Nr. 87 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 43 Bezugspreis: Böchentlich 85 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg wö chentlich 1,20 Goldmart, für das übrige Ausland 1,45 Goldmart pro Woche. Kreuzband endungen nur gegen werte beständige Zahlung. Boftbezugspreis für Februar 4,- Goldmart. Der., Borwärts" mit der Sonntags Beilage ,, Bolt und Zeit" mit ,, Gied. Iung und Kleingarten". sowie der Unterhaltungsbeilage Heimmelt, und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart, Retlantegeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes meitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68. Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nacmo Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 21. Februar 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Deponitentasie Lindenstrasse 3 Forderungen der Sozialdemokratie. Anträge und Interpellationen der Reichstagsfraktion. Die fozialdemokratische Reichstagsfrat.| Tarifverträgen, die ihnen nicht genehm find, die Waffe der Be tion hat am Mittwoch ihre Beratungen über die auf Grund triebsschließung in Anwendung zu bringen. des Ermächtigungsgefeßes erlassenen Verordnungen fortge- Diefelben Kreise, die feit Monaten unter dem Rufe nach Steige. fetzt. Sämtliche Fachausschüsse der Fraktion legten ihre Ab- rung der Produktion die Aufhebung des Achtstundentages beänderungs- und Aufhebungsanträge zu den zweckten, tragen zurzeit die stärkste Schuld am Produktionsrückgang Verordnungen vor. Die Fraktion brachte noch am Mittwoch und der Schädigung der deutschen Wirtschaft. Die Not des Reiches Die Anträge im Reichstage ein. Außerdem wird die Fraktion und die Not des deutschen Volkes werden ausgenutzt, um den längst die Regierung wegen der ungeheuerlichen sozial- reaktionären gewollten Bor, töße der Kapitalisten gegen Arbeitszeit, Arbeitsrecht und Abbau des Schuhes der Arbeitskraft Arbeitslohn im Zusammenhange mit der Arbeitslosenfrage interpellieren. Während sich die kommunistische Fraktion die Arbeit leicht macht, indem sie den unsinnigen Antrag stellt, einfach alle Verordnungen aufzuheben, was z. B. auch die Befeitigung der Rentenmark und damit neue Inflation bedeuten würde, hat unsere Fraktion ihre Anträge sachlich ausgearbeitet. Die Zahl dieser Anträge ist so groß. daß wir nachstehend nur die wichtigsten aus dem weiten und schwierigen Stoffgebiet herausheben fönnen. Die fozialdemokratische Aktion zugunsten des schaffenden Volkes wird eingeleitet durch folgende Interpellation: - Seit Monaten herrscht eine Massenarbeitslosigkeit, die für Millionen von Boltsgenossen- Arbeiter, Angestellte, Beamte und Angehörige der freien und sonstigen Berufe furchtbarste Not und bitteres Elend bedeuten. Obwohl die Befürchtungen einer wachsenden Arbeitslosigkeit von der Sozialdemokratie und den Gewerkfchaften rechtzeitig ausgesprochen morden find, hat die Reichsregierung feinerlei ausreichende Borbeugungsmaßnahmen getroffen. Die derzeitige Produktionsstodung ist vor allem eine Absa trije. Die Ausfuhr deutscher Waren ist durch eine unumschränkte Monopol- und Kartellwirtschaft gelähmt. Sie schüßt die technisch rückständigsten Betriebe und verhindert die zur Steigerung der Erportfähigkeit nötige faufmännisch- technisch rationelle Betriebsweise und Konkurrenzfähigkeit. Im Inland werden die Absatzmöglichkeiten durch unerhörten Lohnbrud, das Anschwellen der Arbeitslosigkeit und das dadurch bedingte Schwinden der Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten beeinträchtigt. Die jegt restlos durchzuführen. Eine Gesundung der deutschen Bolts wirtschaft aber ist unvereinbar mit der Auslieferung der schaffen den Bolfskräfte an private Ausbeutung. Die Voraussetzung für den Wiederaufbau unserer Wirtschaft ist heute mehr denn je der Schuh der Arbeit als des wertvollsten Gutes der Nation. Angesichts dieser voltsschädigenden Tätigkeit der fozialen Reaktion fragen wir die Regierung: Ift sie bereit: 1. in Uebereinstimmung mit der Politik des englischen Arbeitsministers das Washingtoner Abtommen über den achtstündigen Arbeitstag fofort zu ratifizieren; 2. endlich die vom Reichstag wiederholt gefaßten Beschlüffe auf Befchaffung von Arbeitsgelegenheit auszu führen und die zu derselben Frage vorliegenden umfassenden Vorschläge der Gewerkschaften zu beachten; 3. gegen den von der Bereinigung deutscher Arbeitgeberver. bände organisierten Widerstand und die von dort betriebene affene Gefeßessabotage zum Zwede der Beseitigung der Tarifverträge und der staatlichen Schlichtungsorgane entfchie dene Abwehrmaßnahmen zu treffen, den Arbeitern und Angestellten einen ausreichenden Lohn zu gewähren; 4. die Schlichtungsausschüsse anzuweisen die Berlänge. rung der Arbeitszeit über acht Stunden nur bei zwin gendem Nachweis volfswirtschaftlicher Notwendigkeit und Don Fall zu Fall verbindlich zu erklären? nur 5. Was gedenkt die Reichsregierung zu tun, um zu verhin dern, daß durch einen anhaltenden Lohnabbau und eine über mäßig verlängerte Arbeitszeit, die beide produktionshemmend wirfen, erneut die außenpolitisch gefahrvolle Auffaffung entsteht, als wäre in nächster Zeit eine Schmugtonturrenz von Deutschland auf dem Weltmarkt zu erwarten? Gefahr einer rücksichtslosen Bedrückung erkrankter landwirt schaftlicher Arbeiter schließen. In manchem Bezirke haben Großgrundbesiger die Beiträge für die Krantentasje verweigert, um auf diese Weise das Recht zu erzwingen, eine Betriebskrankenkasse für ihren Betrieb einzurichten. Mit jener Verordnung ist die Reichsregierung, diesem Bestreben in einem unterträglichen Maße entgegens gekommen. Deshalb muß diese Verordnung beseitigt werden. Die Bezüge der Kriegsverlegten sollen auf den Stand vom 1. April 1920 erhöht werden mit einem Zuschlag bei besonderer Bedürftigkeit. Für die Leistungen aus der Sozialversicherung und der Wöchnerinnenfürsorge sollen entsprechende Anträge im Laufe der Verhandlungen gestellt werden. 4 Nach einer weiteren Berordnung haben erkrankte Kran tentassenmitglieder 20 Broz der Heilmitteltoften zu bezahlen. Der Vorstand der Krankenkasse sollte die Mit glieder von dieser Ausgabe in solchen Fällen befreien, in denen besondere Härten entstehen würden. In Wahrheit aber find damit die Härten nicht beseitigt worden. Deshalb fordert die fozialdemokratische Fraktion die Alenderung dieser Bestim mung dahin, daß die Mitglieder von der Bezahlung solcher Heilmittel befreit sein sollen, ohne die in dringenden und fchwierigen Fällen, bei Unfällen, operativen Eingriffen, an steckenden und epidemisch auftretenden Krankheiten, sowie bei Entbindungen die notwendige ärztliche Hilfe nicht geleiste werden fann. Beamtenfragen. fragen führte die Fraktion zu der Ueberzeugung, daß sofor Die Beratung der Beamten-, Angestellten- und Arbeiter in drei Punkten Abhilfe geschaffen werden muß. Einmal bezüglich der Besoldung, von der ja de Finanzminifter Dr. Luther selbst zugestanden hat, daß si einen Hungerlohn darstelle und nur vorübergehend i bisherigen Maße beibehalten werden soll. Die Frattion wc: sich aber auch darüber klar, daß die Forderung einer E höhung der Reichsbesoldung gleichzeitig verpflichtet, für di der helfe über biefem Ginten der inneren Stonfumtraft nicht nur völlig Sozialdemokratische Anträge: Bon dieser Auffaffung ausgehend hat sie folgenden Antre, passiv; sie trägt ihrerseits noch dazu bei, die Reallöhne immer weiter herabzudrücken. Vom Finanzminister ist die Absicht bekannt urch Einwirkung auf die Schlichtungsausschüsse die Löhne der Priva: industrie ohne Rücksicht auf deren Leistungsfähig teit ebenso gewaltsam zu senken, wie die Löhne und Gehälter in den Staatsbetrieben. Die erschreckende Verschärfung der deutschen Wirtschaftstrife ist hervorgerufen durch den sozial reaftionären Borstoß der deutschen Industrie, insbesondere der Schwerindustrie im befekten Gebiet, der in feinen Wirkungen einer allgemei nen Produktionsfabotage gleichfommt. Unmittelbar nach Beendigung des passiven Widerstandes, in dessen Berlauf die Arbeit r, Angestellten und Beamten des befeßten Gebietes uner meßliche Opfer gebracht haben, hat die rheinische Schwerindustrie einen wohlvorbcrciteten Ueberfall auf die gesamte Arbeitnehmerfdjaft unternommen. Statt der von ihr immer gepriesenen Bolksgemeinschaft hat sie eine Arbeitsgemeinschaft mit dem französischen Militarismus zu fchlichen versucht, um mit Hilfe der franzö fischen Befagung den Achtstundentag und das Betriebsräte gesch der deutschen Arbeiter zu Fall zu bringen. Nur an der Ablehrung durch den General Degoutte ist diese Verschwörung gefdeitert. Tann haben dieselben Unternehmer ihr Ziel durch Massenkündigungen und Stillegung ihrer Betriebe erzwungen. Das organisierte Unternehmertum hat auf diese Weise seine unum schränkte Vorherrschaft wiederhergestellt, zugleich mit dem Versuch, die ganze Last der Repartionsregelung auf die breiten arbeitenden Massen abzuwälzen. 3m schärfsten Klaffenkampf des Unternehmertums werben Löhne und Gehälter immer weiter abgebaut, die Arbeitszeit wird unerträglich verlängert. Alle wirtschaftlichen und sozialen Bindungen werden niedergeriffen, um den uneingeschränkten Betriebsobfolutismus wiederherzustellen. Weiterhin hat die Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände, als die Spitzenvertretung des organisierten Unternehmertums, in Rundschreiben an ihre Unterverbände ein systematisches Borgehen für die Beseitigung der Tarifverträge und des staat lichen Schlichtungswesens eingeleitet. Die Auflehnung gegen die Staatsgewalt und die bewußte Verlegung der Gefeße find auf jener Seite bereits so weit gebiehen, daß die Unternehmer von ihren Organisationen angewiesen werden, die staatlichen Schlichtungsausschüsse nicht mehr zu beschicken, Beisitzer nicht mehr zu stellen, und sowohl bei freien als auch bei verbindlich erklärten Sozialpolitik. Von den Verordnungen sozialpolitischen Inhalts haben mehrere eine große Bedeutung für die Arbeiter. Insbeson dere gilt dies für die Verordnung über die Arbeitszeit. Die Fraktion beschloß, eine ganze Reihe von Berbesserungsanträgen zu dieser Verordnung zu stellen, insbesondere zu verlangen, daß eine Ueberschreitung der achtstündigen Ar beitszeit nur auf Grund von Tarifverträgen zulässig sein soll. Zu der Berordnung über die Erwerbslosenunter ft ügung wurde beantragt, die Beitragspflicht auf alle Angestellte auszudehnen, die dem Angestelltenversicherungsgefeß unterworfen find. Nach der jetzt gültigen Berordnung haben nur diejenigen Angestellten zur Erwerbslosenunterstützung beizusteuern, die ein Gehalt von monatlich 150 M. und weniger beziehen. Alle besser bezahlten sind von dem Beitrage zur Erwerbslosenunterstützung befreit. Das ist in feiner Weise berechtigt. Nach dem Antrage der Sozialdemokraten foll in Butunft wie jeder Arbeiter auch der besser bezahlte Ange stellte den Erwerbslosenbeitrag entrichten und dafür berech tigt sein, im Falle der Erwerbslosigkeit eine angemessene unterstügung zu beziehen. Sozialdemokraten, daß die sich bis jetzt ergebenden Mißstände Bezüglich der Arbeitspflicht beantragten die bei der Durchführung der Arbeitspflicht beseitigt werden, daß nur angemessene Arbeit und nur in den Grenzen verlangt wird, die den Berhältnissen der Arbeitslosen entsprechen. Außerdem sollen die tarifmäßigen Löhne gezahlt werden. Für die Erwerbslosen, sowie für alle anderen unterstützungsbedürftigen Personen hat die Berordnung über die Fürsorge pflicht die Reichstasse völlig entlastet und diese Ausgabe auf die Länder und Gemeinden abgewälzt, obgleich hier genügende Mittel nicht zur Verfügung stehen. Die sozialdemofratische Fraftion fordert daher die Beseitigung dieser Berordnung, so daß das Reich die notwendigen Zuschüsse zur fozialen Fürsorge zu leisten hat. Ebenfalls forderte sie die Aufhebung der Verordnung, die die Landfrankenkassen berechtigt und unter Umständen zwingt, für bestimmte Bezirke Sonderkassen einzu richten und dadurch Betriebskrankenfassen für einzelne landwirtschaftliche Großbetriebe zustande kommen. Solche Betriebsfrankenkassen waren bisher verboten, da sie in sich die eingebracht: Die Reichsregierung zu ersuchen, die Bezüge der Beamten, A gestellten und Arbeiter des Reichs unverzüglich aufzubessern." I hierzu notwendigen Mittel find unverzüglich durch einen Gefeßer: murf anzufordern, der die Erhebung eines gestaffelten 31 fchlags zur Steuer auf die Einkommen von 8000 m. jährli an aufwärts vorsteht." vertrat die Fraktion die Auffassung, daß die bestehende Be Zur Frage der Personalabbauverordnun ordnung aufgehoben und unverzüglich durch ein Ge fez erfezt werden muß, das den berechtigten Ansprüche der Beamten, Angestellten und Arbeiter Rechnung träg Ganz besonders foll dieser sofort vorzulegende Gefeßentwi allgemein eine Herabminderung der Ausgaben des Reich - nicht nur der Personalausgaben betreffen, eine Rec ganisation des Behördenapparates und Vereinfachung d Verwaltungsarbeit vorsehen, für die abgebauten Beamt eine Berufungsinstanz schaffen und die im B triebsrätegese auch den Angestellten und Arbeiter des Reiches zugestandenen Rechte unberührt lassen. Auße dem wünscht die Fraktion, daß der Abbau der schwei beschädigten Beamten, Angestellten und Arbeiter übe vorgelegt. haupt eingestellt wird. Sie hat die entsprechenden Anträ In bezug auf die Arbeitszeit der Reichsbean. ten, die nach dem Erlaß der Reichsregierung vom 2. Dezen ber 1923 auf mindestens 9 Stunden täglich festgesetzt ist, mo die Fraktion der Ansicht, daß der Achtstundentag fü die Reichsbeamten umgehend wieder in Kraft gesetzt werde muß. Dies um so mehr, als der Neunstunden- Mindestarbeite tag nach§ 13. der Arbeitszeitverordnung mit einem Geder strich auch auf die Angestellten und Arbeiter des Reiches über tragen und der grundsätzlich durch Gesetz gewährleistete Ach stundentag damit illusorisch gemacht werden kann. Auch i es ein unerträglicher Zustand, daß die Reichsbeamten täglic 9 Stunden arbeiten müssen, während für ihre Kollegen i den Ländern und Gemeinden der Achtstundentag bestehen gr blieben ist, und die zuständigen Behörden glücklicherweise nich deran denken, sich dem Vorgehen der Reichsregierung anzi: schließen. Da der Erlaß über den Neunstundentag der Reichs beamten keine Verordnung im Sinne des Ermächtigungs gefeßes, sondern nur eine Verwaltungsmaßnahme ist, war e leider nicht möglich, die Aufhebung dieses Erlaffes durch den Reichstag zu beantragen. Beantragt fonnte nur werden, die Regierung zu ersuchen, jenen Erlaß unverzüglich aufzuheben, und das ist durch die Fraktion geschehen. Rechtspflege. Zu der Emmingerschen Justizverordnung vom 4. Januar hat die Fraktion eine ganze Reihe von Abänderungsanträgen gestellt. Danach soll vor allem das S ch wurgericht wiederhergestellt werden. Die Laiengerichte sollen sämtlich so befeht werden, daß die Laien darin das Uebergewicht haben. Die Auswahl der Laien soll sich nach dem Grundfaße der Verhältniswahl vollziehen. Die Verschiebung von Schöffen gerichtssachen an den Einzelrichter soll nicht auf einseitigen Antrag der Staatsanwaltschaft, sondern nur unter Zustimmung des Beschuldigten erfolgen. Die Bestimmungen der Berordnung über die Freistellung der Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft, über die Einschränkung der Berufung und die Ueberweisung von Landesverratssachen an die Gerichte der Länder sollen umgestaltet werden. Ein zweiter Antrag erstrebt die sofortige Aufhebung der durch die Berordnung vom 4. Januar als Notmaß nahme vorgesehenen zeitweiligen Ausschaltung der Schöffen und der Schwurgerichte, da die jetzige Gerichtsbarkeit mit ihrer Ausschaltung jeglichen Laienrichtertums und der Berufungsmöglichkeit für die Angeklagten häufig geradezu verhängnisvoll ist. Des weiteren beantragt die Fraktion die Aufhebung der Berordnung über Tumultschäden und die Abänderung der Berordnung über die Entlastung des Reichsgerichts, soweit diese Berordnung in Ehefachen die Revision abschneidet. Ferner stellt die Fraktion angesichts der ungeheuerlichen Aus dehnung, welche die Rechtsprechung den Begriffen des Landesverrats gegeben hat, den folgenden Antrag zur Abänderung des Strafgesetzbuches: Candesvercat im Sinne des§ 92 Abs. 1 Nr. 1 begeht nicht, wer gesehwidrige Zustände bekanntmacht, um ihre Abstellung durch deutsche Behörden herbeizuführen." Schließlich hat die Fraktion den folgenden vom Reichstag angenommenen, aber vom Reichsrat nicht verabschiebeten Antrag über die Rechtslage der Beamten als unehelicher Mütter erneut eingebracht: Die Tatsache der unehelichen Mutterschaft bildet feinen Grund zur Einleitung disziplinarer Maßnahmen." Steuerfragen. Die Fraktion hat außer den vorstehend gekennzeichneten Anträgen einen Initiativgefeßentwurf eingebracht, der die dritte Steuernotverordnung in einer Reihe wich figer Bestimmungen abzuändern bezweckt. Die Mietsteuer beantragt die Fraktion zu streichen. Ebenso foll der Paragraph aus der Berordnung entfernt werden, der die Aufgaben Ser Wohlfahrtspflege, des Schul- und Bildungswesens und Der Polizei den Ländern zu selbständiger Regelung überweist. Zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs der Länder und Gemeinden fordert der Initiativgefeßentwurf an Stelle der Mietsteuer eine Regierungsvorlage, durch die den Ländern Die Erhebung eines 3uschlages bis zu 200 Broz. zur Vermögenssteuer gestattet wird. Dabei sollen Unterscheidungen zwischen mobilem und immobilem Vermögen, zwischen landwirtschaftlichen und anderen Grundstücken, zwi fchen Effektenbesig und anderen Vermögenswerten und zwischen gestiegenem, gleichgebliebenem und verringertem Bermögen gestattet sein. Zur Förderung des Wohnungs. baues wird ein Gsetzentwurf verlangt, der die Erhebung einer Abgabe bis zu 10 Broz der Friedensmiete Dorfieht. Nachdem in der Aufwertungsfrage der Stand punkt des Finanzministers preisgegeben ist, daß nur zugunsten der Allgemeinheit aufzuwerten sei, will der Initiativgesetzentwurf der Fraktion dem Gläubiger gestatten, von einem offensichtlich leistungsfähigen Schuldner eine Aufwertung bis zu 20 Broz.( statt 15 Broz.) zu verlangen. Der Fälligkeitstermin für die aufgewerteten Beträge soll vom 1. Januar 1932 Blitzlichter. Konzertumjchau von Kurt Singer. Es beginnt sich schon zu erfüllen, was hier vor acht Tagen als Vermutung ausgesprochen wurde: Brudner- Deuter aus aller Welt melden fich zum Bult. Das sind 3. T. Männer, die sich fahrelang über den österreichischen Meister ausgeschwiegen haben, und die aus dem Zufall der Centenar- Feier heraus plöglich ihr weiches, mienerisches Herz schlagen hören. War diefer Brudner nicht zerfahren, formlos, ungebändigt, ein matter Wagnerianer der Sinfonie, torfeind in der Endlosigkeit feiner ewigen Melodie? In einer Woche 5 Bruckner- Dirigenten der Kasus macht uns weinen. Hände weg! Doch sei dem Urteil nicht vorgegriffen. Ein Zufall fönnte die Be gabung eines wahrhaft Berufenen beweisen. Dieser Zufall führt uns in der opernreichen Woche zu alten Bekannten. Es ist etwas Herrliches um die gute Tradition. Da fizen eng gedrängt die Menschen der vorigen Generation bei Maner Mahr, Wittenberg, Grünfeld. Ohne Zweifel, diese edel eingespielte Gemeinschaft liebt und kennt die klassische Kammermusit. Seit Jahrzehnten pflegt fie diese Literatur mit heiliger Andacht und mit konservativer Ab. fchen vor jeder neueren Regung. Mit Brahms endet diese Welt. Auch wenn sie auf der buntesten Musikpalette einmal zwischen Schwarz und Rot wählen sollte was ist zu machen, wenn der | stimmungen der Berordmmgen, zumal in der Steuerfrage, hatten auch bürgerliche Vertreter im Ermächtigungsausschus große Bedenken. Die bürgerlichen Parteien werden nun in offener Reichstagssigung zu zeigen haben, wie sie zu diesen Einer summarischen lebenswichtigen Fragen stehen. oder oberflächlichen Behandlung der Anträge, die nur von einem schlechten Gewissen der Regierung und der bürgerlichen Parteien zeugen würde, müßte sich die sozialdemokratische Frattion ohne Rücksicht auf die Konsequenzen midersehen. Das Bolt im Lande tut jedenfalls gut, den Reichstagsverhandlungen der kommenden Wochen mit größter Aufmerksamkeit zu folgen. Es sind Schicksalstämpfe, die sich jebt entwickeln werden. Jarres bereitet die Wahlen vor. auf den 1. Januar 1927 Dorverlegt werden und der volle Binsfag von 5 Broz. am 1. Januar 1926( statt 1928) in Kraft treten. Während die Berordnung die Aufwertung nur anordnet für Forderungen, deren Heimzahlungen am Tage der Berkündung der Verordnung noch nicht erfolgt war, will die Fraktion die Aufwertung ausdehnen auf alle Forderungen, die nach dem 1. Juli 1922 zurückgezahlt worden sind. Mit diesen Aenderungen will die Fraktion nicht nur den Gläubigern gerecht werden, die durch frühere ablehnende Erflärungen der Regierung zur Aufwertungsfrage veranlaßt worden sind, zurückzahlungen in Papiergeld anzunehmen, sondern auch zur rascheren und stärkeren Aufwertung der Ver. mögensmaßnahmen der Sparkassen, Lebensversicherungsanstalten und Hypothetenbanken beitragen und damit diese Institute in die Lage versehen, ihren Einlegern bzw. Gläu bigern eine frühere und höhere Aufwertung zu gewähren, als Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen durch Rundschreiben aufgefordert, die Gemeinden anzues nach der Verordnung möglich ist. Die Steuern Geldentwertungsweisen, mit der Vorbereitung der Wählerlisten für gewinne will die Fraktion erhöht wissen, und zwar bei die Reichstagswahlen sofort zu beginnen und die Arbeiten entwerteten zurückgezahlten Industrieobligationen von 2 auf so zu beschleunigen, daß die Liſten am 23. März ausmindestens 10 Proz., bei landwirtschaftlichem Grundbesih, der legungsfertig sind, da immerhin mit der Möglichkeit von Hypothefen befreit wurde, statt bis zu 2 bis zu 10 Broz. zu rechnen ist, daß die Neuwahlen noch vor Ablauf der Die Länder, denen die Erhebung der Steuer vom unbebauten Legislaturperiode stattfinden. Grundbesitz überlassen ist, sollen bei ihrer Bemessung auf die Leistungsfähigkeit der fleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe Rücksicht nehmen. Die Zahlung der Steuern von Geldentwertungsgewinnen foll in fürzeren Fristen geschehen als die Vorlage will. Zur Erhebung der Steuer von Geldentwertungsgewinnen bei Holzverfäu fen aus Forsten öffentlicher Körperschaften sollen die Länder nicht berechtigt, sondern verpflichtet werden. Würde der Reichstag sich zu diesen von der Fraktion beantragten Menderungen entschließen, so würden in der Aufwertungsfrage die härtesten ungerechtigkeiten ausgemerzt, bei der Besteuerung der Geldentwertungsgewinne dem Reich und den Ländern größere Einnahmen zugewiesen werden, ohne den Gewinnern übermäßige Lasten aufzubürden, den Ländern und Gemeinden würden die nach Wegfall der Gehaltszuschüsse des Reiches zur Dedung ihres Finanzbedarfs erforderlichen Mittel zufließen, ohne daß die Mieter mit einer Steuer belastet würden, für die die Verordnung feine Grenzen zieht: der Wohnungsbau und damit das allgemeine Wirtschaftsleben aber würde durch eine mäßige Abgabe die wirksamste Förde rung erfahren, Steuerverordnung und Bildungsfragen. Die Fraktion beantragt die Aufhebung des§ 42 der dritten Steuernotverordnung, der die Aufgaben der Wohl fahrtspflege, des Schul- und Bildungswesens und der Polizei. den Ländern nach Maßgabe näherer reichsgesehlicher Bor schriften zur selbständigen Regelung und Erfüllung überläßt. Die Durchführung diefes Paragraphen, der nach unserer Auffaffung mit der Reichsverfassung nicht in Einflang zu bringen ist, schaltet den endlich wenigstens mäßig gewonnenen Einfluß des Reiches auf Kulturfragen aus und gefährdet die Einheitlichkeit der deutschen Kultur. Er ist aber auch eine Gefahr für schon verabschiedete oder noch in Beratung befindliche wichtige Reichsgefeße( Grundschulgesetz, Lehrerbildung und Reichsschulgeset). Der Paragraph begünstigt die rückschriftlichen Bestrebungen Bayerns und anderer Länder in bezug auf Schule und Bildung. Man darf ferner annehmen, daß mit diesem Paragraphen die Beseitigung der ulturabteilung des Reichsministeriums des Innern beabsichtigt ist, die von einem Sozialdemokraten geleitet wird, übrigens dem einzigen fozialdemokratischen Staatssekretär, der sich noch in Reichsdiensten befindet. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat diese Anträge aus rein fachlichen Erwägungen gestellt. Ihr ist nicht an einer agitatorischen, sondern einer fachlichen Behand lung dieser Anträge gelegen. Fast alle greifen sehr tief in das Schicksal vieler Boltsgenossen ein. Gegen zahlreiche Befind. Eher wären unsere Trommelfelle geplakt als dieses mörderische Kalbfell! Auch die 5 Bäffe waren für ein flanglich zartes Streichorchester zu maffio. Hans Mießner gibt sich große Mühe, schöne und befeelte Wirkungen aus dem Klangförper herauszuspielen. Im und beseelte Wirkungen aus dem Klangförper herauszuspielen. Im temperamentvollen Sah stehen seine Leute ihren Mann, im Adagio ist die Stimmung uneinheitlich, und das Biano ist vorerst nicht die Stärke dieses Orchesters. Wie schön, daß Blaz zur Entwicklung bleibt, wie doppelt schön, Entwidlung fyftematisch zu fördern! Paul Marion, der Tenor, hat den alten Glanz und die Frische seines Organs wiedergewonnen, auch ist jede Spielhemmung von ihm gewichen. Berthe Grundmann nennt einen zarten, nicht sehr modulationsgeübten Sopran von welchem Timbre ihr eigen; Agnes Fuhrmanns Stimme hat flangvollen, ebenmäßigen Alt- Charakter. Beiden ist größeres Temperament zu wünschen( etwa von dem Umfang Hans Fuhrmanns), beiden ein den Ausdruck stets gernder Korrepetitor. Der aber dürfte nicht von der Blutarmut sein, wie sie eine Kläre Rubin( rotfunkelnd? Lucus a non lucendo) auf das Klavier überträgt. Von Hans Baer fann sie lernen: er fpielt ausdrucksweiche Salonmusif von Aevric und Berners wie ein Wesensverwandter mit rhythmischer Feinheit und schwungvollem Aufschlag, sauber, flar disponiert, tänzerisch. " Würfel doch immer wieder auf Grün fällt? Es ist etwas Entfek Der indische Pflanzenzauberer. liches um die gute Tradition. Solange aber Hunderte noch voller Begeisterung für das Einzige, das Alleinige zu erleben, so lange ist es Künstlers Recht, auch diesen Idealen ihr Leben zu verschreiben. Es bleibt zu buchen, daß die Wittenbergsche Nachtigall herrlich zarte Töne fingt, daß der Pianist ein höchst delikater Mozart- Interpret ift, und daß der Cellist, der mit Wiß und Behagen in der bürger lichen Gesellschaft tonangebend ist, auch im ernsten Trio den behag. lichsten, gefättigsten Lon anschlägt. # Das Havemann Quartett( Havemann, Kniestädt, Mahlte, Steiner) dagegen stürmt mit vollen Segeln dem Modernen zu. Kein leichtes Unterfangen, einem Streichquartett Nr. 3 von Alban Berg Erfolg zu erringen. Denn es ist widerborstig und gefährlich im Zu fammentiang. Die 4 Herren umgehen das Kniffliche durch wahres Bartiturerleben, sie geben den Besonderheiten des Klangs, etwa beim Geigen auf dem Griffbrett oder im Flageolettspiel, Sinnlichkeit, Ausbruck, Einheit. Es scheint nichts absichtlich verschönt, eher resolut auf den treibenden Rhythmus- gestellt. Jedenfells wirkt manches aus dem langsamen Sah Erlebte troh mäßiger Spontanerfindung, das Bresto gerade zu wird zu einem Bekenntnis, obgleich partiturmäßig die Raferei nur Sturm im Glafe Wasser ist. Ein ultramodernes Stüd tiingt fast harmlos, wenn Beherzte es mit dem Herzen spielen. Oder ist Atonalität schon eine Angelegenheit von gestern, und flingt uns der Mißklang von gestern heute schon nicht mehr so übel? Wem es nicht liegt, der gebe fich mit Neukunft nicht ab. Diese Selbstbescheidung übt der vielgeschäftige Edmund Meifel. Und bei feinem guten Vorsatz, vielerlei und jedem etwas zu bringen, wird es nicht übel vermerkt werden, wenn er sich auch mit Nieten abquält. Es ist eben leicht, modern zu schreiben, aber schwer, im alten Fahrmaffer neue Segel auszutreiben. Der Berliner Orchester- Berein" scheint zu glauben, daß alle Sinfonien( Heydn, Mozart, Schubert) Paulen- Sinfonien Der große indische Gelehrte I. C. Bose fann mit größerem Recht als die indischen Gautler mit ihren Kunststücken ein wahrer Pflanzenzauberer" genannt werden, denn er hat durch seine Forschungsmethoden die erstaunlichsten Wunder des Pflanzen- und Naturlebens überhaupt aufgeklärt. Seine neuesten Forschungsergebniffe legte er in einem Vortrag dar, den er vor furzem in dem Ministerium für Indien hielt. Bose erzählte, wie er vor mehr als 30 Jahren in Kalkutta seine Untersuchungen über das Leben der Pflanze begonnen habe und daß es ihm gelungen sei, einen Apparat herzustellen, mit dessen Hilfe durch 50millionenfache Bergrößerung das Wachstum der Pflanze und die Einwirkung von Reizen auf ihren Organismus registriert werden sönne. Er wurde dadurch in oen Stand gesetzt, die Folgen der Ermüdung bei Kristallen und Metallen nachzuweisen. Er habe in dem Berhalten der Metalle die Trägheit festgestellt, die von einer Ermüdung herfomme, und den Widerstand, der durch die Abwesenheit von Reizen erregt werde. Das Haupterperiment, das er mit feinem Apparat vorführte, war die genaue Meffung der Menge von Kohlensäure, die eine Wasserpflanze als Nahrung zu sich nimmt. Mit Hilfe dieses Wunderinstrumentes wurden die Sauerstoffblasen, die die Pflanze ausatmet, gemessen, indem die Zwischenräume zwischen den einzelnen Ausatmungen registriert und durch das Bauten einer Klingel angezeigt wurden. Wenn die Pflanze geftört oder in ihrer Entwicklung gehemmt war, fo wurden die Zwischenräume länger. In den frühen Morgen- und fpäten Abendstunden waren die Zwischenräume ebenfalls sehr lang, während fie um die Mittagszeit fehr furz waren. Daraus zeigte sich, daß die Pflanze wie der Mensch um Mittag den meisten Das Dramburger Zuchthausurteil. Die sozialdemokratische Frattion hat im Reichstag folgende Interpellation eingebracht: tag folgende Interpellation eingebracht: 1923 ein Zusammenstoß zwischen bewaffnetem Jungsturm In Dramburg( Pommern) hatte in der Nacht zum 24. Juni auf der einen, Arbeitern auf der anderen Seite stattgefunden. Gegen die durch das herausfordernde Auftreten des Jungsturm provozierten Arbeiter begann am 26. Januar b. I. die Hauptverhandlung vor der Straftommer in Stargard, die infolge der Verordnung vom 17. Dezember 1923 ftatt des Schwurgerichts tätig wurde, und endete mit einem Urteil, durch das wegen Landfriedensbruchs zwei Angeklagte zu Zuchthausstrafen von je zwei Jahren, zwei andere zu Gefäng nisstrafen von je eineinhalb Jahren, einer zu einjähriger Gefängnisstrafe, siebzehn weitere, darunter drei Frauen, zu Gefängnisstrafen von vier bis zu neun Monaten, die vier Erſige. nannten außerdem zu mehrjähriger Bolizeiaufsicht verurteilt wurden. Das Urteil ging zum Teil unter die Anträge der Staatsanwaltschaft noch hinaus. In der pommerschen Arbeiter. schaft hat die Härte dieses Urteils lebhaften Unwillen hervorgerufen. Der Vergleich mit der rechtsradikalen Kreisen gegenüber vielfach geübten Zurüdhaltung erscheint unabweislich. Rechts. mittel gegen das Urteil sind nach der Berordnung vom 17. Dezem ber 1923 nicht gegeben. Ist die Reichsregierung bereit darauf hinzuwirken, daß im Gnadenwege tie erkannten Etrafen mit der Billigkeit in Einklang gesetzt werden? Der Abbau Schwerbeschädigter. Der Sparausschuß des Reichstags beschäftigte sich am Mittwoch mit dem Abbau der Schwerbeschädigten. Bon verfchiedenen Seiten wurde Klage geführt, daß die Schwerbeschädig ten noch immer nicht die notwendige Rücksichtnahme bei den Behörden fänden. Die Sozialdemokratie stellte deshalb den Antrag, den Abbau der schwerbeschädigten Beamten, Angestellten und Arbeiter überhaupt einzustellen und Ausnahmen nur mit Ge nehmigung des Sparausschusses zuzulaffen. Auf Antrag der Re. gierung wurde die Beratung diefes Anfrages bis zur nächsten Sigung zurückgestelt. Die Regierung fündigte die Einrichtung fo genannter Liftenftellen bei den einzelnen Behörden an, tie bem Ausgleich abgebauter, besonders qualifizierter Beamter bei den ein zelnen Dienststellen dienen sollen. Der Sparausschuß beschloß, über die Entlassung von Kriegerwitmen mit verforgten Kindern im Bereich der Reichspostverwaltung eine Nachprüfung an Ort und Stelle vorzunehmen. Eine standinavische Konferenz tritt am 28. Februar zusammen zur Schaffung eines Schiedsvertrages. Auch Finnland wird vertreten sein. wiederhergestellt sind, die Nahrungsaufnahme der Pflanze be fonders lebhaft ist. Bose erklärte auch den Kreislauf der Flüssigkeit in einer Pflanze, wobei fich ein Bumpoorgang ergibt, der der Arbeit des menschlichen Herzens ähnlich ist. Auch die Reaktion der Pflanzen gegen Be. täubungsmittel und Gifte läßt sich durch seine Instrumente feststellen, sowie das plötzliche Erzittern und Schaudern der Pflanze in dem Augenblid, in dem sie stirbt. Die neue Nummer von Cachen links", die morgen erscheint, bringt zwei glänzende Karikaturen zu den Ausnahmezustands. Wahlen" pon Kart Holb, Zeichnungen von Heinrich Bille ( Rohlen ham ma teene- aber' t Rodeln jibt Hize!"). Abeling. Jacobus Belsen, M. Krain u. a., Gedichte von Josephus, Erich Weinert und mich v. Lindenheden. Unter den Brosabeiträgen findet sich folgende Fabel Einst stritten fich Ruh, Pferd und Esel, mem von ihnen das größte Verdienst am Kriege zufomme. Sprach die Kuh voll Eifer:" Ich gab alles hin zum Wohle des Baterlandes. Meine Milch nährte die Menschen vom Leutnant aufmärts, mein Fell diente für Tornister, Koppel und mein Fleisch war die Speise des Volkes." Entgegnete lächelnd das Pferd:" Deine Berdienste feien im geschmälert, aber gab nicht auch ich mein Fleisch und mein Fell auf dem Altar des Baterlandes? Ja, ich tat noch mehr als Du, ich zog die Geschüße in die Schlacht, brachte Munition, und manche Regimenter siegten nur, weil mein flinter Leib fie dem Feinde ent gegentrug. Habe ich nicht das größere Verdienst?" gegentrug. Habe ich nicht das größere Berdienst?" Erwiderte überlegen der Esel: Rinder, weshalb streitet Ihr Euch? Was wäret Ihr alle ohne mich? hätte ich nicht schon lange vor dem Kriege im Auswärtigen Amt gesessen, hätte es überhaupt je Krieg geben können?" ,, Lachen lints", das republikanische Bihblatt, ist durch alle Bostanstalten, Buchhandlungen und den Verlag 3 H. W. Dieß Nachf. zu einem Bierteljahrsabonnementspreis von 3,25 M. zu beziehen. Die einzelne Nummer fostet 25 Pf. Jafob Boßhardt, der bekannte fchweizerische Schriftsteller, if in Clavadel( Kanton Graubünden) im Alter von 62 Jahren gestorben. Das Schicksal der Zarenstandbilder. Bum 300 jährigen Jubiläum der Dynastie Romanow war feinerzeit die Aufstellung einer Reihe von Statuen der Baren dieses Hauses geplant. Nas dem Ausbruch des Weltfrieges wurde die Ausführung des Planes hinausgeschoben, bis der Sturz der Dynastie ihn endgültig zunichte machte. Jest ist, dem Oft- Expreß" zufolge, beschlossen worden, die Branze von zwet Statuen, die Alexander III. und Nikolai II. darstellen, zum Buß des Dentmals für Ple chan ow zu benutzen Amerikanische Unterstützung englischer Universitäten. Die Rode. feller.Stiftung in New Yort hat der Univerfitat Dgforb 75 000 Bfund zum Ausbau der Abteilung Biochemie überwiesen. Stürzlich Appetit hat und die größten Mengen Nahrung zu fich nimmt. Ausrichtung einer Schule für Pathologie und der Universität Edin. wurden der Universität Cambridge 100 000 Pfund zur Er den Registraturen ging auch hervor, daß die Lebenstätigkeit der burg 5 50.000 Bjund zur Erbauung eines neuen Observatoriums über. Bilanze durch einen Schod verlanglamt und daß nach einer solchen wiesen. Ebenso erhielt die britische Reichshygiene Squle in Erschütterung, wenn nach einiger Zeit die normalen Berhältnisse London 400 000 Bjund aus der gleichen Stiftung. Ein Anschlag gegen Alfred Kerr. Ein Gesellschaftsskandal mit politischem Hintergrund. Herr Alfred Kerr, der angesehene Schriftsteller und Theaterkritiker, übermittelt uns folgende Zuschrift: Der Gang in die Oeffentlichkeit. Nicht eine Flucht. Sondern ein Cang der mit etlichen Bersonen zu machen bleibt. Der Tatbestand ist nicht alltäglich. So unerhört er flingt: amtliche Bernehmungen erwiesen ihn. Ein gegen mich gerichteter Ueberfall im Grunewald, als ich nachts mit meiner Frau heimfam, ist vereitelt worden. Der eine der zwei bestellten Kerle befand sich unverrichteter Sache nach furzer Frist in den Händen der Polizei. Das Verhör ergab: der Ursprung des Anschlags liegt in der Umwelt einer, der geringeren Bühne nahestehenden Person weiblichen Geschlechts, über die vor zweieinhalb Monaten eine tritische ( sadliche) Bemerfung erfolgt war, und in der Umwelt ihres Beschüßers. Das Geständnis des Täters sagt: 1 Der Haupfinteressent ist ein hochgestellter, in Spielertreifen lebender Staatsbeamter. 2. Dieser will die Täter bestimmt deden; ihnen auch An stellung verschaffen. 3. Die Vorschrift bestand: der Ueberfall folle nicht in Ge genwart meiner Frau erfolgen.( Sie war an dem fritischen Abend einige Schritte vorausgegangen.) 4. Der Unter- Auftraggeber ist der Leiter eines Spiel lubs.( Dicfer hat bereits vor der Polizei bekannt, den Auftrag" zum Ueberfall erteilt zu haben.) 5. Seit zweieinhalb Monaten haben die Beauftragten mich im Theater beobachtet, eingestandenermaßen verfolgt und nach der Borstellung eine Gelegenheit zum Ueberfall gesucht.( Sie hatten die Weisung, mit Autodroschten in den Grunewald vorauszufahren.) 6. Auf das Gelingen des Ueberfalls waren Mark Fünfhundert ausgesetzt. Soweit das Geständnis. Einzelheiten ergibt die fernere Unter suchung- welche den ganzen Umfang eines Sumpfes zu belichten haben wird. Ich muß das alles hier feststellen. Das Maß dieser Ber tommenheit duldet kein Vertuschen mehr. Der Fall ist dem Staatsanwalt übergeben. Alfred Kerr. Die geheimnisvolle Angelegenheit hat ihren Ursprung offenbar nicht im Politischen, sondern im Menschlich- Allzumenschlichen, sie berührt aber das Gebiet der Politik insofern, als gegen einen hoch gestellten Staatsbeamten geradezu ungeheuerliche Beschuldigungen erhoben werden. Erweisen sich diese als auch nur zum Teil wahr, so ist es felbstverständlich, daß jener Mann seine Rolle ein für allemal ausgespielt hat. Den Rest wird man dann der gerichtlichen Untersuchung und Ahndung überlassen können. Die Tragödie der Staatsratsdiäten. Ein Volksbegehren? Im Landtag gab es gestern inmitten der ernsten Beratungen einen Moment ungetrübtefter Heiterkeit für diejenigen, die die auf den ersten Blick nicht ganz durchsichtige Situation übersahen. Und das kam so: Auf der Tagesordnung stand als vierter Bunft: Zweite und dritte Beratung des Gefehentwurfes zur Aenberung des Gesetzes betreffend die Reisekosten und Aufwandsentschädi gung für die Mitglieder und den Präsidenten des Staats. rates. Es handelte sich um einen Gefeßentwurf, für den der Staatsrat ganz besonders in der ihm ursprünglich zugedachten Eigenfchaft einer Finanzbremse" gegenüber dem allzu bewilligungsfreudigen Parlament" tätig gewesen war. Diese Bremse" bestand darin, daß er in seinem Gutachten über die Vorschläge der Staatsregierung hinaus die Aufwandsentschädigung für seinen Bräsidenten wesentlich erhöht und gleichzeitig die gute Gelegenheit benutzt hatte, für sich selbst die Erhöhung der Diäten zu beantragen, die die Friedensfäße der Diäten für die Mitglieder des Abgeordnetenhauses noch überſtieg, und das in einer Zeit, wo die Beamtengehälter auf nahezu die Hälfte ihres Friedenswertes zusammengeschrumpft sind, zu einer Zeit, wo der Finanz minister erst vor kurzem wieder im Plenum des Landtages erklärt hatte, es müffe jeder Pfennig, der irgendwie entbehrlich sei, gespart Im Landtagsausschuß hatten die Vertreter der Rechts. parteien sich zum Sprachrohr dieser Diätenwünsche des Staatsrates gemacht und hatten sich auch nicht dadurch stußig machen lassen, daß die Staatsregierung erklärte, den weitgehenden Bünschen des Staatsrates in der Diätenfrage nicht Rechnung tragen werden. zu können. Die gestrige Beratung im Plenum nahm jedoch einen recht unerwarteten Verlauf. Mit großer Mehrheit wurde sowohl die Erhöhung der Aufwandsentschädigung für den Präsidenten des Staatsrates als auch die Erhöhung der Diäten der Staatsratsmitglieder abgelehnt. Wie tam das? Es gibt böse Zungen, die behaupten, die Herren von der Rechten hätten, da es sich um den vierten Bunft der Tagesordnung handelte, ihr Erscheinen nicht für erforderlich gehalten. Wir glauben, daß man ihnen besonders unrecht tut. Es handelt sich vielmehr ganz offensichtlich um einen der allerdings sehr seltenen Fälle, in denen diesen Herren nachträglich doch Gewissensbisse über ihre Haltung im Ausschuß bekommen hätte. Auf die Dauer hatten sie sich der Erkenntnis nicht verschließen können, wie es gerade in dieser Zeit auf die abgebauten Beamten und in ihrem Gehalt aufs äußerste gekürzten Beamten wirken müsse, wenn man in so großzügiger Weise die ach so notwendige und an sich so kostspielige Institution des Staatsrates noch tostspieliger gestaltet. Da ihnen anscheinend der Mut fehlte, in öffentlicher Sigung diese bessere Erkenntnis von der Tribüne herab zu verfünden, hatten sie es vorgezogen, ihre Reue durch demonstratives Fern bleiben von der Abstimmung zu bekunden. Die Herren Deutsch nationalen und die ihnen Sinnesverwandten haben durch dieses Fernbleiben von der Abstimmung folgende Situation geschaffen: Durch die Ablehnung in der zweiten Beratung ist der ganze Gesezentwurf endgültig begraben. Eine Gesegesvor lage, die der Landtag abgelehnt hat, fann nun aber in dem gleichen Sigungsabschnitt nicht wieder vorgebracht werden, es sei denn, daß ein wirksames Boltsbegehren vorliegt. Also auf zum frischfröhlichen Boltsbegehren für die Erhöhung der Diäten der Staatsrats mitglieder! Das Resultat des bayerischen Boffs begehrens ist immer noch nicht festgestellt. Die bayerischen Städte haben insgesamt für die Auflösung des Landtags abgegeben 289 442 und für Aenderung der Verfassung 261 737 Stimmen. Das bisherige Gesamt ergebnis beläuft sich auf rund 702 000 bar. 655 000 Stimmen. Es feblen noch die Resultate aus 97 von 146 Amtsbezirken; beide Boltsbegehren werden ficher die notwendige Unterstügung finden. Kahrs Putfchrolle. Betrachtungen zum Ludendorff- Prozek. München, 20. Februar( Eigener Drahtbericht.) Während es bisher für die gesamte bürgerliche Presse Bayerns eine ausgemachte Sache war, im Zusammenhang mit dem Prozeß Herrn v. Kahr in feiner Weise mit einer Schuld des 8. November zu belasten, wagt am Mittwoch wenigstens nach dem Rücktritt Kahrs ein maßgebendes Blatt der Bayerischen Volkspartei, die Augsburger Bost3eitung", den fchüchternen Bersuch einer objettiven Betrachtung. indem sie schreibt, über der Vorgeschichte des Hitler- Butsches und dann über den Vorgängen im Bürgerbräufeller licge ein gewiffes Dunkel." Wir wissen aus den Erklärungen, welche die Herren Kahr, Lossom und Seißer öffentlich abgegeben haben, daß ver dem Putsch Verhandlungen mit hitler und Genossen gepflogen worden sind, über deren Gang von den beiderseitigen Barteien ganz verschiedene Darstellungen gegeben wurden. Das gilt noch mehr von den Vorgängen am 8 November, und zwar im Nebenzimmer. des Bürgerbräufellers, wo die historische Besprechung zwischen Hitler und den drei Herren stattgefunden hat. Was in allen diesen Besprechungen erörtert oder beschlossen wurde, das muß im Prozeß reftios aufgeflärt und es muß unumstößlich festgestellt wurden, wer an dem Putschunternehmen direkt oder indirekt die Schuld trägt. Das allein spricht schon dafür, daß die Herren v. Rahr und Lossow nicht in ihrer amtlichen Stellung als Zeugen bernommen werden. Nun kommt aber noch dazu, daß ein Teil der Angeklagten den Beweis erbringen will, daß die genannten Herren mit den hochperräterischen Aktionen selbst in enger Beziehung mindestens auf das schwerste zu fompromittieren. Aus diesem standen. Es wird also der Versuch gemacht, die Kronzeuren Birrwarr führt nun selbst in der Annahme, daß die erhobenen Begenannten Herren ohne Belastung mit ihrer amtlichen Würde als schuldigungen jeder Berechtigung entbehren, nur der Weg: daß die freie Männer den Gerichtssaal betreten, ihrer Zeurenpflicht ob liegen und sich der Konfrontation mit der angeklagten Partei unterstellen." Im übrigen flieht das Blatt die Haup schuld Kahrs an dem Butsch darin, daß er den Butsch vor dem 8. November überhaupt nicht verhütet hat. Diese Aufgabe hä'te ihm gelingen müssen, die er regen links anzuwenden verstanden hat, auch gegen rechts wenn er als Generalstaatskommissar mit derselben Entschiedenheit, aufgetreten wäre. Denn Herr v. Kahr hat schon lange gewußt, daß Hit'er und Konserten einen Butsch planten, und er hatte auch die ganze Größe dieser Gefahr erkannt. Poincaré auf dem Rückzuge. Unzufriedenheit der Scharfmacher. feft, daß Boincaré gegenwärtig im Begriffe sei, in der Ruhrfrage Paris, 20. Februar.( EP.) Das„ Echo National" Tardieus ftellt zu fapitulieren. Um das Ansehen zu wahren, würten die Sachverständigen vorschlagen, die französisch- belgische Militärkontrolle die Ruhrpolitit Boincarés falliert habe. Seifdem Macdonald an der Ruhr aufrechtzuerhalten. Das bedeute aber gleichwohl, daß englischer Premierminister geworden sei, fel Poincaré nicht mehr derselbe wie früher. Er sei jezt bereit, alle Pillen zu schlucken. Die Pfalzpille habe er bereits verbaut und andere würden folgen. Die Formet seiner Kirchhofsreden:„ Wir werden die Ruhe nur gegen Zahlungen räumen", sei bedeutend abgeändert worden. Jetzt sei Boincaré bereit, sich mit bloßen Zahlungsverpflichtungen zufrieden zu geben. Im„ Echo de Paris" stellt Bertinag fest, die Sachverständigen würden vorschlagen, die wirtschaftliche Besetzung der Ruhr, das Lizenzwesen, die rheinische Eisenbahnregie und die Verträge mit der Micum cufzugeben. Wenn Frankreich diese Vorschläge an nehme, so würde es die größte Unvorsichtigteit begehen. Man tönnte höchstens auf den Zollfordon verzichten. Dagegen würde eine rein militärische Besetzung ohne gleichzeitige wirtschaftliche Besehung ganz wirtungslos fein. Man fpreche von der Notwendigkeit einer internationalen Lösung, um den Frankenfurs zu retten. Frant. reich könnte aber den Franfenfurs selbst stabilisieren. Es genügte dazu, ein für allemal auf die Anleihepolitit zu verzichten. Die fo. genannte internationale Lösung würde die Berlegenheiten Frant. reichs nur noch vermehren. Tie Sorgen des Nationalen Blocks. Paris, 20. Februar.( EP.) Der Populaire" glaubt zu wiffen, daß Poincaré vor zehn Tagen eine Abordnung der Kammer mehrheit empfangen habe, die bei ihm Borstellungen wegen der 20proz. Steuererhöhung erhob, da dadurch der Nationale Block bei Poincaré habe die Delegation darauf ersucht, die Regierungsvorlage den Kammerwahlen der Gefahr einer Niederlage ausgefeht sei. anzunehmen, und gleichzeitig die 3 usicherung gegeben, daß sie erst nach den Wahlen die Unterschrift Millerands erhalten und im Journal Officiel" veröffentlicht werden würde, wodurch sie erst durchführbar wird. Der„ Populaire" protestiert gegen diese Zusicherung Poincarés, die beweise, daß Poincaré das Wohl feiner Rammermehrheit näherliege als die finanzielle Rettung Frankreichs. Der Frank unter Polizeischuh. gab heute die Produktenbörse, um jeden Zutritt und Ansammlungen Paris, 20. Februar.( Eca.) Ein starkes Polizeiaufgebot umvor der Börse zu verhindern. Einige Passanten, die nicht weitergehen wollten, wurden verhaftet. Außer in ben benad barten Cafés wurden feine Geschäfte abgeschlossen, zumal auch zahlreiche Landwirte und Händler aus der Provinz wegen der Schließung der Börse nicht eingetroffen waren. Wie der" Temps" meldet, wird die von dem Bolizeipräfeften verhängte Maßnahme nur Dor. übergehender Natur fein und und die Börse demnächst unter gewissen Bedingungen wieder geöffnet werden. Die Sachverständigenarbeit. Paris, 20. Februar.( TU.) Im Hotel Astoria hielten die Sach verständigen, der beiden Ausschüsse heute eine Reihe wichtiger Sigungen ab. Das Komitee Dawes hat zu den Schlußfolgerungen seines Unterausschusses betreffend die Frage des deutschen Bud. gets noch Stellung genommen. Der Ausschuß Mac Kenna hat sich in dreistündiger Sitzung von neuem mit der Frage der deutschen Auslandsguthaben befaßt. Der allgemeine Eindrud geht dahin, daß die Sachverständigen, zumal auf französisches Drängen, eines amerikanischen Blattes, wonach der Schlußbericht des Komitees ihre Arbeit zu einem raschen Ergebnis bringen wollen. Die Angabe Dawes noch vor dem 5. März der Reparationstommiffion unterbreitet werden könne, dürfte zutreffen. glaubt unter Berufung auf die franzöfifchen Sachverständigen entParis, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der„ Temps" gegen dem größten Teil der Bariser Morgenpreffe feststellen zu tönnen, daß von der unmittelbar bevorstehenden Errichtung des vorläufigen deutschen Kreditinstitutes durch Reichsbankpräsident Schacht feine Rede sein fönne. Die Nachricht ist unseres Wissens völlig unzutreffend. Es sei denn, daß Poincaré eine neue Schwen lung beabsichtigt und nachträglich Einwendungen erhebt. Dies wäre aussichtslos, weil die Errichtung des vorläufigen Kredit instituts nicht die geringste Handhabe bietet, die Generalhypothet aus dem Versailler Artifel 248 geltend zu machen, wie das in der. artigen Fällen von Paris aus üblich ist. In Brüssel liegen nach dem Berichterstatter des Temps, abgesehen von den bereits bekannten Mitteilungen über die künftige deutsche Notenbank folgende Einzelheiten über die bisherigen Feststellungen der Romitees vor: Die Sachverständigen hielten den Ausgleich des deutschen Budgets für leicht durchführbar und find. was die Voraussetzung der Sanierung anlangt, cing. Die gleiche Einigkeit bestehe hinsichtlich der Aufstellung eines besonderen bigen Einnahmequellen gespeist werden solle. Jedoch soll deutschen Reparationsbudgets, das aus ganz bestimmten stän deren Ertrag für den Anfang Deutschland nicht ganz vorenthalten werden, um den Ausgleich des ordentlichen Budgets zu ermöglichen. Während des Moratoriums sollen die Sach lieferungen nicht eingestellt werden. Der Berichterstatter glaubt an eine internationale Anleihe in Höhe von etwa 10 Millionen Goldmark auf Grund der Berpfändung der deutschen Eisenbahnen. Jedoch steht dies in Wider spruch zu den in Paris vorliegenden Nachrichten.. Was die Ruhrbefeßung anlangt, werden die Sachverständigen sich darauf beschränken, einen Abbau der wirtschaftlichen Maßnahmen vor. zuschlagen. Arbeiterpartei und Regierung. deffen Aufgabe die Fühlung zwischen Regierung und Bartei ist, Condon, 20. Februar.( Eca.) Das Komitee der Arbeiterpartei, hat Robert Smillie( Berzarbeiter) zum Borsigenden und Georg ansbury( früher herausgeber des„ Daily Herald") zum Stell vertreter gewählt. Von der Regierung sind in das Komitee die Minister Artur Henderson, Clynes und Ben Spoor delegiert worden. interna.ionale. Im Unterhaus fragten mehrere Konservative nach dem Verhältnis der Regierungsmitglieder zur Sozialistischen ArbeiterMinisterpräsident Macdonald bedauerte in seiner Antwort, daß diese Fragen, die schon so oft hinreichend beantwortet worden feien, wieder einmal das Unterhaus beschäftigen müßten. Er erflärte, daß die Behauptungen, die englische Regierung unterbreite der Internationale unmi telbar oder mittelbar Vorschläge, nicht den Tatsachen entspreche. Auch sei es unwahr, daß die Autonomie der englischen Arbeiterpartei durch die Zentralinianz der Inter nationale beeinträchtigt werde. Die englische Arbeiterpartei ber Partei in Biderspruch stünden. auführen, wie diese nicht mit den eigenen Auffassungen habe die Beschlüsse Der Internationale nur soweit aus. cintreten, wo die Arbeiterpartei die Beschlüsse der Internatio Sollte aber ein Fall nale nicht verantworten fönne, so stehe ihr ja frei, aus der Internationale auszutreten, genau fo, wie es England frei ftehe, in entsprechender Lage aus dem Völkerbund auszutreten. Die Anerkennung der Sowjetunion. London, 20. Februar.( Eca.) Auf eine Anfrage des liberalen in diese Aneriennung Beorgien, Aserbaidschan und Armenien die Regierung habe den Bund der Sowjetrepubliken anerkannt und Abg. Archibald Sinclair erklärte Ministerpräsident Macdonald, einbegriffen, insoweit die erwähnten Gebiete die Autorität der Bundesregierung anerkennen. Es sei felbstverständlich, daß existieren, aufhört, irgendwelche Bedeutung zu haben. die Anerkennung von Regierungen, welche de facto nicht mehr Die Luxemburger Konferenz. Vanderveldes Hoffnungen. Bon der Luxemburger Konferenz der Erefutive der Sozialisti schen Arbeiter- Internationale, über deren Beriauf wir berci's tele schienen, dem wir folgendes entnehmen: graphisch berichteten, ist soeben ein offizielles Sigungsprotokoll er. eingeleiteten Debatte beschäftigte sich die Erekutive mit der euroIn einer langen sehr lebhaften von Bandervelde( Belgien) päischen Sage. Sett der Beendigung des Arleges, durch alle Bhafen der bald fünfjährigen Reparationskrise hindurch, hat die Internationale immer wieder erklärt, daß das Reparationsproblem nicht durch Gewalt, sondern nur durch Verständigung gelöst werden kann. Nunmehr konnten die französischen und die belgischen Dele gierten berichten, daß sich jetzt endlich auch in der französischen und und in der belgischen Bourgeoisie, die ihre Hoffnung bisher auf die Methode der Gewalt, auf die Ultimaten und auf die Drohungen, schließlich auf die Besetzung der Ruhr gesetzt hatten, die Ueber. zeugung durchringt, daß es mit der Gewalt nicht mehr geht, daß nur friedliche Verständigung zur Lösung der Reparationsfrage führen fann. dem tiefen Sturz des franzöfifchen Frant und feit dem Am'santritt der britischen Arbeiterregierung ist auch in Frankreich die allgemeine Simmung gründlich anders gewor den. Aber so erfreulich das auch ist, so mahnt doch alles. was Berlin, die die Berständigung zwischen den Mächten vorbereiten bisher über die Ergebnisse der Sachverständigenberatungen in sollen, befann geworden ist, zu höchster Vorsicht. Es besteht die ernste Gefahr, daß die kapitalistischen Regierungen, wenn sie sich über die Lösung des Reparationsproblems einigen, diese Einigung auf Kosten der Arbeiterklasse suchen. Dieser neuen Gefahr gegenüber hat die Erefutive die Richtlinien ihrer Politit in einer Resolution zusammengefaßt( deren Wortlaut hier schon mitgeteilt wurde. Red. d. B."). Die Erefutive beschäftigte sich auch mit den Beziehungen der SAI. zum Internationalen Gewersschaftsbund und regung des JGB. zu, die engere Fühlung zwischen den drei Interzu der Internationale der Genossenschaften. Sie stimmt der An glieder vertreten sein soll, herzustellen. Die Erefutive beauftragte nationalen durch ein Komitee, indem jede derselben durch zwei Mit. die Genoffen Friedrich Adler und Cramp- England mit den Berverhandlungen und bestimmte sie als ihre Vertreter, wenn ein gemein. fames Romitee zustandekommen wird. Der JGB hat MertensBelgien und Dudegecst- Holland, die Genossenschaftsinternationale Boiffon- Frankreich und May- England nominiert. Die internationale sozialistische Frauentonferenz in Hamburg hatte den Wunsch ausgesprochen, daß eine Bertretung ihres damit die befonderen Aufgaben der internationalen Frauenbewe Bureaus zu den Sizungen der Erefutive der SAJ. zugezogen werde, gung im Einvernehmen mit der Erefutive erledigt werden können. Die Erefutive beschloß, diesem Wunsche Rechnung zu tragen, so daß zu fünftigen Sitzungen der Erekutive eine Vertreterin dieses Komitees eingeladen wird. Aus dem Bericht über die organisatorische Lage der Internatio. nale, ben der Gekretär Adler erstattebe, ocht hervor, daß gegenwär'ig hatten sich dret Parteien, darunter die sozialistische Partei Argender Internationale 46 Parteien angeschlossen find( neuangemeldet tiniens), die eine Gesamtmitgliederzahl von mehr als 7 Millionen befizen. Letzte Nachrichten. Großfener. gebäude der bekannten Parfümeriefabrik von Kopp u Joseph. Gestern abend in der zehnten Stunde brach in dem Fabrit. üow ftr. 107, Großfeuer aus. Die Feuerwehr entfandte eine Anzahl Löschzuge, doch ist es außerordentlich schwer für die Sappeure, an den Brandherd zu gelangen, da dauernd Explosionen Don Chemitalien erfolgen. Gewerkschaftsbewegung Abbau der Sozialversicherung. über unsere nächsten Aufgaben in den Betrieben. Den Bericht über die Kassenverhältniffe erstattete Brinzfe. Nach einigen fritischen Ausführungen beantragte er Entlastung für den Kaffierer. Karl Schulz gab den Bericht des Gewerkschaftsrats. In der Diskussion sprach als erster Redner Michalet als Bertreter der Opposition". Er sprach sehr wenig zum GeschäftsVor dem Kriege galt die deutsche Sozialversicherung als muster- bericht, um so mehr über Ermächtigungsgefeß, Verrat, Revolution gültig. Die deutsche Regierung war stolz auf die Leistungen der usw. Zum Schluß verlas er die übliche lange Resolution. Ihm traten unter dem Beifall der Versammlung die Kollegen Se wetow gesetzlichen Zwangsversicherung und verfäumte nicht, auf internatio- und Treptow wirksam entgegen. Es sprachen noch in sehr fachnalen Ausstellungen den Eegen dieser Einrichtungen in graphischenlicher Weise Eberhardt zur Erwerbslosenfrage sowie Th. Balfe und bildlichen Darstellungen zur Schau zu stellen. In an deren Ländern diente die deutsche Gesetzgebung vielfach als Grundlage. Die Sozialversicherung erschien fo fest fundiert, daß an ihren Ausbau gedacht werden konnte. Durch die Inflationsperiode nach dem Kriege schmolz das Bermögen der Verficherungsträger dahin und brachte diese an den Rand des Ruins. Das Prinzip, die Leistungen aus dem angesammelten Vermögen zu decken, mußte verlassen werden, um nur die schlimmste Notlage der Rentenbezieher au mildern. Deren Bezüge mußten aus den einkommenden erhöhten Beiträgen gebedt werden. An Rücklagen war nicht zu denken. Die niedrigen Renten wurden nur langsam und meistens verspätet erhöht. Sie reichten bei weit m nicht aus, machten weitere Hilfe notwendig, weshalb u. a. durch Verordnungen und Gefeße über Notstandsmaßnahmen in der Invalidenversicherung Zuschüsse aus Gemeinde- und staatlichen Mitteln festgesetzt wurden. In der Un= fallversicherung fanten die Renten teilweise zur Bedeutungslosigkeit herab. Auch die Leistungen der Krantenfaffen waren zeitweilig so gering, daß fie in feinem entsprechenden Verhältnis zu den erhöhten Beiträgen standen. Durch die Stabilisierung unserer Währung ist ein Um= fchwung eingetreten und die Möglichkeit des allmählichen Wiederaufbaus geschaffen worden. Mit der Anpassung der Renten an die ständigeren Berhältniffe geht einher der Abs bau des erwähnten Gesezes über Notstandsmaßnahmen. Dabei sind die Renten in ber Invalidenversicherung fo niedrig festgesezt( Invalidenrente 13 M., Witwen- und Waisenrente 7 M. im Monat, dancben für Kinder unter 18 Jahren je 3 m. im Monat), daß sie den allerbescheidensten Anprüchen nicht genügen fönnen. Die Krankenkassen haben ihre Leistungen besser den Lebensverhältnisse wieder anpassen fönnen. Dagegen sollen in der Unfallversicherung die niedrigen Renten abgebaut werden. Kaum sind bescheidene Ansätze zur Besserung in der Sozialversicherung vorhanden, da rühren sich auch schon die Unternehmer, um sich von den Lasten der Versicherung zu drücken. Ueber einige trpische Beispiele dieser Art wird in Nr. 7 der„ GewerkschaftsZeitung" unter der Ueberschrift Sturm auf die Arbeiter bersicherung" berichtet. Es wird dort hingewiesen auf die Entlohnungsweise in der Landwirtschaft, wo neben dem Deputat Barlöhne bis herab zu einem Pfennig für die Stunde gezahlt werden, und da die Versicherungsbeiträge in bar zu leisten find, machen sie den wesentlichsten Teil des Barlohnes aus. Die Landbünde glauben nun, die Arbeiter auf ihrer Seite zu haben, wenn sie sich weigern, Beiträge für die Krankenversicherung zu leisten. Hingewiesen wird dabei auf das Charakteristikum, daß die Reichsregierung nicht die Kraft aufbringt, den Landbündlern entgegenzutreten. In einem der Redaktion der Gewerkschafts- Zeitung" vorliegenden Rundschreiben vom 30. Dezember des Landbundes für die Hanfastädte und des Landwirtschaftlichen Vereins der Marschen wird cffen ausgesprochen:„ Es muß erwartet werden, daß diese überholte unsoziale Einrichtung der Krantenfassen abge schafft wird." Diefem wenigstens ehrlichen Bestreben der landwirtschaftlichen Arbeitgeber stellt die Redaktion der„ Gew.- 3'g." das weniger ehrliche Vorgehen der Industriellen gegenüber. So teilt der Arbeitgeberverband der Eisen- und Metallindustrie von Remscheid und Umgegend in einem Rundschreiben vom 28. Dezember mit, daß der Sozialpolitische Ausschuß der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände in Berlin sich mit der Arbeitervers sicherung beschäftigt habe und berichtete darüber: Es wurde eine Resolution vorgeschlagen, die mit der Maßgabe angenommen wurde, daß vor allem betont werden müsse, daß die Hemmnisse für die Bildung v von Betriebstrantentassen besei igt werden müsten und daß im Gegenteil eine gesetzliche Verpflichtung gefchaffen werden müsse, für mittlere und größere Betriebe unter Umständen Betriebskrankenkassen einzuführen." Auch mit der Angestellten und der Invalidenversicherung soll sich der erwähnte Ausschuß beschäftigt haben, worüber das Remscheider Rundschreiben folgendes berichtet: In der Aussprache über diefen Bericht wurde vor allen Dingen über die Daseinsbereti gung diefer Berficherung gefprochen, die von der über wiegenden Mehrzahl der Redner verneint wurde." Aus dem vorstehenden Ueberblick geht zur Genüge hervor, daß Sie unternehmer die Sozialversicherung am lieb ten befeitigen möcht n Da das den Industriellen noch nicht möglich erscheint, möchten sie wenigstens die Lasten der Kranfenversicherung verringern. Man iſt ja wieder in der glückfichen Lage, möglichst nur gefunde und fräftige Arbeiter einstellen zu können. Die schwachen und franken Arbeiter können den Orts. frantenfassen verbleiben, wenn es ihnen qelinat, noch irgend mo Arbeit zu finden. Der Kritif der Gew.- 3tg." fönnen wir uns pollinhaltlich anschließen: Nicht Abbau, sondern Aufbau der Sozialversicherung! hb. " Jahresgeneralversammlung der Fabrikarbeiter. Am Sonntag nahmen die Berliner Fabritarbeiter Stellung zum Rechenschaftsbericht der Ortsverwaltung, den der 1. Bevollmächtigte, W. Reimann, erstattete. Dem ausführlichen Bericht ist zu entnehmen, daß zwar die letzte Inflationsfrife mit ihren Folgen die Zahlstelle start erschütterte, jedoch nicht zerrüttete. Der Tiefstand ist überwunden, die Reihen schließen sich, es geht wieder vorwärts. Im letzten Jahre konnte infolge der häufigen Lohnbewegungen den anderen Aufgaben der Organisation nicht die notwendige Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet werden. Den Bestrebungen der Unter nehmer, namentlich der chemischen Industrie, auf Verlängerung der Arbeitszeit und Kürzung der unzureichenden Löhne muß und wird entschiedener Widerstand entgegengesett werden. Jetzt wird sich auch zeigen, was hinter dem Geschrei derer ist, denen der Verband nie genug tat. Die Unternehmer der chemischen Industrie verlangen Berlängerung der Arbeitszeit, dabei nehmen die Krankheitsfälle in erschreckender Weise zu. In den einzelnen Betrieben ist die Ziffer der Erfranfungen auf über 5 Proz. der Beschäftigten überhaupt gestiegen. In einem Betriebe tamen an einem Tage 25 afute Er frankungen vor, daron 4 Irrfinnsanfälle. Das Ziel der Unternehmer ist: Zehnstundentag bei Löhnen, wie sie heute in acht Stunden erzielt werden. Der Erfolg der Abmehr ist abhängig vom Organisationsverhältnis. Reimann berichtete sodann über die letzte Beiratssigung des Verbandes. NEUE A BC Im Schlußwort empfahl Reimann die Annahme des ersten Teils der Resolution Michalet, der sich für Erhaltung des Achtstundentages ausspricht und jedes betriebliche Vorgehen verwirft. Klar brachte er zum Ausdruck, daß die vorgetragenen Ansichten der Opposition bei ihrer Durchführung eine Schwächung der Kampfkraft der Arbeiterfchaft bedeuten. Im Fabritarbeiterverband ist nach wie vor für jeden Arbeiter Play, mag er politisch stehen, wie er will, wenn er Berbandsdisziplin übt. In den Versammlungen des Fabritarbeiter Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für März noch nicht vorgenommen haben, müssen noch heute das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. verbandes dürfen auch in Zukunft politische Differenzen nicht ausgetragen werden. Gegen wenige Stimmen wurden sodann die Beiratsbeschlüsse gebilligt und der Ortsverwaltung das Vertrauen ausgesprochen. Einstimmige Annahme fand eine Resolution Eber hardt, die sich gegen die Pflicht und 3wangsarbeit der Erwerbslosen bei untertariflicher Bezahlung ausspricht. Von den Funktionären verlangt fie, auf Aufhebung der betreffenden Verordnungen hinzuwirken. Gegen wenige Stimmen der Opposition wurde die Resolution zum Kampf für die Erhaltung des Achtstundentages angenommen. In die interne Verwaltung wurden gewählt: Fr. Prinzfe, R. Reimann, W. Pasewert als Revisoren, als Beisiger W. Thoms, Fr. Viererbe, Frl. Neumann, M. Dänzger, W. Pahl, D. Dönitz, Aug. Pohl, Frl. Röder, R. Wächter und Paul Richter. Zustimmung fanden die Anträge der Ortsverwaltung zur Beitragsfrage, sowie ihre Haltung zur Arbeitszeitfrage. Wegen Streifbruch wurde das ehemalige Mitglied Michael Radajczak ausgefchloffen. Der Verlauf der Versammlung hat gezeigt, daß die Fabrikarbeiter Berlins es ablehnen, ihre Organisation in den Dienst kommunistischer Parteiarbeit zu stellen. Tarifverhandlungen in der Holzindustrie. Bei den Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Reichsmanteltarifs für die Helzindustrie fonnten die Vertreter der Arbeitgeber feine Garantie für die Durchführung und Einhaltung eines neuen Taifs übernehmen. Der aggressive Standpunkt, der in der Frage der Arbeitszeitverlängerung von den verschiedenen Berliner Unternehmerorganisationen eingenommen wird, scheint von den Organisationen im Reiche nicht anerkannt zu werden. Weil keine Einigung zu erzielen war, haben die Arbeitgeber das Reichsarbeitsministerium angerufen. Da inzwischen der Reichstarif abge laufen ist, versuchte die Berliner Ortsverwaltung zu einer vor. läufigen Neuregelung des Arbeitsverhältnisses zu kommen. Dabei stellte sich heraus, daß die beiden Berliner Arbeitgeberver bände unter sich durchaus uneinig sind. Sie erließen trotzdem aber, wohl zu ihrer Rückendeckung, am 15. Februar Anschläge in den Betrieben nach denen das Arbeitsverhältnis jederzeit fündbar ist und in bezug auf die Arbeitszeit die Arbeitszeitverordnung Geltung haben sollte. Die Rechtslage ist nach Auffassung des Holzarbeiterverbandes für die Arbeiter die, daß die Bestim. mungen des alten Tarifs bis zum Abschluß eines neuen in Kraft bleiben, da eine offizielle Kündigung nicht erfolgte und außerdem die Allgemeinverbindlichkeit besteht. Neuerdings wieder aufgenommene Verhandlungen brachten das Ergebnis, daß die Industriellen eine betriebsweise vorzunehmende Regelung der Arbeitszeit vorschlugen, wozu der Holzarbeiterverband fich feine Stellungnahme vorbehielt Den gemeinsamen Abschluß der Lohnabkommen jagten die Arbeitgeber zu. Wie es scheint, nehmen die Unternehmer den Ablauf des Reichsmanteltarifs zum Anlaß, die Situation für sich auszunuzen, um einen Kampf zu provozieren. Eine Funktionärversammlung nahm zu der Sachlage Stellung und faßte den einstimmigen Beschluß, unter feinen Umständen in Berlin in eine Verlängerung der Arbeitszeit einzuwilligen, bevor diese Frage nicht im Reichstarif für alle Berufsangehörigen entschieden ist. Die Arbeitsbedingungen des technischen Bühnenpersonals Der Verband der Berliner Bühnenleiter hatte der Branchen vertretung des technischen Bühnenper onals, tem Deutschen Verkehrsbund, vorgeschlagen, für den Monat Januar 1924 einen Gehaltsat bau und eine Neuregelung der Arbeitszeit vorzunehmen, da die Theaterunternehmungen die hohen Gehälter" der Arbeiter nicht tragen könnten. Dieses Angebot wurde abgelehnt. Die Herren Direktoren unterbreiteten ihre Forderung von 25 Broz. Gehaltsabbau dem Schlichtungsausschuß, welcher am 31. Januar folgenden Echiedsspruch fällte: 1. Hinsichtlich der tariflichen Entlohnung der Arbeitnehmer bleibt es im Monat Januar bei der für den Monat Dezember 1923 getroffenen Vereinbarung. Bom 1. Februar ab sind die Gehaltssätze um 10 Pro3. zu ermäßigen. 2. Hinsichtlich des Manteltarifvertrags wird den Parteien aufgegeben, nochmals zu verhandeln. Kommt bis zum Sonnabend, den 9. Fe bruar, eine Berständigung nicht zustande, so wird am Montag, den 11., eine Entscheidung des Schlichtungsausschusses über die ftrittigen Bunfte herbeigeführt werden. Der 10prozentige Gehaltsabbau für den Monat Februar wurde von der Verhandlungskommiffion abgelehnt. Die Arbeitgeber beantragten fofort die Verbindlichkeit des Schiedsspruchs beim Oberschlichter. Die Verhandlungen beim Oberschlichter betreffs des Manteltarifs und Gehaltsabbau führten zu folgendem Bergleich: Es erfolgt ab 1. Februar 1924 ein 5prozentiger Gehaltsabbau für die Gruppen a bis g; für die Gruppen h bis m erfolgt tein Abbau. Der Spigentchn beträgt in Gruppe a 133 M., in Gruppe b 123,50 m. in Gold pro Monat. Die Gehaltsvereinbarung soll bis zum 31 März 1924 und stillschweigend je einen Monat weiter gelten, sofern sie nicht von einer der Parteien acht Tage vor Monatsschluß gekündigt wird. Nach einigen Abänderungen betreffend die Arbeitszeit im neuen Manteltarif wurde dieser in der am Sonnabend stattgehatten Branchenversammlung einstimmig ange nommen. Die Dauer des Tarifvertrags gilt bis einschließlich 30. September 1924. Der Kampf der Gastwirtsgehilfen in der Stern- A- G. Bom Zentralverband der Hotel, Restaurant und Café- Angestellten wird uns geschrieben: Die Betriebe Café Stern, Oranienburger Tor, Ede Friedrichstraße, Café Tivoli, Chausseestraße 25, Wiener Café, Potsdamer Straße 57, und Café Sorrent, Hochbahnhof Schlesisches Tor, sind gesperrt. = Auf Grund der am gestrigen Tage von uns verteilten Flugblätter hat die Firma in ihren Schaufenstern ein Platat ausgehängt, in dem sie behauptet, daß die in ihren Betrieben beschäftigten Arbeit nehmer acht Stunden pro Tog arbeiten. Die 170 beschäftigten Arbeitnehmer arbeiten tatsächlich 57 bis 65 Stunden pro Woche und bekommen 48 Stunden bezahlt. Das beweisen die Lohnlisten der Stern- A.- G. Wir fordern die Interessenten auf, entsprechend dem Plakat der Firma sich diese Lohnsten zeigen zu lassen. Die noble Firma spekuliert auf die Leichtgläubigkeit der Berliner Bevölkerung, wenn sie behauptet, sie führe einen nach den gesetzlichen Bestim mungen geregelten Betrieb, wenn sie weiter die lächerliche Behaup= tung aufstellt, sie überlasse die Regelung des Betriebes ihren Ungestellten. Gerade die letzte Behauptung. mit der sie Dumme fangen will, setzt die Firma in das rechte Licht. Jedenfalls hat unser erster Hieb gesessen, sonst würde man das Platat nicht für notwendig gehalten haben und nicht dem Verband den Personal buchhalter schicken, der die Sache ins reine bringen soll. Was es in Wirklichkeit mit den Bedingungen der Firma cuf sich hat. be vist die Tatsache, daß sie die Angestellten warnt, in die gewerbschaftliche. Bersammlung zu gehen und mit der events Entlassung droht. Es bleibt dabei: Die Stern- 2.- G vrellt die Angestellten um den verdienten Lohn, ein Betriebsrat wird nihi geduldet, die Bertreter der Gewerkschaft werden hinausgeworfen. Arbeiter, Angestellte und Beamte, übt Solidarität! Der englische Dockarbeiterstreik. London, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch hat sich im Dockorbeiterstreif eine günstige Entwicklung angebahnt. Im Laufe der Schiedsgerichtsverhandlungen erklärten die UnterAuf Grund nehmer, ihre Haltung erneut überprüfen zu wollen. deffen vertagte sich das Schiedsgericht auf Donnerstag. Es bestehen günstige Aussichten auf direkte Unterhandlungen zwischen Arbeitern und Un'ernehmern. Der Regierung ist mitgeteilt worden, deß noch am Mittwochabend ein neues Angebot der Unternehmer an die Arbeiter erfolnen foll. Trotzdem hat das Kabinett alle Maßnahmen für die Fortführung der Lebensmittelversorgung getroffen und erhebliche Berschärfungen gegen die Bewucherung der Bevölke rung durch Wucherverordnungen angeordne Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung in England. Das Unterhaus hat in zweiter Lefung eine Borlage angenom men, wodurch die bestehenden Gesetze über die Arbeitslosen inters ftügung abgeändert werden. Dem Staate wird daraus eine Mehrausgabe von einer halben Million Pfund Sterling erwachsen. Die Lohnbewegung im Eisen- und Stahlgroßhandel ist be endet. Radi langen Verhandlungen haben die Arbeitgeber den am 30. Januar gefällten Schiedsipruch angenommen. Ebenfalls wurde in der Frage der Arbeitszeit eine er einbarung getroffen. Abzüge im Bureau, Engelufer 24 25, Bimmer 26, gegen Mitgliedsausweis. Deuticher Verkehrsbund. Achtung, Tabafarbeiter! Die Zigarettenfabrik Mafiary, Berlin, Ritterstr. 9/10, ist wegen Streit für sämtliche Arbeitnehmer geiperrt. Deuticher Tabalarbeiterverband. In Paris find die Arbeiter von 70 Schuhfabriken wegen Lohndifferenzen in den Ausstand retreten. Die Automobilfabrik Citroen, die etwa 20 000 Arbeiter beschäftigt, hat ihre gefamte Belegschaft ausgesperrt. Deutscher Helza b iterverband. Gigung der erweiterten Ortsverwaltung Freitag abend 7 Uhr im Verbandshause. Bergolber und Rahmenmacher. Bertrauensmännerversammlung Freitag nachmittag 5 Uhr bei Kraay, Adalbert. ftraße 21. Bericht von den Berhandlungen, Verantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: J. B.: Ernst Reuter; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher: Lokales. und Sonstiges: Kris Katfladt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckeret Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68.. Lindenstraße 3. Hierzu zwei Beilagen und Frauenwelt". Nährflocks- Suppe ( Rezept Nr. 10) Die wichtigste Vorschrift hierbei ist die, daß man die Nährflocks niemals mit der Suppe kochen und überhaupt nie mit einer Flüffigteit vermengen darf. Man muß die löftlichen Nährflocks nur in möglichster Gleichmäßigkeit auf die fertige Suppe streuen, so daß fie ihre wundervolle törperbafte Knusprigkeit behalten und als einladende goldbraune Schicht trocken auf der Suppe selbst schwimmen, mit der sie sich beim Essen zu einem harmonischen Geschmacksganzen vereinen. Die Nährslocks erhöhen durch ihren Nährgehalt, ihre Leichtverdaulichkeit und ihren stets gleichen Wohl geschmack den Genußwert jeder Euppe um ein beträchtliches. Die Hausfrau lernt den großen Wert der Nät rflocks für die Küche und die Er nährung der Familie mit jedem Tage mehr schägen Wer einmal einen Verfuch mit Nährflods gemacht hat. der will fich n'e mehr von dieser neuen Nahrung" trennen, die an Nährkraft, Bekömmlichfeif, Bequemlichkeit und Billigkeit einfach unvergleichlich dasteht. WELTBEKANNTE BATSCHARI QUALITÄTSMARKEN Ju haben in allen einschlägigen Geschä ten. Nährflods- Rezeptbuch gratis verlangen. Fiat White Star PUHONNY Eden Nr. 87 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Okkultismus und Hellseherei. Die Welt ist dumm, die Welt ist blind, wird täglich abgeschmacter. ( Seine.) Wir leben bekanntlich im aufgeflärten Zeitalter des Radio, der Relativitätstheorie und der Verjüngungsmethoden von Steinach. Die Welt ist entgöttert, es gibt keine Geheimnisse und Wunder mehr den Ausnahmezustand ausgenommen und der aufgePlärte Zeitgenosse wird demnächst eine Reise nach dem Mars zum Shimmyturnier genau so selbstverständlich antreten wie heute nach Halensee. Aber gleichzeitig blüht das Geschäft all der vielen, die sich auf die Geheimnisse des Daseins, wie Wahrsagen, Hellsehen, Offul'ismus primitive Leute sagen Zauberei usw. verstehen Und die Zahl ihrer Anhänger ist Legion. Da gibt es die be rü'mten weisen Frauen die neben anderen nüglichen Künsten aus dem Koffe: faz und Karten weissogen. Und es ist nicht etwa nur das dumme Bolt, das ihnen zuläuft, sondern, Tamen der soge. narrten besien Kreise gehören häufig zu ihren besten Kunden. Daß das Geschäft sich lohnen muß, beweist die Häufigkeit derer, die es betreiben. In einer Gerichtsverhandlung famen neulich die Einnahmen zur Sprache die eine Frau Kupfer, bekannt aus riesigen Schieberprozessen, mit Wahrsagen„ verdient" hatte. Es waren Summen, die einen Ministerpräsidenten daneben als Bettelknaben erscheinen lassen. Spiritismus und Telepathie. Einen besonderen Raum nehmen der Spiritismus und die Telepathie ein. Diefer in Amerika zur Volksfitte gewo dene Sport der Geisterbeschwörung hat sich in Deutschland noch nicht in so weit: n Boltskreisen einrebürgert. Da außerdem diese Berenita'tungen meistens in geschlossenen Zirkeln und ohne Entgelt veranstaltet werden, ist hier die Gefahr einer allgemeinen, unheilvollen Verwirrung und Ausbeutung ven Vertrauensseli feit und Dummheit nicht so groß. Immerhin haben auch diese Dinge, be fonders in Verbindung mit hypnotischen Experimenten Unberufener, ihre große Gefahr. Der fürzlich in Potsdam festgestellte Fall eines Verbrechens durch Hnpnose hat die allgemeine Aufmerksamkeit auf Diese dunkle und gefährliche" Wissenschaft gelenkt. Aber während es sich doch bei diesen Sachen mehr um Einzelfälle handelt, ändert sich das, wo unter dem Dedmantel wissenschaftlicher Beransta'tumgen" voltsgefährlicher Unfug getrieben wird, der bei Tausenden Unheil und Verwirrung anstiftet. Der Fall Reese. Einen besonders typischen Fall für diese Art bietet das Beispiel des Herrn Professors und Hellsehers Reese", über den die Tekte Sigung der Psychologischen Gesellschaft interessante Ents hüllungen brachte. Dieser Herr. ein würdiger Greis von 82 Jahren und von sehr distinguiertem Aussehen, gab jahrzehntelang seine Bor ftellungen vor einem illustren Publikum von ganz Europa und Amerita. Er reiste auf einen amerikanischen Diplomatenpaß, besaß Empfehlungsschreiben und wertvolle Geschenfe von gefrönten Häuptern und Dollar- Mill'arbären. Seine hellseherischen Fähig feiten grenzten scheinbar ans direkt Unheimliche. Er erriet alle Gedanken, entdedie schwierige Fälle bei Diebstählen, enträtselte die Geheimnisse der hohen Politit und war ständiger Ratgeber bei allen Großen der Welt. So empfingen ihn u. a. Mussolini, Edison, Der König von Italien und Felix Holländer, der ihn in Riffingen fennenlernte und in einem aufsehenerregenden Artikel feire bellseherischen Wunder der Mitwelt verfündete. Selbst die Fachwissenschaft assistierte Herrn Reese, vor allem auch Herr Profeſſor Echrend- Noking, während ein anderer Teil, dem allerdings Herr Reese immer vorsichtig aus dem Wege ring, ihm mit Mißtrauen und Ablehnung gegenüberstand. Worin bestand nun das Wunder? Herr Reefe fonnte den Inhalt von geschlossenen Zetteln erraten, die man an. feine Schlä'e hielt. Er ging dabei immer in aleicher Weise vor, indem er auf 6 Betteln, die er feinem jeweiligen Besuch überreichte, 6 Fragen von diesem niederschreiben ließ, und zwar die ersten beiden stets tonkreten Inhalts er wählte regelmäßig die Namen der Mutter feines Bruders und eines Jugendfreundes oder Lehrers. Die anderen 4 3etel erhielten Fragen an 811 ( Nachdruck durch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Jürgen fonnte nicht durchatmen, als wären seine Lungen luftgefüllt und hermetisch verschlossen. Konnte nur von Halse meg atmen.„ Lebenslang außerhalb des Lebens zu stehen. bedeutet es. Und nur ein winziges Teilchen der großen Bewegung zu fein und gewesen zu sein." Der Drud in seiner Brust wich nicht. Sie gerieten in die Menge hinein, die das Theater verließ und dem Korso zustrebte. Es war erst zehn Uhr. Vor allen Cafés saßen die Gäfte im Freien. Auch vor dem Grandhotel ruhten elegante Herren und elegante Damen in Korbseffeln und genossen die herrliche Sommernacht. Auf der funkelnden Weinterrasse, blumenüberhangen, von der Straße leicht abgesondert durch Lorbeerbäume, rollten die Kellner lautlos die Servierwagen an und ab, tranchierten Geflügel, öffneten Weinflaschen. Zu Verbeugungen erstarrte Fragen. Das Streichquartett spielte distret. Die vier Bogenlampen über des Juweliers Schaufenster spritzten weißes Licht in die Menge- Studenten, junge Rauf leute, Fremde und Offiziere mit ihren Kofotten und Damendie straßauf, ftraßab bummelte, in so gemächlichem Tempo, daß die zehn wie ein marschierender Fremdförper wirften. Vor dem Juwelier blieben sie stehen. Alle zehn. Jürgen mit dem Blick zur Beinterrasse. Plötzlich bekam er einen Schlag gegen das Herz. Sagte zweimal den Sag:„ Das ist es ja nicht. Das ist es ja nicht." Sah an fich hinunter, überzeugte sich, daß er forgfältig gefleidet war, und drehte sich wieder um zum Schaufenster. " Also, auf morgen!" rief der Holzarbeiter noch zurüd und lächelte bekannt und dennoch fremd. Die erste Beige sprang mit einem unerwarteten, funkelnden Saltomortale aus der Begleitung heraus, jubelnd empor. Ein übriggebliebener Gedante irrte noch in Jürgen umher, wurde immer wieder zurückgestohen, schrie lautlos und geffend das Wort„ Schicksalspause"." Das ist es ja nicht. Das ist ja un wichtig," murmelte Jürgen und zog die Handschuhe über. Erst als er schon vor einem weißgedeckten Tischchen auf Der Weinterrasse saß, gegenüber zwei schweigsamen, schönen Engländerinnen, bemerkte er Adolf Sinsheimer und noch drei Schulfameraden, die, elegant zurüdgelehnt, ihre seidenen 75 die Zukunft, fonnten also dementsprechend auch reger beantwortet werden. Zur begreiflichen Verblüffung seiner Besucher fonnte Herr Reese stets aufs genaueste die betreffenden Namen angeben, die oft nur dem Fraresteller selber bekannt waren und die er in Abwesenheit des Hellsehers niedergeschrieben hatte. Festlegung des Schwindlers. modernen Cagliostro als gewöhnlichen Taschenspieler herbeiführte, So war es eigentlich nur ein Zufall, der die Entlarvung diefes und dabei war es nicht einmal ein Mann der Fachwissenschaft, fon. dern ein Jurist Dr Birnbaum. Dieser fam nach anfänglicher Verblüffung auf den Gedanken, daß es sich hier um einen Trid handele, weil ihm gewisse Mampulationen des Hellsehers mit den Betteln aufgefallen waren Betteln aufgefallen waren Er brachte deshalb zur nächsten Sigung 6 vorbereite'e Zettel aus starkem Papier mit, die er dann Herrn Recse übergab. Durch genaue Beobachtung stellte er fest, daß diefer es verstand, einen eigenen Zettel unter die ihm überreichten zu schmugrein. Er öffnete dann heimlich unter dem Tisch den ersten ging das weiter bis zum Schluß Die Aufmerksamkeit des Besuchers, Zettel, las den Inhalt und gab die entsprechende Antwort. Und so auch eine beliebte Methode, verstand er abzulenken durch andauern des Firieren, Fragenstellen, verblüffende Bewegungen usw. Daß ihm das bei den meisten seiner Besucher mit beftem Erfolge gelang, ist nicht nur ein Beweis für die außerordentliche Begabung und gut angewandte Menschenfenntnis des Herrn, sondern noch mehr für die mangelnde Beobachtungsgabe der meisten Menschen. Bei Birnbaum fam er allerdings endlich an den Unrechten. Als dieser seine Schwindeleien merkte und ihn zur Rede stellte, versprach widerlegbare Proben seines Hellsehens zu reben, zog es dann aber er zwar, ihm in fciner Wohnung vor geladenem Bublifum unvor, heimlich abzureifen. Uebrigens hotte furz vor Kriegsausbruch fchon Professor Mener ganz ähnliche Erfahrungen wie Dr. Birnbaum gemacht und auch einen Artikel in einer Fachzeitschrift ver. öffentlicht der aber infolge der Kriegswirren feine weitere Be. achtung fand. Das gläubige Publikum felber tut das meiste, um immer neue Schwindler zu ermutigen. Die liebe Neugier, die Sucht nach dem ungewöhnlichen Erlebnis, Aberglaube, Seniations ikel und traffe Dummheit, alles wirkt zufammen bei der Zahl jener, die nicht alle werden. Aber selbst bei jenen, die kritisch und unbefangen sich mit Offultismus beschäftigen, wirft of, wenn auch unbemi ßt, der eigene Wunsch nach dem Wunderbaren, nach dem Ürmöglichen, das mönlich werden soll oder sein soll. Denn die Fame hat Suggeftiofraf, und es ist schwer, sich ihr zu entziehen. Ein kleiner Beweis dafür war das Verhalten einiger Damen und Herren des Herrn Reese, die mit ehrlicher Entrüstung gegen die offensichtliche Klarlegung seiner Schmindeleien protestierten und die unglaublichsten Dinge von seiner Hell. feherei und persönlich erlebten Wundern erzählten. Jeder Psychologe weiß dabei nur zu gut, welchen Wert solche Aussagen haben. Es ist ja auch eine alte Rechtspraxis, daß Zeugenaussagen mit größter Borsicht aufzunehmen find. Wenn Herr Professor Reese nun auch wirklich für eine Zeit fang in Deutschland ausgespielt hat die Welt ist groß, und er wird sicher in den Augen feiner Gläubigen durch die ungerechten 3weifel profaner Kritit nur noch gewinnen. Weiterer Aufruf des preußischen Notgeldes. Nachdem bereits die Stüde bes wertbeständigen preußifchen Rotgeldes über 4,20 und 2.10 Goldmart aufgerufen worden sind, werden nunmehr im Einvernehmen mit dem Reichsminifter der Finanzen die Notgeldscheine des Freistaates Preußen über 1,05 Goldmart Dollar und 0,42 Goldmark= Dollar nordamerikanischer Währung lautend vom 20. Februar 1924 ab zur Einlösung aufgerufen. Die Einlösung erfolgt bis zum 19 März 1924 einschließlich bei der von der General ftaatstaffe bierfür besonders eingerichteten Umtauschstelle( Rotgelb stelle des Preußischen Finanzminifteriums, Berlin, Dranienftr. 106 9) und sämtlichen staatlichen Kreislassen und den Regierungsbauptfaffen. Strümpfe sehen ließen und, die ganzen Oberkörper langsam vorbeugend, Jürgen grüßten. Er setzte sich zu ihnen. Stand sechs Stunden später auf der Straße. Die Vögel pfiffen schon. Die Menschen schliefen noch Nun, und jetzt?... Ich war betrunken." Y Er dachte, von Etel geschüttelt, an die Szene in dem orientalischen Salon, in dem er mit den Schultameraden gewesen war. Sah die Amsel an, die auf dem Statetenzaun faß. Seine Knie wurden weich. Er mußte fich auf die Steintreppe setzen. Das Ganze hat nicht mehr und nicht weniger zu be deuten, als mein imaginäres Duell mit Karl Lenz. Die Amsel sperrte weit den gelben Schnabel auf: Das stimmt. Und stimmt doch nicht." " Denn einmal, meinst du, nicht wahr..." Eben das meine ich!" " Jürgen hatte das Empfinden, in die Tiefe zu stürzen, und fuhr aus dem Schlummer. Wenn das so weiter geht, so werde ich einmal nichts mehr selbst entscheiden können. Das Schicksal wird mir keine Pause mehr gewähren." Am Nachmittag sie hatten eben Raffee getrunken blickte Jürgen nachdenklich die im Sessel schlummernde Tante an, lehnte sich auch in den Seffel zurück, Wange auf dem gehäkelten Schutzdeckchen. Die Heiligenbilder an den Wänden hielten die fegnenden Hände erhoben über die beiden. Auch der Bogel im Käfig ließ die Schlafhäutchen über die Augen herab. Die blauen und filbernen und goldenen, topfgroßen Glaskugeln im Garten funfelten in der Nachmittagssonne. Eine Wolke zog still am Himmel hin. Der Berpenditel sagte: Rich... tig, rich... tig. Das fadendünne Drahtseil lief von Jürgens bequemem Badenstuhl meg, in viel tausend Meter Höhe vorbei an den in Not und Kampf Stehenden dieser Welt. Jeder hielt sein gepeinigtes Herz in der Hand Da, wo das Seil endete in ungeheuer weiter Ferne, leuchtete Katharinas Stube. Auf Jürgen zu, in blauer, gefährlicher Höhe, bewegten sich die neun Proletarier und erwarteten Jürgen so gläubig, daß er nicht widerstehen konnte, das fadendünne, schwindelhohe Seil ebenfalls zu befteigen. Ein paar Meter vor ihm balancierte, vom Absturze bedroht, ein Mensch auf dem Seile. Jürgen erfannte in dem gefährlich Schwankenden sich selbst, rief sich an in faltem Schrecken. Da marschiert er mit den neun Proletariern den Korso hinauf, ficht die promenierende Menge, die vier lichtsprigenden Bogenlampen über des Juweliers Schaufenster. Hört die Streichmujit, erkennt die Melodie. Donnerstag, 21. Februar 1924 Hundefänger. In Berlin besteht seit langem die Hundesperre, die vom Polizeipräsidenten verhängt worden ist, verhängt werden mußte, um die großstädtische Bevölkerung vor Gefahr und Schaden an der Gefundheit zu bewahren. Wie man sieht, eine durchaus einwandfreie Angelegenheit und notwendige Sache, über die früher feiner weiter geredet, oder um derentwillen man sich gar aufgeregt hätte. Heute ist das natürlich wesentlich anders, denn heute ist die Hundesperre von dem Polizeipräsidenten verfügt, und an dem„ Roten" rcibt sich bekanntlich die rechte Seite des Hauses und ihre Presse gar zu gern. Die Herrschaften müssen nur leider immer wieder zu ihrem Benoch Ursache haben, zu flagen und sich zu beschweren, und da müssen dauern einsehen, daß sie wirklich und in Wahrheit weder Grund halt allerlei konstruierte Gebilde herhalten, gegen die diese modernen Don Quichotes Sturm laufen. So ähnlich verhält es sich auch mit der Hundesperre. Die Nationalisten tönnen natürlich unmöglich die Verhängung der Hundesperre bekämpfen, denn damit würden sie sich ja blamieren bis auf die Knochen. Das tun sie zwar auch sonst häufig genug. aber gerade hier, wo es sich um Leben und Gesundheit handelt, find sie ein wenig vorsichtiger. Indessen, reiben muß man sich natürlic wegen der Hundesperre an dem roten Polizeipräsidenten und das geschieht gewissermaßen auf indirektem Wege und in versteckter Weife, indem man auf die Hundefänger schimpft! Daß im übrigen der Polizeipräsident mit den Hundefängern nicht das geringste zu tun hat, bekümmert diese Edlen der Nation abfolut nicht. In der Berliner Rechtsprcffe findet man immer wieder Ergüsse über die Roheit der Hundefänger und schöne fentimentale Ergüsse über die Schläue von Ami und Zäsar und Bella, die es verstanden haben, den Schlingen der Hundefänger zu entschlüpfen. Zugegeben, daß es unter ben Hundefängern Rohlinge gibt rohe Menschen gibt es schließlich in jedem Beruf sollten doch die Herrschaften von rechts lieber einmal bedenten, was es heißt, Hundefänger zu fein., Ob wohl sie doch dafür sorgen, daß Hunde nicht ohne Maulforb herumlaufen und Menschen beißen, werden sie verachtet und scheel angesehen, fast gerade so, wie früher der Henker. Ja, manche Menschen betrachten die Hundefänger geradezu als Berfemte, und man hält es für selbstverständlich, daß man ihnen einen bösen Streich spielt. Aber niemand denkt daran, daß diese Leute durch die Betätigung unterhalt erwerben. Sie werden außerdem miserabel bezahlt, und als Hundefänger doch weiter nichts wollen, als sich den Lebenses gehört gewiß nicht zu den Annehmliteiten des Lebens, sich bei jebem Wetter auf den Straßen herntreiben zu müssen. Es tommt hinzu, daß sich unter den Hundefängern häufig Menschen befinden, die infolge von schwacher Gesundheit und schwächlicher Körperkonstitution, zum Teil als Folge des Krieges, zu einer anderen und schweren Arbeit untauglich sind. Indessen, auch sie haben ja Familie und wollen leben. Also Borsicht mit den Angriffen gegen die Hundefänger. Die tterärztliche Befeilschaft zu Berlin bat in ihrer legten Sigung, veranlaßt durch die Zunahme der toll. mutfälle in Berlin und den Bororten und durch den tragischen Tob eines 15jährigen jungen Mannes am 22. Januar, der am 20. November 1923 durch einen unbekannten Hund gebissen und nicht schuhgeimpft war, den Beschluß gefaßt, ihre Stimme zur Aufklärung der Deffentlichkeit und zur Wahrung des wirklichen Interesses der Hundebesitzer zu erheben. Die immer wieder auftretende Behauptung Unverantwortlicher, daß es gar feine Tollwit fei, und es sich nur um die Schikane der Polizei handle, ist ja leiber burch die zwei bekanntgewordenen Todesfälle beim Menschen gründlich widerlegt. Wenn man bedenkt, daß jeder Tollwutfall nur durch die mitroffopische Untersuchung und Imp. wissenschaftlichen Forschungsstelle, festgestellt wird, und daß die fung im Inftitut für Infektionsfrantheiten, einer unabhängigen viehfeuchengesetzes durchzuführen hat, so fallen alle diese Behaup Polizei nur als ausführendes Organ die Vorschriften des Reichs tungen und Berdächtigungen in sich zusammen. Die Polizei hat loszusein. Der allerdings lästige Maultorb- und Leinenzwang muß nur die Schererei und Schreiberei davon und wäre froh, diese Last fo lange bestehen bleiben. bis das Gefek felbft durch den Reichstag und Reichsrat nachgeprüft und evtl. geändert wird; nur der Reichs Die Schicksalspauſe tritt ein. Alfo, auf morgen!" sagt der Holzarbeiter. Diese photographische Genauigkeit! Ich sah im Traume sogar die gelbe Rose in Adolfs Knopfloch, deren tatsächliches Vorhandensein mir gestern nicht einmal in der Wirklichkeit bemußt geworden war, denkt Jürgen, der träumte, erwacht zu sein. Stedt sich die Rose ins Knopfloch. Sigt mit Adolf Sinsheimer und den drei Schulkameraden auf der Weinterrasse. Plötzlich verdichten sich die vier Körper in einen Körper, auf dessen Hals die vier Köpfe steden. " Alle vier Gesichter haben denselben zotigen Zug um den Mund, denkt Jürgen. Wie Männer, wenn sie eine wehrlose Frau auf der Straße ansehen. Denselben, das Menschenauge schändenden Blick, den fein Lier dieser Erde hat." Alle vier Münder gleichzeitig sprechen ein furchtbares Wort: Ein Menschenschrei, gefangen im Kellergewölbe. Dann nimmt der Vierköpfige ein fleines Küchenmesser mit brauner Holzschale aus der Westentasche und stemmt Jürgens Schädeldecke auf. Die Hauptmaffe des Gehirns reißt er mit der Hand her aus. Das Hängengebliebene Pragt er mit dem Küchenmesser forgfältig ab. Dabei hört der zu maßlofem Entfeßen Erstarrte die erste Geige im Weinrestaurant jubelnd in die Höhe steigen. Der Bierköpfige widelt ein forgfältig verpactes, neues Gehirn aus, um das herum roie um eine Settflasche die Steuerbanderole das Fabritzeichen flebt, preßt es in Jür gens offenen Kopf hinein und paßt die Schädeldede wieder auf. Schmerz und Entsetzen verschwinden augenblicklich. Die Schulkameraden find jetzt wieder alle vier da. As fünfter figt Jürgen bei ihnen, spricht wie sie, denkt, lacht wie fie, hat denselben zotigen Zug um den Mund, denselben Blic, weiß das alles und fühlt sich wohl dabei. Nur der Menschenschrei im Kellergewölbe, ber wie gefangener Gesang flagend weiter tönt, stört ihn. Deshalb leert er die bis zum Rande mit Sett gefüllte große, weiße Kaffeetanne auf einen 3ug. Steht plöhlich in dem orientalisch ausgestatteten Salon, in dem fünf halbbekleidete Mädchen auf Ottomanen liegen. Schaudert zurück, weil die Brüste mit furzhaarigem Belze bewachsen sind. Und erwachte wirklich. Der Vogel und die Tante schliefen noch. Und die still am Himmel hinziehende Wolke hatte noch nicht einmal die Krone des Nußbaumes im Garten passiert. Dieselbe Fliege faß noch auf der weißen Kaffeetanne und faugte an demselben Tropfen, der an dem Schnabel hing. fortfegung folgt) tag ist die zuständige Steffe für eine Tenderung. Wenn man bedenft, daß die Zahl der unversteuerten hunde in Berlin auf 750 000 von der Polizei geschätzt wird, und daß diese Befizer, wenn ihnen die Tiere mal zur Laft werden, sich dieser einfach durch Sneurjagen auf die Straße entlebigen, so sieht wohl jeber bie Bilicht ein, jeben, der so unverantwortlich wider das Gesetz ver stößt, anzuzeigen, woorduf nad)§ 74 des Reichspiehleuchengefehed eine Strafe bis zu zwei Jahren Gefängnis verhängt werden fann. Bekanntlich wird nach jedem neu auftretenden Fall von Tollwut Die notwendige Sperre um ein weiteres halbes Jahr verfängert, weil das Zollmutgift bis zu feiner Wirkung bis zu einem halben Zahre gebraucht. Es jei noch bemerkt, daß bei einer fürzlich abgehaltenen Ragga 100 frei herumlaufende Hunde gefangen worden( mb. Eine fegensreiche Forschungsstätte. Fünfundzwanzig Jahre Biologische Reichsanſtalt. Die Biologische Reichsanstalt für Land und Forstwirtschaft feierte gestern die 25. Wiederkehr ihres Gründungstages. Sie hat in Dahlem ihr eigenes heim, aber zu der Beftigung muste sie den großen Hörsaal des ihr benachbarten Botanischen Museums bertugen. An der Feier beteiligten sich in großer Zahl die Bertreter von Reichs, Staats- und Gemeindebehörden, von Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Leht anstalten, von Berufsverbänden des Land- und Gartenbaues. In seiner Festrede behandelte Geheimer Regierungsrat Brof. Dr. Appel den Zweck und die Entwicklung dieser Forschungsstätte, beren jegiger Direttor er ist. Sie dient bem Schug der Pflan gen gegen Schädlinge und Krankheiten, der mit Ers folg nur durchgeführt werden kann, wenn das Rüstzeug der Wissensaft zur Verfügung steht. Die Ergebnisse der raftlosen Forscherarbeit ihrer naturwissenschaftlichen Abteilung berben in ihrer wirtschaftlichen Abteilung praktisch verwertet und durch Aus fünfte und Ratjeläge an Behörden, an Berufsverbände und an Cinzelpersonen für den Land- und Gartenbau und für die Forsts wirtschaft nuzbar gemacht. Anfangs wat die Anstalt dem Reichsgefundheitsamt angegliedert, aber balb wuchs sie fo, daß fie Gelbs händigkeit erhielt ime in ein eigenes Heim übersiedelte. Welche Be deutung ihre Arbeit hat und welchen Gegen fie dem Boltsganzen bringen kann, wurde erst in den Kriegsjahren recht erkannt. Die Rohirübenzeit von 1916 wäre dent deutschen Bolt erspart geblieben, menin nicht eine verheerende Murtoffelkrankheit den Ertrag der Kars toffelernte auf ein Drittel der regelrechten Menge herabgedrüdt hätte, Die Urjethen von Strankheiten der Kartoffel, des Getreides, der Rübe usw. zu erkennen, die Lebensbedingungen der Pflanzen schabtinge su erforschen, die Mittel zur Bekämpfung ober Berbutung zu finden, gehört zu den Aufgaben der Biologischen Anstalt. Syre Arbeit ist von höchfter Bichtigkeit für die Sie rung der Ernie, burd) deren Schmälerung die Nahrungsmittel menge bed deutschen Volkes in fühlbarster Weise verringert würde. Jur Lösning ben Ginzelaufgaben hat die Berlin- Dahlemer Zentrals frelle sto mehrere Zweigstellen im Reich, in Afdersleben eine Stelle für Gemüsesamens und Blumenjamenbau, in Stabe eine Stelle für Obstónu, in Trier eine Stelle für Weinbau, in Naumburg eite Stelle zur Erforschung der Reblaus, in Zittau eine Stelle zur Bekämpfung ber aus Böhmien nach Sachsen herüberschwärmenden Monte. Brofejjor Appel warnte vor einem weitgehenden Ab bau des Arbeitsgebietes der Reidysanstalt, im befonderen ihrer naturwissenschaftlichen Abteilung, beren Forschung nicht immer fofort sichtbaren Rugen bringt, aber unschägbare Butunfts werte hafft und für den Erfolg des Pflanzenschugdienstes un entbehrlich ift. Danach folgte eine lange Steibe Ansprachen von Bettretern der Behörden usw. Die Glückwünsche der Reichsregierung über brachte ber Landwirtschafts- und Ernährungsminister Ranis zu gleich mit einer aus Reichsmitteln gegebenen Spende von 10 000 Mart, die der Anstalt die Weiterführung wiffenschaft. Fryer Arbeiten und die Bervollständigung ihrer Bibilother ermöglichen felt. Shm schloffen sich an bie Bertreter des Reichsminifteriums des Innern, des Reichsgesundheitsamtes, des preußischen und des bayerifyer Landwirtschaftsministeriums, der Landwirtschaftlichen Bodyschule Berlin und vieler anberet Behörden und Lehranstalten. Unter den Bertretern der Berufsverbände war der Landbundführer Roeside, der als Ergebnis einer Sammlung 1250 M. überbrachte und die geringe Höhe dieses Beirages als Bewels unserer Armut" bezeichnete. Daß bie Biologische Reichsanftolt Belfruf bat, be Funbelen Bertreter Dänemarks und hollands( von der Universität Utrecht war ein weiblicher Profeffor gefommen) in an erkennenden Botten. Ihre Beteiligung an der Feler zeigbe, daß In der Biffenfchaft die internationalen Be siebungen fich wieder anzubahnen beginnen. Die Feier war eine verbiente Ehrung beutfcher Wiffenfchaft. Das„ Abenteuer der Siebzehnjährigen. Cm fiebzehnjähriges Mädden behauptete, im Kleinen Tier garten überfallen und vergewaltigt worden zu sein. Die Täter follten ihrer Anzeige nach 4 junge Burichen sein, die abends, als sie von der Fortbildungsanstalt in der Turmstraße heimkehrte, am Striegerbentmat plöglich über sie hergefallen felen. Dem 1. Rriminalbezirt gelang es auch, dieje vier jungen Männer zu er mitteln. Jegt änderte sich aber das Bild. Das Mädchen hatte mit einem von ihnen öfter verfehrt und fürchtete nun Folgen. In feiner Angst kam es auf den Gedanken, den leberfall au ers finden, um sich ihren Angehörigen gegenüber zu rechtfertigen. Nachdem es mit einer Freundin von der Fortbildungsanstalt aus nech einen Spaziergang gemacht hatte, zerriß es felbft feinen Hut und seine Kleider und täuschte den Angehörigen bie größte Aufregung vor, so daß der Ueberfall glaubhaft erscheinen mußte. Gebt zur Brotspende! Gedenket unferer vielen hungernden Parteigenossen! Einzahlungen auf poftfcheckkonto Deutsche UnionBank A.-G., Berlin w. 7. Ronto fir. 4396 und bei Alex Pagels, Bezirksverband, Lindenste. 3 Zwischen Billionen und Rentenmark. Der Irrtum des Postbeamten. Ein Interessanter Streitfall fam por dem Amtsgericht Rope ni in einer Antiage gegen eine Frau M. wegen Betruges zur Entscheidung. Die Angeklagte hatte auf dem Bostamt in openid im November, furz nachdem die Rentenmart eingeführt Gle hatte 8' Billionen 330 milliarben zu bekommen. Der Bost worden war, für ihren Mann die Rentenunterstügung einfeffiert. Gle hatte 8 Billionen 330 Milliarden zu bekommen. Der Post beamie irrte sich jedoch und zahlte ihr 83,30 Rentenmart aus. Freudig ging die Frau nach Hause, nachdem fie noch auf dem Bostamt zu ben umstehenden ihrer Freube Ausdrud gegeben hatte, baß jeht so viel Rente" ausgezahlt werbe. 3hre Freude war nicht von fanger Dauer, denn bald erschien der Boftbeamte und verlangte die Rüdgabe bes zuviel geaabften Betrages. Frau M. weinerte sich und tat das auch einem Kriminalbeamten gegenüber. Daraufhin wurde gegen Frau M. Anflage wegen Betruges erhoben. Die Angeklagte bestritt jede Betrugsabficht. Sie habe damals garnicht ant Boftidjalter übersehen fönnen, was fie mehr bekommen habe, denn in jener Jeit hätten sich ja die Beträde fortwährend geändert, und niemand sei sich über die Billionen, Milliorden und Millionen recht im flaren gewesen. Der Verteidiger machte interessante rechts fiche Einwendungen gegen die Anflage. Ein Betrug fönne nicht vors liegen, weil die Angeklagte nicht durch einen von ihr in dem Bes amten erregten Irrium die Auszahlung des höheren Betrages ver. arlant hätte. Es würde eine Unterschlagung vorliegen, wenn die angefagte über Geld verfügt hätte, das ihr nicht zufam, indem fie die Herausgabe verweigerte. Aber auch biefes Strafmoment fomme nicht in Betracht, meil sie im Augenbild des Empfanges fich in einem nicht durch ihre Schu'd verursachten Irrtum befunden habe. Das Gericht hielt es zwar für erwiefen, daß ble Angeflagle zu niet bekommen habe, fonnte fie aber nicht bestrafen, ba fie fid) einer strafbaren handlung nicht schuldig gemacht habe. Sie mußte baher freigesprochen werden. Der Befibeamte, ber für den Schaden haftbar ift, tann gegen Frau M. nur auf dem Wege der Bioifflage vorgeben. Sozialwissenschaftliches Seminar. Heute Sigung 7, Uhr der Guristischen Sprechstunde. Konfumgenoffenschaft. 119. Berkaufsstelle. Donnerstagabend 7, ha findet in der Hindersinstr. 1 bei Schäfer eine Verkaufsstellenversammlung statt. Aufstellung der Kandidaten zur Wahl der Genossenschaftstāte. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 21. Februar, 7% Uhr: Friedenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5, Bortrag: Geschichte der Jugendbewegung( bis zum Ariege)". Gesundbrunnen: Schule Gothenburger Straße 2, Distussion: Die politische Lage". Marienfelbe Höhere Schule, Berliner Str. 1, Bortrag!, August Bebel". Neuköln IV: Lokal ,, Bärwintel", Steinbocftraße, Bortrag: Arbeitszeit und Arbeitslohn". Reukölln V: Jugendheim Gahlerfeftr. 44, Vortrag: ,, August Bebel". Often( Stralauer Biertel): Schule Naglerstr. 3, Bortrag: Politische Tagesfragen". Sene. felder Biertel: Badeanstalt Oberberger Str. 57, Borttag:„ Der Arbeiter in Sowjetruglanb". Arbeitersport. Stabletampf im Bogen und Ring n. Am Sonntag, den 24. februar, nadj. mittags 5 Ubt, werden sich im Moabiter Gesellschaftshaus, Bielefftr. 24, folgende Mannschaften im Bettkampf gegenüberstehen, und war Sportflub Eiche Eberswalde und Berliner Sportvereinigung Norwest 3m Bogen starten für Eberswalde vom Fliegen bis zum Halbschwergewicht aufwärts: Buchhola, Liedte, Scholz, Beiz, Kizmann und Stillet, diefer Mannschaft tritt Berlin in folgender Aufflellung gegenüber: Schröder, Stötet, Alinnemann, Schiewe, Baumberg, E. Schulz und R. Schulz. Da familide Borer ringerfahrene Rämpfer find, find guter Sport und harte Rämpfe u erwarten. 3m ingen fendet Eberswalde folgende Mannschaft auf die Matte vom Bantamgewicht aufwärts bis 3 mt Schwergewicht: Klebus, Bod, Wolff, B. Juftremsti A. Juftremsti und Mantfe Da Nordwest außer bem noch einen Kampf im Rii gen mit ihrer B.Mannschaft gegen eine B- Mannhaft dem Sportklub Libertas" Charlottenburg austrägt, fendet file folgende Ringer in den Ranipf: Engelhardt, Bollav, Schinkowski, H. Noval, Pfände, auch hier in Aingen werden fich barte Kämpfe abspielen, da unter anderem Aberhold, Rau, Bogel, Lappa, Adamzed, Razkowski, Bander und Bohlfuß. internationale Alaffe beteiligt ist. ses Schwimmpereins ,, Botwätts" Berlin 1897 am Sonntag, den 24. FeEin Schwimmfest im Stablbab Webbing veranstaltet bie Gruppe Norden bruar. Es gelangen zur Borführung: Schülers, Jugend, Damen und Männer[ chwimmen, Tauchen, Schaufpringen, Staffel- Mannschaftstämpfe, Wafferball piele. Beginn 3 Uhr, Ciniak 2½ Uhr. Eintrittskarten im Borvert ruf 5) Pf. Arbeiter- Turn and Sportbund, 1. Kreis, 1. Bezirk. Zum Einzelwetturnen der Kinder am 24. Februar in der Turnhalle Bringenstraße 70 müssen e Rampfrichter mittags 1 Uhr sur Sigung anwesend fein. Das Turnen be sinnt um 12 Uhr: Turnwarte, erscheint suntlich! Zur Deckung der Untoften wird ein Eintrittsgeld für Erwachsene von 20 Pf., Rinder von 10 Bf. et. hoben. Freie Schwimmer galtensee, Mitglied des Arbeitet- nen- und Sportbundes. seibung aum swim in feit am Sonntag, den 2. März, nach mitte ühe, in de Stadt. Badeanstalt Spanbau, Nadellandstraße. 1. Reigen. 2. Eröffnungsftafette für Männer, 6X50 Meter bel, 3. Galilerbrustschwimmen, 50 Meter, a) Anabeh, b) Mädchen. 4. Männliches Jugendrüdenfchwimmen, 100 meter. 5. Weibliche Jugendbruftflafette, 3X50 Meter. 6. Große Brust. ftafette für Männer, 50, 100, 150, 100, 50 Meter. 7. Männliche Jugendlagen ftafette, 4X50 Meter. 8. Damenrüdenfchwimmen, 50 Meter. 2. Schauſpringen ( Rütipringe), 10. Männerfeltefchwimmen, RL A 200 Meter, RI. B 100 Meter. 11. Männertüden[ dhwimmen, 200 Meter. 12, 50 meter bei für Bereine ohne Binterbd8. 18. Männerfd, wimmen, RI. A, 100 meter bela; Pflichtzeit 1,25 min. 14. Stredentauchen für Männer. 15. Männerlagenftafette, 4X50 Meter. 10. Männliches Jugendfeiteschwimmen, 50 Meter. 7. Damenbrustschwimmen, 100 Meter 100 Meter. 18. Männerbruschwimmen, 400 Meter. 19. Männliche Jugends bruftafette, 50 Meter. 20. Hauptschwimmen für Männer, 400 meter bel. 21: Mannliches Jugendbruftichwimmen, 100 Meter. 22. Männerrüdenstafette, 4 × 50 Meter. 28. Bafferbellspiele, a) Männer, b) Jugend. Die Wettkämpfe find offen für alle Bundesvereine und finden nach ben Bestimmungen der AWO. fiatt. Die Schwimmbahn beträgt 25 Meter: Geftartet wird aus der Schwimm lage. An der flachen Geite ist das Aufstehen, gestattet. Sprungbretter 1 unb 3 Meter, Federung normal. Seber Startende hat fich zwei Nummern vot feinem Wettkampf beim Startorbier au melben, anbernfalls er vom Start ausgefchloffen wird. Meldungen mit der Auffchrift, Melbungen find bis um Gonnabens, bet 28. dr ju tidten an Erich Rannen. betg, fallenfee b. Gpanbai, Toit Geegefels am Gee. Melbeeröffnung am Gonntag, ben 24. Februat, nachmittags 3 Uhr, bei Rannenberg. Zonriften- Berein Die Naturfe- nnbe", Abt. Siralan. Gonnabend, bet Das leidige Auf- und Abspringen. Die neunzehnjähelges. Februar. Sichtbilbervortrag von Prof. Baldin! Eine Sommerreife zu Ede Det Buchhalterin Dora Kraus berfuchte an ber Ben Estimos" im Cäcilien- 2hzeum, Lichtenberg, Rathausfit. 8. Eintritt 20 Bt. Erwerbslöfen gegen Ausweis freier Eintritt. Ortsgruppe Berlin. Ant Beuffel- und Turmstraße, auf eine Glefirische der Linie 64 aufzus [ pringen. Sie glitt dabei aus und geriet unter den Anhänger. Sie fand mit schweren Berlehungen Aufnahme im Krankenhaufe Moabit. Der 27 Jahre alt Koch Bruno Beterien aus Ban few fprang in ber Bringen Allee von einem in bolter Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der Linie 23 ab und stürzte au Boden. Die Feuerwehr brachte den Berunglückten nach dem Urban Krantenhaufe, wo ein Arzt eine schwere Gehirnerschütte rung feststellte. Der Sandfasten als Schlafftätte. Jn bem Sanblasten Ede ber Neuen Krug- und Eichbusch Adee in Treptow wurde ein allem An idein nad) o6 baclofer, etwa 25 Jahre alter Mann befinnungslos und vor Rätte erstarrt aufgefunden. Man brachte ihn nach dem Urban- Aranienbaufe. Da er feinerlei Bapiere bei sich hatte, fonnte über feine Persönlichkeit auch noch nichts ermittelt werden. Beşirtsbildungsausschus Groß- Berfin. Sonntag, ben 24. februar, nach mittage 3 r, im euen Theater am 800: Die Hoffnung auf Segen in eriter Belebung. Rufchlag bro Starte 50 Golbpf. Starten im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenite. 3, 2. of II. Sonntag, ben 24. februar, nachmittags 2, üst, im Staatsibeater Char lattenburg( Schiller Theater): Flachsmann als Ersleger. Buchlag pro tarte 60 Goldpf. Garderobe und Theaterzettel frei. Arbelter- Bildungsschule Groß- Berlin. Sente abend 7 Use Beginnt die Bortragsrelbe für die gunttionare ber strelle Tiergarten unb angrenzenben Segitte im Jugendheim Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Lehrer Genosse Crispie it. TIETZ Leipziger Straße Alexanderplatz Polnisches Novellenbuch. Hemasgegeben von A. v. Guttry, mit Beitragen von Sienkiewicz, Saymanski a. a. 150 844 Belted. Gehinden.. Auf hessischen LandKünstlerfahrten son 150 strassen... Behm. 227. Geb. Pinktischer UnterBuchführung. right der einfachen, doppelten und amerikanischen Wegweiser Kaufleute Frankfurter Allee Neue deutsche Erzähler. Mit Beiträgen yon Christ Edechroid Hauptmann Huck- Keyserling Manh 250 Gebunden. 3 Bände...... Basammen Handelskorrespondenz. Sammlung von Musterbrieten für alle möglichen Geschäftsvorfalle von P. Blaschke, Italienischje Deutsch and Spanisch- Deutsch Band 60Pt. ca. 200 Seiten. Wervel- or The Kaafiesis and Gewerbetreiben Spanisch und Italienisch. sumelbstunterricht. pehan. 896 Seiten. 195 Korrespondenz und Konversation. Grammatik 1er Handelsschulen vnd aum Selbstunterricht Neue Jagden und Aben- Blaschke, jede Sprache ca. Herausgegeben von. Gellert 16150 teuer. the dr Bentsenen Gesellkensis Meine Schweizer Reise. zur Verbreisang gater Bacher, 192 Seiten. 80 Gebandes. Krens and quer. Text von Heer, Kadena, a. 250 Ansichten nach photogr. Aufnahmen Handbuch für die Denk- owie nach Gemälden. Grossehariformat Bin Bunadgewerblieber Denkinsler vor and trahgipchichtlicher Zeit mit alphabetischem, malpflege. Bach über Stil und Entstehungsgesenichte Afrikafahrt West. BoulogneMadeira Kandrien- Swakopmund dazitebeant- Kshstadt. Ein Rejse- und Ein10hrungsbach ton H. Grimm. 222 Belten init 6 Katten and 36 Abbild. Leinenband Nur Leipziger Strasse and Alexanderplats Geldsone Backer der Lein95.195 bibliothek 95. 195 150 Hans Thoma. Bonderheit der Deutschen Kunst and Dekoration mit Text von Fr. v. Ostini Bildern and anderen Beitragen and 81 gam Tell ganz farbigen 75Pl PI. Herausgereben Bunte Büder. von der Lehrer vereinigung für Kunstpflege.Berlin.Erzählangen, auch geschichtlichen Inhalts, Reiseschildeinngen, Abenteñergeschichten jür Jugend und Volk, Jedes Rett ce belong on 10. ( 50 Verschiedene Heite 4,75, 100 Bette©,-) Praktischer Ratgeber für Selbs.versorger und Siedler über Viehzacht, Gartenban, Obst, Beeren, Getreide, Gembeesan, Danger new. Von 1.0.WaldmaЯD. 980 Seiten his abtretchen at Toll farbigen Bildern. Gebunden.. 250 26 VersandAbtellungi Leipziger Strasse Klassiker Bedeutend herabgesetzt. In 2. Webruar, we use, Forilegung bei Generalversammlung in bet Schulaula Beinmeifierstr. 15. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Die Gesellschaft für Segnalreform veranstaltet am Donnerstag, den 21. Fe. bruat, abends 8 Uhr, in bet Schulaula Friedrichstr. 126( Bhf. Friedrichstraße Oranienburger Tor) einen Vortrag von Dr. med. Rari B6 m ft ein über Gefubes Geguelleben mit besonderer Berüdfichtigung bet the Englene Fragenbeantwortung. Eintritt 25 Pf. Gäste haben Butritt. Berein der Freibenter für Feuerbestattung, Ortsgruppe Wilmersdorf. Oeffentliche Betfammlung Donnerstag, den 21. Februar, abends 7 Uhr, in bee Mula det Oberrealschule am Seepart, Referent Abolf Hoffmann, M. b. 9.: Gical, Airche und Feuerbestattung". Gesellschaft für republitanisch- bemokratische Bolitit. Deffentlicher Vortrag am Sonnabenb, ben 25. Február, abends 7% Uhe pünktlich, im Gefangfaal bee Schute Dresdener Str. 118. Schriftsteller Jul. Bab: Demokratisches Welt. gefühl Freie Ausfprache, 21 Bund me Förderung der Selbsthilfe ber förperlich Bhinderten( Otto- Berk. Bund), C. B., Ortsgruppe Berlin. Generalversammlung Sonntag, den 24. Ge bruar, nachmittags 4 Uhr, Oranienstt. 69, Sof part, habe Morigplag. Geschäftliche Mitteilungen. Bu ben Erzeugnißen, die aud) in teueren Zeiten gern getauft werden, geBren Maggis ürge, Maggis Suppen, Maggis Fleischbrühwürf 1. Dies liegt in ihrer Eigenschaft als bewährte tägliche Nahrungs- und Genußmittel begründet, beweist aber auch ihre vorzügliche Qualität, Budem verlangt die praktische Dosierung keine große Ausgabe auf einmal, fondern erlaubt, jeweils nur den nötigen Tagesbedarf zu beden. Billige Bücher Rest- Auflagen Antiquarische Werke Jeder Band eleganten Leinenbänden..... Goethe, 4 Bände| Lenan.... 1 Band Hanff. 2Bande Lessing ..... 3Bände Heine..4 Bände Renter..4 Baude Körner, 1 Band| Shakespeare, 4 Bände Musikalien Jeder Band hur 95. Pl. Amors Grüsse, 17 leichte Tanze für Klavier Bruder und Schwester, beliebte Opernand Velk melodien, vierhandig Frühlingsknospen.loTranskriptionen aber beliebte Leder berühmter Molster. 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( 1913/ 14-1) Durchschnitt Dezember. 1 247 000 000 000 3. Dezember Januar 10. 17. 99 22. 97 29. 7. Januar 14. 21. 1 100 000 000 000 1 515 000 000 000 1 269 000 000 000 1 163 000 000 000 1 150 000 000 000 1 147 000 000 000 1 130 000 000 000 1 110 000 000 000 1 080 000 000 000 95 28. 1 060 000 000 000 1 040 000 000 000 4. Februar 11. 18. 99 1 030 000 000 000 1010000000000 Steigerung gegenüber der Vorwoche 1 Proz. * Auch die Großhandelspreise stiegen. Die auf den 19. Februar berechnete Großhandelsz'ffer des Statistischen Reichsamts ergibt gegenüber dem Stande vem 12. Februar( 115,4) eine Steigerung um 1,8 Proz. auf 117,5. Bon den Hauptgruppen stiegen die Lebensmittel con 99,7 um 3 Proz. auf 102,7. Die Hauptgruppe der Industrie stoffe blieb mit 145,1 nahezu unverändert, ebenso die Gruppe Kohle und Eisen mit 137,3. Die Inlandswaren stiegen von 103,7 um 2 Broz. auf 105,8 und die Einfuhr waren von 174,1 um 1 Prez. auf 175,8. Troy Lohn- und Gehaltsabbau het die lanajeme und geringe Senkung der Lebensha'tungskosten sich nicht fortgefeßt, ja sogar einer neuen, wenn auch zunächst geringfügigen Steigerung Blah gemacht, die hauptsächlich auf die vorübergehende Martverschlechterung im Auslande zurückzuführen ist. Bei Einführung von Schutzöllen würde man noch ganz was anderes erleben fönnen. Fufel flatt Kartoffeln. Deutschland mußte wichtige Aderbaugebiete abtreten. Um die Ernährung einigermaßen sicherzustellen, sind wir gezwungen, mit unferen Ernten hauszuhalten und die Einfuhr zu steigern. Trotz dem ist es bis heute noch nicht gelungen, die Bevölkerung ausrei chend zu versorgen. So stehen pro Kopf und Jahr annähernd 573 Kilo Kartoff In gegen 700 Kilo im Jahre 1913 zur Verfügung Aber dieses Ergebnis fonnte nur erreicht werden, indem die Ver. arbeitung von Kartoffeln in der Industrie, besonders im Brenn ereigewerbe, eingeschränkt wurde. daß sie biefem Sirenengesang nicht folgt. Die Gründe, die gegen eine Aufhebung der Schnapstontingentierung fprechen, find sehr erheblich und gehen aus der folgenden Zusammenstellung über Produktion, Ein- und Ausfuhr von Kartoffein deutlich hervor: Produktion im heutigen 1913 Deutschland Einfuhr. Ausrubr. 440 178 582 8 820.586 $ 812 987 1928 406 658 600 1 676 010 671 642 1928 325 799 800 1740 222 202 002 Die der Bevölkerung zur Berfügung. ftehenden Kartoffel. mengen haben sich also gegenüber 1913 um gut 35 Millionen Doppelzentner verringert. Das Defigit fonnte burch Einfuhr nicht gedeckt werden. Die Berhältnisse werben fich infolge der Devisenmifere in absehbarer Zukunft auch nicht ändern. Also wird man immer mit einem Südgang des Rartoffelver. brauchs zu reden haben, ber 1923 bereits 23 Broz. beträgt. Da die deutsche Bevölkerung Nahrungsmittel, aber nicht oftelbischen Fusel braucht, fann eine Aufhebung der Kontingentierung über haupt nicht in Frage tommen. Der Frankffurz. London, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Kurs des französischen Frank war an der hiesigen Börse heute 103,53 Frant für ein Pfund Sterling.( Friedensparität 25 Franten.) Ermäßigung der Güfertarife gefordert. Der ständige Ausschuß des Reichseifenbahntats hat einen Antrag auf Ermäßigung aller Tarife der Normaltlassen nach Klaffen geftaffelt um 20 bis 10 Broz. angenommen. Die Ermäßi gung vom 20. Januar von 8 Broz. ist in diesen Zahlen bereits enthalten. Für ben Rohlentarif wurde eine Grmäßigung, um 25 Brez. und einige besondere tarifarische Erleichterungen gewünscht. Zum Biederaufbau des Wirtschaftslebens follen weitere Ausnahmetarife eingeführt bzw. vorhandene weiter ausgebildet werden, namentlich für Düngemittel, den Wasserumschlag und für die Seehäfen. Die Gütereinteilung foll überprüft werden auch unter dem Gesichtspuntt der Ueberführung befiimmter Güter in höhere Tarif. flaffen. Es foll der Verwaltung überlaffen bleiben, zu prüfen, ob und inwieweit der Antrag finanziell burchgeführt werden tonn. Hinsichtlich der Berfonentarife trat der Ausschuß der ( Teuerungs-) Vorlage der Verwaltung bei; Schnellzugszuschläge und Beitfartenpreise bleiben unverändert. Die Rerordnung über die Schaffung des Unternehmens Deutsche Reichsbahn"" behält bei Werderung der Sähe der Normaltarife der Reichsregierung die Mitwirtung vor. Die Reichsindegiffer für die Lebenshaltungsfoflen( Ernährung, Wohnung. Heizuna, Beleuchtung und Bekleidung) beträgt nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes Montag, den 18 Re. bruar das 1,04 billionenfache ber Vorfriegezeit. teiperung gegenüber der Vortwoche( 1 03 Billionen), demnach 1,0 b.§. Eine deutsch- englische Versicherungsgemeinschaft ist zwifchen der Frantinter Allgemeinen Versicherungs- Attiengesellicaft und der Commercial Union in London auf 10 Jahre abgefchloffen worden. Beide Berficherungsunternehmungen beteiligen fich gegenseitig an ihrem Versicherun 18gefchäft. Die Kontingentierung der Alkoholerzeugung aus Kartoffeln ist also im Intereffe der Bolfsernährung selbstverständlich. Anders denten aber die deutschen Brenner und vor allem die nach höheren Kartoffelpreisen lüfternen Rartoffelprobuzenten. Zur großen landwirtschaftlichen Bode, die augenblidlich in Berlin stattfindet gehört auch der deutsche Kartoffeltag. Die Kartoffel Die Kredilsperre gegen die Firm Ceopold Seligmann in Roblenz, bauer fordern da in einer Refolution die Aufhebung der§§ 3 und 4 der Berordnung vom 24. August 1920, durch die die gewerbliche macht hat, ist von der Reichsbant aufgeboben worden und zwar die fich grober Berstöße gegen die Devilenverordnung foulbig ge Verarbeitung von Kartoffeln eingeschränkt wird." Wir erwarten," fo heißt es in der Entschließung,„ daß der Tag nicht mehr allzu weil die Tebifentäufe abne wiffen ber Bantbireftion fern ist, an welchem dem Brennereigewerbe die freie Selbstsich also i de Bant, die in Devilen macht und bie Alaemeinheit von einem Beamten vorgenommen worden feien. In Bukunft fann bestimmung zurückgegeben wird." Auf der einen Seite fordern die Agrarier durch Schutzzoll und Einfuhrverbote Zwargsmaßnahmen gegen den freien Handel, auf der anderen Seite singen sie das Hohelied der freien Wirtschaft, um den Hungernden die Kartoffeln vorenthalten und mehr Fusel herstellen zu können. Wir müssen von der Regierung erwarten, 000000000ur Gobocar hädigt, auf den Beamten" berufen, ber ohne wiffen der Pant direktion schiebt. Die Reichsbank hat anscheinend für solche faulen Ausreden Verständnis. Ein leichter Rüdgang der englischen Kohlenzufuhr macht fich im Hamburger Hafen durch den englischen Dodarbeiter. im Theater] Theater, Lichtspiele usw. Henes Operetten- Th. Große Volksoper de Weter oxxcocon Volksbühne Staats- Theater Uhr. Don Carlos 7 Täglich 7%, the: 7 Uhr; Boris Godunow Die Guido Thielscher Taulich Kammer- Oper verfagle 7 Uhr. Othe11 Lessing- Th. Nacht Opernhaus Othello Opernhaus Uhr: Lützowstr. 11. Regie: Dr. Georg Dreescher- Mas. Leit.: Dr. Ludwig M sch Prinzeßehen v J.F. Reichart/ Johann, d. munt. Seifensleder m alten Volkslied. 13 Das Mädchen von Elizondo v Offen ach am Königsplatz Was ihr wollt want i. 8 ft. FranzArnold n.Ernst2ach. Freit. 7 Uhr Faust Else Back- Claire Rommer- Sibyl smolowa Camilla Spira Tomy Tetzinff- Heinr casino- Th. 8 U. Marlow Les Peukert Berthold Relaig. Der neue Schlager 7U.: Dr Waffen- U.: schmied Schauspielhaus T: Die Empo Deat. Künstler- Th. Schiller Theater Allaber.di 7: rung d. Lucius 7 U.: Peer Gynt Señora Deutsch. Theater 71 Uhr: Die Buchse der Pandora Residenz Theat. rägl. 8 Uhr Androklus u. der Löwe Kammerspiele von Bernh. Shaw 71 Uhr: Der Nebbich Theater i. d. Trianon- Theater Tägi. 8 Uhr KöniggrätzerStr. Die nackte Tänzerin 7.30 Uhr: Sommer- Lustsp v. R. Lothar nachtstraum Komödienhaus 8 Uhr: BU Kleines Th. Devisen Jolandas letztes Komöd. v L.Sc midt Abenteuer Allabendlich 78, U.: Falkenstein, Limburg SU. Theater 8 U. Th. 1. Admiralspalast Folies Caprice Dranter und drüber Rund Deutsch Opernhaus um den Wedding von Leo Heller 7 Uhr: Tannhäuser Paulmul.er Emanuel List- Wien Resi Langer u. a. Apollo- Theater 1 Uhr Dir.James Klein 7%, Uhr Das wel istor Schauspiel Volk und Krone 1. Teil aus Bismarck- Trilogie Em.Ludwigs Ueber 00 Mitwirkende Dargestellt v, d. bromincntest. Bühnent Costiern Vien- Berlin Unterhaltungs- Varieté Jagerste Täglich& Uhr Das große Die Mali WIND BRIEN vom Steinhof Variete- spielplan Walhalla Theater Weinbergsweg 15 Welt. attraktionen Rauchen gestattet. Stablinge Cafe Wielka 60 Fricar.cbsu. Ecke Le pziger Str. Varieté/ Kabarett Th.a.Kottbus.To: Tägi. 7 Uhr abds Täglich 7, Uhr u Sonnt. nachmittag 3 uhr El.teWalter Steiner Melitta Klefer Sänger Wern. Caspari Leop. Büron Das neue Febr. Pro ramm! Reichshallen Th. TU U. 1.Sonnt. 3U Programm Stettiner mit Carl Prann n. a Die bekannte warme und kalte Küchell Große Bler- Abteilung 8: Der Hinduprinz Central- Theater Sonnabends. Sonntags Der Schrei u w. Alte Jakobstr. 3 Tagl.& Uhr Metropol Theater Die Novität 7 Uhr Marietta Opere te v Kolio Der dumme Neues Theat a. Zoo August 71 Uhr LILLY FLOHR in Meine Tochter Otto Neues Volkstheat. 8 Uhr Der Grat Operette in 3 Akter Rose- Theater Unr von Luxemburg. Glücksmädel Renaissance- Theat. 8U nachmittags 4 Uhr Das große Programm! Ungekürzte Vorstellung. Eintritt 90 Pt. Neue Welt A.SCHOLZ Hasenheide 108-114 Täglich Sänger u d. gi. 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Es muß mit größtem Eifer darauf gefammelt werden. Die Quittungstarten müffen von den Raffierern fofort eingeschickt werben, damit wir Garantie dafür haben, baß auch alle Sendungen eingetroffen sind. Die politischen Ber. trauensleute der Betriebe werden gebeten, die notwendige Anzahl Gammellisten sofort bei threm Abteilungtaffierer abzuholen. J. A.: Aler Pagels. Mieterverfamming bit DGPD.- Mieter bez Rreife Rrensberg, Reukölln und Lichtenberg Donnerstag, den 21. februar, 8 Uhr, im Reichenberger Sof, Reichenberger Str. 147( Nähe Rottbuser Tor). Thema: Die dritte Steuernotverordnung und die Mieterschaft". Referent Genosse Landgerichtsrat Ruben. Beseitsgemeinschaft fos 2chter und Lehrerinnen Deutschlands. Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 22. Februat, abends 6% Uhr, Mitgliederverfamin lung in ber Schule Sinter der Carmientire, of red is, Bimmer 7. Referenten Genosse Drange und Geneffin Riebger. Thema: ,, Arbeits. gemeinschaft, Lehrerrerein, Gewerkschaft". Die Gewerbe und Handelss lehrer verfammeln fich 1 Stunde vorher, 1. Rreis Mitte. Elternbeiräte und Anhänger bee Freien Schulgemeinde: Bersammlung Freitag, ben 22. Februat, 7 Uhr, bei Spiegel, Aderstr. 1. 2., 6., 7., 9., 10., 11, unb 12. Areis. Achtung, Beamtenobleute! Freitag, den 22. Februar, 71 Uhr, bel Alawitter, Schöneberg. Apostel Paulus- Str. 7. äußerst wichtige Besprechung. Jeber bet angeführten Arelfe mus vertreten Tein. 18. Kreis Beißenfee. Freitag, den 22. Februar, 7 Uhr, im Realgymnaftum, Boeldpromenade. Kreisgeneralversammlung. Referent Genoffe Reuter. Thema: Der Barteitag und bie Reichstagswahlen". 17. Areis Lichtenberg. Freitag, ben 22. februar, 7 Uht, außerordentliche Kreisvorstandsfigung in der Bibliothek, Weichselfte. 28. Heute, Donnerstag, den 21, Februar: 25. bt. Die Bezirksführer werben erfuht, ble breffen der BSBD, Ronfum. vereinsmitglieder festzustellen und umgehend an ben Abteilungsleiter ab zugeben. Jangsozialisten. Gruppe Kriebrichshain: 48 Uhr in bet Gozialen Arbeits. gemeinfdaft, Am Oftbahnhof 17, Bortrag über Erziehung aur Bolitik in Bet Jugendbewegung. Referent Geneffe Franz Offerroth- Bochum. Morgen, Freitag, den 22. Februar: 44. t. 7 1hr bei Ewalb Gihung der Mitgliebet, ble in der Wohlfahrts. und Jugendtommiffion tätig find oder fein wollen. Treptow- Baumschulenweg. Bildungsausschus: 24. Borführung wiffenfchaft. licher Filme in ber Treptower Sternwarte. Eintrittspreis um 64 Uhr 40 um 84 Uhr 50 f. Machmittags 3 Uhr für Kinder 15 Bf. Sungjoziceliften. Gruppe Rorben: 7 Uhr in der Rotaoftube Sd önstedtstr. 1, Sitgliederversammlung. Um 8 Uhr Beteiligung an der Beranstaltung der 3. Webbing im Jugendheim 5 Sr. Bortrag bes Gentoffen Rurt Beaner Gber wed und Biele der fungiesicliftifchen Bewegung. Die älteren Genoffen bet 63. bes 3. Rreifes Webbing find eingeladen.- Gruppe Gineberg: 8 Uhr im Jugendheim Rubenstraße Bieberabend. Koch& Leeland unermüdlich in der Leistung! 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Wulle( deutsch pölt.) wegen Beleidigung, auch wegen Beleidigung des Reichstags, fowie mehrere andere Auslieferungsanträge gehen an den Geschäfts ordnungsausschuß. Abrüftung." Clemenceau hat thm darauf geantwortet: Jn 15 Jahren werden die Deutschen nicht alle Bestimmungen des Bertraces ausgeführt haben und wenn Sie, herr Marschall Foch, mir in 15 Jahren die Ehre geben, mein Grab zu besuchen, werden Sie fagen fönnen: Wir sind am Rhein und bleiben dort." Wir wissen aus anderen Erklärungen, daß die Franzofen die Angriffe auf deutsches Gebiet und deutsches Wirtschaftsleben für viel wichtiger halten als Reparationsfragen. In der schweren Beit der legten Monate hat uns in der Pfalz ble nationalistische Meuterei in München mehr gefchadet als genügt. Die Pfalz hat eine fluge und zurückhaltende vaterländische Bolitit gemach; das mögen fich die mussolinischen jüngeren Herren zu Herzen nehmen. Ohne Kahr war ein Fall Hoffmann- Aalferslautern nicht denkbar Bor Ein'ritt in die Tagesordnung fordert Abg. Bark( Romm.) Bewegung gegeben haben. Ich selbst war Augen- und Ohrenzeuge und ohne Hoffmann- Raiserslautern würde es feine feparatistische fofort eine Rechenfchaftslegung der Regierung über ihre Berorb und fann beflätigen, daß Herr Hoffmann und seine Freunde nie nungen und gröbsten Gefegesverlegungen. Es sei unerhört, daß daran gedacht haben, die Pfalz von Deutschland loszulösen. Bor die anderen Parteien sich um eine große politische Aussprache her dem Oftober 1923 gab es in der Pfalz teine Separatisten. Träger undrücken wollten, um nicht eine Regierungstrife heraufzube- der Geparatiftenbewegung waren landfrembe minder fchroören. Die fommunistischen Anträge auf Aufhebung des Auswertige Clemente. Diefe Ehrenmänner hatten es nach den nahmezustandes und Befeitigung der Rotverordnungen müßten von mir geprüften Straffen im Durchschnitt auf 20 Borftrafen fofort auf die Tagesordnung gefeßt werden. gebracht, einer hielt den Reford mit 35( hört, hört!), und das nennt man in der franzöfifchen Rammer Die Freunde Frant. reichs"! Aus der Tatsache, daß die freie Bauernschaft in bas feparetiftische Fahrwasser geriet, ertennt man, wie gefährlich es ist, eine Organisation auf rein eqozentrale Grundlage zu ftellen. Den Antrag über Beftrafung der Hochperräter mit dem Tode follten wir dem Rechtsausschuß überweisen. Unvereinbar ist es mit dem Friebensvertrag und mit dem Rheinlandabkommen, daß die Franzesen feparatiftifche militärische Formationen bufben, die bis an die Hähne bewaffnet find. Wenn der französische Minister präsident behauptet, daß die franzöfifchen Behörden in der Bfals bisher eine einmandfreie Neutralität beobachtet hätten, fo muß ich aus meiner Erfahrung das Gegenteil behaupten. General be meg hat erflärt, er werde Abg. Müller- Franfen( So3.) ftellt feft, daß man im Zelteften ausichuß einig darüber war, daß fobalb als möglich eine große politische Debatte stattfinden foll. Die Reichsregierung hat fich ebenfalls dazu bereit erflärt, und zwar für die ersten Tage der nächsten Woche. Diese Erörterung brauche daher nicht heute statt. zufinden. Die Anträge Bark tönnen nicht auf die Tagesordnung gefeßt werten, da auf der Rechten Widerspruch erhoben wird. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Rechtshilfever. trag mit der Repubiit Desterreich. Außenminister Dr. Stresemann bringt ble Borfage ein und führt nach fachlicher Empfehlung der Borlage aus: Ich will nicht die Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne dem stammverwandten deutschösterreichischen Volke aufrichtigen Dank zu fagen für die warmherzige Teilnahme und tatkräftige Dant zu fagen für die warmherzige Teilnahme und tatkräftige Un'erstübung, die uns in unserer schweren Not gerade von Deuta öfterreich zutell geworden ist.( Lebhafter Beifall.) Das österreichische Ba't hat sich unter weifer Führung mit außerordentlicher Spanntraft aus( einem tiefen alle erhoben, und wir hoffen, daß es ihm gelingt, beffere Beiten zu erleben. Wir hoffen auch, daß wir ihm bas vergeffen fönnen, was es an uns getan hat zu einer Zeit, als es felbft fchwet genug zu ringen hatte. Wir hoffen, daß die freund schaftlichen Beziehungen meiter aufrecht erhalten bleiben, die ja auch hren Ausdrud finden in diesem Bertrage und die, wie ich hoffe, fich auswirken werden in den demnächst beginnenden Berhandlungen über den deutsch- österreichischen Handelsvertag, eine Etappe auf dem Wege einer Immer befferen Berbindung zwischen unferen beiben Bölfern.( Erneuter Belfall.) Abg. Dr. Rieker( D. Bp.) schließt sich namens feiner Fraftion ben orten des Ministers an. Der Gesetzentwurf wird gleich in allen brei Lesungen einstimmig angenommen, ebenso der Gefeßentwurf über Danziger und memelländische Rechtsangelegenheiten, nad welchem Berfahren, die vor der Abtretung von Danzig und Memel vor inländischen Gerichten anhängig waren, vor denselben Berichten fortgeführt werden. Der Gesetzentwurf über Aenderung der Kraftfahrzeug. linierverordnung, monoch auch für die Kraftfahrzeuglinien der Reichspoftverwaltung die Genehmigung der Länder einzuholen ist, wird dem Berlehrsausschuß überwiesen. Die Pfalzinterpellationen. Auf der Tagesordnung stehen dann die Interpellationen über die Separatiftenbewegung in der Pfalz und der deutschnationale Antrag betreffend die Aburteilung ber des Hochverrats im besetzten Gebiet beschuldigten Bersonen. Abg. Hofmann- Ludwigshafen( 3.) begründet die Inter pellationen. Unsere Interpellation macht die Reichsregierung auf die troglosen Zustände in der Pfalz aufmerksam und bittet um Abhilfe. Die Franzosen, die sich ihres parlamentarischen Regimes rühmen, erflären die Immunität der Abgeordneten des Reichs tages im befetten Gebiet für null und nichtig.( hört, hört!) Marschall och hat in Versailles erflärt: Wenn wir den Rhein nicht dauernd erhalten, gibt es feine Neutralität und teine alle Teufel auf die Pfalz loslaffen, bis die bürgerlichen Bartelen Vernunft annehmen. Die französischen Bezirksbelegierten Oberst Lappoint und andere haben erklärt, baß die Beamten, bie fich den Separatiften nicht fügen, von den Franzosen gemaßregelt werden sollen. Redner führt eine ganze Reihe folcher Meußerungen der franzöfifchen Bezirksbelegierten an, die fich auch gerühmt haben, den deutschen Widerstand gegen bie Separatisten gebrochen zu haben, er führt weiter an, wie die Geparatisten unter dem Schutze der Franzofen die pfälzischen Stäbte er obert haben. Die Separatisten haben gemeine Berbrechen, Mord und Raub gegen die Deutschen begangen, geven feines dieser Berbrechen sind die Besatzungsbehörden eingeschritten. Die legten Borgänge in Birmasens begreift man, wenn man die ' mosphäre fennt, in der unser Bolt lebt; es waren Taten ber Notwehr.( Zustimmung) Wir haben die Gewähr dafür, daß eine feparatistische Herrschaft nicht wiederkehren wird, denn wir haben die deutsche Treue und die innerliche Geschloffenheit. ( Bebhafter Beifall.) Abg. Korell( Dem.) begründet die bemokratische Interpellation. Hinter bem ganzen feparatistischen Angriff von Trier bis Spener habe offenbar ein einheitlicher Befehl geftanden und der fönne nur aus dem Hirn eines franzöfifchen General täblers ftammen. Die Geparatiftenunruhen waren mehr als ein Unwetter, fie maren ein Guerillafrieg des Abschaums ber Menschheit gegen eine mehrlofe Bevölkerung, angezettelt von dem Nachbarvolt ber Frangofen. Der Redner begrüßt den deutsch Beratung im Rechtsausschuß. Der Redner schildert das harte Los nationalen Antrag auf Bestrafung der Hochverräter, ersucht aber um der Ausgewiefenen und appelliert an die fibrigen Alliierten: Wer überhaupt noch Sinn für menschliches Gefühl hat, der versetze sich in ble Bage, von Leuten, die ihrer Heimat beraubt find, nur weil fie beu fah waren! Der Redrer bittet um Unterstübung der Ausgewiesenen nach Maßgabe der finanztellen Sträfte des eiches und um wiederanstellung der Beamten. Er warnt vor dem plöglichen Abbruch der Zahlungen der Befagungstoften ohne vor hergehende Berhandlungen. Abg. Schulh- Bromberg( dnatt.) begründet den Antrag fetner Fraftion. Es muß eine Bestimmung in unsere Strafprozeßordnung hinein, wonach auch in Abwesenheit von Landesverrätern gegen diefe verhandelt werden muß. Gegen Landesverräter muß auf Todesstrafe erfannt werden( Beifall rechts.) Nunmehr wird die Weiterberatung auf Donnerstag 2 Uhr ver tagt. Außerdem fleinere Borlagen. Schluß gegen 6 Uhr. Die Erwerbslosenfrage im Landtag. Ablehnung ter an onberer Steffe bereits gemeldeten Dt. atenerhöhung für die Mitglieder und den Bräsidenten des Staatsrats nahm der Landtag in feiner gestrigen Sigung einen Antrag bes Unterrichtsausschuffes auf Unterstübung von Brivatschu len an. Danach soll das Staatsministerium ersucht werden, die Ctatsmittel zur Unterstützung der Privatschulen aufrechtzuerhalten, feweit es tie Finanzlage bes Staates gestattet, fowie bei Bemessung der Unterstützungen darauf Bedacht zu nehmen, daß die Besoldungs verhältnisse der Lehrkräfte der Privatschulen sowie deren Alters. und Hinterbliebenenversorgung ben Berhältnissen der öffentlichen Schulen angepaßt merben. Das Haus geht über zur gemeinsamen Beratung ber Anträge über Unterstüßung der Erwerbslosen, Aufhebung des Reichsmieten gefeges, liber Behebung der Wohnungsnot, Förderune der privaten Bautätigkeit ufm. Der Hauptausschuß, für den Abg. Meyer- Solingen( S03.) berichtet, empfieh't die Annahme der Anträge in einer abgeänderten und ergänzten Fassung, wonach das Etaatsministerium ersucht wer den for, der Arbeitslosigkeit und der großen Not der Erwerbslofen befondere Aufmertfamfeit zu fjenfen und die Belebung ter Birt. [ chaft mit allen Mitteln zu fördern. Im fpeziellen foll neben dem Unterstügungsgeleg für Bilichtarbeit bei. Mehrarbeit der ta. rifliche Lohn gezahlt werden, bie allmähliche Zurückführung überschüssiger Arbeitsfräfte im befesten Gebiet mit dem Ziele der Ansiedlung auf dem Lande erfolgen, die planmäßige Er fteffung son Kleinwohnungen durch aus der Wohnungswirtschaft zu gewinnende, fdynell fließende Mitte ermöglicht wer den, soll die Forstverwaltung Bauhölzer zu ermäßigten Breijen zur Förderung der Bautätigkeit im befeßten Gebiet liefern, die Erhö hung der Wohnungsmieten auf den Stand der Friedensgolomieten verhindert und die Mietsteuer, wenn ihre Erhebung nicht mehr verhindert werden fann, mit zur Durchführung eines ausreichendon Bohnungsbauprogramms verwendet werden. Abg. Hartwig( S0%). befürwortet elnen Antrag seiner Fraftion, wonach bie staatlichen Forstverwaltungen angewiefen werden folen, zur Linderung ber Arbeitslosigkeit die erforderlichen Durchforstungsarbeiten ungefäumt anzufangen und die Regierungspräsidenten aufgefordert werden sollen, auf Grund der gefeßlichen Bestimmungen betr. Bes hebung der dringenden Wohnungsnot die danach möglichen Ge. ländeerschließungsarbeiten ufm. anzuordnen. Donnerstag, 21. Febenar 1994 Nach Beschwerden des bg. Sobotila( Komm.) spricht Abg. Haefe- Wiesbaden( Soz.): Es t zwar ein feiner Ridgang in der Bahl der Grwerbslosen und Kurzarbeiter eingetreten; aber noch immer zählen wir 3 L radezu troftlos ist ihre Lage im belegten Gebtet, tie amtlich Itonen unterfügungsberechtigte Arbeitslose. Ge angeordnete Stilegung aller öffentlichen Arbeiten her fie noch ver schlimmert; es gibt dort Leute, die schon über ein Jahr lang er werbslas find. Was soll eine Familie mit 2 Rindern bet 7. Bochenunterstüßung anfangen? In Eustirehen find 90 Brez. ber Beobiterung erwerbslos. Standalös ist befondose im belegten Gebiet bas bittatorische Borgehen der Unternehmer fchaft, ele ben Tarifvertrag überall beseitigt und Berlängerung der beltszeit und Berringerung der Söhne durch Aussperrungen Sebung, sondern era begung ber Arbeitsleistung und ähnliche Gewaltafte erzwingt. Die Folge von alledem ist nicht Die Konfumtraft der arbeitenden Bevölkerung muß gehoben werden, feine Arbelterfrau fann von ben billigen Breifen der Bete Sparmaßnahmen bes Reiches gehen auf diesem Gebiet zu weit, ble en Woche u. tgl. Gebrauch machen, da ble mitte fehlen. Die interstigungsfähe fird eben unzureichend und müssen erhöht wor den Die Reichsmittel für Aufforstung von Dedländo. reien find zu verstärken. Die Arbeitspflicht der Erwerbsfofen, on blefen mangsarbett genennt, hat durch des Reichs fabinett am 17. November eine Faffung und am 18. Januar eine Erweiterung erfahren, bie mir als reichsverfaffungs widrig betrachten, imb es sollen sogar Berordnungen in Nushit stehen, wonach unfertige Wohnungsbauten im Wege der Arbeitspilit fertiggestelt merben follen! Dagopen önnen wir nur ten ernsteten Broteft erheben und müffen erwarten, daß solche Anschläge auf das Arbeiterrecht nicht weiter verfolgt werden. Nur, wenn die Wirtschaft wieber in Gang gebracht, vor allem die Bautätigkeit wie ber belebt wird, ist Hoffnung auf Befferung dentbar. Aber auch wenn der schon so lange andauernte Winter endlich aufhört, wirb der Wohnungsbau nicht zu beleben sein, wenn nicht aus der sh sungswirtschaft felbft schneci fließende Mittel ge wonnen werden. Aus den Solomieten ist nichts bafür zu erwar ten, die Spuren shreden, bas Bertrauen der Hypothekengläubiger, bie alles serfaren haben, wire so leicht nicht wiedergewonnen wer ben. Die Mietzinssteuer würde ja heffen können, wenn die 600 Goldmillionen für den Wohnungsbau Berwendung fänden; aber dafür besteht kaum eine Wahrscheinlichkeit. Es muß also auf are berem Wege das Gelb beschafft werden. Benightens aber sollte bas Haus die Ausschußanträge annehmen.( Beifali bai den Goz.) tätigkeit müsse man zuerst an das besogte Gebiet banken. Die Reb Abg. Front Weber( 3.) erklärt, auch bei der Belebung ber Baus nerin richtete einen Appell an Frantreich und die ganze Welt, bie Berhältniffe im besetzten Geblet zu ändern. Staatsregierung, für die Schaffung von Arbeitsgelegenheit und die bg. Sonnenfchein( Dn.) bezeichnet es es erste Pflicht ber dazu erforderlichen Kredite zu sorgen. die Rete des Minifiers Senering in Münster, in der dieser Abg. Engberding( D. Bp.) menbet fich aufs fhärffte gegen den Arbeitgebern Rüdsichtslosigkeit vorgeworfen habe. Herr Sepe ring müße sich als parlamentarischer Minister von Agitationsge ften befreien fönnen.( Lärm. Swischenrufe b. à. Goz.- Zurufe b. d. D. Bp.: Fort mit Severing!) fung von Arbeitsgelegenheit zu helfen. Im belegten Gebiet hat die Abg. Riebel( Dem.): Den Erwerbslosen ist nur durch Beschaf franzöfif- belgische Regie unser Gisenbahnwesen in Grund und Boden ruiniert und das ganze Wirtschaftsleben tort faft vernichtet; beshalb bie besonders große Notlage der Grwerbstsjen an Rhein und Ruhr. Rach weiteren Ausführungen der Abgg. Frau Geffte( Komm.) gegen die Behauptung, daß die Arbeiterschaft geen zehn Stumber und Dr. Weffer( D. Bp.) wenbet fich bg. Limberg( Soz.) verteidigte die Neußerungen bes Minifters Severing. Das Unte nehmerfum fei jetzt fo fresh and unverschämt wie nie verber( en arbeiten würde, wenn die Gewerkschaften nicht wären. Der Mocner Dauerrbe farmende Unterbrechungen b. b. Komm.). Gyftematifes würden die Goldlöhne abgebaut und die Arbeitszeit erhöht. Wiles treibe einer Katastrophe im Ruhrgebiet zu. Die Industriefapitäne" ließen aber jebes Berständnis vermiffen für die fchümme Gestaltung der Dinge. Staatssekretär Dr. Scheidt weist auf die Ruhebesehung und ble außerordentliche Krebitnot hin; belbes brüde gewaltig auf die Läfung des Erwerbslofenproblems und bindere die Schaffung neues Arbeitsmöglichkeiten, ohne die das Problem nicht gelöst werben tonne. Eine freie Birthdaft im Wohnungsbau Sane zurzeit nicht eintreten. Cine privatwirtschaftliche Bautätigkeit fei heute ange fidyts ber Kreditnot einfach unmöglich.( Surufe regis.) Der Be fahrtsminister beabsichtige, Sachverständige zu hören über die 20lies zur Belebung der Bautätigkeit. Nach furzen Ausführungen der Abgg. Jint( 3.) und Engbet ding( D. Bp.) vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 be: Be amienabbauverordnung. Keine Borlagen. Schluß 3 Uhr 45 min. BORG ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER M.SCHULMEISTER MSchulmeister Marron K Hochbahnstation Kottbuser Ter yon am. 20.- bis 43.Einsegnungs- Anzüge Prüfungs- Anzüge von Gm. 17- an Der gesunde Babruk he tou Motasan Nur 4 Pfennig kostet MAGGI Fleischbrüh- Würfel Achtung auf den Namen MAGGI und die rotgelbe Packung. Einfach mit kochendem Wasser übergossen, er hält man kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen aller Art. MAGGI Die Sigung wird auf eine halbe Stunde unterbrochen, damit Dann wird die Aussprache zum Geschäftsbericht fortgesetzt. Sidert. Essen( Opposition): Der Vormarsch der Reaktion ist durch die Arbeite corganisationen gefördert worden. Weder vom Vorstand noch von den Verbandsorganen sei versucht worden, die Erringung des Friedensreallohnes zu verwirklichen. Im Streit der Berwaltungsstelle Etuttgart habe der Borstand einseitig Stellung genommen. Das Selbstbestimmungsrecht der Mitglieder werde vom Borstand unterdrückt. Die Diktatur der Arbeiterklasse jei aufzugegner feine zu große Angst um ihren Profit. Die lebung wahrer Den VSPD.Arbeitern steht das Wohlergehen der Gewerkschaften höher als Parteizänkereien. Der Redner schloß unter stürmischem, langanhaltendem Beifall mit einem Appell zu gemeinsamer Arbeit. Um 3 Uhr ist die Tagung beendet. Generalversammlung der Metallarbeiter die Frattionen für sich beraten können. Nach Wiederaufnahme der Solidarität und Duldſamkeit iſt die Grundlage gemeinſamer Arbeit. de Raffel, 20. Februa.r( Eigener Drahtbericht.) Tagung wird der Antrag 3ista zurüdgezogen. Sämtliche Saber Mittweigung des Metallarbeiterfongresses erstattete Mandate werden für gültig erklärt. Der Antrag der MandatRaulvers Magdeburg den Bericht der Mandatprüfungsfommis- prüfungskommiffion wird gegen die Stimmen der oppositionellen Fon. Anwesend find 400 Delegierte, 19 Bezirksleiter, 11 befoldete Delegierten mit großer Mehrheit angenommen. und 11 unbefelbete Borstandsmitglieder, 2 Redakteure, 3 Ausfußmitglieder, 10 Beiratsmitglieder, außerdem eine große Anzahl ven in- und ausländischen Gästen. Der Berichterstatter stellt fest, deß bei den Bahlen gab reiche grobe Verstöße vorgekommen find. Die Mandatprüfungtommission sei zu der Auffassung getom. men, daß eigentlig 50-60 Mandate tassiert werden müßten; Be habe jedoch davon abgesehen um das gute Bild der Tagung nicht zu även und weil Teeuwahlen unmöglich wären. Ein Antrag, ben die Mandatprüfungstommission der Generalversammlung unterrichten. breitet, stellt feft, bag in verschiedenen Bezirken eine WahlagitaHex betrieben worden sei, die gegen die Bestimmungen des Statuts und des Wahlreglemente in der grötlichsten Weise per#ose. Der Antrag verlangt daher vor Verstand und erweiterten Boivat, baß im Wahlreglement die zulässige Wahlagitation scharf mgrenzt werde und bei Berstößen der Vorstand mit den statutari Jhen Mahnahmen vorgehe. Fir die Oppofitien sucht 5811ein die Darlegungen des Be richterstatters der Mandatprüfungsfominission abzuschwächen. Die Bortemmnifle feien eine Folge des Klassenkampfes. S Bista Berlin beantragt, die Berliner Mandate für ungültig au erflären, worauf Schumann Halle die Erklärung abgibt, daß die Annahme dieses Antrags eine Spaltung des Berbandes bedeuten würde. Die weitere Debatte, in der zahl reiche Rebner über unerfreuliche Borgänge in ihren Bezirken be 12 Uhr wird die Debatte burch einen Schlußantrag beendet. sichten, flirt oftmals zu stürmischen Unterbrechungen. Gegen # Bochum, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Gegenüber Ausführungen, die der Borsigende des Deutschen Metallarbeiterverbandes Dißn'ann auf der Kasseler Tagung gemacht hat und in der er es verhängnisvoll für die deutsche Arbeiterschaft bezeichnete, caß der Bergarbeiterverband der verlängerten Arbeitszeit zugestimmt habe, erläßt der Bergarbeiterverband eine Erklä rung, in der u. a. gesagt wird, am 13. November habe in Essen eine gemeinschaftliche Sigung sämtlicher Arbeiterorganisationen statt. gefunden, um zu der Lage im Ruhrrevier Stellung zu nehmen. Der anwesende Vertreter des Metallarbeiterverbandes sei es gewesen, der dabei hervorheb, daß angesichts der schwierigen Lage eine Stunde ueberarbeit im Bergbau das zweckmäßigste sei. Am 29. November sei das befristete Ueberarbeitsabtommen für den Ruhrbergbau in Berlin zum Abschluß gebracht worden unter ZuStimmung des Vertreters des Vorstandes des Metallarbeiterverbandes. Auch auf der Konferenz in Hannover am 3. Dezember hätte sich der Vertreter des Hauptvorstandes des Metallarbeiterverbandes und ebenso ein Gauvertreter desselben Verbandes für die Annahme des Abkommens ausgesprochen. Bei den Verhandlungen über die Arbeitszeitfrane hätte der Metallarbeiterverband den Arbeitgebern der nordwestlichen Gruppe evenfalls das Angebot gemacht, die Arbeitszeit durch eine Stunde Ueberarbeit zu verlängern, Meh Frankfurt a. M.( BSPD.): Keins der Berbandsorgane traucht sich der geleisteten Arbeit zu schämen. Was den Verband zu einer großen und gefürchteten Organisation gemacht hat, ist die Achtung vor den selbstgeschaffenen Gesezen, die jeden einzelnen erfüllen müssen.( Lebhafter Beifall.) Gegenüber der Macht des Kapitalismus fann sich nur die Geschlossenheit der Arbeiterschaft durchsetzen. Die notwendigen Gewertschaftsarbeiten dürfen nicht vernachlässigt werden durch politische Fragen. Die politischen Verhältnisse zu ändern ist verhältnis mäßig leicht, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse umzuge stalten, ist viel schwieriger.( Sehr richtig!) Eine ungeheure A u f= flärungsarbeit ist notwendig, um die Massen in sozialistischem Sinne zu schulen. Ein Ausbau der Bildungseinrichtun gen ist unbedingt notwendig. Auch dort, wo Kommunisten in den Gewerkschaftsleitungen tätig sind, haben sie nicht mehr erreichen fönnen als die verfluch'en reformistischen Gewerkschaftsführer". Go- Café Zielka Varieté- Kabarett, Friedrichstraße 60. Ecke Leipziger lange die Arbeiter einander die Köpfe einschlagen, haben die Klassen A.Wertheim Lebensmittel Donnerstag und Freitag, soweit Vorrat Fische und Räucherwaren Grüne Heringe große 5 Pid. 70Pf. Bleie.. Pfund 45PE lebend 60Pt. Seclachs geräuchert.. Pfund 60P. Wurstwaren Bücklinge norweg... Pfund 32Pf. 39 Kiste ca. 5 Pfd. Inhalt 145 Kieler Bücklinge Pfund 6& Pt. Käse Camembert Camembert.. Schachtel 20Pt. Soldinerkäse.... Stuck 22PL. Camembert Teerose) Port. 17Pt. Schachtel 8 Portionen 130 Tilsiterkäse.... 60Pt. 80PL Edamerkäse Pid. ... Pfund 1 M Zwiebelleberw. Pfund 56P. Landleberwurst Pfund 96Pt. Fleischwurst( Thüringer A110 Mortadella....... Pfund 124 Pomm. Teewurst Pfund 160 Westf. Plockwurst bid 144 hart Obst und Apfelsinen.... Dupend 68Pt. .... Dupend 68PL. Blut- Apfelsinen Dupend 68Pt. Zitronen...... Dugend 48r. 5 Sortimente Südfrüchte besonders preiswerter Graue Reinetten PM. 28Pt. Ananas- Reinetten Pid. 38Pt. Smyrna Feigen Plund 48PL Straße, nachm 44, abends 734 Uhr: Großes Programm Frisches Fleisch Schweinebauch BR 90 Pt. .Blattm.Opt. Schweinerücken Pfund 90 Pt. Schweineschinken 95 PL 60 Kalbskamm.... Pfund 70 PL. Kalbsbrust...... Pfand 70 PL. Kalbsnierenbraten 70. Pinna Kalbskeule ganz und geteilt 85 PL. Gehackles Fleisch Pid. 70 Pt. Fettes Ochsenfleisch ger gen. Kamm u. Brust.. Piund 55 PL. Schmorfleisch m. Knochen 60 PL HausmacherSülze Pfund 44 PJ. Margarine feine 1 Pfund- Paket 50 Pt. 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