihre Lehrmethode gegen die Vaterlandsliebe und die nationale Einheit verstößt. des Aeltestertrats am Sonnabend dieser Woche den bisher vor= Der Landtag foll nach einem am Dienstag gefaßten Beschluß liegenden Arbeitsstoff aufgearbeitet haben und dann eine Bause bis zum 18. März machen, weil der Haushalt vorher nicht vorliegt. Sier also ergibt sich die Möglichkeit von Konflikten. Es fann fo fommen, daß der Reichstag Anträge annimmt, die er felber für nüßlich hält, während die Regierung darin einen schädlichen Eingriff in ihre Arbeit erblickt. Dann wäre die Auflösung die Folge. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat die gesamte Materie der Vorlagen an Ausschüffe geleitet, die ihr heute vormittag ihre Vorschläge unterbreiten sollen. Am Montag oder am Dienstag nächster Woche soll die Aussprache im Reichstag über die Vorlagen der Regierung beginnen; die Debatte und die sie abschließenden Abstimmungen werden für die weitere Entwicklung der Dinge cnt'cheidend fein. Für den Fall der Auflösung besteht bei allen Bartelen der Wunsch nach einer möglichst frühen Ansehung des Bahltermins. Man wird sich also auf einen furzen, heftigen Wahlkampf gefaßt machen müssen, für den schon jetzt alle Vorkehrungen zu treffen find. Allerdings mird in Reichstagskreisen stark daran gezweifelt, ob die Regierung es wirklich so ohne weiteres auf einen Konflikt ankommen lassen will, von dem für die Stabilisierung der Mart vielleicht schlimmere Gefahren zu befürch ten sind als von einer Abänderung ihres Verordnungswertes im einzelnen. Auch fönnen Gründe der Wahltaktik für fie faum bestimmend sein, da die letzten Wahlen in den einzelnen Ländern nur eine Stärkung der äußersten Rechten und der äußersten Linfen ergeben haben, aber feine Stärkung der Mittelpar eien, auf die sie sich stützt. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist entschloffen, für ihr Verhalten nur rein fachliche Gründe gelten zu lassen, fie wird einen Konflikt weder überflüssigerweise heraus Die Frage, wann wir inmitten des Wahlkampfs um den neuen Reichstag stehen werden, ist somit vielleicht nur eine Frage von Lagen, sicher aber höchstens eine Frage von einigen Bochen. Die Ergebnisse der verschiedenen Landtags- und Gemeindewahlen lassen feinen Zweifel daran, daß die Partei dann in einem Kampf stehen wird, wie sie ihn schwerer faum jemals geführt hat, von dessen Ausgang aber auch Ungeheures abhängt. beschwören, noch ihm, wenn die Regterung und die bürger| machen. Auch die grundlegenden Notverordnungen der Reichslichen Barteien wollen, aus dem Wege gehen. regierung sollen nicht ewig gelten, aber sie sollen über die Not, in der wir uns immer noch befinden, hinweghelfen. Sie mögen ver bessert, vervollkommnet und abgeschafft werden, sobald wir aus der Zeit der Bedrängris, des raschen Handelns und Helfens heraus find. Bis dahin ist es Plicht der Regierung, das Recht zu schützen, das ihr der Reichstag mit der Verpflichtung zum Handeln im Ermächtigungsgesetz gegeben hat. Es geht nicht an, für Wirtschaft, Finanz und Bollswohlfahrt lebenswichtige Fragen einer nicht allein fachlichen, sondern auch naturgemäß durch Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen beeinflußten Kritik und Revision auszusehen und dadurch das durch das Ermächtigungsgeseh ermöglichte und eingeleitete Beruhigungswert zu gefährden. 3u wenig ist bisher den Massen des Boltes die Tatsache in das Bewußt ein gedrungen, daß jetzt von der Zusammenfehung des Reichstages auch die Zusammenfeßung der ReichsDie Regierung sieht sich darum nicht in der Cage, eine der von regierung und die gesamte außere und innere Politik des Reiches abhängt. Die Aufgabe ist, jedem Mann und jeder ihr als lebenswichtig erkannten Berordnungen im jehigen Zeitpunkt Frau aus den Massen des werftätigen Boltes flarzumachen, aufheben oder durch Initiativanträge des Reichstages ändern zu was ein Reichstag nach dem Vorbild des Mecklenburger Land- laffen. Auch von einer Behandlung der als lebenswichtig bezeich tages für sie bedeuten würde. Das geschieht beffer als durch neten Verordnunger in den Ausschüssen ist neue Beunruhi Versammlungen, die nicht jeder besucht, und durch Flug gung und neue Gefährdung für Währung, Wirtschaft und Recht blätter, die nicht von allen gelesen werden, durch die Auf zu befürchten. Im Bewußtsein der außerordentlich schwierigen flärung von Person zu Person. Zweifellos verdanken die er- Probleme, die in den Notverordnungen geregelt worden sind, und tremen Parteien ihre verjünglichen Erfolge in erster Linie der geleitet von dem Bestreben, jede Berbesserung in diesen Berord Aktivität, die ihre Anhänger in dieser Beziehung entnungen vorzunehmen, ist die Reichsregierung indes bereit, in interfrattionellen Besprechungen die Vorschläge der falten. Um den Gegenstoß führen zu fönnen, dazu bedarf die Parteien, die gegebenenfalls dann in Initiativanträgen zum Ausdruc tommen fönnen, entgegenzunehmen. Nur in fachlichen Besprechun Bartel der hingebenden Mitarbeit aller Genoffinnen und Genossen! Es handelt sich wahrhaftig nicht darum, ob die Reichs den obwaltenden Umständen eine Gewähr dafür, daß die Notvergen in einem interfraktionellen Ausschuß sieht die Regierung unter tagsfraktion in dieser oder jener taktischen Frage richtig geordnungen nicht Gegenstand erregter unfachlicher Wahl handelt hat, sondern es handelt sich darum, daß Recht und Kulturfortschritt der breiten, schaffenden Volksmassen nicht tämpfe zum Schaden für Bolt und Vaterland werden. anders verteidigt werden können als im Kampf für die Sozialdemokratische Partei Ueber die nach den Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und den Parteiführern sich ergebende parlamentarische Lage wurden dem Vertreter von WIB. von unterrichteter Seite" Erklärungen abgegeben, die inhaltlich wie folgt lauten: Die Severing- Hehe lebt wieder auf. 3 Wie die Waldenburger Zeitung" meldet, hat der be. kannte deutschvölkische Universitätsprofessor Freytag Loring. hoven in einer deutschnationalen Bersammlung in Waldenburg behauptet, der preußische Innenminister Severing habe den Widerstand an der Ruhr fabotiert, er sei schuld am Tode Schlageters, dessen Blut über ihn fommen möge. Damit wärmt diese Leuchte der Breslauer Universität und der Deutschen Zeitung" die Lügen der Bergisch Märkischen Zeitung" wieder auf, die feinerzeit von der 3. Straffammer des Elberfelder Landgerichts ausdrücklich als solche gekennzeichnet wurden, wenn auch der verantwortliche Redakteur auf Grund des§ 193( berech tigtes Interesse der Presse) ohne Strafe davontam. Es ist eine erstaunliche Frechheit, daß ein Beamter es wagt, diese Lügen gegen einen Minister selbst dann noch zu verbreiten, wenn fie gerich lich aufs schärffte zurüdgewiesen werden sind. Aber der Frentag ist als deutschvöltischer Gelehrter und Hetzer ja weder mit jenem Gast. Den mit vieler Mühe aus dem parlamentarischen Wirrwarr zu Beginn des Monats Dezember im vorigen Jahr entstandenen Sabinett Marg hat der Reichstag in Erfenntnis feiner Un zulänglichkeit zu raschem, entschlossenem und durch greifendem Handeln, wie es zur Rettung vor der drohenden Katastrophe erforderlich war, durch das Ermächtigungsgeseh vom 8. Dezember Vollmachten zum Erlaß von Berordnungen gegeben, tie dem ständig wachsenden. Unhed Einhalt gebieten sollten. In Erkenntnis ihrer schweren und verantwortungsvollen Aufgabe hat die Reichsregierung sich zu schnellem tatkräftigen Handeln entschlossen und auf Grund des Ermächtigungsgefeßes den Berordnungsmeg beschritten. Schweren Herzens aber ohne Rücksicht auf die pielfältige Kritit über unvermeidliche Härten hat die Re- irt noch mit jenem Bergarbeiter auf eine Stufe zu stellen, gierung eine Anzahl zum Teil sehr einschneidender Berordnungen die fürzlich wegen ähnlicher Dinge von einem Bachumer Gericht ver. urteilt wurden. erlaffen. Die Reichsregierung ist sich darüber klar, daß diese Ber. ordnungen nicht vollkommen sind, denn in zwei Mopaten fönnen, zumal in folch fritischen Zeiten, teine: tritit und einwandfreien gesetzgeberischen Meisterwerfe ber Materien gefchaffen werden, deren gesetzliche Regelung in ruhigen und normalen Zeiten die Arbeit vieler Jahre erfordern würde. Aber die Not, aus der heraus diese Verordnungen entstanden find, vechtfertigt deren Beftand; mehr aber noch rechtfertigt fie die Tatfadye, paß in diesen zwei Monaten unfer öffentliches Leben sich erheblich beruhigt hat, Finanzen und Wirtschaft sich gefestigt haben. Das Ermächtigungsgefeh hätte feinen Sinn gehabt, wenn mit seinem Erlöschen auch sein 3med, seine Wirkung hinfällig werden sollten. Benn der Reichstag vor zwei Monaten nicht imftande war, der iesengroßen gesetzgeberischen Aufgaben, die die Not der Zeit er heischen, mit der gebotenen Gile Herr zu werden, so kann er sich erst redyt jest wo die Wahlen vor der Türe stehen, unmöglich ble raft zumuten, gerade die schwierigsten und um rittenften Buntte der erlassenen Notverordnungen zum Gegen ande pofitiver aufbauender Kritik und gefeßlicher Regelung zu Der tapfere Dichter. Bon Jofeph Roth. Die Tradition des politisch indifferenten" deutschen Dichter maldes gebeut Schweigen in allen Fragen des öffentlichen Lebens. Bor der Revolution war diese Schweigfamfeit gerade noch vernehm. bar, heute ist sie betäubend. Sie übertönt das barbarische Geräusch der Reaktion und den geltenden Todesruf ihrer Opfer. Niemals haben die deutschen Dichter so laut gesprochen, wie sie jetzt schweigen. Seit Goethe halten sie es für ihre Pflicht, die obligate wirkliche und metaphorische Reise nach Italien" zu unternehmen, die eine Flucht vor Deutschland ist, aber niemals eine zugestandene. Smmer war es eine vorgetäuschte innere Notwendigkeit, die verwerflichen, unwürdigen Zustände des nationaler, politischen, sozialen Diesseits zu vergessen und von den heiteren Himmeln anderer Zonen bas fogenannte innere Gleichgewicht" zu entlehnen. Ach! wie leicht erhielt man das innere Gleichgewicht! Es wurde wenigstens niemals härbar erschüttert. Nicht, als Eisner und Landauer, Luremburg und Liebknecht und tausende Arbeiter ermordet wurden, nicht, als Fechen bach ins Zuchthaus wanderte, nicht, als Rahr ben Thron platzbaltend" bestieg und in München die Republik begraben wurde. Smmer figen sie in einem Schwabing, die Dichter. Es ist fein geographischer Begriff mehr, sondern ein symbolischer. Der ruht von der Feier feines eigenen Geburtstags aus und fener fährt durch die Städte und hält Vorträge über sein offultistisches Erlebnis. Er wohnt in München und erlebt nicht die Materialisation der Brutalität: Adolf Hitler sondern die Materialisationsphänomene des Schrend- Nozing. Aber die phänomenalen Ereignisse der deutschen, Reaktion sieht er nicht. Er ist ein deutscher Dichter". ( Etwas vom Begriff des faiserlichen Gottesgnadentums haftet seiner Berufung an.) 27 97 In Deutschland trennt man Bolttit" von Boefte". Der Dichter, aus dem Gefüge feiner Zeit, feiner Klaffe gelöst, lebt in einer abftratten Heimat". Kein Wunder, daß ihn die metaphysischen Wunder mehr intereffieren, als die irdischen, als diese Geschehnisse: Fechenbach, München, Dittatur, die dadurch, daß eine Republit ihr Geburtsort ist, wunderbarer werden, als sämtliche Geistererscheinungen in Deutschland. Man weiß nicht, ob es Hochmut ift oder Indolenz, diefes peinfiche, schmerzhafte Schweigen. Es ist jedenfalls vorhanden, man hört es und es verurteilt felbft diejenigen, von denen es ausgeht. Diese Borrede war notwendig, um eine Erscheinung zu erklären, die in allen anderen europäischen Ländern eine Selbstverständlichkeit wäre und bei uns eine Tat ist. Heinrich Mann seit Jahren der einzige Rufer von Geist im brüllenden Streit der reaktionären Barbaren( des Großfapitals, des Nationalismus, des völkischen Gedankens), schreibt ein Buch:„ Die Dittatur der Bernunft", in dem folgende Säge stehen: Ihr( der Bürger) Anblick zwingt ben Unschuldigsten, zu fragen, mas fie denn, außer Raffen, noch fönnen da sieht er: nichts. Gegen sie waren Monarch und Generalstab humanistische Genies. Einer von ihnen hatte gerade mit Hilfe eines Agenten, der vom Ballan tam, die Mehrheit der Attien einer Berliner Bant heimlich Der bayerische Ausnahmezustand. zu erheben hat. Gegen die Berhaftung steht them jederzeit bas Wird die Schutzhaft Rechtsmittel der Beschwerde zu. aufgehoben, so ist dem Geschädigten ein Entschädigungsanspruch zuzuerkennen. Infolge der vorübergehenden Aufhebung der Pressefreiheit können. Drudschriften jeder Art zeitweise verboten werden. Im übrigen bleiben die Anordnungen und Verfügungen des Generalstaatskommissars bis auf weiteres bestehen. Ludendorff- Garde. München, 19. Februar.( Cigener Trahtbericht.) Unter dem Ehrenvorsig Ludendorffs hat sich eine deutschool. tische Studentenbewegung aufgetan, die auf die Hochschulen des gesamten deutschen Sprachgebietes ausgedehnt werden. soll. Es handelt sich dabei um die B'ldung einer extremen Kern- und Stoßtruppe im deutschen Hochschulring zu dem Zwed, alle anderen Tendenzen als die völkischen vom Hochschulring fernzuhalten. In diesem Zusammenhang interessiert wohl eine mahnende Zuschrift n der Dienstagnummer des Bölkischen Kurier, in der scharf verurteilt wird, daß gerade die völkischen Musenföhne in München Abend für Abend in einer Reihe von Bierlokalen sich belaufen, wobei das wilde Gröhlen des Hakenkreuzliedes eine Hauptrolle fpiele und von Zeit zu Zeit schwanken start gerfnitterte Gestalten dem Ausgang zu, leichenblaß, aber mit letzter Lungenkraft brüllen sie unablässig Heil! Heill" durch das ganze Lokal. Wahrscheinlich wollen sie ihrer Hoffnung dadurch Ausdruck geben, heil nach Hause zu tommen." Diefe Herren Studenten find nach einem Schreiben Ehrenvorsig dankt, die Verkünder der völkischen Bewegung, d. h.; Ludendorffs in dem er für den angebotenen und angenommenen jener neuen Lebens- und Weltanschauung, die aus den Trümmern des Weltkrieges entstanden st und das Deutsche Reich stark und frei und zum machtrollen Träger alles Edlen in der Welt machen soll". Kahr und seine Freunde. Nach dem Hosianna das Kreuzige! Der Sonderberichterstatter des„ Lokal- Anzeigers", der in den Tagen vor dem Ludendorff- Putsch keine Veränderungen an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen entdecken fonnte, berichtet seinem Blatt über den Rücktritt Rahrs und Lossows aus München: Und so erfuhr ich in der Stadt, daß Kahr und Lossow zurückgetreten feien. 99-> Der Generalstaatskommissar und sein General. Man muß befennen, daß die Leute auf den Straßen, die Fahrgäste in der Tram, daß sie alle fich offen darüber freuen. Sehr offen. Hier fann fein Zweifel fein. Und das weiß auch Herr v. Kahr. Man teilte mir mit, daß er vor furzer Zeit einmal im Staats. theater erschien, und daß daraufhin ein derartig bös. artiger Lärm einsetzte, und so lange anhielt, bis er die Loge zuräumen gezwungen war. Es gibt einen tragischen Fehler, den diefer Staatsmann be. ging. Dieser Fehler allein war entscheidend. Die stilistisch holpe rige, innerlich und äußerlich unechte Elegie, die Kahr in feinem biefigen Moniteur heute erscheinen läßt, ist ein geradezu peintiches, quälendes Borbeigerede. Der General Staatsfommisfar hat es nicht zu hindern verstanden, daß die Münchener Bevölkerung und darüber hinaus das ganze bayerische und deutsche Bolt den Eindruck eines flaren Treubruchs befamen. Treubruch aber verzeiht tein Bolt, ganz gleich, wie die Dinge in Wirklich beit zu begründen sind. Das Bolt ist wie die Frau und das Kind. Seine Erwägungen find primitiv einfältig, aber durchschlagend, Mit elementarer Gewalt vermag es feine Gesinnungen zu wechseln. Liebe verwandelt sich in heß, und so fonnte aus dem populären Kahr, der bestgehafte Mann werden, der heute nicht frei über die Münchener Straßen gehen darf. München, 19. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Durch eine Berordnung des Gesamtminifteriums ist der Ausnahmezu stand nunmehr auf die Gesamtregierung übergegangen. Die Befugnisse, die der Generalstaatstommiffar inne hatte, sind be reits neu verteilt; sie gehen, wie erwartet, auf die einzelnen Regierungspräsidenten über, für Oberbayern also wiederum in die Hände des Herrn v, Kahr, in München, Nürnberg und Fürth in die Hände der Polizeipräsidenten. Die Beauftragten führen den Titel Staatsfommiffare. Sämtliche Behörden des Man tann dem hinzufügen, daß nicht nur die Leute auf der Reiches(?), des Landes und der Gemeinden mit Ausnahme Straße, sondern auch gewisse Zeitungsschreiber und Politiker im ber Gerichte, Staatsanwaltschaften und Militärbehörden find ver Handumdrehen ihre Gesinnung wechseln. Und das sind die Gefähr pflichtet, ihren Anordnungen Folge zu leisten. Nach der neuen Ver- licheren. Gerade die Leute, die heute über Kahr mit demselben Berordnung sind die Schußhaftbefehle schriftlich zu erlaffen. gnügen Alatfchgefchichten breittreten, mit dem sie in den bürger Die der Berhaftung zugrunde liegenden Tatsachen find ausführlich lichen Sumpfgefilden Thüringens herumwateben, anzugeben. Der Schutzhaftbefehl ist den Verhafteten sofort bei der haben vor noch gar nicht langer Zeit Kahr als einen zweiten. Berhaftung bekanntzugeben. Der Berhaftete ist spätestens am darauf Bismard verherrlicht. Die Kampfmittel. mit denen die Deutschfolgenden Tage von einem ordentlichen Richter darüber zu vernationalen arbeiten, find weniger durchschlagend als einfältig und nehmen, ob und welche Einwendungen er gegen seine Berhaffung peinlich. und hinterrücks an fich gebracht. Dann ging er in eins der Bartamente und sprach der Saz tam vor„ Ich fann meine Zeit produttiver anwenden, als hier!" Mit Balkangeschäften. Derselbe wurde von einem Berichterstatter gefragt, für wen er eigentlich so unsinnig viel Geld verdiene. Er hätte natürlich fagen müssen: Für den Aufbau der deutschen Wirtschaft. Oder: Für Deutschland. Oder: Sum Heil der Welt. Aber nein, er vergaß sich. Für wen er so viel Geld verdiene? Für meine Kinder" sagte er schlicht. " Industrielle beider feindlicher Länder fanden sich, nach voll brachter Tat, dort zusammen, um zu beaugenscheinigen, was sie voll bracht hatten. Die Herren verliehen ihre starten und glängenden Autos. Obwohl von feindlicher Herkunft schritten sie im besten Ein. bernehmen über die Stätte ihres Wirfens. Es war ihr gemeinsames Wirken. Die Feindschaft war in Wahrheit Arbeitsgemeinschaft." Es gibt heute faum noch vorgeschrittene Geiftigkeit, ohne einen gewissen Internationalismus. Er wird bedingt schon durch die Qualität der Nationalisten." Wie viele Dichter von Ansehen und Rang schreiben noch fo in Deutschland? Wen von ihnen fümmert das Parlament, dieser Stinnes, diese Industrie, dieser Patriotismus? Ware dieses Buch von Heinrich Mann selbst nicht so geistreich, selbst nicht so von musikalischem Rhythmus, vom edelsten dichterischen Atem durchweht, mie es ist, es müßte nur als eine deutsche Kuriosität verzeichnet und verbreitet werden, zur Erleuchtung der Anständigen, zur Beschämung der schweigenden Dichter. Ich fürchte nur: fie werden sich nicht schämen. Auch sie sagen: ihr Reich fei nicht von dieser Welt, und glauben sich dadurch berechtigt, zusehen zu dürfen, wie die anderen getreuzigt werden. In einigen Jahren, wenn die Republit eine Legende geworden, wird sie ihnen das gegebene„ bistanzierte Thema geworden sein. Denn ihr Blick ist so auf die Nachwelt ge richtet, daß sie an dem Untergang der Mitwelt schuldig werden." Vertieftes Auslandsstudium. Biele Hände ftreden sich nach Rußland hinüber: Italien hat Anschluß an Rußland gefunden, und England will endlich die Günden seiner Diplomatie wieder gutmachen und eine feste ver bindende Brücke nach Rußland hinüberschlagen. Mit weitaus greifender Energie nimmt England das Studium der flawischen Sprachen, und zwar das nationenwissenschaftliche Studium auf, dem das deutsche Seminar für orienta. lische Sprachen so glänzend Bahn gebrochen hat. England hat das" Slawische Institut" an der Londoner Universität gegründet und betätigt dort die Arbeitsmethode des deutschen Orienta fifchen Seminars. Sir Bernhard Pares, Profeffor an diesem Slawischen Institut", erklärt das nationenwissenschaftliche Studium für eine Notwendigkeit für die gründliche Information der Regierung und der Deffentlichkeit. Die Erfahrungen des Weltkrieges müsse man sich unbedingt zu nuge machen, und eine Reform des ganzen Sprachstudiums dränge fich unmittelbar der Regierung auf Jenseits des Ozeans horcht aber die große angelsächsische Repus blit ob dieser europäischen Vorgänge hoch auf und schnell entschloß fen, errichtet sie eine besondere Auslandshochschule zur Ber. tiefung des Auslandsstudiums, Deutschland erfreut sich nun seit 1887 einer Hochschule, an der das n'ationennisfenschaftliche Studium systematisch ge. pflegt wird: des Seminars für orientalische Sprachen. Dieses Studium dringt planmäßig in die Gegenwartsverhält. niffe fremder Bölter ein, erfaßt die wirtschaftlichen, recht lichen und kulturellen Lebensbedingungen dieser Völker und schafft so die Boraussetzungen für ein gesteigertes fruchtbares 3ufam. menarbeiten mit diefen. Das Orientalische Seminar ist das einzige Institut, das an der Hand eines höchst intensiven Sprachen. betriebs eine gründliche Kenntnis des Rußlands vermittelt. Und zu diesem nationenwissenschaftlichen Studium werden an Sem Seminar in weitherziger Weise auch die Männer der wirtschaftlichen Braris zugelassen, denen die Pflege deutscher Auslandsinteressen dringend am Herzen liegt. modernen Heute sind einflußreiche Präfte an der Arbeit, um diejes Inftitut, das allein im letzten Semester 700 Hörer zählte, systematisch abzubauen. Man lasse sich nicht irreführen: In dem Kampf um Sein oder Nichtsein des Orientalischen Seminars handelt es sich nicht um eine fleinliche Streiterei, nicht um ein nichtiges Professoren. gezänt, sondern um ein deutsches Lebensinteresse. Will Deutschland seine europäische Kulturmission erfüllen, so muß es in Gegenwartsverhältnissen dieser Völker intensiv den leben. Das hat Deutschland vor 37 Jahren flar erfannt und die Engländer und Amerikaner sind ihm in dieser Ertenninis gefolgt. Will Deutschland nun auf einmal den Krebsgang antreten? Deutsche Handwerkskultur. Die anregende Bedeutung, weiche der Ausstellung für deutsche handwerkliche Kera mit und Weberei in der Unterrichtsanstalt des staatlichen Kunstgewerbemuseum's beigemessen wird, trat anläßlich einer Führung und Aussprache zutage, welche für die Mitglieder der der Arbeitsgemeinschaft für Deutsche Handwerks tultur angeschlossenen Berbände stattfand. Der Reichstunstwart Dr. Redslob als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft wies auf die. Eigenart der Ausstellung hin, die feine ästhetische Auslese, sondern einen Querschnitt durch die Arbeit der handwerklichen Werkstätten geben wolle, um eine fachliche Grundlage zur Auseinanderlegung mit brennenden Problemen des deutschen Handwerks und Kunstgewerbes zu geben. Vertreter des Bundes Deutscher Architekten, vor allem der Borsigende der Ortsgruppe Brandenburg, Professor Straumer. betonten den Wert der Ausstellung für den Architeften, der bauend und einrichtend, engen Zusammenhang mit der gesamten Handwertsarbeit brauche. Vom Standpunkt der tera mischen Fachleute aus wurde die Ausstellung durch den Vorfämpfer märkischer Töpferkunft, Gerice Belten, als ein Markstein be zeichnet, da durch die hier geschaffene Uebersicht die Anregungen auf technischem und fünstlerischem Gebiet in der Zeit einer neuen Belebung der handwerklichen Töpferei zum Segen der Facharbeit nutz bar gemacht werden würden. Aehnlich äußerte sich der Leiter der Berliner Webfachschule Flemming für das tertile Gebiet. Außer dem wurde auf die Bedeutung der Veranstaltung für Mode und Frauenhandarbeit hingewiesen. Besonders starf murde der Wert der ausgestellten Töpfereien für Gartenkunst und Blumenzucht durch den an ihrem Aufbau mitbeteiligten Architekten Körting betont. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Raiser Hannover gab Rechtsregierung in Thüringen? Weimar, 19. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der erften Sigung des dritten Thüringer Landtages wird neben der Wahl des Landtagspräsidenten auch die Wahl der Regierung vorgenommen werden. Bei der Präsidentenwahl und der Wahl der Regierung wird der völkische Blod mit dem Ordnungsbund zusammengehen. Als kommende Minister werden genannt Dr. Sattler, ein ehemaliger Meininger Landrat, Dr. Do.le Sondershausen und Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Leutheuser- Jena. Die Regierung soll von drei Ministern und vier Staatsräten gebildet werden. Als Staatsräte werden der ehemalige Staatsminister Dr Paulsen- Weimar, TellAltenburg und Liebetrau- Gotha genannt. Die völkische Frattion beteiligt sich nicht an der Regierung, will aber eine Regierung unterstützen, die nur aus deutschblütigen, nicht- margiftischen 2nä nern besteht, die national ift, fozial handelt und die christliche Religion in Schule und Haus ohne Unterschied des Bekenntniffes unbedingt schützt. Der mecklenburgische Landtag. Das borläufige Gesamtergebnis der medlenburgischen Wahlen ergibt für die Deutsch nationalen 19 Size, die Völtischen 12, die Bollspartei 5, Wirtschaftspartei 1, Demotraten 2, Sozialdemokraten 18 und Rommunisten 9 Size. Ein Reiseabenteuer Crifpiens. Tellnehmer der Luxemburger Konferenz im besetzten Gebiet verhaftet. Wie ein Hund behandelt.. Die Arbeiterflucht aus dem Zentrum. Aus dem Ruhrgebiet wire uns geschrieben: Das Zentrum wird bei den kommenden Wahlfämpfen einen sehr schweren Stand haben. In den christlichen Gewert. fchaften des Industriegebiets gärt es schon seit geraumer Zeit, besonders seit Abbruch des passiven Widerstandes. Erst in den letzten Tagen wurden wieder verschiedene Entschließungen der christlichen Arbeiter bekannt, die sich gegen die unternehmerfreundliche Politik des Reichsarbeitsministers wenden. Was die christlichen Arbeiter aber besonders scharf gegen ihre Führer in den Gewerkfchaften aufbracht, ist vor allen Dingen deren völliges Ber. sagen in der Frage des Achtstunden tags. Aus dieser erregten Stimmung heraus ist die„ Christlich soziale Bolts. gemeinschaft", das neue Parteigebilde der christlichen Arbeiter, gegen den rechten Flügel der Zentrumspartei entstanden. Eine am 10. Februar in Effen stattgefundene große Kundgebung hat gezeigt, daß die neue Partei der christlichen Arbeiter dem Zentrum sehr ge= fährlich werden fann und daß sie bis zu den nächsten Wahlen schon eine ansehnliche Gefolgschaft hinter sich haben dürfte. In dem zweimal wöchentlich in Dortmund erscheinenden Organ der neuen Partei wird die crbeiterfeindliche Politik des Zentrums besonders scharf gebrandmarkt. Wie breit der Riß bereits flafft, zeigt ein Leitartikel, in dem es u. a. heißt: Was haben die katholischen Arbeiter im Zentrum erreicht in ihrem Streben um politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Höherwertung? Man tomme doch da nicht immer mit den alten, abgeleierten Aqi'ationsphrasen von der sozialen Fürsorgetätigkeit, Sie durch das Zentrum geleistet worden sei, und betone dann aber bittend und offen, ob nicht irgendwo besondere Absichten damit ausschlaggebend waren. Jedenfalls dürfen wir mit Fug und Recht behaupten, daß selbst heute auch im Zentrum der Arbeiter mehr eine Stafage ist, die man notwendig braucht, als etwa velles, geichberechtigtes Glied. Im übrigen verstehen wir eine andere B lehrung" als wie sie mancherorts üblich zu sein scheint, wo man den Mitgliedern erklärt, Armut ist ein Geschent Gottes!" „ Selig sind die Armen im Geiste!" Solche Belehrung" ist alles andere als angepaßt in ei er Beit, in der das Schaffende Bolt vor Elend nicht ein noch aus weiß." " Das plötzliche Vorgehen des Gemertvereins christ licher Bergarbeiter gegen den Reichsarbeitsminister wegen feiner Stellungnahme in der Frage des Lohnabbaus und Ser Schichtverlängerung zeigt ebenfalls, wie groß der Riß im Zentrum bereits gediehen ist. Der Gewerfverein legt z. B. gegen die Verbindlichkei serklärung des Schiedsspruchs Berwahrung ein und belehrt den Reichsarbeitsminister, daß es seine Pflicht fei, in sozialem Geist zu wirken und eine zu weit gehende Ausbeutung der im Augenblick wirtschaftlich schwachen Bergarbeiter zu verhindern"! Unter der Ueberschrift Die Wiükürherrschaft im Ruhrbergbau" schreibt Der christliche Bergtnappe" in diesem Zusammenhang u. a.: Am legten Montag passierte eine internationale Gesellschaft von Sozialisten, von der Luxemburger Konferenz kommend, das besetzte Gebiet. Sie bestand Gen. Ad. Braun war schon vorausgefahren aus den Genossen Crispien, Dr. Otto Bauer ous Desterreich, dem polnischen Abgeordneten Dr. Dia mand, den Russen Abramowitsch und Dan und dem Utrainer Be3. palto. Der Regiezug bewegte sich im Schlendertrab auf Trier, die Genoffen unterhielten sich, unbefümmert um einen Zivilisten, der ihre Gespräche mit gespanntem Interesse belauschte. In Trier for derte der Zivilist in tadellofem Deutsch die Genossen auf, ihre Aus. weise vorzuzeigen, und wies sich auf Berlangen selbst als ein Detektiv der franzöfifchen Militärpolizei aus. Es folgte ein längeres Berhör; die Genessen erflärten, sie fämen von einer Konferenz der Sozialistischen Internationale in Luxemburg, worauf der Detektiv bemerkte: Na, das muß ja eine ganz neue Partei sein!" In Koblenz angekommen, wurde die ganze Gesellschaft ver. haffet. Man brachte sie in ein Zimmer, in dem es von deutschSprechenden Jünglingen, fämtlich Angestellte der französischen Bolizei, wimmelte. Ihrem Wunsch, dem Bahnhofskommandanten vorgeführt zu werden, wurde nicht stattgegeben, vielmehr erfolgte ein neues hochnotpeinliches Berhär durch einen französischen Polizeikommissar. Sämtliche Gepäckstüde wurden durchwühlt und alle Schriftstücke fergfältig in Augenschein genommen. Von einer Beschlagnahme rourde erst abgesehen, nachdem die Genossen erklärt hatten, daß sie für diesen Fall die Protokollierung des Inhalts fämtlicher be fchlagnahmten Schriftstücke verlangten. Eine Beschwerde über diese Schikanen wurde mit der Bemerkung beantwortet: Das hätte Ihnen in Bayern oder in Sachfen auch passieren fönnen", und auf eine Aeußerung, es sei schade, daß die französischen Gebrochenen Baterlandes. Der durch die Brutalität der Unternehmer noffen Brade und Longuet dies nicht miterlebten, hieß es höhnisch:„ Grüßen Sie Ihren Genoffen Longuet!" Damit waren die Genoffen wieder entlassen. Obwohl der un freiwillige Aufenthalt mehrere Stunden beansprucht hatte, erreichten fie noch den fahrplanmäßigen Zug. Denn die Regiebahn läßt sich 3eit, und man fann im befekten Gebiet ziemlich lange verhaftet sein, ohne deshalb den nächsten Anschluß zu verpassen. einen Ueberblick über die wirtschaftliche Lage der selbständigen Handmerksbetriebe und berichtete über die entscheidende Förderung, welche die bisher von der Arbeitsgemeinschaft eingerichteten Ausstellungen sowie die Begründung einer Handelsgesellschaft für Handwerk und Bolkskunst erzielt hatten. Der Chemiker als Kunstfachverständiger. Zum erstenmal ist der Chemiter als Sachverständiger in einem Runstprozeß von ausschlaggebender Bedeutung gemeßen. Es handelte sich um ein Wert des franzöfifchen Impressionisten Renoir, dessen Echtheit der Käufer nor einem Pariser Gericht anzweifelte. Die chemischen und mitroftopischen Untersuchungen der farbe, die von den heran. gezogenen Sachverständigen durchgeführt wurden, zeigten, daß Farbe und Melart nicht zu Renoirs Stil stimmten, und daraufhin murde dem Käufer das Recht des Schadenersatzes dem Berkäufer gegenüber zugesprochen. Amerikanische Quadfalberel. Aus New York wird der Tod eines Mannes gemeldet, der vor einigen Jahren durch feine zahlreichen Wunderkuren in der ganzen Welt von sich reden gemacht hat. Es war ein Dr. Abram, ein Borfämpfer der elettrischen Heilmethode, und ein Mann, der fich ausgezeichnet auf Reflame verstand. Bor ctwa zehn Jahren hatte Dr. Abram einen elettrisch dia. gnostischen Apparat" erfunden, der angeblich sogar in den hwierigsten Fällen die richtige Diagnose stellen fonnte. Da er sich meigerte, das Geheimnis feines Apparates zu verraten und auch einer Aufforderung, die Konstruktion in einem Aerzteblatt darzulegen, nicht nachkam, wurde er öffentlich für einen Schwindler erflärt und von seinen Kollegen boykottiert. Aber das Mißtrauen der Wissenschaft konnte das Bertrauen des Publikums nicht erschüttern, und in sein Wartezimmer strömten tagaus, tagein Hunderte von Kranten. Er war seinerzeit der gesuchteste Arzt von New York. Nach seiner Theorie bestanden alle Krankheiten in Störungen der leftrischen Energie" des Blutes; er behauptete, fein Apparat ver. zeichne alle diefe Störungen und stelle fofort die richtige Diagnose. Er wollte fogar mit diesem Apparat feststellen können, welcher Raffe und Religion feine Patienten angehören. Endlich fandte ein berühmter Arzt in San Franzisko unter falscher Angabe eine Blut probe zur Untersuchung an Dr. Abram, der auch prompt ein Dußend Krankheiten des„ Patienten" aufzählte. Am Tage nach dem Empfang dieser Diagnose veröffentlichte der Arzt das Schreiben Abrams in den Blättern und teilte gleichzeitig mit, daß die Blutprobe gar nicht von einem Menschen, sondern von einem Huhn stammte. Gemeinfhaft profetarischer Mufiffreunde. Am Freitag, den 22., und Sonntag, den 24. b. M., abends 8 Uhr, findet in der Singalabemie ( Reftanienwäldchen) das zweite Chortongert statt. Ausführende Gemischter Chor Groß- Berlin und Fis Kleiner( Orgel) unter Leitung von Jafcha Horenstein. Das Programm br nat Chöre von Mendelsohn, Dow land, von Heinrich Schütz die biblischen Szenen. Karlen bei Horsch, Engelland, von Heinrich Schlik die biblischen Szenen. Karten bei Horsch, Engel Ujer 25/24. Der Schuhverband deutscher Schriftsteller bat in seiner Hauptversammlung ben neuen Borstand für das Jahr 1924 gewählt: 1. Borf. Dr. Alfred oblin, 2. Borf. Dr. Theodor Heuß. 1. Echagm. Karlernst Knob, 2. Schatm. Dr. Leon Beitlin, 1. Schriftf. Dr. Karl Bulde, 2. Schriftf. Ruboli Leonhard, Beifizer: Robert Breuer. Dr. Hugo Daffner, Dr. Monty Sacobs, Hermann Kienzl, Fedor von Zobeltig. Auf den Zechen herrscht das Scharfmachertum mie felten zuvor. Die Brutalität der Unternehmer nimmt immer schärfere Formen an. Der hungrige Bergmann wird wie ein Hund behandelt. Die vorhandene Notlage wird zu erpresse= rischer Ausbeutung der Bergleute ausgenutzt. Wer gegen die Willkürherrschaft Front macht, wird brutal auf Sie Straße ge= worfen. So fönnen die Dinge nicht weitergehen." Was die Zechengewaltigen den Bergarbeitern zurzeit zu bieten wagen, ist ebeni auch den Christlichen allmählich zu viel. Hat doch dieser Tage beispielsweise der Mülheimer Bergwerkverein( 3eche Hagenbed) sich nicht gescheut, den Invaliden und Witmen bes Wertes, die bislang Hausbrandtohle Lezogen, einfach die Rohle zu entziehen. Das ist der Dant für die opferwillige Teilnehme der Bergarbeiter am Wiederaufbau des zusammenge. zur erzeugten Stimmung unter den Bergarbeitern sucht die„ Christlichfoziale Boltsgemeinschaft" nun gegen das Zentrum Rechnung zu tragen. In ihrem Programm wird ein entschiedenes Bekenntnis demokratisch republitenischen Staatsper faffung abgelegt. Auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik wird grundfäßlich der Abbau der liberal- fapitalistischen Wirtschaftsordnung und Ueberführung der Produktion auf das Genossenschaftsprinzip gefordert. Weitere Forderungen sind: Sicherung des Koalitions. ausreichenden Einkommens, die Durchführung einer gerechten rechts, ausreicherter Arbeiterschuh, Sicherstellung eines unbedingt Steuerreform, entscheidende Mitwirkung von Laienrichtern unter Ablehnung jeglicher Klassenjustiz und tatkräftiges Eintreten für allgemeine Bölkerversöhnung im Geiste des christlichen Soli darismus. Geiselsystem in der Pfalz. Landau, 19. Februar.( WTB.) Das Bürgermeisteramt von Landau mußte am 16. Februar folgende Bekanntmachung er laffen: Bekanntmachung des Delegierten der Interalliierten Rheinlandkommission! In Landau wurde dem Bürgermeisteramt eröffnet, daß eine Liste von Geiseln aufgestellt worden ist, die für die Sicherheit der Separatisten, ihrer Familien und ihres Eigentums haften. Die Namen der Geiseln wurden nicht angegeben. Die Liste weist einen Bürgermeister, einen Apotheker, einen Rechts. anwalt, einen Zeitungsverleger, einen Notar und einen Studienrat auf. Für Tumult- und Aufruhrschäden wird die Stadt Landau mit ihrem gesamten Vermögen haftbar gemacht. Im Hinblid auf diese Maßnahmen wird die Bevölkerung ersucht, die Ruhe und Ordnung nicht zu stören." Es ist bemerkenswert, daß die Geiseln sämtlich Personen sind, die anläßlich des Empfanges der Pfalzvertreter durch Generalkonsul Clive seinerzeit energisch gegen den Separatistenterror gesprochen haben. Bei der Bevölkerung herrscht die größte Bestürzung. Bestimmungen der Rheinlandkommission. Koblenz, 19. Februar.( WTB.) Die Rheinlandtom miffion veröffentlicht folgende Bekanntmachung: Das durch die Oberkommission in der Pfalz eingesetzte interalliierte Spezialfomitee hat im Einvernehmen mit dem Kreistage die dringlichsten Maßnahmen bezüglich der Wiederherstellung der Ordnung und der öffentlichen Verwaltung geprüft. Der ständige Ausschuß des Kreistages hat die Aufgaben bekanntgegeben, die er provisorisch übernommen hat, sowie die Verantwortung, die er der Besagungsbehörde gegenüber auf sich genommen hat. 1. Jeder Aft der Repressalie, wie immer er auch beschaffen und gegen welche Partei auch immer er gerichtet sein mag, ist trengstens untersagt und seht seine Urheber Strafmaß nahmen seitens der alliierten sowie auch der deutschen Behörden aus. 2. Die Entwaffnung der Bevölkerung wird auf das strengste weiter durchgeführt. Das Tragen und der Besitz von Waffen im Widerspruch mit den Bestimmungen der Berordnung der Rommission wird durch die in Kraft befindlichen Strafbestimmungen geahndet. einigungen in der Berordnung 245, die im Artikel 1 folgendes bestimmt: Es sind mit voller Gefeßestraft alle Bereinigungen, deren 3med oder Tätigkeit gegen die öffentliche Ruhe, Sicherheit oder gegen die Armee gerichtet sind, verboten. Die Reichseinnahmen im Januar. Die Januareinnahmen spiegeln die ungeheuerliche Arbeitslosig feit im Rüdgang der Reichseinnahmen aus Lohnsteuer wider, auf der anderen Seite zeigt sie die Riefenlaft der Umsatzsteuer und was erfreulich ist, das Ansteigen so mancher jahrelang bedeutungs losen Steuereinnahme, die erst durch die von der Sozialdemokratie dauernd verlangte Stabilisierung der Mark beginnen, realen Wert zu bekommen. Uebersicht der Einnahmen des Reichs an Steuern, Zöllen und Ubgaben für den Januar 1924. ( Die Angaben einer Anzahl Stassen des befesten Gebietes fehlen.) Bezeichnung der Einnahmen A. Besig und Berkehrssteuern. a) Fortdauernde Steuern. Einkommensteuer: a) aus Lohnabzügen. b) andere Körperschaftssteuer Steuerabzug vom Stapitalertrage Kapitaleriragsteuer Meichenotopfer. • Abgabe nach§ 37 des Vermögensteuergesetzes Vermögensteuer nebst Ruschlag Vermögenszu wachssteuer. Befizsteuer Erbschaftssteuer Umfazsteuer: a) allgemeine b) erhöhte Grunderwerbsteuer Kapitalverkehrsteuer: a) Gesellschaftsteuer b) Wertpapierſteuer c) Börsenumsatzsteuer d) Aufsichtsratsteuer Kraftfahrzeugsteuer Versicherungssteuer Rennwett- und Lotteriesteuer: a) Totalisatorsteuer b) andere Nennwettsteuer c) Lotteriesteuer Wechselstempelsteuer. Stempel von Frachturkunden Beförderungsstener: a) Bersonenbeförderung b) Güterbeförderung Zuwachssteuer Reichsstempe.abgoben von: a) Gewinnanteilichein und ginebogen b) Geldumiätzen c) Grundstücksübertragungen Aufgekommen find in Goldmart 74 716.895 90 079 729. 84 902 998 114 402 8862 19 550 8142 21 409 308 112 554 98,407 946 5 787 457 659 703 2 902 889 415 401 22 683 880 212 324 1271 851 1 759 844 16 231 97 507 206 495 3849 730 387 314 1728 175 Summe a 840 371 601 2564 990. b) Einmalige Steuern. Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachse Außerordentliche Kriegsabgabe von 1919 Wehrbeitrag.. Rhein- Ruhr- Abgabe: a) bon Einkommensteuerpflichtigen. b) von Körperschaftssteuerpflichtigen c) von Kraftfahrzeugsteuerpflichtigen Außerordentliche Abgabe von Betrieben:. a) Arbeitgeberabgabe b) Landabgabe. • 54 856 501 16 169 908 256 232 9 679 039 1 722 246 Summe b 82 187 489 Summe A 422 559 091 B. 8ölle und Verbrauchssteuern. gölle Sohlensteuer Tabalsteuer: a) Tabalsteuer. b) Tabalsteueraufichlag. c) Tabateriagstoffabgabe Biersteuer Weinstener. Mineralwassersteuer Aus dem Branntweinmonopol: a) Einnahme aus der Branntweinverwertung b) Freigeld. Effigiäuresteuer Budersteuer. Salzsteuer gündwarensfeuer Leuchtmittelsteuer Spielfartensteuer Statistische Gebühr. Aus dem Süßstoffmonopol 9 638 300 84 560 4 104 811 623 1.659 7.938 684. 4 897 249 29 8 421 564 2108 49 412 8 776 054 1502 142 417 918 198 998 46220 101 557 44 859 Sumnie B 41 226 753 C. Sonstige Abgaben. Ausfuhrabgaben des Reichsfinanzministeriums. Ausfuhrabgaben des Reichswirtschaftsministeriums Brotversorgungsabgabe. . 104.869 21 894 89 760 538 Summre C 89 678 064 Summe A- C 603 463 908 Einkommensteuer, Umfaßsteuer, Körperschafts. fteuer, Brotabgabe und Börsenumfaßsteuer bildeten im Januar 1924 die Haupteinnahmequellen des Reiches. Biele Steuern man be tradhte im besonderen die Zölle und Verbrauchssteuern bringen auch heute noch kaum die Kosten für einige Finanzbeamte auf. Dennoch hört man nichts von einer vernunftgemäßen Aende. rung. Bei der Uebersicht der Reichseinnahmen ist naturgemäß nicht erkennbar, was davon im besonderen von den wichtigsten Steuern an die Länder abfließt. Durch die dritte Steuernotverordnung wer den die Ueberweisungen wesentlich erhöht. Daneben bekommen die breiten Maffen zu den Reichssteuern im besonderen die Miet zinssteuer aufgeladen. Sie wird voraussichtlich ebensoviel aus. machen wie die Lohn- und Gehaltsbesteuerung! Gegenüber dem Dezember sind die Reichseinnahmen im Januar beachtlich gestiegen. Sie betrugen damals 312 Goldmillionen, das gegen im Januar rund 504 Goldmillionen. Konflikt in der Arbeiterpartei? London, 19. Februar.( WTB.) Heute erfolgte im Unterhaus die erste offene Herausforderung an die Regierungsbant durch die radikalen schottischen Mitglieder der Arbeiterpartei, die Protest da. gegen erhoben, daß die Reihenfolge der Fragen so geordnet worden fei, daß die Fragen der schottischen Mitglieder nicht erledigt würden. Buchanan, eines der Glasgower Mitglieder, fragte unter Heiter. teit der Oppofition, ob die Regierung, nachdem sie die schottischen Mitglieder beleidigt habe, indem sie ihre Vertretung auf der Regierungsbant auf zwei Mitglieder beschränkt habe, versuchen werde, einen Tag in jeder Woche zu bestimmen, wo schottische Mit3. Die Aufmerksamkeit sämtlicher Behörden sowie der Bevölkes rung wird auf die Bestimmungen der Berordnungen der RheinlandCommission gelenkt, besonders bezüglich der verbotenen Berglieder ihre Fragen mündlich beantwortet erhalten tönnten, Bewerkschaftsbewegung Der Verbandsvorsitzende Breŋ fonnte am Schluffe der Tagung feststellen, daß die Verhandlungen vom Geiste größter Sachlichteit und von dem Bestreben getragen waren, das organisatorische Geforderung aus, in der Werbearbeit für den Verband nicht zu erlahmen und die gewerkschaftlichen Erfolge des Verbandes agitatorisch auszuwerten. inheitsfront in der Hand- und Kopfarbeiter- Union. füge des Verbandes zu feſtigen. Sein Schlußwort klang in die AufBoe uns liegt die Abschrift eines Schreibens der„ Reichszentrale" er Union in Gelsenkirchen an das Vollzugsbureau der Roten Geserfschaftsinternationale in Moskau. Darin wird Klage geführt egen das Mitteleuropäische Bureau und das Vollzugsbureau der GI., weil mit deren Einverständnis die Reichsgewertschaftsabtei-. ung der KPD. einen Mar Müller nach Westfalen geschickt hat, der a Verbindung mit Gustav Sobottla in Bochum einen neuen Laden ufgemacht hat. In Bochum vefindet sich eine zentrale, bestehend aus zwei efoldeten Angestellten, während in Gelsenkirchen ebenfalls eine Sentrale aus bei noch im Arbeitsverhältnis stehenden Genossen existiert. Beide Körperschaften glauben die rechtmäßige Zentrale zu sein. Die Bochumer Zentrale gibt eine Zeitung heraus, die Beschimpfunen und Verleumdungen in fich birgt. Die Gelsenkirchener entrale... muß auf die Angriffe antworten. Das Borgehen Müllers wird als ein offener Berrat n der deutschen revolutionären Bewegung" bezeichnet. Weiter wird darüber geflagt, daß im übrigen Deutschland ührende Genoffen der KPD. versuchten, Mitglieder der Union den jentralgewerkschaften zuzuführen. Das ist in Leipzig durch en Genossen Sá) ön bed geschehen, in Dberschlesien durch en Genossen Repal und Smolta, im Bornaer Braunfohlenebiet durch den Genossen Söder. Gleiche Tendenzen werden uns its dem niederschlesischen Kohlengebiet und aus dem Hammer Ge= et in Westfalen gemeldet." Ihr wißt, daß unsere Organisation eine Reichsorganisation ist, demnach haben rheinische RWR.- Mitglieder nicht das Recht, Zentralmitglieder abzusetzen, sondern darüber muß der gesamte Reichswirt chaftsrat sprechen. Wie schon angedeutet, glaubten die rheinischen RR.- Mitglieder die Befugnisse zu besitzen, die Reichszentrale aufzulösen, den Bezirksleiter fomie sämtliche Agitationsbezirksleiter unseres rheinisch- westfälischen Bezirles ihres Amtes zu entheben. Dieser Schritt bedeutet, über die Hälfte der verantwortlichen Funktionäre der Gesamtorganisation auszustoßen. Dieser Schritt stellt de facto die Spaltung der Organisation dar. Der Genosse Müller tat diesen Schritt, wie er fagle, im Auftrage des RWR., M. setzte dann in Bochum eine neue Bezirksleitung ein und begann von dort aus eine äußerst zerfetzende und organis sationsschädigende Arbeit. Müller versandte Rundschreiben, welche aufs schmerfte unsere Hauptfunktionäre fompromittierten. Er fandte fie an die Funktionäre", die seit einem Jahr nicht mehr Mitglied unserer Organisation find, sondern in den alten Bergarbeiterverband zurückgegangen sind. Damit sind diese Schreiben in die Hände der Arbeitsgemeinschaftler gefallen." Das Mostaner Bureau soll auf dem schnellsten Wege einen rominenten Vertreter entfenden. Da wir in den bis jetzt geführten Berhandlungen mit den deutschen Genossen die bösesten Erfahrungen emacht haben, bitten wir euch, einen autorisierten, im Bräsidium es Vollzugsbureaus der RBI. fizenden ausländischen Genossen zu ntfenden. Zu eventuellen Verhandlungen sind Vollmar- Geisenirchen und P. Weyer- Berlin beauftragt. Es lohnt nicht auf die häuslichen Differenzen zwischen Bochum md Gelsenkirchen näher einzugehen. Wir wollten nur einmal eigen, wie es um die„ Einheitsfront" in der„ revolutionären Besegung" bestellt ist. Beiratstagung der Fabrikarbeiter. Auf der 7. Beiratstagung des Verbandes der Fabritarbeiter deutschlands am 10. und 11. Februar in Hannover wurden außer rdentlich wichtige, in das Leben der Organisation tiefeinschneidende Beschlüsse gefaßt. Der planmäßige Versuch der fommunistischen Ge. perffchaftszeripfitterer, ihren Einfluß im Fabrit itbeiterverbande auszubehnen, hat in einigen seiner Berwaltungstellen zu Zuständen geführt, die mit einer glatten Durchführung er gewerkschaftlichen Aufgaben des Verbandes unverträglich find. Die Weimarer Konferenz der parteikommunistischen Gewerkschaftserstörer haben diesen Bestrebungen einen stärkeren Antrieb geeben. Diese Borgänge veranlaßten den Verbandsvorsitzenden Chiemig, dem Berbandsbeirat die Frage vorzulegen, ob der von en Verbandsmitgliedern gewählte und ihnen verantwortliche Bor and im Fabritarbeiterverbande bestimmen soll ader eine unbekannte parteikommunistische Belle, die es als ihr Ziel und ihre berufliche Aufgabe betrachtet, ie in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit aufgebaute Organisation u zerstören. Die Antwort, die der Verbandsbeirat darauf gab, war ie erneute Bestätigung der auf der 2. Beiratatagung 1921 ang tommenen Richtlinien, die unter Berücksichtigung neuerer Borgänge abgeändert wurden und deren schriftliche Anerkennung als Borbedingung für die Jagungsgemäße Bestätigung der Bahlstellenleitung durch den Hauptvorstand gefordert wird. in den Richtlinien, die acht Punkte enthalten, wird verlangt die mbedingte Anerkennung des Statufs, des Streit. eglements, die Durchführung der Verbandstag und Beiratsbeschlüsse und aller Verbandsattionen nach en, Weisungen des Hauptporstandes und der dazu be= uftragten Gauleitungen sowie der allgemeinen Gewerkschaftsktionen nach den Anweisungen des ADG B. und des dazu beaufragten Ortsausschusses. Die wichtigsten Bedingungen enthalten die Bunfte 4 und 5 der Richtlinien, die folgenden Wortlaut haben: Ablehnung jeder Berbindung mit der fommunistischen Gewertschaftszentrale und mit Einrichtungen, die in derem Sinne arbeiten sowie Verweigerung von Geldmitteln für diese. Ablehnung der Befolgung von Beschlüssen, die nicht vom Fabritarbeiterverband und seinen Körperschaften cder dem ADGB. und feinen beauftragten Untergruppen, sondern von Bereinigungen Konflikt in der Margarineindustrie. Die Organisationen der Handwerker und Maschinisten in der margarineherstellenden Industrie hatten nach vergeblichen Berhandlungen von Partei zu Partei durch den Schlichtungsausschuß einen Spruch bekommen, der den Handwertern 15 Broz. über die Löhne der Fabrikarbeiter, abgerundet auf 60 Pf., für die Zeit vom 1. Februar bis 31. März brachte. In der schriftlichen Aus= POSTABONNENTEN Wer auch im nächsten Monat Wert auf eine regel mäßige Zustellung des Vorwärts legt und eine Unterbrechung der Zustellung vermeiden mödite, muß die Erneuerung des Postbezuges sofort bet seinem zuständigen Postamt vornehmen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H. fertigung dieses Spruches versäumte es aber Gewerberat Körner, der Vorsitzende der Kammer, die Geltungsdauer anzugeben. Die Arbeitgeber hatten schon gleich erklärt, anzugeben. Die Arbeitgeber hatten schon gleich erklärt, daß sie den Schiedsspruch ablehnen. Bei den Berhandlungen vor dem Schlichter Wissel bemühte dieser sich um eine Einigung auf der Basis von 58 Pfg. pro Stunde. Auch dieser Vorschlag scheiterte an dem Starrsinn der Unternehmer. Der Schlichter erklärte nunmehr den Schiedsspruch für verbindlich. Nun stellte sich heraus, daß die Unternehmer am selben Tage das Lohn abfommen gekündigt hatten mit der Begründung, der Schiedsspruch sehe teine Befristung vor. Die Handwerker der Industrie haben nun allerlei Weiterungen bei der Auszahlung der Löhne, trotz der Verbindlichkeitserklärung. Den Organisationen erwächst aus der Unachtsamteit des Herrn Gewerberats Körner viel Arbeit und Zeitverlust, ehe die Angelegenheit wieder eingerenft werden kann. Eine Versammlung der in Betracht kommenden Handwerker und Maschinisten billigte nach einem Bericht Dietrichs vom Metallarbeiterverband die Tätigkeit der Organisationen. Es kam zum Ausbrud, daß die Margarineindustrie keine Ursache zum Klagen habe, da sie in der Inflationszeit große Gewinne gemacht habe, die sie in den Stand setzte, die elendeste Rumpelfammer zu einer Fabrik auszubauen. Die Handwerker find gewillt, ihre Rechte aus dem verbindlichen Schiedsspruch durchzufechten. Dietrich machte darauf auf merksam, daß fein Unternehmer das Recht hat, etwa durch eine von den Arbeitern geforderte Unterschrift unter diftatorisch festgesetzte Bedingungen, den Schiedsspruch außer Kraft zu sehen. Dahingehende Bersuche der Arbeitgeber sind abzulehnen. * % unterbreitet seinen in Behlefanz Beschäftigten folgenbes furiose Schreiben zur Anerkennung: " Im Einvernehmen des Kachelofenfabrikanten- Verbandes fündigt die Firma M. Wallnig, Ofenfabrik Vehlefanz, ihren Arbeitnehmern das Arbeitszeitgefeg; und erklären nachfolgende Arbeitnehmer durch ihre Unterschrift, hiervon Kenntnis genommen zu haben. Veblefanz, den 16. Februar 1924." Die dort Beschäftigten lehnten natürlich ab, einen derartigen Unsinn zu unterschreiben. Sie sind darauf kurzerhand am Montag früh entlassen worden. Dem Organisationsvertreter Genossen Stemnis, der am Dienstag früh telephonisch sich mit Wallnig auseinandersezen wollte, wurden begerische Tätigkeit, Verbandss diftatur und ähnliche Liebenswürdigkeiten an den Kopf geworfen. Um dem temperamentvollen Herrn zu zeigen, daß den Arbeitnehmern nicht alles geboten werden darf, sperren wir hiermit die Firma Wallnig, Ofenfabrik Wehlefanz, und eriudhen alle Kollegen, diesen Betrieb bis zur Aufhebung der Sperre zu meiden. Deutscher Baugeweitebund, Fachgruppe der Töpfer. Schiedsspruch im Crefelder Textilarbeiterstreif. Am Montag fanden in Crefeld im Rathaus vor der Schfich tungstammer mehrstündige Beratungen betr. die Textilindustrie statt. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, wonach die Arbeitszeit grundsäglich 48 Stunden der Woche beträgt. Um die Wirtschaftlichfeit des Betriebes zu heben, ist auf Anordnung der Betriebsleiter eine Mehrarbeit bis zu sechs Stunden in der Woche zu leisten. Als Stichlohn find 51 Pfennige vorgesehen. Der englische Dockarbeiterfireit. streit dürfte voraussichtlich infolge der Vermittlung der Regierung London, 19. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Dodarbeiterin furzer Zeit beigelegt werden. Vorläufig macht sich jedoch noch in In London steigen die Nahrungsmittelpreise fortgesetzt. Die Lebensallen englischen Häfen eine Verschärfung des Streits bemerkbar. mittelversorgung wird schwieriger. Die Bewucherung der Bevölke rung durch den Zwischenhandel hat bereits die Strafgerichte in Bewegung gefeßt. Für Dienstag wurden alle Vorführungen in den öffentlichen Theatern untersagt. Das für die Beilegung des Dodarbeiterstreits eingesetzte Schiedsgericht wird am Mittwoch zusammentreten und seine Borschläge für die Beendigung des Streits durchzusetzen versuchen. Bis jetzt haben weder die Angestellten noch die Arbeiter die Vermittlungsvorschläge angenommen. Die Angestellten bestehen nach wie vor auf einer Erhöhung von 2 Schilling pro Tog. Auch die Arbeiter verteidigen ihre Lohnforderung nach wie vor als gerecht. Achtung, Glasarbeiter! Bei der Firma J. Salomonis, Berlin SW 68, Alexandrinenstr. 135 36, find wegen Umgebung des Arbei: snachweises durch die Firma Differenzen in der Glasschleiferei ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. Streif auf den Hamburger. Flußschiffswerften. Die auf den Hamburger Flußschiffswerften beschäftigten Arbeiter hatten eine Lohnerhöhung von 45 auf 60 Pfennige je Stunde verlangt. Diese Forderung wurde von den Arbeitgebern als unannehmbar abgelehnt. Auf Veranlassung des Schlichtungsausschusses erklärten sich die Arbeitgeber zu nochmaligen Verhandlungen bereit, verlangten jedoch eine Verlängerung der Arbeitszeit bei einer etwaigen Lohnerhöhung. Diese Forderung wurde von den Arbeitern zurückgewiesen und in einer sehr zahlreich besuchten Bersammlung die sofortige Arbeitsniederlegung beschlossen. leber den Schiedssprüchen des Gewerberats Rörner waltet ein Unstern. In Nr. 79 des Vorwärts" mußten wir bez richten, daß ein Schiedsspruch für die Textilarbeiter AfA- Funktionäre Metallindustrie. Funktionärversammlung heute abend nicht befristet wurde und diese Unterlassung nachträglich wett- 7 Uhr in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31( Großer Gaal). Sages. ordnung: Stellungnahme zu der durch die Ablehnung Berbindlichfeits. zumachen versucht wurde durch eigenmächtige Begrenzung der erklärung für die Angestellten der Metallindustrie geschaffenen Situation. Wichs Dauer bis zum 31. März. In diesem Falle ist der Schiedsspruchtiges Material wird in der Versammlung ausgegeben. Jeder Betrieb muß ordnungsmäßig befristet, bei der schriftlichen Ausfertigung daher vertreten fein. Das AfA- Metallartell verfammelt sich um 16 Uhr zu einer Besprechung im gleichen Lokal. aber der Fehler gemacht worden, die Fristangabe fortzulassen. Es Af- Metallfart I: Günther, Rafper, Rothe. ift mohl mehr Bufall, daß in beiden Fällen die Fehler zum Sattler., Tapezierer- und Bortefeuillerverband. Allgemeine Tapezierervers Nachteil der Arbeitnehmer unterliefen. Jedenfalls wird fammlung morgen( Donnerstag) abend 7 Uhr in der Königsbant, Große Frank furter Str. 117. Bericht von den Lohnverhandlungen. sich herr Gewerberat Körner angewöhnen müssen, mit der ge. Musikinstrumentenarbeiter. Donnerstag abend 7% Uhr im Arbeitslofen. hörigen Sorgfalt zu verfahren, damit seine Schieds- faal, Rungestr. 30, tritt die bisherige und die neugewählte Branchenkommiffion fprüche allein schon wegen Formfehlern nicht Objekt neuer Streitigkeiten werden. Zum Streitbeschluß im Buttergroßhandel. Die Lagerarbeiter und Kutscher im Buttergroßhandel haben gestern abend in einer Bersammlung zu dem Ergebnis der Vers handlungen, die von dem Schlichter für Groß- Berlin geführt wurden, Stellung genommen. Bollmeier vom Deutschen Verfebrsbund gab den Bericht und teilte mit, daß die Arbeitgeber die Verbindlichkeit des Schiedsipruchs beantragt hätten. Es wurde nach längeren Verhandlungen eine Verständigung dahingehend erzielt, daß die Arbeitnehmer den Schiedsspruch anerkannten mit der Maßgabe, daß ab 1. Februar pro Woche 24 M. gezahlt werden. Gleichzeitig wurde vereinbart, daß über die Regelung der Löhne, Ueberstunden und Arbeitszeit umgehend neue Verhandlungen auf genommen werden sollen. zu einer Gigung zusammen. Die Funktionäre der ausgesperrten Betriebe treffen fich itimod vormittag im Streitbureau. Betriebsräteschule! In Charlottenburg, Oranienstr. 13-15, findet ein Einführungskursus am Donnerstag abend 8 Uhr statt, an dem noch Genossen und Genossinnen, nicht nur Betriebsräte, teilnehmen können. Die Anmeldung fann im Rurfus felbft erfolgen. Der Hörerbeitrag beträgt 2 M. für Bollarbeiter. für Kurzarbeiter die Hälfte. Arbeitslose tönnen un entgeltlich am Rurfus teilnehmen. Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. im Gesellschaftshaus Triftftr. 63 Lichtbildervortrag: Die deutsche Reichsver. Deutscher Verkehrsbund, Bez. 18 und 19( Wedding). Freitag abend 7 Uhr fajfung". Die Kollegen werden aufgefordert, au erscheinen. Gäste find will. tommen. Die Bezirksleitung. Aus der Partei. Die sozialistische Arbeiterpartei Spaniens hat beschlossen, eine Gewerkschaften einzurichten. In Palma de Mallorca wurde ein neues Boltshaus errichtet. Der Führer der Arbeiterpartei, eigene Druderei mit Unterstützung der Genossenschaften und Bablo Iglesias, ist zu feinem 76. Geburtstag vom ganzen Lande gefeiert worden. In Madrid wurden zwei Büsten von ihm aufgestellt, in der Gemeinde Azuaga ist eine Straße nach ihm benannt Nach einer äußerst lebhaften Aussprache, in welcher betont wurde, daß wohl der Streitbeschluß im Augenblick für aufgeboben gilt, jedoch erst in den nächsten Verhandlungen über die Regelung der Arbeitszeit und leberstunden die schwierigste Aufgabe mit zu löjen sein wird, erkannte die Beriammlung an, daß die Drgani fationsleitung fofort wieder alle Maßnahmen zu ergreifen hat, Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Birtschaft: 3. B.: Ernst Renter; falls die Verhandlungen wieder scheitern sollten. Die arbeiterfeindliche Stern A.-G. worden. Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuileton: R. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co.. Berlin GW. 68., Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Café Zielka Varleté- Kabarett, Friedrichstraße 60. Ecke Leipziger Straße, nachm 44, abends 734 Uhr: Großes Programm Bom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angeftellten wird uns geschrieben: Seit einiger Zeit tauchen in Berlin eine ganze Reihe von Restaurationsbetrieben auf, die gleichzeitig Fleischerläden" eingerichtet des Verbandes oder des ADGB. entgegenwirken. Ablehnung von folgende: Café Stern, Oranienburger Tor, Ede Friedrichstraße, Anweisungen und Richtlinien für die gewerkschaftliche Tätigkeit Café Tivoli, Chauffeestr. 25, Wiener Café, Potsdamer Str. 50, durch politische Parteien, Gruppen oder deren Gründungen." Café Sorent, Hochbahnhof Schlesisches Tor. Die verantwortlichen bleibt verständige Körperpflege, denn Krankheit kostet den Eine andere wichtige Entscheidung war die Ablehnung der von Leiter der Firma führen sich als die brutalften Vertreter des Herrn Lohn vieler fleissiger Tage. Sehr wichtig ist die richtige Behanden Arbeitgebern vorgeschlagenen Zusatzvereinbarung zum Reichs- im- Hause- Standpunktes" gegenüber ihren Arbeitern auf. Für die jung der Zähne. Man benutzt hierzu am besten die preiswerte -tarifvertrag für die chemische Industrie vom 19. Juli Arbeitnehmer gibt es feinerlei Rechte, sondern nur Pflichten. Die 1919, wonach die Arbeitszeit, sobald die Verhältniffe es er Arbeitszeit beträgt bis zu 16 Stunden täglich. Tariflöhne ZAHN PASTA NIVODONT ordern, im Benehmen mit den Betriebsvertretungen auf 9 bzw. werden nicht gezahlt. Das Personal bekommt man durch Zeitungs10. Stunden verlängert und in kontinuierlichen Betrieben annoncen oder aber durch die gelben Arbeitsnachweise. Selbstver- Das Vorbeugungsmittel gegen Erkältungen und Ansteckung in Stelle der Achtſtundenschicht die 3 wölfftundenschicht ein- ständlich ist auch kein Betriebsrat vorhanden, Verhandlungen mit und das Mittel gegen Mundgeruch sind die wohlschmeckenden jeführt werden soll. Dieser Entscheidung ging eine Aussprache vorder Gewerkschaft ist man stets aus dem Wege gegangen, auch die rus, in der sich der allergrößte Teil der Redner für die bleh Schreiben des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Café CALCIFORM- TABLETTEN zung des Vorschlages der Unternehmer einsetzten. Angestellten werden nicht beantwortet. Einem Vertreter des VerBetont wurde hierbei, daß der Verband seine Zustimmung zu einer bandes wurde in grober Weise die Tür gewiesen. Troßdem erwartet Das Behandlungsmittel gegen rauhe, rissige Haut, rote Hände Bereinbarung nicht geben fönne, die zu einer Wiedereinführung der die Stern A.-G. den Besuch ihrer Betriebe durch die Arbeiterschaft. and Frost ist die Frost- und Wundsalbe Bierundachtzigstundenwoche in den gesundheitsschädlichen Betrieben Damit der Stern A.-G. der nötige Respekt vor der Arbeiterjer chemischen Industrie führt. bewegung beigebracht wird, hat der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten diesen Betrieb gesperrt. Die Arbeitnehmerschaft wird in einer am Mittwochnacht in der Biegelftraße 2 stattfindenden Versammlung zu einer eventuellen Arbeitsniederlegung Stellung nehmen. ausgehen, die außerhalb des Berbandes ſtehen und den Beschlüssen haben. Diefe, von der Stern. 21.-G. eingerichteten Betriebe find Die beste Sparsamkeit Um die finanzielle Widerstandskraft des Berbandes zu stärken, nurde eine Neuregelung der Beiträge beschlossen. Der böchentliche Beitrag richtet sich nach der Lohnhöhe und beträgt ais Mindestsatz bei einem Stundenverdienst von 15 Pf. 20 Bf., bei einem Stundenverdienst von 16 bis 25 Pf. 30 Pf. usw. bis zu 100 Pf. höchstbeitrag. Der Beirat beauftragte den Borstand, ihm bei einer Besserung der Finanzlage des Verbandes Vorschläge auf Er. höhung der Unterstüßungssäge zu unterbreiten. Nach einem Referat des Sekretärs der Rechtsschutzabteilung beim Hauptvorstande, Kollegen Schmidt, über: Forderungen jum Arbeitsrecht und zur Sozialversicherung" nahm der Berbandsbeirat eine Entschließung an, in der scharfe, grundsägliche Kritik an em Entwurf des Arbeitsvertragsgefeges geübt und An einheitliches Arbeitsrecht, Arbeitsgerichte auf der Brundlage der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte, zeitgemäßer Areitsimus, besonders für die in gesundheitsschäd= Hichen Betrieben Beschäftigten gefordert wurde. Ein hitziger Kachelofenfabrikant. Der Provinzialverband Brandenburg der Kadelofenfabrikanten hatte bei den letzten Verbandlungen schon die Absicht, statt des Achtstundentages eine 9-10 stündige Arbeitszeit in den Kachelofenfabriken einzuführen. Damals wurde dies abgelehnt, weil der Schlichtungsausschuß in Potsdam in feiner Zusammenfegung grundiäglich gegen die Verlängerung der Arbeitszeit war und die Arbeitgeber feine gewichtigen Gründe für ihr nerbieten bringen konnten. Die Arbeitnehmer nahmen an, daß damit die Angelegenheit erledigt wäre. Der Kachelofenfabrikant May all nig, Berlin, Ofenfabrit Behlefanz, glaubt nun, selbst einen Vorstoß wagen zu müssen. Er CAMPHOLINT ( ca. 32% Cerussa, ca. 5% Camph. synth., ca. 63% Vas. flav.) an achte auf die Namen u. auf die Schutzmarke ,, Rabe". QUALITATSMARKE RABE Original Chesebrough- Vaseline Packung CHESEBROUGHS VASELINE NEW YORK BERUN ( sprich Tschiesbro) sollte in keinem Hause fehlen. Das beste Hausmittel gegen rauhe, spröde oder aufgesprungene Haut. 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Ohne uns die Hetze at den Magistrat die Mahnung, gegenüber der dritten gegen die Erzbergersche Reichsfinanzpolitit zu eigen zu machen, Steuernotverordnung die Interessen der Gehalten wir eine größere Selbständigkeit der Gemeinden auf finanneinde zu verteidigen. Für die sozialdemokratische Frat ziellem Gebiet für notwendig. fon erklärte Genosse Lohmann, daß man nicht die Kommune egen das Reich ausspielen dürfe, so sehr im übrigen für die Komnune die Existenzmöglichkeit gefordert werden müsse. Unser Redner vandte sich scharf gegen das Verfahren, die Kommunen auf die infoziale Mietsteuer anzuweisen. Einen deutschnationalen Intrag, der gegen die feit dem 1. August 1914 in Ber in zugezogenen Ausländer die Ausweifung und tötigenfalls die Unterbringung in Sammellager herbeiführen nöchte, begründete Pastor Roch mit einer haßerfüllten Rebe. Saibstverständlich wünscht jeder anständige Mensch, daß Berlin das Schiebergesindel los würde. Aber der deutschnationale Antrag bealt teine Ausnahmen vor und träte teher z. B. selbst sol he Aus andangehörigen, die in Berlin Sehnung genommen habet, um er die Auslandhilfe für Deutschlands Notleidende zu leiten. Genosse Battloch antwortete dem blindwütigen Bastor, daß die Aus. beijung der Fremben sofort in den Arslundstaaten mit Mus ceifung der Deutschen vergolten wurde. Abstimmungen jab es gestern nicht: Sie wurden auf die nächste Sigung verschoben. Die gestrige außerordentliche Sigung war der Aufarbeitung von Initiativanträgen gewidmet. An der Spitze derselben stand er von den Demokraten eingebrachte ist den Ländern und Gemeinden felten zuge mutet worden; eine derartige Basis für die Berselbständigung der Gemeindefinanzen lehnen wir ab. Wir fönnen mit der Motivierung bes Antrags, wie sie die Demokraten gegeben haben, nicht einver standen sein, schon weil sie den sozialen Momenten, die für uns von befonderer Bedeutung sind, nicht gerecht wird; für den Antrag selbst werden wir stimmen. Dr. Caspari( D. Bp.) trat der einleitend von Dr. Lohmann geçebenen Charakterisierung der Berordnung durchaus bei. Auch er fah in ihr eine Brutalität, namentlich hinfichlich der Hypothekenaufwertung. Dagegen begrüßte er die Ausdehnung des Kreises der Aufgaben von Ländern und Gemeinden als eine Absehr von dem übertriebenen Zentralismus der Weimarer Verfassung: Schule und Wohlfahrtspflege kommen wieder dahin, wo sie gehören; das ganze Reichsarbeitsministerium könnte verschwinden." Bon den Deutschnationalen wurde beantragt, in dem Antrage Merten am Schlusse statt„ gegenüber der Reichsregierung und der Verordnung" zu sagen regenüber der Reichs- und Staatsregierung". Dörr( Komm.): Welcher Art die verlangte Abwehr sein solle, darüber hätten die Antragsteller sich ausgeschwiegen. An der Taftit der Reichsregierung werde auch der angenommene Antrag Merten nichts ändern, der wohl hauptsächlich wahitaktischen Er. wägungen entsprungen fei. Durch die bloße Annahme einer papier nen Resolution beschwöre man nicht die den Gemeinden drohenden schweren Gefahren. Protest gegen die dritte Steuernotverordnung Die Abstimmung über diesen Antrag wie über sämtliche übrigen er Reichsregierung. Nach der Auffassung der Antragsteller bringt Anträge. die noch erledigt werden, findet erst am Donnerstag statt. ie Berordnung den Gemeinden eine faum tragbare Belastung Bastor och begründete sodann den schon vom 5. November 1923 ait wichtigen Aufgaben auf dem Gebiet der Schule, der Wohlfahrts datierenden Antrag der Deutschnationalen, der die Ausweisiege und der Polizei und entzieht ihnen andererseits einen erhebung aller seit dem 1. August 1914 zugezogenen Ausländer kchen Teil der bisherigen Reichszuschüsse ohne ausreichenden Erfaz. und nötigenfalls deren Unterbringung in Konzentrationslagern In der Ueberzeugung, daß es bei Durchführung der Verordnung verlangt. Man öffne die Baradenlager den galizischen usw. Juden en Gemeinden im allgemeinen und Berlin im besonderen unmög- und weise ihre Wohnungen den Deutschen zu, die sich seit Jahren ich fein würde, auch nur ihren wichtigsten fommunalen Pflichten vergeblich um eine Wohnung in Berlin bemühen. Dove( Dem.) u genügen", soll die Versammlung in Magistrat ersuchen, mit hielt den Antrag an ebrachtermaßen für undurchführbar; er würde iffen zu Gebote stehenden Mitteln die finan nur den Effeft haben, daß die anderen Staaten gegen Deutschland iellen Rechte und Intereffen der Gemeinde gegen das gleiche Verfahren einschlagen. Stadtrat Genosse Wutn ber der Reichsregierung und der britten Notverordnung zu verfonitatierte Koch gegenüber, daß der Massenzustrom diefer unercibigen. Der Kämmerer Dr. Rarding sprach den Antrag wünschten Elemente von dem aegenwärtigen Magistrat als ein Erbe tellern den Dank des Magistrats für ihr Borgehen aus. Die Beübernommen sei aus der Reit, mo es noch feinen sozialistischen ühungen des Magistrats, bei diefen Berordnungen auch den Magistrat gab. Die ganze Angelegenheit idten zu ihrem Recht zu verhelfen, seien raftlos betrieben worden ad würden auch gegenüber den tommenden Ausführungsbeft m rungen weiter aufs energischste weiterbetrieben werden. Das ftpfindlichste sei der Wegfall der Besoldungszuschüsse. 3 unerwünscht diese Einrichtung gewesen sei, der Abbau hätte nicht tuer geht beträchtlich zurüd, der Zuwachs an Einnahme aus der ergestalt überſtürzt werden dürfen. Auch der Anteil an der Umsatzinfommensteuer sei problematisch. Der gefährlichste Teil der Verrdnung sei die neue Verteilung der sozialen Gebiete wischen Reich und Ländern bzw. Gemeinden; die linder und Gemeinden erhielten neue Aufgaben mit entsprechenden 1: sgaben, und der Ausgleich durch die neue Mietssteuer sei ein wahrhaftes Danaergeschent: s Odium für diese unpopuläre Steuer schiebe das Reich einfach sen Bändern und Gemeinden zu. Das Reich müsse mit dem Abbau 11: ch bei seinem Beamtenpersonal und bei seinen Ausgaben burdaus nit den Ländern und Gemeinden Schritt halten. In der städtischen Wirtschaft müßten sich die Ausgaben nach den Einnahmen richten. Ban der Borght( Dnatl.): Der Antrag tommt insofern post estum, als ja die Verordnung schon da ist; aber die Aussprache sarüber ist deshalb nicht weniger dringend. Die dritte Berordnung st nicht nur für die Gemeinden eine Gefahr, sondern geradezu eine Brutalität. Genosse Dr. Lohmann: Es handelt sich hier nicht oß um ein Rechenerempel, sondern um eine hochpolitische 30] fos ( Nachdrud durch Malik- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Fühlbar stand die Wirkung des Vortrages im Zimmer und sichtbar in den Blicken der neun Bezirksführer. Ein noch junger Holzarbeiter, deffen Geficht, eingetrodnet and fleiner geworden, schon einer gedörrien Frucht glich, fagte, leicht werde es ihm nicht fallen, an die Genossen in seinem Bezirke alles das flar und jaßlich weiterzugeben. Aber faßlich muß es sein, sonst verstehts niemand." Der Vertrauensmann, ein dunkelgesichtiger, stoppelbärtiger Metallarbeiter, an dessen rechter Hand zwei Finger fehlten, streckte diese Hand vor: Bier Hauptpunkte mußt du festhalten," sagte er, zählte an den Fingern her und mußte chon wieder beim Daumen beginnen: ,, und viertens, daß die Arbeiterschaft gegen einen derartig gewaltigen Machtblock eben nur bei schärfster Disziplin und überhaupt nur durch eine ganz starle Organisation etwas ausrichten tann." Unter dem Sims, mit dem Rücken gegen die Fensterwand, faß auf dem Fußboden ein schon bejahrter Kartonnagen. arbeiter. Seine Hand rückte ununterbrochen und selbsttätig unsichtbare Gegenstände zehn Zentimeter seitwärts: die arbei tende Hand machte den Criff, den sie ein Leben lang von früh bis abends in der Papier- und Kartonnagenfabrit des . Herrn Hommes gemacht hatte. Beruhig du dich mur. Die Genossen in deinem Bezirt werden dich schon verstehen. Was dir deiner Lebtag auf die Haut brennt, das begreifft du leicht," sagte er und setzte sich auf die arbeitende Hand, die sich Sefunden später wieder be freite und weiter ihre Arbeit tat. ,, Wegen der Frauenlandestonferenz! Weil sie eben in dieser Woche in vier Versammlungen das Referat hatte. Und auch sonst viel Arbeit, Sigungen, Schreibereien und so Jezt mußt du ein paar Tage ausspannen, Genoffin Lenz." Ich brauche nur Sch af. Fünf Stunden!" Ja, ja, Schlaf," fagte der Kartonnagenarbeiter und setzte fich wieder auf seine tätige Hand. Katharina wandte das Gesicht Jürgen zu. Und es schien, als habe sie den Blick, mit dem sie ihn vor acht Jahren im öffentlichen Parte angesehen hatte, in ihre Augen zurüdgeholt. Sie lächelte, und hinter diesem Lächeln stand die Aut gehöre zu den polizeilichen Kompetenzen. Im Jahre 1922 23 feien nur 80 Wohnungsberechtigungen für Aus. länder ausgestellt worden. Sommel'acer von Stadt wegen zu er richten feble es an jeder Handhabe. Genosse Battloch: Die unbedurchaus unstattboit. Der iskiae Monistrat hot soweit es in seiner dingte Berquidung von Fremdenpolizei und Wohnungsfürsorge ist macht stand, geradezu Zuständen, die zum Himmel ftanten, ein Ende gemocht Als 1919 der Polizeipräsident Eugen Ernit 600 Ausländer ausweisen wollte, protestierten damenen rerade die den Deuschnationalen außerordentlich, nabestehenden Kreise einschließlich von ganz Charlottenbura und dem Kurfürstendamm mit größter Heftiofeit und großem Erfolge! Bälterrechtlich können wir oar nicht so verfahren. wie Herr Koch will: man denke bloß an die Tschechoslomoi! Der Antroq muß verworfen werden. Gegen 9 Uhr gira die Berlammlung über zur Beratung des Antrages der 9 Uhr gira die Berlammlung über zur Beratung des Antrages der Deuschnationalen, der die bei der Berliner Brennstoffgesellschaft eingetretenen Verlufte zum Gegenstand hat und die persönliche Haftbarmachung der Schuldigen verlongt. Der Kämmerer legte gegen diese Infinuation schärffte Berwahrung ein und gab eine Darstellung des Borganges, der darauf zurüdgehe, daß damals im Juli die alsbaldige Anlegung des der Gesellschaft überwiesenen Betrages in wertbeständiger Form unmöglich war. Den Schaden hätten die wort auf seine damalige Frage:„ Aber wie? Wie soll man sich aufopfern?" " Der ist erst fünf Tage später abtransportiert worden." Dann hörte Jürgen, wie der Metallarbeiter zu den zwei Pfeifenrauchern sagte: Weil der Kriminaler, der mit dem Kopf in Fenster gefallen ist, dabei ein Auge eingebüßt hat und deshalb die Reise nicht mitmachen fonnte." Und trat zu den Dreien in die Fensterecke. Auch der Agitator war hinzugetreten. ,, Wenn sie den paden unter fünf Jahr gehts nicht ab," fagte der Metallarbeiter noch. Der Holzarbeiter mit dem vertrodneten, fleiner geworde nen Gesicht sprach schriftdeutsch: In der Zeitung ftand: Ein gutgekleideter, ungefähr fünfundzwanzigjähriger Mensch, Kaufmann oder Student, augenscheinlich ohne Kopfbedeckung. Und der Agitator: Auch heute waren wieder Kriminalbeamte im Parteibureau... In diese romantischen Polizeischädel geht es nicht hinein, daß die Aufgabe der modernen Arbeiterbewegung nicht darin besteht, Attentate zu organisieren und Attentäter gewaltsam zu befreien." Die Müze hatte ich in der Tasche, dachte Jürgen und fragte: Was sagten Sie eben?" ,, Das Gefühl der Empörung übrigens, das diesen jungen Menschen zu dem Befreiungsversuch veranlaßte, ist dasselbe, das in allen Klaffenfämpfern lebendig ist; aber die müssen, so schwer das ihnen auch wird, ihre Empörung oft in sich zurückhalten," fuhr der Agitator fort, Blid vor sich hin gerichtet und in einem Tone, als dächte er, wie sehr riel leichter das Leben sein würde, wenn der Kampf um den Sozialismus in derartigen Taten bestehen könnte, anstatt in der jahrelangen, lebenslangen, zermürbenden, täglichen Hingabe. ,, Ja, aber dazu noch wöchentlich zweimal Bildungskurs in der Jugendorganisation!" rief bei der Rückwand ein Bezirtsführer. Zwei andere sprachen über den letzten Lohnfampf, der die Transportarbeiter sehr geschwächt habe. Im Stod erflang das in fich erstidende Geschrei eines Säuglings. Unter dem Bruftbein empfand Jürgen einen immer schwerer werdenden Drud, als stede er bis zum Rinn in did flüssiger Moorerde. ,, Bollen wir anfangen?" fragte der Agitator. Und Katharina hob den Deckel von der Schreibmaschine. Die zehn schritten durch die Finsternis, vor sich die fenfterlosen Rückseiten schmaler, turmhoher, freistehender Mietsfajernen: tote Silhouetten. Ein langer Güterzug troch aus dem Arbeiterviertel heraus, ins flache Land hinein. Wasser Mittwoch, 20. Februar 1924 Kriegsbeschädigten gehabt. Der Berluft von 43000 Goldmart habe sich inzwischen nicht unbeträchtlich vermin dert Rechtliche Unterlagen für eine Haftbarmachung von Beamten feien nicht gegeben. Um 9 Uhr 5 Minuten erfolgte hierauf Schluß der außerordentlichen Sizung. Berlin, die Stadt der Arbeit. Prof. Dr. Felig 2ampe, einer der besten Kenner Berlins, hielt am legten Sonnabend einen Lichtbildvortrag über Berlin als Stadt der Arbeit". also besonders bestraft. 岸 Benn die biblischen Schöpfungsgeschichten der Weisheit letzter Schluß wären, so ist die Arbeit eingesetzt als eine Strafe. Da in Berlin fehr mannigfaltige und schwere Arbeit geleistet wird, ist es Wie war es möglich, daß sich das alte Fischerdorf zu einer solchen schaffenden und tätigen Weltstadt erheben konnte? Hamburg, Bremen, Stettin find durch ihre Häfen groß geworden, Berlin aber durch die Tatkraft seiner Bewohner, die Handel, Wandel und Verkehr auslöfte. 1822 fand die erste Gewerbeausstellung, die nur 1000 Gegenstände umfaßte, statt. 1840 gab es dann die erste preußische Gemerbeausstellung in einem Holzschuppen auf dem Platz zwischen dem heutigen Opernhaus und der Bibliothek. Die große und schnelle Industrialisierung Deutschlands, vorwiegend Berlins setzte in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ein. So trat dann auf der 1. Berliner Gewerbeausstellung 1879 am Lehrter Bahnhof ein neues Moment auf. Die Firma Siemens u. Halste hatte die erste Elektrische der Welt erbout und sie auf die Ausstellung geschickt. Die Besucher fonnten mit dem elektrischen Wagen einmal umsonst rund herum fahren. Heute bilden die Siemenswerte einen ganzen Stadtteil für sich. Ste zeigen den Aufschwung und die Arbeitsgröße Berlins, wenn man bedenkt, daß Siemens u. Halske 1847 in einem Hinterhause der Schöneberger Straße mit 10 Arbeitern nahm einen großen Aufschwung. Es fam die Trambahn. Das Berkehrsleben innerhalb Berlins wurde sie durch die„ Elektrische" ersetzt. 1882 wurde die Stadtbahn erbaut und vor 25 Jahren folgte dann die erste Hochbahnstrecke, die Dom Osten und dem vornehmen Westen nach der Mitte der Stadt in Betrieb genommen burde. Im Laufe der Jahre wurde das Ber fehrswesen als Zeichen der Stadt mit ihrem mächtigen Arbeitsgetrieb weiteren Aufstieg hemmend und zersetzend. Doch heute machen sich immer mehr verbessert und ergänzt. Der Weltkrieg wirkte für den die ersten Anzeichen der Besserung bemerkbar; es bleibt bei dem: ewigen Bedfel: Nach Regen folgt Sonnenschein. ewigen Wechsel: Nach Regen folgt Sonnenschein. ihre Werkstatt eröffneten. Glücksmann, der Monarchist. Einer, der behauptet, nicht geboren zu sein. Bald En fleines, fchmächtiges Männchen mit einer riesenhaften, ped schwarzen Haarmähne, die fich totett wie eine Allongeperüde über Der Stirn aufbaut und seitlich bis auf die Schultern fällt, wurde gestern dem Amtsgericht Berlin- Mitte aus der Strafhaft vorgeführt. Der Angeklagte nennt fich Schriftsteller Adolf Gludsmann und ist vielfach, sogar mit Zuchthaus, vorbestraft. Jetzt hatte er sich Serfommen eröffnete der Angeklagte die Berhandlung und begann wegen zweier Diebstahle, brei Betrugsfällen unb zivci verjuchten Betrügereien zu verantworten. Enigegen alleni den Borsigenden zu vernehmen: Sind Sie der Amts richter Dr. Neumann? Als der Richter erstaunt bejahte, fprubeite der aufgeregte, fleine Mann hervor: Dann bestreite ch und meine Geburt und ebenso Ihre Berechtigung, midh abzuurteilen. Sie haben Ihr Amt von Ebert und Scheidemann: Ich lasse mich nur von einem Mann aburbeilen, der von Gottes Gnade eingesezt ist." Das Gericht drehte dann freilich den Spieß molte sich an nichts erinnern, hatte jogar seine Haftstrafen vergessen um und prüfte den ,, wilden Mann" auf Herz und Nieren. Der aber und meinte schließlich:.... einmal bin ich ja zu 20 000 Mart Geldftrafe verurteilt worden, aber das bestreite ich auch. Der Ver tettiger ließ feststellen, deß der Angeflagte auch im Gefängnis die Annahme von Essen verweigert habe, da er als Monarchist von der Republit nichts annehme. Glüdsmann hatte zahlreiche Briefe an, den Erfronprinzen und den Borsigenden geschrieben. Gerichts medizinerat Dr. Thiele hielt es für notwendig, den Angeklagten zu untersuchen, da er nicht ohne weiteres ein abschließendes ürteil 4 | glanz in dunkler Ferne und das gedämpfte Rasseln eines Schleppers, der eine Reihe Frachtschiffe stadtwärts zog. Der lange Pfiff der Lokomotive schlug einen Bogen durch die Nacht. Gefchrei brach ihnen entgegen, stieg an: ein Knäuel Wut gebrüll. Ueber allem die Frauenstimme, die wie die Berameiflung selber schrie. Und als die zehn den Lichtkegel, der aus dem Parterrefenster auf die Straße fiel, erreicht hatten und ihn durchschritten, war es drinnen völlig still. Drückende Stille. Und dann Wimmern, Weinen, gestoßen ausbrechendes Geheul, feffellos, als weine die Berzweifelte alle Not ihres Lebens und das Leben felbft aus sich heraus. Darüber entstand ein Gespräch. Ob der Mann die Frau und weshalb er sie wohl geschlagen habe, und warum sie fo arg flenne. Die Gründe tennt man," sagte der Holzarbeiter, Ja, das sind im Grunde immer diefelben." Wie schön die Nacht ist." Ja, wenn man so marschiert." Die neuen Backsteinhäuser des wachsenden Arbeiterviertels, gleichförmig, unverpugt, wie über Nacht hingestellt -lineare Straßen, bei den Feldern endend wie abgehauen, stießen feuchten Ralfgeruch ab. Kein Fenster war erleuchtet. Die Arbeiter schliefen schon. Bor einer alten Billa, die ei geholt und überholt worden war von der wachsenden Stad stand ein Schußmann mit einem Polizeihund. Das Beinen war verendet. Die Schritte halften in: Gleichmaß. Aber Parteimitglied wurde ich das find jetzt fed;-: undzwanzig Jahre her," erzählte der Kartonnagenarbeite Seitdem hat sich viel geändert. wwww Sechsundzwanzig Jahre, dachte Jürgen. Sechsund zwanzig Jahre. Hohe, leuchtende Fenster, fünf lange Reihen übereinander, traten aus der Dunkelheit heraus. Die zehn schritten hinein in das Klipp- Klapp- Geräusch der Transmissionen: die Nachtfchicht bei der Arbeit. Heut ist die Partei eine Macht... Wenns auch langsan geht... Mitbestimmungsrecht... Die straffe Organisation... Ja, viel Arbeit gewesen," vernahm Jürgen, der mit dem Holz arbeiter und dem Metallarbeiter einige Schritte voraus war. Schweigend über die fleine Eisenbrücke. Durch den fühlen Teergeruch. Auf der äußersten Spize des zugebretteten Fracht schiffes im Kanal stand ein winziger Hund, ber blickte. Schon durchbrach dort und hier das Lichtermeer die Baumkronen. ( Fortsetzung folat.) abgeben fönne, ob es sich um einen Geistestranten oder einen Simulanten handle. Daraufhin beschloß das Gericht, Glücksmann in einer Irrenanstalt untersuchen zu lassen. Spaniolas Diebesfahrten. Erneut zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der schon mehrfach abgeurteilte internationale Hotel- und Benfionseinbrecher Ludwig Lewy, genannt Spaniola, hatte sich wiederum wegen zahire'cher Einbrüche vor der 4. Straffammer des Landgerichts I zu verantworten. Der jetzt gerade 21jährige Lewy ist troß seiner Jugend bereits zehnmal vorbestraft. Inzwischen ist er wegen zahlreicher Einbrüche zu 5% Jahren Zuchte haus verurteilt worden. Jeßt hatte er sich wegen weiterer 6 Einbrüche zu verantworten. In den meisten Fällen hat er Ausländer, die in Benfionaten des Westens abgestiegen waren, bestohlen. Wie immer führte er seine Raubzüge in dreiftester Weise meist am Tage aus, packte in ben Zimmern seiner Opfer, als deren Bruder er sich den Pensionsbefizerinnen gegenüber bezeichnete, an Wr tfachen zusammen, was er rendwie erreichen fonnte. In einer Pension Unter den Linden bestah er zwei Amerikanerinnen, in der Tauenzienstraße einen ägyptischen Ingenieur, am Kurfürstendamm einen Sekretär der portugiesischen Gesandtschaft, fremde Diplomat ufw. Unter der Maste eines fpani'en Gefonètihaftsattachés Gaston de Cassalor hatte er im D- Jug die Inhaberin eines Modesalons fennengelernt, die er in Berlin mehrfach besuchte. Er führte ihr einen angeblichen Preisboger Gergormics zu. Mit diesem Komplicen raubte Spanira die Wohnung aus und stahl die wertvollen Golb- und Silbersachen. Unter der An tlage der Hehlerei hatte sich Lewys Braut Marie Bu towski zu verantworten. Lewn behauptete, daß er die Einbrüche auf Veranlassung eines Engländers Davie verübt habe. Es sei nur darauf angekommen, bei den ausländischen Diplomaten Dokumente zu fuchen, und zwar namentlich deutschfeind che Aften. Er habe mit Wissen des Auswärtigen Amtes gehandelt. Als Beweis dafür behauptete er, daß er bei einer Razzia festgenommen worden sei und einen Ausmeis als Assessor Dr. Landau" gehabt habe. Auf dem Der Anreklagte ist Polizeipräsidium fei er bann entlassen worden. in vollem Umfonge geständig und hat, als ihm auf dem Bol zei präfidium das Journal der Pensions- und Hoteldieb stähle vorgelegt wurde, sämtliche Taten, die er begangen hat, herausgesucht. Wie er angibt, habe er sich dazu veranlaßt gefehen, weil in einem Falle eine Housangestellte unschuldig in Haft genommen worden war. Wenn er nicht alles e'ngestanden hätte, würde diese Sache nicht ihre gerichtliche Sühne gefunden haben. Der Staatsanwalt beantragte geren Lemn 8 Jahre Zuchthaus, gegen die Butowski 1% Jahre Gefängnis. Die Berteidiger wiesen auf die Pomplizierte Beriönlichkeit des Angeklagten h'n und bestritten, daß die Angeflagte Bufowsti gewußt babe, daß die Gelder und Geschenke, die sie von ihrem Bräutigam erhalten hatte, von den Diebstählen herrührten. Die Angeklagte will Zewn nur unter dem Namen„ Bob Landau" getannt haben. Die Straffammer verurteilte Lewy zu we teren 3% Jahren Buchthaus. Seine Braut erhielt wegen fortgesetzter Hehlerei 9. Monate Gefängnis, die durch eine 14jährige Unter juchungshaft als abgegolten erklärt wurden, so daß fie fofort aus der Haft entlassen wurde. Für Lewy wird später eine Gesamtstrafe gebildet werden. Nur Kupfer nicht Nickelmünzen. Durch die Verordnung der Reichsregierung vom 11. februar 1924, die am 14. februar im Reichsgeiegblatt, Teil L, verkündet worden ist, find die alten Ein- und weipfennigftü de den Münzen über Gin und 8 weirenten Pfennige rechtlich gleichgefteltt worden; die alten Kupfermünzen Lönnen beshalb fünftig in der gleichen Beile zu Bahlungen ber toendet werden wie die Rentenpfennige; die öffentlichen Staffent. nemen fie zu jedem Betrage an. Es ist jedoch zu beachten, daß fich die Verordnung nur auf die Kupferminzen, nicht auch auf die alten Ridelmünzen( 5 und 10- Pfennigftide) bezieht. Den letteren die gleiche Babltraft zu verleiben, war schon deshalb nicht angangia, weil mit ihnen zugleich die stark unterwertigen Eilen und Rinfmünzen über die gleichen. Wennbeträge in den Wer fehr zurückgeflossen wären, was zu einer faum erträglichen Un. ficherheit geführt bätte. Zehn Parteien in Potsdam. In der Stadt Potsdam iollen am 16. März bie Stadt berordnetenwahlen durchgeführt werben. Bekanntlich ist burch Gesez vom 12. Februar 1924 die Neuwahl der Gemeinde vertretungen in ganz Breußen auf den 4. Mai 1924 festgefeßt. In Potsdam muß diefe Neuwahl jedoch schon am 16. März vor fich geben, da die vorige Stadtverordnetenberfammlung infolge des in weiter Deffentlichkeit belannten Kommunalfonfliftes vor sechs Monaten aufgelöst wurde. Bei dem für die Wahl am 16 März zuständigen Wahlausichuß haben sich nicht weniger als zehn Parteien gemeldet, die besondere Standidatenlisten für die 43 Stadtverordnetenfige aufgestellt haben. Es sind folgende Barteien: Deutichioziale Partei, Böllisch Sozialer Blod, Deuticnationale Boltspartet, Deutiche Boltspartei, Deuticdemokratische Partet, Bartei für Handel und Gewerbe, Zentrumspartei, Vereinigte So zialdemokratische Partei, Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands und Kommunistische Partei. Ringkampf im Gerichtssaal. 3u sehr wüften Szenen, die in einen Ringtampf aus arteten, fam es in einer Berhandlung vor der 7. Straftammer des Landgerichts I, vor der sich zwei Schwerverbrecher, Richard Licht wart und Otto Dosdal zu verantworten hatten. Bitangeflagt waren die beiden Bräute, Hedwig Heinide, die in ihren Streifen den Spiznamenkirschenhedwig" führt, und Helene Weffel Die beiden Hauptangeklagten haben mehr als ein Dugend Einbrüche in Villen des Westens verübt, sowie Ladeneinbrüche im Zentrum der Stadt. In verschiedenen Fällen haben die beiden Frauen in der Nähe des Tatorts gewartet und die Beute gleich in Empfang genommen, um fie zu verschärfen". Kirschenhebwig, die Braut des Lichtmart, belastete ganz besonders start ben Angeklagten Dosdal. Als sie auch vorbrachte, daß D. in einem Falle auf einen ihn verfolgenden Bolizeibeamten scharf gestoffen hatte, sprang Dosdal plötzlich auf die Anklagebant und schlug mit den Worten: Kirschenhedwig, bir werbe ich das Maut stopfen!" mit den Fäusten auf die Mitangeflagte ein. Die Berteidiger packten den Wüterich, der zu neuen Schlägen ausholen wollte, und nach einem schweren Ringtampf gelang es den hinzueilenden Wachtmeistern, Dosdal Hand fesseln anzulegen. Die Berhandlung endete mit der Berurteilung Lichtwaris zu 3 Jahren Gefängnis, Dosdals zu 5 Jahren Zuchthaus, während die beiden Frauen wegen Begünstigung 6 Monate Gefängnis erhielten. Feuerschutz in Großstadt und Industrie. Der Feuerschuh ist leider noch immer nicht auf der Höhe, auf 1 es durchaus nicht an dem, daß die Ausgaben für den Feuerschuh der er im Interesse der Volkswirtschaft sein müßte. Richtig ist, daß unwirtschaftlich wären. Die Städte Berlin, Hamburg, München und es auf dem Lande und in Kleinstädten schwer ist, zu erreichen, daß Kiel, für die es möglich ist, festzustellen, in welchem Verhältnis die tie für die Feuerbekämpfung notwendigen Menschen auch jederzeit Kosten des Feuerschußes zu den Brandschäden der weniger gut ge zur Stelle find. Im so bebauerlicher ist, daß auch in Großstädten Schüßten Nachbargebiete liegen, haben in den Jahren 1909-1913 für und größeren Industriebetrieben die für die erfolgreiche Feuer- oder bedeutend weniger aufgementet als in ben weniger gut ge den Feuerschutz und für Brandfchädenvergütung nicht erheblich mehr befämpfung notwendigen Maßnahmen nicht getroffen werden, ob schüßten Nachbargebieten allein für Brandschädenvergütung auf gleich hier die Möglichkeit vorhanden ist. Gerade in den letzten gewendet werden mußte Für den Feuerschutz und für Brandschäden Wochen sind, verursacht durch die eingetretene Stättewelle, die Brände vergütung an Gebäuden wurden in Berlin 0,83 m., in Hamburg in den Industriebezirken besonders zahlreich geworden. Welche 1,14 M., in München 0,87 m. und in Kiel 0,83 m. auf 1000 m, Schäden diefe Brände dem Bolksvermögen zufügen, zeigt sich darin, Gebäudeversicherungssumme qufgewendet. Die Aufwendungen für daß einzelne Brände Schäden in Höhe von mehrstelligen Millionen Brandjäädenvergütung allein betrugen in Brandenburg- Band Goldmark verursacht haben. Bei dem Brand der Dodanlagen in 152 M.. in Schleswig- Holstein 0,77 M., in Bayern 0,91 M. und bei London wurde sogar ein Schaden von 2 Milliarden Goldmark schnitt 1,09 m. auf 1000 M. Gebäudeversicherungssumme. Die durch Aballen öffentlichen Feuerversicherungsanstalten Preußens im Durch gemeldet. mehr von Betriebsstillegungen, Mietverlusten und Schäden an Mob'liarwerten verhinderten Berlufte bleiben dabei reiner Gewinn. Die Zersplitterung des Feuerversicherungswesens. Daß der Feuerschuß in Großstädten und Industrie nicht gemügend ausgebaut wird, beruht auf der Zersplitterung und unzelfgemäßen Gestaltung des Feuerversicherungswesens. Erste Boraus fehung für einen wirtungsvollen Feuerschuh wäre die Zusammenfaffung der gesamten versicherten Werte in einer Versicherungsanstalt und die Anpassung der Versicherungsbeiträge an die Gefahren. Bären alle brennbaren Werte von einer Bersicherumns anstalt erfaßt fo fönnte diese unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit überall die Schuhmaßnahmen treffen, die als notwendig erkennt find. Bei der heutigen Zersplitterung der Feuerversicherung, wo in einem Gebäude mehrere Bersicherungsunternehmungen an der Ber: ficherung der vorhandenen Werte beteiligt find, werden diese nicht summiert und unterbleiben die nötigen Schuhmaßnahmen. Und doch wäre gerade heute, wo die Betriebe nicht nur moralisch, son dern auch durch Gefeß verpflichtet find, Kriegsbeschädigte cinzu stellen, die in der probuftiven Arbeit beschränkt sind, die Möglichkeit gegeben, durch Ausdehnung der Bewachung, sowohl in bezug auf Feuerverhütun als auf Betriebsfähigkeit der Feuerlöscheinrichtungen, den Feuerschutz erheblich zu verbessern. Personalabbau und Feuerwehr. Doch nicht nur der Feuerschuß in den Industriebetrieben ist mangelhaft. Selbst in den Großstädten, wo er einigermaßen zeit gemäß ist, soll er abgebaut werden. Slutt ben dort vorhandenen Berufsfeuerwehren die Aufgaben zuzuweisen, daß fie in den Bes trieben für Durchführung des nötigen und wirtschaftlich möglichen euerschußges forgen, foll auch bei den Berufsfeuerwehren das Berfonal abgebaut werden. Um den Abbau zu ermöglichen, foll ferner die Dienstzeit der Feuerwehrleute verdoppelt werden. Einer Gruppe von Menschen, die schon bisher eine gegenüber den übrigen Arbeit mehmern wesentlich längere Dienstzeit hatre, soll dieje noch ver. längert werden. Dies soll geschehen, obwohl im Feuerwehrberuf der Verbrauch an Menschen heute schon erheblich größer ist als in anderen Berufen. Menfchen, die ihre Berufsaufgabe nur unter opfervoller Hingabe ihrer Gesundheit erfüllen können, fellen mit einer weiteren Dienstzeitverlängerung belastet werden. Die Belastung soll zu dem ausgesprochenen med der Personaleinsparung" erfolgen. Dadurch werden die Gefahren, die den einzelnen belasten. ebenjo start vermehrt wie das Personal verringert wird. Dabei ist mir zu meinem 75. Geburtstage dargebrachten Glückwünsche antworten fann, sage ich hierdurch allen Freunden, Genoffinnen und Genossen meinen herzlichsten Dank. Schnelljustiz! Die Berliner Berufsfeuerwehr. Dafür, daß es unmöglich ist im Feuerschutz Personal abzubauen, weil der Feuerschutz zu jeder Zeit gegenüber den Bedürfnissen zurüdbleiben mußte, foll als typisches Belspiel Berlin angeführt werden. In Berlin wurde die Berufsfeuerwehr 1851 gegründet. Bei der Gründung wurde der Dienst eingeführt, der heute ebenfalls als den Bedürfnissen errsprechend hingestellt wird( 48 Stunden Dienst, 24 Stunden frei). Die Berufsfeuerwehr Berlin zählte bei ihrer Gründung 997 Köpfe. Davon waren 411 Sprigenmänner täglich 8 Stunden als Arbeiter in der Straßenreinigung tätig. Für den ausschließlichen Feuerwehrdienst bleiben demnach noch 586 Köpfe. Augenbliclich betränt bie Stärke der Berliner Feuerwehr 1464 Köpfe. Davon entfallen auf At- Berlin 1050. Die Kopfzahl des Feuerwehrperfonals ist demnach um das 1,6fache gestiegen. Das Stadtgebiet Berlin umfaßte im Jahre 1851 bei rund 430 000 Einwohner 3671.5 Heftar, im Jahre 1923 baregen tei 4020 600 Einwohner 87 809,56 Heftar. Die Zunahme der bei der Städtischen Feuerfozietät bei der alle Gebäude innerhalb des alten Sadtoebietes versichert sein müssen beträgt von 1851 bis 1916 bas 15 fache, die Zunahme des Stadtgebietes das 24 fade und die Zunahme der Bevölkerung das 9 fache. Dem steht gegenüber eine Bermehrung der Kopfzahl der Berufsfeuerwehr um das 1,6 fache. Der Feuerschuh hat also in fehr erhebfidem Umfance es verstanden, die Entwicklung der Technit in feinen Dienst zu stellen. Wem cuch die Entwicklung nicht überall dieselbe ist wie in Berlin, so steht body fest, daß die Entwicklung in Berlin typisch Berlin, so steht boch fest, daß die Entwicklung in Berlin typisch ist für die Entwidlung der Großstäble und Großbetriebe. Was für Berlin festgestellt werden kann, muß als feststehend für alle GroßWenn im Feuerschuh städte und Großbetriebe anerkannt werden. fchon erhebliche Einsparungen an Bersonal gemacht sind, wenn der Ausbau des Feuerschutzes und damit die Beibehaltung des heutigen Berfonals eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist, muß dieser Ausbau erreicht und der Abbau terhindert werden. Es wäre ein trauriges Zeichen der Zeit, wenn im Feuerschutz Bersonal eingespart und dafür ein erheblicher Teil des Boltsvermögens dem Berluste preisgegeben würde. Erkennung und Anerkennung wirtschaftlicher Notwendig, feiten ist erste Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausbau. gangen war. Er muß bei der Benutzung des Kochers den Schlauch abgerissen haben. Eine Zajammeafanft der BSPD.- Genossenschaftler der 51. Berkaufsstelle, Gesich ftrane 3, findet am Donnerstag abend 7 1hr bei Regenberg, Gartenstraße 76, fiatt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Arcis Charlottenburg. Dennerstag, ten 21. februar, 71 Uhr, im Schiller. Realgymnafium, Schillerftz. 26( Erbgefdek), Vortrags- und Distuffions abenb der Freien Schulgemeinde. Thema: Streifzüge in die politifdie Kirchengeschichte", 1. et. Referent Genoffe Bounef. Gäfte, durch 902itglieber eingeführt, wilkommen. 17. Reris Lichtenberg. Der Bildungsausschus peranstaltet eine Rurt- Elsnez, Gedächtnisfeier am Donnerstag, ben 21. Februar, 8 Uhr, bei Tempel, Gudrunstr. 7. 2es Mentner first aus Cianers Berten. Eintrittskarten 50 f. Heute, Mittwoch, den 20. Februar: Eine wesentliche Entlastung der Gerichte wird jeht durch ein ver einfachtes Verfahren bewirkt, durch das Beschuldigte, die auf frischer Tat ergriffen worden find, sofort bem Strafrichter vorgeführt werben. Es ist tas ein Verfahren, das von alters her in England üblich ist, wo der Einzelrichter einfache Bälle fofort aburteilt. Da infolge der Abbauverord nung gegenwärtig die Schöffengerichte ohne Schöffen ihre Geschäfte erledigen, werden jegt im Berliner Polizeipräsidium Berhaftete, bie in flagranti ertappt wurden, zunächst sem Bo'izeifominiffar vorgeführt, der sie vernimmt. Sobald der Angeklagte geständig ist und das Protokoll unterzeichnet hat, wird er fofort in ein Rebenzimmer vor den Amtsriter geführt, der mit einem Brotokollführer Sigung hält. Der Antsanwalt erhebt auf Grind bes polizeilichen Protokolls und nach Anhörung etwa vorhandener Tatzeugen die Antlage, und der Amtsrichter fällt das Urteil. Auf diese Weise werden selbst schwerere Fälle von Taschen und Ladendiebstählen und sogar Einbrüche in ganz furzer Zeit, ohne ten großen Apparat der Instanzen in Bewegung zu setzen, erledigt. In Moabit selbst ist man gemäß einer Berordnung des Justizminifters 143. bt. Bergwalde. Bilenen, Beikmannsluft und Hermsdorf. Der Unterdaran, alle schmebenden Straffa chen bis zum 31. März aufzuarbeiten. Zu diesem Behuf sind mehrere Nachhilfsstraflammern" gebildet merben. Beim Landgericht I find eine 10. und 11. Strafkammer, bei den Landgerichten II und III ebenfalls je eine Hilfsstraftammer errichtet worden. Die Mörder aus der Klopstockstraße. Der Raubmord in der lovstockstraße, dem Ende März vorigen Jahres die 42 Jahre alte Chefrau Bauline Bapfe in der Klopftoditraße 52 zum Opfer fiel, wird jezt feine Sühne finden. Wie wir mitteilten, wurde fürzlich der eine der Täter. der Schloffers lehrling Mat Baple im städtischen Obdach zu Hanan teftaenommen. Sie er fante, hatte sich sein Bruder, der Tapezierer lebrling Kurt Papte, unter dem Namen Kurt Bordel von Bab Homburg aus nach Bayern gewandt. Wuf die Fahndunasausireiben der Kriminalvolizei hin ist es jest gelungen, the in Saweinfurt zu ermitteln und zu verhaftet. Die beiden Brüder, Stiefföhne der Ermordeien, werden zur Aburteilung nach Berlin gebracht werden. Der Tod der Ullen. Wieder hat ein altes Goepaar hoffnungs müde den Kampf mit dem Leben aufgegeben. Der 64 Jabre alte Arbeiter Albert Hoppe und feine in demfelben Alter stehende Ehefrau 2uise wurden in ihrer Wohnung im Hause fillers ftrage 164 in der Küche im besinnungslosen Zustande aufges funden. Sämtliche Gasbabne waren geöffnet. Feuerwehr und Arzt bemühten sich um die Unglücklichen, doch konnte bei beiden nur noch der Tod festgestellt werden. Wahrscheinlich hat Rot die beiden alten Leuthen zu dem letzten Schritt getrieben. 21. t. 7 he außerordentliche Funktionäreetfammlung mit den Kreisver tretcrdelegierten bei öer. Siboffitt. 12. Zur Kontrolle der gewerk. fchaftligen ugehörigkeit. find die Verbanksbücher mitzubringen. Der Borstand trifft fich% Stunde ftahet. 38. 26. 116 1hr öffentliche Tierversammlung in ber Geulanla Scheerenbergfir. 7. Shema: Die Berelendung ter Beltsschule". Referent Geneije Kreuziger. 83. Abt. Simterfette. 7hr Funktionärkonferens bei Sraft, Heinersdorfer Straße 17. Tagesordnung: Bahivo: bereitungen. richt für die Ainber, bie an der Jugendweihe teilnehmen, findet jeden Mittwoch uni 4 Uhr in Bittenau alte Schule slott. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 20. Februar: 3. Kreis Debbing. 7% Uhr Kreisfrauenabend an bekannter Stelle. Jede 5. teilung muß vertreten fein. 20. Kreis Relaideudorf. Die Frauenfunktionärinnen treffen fich heute, Mitt. moch, abend% Stunde vor der Kreisdelegiertenversammlung im Lokal Mujer( Inhaber Freiheit), Reinickendorf Welt, Berliner Str. 29, Ede Humboldiftrage. Referent in der Kreisbelegiertenversammlung ist Ge naffe Seinig. Morgen, Donnerstag, den 21. Februar: 29. bt.hr gertfehung der Mitgliederversammlung in der Schulaula Senefelberftr. 6. Uui pünffiches erscheinen wird gebeten. Mitgliedsbuch legitimiert. 85. Abt. Tempelhef. 7% Uhr erweiterte Borstandssigung in der Linde, Berder, Ede Friedrich- Karl- Straße. 132. bt. Blankenburg. 7% ar bei Klug, Dorffrage, Mitgliederversammlung. Thema: Bas erwarten wir vom Bezirkslag. Dem Basteitag und den tommenden Reichstagsmaken?" Referent Geneffe Artur Richter, M. d. L. 137. st. Keinidentari eft. 7% Uhr im Boltshaus, Scharnweberstr. 14, Versammlung aller RoniumDereinsmitglieder. Referent Genoffe Mirus. Aufstellung der Delegierten. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Ronfumvereinsmitglieber flidt. Sangsozialisten. Gruppe Realöln: 8 Uhr Bertragsabend deutscher Heimat im Heim Canner Straße. Cingang Böhmisdyr Straße. Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 21. Februar: 64. t. Lantmi. 7he Kreisfrauentonferens in Glenlih- Endende bei Etewaffer, Stephanftr. 1. Le Genoffinnen müssen baran teilnehmen. Geschäftliche Mitteilungen. Der Dzient i bie Geburtsfälle der eb en Sabale für die 8igarettenerzeugung. In bedeutenden Mengen finden sie jest wieder ben Weg zu deut shen Säfen. Das Ende ter Snflationszeit bringt den Rauchern gute Angebote und Colomarfpreife! Die igarettenfabrik Constantin, eine der modern eingerichteten Unternehmen, hat feeben eine neue Marie Bei Türken" ein. geführt, die aus rein orientalifden Tabat fchon zu 5 fennig bas Stüd angeboten wird. Biz vezmeisen auf das beutige Inferat ber Firma. Briefkasten der Redaktion. Die äußerst unanftige inaualage des Staates läßt es Einstellung der flantlichen Geldgzichente za Ehejubelfelern. nicht mehr zu, die aus Anlaß der 50- oder 60jährigen Evejnbelfeier bisher von der Breußischen Regierung gewährten Geldgefcente fernerhin au sablen. Wie der Amtliche Breußise Breifedienst mite 3. S. 1080. Berlin hat eine Shore Fasthule für Tertil und Bekleidungs teilt, wird beshalb burch gemeinsame Berfiamma des Ministers bes induftrie, früher Bebefale genannt. Gie liegt am Warschauer Platz 6-8 Innern und des Finanzministers bestimmt bei Ehrengeidente fortbildungsschulen gibt. Beficht ar Csulbefuchspflicht. Daß die Bernach und hat Tages- und Abendtucfe. S.. S., Wusterhausen. Wo es flidit aus Anlaß der goldenen ober diamantenen editäffgung eiefer it beftraft wird, ift Berfchrift. Bird die festgelegte Geldseit bis auf weiteres vom Staate nicht mehr bewilligt werben. Die Opfer des Ludwigstädter Eisenbahnunglücks. Die bei dem Eisenbahnunglüd Getöteten find ber Diplomtaufmann Rudolf 3immer aus Neukölln und der Lokomotive führer Moser Saalfeld. Der verlegte Heizer Riedel Saal feld konnte bereits gestern nach seiner Heimat gebracht werden. Die Beschädigung von drei Häusern in Ludwigstadt hat sich als unerheb lich erwiesen. In Brand sind nur beschädigte Bugteile, aber teine Häufer geraten Der Unfall ist höchstwahrscheinlich auf über. mäßige Geschwindigkeit des ble 8 Kilometer lange Steilauteil. strecke herabfahrenden 600 Tonnen schweren Güterzuges zurüd zuführen. Dank. Gen. Stadtv. Gottfried Schulz bittet uns um die Auf nahme der folgenden Zeilen: Da ich nicht jedem einzelnen für die Eine fraurige Ueberraschung wurde der Arbeiterin Frau Bohl Als sie nachmittags von ihrer Arbeitestätte nach ihrer obnung im Haule Dunderstraße 18 beimlehrte, fand sie ihren Mann, den 40 Jahre alten Arbeiter B., tot im Bette liegend, in der mit as angefüllten Wohnung auf. Der Schlauch vom Gastoder war abgeriffen. B. was gegen 4 Uhr morgens heimgelehrt, nachdem seine Frau bereits zur Arbeit gefrafe nicht bezahlt, lo tritt dafür Saftstrafe ein. Diese aber foll möglichst als Rargerstrafe im Schuftaufe certäht werden und wird dann in der Regel auf den Sonntag gelegt. Nr. 1518,. Etehen die Zahlungen auf die Steuer. fuld des Kalenderjahres 1923( Borauszahlung, Steuerabzug vom ArbeitsJohn, Abidluszahlung) außer Berhältnis zur Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen, fo kann das Finanzamt die Abieluszahlung onderweit feitfeher. Bei Bemeffung der Leistungsfähigtelt ist auch der Verbrauch(§ 11) zu berückAchtigen. 8. M. Rein. Foler, Banlaw. Kommen Sie mit den Bapie en in unsere Suriflide Sprechstunde.$. 29. 1. Bis zum 31. März 1922. 2. Rein. Legen Sie fofort Einspruch ein... 31. Der Hauswirt ist zur Treppenbeleuchtung verpflichtet. Benben Sie fid) an das zuständige 1 Poliseircofee. Esti, mus der klaneweg befaritten werben. Shre weitere Frage tag: fich nut an der Sand des Mietvertrages prüfen.. 17, 1. und 2. Ja. Wirtschaft Der Franksturz. Am Dienstag setzte sich an den internationalen Börsenplägen der Sturz des französischen Frank fort, so daß die von der franzö fischen Bresse lebhaft erörterte Hundertgrenze teilweise um 4 bis 5 Frank überschritten wurde. In Berlin handelte man das englische Bfund mit 102 bis 105 Frant. An der Devisenbörse wurde die amtliche Notiz für Frankreich von 184 auf 178 Milliarden herabgefeßt. Der Umfang des Frantsturzes im Jahre 1924 geht deutlich aus den Notierungen der New Yorker Börse hervor. 100 Frant wurden bezahlt am 1. Jan. 15. Jan 25 Jan. 16. Febr. 18. Febr. 19. Febr mit 5.09 4,29 4,46 4,36 4,19 4,11 Dollar Für einen Dollor mußten also in New York am 18. Februar rund 23,88 Frant bezahlt werden, während am 19. Februar der Dollar bereits 24,25 Frank foftete. Der Frant hat damit einen neuen Reford tiefstand erreicht. Die Berantaffung bildet sehr wahrscheinlich die ge pannte innerpolitische Lage in Frankreich. Spätes Bekenntnis. In der Denkschrift über Deutschlands Wirtschaft, Währung und Finanzen, die den Sachverständigen überreicht und jetzt veröffentlicht worden ist, heißt es bei der Darstellung der Geldentwertungsfrise und ihrer Folgen: Unter der Wirkung der fortschreitenden Geldentwertung war die Wirtschaft schon kit Ende 1921 allmählich zur Kalkulation in Gold übergegangen. Diefe Goldrechnung der Briva wirtschaft hatte die Papiermart in wachsendem Maße als Recheneinheit ausgeschaltet Als im Sommer 1923 unter der Wirkung des Ruhrkampfes die Laft der Inflation immer brüdenber wurde, erzwangen auch die Lohnempfänger den Uebergang zum Inderlohn, um der Schädigung durch die Geldentwertung zu entgehen. Bon diesem Zeitpunft an war niemand mehr da, auf den die Last der Inflation, d. h. der durch sie d. h. der durch sie verursachte Substanzperluft abgewälzt werden fonnte. Infolgedessen überstürzten sich jetzt immer nette Wellen der Geldentwertung, bis der innere Verkehr schließlich die Mart auch als Zahlungsmittel zurüdwies und die deutsche Wirtschaft über tein Zahlungsmittel mehr verfügte. Die Regierung Marg- Hamm ift den Allierten gegenüber ehr licher als die Industrie es gegenüber ihren eigenen Arbeitern war. Wie oft ist von jenen, als Inderlohne gefordert wurden, uns dargestellt worden, daß die Arbeitnehmer die Papiermark im Intereffe der Wirtschaft nicht wertbeständig annehmen müßten. Heute wirh zugegeben, daß man die Last der Inflation mit Erfolg auf die Arbeiter abgewälzt hat. Das ist eine späte Rechtfertigung des Rampfes um die Inderlöhne und Gehälter! Die Organisation des Steuerbefruges. Der Borwärts" veröffentlichte vor einiger Zeit das Rumb schreiben einer Steuerbearbeitungs, Revisions. und Treuhandattiengesellschaft, in welchem man unter anderem lesen fonnte: Das mag alles ganz gut und schön sein, wichtiger wäre boch, energisch nachzuprüfen, ob jenes Unternehmen nicht schon Steuer hinterziehungen praktisch durchgeführt hat. Die Gerichte sind, wie es scheint, mit ben eta 2000 laufenden Landesverrats". prozessen aber so belastet, daß ihnen dazu keine Zeit bleibt. Der Markiverkehr mit Bieh. verlangt, die nicht immer vom zuständigen Arbeitsnachweis gestellt werden konnten. Aus dem Bergbau wird gemeldet, daß das Schönomer Wohlenwert Feierschichten eingelegt hat. Dagegen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Bezirk Senftenberg etwas reger gewesen. Durch den anhaltenden Frost sind die geringen Nachfragen in der Steinzeugindustrie und dem Baugewerbe wieder zum Stillstand gekommen. Dagegen hat eine 3ementfabrit rund 80 2rbeiter neu eingestellt. Die Arbeitsmarktlage der Im Januar 1924 tamen auf die 36 bedeutendsten Schlachtvieh- Glasindustrie ist sehr ungünstig. Die metollverarbei märtte an leben dem Rindoieh: Rinder. Kälber. Schafe Schweine Januar 1924 Januar 1923 125 282 73 479 95 212 78 765 50 303 259123 59 177 196 506 Aus den Ziffern ist ersichtlich, daß die Klagen der landwirte schaftlichen Blätter durchaus nicht bedingungslos richtig sind. Sie behaupten, daß im besonderen im Januar das Vieh in riesenhaften Maffen auf die Märkte gekommen sei, me'l die steuerlichen Lasten dezu gezwungen hätten. In Wirklichkeit ist im Januar 1924 gegen. über 1923 nur der Schweineauftrieb erheblich gestiegen. Für Kälber ist der Unterschied ebenso wenig beachtlich wie für Schafe, dagegen ist die Beschicdung mit Rindoieh in diesem Januar um rund drei Big Prozent geringer als m Januar des Borjahres. Dabei ist zu beachten, daß es damals dem Bauer gut ging und der Konjument von Tag zu Tag mit der Papiermark erneut betrogen wurbe, während es doch heute angeblich umgekehrt sein soll. Deutschlands Währung, Wirtschaft und Finanzen. Die Reichsregierung hat den in Berlin zufammengetretenen Sachverständigenausschüssen der Reparationsfommission eine Dentschrift überreicht, die ein umfassendes Material für das Studium von Deutschlands Wirtschaft, Währung und Finanzen zur Verfügung stellt. Diese Denkschrift ist jetzt im Zentralverlag G. m. b. j. veröffentlicht.( Deutschlands Wirtschaft, Währung und Finanzen. Im Auftrage der Reichsregierung den von der Reparationsfommiffion eingelegten Sachverständigenausschüssen übergeben. Zentralverlag G. m. b. S., Berlin W. 35. 1924. Breis 2,50 Gm.) Die reichhaltige Wirtschaftsstatistit zur Beurteilung der Lage Deutschlands bringt eingehende Bergleiche aus allen Zweigen der wirtschaft und benutzt hierbei zum Teil fonft wenig zugängliche. und neueste Erhebungen. Der erläuternde Text behandelt den Unterschied zwischen Deu.schlands Boltswirtschaft vor und nach dem Striege, würdigt die Stabilisierungsversuche und zeigt die Birt schaftsbeziehungen zwischen dem besetzten und unbelegten Gebiet. wird durch dicke turze Charakterisierung bei weitem nicht hinreichend Auch die Währungsfrage wird dargelegt. Die Fülle des Inhalts gefennzeichnet. Derzeitige Arbeitsmartflage in der Provinz Brandenburg. In der Gesamtarbeitsmarktlage find wesentliche Beränderungen in der Berichtswoche gegenüber der Vorwoche nicht eingetreten. In der Landwirtschaft wurden weitere lebige Knechte und Mägde Durchschnittspreise im Verkehr des Berliner Lebensmittelgroßhandels mit dem Einzelhandel vom Dienstag, 19. Februar. 15.75 16,80 Die Preise verstehen sich in Goldmark für je 50 kg frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose... 15,75- 16,80 Haterflocken, lose.... 14. 0- 15,0 Hafergrütze, lose..... 15,50-16,50 Roggenmehl 0/1..... Weizengr.es Hartgrieß Maisgrieß Röstkaffee Zentralam... 320,00-400,00 Röstkaffee Brasil.... 225 00-270,00 Malzkaffee, gepackt... 23,00-25,00 Röstgetreide. lose.... 15 00-16,00 13,00 14,00 Kakao. fettarm.... 100,00-12.00 18,10-18,80 Kakao, leicht entölt 22,00-25,50| Tee Souchon Wenn also bei der Aufstellung der Goldmarilanz nicht raffiniert verfahren wird, so werden den Steuerpflichtigen für das fommende Jahr außerordentliche Borteile erwachsen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß es unmöglich ist, von einem nody jo tudhtigen Buchhalter zu verlangen daß er die annähernd 200 Steuerbefreiungsparagraphen auszunuzen versteht bzw. alles Speiseerbsen, Viktoria bas fennt, was as Ergebnis fteuerlich günstig gestaltet. Es ist Tatsache, daß von 100 Gefchäften 99 zuviel versteuern, troh Führung und Revision ihrer Bücher durch sogenannte Sachverständige. Um Ihnen nun in der Zeit dieses Steuerwirrwarrs felbft in den verzweifeltsten Fällen durchgreifend zu helfen, bieten wir Ihnen hiermit unsere Organisation an. Durch ein eigenes, bis ins fleinste durchdachtes und allgemein verständliches Eystem, das eine unbedingte Geheimhaltung der Geschäftsführung und des Vermögens verbürgt, find wir in der Lage, für unsere gesamte Kundschaft von der Aktiengesellschaft bis zum fleinsten Handwerker die Buchführung zu übernehmen, um damit schon bei jeder Einzelbuchung steuerliche Borteile wahr. nehmen zu fönnen, Troß aller hier angeführten Borteile, die Sie sich durch die Benuzung unseres Instituts sichern, sind wir in der Lage, ganz bedeutend billiger zu sein als jeder Buchhalter oder Bücher revisor und sichern Ihnen trotzdem individuellste Behandlung zu." Unsere Veröffentlichung hat dem zuständigen Finanzamt BerWie uns der anlassung gegeben, vor jener Firma zu warnen. Berband deutscher Treuhand- und Revisionsgesellschaften e. B. dazu mitteilt, wird er die ütle Steuerberatungsfirma ausschließen. MA Virginia No11 7: Weizenmehl Weizen- Auszugnieht Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Perl Langbonnen handverles. Linsen. kleine Linsen, mittel Linsen. große Kartoffe meh! Makkaroni, lose, Makkaronimehl Schnittnude: n, lose. Burma li unglasiert Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, asiert, Java. Grober Bruchreis.. Tee, indischer 69,00-72,00 68,50-70,00 48,00-52,00 13.00-150,00 342,00-350,00 425,00-43,00 14 75-15.75 Inlandszucker basis mel. 38,0-39,00 17,00 1,00 Inlandszucker Raffinade 41,00-43 00 19.00 24,00 Zucker Würfel.... 46,00-47.00 16.00- 18,00 Kunsthonig 40, 0-45,0 20,00-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-111,50 30-31,00 Marmelade Vierfrucht 33,00-55,00 26,00-33,00 Zuckersirup hell in Elm. 50,00$ 5,00 36,90 40,00 Zuckersirup dunk. in Eim. 33.40-35, 415-45 00 Pflaumenmus in Eimern 50,00 16,0 18,00 Steinsalz, lose 3,70-4,00 40,00-45,00 Siedesalz, lose 4.80-5,20 36,00-33,00 Bratenschmalz in Tierces 21,00-26,00 Purelard in Tierces 17,00-19,00 Speisetalg in Packung 19,00-24,00 Speisetale in Kübeln 27,00 36,00 Margarine, Handelsm. I 15,50-17,50 desgl if. Margarine, Spezialm. I 115,00-125,00 desgl. II. 43,00-48,00 Molkereibutter. 52,00 60,00| Landbutter 80,00-90,00 Auslandbutter 75,00-85,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 85,00-95,00 Speck, gesalzen, fett. 130,00-150 00 Quadratkäse 145,00-160,00 Quarkkäse... 110,00-120.00 Tilsiter Käse, vollfett Kümmel, holländischer. 145,00-150.0 Tilsiter Käse. halbfett. Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 Aus!. ungezuck. Condens130,00-141,00 Weißer Pfeffer milch 48/16...... 24,00-26,00 Rohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 Inländische desgl. 48/12 19,00-21,00 Rohkaffee Brasil 17., 00-200,001 Inl. gez. Condensm. 48/14 29,00-31,0 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden Rins äpfel, amerik. extra choice Getr. Pflaumen.. Getr Pilaumen entsteint Korinthen in Kist. choice Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen in Kisten... Mandein, bittere Bari Mandeln, süße Avola Kassia Vera 47.00-49,00 56,@ 48,00 52,00 77,00 $ 7,00-50,00 22,00-226,00 198,00-200,00 220,00-226,0 35,00-36.50 60,00- 64,00 40,00-50,00 35,00-50,00 115,00-125,00 55,00-65,00 tende Industrie zeigt sich wenig aufnahmefähig. Die SingerNähmaschinenfabrik in Wittenberge hat 2476 Personen ausgesperrt, da die Belegschaft die neunstündige Arbeitszeit ablehnte. In dem Holz und Schnittstoffgewerbe hielt die allgemeine günstige Entwidlung mit Ausnahme der Sägewerke an. In der Textilindustrie ist die Geschäftslage weiter als gut zu be zeichnen. Die in der Luchindustrie angedrohten Kündigungen sind zurüdgenommen worden, da vor dem Schlichter der Provinz zwi schen den Beteiligten eine Einigung erzielt worden ist. Ein weiterer Rückgang von Erwerbslojen machte sich auch im Bervielfäl igungsgewerbe bemerkbar. Auch die optischen Glas. schleifereien find fast alle voll beschäftigt. Die Nachfrage nach auspersonal fonnte von dem größten Teil der Arbeitsnachweise nicht immer erledigt werden. Zusammenbruch eines Petersburger Trusts. Die seit dem Herbst herrschende, teilweise zwar gemilcerie, im ganzen aber noch feineswegs behobene Abjagtrife hat die finanzielle Lage des Petersburger Mähindustrietrusts sehr un günstig beeinflußt. Die Berschuldung des Trusts beträgt 3 510.000 Tscherw. Rol. Unter den Gläubigern befinden sich die Getreide gesellschaft Chljeboprodukt", der Petersburger Legtiltrust usw. Die Unfazmittel tes Trusts betragen 4 786 000 Tfcherw.- Rbl, wovon Trust nicht in der Lage ist, son sich aus zu einer Sanierung feiner aber 3510 000 auf nicht realisierte Warenvorräte entfallen. Da der Finanzen zu gelangen, sollen demnächst seine Gläubiger über Form und Weg einer solchen Sanierang beraten. Damit wird allgemein die schwierige Lage der russischen Staatsindustrie sichtbar. Die Preissteigerung. Am 11. Februar fofteten im Berliner Kleine handel Kartoffeln und Gemüse 8,8, Fleisch 5,9, Milch und Eier 7, Heiz- und Leuchtmittel 5,5 Prog. mehr als am 4. Februari Englische Wucherbekämpfung. In später bendstunde übermittelte das englische Stabinett der Preise folgende Information: .Das Kabinett hat aus verschiedenen Teilen des Landes Nach richten erhalten, daß die Preise für Fleisch und andere Lebens. mittel erhöht worden sind, und zwar zwischen 38% und 50 Proz auflente, von dem Bublifum ungerechtfertigte Preise zu verlangen." Für diese Erhöhung besteht fein Grund, außer der Sucht der Die Justizbehörden sind aufgefordert worden, alle notwendigen Berbraucher infolge des gegenwärtigen Streifs entgegenzutreten. energifchen Maßnahmen zu ergreifen, um ciner Ausbeutung der folgenden Bericht über Altmetallpreise( tiegelrecht verpackt, Altmetallpreise. Die Metall- und Rohstoff G. m. b. S. gibt in gefchloffenen Duantitäten, bei lleineren Boften entspr. Ab- bziv. Buschlag) vom Metallmarkt. Für 100 Kilogramm werden gezahlt: Altfupfer 100-110 M, Alirotqug 92-98 M., Meffingfpäne 60 bid 65 m, Gußmeifing 78-78 M., Meffingblemabfälle 98-105 92, Altaint 42-46 M., neue 8infabfälle 49-51 M., Altweichblei 48 bis 52 9., Aluminiumblechabfälle 98.99% 175-185 M., 2ötzinn 80% 200-210 M. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Wir möchten darauf hinweisen, daß von ver fchiedenen Abteilungen noch teine Eintrittstarten zu Ranzertabend unseres Gesamtvereins am Sonntag, den 16. März, in der Aula Mittenwalder Straße abgeholt worben find. Ferner weisen wir noch darauf hin, daß auch die Marten zur Abonnementsvorstellung am 2. Mära Maria Stuart" zum Grund preise von 75 Bf. abgeholt werden müffen; Einzelfarten zum Preise von 1 M. find ebenfalls noch erhältlich. Heute, Mittwoch, den 20. Februar, 71 Uhr: Schönhauser Borstabt: Jugendheim Sonnenburger Str. 20, Diskussions abend: Warum bin ich in der SAJ.?" Luisensiabt; Jugendheim Stall fchreiberstr. 54, Rofa- Luremburg- Abend.- Südost( Reichenberger Biertel): Jugendheim Glogauer Str. 15, Löns- Abend. Temp Thof: Jugendheim Germaniaftr. 4-6, Bortrag: Vom Steinhammer zum modernen Werkzeug 1. Teil. artgenossenschaft". Friebrichsfelde: Jugendheim Berliner Str. 45, Bortrags, Germanische Raulsdorf: Jugendheim Adolfstr. 25, Borttag: Die rechtsradikale Jugendbewegung". Reinidendorf: Jugendheim Augufte- Bittoria Allee, Bortrag: Gibt es einen Gott?" Karow: Jugendheim Bantgrafen straße( Restaurant), Vortrag: Das alte Rom". Werbebezirk Teltowkanal. Die Funktionärfonferenz findet nicht im Sugende heim, sondern in der Schule in Schöneberg, Apostel Paulus- Straße( Edhaus), ftatt. Theme: Die internationale Jugendbewegung". Referent Genoffe Mar Westphal. Übler Mundgeruch mirit abs stoßend. Säßlich gefärbte Bähne entstellen das schönste Antlig. Beide übel werden sofort in vollkommen un schädlicher Weise beseitigt durch die bewährte Zahnpaste Chlorodont Die neue 38 Zigarette in der Manoli- Trommel!" 22 VOLKSBÜHNE E. V. Sonntag, den 24. Februar, vormittags 11% Uhr, im Großen Schauspielhaust Wohltätigkeits- Matinee zugunsten notleidender Schriftsteller Ansprache Reichsiaespräsident Paul Lübe Mitwirkende: Das verstärkte Symphonieorcheer unter Leitung von Dr. H. Unger. Der Hegar- Cor unter Leitung von H. Rohrbach. Der Sprechchor für die proletarischen Feierstunden unter Leitung von A. Florath. Rezitationen: Franze Roloff. U.A. O. Fried: DAS ERNTELIED von Richard Dehmel, für Chor u. Orchester Eintrittskarten 1,50 Mk. in der Geschäftsstelle der Volksbühne, Linienstraße 227; in der Volksbühnenbuchhandlung, Köpenicker Straße 68; an den Tietz. schen Theaterkassen usw Nichtmitglieder der Volksbühne zahlen im Theater 0,50 Mk. nach. 187.20 Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem billig! Ziehung schon 7. März Preußische Staats- Lotterie. Riesengewinne in Rentenmark Hauptgewinn 1. glückl. Fall 1 Million Rentenmark. 1.Hauptgewinn 500000 Rantanmark 300000 Bentenmark 200000 Rentenmark 2." 3. BAD. Originallose 1, 3.1/2 2/4 12 24- AL lucksserie 10 Achtel aus verschiedenen Tausend. 30.Versand geg. Nachnahme oder Voreinsend. d. Betrages Postscheckkonto: Berlin 31155. Staat! Lotterieeinnehmer, Leipziger, Berlin NW$ 7, Gotzkowskystr. 27 A.Wertheim Goethes Fauft. 1. und 2. Zeil in einem Bande Herausgegeb. von Prof. Dr. Garl Schübbekopf. Eduard Mörife, Erzählungen u. Märchen ( Mozart auf der Reise nach Prag. Das Stutt aarter Guzelmännlein u. a.). Herausgegeben Don Dr. Guftao Manz. Johann Gottlieb Fichte, Die Anweisung zum seligen Leben. Gerausgegeben von Heinrich Scholz. Johann Gottlieb Fichte, Reben an die deutsche Nation. Herausgegeben von Dr. Arthur Liebert. Graf Gobineau, Die Renaissance. Savo narola Ceiare Borgta/ Julius II./Sco X./ Michelangelo. berjegt und herausgegeben von Dr. Hanns Floerke. Beribold Auerbach, Barfüßele. Geraus gegeben von Dr. Rudolf First. Leipziger Straße ( Versand- Abteilung) Königsstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz König's Kochbuch the che mit über 380 Kochrezepten. Mit einem Anhang über Getränke. Die Behandlung der Wäsche; Nützliche Winte für den Haushalt; Hausapotheke; Die Einmachezeit. 343 Seiten ftart 33 pt. Gute billige Bücher Oscar Wilde, Erzählungen Märchen. Dear Sirungen und men. Jeder Band in GanzWilhelm Hauff, Rovellen. Gerausgegeben von Alexander von Gleichen Rußwurm Chamiffo, Peter Schlemihl und Auswahl von Gedichten. Berausgegeben von Dr. Bruno Wille. Charles Didens, Die Geschichte von zwei Städten. Aberfegung von Hedwig Jahn. Goethes Briefe an Charlotte von Stein. Herausg. von Dr. Hans Heinrich Borchardt. ( 2 Bände.) Modernes Antiquariat Gebunden nur Landwirtschaft u. landwirtschaftl. Gewerbe u. Industrien. Mit 629 Textabbilo. u. 9 Beilagen. 758 Gelten. Geb. nur 5.50 Die Verarbeitung der Metalle. Mit 1617 Tertabbil 5.50 dungen und 6 Bellagen. 725 Seiten. Gebunden nur Mit Schlägel und Eisen. Eine Schilderung des Bergbaues und seiner technischen Hilfsmittel. Bon Dr. Wilh. Bersch. Mit 26 Karton- Bollbildern u. 370 Textabbildungen. 800 Seiten. 5.50 .m. Der Weltverkehr und seine Mittel. I. Band mit 764 Legiabbildungen u. 14 Beilagen. 764 Seiten. II. Band mit 285 Legtabbildungen u. 3 Beilagen. 497 Geiten. Beide Bände gebunden nur. Durch die weiße Wüste. 3. p. Roch's dänische Forschungsreise quer durch Nordgrönland 1912-13. Deutsche Ausgabe von Brof. Dr. Alf. 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Gerausge geben von Heinz Amelung. Theodor Storm, Der Shimmelreiter, Pole Poppenfodler u. andere Rovellen. Berausgegeben von Dr. Gustav Manz. Illustrierte Globus- Führer. Führer durch die Philosophie. Philosophenlegifon und philof Sachwörterbuch in alphabeticher Ordnung, allgem. verständlich Don Dr. Alfred Sternbed. Mit 15 Bildnissen. Soeben erschienen Führer durch die Konzertmufft. Boltsiämliche und allgemeinverfändliche Ausführung über etwa 1500 Werte von 114 Romponiffen mit 260 Rufil beispielen von Dr. Mar Burkhardt Juustriert mit 16 Borträts. Führer durch die Kunstgeschichte bis aum Beginn des 19. Jabobunberts Witt 16 Selbstporträts von Dürer, van Dyd Bals, Raffael Rembrandt, Rubens u. a. Serausgegeben von. B. Bellberger. Johannes Brahms. Gin Führer burch seine Berte mit einer einlettenber Biographie, zahlreichen Roten etip elen forte einer Anzahl Jlluftrationen und einem überblick über die Brahmsliteratur von Dr. Mar Burkhardt. Führer durch die Muftigeschichte. 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Jeder Band elegant gebunden 2.9 Mart Führer burd bie Opern. etwa 200 Opernterte nach Eingabe bes Jubalts, ber Gefänge des Berfonals und Szenenwechsels. Berausgegeben von Theaterbir. Leo Meliz. Mit 16 Szenen- Darstellungen in Photographiedrud Führer durch die Opernmufit. Ein mufllaltscher Führer durch die Stepertoire Opern der deutschen Bühnen Mit etwa 450 Notenbeispielen Mar Chop Führer durch die Operetten. 134 Operettenterte nach Angabe bes nbalts, bes Berfonals und der Szenerie von Theaterdirektor Seo Melis gluftriert durch 16 Szenendarstellungen. Führer durch das Goaufpiel. Die bramatischen Werte der Weltliteratur Don Sophotles bis zum Beginn der Neuzett; threm Inhalt nach wiedergegeben a. Zheaterdir. Beo Melts. Juufte. durch 16 Ezenenbarft in Photographiebrud Führer durch das Schauspiel der Gegenwart. Die dramatischen Werle ber Gegenwart, ihrem Inhalt nach wiedergegeben von Zhraterbir. Leo Melis. Juustriert durch Szenendarstellungen in Bhotographiedrud. Führer durch Richard Wagners Musikdramen. gemeinverständliche Erläuterungen der Dichtung und Mufit von Wagners Mufioramen nebst einer Einleitung über Wagners Leben und Kunft beorie von Dr. Mar Burt hardt. Mit 200 Mufifbeispielen sowie illustriert durch 16 Szenendarstellungen in Photographieoruc Musikalien Feiras Album, 21 ber bekanntesten und be liebtesten Werte von Dstar Fetrás. Jn awet Bänden, enth.: Mononadt auf der Alfter, Hoffmann's Erzählungen. Barcarole- Walzer Beilchen am Wege, Scheiden und 1.95 Metden usw., à Band. w. Figaro, Oberon, Sugenotten, Don Juan 1.50 Opern. Schahkäflein,& Fantafle. Potpourris, Billige antiquarische Noten 1.im leichten und eleganten Stile mit genauer Bezeichnung des Fingerfages Musikalische Plaudere en. Sammlung Don 1.95 20 ausgewählt. Rlavierstaden, mittel 20, 60, 75 f. Theater, Lichtspiele usw. 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Theater- Saison! 66 ,, Frasquita" Operette von Franz Lehár Reg.: KarlPlaten, Dirig.: Werner Günther, Tänze: JanTrojanowski Kammersänger Hauptdarsteller: Hermann Jadlowker Karl Platen Lisa Weise Budapester Staatsoper Martha Serak Eugen Koltei Vorverkauf an der Tageskasse ab 10 Uhr vorm. bis 7 Uhr abds. ununterbrochen sowie bei Wertheim u. den übrigen Theaterkassen Fahrverbindungen: Untergrundb. Inselor., Stadtb Jannowitzbr Straßenb. 1,11,13, 28, 41, 44, 47, 48.5 4,69,74, 76.87,91 Lustsp. v. R. Lothar Große Volksoper Große Volksoper in Theater 8 U. Kleines Th. Devisen im des Etablisseme Caf 7%, Uhr: Rodelinde ielka Taufende befreit von Friedrichstr. 60 Jolandas letztes Falkenstein, Limburg Komid. V.L.Schmidt Täglich Kammer- 6per Latzow Varieté Kabarett 8 Uhr: Abenteuer Bandwurm str. 112 Varieté/ Kabarett durch Reichel's BandRegie: Dr. Georg Dreescher- Mus. Leit.: Dr. Ludwig Misch Nachm 414, abds.7% Erfolge, t. 2.25, wurmmittel, 30jähr Central- Theater Prizeßehen v. J. F. Reichardt/ Johann, d munt. Seifensleder m alten Volkslied. 4 gr. Billardsale Th.i.Admiralspalast Alte Jakobstr. 3 Die verwandelte Katze von Offenbach. Allabendlich 7 U.: Tägl. 8 Uhr: Die Panter and drüber per dumme neues Operetten- Th. DeutschOpernhaus 7: Troubadour Angust Blech, Debicke, Operette in 3 Akten Leisner FritzKrauss Täglich 7 Uhr: Die Guido Thielscher Intimes Theater Rose- Theater verfagle 8: Der Hinduprinz Der Schrei usw. Metropol- Theater 7 Uhr: Marietta 73% Uhr: D. Glücksmädel Nacht Operette v. Kollo Komische Oper Else Back- Claire Rommer- Sibyl Smolewa Neues Theat. a. Zoo 722 Uhr: LILLY FLOHR in Meine Tochter Otto Neues Volkstheat. Allabendlich 71/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne 8 Uhr: Der Grat Schleier von Luxemburg Renaissance- Theat. 8 U.: Revolutions. 8 U. Theater 8 U. hochzeit Thalia- Theater 7 U.: Frasquita Kam.-S. Jadlowker, Martha Serak Theater i.d.Remmandantenstr. 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Dichtungen von Goethe, Sturm, Hoffmann Don Fallersleben. Sen. Belland. Mufil von Bictor Holländer. Operette und Tanz. Band III Cuthält 22 Mobetanze, u a. Sonnenblume ( Sunflower); Morphium Boston: 3m Prater blüh'n wieder die Bäume: Jonny wenn an Be burtstag haft; Komm nach Mana gonne; Rende vous( Engel Restauflagen Berger: Gleich nach Zehn 1.50 ( Pleffowl. Stolt M. 3.Galon- Perlen. Ausgewählte Unterhaltungs mufit des XX. Jahrhunderts, enthält 1.50 ea 12 Salonstüde Für Diele und Salon, eenilene. 26 erfolgreiche Mode- Tänze, 80 Seiten ftart, elegant broschter 902 Modernes Galon Album, ea. 8 Komp. 1.95 berühmter Meifter für Klavier 1.Unglaublich billig und gut kaufen Sie .22 Bettwäsche und Leibwäsche in der Central- Bettwäsche- Fabrik G m. b. H. Hauptgeschäft: Berlin C 2, Breite Strasse 8/9 Filialen: Charlottenburg, Berliner Str. 99 Damenhemden mit Stickere! 1.75 Untertaillen 0.95 Dimiti pa. 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Sie begrüßt aus ganzem Herzen den Erfolg der Bemühungen der englischen Genoffen, die von den gleichen Gedanken erfüllt, der internationalen Bolitit, die bis nun der Kampfboden für die raubgierigen Interessen bes Kapitalismus in den verschiedenen Ländern war, eine neue In der gegenwärtigen Situation hält es das Erefutiofomitee der Internationale nicht für notwendig, die so oft erlassenen Er flärungen über die Vorausseßungen einer Politik des Friedens und der Versöhnung nach diesem Weltkrieg, zu dem das alte fapitalistische und antidemokratische Herrschaftssystem geführt hat, noch einmal zu wiederholen. Es genügt, hier festzustellen, daß endung geben wollen. Gebiete. der Gang der Ereignisse uns vollkommen recht gegeben hat. Stets haben wir die vollständige Nuglosigkeit und die Gefahren einer Politik der Gewalt und des 3 wanges aufgezeigt. Es ist eine Schmach für die Menschheit, daß fünf Jahre nach dem formellen Friedensabschluß die Bevölkerung weiter Gebiete unter Der Willkürherrschaft des Militarismus der Sieger verbleibt, und wir erheben lauter als je die Forderung, die von der Internationale so oft gestellte Forderung nach der schnellsten Räumung der besetzten Bugleich wiederholen wir, daß die iederherstellung der durch das schreckliche Wüten des Krieges zerstörten Gebiete ohne Umfchweise und ohne Hinterhältigkeit durchgeführt werden soll. Indem die Erefutive fonstatiert und es als Fortschritt anerfennt, daß seit dem Siege der britischen Arbeiterpartei die tapita liftischen Regierungen felbst gezwungen find, eine friebliche ötonomische Lösung des Reparationsproblems zu fuchen, macht fie doch nachdrücklich darauf aufmerksam, daß auch eine friebliche ökonomische Lösung des Reparationsproblems, wie die tapite listischen Regierungen fe nunmehr suchen, zu einer ernsten Gefahr für das internationale Proletariat werden tann. Wenn nämlich die Lösung der deutschen Arbeiterflasse Laften auferlegte, die nur getragen werden fönnten bei Berlängerung der Arbeitszeit in Deutschland über acht Stunden und bei empfindlicher Senfung des Reallohnes der deutschen Arbeiter, bann würde der Mechanismus der fapitalistischen Ronkurrens auch auf die anderen Bänder einen Drud zur Berlängerung ber Arbeitszeit und zur Sentung der Löhne üben. Die Reparationen würden auf diese Beise fattisch bezahlt werden nicht von der für Den Krieg verantwortlichen und an den Kriegsfolgen bo peicherten tapitalistischen Klaffen Deutschlands, sondern von den Arbeitern aller Länder. Die Erefutive warnt daher die Arbeiter aller Länder vor der ernsten Gefahr, daß die kapitalistischen Regierungen, die bisher durch den Streit um die Reparationen die Lebenshaltung der Arbeiter gedrückt haben, nunmehr durch eine Berständigung über die Lösung bes Reparationsproblems mit rein tapitalistischen Methoden bie Bebenshaltung der Arbeiter noch weiter zu drücken versuchen werden. Mittwoch, 20. Februar 1924 Angesichts diefer Gefahren erflärt die Erefutive, daß die Ber- einem Lande fofort in vielen anderen Ländern heftige Angriffe der ftändigung über das Reparationsproblem nicht nur die Befceiung der besetzten Gebiete ermöglichen und nicht nur den Anspruch Frankreichs und Belgiens Währungen und der Wiederherstellung des ökonomischen Gleich. auf Reparationen mit der Notwendigkeit der Stabilisierung der gewichtes in Europa in Einklang bringen, sondern auch die internationale Arbeiterklasse vor einer allzu heftigen deutschen ftellung des Achtstundentages in Deutschland und seine Ronkurrenz dadurch schützen muß, daß sie die Wiederher. Aufrechterhaltung in der ganzen Welt garantiert und das Schwergewicht der Reparationsleistungen nicht der deutschen Arbeit, sondern dem deutschen Rapital auferlegt. Rapitalistenklasse gegen den Achtstundentag zur Folge hat, fordert die Erefutive die Arbeiter aller Länder auf, sich allen Angriffen der Unternehmerschaft gegen den Achtstundentag mit allen Kräften zu widersetzen; regierung, die allgemeine Ratifizierung der Konvention von begrüßt sie die Initiative der britischen Arbeiter. Washington über den Achtstundentag durchzusehen; gefchloffenen Barteien auf, die Bemühungen der britischen Arbeiter fordert sie alle der Sozialistischen Arbeiter- Internationale an regierung dadurch zu unterstützen, daß sie, jede in ihrem Lande, die Ratifizierung der Ronvention von Washington durchzusehen fich bemühen, und beauftragt sie das Bureau, im Einvernehmen mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund in geeignetem Zeitpunkt eine internationale Massenaktion für die Rafifizierung der Konvention von Washington Wir bestehen daher auf der Forderung, daß in der schweren Frage der Reparationen, die augenb'idlich in der ganzen Welt obenan steht, nicht bloß dem rein ökonomischen und finanziellen, sondern auch den sozialen Erwägungen Rechnung getragen werde. Wir bestehen n'cht minder auf der absoluten Notwendigkeit, endlich mit den veralteten Methoden, zu brechen, diet, endlich zu organisieren. Stelle jene Rußland. Politik der Aufrichtigkeit und des Vertrauens zu setzen, d'e stets die internationalen Beziehungen der Arbeiter der de- jure- Anerkennung Sowjetrußlands durch die englische Ar Die Erefutive der SAJ. fonstatiert mit Genugtuung, baß nac zu jenem Gefühl wechselseitiger Sicherheit gelangen, das für die fennung der Sowjetregierung durch alle anderen Mächte und die parteien untereinander geleitet hat. Ohne sie wird man niemals beiterregierung und die Regierung Italiens die vollständige Aner friedliche Entwicklung der Welt ebenso wichtig st wie die Lösung Wiederaufnahme der normalen Beziehungen zwischen Rußland und bes Reparationsproblems felbst. Durch guten Willen, dadurch, daß Europa nunmehr als unmittelbar bevorstehende Tatsache betrachtel ber noch unzulängliche Bölkerbund umfassender und demokratischer werden tann, worin die Erefutive die befte Gewähr für die Elm geftaltet wird, wird es sicher möglich sein, diefem Gefühl der Sicherstellung des politischen Bontotts Rußlands und für die Unmöglichteil heit nahezukommen, das die notwendige Borbedingung ist, um den der Wiederholung der Interventions- und Blockadepolitik sowie eini Rüstungen Einhalt zu gebieten und zur allgeme'nen brüftung Förderung der Demokratifierung des politischen Regimes in Rußlant und dem obligatorischen Schiedsvertrag zwischen den erblickt. Staaten zu gelangen, die die Internationale ebenso fordert wie die Entmilitarisierung und Neutraliefierung gewiffer Grenzgebiete. Wir hoffen, daß auch diese Fragen von denen vielleicht die Zukunft der Menschheit abhängt, die der Krieg in einem Zustand der Zerriffen heit zurückgelaffen hat, einer gründlichen Untersuchung zugeführt werden. In diesem Augenblick, in welchem gewiffe Anzeichen froh allem zu Hoffnungen berechtigen, ruft die Internationale daher noch einmal die Arbeiterklasse und alle, die guten Willens find und die ertannt haben, daß heute die thre Anstrengungen zu verbopeln, um eine Lösung des Problems Arbeitert' affe die' riche, große Kraft des Fortschritts ist, auf, herbetzuführen, die folange den Ausblick verdüstert haben. Der Achtstundentag. In Erwägung, daß die Durchbrechung des Achtstundentages in Deutschland, eine der verhängnisvollen Folgen des Ruh fonflikts, das Unternehmertum in vielen Ländern zu heftigen Angriffen auf den Achtstundentag ermutigt hat; daß jede Einschränkung der Geitung des Achtstundentages in Indem die Erefutive, in vollständiger Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des Hamburger Kongresses, die Bemühungen der sozio liftischen Arbeiterparteien der einzelnen Länder für die Anerkennung der Sowjetregierung unterstügt, insbesondere überall dort, wo di Bourgeoisie die Anerkennung Sowjetrußlands de jure noch be fämpft oder fie an reaktionäre Bedingungen zu knüpfen sucht, thr Anstrengungen für die Anerkennung Sowjetrußlands zu verstärten wobei besondere Wachsamteit nötig ist, damit die tapitalistischen Re gierungen dem ruflichen Bolt nicht Bedingungen auferlegen, die wirtschaftliche erachtet es bie Eyefutive in um so höherem Maße für bie Bilich Verftlavung gleichkommen, der sozialistischen Arbeiterparteien in allen Ländern, die Sozia. listen Rußlands in ihrem Kampf gegen das System der poli. tischen Unterdrückung zu unterstügen. Die Erefutive sendet ihre Grüße den in den Gefängnissen und Verbannungsorten Rußlands schmachtenden Genossen, die trotz der unerhörten Berfolgungen ihren sozialistischen Uebes zeugungen treu geblieben find, und betrachtet es als die Pflicht de der SAJ. angeschlossenen Bertein, eine enernische Aktion für de UNSERE NEUEN GOLDMARK GOLDMARK= PREISE Drei Jücken 3 Koliba NR S..._ 3 13 Ocplid CRUN. 5 Mikruli 3 Oplid ROT ROT_ 6 Dubec Basma NR. 12.4 Aco. 8 2000 Constantin NR.23.4 Levante Blume. 8 Reitschule 4 Softa ...... 10 Constantin der Crosse... 12 Der Kauf unserer bekannten Marken bietet Cewahr dafür, wirklich gutes Cigaretten zu erhalten CIGARETTENFABRIK KO CONSTANTIN Forderung ber poliftänbigen Amnestie für alle politischen Gefangenen auf dem Gebicte der Sowjet- Union und für die Einftellung der Berfolgungen gegen alle nichtkommunistischen Arbeiter und Bauernorganisationen einzuleiten. Georgien. In Anbetracht dessen, daß die rechtliche Anerkennung der Sowfetregierung von allen Regierungen Europas erwogen wird, bringt bas Erefutinfomitee den angeschlossenen Parteien in Erinnerung, baß, gemäß ben Beschlüssen des Hamburger Rongresses die sozia fistischen Parteien, indem sie jede von der Regierung ihres Landes die Anerkennung der Sowjetregierung fordern, zugleich darüber über die Bon den Abgg. Dr. Rose( D. Bp.), Meyer- Bülfau)( D. Hannov.) wurde die Zurückweisung der Eingabe beantragt, wahrend die Abgg. Frau Wolfflein( Komm.) und Gahrmann- Harburg( Soz.) tie Be gnadigung mit der Begründung verlangten, daß es sich um ein Fehlurtei tes Schwurgerichts handle. Der Antrag der Deutschen Bolfspartei auf 3urudweisung der Eingabe wurde an genommen. Um 6 Uhr vertagte sich das Haus auf Mittwoch, 12 Uhr. Auf der Tagesordnung steht neben fleinen Vorlagen die Beamten abbauperordnung. 2s Bertreter ber GB. erflärt himmelfahrt- Berfir daß seine Bartei kein Vertrauen zu den Verbandstagungen habe. Seine Ausführungen löften teilweise stürmische Heiterfeit aus. Er fritifierte Scheidemann, erging fich in Angriffen gegen die Sozial demokratie und erklärt schließlich, daß sich die USP. die Aus führungen Schumanns völlig zu eigen mache. Eine Einigung fei nur möglich, wenn sich der Metallarbeiterverband wieder zu einer Rampforganisation umstelle; die jetzigen Führer seiers ungeeignet. $ Pawlowitsch Dresden( VSPD.): Nicht Parteizugehörigkeit tomme in Frane, sondern die Amsterdamer oder die Mns. fauer Gewerkschaftsrichtung. Die wichtigste Aufgabe des Ber megen müſſen, daß dieser Aft die Fortführung der Berhandlungen Generalversammlung der Metallarbeiter bandstages fet, Richtlinien zu fchaffen für bie unmittelbaren Aufhebung der militärischen Befehung Georgiens nicht hindert. Las Erefutinfomitee fordert die angeschlossenen Parteien auf, eine Propaganda zugunsten der Befreiung Georgiens von der Befegung durch die Somjetruffen gemäß den Beschlüssen von Hamburg zu veranstalten. In Erwägung, Armenien. daß die Mächte der Entente unter Mißachtung der formellen Berpflichtungen, die sie im Vertrag von Lausanne auf sich genommen haben, Armenien den femalistischen Türfen preisgeben, daß ungefähr eine Million armenischer Flüchtlinge den Hekatomben im Jahre 1915 mil tuapper Лot enffommen find, die noch immer im Ausland leben und der äußersten Not preis gegeben sind und unter das Berbot gestellt, in ihren heimatlichen Herd zurückkehren, daß in furzer Zeit in den Barlamenten Englands, Frankreichs und Italiens Berhandlungen bezüglich der Ratifizierung des Bertrages von Bausanne beginnen werden, empfiehlt die Erefutive der S23 mit Bezugnahme auf die Re folution des Hamburger Kongreffes den fozialistischen Barla. mentsfrattionen diefer drei Länder, anläßlich der Debatte über den Vertrag von Lausanne die Wiederherstellung der armenischen Heimat In dem in der Türkei unterstehenden Teil Armeniens zu fordern, eine Forderung, beren große Wichtigkeit vom Völkerbund und den Mächten selbst proflamiert worden ist. Kleine Vorlagen im Landtag. Der Landtag erledigte gestern eine ganze Reihe fleinerer Borlagen ohne Debatte. Angenommen wurde u. a. der Gesekentwurf, wonach die Ansiedlungsfommission für Weft preußen und Bofen mit dem 1. April 1924. aufgelöst werden soll. In einem gleichfalls angenommenen Ausschußantrag wird das Staatsministerium ersucht, die Musitpflege in Schule und Bolt tatkräftig zu fördern und auf das Reich dahin einzuwirken, daß Confünstler von der Umsatzsteuer befreit werden. Nach kurzer Ausprache wurde ein Zentrumsantrag angenommen, der die Reichsbankstellen zur Annahme von Notgeld verpflichten will. Zu einer längeren Aussprache führte ein Antrag des Rechtsauskuffes, der die Begnadigung zweier Einwohner des Reifes Rehbingen befürwortet, die im Sommer 1920 wegen Brandstiftung vom Schwurgericht zu 12 und 15 Jahren Zucht haus verurteilt worden sind. Ein Regierungsvertreter erklärte dazu, das Ministerium dente nicht taran, die ganze Girafe berbüßen zu laffen, aber der jezige Zeitpunkt sei für einen Gnadenbeweis noch verfrüht. Ziehung 1. Klasse bereits 7. März Kaffel, 19. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Den Bericht der Redaktion der Metallarbeiter- Zeitung" erstattete Redakteur Kummer. Bei der Beurteilung der Lätigkeit der Redaktion müsse man berücksichtigen, daß die Redaktion unter Berpflichtung auf ein bestimmtes Programm gewählt worden sei und auch Pflich'en gegen die Internationale zu erfüllen gehabt habe, weil die Metallarbeiter- Zeitung" das einzige größere Organ der ,, eifernen Internationale" sei. Bieles habe nicht durchgeführt werden tönnen. Den in vielen vorliegenden Anträgen enthaltenen Vorwurf heherischer und verleumderischer Schreibweise" wies Rummer zu rüd; eine Entschließung der Opposition, die die Entlassung der Redaktion fordert, zerpflückte er. Der " Heranbildung des Nachwuchses habe die Redaktion arößte Aufmerksamkeit gewidmet. Die Redaktion habe sich in ihrer Gesamteinstellung bemüht, die Massen in sozialiftischem Sinne aufzuflären. Redezeit. Für die Aussprache werden jeder Fration drei Redner zugebilligt mit einer Redezeit von einer Stunde, dreiviertel Stunde und einer halben Stunde; der Vertreter der USP. erhält halbstündige Als erster Diskussionsredner spricht Schumann- Halle Schumann- Halle ( RPD.). Dißmann habe feinen Weg gezeigt, um aus dem Elend herauszukommen. Die sozialen Einrichtungen feien zunichte geworden. Der Redner greift den Reichspräsidenten an, weil er den Ausnahmezustand nicht aus eirener Macht aufgehoben habe, auch Noste mußte nochmals herhalten. Dem Genossen Siering wirft er als preußischen Handelsminister vor, daß er durch Stundung der Kohlensteuer den Unternehmern ungeheune Gewinne zugeschanzt habe. Dikmann habe nicht nearbe'tet, wie er es in Stuttgart verforochen habe. Der gewerkschaftliche Kampf müsse zum politischen Rampf werden; an Stelle der Diktatur des Kapitals müsse die Diftatur der Arbeiterschaft gesetzt werden. Die Schaffung von In duftrieverbänden sei im Interesse der Gesamtarbeiterschaft notwendig. Die Kommunisten forderten ihre Anhänger auf, in den Gewerfschaften 211 verbleiben.( Lebhaiter Widerspruch.) Snzia derrokratie und ADEB. greift der Redner scharf an wegen des Ermächtigungsgefeßzes. Dißmann fei in das Schlepptau des ADGB. genommen worden. Bei den scharfen Angriffen Schumanns geren Dißmann fam es unter den Delegierten zu heftigen Auseinandersetzungen. In der Nachmittagssigung benrüßt als nachträglich eingetroffener Goft die Taning Labe Boris im Auftrage ber französischen Metallarbeiterschaft, die in scharfem Kampf = gegen Imperialismus und Militarismus behe. Für den Internationalen Metallarbeiterbund sprach Jlg. Bern: Eri der Ruhrbefehung habe die Internationale verfant, ebenso bei der gegenseitigen Unterstügung bei großen Streifs, Das sei eine Folge der riesigen Arbeitslosigkeit in allen Ländern. Graßmann vom ADGB., von den Kommunisten mit allerlei Zwischenrufen begrüßt, übermittelt den Wunsch des Bundesvor ftandes, daß die Taaung des Metallarbeiterverbandes der gesamten Arbeiterschaft zum Vorteil gereiche. Mit dem bewährten und sehr beliebten 5- Klassen- System beginnt wieder die reuss.Prudd. Staatslotterie Nur 300 000 Lose mit 102 000 Gewinnen u. 1 Prämie, zus. nahezu 20 Millionen darunter der evtl. Höchstgewinn von Mark RentenEine Million Mark spez. 1 Prämie M. 1 Gewinn sa M. 1 Gewinn Fär stärkste Figuren Passendes! gegangen und werden ihn auch weiter zwangsläufig gehen müssen. ( Sehr richtig!) Von den Kommunisten oftmals unterbrochen, weist der Redner die Angriffe Schumanns auf den Reichspräsidenten zurüd und verurteilt die Aufputschung der Arbeiterschaft durch Flugblätter. Die Politit der Gewerkschaften sei heute dieselbe wie früher. Mit einem großen Teil der kommunistischen Gewerkschaftsmitglieder lasse sich durchaus gut arbeiten, aber zurüdgewiesen werden müsse die Gepflogenheiten der Kommunisten, alle diejenigen, die nicht auf Mostau schwören, als Arbeiterverräter und Unternehmerlataien zu fennzeichnen.( Stürmische Zustimmung.) Um den Unternehmern mit aller Energie entgerentreten zu fönnen, fei innere Geschlossenheit und Disziplin notwendig. Parteipolitit dürfe nicht über Ge merfichaftsbeschlüffe gestellt werden.( Lebhafter Beifall.) Schluß der Dienstagfizung. Filmschau. The Chriffian, ein großer amerikanischer Film, der in der Alhambra Interessenten eritmalig gezeint wurde, hat starte Werte, die zu seiner An erfennung zwingen. Er ist nach dem Roman von Hall Cine geschaffen, aber die Amerikaner aeben wesentlich anders vor, als die Deutschen es für gewöhnlich in einem folchen Falle tun. Die Deutschen wollen das Seelen leben ergründen, ftellen ibre Pauten darauf ein, machen die Landschaft diesem Zwede dienstbar, die Amerikaner jedoch nehmen nur die Handlung und ſehen diefe filmisch ohne das Beiwert zu vernachläifigen. So war London, diele nebelumbrodelte, talte, trifte Inselstadt prächtig geschaut. man ließ sie nicht zum Hauptdarsteller werden, aber man verspürte, die Handlungen der Menschen find nur möglich in dieser Stadt, fie find ver woben mit ihr. Abhisch war auch die Verträumtheit der Insel Man, auf ber junge Menschenfinder von der Sehnsucht nach London befallen werden. Boller Bewegung hingegen waren die Bilder vom Derby. So ift dieser Film nicht nur dem Leben nabe, nein, er ist ein Stüdchen Leben. Mae Busch, eine blendende Schönbeit, und ihr Partner Richard Dig sind hervorragende Darsteller, fern jeder Uebertreibung und Schminktunit, was für einen film auch immerhin fehr viel zu bedeuten bat. Meister der Der Regattafürft", ein ansprechendes Lustspiel, wird von der Drbis- Film- A.- G. berausgebracht. Ein Sportsmann wird mit einem Fürsten verwechielt, das ergibt die übliche Bauchrutsäparade, eine tolle Werbemittel für diese Sportart find. e.b. Berfolgung und bezaubernde Bilder vom Faltbootsport, die ein vorzügliches BORG ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER Kräuter- Franzbranntwein Kopp& Joseph Berlin W 37 besonders kräftigend und erfrischend. Ltr. Mk. 6.50 Diese Preise gelten nur Keine Reklame- Artikel bis Sonnabend 6%, Uhr! nur Qualitätswaren! !! Wer's nicht sieht, glaubt's kaum!! Konkurrenzlose Angebote nur soweit Vorrat Unglaublich billig! Kaufgesuche Fahrräder Lauft Linienftrake 19. Patronen, Rose, Gollnowftraße 16. Bistolen, Jaghgewehre, höchftzahlend, Rose, Gollnowitraße 16. Unterricht Mobetanskurse, Anfängerkurse ginnen. Brivatunterricht be Schnell furse jederzeit. Stellmacher, Tempel hofer Ufer la, Hallesches Tor. Verschiedenes 136 000 Ratfuchende! 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Die Berurteilung ist auf Roften der An getlagten durch einmaliges Einttiden in Raffee, bester Motta, verkauft teffen Arake. Verkäufe Bis 6. politischer Redakteur gesucht. Reflektiert wird auf einen guten, felbftändigen Beurteiler der polittichen und wirtschaftlichen Lage. Bewerbungen mit Gehaltsansprüchen find noch bis zum 25 Februar an den Gehä tsführer A. Tre, Halberstadt, Demples 48, au richten. 182/12 Linoleumleger wwe fich fieen, bet antem Lehn gefnt Klastermacher eigta. Barnimitt. 45. a„ Borwärts", b) berliner Morgenpeft" meile nommittags son 4-7 Uhr Cafe Gehpelse, Sportpelze, prime Aus Rundfunt! Aleiberfrank 15.- Beries beplan Rokenborf bar lellenangebote öffentlich bekannt zu machen. Die Richtig. Bielta, riebrichstraße 60. Ede Leip. führung, fent 75, elegante Pelamäntel, tito 14.50, Cofa 15 Greibtisch 28.feit der Abschrift der Urteilsformel wird sigerstraße. beglaubigt und die Bollftredbarkeit bes Urteils bescheinigt. Fahrräder finden im Vorwärts 27186 Asphaltour parf. 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