Nr.95 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 47 Bezugspreis: Böchentlich 70 Golbpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmaz! pro Monat. Boft. bezugspreis für Februar 4,- Goldmt. -WO Der ,, Borwäris" mit der Gonntags. beilage ,, Bolf und Reit" mit., GiedJung und Aleingarten". fowie ber Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Gozialbemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. agile 0,70 Goldmart. Reilamezeile 8.50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedrudte Wort 0,20 Golb mar?( auläffig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Work 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmar! jedes meitere Wort 0,05 Goldmart, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Brattisch würde das bedeuten, daß die Polizeigewalt zwar bei den Landesregierungen als aus führende Instanz liegt, aber Herr Jarres anstelle des Generals Seedt tritt und jederzeit Gelegenheit hat, unter Bezugnahme auf den Art. 48 der Reichsverfassung den Ländern in jeder Beziehung Schwierigkeiten zu machen. Dieser Blan des Kabinetts ist politisch ebenso schädlich und gefährlich, wie der bisher unter großem Kostenaufwand aufrechterhaltene Ausnohmezustand. Deshalb ist anzunehmen, daß die Absicht, den zivilen Ausnahmezustand zu verhängen, noch viel Sturm im Lande hervorrufen wird und die Leidenschaften erneut auf peitscht. Wir protestieren jedenfalls schon jetzt gegen den Plan, einen längst überflüffigen Zustand nur halb abzubauen und infolgedessen die bis heute bestehende Rechtlosigkeit in Deutschland fortbestehen zu lassen. Der Ausgang der heute im Reichstag beginnenden großen politischen Aussprache ist vorläufig noch vollkommen ungewiß. Sicher ist vorläufig nur, daß die Sozialdemokratie feineswegs daran denkt, sich der Auffassung des Nabinetts Marg über die Behandlun der Notverordnungen anzuschließen. Es ist deshalb anzunehmen, daß eine Anzahl Mitglieder aus den Reihen des Zentrums und der Demokraten, vielleicht auch der Bolts partei, für die Abänderungs- bzw. Aufhebungsanträge der Sozialdemokratie stimmen wird, so daß die Regierung ernst. haft überlegt, auf welche Art sie das vermeiden fann. Tat fächlich hat sie hierzu allen Anlaß, denn, falls die Abstimmunsen über die sozialdemokratischen Anträge auch nur teilmeise zu einem positiven Ergebnis führen, würde das in einem gewissen Sinne den Zerfall der Regierungstoalition bedeuten. Die Ueberlegungen laufen deshalb darauf hinaus, wie es möglich ist, nach außen hin die Einigkeit der Koalition zu wahren, trotzdem aber den Reichstag nach Hause zu schicken. Die Oberbürgermeister- Gruppe im Kabinett soll deshalb im Augenblick nicht mehr so stritte wie bisher an der Auffassung über die Behandlung der Verordnungen festhalten, sondern den Plan hegen, über ein Vertrauensvotum den Reichstag zur Erledigung zu bringen. Die Herren gehen von der Tat: fache aus, daß die Regierung Marg ein Minderheitskabinett ist und in Anbetracht der Haltung der Deutschnationalen und Im Reichswehrminifterium fand am Montag nachmittag eine der Sozialdemokratie ein Bertrauensvotum ohne weiteres ab Aussprache zwischen dem Reichswehrminifter dem Reichsinnenmini gelehnt wird, wenn die Linke und Rechte des Hauses vollster, dem fächsischen Ministerpräsidenten und dem sächsischen zählig anwesend ist. Aber auch gegen diesen Plan wenden sich Innenminister über den Ausnahmezustand statt. Die Berern tha te bürgerliche Politiker, die gegenwärtig aus außen treter Sachsens legten gegenüber der Auffassung der Reichsregierung, politischen Gründen Gegner von Neuwahlen sind und erst die den militärischen Ausnahmezustand durch den zibilen Ausnahme. wihlen laffen wollen, wenn die Wahlen in Frankreich statt zustand ersehen will, ihre Meinung dar und unterbreiteten der gefunden haben. Reichsregierung gewiffe Antrage, mit denen sich das Reichs tabinett noch im Laufe des Abends befaßt hat. Wie wir erfahren, besteht auch bei der Reichsregierung nicht die Abficht, Sachfen anders zu behandeln, als die übrigen Reichsteile. Belcher Art die Beschlüsse des Reichsfabinetts sein werden, ist bisher nicht bekannt. Welche Richtung innerhalb der Regierung bzw. ben bürgerlichen Parteien fiegt, bleibt also vorläufig abzuwarten. Jedenfal's stehen harte parlamentarische Rämpfe bevor. Sie dürfen sich nicht nur auf die mit Hilfe des Ermächtigungsgefeßes ausgeübte Tätigkeit der Regierung beschränken. Im Die Anklage gegen Hitler und Ludendorff. Heute beginnt in München der Hochverratsprozeß gegen| Dember erst ermöglichte, indem er als politischer Führer des Bundes Hitler, Ludendorff und Genossen. Die Anklagefchrift sucht von vorn Oberland" das Gewicht diefes Bundes zugunsten des Unternehmens herein die harmlosigkeit der Handlungsweise des ehemaligen Generalstaatskommiffars v. Ra hr sowie des Landeskommandanten v. Lossow, auch des Herrn v Seißer, zu erweisen. Dabei ergibt fich aus den beigebrachten Tatsachen, daß Kahr und Lossow lange Zeit ver dem Butsch mit Hitler und seinen Anhängern in Verbindung ftan den und über die Einzelheiten des Unternehmens genau unterrichtet waren. Sie haben nichts getan, was den Butsch im Entstehen hätte verhindern können, haben vielmehr noch bestehende republika nische Schugorganisationen bewußt zerstört. In den letzten und wichtigsten Abschnitten befaßt sich die Anlageschrift mit ter besonderen Schuldfrage der einzelnen Angeklagten. Adolf Hitler wird als die Seele des ganzen Unternehmens bezeichnet Er habe den Blan zu dem Unternehmen entworfen, fich bei der Ausführung an die Spitze gefeßt, den Sturz ter Regierung im Reich und in Bayern erklärt, immer neue Aemter verteilt und für sich selbst die oberste Leitung der Reichspolitik allein in Anspruch genommen. Er sei bemüht gewesen, das Unternehmen zu feftigen und zu erweitern und es auch dann fortzuführen, als ihm die völlige Aussichtslosigkeit vollkommen flar fein mußte. Bei General Ludendorff sei die Annahme begründet, daß er über das für den 8. November geplante Unternehmen schon vorher genau unterrichtet war. Bon der gewaltsamen verfassungswidrigen Art des eingeleiteten Unternehmens habe er sicher spätestens am Abend des 8. November Kenntnis erhalten, als er mit Kraftwagen abgeholt und zum Bürgerbräufelier gebracht wurde. Er jei auch sogleich auf die Seite des Unternehmens getreten und habe sich als Führer der neu zu bildenden Nationalarmee betätigt, indem er Vorschriften über Grenz chuß, Eingliederung der nationalen Berbände in die Reichswehr erließ, den Befehl an Hauptmann a. D. Röhm gab, das Wehrtreistommando mit seinen Leuten besetzt zu halten und sich Jchließlich an die Spitze des Zuges in das Stadtinnere stellte. Von dem Rat am Obersten Landesgericht München, Ernst Boehner, behauptet die Anflage, daß er schon einen Tag vorher von dem Plan Hitlers wußte. Ebenso habe der Oberamtmann bei ter Polizeidirektion München, Wilhelm Frid, sich vorher schon bereit erklärt, für den Fall einer völligen Erhebung den Posten eines Polizeipräsidenten in München anzunehmen. Auch habe er von den für den Abend des 8. November geplanten Ereignissen Rennmis haben müssen. Bon Dr. Friedrich Weber fagt die An flege, daß er die Durchführung des Unternehmens vom& No. in die Wagschale warf. Hauptmann a. D. Ernst Röhm wußte schon am 7. November von dem geplanten Unternehmen und war derjenige, der das Wehrkreisfommando im Auftrage ter neuen Machtheber belegte. Oberleutnant d. R. Wilhelm Brudner veranlaßte die Mobilmachung des nationalsozialistischen Regiments, Leutnant Turner die Alarmierung der Infanterieschule zugunsten des Unternehmens, Oberstleutnant Kriebel war der militärische Führer des Kampfbundes, Cieß Geschüße auffahren, und Oberleutnant a. D. Pernet( der Stiefsohn Ludendorffs) war als Berbindungscffizier zwischen den einzelnen Bersönlichkeiten und Befchis stellen vor und während des Unternehmens tätig. Die Anklagefchrift stellt schließlich fcft, daß die Beschultigten, geflüßt auf bewaffnete Machtmittel, im bewußten Zusammenwirten es unternommen haben, die bayerische Regierung und die Reichsregierung gewaltsam zu beseitigen, die Verfassung des Deutschen Reiches und Bayerns gewaltsam zu ändern und eine verfassungswidrige Regierungsgewalt in Bayern und im Reiche aufzurichten und daher die sämtlichen Angeklagten des Hochver rats zu befchuldigen feien. . München, 25. Februar.( Eigener Drahibericht.) Nunmehr find auch die iechnischen Vorbereitungen in der Infanterie schule, in der der Bubendorff Hitler Prozeß am Diens tagvormittag beginnt, vollendet. Die Angeklagten, soweit fie ir haft find, wurden bereits in das Gebäude übergeführt. Außer Saft befinden sich bekanntlich Ludendorff, Poehner, Wagner und Bernet. Bon den in der Infanterieschule untergebrachten sechs Angeklagten hat jeder ein Einzelzimmer, das ihm während der ganzen Dauer tes Prozesses als Unterkunft dient, so daß die aus verschiedenen Gründen richt unbedenklichen jeweiligen Transporte vom Untersuchungsgefängnis zum Gerichtsgebäude in Wegfall fommen. Der Verhand. lungsraum ist zum Aufenthalt von rund 200 Personen hergerichtet: 8 Gerichtspersonen, 10 Angeflagte, 11 Berteidiger, 12 Bewachungsmannschaften, 50 Zeugenpläge, 60 Journalisten und 50 Zuhörer Die Anforderungen nach Breffefarten haben sich in den beiden letzten Tagen noch außerordentlich vermehrt. Die Zahl von 300 ist überschritten. Dabei haben sich mehr ausländische als deutsche Zeitungen gemeldet. Unter den gugelaffenen Ausländern befinden sich feine Franzosen. Solche haben sich in den letzten Tagen wohl noch gemeldet, fonnten aber nicht mehr berüdsichtigt werden. Die Ber handlungszeit ist festgefeht täglich von 49 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devofitenkasse Lindenstraße 3 Neuproletariat. Bon S. Aufhäuser. Die tapitalistischen Unternehmer und ihre politischen Diener, die bürgerlichen Parteien, führen zurzeit in Deutschland ihren Klassenkampf gegen die Arbeiter, Angestellten und Beamten nicht ohne Erfolg. Die außenpolitischen Schwierigfeiten, die nach Aufhebung des paffiven Widerstandes entstandenen Uebergangsnöte, die Finanznct des Reiches und der Ausnahmezustand erschienen der Reaktion als die geeig neten Voraussetzungen, um gerade jetzt den großen Schlag der Gegenrevolution zu führen. Zieht man weiter in Erwägung, daß auch die taktische Haltung der kommunistischen Parteileitung in ihrer Wirkung einer Begünstigung der bürgerlichen Barteien gleichkommt, so beruht die heutige Machtstellung der deutschen Reaktion auf dem Zusammentreffen einer Reihe von Augenblidsporteilen, ohne daß man an ein lenges Leben dieser reaktionären Treibhauspflanze zu glauben vermöchte. Diese Gegenrevolution fällt in die Zeit der fintenden Ronjunttur und sie ist schon deshalb in ihrer Dauer begrenzt. Vor allem aber sollten uns die derzeitigen Gewaltstreiche der wirtschaftlichen und politischen Scharfmacher nicht dor über hinwegtäuschen, daß in diesen Kämpfen der Klassen in legter Linie die soziale Struktur der gesamten Berölterung von entscheidender Bedeutung sein wird. Alle Unfreiheit der Arbeitnehmer, alle Rechtsbeugung und all der tapitalistische Terror unserer Tage sind im Grunde genommen Berfallserscheinungen des Kapitalismus. Für eine Politik der großen Linie wird sich aber auch in Zukunft die gesellfchaftliche Schichtung der Bevölkerung, ihre berufliche Gliederung nicht ausschalten lassen. Wenn wir so anerkennen, daß die wirklichen sozialen Machtfaktoren in der Bahl der arbeitenden Menschen, ihrer Intelligenz, ihrer Bildung und ihrer Organisation gegeben sind, so sind heute in Deutschland die Voraussetzungen für eine neue und große Machhentfaltung der Arbeiterklasse vorhanden. Das Schwergewicht der Industriebevölkerung ist nach dem Kriege verstärkt worden, die bei der Berufszählung 1907 noch aufgeführte Gruppe der beruflosen Selbständigen( Reniner, Pensionäre usw.) ist nach der Inflationsperiode fast refilos in die Gruppe der erwerbstätigen Arbeitnehmer übergegangen. Die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht ( Herablegung der Heeresstärke von 800 000 auf 100 000 Mann) hat gleichfalls die Armee der Arbeitnehmer verstärkt; viele Angehörige aus der Gruppe der freien Berufe sind heute An gestellte oder Arbeiter. Der Kapitalismus hat, ökonomisc gesehen, die Zahl feiner natürlichen Gegner ungewollt und Boltsgenossen enteignet und proletarisiert doch ungeheuer vermehrt, indem er Millionen von hat. Diefe Umschichtung bedeutet eine gewaltige Machtfülle der proletarischen Schichten in Deutschland, sobald sie entbund" der bürgerlichen Parteien gleichfalls eine flaffenmäßig schlossen sind, sich gegenüber dem tapitalistischen Ordnungsorientierte geschloffene politische Vertretung zu geben. steht darin, daß die bürgerlichen Parteien von den neuDie augenblickliche, trügerische Stärke der Bourgeoisie beproletarischen Schichten der geiftigen Arbeiter, der Angestellten und Beamten noch vielfach geftüßt werden. Die Bölkischen betreiben ihre Agitation unter diesen Schichten, indem sie gegen den Margismus wettern und doch täglich dort ihre geistigen Anleihen machen. Im Gründungsprogramm der nationalsozialistischen Arbeiterpartei heißt es heuchlerisch:" Wir wollen ehrlichen und wahren Sozialismus". Die bürgerlichen Parteien werden auch gestützt durch zahllose Neugründungen, die fich bald Republikanische", bald„ Arbeitnehmer", bald Gewerkschaftsparteien" nennen, aber fämtlich die Bekämpfung des Sozialismus und seiner Vertreterin, der Sozialdemokratischen Partei zum Ziel haben. " " T 97 Reine„ Dogmen", teine„ Endziele", feine Weltonschauung", sondern mur noch Tagespolitik für die Bohlfahrt der Arbeitnehmer", so wird versucht, die eben vom Kapitalismus in den Abgrund gestoßenen Neuproletarier zu sammeln, um sie fofort wieder als Schußtruppe ihrer Klassenfeinde zu organisieren. Denn wenn jetzt von solchen ,, Arbeitnehmerparteien" unter den Angestellten die politische Erziehung in dem Sinne geleistet wird, daß nur noch die Auswüchse des Kapitalismus zu bekämpfen feien, gleichzeitig aber forgfältig jede grundsätzliche Stellung zur fapitalistischen Gesellschaftsordnung als Ganzes vermieden wird, so droht den Kopfarbeitern eine gefährliche politische Verflachung. Es ist das dasselbe falsche Spiel, das die Retter der geistigen Kulturschicht" mit den Intellektuellen treiben, die den Redakteur der Deutschen Tageszeitung" für berufen halten, den durch die Inflation verelendeten geistigen Mittelstand wieder besseren Zeiten zuführen zu wollen. Den Kopfarbeitern ist nur zu helfen, wenn sie bereit find, in Gemeinschaft mit der gesamten Arbeiterklasse endlich mit den Nugnießern ihrer Not Abrechnung zu halten. Die Inflationswirtschaft war der Bürgerkrieg der Sachwertbefizer gegen alle Deutschen, die von ihrem Arbeitseinkommen leben S müffen. Die jeßige Sanierungsaktion der bürgerlichen Bar| standalöfe und völlig gefeßwidrige Berhalten des Stubbendorff nicht telen bringt wiederum feine Aufwertung aus dem Entwerfchweigend hin. Er wurde kurzerhand von seinen Aemtern sus tungsprozeß der Mark zugunsten der Allgemeinheit und der pendiert. Aber Stubbendorff müßte bein Deutschnationaler und verarmten Träger der Inflationssteuer, sondern erneut Be- Landbündler sein, wenn er fich dadurch hätte abschreden laffen, zu reicherung der kleinen Gruppe von Sachwertbesitzern, die be- noch ungefeßlicheren Mitteln zu greifen. Er ließ durch den Landreits einmal ihre Inflationsgewinne bezogen hat. bund Rundschreiben verbreiten, deren Zie! es war, den Berwal Die Festigung der Währung, die Balancierung des tungsappart ftillzulegen. Tatsächlich fanden sich auch Reichsetats und die Ingangsetzung der Produktion, alle diese bereits einige landbündlerische Amts-, Guts- und Gemeindevorsteher, Probleme entbehren noch einer soliden Lösung, weil jeder die ihre Aemter niederlegten" oder als mittelbare Beamte in den gemeinwirtschaftliche Ansah als eine Konzession an den Streit traten. Auf eine Berwarnung des Landrats fiel Marrismus verpönt ist. Das Elend der Nichtsachwertbefizer den mannhaften Deutschnationalen aber das Herz in die ist damit, d. h. mit dem System dieser überholten Birt 5ofen. Sie nahmen die Arbeit wieder auf, und sogar der schaftsform unlösbar verknüpft. Sie müssen sich zusammen. Stubbendorff ließ verbreiten, er sei wieder in Gnaden auffinden unter der Barole:" Nun erst recht Sozialismus!", genommen. nicht nur als Endziel, sondern auch als Richtschnur für die beutsche Tagespolitif. Die Angestellten, Beamten, die freien Berufe, zahllose Rentner und Kleinbürger haben es in der Hand, ihre proletarische Schicksalsgemeinschaft zu schließen, ihren einheitlichen politischen Willen erfolgreich zu befunden Ihre ökonomische Erkenntnis, ihre daraus folgende ideologische Einstellung braucht das deutsche Volk, um den festen Blod der Nichtsachwertbesitzer zu schmieden. Er allein kann die Rettung der deutschen Kultur und den Aufbau der Wirtschaft bringen. Die Neuproletarier stehen deshalb vor der floren Entscheidung: Bürgerlich abwärts oder sozialdemokratisch aufwärts! Unterm Druck der Landstraße. Die Kandidaten des Landbundes. Der Borstand des Reichslandbundes hat am Montag sich mit ben Reichstagswahlen beschäftigt und folgende Entschließung gefaßt: Der Gesaminorfand des Reichslandbundes macht es den angeschlossenen Verbänden zur Pflicht, bei den kommenden Wahlen bas Verfahren einzuschlagen, das die größte Wucht und Ge fchloffenheit des Reichslandbundes zur Geltung bringt. Die von ben Landbünden aufgestellten Kandidaten sollen durch Unterschrift sich dahin verpflichten, daß sie bei ihrer Tätigkeit als Abgeordnete mit dem Landbund in engster Fühlung bleiben, bei allen Abstimmungen den Landbundgedanken vor die Partei stellen und den Weisungen ihres Landbundes folgen. Nach der Berfaffurg find die Abgeordneten Vertreter des ganzen Boltes und haben von teiner Geite Weisungen" entgegenzus men. Ia der Landbund von seinen Kandidaten Berpflichtungen fordert, die der Verfassung zuwiderlaufen, so mürden die Mandate wahrscheinlich ungültig werden. Aber das macht nichts, die Kandidaten werben unter den Drud der wie heißt es doch im deutschnationalen Dialett?-Straße gefeßt, was in diesem Falle der Druck der Landstraße ist Gegen Gesetz und Ordnung. Denticnationale legen die Verwaltung lahm. Eine besondere Blüte der Deutschnationalen ist Herr Stubben borff, bis vor furzem Amisvorsteher und Kreisausschußmitglied des Kreises Westprignig. Diese treue Stüße feines Staates hatte schon früher verstorbener Bruder auf der Seite der Liberalen fand und bis zu seinem Tode ein von allen Seiten anerkann ter sozialdenkender Mann blieb. Der Zufall hat es gefügt, daß den Landbundführer gerade in Dels der Tod ereilte. als er eben seinem jetzigen Berufsgenossen, dem früheren Kronprinzen, einen Besuch abstattete. „ Landesverrat". Eine Glanzleistung, der Justiz. Bon der 5. Straffammer des Reichsgerichts wurde der aus aß- Lothringen gebürtige 32 Jahre alte Feilenzieher Alois Hügel wegen Landesverrats zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Dem Urteil lag nach einer Darstellung der Neuen BeipBiger Beitung" folgender Sachverhalt zugrunde: Das mag ber dringende Wunsch Stubbendorffs sein, er ent spricht den Tatsachen aber in feiner Weise. Unserer Meinung nach Hügel fam als Angehöriger eines hessischen Infanterieregiments fann auch gar feine Rede davon sein, daß der deutschnationale Ge bei Kriegsausbruch an die belgische Front und wurde durch einen khesaboteur und Streifführer der Verwaltungsbeamten wieder an feinen Bosten zurückkehrt. Die Verwaltung muß von derartigen Ropfschuß schwer verwundet. Am 30. Mai 1915 wurde ungetreuen Beamten gefäubert werden, und wenn der militä. der junge Mann, der inzwischen an die russische Front geschickt rische Ausnahmezustand einen Sinn haben soll, dann hat werden war, als einer der wenigen lleverlebenden eines Infanterieer gegen Bersonen in Erscheinung zu treten, die wie Stubbendorff regiments von den Russen bei Bania gefangen genommen. und Konsorten aus persönlichen Gründen den Berwaltungsapparat Im Laufe feiner Gefangenschaft wurde Hügel mit anderen lahmlegen. Was den Separatisten in der Pfalz nicht erothringern in ein Lager geschafft, von wo sie zur Einreihung laubt ist, darf den Landbündlern in Preußen nicht erlaubt in die französische Armee auf dem Seewege nach Frankreich transwerden. Nationalistische Ausschreitungen. Halle, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Pfalz fundgebung zu Halle, deren Borbereitungen durch wohlwol tende Haltung ber hiesigen Parteiortsgruppe und der freien Gemertsaften erleichtert worden war, führte am Sonntag zu unange nehmen Ausschreitungen nationalistischer Elemente. Angehörige der reaktionären Verbände, zum Teil in Friedensuniformen, zum Teil mit dem Abzeichen der verbotenen Rational 1ozialistischen Partei, beteiligten sich an den Saalveranstal, tungen und den Geldsammlungen. Unter der Boraussetzung strengster politischer Neutralität war auch der Boltspark mit seinem großen Saat für eine Proteftfundgebung freigegeben worden. Der Saal wurde vorzeitig von mehreren Zügen Inüppelbewaffneter Stahlh Imabteilungen befeßt, die das Mobiliar, Tische und Stühle teilweise zerschlugen, wertvolles Inventar, wie Rannen und Gläser, zerbrachen, Bettel mit aufreizendem Inhalt anklebten bzw. verteilten, sowie Andersgesinnte verprügelten. Die Polizei mußte mit blanker Waffe gegen die„ nationalen" Herrschaften vor. gehen. Bezeichnend ist ein Versuch intereffierter Preise, anscheinend der berüchtigten Stahlhelm- Pressestelle, durch ein Telegramm an portiert werden sollten. Man befah! ihnen, russische Unis formen anzuziehen. Die meisten von den 3000 Lothringern fügten fich, Hügel mit 250 Gesinnungsgenossen weigerte sich und erhielt dafür eine 30tägige Arreststrafe. In Frankreich hatte er darauf wegen dieser Haltung viele Schifanen zu ertragen. Man nahm ihm die deutsche Uniform. Von der französischen Ausrüstung. die er erhielt, entfernte er die blauweißrote Kokarde und erhielt dafür wieder eine Arrest strafe. Nachdem er es abgelehnt hatte, für Munitionsfabriken zu arbeiten, wollte man ihn an die Front schicken. Wieder Weigerung und Arrest. Es folgte eine zweijährige Gefangenschaft im Diszipli narlager Monistrol. Das brachte ihn soweit, daß cr zwar bei der Weigerung, an die Front zu gehen, blieb, sich aber immerhin bei ber Schwarzenausbildung verwenden ließ. Als er sich später nochmals weigerte, an die Front zu gehen, wurde er mit einer fünfjährigen Gefängnisstrafe unter Bewährungsfrist bestraft. 3m September 1919 wurde er wegen Ers holungsbedürftigkeit entloffen, im Oktober des folgenden Jahres tehrte er nach Deutschland zurück und heiratete das Mädchen, das er beim Eintritt in das deutsche Heer fennengelernt hatte. Wenn Hügel nunmehr nach dreijährigem Aufenthalt in Deutsch land zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt wird( 9 Monate hat er bes reits in Unterfuchungshaft gefeffen), so hat er das einer Denuns die Leipziger Neuesten Nachrichten" die Ausschreitungen des Stahl- ziation eines Freundes“ zu verdanken, dem er sein Schickfol anvers helms im Bolfspart" als fommunistische Störungsvertraute. In der Begründung des Reichsgerichtsurteils heißt fuche hinzustellen. Tatsächlich ist inzwischen einwandfrei festge- es, daß ein deutscher Soldat fich durch nichts bestimmen lassen dürfe, stellt worden, daß Angehörige der ehemaligen KPD im Boltspart" Dienste, die den deutschen Kaiser(!). das Heer und das Land in überhaupt nicht anwesend waren. d Abgeordneter Roefice gestorben. Breslau, 25. Februar.( Eigener Drastbericht.) Der Vorfigente borf, ist am Montagvormittag auf einer Reise zur Tagung des Reichslandbundes in Breslau einem Schlaganfall erlegen. Gefahr bringen fönnten, zu leisten. Indes feien zehn Jahre Zuchte haus eine ausreichende Strafe, auch fönne man in Anbetracht dessen, 3won daß der Berurtei'te fein Verbreden mehr unter Zwenn als aus schlechter Gesinnung herous bevangen habe, von einer AbertenDie ganze Geschichte flingt so abenteuerlich, daß man versucht ist, sie für ein Märchen zu halten. Jedenfalls muß man vers langen, daß in der Deffentlichkeit eine Klarstellung dieser An gelegenheit erfo'gt. die in der vorliegenden Form wie eine Ber. höhnung des Rechts anmutet. es fich zur Aufgabe gemacht, das Seine zur Sabotage der bes Reichslandbundes, Reichstagsabgeordneter Soeiide Göre, nung ber bürgerlichen Ehrenrechte absehen(!). preußischen Berwaltung beizutragen. Als Spezialgebiet hatte er sich die Unterhöhlung der Landtrantentassen gewählt. In der Zeitung Der Brigniger" forderte er öffentlich bazu auf, alle Zahlungen an die Landkrantentassen, jede Sisten führung und alle An- und Abmeldungen einzustellen. Er befand sich damit, in Kampfgemeinschaft mit dem 2andbund eft. prignig, der in einem Rundschreiben vom 23. Dezember p. 3. in diefelbe Kerb schlug. Daß sich der„ Amtsvorsteher" Stubbendorff der Tragweite feiner Handlungsweise durchaus bewußt war, atteftieret er in einer öffentlichen Rebe, in der er mörtlich sagte: „ Der Landbund hat hier zum erstenmal mit Bewußtsein einen Kampf gegen eine gefehlich bestehende Einrichtung geführt." Selbstverständlich nahm die preußische Regierung das Der Radiowahlkampf. Bon Friz Müller, Chemnig. Nur noch acht Lage trennten uns von den Reichstagswahlen. Zum erstenmal bebiente man sich eines neuen Kampfmittels, der Radiowahlpropaganda. Man fonnte in ein Wirtshaus, in einen Laben, in ein Amt, in eine Wartehalle, ja fogar in eine Bedürfnis anstalt eintreten und war nie sicher, daß einem eine Art Geifters Stimme zurief:„ Wählt. bamm Sclbst turch den Lärm ber Straßen tönten ab und zu solche Rufe. Nie hatten die Firmen, die Radio' preche und hörapparate her. ftellten, fo gute Geschäfte gemacht wie jest, und die Abgabe auf tie Upparete, in die fich Reich, Staat und Gemeinte teilten, brachte Stiefenfumnien ein. Sogar die Kirchen waren mit Radioanfchiuß verfehen. Aber auch viele Haushaltungen hatten sich Apparate ge tauft oder geliehen. Un deni Radiofampf war ich persönlich beteiligt. Diesmal mußte ich nicht schon nach Tisch zum Bahnhof jagen, stundenlang auf der Bahn oder auf langweiligen Umsteigestellen mich langweilen, meilenweibe Wege zum Versammlungsort zurücklegen, schwißen, vom Regen mich durchnäffen lassen, in verqualmien Sälen mich heiser schreien, eine Tracht Prügel riskieren, in später Nacht- oder früher Morgenane ben Heimweg antreten usw. usw. Ich fonnte vielmehr alles Hause erledigen. Db ich mich an den Schreibtisch oder in der Ede jezen oder ob ich es mir auf der Chaiselogne bequem machen mollte, war ganz in mein Belieben gestellt. Die Apparate bewirften in meiner Wohnung feinen großen Umfturz. Bei der Standuhr befand sich ein Gestelle mit einigen Fäden. Die belden Sprechapparate mit anhängendem Hörer waren nicht größer als ein Tischtelephon. Der offizielle Mast zum Weiterbefördern meiner Borte ragte auf dem Kütenbalton in die Höhe. Ein nicht gemeldeter Most, von dem später noch die Rede sein wird, war im milten Wein auf dem Borderbalkon versteckt. Ich hatte folgendes zu tun: 1. Bon mittags 1,20-1.35 Uhr, von nachmittags 4,35-4,50 Uhr und von abends, 6,45-7 Uhr war ich für die Radiowahlfuntstunde gewonnen. In der meiner Partei zur Verfügung stehenden Viertelfunde mußte ich fleine Plaudereien zum Besten geben. Meine Borte drangen in die angefchloffenen Haushaltungen. Da ich nach mittags von 4,05-4,20 Uhr zufällig den deutschnationalen Redner hörte, ber auch zu meiner Kundschaft" sprach, so machie ich mir während seiner Rede Aufzeichnungen, überlegte mir, wie ich ihn widerlegen fonnte, und ließ dann meine Worte„ fulturverbreitend in entlenene Gaue" bringen! 2. Ich mußte etwa einstündige Reden halten, die in 60 Sälen erflangen. Besonders anzuftrengen brauchte ich meine Stimmmert. zeuge nicht; denn an dem Apparat fonnte man die Tonftärte so ein ftellen, wie es der Afuftil des Saales entsprach hierbei muß'e die Bermittlungsstelle auf der Hut fein. daß sie nicht etwa einen Saal mit zwei Rednern verband, und einem anderen Ort gar teinen Red ner zukommen ließ! 3. Am Donnerstag vor der Wahl hatte ich für einen größeren Ort eine Rede zu halten, wobei ich auf Zwischenrufe eingehen und im Schlußwort ben Gegenrednern antworten mußte. Das erledigte " asdel 911973 Der Abgeordnete Dr. Roefide gehörte zu den mit begründern des Bundes der Landwirte", der jetzt durch den Reichslandbund" abgelöst ist Seit der Begründung gehörte er auch dem Vorstande an. Dieser Agrarierführer war ge Der Fall Koch. Auf eine Beschwerde erteilt der Kultusminister bürtiger Berliner. Hier hatte er die Schule besucht und nachstehende vorläufige Antwort: Die Unterincbung über die war dann Jurist geworden. 1881 wurde er Referendar, rhythmisch gymnaftichen lebungen des Lebrers Adolf Koch in Berlin 1886 Assessor. Erst im Jahre 1889 sattelte er zur Landwirt und die damit in Busammenhang ftebenden Vorgänge ist noch fchaft um und erwarb das Rittergut Görsdorf bei Dahme nicht abgeschlossen. Ich muß mir baber die Beantwortung der ( Mart). Schon vier Jahre später verhalf er dem Agrarier- leinen Anfrage bis nad Beendigung der Untersuchung bund zum Leben und seit der Zeit hat er sich rechtschaffen be vorbehalten." müht, die Intereffen seines neuen Berufes mit allen Mitteln zu fördern. Er war ganz reallionär gerichtet, während sein ich vom Schreibtisch aus, indem ich den Hörer ans Ohr nahm und langsam in den Schallbecher sprach. Bon den Gegenrednern, die mich zu widerlegen versuchten, waren drei an Ort und Stelle, zwei aber taten es per Radio". 4. An den Abenben, an denen ich einstündige Reben hielt, auf Die teine Aussprache erfolgte. nahm ich an gegnerischen Berfamm. lungen eis Debatte rebner teil. Und zwar wählte ich solche Bersammlungen, in denen der Redner entweder por mir begann oder nach mir aufhörte. Ich widerleate in meinen Gegenreden das an gehörte Stüid und das, was die Redner der anderen Parteien in der Aussprache vorbrachten. Radiowablarbeit leistete. Auf dem Borderballon befand sich ein 5. Zu meiner Schande muß ich geftehen, daß ich auch verbotene nichtfonseffionierter oder schwarzer Apparat. Mit ihm belaufchte ich unter Umgehung der Radioficherheitspolizei deutschnationale Ber. fammlungen und störte sie durch Zwischenrufe. Einige Zwischenrufe mußten gefeffen haben; denn ich hörte wiehernbes Gelächter. B'öß fich tönten grelle Laute in mein Ohr, die nicht aus dem Apparat au fommen schienen. Es war mein Sohn, der ganz erbärmlich schrie. Sch rieb mir die Augen und merkte, daß ich im Bette lag und ge= träumt hatte. , Säuberung" der russischen Bibliotheken. Es kommt oft vor, daß ein fonft unbedeutendes Ereignis ,, bas die spätere Geschichte nicht einmal erroähnen wird, die wirklichen erhältniffe in einem Bonde bligartig beleuchtet. Und wie ein Ge. fichtszug oft für den Charakter eines Menschen bezeichnend ist, so auch eine geschichtliche Bagatelle für den Geist einer Epoche oder einer bestimmten Politik. Anfang 1923 wurde von dem russischenhauptfomitee für die Boltsbildung", an deffen Spize die Frau Benins, Nadeshda Uljanowa, steht, ein Zirkular herausgegeben, das von Frau Uljanowa periönlich unterschrieben wurde. Dieses Dokument be. handelt die Säuberung der Bibliotheken. Man sollte eigentlich erwarten, daß die Zentralbehörben fich bei der unglaub lichen Armut an geistiger Nahrung mehr um eine Bergrößerung und Bereicherung der Bibliotheken als um eine Säuberung" fümmerten. Das Zirtular verlangt aber Entfernung einer ganzen Anzahl von Büchern aus den Bibliotheken. Zu diesen Büchern gehören u. a. die Werte von Rant. Blato, Herbert Spencer, Scho= penhauer, Ernst Mach u. a., denn auf dem Gebiete der Philofophie soll der Leser nicht die Möglichkeit haben, das zu lesen, was ihn intereffiert, sondern nur die Werke, die dem Zentralfomitee der Kommunistischen Partei genehm find. Auf dem Gebiete der Ethit sollen u. a. folgende Bücher entfernt werden: Leo Tolstoi, Rrapottin, Riehidhe. Es heißt wörtlich im Birkular: Auf den Gebieten der Philosophie, Psychologie und Ethit follen alle Bücher entfernt werben, bie im Beifte der idealistischen Philofophie gehalten find. Die große Abschlechtung fofot aber erst später. Es handelt sich natürlich um die fozialen Wissenschaften und die Po. litis. Es sollen alle Broschüren entfernt werden, die für die demokratische Republit, für bie bürgerlichen Freiheiten, für die Nationalversammlung oder für das allgemeine Wahlrecht agitieren. 1. Reichstagsabgeordnete Frau Oheimb( Bolkspartei) wird nicht wieder zum Reichstag tandibieren. Ferner soll die gesamte fommunistische Literatur aus den Jahren 1918-1920 entfernt werden, soweit sie Fragen behandelt, die heute von den Sowjetorganen anders entschieden werden als damals, wie z. B. über die Agrarfrage, die Ernährungspolitik ufw." Die fommunisti fchen Utopien jener Jahre, die heute einem realiſtiſchen und fapi talistischen Regime Play gemacht haben, sollen aus den Bibliotheken, die jedermann zugänglich find, ausgeschlossen werden. Es braucht nicht hinzugefügt zu werden, daß alle Nachschlagebücher, Gesetzes= fammlungen aus der ersten Revolutionsperiode vernichtet werden follen. die entfernt werden jollen. Zunächst 134 Bücher und außerdem As Anlage liegt dem 3irfular ein Berzeichnis der Bücher bei, die Namen von 94 Autoren, deren sämtliche Berte verboten find. Außerdem fteht es aber den Brovingbeamten und den Leuchten der Boksbildung in den fleinen Städten Rußlands frei, felber zu ent scheiben. welche Bücher als gefährlich" angesehen und entfernt wer den müssen. Wie die Bolksbildung" unter diesen Verhältnissen aussehen muß, fann sich jeder leicht vorstellen. Ein Wolfentrager in Wien, Die österreichische Hauptstadt has noch feinen Wolfentrager; über sechs. Stockwerte geht fein Bau hinaus. Diesem Mangel will die Gemeinde jegt abh Ifen. Aber während man anderswo Wolkenkrazer nur für Geschäfts wcde Die Gemeinde Bien läßt in die' em Sommer auf dem Margarether baut, soll der erste Wiener Wolfenfrager Wohnungszwecken dienen. Gürtel ein monumentales Gebäude für fleine Wohnungen auf führen, bas 172 Meter lang und 61 bis 71 Meter tief ſein wird. Den Mittelpunkt dieses Monumentalbaues bildet das Hochhaus, das 12 Stod hoch werden wird. Daran schlicken sich zwei mächtige Flügelgebäude. In der Mitte wird noch ein Kinderhort aufgeführt. Diese vier Gebäude bilden ein einheitliches Gances, Eine große Schwierigkeit für den Architekten bot, wie die Pau welt" mitteilt, der Umstand, daß ein Etrak nzug durch das Pau grundstück führt. Tas Hochhaus bebedt eine Fläche von 550 Quadrat meter und ist 40 Meter hoch, doppelt so hoch wie ein gewöhnliches Wiener Mietshaus. Es enthält in jedem Stock 6 dreiräumige Woh nungen. also 72 im ganzen. Es wird in Eisenbeton ausgeführt. Zwei Aufzüge und eine Treppe permitteln den Berkehr im Inrern. Die Scheidewände follen ganz leicht werden, so daß die einainen Wohnungen vergrößert und alle Wohnungen eines Stodwerts zu fammengelegt werden können. Die Wohnungen in den Flügel. gebäuden bestehen je aus einem größeren, einem flein ren und einem Vorzimmer, einer Wohnküche mit Spüle und ellen Neben. räumlichkeiten. Es find aud) größere, fogenannte Mitt farbs wohnungen und Juregelel'enwohrureen porce'eben. Im Erdgeschoß werden Geschäftslotale. im Dachgeschoß Ateliers eingeritet. Der ganze Bau wird 450 Wohnungen und zwei nem infame Babe arlagen und Wälder ien haben. Der Kinderhort. in dem fich während der Abwesenheit der Eltern die Kinder teasfiber aufhelten, enthält geräumige Sreise und Spielräume und einen Theateriaal für Märchen und Kinovorstellungen. Die Entwürfe zu diesem Monumentalbau flammen vom Archit ften Subert Geßner, Die Bautofen werden auf 40 Milliarden Kronen berechnet. Bayerische Schmerzen, München, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Meldung, baß der bayerische Ministerpräsident Rnilling wegen feiner apitulation von Homburg" heftiger Kritik pon feiner Bartei, insbesondere der Landtagsfraktion ausgefekt war, veran laßt die„ Bayerische Boltspartei- Sorrespondenz zu einer parteioffiziösen Auslassung, der folgendes zu entnehmen ist: Die Aufnahme, die das sogenannte Militärablommen in den Kreifen der Bayerischen Boltspartei gefunden hat, ist damit gekennzeichnet, daß die gefundene Lösung für Bayern unbefrie digend ist. Die Verantwortung dafür fann aber nicht dem banerifchen Ministerpräsidenten zugewiesen werden, sondern der wenig befriedigende Ausgang dicjes Streitfalls ist in erster Linie in dem Schwächezust and begründet, in den Bayern durch den un feligen Novemberputsch verfekt wurde. Unter diesen Umständen entbehrt die Konstruktion jeder Grundlage, daß der Abschluß des Abkommens mit dem Reich eine Ministerpräsidentenfrise hervor. gerufen habe. Was die Anteilnahme der Bayerischen Boltspartei an der Verständigung mit dem Reich betrifft, so sei feste gestellt, daß sie weder vor noch nach der Homburger Besprechung in der Lage war, zu dem gefundenen Kompromis irgendwie Stellung zu nehmen. Diese Auslaffung bestätigt also unsere Mitteilung, baß eine Re gierungsfrise unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht in Frage tommt. Sie bestätigt weiterhin, wenn auch nur zwischen den Zeilen, daß die Opposition in ber Bayerischen Bolfspartei gegen das Homburger Rompromiß jedenfalls fo fart ist, daß die Partei es heute schon ablehnt, für das Rompromiß verantwortlich gemacht zu werden. Diese Stellungnahme ist zweifellos von mahl taftischen Gründen mit veranlaßt. Bayerischer Demokratentag. München, 25. Februar.( Eca.) Die Deutschtemofratische Partei Bayerns hielt in Nürnberg einen außerordentlichen Parteitag 26, der in der Hauptsache der Berbereitung für die Wahlen gewidmet war und wobei der Abgeordnete Erkelenz und Reichswirtschaftsminister Hamm Referate über tie politiche und wirtschaftliche Eage im Reiche erstatteten. Detterer betonte u. a. bie Notwendig feit, unablässig an der Erschütterung des Versailler Bertrages zu arbeiten, insbesondere an der Erschütterung der Schulblüge. In ber Innenpolitik fei die Hauptforge der Regierung die Berhütung ciner neuen Inflation. Im Berlaufe des Barteitages wurde mitgeteilt, daß die Demokratische Partei und der Deuisge Bauernbund in Bayern ein Wahlbündnis gefchloffen haben und unter dem Namen" Deutscher Blod" in den Bahtlampf eintreten werden. Der Führer der demokratischen Lant tagsfrattion, Abgeordneter Dr. Dirr, wurde wieder als Kandidat für die nächsten Wahlen aufgestellt. In einer einstimmig ange. nommenen Entschließung wird betont, der deutsche Beruf Bayerns bestehe darin, unter Wahrung seiner eigenen Interessen tie Lage bes großen gesamten Vaterlandes zu berücksichtigen und sich den Bielen eines fünftig wieder erftartien großen Deutschlands anzu p: ffen. In einer anteren Entschließung wird ausgesprochen, daß bie jckige Beit zu durchgreifenden Verfassungsänderungen außer ordentlich ungünstig sei. Steuerverteilungen an die Gemeinden. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, tommen aus Etcuerüterweijungen des Reides zur Verteilung: a) Einkommensteuer( 5. Et, Rest für Januar) auf jeden Rechnungsanteil der Provirzen 55( fünfundfünfzig), der Landkreise 110( einhundertzchn), der Gemeinden 600( sechshunder) Millionen, b) Rörpersaftsteuer( 2. Rp. Reft für Januar) auf Jeben Rechnungsan eil der Provinzen 600( fechshundert), der Landfreise 1300( eintaufenddreihundert), der Gemeinden 6300( fechsiau jendrcihundert) Millionen, c) umfassteuer( 3. U. Reft für Januar) je Einheit des Umfaßeuerschlüssels der Landkreise 14 000( vierzehntausend), der Gemeinden 45 000( fünfundvierzigtausend) Millionen, d) für Dotationen stehen 3 275 000( brei Miffionen zwei hundertfünfuntficbz'g'aufend) Billicnen Marf zur Verfügung. e) Betrag für Kraftfahrzeugsteuer( 2 Riz) 171 600 e) Betrag für Kraftfahrzeugsteuer( 2 Ria) 171 600 ( cinhundertundsiebzigtausendfechshundert) Billionen Mart, außer Ein Gafffonzert der Bereinigten Liederfreunde Rathenows unter ihrem Chormeister Hermann Grühmacher veranstaltete der Deutsche Arbeiterfängerbund, Gau Berlin, im Saalbau Friedrichsein. Dem Rathenower Männerchor wächst das Lied mühelos aus uter Disziplin. Stimmlich wäre den Tenören zuweilen üppigerer Mang an Stelle des Flachfingens" zu raten. Der Chormeister Her mann Grühmacher liebt die schroffen Gegenfäge, wechselnder ire die Wirkung bei finnfälligerer Abstufung, wennschon der Chor rich unter seinem Stabe aufblüht und besonderen Wohltlang im Biancfingen" erzielt. Instrumentale Mitwirkung bot Rammermufifer Rudolf Kratina( Bioloncello), gewandt und gefchmad bell, und Hertha Guttmann( Klavier) von bedentlich zaghafter Zurückhaltung. Der Scal war voll befezt. Regiefehler: unpünft. licher Anfang mit halbstündiger Berspätung! Im Bublifum wollte die Unruhe während der Borträge fich nicht dämpfen lassen. Sehr ftörend und wenig erfreulich, besonders der Beifall am unrechten Dri' TS. Klemperer tommt nah Berlin. Die Große Boltsoper gibt offlz'ell befannt: Der Kölner Generalmusictirefior Otto Klemperer murde auf die Dauer von fünf Tahren als Operndirektor on die Große Boltsoper verpflichtet. Er tritt sein Ami am 1. September dieses Jahres an. Unsere Meldung, die zuerst beft itten wurde, hat sich also be. stället. Wir fönnen nun wirklich mit Interesse der Entwicklung der musikalischen Verhältnisse in Berlin entgegensehen: am Bethstreit wird es nicht fehlen. Der Deutsche Arbeiterffenographenbund( System Arends) beruft feine Mitglieder für den 19., 20. und 21. April nach Nürnberg ( Metallarbeiterverbandshaus) ein, um in Bayern für die Deutsche Rollsschrift zu demonstrieren. Das verflossene Jahr brachte die Mitgliederzahl fast auf die Hälfte der Vorfriegszeit. Die Auflage des Arbeiter Stencaraphen" hat bereits 2500 erreicht. Anmeldun. en für den Bundestag find an Genossen Prölk, Nürnberg, Siedlung 1 Heroldsberger Weg 47, oder an Emil Schröder, Spandau, JägerStraße 45, zu richten. Das Havemann- Quartett führt im Rahmen ber bon ber Staatlichen Sodschule für Musil veranstalteten Sonderkonzerte am 28. im Theater und Kammermusilsaal der Hochschule für Mufit ein neues Streichquartett von W. von Baußnern auf. Arthur Schnabel wird in bem zum ersten Male in Berlin gespielten C- Moll- Klavierquintett von Mag Reger mitwirken. Defterreichisch- Deutscher Boltsbund. Herr Dr. Mischler spricht am 27. Februar, abends 8 Uhr, im Reichstagsgebäude über: Das Recht der Alt- und Neuösterreicher in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der durch den neuen Rechtshilfevertrag geschaffenen Veränderungen. Einlaßkarten nur bis zum 26. Februar im Bureau des Oesterreichisch- Deutschen Boltsbundes, Schloß Bellevue. Tel.: Moabit 684. Der Streit um das Bharaonengrab. Es wird betätigt, daß bie ägyp fische Regierung Lady Carravon vorgeschlagen hat, die Lizenz. die ihrem Der storkenen Gatten gewährt worden war, wieder zu erneuten. Der neue Berbag munde aber aenügend flar abgefaßt, um in Zukunft Meinungs perich edenheiten zu verbindern, wie sie fürzlich aufgetreten sind. Die än tiche Regierung bat nicht die Absicht, die Ausgrabungen auf eigene Rech mang fortzuführen. Das Grab wird während 10 Tagen geöffnet bleiben, um den Altertums'orichern Gelegenheit zu geben, es zu befuten. Nichher merden alle ausgegrabenen Gegenstände in das Altertumsmuseum nach Cairo übergeführt werden. dem für Boltsfpeifungen 64 358( vierundfechzigtaufenbbrei ist, der teiner bestimmten Partei angehört. Da er aber in den hundertachtund fünfzig) Billionen Mart. Unter zugrundelegung der ihr bekannten Schlüffelzahlen ver mag jebe Gemeinde den ihr zustehenden Betrag sich zu errechnen. Der internationale Achtstundentag. Erklärung von Albert Thomas. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, hat sich auf der Rüdreise von Bolen einige Stunden in Berlin aufgehalten Bei dieser Gelegenheit erflärte er einem Bertreter des E3 Parlamen'sdienft" folgendes: -UP- T Bolen hat 13 der internationalen Uebereinkommen folgen werden. Auf die Frage: Wie steht es mit dem Arbeits ratifiziert und ich hoffte, daß die anderen Bänder diesem Beispiele zeit abfommen? antwortete Thomas: Ich halte diefes Abkommen für das bedeuten ste und das Internationale Arbeitsamt macht alle Anstrengungen, in allen Ländern eine Ratifizierung dieses Uebereinkommens zu erzielen. Aber so antwortete man mir in Bolen wie fönnen wir diefes Abkommen ratifizieren, wenn Deutschland feine Arbeitszeit verlängert? Wir haben nicht Sie Absicht, unsere Gefeßrebung zu ändern, aber wenn sich unser Wirt schaftsleben verschlechtert infolge der durch die Arbeitszeit verlängerung in Deutschland entstandenen Unsicherheit, wären wir durch das Uebercinfommmen in unerträglicher Weise gebunden. Ich fann sagen, daß nicht nur die pelnischen Industrie. freise, Arbeiter und Unternehmer, sehr beunruhigt find, sondern daß bics auch bei anderen, Deutschland benachbarten Ländern der Fall ift. Ich kenne wohl die Gründe der deutschen Vertreter, die betonen, daß die Arbeitszeitverlängerung ein Mittel sei. den Repara. tionsverpflichtungen nechzufommen und ich bin überzeugt, daß man in meiten Streifen Deutschlands ehrlich bemüht ist, die Durchführung der Berträge zu sichern. Aber des Hauptproblem ist. zu wissen, ob eine Berlängerung der Arbeitszeit tatsächlich bas beste Mittel zur Steigerung der Prodution ist. In unterrich teten deutschen Kreisen wurde mir oft bas Gegenteil per fichert. Als Direktor des Internationalen Arbeitsamtes ist es meine Pflicht, an der Berwirklichung der die Arbeit tetreffenden Bestim mungen des Friedensvertrages zu arbeiten. Wir müssen gemeinsam, benn auch Deutsch and gehört zur internationalen Arbeitsorganisa. tion, eine Sozialpolitif betreiben, die den Interessen sowohl der Bolfswirtschaft als auch der Weltwirtschaft in gleicher Weise entspricht." Wahlreden in Frankreich. Briand und Painlevé. Der französische Wahlkampf ist allmählich in vollen Gang gefom men. Am gestrigen Sonntag sprach Briand in Carcassone( Südfrank. reich) auf dem Kongreß der dertigen Sozialistisch- Radikalen. Das ist infofern bemerkenswert, als Briand seit etwa 12 Jahren ein Bilder" " legten Monaten immer mehr Mann der Linken wurde, scheint er sich jetzt offiziell den Radikalen anfließen zu wollen. Seine Rede war eine Mahnung zum Zusammenschluß aller Republikaner gegenüber dem nationalen Bled, eine Aufforderung zur Wahrung des republikanischen Burgfriedens" während des Wah tampjes. In: übrigen führte Briand den Nachweis der Verderblichkeit der Gewaltpolitik und setzte sich für internationale Lösungen ein. In ähn ichem Sinne sprach der andere ehemalige Ministerpräsi bent Bain le pé in einem Sädten in Savoyen. Frankreiche Wahl am 6. April? Paris, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Ein Morgenblatt will wissen. daß die französische Regierung beabsichtige, die Neugefehen war, bereits am ersten Sonntag im April ftatt. wahlen zur Kammer, für die als Termin bisher Ende Mai vor finden zu lassen. Eine Bestätigung dieser Information war bisher nicht zu erlangen. Sie ist schon deshalb wenig wahrscheinlich, weif diese Früherlegung des Wahltermins zur Boraussetzung hätte, daß März verabschiedet werben tönnten. Das aber wird wohl faum der die beiden Kammern des französischen Parlaments spätestens Enbe Fall sein, nachdem, von allen anderen unerledigten gesetzgeberischen Arbeiten abgesehen, der Senat sich faum dazu herbeilaffen wird, die finanziellen Reformporlagen, mit deren Diskussion die Kammer sich bisher viel Zeit genommen hat, in wenigen Tagen durchzu fich bisher viel Zeit genommen hat, in wenigen Tagen durchzu 6. April als Wahitag an. Reb. b.„ B.") peitschen.( Indessen gibt auch das Abendblatt Intransigeant" den Verlängerung eines Micumvertrages. Düsseldorf, 25. Januar.( Mtb.) Bei der heutigen Berhandlung der Micum mit dem Sechferausschuß des Bergbaupereins wurde hinsichtlich der Wiederherstellungslieferungen an Kohlen ver. einbart, daß der bisherige Zustand, bei dem jede Zeche. 27 Proz. ihrer Nußförderung zu liefern hat, bis zum 31. März berlängert wird. fchusses auf Aufhebung oder Ermäßigung der Kohlensteuer für die Der Antrag des Wiederherstellungsaus Ausfuhr wurde von der Micum abgelehnt. Eine originelle Anwendung des demokratischen Prinzips. Sozialismus durch Plebiszit abgeschafft. riftlich- nationale Organ Liepajas Aviza ichlägt allen Ernfte die Riga, 25. februar.( Eig. Trabib) Das in Libau eiicbemende Abschaffung des Sozialismus in Lettland auf dem Wege des Referendums() vor. Sollte die Volteabst mmung zuungunsten des Sozialismus ausfallen. fo wären die sozialistischen Drganisationen zu schließen und die Propaganda der sozialistischen 3been zu unterfagen(!). Fürit Sapieha- polnischer Bölferbundsdelegierter. Zum vola nifchen Delegierien beim Bökerbund soll der frühere Außenminister Sapieha ernannt werden. England für eine Deutschland- Anleihe. Eine Erklärung Macdonalds. ändern, ob diese Erklärung die Polifit der Regierung darstelle und, wenn ja, welche Schritte die Regierung zu untern.hmen beabsichtige, um diese Politik dur zuführen, und ob fiz ihre Absichten den anderen Unterzeichnern des Vertrages mitgeteilt habe. Ministerpräsident machte dem Unterhaus am Montag Mitteilung von Condon, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der englische| dem englisch- deutschen Ueberein tom men wegen Ermäßigung der Ausfuhratgabe. U. a. erklärte er, daß die Juter effen des britishen Geschäftslebens die Arbeiterregie- Premierminister Macdonald erwiderie: Ich habe nur geDadurch würde das Bertrauen in den Handel der beiden Staaten ficht der Regierung find in der Erklärung zum Ausdrud gebracht rung zu diesem Abtommen mit Deutschland gezwungen haben. sehen, was in der Presse berichtet worden ist. Die Hallung und Übgehoben. England plane, Deutschland die Erlangung einer großen worden, die ich dem Hause abgegeben habe, und teinerlei BerAnleihe zu ermöglichen, von der ein beträchtlicher Teil von ameri- änderung hat flattgefunden. Der frühere Unterstaatssekretär tanischen Banten übernommen werden würde. Die Meinung, daß des Neuhern Mae eitt fragte hierauf, ob die von Henderson annulliert würden, müsse als lächerlich atgetan werden. Die oder nur eine private Ansicht sei. Macdonald antwortete: Großbritannien zuftimme, daß die Schulden Frankreichs und fallens abgegebene Erklärung den Beschluß des kabinetts ausdrüde weiteren Fortschritte in der Reparationsserge hingen von den Publi- 3ch habe nur den Breffebericht gefehen. Es ist jedoch kein Beschluß tationen der Berichte der internationalen Sachverständigen ab. der Regi: rung, der gefaßt worden ist, außer in Uebereinstimmung mit der Erklärung, die ich abgegeben habe. Mac Neill fragle writer, ob das Haus das so auffaffen folle, daß Henderson eine äußerst wichtige öffentliche Erklärung über den Versailler Vertrag ohne Beratung mit dem Kabinett abgegeben habe. donad erwiderte: Ich weiß nicht ich werde mich auch nicht festlegen, ob eine Erflärung abgegeben worden ist oder nicht. 3ch sah eine Erklärung in der Preffe. Die Erklärung war, wenn fle abgegeben wurde, nicht eine Erklärung, die vom Kabineit angenom men war. Die Erklärung, die ich selbst im Hause abgegeben habe, und die Affion, die ich unternehme, find die Erflärung und die Aktion, für die diz Regierung verantwortlich ist.- Das Arbeilermitglied Mac Ceau fragte unter dem Beifall der Arbeiterpartei, abficht 2ustrud g geben habe, den Versailler Bertrag zu revitieren. ob es nicht Taffache sei, daß Lcyd George verschiedene Male seiner Lloyd George gab eine verneinende Erklärung. Die Sachverständigen für: Entweder- oder. Paris, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Während das Komitee Mac Renna( Kapitalflucht) nach Abschluß der Vor arbeiten für das der Reparationstommiffion zu erstattende Gutachten fich auf eine Woche vertagen wird, arbeitet das Komitee Dares ( Deutschlands Finanz'age) mit Hochdrud an der Prüfung und Eich tung des in Berlin gesammelten Materials. Es hat auch am Montag wiederum zwei Sigungen abgehalten, beren eine der Frage der Re organisation und der Rugbarmachung der deutschen Eisenbahnen, die andere dem Problem der Stabilisierung des deutschen Budgets gegolten hat. Ueber die Tendenzen, die die Beratungen der Sachverständigen beherrschen, werden von der Bresse und nament lich von den hier erscheinenden amerikanischen Blättern täglich spaltenlange Informationen veröffentlicht, die sich weit mehr durch Kombinationsgabe als durch Zuverlässigkeit auszeichnen. Die beiden Sachverständigenfemitees haben selbst bereits Beran laffung genommen, vor dieser Art der Berichterstattung auf das ent reich verbreiteben meldungen teine poreiligen Schlüffe zu ziehen. schiebenfte zu warnen. Man wird deshalb gut tun, aus ben zahl Tatfache ist jedenfalls, daß in beiden Komitees irgendwelche fon. trete und positive Borschläge bisher nicht formuliert worden sind. Dagegen lassen sich aus den nicht sehr zahlreichen offiziellen Rommuniqués und aus authentischen Aeußerungen einzelner Er perben eine Reihe Richtlinien daürber entnehmen, in benen sich die bisherigen Beratungen fristallifiert zu haben scheinen: Das Gutachten und die positiven Borschläge der Sachverständigen werben rein wirtschaftlichen Charafters unta Ausschaltung aller polisischen Motive fein. Sie werden ein unteilbares Banges wirtschaftlichen Charafters unt Ausschaltung aller bilden, das hier en bloe angenommen oder abgelehnt werden kann. Nach dem New York Herald", der in dieser Zeit gut unter richtet zu sein scheint, herrscht in Kreisen der Experten die Auffaffung, daß die Reparationstommiffion fich zu entscheiden haben werde zwischen dieser rein wirtschaftlichen Lösung des Reparations problems oder aber für eine politische Lösung, die mit der Aus. übung neuer Pressionen auf Deutschland, die Abtrennung der Ruhr vom Reich, furzum av die Beibehaltung des gegenwärtigen 3u standes, hinauslaufen würde. Eine Mittellösung ist nach Auffassung der Mehrheit der Experien unmöglich. Macdonald über Henderson. Diplomatische Auskunft. London, 25. Februar.( WEB.) Im Unterhaus fragte Lloyd George den premierminister, ob seine Aufmertfamteit auf die wichtigkeit der von dem Minister des Junern Henderson am Sonnabend in Burnley gehaltenen Rede gelenft worden sei, in der dieser zum Ausdrud gebracht habe, daß es die Absicht der Regierung fei, Schritte ju fun, um den Vertrag von Versailles in verschiedenen kardinalbeziehungen abzu* MacIm Zusammenhang mit dieser Antwort Macdonalds wird, wie uns ein eigenes Telegramm aus London meldet, von zuständiger bruar in Erinnerung gebracht, auf die der Ministerpräsident anspielte: Stelle ber Wortlaut des Teils jener Programmrede vom 12. Fe" Wir müssen solche Probleme wie das der Reparation und der Ruhr vom Standpunft Frankreichs, Großbritanniens und Europas aus betrachten und alles tun, um eine befriedigende Regelung zu finden. Vor allem, und das ist sehr wesentlich, müssen sowohl Großbritannien und Frankreich sich dessen bewußt sein, daß bie Seit ein sehr tragisches Bettrennen mit uns läuft. Ich kann nichts weiter fagen, folange wir nicht die Be richte der Sachverständigenausschüsse erhalten haben beit sind. Die Reparationsfrage bleibt das Haupthindernis werden die gegenwärtig in Berlin und in Baris eifrig an der Ar. gegen eine allgemeine Lösung, und sobald die Sachverständigen. ausschüsse ihre Beschlüsse gefällt haben werben resp. die Repara tionstommission diese Beschlüsse erörtert und ihre Entscheidung ge fällt haben wird, so glaube ich, daß die Zeit gekommen sein wirb für eine vollständige Wiederaufrollung aller Schulbenfrage und dergleichen ficht, fie im einzelnen in Argriff zu nehmen und endgültig zu flären und aus der Welt zu schaffen." Probleme mit der Ab 40- Millionen- Pfund- Kredit für Rußland. London, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In seiner Rede vor dem Unterhaus teilte Macdonald mit, daß wichtige Berhandlungen zugunften eines großen Rredits an Ru B land schweben Mostau habe die Anerkennung der russischen Schulden versprochen. Der Kredit an Rußland werde bis zu 40 millionen Pfund Sterling betragen und fofort gegeben werden, fcbald die Regierung in Mostau ausreichende Garantien für ihre Bereitwilligfeit gegeben hat, die alten Schulben Rußlands anzuer tennen. Eine Moskauer Delegation mit den entsprechenden Boll. machten hierfür wird bereits mitte März erwartet. Gewerkschaftsbewegung Der Streik der Mühlenarbeiter. Was den Mühlenvertretern alles fehlt. Der Schlichter für Groß- Berlin, Wissell, hatte die Parteien gestern nachmittag zu Verhandlungen gelaten. Die Arbeit geberbertreter erflärten zunäcft, zum Schlichter fein Wertrauen zu haben, im übrigen aber auch keine Vollmacht und feine Veranlassung zum Verhandeln zu beißen, da alle Arbeiter entlassen seien und somit tein Tariffontrahent vorhanden sei(!). Es gelang nicht, die Unternehmer von ihrem Standpunkt abzubringen. Der Schlichter hat nunmehr ein Schiedsgericht auf Grund feiner amtlichen Befugnisie eingeiegt, das auch tagen wird, falls die Arbeitgeber etwa nicht erscheinen sollten. Tarifvertrag als Tarifbruch bezeichnet. Die Herren, die sich darauf| Bund der Berliner Haus- und Grundbefizervereine entschieden. berufen, daß einseitige Arbeitseinstellungen während daß für die Zeit vom 1. Februar bis 31. März den Par der Dauer des Tarifvertrags- bis 31. August 1924 ausgefchloffen teten empfohlen wird. die Portiers und ausreiniger entsprechend find, scheinen offenbar der Meinung, daß einseitige Lohn nach dem mit dem Magiftrat Berlin abgeschlossenen Tarifvertrag fürzungen um ein Fünftel des Wochenlohnes erlaubt sind, wenn zu entlohnen. man fie als vorläufig" bezeichnet. Dadurch soll die Zustimmung Ferner wird den Parteien empfohlen, gemeinsam an den Wohl zu wesentlichen Verschlechterungen vertrages erzwungen werden. Die Spedi eure geben zu, daß liche Regelung dahin zu erzielen, daß die Kosten der Por des Tariffahrteminister heranzutreten, um vom 1. Avril d. Js eine geieg sie den nicht einmal gekündigten Tarifvertrag bedeutend verfchlechtern tierentlohnung aus den Verwaltungskosten bora wollen. Dagegen wehren sich die Arbeiter mit vollem Recht. ausgenommen werden und die den Portiers augestandenen 2öhne auf die Mieter umgelegt werden. Lezieres wurde von den Bund der Berliner Haus- und Grundbesißenvereine anei fann, und empfohlen, diese Lohnfäge zur Anerkennung bei der Lobnzahlung portiers und Hausreinigern wird vom Teutichen Portier- Verband weitere Verhandlungen darüber stehen bevor. Den Wohnbanes au bringen( Lobntarife in der Geschäftsstelle des Verbandes, Baŋreuther Straße 31.) Zwölfftundenschicht in den Deutschen Werken"? wegen beabsichtigter Berlängerung der Arbeitszeit ein Konflikt aus Im Stahlwert der Deutschen Werte"( Spandau- Haselhorst) ist gebrochen, der die Entlassung des größten Teiles ber Stahlwertarbeiter zur Folge hatte. Ueber die Ursachen des Konfiftes wurden am Montag in einer Versammlung der Entlassenen folgende Angaben gemacht: Anmerkung der Redaktion: Aus diesem mehr als sonderbaren In der vorigen Woche teilte die Direktion der Arbeitervertretung Berhalten der Mühlengewaltigen gebt bervor, daß sie sich infolge mit, bas Stahlwert jei nicht mehr tonturrenzfähig, des Emgreifens des Webifreisfommandos iebr start fühlen. es tönne die Tonne Stahl nicht unter 107 m. liefern, während die wollte man der Auffassung des Wehrtreiskommandos beipflichten, rheinisch- westfälischen Werke die Tonne Stahl für 87 M. auf den bag es fich bier um einen lebenswichtigen Betrieb Markt bringen. Was die Direktion bisher versucht habe, um das jandelt, dann ergibt sich ohne weiteres die Frage, ob denn nur Werk rentabel zu machen, habe sich als erfolglos erwiesen. Um die Die Arbeitnehmer verpflichtet find, lebenswichtige Be Rentabilität herzustellen, fehe sich die Direktion jetzt gezwungen, das triebe im Gang zu halten. Nicht auch die Unternehmer? Dreischichtensystem mit je 8 Stunden abzuschaffen und das 3 weiDas Verhalten der Mühlenbefizer vor dem Schlichter lagt ichtensystem mit je 12 Stunden einzuführen und am zweifelsfrei darauf schließen, daß die Herren sich den Vertretern Sonntag eine Wechselschicht von 24 Stunden arbeiten ihrer Arbeiterschaft bei den direkten Verhandlungen ebenso bu laffen. entgegenfommend" gezeigt haben. Die Arbeitervertretung unterbreitete diefes Anfinnen der sings nicht verwunderlich, wenn es zu feiner Ber so erschöpft, daß es ihnen unmögilch sei, 12 Stunden zu arbeiten. Dann ist es aller Arbeiterschaft, die erklärte, die Arbeiter feien schon nach 8 Stunden tändigung fam. die den guten Willen auf beiden Seiten sorausiegt, sondern wiederum zum Streit. Greift die Reichs. Als der Direktion diefer Bescheid gebracht wurde, antwortete fie, wenn die Arbei'er nicht 12 Stunden arbeiten wollen, dann müsse das wehr schon einmal in den Gang diefer Bewegung ein, dann werk geschlossen werden. Das geschah denn auch. Zuerst jefieht sie sich hoffentlich die Sache auch einmal von der wurde das Werk St. I und später auch das Werk St. II stillgelegt. Bon den 200 Arbeitern dieser Werte unterwarfen sich etwa 40-50 dem Diftat der Direktion Sie werden weiter beschäftigt, die übrigen wurden en lassen. anderen Seite. Nach einem BS.- Bericht find gestern noch einige Betriebsratsmitglieder durch die politische Polizei festgenommen worden. Freilassungen sind noch nicht erfolgt. Abwehrkampf und Aussperrung im Speditionsgewerbe. Der Deu'sche Berkehrsbund teilt uns mit: Seit Sonnabend früh befinden sich die Kutscher und Arbeiter des Speditionsgewerbes in einem Abwehrkampf. Laut Bechluß der Arbeitgeberversammlung vom Sonnabend ist die Ausperrung des gesamten Gewerbes beschlossen und sollte am reftrigen Mentag durchgeführt werden. Durch Schiedsspruch vom 14. Februar wurde der Lohn ür die Zeit bis zum 15 Februar von 32 auf 30 M. pro Woche erabgefeßt. Ueber die Regelung des Lohnes nach dem 15. Februar sollte umgehend verhandelt werden, zugleich auch über sie Regelung der Arbeitszeit, d. h. über die Notwendigkeit zur Beiftung von Ueberstunden, Bezahlung derselben und über evtl. Aenserung des§ 616 BGB. sowie der Urlaubszeit. Die Arbeitgeber verangten neben einer herabsetzung des Loh'n es eine Ver. ängerung der Arbeitszeit von 48 auf 54 Stunden, ohne ür diese Verlängerung eine Lohnzahlung vorzunehmen, sowie Abau auf über 50 Broz. der sozialen Bestimmungen des noch bis 1. August gültigen Mantel tarifs, der vom Arbeitgeberberband nicht gekündigt ist. Trotz aller Hinweise der Organisations, ertreter auf das ungefeßliche Verlangen dieser Forderung charrten die Arbeitgeber unter Führung des Spediteurs Eugen Silberstein, Reichenberger Straße, auf ihrer Forderung. Ohne aß eine Verständigung beider Parteien vorlag, wurden die Mit glieder der Unternehmerorganisation angewiesen, am nächsten Lohn ahlungstage, am Freitag der lezten Woche, nur 24 M. Lohn iuszuzahlen. Diese einseitige, diktatorische Maßnahme der Arbeit jeber fonnte, wie sie selbst vorausgesehen hatten, nicht ohne Wirhung auf die Arbeitnehmer bleiben. In den Betrieben, wo auf Anrdnung des Arbeitgeberverbandes die einseitig dittierte Herabehung des Lohnes auf 24 M. durchgeführt wurde, fezten die Arbeit. tehmer Ab mehrmaßnahmen entgegen. Das außerordentlich propotatorische Borgehen des ofalverbandes Berliner Spediteure hat in den Reihen der Speditionstutscher und weit darüber hinaus hellste Emörung ausgelöst; ob diese Wirkung von den Arbeitgebern beab ichtigt war oder nicht, laffen wir dahingestellt. Wie uns weiter von Arbeitgebern mitgeteilt wurden, die die scharfmacherischen Maßsahmen unter Führung von Silberstein nicht mitmachten, wollten nie Arbeitgeber ihrem Vorgehen noch dadurch die Krone auffeßen, aß sie das Wehrtreistommando Dor ihren Wagen zu pannen versuchten, um durch eine Berhaftung der Gewerkschaftsührer ihre Interessen zu retten. Hierzu sei nur bemerkt, daß chon am Sonnabend soviel Bewilligungen von Speditionsfirmen zu verzeichnen waren, daß, falls die Abrollung von Lebensmitteln usw. n Frage tommt, diese Arbeit vollständig erledigt wird. Aber auch jeſtern früh hat ein großer Teil der dem Lokalverband angehörenden Irbeitgeber die alten Lohnfäße gezahlt und die Aussperrung ticht vorgenommen. Dies dem Wehrtreistommando zur gefl. Renntnis, falls nie Arbeitgeber weiter versuchen sollten, von dort Hilfe zu erlangen. Die Arbeitnehmer haben bei den Verhandlungen den Arbeitgebern, oweit wie es sich noch irgendwie unter Berücksichtigung des Geverbes verantworten ließ, die weitesten Zugeständnisse gemacht; alle Bermittlertätigkeit der Organisationsvertreter scheiterte an dem Starrinn des Lofalverbandes bzw. seiner Verhandlungskommission. * Neuer Arbeitszeitkampf in Rheinland- Westfalen. Bochum, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Im rheinischwestfälischen Industriegebiet droht ein Streit der Gas, Wasser und Elektrizitätsarbeiter. Am 22. Februar wurde in Dortmund unter dem Vorsiz des Schlichters für Rheinland- Westfalen ein Schiedsspruch über Arbeitszeitverlängerung in den Gas-, Wasser und Elektrizitätswerfen gefällt. Danach beträgt die Arbeitszeit für Schichtarbeiter wöchentlich 57 Stunden, für Wechselfchichtarbeiter 70 Stunden, für letztere jedoch in zwei Wochen nicht mehr a's 130 Stunden. Für zwölfftündige Anwesenheit im Wert wird Bezahlung für 10 Stunden gewährt. Alle Bertreter der Arbeitnehmer waren gegen, alle Arbellgebervertreter für diese Regelung Die Erklärungsfrist läuft bis zum 1. März 1924. Die Durchführung dieses Schiedsspruchs würde bedeuten, daß die in städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter zweierlei Arbeitszeit erhalten; denn für die anderen Gemeindearbeiter besteht nur eine neunstündige Arbeitszeit. Am Sonntag nahm in Effen eine Konferenz der Arbeitnehmerorganifationen zu diesem Schiedsspruch Stellung und lehnte ihn einstimmig ab, weil feine wirtschaftlichen Gründe eine Verlänge rung der bisherigen Arbeitszeit in diesen Industriezweigen notwendig machen, sondern brutale Arbeitgeberwillkür und das Treiben der Schwereisenindustriellen und Bergwerksbefizer den Anlaß bildet. den Arbeitern aufgezwungen werden sollte, die von den zuständigen Verbandsorganen angeordneten Abwehrmaßnahmen voll und ganz durchzuführen. Dazu beitrage, wenn das Stahlwert nicht mehr rentabel sei. Um diese Die De'egierten verpflichteten fich, falls die verlängerte Arbeitszeit In den Reihen der Arbeiter herrscht die Ansicht vor, daß eine gewisse Mißwirtschaft in der Leitung des Betriebes sehr viel Ansicht zu beweisen, wurden in der Versammlung verschiedene Einzelfälle angeführt. Es seien überzählige Meister und andere Auf fidh' spersonen im Werte. Ein Ingenieur gehe während der Arbeits zeit auf die Kaninchenjagd. Taufende von Zentnern Dolomittall Don so schlechter Beschaffenheit, daß er nicht gebraucht werden könne, feien eingetauft und lagern nuglos im Wert. Ungeeignete Kanalsteine in größerer Menge seien angetauft worden, sie hätten mit einem sehr großen Aufwand von Arbeitszeit von den Maurern be. arbeitet werden müssen. Kaltbunker seien zusammengebrochen, weil sie auf einem glatten Zementboden errichtet waren. Sie feien in derfelben Weise wieder erneuert und zum zweiten Male zusammengebrochen. Von dem hergestellten Stahl sei sehr viel unbrauchbar und deshalb zum Ausschuß geworfen worden. Hieran fönnten dod nur Mängel in der technischen Leitung des Betriebes schuld sein. Jedenfalls ließen sich derartige Mißstände durch eine Berlängerung der Arbeitszeit nicht aus der Welt schaffen. Daß das jetzige Borgehen der Direktion nicht zur Hebung der Rentabilität beitrage, gehe schon daraus hervor, daß an dem einzigen jetzt im Betriebe befindlichen Ofen, der sonst nur eines Meisters bedarf, sechs Meister und ein Ingenieur außer den Arbeitern tätig feien.Es habe den Anschein, als ob man in leitenden Kreisen die Deutschen Werte" Jabotiere, ux fie augunsten der Privatindustrie unrentabel zu machen. Die Lohnbewegung in der Seifenindustrie ist durch Schiedsfpruch der Bezirkeichlichtungsstelle beendet. Näheres im Verband der Fabritarbeiter, Encelier 24/25 E Die Brandenleituno. Achtung, BSPD.- Solzarb iter! Folgende wichtige Bersammlungen finden statt: Bezirk Nordwest( Gesundbrunnen, Webbing und Moabit): morgen Mittwoch, abend 7 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21. Bezirk Rorden: Donnersta a abend 7 Uhr bei Dobrohlam, Swine. münder Str. 11. Stodarbeiter: Donnerstag nachm. Uhr in der Schule Martusftr. 49, 8immer 18( Eingang links, Mädchenschule). Einscher, Jalousiearbeiter, Bobenleger: Donnerstag, nachm. 5 Uhr, bei Schilling, Rungefir. 30. Erfcheinen aller Parteigenoffen bringende Pflicht. Barteiausweis legitimiert. Der BSPD.- Berbeausschuß. AfA- Bunb( Kunst- und Banschlossereien, Geldschrank- Industrie). Heute abend 6 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Weinmrifterftr. 15. hälter. Gäste fönnen eingeführt werden. Stellungnahme au bem Arbeitgeberangebot zwecks Regelung der Februar- Ge Deutscher Solzarbeiterv rband, Ramm- and Saarsamud. Brankenver fammlung morgen, Mittwoch, abend 7 Uhr, in den Fortuna- Sälen, Straus berger Str. 3. Bericht von den Lohnverhandlungen. Deutscher Baug wertsbund, Fachgruppe der Töpfer. Generalversammlung der Fachgruppe Mittwoch nachmittag 5% Uhr in den Residenzfeftfälen, Juh, der Fachgruppenleitung. 3. Die Bersammlung beschloß einstimmig eine Refolution, worin die Ausgesperrten erklären, daß sie die Zwölfftundenfchicht St, Lanhberger Str. Berfchienenos. Ohne Mitaliebsbuch fein Buttit.) ablehnen, weil sie physisch nicht in der Lage seien, 12 Stunden zu arbeiten. Nicht durch Berlängerung der Arbeitszeit fönne die wirtschaftliche Lage des Wertes gehoben werden, sondern dadurch, daß die Direktion für den Einlauf von erstklassigem Roh material und für Berbefferung der technischen Ein. richtungen forge. Differenzen in der Zigarettenindustrie.] Eine äußerst start besuchte Versammlung der Transportarbeiter Funktionäre aus der Zigarettenindustrie nahm am 22. Februar im Gewerlichaftshaus Stellung zu der durch das Verhalten des Arbeitgeberverbandes geschaffenen Lage. Von der Branchenleitung wurde darauf hingewiesen, daß nur durch Zusammenfassung aller Sträfte die Absichten der Unternehmer Arbeitszeitverlängerung, Lohn verkürzung, Einführung der Affordarbeit in der Expedition usw. abgewehrt werden fönnen. Um alle Kollegen genau über die erohende Gefahren aufzuflären, wurde beschlossen, eine öffentliche Versammlung für sämtliche Transportarbeiter der Zigaretten. industrie einzuberufen. Diese Versammlung ist Donnerstagnach mittag 5%, im Saal V des Gemertichaftsbauies, Engelufer 24 25. Alle Kolleginnen und Kollegen haben die Pflicht zu erscheinen, um in dem uns aufgezwungenen Kampfe die erforderlichen Maßnahmen zu beschließen. Deuticher Verkehrsbund. Lohuregelung für die Portiers. Infolge eines bestehenden Manteltarifvertrages, der awischen verband, Seftion 7, im Deutschen Verkehrsbund besteht, find für dem Magiftrat der Stadt Berlin und dem Deutschen Bortierdie Monate Februar März neue Bobnfäge für die Wohnhaus. portiers und Hausreiniger vereinbart. Es sind die Löbne festge feßt für Portiers im auptberuf in berschlossenen Häufern, ebenso für Portiers im Nebenberuf in verfchloffenen Häusern und für ausreiniger im Nebenberuf in nicht verfchloffenen Häusern. Die Lohnfäße find monatlich, im legteren Falle je nach Aufgängen und Nebenleistungen geregelt. Auf Grund dieses Vertrages fowohl der Lohnsäge hat der Diese einseitige Maßnahme hält also der Arbeitgeberverein be- dlichtung ausfuß Groß- Berlin in der Verhandlung am rechtigt, mogegen er die Arbeitseinstellung unter Berufung auf den 20. Februar zwischen dem Deuticen Bortierverband und dem Der Lotalverein Berliner Spediteure beruft sich in einer Zuchrift an uns darauf, daß es sich bei der Zahlung von 24 M. Wochen. ohn nur um eine Afontozahlung handle. Bon unserer Seite wurde arauf aufmerksam gemacht, daß, falls eine Einigung nicht zustande ommen würde, vorläufig nur eine wöchentliche Lohnzahlung von 24 M. als Afentozahlung bis zur endgültigen Regelung der schwesenden Streitfragen geleistet würde." Virginia 3 Prinzess Pryka.... 3 Raconta Nilperle 4 ..... 5 Virginia Lord Borgoyne 5 Bajazzo 4 6 Pf. Baugewerbund, Fachgrupp: Glaser. Donnerstag, den 28. Februar, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus außerordentlide Mitgliederversammlung. Bericht von den Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß und Stellung nahme hierzu. In dieser Bersammlung muß jeder Kollege erscheinen, auch müssen bis dahin für alle Betriebe Bertrauensleute gewählt fein. Die Fachoruppenleitung. Deutscher Baugewerksbunb. Fachgruppe Fliesenleger. Donnerstag, den 28. Februar, nachm. 5½ Uhr, Mitgliederversammlung im Gaal 3 des Gewert fchaftshauses. Erscheinen aller Kollegen notwendig. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Birtschaft: 3. B.: Craft Reuter; Gewerkschaftsbemegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. 5. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fris Rarftabt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GB. 68., Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Nähi locks Kennen Sie Nährflocks? Sie haben Gelegenheit sich von dem Wohlgeschmack der sofortigen Verwendbarkeit und der mühelosen Zubereitung durch eine Kostprobe an unserem Stand im Kaufhaus Tietz, Frankfurter Allee, Kaufhaus Tietz, Leipziger Strasse zu überzeugen.- Ununterbrochene Abgabe von Kostproben während des ganzen Tages obse jeden Kaulzwang Deutsche Nährflocken- Werke A G. Berlin WB. Friedrichstr. 58 Raconta rund, dick, ohne Mundstück, die neue AvramikosZigarette für den verwöhntesten Raucher Mahdi von Cairo... 8 Mahdi- Auslese..... 10 Edle von Hamburg 10 Turridu.......... ............ 12 Hausmarke......... 15 Renata .20 Nr. 95 41. Jahrgang Beilage des Vorwärts Im Krankenkassen- Ambulatorium. Beim Arzt. 2 nuterflingel. Freundlichkeit fell eine der vornehmsten Tugenden " Darf ich biffen? Das flingt anders als die verärgernde MiIn den Wartezimmern der Kaffenlöwen" alter Garnitur wird angebracht und auch nicht möglich. Mit dem Gede der Kaffenmit es leer und leerer. Die Herren haben in Groß- Berlin die Streif- glieder fell nicht geschleudert werden. Was vorherrscht und gefällt, schlacht, die sie in allzu sehr gehobenem Selbstbewußtsein schon ge- ist Gediegenheit und peinlichste Sauberteit. Rot oder dunkelgrün wonnen glaubten, glatt verloren und müssen blutenden Geldbeules polierte Tische, ebensolche Lehnfesse, Sigplaz auch bei starkem Anzusehen, wie„ tie Ratten das sinkende Schiff verlassen". Schon rang. Gedämpftes elektrisches Deckenlicht, Vorhänge an den lange vor dem Lehandlungsstreit hatten die Kassenpatienten die Art Fenstern, Linoleum auf den Fußböden, alles diftiert von hygienischen Gesezen mit Antlang an Gemütlichkeit. Auch höhere Ansprüche beder Behandlung bei den Kassenärzten, deren Zahl durch das System friedigt das Ambulatorium in der Klosterstraße. Leicht der freien Arztwahl allein für Berlin in die Taufende ging, herzlich hingeworfene, auf den 3med bes Ortes distret zugeschnittene Male. fatt. Sie brachten einer beschränkten Reihe von Kassenärzten, tie reien ziere die Wände. Gleichzeitig finden mindestens fechzig Krante auch unter schwierigsten Verhältnissen sich stets von strengem Bflicht- bequemen Sikplak. Täglich werden von zwölf Aerzten ohne gefühl leiten ließen, berechtigtes Vertrauen entgegen, ftanden aber Haft und Schwierigkeit bis zu fünfhunder. Kranfe in den fechs Abgegenüber der Mehrzahl seit vielen Jahren unter dem niederteilungen abgefertigt. Im Gegensatz zu den fleineren Ambulatorien, drückenden Gefühl, weit mehr Objeft als Subjett mo täglich auch schon hundert und mehr Patienten vorsprechen, wird der Behandlung, und zwar einer ins Groteste gestiegenen hier nach Nummern aufgerufen. Schnellbehandlung zu sein. Der vielerzählte Wig vom Kaffenarzt, der in einer Stunde fünfzigmal auf den elektrischen Knopf trückt, un in gleicher Zeit ebenso viele Patienten abzufertigen, reichte start an die Wirklichkeit heran. Von einer auch nur einigermaßen genügenden und das Vertrauen festigenden Untersuchung fonnte in ungezählten Taufenden von Fällen feine Rede sein. Das ärzt liche Konsultationszimmer war zum Laden ge worden. Mit der Aufsässigkeit der Kassenärzte gegen die Krankenfaffen schmolz die Patientenzahl zusammen, weil viele Kranfe in dieser Zeit wirtschaftlicher Krife gar nicht mehr in der Lage waren, das für die Konsultation auszulegende Sonorar aufzubringen. Die Raffenärzte machten trotzdem noch ein glänzendes Geschäft und faßen auf dem hohen Roß. Das Faß mußte aber den Boden verlieren. als die Honorarforderungen mit der juristischen Spißfindigkeit des „ vereinbarten" Honorars den Rahmen des Angemessenen beträchtlich überstiegen und deshalb von den Krankenkassen vielfach nicht mehr in voller Höhe dem Batienten erstattet wurden. So war die Ein richtung zahlreicher, über ganz Groß- Berlin verstreuter Ambulatorien, in denen wieder ohne Bezahlung behandelt wird, eine Tat, nicht lediglich eine Tat der Not und Selbsthilfe. Was längst in dieser Form geplant und nur durch wirtschaftliche Nöte zurückgestellt war, zwang der Aerztestreit ins Leben. Es ist das Verdienst der streifenden Aerzte, sich für eine gute Sache als unfreiwillige Ge burtshelfer erwiesen zu haben. Ein neues, fräftig aufsproffendes System ist da und ein neuer Geist. Der Warteraum. Leitfah war: auch hier schon mit Altem und Minderwertigem brechen. Wohltuende Umgebung wirkt doppelt angenehm ein auf jeden Kranken. Psychologen wissen das. Aerzte wissen es auch. Bei den meisten Kaffenärzten spürte man wenig oder gar nichts davon. Das schlechteste, winfligste, lichtärmste Zimmer war gerade gut genug zum Warten. Abgesessene Bänke und Stühle. Ein Tisch mit zerlesener Literatur Cangweiliger, oft anrüchiger Sorte. 3erfeyte Tapeten, schlechte Wandbilder in schlechten Rahmen. Ungenügende sy Hand stehen, bis Blak wurde, oft auf falten Serridoren. Hier und Kleider- und Schirmablagen. Viele mußten mit dem Hule in der aa jogar eine soziale Scheidewand und das gemütvolle Plakat: Für Raffenpatienten Aufgang über die Hintertreppe! Ein Wunder, daß dorthin gedankenlos überhaupt noch Rassenpatienten gingen. Wer sich viel bieten läßt, dem wird viel geboten. Da wird das Warten zur Qual. Bergebens fudjten Auge und Seele nach Ablenkung zu Schönem. Kalt und ungemütlich schon der Vorraum zum Allerheiligsten. Wird der Aestulap da trinnen ebenso froflig fein? Es war Zeit, zu beweisen, wie auch der ärmste kassenpatient Anspruch erheben darf, fein Denken und Fühlen gewürdigt zu sehen. In den Vorräumen der Ambulatorien findet es lebendigen Ausdruck. Sofort besticht der erste Eintrud. Neu sieht alles hübsch aus. Dennoch- hier hat noch anderes gewaltet, feines Empfinden für die Geistesverfassung des Kranken, beuhigendes Hinüberleiten zum Spruch aus ärztlichem Munde: Trachtet nach Licht für die bedrängte Seele, wo Schatten ist im franten Körper. Lasjet nicht alle Hoffnung draußen, die ihr hier einfehrt... tommt mit dem Gefühl, daß wir euer Bestes wollen, nach Pflicht und Gewissen geht nicht von dannen mit Groll im Herzen! Eleganz war nicht 85] -( Nachdruck burch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Mußte der Student denn nicht zusammen mit der Arbeiterschaft eintreten für die Freiheit des Gedankens, wenn er nicht sich selbst aufgeben wollte in seinem geistigen Beftande? Und was sind die Ursachen der Schande, daß er es nicht tat?" Suchend nach den Ursachen saß er an dem als Schreibtisch bienenden Küchentisch. Das Licht von links. Freute sich des Tages über das Licht von links und in den stillen Nächten an dem Gasarm, den er durch eine Rohrverlängerung mit Hilfe eines feiner Genossen über den Schreibtisch montiert hatte. Wenn alles schlief und nur das Gaslicht summte, spielten im Hofe die Ratten, läutete fein das Glöckchen, das ein Proletarierjunge einer Ratte um den Hals gehängt hatte. " Und im Zimmer nebenan aimet Katharina, die ich liebe. Biel mehr Glüd kann man vom Leben nicht erwarten!" Er berührte den Bleistift zärtlich mit den Lippen. Weil Katha rina ihn vielleicht einmal in die Hand nehmen würde. In diesen nächtlichen Stunden, da das Glöckchen in die Stille flang und die Sätze ihm gelangen, fühlte Jürgen sich und sein Ich organisch eingereiht in das Geschehen. Der Staatsanwalt hatte gegen die drei jungen Genoffen und Katharina, denen es damals gelungen war, durch die Polizeifette durchzuschlüpfen und, unter Hohn und Prügel feitens der Studenten, Flugblätter zu verteilen, Anklage erhoben, ebenfalls wegen Störung der öffentlichen Ruhe, in Berbindung mit Aufreizung zum Klaffenhaß. Die drei hatten je fechs Monate Gefängnis bekommen und faßen schon. Katharina, deren Vernehmung und Schlußrede als Sensation von den Zeitungen abgedruckt worden waren, verbrämt mit Bemertungen tiefsten Bedauerns für Herrn Geheimrat Lenz, follte am nächsten Tage in das Gefängnis. Jürgen schrieb bis in den Morgen hinein. Erst als er Das Klapperr bes Waschgeschirrs vernahm, flopfte er. Ratharina war noch nicht angekleidet. Und wie beide, stehend, in Der Umarmung verharrten, erhob sich in der Ede Katharinas schmutziggelber, langhaariger Schnaus, fchritt langsam herbei tes Arztes fein. Nehmen Sie, bitte, Blog!" Das mebt beffere Gefühlsfäden als das herrische: Seken Sie sich!" Mensch gegen Mensch. Hilfe gegen Not, ohne Rücksicht auf Nam' und Ari. des foll beim Arzt regieren. Freimd der Kranten soft er sein. Nicht Diener als Angestellter einer Roffe, aber auch nicht Beherrscher. Geschicies Burchen, ein louniges Wort, ein gelegentlicher quter Bik bringt. die Binde des Kranten seinem Arzte näher. Grobheit und foaenonnte Schneidiateit stehen ihn ab. In den Ambulatorien bahnt inzin richtig ist des nach den monal langen Dranofalierungen der fich dieser Geist gegenseitigen Verstehens und Vertrauens schnell an. Merficherten durch Merate, deren erfte rane mar: oben Sie auch Geld mitgebracht?" Bemerkenswert ist der starke Zuftrom von Erwerbslofen. Die Aerzte führen das aber weniger auf Unterernährung zurück. Sie meinen, her Arbeitslofe finde mehr 3eit, zum Arzte zu aehen. Nur eine oefteinerte objektive Nervosität, ohne fubjektive Reizbarfeit mar bei faft allen zu beobachten. In jedem Ponsultationszimmer ist eine Strantenschwester tätig, für Schreihemert. leichte Verbände, Einsprikungen unt ähnliche medianiche Berrichtungen. Das erfpart dem Arzte viel Zeit, gibt ihm die Möglichkeit, volferes Intercife der Srentbeit selbst zuzuwenden, ehe er verordnet. Auch jedes fleinere Ambulatorium hat ein für den Anfang ausreichendes Jnifermentarium und verstellbaren Unterfuchungsffvhl. Weiterer Ausbau rein ärztlicher Natur, besonders zu Laboratoriumszmerten, ist beabfichtint, um Untersuchungen des Blutes. Irins, Sputums, Monfaftes. der Faeces ufm. aleich an Ort und Stele vorzunehmen. Wie es im Chorafter solcher Behand fungsstellen fiest, müssen natürlich zahlreiche Ueberweisungen an andere Institute, die mit reicherem Behandlungsmaterial, mie Röntgen, Höhenfonnenapporoten und dergleichen, ausgerüstet mie Röntgen-, Höhenfonnenapparaten und dergleichen, ausgerüstet find. vor allem auch nach den chirurgischen, zahnärztlichen und orthonädifchen Instituten, stattfinden. In etwa der Hälfte der 26 Amtufatorien ist einfimeilen gewöhnlich nur ein praffischer Arzt tätig, in zweien( Chauffeeftr. 128 und Treptow. Effenstr. 2) auch eine Aeratin, in den übrigen neben dem praktischen Arzt eine Reihe interbrochen von 9-1 1hr, verschiedentlich sogar bis 2 1hr, außer von Spezialisten. Die Behandlumnszeit ist überall wochentäglich undem bei mehr als zehn Ambulatorien an amei er drei Tagen auch noch nachnittens. Das ermöglicht die Behandlung einer großen Anzahl von Patienten, stellt aber auch hohe Anforderungen an die für die nene großzügige Einrichtung mit befonderer Vorsicht ausemäh'ten Vorzte, von denen deshalb findlich gehässige Angriffe der ftreifenden Aerzte abfallen. Was die Patienten sagen. Bitte, reden Sie ganz offen, was Ihnen an dem Ambulatorium nicht gefällt. Wir leren grökten Wert auf die Meinung unserer Kranten, möchten allen erffffbaren Wünschen entgenentommen." Und sie redeten ganz offen. Wie ein bunter Faden zog sich durch die meisten Aeußerungen em fleiner Unmut über das lange Warten. Ja, das ist richtig. So schnell wie beim bisherigen Kaffenarzt geht es nicht mehr, soll es nicht gehen. Sofort nichten die Kranten beifällig. wenn der Vrat ihnen fagte:„ Das Warten wird aufgewogen durch eine beffere Untersuchung. Las Sie für sich felbft wünschen, ist auch der Wunsch und der Vorteil der vor Ihnen und blieb, als gehöre er zu allem, was geschah, dazu, vor ihnen stehend, den Blick zu Boden gerichtet. Es war erst fünf Uhr. Schon fiel der erste Sonnenstrahl auf das Fenstersims, brach sich, huschte schräg an der Wand entlang und verfing sich in der Ecke. Um acht Uhr mußte fie im Gefängnis fein. Sie faß, im Hemd, auf ihren Händen auf dem Bettrand. Der Schnauz war im Hofe bei den Ratten. Später sprachen sie von anderen Dingen. Er solle sorgen, daß für die drei Genossen gesammelt werde. Des einen Mutter habe nichts zu essen, solange der Sohn im Gefängnis sei. Nach dem Eramen nehme ich sofort eine Stellung an als Berwaltungsbeamter in einem großen Betriebe. Dann merden auch wir eine bessere Wohnung haben und regelmäßige Einfünfte. Und ich werde obendrein noch enger bei den Arbeitern sein als jeßt. Wir werden heiraten, um unötige Scherereien zu vermeiden... Ueberhaupt ein Glück haben wir, ein Glück!... Es wird ein Jahr vergehen, es werden fünf Jahre, groanzig Jahre vergehen, und immer werden wir zusammen sein. Was wir alles erleben werden! Ungeheuer viel! Wir sind Lebensgefährten. Katharina, welch ein Glüd! ... Sofort nach dem Examen nehme ich eine Stellung an." Katharina, die schon als Siebzehnjährige, anstatt Blumen malen zu lernen und für Buddha zu schwärmen, begonnen hatte, das Mehrwertgefeß und die Kapitelstonzentration zu studieren, sagte, wie er, der als linksgerichteter Sozialiſt be fannt sei, dessen Name schon so oft in den Zeitungen geftanden habe, ernstlich glauben könne, in irgendeinem Großbetriebe angesteut zu werden. Nun, dann eben nicht!" Sie blickten einander an, bis das selbe Lächeln in beider Gesichter entstand und sie wieder gleich auf gleich waren. " Deine Augen, Katharina, ach, deine Augen!" Wie unsagbar glücklich das eine Frau machen kann, dachte Katharina. Auf dem Wege bis ror das Gefängnistor erlebten sie eine Stunde vollkommensten Berbundenseins, wie nur zwei Menfchen es verstattet sein kann, deren Liebe vertieft ist durch die gemeinsame Hingabe an die selbe Idee. Sie schritten in ihrem Gefühle. leber alle Begriffe fchön fann das Leben sein." In ausbrechender Freude schlug fie die Arme um ihn. Wandte Dienstag, 26. Februar 1924 Wartenden." Andere wieder sagten, das Warten falle nicht mehr so schwer, weil ja nun der Warteraum einen so gemütlichen Einbruck mache. Manche beklagten sich, daß es nicht immer nach der Reihe gehe, waren aber beruhigt mit der Erklärung: Die Bevorjugten find stillende Mütter, schwangere Frauen und frisch Unfallverletzte gewesen." Sonst waren fie ausnahmslos mit der Systemänderung sehr zufrieden. In den Wartezimmern ist man ja im allgemeiner nicht sehr mittei sam. Hier aber bricht doch immer wieder die Freude durch über das Aufhören von Zuständen, die ven Woche zu Woche unhaltbarer geworden waren. Nach aiter Erfahrung ist die beste Einrichtung, das beste Bollen nicht gegen Kritik gefeit noch dazu bei Kranten hat alles Gefühlsleben eine individuelle Grundlage. Was der eine lobt, tatelt der andere, ohne daß man es ihm arg übelnimmt. Hier den Ausgleich zu finden, ist Sache des Arztes, der die Fähigkeit besigt, auch tie Seele zu fondieren. Denen aber, die aus eigensüchtigen Beweg. gründen wie Wespen nicht an den schlechtesten Früchten nagen, gilt das Dichterwort: Fühl dich nicht von Keinlichem Tadel Ungebärdig beleidigt; Groß ist nicht, wer gegen die Nadel Mit dem Schwert sich verteidigt. Das Krantenfaffen- Ambulatorium Trep'ow befindet sich Elienstraße 111( nicht Elienstr. 2, wie uns amtlich mitgeteilt wurde). Den ärztlichen Dienst haben ein praktischer Arzt und eine Kinder ärztin. Die Versorgung der Rentenempfänger. Bon der Fürsorgepflichtverordnung erwarten sie nichts Gutes. Die kurz vor Ablauf des Ermächtigungsgefeßes noch heraus. gekommene Reichsverordnung über die Neuregelung der Fürsorgepflicht bringt einschneidende Aenderungen der Fürsorge und des Rentenwefens. Zur Stellungnahme gegen diese Berordnung fand am Sonntag in Berlin eine vom Zentralverband der In validen und Witwen Deutschlands einberufene sozial. politische Reichskonferen 3 statt. Sie war start besucht von Delegierten der Organisationen für Sozialrentner und für Kleinrentner aus allen Teilen Deutschlands, auch aus dem besetzten Gebiet. Sozialdemokratische und kommunistische Abgeordnete beteiligten sich an der Tagung, aber Arbeitsministerium und Wohlfahrtsministerium hatten teine Vertreter entsandt. Genosse Johannes Lüneburg vom Hauptvorstand des Zene tralverbandes referierte über die Fürsorgepflichtverord nung. Das Reich lehnt durch sie die Fürsorgepflicht ab und überläßt sie den Ländern und Gemeinden. Darin liegt eine große Gefahr für die teilweise oder ganz Erwerbsunfähigen und daher Hilfsbedürftigen, für die Invaliden und Alten. Denn die Beschaffung der Mittel wird für die Gemeinden, die jetzt selber Not leiden, schr schwierig sein. Die Fürsorgeverbände, zu denen die Gemeinden sich zusammenschließen sollen, fönnnen für die Aufbringung der Mittele cine breitere Grundlage schaffen. Sie erinnern aber an die alten Orts- und Landarmenverbände und deren Geist tönnte leicht in ihnen wieder zur Herrschaft gelangen. Schuß vor dieser Gefahr ver. sprechen sich die Arbeitsinvaliden von einer Angliederung an die Kriegsbeschädigtenfürsorge. Unter lebhafter Zustimmung der Berfammelten erklärte der Referent, daß die Fürsorgepflichtverordnung abzulehnen sei. Die frühere Regelung durch das Reich sei beizubehalten und weiter auszubauen. Wenn aber die Berordnung nicht zu Fall gebracht werden kann, verlangen die Sozial- und Kleinrentner gewisse Sicherungen. Unter anderem hält Lüneburg für unerläßlich. daß sie in Beiräten und auch in einem Reichsfürsorgeausschuß durch von ihren Organisationen entfandte Vertreter an der Fürsorge mitwirken. Eine soziale Fürsorge ohne die Mitwir. fung der Leidenden sei heute undentbar. Ein Referat des fozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Genosse August Karsten beleuchtete den in den letzten Monaten begonnenen Rentenabba u. Einen Schlag ins Gesicht der Sozialrentner nannte er ihn. Der Abbau der sozialen Leistungen fönne schon nicht mehr überboten werden. Bei der Invalidenversicherung stehe der Rentenabbau in schroffem Gegensatz zu der Beitragserhöhung. Bei der Unfallversicherung sei der Rentenabbau ein willkommenes Ge schent an die Arbeitgeber. Karstens Forderung, daß mindestens Renten wie vor dem Kriege gezahlt werden, wurde durch lebhaften Beifall unterstrichen. Die Rentenempfänger werden, wie er darlegte, fich, zog die Glode. Und wurde von dem schwarzen Tore geschluckt. " Wo ist die Einsamteit?... Ah, meine Herren, es gibt feine Einsamkeit. Nicht einmal eine Trennung!" frohlodte Jürgen und ging an feine Arbeit. Ob der Herr im Reichtum oder im Elend lebt, aus einem warmen Teppichzimmer in eines mit feuchten Wänden und verfaulendem Fußboden übersiedeln muß, ob er Erfolge er ringt oder vom Leben Nadenschläge bekommt, hohe Ehren einheimst oder in Schimpf und Schande gerät der Hund hängt feinem Herrn immer gleich an. So unvernünftig ist der Hund, dachte Jürgen. Nur eines erträgt er offenbar nicht: getrennt zu werden von dem, dem seine Sympathie gehört." Katharinas Schnauz, bisher ein ausgelaffen heiteres Tier gewesen, hatte am zweiten Tage das unruhvolle Fragen eingestellt; er blickte Jürgen gar nicht mehr an, fraß nicht mehr, ledte manchmal etwas Wasser und troch wieder in seine Ede zurück. Jürgen mußte ihn gewaltsam füttern. Der Aufruf an die bürgerliche Jugend" war erschienen. Bei dem letzten Besuche, den Jürgen im Gefängnis machte, versuchte er, den Schnauz, der einzugehen drohte, mitzunehmen. Der Gefängnisdirektor, der aussah wie ein auf der Schwanzflosse aufrechtstehender, schwarzer Fisch mit dicem Bauch und kleinem, rotem Kopfe, ein vollblütiger, fünfzige jähriger Mann, höflich und zurückhaltend, gab nach minutenlengem, von bedauerndem Achselzucken und erschrecktem Augenaufschlagen begleiteten Erklärungen und Fragen, zwischen die er eine Serie forretten Lächelns gleichmäßig verteilte Lächeln nicht eines harten Gefängnisdirektors, fon dern eines Menschen mit Herz und Gewissen, der aber leider an Bflicht und Gefängnisordnung gebunden ist- Schließlich die Erlaubnis zur Mitnahme des Hundes. Beugte sich plötzlich herab und tätschelte wehmütigen Mundes das Tier. Und dann tam, als sei er schon zu weit gegangen und Jürgen schon zu lange im Direktionszimmer geblieben, unerwartet schnell die knappe Verbeugung und sofort ein Lächeln wehmütig in die Wangen zurückgezogener Mundwinkel. Und sofort wieder das erschreckte Augenaufschlagen. Jürgen war, wie er mit dem Schnauz die abgetretene Steintreppe hinaufstieg, der festen Ueberzeugung, daß der Ges fängnisdirektor früher oder später ins Irrenhaus tommen werde. ( Fortsetzung folgt.) burch den Abban ihrer ohnebies fargen Renten voffends dem Hun. jer überliefert Er mahrte, fich nicht auf Proteste zu be fdränken, fondern bei den bevorstehenden Wahlen die Macht der bürerlichen Parteien zu brechen. In der Disfuffion wies der kommunistische Reichstags= abgeordnete Waltzahn darauf hin, daß im Reichstan die Soziaibemofraten und die Kommunisten in Anträgen die Beseitigung der Fürsorgepflichtverordnung fordern. Für den Reichsbund der Kriegsbeschädigten erflärte Noad die Zustimmung zu der Stellungnahme der Arbeitsinvaliden. Einfimmig wurden zwei Entschließun= gen angenommen. Eine von Lünebura vorgeleate Entschlies Buna führt aus: Die Erwartungen der Schwochen und Leidenden, bor Cozia und Kleinrentner, sind durch die Berordnung über die Fürsorgepflicht nicht erfüllt worden. Entgegen allen sozialen Er fahrungen. die zur Sicherung der notwendigen Hilfeleistungen einen guten Fürsorgeträger, das Reich, fordern, ist die Regelung des Für'orrewesens jetzt den Ländern und Gemeinden übertragen. Die Ent chließung zeigt die Schwierigkeit der Mittelbefchaffung durch die Gemeinden und die Gefahr einer Durchdringura des Fürsorge wefens mit dem Geift der Armenpflege und fährt dann fort: Die Intereffen der Invaliden, Alten und Erwerbsunfähigen find deshalb außerordentlich gefährdet. und die heutige Reichstonferenz mus darauf bestehen, daß die müb'am errungenen Fürsorgeeinrich turgen und Haurtleistungen des Reides weiterbestehen und aus gebaut werden. Aus diefem Grunde lehnt die Reichsfonferenz die Berordnung über die Fürsorgepflicht ab und erwartet, daß der Reichstan die Aufhebuna biefer Berordnung beschließen wird. Die zweite Ertfchließung. von Karsten vorgelegt, fenn zeichnet die neuefte Bolitit in der Sozialversicherung. Sie probeftiert gegen den Renterabbau, fordert fofortine Aufmertung der Unfaffrenten urd Berechnung nach dem wirklichen Arbeitsverdienft imb mendet sich gegen die Abbaurläne bei der rvaliden- und Angestelltenversicherung. Nötig sei eine Bereinheit lichung der ge'amten Sozialversicherung. Reichsregierung und Reichstag follen Maknahmen gegen die entsetzliche Not der Sozial rentner und der Kleinrentner treffen. Zum Doppelmord in der Schleiermacherstraße. Bisher noch feine Aufklärung. Die Wohnung der ermordeten Frau Hoffmann und Frau Traut mann wurde am Montagvormittag von der Mordkommission noch einmal durchlucht. Es war schwer, bestimmte Feststellungen zu machen, we'f auch früher schon die größte Unordnung herrschte und alles Mont.he durcheinander lag. Solange der Ehemann Trautmann lebte. herrichte noch eirine Ordnung. Bis dahin ging es auch mit Finer Frau und feirer Tochter, der doma's schon verwitweten Frau Hoffmenn, nech besser. Erst nach seinem Tode tamen heibe Fraren immer mehr herunter, wenn auch beide Fruerne arbeiteten. Durdmühlt scheinen die Behältnisse in der hnung nicht zu sein, sonst hätten sie wohl auch noch aufgeftanden: Mrkwürdig ist aber, daß auch hier wieder, ebenso wie bei Fran Pierou in der nnarflrake. eine 11hr fehlt. Sie gehörte der Frau Hoffmann, die sie aber nie trug, fondern Ständer im Zimmer an einem Nagel hängen hatte. Ob der Mörder fie mitgenommen oder eine der Frauen fie nerfekt o er verkauft hat, mcik man nicht. Der 3intoraht. mit dem Frau Hoffmann erdroffe.t murde, hat sich nach der Befundung eines Zeugen schon längere 3 it in der Wohnung befunden. Eben'o das Mordmesser. Frau Traut mann wollte am Donnerstag zu einer Frau zum Ausbessern fem men, hat aber nichts mehr von sich hören laffen. Frau Hoffmann hat wohl auch die Absicht ghebt, am Donnerstormorgen ihre Arbeitsstelle in der Bergmennstraße aufzufuen. Sie hot wahrschein th, mie fie es zu tun pflegte, noch am Mittmotobene des Frühstück zurecht gemacht, das sie mitzunehmen beabsichtigte. Es find das mohl die Stullen, die im Wohnzimmer auf dem Tische ionen. Fran Troutmann bot ihr Bett noch benukt, ihre Tochter das ihrige nicht mehr. Sie ist mit dem Mörder nach der Küche gegangen und hat dort ihren Tod finden. Eine Anzahl Briefe. die tie Mordkom miffion in der Wohnung fond, wurde beschlagnahmt. Es wird ver fucht, aus ihnen vielleicht Anhaltspunkte zu finden. an denen es sonst bisher noch fehlt. Auch steht die Zeit, in der die Untat geschehen ist, noch immer nicht feft. Eine verhängnisvolle Verwechselung. Der Fiskus wird hastbar gemacht. Die Angelegenheit des Ingenieurs Franz, der nach feiner Freisprechung von dem Schwurgericht durch Rechtsanwalt Bahn einen Entschädigungsprozeß gegen den Fistus angestrengt hatte, hat eine überraschende Wendung genommen. Bekanntlich ereignete fich am Schlusse des Senfationsprozesses gegen das Ehepaar Franz ein besonderer 3 wischenfall Auf ärztliche Anordnung hatte Frank an einem der letzten Tage eine Morphiumrige erhalten follen. Der Krankenpflerer im Unterfuchungsgefängnis in Moabit hatte fich aber vergriffen und eine Chloralhydratlösung eingesprigt. Hierdurch entstand eine sehr schwere Blutvergiftung und am letzten Verhandlungstane, turz vor dem reis spruch, wurde Franz plüßlich ohnmächtig. Sofort nach seiner Frei forechung mußte Franz auf Anordnung des Medizinalrats Dr. Störmer in eine Rinit geschafft werden. Monatelang schwebte er in Gefahr, feinen rechten Arm durch Amputation zu verlieren, und er mukte mehrere sehr schmere Operationen durchmachen. Wegen grober Fahr fäffinteit eines Beamten hatte Franz gegen den preußischen Fistus eine Schadenersagtlage pon 30 000 Sold mart angestrengt, wobei er sich noch weit höhere Ansprüche vor. behielt. In der Klage wurde behauptet, daß Franz viele Monate arbeitsunfähig gewesen und erhebliche geschäftliche Nachteile erlitten habe. Ein weiterer Teil der Klage beansprucht Schadenersatz für wertvolle Wäschy, die ihm im Untersuchungsgefängnis in Moabit ge stohlen worden sei. Nunmehr hat das Landgericht I auf Antrag von Rechtsanwalt Bahn im Wege der einstweiligen Verfügung ange. ardnet, daß der Fiskus an Franz vorläufig 10 000 Goldmart zu zahlen hat. Der Beschluß des Landgerichts ist bereits dem Fiskus zugestellt worden. Der Hauptprozeß dürfte sich noch lange hinziehen und ein interessantes Präjudiz für Fälle aufstellen, in denen Unterfuchungsgefangene in Gefängnisfen nachlässig behandelt werden. Echon wieder ein Tollwutfall? Der Terrier des in der Rotberstraße wohnenden Eisenbahn beamten Roof bis Sonntagnachmittag bie 14jährige Todter Martha bes Root. Der berbergerufene Tierarzt war der Ansicht, das wahrscheinlich ein Tollwut'all vorliege und ließ den Hund im Tiericbuz berein töten. Tas gebissene Kind wurde fogleid geimpft Rach den angestellten Ermittlungen hatte der Hund bereits acht Zane lang fein utter teben laffen und war infolgedessen start NEUE B C GU Arbeiter- Sport A Das neue Turnen. " Mitglieder zählen. Ter diesjährige Bundestag( Ostern 1924 in Ham burg) dürfte eine ganz bedeutende weitere Steigerung der Mitglieder. Städteringfampf. Bor furgm weilte der EC. Berolina- Neuföln in fchaf starpf im Ringen auszutragen. Hier stieß Berolina" auf Eberswalde, um mit dem dertigen EC. Eiche einen Manns einen starten Provinzverein, doch konnte„ Berolina" durch bessere Hentschel, Schmidt und Klen fieg'en nach schönem technischen Kampf, Technit den Kampf mit 5: 1 zu feinen Gunsten entscheiden. Droas, während Seelenbinder und Fengler nur mit ihrem besonders starten Gegner unent chieben ringen fonnten. Zugleich unterstützten von Barteberg das Fit mit ihren guten Leistungen. Berolina" die Heber Burisch, Wordelmann Kallweit, Helmfe und Auf dem Gebiet des Frauenturnens haben wir schon wiederholt auf zahl aufweisen fönnen. Ein Beweis dafür, daß das Schach piel auf die neuen Uebungsformen hingewiesen( rhythmische Gymnalit, Mufit- bcm testen Wege ist, Allgemeingut der arbeitenden Bevölkerung zu turnen usw.). Nun soll auch das Turnen der Männer reformiert werden. werden, wenn es auch einige Zeit dauern wird, bis das Neue in allen Bereinen Eingang gefunden hat. Die bisherige Turnerei fteff und nimmt zu wenig Bezug auf die Auswirkung für tas ift zum Teil in ihrem Wesen zu schwerfällig, plump und prattische Leben," so urteilt der Bundesturnwart Benedig über das steff und nimmt zu wenig Bezug auf die Auswirkung für tas alte Turnen. Und in den„ Turntechnischen Merkblättern" eines ist infolge der früheren militarisierung der deutschen BeltsBerliner Arbeiterturnvereirs lefen wir:" Die alte Turnerei massen in falsche Bahnen gelerft worden. Uebermäßige Straffheit hölzernheit der Bewegung geführt. Beim Marsch wurde wie beim und übertriebene Körperbeherrschung haben zur Steifheit und Militär aufgef ampft, taß der Boden dröhnte. Mit fräftigem Bumm" wurden die Wendungen ausgeführt, und beim" halt" Der EC. Berolina", Mitglied des AABD., melcher über drei Uebungen danach, ob fie flappten", das heißt: stramm militärisch Bogabteilung unter Lei'ung 3mcier erfahrener Trainer. Mitmußten die Fenster fliren" Auch das Publikum beurteilte alle aute Ringermannschaften verfügt, eröffnete auch am 1. Februar eine gründlich aufgeräumt werden. Die Arbeiterturner stellen jetzt vier Lebungsstunden für Boger Montag und Donnerstag für Ringer ausgeführt wurden. Mit diesem Bumm" und Krach" soll nun alieder werden jederzeit aufgenommen. Anmeldungen in den an die Spize ihres Programms: Leicht, Loder, Leise, Leb. Dienstag und Freitag von 8 bis 10 Uhr in Neukölln, Kaferhaft. Es gibt fein Marschi- ren( Stampfen auf den Abfäßen) Friedrich- Straße 86 in den„ Gambrinus- Festfälen. Gäste sind will. mehr, sondern nur noch ein Gehen( leile und elastisch auf den Fuß fommen. ballen bzw. Fukfpiken). Ter Lauf wird leile ausgeführt, federnd mit entspannter, bewerlicher Muskulatur. Nach der geturnten wie ein edles Rennpferd soll der Turner über den Boden fliegen benn der Turner foll nur durch Weaftellen des linten Fußes cine l'ebung gibt es fein Rührt euch, sondern ein Ausruhen, Ruheftellung einrehmen. Ferner müssen die Turner fich nun mit der Musif vertraut maden; Gehen, Lauf und Freiübung n sollen burch das Ueben nach Mufit leicht, loder und lebhaft gestaltet wer den. Das Gehen gefdieht in furzem Schrittatt nach dem Zeitraß Gehen zum Laufen und umaefehrt eine besorders intereffante und br 4- Note. tas Laufen in-Note, wobei der Uebergang vom mertvolle Uebung ist. Neu ist auch der Sprunglauf. bei dem im Pauf hoch und weit( aber leife) gefprungen wird. Wo in den Abteilungen noch teire Mufit vorhanden ist, tann der Taft auch durch Hardflatschen behelfsweise erfekt werden. Die Mufit- Freitag, in der Badeanstalt Gerichtstraße. Männerffaffel, beliebig. 6 × 38 ter: übungen fellen sich dem Rhythmus der Musit anpassen. Arme und Beine bewegen fich lanafam, fchwingen oder ftoßen in harmonisdyr Veberein" immung mit den Peitmaßen. der Tone. Eine ardere Art bilden die von der Leichtathletit zuerst gepfl- aten Trainings= fannten, ffon oft humoristisch übungen, die von Ausdauern. die den med diefer Ucbungen nicht aufgenommen wurden. Die Trainingsübungen sollen die rlanıräkige Durcharbeitung des ganzen Rörpers zeiger, mebi meter Gleichmäßigkeit notwendig ist, noch ein Bumm, bumm" gezeigt werden soll. Das neue Turren hat den Grundsatz:„ Wir wollen den Turner nicht hören. fordern feben!" Tas Turnen soll zur Lebensichrle merden, die die Jugend zu lebensfrrhen, gefunden und bew elichen Menschen erzieht. Aus den Körperbewegungen soll die Fraft erwachsen, die jeder Mensch braucht, wenn er im Kampf ums Lasein nicht unterliegen soll. Das Schachspiel in Arbeiterfreifen. hören und auf dem Boden der Arbeiterbewegung stehen, worden Alle Freunde des Segelsports, bie noch feinem Verein ange Seglerfrarte des Arbeit r- Turn- und Sportbundes anzugliedern. An hiermit aufgefordert, sich zu Vereinen zusammenzuschließen und der bestehende Vereine wird das gleiche Ersuchen gerichtet. Anfragen und Anmeldungen find an den Vorsitzenden ter technismen Rem mission zu richten: Karl Brünner, Nowawes b. Potsdam, Turnstr. 31. Arbeiterturnerbund, 4. Bezirk. Sonntag, ben 2. März: Besirtstag. in Jüterbog, Lofal Raiseraarten. Die Delenierten der Groß- Berliner Vereine fahren am besten morgens 5 Uhr ab Anhalter Bahnhof oder 7.28 ab Potsdamer. Ringbahnhof über Roffen- nerenberg. Baut Bezirtsvorstandsbef Ink follen die Bereinsdelegierten den Bezirksbeitrag von 10 Bf. für 1924 mitbringen, weil die Bezirkskaffe ohne Rittel ift. Resultate vom Schwimmfeft Borwärts 1897", Gruppe Norben, am Sonn 1. Norden, 2 Min 80 Eet., 2. Norb- Oft 2 Min. 334 Gef. Jugendftaffel, 4 X 38 Meter. 1. Norber Id Min. 574 Gel., 2. Norden II 2 min. 014 Set. Damen jugendfchwimmen, 38 Meter, intern, Rlaffe B: 1. Pietsch und Lüfa, 41 Set., 2. Förster 42 Get.. Jugendrückenschwimmen, 76 Meter, intern, Klaffe B: 1. Liepe, 32 E 2 Langb der 32 Get. Damenschwimmen, 38 Meter, Alaffe B, intern, beliebig: 1. Müller 371 Get., 2. Lehmann 39 Get. Manner bruft itaffel. 4 X 76 meter: 1. Nord- Ost 4 Win. 26 Get., 2. Lichtenberg 4 min. CT.Fe P 78 Meter: 2) Bruft: 1. Brunikowski 001 C 1 Rin. 09 Get., 2. Edhmitt 1 in. 12 Get.; b) Rülden: 1. Bandel 1 min. 10 Get., 2. Eeifert 1 Min. 11 Eet.: Damenbrufifteffel, 4 X 88 Meter ( 2 Damenjugend und 2 Damen): 1. Gülden 2 Min. 29 Get., 2. Norben I 2 min. 30 Get.. Große Jugendftaffel, 38-76-1152-76-38 Meter beliebig. 1 Norden, 4Min. 56 Gef.. 2 Lichtenberg 5 Min. 12 Gef.; Männerschwimmen Rlaffe A, 190 Meter: 1. Werner 2., 2 Min. 243 Eet., 2. Anhalt R., 2 Min. 31 Get.; Jugendschwimmen. 76 Meter, a) Bruft, infern., Alaffe B: 1. Drömert, 1 Min. 12 Get., 2. Lüd, 1 Min. 123 Eet.; b) Seite: 1. Lange, 32 Gef.: 2. Lübike, 34 Get. Dament oenftaffel 2x38 meter: 1. Lichtenberg. 1 Min. 45 Sekunden, 2. Rorden 11 min. 58 Get.; Domeninnendid mimmen, 76 Meter, laffe A: 1. Christophei G.. 1 min. 152, 2. Hardt, R., 1 min. 16 Get.; Männer Klaffe B, furze Gtrede. 38 Meter, intern: 1 Schulze, 25 Gcl., 2. Muller, 26 Get.; Fraenbruftstoffel. 3 X 38 meter: 1. Norden 1, 1 min. 851 Gef., 2. Norden II, 1 min. 36 Set.: Gtredentauden: a) Männer: 1. Pesch, 50 Meter 38 Get., 2. MapleG., 50 m. 423 Gef. b) Damen: 1. Kurze Stred für Sugend, Alaffe B, 38 Meter, rildenschwimmen. Rlaffe B, 38 Meter, intern.: 1. Förster, 412 St., 2. Lösch 42 Ect.; Damenfwimmen. Alaffe A, 76 meter: 1. Glimm B., 1 Min. 16 Get. 2. Miller N., 1 min. 203 Set.: Männerlagenitaffel, 4X38 Meter: 1. Lichtenberg, 1 Min. 474 Set., 2. Norboft 1 min. 50 Set.; Wasserballspiel. Männer: Norden Süden 6: 4 für Norden( 0: 3). Idom Sportlich Bereinigung Rotenb. Cefchäftsstelle Berlin N. 13, Serenberg 24 IV. Der Fukball Berein rminia bat in der außerordent fichen Generalve fammlung befchloffen fich ber Sportlichen Bereinigung Roland anzufchließen. Arminia foielt unter dem Namen Roland in der Mes. Fußball meiter und find sämtliche Zuſchriften, bie Fußballabteilung betreffend, an obenbezeichnete Abreffe zu fenden. Terminkalender: Dienstag und Donners tag 8-10 Uhr Turnen Carmen- Enlva- Str. 25, Sonnabend 148 Uhr aufer ordentliche Mitaliederkung der Männer. Fraren- und Jugendabteilung im Sportlokal Berliner Rindt. Schihaufer Afce 65, Donnerstag. 28. februar, 7 ht. Sport, Turn- und Werbeckend in der Turnhalle. Für die Frauen. Soden- Abteilunga tönnen sich noch Genoffinnen an den Turnabender oder in der Geschäftsstelle melben. Die L. und 2. Fußballmannftoft fucht file die folgenden Sonntage Gefellschaftsspiele. Telephon: Sumboldt 4457, Reſtau Trotzdem das Echachspiel nach Beendigung des Krieges auch in Aufnahme gefunden hat, oibt es immer noch Arbeiter in genügender weiten Kreisen der arbeitenden Bevölkerung Eingang und freudige intern: 1. Liepe, 283 Cel. 2. Remontowsti R., 56 Sct.; weiblites Jugend Bahl, denen diefes edle Spiel aum dem Namen nach bekannt iſt. Warum soll der Arbeiter Schach spielen? Wenn jeder Arbeiter sich über die Notwendigkeit des selbständigen Dentens und Handelns flar wäre, dann wäre diese Frage leidt zu beantworten. Schach- tr. spiel ist geistiges Turnen! Genau fo wie durch das Turnen Echachspiel der geistigen Ertüchtigung. In Erkenntris diefer Tat ber Körper itart und widerstandsfähig gemacht wird, dient das fache hat es sich der Deutsche Arbeiter Schachbunb zur Aufgabe nemecht, das Schach'piel hes noch bis vor einigen Jahren ein Privileg der besigenden Klassen marin möglichst weite Kreise der Arbeiterklasse einzuführen. Es werden damit zwei Biele erreicht. Zunächst wird den Arbeitern Gelegenheit gegeben, ich durch Pflege tiefes edlen Spiels zu freien denkenden Menschen heranzubilden und weiter würden die Arbeiter den Karten-, Würfel. und fonftinen G'ücksspielen die in ihren Auswirkungen das Solis die in ihren Auswirkungen das Solis daritätsgefühl der Arbeiterklasse untergraben entfagen. Die entfagen. Die Arbeit des„ DAS" in den vergangenen Jahren ist denn auch nicht vergeblich rewesen. Bereits zum 1. Internationalen Arbeiter- Schach. turnier( Ostern 1923 in Berlin) fonnte der Bund über zehntausend tant Krebs. Freie Turnerffaft Grok- Verfin. Mittwoch, 7 Uhr, Bereinsjahresverfammte Freitag, 28 Uhr, 2 hrstunde für das Tuma Reichenfaal Weinmeisterstraße. Frauenturnen Turnhalle Petersburger Str. 4. Bro Abteilung 2-3 Turnerinnen. Treffpunkt 1 Uhr Cörliker Behnhof. Bezirk Elden: Gonntag, 2. März. Familienpartie nach Raud fangswerder. Freie Turnerschaft Sd öreberg. Die Jugendabteilung turnt jeben Montag und Donnerstag 8-10 Uhr Belziger Straße. Gäfte wiltommen. abgemagert. Außerdem ließ er ein fortdauerndes beiieres Bellen| Selle des Eiles in der Nähe eines Brüdenpfeilers die Geschwister hören. Ob es sich tatsächlich um einen neuen Tollwutfall handelt, vird erst die fre stierärztliche Unteríuchung ergeben. Die Stadtverordnetenversammlung hat für die nächste Sigung ( am Donnerstag um 35 Ulor) aut orer Tagesordnung wieder bauptsächlich Anträge und Anfranen. Sie betreffen unter anderem: Wohnungsbau, Mietezuschüsse, Gaspreiebemefiung. Griver belofens füriorge, Cozialversicherung, dulwefen. Persona abbau, auch Abbau des Magistrats und der Bezirkeämter. Weitere Herabsehung der Elerpreise. Die Abteilung W des Bolizeipräsidiums Berlin teilt mit: Die Gier- Notierungston mission hat die Eierpreise vom 26. Februar as in folgender Höbe feftaefezt: Für freiche große Gier im Großhandel auf 18. im Sleinhandel auf 16, für fleine Eier im Großhandel auf 10, im Kleinhandel auf 12 Bf. Die Herstellung von Schlagfahne nach wie vor verbofen. Es ist nach wie vor nach den Borichien über die Bewunicattung von Milch und den Verkehr mit Milch berboten, laniabne berzustellen ohne Rückfiht darauf, ob die Herstellung aus ausländischer oder inländischer abne erfolgt. Bei Zuwider handlungen wird die Abteilung W des Bolizeipräsidiums Berlin dur Entziebung der Handelserlaubnis bezw. durch Handels. beriagung gegen die Schuldigen vorgehen. Es werden daber die in Betracht kommenden Streife, Bädereien. Konditoreien. Raffees uiw., auf die genaue Innehaltung der geseglichen Bestimmungen hin. gewiefen. Drei Kinder vom Tode des Ertrinkens gereftet. An der Köthener Brüde vergnügten sich Sonntagnachmittag gegen 4 Ubi meb rere Kinder mit Schlichublaufen. Dabei brochen an einer morichen Paul und Elie Lambach aus der Brunneustraße 130 iowie der Schullnabe Alwin Ladewig aus der Kaiierin- Augusta Allee 47 ein und veiianfen in den Finten des Landwehrkanale. Ediffer, die mit ihren Kähnen in der Nähe vor. Anfer lagen, eilten berbei und 1ogen die drei Kinder noch lebend aus dem cistalten Wasser. Zm Elisabeth- Krankenbaus fanden die Geretteten Aufnahme. Haut Ihre hungert WELTBEKANNTE BATSCHARI QUALITÄTSMARKEN und friert! Unabsehbar sind die Folgen für Gesicht und Härde! KOMBEI LA CREME ernährt, heilt und schützt die Haut und erhalt sie dauernd. gesund, zart und jugendschön. Es gibt nichts Wirksameres, als KOMBELLA KOM3FLLA CREME KOMBELLA- SEIFE Koch& Peeland Stets im Zeichen der Mode Herrenstotte, Das Neues'e" Gabardine, Cord und Ripsgewebe. Mir. 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Befanntlich hat Wintershall, das die Mehrheit im Kalisyndikat erstrebt, vor gut andertholt Jahren die Rugenfäufe vollzogen. Es folgte dann ein langer Prozeß zwischen den beteiligten Barteien, der jetzt mit der formellen Einver: eibung der Berle in den Wintershalltonzern endigt. Die Quote des Wintershallfonzerns im Ralifyndifat erhöht fich damit auf rund 410/1000. Dadurch ist der Wintershalltonzern keinem Ziele wieder nahegerückt. Im Augenblid dürfte er aber sehr wahrscheinlich berci's die Mehrheit im Kalisyndikat befizen. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat Wintershall be heldburgwerte und die Gemertschaft Einigteit im hannover chen Gebiete etenfalls erworben. Berkäufer von Held burg ist das bekannte Banthaus Gumpel in Hannover, während Ginigfeit bis jetzt in amerifenischen Händen mar. Die tiefere Bedeutung jener Konzentration der ausschlaggebenden Macht im Ralifynditat durch Wintershall ist die Beherrschung ber Ralipreispolitit. Aktiengeschäfte der Industrie. benno bie Sachlage hinreichend scharf. In der vorstehenden Tabelle fällt zunächst die veränderte Stellung der einzelnen Getreidearten auf. Der Roggen, vor dem Kriege an letter Stelle, ist jetzt zum wichtigsten Erportgetreide geworden: die exportierte Menge war schon im vergangenen Wirtschaftsjahr fast ebenso groß wie vor dem Kriege; im laufenden Wirtschaftsjahr ist sie bedeutend größer. Die weltwirtschaftliche Bedeutung des Bieberauflebens des russischen Getreideegportes der größtenteils auf dem Seemege er folat läßt sich zurzeit noch nicht ausreichend beurteilen. Auf alle Fälle steht fest, daß der diesjährige russische Export auf den Getreidemeltmartt von schwerwiegendem EinIuß i ft. Wie groß Rußlands Getreideausfuhe im laufenden Wirtfchaftsjahr insgesamt sein wird, fann man jetzt nicht einmal annähernd überbliden, zumal infolre der Spätreife der Export aus der legten Ernte erst Ende September beginnen fonnte. Es Die obigen Ziffern sprechen für sich. Sie zeigen die Rückkehr Rußlands als Lieferant auf den europäischen, im befonderen den Deutschen Nahrungsmit'emarft. So wird, gemeinsam mit dem lleberfluß der neuen Welt, die deutsche Landwirtschaft von zwei Seiten unter die Zange der freien Ronkurrenz genommen werden. werden ihr Schutzölle nicht helfen und, wenn sie es fönnten, auch garnicht he'fen dürfen: wir brauchen diesen Ueberfluß, damit das deutsche Bot sich endlich wieder einmal ans fatteffen gewöhnt, zum anderen muß der Drud der freien Konkurrenz zur neuerlichen Intenfievierung der deutschen Landwirtschaft führen. Die Not der Schnapsbrenner. Auf der Generalversammlung des Vereins der Spiritusfabri fanten in Deutschland erstattete Regierungsrat a. D. Kre! h den Bericht über die wirtschaftliche Lage dieses Gemerbes. Danach haben die deutschen Brennereien im Betriebs jahr 1922/23 nahezu 2 Millionen hettoliter Spiri tus hergestellt, nach dem Kriege ist es die größte deutsche Spiri. tuserzeugung gewesen; gegen die Jahreserzeugungen unmittel bar vor dem Kriege bleibt die des Berichtsjahres aber noch um 50 Broz. zurüd. Sehr schwach war der Spiritusabfaß mit ungefähr 500 000 Hektoliter Trinkbranntwein und 570 000 hektoliter vergälltem Spiritus. Die Monopolverwaltung ist daher in das neue Betriebsjahr mit Beständen von über eine Million Hektoliter hineingegangen. Redner führte das Mißverhältnis zwischen Erzeugung und Absatz auf die Preispolitik der in dieser vom Reichsfinanz ministerium starf beeinflußten Monopolverwaltung zurück. Im Betriebsjahr 1923/24 war zunächst die Erzeugung mäßig, seit Januar hat sie sich aber auch bei den landwirtschaftlichen Brennereien In den jünggit vergangenen Jahren ist im besonderen in der Schwerindustrie viel spekuliert, im Effektengeschäft gearbeitete mor. ben. Bar irgendwo eine Attienmehrheit geschaffen, dann wurden häufig vielstimmige Borzugsaftien ausgegeben und so mit einigen Goldpfennigen die an der Börse aufgekauften Unternehmen beherrscht. Die Stammattien wurden wieder auf den Martt gefehr gehoben. Bei den Landwirten herrsche bedenklicher Geld worfen oder in Reserven gelegt. Jegt, da Goldgeld gebraucht wird, tommen im besonderen aus den Händen der Schwerindustrie fort laufend Beteiligungen und Aktienpakete auf den Markt. mangel, die landwirtschaftlichen Brenner hielten einen starten Betrieb aufrecht, um möglichst bald das Spiritus. übernahmegeld in die Hände zu bekommen, ins besondere aber auch, um mit der Schlampe Kraftfuttermittel zu möglich sei. Bie die„ B3." schreibt, hat jetzt die Firma Krupp, die bereits bor längerer Zeit einen großen Bosten Mannesmannattien im Betrage von über 10 Millionen Mart nominell von ihrem Beschaffen, deren sonstiger Erwerb infclge fehlender Geldmittel nicht ftand veräußerte, auch ihren sehr erheblichen Besitz an Attien der Rheinischen Metallmaten und Maschinenfabrit 2.-G. in Düsseldorf abgestoßen. Zur Beschaffung weiterer Betriebs. mittel sollen von der Firma Krupp auch größere Attierbeträge der neugegründeten besonderen Aktiengesellschaften, wie der Germaniawerft und des Grusonwertes lombardiert worden sein. Berkauf von Aftienpaketen ist natürlich nicht Aufgabe der Konzernbeziehungen. Man macht nur Reserven aus der schönen Seit der allgemeinen Entwertung" mobil Ruhlands Wiedererwachen als Getreideerporteur. Die ungeheuerlichen Beränderungen der Ernährungsgrundlage ber ganzen Welt, mie fie durch den Krieg und seine Nachwirtungen ausgelöst wurden, werden zumeist geringer eingeschätzt als sie in Wirklichkeit ausmachen. Wir entnehmen deswegen der u. 5. 3" Die folgende Zusammenstellung der Umbildungen, die allein schon die ruffische Getreideausfuhr feither burchgemacht hat. Sie fällt mit einer starten Bergrößerung der Getreideanbaufläche der Belt zufammen. Bor dem Kriege ftand Rußland unter den Getreideegportländern durchaus an erster Stelle. An der gesamten Ausfuhr Don Bro'getreide( Roggen, Weizen und Mehl) aus den sieben michfigsten Ausfuhrländern( nämlich Rußland, Argentinien, Kanada, Bereinigte Staaten, Rumänien. Britisch- Indien, Australien) war Ruß land im Jahresdurchschnitt 1909/13 mit 31 Bro 3. beteiligt; an der gesamten Ausfuhr von Futtergetreide( Gerste, Hafer, Mais) aus denselben Ländern fogar mit 48 Proz. Durch den Krieg und die inneren Erschütterungen schied Rußland aus der Reihe ber Betreibeegportländer aus und wurde zu einem Import land, bas 1921 einen Einfuhrüberschuß von 1,4 Millionen Doppelzentner Weizen und Reggen fomie 0,7 Millionen Doppelzentner Weizenmehl und 1922 einen Einfuhrüberschuß von 3,8 Millionen Doppelzentner Weizen und Roggen somie 2 Millionen Doppelzentner Mehl aufzuweifen hatte! Seit dieser Zeit aber ist ein allmähliches Aufleben des russischen Betreibeegports festzustellen. Nachfolgende Bah'en verdeutlichen das; dabei ist der befferen Charakterisierung megen für ben fünfjährigen Durchschnitt 1909/13 der Ausfuhr. überschuß in Betracht gezogen, während für das Wirtschaftsjahr 1922 23( das ruffische Wirtschaftsjahr beginnt mit dem 1. Oftober) nur die Ausfuhr in Rechnun gestellt wurde, weil die Getreideeinfuhr 1922'23 von insgesamt 22 000 Tonnen feine wesentliche Rolle fpielt. Es betrug in 1000 Tonnen: Weizen Roagen • Stenb Ausfuhr im Birticha'tsjahr Ausfuhrüber fchuk m Jabres burchschn 1909/13 1922/23 4117 534 27 518 Safer. Mais. 8 700 1068 754 88 26 25 Getreide qui. 10 178 684 Berste Die Aussichten für das landwirtschaftliche Brennereigewerbe feien 8urzeit fehr schlecht, der Trinkbrann'weinabsatz werde durch die Gemeindegetränkesteuer ungünstig beeinflußt. Start beeinflußt werde die Wirtschaftlicheit der preußischen landwirtschaftlichen Brennereien durch die neuerdings erfolgende Heranziehung zur Gewerbesteuer in der höchsten Klasse Nech immer leide die Kartoffelbrennerei, ebenfo wie die anderen Kartoffeln verarbeitenden Gewerbe und der Kartoffelbau darunter, daß die Kartoffelzwangswirtschaft für die gewerbliche Berarbeitung der Kartoffeln nicht völlig aufgehoben sei. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Mittwoch, den 27. Februar, pünktlich abends 6 Uhr, im Jugendheim, Lindenste. 3: Sigung des erweiterten Borjiandes. Die Mitglieder des engeren Borstandes treffen sich um 5 Uhr zu einer Borbesprechung im Setretariat. * 5. Kreis Friebrichshain. Seute, Dienstag, nadm. 2 Uhr, Rufammenkunft der BSBD. Erwerbslofen in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtftr. 36a. Bor trag über Goldmieten und Mieterfchug". Ref.: Gen. Dr. Freund, M.d.8. 9. Kreis Wilmersdorf. Mittwoch, den 27. februar, 7½ Uhr, Bersammlung der Konsumgenossenschaftsmitglieder bei Rohr, Stadtpart, Raiferallee 51/52 Tagesordnung: Aufstellung der Wahlvorschläge. Erscheinen Pflicht. 11. Rreis Schöneberg- Friedenau. Mittwoch, den 27. Februar, nadm. 3-5 Uhr. Lotal Alfred Bill, Martin- Luther- Str. 69, Arbeitslosenversammlung. Ref.: Gen. Stadtverordneter Rasper. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Freie Schulgemeinde! Freitag, ben 29. februar, 7½ Uhr. Mitgliederversammlung in der Schulaula Senefelderstr. 6. Vor trag des Gen. Rreußiger über: Der Stand der weltlichen Schulen." 17. Kreis Lichtenberg. Die Bortragsreihe zur Vorbereitung der Funktionäre für die Wahlbewegung beginnt am Dienstag, den 4. Mära, abends 7 Uhr. im Rathaus, Möllendorfstraße. Heute, Dienstag, den 26. Februar: 37. Abt. 7 Uhr Funktionärfihung bei Pfeifer, Sausburgftr. 2. Jungsozialisten, Gruppe Lichtenberg. 7 Uhr Jugendheim, Barkane 10, Aus sprache über: Die Borarbeiten für die Reichstagswahlen." Gruppe Tempelhof Mariendorf. 7% Uhr Jugendheim Tempelhof. Enzeum Gere maniaftr. 4/6, Lichtbildervortrag des Gen. Bitthauer über: Werden und Bergehen im Weltenraum." Gruppe Süben. 8 Uhr Juristische Spreche ftunde, Lindenstr. 3, Distusfionsabend. Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch, den 27. Februar: 8. Abt. 7 Uhr Gaal 5 des Gewerkschaftshaufes, Engelufer, Bortrag des Gen. Dr. Caffau über: Wirtschaftspolitik." 6. Abt. 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 22/23, Bortrag des Genoffen Robert Breuer. 7. Abt. 7% Uhr Zahlabende bei Döll, Bergstr. 71, Dahms, Schlegelftr. 9, Beirau, Pflugftr. 1, und Diete, Bonenstr. 19. 8. Abt. 7½ Uhr bei Gründer, Schwerinstr. 13, Bortrag über: Die kommen ben Wahlen." Ref.: Genoffe Kurt Heinig. 10. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Alle Mitglieder besuchen die heute abend stattfindende Kreismitgliederversammlung in den Arminius. Hallen. 11. Abt. Die Abteilungsmitgliederversammlung fällt aus. Alle beteiligen fich heute an der in den Arminius- Sallen stattfindenden Kreismitgliederver fammlung. 14. Abt. 7% Uhr Schulaula Demminer Straße. Bortrag des Gen. Ströbel über: Die politische Bage und die Politik der Partei." Da um 10 Uhr geräumt werden muß, wird pünktlich begonnen. 15. Abt. 7 Uhr bei Goldbach. Binetaplas 7, Bortrag: Der bevorstehende Wahlkampf. Referentin: Genoffin Seeger. 17. Abt. 7 Uhr Schulaula Tegeler Str. 18, Vortrag des Gen. Dr. Freund, M. d. L. 18. Abt. 7% Uhr bei Gadife, Lindower Str. 26, Bortrag des Gen. Säußler über: Der wirtschaftliche Rampf der Arbeiter." 19. Abt. 7 Uhr Schulaula Gotenburger Str.( graue Schule), Thema: Bas erwarten wir vom Parteitag?" Ref.: Genoffe Briniger. 21. bt. 7½ Uhr Schulaula Plantagenftr. 15/17, Bortrag des Genossen Dr. Levi, M. d. R., über:„ Die Bedeutung des Klassenkampfes." Die Ber zirksführer laden hierzu ein. 24. Abt. 7 Uhr im Weißen Gaal der Unions- Feftfäle, Greifswalder Str. 222, Referent: Schriftsteller Armin T. Wegner über: England nach ben Wahlen Deutschland vor den Wahlen." Mitgliedsbuch legitimiert. 25. Abt. 7 Uhr Rahlabende bei Gott. Cramer, Lemble und Bülow. 30. Abt. 7 Uhr Zahlabende: Bezirke 940, 941 und 942 bei Poft. Enchener Str. 103, 943-946 bei Gdjmidt, Bappelallee 64, 951-954 bei Boffmann, Enchener Str. 8, 971--979 bei Mahntopf, Carmen- Sylva- Str. 123, 980a, b, c, d bei Stoll, Ranzowftr. 10. Thema: Wahlarbeiten. 31. Abt. 7 Uhr Schulaula Schönfließer Str. 7, Fortsegung der Tagesordnung. Bon 7-7 Uhr werden Beiträge tassiert. 32. Abt. Die regelmäßige Mitgliederversammlung fällt aus. Die Bezirkss parteitagsdelegierten werden erfucht, am Freitag, den 29. februar, abends 6 Uhr, in der Bersammlung des Gen. Obst. Rüdersdorfer Str. 46, 3 r., zu erscheinen. 34. Abt. 7 1hr Schulaula Memeler Str. 24. Bortrag des Gen. Roßke, M. b. R., über: Der Kampf der Arbeiterklaffe in der Jektzeit. 36. bt. 7% Uhr Schulaula Petersburger Str. 4, Vortrag des Genossen Dr. Rechlin über: ,, Auswärtige Politik." 37. Abt. 7 Uhr Schule Sausburgftr. 20, Tagesordnung: Die Yommenden Reichstagswahlen." 2. Distuffion. 3. Berfchiedenes. Ohne Mitgliedsbud fein Eintritt. 39. Abt. 7 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag über: Birt fchafts- und Finanzprobleme." Ref.: Gen. Emil Barth. Um 6 Uhr Funtiionärligung ebenda. 40. bt. 7% Uhr zahlabend bei Reufner, Sagelberger Str. 20a, Bortrag des Gen. Nietisch über: Streifzüge burd Kahr- Banern. 48. Abt. Rommunale und Wohlfahrtskommiffion. 7 Uhr bei Köhler, Gite Ichiner Str. 87a, Bortrag des Gen. Radhon über: Moderne Wohlfahrts pflege." Die Front der Spiritusbauern entspricht demnach der allge. meinen agrarischen Einstellung: Freimachung von den letzten Fesseln der geregelten Wirtschaft und Beseitigung der Sieu. ern, bazu flotte Spirituserzeugung, damit recht viel verdient wer den tann. Auf eine einfachere Formel ist der Egoismus mohl faum Charlottenburg. 53. Abt. 7 Uhr zahlabende: 1. Bozic bei Schweikert. 2. noch zu bringen. Kleine Frankbesserung. Aus London meldet uns ein eigener Drahtbericht, daß das englische Pfund mit 97,35 Frant notiert wurde. Sauer gefforben. Der bekannte Raliindustrielle Emil Sauer, ein Führer der Stalisyndilatswirtschaft, ist gestorben. .. Durchschnittspreise im Verkehr des Berliner Lebensmittelgroßhandels mit dem Einzelhandel vom Montag, 25, Februar. Die Preise verstehen sich in Goldmark für je 50 kg frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose 15,75 16,80| Malzkaffee, gepackt 23,00-25,00 Gerstengrutze, lose... 15,75-16,80 Röstgetreide. lose.... 1500-16,50 Halerflocken, lose 14, 0-15, 0 Kakao fettarm 100,00-12,00 13,00-150,00 342,00-350,00 425,00-43,00 38,0 39,0J 41,00-43 00 46,00-48.00 40, 0-45,00 49,00 33,00- 35,00 108,00-130,00 Hafergrütze, lose..... 15,50-16,50 Kakao, leicht entölt Ro genmehl 0/1.... Weiz ngries Hartgrieß Weizen- Auszugmehl Speisee bsen. Viktoria 7% Weizenmehl Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, Perl Langbohnen. handveries. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen. große Kartoffe mehl Makkaroni Makkaronimehi Schnittnude.n, lose.. Bruchreis Ran oon Reis Taielreis, glasiert, Patna Tafelreis, java Ringäpfel, amerik. Getr Plaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Carabarnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari 13,00-14,00 Tee Souchon 18,00-18,80 Tee, indischer 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 14,75-15,75 Inlandszucker Raffinade 17,00-1,00 Zucker Würfel 19,00-23,00 Kunsthonig 16,00-18,00 Zuckersirup hell in Eim. 20,00-24,00 Speisesirup dunk. in Eim. 30-31,00 Marmelade Einir. Erdb. 26,00- 33,00 Marmelade Vierfrucht 36,50-40,0 Pflaumenmus in Eimern 50,00 4 15-45.00 Steinsalz, lose.. 3,7) 4,00 16,0 18,00 Sredesalz. lose 4.80- 5,20 40,00-45,00 Bratensch alz in Tierces 69,00 36,00-38, Bratenschmaiz in Kübeln 71,00 21,00-26,00 Purelard in Tierces 15,5-17, 0 Purelard in Kisten 33,00-55,00 67,50 69,50 • 17,00-19,00 Speisetalg in Packung 48,00-52,00 47,00-49,00 27,00-31,00 Speiseta in Kübeln 31,00-36,10 Margarine, Handelsm. I 56,0 115,00-125,00 desgi Il 48,00-52,00 77,00 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. I.. 52,00-55,00 desgl. II $ 7,00-59,5 216,00-222,00 • 198,00-200,00 75,00 85,00 Molkereiputter 85,00 95,00| Landbutter 80,00-90,00 Auslandbutter 145,00-160,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 130,00-150 00 Speck, gesalzen, fett.. 110,00-120.00 Quadratkäse Ausfuhr im lauf Wirtschaftsjahr bis 22 1. 1924 497 877 Mandeln, bittere Bari 161 Zimmt( Cassia)..... Kümmel, holländischer. 145,00-150.0 67 45 1 647 Mirb die Bergleichsmöglichkeit dieser Zahlen auch durch die Ge. Bietsveränderung Rußlands etwas beeinträchtigt, so beleuchten sie Quarkкäse 216,00-222,00 35,00- 36,00 60,09-64,00 40,00-50,00 35,00-50,00 110,00-12,00 Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 Tilsiter Käse, vollfett 50,00-60,00 Weißer Pfeffer...... 130,00-141,00 Tilsiter Käse, halbfett. Rohkaffee Brasil 17,00-200, 0 Ausl. ungezuck. Condensmilch 48/16 23,50-25,00 Rohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 Röstka fee Brasil 225,00-270,00 Iniändische desgl. 48/12 19,00-20,00 Röstkafiee Zentralam.. 315,00-400,00 I Inl. gez. Condensm. 48/14 28,50-29,50 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. und S. Bezirk bei Lur. Thema: Berichte der Delegierten von den Kreis. vertreterversammlungen. 55. Abt. 7 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Bortrag des Gen. Ruttner, M. b. 2., über: Reichstagswahl und Ermächtigungsgefch."- 57. Abt. 2. Gruppe. 7% Uhr Rahlabend bei Thunad, Bielandstr. 4. Bortrag der Genoffin Sanna, M. d. L., über: Die Sozialpolitik der Regtzeit. 59. Abt. Spandau. 7% Uhr im Türkischen Relt, Bismard., Ede Moltke. Straße, Bortrag des Genoffen Buschid über: Der Wucher und feine Be tämpfung. 62. bt. Siemensstadt. 7 Uhr bei Marfandt( Seidekrug). Bortrag des Gett. Dr. Mierendorf über: Wirtschaftsfragen der Gegenwart. 81. Abt. Friebenan. 7% Uhr im Gesellschaftszimmer des Friedenauer Rats fellers, Bortrag des Gen, Dr. Löwenstein, M. d. R. 84. Abt. Lankwik. 8 Uhr Realgymnasium Raulbachstraße, Thema:„ Die tommenden Bohlen." Ref.: Gen. Breunig, M. d. R. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr im Genossenschaftswirtshaus, Dorfftr. 51, Thema: Die tommenden Reichstagswahlen." Ref.: Gen. Schröder. 94. Abt. Rentföln. 7 Uhr Karlsgarten. Rarlsgartenstraße, Bortvag des Ge noffen Albrecht über: Agrarpolitik und Ernährungsfragen." 104. Abt. Ricberschöneweid. 7% Uhr Vorstandsfihung im Lotal des Genoffen Thiele, Berliner Straße. 119. Abt. Litenberg. 7 Uhr im Reformanmnasium an der Barkaue( Gee fanassaal) Bortrag des Gen. Franken, M. d. 2., über: Die kommenbest Reichstagswahlen. 120. Abt. Friebrid sfelbe. 7 Uhr Mädchenschule, Wilhelmftr. 29, außerordent liche Mitgliederversammlung. Thema: Die bevorstehende Reichstags wahl." Ref.: Gen. S. Müller. 2. Distuffion. 3. Landoaitation. 4. Barteiangelegenheiten. Auch die Genoffinnen müffen anwesend fein. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 27. Februar: 58. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr Lokal Straube, Augsburger, Effe Ansbacher Straße, Thema: Gozialistische Sbeen und fozialdemokratie Boliti Referentin: Genoffin Hedwig Bachenheim. Gäfte tönnen eingeführt werden. Schöneberg. 79. bt. 7% Uhr bei Groß, Gebanftr. 17, Bortrag des Genoffen Wendt. Erscheinen aller Genoffinnen ist Pflicht. Gäfte willkommen. 80. 26t. 7 Uhr im Konferenzfaal des Helmholt- Gymnasiums, Rubens ftraße, Thema: Die wirtschaftliche Not und die Wohlfahrtspflege." Ref. Gen. Dr. Bernstein. 133. Abt. Bud bola. 7% Uhr bei Rofad, Berliner Straße. Bortrag ber Genoffin Kreffe: Die Bedeutung der Frau in der Wirtschaft." Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 74. Abt. Rehlendorf. Unfer langjähriger treuer Parteigenoffe Bezirksführer August Rabelis int unerwartet ini Alter von 47 Jahren verstorben. Be erdigung Mittwoch, den 27. februar, nachmittags 2½ Uhr, Friedhof in Rehlendorf- Mitte. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Bund der Kriegsbienffgegner. Am Mittwoch, den 27. februar, abends 7% Uhr. hält der Bund im Weißen Gaal der Unions- Feftfäle, Greifswalder Str. 222 ( Nähe Alexanderplah), eine Versammlung ab, in der Armin T. Begner und Lola Landau- Wegner nach ihrer englischen Reise und Dr. Robert Bohl über ,, England nach den Wahlen" fprechen werden. Gäste willkommen. Unkosten bedung burch Tellersammlung. Konsumgenoffenschafts- Berkaufsstelle 85. Berfammlung ber Ronsumgenoffen der BSPD. zur Aufstellung der Kandidaten am Mittwoch, den 27. februar. abends 7 Uhr, bei Rromphard, Grüner Weg 48. MASSARY DELFT Edel wie der Name Jugendveranstaltungen. Achtung, Mädels! Die rhythmischen Uebungen finden heute, Dienstag, und nicht morgen, im Jugendheim, Lindenstr. 3, abends 8 Uhr, ftatt. Achtung, Abteilungsleiter! Die Marken zur Abonnementsvorstellung am Sonntag, den 2. März, zur Aufführung von Maria Stuart" müssen unbedingt endgültig gegen sofortige Bezahlung abgeholt werden. Ebenso müssen auch die Eintrittskarten zum Konzert- Abend am 16. März abgeholt werden. Heute, Dienstag, den 26. Februar, 712 Uhr: Kreuzberg: Lokal von Reufner, Hagelberger Str. 20: ,, Die deutschen RevoZiehung 1. Klasse am 7. März Preussische Staats- Lotterie 300 000 Lose. 102 000 Gewinne Im Gesamtbetrage von Ober 19 Millionen BentenHöchstgewinn: mark 1 Million Rentenmark 2 mal 500000 Rentenmark 1 mal 300000 Rentenmark 1 mal 200000 Rentenmark 1 mal 150000 Rentenmark 6mal 100000 Rentenmark Prels 1/ 3, 6, 12, 24 Rentenmark. Postgebühr besonders. Zehn Achtel- Lose sortiert aus verschiedenen Tausenden 30 Rentenmark Kröger Staatl, LotterieEinnebmar Berlin W8 jetzt Friedrichstr.176/ 178 W. Tamben-. Jagerstr. neb.Kaiser- Kaffee Postscheckkonto 31048. Intionen von 1848 bis 1918. Stenton VI: Shule Raifet- Friebrich- Straße, Bortvag: August Bebel." Nordost I: Schule Georgenkirchstr. 2, Bortrag: Entwicklung der Arbeiterbewegung bis zur Gegenwart." Schöneberg I: Jugendheim, Rubens, Ede Hauptstraße, Diskussion: ,, Die tommenden Wahlen." Schöneberg II: Schule Frankenstr. 10, Vortrag: Die Reichsverfaffung." Schönhauser Borstadt: Schule Sonnenburger Str. 20, Vortrag: ,, Unsere Körperpflege." Steglig I: Jugendheim, Albrechtitr. 46a, Diskussions. abend: Fragetaften." Wannsee: Schule Charlottenstr., Vortrag: Die politische Lage." " Drtsausschuß für Jugendpflege Neukölln. der Aula der Rathenau- Schule, Boddinstr. 34. Seute 7 Uhr Rino- Abend in Tiere im Film" und ein BeiDanksagung Allen denen, die unserem unvergeßlichen Joseph Franke das letzte Geleit gaben, sei auf diesem Wege herzlichst gedankt. Volksbühne 72: E. Abrechnung Der Heiratsantrag Lessing- Th. Heute b. Donnerst 71: Was ihr wollt Frte. 7: Peer Gynt Deut. Künstler- Th. Allabendl. 7: Señora 8 U. Kleines Th. Devisen Komöd. v.L.Schmidt Falkenstein, Limburg Trianon- Theater Tägl. 8 Uhr: Die nackte Tänzerin Theater, Lichtspiele usw. Lustsp. v. R. Lothar im Theater Staats- Theater Große Volksoper des Westens Opernhaus 7: Troubadour 7 Uhr: Boris Godunow Opernhaus am Täglich LützowRose- Theater 73 Uhr: D. Glicksmädel 8 U. Theater 8 U. Freier Bund Einkaufs- u. Produktivgenossenschaft der Gast- u. Schankwirte Groß- Berlins E. G. m. b. H. Berlin NO 43, Keibelstraße 39. 109/19 Von 1 bis 32 geschlossen! P. Raddatz& Co. Einkauf jetzt günstig in Teppichen Brücken Gardinen Möbelstoffen Tisch- und Diwandecken Steppdecken usw. Deutsches Teppichhaus G. m. Folies Caprice Emil Lefèvrem 1 Uhr: Madame 3 Uhr: Kammer- 6per Str. 112 Rund um d.Wedding 7 8 Butterfly Schauspielhaus Regie: Dr. Geary Droescher- Mas. Leit.: Dr. Ludwig Misch Schmasow, Resi Langer 7% U: Viel Lärm Täglich wechselnder Spielplan! um nichts Schiller Theater 7% U.: Peer Gynt Deutsch. Theater 7/2 Uhr: Neues Operetten- Th. Täglich 7% Uhr: Frühlings- Die Guido Thielscher erwachen Kammerspiele Verlagle 8 Uhr: Ingeborg Theater i. d. acht KöniggrätzerStr. Schwant it.. 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