Nr. 93 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 46 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Lugemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Boſt bezugspreis für Februar 4- Goldmt. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und geit" mit Gieb Iung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Cozialbemokrat Berlin' Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. zeile 0,70 Goldmart. Retiamegeile 3,50 Goldmart. Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 0.20 Gold. mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 plomart. Worte über 15 Buchstaben zählen filtr zwei Worte. Familienanzeigen file Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart. ein Dollar geteil Durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer mülsen bis 4 Uhr nachmittags in Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 24. Februar 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostichedfonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Depoitentasie Lindenstraße 3 Erklärung Dr. Stresemanns. Ueber den ,, Reiserede- Sturzflug" von Dresden. In einem Leitaufsatz des Borwärts" wird Kritik daran geübt, daß der Außenminister in einer in Dresden gehaltenen Rede Der Reichsminister des Aeußern, Herr Dr. Strefe| auch die dritte Seite nach den Erfahrungen, die sie gemacht mann, verbreitet durch WTB. folgende Erklärung: hat, unmöglich noch glauben, alle Fragen der Welt feien da durch zu lösen, daß man Soldaten marschieren läßt. Daß der Außenminister die Pflicht hat, die schweren Bersündigungen an der deutschen Außenpolitik, die die äußerste Rechte täglich begeht, mit der größten Schärfe zurückzuweisen, ist unbestritten. Wir können uns nur freuen, wenn der Außenminister diese Pflicht erkennt und danach handeln will. savon gesprochen habe, die Regierung dente nicht daran, in belonders gefährdeten Gebieten den Ausnahmezustand aufzugeben. Der Vorwärts" fnüpft daran die Frage, ob in diesen Worten tine Uenderung der Zusage der Aufhebung des militärischen Kusnahmezustandes liegen folle. Diese Frage des Borwärts" ist such nach dem Wortlaut der Darlegungen des Außenministers nicht serständlich. Der Außenminister hat nicht davon gesprochen, daß er militärische Ausnahmezustand bestehen bleiben sollte, ondern er hat darauf hingewiesen, daß der Ausnahmezustand m gefährdeten Gebieten nicht aufgehoben werden dürfe, eine Aufajjung, die, wie wir zu wissen glauben, nicht nur von der Reichs gierung, sondern von den Vertretern verschiedener Länder geeilt wird. Der Borwärts" fragt weiter, ob der Reichsaußenminifter in kiner Rede davon gesprochen hätte, daß Deutschland von v'er chiedenen Seiten bedroht gewesen wäre, wenn bei Geingen des Hitler- Butsches ein Vormarsch auf Berlin erfolgt väre und nennt dabei die Namen einzelner Staaten. Der Reichs außenminister hat feine Namen einzelner Staaten genannt. Es sarf aber darauf hingewiesen werden, daß am Tage des Hitler Butsches, am 8. November, die Agence Havas jenes Kommuniqué peröffentlichte, worin sie darauf hinwies, daß die französische Regierung der Entwicklung der Dinge in Deutschland nicht gleich. 3 ültig gegenüberstehen fönne, da sie die Gefahr schwerer Berwid lungen in sich schlösse. Diese Erklärung und die Mitteilungen, die der Reichsregierung sonst über die Wirkung der Münchener Borgänge sugegangen find, laffen gar keinen Zweifel darüber, daß ein in eine Diftatur ausmündender Hitler- Putsch in der Art, wie sie son ihren Urhebern geplant war, das Deutsche Reich außenpolitisch in die schwersten Gefahren gebracht hätte. Es erfcheint gerade als Pflicht des Außenministers gegenüber denjeni. erscheint gerade als Pflicht des Außenministers gegenüber denjeni gen Bolksschichten, die glauten, daß innere Umwälzungen im Reiche ohne außenpolitische Gefährdung möglich find, darauf hinzuweisen, welche Schwierigkeiten und Gefahren sich aus solchen innerpoliti ichen Entwidiungen ergeben fönnen. Daß irgendein Recht fremder Mächte, sich in dieser Art in deutsche Verhältnisse einzumischen, nicht besteht, hat übrigens der Reichsaußenminister dem französi fchen Botschafter gegenüber in jenen Tagen in einer auch öffentlich befann gegebenen Unterredung scharf und deutlich zum Ausdruck gebracht. Irrig ist es schließlich, wenn der„ Borwarts" auf Grund crichtes. der nur einen Auszug aus einer ausführlichen Rede widergeb, glaubt, daß der Außenminister davon gesprochen hätte, man tonne vielleicht sehr bald mit einer völligen Um stellung der Weltpolitik zur Frage des Friedensvertrages rechnen. stellung der Weltpolitik zur Frage des Friedensvertrages rechnen. Der Außenminister hat in einem Vergleich der Entwicklung, die von der französischen Revolution bis zum Wiener Kongreß führte, darauf hingewiesen, daß unsere Gegenwart dieser Zeit darin gleiche, daß sie erfüllt sei von den stärksten sozialen. wirtschaftlichen und politischen Gärungen. Er hat als Beispiel dafür die Erscheinungsformen des Bolichewismus und seine Auswirkungen in Rußland, den Kampf zwischen dem Gedanken der Dittatur und dem Parlamentarismus, die Erscheinungen des internationalen Währungsverfalles sowie die Zerstörung der gewohnten weltwirtschaftlichen Berhältnisse angeführt und im Zusammenhang damit erklärt, daß die Entwicklung nur langsam vor sich ginge und man ob jektiv anerkennen müsse, daß die Einstellung der Welt zu den Folgen des Bersailler Bertrages, die heute immer mehr erkannt würden, eine ganz andere sei als dies noch vor einem oder zwei Jahren der Fall gewesen wäre. Von einer geschichtlichen Parallele zwischen einstiger und heutiger Welffoalition gegen Frankreich, die der Vorwärts" in diese Ausführungen hineinlegt, ist in den Ausführungen des Außenministers selbst tein Wort gesprochen worden. Wahlen und weiter! Die Aussichten der Sozialdemokratie. Am Dienstag beginnt also die große Reichstagsdebatte, in der sich entscheiden soll, ob die Erneuerung des wird. Die Deutschnationalen drängen nach Auflösung, die Reichstags erst im Juni oder schon im April erfolgen Mittelparteien sind besorgt, die Regierung schwankt. Unterdes ist die Sozialdemokratie entschlossen, die Auflösungsfrage so zu behandeln, als ob sie nicht vorhanden sei. Das heißt, sie will nur die fachlichen Gesichtspunkte gelten lassen, und sie fragt nicht danach, welche Folgerungen für den Wahltermin die Regierung aus den Reichstagsbeschlüssen ziehen will. Unterdes find die Gegner von rechts munter dabei, durch möglich Entmutigung und Erschütterung in die feindlichen ein den Sieg vorwegnehmendes Triumphgeschrei soweit wie Schlachtreihen hineinzutragen. Sie versichern, sie würden der Sozialdemokratie eine solche Niederlage beibringen, daß sie Sozialdemokratie eine solche Niederlage beibringen, daß sie als politischer Faktor fo gut wie erledigt sei. fämpfung des Margismus ist die Parole. NiederEs lohnt sich zu untersuchen, wie es mit den Aussichten steht. * Schließlich die Frage des Ausnahmezustandes Wir erfahren aus der Erklärung des Außenministers, daß vom militärischen Ausnahmezustand nichts bestehen bleiben soll, sind aber der Meinung, daß jetzt auf diesem Gebiet ganze Arbeit gemacht werden muß, zumal da es den Wahlen entgegengeht. Das bedeutet auf der einen Seite erfahrungsgemäß eine Schwächung aller gewaltpolitischen Neigungen meil eben alles Interesse auf den Wahlausgang tonzentriert ist andererseits legt es der Regierung die VerDazu ist es aber notwendig, etwas zurückzugreifen. Bei pflichtung auf, jeden Schein einer beabsichtigten Wahlbeeinden letzten Wahlen vor dem Krieg, im Jahre 1912, musterte fluffung zu vermeiden. Man soll also nicht so hun, als ob man die Sozialdemokratie 4 250 401 Wähler oder 34,8 vom Hundert schon wieder Angst vor der eigenen Courage hätte, man soll der abgegebenen Stimmen gegen 3 259 029 Wähler oder sich nicht dem Berdacht aussehen, als wolle man von einem 28,9 Dom Hundert der abgegebenen Stimmen im Jahre 1907. gegebenen Versprechen wieder etwas abhandeln, man fange Sie war also entschieden im Aufstieg., Eine links von ihr nicht an, dieses Versprechen nach Wort und Buchstaben aus- ftehende Partei gab es damals noch nicht. zulegen! Man habe, Donnerwetter, den Mut, einmal zu probieren, ob es nicht ganz ohne Ausnahmezustand geht! Di Berlegungsprozeß. Die Wahlen zur NationalverWährend des Kriegs und der Revolution begann der fammlung im Januar 1919 brachten der sozialdemokratischen Mehrheitspartei 11 509 048 Wähler oder 37,9 Proz. der abDie Abweisung der Pfalz- Note. gegebenen Stimmen, die Unabhängigen befamen 2 317 290 Schädliche Wirkung der Dresdener Stresemann- Rede. oder 7,6 vom Hundert der abgegebenen Stimmen. Die KomParis, 23. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Hallung muniſten traten noch nicht in Erscheinung. Zusammen hatten Boincarés anläßlich der letzten deutschen Pfalz- Note hat, abgesehen die beiden sozialistischen Parteien 13 826 338 oder 45,5 vom von dem starren Festhalten an der diplomatischen Fiftion gegen. Hundert der abgegebenen Stimmen. Bei den Juniwahlen von 1920 erhielten schließlich: Sozialdemokraten 5.616 164 oder über den Neutralen, ihren Grund auch darin, daß die Stellung des Kabinetts durch den Zwischenfall von Birmasens inner politisch in 21,6 vom Hundert der abgegebenen Stimmen, die Unab Mitleidenschaft gezogen ist. In gemäßigten Kreisen hat man auch hängigen 4 896 095 oder 18,8 vom Hundert der abgegebene heute noch nicht die Berlegenheit überwunden, die der Bericht des Stimmen, die Kommunisten 441 793 oder 1,7 vom Hunder Generalfonfuls Clive erwedt hat. Der Temps" nimmt die Beder abgegebenen Stimmen. Die Zusammenzählung ergib handlung, die der letzte deutsche Schritt am Quai d'Orsay gefunden 10 953 of 2,1 vom Hundert der abgegebenen Stimmer. hat, nicht ohne Kritit auf. Die französische Regierung, meint er, hätte verschiedene Möglichkeiten gehabt, auf die deutsche Note vom lehten. Mittwoch zu antworten; an Stelle einer glatten Zurüdweisung hätte fie fich die Zeit nehmen können, sie übersehen zu fein, daß die Beantwortung 3eit gehabt haben würde. Sie hätte lossen, und sie würde dann vielleicht zu der Erkenntnis gekommen ebenfogut nach einer nochmaligen Brüfung ihres Inhalts in wenigen Worten fagen lönnen, daß sie entschloffen fei, eine unfruchtbar ge wordene Debatte nicht wieder eröffnen zu lassen, und sie hätte bei dieser Gelegenheit die deutsche Regierung auffordern fönnen, die inzwischen eingetretene allgemeine Beruhigung zu erleichtern anderwärts zum Ausdrud fommt. entspricht allerdings nicht zuletzt und zu fördern. Das Bedürfnis nach Diskretion, das hier wie der taftifchen Erwägung, daß die Pfalz- Debatte jekt in den Rahmen der im Augenblid mit allen Kräften betriebenen französischen Propaganda hineinpaßt, die sich zum Ziel setzt, den französischen Sicherungs" forderungen bis zu den kommenden Berhandlungen mit England das nötige Echo zu verschaffen. Ausführungen, wie die Strefemann s in Dresden ermeden allerdings bis in die Spalten linfsbürgerlicher Blätter hinein ein den deutschen Intereffen höchft inopportunes Mißtrauen. Poincaré erläutert die Zurücksendung. cheitspartei hatte also 1919 ihren verhältnis mäßige uil an den Wahlen, trotz der Absplitterung nad Wähler über die materiellen Ergebnisse der sozi demokratische: lints, gesteigert. Erst 1920 zeigte sich die Enttäuschung de Tätigkeit in der Regierung, die Mehrheitspartei verlor etwa zwei Fünftel ihres Anhangs an die Unabhängigen. Im Jahre 1922 fam dann die Einigung von Nürn berg. Aber die Unabhängige Sozialdemokratie fam a dieser Einigung nicht mehr als die Partei von 1920. Den: dazwischen lag die Spaltung von Halle, der lebe: gang eines großen Teils des unabhängigen Anhangs in da Lager der Kommunisten. Der Berfegungsprozeß hat sic dann noch weiter fortgesetzt. Wieviel Stimmen hätten di Unabhängigen wohl bei Wahlen im Jahre 1922 noch h tommen? Die Probe auf das Exempel ist nicht gemac worden. In diesen Feststellungen und in dieser Frage liegt fei Borwurf für die frühere Unabhängige Sozialdemokratie. S: Paris, 23. Februar.( WTB.) Havas veröffentlicht eine offi- ftand in unmittelbarster Fühlung mit dem Gegner von lint ziöse Robe, in der es heißt: In offiziellen Kreisen werde die Grund hatte seinen Stoß auszuhalten. Daß dieser Stoß nid flärung Dr. Stresemanns bestätigt, daß die französische Regie ohne Erfolg war, wissen wir, wie groß er war, wisse rung dem deutschen Botschafter die letzte Note über tie falafrage mir nicht. ohne Antwort zurückgegeben habe. Die Tatsache sei in Paris ge Man darf sich die Einigung also nicht so vorstellen wi heimgehalten worder, um zu vermeiden, daß man ihr einen unangenehmen Charakter beilege. Tatsächlich sei auf verschiedene eine Ehe, bei der jeder Teil sein Vermögen mitbringt, so de andere Noten, die den gleichen Gegenstand behandelten, vorher e man nur die beiderseitigen Werte zusammenzuzählen brauch antwortet worden. Eine neue Antwort hätte nur tie Fortum den Gesamtbestand festzustellen. Das Vermögen des eine. fegung einer ergebnislofen Rontroverse herbei Teils war zweifellos beträchtlich zusammengeschmolzen. D Wir erblicken in der vorstehenden Aeußerung des Herrn führen können. Dieſe Note sei der deutschen Regierung in der höf- rund 4,9 Millionen Wähler, die sie bei den Wahlen von 192 Reichsaußenministers einen taftischen Erfolg unserer Auflichsten Form und ohne die Absicht, die deutsche Re: musterten, haben die Unabhängigen in die Einigung nia: gierung zu beleidigen, zurüdgegeben worden. Poincaré flärungsoffenfive. habe nur zum Ausdruck bringen wollen, daß er, da er alle wünschens. mehr mitgebracht. werten Erläuterungen gegeben habe, der Ansicht sei, daß er ihnen nichts mehr hinzuzufügen habe. Um das Letzte vorwegzunehmen, so ist mit Befriedigung festzustellen, daß der Bergleich, den Herr Stresemann zwischen der jezigen Zeit und der vor dem Wiener Kongreß gezogen hat, eine durchaus harmlose Deutung erfährt, die aus dem Auszugsbericht von WTB. nicht herauszulesen war. Es sollte für eine Berichterstattung gesorgt werden, die solche Kommentarstreitigkeiten überflüffig macht. Was die Frage der fremden Intervention zur Zeit des Hitler Butsches betrifft, fo fönnen wir nicht zugeben, daß der Außenminister die nötige Reserre bewahrt hat. Eine Erklärung Frankreichs, daß es gegebenenfalls nicht gleichgültig bleiben könne, bedeutet noch nicht ben drohenden Einmarsch von drei Seiten. Wir glauben zu wissen, daß mindestens auf zwei von den drei Seiten die Neigung zu einer Einmischung in die deutschen Verhältnisse mit Rücksicht auf die Wirkung nach innen- nicht übertrieben groß ist. Und schließlich fann Die Eisenbahnfrage. Geheime Beratung der Sachverständigen. Paris, 23. Februar.( Eca.) Der Dawes- Ausschuß hat sich heute von 11 bis 2 Uhr ausschließlich mit dem Bericht der beiden Eisenbahn sachverständigen über die deutschen Eisenbahnen, ihre Reorganisation, die im Betriebe zu erzielenden Ersparnisse sowie über die Maßnahmen, die zu einer Erhöhung der Einnahmen geeianet find, und schließlich über die Möglichkeit, das gesamte deutsche Eisenbahnnes als Garantie für eine internationale Anleihe zu perpfänden, beschäftigt. Die Erörterung der einzelnen Bunfte wurde noch nicht zu Ende geführt. Der Bresse wurde keine Mitteilung über die Schlußfolgerungen gemacht; man warnt offiziell vor allen in dieser Hinsicht veröffentlichten Informationen. Darum wäre es falsch, den Maßstab der Beurteilung[. zu wählen, daß man die sozialdemokratisch- unabhängige Ge samt ziffer von 1920 zum Ausgangspunkt nimmt. Richtige: ist es, von den mehrheitssozialdemokratischen Ziffern allei auszugehen und an ihnen zu ermessen, inwieweit das Wah ergebnis von 1924 eine Konsolidierung aufweist. wird sich dann vermutlich ergeben, daß die größte und allein aussichtsreiche Partei der Arbeiterbewegung ihren prozen tualen Anteil an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmer gesteigert hat. Der Tiefpunkt, an dem die Partei, die fich felbft immer als die Sozialdemokratie betrachtete, nu noch 21,6 vom Hundert der abgegebenen Stimmen musterte wird dann überwunden sein. Indes ist der Zersehungsprozeß, der durch die deutsch; Arbeiterbewegung geht, noch nicht abgeschlossen. Der kommu nistische Angriff richtet sich jetzt gegen die vereinigte Sozial- demokratie, wie er sich vordem gegen die Unabhängigen richtete. Dieser Angriff kann vorübergehende Erfolge erzielen, aber die können uns nicht entmutigen. Denn die Kommu- •nisten find eine Partei ohne Zukunft, und sie werden voraussichtlich ebenso schnell verschwinden, wie> sie gekommen sind. Der Anhang der Kommunisten rekrutiert sich aus jenen Arbeitern, die zwar einem noch reichlich unklaren sozialistischen Ziel nachhängen, die aber noch nicht begriffen haben, daß nur sachliche Arbeit auf dem Boden einer demokratischen Staats- Verfassung sie diesem Ziel näher bringen kann. Daß sie das begreifen lernen, dafür werden die Tatsachen sorgen, vielleicht ralchcr als man glaubt. Denn durch die neuesten Befehle aus Moskau ist ihre Partei in eine geradezu lächerliche Situation geraten: sie soll eine Revolution machen, die sie, wie sie genau weiß, nicht machen kann, und das wird sie zwingen, im AUderstreit zwischen der Disziplin und ihrer eigenen Erkennt- nis die sonderbarsten Sprünge aufzuführen. Hätte die Mos- kauer Zentrale beweisen wollen, daß die ganze kommunistische Politik Unsinn ist und daß die Sozialdemokraten .recht haben— sie hätte es nicht schlauer anfangen können. Die noch kommunistisch gesinnten Arbeiter werden sich vor die Wahl gestellt sehen, entweder eine Politik zu befolgen, von der jeder-Mensch mit' gesunden fünf Sinnen weiß, daß sie purer Wahnsinn ist, oder ihre Anschauungen zu revidieren und bei der Sozialdemokratie Anschluß zu nehmen. Das ist ein Prozeß, der seine Zeit braucht, und um diese Zeit wird es für die Arbeiterbewegung bitter schade sein, aber—.die Zeit arbeitet f ü r u n sl* •• Bon rechts kommt eine reaktionär-antisemitisch-nationasi- stifche Welle. Sie rüttelt zersetzend an dem Fundament der bürgerlichen Mittelparteien, selbst die Dcutschnationalen sehen den Ausstieg der.Völkischen" nur mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge Wenn sie die Entwicklung nach den Extremen noch nicht so schädlich empfinden wie die Sozial- demokratie, so kommt das daher, weil sie die Last der R e» gierungsverantwortung seit dem Zusammenbruch nicht mehr mitzutragen hatten. Eine Ausnahme bildete— bis zu den Wahlen in Thüringen und Mecklenburg— nur Bayern, dort kam aber die regierende Rechte alsbald in die Lage, auf ihre Mitbrüder von der äußersten Rechten .'s ch i e ß e n zu müssen. Die„völkische" Bewegung ist, wie«inst die Stöcker. Ahlwardt-Bewegung, wenn auch in größeren Verhältnissen, nichts als eine Schlammflut, die kommt und wieder verrinnt. * Die Sozialdemokratische Partei ruht /auf ge- schichtlich gefestigten Grundlagen. Ihre Anfänge liegen vor der Gründung des Kaiserreichs, das sie überlebte. Sie ruht soziologisch auf den breiten Massen der Arbeitnehmer, der Lohn- und Gehaltsempfänger, denen sie die politische Gleichberechtigung erkämpft hat und denen sie auch die soziale zu erkämpfen gedenkt. Sie weiß, daß das nicht von heute auf morgen geschehen kann und daß ihr auf ihrem weiten, harten, beschwerlichen Weg nicht immer die Sonne scheinen und der Wind in den Rücken wehen kann. Aber sie geht ihn welter. Mag das Ergebnis der nächsten Wahlen wie immer sich gestalten, die Sozialdemokratische Partei ist und bleibt dazu berufen, die politisch ent- scheidende Macht in Deutschland zu werden. Dieses Bewußtsein muß nur in allen kommenden Kämpfen durchdringen und mit ihr das Gefühl der ungeheuren V e r. «ntwortung für das Ganze, das auf uns lastet. * Der Weg zu den höchsten Gipfeln geht nicht immer den Grat entlang, sondern er führt auch durch Täler und Ab- gründe. Da mag dem Wanderer manchmal das Gefühl be- schleichen, daß alle seine Mühe vergebens gewesen sei, aber jede Entmutigung wird schwinden, wenn er bedenkt, woher Der Korpsstuöent. Bon Joseph Roth. Der Korpsstudent ist das einzige zoologische Lebewesen, dessen „Vorkommen" nicht von geographischen und klimatischen Verhält- nissen abhängig ist, sondern von staatlichen und nationalen. Während er also in Ländern, welche dieselben biotogischen Bedingungen haben, wi'.' Deutschland, entweder bereits ausgestorben oder überhaupt nicht entstanden ist, kcmmt er bei uns in zahllosen, durch die(„Couleur" genannte) Färbung von«inander verschiedenen Gattungen vor. Man trifft ihn in Kneipen, auf Mensurböden und bei völkischen Veranlassungen(zu denen die Vorlesungen der Professoren Roethe, Freytag-Lovinghoven und ähnlicher gehören), auch in Hörsälen. Der Korpsstudent ist auf den ersten Blick zu erkennen: die theologische Theorie, daß Gott den Menschen nach seinem Ebenbilde erschaffen, leugnet der Student in praxi durch Gesichtstätowierungen, die er „SchnMe" nennt. Auf der obersten Wölbung seines kurzgeschorenen Schädels trägt er«in mit schiefer Vehemenz aufgesetztes Käppi, um dp ihn jeder amerikanische Telegraphen- und Exprehboy beneiden fonnte. Quer über die Weste hat er«in buntes, zwei- und drei- farbiges Band geschlungen, das manchmal mit einer goldenen Phrase geziert ist, wie zum Beispiel:„Mit Gott für König und Vaterland." Also projiziert er Gefühle und Ueberzeugungen nach außen, er selbst eine wandelnd« Phraje, von Traditionen und Bier genährt, und durch die unwahrscheinuche Geduld seiner deutschen Mitmenschen am papierne» Leben erhalten. Da er keinen Inhalt mehr hat, lebt er als eine Schale weiter: und gleicht etwa einem bunten Lampion am Morgen nach einem Fest. Um die Zweckmäßigkeit seiner Existenz detmoch zu erweisen, ver- ursacht er Aufsehen und Geräusch«— in der irrigen Meinung, daß akustische Wirkungen Daseinsberechtigung oerleihen. Indes beweist er gerade dadurch feine exzellente Vergangenheit und feine anachro- nistifch« Gegenwart. Sein Lärm gleicht einem gelegentlich aus der Unterwelt aufsteigenden Rumoren mangelhaft gestorbener Geister. ' Weil e r aus den Fugen der Zeit gefallen ist, glaubt er, die Zeit sei aus den Fugen. Weil er den Tag verschläst, sieht er die Welt nur bei Nacht— und auch dann nur doppelt. Deshalb verkennt er die Dimensionen der Wirklichkeit. Gespenster sehend, wandelt er selbst sich zum Gespenst, das im Klang des Vierglases Al'heidelbergs Glocken zu hören vermeint. Ihn stärkt also«in Rausch, in dem andere untergehen. Vom Moder des Gewesenen und Verwesenen lebt«r. Sein Glanz ist dem eines in der Nacht leuchtenden seuchten Kadavers zu oergleichen. Dennoch— und weil er ein Toter ist. den die Geschichte zu be- graben vergessen— macht«r, durch Gesetz und Sitte vor der unbarm- herzigen Wirklichkeit geschützt, seinen Weg, den man„Carriere" nennt, imd der ihn zu Richterstühlen, m Anwaltskammern, an Krankenbetten führt. Er fpricht Recht und verordnet Rizinusöl. Er er kommt. Die Arbeiterbewegung kommt aus den tiefsten T i e f e n, der hilflosesten Ohnmac't. In zwei Menschenaltcrn ist sie soweit gediehen, daß das Problem der Machtergreifung für sie längst aufgehört hat, nur eine theoretische Frage zu sein. Marx, Lassalle und auch Bebel in seinen Anfängen standen an der Spitze einer kleinen Schar, aber sie glaubten an die Zukunft. Hätten sie etwa an ihr gezweifelt, wenn ein Millionen Heer hinter ihnen gestanden hätte, wie die Sozialdemokratie es jetzt darstellt? » Bei den kommenden Reichstagswahlen wird für das deutsche Volk unendlich viel entschieden. Namenloses Un- heil kann angerichtet werden, wenn Phrase und gedankenlose Unvernunft das deutche Reichsschiff manövrierunfähig machen. Durch Scharfmacherwirtschaft und Schutzzöllnerei kann die Masse der arbeitenden Bevölkerung unschätzbare Schädigung erleiden. Dies alles kann fein, muß aber nicht fein, da das Volk die Entscheidung in der Hand hat. Eines aber kann nicht fein. Ueber das Schicksal der deutschen Sozialdemokratie können diese Wahlen nicht Entscheiden. Das hängt von stärkeren Faktoren ab als von dem zeitweiligen Herüber- und Hinüberwandern noch un- aufgeklärter Wählermassen. Hier vollzieht sich ein Entwick- lungsprozeß, der Störungen erleiden, dessen Richtung aber nicht abgelenkt werden kann. Wir lachen üder die, die uns vernichten wollen. Aber wir wissen auch, welche Gefahr nicht uns, sondern dem deutschen arbeitenden Volk in den nächsten Jahnen von ihnen droht, wenn ihnen nicht bei den Wahlen das Handwerk gelegt wird! �anüesverrat" im Stinnesblatt. Arbeit für den Qberrcichsanwalt! In der Sonnabend-Rachmittagsausgabe der„Deutschen Allgemeinen Zeitung"— Firma Stinnes— finden wir folgende fettgedruckte Meldung aus Weimar: Im Lauf« des gestrigen Abende ist es der hiesigen Polizei gelungen,«in großes Waffenlager auszuhelien. Es handelt sich um Jnfanteriegewehr« Modell 98, leichte M.-G. und Hand- granoten, die der verflossen« Minister Hermann zur Bewaff- nung der proletarischen Hundertschaften aufgekauft hatte, und zwar aus Mitteln, die das Reich für die Schutz- Polizei zur Verfügung gestellt hatte. Was bedeutet diese Meldung?„Proletarische Hundert- schaften" sind verbotene Organisationen, die erstens überhaupt nicht existieren, zweitens keine Waffen haben dürfen. Minister Hermann repräsentierte eine Behörde, nämlich das- für das Polizeiwesen zuständige Mini» st e r i u m. Da die Polizei jetzt ein Waffenlager„ausheben" konnte, das der Polizeiminister anlegen ließ, muß es also bis- her g e h e i m g est a l t e n worden fein. Durch die Mitteilung von einem solchen Waffenfunde er- hält die Militärkontrollkommission davon Kenntnis. Ein „militärisches Geheimnis" wird anderen Regierungen„ver- raten". Folglich liegt„Landesverrat" in bester Form vor und der schon so überlastete Oberreichsanwalt hat neue Arbeit____ Wir brauchen kaum zu sagen, daß die„Beweisführung", die in den vorstehenden Zeilen angedeutet ist, nicht die u n f r i g e fei. Bielmehr ist sie bisher gegen foztaldemo- k r a t i f ch e Blätter angewandt. So in Frankfurt a. M., so in Stuttgart und an anderen Orten, wo über bayerische Waffen- funde und Bandenbildungen berichtet würde. Auch das Ber- fahren gegen den ,', Vorwärts" beruht auf der Konstruktion, daß die Erwähnung eines Zusammenhanges zwischen Teilen der Reichswehr mit illegalen bewaffneten Organisationen Landesverrat darstelle, auch wenn die besprochenen Tatsachen längst aller Welt bekannt waren. Wir fordern daher den Oberreichsanwalt auf, die Sonne der Gerechtigkeit über Ge- rechte und Ungerechte scheinen zu lassen und dieselbe Anklage wie gegen den �„Vorwärts" auch gegen die„Deutsche All- gemeine" der Firma Stinnes zu erheben. Nicht weil wir eine Bestrafung wünschten oder auch nur für möglich hielten, son- wird ein Professor und bildet sich ein, Wissenschaft zu verbreiten, wenn er sein Wissen verbrei'et. Di« Ideale aus der Rumpelkammer seiner Jugend zieren seine Wände und Höngen in seinem Gehirn. Er ist aus einem jungen Biertrinker ein„alter Herr" geworden. Denn xenau so, als ob er jemals ein Lebendiger gewesen wäre, wandelt er durch die Jahre, an der Peripherie der Welt zwar und dennoch ihr zugerechnet, wird grau und stirbt endlich den Tod der Lebendigen, nachdem er ein Leben der Toten absolviert hat. Seinem trauernd Hinterbliebenen Korps hinterläßt er Maßkrug, Schläger, Hakenkreuz, Kapp«, Band und was es sonst noch an studentischen Kulturutenstlien geben mag. Seiner gedenkend und ihm nachzueifern beflissen wächst die nächst« Generation heran und pflanzt an seinem Grabe ihr« Hoffnung auf, die unser« Ent» täufchung ist...,_ Lenins Seifetzang. Die dänische Sozialjstin Frau Sylvia Poussen berichtet in däni- schen Blättern über das Leichenbegängnis Lenins, dem sie selbst als Augenzcug« beiwohnte. Frau Poulfen erzählt: - Es war unvergeßlich. Fünf Tag« war der offene Sarg im Feftfaal des-früheren Adelsklubs in Moskau ausgestellt. Tag und Nacht, ununterbrochen, glitten dichte Menfchenslröm« an Lenins Leiche vorben Alle Bewohner Moskaus, alle Klassen, Delegier!« aus allen Städten 2900 ollein aus Petrograd, aus ganz Rußland kamen die Menschen; das Viertel war abgesperrt, und der Schnee lag nzeiß und dicht in den stillen Straßen; aus dem Platze vor dem Hause brannte das riesig« Feier, das orangenfarbig in der Nachl leuchtet«, und hier stand man nun und wartete fünf Stunden lang bei 39— 35. Grad Kälte, ehe man hineinkam. Ein pompöser Aufgang führte in den mächtigen Saal, der funkelnd weiß, von hohen weihen Säulen gelragen und von 72 prachtvollen Kronen erleuchtet, dalag. Minen aus dem Boden standen vier Palmen, die bis zur Deck» reichte� und zwischen ihnen ruht« auf einem Vostament aus grünen Pflanzen der in die rote Fahne gehüllte Sarg. Hier lag Lenin im Kl?akihemd halb bedeckt von dem roten flagqentuch. Das Gesicht erschien schöner als im Leben; sein« opsform war vollendet regelmäßig und harmonisch: in der letzten Zeit sollte er krank und fremd ausgesehen haben, jetzt aber waren es wieder die alten, ruhigen Züge; der Ausdruck war mild und freund- lich, wie wem. er mit den Kindern auf dem Lande spielte. Di« Leich« war einbalsamiert und Gehirn und HerA herausgenommen, um in einem Lenin-Museum aufbewalytt zu werden, das in Moskau eröffnet wird und wozu jeder Arbeiter einen Beitrag in Höhe von zwei Tagelöhnen gibt. Ich halte eine besonder« Eintrittskart« er- halten und war dreimal oben: merkwürdig war es zu beobachten, wie da» Gesicht sich von Tag zu Tag oeränderte, aber immer seine Schönheit und Ruhe bewahrte Um den Sarg stand Tag und Nacht eine Ehrenwache von vier Proletariern. Männer und Frauen in ihrer Alltagskleidung: man wetteifert« um die Ehre, und die Wache wechselte jede Viertelstund«. Außerdem standen vier Soldaten des Roten Heeres Wach«. Auf der einen Seite des Katafalk» faß meisten»«in Bildhauer und modelliert«, während di« ander« von einem Zeichner befetzt war. dern lediglich, weil es notwendig ist. den politffch-juriffischen Unsinn auf die Spitze zu treiben, damit er von aller Well voll erkannt werde. Wobei noch eine Frage übrig bleibt: Der Stettiner Mili- tärgewaltige hat für seinen ausgedehnten Befehlsbereich allen Blättern verboten, über Waffenftmde etwas zu berichten. Weil sie trotz dieses allgemeinen, im November ergangenen Verbotes eine Nachricht über Waffenfunde beim Stahlhelm in Halle brachten, hat der Slettiner General wohl ein halbes Dutzend sozialdemokratischer Blätter verboten. Die„DAZ." wird auch in Pommern. Mecklenburg, Holstein, Hamburg usw. verbreitet, wo überall der Arm des Generals o. Tschischwitz herrscht. Was den Blättern in Rostock. Bergedorf usw. recht ist, wird natürlich dem Organ des Herrn Stinnes billig fein. Oder besser umgekehrt: Warum ist der „DAZ." erlaubt, was bei den kleinen sozialdemokratischen Blättern mit schwerer geschäftlicher Schädigung geahndet wird? Haussuchungen bei öörsenleuten. Griffe ins Wespennest. Einige Berliner Blätter, die den Börsenkreisen nahe stehen. sind in Auflegung geraten. Schreckliches ist geschehen: Bertteier Berliner Finanzämter haben es gewagt, in den Wohnungen und Bureaus gewisser„Börsenoertreter" großer Banken Haussuchungen abzuhalten und die Bankkonlen nachzuprüfen, weil der Verdacht be- stand, daß sie bisher nicht genügend Gelegenheit gefunden hatten, ihrem unbegrenzten steueriichen Opfermut nach vollen Kräften Aus- druck zu geben. Haussuchung In Steuersachen! Dem guten Bürger sträuben sich vor Entsetzen alle eigenen und fremden Haarel Wie ist so etwas möglich? Es gehört doch zum unveräußerliche» Menschenrechl, nur seine eigenen Steuererklärungen als berechtigt und glaubwürdig an- zusehen. Die Börsenblätter wettern deshalb gegen das Finanzamt, das es wagt, seine eigenen Beamten in Begleitung von 5lriminalern den Herren Börsenvertretern ins Haus zu schicken. Uns scheint es, ernsthaft gesprochen,«in« sehr nützliche Tätigkeil, die da entfaltet wird. Wir wünschen ihr nicht nur vollen Erfolg, sondern auch ungehemmt« Fort- s e tz u n g. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten, denen jeder Groschen von Lohn und Gehalt versteuert wird, haben das«lemcn- tarst« Interesse daran, daß auch den Börsianern genau nachge- rechnet wird, was sie versteuern und was sie versteuern müßt« n. Mit voygedruckten und ausgefüllten Steuererklärungen ist da nichts getan. Es kommt auf ernst« Nachprüfung an. Wir fordern von den Finanzämtern und vom Reichssinanz- Ministerium, daß sie sich durch das Wehegeschrei der betroffeneu Kreise nicht verblüffen lassen, sondern recht bald di«— fabelhaii klingenden— Summen in G o l d m a r k bekanntgeben, die bisher schon bei d«n Versuchen solcher Erfassung der hinter- zogenen Stcuern dem Reiche gerettet worden sind. Odcr soll das Staatsgeheimnis bleiben? Zum �ttentatsplan gegen Geeckt. Di« Untersuchung gegen Dr. Grandel und Thormann konnte bisher noch immer nicht abgeschlossen werden, da das Gut- achten über die Z u r e ch n u n g s f ä h i g k e i t der beiden bisher noch nicht vorliegt. Thormann ist in der letzten Zeit«rneur dem Untersuchungsrichter vorgeführt und auf Grund einer in einem Char- lottenburger Blatt erschienenen Meldung über seine angeblichen Be- ziehbngen zu dem amerikanischen Großindustriellen Henry F o r d befragt worden. In dem genannten Blatt war nämlich angedeutet worden, daß Thormann die Geldmittel für seine polittsche Tätigkeil aus amerikanischen Quellen bezogen habe. Thormann stellte diese Behauptung entschieden in Abrede und erklärte, daß er niemals irgendwelche Beziehungen zu Ford gehabt habe. Auch der vielfach genannt« Major a. D. Gilbert, der zurzeit im Zusammenhang mit einem anderen Strafverfahren sich in Haft befindet, ist inzwischen vom Untersuchungsrichter über die Roll«, die er bei der Ausseckuna des Attsntatsplans gegen General o. Sceckt gespielt hat. eingehend vernommen worden. Es war totenstill, in der Fern« hörte man gedämpft« Musik. An einem Tage stand ich eine S'unde hier und beobachtete die Haltung der Menge: fast alle schluchzten; neben mir stand«in halbwüchsiger Knabe und wurde vom Weinen geschüttelt. Tausende kamen aus einmal herein, im ganzen passierten Millionen die Leiche. Immer mehr Kränze brachten di« Arbeiter, zuletzt lagen sie wie ein grüner Wall an den Wänden Seltsam und unheimlich war es, wie viele Bauernmädchen, die hergereist waren und nun plötzlich von der Treppe aus das ganze Bild mit dem toten Lenin sahcn, in diesem Augenblick von einem hysterischen Anfall gepackt wurden und wilde Schreie ausstießen. Die Spannung, die Stim- mung überwältigten diese primitiven Wesen, aber man gewöhnt« sich schnell daran. Soldaten standen bereit, ergrissen die Mädchen und trugen sie immer noch laut schreiend, hinaus. Draußen warteten Krankenschwestern, um sie in Behandlung zu nehmen, und ihr Schreien verlor sich hinter verschlossenen Türen. Am Sonn'agn, argen um 7 Uhr fanden sich die Arbeiter Mos- kau» ein, um die Tausende von Kränzen aus den großen Platz zu tragen, wo sie am Fuße der Krcmlmauer hingelegt wurden. Eine Stunde später begann di« offizielle Zeremonie. Anwesend waren di« Familie, die ftemden Delegalivnen lmd di« Parteigenossen: Reden wurden nicht gehalten, nur der Chopinsch« Trauermarsch ertönte und 'dann sangen wir all« die Internationale. Dann nahmen Genossen den Sarg und trugen ihi hoch auf ihren Schultern zum Roten Platz. wo er auf einem Katafalk angebracht wurde, den wieder Zehn- tausende passierten. Pünktlich um vier Uhr wurde er herunter- genommen und in ein Mausoleum am Futz« der Mauer gebellt. In diesem Augenblick ruht« in ganz Rußland alle Arbeit fünf Minuten lang; die Züge hielten mitten auf der Strecke, die Schisse hielten im 5)afen an. in allen Städten wurde der Ehrensalut abgefeuert; besaß eine Stadt kein« Kanon«, so sollt« mit einem Gewehr salutiert werden. Endlich sollten all« Teleqraphenlinien fünf Minuten lang ununterbrochen ticken:„Lenin ist tot. aber sein Werk lebt ewin!" Im Mausoleum steht jetzt der Sarg mit G'asdcckel und Glas- feiten, so daß man immer die Züge Lenins sehen kann. Tag und Nacht halten Soldaten des Ro'en Heeres hier di« Wache und diese Wache soll bleiben, solange Rußland steht. „Da» Weib im Purpur"(Berliner Theater). Dies« neue Operelte(Text von Jacobson und O c st e r r e i ch e r) hat einen lahmen, sentimentalen, gro�tueri�cben ersten Akt, der den Erfolg in Frage stellt, dafür«inen Mittelakt von g'ücklichem Wurf mit viel List und Witz, hormlosem Spiel, Tanz und Springen. Er entscheidet den beherzten Erfolg. Des Themas allerdings sind wir überdrüssig peworden: Das Weib im Hermelin, das Weib im Purpur, die Siegerin, Katharina Ik— wicoiel Operetterstoff soll diese Frau noch hergeben? Diesmal erwählt sie sich für eine Rocht»inen ehrlichen menschlich gut gefärbten Leutnant, der zusällig auch ein bißchen Revolutionär ist. Ränke am Hof. Intrigen. Nebenregierung der Günstlinge, Bestechung, irrsinnig« und blöde Diplomatie. Soldateska und Schranzentum— alles entdeckt Ihr zugleich mit Katharina, die als Dauernmädel zur Schenke des Leutnants zieht. Sie wird ihn hoheitsvoll von der Derbannung noch Sibirien befreien und zum Obersten des Schlafkabinetts ernennen(zu End« de« letzten Aktes, hoff« ich). Wie weit liegt das alle» hinter un», wie schwer ist», Interesse neu zu beteben, wie unmöglich, Ernstes, allzu Menschliche», Ist der Reichspräsident vogelfrei? Münchener Richter und preußische Helfer. Die Tatsache, daß der Reichspräsident den Strafantrag gegen einen gewissen Gansfer zurückgenommen hat, der ihn als„ Landesperräter" öffentlich beschimpft hatte, hat der reaktionären Presse aller Schattierungen Anlaß zu tiefgründigen Betrachtungen gegeben. Man untersucht mit Gewissenhaftigkeit die Frage, ob der Reichspräsident das juristische und sittliche Recht hatte, eine Zeugenladung cor das Münchener Schöffengericht abzulehner., nachdem er bereits ridlich zur Sache vernommen worden war. Und man tommt in den am das Staatswohl besorgten Redaktionsstuben der ,, Deutschen Lageszeitung" wie der gesinnungsverwandten Kreuzzeitung" zu dem Ergebnis, die Zurüdziehung des Strafantrages ftelle eigentlich eine Brüstierung des ehrenwerten Münchener Schöffengerichtes Emminger- Rahrscher Observanz dar. Der nachfolgende Brief des Genossen Wolfgang Heine, der in dieser Frage der Rechtsberater des Reichspräsidenten war, zeigt in aller Klarheit, worauf es in München und sonstwo antam. Genoffe Heine schreibt uns: " Herr Dr. Emil Ganffer zu Berlin, Brüdenallee, versendet ein Schreiben, das die republiffeindliche Breffe abbrudt. Darin behaup Schreiben, das die republikfeindliche Presse abdruckt. Darin behaup: let Gansfer, Herr Reichspräsident Ebert hätte den Vorwurf ses Landesverrats auf sich sigen lassen und er fragt sen Herrn Reichspräsidenten: Wann treten Sie zurüd?" Dieser Gansfer war am 12. Juni 1922 in München polizeilich eftgenommen worden, weil er auf der Straße geschrien batte:„ Ebert ist ein Landesverräter!" Der Herr Reichspräsident stellte Strafantrag bei den bayerischen Behörden und Bansfer wurde wegen Beleidigung angeflagt. Der Borsigende des Schöffengerichts in München zeigte seine Stellung zu der Sache dadurch, daß er unter Beziehung auf einen Urtikel aus dem„ Bölkischen Beobachter" vom Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik ein Aftenstück erbat, worin nach Behaup ung dieser Zeitung der Beweis für einen Landesverrat des Herrn Reichspräsidenten Ebert geführt sein sollte. Natürlich fand sich in Diesem Urteil das Gesuchte nicht. In der Hauptverhandlung vom 17. Mai 1923 beschloß das Schöffengericht München unter dem Boriz desselben Richters auf Antrag von Gansfers Berteidiger, Justizcat Kohl, den Herrn Reichspräsidenten sowie die Herren Scheidemann, Dittmann, Emil Barth und Ledebour über den angeblichen Landesverrat zu vernehmen. Diese Zeugenvernehmung ist erfolgt und hat volle Klarheit sarüber ergeben, daß der Munitionsarbeiterstreit von 1918 ohne einem folchen Gericht selbst wenn es bie Badung noch aufgehoben| Wille bes pfälzischen Boffes fei, in loyalem Susammenarbeiten mit hätte ein Urteil über die Persönlichkeit und Tätigkeit des Ersten der Besagungsbehörde für Ruhe und Ordnung Sorge zu tragen. Beamten und Vertreters des Reiches anzuvertrauen. Sie brachten weiterhin zum Ausdrud, daß Dr. Bayersdörffer das Bertrauen der Bevölkerung genieße und wiesen auf die außerordentliche Bedeutung eines Breffereferats bei der Regierung in Speyer und die Bedeutung dieser Stelle für die Konsolidierung der Verhältnisse in der Pfalz hin. Mit einem Schlußwort Dr. Bayersdörffers fand die Konferenz ihren Abschluß. halte. Irgendein Interesse bot der Prozeß nicht mehr. Die Vorgänge waren zweifelsfrei festgestellt und die Behauptung Gansfers durch die von ihm selbst ernannten Zeugen widerlegt. Die würdelojen Schimpfereien auf der Straße lagen anderhalb Jahre zurüd. Die Persönlichkeit des Herrn Dr. Ganiser hatte gleichfalls nicht soviel Bedeutung, daß man sich um ihn hätte fümmern müssen. Des. halb habe ich dem Herrn Reichspräsidenten geraten, den Straf antrag zurückzuziehen, und dieser hat es daraufhin getan. Ich über. nehme die volle Verantwortlichkeit für diesen Rat. Ich habe in meiner Buschrift an das Gericht deutlich ausgesprochen, was ich von feinem Berfahren Dem Herrn Gansfer ist dies und das Ergebnis der von ihm selber veranlaßten Beweisaufnahme befannt. Wenn er gleich wohl den Vorwurf des Landesverrats' gegen den Herrn Reichsprüfi denten wiederholt und noch dazu behauptet, diefer hätte den Vorwurf auf fi figen fallen", so fagt er die unwahr. heit, und zwar obgleich ihm das Gegenteil be. tannt ist." Wegen der Wiederholung der Beschuldigung ist nach Mitteilungen, die durch die Blätter gingen, gegen den jetzt in Berlin wohnen ben Banffer bei der Berliner Staatsanwaltschaft Strafantrag gestellt worden. Es erscheint notwendig, daß diesmal feine zurückziehung des Etrafantrags erfolgt, damit dem ungeheuerlichen Geschwäß endlich ein Ende bereitet wird. Es ist ja nicht der Gansfer allein, ber folche verleumderischen Reden hält und Artikel losläßt. Muni tionsarbeiterstreit und Landesverrat Eberts" gehören zum Arsenal der antisemitischy- nationalsozialistischen Propaganda überhaupt, besonders in Bayern, wo die Beschimpfung der Reichsregierung fozusagen zum guten Ten gehört. Aus Kempten im Allgäu wird uns terichtet, daß dort ein Universitätsprofe for namens Reinmöller aus Erlangen auf einer sogenannten„ Baterländischen Kundgebung" vor Gymnasiaften und älteren Mitbürgern in seiner Festrede nach dem„ Allgäuer Tageblatt" folgende Dreiftigkeiten an den Mann brachte: Ist es wahr, daß Ebert an dem Munitionsstreit, der den Zusammenbruch Anno 18 beschleunigte, teilgenommen hat?" Soviel und so oft er diese Frage erhoben, noch immer stehe eine Antwort hierauf aus. Wenn der Vorwurf wahr sei, bann stehe der größte Verbrecher am deutschen Bolte an Deffen Spitze." So hypothetisch der Mann seine Worte wählt, von so faltButun und ohne Einvernehmen mit der Sozialdemokrachnäuziger Frechheit sind seine Behauptungen. Wir haben ein tischen Partei ausgebrochen war, und daß nur auf Verlangen Gesetz zum Schuße der Republik, das Beschimpfungen der republiaus Arbeiterfreisen später mehrere Mitglieder der Parteileitung in fanifchen Minister und des Reichspräsidenten unter schwere Strafe bas Komitee eingetreten sind, um zu verhüten, daß durch den Streit stellt, uin dadurch das Ansehen des Staates felbst zu sichern. Das die Interessen des Landes geschädigt würden. Die Absicht war, burch Gefeß findet einfach feine Anwendung mehr. Der Reichspräsident, Berhandlungen der Arbeiter mit der Regierung ben Streit möglichst schnell beizulegen. Dies wurde inter seine Person und seine Bolkstümlichkeit im besten Berlin burch die Ungeschicklichkeit des Oberkommandos, das solche Sinne an fein Amt fette, um in der schwersten Zeit die junge Berhandlungen hintertrieb, unmöglich, während in München und Republik nicht zum Spielball all der politischen Wellen werden zu Köln auf diesem Wege der Streit in wenigen Tagen beendet laffen, die seit 1918 auf und niedergingen diefer Reichspräsident wurde. Nicht nur die Herren Ebert und Scheidemann haben dies ist heute vogelfrei. Er kann von jeder Gans und von jedem Gansfer bekundet, sondern auch Dittmann, der dem Streik näher stand, hat beschimpft werden, ohne daß sich ein Gericht rührt. Wenigstens in bestätigt, daß solche Berhandlungen von den Arbeitern Bayern. Warten wir at, was in Berlin geschieht! Auf das jelbst gewünscht wurden und daß der Zweck des Streits gar Ausland macht diese Art juristischen Schuhes für den Repräsentanten nicht war, die Munitionsherstellung zu erschweren und Deutschland in der Möglichkeit der Weiterführung des Krieges zu beeinträchtigen. der Republit zweifellos einen erhebenden Eindrud. Auch Herr Emil Barth hat bestätigt, daß Herr Ebert mit dem Streit nicht einverstanden war, und daß er immer eine Politit getrieben hat, die auf die Landesverteidigung gerichtet war. Das Schöffengericht München feßte Termin zur Hauptverhandlung auf den 7. februar an und lud dazu den Herren Reichspräsidenten persönlich als Zeugen unter Strafandrohung(!) vor das Schöffengericht. Diese Ladung erfolgte unter Verlegung des§ 49 der Strafprozeßordnung, wonach die Borstände der Obersten Reichsbehörde an ihrem amtlichen Gig zu vernehmen find, eine Bestimmung, die dem Richter felbstverständlich nicht unbetannt war. Rechtsunwirksam! Nämlich die Aufwertung in der Steuernotverordnung. Die Berliner Anwaltskammer teilt mit: Die 21. Zivilfammer des Landgerichts I Berlin hat in einer Hypothekenaufwertungsstreitigkeit den Antrag des Hypotheten schuldners auf Aussetzung des Verfahrens abgewiesen. Das Gericht hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß die 3. Steuernotver ordnung infoweit rechts unwirtfam ist, als sie das durch die Reichsgerichtsentscheidung vom 28. November 1923 anerkannte Da der Herr Reichspräsident bereits eiblich vernommen worden Recht auf angemessene Aufwertung beschränkt, weil war, fonnte ich den 3uped dieser Ladung nicht in Notwendigkeiten fie infofern gegen Artikel 153 Absatz 1 der Reichsverfaffung ver. des Prozesses suchen und konnte diesem Gericht tein Berstößt, der das Eigentum gewährleistet. Das Landgericht I Berlin trauen entgegenbringen. Ich hätte als Berater und Ber. treter des Herrn Reichspräsidenten es nicht verantworten fönnen, schließt sich hiermit dem bekannten Beschluß an, welchen der Berein der Reichsgerichtsräte gefaßt hat, als die Absicht der Reichsregierung, das Aufwertungsrecht zu beschränten, befannt Bolitisches gar der Operette einzuverleiben. Gott sei Dant fand der zweite Aft mieder den rechten Operettenton. Auch Gilbert fand ihn erft hier, mit dem polnischen Marinta Tanz, mit einem weichen Balzer. Und zuvor hatte das stramme Leutnantslied wenigstens rhythmisch eingeschlagen. Die vielen Lyris men find altbaden, ohne Eigenart, doch in bekannter, vornehmer und unaufdringlicher Gilbert- Manier. Die kaiserliche Grandezza liegt der Margit Suchy nicht, erft als Bauernmädel fieß fie Temperament und Laune spielen und ver. for thre Beziertheit. Prächtig der Leutnant Wirl, ein flein- r Napoleon der Operette, breit- humoristisch Franz Groß und ge schmeidig- lebhaft, wie immer, die fleine Dora Hrach. Alles flappte. Ein Erfolg. R. G. ,, Der souveräne Baurat." Zu dem Artike in Nr. 83 sendet das Bezirksamt Wilmersdorf uns eine Mitteilung, in der es heißt: Es ist unzutreffend, daß das Projekt des Herrn Rosenthal alle Dienststellen einschließlich der fünstlerischen Beratungsinstanz anbeanstandet durchlaufen hat. Richtig ist vielmehr, daß ich alle für die Beurteilung zuständigen Stellen- auch der zur fünft lerischen Beurteilung herangezogene Sachverständigenbeirat des Bezirks und des Bezirkamis ganz entschieden gegen die Genehmigung des Projektes ausgesprochen haben. Die Annahme, daß es sich um die„ abfolute Entscheidung des souveränen" Stadt baurats handelt, ist also durchaus irrig. Ob das Projekt als solches in fünstlerischer Beziehung befrie. digt oder nicht, mog dahingestellt bleiben. Im vorliegenden Falle war für die Ablehnung durch die zuständigen Instanzen in der Hauptsache ausschlaggebend, daß fich das Gebäude in das bereits vorhandene Ortsbild in ästhetisch befriebigender Weise nicht einfügt" Trotz dieser Richtigstellung bleibt die Totfache bestehen, daß die Wilmersdorfer Instanzen" sich in schretendem Gegensatz zu den Gut achten allererster Autoritäten befinden und daß sie, wie Kornelius Gurlitt schreibt, auf Grund von„ rüdständigen Geichmads= urteilen, deren amtlicher wirtungsfreis sich nur auf das Gebiet von Wilmersdorf erftred t", einen Bau, auf dem 40-50 Arbeiter beschäftigt find, faft fünf Monate hindurch im graziösen Wechselspiel Inhibierung des Baues- provisorische Genehmigung zum Weiterbau viele Male unterbrochen und Arbeiter brotics gemacht haben. Die Voltsbühne( Theater am Bülowplah) bringt am Donnerstag, den 28., abends 7 Uhr, die deutsche Uraufführung von Andrejews König Hunger in der Inszenierung von Fris Holl. Die begleitende Musit ist von Wolfgang Beller, das Bühnenbild von Oscar Schlemmer. In dem Wert ist das gesamte fünstlerische Personal ber Volksbühne beschäftigt, die Titelrolle spielt Paul Hendels. Reichstagskonzert der Brudner- Bereinigung E. V. Die BrucknerVereinigung unter dem Ehrenvorsiz des Reichskanzlers Dr. Marx leitet thre Arbeiten zu Ehren Anton Brudners, beffen 100. Geburtstag in diesem Jahre gefeiert wird, in der Wandelballe des Reichstages Sonntag nad mittag 5 Uhr ein. Zur Aufführung gelangt Brudners V. Symphonie mit dem Philharmonischen Orchester. Staatsminister Hirtfiefer hält eine Ansprache. Ernst Deutsch rezitiert Symnen an Brudner". wurde. Mit diesem Urteil greift die Rechtsprechung zum zweiten Male in die Gefeßgebung des Reiches ein, wobei zu beachten ist, in die Gesetzgebung des Reiches ein, wobei zu beachten ist, daß die Reichsregierung nach ihren eigenen Angaben überhaupt erst durch das bekannte Reichsgerichtsurtet für Hypothekenauf mertung veranlaßt worden ist, das heiße Eifen anzufassen. Nach unserer Auffassung bewegen fich Reichsregierung und Recht sprechung auf dem falschen Wege. Es ist unmöglich, eine Infla fprechung auf dem falschen Wege. tionsauswirtung aus dem Gesamtkompleg der über Deutschland hereingebrochenen allgemeinen Entwertung aller Werte herauszu nehmen und ohne Rücksicht auf Konsequenzen und Zusammenhänge zu erledigen. Das Beginnen muß scheitern. Dabei ist das Urieil des Berliner Landgerichts I nur eine Episode. Die Zukunft der Pfalz. Vor dem Hitler- Prozeß. München, 23. februar.( Eigener Drahtbericht.) Menn feine außergewöhnlichen Zwischenfälle eintreten, beginnt am Dienstag vormittag vor dem Boltsgericht, das aus zwei Berufsrichtern und drei Laienrichtern besteht, der Hochperratsprozeß gegen Hitler, Ludendorff und acht weitere Angeklagte, die von ebenso viel Rechtsanwälten verteidigt werden. Da je nach dem Bettlauf der Berhandlung Aktionen der Völkischen sehr wohl im Bereiche des Möglichen liegen was um fo leichter ist, da jeßt Bersammlungs und Redefreiheit besteht so wird der für München zufüündige Staatskommiffar( der Polizeipräsident) für die Dauer des Prozesses besondere Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ord nung und Sicherheit erlaffen. Dazu gehört in erster Linie, daß die Kriegsschule, in der der Prozeß stattfindet, in weitem Umfrein ab. gesperrt wird. In diesem abgesperrten Rayon sind Anfamm lungen von mehr als drei Personen verboten, ebenso das Balfen. tragen, auch für diejenigen, die einen Waffenfchein besitzen, sowie auch das Hausieren jeder Art. Alle politischen Versamm. lungen im Zirtus Krone, im Löwenbräu und im Augustinerteller ( die an den gesperrten Rayon grenzen) find verboten. Andere Beranstaltungen in diesen Räumlichkeiten bedürfen besonderer Ge. nehmigung. Ueber diese speziellen Sicherheitsmaßnahmen hinaus ist durch Bereitstellung und entsprechende Verteilung der Reichswehr und Landespolizei Borsorge geçen Ruheftörungen getroffen. Das Interesse am Prozeß ist naturgemäß außerordentlich stark. Für die Bresse stehen etwas mehr als 60 numerierte Sigpläge mit Tischen zur Verfügung, während sich fiber 200 Bertreter aus aller Herren Länder angemeldet hatten. Da auch das Zeugenaufgebotes find mehr als 150 3eugen geladen- viel Platz im Verhandlungsraum beansprucht, so ist klar, daß für das zuhörende Publikum nur mehr wenig Platz zur Verfügung steht. Hauptbelastungszeugen sind be fanntlich Kahr, Lossow und Seißer, während die als Geiseln aus dem Bürgerbräufeller entführten Minister, wie man hört, nicht als Zeugen auftreten werden. Die völkischen Zei. tungen, deren noch vor kurzem zur Schau getragene Siegeszuver ungen, deren noch vor kurzem zur Schau getragene Siegeszuper sich ab mit neuen Auslegungen des Begriffs Hochverrat". Die ficht sich in klagenden Bessimismus verwandelt hat, mühen Bewegung vom 8. November," fo meint der Bölfische Kurier", wollte nichts Böses im Sinne der sittlichen Weltordnung, im Sinne der sittlichen Staatsidee, vielmehr endlich ein gutes Regiment, und das ist kein Berbrechen." Das Blatt schließt seinen Artikel mit den Borten:„ So möge der Geist des Friedens und der Versöhnung über dem Verfahren schweben. Das Richteramt geht über Menschenkraft, und doch ein Stern feuchtet ihm, das alte Wahrwort: Bolles Stimme Botes Stimme!" Rededuell Blum- Poincaré. Erledigung der Finanzvorlagen.. Paris, 23. Februar.( TU.) Nach zehnstündiger Nachtfizung hat die Kammer heute früh mit 355 negen 218 Stimmen fämtliche Finanzvorlagen angenommen. Die Sozialisten, Radifalsozia listen und Kommunisten sowie einige Bertreter der äußersten Rechten haben dagegen geftimmt, Leon Blum( S03.) legte in längerer Rede noch einmal ausführlich ten Standpunkt seiner Partei dar, wirtung versprächen und die Verbraucher nur mit neuen schme ren Abgaben belasten. Die Finanzprojekte", jo fagte er, finb die Strafe für die Ruhrpolifit. Diese Bolitik verhindert jede Regelung der Reparationsfrage. Gleichzeitig beweisen die Geseze den Fehlschlag dieser Politit. ( Lärm äußerst rechts und im Zentrum.) Poincaré richtete an die Abgeordneten einen legten Appell: Ich gebe zu, daß der Währungsfrise sowohl wirtschaftliche wie politische Ursachen zugrunde liegen. Es find aber nicht bie jenigen, auf die Leon Blum verweist. Wenn die Regierung der Stammer diese große Anstrengung zumuten mußte, so taher, meil Frankreich feit vier Jahren Borschüsse für Rechnung Deutschlands teistet. Wenn die laufenden Sachverständigenarbeiten ein glüc fiches Ergebnis zeitigen, fo is auch eine Aeußerung zu bedenken, die einer der ausländischen Sachverständigen einem feiner franzöfifchen Kollegen gegenüber vor einigen Lagen fallen ließ. Er fagte:„ Wir hätten es nicht so weit gebracht, wenn Sie sich nicht an der Ruhr aufhielten."( Sollte der Sach verständige, dessen gewiß vertrauliche Aeußerung Poincaré hier veröffentlicht, nicht vielleicht gemeint haben:„ Wir hätten es nicht so weit in der Weltwirtschaftsfrise gebracht, wenn Sie sich nicht an der Ruhr aufhielten!? Red.)„ Tatsächlich dürfen wir die Ron. 3effionen, die mir von Deutschland erlangen tönnen, dem I'mstand zuschreiben, daß wir seine reichsten Gebietsteile bejezt halten. Die Magnaten der deutschen Industrie wären auf Grade und Un. gnade uns ausgeliefert, wenn sie fich nicht fügten. Nichtsdestoweniger müffen wir Neustadt, 23. februar.( Mtb.) Auf Wunsch des stellvertretenden bis zu dem Zeitpunkt, wo Deutschland im stande ist, Borsitzenden des pfälzischen Kreistages Dr. Bayersdorffer feine Bahlungen wieder aufzunehmen, eine beträchtliche Schuld traten heute die Bertreter der pfälzischen Breffe, Berlecer und Re- liquidieren, die wir auf Rechnung Deutschlands übernommen haben." datteure im Rathause zu Neustadt zu einer Besprechung über die In der Sitzung hatte sich besonders um die Eisenbahn. Lage zusammen. Nach einigen furzen Begrüßungsworten verbreitete tarife eine lebhafte Debatte entsponnen. Leon Blum er. sich Dr. Bayersdörffer in einem eingehenden Referat über die Entfärte, es sei grundfalsch, die Eisenbahnfäße zu erhöhen. Wenn die wicklung der letzten Tage. Er schilderte zunächst die Beratungen mit Kammer fich von der Annahme der Finanzprojekte einen günstigen der Spezialfommission und schaffte besonders über die Rückschlag auf dem Devifenmarkt verspreche, so sei die Herauffezung folgenden Fragen Klarheit: 1. Ob die Spezialfommission beabsichtige, der Tarife an und für sich grundlos. Der Eisenbahnminister die Pfalz offen oder verftedt von Bayern und dem Reidh le Trocquer entgegnete, der Staat tönne nicht das Defizit der Eisenbahngesellschaften übernehmen. Das Amendement Herriots, zu trennen. 2. Wie sich die Spezialkommiffion zu der Bebas amtenfrage stelle. Die Bertreter sämtlicher Regierungen ber bas auf die Beibehaltung der Tarife auf ihrer bisherigen Höhe abzielte, wurde mit 338 gegen 209 Stimmen abgelehnt. Boin. Spezialkommiffion erklärten furz und bündig, daß fie in feiner Form caré statte die Bertrauensfrage gestellt. Pfalz, Bayern und das Reich ein einheitliches Ganzes feien. Es wurde festgestellt, daß fich die Berhandlungen mit General de Metz in loŋaler Weise und in besten Formen voll 3ögen, so daß schon wesentliche Zusicherungen erreicht worden seien. Schwierigkeiten bereiteten die Frage der in Birmasens und Raiserslautern anläßlich ber letzten Unruhen Inhaftierten, weil die franzöfifchen Behörden sich auf den Standpunkt stellten, daß die dort getroffenen Maßnahmen eine Angelegenheit der Militärbehörden feien. Es feien aber auch in dieser Hinsicht einleitende Schritte getan, so daß Hoffnung bestehe, daß die Gefangenen, fabald die Untersuchung beendet ist, wieder in Freiheit gesetzt werden würden. Die durch die Rheinlandkommiffion ausgewiesenen Be amten fönnten aus dem Grunde vorerst auf eine Rückkehr in die Heimat noch nicht rechnen, da dies nicht im Ermessen des Generals de Metz läge, sondern eine Angelegenheit der Rheinlandkommiffion felbft fei. An die amtlichen Erklärungen der Regierungsvertreter fchloß fich eine Aussprache der Redakteure, die besonders auf die Freilaffung der Verhafteten und die Rückkehr der von den Separatisten ausce. wiesenen Personen drangen. Sie betonten ihrerseits, daß es der Personalveränderungen im Finanzministerium. Der Staats. fefretär im Reichsfinanzministerium Dr. Schröder ist aus dem Reichsdienst a usgefchieden, er ist als Bräfident der Preußischen Staatsbant in Aussicht genommen. An feine Stelle tritt der bis. herige britte Staatssetretär im Reichsfinanzministerium und Bor figende der Kriegstaftenfommiffion Fischer. Zu deffen Nach folger in Baris ist der Dirigent des Wiederaufbauminifteriums Ge heimer Regierungsrat Dr. Ruppel unter Beförderung zum Minifterialdirektor im Reichsfinanzminifterium ernannt worden. Das amtliche Wahlergebnis in Medienburg- Schwerin ist fol 19 Size; Deutschpöllische 63 511 gendes: Deutschnationale 95 176 - 5 Gife; Demokraten 13 Size; Deut dhe Boltspartei 23 962 11 738-2 Size; Wirtschaftsbund 5122-1 Gig; Landpartei 4553 0 Size; Republikanische Partei 27210 Gige; Sozialdemokraten 74 92415 Site; Unabhängige 2521-0 Size; Rommunisten 44 765 9 Size. Roßbach wurde in Bien wegen feines falfden Bafies a 48 Stunden Arrest verurteilt, die durch Untersuchungshaft verbüßt find. Er fagte, ein Freund hatte ihm den falschen Baß gegeben. Die Münchener Staatsanwaltschaft wird sich wohl um diesen Freund fümmern. Dber nicht? Gewerkschaftsbewegung zahlen. Daraus können die behördlichen Organe aber auch ersehen, Ernste Situation im Baugewerbe. Die baugewerblichen Unternehmer haben bereits im Januar auf Grund der Arbeitszeitperordnung die Bestimmungen des Reichs tarifpertrages für das Baugewerbe über die Arbeitszeit zum 12. Fe. bruar gekündigt, obwohl der Reichstarifvertrag am 31. März abläuft. Sie fordern ben Zehnstundentag, und als die Arbeiter verbände diefe Forderung grundsäßlich ablehnten, haben sie den Reichsarbeitsminister angerufen. Der Minister hat als Schlichter den Unterstaatssekretär Möllendorf bestellt. Am 21. Februar fanden im Reichsarbeitsministerium Berhandlungen statt. Ein Einigungs. nerfuch des Schlichters scheiterte. Die Unternehmer beharrten bei ihrer Forderung, die Arbeitervertretung auf ihrem ablehnenden bei ihrer Forderung, die Arbeitervertretung auf ihrem ablehnenden Standpunkt. Die fofort im Anschluß an die Verhandlung gebildete Schlichtungsfammer hat einen Schiedsspruch nicht gefällt. Der Vor schlag des Schlichters, der die Arbeitgeber ermächtigen wollte, nach ihrem Ermessen und nach dem wirt'ichen Bedürfnis des Betriebes die bisherige tägliche Arbeitszeit bis zu 9 Stunden( wöchentlich 54 Stunden) zu verlängern, hat feine Mehrheit gefunden. Der Streit über die Arbeitszeit im Baugewerbe ist somit unentschieden. Berhandlungen, die am 22. Februar zwischen den Vertragsparteien über Erneuerung des Reichstarifes fbattfanden, find gleichfalls ge sheltert Die Unternehmer fordern in der Hauptfache: 1. 3 eh n stündige tägliche Arbeitszeit, 2. Ausgleich des Arbeitsausfalles in den Bintermonaten durch eine entsprechende Berlängerung der Arbeitszeit in den Sommermonaten, 3. Fortfatt der Ferien, 4. Lehrlinge fallen nicht unter den Tarif. mertrag uim. wäre es ihnen unmöglich, die feitherigen Löhne noch weiter zu zu der am Montag, nachmittags 5 Uhr, bet Henning, Megandrinenstraße, stattfindenden Konferenz zu erscheinen. Die Fraktionsdaß erstens für die Berliner Bevölkerung feine Gefahr besteht, vorstände usw. sind ebenfalls eingeladen. Aeußerst wichtige Mit mit Mehl nicht beliefert zu werden, und daß zweitens eine Unterteilungen sind entgegenzunehmen. Parteibuch und Karte legitimiert. ftübung ihrerseits bem Unternehmertum nur dazu verhilft, die Ar. Der Fraktionsvorstand. beiterschaft niederzufnüppeln, ohne daß die Allgemeinheit daraus gewinnt. Wollen die Behörden, daß der Frieden wieder hergestellt wird, dann muß es ihre Aufgabe sein, die Bar. teien zufammenzubringen, und darauf hinzuwirken. daß ber gewiß sehr bescheidene Lohn von 27 M. für Gelernte, 25 M. für Ungelernte und 16,50 M. für Frauen weitergezahlt wird. Gespannte Lage im englischen Bergban. In einer Sigung der Handelskammer von Mansfield hielt der Abgeordnete des Bezirks Barley( Arbeiterpartei) einen Bortrag über die Lage im Kohlenbergbau und über die Möglichkeit eines Streifs. Er erflärte, England werde innerhalb 8 Wochen möglicherweise die schwersten Störungen im Kohlenbergbau erleben. Ein Kreisausschuß als Schrittmacher der Reaktion. Die Exekutive des Berbandes der Grubenarbeiter Englands hat in Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: London eine Sigung abgehalien, in der die Grundlagen der Politit, Die Angestellten des Kreisausschusses des Kreises Teltom die als Ergebnis der Urabstimmung befolgt werden soll, besprochen hatten mit dem Kreisausschuß im Jahre 1920 einen Tarifvertrag wurden. Eine Mitteilung der Grubenbefizer wurde verlesen, in der abgeschlossen, der vom Kreisausschuß zum 1. Februar d. Is. gerufung einer gemeinsamen Sizung der Grubenarbeiter und Grubenes heißt, daß die Grubenbefizer die Verzögerung, die die Einbe fündigt wurde. Der 352., als die federführende Angestelltenorganisation ersuchte den Kreisausschuß in Berhandlungen zweds günstigsten Zeitpunkt für eine solche Sigung vor. Die Erefutive der befizer erlitten hat, bedauern. Sie schlagen den 6. März als Abschluß eines neuen Tarifes einzutreten. Nach wiederholten ver- günstigsten Zeitpunkt für eine solche Sigung vor. Die Exekutive der geblichen Bemühungen nahm der Kreisausschuß endlich zu dem Grubenarbeiter hat diesen Vorschlag angenommen und hat ferner Antrag Stellung und erklärte in einem Schreiben vom 26. Januar, beschlossen, eine Landeskonferenz der Delegierten der Grubenarbeiter daß der Personenkreis der beschäftigten Angestellten seit 1920 wesent- für den 12. März einzuberufen. jetzt auf die einzelnen Betriebe so, daß im allgemeinen nicht über lich zurückgegangen sei. Das Personal verteile fich darüber hinaus 10 Angestellte in Frage tamen. Weiter fönne der Kreisausschus nicht übersehen, welche Arbeitsdauer, Urlaubszeiten, Ründigungsfristen usw. für die Zukunft durch irgendwelche gesetzliche Bestim mungen festgelegt würden. Alle diese Gründe laffen es dem Kreisausschuß als gegeben erscheinen, den Abschluß eines neuen Tarifvertrages für die Angestellten abzulehnen. auch im Streisausschus, Teltow eingefeht hat, noch wenigstens 100 Wir möchten hierzu feststellen, daß selbst nach dem Abbau, der Angestellte in Frage kommen. Es scheint uns fo, als wollten die tommunalen Berbände tatsächlich dem privaten Unternehmertum gegenüber Schrittmacher sein in der Beseitigung der Rechte der Arbeitnehmerschaft. Der 3dA. wird Wege finden, den Kreisausschuß in den Musterfälen, Raiser- Wilhelm- Str. S. Bericht über den Abschluß des Die Arbeitervertreter haben diese Forderung grundsäglich abgelehnt. Sie find bereit zu neuen Berhandlungen, wenn im neuer Vertrage die Achtund vierzigstundenwoche ge- Teltow zu zwingen, in Tarifverhandlungen einzutreten. fichert wird, die Ferien aufrecht erhalten bleiben, und menn der Vertrag auch die Lehrlinge einschließt. In der am Schluß der Verhandlung abgegebenen Erflärung stellten die Arbeitgeber feft, daß bei dem grundsätzlichen ablehnenden Berhalten der Arbeitervertreter zu ihren Hauptforderungen zurzeit teine Möglichkeit der Annäherung und Wetterverhandlung. bestehe. Nach diesem Berlauf der Verhandlungen ist damit zu rechnen, daß bis 31. März ein neuer Reichstarifvertrag für das Baugewerbe nicht zustande tommt und das Baugewerbe zum 1. April in eine vertraglose Zeit eintritt. Die daraus entstehenden Folgen faffen sich heute noch nicht übersehen. Schon jetzt aber muß auf den Ernst der Situation hingewiesen werben, der das Baugewerbe in nächster Zeit entgegengeht. Zum Streik der Mühlenarbeiter. Bom Berband der Lebensmittel- und Getränfearbeiter wird ums geschrieben: Begen der Berhaftung der Betriebsratsmitglieder wird sich die Militärbehörde auf die Berordnung vom 25. Oftober 1923 berufen, in der gesagt wird, daß das Streifen in lebenswichtigen Betrieben verboten ist. Bis zum Erlaß dieser Verordnung haben sich weder die Mühlenbesizer und die Arbeitnehmer noch die Behörden je darum gefümmert, ob Mühlen als lebenswichtige Betriebe anzusehen sind. Besonders die Berliner Mühlenbefizer haben bei jeder Gelegenheit thren Unternehmerstandpunkt in der trasfesten Form vertreten. Das geht sogar soweit, daß sie selbst zum Mittel der allgemeinen Aussperrung der Berliner Mühlenarbeiter greifen. Wenn Lohnverhandlungen stattfinden, erflären sie immer, daß die Beliefe: rung der Berliner Bevölkerung mit Mehl, wenn wirklich ein Streif cintrete, nicht in Frage gestellt wäre, da ja genügend Mehl von auswärts auf den Berliner Marti geworfen werde. Sie erklären fonkurrenzunfähig zu fein und die Löhne der Mühlenarbei fer abbauen zu müssen, da immer im erheblichen Maße Mehl aus der Provinz auf den Berliner Marft geworfen mird. Die Berliner Mühlenbefizer sind noch gewohnt, von Mahlaufträgen, die durch die Reichsgetreideftelle vergeben wurden, 50 Broz. und mehr zu erhalten, mogegen die Belieferung der Provinzmühlen feir minimal mar. Alle Konkurrenz mar dadurch ausgeschaltet. Bon den Berliner Mühlenbesigern wird auch nicht abgeftritten, daß sie diefe Bofition ausgenugt haben, indem ihnen dadurch ein Ausbau in technischer Beziehung möglich war. Mit Neid haben die Besizer der Provinzmühlen bei jeder Gelegenheit, wo Bertreter mit der Arbeitnehmerorganisation in Verhandlungen über Festlegung der Löhne zusammenfamen, diese Tatsache erwähnt. Durch die freie Bewirtschaftung ist die Sachlage nun eine andere geworden. Die auswärtigen Mühlen versuchen die verforene Bofition, Lohn und Arbeitszeit der Werkzeugmacher. Eisenbahner. Montag abend 7 Uhr im Schultheiß, Schillingsbrilde 1, Bersammlung aller im DEB. organisierten BGPD.- Eisenbahner. Tagesordnung: Die Reichstagswahlen und die Eisenbahner. Referent Breunig, M. d. R. In Anbetracht der sehr wichtigen Zusammenkunft müssen alle erscheinen. Partei- und Verbandsbuch gelten als Ausweis. Der Werbeausfuß. BSPD.- Kollegen, Osram- Fabrit D. Montag nachmittag 4 Uhr im Lobal Lojad, Beymestraße, Fraktionsfigung. Tagesordnung: Stellungnahme zur Betriebsratswahl. Randidatenaufstellung. Deutscher Bekleidungsarbeiter- Berband. Damenkonfektion: Mitgliederversammlung morgen( Montag) abend 6½ Uhr neuen Tarifvertrages. Herrenmaßbranche: Mitgliederversammlung am Dienstag abend 6% Uhe in der Schulaula Rochstr. 13. Bericht über die Lohnverhandlungen. Damenmaßbranche: Funktionärverfammlung am Donnerstag, den 28. Fee bruar, abends 6 Uhr. Sebastianstr. 37-38. Bericht über die Lohnverhand lungen. Jedes Geschäft muß vertreten fein; Geschäfte, welche feine Funk tionäre haben, haben ein Mitglied zu delegieren. Mitgliedsausmeis legitimiert. Zb., Chemische Juduftrie. AfA- Funktionärversammlung Dienstag abend Dienstag Af- Bund, Kunst- und Bauschloßezeten, Gelbschrankinbuftrie. nachmittag 26 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Beinmeister ftraße 15. Eagesordnung: Stellungnahme zu dem Arbeitgeberangebot zweds Regelung der Februargehälter. Gäfte fönnen eingeführt werden. · Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe ber Töpfez. Generalversammlung der Fachgruppe Mittwoch nachmittag 5 Uhr in den Residenzfestfälen, Inh $. Petsch, Landsberger Str. 31. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Fachgruppenleitung. 3. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die fehr gut befuchte Branchenversammlung der Werkzeugmacher, Schleifer und Härter nahm am Donnerstag den Situations. stellte fest, daß Lohnhöhe und Arbeitszeit in den Betrieben stark s uhr in der Belle- Alliance- Str. 7-10 III. bericht des Branchenleiters Genoffen Knopf entgegen. Der Redner Differieren. Während noch vor dem Kriege der Stundenlohn zwischen 80 bis 110 Pfennigen fchwanfte; beträgt er jetzt durchschnittlich 60 bis 65 Bf. In vielen Betrieben werden schon 9 Stunden gearbeitet, in anderen wird am Achtstundentag festgehalten. Schwere Zeiten liegen hinter uns, doch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gegenmart sind noch so verwirrt, daß die Zukunft noch ungewiß ist. Ein Mitgliederrüdgang in der Branchenorganisation ist nicht zu ver zeichnen und auf dem Arbeitsnachweis find die Werkzeugmacher nur fehr schwach vertreten. In ganz Groß- Berlin sind etwa 280 Rollegen arbeitslos. Die Diskussion war sehr fachlich und brachte äußerst reichhaltiges Material hervor. Die Aussprache zeigte, daß die Attordarbeiter schlecht abgeschnitten haben. Die Preisfeftfegung innerhalb einzelner großer Betriebe erfolgt nach einem Einheitssystem: 100 Einheiten gleich Affordbasis( 50 Minuten) gleich 46 Bf. 1 Arbeitsstunde gleich 60 Minuten. Innerhalb der 10 Mis nuten Differenz wird ein Ueberverdienst bis zu 30-35 Proz. er reicht. Auf Grund der Umrechnung nach dem Einheitssystem ergibt sich ein Stundenverdienft nach harter Arbeit von 60-63 Pf. pro Stunde. Der Enderfolg ist daß aus daß aus den Werkzeugmachern Schufter" werden. Bei gefättigtem Magen und in gediegener Schale" sei es nicht allzu schwer, die rationellsten Arbeitsmethoden auszufnobeln; etwas anderes aber sei es, bei Margarineftullen und in steter Sorge um die Erhaffung der Familie hochqualifizierte Ar beit unter besonderem Drud zu leisten. Der Kampf gegen alle Berschlechterungen muß daher von der gesamten Organi fation aufgenommen werden. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Ernst Reuter; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fris Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Bormärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckere und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68., Lindenstraße& Hierzu 4 Beilagen. 97 An die Berliner Buchdrucker. vorstände haben gezeigt, daß die Berliner Buchdrucker den Kommu Die Bahlen der Generalversammlungsdelegierten und Bezirts. nisten die Antwort gegeben haben, die man von ihnen erwartet hat. Weit über 90 Broz aller Funktionäre stehen auf Kommunisten brachten nicht einmal die notwendige Stimmenzahl zur dem Boden der prattischen Bewertschaftsarbeit. Die unterstützung ihrer Kandidaten auf. Nur bei den Vorschlägen zu äußerster Kraftanstrengung 56-60 Stimmen auf sich zu vereinigen. der Wahl des Kassierers und der Schriftführer gelang es ihnen, mit Kollegen! Tut weiter Eure Pflicht; tretet Mann für Mann zur Wahl. Reine Stimme den Organisationszerstörern der KBD. Wählt nur die Kollegen Hermann Schleffler( Kaffierer), Alfred Zadud, Adalbert Pietsch und F. J. E. Schmidt( Schriftführer). Alfe Reserve 1846 Winkelhausen MEF- STOFFE durch Güte u. Preisürdig keit seit Jahren bekannt Jetzt täglich Eingang von SommerNeuheiten für Damen und Herren die Belieferung der Großstadt Berlin mit Mehl, wieder zurückzuge Diese Kollegen bürgen für eine gesunde Gewertschaftsarbeit. In Tuchhaus M. E. Freitag, Molkenmarkt 14 minnen. Aus diesem Grund, erklären die Berliner Mühlenbefizer, die Delegierten und Bertrauensleute richten wir die Aufforderung, Bitte auf Eingang Nr. 14 zu achten I Großer Kleiderstoff Verkauf Herrenstoffe Wollstoffe, Waschstoffe, Seidenstoffe Anzugstoffe in großer Auswahl Blusenstoffe mit kunstseidenen Streifen in 1.35 Serie I II III Popeline oder Serge... Streifen... Mr. 8.80 11.50 14.50 Reinwoll. Blusenstoffe in aparten Mtr. 3.30 Kammgarnstoffe dunkelblau...... Mt. 14.40 Reinwoll. Popeline in vielen Farben, 105 cm....... Mtr. 3.95 4.40 gute, feste Qualität Mtr. 11.80| Reinwoll. Rockstoffe 105 cm....... Mtr. Strich- Loden 5.75 Noppen- Stoffe Donegal, glatt od. mit karierten 3.90 für Mäntel.......... Mtr. Lodenstoffe bestes bayerisches Fabrikat imprägniert........ Mtr. Covertcoat in neuen Farben........... Mtr. 11.40 12.50 Besätze Metallspitze, gold oder silber, 20 cm breit. Mtr. 9.00 Buntstickerei, 6cm breit 4.00 seide, 1 cm breit... Mtr. 0.10 Waschtüll, weiß, 100 cm 0.95 Besatztresse, Kunstbreit... Mtr. Kunstseidenes Band, neue Farben, 15 cm, Mtr. Moiré- Band, Kunstseide, schöne Farb., 10/ 2cm. Mtr. Reinseid. Taftband, 1.20 0.85 vorzügl. Qualität, schwarz, 1.65 13 cm breit ... Mtr. Reinwoll. Cheviot marine, schwarz oder farbig, 130 cm.... Mtr. 2.95 Wollmusselin bedruckt..... Mtr. 2.25 Mohair 11hwarz, glanzreiche Ware für Kleider 3.80 Covertcoat 130 cm breit für Mäntel, 7.50 Kostüm- u. Mantelstoffe im cm breit.... ...... Mtr. Wolle gezwirnt, für Mäntel, Mtr. Futterstoffe Jakonett 80 cm breit, Mr. 0.70 Satinköper grau oder schwarz, 80 cm breit, Mtr. 1.10 Satin in vielen Farben, 80 cm breit.... Mtr. 1.70 oliv, braun, 140cm, Mtr. 2.80 Diagonal grau- schwarz 3.20 cm.... Mtr. 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Mtr. 11.50 Bedruckt Crêpe de chine Free 13.50 in aparten Nfsrael GEGRÜNDET 1815 BERLIN C . BERLIN C. SPANDAUER STR.. KÖNIGSTRASSE schillernd, 140 cm.... Mtr. 4.00 Damast einfarbig. Halbseid. Serge grau 140 cm.... Mtr. 4.00 vierfach, mit Goldöhr od. mode, etwa 120 cm, Mtr. 3.90 Halbseid. Damast in großer Auswahl, 85 cm. Mtr. 4.90 Kurzwaren Obergarn 1000 Mtr.- Rolle 0.95 Nähnadeln Brief- 25 Stck.0.12 Weiss. Band Halbleinen, 11/2 cm br., Stück= 22 Mtr. 0.10 Armblätter Platte, Paar 0.30 Besatzknöpfe.... Dtz, 0.45 Mantelknöpfea.Galalith schwarz oder farbig, Dtz. mit Gummi0.90 Favorit- Schnittmuster für Kleidung und Wäsche Nr. 93 41. Jahrgang VI.*) 1. Beilage des Vorwärts Was ist besser geworden..? Obgleich die Frage: Was ist besser geworden?" für unsere Leser eigentlich schon entschieden ist, wollen wir doch aus der Fülle des uns noch zur Verfügung stehenden Materials einige Berufszweige herausgreifen, die noch nicht in den Kreis unserer Betrach tungen gezogen worden waren. Wir lassen die Befragten, die auch aus ihrem Leben, Denken und Fühlen im Zusammenhang mit dem angezogenen Thema einiges mitteilen, diesmal selber sprechen. Ein Alleinstehender. Bor uns steht ein älterer Mann. Vor drei Jahren ist seine Frou gestorben. Die Kinder sind erwachsen und verheiratet. Sie ohnen verstreut in allen Himmelsrichtungen. Sie fümmern sich den Teufel darum, was ihr alter Vater macht. Sie haben mit ich allein genug zu tun, um nicht zu verhungern. So ist er als Witmer vollkommer auf sich selbst angewiesen. Bis Anfang NoDember hatte er Beschäftigung als Rohrleger. Bis dahin fam er gut aus und war zufrieden. Dann entwertete jich Sas Geld. Die Arbeit ließ nach. Eines schönen Tages Schloß fein Arbeitgeber die Fabrik und aus war es. Er reihte fich ein in dos große Heer der gezwungen Feiernden und bezieht nun die Bettelpfennige der Erwerbslosenunterstügung. In der Woche gab es 3,42 M. Unterstügung. Nebenbeschäftigung hat er nicht. Die 3,42 M. find also seine einzigen Einnahmen. Wie weit er da mit femmt, braucht nicht lange aufgezählt zu werden. Der Hauswirt tommt und bringt ihm eine Januarmietforderung von insgesamt 18 bis 20 m. Das war ein schyrerer Schlag für ihn. Woher das Beld holen? Seine Kinder haben nichts. Bekonnte oder Verwandte find mißtrauisch und rücken nichts heraus. Was nun?„ Ach, hätte ich doch nur zwei Minuten Courage genug, um diesem elenden Leben ein Ende zu machen," sind seine Worte. 20 Jahre wohnte er mun in demselben Hause und in derselben Wohnung. 20 Jahre hindurch fonnte er ununterbrochen pünktlich om 1. jedes Monats feine Miete auf Heller und Pfennig bezahlen. Jetzt ist er nicht in der Lage, von der Miete auch nur den zehnten Teil zu bezahlen. Echweren Herzens hat er sich entschlossen, feine Zweizimmerwohnung cufzugeben. Die Möbel will er zum größten Teil verkaufen und fich mit einer fleinen, einfachen Stube begnügen. Nach tagelangem Suchen hat er ein fleines Zimmer gefunden Das Wohnungs. amt hat nichts einzuwenden. Sett tommt der Hauswirt und verfangt:„ Wenn Sie jetzt die Wohnung verlassen, müssen Sie sie mir in dem Zustand wieder zurückgeben, in dem Sie sie seinerzeit über nommen hoben." Natürlich wird eine Wohnung mit der Zeit reparaturbedürftig. Seit Beginn des Krieges, aljo jeit ziemlich 10 Jahren, ist aber nichts gemacht worden. Die Lapete hängt herunter. Der Bug ist abgebrödelt, die Küche ist schwarzgeräuchert. Auf dem Fußboden sieht man nur noch Spuren von Forbe. Auf bie höfliche Frage an den Hauswirt, woher er denn die Mittel nehmen soll, erhält er zur Antwort: Das geht mich nichts an. Das Gesch schreibt es vor und damit ist die Sache für mich geflärt!" Sehen Sie, so ist es," meinte der Hoffnungs ofe, Jahrzehnte hot man feine Arbeit getan. Das Geld, das man sich zusammengefpart, ist nur noch ein Haufen Papier. Wollen Sie noch mehr hören auf die Frage, was bisher besser geworden ist, ob in Wirklichkeit die Zeit des Mangels und der Ent behrung schon hinter uns liegt?. Ein Ziseleur. In wirtschaftlicher Hinsicht ist es nicht viel besser ge. worden. Die Gebrauchsartikel find noch zweidrittelmal teurer als vor dem Kriege, und die Löhne um die Hälfte niedriger als 1914. Bir Arbeiter sind nicht in der Lage, uns richtig zu ernähren und zu fleiden. Bis vor 4 Wochen war ich arbeitslos. Mich hatte es geschmerzt, als ich den Vorwärts abbestellen mußte. Jezt habe ich endlich wieder Arbeit und tann wieder die Arbeiterpreffe lesen. Ich arbeite auf Attord und verdiene durchschnittlich 32 m. in der Woche. Davon oben natürlich Die gesamten Abzüge ab. Wie gern würde ich mir Bücher faufen, *) Siehe auch Nr. 21, 33, 45, 57 und 69 des Borwärts". 841 " ( Rachdrud durch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. „ Dein Zimmer- diese drückende Dede, das fleine Fen ster- ist wie ein niederstirniges Gesicht," sagte er, empfand plöglich wieder Druck über dem Herzen. Ja, wir leben vergraben, geduct, nur von uns felbft und der Idee beschirmt... Bist du nun sicher, daß die Rech nung ftimmt?" „ Das solltest doch du am ehesten begreifen, daß ich, da hinter mir nicht der materielle Druck stand, der die Massen flaffenbewußt macht, zum Teil auch auf dem Wege über den Berstand zum Sozialismus fommen mußte. Das Gefühl war Dorher, war ja immer da." Wie wir einander wiederfanden, du und ich!... Wie schön, wie wunderbar ist das!" Da schlug das Glück durch ihn durch, legte Jürgens Hand um ihren Naden. So stand er, Blick in ihrem Blid, nahe um ihren Naden. So stand er, Blick in ihrem Blick, nahe seine Lippen dem kleinen, feſten Mund. Ihr Körper gab nach, Dann fagte Jürgen, halb fragend: Bo ich heute nacht schlafen werde, bei wem, das weiß ich freilich nicht." antwortete frei. 5. und auch deshalb, damit Du nicht glauben solltest, ich fei verunglückt, erirunten, ermordet worden( ich habe mich, Im Gegenteil vor dem Ertrinken, vor dem Erftidungstode gerettet), teilte ich Dir meinen Eintritt in die sozialistische Partei und den Entschluß mit, nicht mehr zurückzukehren. aber das Geld langt nicht. Ich selbst bin ehrenamtlich als Armen vorsteher tätig. Dabei fann ich Elend sehen. Ich nenne Ihnen nur einige Beispiele: In meinem Bezirt wohnt ein Rutscher, der schon 1½ Jahre arbeitslos ist, ebenso ein Tischler% Jahr. wöchentlich Arbeitslosenunterstügung, wenn sie nicht inzwischen schon Jede der beiden Familien haben 4 Kinder, und sie erhalten 5 M. find vor Berzweiflung fast willenlos geworden. Ich kann Ihnen von der Erwerbslosenfürsorge ausgesteuert" find. Diese Menschen fagen, auf dem Stuhl, auf dem Sie jetzt sigen, faß schon manche Armut, Leute, bei deren Anblid mir schon das Herz blutete, so daß ich noch mein letztes oft hingab, trotzdem ich selbst bloß ein armer des Arbeiters dente, kann ich sagen, es hat sich nichts gebeffert. Im Teufel bin. Soweit ich also hier urteilen darf und an die Lage Gegenteil, die Arbeiterklasse muß wachsam sein, damit nicht noch mehr Errungenschaften verloren gehen...." mehr Errungenschaften verloren gehen...." Der kleine Meister. Die feinen Unternehmer find gerade die schlimmsten." Bie oft kann man dieses Wort hören. Mag auch seine Berechtigung in vielen Fällen anerkannt werden. Es gibt viele solcher Prole. larier von gestern", die, als sie sich emporgeshwungen hatten, das Mitgliedsbuch der Partei samt allen anderen Idealen in die Ede warfen, und nun zu den ärgsten Bedrückern ihrer eigenen Arbeiter und früheren Kollegen zu rechnen find. Aber nicht überall sieht es so aus. Unser Weg führt heute zu einem Parteigenossen, der sich vor einigen Jahren selbständig gemacht hat, Freud und Leit zur Genüge durch kostet hat, und nun heute als kleiner Krauter" dafteht. Auf die Frage, was ist besser geworden, erzählt er: Mir ging und geht es genau so wie jedem anderen Arbeiter, oft aber noch schlechter und härter. In ter Zeit der Inflation habe ich schwer zu fämpfen gehabt. Biele fleine Handwerker sind zu jer.er Beit vollkommen pleite gegangen. Ich war auch oft nahe daran. Diese Zeit liegt Gott sei Dank hinter uns, die Währung ist stabil. Man fann wieder in Ruhe arbeiten, falfulieren, faufen und verfaufen. Ich habe drei Töchter, die effen wollen, und das Geld fällt nicht vom Himme. Ich will Ihnen fagen, wie mühsam jede Mart vertient werden muß. Bon einer begrenzten Arbeitszeit fann bei mir gar nicht die Rede sein. Bei einer 48- Stunden- Woche ist meine Eristenz eine Unmöglichkeit. Morgens 6 Uhr früh muß ich aus dem Bett, sofort geht's zur Werkstatt. Abends um 8 Uhr bin ich erst wieder zu Hause. So sieht mein Arbeitstag aus. Durchs schnittlich beträgt er zwölf bis dreizehn Stunden. Sehr oft arbeite ich noch Sonntag vormittags. Die Folge mar daß eine Entfremdung in der Familie eintrat. Am frühen Morgen, wenn ich gehe, schlafen noch die Kinder; wenn ich abents wiederkomme, sind sie meist schon im Bett, oder ich bin so müde und abgespannt, daß es mir Anstrengung tostet, noch den Borwärts" zu lesen. Da ist mir dann jeder im Wege Das Einkommen ist nicht hoch; hungern brauchen wir nicht, mäften fönnen wir uns auch nicht. Die Einnahmen find dabei höchstenfalls die eines gut bezahlten Arbeiters.. Woran das liegt? Na, ich habe eben nicht vergessen, daß ich Co. gialdemokrat bin. Seit 1898 bin ich in der Bariei, habe vor feiner Reinarbeit zurückgefchreckt und dente nicht daran, die Fahne zu verlassen. Ich bin vielleicht zu ehrlich und nicht genug Geschäftsmann. Das fällt einem schwer, denn man ift in den heutigen gefamten Wirtschaftskomplex so hineingebrüdt, daß es einem als einzelnen fehr schwer wird, der alten sozialen Tradition treu zu bleiben. Sehr traurig stimmt es mich immer, wenn meine eigenen Parteigenossen meinen, ich habe die Fühung mit den Arbeitern und der Partei verloren, weil ich nun felbständig" geworden bin.... " 7 Der Schupo- Mann. gelebt haben, sind für uns die Zeiten sehr schlecht geworden. Die Während wir noch bis vor einem Vierteljahr ganz gut gefamte Deffentlich feit tann sich gar feinen Begriff davon machen, mit wie menig Geld wir austommen müffen. Als die Geldentwer tung so furchtbar rafend schnell vor sich ging, haben wir beffer bageftanden. Da gab es Borschüsse, Zulagen und Zusatzzahlungen. Die goldenen" Seiten der Papiermart liegen hinter uns, und nun gibts das Gehalt in Goldmart". Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, denn die Summe beträgt für einen Wachtmeister der Gruppe 3 " Sonntag, 24. Februar 1924 monatlich 98 M. Davon foll ich mich, meine Frau und mein Kind ernähren. Wie weit ich mit den 98 m. in 30 Tagen tomme, das fann sich ein jeder an seinen fünf Fingern abzählen. Meine Frau ist daher gezwungen, arbeiten zu gehen, wenn wir nicht hungern Brot allein, man muß fich fleiden, der Haushalt muß ergänzt wer wollen an Leib und Seele. Der Mensch lebt doch auch nicht von nicht in der Lage, eine Familie zu ernähren. Oft bin ich mit Kunstden, die Stuben follen warm sein. Kurz und gut, ich bin allein honigstullen in ber Tasche zum Dienst gegangen. Wer hat da inehr Recht, sich als Broletarier zu nennen, als wir Schuhpolizisten. Aber die große Masse, besonders der Arbeiter, der weiß nicht, in welchen fchicfes Bd. Wir werden schief angesehen. Bei der ersten und Verhältnissen wir leben, er hat von uns ein ganz perfehrtes und besten Gelegenheit heißt es dann immer:„ Ihr lebt ja bloß von unseren Steuern!" Zum Vergnügen oder aus Zeitvertreib flehen wir nicht auf den Straßen. Unsere Dienstzeit beträgt wöchentlic 52 Stunden. Dazu kommt noch oft Sonderdienst. So ganz ungefährlich läuft alles auch nicht ab. Erft vor furzer Zeit stand in Zeitungen, daß irgendwo in Berlin zwei Schuhpolizisten über den Haufen geschossen worden find. Sehen Sie, da fräht fein Hahn danach. Leisiet sich einmal ein Beamter einen Uebergriff das kommt bei einem jüngeren Kollegen leider oft vor setzt in der gesamten Deffentlichkeit ein Halle ein, die Presse hilft tüchtig mit, und wir in der Gesamtheit haben das wieder auszu tosten. Wir stehen auf dem Boden der Republit. Ich bin sicher, wenn einer unter uns monarchistische Agitation treiben würde, wäre er bald isoliert. Eine Tatsache schafft in unseren Reihen noch eine berechtigte Mißftimmung. Während früher der Polizist auf Lebenszeit Beamber war, feine und die Eristenz der Familie auf Lebzeiten gesichert war, beträgt heute die Pflichtdienstzeit 12 Jahre. Ja, was Dann? Das ist das Ungewisse! Die Weiteranstellung erfolgt nur dann, fofern ein besonderes Bedürfnis" vorliegt, dann sieht man da, man ist alt, hat seine Gefundheit zu Martte getragen. Bohin foll man dann gehen?..."( Die in Bereitschaft liegenden Bolizisten auf der Kaserne erhalten neben Verpflegung und freier Station monatlich 56 m.) • Die Stenotypistin. und bann Das Gehalt ist beffer geworden, die Arbeitszeit schlechter! Oder mit anderen Worten: die Arbeitszeitverlängerung ist die bittere Bille, die Gehaltsaufbesserung die Beruhigungspille. Mein Bureau dienst beginnt morgens um 8 Uhr und endet abends um 26 Uhr. Bon dem vielen, ununterbrochenen und monotonen Tippen" bun ich abends taput und abgespannt. Aber die 54stündige Arbeitswoche ist schon in den gesamten Bersicherungsbetrieben die Rege. Die Stenotypiftinnen find wenig oder gar nicht gewerkschaftlich organt fiert, und das müffen wir jetzt büßen. Aber glauben Sie nur nicht, daß mein Gehalt, welches zurzeit monatlich 120 m. beträgt, ber Durchschnitt wäre. Ausnahmsweise werde ich sehr gut bezahlt. Wer eine Stenotypistin im Bersicherungsgewerbe im Monat 80 m. hat, so ist das verhältnismäßig hoch. Berlangt werden unbedingte Beherrschung der deutschen, franzöfifchen und englischen Sprache und Stenographie. Man muss fauber und anständig gefleidet gehen. Diese Dinge dürfen nicht übersehen werden, denn besonders der Industriearbeiter geht gern darüber mit einer Handbewegung hinweg. Mein Verdienst ge stattet mir heute das Satteffen, hin und wieder kann ich auch mal 3m Theater oder Konzert gehen. Kleldung und sonstige Wahnungseinrichtungen laufen, fällt mir noch schwer. Aber zum Ber gleich, was ich noch vor einem halben Jahr während der Geldentwertungsperiode durchgemacht habe, find für mich persönlich die Verhältnisse beffer geworden. Ob all meine anderen Kolleginnen auch so denken, ist allerdings eine andere Frage.. Berurteilungen durch das Marktgericht. In den Räumen bes Polizeireviers 242 in Röpenid tagte Sonnabend von 12 bis 2 Uhr nachmittags das Marktgericht. 10 Geschäftsinhaber wurden megen Preistreibereien bzw. Nichtaus preifung von Waren zu Geldstrafen von 10 bis 25 Goldmart verurteilt. diejenigen, die sich zu den Sozialisten gesellen, schwachsinnige| stanten und tagsüber zwanzig Proletarierkinder an ihrer Schwärmer, Narren oder Verbrecher, ja sogar Berräter an dem Ideale. Wenn ich versuchen wollte, Dir zu erklären, daß der Sozialismus, über alles Materielle hinaus, auch eine gewaltige Kulturbewegung ist und verwirklicht werden muß, foll nicht die ganze Menschheit zugrunde gehen, müßte ich ein bides Buch schreiben, und auch dann würdest Du nichts begreifen. Denn sogar Menschen meiner Wefensart vermögen die Größe und geschichtliche Notwendigkeit des Sozialismus erst dann ganz zu erkennen, nachdem sie den kleinen, aber entscheidenden Schritt, den Sprung gemacht haben- hin über zur Arbeiterklasse, in ihr leben und zusammen mit ihr tämpfen. über. Glaube mir, liebe Tante, daß dies allein für mich die Ich habe den Sprung gemacht. Gräme Dich nicht dar Rettung sein konnte vor dem furchtbarsten, dem geistigen Tode. Daß dies allein die Rettung sein kann für jeden. Und glaube mir auch, daß ich, würde ich einmal wieder zurückkehren zu jenen, die mit Blindheit geschlagen sind und offenbar nur noch durch eine Art Staroperation fehend wer on tönnen, ein Berräter an mir selbst, Berräter an der Idee geworden wäre: ein verlorener Mensch, gleich allen Ange den hörigen der bürgerlichen Jugend, deren Tugenden durch die Erziehung in Schule und Elternhaus beschnitten werden auf das schickliche Maß, das ein gutes Fortkommen gewährleistet, und deren solchergestalt noch übrig gebliebener Idealismus auf der Univerſität von der tätigen Hingabe an die fließende Wirklichkeit vollends abgelenkt, mit falschen, überkommenen, erstarrten Inhalten gefüllt und dem Staate dienstbar gemacht wird, dessen Institutionen fich mit ganzer Bucht gegen die jenigen richten, durch deren Hände Arbeit die Existenz dieses Staates, Reichtum und Zivilisation des Landes und auch die Ausbildung der entfelbfteten bürgerlichen Jugend, fowie deren ausschließliche Beschäftigung in den Bezirken des, wenn auch verfälschten, sterilgewordenen Geistes erst ermöglicht wird." bi Wie noch vor turzem tein Mensch, und wäre er der flugfte auf der Welt gewesen, mir hätte begreiflich machen fönnen, daß ich nur durch diesen Schritt mein Dasein in Einflang zu bringen vermöchte mit den Tatsachen des Lebens, io könnte ich die Beweggründe die'es Schrittes auch Dir nicht begreiflich machen, so wenig wie Herrn Papierfabrikant Hom- Den letzten Satz strich Jürgen wieder weg und schickte mes, Geheimrat Lenz, Banfier Wagner, den Professoren, den Brief an die Tante. Studenten, Söhnen und Töchtern, das heißt: allen diesen Er wohnte feit Monaten in dem Loch, das durch eine flugen, gebildeten Menschen Deiner Kreise, für welche die Tür mit Ratharinas Zimmer verbunden war. Das windsozialistischen Arbeiter Existenzen sind, die alles gleichmachen Schiefe Fenster ging auf einen Rattenhof hinaus, in dem und verteilen, nichts arbeiten, fie täglich betrinten wollen, und| Küchenabfälle und allerlei Unrat seit Jahren faulten und Welt bauten. Katharina und Jürgen führten gemeinsamen Haushalt. Ein Anzug nach dem anderen, die Uhr, die Hemden waren, auf dem Wege über das Pfandhaus, zu Holz und Kohle, Kartoffeln, Wurst und Brot geworden. Jürgen Kolbenreiher in Verbindung mit einer öffentlichen Seit dem Tage, da die Tante zum erstenmal den Namen Arbeiterversammlung, gerichtet gegen den Papierfabrikanten Hommes, im Abendblatt gelesen hatte, eingepfeilt zwischen Schimpfworte, Hohn, Berleumdungen und verbrämt mit Bedauern für die hochachtbare alte Patrizierfamilie, die schot im 15. Jahrhundert der Stadt einen Bürgermeister geschenkt habe, waren die Bittbriefe des Inhaltes, Jürgen möge ver selbst, seinem Stande und seiner Erziehung schuldig sei, ausnünftig werden, sich wieder darauf besinnen, was er sich geblieben. Durch den Streit der Papierarbeiter waren eine fleine Lohnerhöhung und für die stillenden Kartonnagenarbeiterin nen die Erlaubnis, ohne Lohnabzug dreimal täglich je fünf Minuten ihre Säuglinge befriedigen zu dürfen, erkämpft worden. Vier Streifpoften, die in eine Schlägerein mit Poli ziften und auswärtigen Arbeitswilligen geraten waren, faßen, verurteilt wegen schwerer Körperverlegung, in Lateinheit mit Störung der öffentlichen Ordnung, noch im Gefängnis, und zwei schwerverlette Streitposten lagen noch im Krankenhause. Herr Papierfabrikant Hommes hatte eine Summe Für woh!. tätige 3wede oder sonstige Kulturbestrebungen gestiftet. Die Zeit ging hin. Jürgen hatte schon in vielen Bera sammlungen gesprochen. Leitete feit einem Jahre den Bilbungsturs des Bezirkes, in dem er wohnte. In den Nächten schrieb er an einem Schriftchen: An die bürgerliche Jugend". Denn auch jetzt noch stodte fein Herz, wenn er der Ereignisse gedachte, die ihn zum Schreiben dieses Aufrufes an die Jugend veranlaßt hatten. PP Vor dem Staatsgebäude fünfzigtausend Proletarier, demonstrierend für die Forderung, daß es jedem freistehen solle, seine Kinder am Religionsunterricht in der Schule teils nehmen zu lassen oder nicht; vor den demonstrierenden Arbei. tern die Polizeifette, und hinter den Polizisten, aufgerufen von den Profefforen, die ganze studentische Jugend, demonstrierend für die Beibehaltung des Religionszwanges, ( Fortfegung folgt.) Rentenfopperei. Wie hoch muß heute ein Geldbetrag sein, damit es lohnt, ihn son einer Kaffe abzuholen? Wie hoch muß er sein, damit es lohnt, In aus dem Schmuz aufzuhebert? Das hängt davon ab, wienie! nan dafür kaufen kann. Wenn heute ein Brot im Gewicht von sielleicht 1800 Gramm 45 Pf. Poftet, erhälft du für 1 Pf. 40 Gramm. Weißt du wieviel das ist? Wiege es ab, dann wirst du sehen, daß 10 Gramm nicht mehr als eine ganz dünne Scheibe ausmachen. Bewiß, auch eine ganz dünne Scheibe Brot ist, wenn du Hunger jaft, immer noch besser als nichts. Aber wenn dir nicht mehr als ser zehnte Teil eines Brotscheibchens winkt, möchtest du da nach iner öffentlichen Kaffe laufen, um dir den gleichwertigen Geld setrag auszahien zu lassen? Du lachst über eine solche Zumutung, die dir wohl als Ver altung erscheint. Aber wenn du Unfallverlegter wäreft, önnte es dir passieren, daß man dir für ein ganzes Vierteljahr seines Lebens den Geldwert eines 4 Gramm schweren Brothappens als Rente überreicht. Einem Eisenbahnarbeiter, der im August 1923 Lei einem Betriebsunfall von dem Zeigefinger der rechten Hand das End- und das Mittelglied ein büßte, ist wegen der auf 15 Proz. festgefeßten Beschränkung seiner Erwerbsunfähigkeit eine vorläufige Jahresrente von 205 841 Baplermart zugesprochen werden. Zugrunde gelegt ist ser Berdienst, den er in der Zeit von Mitte August 1922 bis Mitte August 1923 hatte und der bei Umrechnung auf die betriebsübliche Bahl von 313 Arbeitstagen cinen Jahresverdienst von 20 584 125 Bapiermar? érgab, was nach dem heutigen Wert der Baplermart einen mikroskopija) winzigen Betrag darstellt. Dem Rentenempfänger waren zu zahlen für den Rest des Jahres 1923 96 059 Papiermart, die man auf 1 Million Bapiermark aufrundete, und vom 1. Januar 1924 ab pro Vierteljahr 51 480 Papiermart, die gleichfalls auf 1 Million Papiermark abgerundet wurden. Als aber der Beglichte im Januar diese beiden Beträge vom Postamt abholen wollte, wurde zu feiner leberraschung eine nochmalige Aufrundung oder Auf. wertung der Million auf die Milliarde vorgenommen, so daß er jetzt zipei Milliarden Papiermark heimtragen fonnte. Es war ein Glück, daß man sie in zwei Einmilliardenfcheinen auszahlte und nicht etwa in zwei Milliarden Einmarkscheinen, sonst hätte der plüdlich unglückliche Rentenempfänger für den Heimweg noch die Straßenbahn benußen müssen, auf der man ihm wegen des zentner. chweren Geldscheinpaketes doppeltes Fahrgeld abgenommen hätte. Im Ernst gesprochen: Rentenempfänger, denen man einen folchen Betrag zahlt und man noch die Abholung zumutet, tönnen das doch nur als Fopperei empfinden. Ein Pfennig hat heute Den Wert von 10 Milliarden Papiermart, so daß eine Mil. liarde Bapiermart bem zehnten Teil zehnten Teil eines Bfennigs gleichwertig ist. Dafür erhält man nicht mehr als die 4 Gramm Brot, von denen mir oben sprechen. Die Sachverständigen des Schuhmacher handwerks mögen ausrechnen, um wieviel der Rentenempfänger seine Schuhsohlen abnugt, wenn für die Abholung von zwei Zehnteln eines Pfennigs ein hin- und Rückweg von zusammen einer halben Stunde erforderlich ist. 3wei Zehntel eines Pfennigs werden schwerlich ausreichen, zu bezahlen, was er de an Sohlen opfert. Mit Hilfe von Sonne, Mond und Sternen. Betrügereien eines Fernmagnetiseurs, Ein Heilkünstler besonderer Art, der es auf die Gruppe derer, biz nicht alle werden, abgesehen hatte, war in der Person des ehemaligen Reisenden Georg Laschinski vor der dritten Straffammer des Landgerichts I wegen Betruges angeklagt. Laschinski betrieb in dem Hause Hochstr. 15 seit vier Jahren das Geschäft eines Heil magnitifeurs. Der Wundermann hatte einen ungeheuren Zulauf. Wie bekundet wurde, standen die Hilfesuchenden, vorwiegend Frauen, Wie bekundet wurde, standen die Hilfesuchenden, vorwiegend Frauen, manchmal bis auf die Treppe und den Hof. In welcher Art Laschinski verfuhr, lehrten die drei Betrugsfälle, die ihm zur Last gelegt wurden. Zwei Frauen, die an nervöjen Krankheitserscheinungen litten, hatte er die Heilung mittels Sympathie in Aussicht gestellt. Zum 3wed der Heilung verlangte er von ihnen einige Gegenstände, die sie am Körper getragen hatten und bezeichnete als die geeignetsten Gegen stände für die Heilung deren goldene Trauringe, weil diese a innigften mit dem Körper der Kranken in Berührung gekommen waren. Die Ringe wurden die Patientinnen zwar los, nicht aber ihre Krankheiten. Noch trasser war ein anderer Fall. Ein PoſtSehnenverkürzung einen schiefen Kopf hatte, den Angetlagten. Obwohl der Bruder in der Nähe von Torgau wohnte, erklärte der Wunderdoktor, daß es nicht nötig fei, den Bruder zu sehen. Er werde ihn in einem Vierteljahr durch Fermmagnetismus mit Hilfe von Sonne, Mond und Sternen vollständig heilen. " Die Hauptfache ist," so jagte er, daß ich die Himmelsrichtung Penne." As Anzahlung ließ er sich sofort 2500 M., zu jener Zeit eine beträchtliche Summe, geben. Der Hokuspokus half dem Bruder in Torgau natürlich gar nichts. Der Angeklagte bestritt, den Frauen bie Ringe abgeschwindelt zu haben. Rechtsanwalt Oppenheim führte eine Reihe von Zeugen und Zeuginnen vor, die durch die Heilkunst des Angeklagten von ihren Leiden völlig ge= heilt jein wollten. Während das Schöffengericht Berlin- Mitte Laschinski wegen Betruges zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis perurteilt hatte, erzielte die Berufung des Angeklagten, daß die Berufungsstraffammer, deren Borsig Landgerichtsdirektor Marschner führte, die Strafe auf jedhs Monate Gefängnis herabsetzte. sund Seinen besten Freund erfchoffen. Wegen Lotschlages hatte sich gestern der Schloffer Artur Thiele vor der 5. Straftammer des Landgerichts III zu verantworten. Im April vorigen Jahres hatte der Angeklagte mit zwei Freunden, von denen der eine der Buchbinder Friedrich war, mehrere Lokale aufgesucht. Die Bier und Schnapsreise endete in einer Wirtschaft in der Babstraße. Hier geriet Thiele mit seinem zweiten Freund in Streit wegen eines Mädchens. Friedrich, der als ein besonnener und ruhiger Mensch von allen Geiten geschildert wird, schlichtete diefen Streitfall, wobei er allerdings Thiele dem Angeklagten Unrecht gab. Damit schien der Streit erledigt zu sein und der Angeflagte bestellte eine Lage. Blöglich ertönte ein Schuß und Friedrich brach lautlos, von einer Rugel ins Herz getroffen, zusammen. Der unglückselige Schüße, der seinen besten Freund erschossen hatte, war der Angeklagte. Eine Erklärung für feine unfelige Tat wußte er dem Gericht nicht zu geben. Staatsanwalt Berger- Landefeld beantragte, den Angeklagten wegen Lotschlags zu fünf Jahren Zuchthaus zu verurteilen. Rechtsanwalt Flater bestritt, daß der Angeklagte die Absicht gehabt habe, feinen besten Freund zu erschießen. Landgerichtsdirektor Friedmann sprach in dem Urteil aus, daß der Angeklagte als gelernter Schloffer, der auch in Munitionsfabriten gearbeitet habe, höchst leichtfertig mit Schußmaffen umge angen fei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und unbefugten Baffenbesiges zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis. Der Angeflagte nahm die Strafe fofort an. Die Einlösung des preußischen Notgelbes. Die preußische Finanzverwaltung macht darauf aufmerksam, Bay am Montag, den 25. Februar, die Einlösungsfrist für die aufgerufenen und Dollarscheine des prensischen Notgeldes enbet, und Stüde, die nicht spätestens an diesem Zage den Ein Bezirk des Elends. Einlösungsstellen( Regierungsbauptlaffen, Kreislaffen und Notgeld| Fürsorgestelle für Lungenfranfe, Wilhelmstr. 86, am Bahnhof stelle des Preußischen Finanzministeriums, Berlin, Oranienstr. 106) Lichtenberg- Friedrichsfelde. Herr Medizinalrat Dr. Cohn in Karlszur Einlösung vorgelegt werden, ihre Gültigkeit verhorst an jedem Montag und Donnerstag von 12-13 Uhr in der lieren. Amtsstelle Treskow- Allee 44, Zimmer 4, Karlshorst. Herr Dr. Run ge für Kaulsdorf, Biesdorf, Marzahn und Hellersdorf an jedem Dienstag und Freitag von 49-49 Uhr in Raulsdorf im Schulgebäude, Adolfstr. 25a. In dringenden Fällen wird während der Schulzeit von 9-11 Uhr abwechselnd jeden Donnerstag in Biesdorf und Kaulsdorf Herr Dr. Bernhard sich zur Behandlung bereithalten. Herr Dr. Runge in Mahlsdorf an jedem Dienstag und Freitag von 24-2% Uhr im Gebäude der Amtsstelle Mahlsdorf, Zimmer 5. Es werden daselbst behandelt mittellofe Kriegsfürsorgeamtes und anderer Dienststellen ärztlicher Hilfe beund bedürftige Ortseinwohner, die nach Urteil des Unterstühung-, dürfen. Die erforderlichen Besuche in den Wohnungen der Patienten, die während der Sprechstunde angemeldet werden, kommen zur Erledigung. In allen anderen Fällen müssen Privatärzte hinzugezogen Bekanntlich hat die Tuberkulose nach einer furzen Verminderung in den Jahren 1919 und 1920 neuerdings wieder merklich zugenommen. Aber wohl nirgends ist es so schlimm wie im Verwaltungsbezirk Friedrichshain. Da es vorläufig eine verfäßliche zählung der Erkrankungsfälle an Tuberkulose nicht gibt, so ist man auf die Zählung der Todesfälle angewiesen. Da hat sich folgendes herausgestellt: werden. Blutige Rache. Exemplarische Strafe für einen Rohling. Eine Eifersuchtstat mit blutigem Ausgang beschäftigte gestern die dritte Straffammer des Landgerichts I gegen den Viehtreiber Josef Scheiba. Weil er seiner ungetreuen Geliebten einen„ Dentzettel" geben wollte, hatte er sich eine Anklage wegen versuchten Mordes zugezogen. Die Berhandlung nahm allerdings für den Angeflagten insofern eine günstigere Wendung, als die Tat vom Gericht als gefährliche Körperverlegung bewertet wurde. 3 Wenn auch wie überall die allgemeine Sterblichkeit sowohl in Groß- Berlin ais im Bezirk Friedrichshain im Sinten begriffen ist, fo ist doch die Sterblichkeit an Zuberkulose in Groß- Berlin und besonders im Bezirk Friedrichshain bedeutend gestiegen, und zwar von 1922 auf 1923 in Groß- Berlin um 11 Proz., im Bezirk Friedrichshain um 14 Proz., im Bezirk Friedrichshain also stärker als in Groß- Berlin. Besondere Bedenfen aber muß es erwecken, daß im Bezirk Friedrichshain die Sterblichkeit an Tuberkulose an und für sich bedeutend höher war als in Groß- Berlin, nämlich 1922 17 Broz., 1923 20 Broz. Kurz vor dem Kriege erfolgte in Deutsch land jeder zehnte Todesfall an Tuberkulose, 1923 in Groß- Berlin jeder fiebente und im Bezirk Friedrichshain gar jeder sechste. Nach den Berichten der ersten Wochen dieses Jahres scheint sich diese Bewegung fortzusetzen. In der Berichtswoche vom 5. bis 12. Januar war fast ein Fünftel aller im Bezirk Friedrichshain Berstorbenen Der über 50 Jahre alte Angeklagte hatte, obwohl er verheiratet Opfer der Tuberkulose. Endlich hat der Bezirt Friedrichshain ein 3wölftel aller Einwohner Berlins, aber ein Elftel aller Todesfälle ist, mehrere Jahre ein Verhältnis mit einer Ar und ein Zehntel aller Todesfälle an Tuberkulose. Nach der Ursache beiterin Martha E. Diese brach jedoch schließlich die Beziehungen für diese geradezu erschreckenden Zahlen braucht man nicht zu suchen. ab, da sie merkte, daß es ihr Liebhaber mit der Scheidung von feiner Nach allgemeiner Ansicht ist die Frage der Bekämpfung der Tuber- Frau und der ihr versprochenen Ehe nicht ernst meinte. Scheiba ver fuloje eine Frage der Wohnung und des Magens. Dazu muß fol- fuchte immer wieder Annäherungsversuche, wurde aber stets abgendes über den Bezirk Friedrichshain gesagt werden: Im Dezember gewiesen. Bon rafender Eifersucht geplagt, drohte er wiederholt sich maren bei etwa 100 000 Parteien 18 000 dringlich eingetragene rächen zu wollen. Am 23. September befand er fich in einer GastWohnungsuchende, und die glücklichen" Besitzer einer Wohnung wirtschaft in der Friedenstraße. wo auch feine frühere Beliebte erwohnen zum Teil in trostlosen, überfüllten Räumen. Ferner waren schien, aber nicht an seinem Tisch Plah nahm. Der Angeklagte im Bezirk an Almojenempfängern, Erwerbslosen, Sozialrentnern brummte wiederholt etwas von einem Denfzettel, doch was er domit 66 900 ohne Familienangehörige Zwischen 25 und 30 Broz, faft chen am Bormittag ihr Haus verliek, um Einkäufe zu machen, trat und sonstigen auf öffentliche Unterstüßung angewiesenen Personen gemeint hatte, zeigte sich am nächsten Morgen. Als das junge Mädein Drittel der Einwohner des Bezirks Friedrichshain, leben, aum er ihr entgegen und stellte sie zur Rede. Bevor sie noch antworten Teil wenigstens, aus öffentlicher Unterstügung. Wie diese jezt be- fonnte, erteilte er ihr den in Aussicht gestellten Denfzetter" mit schaffen ist, weiß jeder. Die Fürsorgestelle für Tuberkuloje fann einem langen Schlächtermesser, mit dem er blindwegen Mangel an öffentlichen Mitteln ihrer Aufgabe nicht gerecht ings auf sie ein stach. An Kopf, Hals und Arm schwer verwerden. Man fche sich die Kinder an, die vom Bezirk Friedrichshain legt, brach das Mädchen blutüberströmt zusammen und mußte lange mit Hilfe hochherziger ausländischer Spenden gespeist werden. im Krankenhaus liegen. Auch vor Gericht blieb der Angeflagte, ein Mindermaße, Mindergewichte find nichts Seltenes. Blaise Gefichts- vierschrötiger Mann mit brutalem Gesichtsausdruck, dabei, daß er farbe, tiefliegende, blauumränderte Augen, hängende untere Augen- das Weibstüd" für ihre Untreue mit Recht habe züchtigen dürfen. liber, Drüsenschwellungen gehörten zu dem gewöhnlichen Befund. Rechtsanwalt Dr. Henn bestritt, daß ein Mordversuch vorgelegen habe. Der Gerichtshof war derselben Ansicht, verurteilte den AnAnwärter auf die Tuberkulose! Wer wird hier helfen? getlagten dagegen für seinen Roheitsaft, in dem er eine gefährliche Körperverlegung erblickte, zu drei Jahren Gefängnis. Beim Abführen rief der Angeklagte:„ Drei Jahre ist gerade genug für solch ein Weibstück!" Großfeuer in Wendenschloß. Eine Billa vollkommen niedergebrannt. Am Sonnabend früh um 4 Uhr fam bei Köpenid ein großes Feuer aus, ohne daß die Berliner Feuerwehr eine amtliche Nach richt rechtzeitig erhielt, um eventuell geeignete Maßnahmen zur schnelleren Hilfeleistung treffen zu fönnen. Es brannie nachts in der Rolonie Wendenschloß an der Spree gegenüber von Grünau eine Billa, und zwar in folcher Ausdehnung, daß die Köpenider Feuerwehr fast den ganzen Tagan der Brand. stelle zu tun hatte. As die Wehr an der entlegenen Billa anfam, schlugen die Flammen schon aus den Fenstern und dem Dache hell mit dickem Quaim gemischt empor. Die Hausbewohner, aus tiefem Schlaf gemedt, waren bemüht, die wertoolsten Habfeligkeiten zu retten, was ihnen nur zum Teil gelang. Die Röpenider Behr griff wader mit fünf Schlauchleitungen ein, fonnte es aber infolgeder widrigen Umstände nicht mehr verhindern, daß das Haus fast völlig nieberbrannte. Der Schaden ist ganz erheblich. Dieser Brand lehrt wieder einmal, daß das Feuernachrichtenwesen in vielen Bororten modernen Ansprüchen nicht mehr zu genügen scheint. Festnahme erfolgreicher Pelzmarder. Einer unglaublich erfolgreich arbeitenden Bande von Belz mardern ist die Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. Drei Glombed, ferner zwei Männer namens Baum und Petermann, Mann, ein aus Lamza in Polen gebürfiger Schneider Bernhard wurden bereits festgenommen. Die Bande arbeitete ganz raffiniert in Theatern. Männliche und weibliche Mitglieder der Gesellschaft besuchten in Gruppen alle Veranstaltungen, gaben ihre meist schäbigen oder mindestens minderwertigen Mäntel ab, um eine Marte Belz oder sonst einen wertvollen Mantel trugen. Sie drängten sich an den Stand heran, lasen die Nummer von der Marke ab und fälschten hiernach ihre eigene oder zuweilen auch, wenn fie felbft nichts abzugeben hatten, Marken, die sie selbst angefertigt und mit gebracht hatten. Während der Vorstellung verließ nun ein Mit glied ,. eine Frau oder ein Mann, je nachdem was für ein Mantel gerade in Betracht kam, die Veranstaltung, ließ sich auf die gefälschte Marte den Beiz usw. herausgeben und verschwand damit. übrigen blieben ruhig bis zum Schluß und zogen ihre eigenen Sachen wieder an. Die Bestohlenen mußten sich mit dem begnügen, was endlich übrig blieb. Die Bande erbeutete Hunderte Don Pelzen und Mänteln. Der größte Teil wurde von galizischen Helfershelfern über die Grenze geschafft und im Auslande verkauft. So ist das ganze gestohlene Gut unwiederbringlich verschwunden. Wieder Fahrkarten- Antomaten? Die Ein Kindesmörder. Das Berbrechen an der 7jährigen Gertrud Brandes. Einen grauenhaften Fund machten Spaziergänger am 2. Juli v. J. im Balde vor dem Potsdamer Observatorium. Aus einem Stubbenloch gudten ein Paar nadte Kinderfüße hervor. Bei näherer Untersuchung fanden die Ausflügler unter Laub vers stedt die Leiche eines etwa 7jährigen Mädchens. So. fort benachrichtigten fie die Polizei. Der spätere ärztliche Befund ergab, daß an dem Kind ein schweres Sittlichkeitsverbrechen begangen worden war. Schon am nächsten Tage wurde als Täter mittelt. Er hatte das Kind, die 7jährige Schülerin Gertrud der 35jährige Kutscher Wilhelm Mefenberg aus Potsdam er. Brandes, von dem Kinderspielplatz an der Plantage unter dem Bersprechen, ihr 500 M. zu geben, aus einem Kreis luftiger Kinder an sich gelockt. Bergnügt lächelnd lief die Kleine ahnungslos durch die Straßen von Potsdam. Auch im Walde ist sie, von einem Fuß auf den anderen hüpfend, bemerkt worden. Später hat Mesenberg die Kleine in ein Stubbenloch gelockt und sie dort, während er ihr Nase und Mund zuhielt, in der brutalften Weise vergewaltigt und erftit. Bor der Potsdamer Straffammer wegen Sittlichkeitsverbrechens aus§ 176 Abfah 1 und 3 in Tateinheit mit§ 178 an geklagt, gab der Angeklagte die Tat zu, entschuldigte sich aber mit Trunkenheit. Die Verhandlung unter dem Vorsitz des Landbild. Der Angeklagte, ein start sinnlich veranlagter Mensch, der gern dem Alkohol zusprach, hatte unglüdlicherweise eine schwer tuber. tulose und herzfrante Frau, die größter Schonung bedarf. Drei leine Kinder waren zu versorgen. Oft überfiel der Angeklagte seine Frau in der tierischsten Weise und würgte sie, so daß die Frau dem Erstickungstod nahe war. Unter ärztlichem Beistand wurde die Bedauernswerte in den Gerichtssaal geführt, ohne daß ein Wort des Vorwurfes von ihren Lippen fam. Der Angeklagte ist sechs Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Irrenanstalt Neuruppin überwiesen worden. Der Oberarzt der Anstalt be. fundete, daß bei dem Angeklagten feinerlei Geistesstörung bemerkt worden ist. In ruhigen fachlichen Ausführungen habe er dem Oberarzt die Tat geschildert. Die Straffammer verurteilte den Angeklag ten zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Nur mit Rücksicht auf die Not der Familie und der Trunkenheit des Angeklagten ist von lebenslänglicher Straße abgesehen worden. Zwei Fach- Meffen. od Die zunehmende Ausgabe von Hartgeld dürfte dazu führen, daß die Fahrkarten Automaten auf den Babn. Operationsstühle, Zahnbohrer, elektrische Bohrmaschinen, Be öfen wieder eingerichtet werden. Eine Berliner Ge- strahlungslampen, Dentalmöbel und alle Gegenstände, die zur Zahn fellſchaft hat sich erboten, die im Befiß der Reichsbahn befindlichenpflege, Zahnerhaltung und Zahnbehandlung erforderlich sind, sieht Automaten bald zur Verwendung für die neuen hart man zurzeit in den Räumen des Zoologischen Gartens, geldmünzen einzurichten und aufzubessern. Da hierdurch wo die 2. Deutsche Dentalschau stattfindet. Der deutschen wieder eine Entlastung der Fahrkartenschalter im Stadt, Ring Dentalfabrikation erging es bis vor 10 Jahren ganz eigenartig, denn und Vorortverkehr herbeigeführt werden würde, hat sich der Reichs- obwohl sie vollauf leistungsfähig war und sogar viele Aufträge für vertebreminister grundsäßlich damit einverstanden erklärt, daß mit das Ausland hatte, wurde sie vom Ausland unterdrückt. Der über. der Gefellichaft ein ähnlicher Bertiag abgeschlossen werde, wie er feeische Großhandel faufte nämlich deutsche Erzeugnisse, verfah fie früher mit einer anderen Gesellschaft bestanden hat. mit dem überseeischen Firmenstempel, perlangte überfeeische Preise und führte die Waren womöglich nach Deutschland zurüc Dana tam der Krieg, die deutsche Dentalfabrikation mar auf sich allein angewiesen und ihr Können wurde weiteren Kreifen offenbar. Diese Ausstellung verfolgt den Zweck, dem Fortschritt der Wissenschaft und dem Fache selbst zu dienen, in dauernder Fühlung mit den Fachleuten zu bleiben und unter dem Bublifum zu wirken. Die Ausstellung ist Sonntag und Montag geöffnet. Sophienstr. 17-18, die Berliner Papiermesse eröffnet, Ferner wurde gestern vormittag in den Sophiensälen, zeichnet der Reichsbund deutscher Papier. und Schreibwarenhändler, die von etwa 130 Firmen des Faches beschickt ist. Als Veranstalter Landesverband Brandenburg. Wer sämtliche Räume durchschreitet Deutschnationale Feierstunden. In der jüngsten Nummer der Nationalpot, des amt lichen Organs der Berliner Deutichnationalen Bollevartei, stebt unter der Nubrik:„ Aus unserer Partei". Ortsgruppe Sansa, folgende Mitteilung: Gesucht wird zum 1. März gegen angemessene Bexablung ein Zimmer für einen Tag in der Woche, 5-7 hr. Partei freunde bevorzugt. Anmeldung beim Boifigenden." Breisfrage: Was mág fich da einmal in der Woche gegen angemessene Bezahlung von 5-7 Uhr tun? drei Stockwerke sind dicht besetzt-, muß feststellen, daß von Bapier eigentlich nicht viel zu sehen ist. Die Ausstellungen von Bleistifte und Siegellade sind vorherrschend. Daneben bekomm der Schreibgarnituren aller Art, leichtere Bureaumöbel fowie Tinten, Besucher auch Spielzeuge und Kurzweilspiele zu sehen. Einfache und bessere Schreibpapiere füllen weiter die Räume aus. Neuerscheinung soll noch genannt werden: die Papierfchirm. lampe. Früher mußte es unbedingt Seide sein und heute be. merkt man, daß der Papierschirm in oft recht netten Farben seinen wed wohl zu erfüllen vermag. Die Messe bleibt noch heute und Aerztliche Behandlung Mittellofer in Lichtenberg. Friedrichsfelde mit Karlshorst, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf, In den zum Bezirk Lichtenberg gehörenden Außenortschaften Marzahn und Hellersdorf stellen die dort wohnhaften frei prafti zierenden Aerzte die Behandlung der hilfsbedürftigen Einwohner ein Es werden aus diesem Grunde bis auf weiteres die hauptamtlich angestellten Fürsorgeärzte in den Außenortschaften von sofort a b Sprechstunden abhalten und zwar Für den Bezirk Friedrichs felde einfchließlich des dafelbft befindlichen Armengaufes Herr Dr. 3ehden in Friedrichsfelde zwischen 8 und 12 Uhr täglich in der i Montag geöffnet. Eine Doppelmord im Süden Berlins. Zwei Frauen einem Luftmord zum Opfer gefallen. Ein doppelter Frauenmord im Süden Berlins beschäftigte in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag die Kriminalpolizei. In dem Hause Schleiermacherstraße 15 wohnt die Witwe Emma Trautmann geb. Nelle mit der bei ihr lebenden Else Hoff mann geb. Hemmerli. Beide Frauen wurden in der Nacht zum Sonntag in ihrer Wohnung, allem Anschein nach mit einer Agt erschlagen, tot aufgefunden. Die Bewohner des Hauses hatten die beiden Frauen tagsüber nicht mehr gesehen. Nachforschun gen wurden angestellt. Durch Klopfen und Klingeln versuchte man, Eintritt in die Wohnung zu erlangen. Da die beiden Frauen nicht öffneten, wurde dos 101. Polizeirevier benachrichtigt. Die. Kriminalpolizei ließ die Wohnung öffnen; man fand beide Frauen in ihrem Blute schwimmend und neben den Frauen eine Art, mit der sie allem Anschein nach ermordet worden sind. Der Chef der Krimira polizei Oberregierungsrat Hoppe wurde benach richtigt. Die Mordkommission, bestehend aus dem Kriminalkom missar Gennat und Kommissar Wächter mit ihren Beamten, der Chef der Kriminalpolizei, Oberregierungsrat Hoppe, Regierungsrat Hagemann, trafen noch in der Nacht ein, um hier die Nachforschungen aufzunehmen. Kurz vor Redaktionsschluß erfahren wir zu dieser neuesten grauenhaften Bluitat noch folgendes: Die Mordkommission, Oberregierungsrat Hoppe und Regierungsrat Dr. Hagemann, sowie der benachrichtigte Gerichtsarzt Medizinalrat Dr. Störmer haben feſt gestellt, daß beide Frauen zweifellos einem Lustmord zum Opfer gefallen sind. Frau Trautmann liegt in der großen Stube, nach der vorläufigen Besichtigung erwürgt, die 40 Jahre alte Tochter in der Küche, ebenfalls erwürgt. Außerdem war ihr von dem Täter noch ein Messer in die linke Brustseite gestoßen, dessen Heft nur einen Bentimeter herausragte. Eine Drahtfchlinge ist der Frau um den Hals geworfen und furbelartig zu= grzogen worden. Für die Ermittlung des Täters wird eine hohe Belohnung ausgefeht. Nachrichten nimmt die Mordkommission entgegen. Konsumgenossenschaftswahlen! merte für die Jugend"; 28. April, Lau:„ Schundliteratur und Kino in der Jugenderziehung"; 5. Mai, Gerhard Seger: Erziehung und Kunstverständnis"; 12, Mai, Pfarrer Bleier: Jugend und Religiofitat"; 19., 26. Mai und 2. Juni, Stadtarzt Dr. Hodann: Jugend und Sexualität“. Die Vorträge finden abends 8 Uhr im Jugendheim, Tiffiter Str. 4/5, statt. Für die ganze Vortragsreihe Einzelvortrag von 10 Bi. erhoben. Allen in der Jugendbewegung wird als Unkostenbeitrag die geringe Summe von 1 M., für den Tätigen ist der Besuch dieser am Montag beginnenden Vortragsreihe dringend zu empfehlen. feb/ ,, Und wenn sie verrecken-". Zu unserem Bericht über die letzte Stadtverordneten sizung( in Nr. 89 vom 22. Februar) schickt uns der darin er. wähnte Aerztebund- Borsitzende Dr. Schener eine Berichtiqung". Er mendet sich gegen die in dem Bericht wiedergegebene Mitteilung unseres Genossen Dr. Moses über Dr. Scheyer und schreibt: „ Es ist nicht wahr, daß ich Fräulein Dr Kraus in Adlershof die Behandlung von Kassenpatienten mit dem Ausdruck und wenn sie verreden" verboten habe. Ich habe auch niemals eine ähnliche Aeußerung getan." Dr. Scheyer fügt hinzu:„ Ich werde gegen die Verbreiterin diefer Behauptung gerichtlich vorgehen." Wir wollen das Ergebnis abmarten. Hilfe für die Jugend. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, pünktlich 3 Uhr nachmittags, im Neuen Theater am 300 Die Hoffnung auf Segen in bester Besetzung. Zuschlag pro Karte 50 Goldpfennige. Karten sind noch im Vorraum des Theaters zu haben. Heute, pünktlich 2% Uhr, im Staatstheater Charlottenburg( Schillertheater)., Flachsmatt n als Erzieher". Zuschlag pro starte 60 Goldpfennige. Sonntag, den 16. März, nachmittags 4 Uhr, großes OrchesterSticdry. Wir bitten, für jeden kreis eine entsprechende Anzahl EinzelRonzert in der Philharmonic unter Leitung bon farten abzuholen. Preis pro Karte 1,25 Goldmart. Am Dienstag, 1 Dr. 26. Februar, pünktlich 5 Uhr nachmittags, wichtige Sigung des Kleinen Bildungsausschusses. Schweres Explosionsunglück in Kehl. Durch ein Schmere Erp'osion ist ein großer Teil der Kehler Briteti fabrit zerstört worden. Die Explosion ist auf eine Rohlenstaubentzündung zurückzuführen. Ein Arbeiter war fofort tot, drei Schwerverletzte sind gestorben, so daß die Katastrophe vier Todesopfer gefordert hat. Fünf weitere Personen blieben mit schweren Brandwunden im Krankenhaus. Der Bertreter der badischen Regierung hat den Berunglück en und den Fa milien der Todesopfer das Beileid des badischen Staatsministeriums ousgesprochen. Auch der französische Kommandant des Brückenkopfes Kehl hat in einem an den Bürgermeister gerichteten Schreiben seiner Leilnahme an dem Unglüc Ausdruck verliehen und mitgeteilt, daß an dem Beisetzungstage auf den militärischen Gebäuden die frana zösische Flagge auf halb m a st gesetzt werden wird. Danziger Straße, Köpenid, Spandau) gingen ein: Sirich 25.-, Für unsere Sveitungen( Blumenstraße, Köpenider Straße. Briefkasten der Redaktion. Wamenheim 25.20, Tank 15.-, Richard Kobn 450.-, tobler 900.( und 2 Kisten Murgarine), Braun 5.-, Alopia 2., Sirichfeld 16.80, durch Her 100.-, Sachfe 5.-, Se. 20.-, Banfenipende 3000.-, Engericht 3.-M. Weitere Spenden erbittet: Beairtsausfuß für Arbeiter wohlfabrt 3. H. Minna Tobenhagen, Lindenstr. 3, 2. of 2 r. Besich Wegen Maffendiebstähle auf dem Berschiebebahnhof Rummelsburg wurden drei Angeklagte zu 1 Jahr 3 Monaten, zwei zu je 1 Jahr, drei zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Diese samt lichen Angeflagten erhielten auch 5 Jahre Ehrverlust. Ein Angeklagter wurde zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, zwei weitere Angeklagte freigesprochen. Unterhaltungsrundfunk. Die Erim Film A.-G. brachte fürzlich in einer Presseveranstaltung ihre neuen Radioempfänger zur Vorführung. Für den ausschließlichen Gebrauch des Berliner Bubli fums dient ein Detektorempfänger, ber für 120 m. zu haben ist, Aus einer Reihe von Verkaufsstellenbezitten ist noch eine VSPD- Vorschlageliste( Genoffenicafisautbau) eingereicht. Das Bersäumte muß mit Beschleunigung fofort nachgeholt werden. Der letzte Termin, an dem die Listen beim Genossenschaftsvorstand in Lichtenberg eingegangen sein müssen, ist Sonnabend, der 1. März. Später eingebende Listen findungültig! Stein Bezirk verzögere die Einreichung bis auf die letzten Tage. Umgebende Einsendung dringendste Pflicht. nachdrüdlichst vor Kompromißlisten mit der Kommunistischen Partei.nahme am ausländischen Rundfunt dient ein Andionempfänger Wir warnen Ausschuß der BSPD.- Konsumgenossenschaftsmitglieder. Einen Jugendpflege- Kursus. der 14 Borträge umfaffen wird, veranstaltet das Jugendamt Friedrich jain für die im Bezirk wohnenden Mitglieder der Jugendverbände aller Richtungen und aller Konfeffionen. Der Bor. tragsplan ist folgendermaßen festgesezt: Am Montag, den 25. Februar, spricht Stadtjugendpfleger Kohler über das Thema: Jugendbewegung und Jugendpflege"; bann folgen am 3. März: Regierungsrätin Krauß Fessel: Das Reichsjugendwohlfahrts. gesetz"; 10. März. Fürsorger John:„ Die Jugend im Produktions prozeß"; 17. März, Leitender Fürsorger Theet: Jugend und Kriminalität"; 24 März, Fürsorgerin Frl. Wiegmann:„ Das Jugendgerichtsgefeß"; 31. März, Stadtarzt Dr. Grumach:„ Ju gend und Hygiene"; 7. April, Wildung:„ Sport, Wandern und Jugend"; 14 April Rektor Gensch:" Spiel und Tanz als Lebens. D " hinzu kommt noch die jährliche Postgebühr von 60 M. Zur TeilW. 2. 32. 1. Sie fönnen nur auf Chefcheidung flagen. 2. Ja. 3. 8. 135. 1. Das Grundstüd gehört nicht zu den bebauten. 2. Der Einspruch, über den der Steuerausschuß entscheibet. Die Adresse ist aus dem Ihnen zugestellten SR. 100. Nur die Kupfermünzen find den Beranlagungsbeschluß ersichtlich. Rentenpfennigen gleichgestellt. A. 2. 44. Gie fönnen zunächst versuchen, eine gütliche Berständigung berbeizuführen; denn die Aufwertungsbestimmungen ind nicht zwingender Natur, b. h. bie Beteiligten tönnen davon abweichende Bereinbarungen treffen. Ist eine Berständigung nicht möglich, so können Sie bie Aufwertungsstelle anrufen, die demnächst errichtet werden foll. Die Bahlung aufgewerteter Rapitalbeträge fann nicht vor dem 1. Januar 1932 gefordert werden. 8. R. 1. Ja. 2. Nein. Das ist höchstens ein AnfechtungsTabor 01. An gestohlenen Sachen fann Eigentum nicht erworben. werden. Der Eigentlimer fann ihre Herausgabe ohne weiteres fordern. .., Liebenwerda. Ein Verstoß gegen die Borschriften des Gefeßes betr. bas Urheberrecht liegt vor. Die Quelle hätte genannt werden müssen. mit besonderem Lautverstärker, der sich auf ca 350 M. ftellt. Ein sehr instruktiver Bortrag von Oberingenieur Nairz begleitete die einzel- rob tasse der Zimmerer( Hamburg), Invalibentarte 26, Erwerbslosen- StempelSeine Papiere verloren( Strantentassenbuch der Ersat- und Zuschußtarte und Arbeitsbescheinigung) bat ber Genosse Franz Benada, O. 34, Eberthstr. 2, Hof IV. Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON vollkommensies Hautpflegemittel Creme Mouson Seife Creme Mouson Rasierseife Ebertyfir. 2, Hof IV. Der ehrliche Finder wird gebeten, biefe absugeben. Koch& Leeland 31/32. Gemeindeschule Charlottenburg, Oranienstraße( nahe Quifenplay) Gen. Pfarrer Bleier spricht Dienstag, den 26., abends 7 Uhr, in der über das Thema: Gibt es für freie Menschen Erlösung? Im neuen ballen, Bremer Str. 72/73( Armintusplay), findet am SonnArbeiter- Schachheim, Berlin- Moabit, Arminius" tag, den 24., nachmittags 5 Uhr, eine Simultanvorstellung statt. Außer dem wird ein Vortrag über Endspiele gehalten. Freunde des Schachauch solche, die bas Spiel erft erlernen wollen finb ftets willkommen. Schachunterricht wird foftenlos erteilt. Das Heim ift jeben Sonntag von nachmittags 1 Uhr bis abends 11 Uhr geöffnet. de bringen die feinsten Aachener Fabrikate Herrenstoffe, aparte Dessins" 20.12.Mtr. ,, Kammgarne" das Beste im Tragen. Mir. Damenstoffe., das Neueste" Gabardine, Rips, Cottelé. Sertraudtenstr 20/21 Segn 1893 Billiger! Zahnpasta Kaliklora 40 bisher 80% 1ganze Tube 1 halbe Tube bisher 503 253 Jeder kann sich also wieder das behagliche Gefühl der Sauber keit und frische durch geregelte Zahn- und Mundpflege leisten Frühjahrs Messe BRESLAV aim- 11.Marz Verkauf von Messe- Ausweisen zum Vorzugspreis von 2 Mark bel Dr. Hasslacher, Berlin W 8. Behrenstr. 50,52 Das amtliche Aussteller- Verzeichnis wird ab 20. Februar an Interessenten gegen Voreinsendung von 60 Pf. inkl. Porto versandt durch Messeamt Breslau B. 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In ihrem Charakter aber will fie et mas frage. Besteuerung des Hausbefizes, Behebung der Wohnungs- Generalversammlung der Metallarbeiter anz anderes fein: kein Blatt für unfere politischen Funktio not, Aufhebung der Wohnungsbauabgabe sowie Förderung der pripaten Bautätigteit fortgefeßt. Abg. Gehrmann Rathenow( Komm.) bezeichnet die Gier der Deutschen Kapitalistenklasse als Grund der allgemeinen Not. Sie Die Verhältniswahl ist in namentlicher Abstimmung mit 321 gegen 157 Stimmen abgelehnt werden. 16 Delegterte haben sich der Stimme enthalten. wollen die Not der Erwerbslcfen ausnuten, um fie zur 3wangs Halle( Opposition), die Zahl der Borsigenden von vier auf zwei lichen Familienzeitschriften ohne eine in die Augen foringende Tene arbeit einzusehen. Abg. Meyer- Solingen( S03.) fetzt sich im Schlußwort zu dem Untrag feiner Frattion mit dem Borredner und den Abgg Engberbing, Sonnenschein und Ladendorff auseinander. Die Rede des Rommunisten sei eine reine Agitationsrede gewefen; nicht Das Ermächtigungsreset, nicht die Koalitionspolitik, sondern die Bersplitterungsarbeit der Kommunisten sei an der Schwächung der Arbeiterklasse schuld; nicht die Sozialdemokraten, ondern die Kommunisten hielten den Kapitalisten den Steigbügel. Die bürgerlichen Vertreter hätten nach der restlosen Beseitigung der Wohnungszwangswirtschaft im Chor geschrien; sie sollten darüber nachdenken wesha. man soeben in England diese Zwangswirtschaft jefehlich bis 1928 verlängert hat, und sollten ferner sich daran ernnern, daß die Urheber dieser Zwangsmaßnahme die Generalfomnandos waren. Die Anträge des Hauptausschusses werden angenommen, des leichen der sozialdemokratische Antrag betreffend die Durchforstungsarbeiten. Der Antrag der Deutschnatioialen auf Aufhebung des Reichsmietengefeßes bird abgelehnt. Die Beratung der Anträge und Anfragen verschiedener Parteien iber die Verordnungen betreffend die Aenderung der Ge : ichtsverfaffung, der Strafrechtspflege usw. beantragt Abg. Oppenhoff( 3.) abzusetzen, da der Reichstag sich von Dienstag tb mit der gleichen Materie befassen werde. Diefem Antrag treten auch die Demokraten, Sozialdemokraten and die Deutschnationalen bei, während Abg. Obuch( Komm.) Widerspruch erhebt. Geren die Stimmen der Kommunisten wird die Absehung befchloffen. Abg. Dallmer( dnatl.) begründet sodann den Antrag, den Hanelsminister aufzufordern, umgehend die Erlasse zurückzuziehen, in enen er von den Dampfteiselüberwachungsvereinen sie Anstellung von den Gewerkschaften genehmen Betriebsontrolleuren, sowie die Bildung von Ausschüssen bei diesen Vertinen verlangt. Von der Deutschen Bolfspartei liegt ein Antrag sor, den Handelsminister zu ersuchen, im Interesse der gesicherten Durchführung der Dampfteffelaufsicht von der Entziehung der Aufichtsbefugnisse der Vereine abzusehen, mit letteren in neue Berhandhungen zu treten und dem Landiag darüber Bericht zu erstatten. Ein Regierungsvertreter erwidert: Die getroffenen Maßnahmen sind seit einiger Zeit Gegenstand scharfer, aber unzutreffender Kritik. Die lleberwachungsvereine haben sich im allgemeinen sehr gut bewährt, aber die von ihnen bestellen Revisionsmgenieure fönnen jeden Tag ohne Kündigung entlassen werden. Diese ihre Abhängigkeit und Unselbständigkeit ist ein sehr wunder Bunft, und mit Recht fordert der Minister Remedur und größere Sicherung der Rechtsstellung der Ingenieure. Erst vor wenigen Tagen find die Vereine von ihrem bisher durchaus ablehnenden Standpunkt zurückgetreten, und es besteht Aussicht auf eine befriedigende Lösung. Auch erscheint der Wunsch der Arbeitnehmer, hier zur Mitarbeit herangezogen zu werden, nicht unberechtigt; der Minister hat deshalb die Bestellung von Ausschüssen mit lediglich begu achtender Funktion angeordnet. Von einem Vorschlagsrecht der Ausschüsse ist gar keine Rede. Im ganzen fann es sich ferner nur um die Einstellung von zehn neuen Betriebsfontrolleuren handeln. Seit zwei Jahren schweben die Verhandlungen, die unsere Geduld auf eine sehr harte Probe gestellt haben Bis zum 15. März ist den Bereinen eine letzte Frist gegeben worden. Aus der Neuregelung wird auch nicht ein Pfennig an Koen für den Staat erwachsen. Eine fachliche Verständigung wird den Bereinen noch auf lange Zeit die Forteristenz garantieren; anders läge es, wenn sie immer mit dem Kopf durch die Wand wollen. In der Statutenberatung beantragie Schumann: zu vermindern. Dies wurde abgelehnt. As Delegierte zum Internationalen Rongreß wurden gewählt: Dißmann, Reichel, Kummer- Stuttgart, Meh- Frankfurt a. M., Brümmer- Mannheim, Freitag- Hagen i. W., Roeßler- Halle, Thimm- Breslau unt Leopold Kiel. Die Abstimmung wurde von den Kommunisten mit stürmischen Zwischenrufen begleitet. Bei der Vorstandswahl wurde der gesamte Borstand wiedergewählt. Die Liste des bisherigen Borstandes vereinigte durchschnitt'ich 252 Stimmen auf sich, während eine tommunistische Liste nur 36 Stimmen erhielt. Dann wurde noch über eine Reihe von Beschwerden verhandelt. Die Ausschlüsse von Melchert- Stuttgart, Lau- Frankfurt, Behn fcheid- Remscheid, Kieven- Remscheid, sowie Rich. Müller, Rusch, Ziese, Mierenberg und Mar Müller wurden durch die Generalversammlung bestätigt, was Anlaß zu stürmischen Auftritten durch die Kom munisten gab. Für die meisten der Fälle war auf Antrag der Kommunisten die Abstimmung namentlich. Ein Antrag Schumann und Genossen, der die Wiederaufnahme der megen oppofitio. neller Gesinnung" Ausgeschlossenen verlangte, wurde dem Borstand zur Berücksichtigung überwiesen, nachdem Dißmann erflärt hatte, daß megen seiner Gesinnung noch niemand aus dem Berband ausgeschloffen ist. Es folle aber jedem Ausgeschlossenen die Mög lichkeit zum Wiedereintritt offengehalten werden. Ueber die Neuregelung der Beiträge und bes Unterstütungswesens wurde zwischen der Statutenbera. tungstommission und den Fraktionen eine Einigung erzielt, die einstimmig vom Verbandstag afzeptiert wurde. Der Anteil der Ortsverwaltung am Beitrag soll im ersten Quartal dieses Jahres 25 Proz., vom zweiten Quartal ab 20 Broz. betragen. In einer einstimmig angenommenen Entschließung protestierte der Verbandstag sodann gegen den politischen und wirt. schaftlichen Terror, der gegen die Arbeiterfloffe ausgeübt wird, und forderte die Zusammenfassung aller proletarischen Kräfte zum Kampfe gegen die R'affenherrschaft der Bourgeoifie. Im zweiten Teil dieser Entschließung wurde der Internationalen Arbeiterhilfe und der Arbeiterwohlfahrt die wärmste Sympathie des Verbandstages ausgesprochen. Als Ort der nächsten Generalver. sammlung wurde Bremen gewählt. Damit waren die Arbeiten des Verbandstages erledigt. Borfizender Reichel schloß nach einem furzen Schlußwort die Ges neralversammlung mit einem Hoch auf den Metallarbeiterverband und die internationale Arbeiterbewegung. Die Delegierten sangn stehend die Internationale. Aus der Partei. Ein Blatt für die Frauen Das bisherige sozialistische Frauenblatt Die Gleichheit war vor einigen Monaten ein Opfer der verheerenden Inflations wirkungen geworden und hatte das Schicksal der Neden Zeit" und der Kommunalen Bragis" teilen müssen. Jezt wird fie am 1 März in völlig veränderter Gestalt und unter neuem Namen wieder auferstehen. Der Berlag 3. 5. B. Dieh Nachf. gibt eine Frauenzeitschrift heraus, die den Titel„ Frauenwelt führen wird. Sie foll den Versuch unternehmen, die bürger. lichen Familienblätter zurückzudrängen, indem sie ihnen etwas in der Form Gleichwertiges, in Gehalt und Charakter aber Besseres entgegenstellt. Aus dieser Swedfegung ergibt sich pon felbst das Gewand der Zeitschrift: die Titelseite in Bier. farben Offsetbrud mit stets mechselndem Bild von Künstler. hand, die Tegtseiten in dunkelgrünem Kupfertiefbrud mit einer Fülle von Bildbeigaben. Aus dieser Zwedsegung war närinnen, feine Parteizeitschrift im eigentlichen Sinne, sondern ein Blatt für die Frau, für die Berufstätige ebenso wie für die Hausfrau, für die Mutter ebenso wie für die Tochter. Sie rückt ihr meltanschauliches Gesicht nicht wie andere und frühere Zeitschriften in den Bordergrund, sondern versucht genau nach Art der bürgerdenz durch ihre gesamte Einstellung, durch die Auswahl der Artikel, Erzählungen, Biographien und Bilder weltanschaulich zu wirken. Die Redaktion arbeitet in engster Fühlungnahme mit unserem Frauenbureau und allen politisch und schriftstellerisch tätigen Ge nofsinnen. Die Zeitschrift ist von vornherein auf Maffenauflage und Maffenverbreitung eingestellt und wird zum Preise von 30 Pf. für das 16feitige Heft abgegeben. Sie erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats und enthält im ersten Hefte des Monats die Kinderbeilage ,, Kinderland", im zweiten Hefte eine vierseitige Modenbeilage ,, Selbst ist die Frau", für die ein eigener Schnittmustervertrieb eingerichtet ist. Die utrainischen Sozialdemokraten( 3wangspolen) sind aus dem Ukrainischen Klub im polnischen Sejm ausgeschieden und haben einen gesonderten Ukrainischen sozialistischen Klub" gegründet. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Mittwoch, den 27. Februar, pünktlich abends 6 Uhr, im Jugendehim, Lindenstr. 3: Sigung des erweiterten Borstandes. Wichtige Tagesordnung. Alle Genossen müssen anwesend sein. Achtung, Abteilungsmietervertreter der VSPD., Berlin. briner, Alexandrinenste. 37a( Caal II). Vortrag des Genossen Dzent über Bersammlung am Dienstag, ben 26. Februar, abends 7% Uhr, im Alexan Mietsteuer". Alle Abteilungen von Groß- Berlin müßen vertreten fein. Die Areisobleute laben bie im Wohnungswesen sowie als Beißiger beim Mieteinigungsamt und Prüfungsausschuß ihres Rreises tätigen Genossen ein. Mitgliebsbuch der Partei dient als Ausweis. * 1. Kreis Mitte. Die heutige Borstellung in der Urania findet nicht um 3 Uhr nachmittags. sondern von 5-7 Uhr statt. Gezeigt wird der Film Aus der Werkstatt eines Kulturfilms" Karten sind noch zu haben im Bor rauni des Theaters beim Genossen Wollstein. Montag, den 25. Februar. non 2-4 Uhr, Bersammlung der erwerbslosen VSPD.- Mitglieder, Elfaffer Straße 86-88, Fahrstuhlaufgana 3 Tr. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, den 25. Februar, 7 Uhr, engere Areis vorstandssigung bei Burg. Prenzlauer Allee, Ede Raumerstraße. 7. Kreis Charlottenburg. Montag abend pünktlich 6 Uhr im Charlotten burger Rathaus, Sigungszimmer 1, Fraktionsfigung mit den Bürgerdeputierten und sämtlichen Kommunalen Rommissionen und ben Mitgliedern des erweiterten Borstandes. Vortrag des Genoffen Stadtrat Baul Hirsch: ,, Die Reform der Städteordnung" Die Delegierten zum Bezirtstag werden ersucht, am Dienstag, den 26. b. M., 7½ Uhr, au einer gemeinfamen Sigung mit dem Vorstand bei Reimer, Bilmersdorfer, Ede Ranal straße, zu erscheinen. Rufammenfunft der erwerbslosen Mitglieder der BGPD. am Dienstag, der 26. d. M., von 2-4 Uhr. Vortrag des Genoffen Stadtrat Rarrer über Erwerbslosenfürsorge". M. SCHULMEISTER MSchulmeister Marron Knaben Kedung user Toy Hochbahnstation Kottbuser Tor Einsegnungs- Anzüge von Gm. 20.- bis 43.Prüfungs- Anzüge von Gm. 17- an Erhaltlich in Pulver. und Ber Kopfschmerz itrovanille Frankfurt/ M.S. bevorzugt Migräna. Zahnschmerz Rheuma Oblaten. Damit schließt die Aussprache Bom Abg. Dallmer( dnatt.) ist ein neuer Antrag eingegangen, der fordert, daß der Minister nicht cher gegen die Dampfteffe überwachungsvereine einschreitet, ehe der auch die Richtlinie für den Charakter der Beitschrift gegeben: Büro- u. Kartothek- Möbel- Fabrik Ausschuß eine Entscheidung gefällt hat. Die Abstimmung ist auf Antrag Heilmann( Soz.) namenilich Mannigfaltigkeit, reichlicher Raum für all die Sorgen, die die Frau, Fr. Fischer& Co. SO 26, Elisabeth Ufer 53, Tel. Mpl. 4543. die Mutter in der Alltäglichkeit bebrüden, Raum für Moden, Schnitt Verlangen Sie in Ihrem Interesse Kostenanschlag von uns. In der Morgenstunde Kinder- Strickjäckchen Qual, angest, v v. weiß, sehr gute Pf. Kinder- Leibchen gestrickt, weiß,&. gute Kinder- Unterröcke Qual., angestaubt, von 30 an 50 Pt. an 75 m. Le.bch., gestrickt, Pf. 8. gut.Qual., angest., v. an Windelhöschen gestrickt, sehr gut Qua- 50 PL. Damen- Untertail!. . von an angestaubt weiß, gestrickt, s. gute Pt. 60 Qualit., angestaubt, v. Kinder- Sweater angestaubt Herren- Unterhosen Vigogne, Größe 4 Stück an 1.1.ges gesch Weiße Handtücher gesamt und-80 PL bändert Stück feines Gewebe, gute 50 PL Damen- Strümpfe Qualitat.... Paar Barchent- Decken grau..... 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Deshalb soll man Cigaretten nur nach Geschmacksempfin dungen und nicht nach Preisen unterscheiden. REEMTSMA AKTIENGESELLSCHAFT 30. Stecis Reinidesbers. Montag, ben 25. Februce, 8% hr, Rathaus Bittenau, Sisung des erweiterten Kreisvorstandes. Wichtige Tagesord nung. Zebe Abteilung muß vertreten fein. 2. Kreis Tiergarten. Areismitgliederversammlung Dienstag, ben 20. Februar, 7 Uhr, in den Arminius- Hallen, Bremer Str. 73. Tagesordnung: Die Taftit ter Battel und die Broschüre des PB."( Organisierte Oppo fition oder Quertreibereien.) S. Kreis Bilmersdorf. Dienstag, den 26. Februar, 7 Uhr, erweiterte Kreis Dorstandsfigurg unter Ruziehung der Abteilungstaffierer bei Bieper, Sol. fteinifde Str. 60. Ericheinen Bflicht. 14. Kreis Rentöllu. Freie Schulgemeinbe: Dienstag, den 26. Februar, 7½ Uhr, im Realgymnaftum Raifer- Friedrich- Str. 210, Referat des Genoffen Dr. Ho. bann. Die Funktionäre treffen fich ½ Stunde früher. 13. Kreis Tempelhof, Marienborf, Marienfelbe. Boranzeige für Donnerstag, ben 28. februar, 7% Uhr, im Realgymnasium Tempelhof, Raiserin- Augusta 1 Strake, Bortrag bes Genoffen Stadtrat Dr. Löwenstein über Die Schule und ihr Berhältnis zum Haus, Rirche und Staat". Bertreter der tirch. lichen und anderer Rörperschaften find gelaben. Elternbeiräte und sozialdemokratische Lehrer müffen erscheinen. Heute, Sonntag, den 24. Februar: 23. b. Bormittags to the Rusammenkunft der BSBD.- Mitglieder ber Ronfumgenossenschaft( 6. Bertaufsstelle) bei Lewandomsti, Seeftr. 104. 01. bt. Reutöln. Bormittags 10 Uhr Vorftandsfigung bei Lübbide, Rarlsgartenstr. 12. Morgen, Montag, den 25. Februar: bt. 7% Uhr bei Arilgez, Engelufer 28, Sigung der Kommunalen Rom miffion. 33. b. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Grunewald, Rameruner Str. 19. 24. Abt. 7 Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre bei Büttner, Wins, Ede Christburger Straße. 38. Abt. Pünktlich 7 Uhr Gigung des Abteilungsvorstandes mit den Be zirtsführern bei Bartusch, Friedenftr. 88. 15, Abt. 7 Uhr in der Schulaula Reichenberger, Ede Forfer Straße, Elternnerfammlung. Lichtbildervortrag: Rind und Schule". Elternbeiratswahlen und ihre Bedeutung. Ausfprache. 36. Abt. Mariendorf. 7 Uhr Funktionärsigung. Bimmer 26. ber 89. Abt. Neukölln. 7 Uhr bei Gläser Bannier, Ede Pflügerstraße, Berlaufs stellenversammlung aller BSPD. Konsumgenossenschaftsmitglieder 141. Berkaufsstelle. Aufstellung der Randidaten. 141. Ubi. Rofenthal. 7 Uhr im Lotal Schneider, Hauptstr. 3, Bersammlung ber Ronfumgenoffenfchaft. Erscheinen Pflicht. Frauenveranstaltungen am Montag, den 25. Februar: & Abt. 7% Uhr in der Baugewertschule, Rurfürstenftr. 141, Lefeabend mit Bortrag. 24. Abt. 7 Uhr bei Binger, Chriftburger Str. 9, Bortrag der Genoffin Sodann über Unsere Stellung zur Wohlfahrtspflege". 25. bt. 7 Uhr im Gesangiaal der Oberrealschule Basteurftr. 4-5, Bortrag ber Genoffin Luise Kähler, M. b. L., über Rechte und Pflichten der Frau in ber Republit". Die Jugendabteilung Nordoft ist eingeladen. 34. Abt. 7% Uhr bei Nofin. Gubener Str. 19, Bortrag der Genoffin Scheiben. huber. 35. st. 7 Uhr bei Drellfe, Schreinerftr. 18. 1. Bortrag der Genoffin Fahren. mald über Die Reichstagswahlen und die Frauen". 2. Diskussion und Ber fajiebenes. Botwärts"-Leserinnen als Gäste willkommen. 36. bt. 7 Uhr bei Wittschuß, Petersburger Str. 5, Bortrag des Genossen Roch über Frau und Sozialismus". 41.42. bt. 72 Uhr bei Söhlte, Bergmannstr. 69, Bortrag des Genofen Miethte über Geschlechts- und Frauenleiden". 36. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr in der Schule Bestalozziftr. 40-41, Bortrag der Genoffin Rnned, M. d. R., über„ Die Frauen und die Reichs. tagswahlen". Bollzähliges Erscheinen notwendig. 82. Abt. Et.glig. 8 Uhr beim Genossen Hamburg, Schloßftr. 103. Thema: Der Krantenlaffenstreit". 89, 6t. Neukölln. 7 Uhr in der Schule Raifer- Friedrich- Str. 4. Thema: Die Frau in der Sozialdemokratie als Rulturträgerin". 29. Abt. Brig. 7% Uhr im Jugendheim, Rathaus, Chauffeeftraße, Bortrag bes Genossen Brinizer. Distuffion. 101. Abt. Treptow. 8 Uhr in der Schule Wildenbruchstraße, Bortrag der Genoffin Runert, M. d. L., über Boltsnot und Gebärzwang". 108. Abt. Köpenid. 7 Uhr im Jugendheim Grünauer Str. 4. Thema:„ Die Frauen und die Reidstagswahlen". Referentin Genoffin Todenhagen. Soeben erschien! Uebermorgen, Dienstag, den 25. Februar: &. bt. 7% Uhr Kreismitgliederversammlung in den Arminius- Hallen, Bremer Straße 73.( Giche Notiz 2. Kreis Tiergarten.) Mittwoch, den 27. Fe bruar, 7½ Uhr, Mitgliederversammlung im Gaal von Gründet, Schwerinftraße 13. Vortrag über Die tommenden Reidstagswahlen". 28. bt. 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Gigung aller Abteilungs. funktionäre. Bortrag des Genoffen Dr. Rollwig. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 26 Februar: 44., 45., 46. und 47. Abt. 7% Uhr in der Schulaule Reichenberger, Ede Forster Straße, Lichtbildervortrag des Genossen Dr. Löwenstein über Innere Krankheiten". Eintritt 40 Bf. Charlottenburg. 51. Abt. 7½ Uhr sef Schellbach, Königin- Elisabeth- Str. 6, Bortrag der Genoffin Gener. 52. und 53. Abt. 7½ Uhr in der Aula der 30. Gemeindefdule, Neues Ufer, Ede Raiserin Augusta- Allee, öffentliche Frauenverfammlung. Thema: Gebärzwang". Ref. Dr. Moses, M, d. R. 68. Abt. Salenfee. 7% Uhr bei Gög, Kurfürstendamm 92. Thema: Ber erbung und Erziehung oder das neue Geschlecht". Referent Gen. Dr. Graf. 97. Abt. Reukölln. 7 Uhr bei Ruzli, Leineftr. 1, Bortrag des Genoffen Lehrer Schröter über Sculentlaffung und Berufswahl". 102. Abt. Baumschulenweg. 71 Uhr bei Sak, Baumschulenftr. 72, Bortrag ber Genoffin Frau Dr. Räthe Frankenthal über Die Frau als Arzt im Sause". 7. Wbt. Die am fommenben Mittwoch fällige Mitgliederversammlung furt Nächster Rahlabend am 12. März. alts. 103. Abt. Oberschöneweibe. Mittwoch, den 27. Februar, 7 Uhr, im Reichen. faal bes Realgymnasiums, Mitgliederversammlung der VSPD.- Genoffen, die Mitglieder der Ronfumgenoffenfchaft find( 74. und 75. Berkaufsstelle). Aufstellung der Kandidaten zur Delegiertenwahl. Die Bezirksführer werden ersucht, durch Zettel einzuladen. 111. Abt. Bohnsdorf. Mittwoch, den 27. februar, abends 7 Uhr, General. verfammlung im Lokal von Otto Bierbach, Bahnhofftrage. 135. Abt. Reinidenborf- Dft. Donnerstag, den 28. Februar, 1% Uhr, im Jugend. heim Secbad, Residenzftr. 49, wichtige Funktionärstzung. Die Bezirks. führer werden gebeten, alle Funktionäre und Selfer hierzu einzuladen. Aufstellung der Vorschlagslisten für die Delegiertenwahlen aur Ronsumgenoffenfchaft. Arbeiterkinderchor Reukölln. Die Uebungsftunde findet nicht Montag, fondern Dienstag, den 26. februar, nachmittags 4 Uht, in der Donauschule statt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Atteilungsleiter! Wir machen darauf aufmerksam, baß von ver fchiedenen Abteilungen noch die Macken Art Theaterabonnementsvorstellung am 2. März zur Aufführung von Maria Stuart" abgeholt werden müssen. Die Marten tosten pro Stüd 75 Bf. und werden nur noch gegen fofortige Be zahlung ausgegeben. Ferner find noch Einzelkarten zum Preise von 1 M. im Jugendfekretariat erhältlich. Auch die Karten zum Ron ertabend des Gesamtvereins am Sonntag, den 16. März, müffen noch von verschiedenen Abteilungen abgeholt werden. Abend". Heute, Sonntag, den 24. Februar: Charlottenburg: Jugendheim Rofinenfte. 4, abends 7½ Uhr, Sans- Sachs. Karlshorst: Besuch des Museums für Meereskunde. Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Karlshorst. Reu- Lichtenberg: Schnitzeljagd Strausberg. Treffpunkt 7 Uhr Neu- Lichtenberg. Niederschönhausen: Besuch der Trep. tower Sternwarte. Treffpunkt 3 Uhr Friedensplag. Schöneberg II: Besuch des Museums für Meerestunde. Treffpunkt 9 Uhr am Bart. Rehlendorf: Besuch des Berkehrsmuseums. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Rehlendorf. EE LENIN von G. Sinowjew Abteilung Gesundbrunnen. Abends 28 Uhr in der Aula der Belt lichen Schule Wiesen-, Ede, Pantstraße, Bunter Abenb. Der Erlös bient zur Unterfügung notleibender Rinder. Programm: Musik, Ge fang, Rezitationen, Tänze, Eintritt frei. Werbebezirk Ostbahn. 6 Uhr im Jugendheim Bartaue 10 WilhelmBusch- Abend. Soeben erschien! Inhalt: 1. Sein Werk. 2. Sechs Tage, die Rußland nie vergessen wird. 3. Dem Andenken. 4. Lenin und die Arbeiter. 5. Sein Tod und die Aufgaben der Leninisten. -O 76 Seiten mit einer Photographie VERLÅG FÜR LITERATUR UND POLITIK WIEN Zuschriften: Arbeiterbuchhandlung, Wien VIII. Alserstraße 69. ZU BEZIEHEN DURCH ALLE BUCHHANDLUNGEN Linda Schnitte Möbel- Gelegenheitskäufe Sind stets vorrarig in allen Spindler- Filialen vom 18. bis 29. 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Am Dienstag, den 26. d. M., abends 7½ Uhr, in der Rathenau- Schule Boddinstr. 34, Rinoabend. Es wird der Kulturfilm Tiere im Film" gespielt. Eintrittskarten für Erwachsene 50 Bf., für Jugendliche 25 Bf., find an der Kaffe zu haben. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 43. bt. Unfer Genosse Rudolf Behrendt, Dieffenbachstr, 63, ift verstorben. Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Februat, mamittags 2 Uhr, auf dem Alten Luisentirchhof, Bergmannstraße, fatt Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berein der Freibenter für Feuerbestattung. Montag, 25. Februce, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung in Reinidendorf- Oft, Brovinate. 74, bei Brüdner. Der Touristenverein Die Naturfreunde", Abt. Webbing, veranstaltet am Sonntag, den 24. Februar, in der Schulaula des Schiller- Enzeums, Bank, Ede Böttcherstraße, eine Abendveranstaltung unter dem Motto: Broletarier Wanderer", bestehend aus Gefang, Rezitationen, Schattenspielen. Cinlag 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Eintritt 25 Pf. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Berlamm Iungsort: Reichenfaal der 6. Treptower Gemeindeschule, Wildenbruchstr. 53 III. Beginn 8 Uhr abends. Montag, den 25. Februar: Dr. Rolbe: Entstehung und Formen des Eigentums". Mittwoch, den 27. Februar: Lili Dröscher: Miltier und Töchter", Aula des Lyzeums Baumschulenstraße, 28 Uhr abends. Frei tag, den 29. Februar: Oberstudienbirektor Dr. Graf von Bestalozza: Bücher, Rino und das Phantasieleben der Jugend". Freitag, den 7. März: Rreis Schulrat E. Sylla:„ Ehrgefühl, Selbstbewußtsein, Minderwertigkeitsfuggeftion, Strafen". Die Deutsa österreichische Liedertafel zu Berlin tagt jeben Freitag von 8 bis 10 Uhr im Rafino der Staatlichen Borzellan- Manufattur, Wegelftr. 1( Bahn hof Tiergarten). Gangeskundige Landsleute herzlichst willkommen. BORG ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER Große Ereignisse! • Große Ereignisfe werfen ihre Schatten voraus, Heifer fünftlerische, wenn es sich um das Etablissement Café Bielka handelt. Nur wenige Tage noch, und das große Geheimnis wird ja doch enthäät sein. So fet es denn heute schon verraten: Paul Beders, der berühmtefte aller fächsischen Komiter- Beders, der Fliegentüten einrich, lehrt nach jabrelanger Abwesenheit nach Berlin zurüd und steigt bei 8ielta ab Den Freunden wüchsigen Humors tonnte wohl faum eine frobere Botschaft werden. Aber damit nicht genug. Noch ein zweiter Fürit im Reiche der Fröhlichkeit, der geistreichste und schlagfertigfte aller Berliner Humoristen, Billy Brager, schließt sich ihm an. Beders und Prager werden um die Meisterschaft auf dem Gebiete des Humors tämpfen, ein jeder auf seinem Gebiete. Ein heißer Kampf zwischen beiden steht bevoz. Der tertius gaudens aber der dritte, der in jedem Falle fich freut wird das Berliner Bublifum fein. Und schon am nächsten Sonnabend, bem ersten März, beginnt das heitere Feft bei Biella im großen Konzert iaal und im Margaretenjaal unter der Devije Paul Beders- willy Prager. SüdAmerika überSpanien mit den Dampfern des NORDDEUTSCHEN LLOYD BREMEN Beste Reisegelegenheit in allen Klassen Anerkannt gute Verpflegung und Bedienung Kostenlose Auskunft und Fahrpläne durch sämtliche Vertretungen in Berlin W. 8: Norddeutscher Lloyd, Kajütenbureau Berlin, Unter den Linden 1( Hotel Adlon) in Berlin NW. 40: Generalver.retung: F. Montanus, Invalidenstr. 93 in Berlin W. 9: Transatlantisches Reise- und Verkehrsbureau, Budapester Straße 4 in Berlin W. 8: Weltreisebur. Union", U. d. Linden 22. Drum prüfe, wer sich ewig bindet Trauringe 1 Ring Dukatengold von 9,00 Goldmk. an 1 Ring 585 estemp. von 600 Goldmk. an 1 Ring 333 gestemp. von 2.90 Goldmk. an ges. gesch Einfache Ringe 1.80 Goldmark Hermann Wiese, Juwelier, Berlin N, Artilleriestr.30 5 Minuten vom Bhf. Friedrichstraße, Untergrundbhf, Oranienbe. Tor Berlin W, Passauer Str. 12, Untergrundbahnhof Wittenbergplatz Garantieschein für gesetzlichen Goldinhait. 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Künstler- Th. vagabundus 7: D. Fest d. HandAllabendi 7: Werker/ Guten Mor- Señora gen, Herr Fischer! Schiller Theater Rose- Theater 2: Flachsmann als Erzieher 3: Jugendfreunde 72 U.: Columbus Deutsch. Theater 8 Uhr: 73 Unr: Das Glücksmädel Sonkin und der Komische Oper Haupttreffer 21 Uhr: Die Büchse der Pandora Kammerspiele 71 Uhr: Der Nebbich 21 Uhr: Die deutschen Kleinstädter Theater i. d. KöniggrätzerStr. 7.30 Uhr: Sommernachtstraum Barbm. 3 Uhr: Mexiko- Gold Komödienhaus 8: Jolandas letztes Abenteuer Berliner Theater 7.80: D. Weib im Purpur Mus, v Jean Glberi Th. i.Admiralspalast Allabendlich 73 U. Drunter u drüber 812 U. bei kl. Preisen Ein Walzertraum DeutschOpernhaus 72 Uhr: 1001 Nacht Intimes Theater 8: Der Hinduprinz Der Schrei usw. Metropol- Theater 71, Uhr: 7 Uhr: Marietta Opereite v. Kollo Neues Theat.a. Zoo LILLY FLOHR in Meine Tochter Otto Neues Volkstheat. 8: Herzog von Westminster Die Varieté- Diva Renaissance- Theat 8 U: Revolutions hochzeit Thalia- Theater 7 U.: Frasquita Kam.-S. Jadiowker, Martha Serak Theater i.d.Kommandantenstr. 42 U Urautführg. Das Radiomädel Wallner- Theater Uhr: Mad. Pharao Gorina, Leux, Mling, Lautner, Ritter 3 Uhr bei kl. Preisen Johannisfeuer Lustspielhaus 8 Uhr. Der Held des Westerlandes BO Residenz Theat. Tägl. 8 Uhr: Androklus n. der Löwe von Bernh. Shaw Trianon- Theater Tägt. 8 Uhr: Die nackte Tänzerin Lustsp v. R. Lothar & U Kleines Th. Devisen Komöd. v L.Schmidt Falkenstein, Limburg Central- Theater Alte Jakobstr. 31 Tagl.& Uhr: Die Novität: Der dumme August Operette in 3 Akten & U. Theater 8 U. Folies Caprice Rund um d.Wedding Schmasow, Resi Langer Dazu Das Radieschen ( Verlobung im Bett) Reitpeitsche u.heute Reichshallen Th. Tägl. 12 U. u.Sonnt. 3U. 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Weinbergsweg Sonder- Vorstellung: Argentinien als Auswanderungsland UA 山岳 Filmaufnahmen des Deutschen Volksbundes in Ar gentinien über Land, Bevölkerung u. Wirtschaft mit einleitendem Vortrage von Dr. Hugo Grothe, Leiter der Zweigstelle Leipzig des Reichswanderungsamtes Der Film zeigt in fünf Teilen die Landung der Auswan derer, thre Aufnahme im Einwanderungshotel, ihre Beratung durch die Deutsche Vereinigung, dann Leben und Treiben in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, dem Paris Südamerikas. Weiterhin die Arbeiten der An siedler auf den Farmen der Pampas, den weiten weizenbebauten Feldern Mittelargentiniens, die Viehzucht des Landes, den Verkehr auf den großen Strömen, die Naturschönheiten und Ausbeutungsmöglichkeiten der Wälder in den feuchtheißen Provinzen des Nordens von Argentinien und tausend packende wirtschaftliche und volks kundliche Einzelheiten des einer hohen Zukunft entgegen gehenden Landes Argentinien. Vorverkauf an der Kasse täglich ab 6 Uhr nachmitt. sowie am Tage der Sonder- Vorstellung 1 Stunde vor Beginn Sesselplätze 0.80, Logen 1.20 UA UfA 12020202020202020 UFA- PALAST AM ZOO WOCHENTAGS: % 7 349 nubis Di Die Eintrittskarten für die Aufführun gen des Decla Ufa- Films„ Die Nibelungen sind in den Abendstunden bereits vergriften, so dal Hunderte von Besuchern keinen Einlab finden können. Im Interesse unserer Besucher erlauben wir uns, darauf hinzuweisen, daß an zwol Vorverkaufs- Kasson des Ufa- Palast am Zoo in der Zeit von 11-1 Uhr Eintrittskarten für 3 Tage im voraus ohne Vorkaufsgebühr erhältlich sind. Die Abendkassen worden 1 Stunde. vor Beginn der Vorstellung geöffnet. Um einen ungestörten Verlauf der Vorstellung zu gewährleisten, wird hoillchat darauf hingewiesen, daß für diejenigen Bosucher, die zu Beginn nicht anwesend sind, Einlaß erst nach Beendigung des ersten Gesanges erfolgen kann. Jugendliche zahlen volle Eintrittspreise und haben z beiden Vorstellungen Zutritt SONNTAGS: 4 7 349 VORVERKAUF 11-1 UHR UA UfA G 3.3 MAN Virginia No 77 im Theater Casino- Th. Große Volksoper des Westens Der neue Schlager: Die Mali 71, Uhr: Boris Godunow vom Steinhof 8 U. Th.a.Kottbus.Tor Täglich 72 Uhi u. Sonnt. nachmittag 3 Uhr EliteSänger Das neue Febr.Pro ramm! LützowUhr: 112 Regie: Dr. Georg Droescher Mas. Leit.: Dr. Ludwig Misch Prinzeßehen v. J. F. Reichardt/ Johann, d. munt. Seifensieder m altem Volkslied. Hanni weint, Hansi lacht v. Offenbach Täglich Kammer- 6per str. Walhalla Thalia- Theater Fernspr. Mpl. 4440, 2718 Dresdener Str. 72/73, Untergrundb. Inselbrücke( Ausg. Neue Roßstr.) Täglich 8 ,, Frasquita 66 Operette von Franz Lehár Kammersäng Hermann Jadlowker Budapest. Staatsop. Martha Serak Vorverk. ab 10 Uhr ununterbr. Menes Operetten- Th. Täglich 7 Uhr: Die Guido Thielscher vertagle Nacht Schwank i. 3 Att. v. FranzArnold u.ErnstBach. 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Erst dann, wenn eine Geldentwertung nahe daran ist, sich zu überschlagen, find es nicht die großen Sachwertbefizer alein, die die Wirkung der Geldentwertung erkennen und Erfenntnis wie Sach mertbesitz ausnutzen, um die Folgen der Geldentwertung auf andere cbzuwälzen. Damit wird dann aber bald die Erkenntnis vom Wesen der Geldentwertung Allgemeingut. Alle, nicht nur die großen Sachwertbefizer, ließen die Papiermart im Stich umb fuchten Schutz in Berten, die von der Entwertung weniger befallen schienen. Aber richt jeder konnte sich Devisen verschaffen. Gerade in der Zeit des stärksten Devisensturms bleiben die Wenigerbemittelten und Weniger geschäftskundigen vom Devisenbezug ausgeschlossen. Aus diesem Grunde entstanden seinerzeit für die Bedürfnisse dieser Schichten, vor allem der fleinen Landwirte, Festwert. anleihen. Sie lauten nicht auf Papiermart, sondern entweder auf Goldmark oder ausländische Währung oder auf eine bestimmte Menge einer Ware, deren Breis ungefähr mit dem Dollar Schritt hielt. Es ist bezeichnend, daß der größte Teil diefer Anleihen erst furz vor dem Umschlagen der Geldentwertung, im September und Oktober 1923, geschaffen wurde. Diese Festwertanleihen find also nichts anderes als eine besondere Form der Flucht aus der Mart in die Sachwerte. Der für die Festwertanleihen aufgebrachte Betrag wird von„ Wirtschaft und Statistik auf die recht beträchtliche Summe von 2 Milliarden Goldmart geschätzt. Die Zeitschrift Wirtschaft ind Statistik veröffentlicht eine fetyr Entereffante Darstellung der Entwidlung dieser Festwertanleihen. Danach ergibt sich folgende Kursbewegung in Goldprozenten und Monatsdurchschnitten: Mai Roggen Gold. Kohle. Kalis Durch Anleihe st Monat März 1923 91,37 April 95,58 77,05 Juni 82,18 Juli 155,64 Auguft 63,53 Septemb. 87,54 Ditober Novemb. Dezemb. 197,60 77,50 87,81 125,76 258,26 259,79 559,72 76,55 68,53 128,22 Januar 1924 58,68 62,38 99.04 schnitt 91,37 95,58 77,05 82,13 155,64 63,53 80,61 126,35 85,80 104, 277,57 359,62 87,61 85,97 53,26 68,72 Der November, der Monat des Höhepunktes der Geldentwer hing, zeigt ein rasches und starkes Anschwellen der Kurse, dem im Augenblick der Stabilisierung ein ebenso rascher Sturz folgt. Der Kursfall hielt vom Dezember auf Januar noch an. Es sind zweifellos nicht die fapitalfräftigsten Schichten, die fich Burch Rauf dieser Anleihen vor der Geldentwertung zu sichern gefucht haben. Für sie waren die Sachwertantethen der Devisenerfah. Als mit der beginnenden Stabilisierung der allgemeine Kapital angel sich auszuwirken begann, haben Teile jener Schichten ihren Befit an Sachwerten abstoßen müssen. Sie sind dabei, wie bie Siffern zeigen, nicht schlecht gefahren. Anders steht es mit jenen, die thren Devisenerjag behalten haben, sie sind heute um einen erhebchen Teil ihrer Einzahlungen gekommen. Die Berzinjung, die in der Regel 5 Broz. beträgt, ist dafür natürlich kein Ersatz. Die Sachwertanleihen haben heute aber noch eine andere Echwäche zu tragen. Ausgestellt auf Kohle, Kali, Holz, Zuder ujm., stehen sie im Kurs dennoch wesentlich unter den Preisen Dieser Produkte. Die Zinsen werden zwar zumeist im Preis der Produkte errechnet. Damit erhöht sich die tatsächliche Berzinsung für die Besizer um einige Prozent. Auf der anderen Seite werden bamit die Ausgeber, Kommunen, Staaten usw., nicht unerheblich beLastet. Soweit eine baldige Rüdzahlung solcher Festwertanleihen in Aussicht steht, droht fie für die Gläubiger zu einem riefenhaften Verlustgeschäft zu werden. Danor merden fich nur diejenigen Schuldner zu retten vermögen, die den schlechten Kurs benutzen, um ihre eigenen Anleihen jezt zurüdzukaufen. Dazu gehören aber erhebliche Geidmittel, die meist nicht vorhanden fein merden. Die Spekulation hat sich andere Geschäfte gesucht. Man mandle fid) zu den Artien. 23ie eine gleichfalls in Wirtschaft und Statiftit veröffentlichte Aufstellung zeigt, ist der Aktienindeg von Dezember auf Januar erheblich gestiegen. Affienindeg in Gold( 1913) Monats- bzw. Bergbaut n. Berarbeitenbe Jahresdurchschnitt Schwerindustr. Induftrie 1928 25,92 17,42 1923 August 20,15 11,05 100). Handel und Berfehr 5,90 8,92 September. 4344 21,21 6,46 Oftober. 49,28 29,64. 9.75 Insgesamt 16,13 11,33 22,56 28,47 November 65,72 41,99 14,00 39,36 Dezember 39,54 31,73 10.07 26,89 1924 Januar. 45.74 44,21 15,77 35,76 Die hohen Warenpreise in Verbindung mit niedrigen Löhnen versprechen den Aktientäufern offenbar mehr Sicherheit und größere Rentabilität als die einst so sehr begehrten Festwertanleihen. Die Festwertanleihen sind mittelbar und unmittelbar zum Teil in Attien umgewandelt worden. Der Ertrag dieses Geschäftes ist in die Taschen der Großen und Klugen im Reiche des Kapitals geflossent, während die kleinen Leute, die ihre Festwertanleihen behalten haben, die erstrebte Bertficherung nicht erreichten. Textiltonzentration. In Berlin ist unter der Firma Legtil Bertikal A. G. mit 2 Millionen Goldmart Kapital eine neue Aktiengesellschaft gegründet morden, an der auf der einen Seite der Stöhr- und Etag- Konzern, auf der anderen Seite der Detailhandelskonzern Esders beteiligt ist. Der Zweck der Gesellschaft besteht in erster Linie darin, Herrenanzüge als Martenartikel herzustellen und die Herstellung dieser Anzüge von der Rohwolle bis zum fertig verarbeiteten Kleidungsstüd in eigener Regie durchzuführen. Wucherpreise für Häute und Leder. Genoffe Simon, M. d. R., schreibt uns: Als Ende des Jahres 1922 und Anfang 1923 die Preise auf den Häuteauftio. nen außerordentlich start in die Höhe getrieben wurden, hatte es den Anschein, als ob das Reichswirtschaftsministerium endlich ein greifen und Remedur schaffen wollte. Es wurde eine Sach. verständigenfommission berufen, Die in mehreren Sitzungen Vorschläge machte, die zu einer Berordnung verdichtet wurden, von der man annahm, daß mit ihr der übermäßigen Preissteigerung Einhalt geboten würde. Diese Berordnung ist aber, wie fo vieles, im Ministerium steden geblieben. Es blieb also alles beim alten. Heute stehen wir vor der TatSonntag, 24. Februar 1924 Kreditgewährung der Reichsbant. Auf eine Anfrage des Reichstagsabgeordneten Fehrenbach und Genossen über die Gewährung von Krediten zur Bieberbelebung der deutschen Wirtschaft hat die Reichsregierung folgende Antwort erteilt: Seit Mitte Januar hat die Reichsregierung darauf hingewirft, daß die für die Wiederbelebung der Wirtschaft erforderlichen Kredite reichlicher durch die Reichsbant zur Berfügung ge stellt werden mit dem Erfolge, daß am 7. Februar von der Reichs. bant ausgegeben waren: 1. an Papiermark( wertbeständig) a) auf Grund disfontierter Bechfel u. Schede 412,9 min. 6.9. b) auf Grund von Lombardierungen( im mefentlichen von Wechseln) 2. an Rentenmar? 180,0 OF zufammen 542,9 Mill. G.M a) auf Grund von Bechseln und Scheds b) auf Grund von Lombardierungen( im wesentlichen Rentenmartwedsel) • 428,9 min. G.. 194,6 aufammen 623,5 Min. G.M Demnach betrug der Gesamtbetrag an Rrediten 1166,4 millionen Goldmart. Gegenüber diesem Betrag war noch am 31. Dezember 1923 der 591 Millionen Goldmart. fache, daß die deutschen Häutepreise rund 30 Broz. über Weftmarttpreise stehen, und daß infolgedessen auch die Bederpreise entsprechende Bestand an Krediten bei der Reichsbank im ganzen eine erhebliche Erhöhung erfahren haben. Nach der ganzen Behandlung dieser Angelogenheit im Reichs wirtschaftsminifterium ist die Frage berechtigt: ist die Häuteverwertungsgesellschaft der Fleischer eine solch mächtige Organisation, daß die Regierung es nicht wagt, gegen deren Brattiten auf den Auttionen vorzugehen? läden und 9 Es hat fast den Anschein, als ob dem so sei. Wie wäre es sonst denkbar, daß, obwohl die verarbeitende Industrie fich in fortgesetzten Magen über ungerechtfertigt hohe Preise ergeht, hier nicht ein geschritten wird? Es ist uns bekannt, daß die Bucherpolizei in Schuh eine Schuhfabrifen scharfe Preis tontrolle übt, ja taß schon Leiter von Schuhfabriken verhaftet wurden, weil der Berbacht der Preistreiberei bestand, obwohl hier nur der Wiederbeschaffungspreis eintaltuliert wurde. Wir haben aber noch nichts davon gehört, daß Händler, die ihre Häute auf Auktionen bringen und durch Beteiligung an der Auftion, d. h. indem sie selbst auf ihre eigene Ware bieten, die Breise in die Höhe treiben, von der Bucherpolizei wegen Preistreiberei belangt morden sind, obwohl doch hier offenfundige Preistreiberei norliegt. Das Reichswirtschaftsministerium hat sich dafür stort gemacht, daß die Löhne unter die Borkriegslöhne herabgelegt wurden und das Arbeitsministerium war hierbei behilflich. Das alles ist angeblich geschehen, um die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen und weil ein Breisabbau notwendig sei. Es ergibt sich hieraus, daß in 6 Wochen nicht weniger als 575,4 millionen Goldmart an Krediten von der Reichsbaut neu gegeben worden sind. Benngleich nun anerkannt werden muß, daß der Kreditbedarf in Deutschland hierdurch nicht befriedigt ist, so muß doch weitere Kreditgewährung mit Zurüdhaltung behandelt werden. Die leßthin erfolgten Uebersteigerungen des Devisenbedarfs, die zu verschärften Repartierungen und zu vorübergehend gestiegenen Auslandskursen der Devisen in Mart geführt haben, sind ein Anzeichen dafür, daß auf Grund bereiter Gelder Devisen in einem Maße angefordert werden, dem die deutsche Wirtschaft nicht ohne weiteres zu entsprechen vermag. Das wirksamste Mittel dagegen muß sein, außer der Herbeiführung von Auslandskrediten, der dic Reichsregierung besonderes Interesse widmet, die weitere Snapp. haltung der Inlandszahlungsmittel. Sobald jedoch eine Dauer ver sprechende Erleichterung auf dem Devisenmarkt fühlbar wird, wird die Reichsregierung es fich angelegen fein laffen, auch die inländischen Kredite wieder zu erweitern. Was die Frage der unmittelbaren Zuleitung der Rentenmartfredite anfangt, so geht das Bestreben der Regierung dahin, bie Kredite, welche wegen der. Einheitlichkeit der Disfont- und Krebilpolitik alle über die Reichsbant laufen müssen, von diesen möglichst unmittelbar allen Kreisen zuzuleiten, welche in der Lage sind, reichs. bantfähige Unterlagen zu liefern. banffähige Unterlagen zu liefern. Auch darüber hinaus hat die Reichsregierung nicht ohne Erfolg auf Ermäßigung der von Banken und sonstigen Kreditorganisationen berechneten Zuschläge hingemirft. Es ist bekannt, daß der Arbeitsohn nur einen Bruchteil der Gestehungstoften in der verarbeitenden Industrie ausmacht, daß dagegen die Rohmaterialien den Hauptteil der Gestehungskosten Die Erklärung der Reichsregierung tingt ganz vernünftig, fis bilden. Will man zu einem wirklich nennenswerten Preisabbau entspricht nur nicht ganz dem, was im befonderen einzelne Regie tommen, muß daher die Breisfentung beim Rohrungsmitglieder bisher gerebet haben. Besonders michtig bleibt, material beginnen. Wir haben aber gegenwärtig für deutsche daß nicht die Rentenbank ober irgend ein anderes Spezialinftitut Häute Preise zu verzeichnen, die um 100 bis 160 Pro3. irgendwelcher Interessentenfreise die Möglichkeit der Kreditgewährung über den Friedenspreifen stehen. erhält; die Reichsbank muß die Zentrale bleiben. Ihre Aufgabe ist es, noch strenger als bisher darauf zu sehen, daß sie wirklich nur Warenkredite und feine Finanzkredite gibt, die sich am Devisenmor auswirken. Die Wirkung dieser Breise auf Leder und Schuhwert fomie für alle sonstigen aus Leder hergestellten Erzeugnisse liegt auf der Hand. Mit diesen geradezu unhaltbaren Zuständen beschäftigt sich nicht nur die zuständige Fachpresse andauernd, auch die Industrie und Handelszeitung schreibt am 10. Februar: Don Eine fleine Gruppe von Käufern tritt auf jeder Auftion bestimmend auf, eine teine Gruppe von Käufern macht faft auf jeder Autiion tonangebend den Preis und tyrannisiert damit nicht nur die gesamte 2eder verarbeitende Industrie, sondern auch die Berbraucher. Anstatt, daß nun die von den Behörden angefündigte Berordnung zur amt lichen Regelung dieses Auttionswesens erscheint, wird Meggerseite die Nachricht verbreitet, daß die Berordnung über fluffig geworden sei, nachdem zwischen den die Auktionen veranstaltenden Berwertungsorganisationen und den maßgebenden Käuferverbänden eine Regelung des Auktionsmejens auf vertrag licher Grundlage unter den Augen des Reichswirtschaftsminifteriums erfolgt fei. Man hört, daß der Führer der Häuteverwer timgen der Behörde gegenüber die Gewähr dafür übernommen haben soll, daß alles fich in bester Ordnung abspielen werde. Alle Leder verarbeitenden Industrien und nicht zuletzt die Verbraucher müssen gegen eine solche Entscheidung der zuständigen Stelle ganz energisch Berwahrung einlegen. Es geht nicht an, daß lediglich die drei Interessentengruppen, alfo die Metzger als Berkäufer und die Fabrifanten und Rohäutehändler, die letzteren nur zum Teil als Käufer, das Spiel mit den Häutepreifen weiter treiben und dem deutschen Konsum die Preise so überaus wichtiger Artikel des täglichen Bedarfs fünstlich verteuern. Die Hautefrage ist eine Frage der deutschen Gesamtwirtschaft, es muß endlich verlangt werden, daß das Reichsministerium dem Unfug der fünstlichen Preistreiberei ein Ende macht." Die Regierung hat, wie es scheint, für solch untergeordnete" Fragen teine Zeit, viel wichtiger ist der Lohnabbau und die Berlängerung der Arbeitszeit. Daß mit einer solchen Politit die Wirtschaftskrise nicht behoben, sondern verschärft wird, das stört die Regierung wenig, daher wohl auch der Name„ Reichswirtschaftsministerium". Fur& infegnung Leiser Cargasmenonmuta Entschädigung für österreichische Kronen. Die Borarteiten zur Berteilung der aus der Liquidationsmasse der Desterreichisch- ungarischen Bant in Bien auf die Eigentümer der eingereichten alten ungestempelten österreichisch ungarischen Kronennoten entfallenden Quote find mumehr abgeschloffen. Auf je 100 Kronen der eingereichten einzelnen Rotentategorien entfallen folgende Beträge: Kategorie 1( nor dem 27. Oftober 1918 ausgegebene Roten, bie sich am 15. Juni 1919 außerhalb des Gebiets der ehemaligen österreichisch- ungarischen Monarchie befunden haben): 1,15 Goldkronen; Kategorie 2( por dem 27. Oftober 1918 ausgegebene Noten, die sich am 15. Juni 1919 nicht außerhalb des Gebiets der ehemaligen österreichisch- ungarischen Monarchie befunden haben): 1 Goldfrone; Kategorie 3( nach dem 27. Oftober 1918 ausgegebene Noten): 0,15 Goldfronen. Der Gegenwert wird den Verbindungsstellen, die die Einsendung seinerzeit an die Zentralsammelstelle bewirkt haben, in den nächsten Tagen abzüglich der erwachsenden Spesen in Rentenmart zur Verfügung gestellt, von wo die auf die einzelnen Eigentümer ent fallenden Beträge gegen Einlieferung der 3. Ausfertigung der Num mernverzeichnisse oder entsprechender Legitimation ausbezahlt wer den. Es wird darauf hingewiesen, daß durch die mangels vorbondener Goldkronen nötig gemejene Umwechslung ein Umrech nungsturs von 0,81 Rentenmart zugrunde zu lege: ist. Die seinerzeit zu Unrecht eingereichten mit echten Stempein der Nachfolgeftaaten versehenen Noten, die die Liquidationskommis fion als an der Quote nicht teilnahmeberechtigt ausgesondert und Weiße Zähne erzielen Sie schon durch 1-2 maliges Buzen mit der herrl. erfrischend schmedenden Zahnpaste Chlorodont. Gegen üblen Mundgeruch wird auch mit Erfolg Chlorodont- Mundwasser verwendet. 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In Fortsetzung seines, auch im Vorwärts" erörterten Aufsatzes Das Gold im Jahre 1923"( Wirtschaftsdienst" Nr. 6) wendet sich Keynes gegen eine weitere Aufhäufung des Goldes in den Bereinigben Staaten wodurch man den Wert des Goldes zu schühen meine und schreibt: Wenn es aber für notwendig erachtet werden sollte, aus diesem oder irgendeinem anderen Grunde den Wert des Goldes burch fünftliche Mittel zu schützen, so würde es viel billiger sein, die füdafrika nischen Mmen aufzufaufen, um sie stillzulegen, statt ihre Ausbeute Jahr für Jahr aufzukaufen, um sie zu begraben. Die Vereinigten Staaten fönnten alle Minen in Afrika taufen und sie ficher zementieren für ungefähr tas Doppelte der Summe, die sie jegt in einem einzigen Jahre für den Kauf und das Begraben ihrer Ausbeute aufwerben." Deutsche Terfilwarenfäufe im Ausland. In immer größerem Maß abe läßt sich laut Konfektionär" die Beobachtung machen, daß an allen Textilhandelsplägen im Auslande zahlreiche deutsche Einkäufer auftauchen, die dort ihren Legivarenbedarf decken. Die elsässische Industrie ist z. B. gerade durch deutsche Dispositionen in bedeutendem Umfange beschäftigt und fann bis zum Spätsommer teine Aufträge mehr annehmen. Auch an den Seidenhandelsplägen wie Zürich, Como und Lyon find Krefelder Einfäufer eingetroffen, die dort Seidenstoffe auftaufen. Die oben geschilderten Tatsachen sind ein Beweis dafür, daß die deutschen Warenpreise ihren Höhepunkt erreicht haben und hoffentlich nur ein Uebergangszustand find. Filmschau. Die Filme der Woche. Der Auslandsfilm dominterte in der Berichtswoche vollkommen. Es taren Amerita, Schweden, Dänemark und zum erstenmal England vertreten fein 2and mit einem Film, der neue Wege oder Höhepunkte zeigte. Der schwedische Film ,, Auf afrikanischen Jagdpfaden"( U. Zauentien valast) ist eine Fortsetzung des bekannten: Unter Wilden und wilden Tieren" und gibt hochinteressante Bilder von der Expedition des schwedischen Prinzen Wilhelm durch bas zentrale Afrifa. Die Photos find matt( oie alle Tropenaufnahmen) und die Kopie nicht besonders gut, aber das Stoffliche reizt natürlich außer ordentlich. Landschaftsszenerien( darunter brennende Bultane) wechseln mit Bildern aus dem Negerleben( besonders Tänze!) und aus der Tiertwelt. Man erlebt die Verfinsterung des Himmels durch Heuschreden, die Beschaulichkeit im Wasser ruhender Nilpferde, die Schönheit und Schnellfüßigkeit der Antilope und vor allem Jagden auf Löwen, Elefanten, Krokodile. Der Nanuffilin stellt die höhere Form des ethnographischen und Tierfilms dar. Diese afrikanischen Filme geben nur Abfälle einer Reise, jener war das alleinige Ziel einer Expedition. Man würde auch lieber mehr intime Beobachtungen von Zier und Mensch sehen als bieses beutemäßige und immer mit dem Tode der Jagdtiere abschließende Finale. Wir müssen Filme haben wie„ Ein Jahr im Negerdorf". -Die Amerikaner hatten zwei Filme laufen. Das Piratenfchiff( im Marmorhaus) würde hier vielleicht ein geiviffes Aufsehen machen, wenn der amerikanische Film Taifun" nicht schon bekannt wäre. So bemerkt man den Abflatsch und wird verstimmt. Findet man doch glücklich jede Figur, so ben chinesischen Schiffsloch, den guten alten Kapitän, den abenteuernben Seemann, das zur See fahrende Mädel und felbst das Biratenschiff wieder. Die Stopie war teilweise sehr schlecht, die Großaufnahmen aber waren alle aufs beste gelungen. Hafen- und Schijfsbilder bieten tausenderlei filmische Möglichkeiten, die verstand der Negiffeur Georg Melford vorzüglich auszunußen. Die golbene Bily"( UZ. Kurfürstendamm) flirt bie brüben fehr populäre Mac Murray erneut in3 Treffen. Sie beweist aufs neue tänzerische Qualitäten eines schmiegsamen Körpers, ihre Runst, fojibare Softüme zu fragent, aber auch ihr unvermögen, mehr als ein ,, süßes Mädchen zu sein. Der Film gibt an der Hand der Schicksale einer Tänzerin Bilder aus der New Dorfer Bebemannsielt, die technisch Die Handlung ist so figlig und fentimental, wie man es brüben liebt. besonders in der Schilderung eines Broadway- Nachtlofales glänzend it Der erste englische Spielfilm, mit dem wir hier Bekanntschaft machten: Weib gegen Wett( Mozardfaaf) tit aus einem ähnlichen Milieu und von ähnlichem Zuschnitt. Wieber ist die Welt der Barietés( in Baris und London), die im Mittelpunkt steht. Ein englischer Leutnant verliebt fich in Paris in eine natürlich entzückende Tänzerin, verspricht ihr bie Ehe, verliert im Schützengraben( der realistisch vorgeführt wird) infolge einer Vertoundung das Gedächtnis, beiraiet dann in London eine Biebe fehren zurüd, zumal die Tänzerin ihm sein Kind mitbringt. Der Dame der Gesellschaft. Er entdeckt die Tänzerin wieder: Gebächtnis und Kampf der beiden Frauen um den Mann ensigt mit dem Berzicht ber Tänzerin, die Herzfrank in ciner groß anigemachten Szene ben Todestanz in Wirklichkeit aufführt und der anderen das Kind überläßt. Die Aufnahmen sind gut, bieten aber nichts, was nicht bei uns auch ge leiftet wird. Nur der Tanz in gleißendem Rahmen und mit loftbarsten Kostümen ist wohl so raffiniert noch nicht in Deutschland geschaffen worden. Im übrigen überwiegt die Sucht nach Kostümen und Stangentfaltung zu sehr und ist die Handlung zu sehr nach englischem Bolgärgeichmad zu geschnitten, um tieferes Interesse zu ertoeden. Die einzige Darstellerin, die über dem Durchschnitt steht, ist die hübsche elegante und tänzerisch gewandte Betty Compson. Der Schivedische Film Im siebten Simmel"( 12. Nollendorsolah) gibt den bei uns beliebten Sumoristen Pot und Botachon reichliche Gelegenheit, ihre mannigfachen Humore urb Faren zu zeigen. Aber der Uebergang aus dem Proletarier ,, himmel in den Fabrikanten himmel ist zu unwahrscheinlich. Jungsozialisten! Mittwoch, den 27. Februar 1924, abends 71%, Uhr, im Candfag, Prin-- Albrecht- Straße 5, Saal 8, Dorfrag des Reichstagsabg. Genojien ari Shted- Bielefeld über: 4 ,, Staat und Jungsozialisten" Alie Gruppenveranstaltungen fallen an diesem Tage aus. Der Arbeitsausión. Sport. Nur 10 Pfennige jeden Tag # over 70 Pfennige die Woche fostet es, wenn man den„ Vorwärts" zweimal täglich ins Haus bekommen will. Jezt kann also beinahe schon jeder wieber den Vorwärts" halten. Für 10 Pfennige bekommt man zweimal täglich die neuesten Nachrichten aus der ganzen Welt, erfährt man alles, was sich auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft, der Kunst, des Theaters ereignet und was den Parteigenossen, den Geden Arbeitersportler besonders interessiert. werkschaftler, den Genossenschaftler, das Volksbühnenmitglied, Wer den Preis monatlich entrichten fann, zahlt nur 3 Marf im voraus! Die sehr starte Herabjegung des Bezugspreises konnte allerdings nur gewagt werden in der Zuversicht, daß der lebhafte Zustrom neuer Leser, der in den letzten Wochen ununterbrochen erfolgte, durch die Preisermäßigung noch wesentlich verstärkt wird. Bir bitten deshalb alle Genossen, mit verstärkter Kraft an die Berbearbeit zu gehen für den „ Vorwärts". Nachstehender Bestellzettel ist au- zufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Borwärts", Berlin SW. 68, Lindenftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Borwärts" bei der Post zu bestellen.) n Ich abonniere den Borwärts mit der tllustrierten Sonntagsbeilage Bolt und 3eit und der Unterhaltungsbeilage Heimpelt in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Wohnung: Straße Nr.. Quergeb. Seit nfl. Tr. lints- rechts DOTN bet Hof- Seit.nfl. Jogal Gervorragend bewährt bei: Gicht, Grippe, Rheuma, Hexenschuß, Re't- und Jahrtarnier. Der Freitag fah toleber ein febr cutbefutes Haus. Der Nachmittag war baubtiächlich ausgefüllt von Borjührungen von Damenpferden, sowie von Material und Dreffurprüfungen. Wobei in Materialprüfungen lediglich das Pferdemateria! obne Radficht auf feine etwaige Ausbildung im Hinblid auf feinen fünftigen Gebraude, ober Zuchtzwed maßgebend ist, während bei der Dreffurprüfung die Ausbildung der Pferde und die Reitfunft der Reiter ohne Rüdlicht auf die Elgenichaften und die Beschaffenbeit der Pferde eine Rolle spielen. Die Resultate des Abendibringens: 1. Morgenglanz Dreis. 4. 6 f.: 1. Duartaner Unterto. Jordan), 2. Bring. Tot.: Sieg 18: 10, B.: 14, 15. 5. b 1.: 1. Saul III. ( Rittm. Hummel), 2. Rolf IV, 3. Argentino. Tot.: Steg 27: 10, L 18, 22, 21. 2. Seidenspinner- Preis: 1. 51: 1. Dianit( E. 9. Mivilles). 2. Ultimus II., 3. Granit, 4. Dannebit. Eot.: Steg 31:10, 15, 14, 20, 20. 2. Abt.: 1. Herzog Albrecht( B. Spiner). 2. Amfel, 8. Duar Hermeifter V. Tot.: Sieg 26: 10, 31, 15, 30, 21. 3. 2 5 1.: 1. terbabit ( Trautbetter), 2. Siegfried VII., 8. Stonig Gurant, 4. Ranbreis. Tot: Sieg 44: 10, 31. 15, 88, 19, 13. 4. 6. 1. Saicha( Maj. v Broubgynsli) 2. Goliath, 3. Drfatt, 4. Aribert. Tot.: 67:10, 120, 14, 29, 15. 5. 5: Lebensmittelhaus Osten Frankfurter Allee 87 anto, 3. Tommy, 4. Gelo. 1. Morgenalang( B. Spillner). 2. | Sieg 77:10. 31. 30, 16, 20, 50. Jschias, Nervenschmerzen. Logal fillt die Schmerzen und scheidet die Harniñure aus. Wusgezeichnet bei Schlaflofigleit. In allen Apothefen erhältlich. Best. 64,3% Acid acet. salic., 0406% Chinin, 126% Lithium ad 100 Amylum Zot.: am Ringbahnhof Billigste Bezugsquelle für alle Konsumartikel Filiale: O. Gürtelstr. 17 7 Schaufenster 00 Achtung! Einmaliger billig. Räumungsverkauf von Wäschestoffen aller Art Gute Qualitäten! Billigsie Preise! MASSARY DELFT Edel wie der Name Prima Renforcé, 80 cm breit Linon, 80 cm breit. 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Für die überaus herzliche Teilnahme bei dem Ableben meines innigft geliebten Mannes und Bate's fagen wir allen Berwandten und Bekannten, insbesondere Herrn Stadtrat Schmal für seine überaus troftreich en Worte, fowie, dem Schwarzeschen Gesangverein für den erhebenden Gesang unseren herzlichsten Dant. 70/ 17a Berlin, 19. Februar 1924 Brangelftr. 126. Frau Schönfeld geb. Höly. Walter Schönfeld und Braut. Berein Berliner Buch drucker u. Schriftgießern Die Stimmzettel für die Arwahi find von morgen( Montag) ab auf der Verwaltung abzuholen von den Betrieben, in denen über 20 Mitglieder stehen und ivo der Kaffenbote nicht hinkommt. In den Betrieben bis zu 20 Mitgliedern sind die Stimingettel von den Kaffenboten abzufordern. Die Formulare für die Ueberstundenftatiftit, zunächst für die Woche vom 24. Februar bis 1. März, find ab Mittwoch auf der Verwaltung abzu holen. Der Gauvorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Dienstag, den 26. Jebruar, nachmittags 5 Uhr, im Berbandshaufe ( Sigungsfaal), Linienstraße 83/85: Versammlung der Schnitfarbeiter, Stanzer, Preffer, Juschneider, Knopfarbeiter u.- arbeiterinnen Tagesordnung: 1. Bortrag über Tarij oder tariflose Beit". 2. Distuffion. 3. Branchenangelegenheiten und Berschiedenes. Alle, auch die arbeitslosen Kollegen müffen erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Metallschleifer, Galvaniseure, Geöffnet 9 bis 5 Uhr Neue Linkstraße 11 Geöffnet 9 bis 5 Uhr. Fahrräder 70% art. Neue Fohrräder Marte Brandenburg mit Schußblechen u. Sandbremse, Mundusfreilaufnabe mit Rücktritbremse, Stahmen geschweißt, mit Goldlinien abgefegt, gelben Felgen mit schwarzen Streifen, guter Gummibereifung, Tourersattel, Ledertasche mit Werkzeug, Glode, Laftpumpe und O Karbidlampe Stück 85 Mark. 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An manchen Abenden sind an einer Saa'feite eine Reihe Tische zu langer Tafel zusammengestellt, und dann, wenn der Berbindungszug mit der Warnemünder Fähre eingelaufen ist, tommen in langem Zuge merkwürdige, so ganz und gar nicht dem festlichen Aussehen des Saals entsprechende Gäfte Rinder aus Deutschland. -WO Fremd und verschüchtert laffen fie fich zu der Tafel führen, stehen arowöhnisch hinter den Stühlen, halten trampfhaft das bißchen Gepäck fest Kisten und Kartons, Papiergeweberudsäcke und abgefchabte Schulmap en meiſt, felten Roffer und sehen sich langs fam, als wollten sie nicht glauben, daß, diese Tafel für sie gedeckt sei. Und selbst nachdem sie sich gesetzt haben, lassen die meisten den Blid nicht von der Ede, in die fie das Gepäck auf Geheiß gestellt haben, als fürchteten sie, daß jemand das Wenige, das sie mitges bracht haben meist ist es das Beste noch stehlen würde. Bei gutem Tee mit Zucker und Sahne( soviel jeder nehmen will) und Weißbrotschnitten mit Butter von der Kuh und nicht von einer Margarine-.- G. tauen sie auf. Und zeigt ihnen jemand, daß er Deutscher ist, ihre Heimatstadt sogar fennt, so erzählen sie und fragen, fragen, findlich, angstvoll oder nafeweis.( Dann sind es Berliner oder Hamburger.) Es geht wie der graue Hauch jahrelanger Not und jahrelangen Darbens von ihren Gesprächen und Fragen aus; es scheint das Kleid eines dumpfen, unendlich schweren Schicksals zu fein, das aus ihren dürftigen, fadenscheinigen, geflicten, oder aus Mutters oder Baters beftem ausgewachsenen Beug mühsam zu anständiger Kleidung zu fammengeschneiderten Anzügen spricht. Und die ersten Bemerkungen zueinander find immer: sieh mal, bas viele Licht, und wie warm es hier ist, und das weiche Brot und das ist gute Butter... Und wenn das eine oder andere kind heimlich, verstohlen ein paar Stücke Zucker oder ein Brot in der Tasche verschwinden fäßt, fo ist es wie eine furchtbare Anflage der Kindesseele, die gepeinigt wurde seit Jahren von der Angst, nicht, niemals fatt zu werden. Aus allen Gegenden Deutschlands tommen sie hierher, aus allen Städten, lebende Zeugen der deutschen Not, aber auch lebendes, warmes Blut, Kinder mit findlichem Gebaren. ein Brot. Da find in einem Transport zwei sehr schmud gekleidete Mädchen, Beamtentöchter aus Braunschweig. Hört man, welche Stellung ihr Bater bekleidet, fo meint man, fie wären zu unrecht mitgekommen; ein Blick in die fahlen Gesichter mit den müden, tiefliegenden Augen helehrt eines Befferen. Sie halten sich steif zurück von den schlechter Gefleideten rechts und links von ihnen und nehmen zaghaft jedes Wie die Ifingere das ihre aufgegeffen hat und nach einem neven Brot greift, hält ihr die Weltere die Hand fest und mahnt: Mama hat doch aefaat. Du sollst nicht so umbeschriben fein." Als aber der elegante Kellner ihnen mit einem höflichen Vaers go" bie Brotplatte reicht, nimirt sie mit einem damenhaften" Dente an. ( Und ist mit herzhaftem Appetit und nimmt noch ein drittes Mal.) die Und als ihre Nachbarin, das kaum dreijährig ausschauende aber sieben Jahre ist. sehr fadenscheinig und nach Seekrankheit riechende Proletarierkind aus dem Berliner Norden ihr übermüdet und traftlos in den Schoß finft, legt sie ihr bereitwillig das aus " Großväterzeiten stammence Rissen unter, das ihre Eltern mitgegeben, und hält es fest, wie eine Mitter ihr Kind. * Begleiterinnen wollen ihnen Tee reichen; sie trinken nicht. Bor ihnen stehen die appetitlichsten Butterbrote; fie greifen nicht zu. Nur schlafen, schlafen. Endlich bringt warme Milch fie so einigermaßen hoch, aber auf alles Zureden hat die eine nur die grauenhafte Antwort: In wenn wir zuhause kommen, geht die Hungerei ja dech wieder los.. * -OW Man könnte so weiter schildern. Stunden und Stunden, Celte auf Seite. Aber ob man jene Chemnizerin nimmt, die bei jedem Atemzuge röchelte und Blutfleden von den Lippen wischte, oder jenen Jungen, der vom Zug zur Straßenbahn getragen wurde, oder jenes Mädel von Essen, das in einem fort meinte, weil es jahrelang tein Buterbrot gehabt", oder den Zehnjährigen, der gleich fragte, ob er nicht für immer dableiben könne, denn Bater hätte ja doch teine Arbeit und könne ihn nicht ernähren immer ist es das eine: die furchtbare Not, immer erwedt es das eine: furchtbare Erschütterung über dieses entfegliche Schicksal einer ganzen Kindergeneration, immer brüllt es auf zu unerschütterlicher Anklage gegen die Gefellschaft, die all dieses zuließ. Und zu furchtbarer Anflage gegen jene deutschen Kreise fassen wir das, wir Deutschen, die wir bei der Ankunft unserer fleinen, feelisch und förperlich zerrütteten Landsleute zugegen find, sehen uns immer schamret um, ob die Dänen nicht hören, was die Kinder ausplappern von Brutalität und Schwelgeret, von Herzensroheit und auch Volksverirrung in unserem Vater lande. Der deutschen Heimat aber fei es gefagt: was an Maferiellem an den deutschen Kindern gefündigt murde, das kann die Hilfe der Fremde wiedergutmachen, die leeren Magen fönnen_aefüllt werden, aber die Seelen dieser Kinder wird nur eine bessere Heimat von allen dem Schweren, was in ihnen liegt, befreien können. Die Fremde fann Erlebnisse geben, und Dänemark wird den meisten Kirdern aus Deutschland ein gutes sein, aber die Heimat nur fann dieses Erlebnis entwidein zur Seelengefundung. Er ist andern Schlags, der Hamburger Jung', der nach Born holm soll. Lang aufgeschoffen, aber fo, daß man denkt, ein Luftzug müßte ihn umwerfen, schaut er frühreif und trokig in die Welt. Eine dünne Jacke hat er fest bis zum Halfe zugeknöpft, und tnöpft fie auch im warmen Saal nicht auf, weil er feine Wefte darunter trägt, ein sehr leichter Schuhfarton ift sein einziges Gepäd. Als er gefragt wird, ob der Hafen noch steht, und ob der Chi'e- Wolkenkrazer in Hamburg schon fertig ist, bringt er feire Geschichte vor. am Stagerrad gefallen, Mutter seit vier Monaten arbeitslos, pier Geschwister, die noch jünger sind als er. Und mit todernstem Gesicht fragt er, ob er nicht eine Pflegestelle betemmen fönnte, wo er ein paar Mart verdienen könne und ob Pakete nach Deutschland gingen... Bater Nach ziemlich schwerer Ueberfahrt durch den gefrorenen Masnebofund mit steifem Ostwind tommt eine Schar Kinder aus Berlin, Schlesien, Sachsen an. Die Machen haben zum größten Teil noch die grünen Gesichter der Seekranken, ein Neuköllner Bengel aber prahlt: " Oh, als wir mal mit'n Sterndampfer über'n Müngelfee fuhren, war da noch viel größerer Sturm." Seine Nachbarin aus Weißenfee faucht ihn aber an:„ Na, denn möcht' ich dir da jelehen haben, du hast ja am meisten get..." Das ist zwar unparlamentarisch, hift aber. Diefelbe trückt ihm, der nur eine o'te Schulmanne hat, als es zur Elektrischen geht, refolut ihren Pappfarten( Peek u. Cloppenburg) in die Hand und er trägt ihn ohne Murren. Schlimmer Sran find ein paar Sachsenmädel. Die Ueberfahrt weniger als ihre entjehliche, aus jedem Gesichtszug scheinende Unterernährung läßt fie nöllig teilnahmslos in der Ede Ichnen. Die II. Arm sind die deutschen Kinder, frant, leiblich und seelisch. Bom ersten Schritt an auf fremdem Lande verraten sie. daß sie aus einem armen Lande kommen, das nicht die Hälfte des Reichtums hat, den die vom Krieg verschonten Länder felbft ihrem Proletariat bieten. Um so größer ist der Wechsel für die deutschen Kinder, die aus der bittersten Entbehrung noch einigen Stunden oder Tagen Bahnfahrt aehegte und gepflegte Gäfte werden. Wehmütig mirkt darum ihr Gebaren selbst da, wo es findlich naiv ist und die Traurigkeit sieht auch durch das aufgeweckteste Reden der am schnellsten sich zurechtfindenden Berliner Kinder hindurch. jeden ein Handtuch und Seife, und alles Marmor! Da tommi die Berlinerin herangesprungen:" Au, ist das fein! Ich habe mir Kopf und Hände gewaschen. Und da war' ne Frau mit' n Ramm, ta habe ich mir fämm'n lassen. Und ihr' ne Milliarde gegeb'n, die wollte sie aber nich haben. Un( ganz leise) zweimal ha' ich jezogen!" Soweit Blaz ist, schlafen die Kinder in den Schlafkabinen, die übrigen auf den als Schlaffofas eingerichteten Sofas. Zwei Betten fint in jeder Kabine, eins oben, das andere unten. Halbseidene. gelbe Vorhänge vor jedem Bett, der Kabinengang mit dickem Lino( eum belegt, eine Heizröhre hält die Schlafplähe warm. Mit reinem. weißen Linnen sind die Betten bezogen, und die Berliner und Sachjen find wieder im Streit, ob sie auf den reinen Bettbezügen fchlafen dürfen. 3wei sächsische Mätel, Nachbarsleute, fommen mit der Bitte, in einem Bett schlafen zu dürfen. Das hätten sie zu Hause auch getan, immer wenn draußen Krawall gewefen is". Wenig Troft ist es, daß sie, infolge der Enge der Betten, nur in einer Sabine schlafen dürfen, die Eisschollen poltern so gegen die Wänte, da triegt man so n'e Angst". Sehr wichtig ist auch die Frage, wer oben und wer unten schläft, erstens von wegen dem Klettern, zweitens wenn man rausfällt( was übrigens ausgeschlossen ist), und dann von wegen der Seefrankheit.( Denn die Berliner sind sich einig, daß sie alle feetrant werden, wenn die Begleiter das bestreiten pa, tie woll'n urs bloß nich bange machen.) Wartefrau erwischt in der einen Märchentabine ein großes Mädchen, tas ohne ein Wort zu sagen dabei ist, den Bettbezug abzuziehen und sorgsam zusammenzulegen. Der deutschsprechenden Begleiterin erklärt sie altflug, erstens wäten fie nach der langen Reise alle nicht ganz sauber, und dann wenn man seekrank wird? Es fäßt sich nicht bestreiten, die Berliner haben den meisten Lebensmut. Und wenn sie auch noch so sehr die Seekrankheit gehabt haben, sowie sie im warmen Wartescal sizen und die erste Butter ftulle und den ersten wormen Tee hinter sich haben, werden sie mieder feh" und kritisieren mit we'tmännischer Ueberlegenheit alles und jebes. Und wenn sie auch mit Hamburṛern und Bremern zusammen sind, fie wiffen noch der einen Fahrt mit der Warnemünder Fähre besser Bescheid über alles, was mit dem Meer zu fammenhängt, als jene. Und es ist zwar alles aanz schön in Dänemart, aber, wenn Berlin das Geld hätte, würde alles noch ganz enders sein. Defto bedrückter sind die Eachfen, die jetzt kommen. Ihnen hat ich urteile nicht, sondern berichte nur vor allem die Militärherrschaft einen feelifchen Knods. fei es verbitterung unb aß, fei es völline Gleichgültigkeit oder nervöse Angst, gegeben. Der Gegenfah zeint sich om schärfften bei den Kindern, die auf den Lurusdampfern des dänischen Fäderdierftes nach Bornholm fahren. Sind die Berliner in der Elektrischen, die die Schar vom Bahnhof aum Heien bringt, fprinaleberdia, franen sie noch all und jedem. fo finden sich die übrigen noch lange nicht zurecht. Ihnen find die autobelebten Straßen mit hen strahlerden Schaufenstern, die Licht. reklamen und die Schöffer und Kirchen, die maffia und hoch vorübergleiten, mehr angsteinflößend als Neugierde wedend. Die Berliner fragten, die meisten staunten schweinend, awei, drei ganz Verschüchterte weinten, so ging ein Transport eines Abends zum Lurusdampfer noch Bernholm. Das Schiff lag hoch und breit, aus allen Lufen Licht strahlend, om Kai wie det Wintermärchen" an de Jannowizbrücke, bloß des hot keine fears Rettungsboote, versicherte eine Neuköllnerin. Eine Sächsin aber zitterte:" Sechs Rettungsboote, das ist doch, wenn wir untergehen, zu wenig." Die Bornholm- Kopenhagener Dampfer sind berühmt in Dänemark regen ihrer prachtvollen, geradezu luguriöfen Einrichtung. Sie blikten vor Sauberkeit. Bornehme braune Täfelung umfing die Kinder, a's fie, nach einem Blick auf einen Damenfolo voller schwellender Bolster, die mehr ein Schloß als einer Schiffstreppe gleichenden Stufen nach den Kabinen hinunterstiegen. Der Raum vor den Kobinen ist teppichbe eat, weiche Plüschsofas laden zum Ausruhen ein, brette geschliffene Spicnel sind gewohnt, frohe, wohlhabende Bategäfte zu spiegeln. Die Berliner rätelten sich längst auf den Bolstern, a's die Sachsen ch mißtrauisch herumftanden und ein Junge finster hervorstieß:„ Das ts ja doch bloß für die Schieber." 3mei Mädchen, eine Berlinerin und, von ihr geführt, eine Rieine aus Mittweida, müssen zur Toilette. Auffallend rasch ist die Sächsin wieder ta, nur mühsam bringt die Führerin des Transportes aus ihr heraus, daß sie sich nicht hineingetraut hätte, ta wäre ja für Die Baar nach Paar fommt ins Bett, wobei einige fich nur aus ziehen, wenn die Begleiterin nichts sieht, und die Bettdecke bis zum inn hinaufziehen mohi weniger aus Brüderie, als weil fie sich ihrer schlechten Wäsche schämen. Natürlich fehlen die beiden größten Berliner Jungen und werden in eifrigem Berhandeln mit einem Matrofen getroffen, der sie faum versteht. Sie hatten die Absicht, die leberfahrt auf der Kommandobrüde mitzumachen.( Ein andermal hatte einer tem Steward, den er für den Kapitän hielt, mit allen Mitteln flatmachen wollen, daß er fofort als matrose an geheuert werden müßte.) Schließlich ist aber die Müdigkeit größer als alle Abenteuerlust, und als das Schiff vom Kai löft, schlafen und träumen fie alle, die Wengstlichen und die Selbstbewußten, die Schüchternen und die Lauten. Nur einmal noch wird das so trübe Schicksal mach, als ein Mädchen heimlich hinausschleicht und sich seinen Koffer mißtrauisch in das Bett holt. So fährt der Dampfer hinaus in die Ostsee, stolz und ruhig, die Eisscholen zur Seite schiebent, in seinem Leib deutsche Kinder, die in der Fremde suchen, was ihnen die Heimat nicht geben kann, Brot und Gesundheit. Möwen und Mildenten, unzählige, ruhen wie Schneeballen auf Dent Eife der Kopenhagener Binnenseen, von sonnigem Sommer mit viel, vie. Nahrung träumend. Und tagsüber freisen sie ruhelos, dicht geworfenen Bissen Nahrung, sammeln sich aus allen Gegenden um über den Häuptern der Menschen, fangn im Flug jeden in die Luft Die wenigen nicht gefrorenen Warmwasserstellen, nahrung und märmegierig. Deutsche Kinder, unzählige, schlafen in fremben Betten unb träumen von einer besseren, reichen Heimat. Flattern hilfeheischend in die Welt hinaus welche Propaganda, welches Wort, welche Schrift fann erschütternder, anklagender sein als dieses Los, tann stärker aufrufen zu befferer Weltordnung als diese hungernden Kinderkörper, Kinderscelen. Wenn Menschen schweigen, sollen die Rinder reden, wo die so flugen Erwachsenen schwiegen. Steine reden, hieß es; nun aber ist bittere Wahrheit, daß die B. B.. Verlangt die guten CALMON Calmon CALMON HANSA Gummiabsätze BORG 116 BERLIN BORG BGLITZ Seit 30 Jahren beliebte Marken Stambul rund No 18 gold J. B. gold Mondain gold Wassersport gold Georgette gold HAMBURG Balticum gold Lemedin gold DANZIG ZIGARETTEN In Deutschland hergestellt Aufgeschlagene Form Zephir gestreift. für Halbschuhe Damen, Roß- Chevr.. 695 bequeme Form......... Paar für Damen, Blusen u. Oberhemden. Meter 1.25 braun. runde Form..... Paar Billige Preise Kleiderstoffe Musseline Baumwolle, 1.25 neue Muster....... ....... 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