Nr.101 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 50 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Gaar. u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Boftbezugspreis für Februar 4- Goldml Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Zeit" mit Gieb. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt und der Frauenbeilage..Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Miniarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Retlamezeile 3.50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 0,20 Goldmart( auläfig awei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen fir zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Goldmar! ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Revaltion: Donhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Freitag, den 29. Februar 1924 Abänderung des Ausnahmezustandes Auf Grund des Artikels 43 der Reichsverfassung verordne ich: § 1. Die Verordnungen vom 26. September 1923( Reichsgefeh blatt" Teil I Seite 905), 8. November 1923(„ Reichsgesetzblait" Teil I blatt" Teil I Seite 905), 8. November 1923( Reichsgesetzblait Teil I Seite 1084) und 23. Dezember 1923( Reichsgefehblatt" 1924 Teil I Scite 8) werden mit wirtung vom 1. März 1924 ab aufgehoben. Jarres löst Seeckt ab.- Neue Neue Kapitulation vor Bayern. Unter dem Datum des 28. Februar wird eine Ber- Flügelparteien, der Deutschpölkischen und der Kommunistischen ordnung des Reichspräsidenten über die Auf- Bartei, fein. Wenigstens soll der Innenminister bisher nicht hebung des militärischen Ausnahmzustandes die Absicht haben, das von den Militärs verhängte Berbot zu und die Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen" reröffentlicht, erneuern, eine Einsicht, die durch die Wahlerfolge der„ ver die folgenden Wortlaut hat: botenen" Parteien wahrscheinlich start beeinflußt worden ist. Rahmengesetz. Wie die Bilder aussehen werden, die in diesem Im übrigen bietet die neue Verordnung nur eine Art Rahmen zur Aufstellung gelangen, das wird man erst erkennen fönnen, wenn der Innenminister als Generalbevollmächtigter feine Einzelverordnungen erlassen hat. Daß Bayern babei aus dem Spiele bleibt, erscheint heute fast als eine Selbstverständlichkeit. Nachdem dort führende Beamte der Republik sich rühmen können, daß sie seit fünf Jahren offen auf den Hochverrat hingearbeitet haben, seit bort die Meuterei zur gut bezahlten Nationaltugend erklärt wurde, feit der Zeit gilt das Land als Blümchen Rührmichnichtan für alle Berliner Regierungsstellen, insonder heit für eine Reichsregierung, die gänzlich marristenrein ist. Daß die gleiche Rücksicht auch auf Sachfen, Thüringen und Breußen genommen wird, ist nicht absolut sicher. Jedenfalls besteht noch immer die Möglichkeit, daß der deutschvolkspartei liche Innenminister feine Bollmachten einseitig gegen republifanische Kreise anwendet. Deshalb fordern wir die Besei tigung des ganzen Ausnahmezustandes, auch bes verwässerten zivilen". Außer Kraft mit diesem Zeitpunkt treten insbesondere die Außer kraft mit diesem Zeitpunkt treten insbesondere die auf Grund dieser Verordnungen im Einzelfalle verfügten Beschränkungen der persönlichen Freiheit, der preffe freiheit und des Vereinsrechts. Ja kraft bleiben bis auf weiteres lediglich diejenigen Beschränfungen der persönlichen Freiheit, die vom Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit bestätigt find; auch diese Beschränkungen treten mit dem 15. März 1924 außer Kraft, soweit sie nicht von dem Reichsminister des Innern vorher aufgehoben oder auf Grund des§ 2 dieser Verordnung erneuert werden. § 2. Zur Abwehr von Bestrebungen auf gefehwidrige Aenderung der verfassungsmäßigen Staatsform fann der Reichsminister des Innern oder die von ihm beffimmien Stellen der Zivilverwaltung die notwendigen Maßnahmen treffen. Zu diesem Zwecke sind insbesondere Beschräntungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungsäußerung einfchließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Berfammlungsrechts, des Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimniffes, Unordnungen von Haussuchungen und Beschlagnahmen fowie Beschränkungen des Eigentums auch außerhalb der fonft hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen zulässig. Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Berfassung des Deutschen Reiches werden infoweit vorübergehend außer Kraft gesetzt. Alle Zivilverwaltungsbehörden des Reichs, der Länder und der Kommunen haben den auf Grund des Abs. 1 ergehenden Ersuchen des Reichsministers des Innern oder der von ihm bestimmten Stellen im Rahmen ihrer Zuständigkeit Folge zu leisten. Auf Berbole periodischer Druckschriften, auf Berbole und Auflösungen von Vereinen und Bereinigungen findet der§ 5a, auf Beflimmungen der persönlichen Freiheit der§ 5b der Verordnung vom 26 September 1923( Reichsgesehblatt" Tell I Seite 905) und 23. Dezember 1923( Reichsgefehblatt 1924 Teil I Seite 8) Unwendung. § 3. Deffentliche Bersammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge auf öffentlichen Straßen oder Plätzen find verboten. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Stellen fönnen Ausnahmen zulaffen. § 4. Wer den auf Grund dieser Verordnung ergangenen Anordnungen des Reichsministers des Innern oder der von ihm beftimmten Stellen zuwiderhandelt, wird, sofern nicht nach anderen Strafvorschriften eine schwerere Strafe verwirkt ist, mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. § 5. Diese Verordnung fritt mit dem Tage der Berkündung in Kraft. Der Releminifter des Innern fann bestimmte Teile des Reichsgebiets von der Anwendung der§§ 2 bis 4 der Berordnung ausnehmen. Berlin, den 28. Februar 1924. Der Reichspräsident: gez Ebert Der Reichskanzler: gez. Marg. Der Reichsminiffer des Innern: gez. Jarres. Der Reichswehrminister: gez. Ge ßler. Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung wird zunächst einmal die Reichswehr aus der Politik wieder ausgeschaltet. Das heißt, soweit der Chef der Heeres leitung und seine Unterführer als Inhaber der vollziehen den Gewalt" in Frage kamen. Damit ist aber noch nicht gesagt, daß sie endgültig von dieser für sie wenig ruhmreichen Tätigkeit entbunden werden, die sie während des bis herigen Ausnahmezustandes entfaltet haben. Denn die neue Berordnung erteilt dem Reichsminister des Innern und das ist augenblicklich immer noch der Oberbürgermeister Jarres, der mit dem Ausnahmezustand Degouttes einige Erfahrungen gemacht hat- fast unbeschränkte Bollmachten, Dori die Belagerungsbestimmungen wieder einzuführen, wo er sie für nötig hält. Und er fann zu dem Zwecke sicher auch jeden Augenblick wieder die Hilfe der Reichswehr in Anspruch nehmen. Wie die letzte Bestimmung der neuen Berordnung ja überhaupt die Möglichkeit gibt, einzelne Landesteile von der ganzen Neuregelung auszuschließen. Die wesentlichste Aenderung gegenüber dem bisherigen Zustand wird die Aufhebung des Berbots der politischen Kotau vor Bayern! Nachdem die vorstehenden Zeilen geschrieben waren, er hielten wir Kenntnis von der ersten Berordnung, die Jarres auf Grund seiner neuen Bollmachten erlaffen hat. Sie bestätigt unsere Befürchtung, denn sie bestimmt furz und klar: Das Geblet des Freistaats Bayern wird mit Rüdficht auf den dort bereits bestehenden, weitergehenden Ausnahmezustand von der Anwendung der§§ 2-4 der genannten Berordnung ausgenommen. In Bayern darf also weiterhin der Hochverrat gegen das Reich vorbereitet werden, fönnen auch weiterhin die" Confuln" ihr Besen treiben, ohne daß die Reichsregierung ein greift. Sie erklärt vor aller Welt ihre Unfähigkeit, in allen Teilen des Reiches Ordnung zu schaffen. Aber in Sachsen will fie mit Hilfe der vom General Müller aufgestellten Hilfs. polizei" die Ordnung" aufrechterhalten lassen. Diese Hilfs polizei ist eine reattionäre Gründung. Daß sie in die Landespolizei aufgenommen werden soll wie Jarres im Reichsrat mitgeteilt hat ist eine Borschrift, die ganz in den Rahmen des„ Schußes der Republik" paßt, der von der Deutschen Bolkspartei gestedt worden ist. # Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boitschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devostenkane Lindenstraße 3 Um die Reichstagswahlen. Wahltermin und besetztes Gebiet. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat einen Initiativantrag eingebracht, in dem gefordert wird, daß für beendet erklärt wird, und daß die Reichstags= die gegenwärtige Legislaturperiode des Reichstags am 3. Mai wahlen für Sonntag, den 4 Mai, festgesetzt werden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat zu diesem Antrag noch nicht Stellung genommen, es muß aber schon jetzt gesagt werden, daß seiner Annahme starte Bedenten Regierung eine Reihe von Anträgen eingebracht, auf deren entgegenstehen. Die Fraktion hat zu den Verordnungen der Erledigung sie besteht nicht in der Absicht, einen Konflitt herbeizuführen, sondern, soweit eine Mehrheit für sie zu finden ist, eine tatsächliche Milderung der in jenen Berordnungen enthaltenen außerordentlichen Härten herbeizuführen. Demgegenüber hat sich die Reichsregierung konfliktlustig gezeigt, sie hat gedroht, jedem ernsthaften Versuch des Reichstags in der Richtung der sozialdemokratischen Absichten mit der Auf lösung entgegenzutreten. Die Sozialdemokratische Partei hat sich dadurch nicht davon abschrecken lassen, auf dem betretenen Wege weiterzuschreiten. daß sich die Regierung etwas übernommen hat, und sie sucht Die Volkspartei scheint nun unter dem Eindruck zu stehen, eine Bermeidung des Konflikts durch Selbstauflösung des Reichstags. Dazu ist zu bemerken, daß für die Sozialdemo fratie nicht der Wahltermin Streitgegenstand ist, sondern die Abänderung der von der Regierung erlassenen Verordnungen. Kann man sich dahin einigen, daß der Reichstag den als gerecht erkannten Forderungen der Sozialdemokratie nachkommt und die Regierung auf Einschuchterungsversuche ohne Wir fung verzichtet, dann braucht man über die Frage des Wahltermins nicht trampfhaft nach einem Kompromiß zu suchen. Was den 4. Mai betrifft, so spricht gegen die Wahl dieses Tages der Umstand, daß am 11. Mai in Frankreich gewählt wird. Die nationalistische Presse Frankreichs wird natürlich jeden Anlaß benutzen, um in der letzten Woche vor dem Wahltag mit falschen oder frisierten Nachrichten über das deutsche Wahlergebnis und seine Bedeutung eine Panit. stimmung bei den französischen Wählern zu erzeugen. Um das zu verhindern, muß in Deutschland entweder nach den franzöfifchen Wahlen gewählt werden oder so rechtzeitig vor ihnen, daß ein solches Manöver unmöglich gemacht wird. Bon diesem doch nicht unwichtigen außenpolitischen Gefichtspunkt aus betrachtet, scheint uns gerade der 4. Mai der unglücklichste Wahltermin, der sich überhaupi denken läßt. Die Bolkspartei hat laut Ill. die Einbringung ihres Antrags vertagt, bis die anderen Mittelparteien dazu Stellung genommen haben. Die Mittelparteien allein aber haben noch nicht die Mehrheit. Eine andere Frage von größter Wichtigkeit ist die der Bahlen im belegten Gebiet. Wenn da und dort der Gedanke auftaucht, die Wahlen im befeßten Gebiet über haupt auszusetzen und einfach die Mandate der Abgeordneten dieser Gebiete weiter gelten zu lassen, so muß dem auf das entschiedenste widersprochen werden. Das deutsche Volk has ein Recht auf die Wahl einer einheitlichen parlamentarischen Bertretung, und ein freiwilliger Verzicht auf dieses Recht würde zu den Fehlern gehören, die einfach nicht gemacht wer den dürfen. Mag man auch hoffen und erwarten, daß eine glückliche Beendigung der Reparationsverhandlungen eine Er leichterung für die Bevölkerung mit sich bringen und bessere Bor. ausfegungen für die Wahlen schaffen werde, so ist der Zeit punkt, zu dem diese Besserung der Lage eintreten wird, nod nicht abzusehen. In der unsicheren Aussicht auf ihn etwa ein Viertel des deutschen Bolles vorläufig von dem Recht der Teilnahme an den Wahlen auszuschließen, ist unmöglich Gerade die fei es auch unter Schwierigkeiten gleichzeitig durchgeführten Wahlen im ganzen Reiche werden nac innen und außen als ein Symbol der trotz alledem ungebroche nen Reichseinheit wirken. Die Bornahme von Wahlen im un befeßten Gebiet allein würde geradezu die umgefehrte Wir fung üben. Eine weitere Verordnung von Jarres verbietet mili tärisches Rampfgerät, insbesondere Militärwaffen oder Munition für Militärwaffen anzubieten, feilzu halten, an Personen, die nicht zum Besih solcher Gegen ftände berechtigt find, zu überlassen, den Erwerb oder das Ueberlassen zu vermitteln oder sich zum Erwerb zu erbieten". Da der ganze Jarres- Ausnahmezustand für Kahrbayern nicht gilt, fo fönnen also dort auch Militärwaffen angeboten, feilgehalten oder überlassen" werden, ohne daß Jarres sich zu rühren braucht. Die gewerbsmäßigen Hochverräter um Böhner, Hitler, Ludendorff und Konforten werden fich aus den Bestimmungen des Herrn Jarres ohnehin nichts machen! Sachsen und der Ausnahmezustand. Dresden, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Land. tag beschäftigte sich am Donnerstag mit mehreren fozialdemokra. tischen, fommunistischen und deutschnationalen Anträgen zur Befeitigung bzw. Berlängerung des Ausnahmezustandes. Die Deutschnationalen hatten außerdem einen Mißtrauensantrag gegen das Kabinett der großen Koalition eingebracht, der nur von den Kommunisten unterstützt wurde. In einer großangelegten Rede fennzeichnete der Ministerpräsident Genosse Heldt die Gründe der Extremen für ihre Anträge und die Stellung der Regierung zur Selbstverständlich ist es die Pflicht der Reichsregierung gegenwärtigen Lage. Die Entscheidung über den Ausnahmezustand alles, was in ihren Kräften steht, zu tun, um im ganzen Reichs liege in letter Linie bei der Reichsregierung. Telephonisch fet ihm gebiet unbeeinflußte Wahlen zur Durchfüh heute aus Berlin mitgeteilt worden, daß der militärische Berung zu bringen. Der Präsident der französischen Re lagerungszustand im ganzen Reiche zum 1. März sowie alle publit, Herr Millerand, hat fürzlich beim Empfang des Echuzhafttefehle bis zum 15 März aufgehoben würden. Aller deutschen Botschafters, Herrn Hoesch, sehr wohlklingendi dings habe sich der Reichsminister des Innern vorbehalten, Worte über die Grundsäge der Demokratie gesprochen, di in einzelnen Landesteilen den zivilen Belagerungszu Frankreich vertrete. Was aber im befezten Gebiet rorgeganges stand zu verhängen, wenn neue Unruhen eintreten. Es sei an ist und noch vorgeht, das ist mit diesen Grundsätzen der Demo zunehmen, daß auch die Exekutivgewalt nunmehr wieder von den fratie unverträglich. Es würde ihnen einfach ins Gesicht Ländern ausgehe. Die Kommunisten teilten in der Sigung mit, schlagen, wenn die französische Militärgewalt die Durchfüh daß am Mittwochabend 66 Teilnehmer einer fommunisti rung der Wahlen verhindern oder die Freiheit des Wahk Ichen Versammlung, darunter der Landtagsabgeordnete fampfes, der eine innere deutsche Angelegenheit ist, be Renner, die sich angeblich mit der Vorbereitung der Arbeiten für die schränken sollte. Reichstagswahl beschäftigten, verhaftet worden seien. Der Mißtrauensantrag wurde mit den Stimmen der Koalitions parteien abgelehnt Zu einer unbeeinflußten Durchführung der Wahlen i volle Rede, Breß- und Bersammlungsfreiheit unentbehrlich Es darf nicht vorkommen, daß Zeitungen verboten werden well fie Bemerkungen machen, die den französischen Generälen| aus irgendeinem Grund unbequem sind. Es muß auch den Bewohnern der beiden deutschen Gebietsteile, des besetzten und unbesezten, freie Gelegenheit geboten werden, miteinander zu verkehren. Hente hängt die Einreise von Parteirednern aus dem unbesetzten Gebiet in das besetzte nicht nur von umständlichen Formalitäten ab, ondern sie wird in vielen Fällen das Recht und die Interessen des deutschen Boltes auf jedem| Forum zu vertreten, auf dem sich Gelegenheit dazu bietet. Darum hätte sie in der Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund schon früher eine Attivität entfalten follen, die Herr Stresemann leider auch gestern noch vermissen ließ. Das neue Ermächtigungsgeseh. Luthers Etat vor dem Hauptausschuß. In der gestrigen Gigung des Hauptausschusses des Reichstags, über die wir zum Teil schon im Abendblatt berichteten, erklärte Reichsfinanzminister Dr. Luther eine Befristung des vorläufigen Etatsgefeges bis 30. April für un tra gbar, weil dadurch die Gefahr des zeitweisen Stillstandes der Reichsdes Steuerwefens erfannte der Minister mit der Erklärung an, daß felbstverständlich sein besonderes Augenmer? hierauf gerichtet sei und diesbezügliche Arbeiten ständig im Gange wären. teilung von Auslar bspäffen mit Strenge und Zurückhaltung direkt verweigert. Das ist eine Beschränkung der Wahlfreiheit, Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. finanzgefchäfte gegeben sei. Die Notwendigkeit einer Bereinfachung die mit dem Begriff der Demetratie ganz unvereinbar ist. Die deutsche Reichsregierung hat also die Pflicht, alles in ihren Kräften Stehende zu tun, um auf diplomatischem Wege die Wahlfreiheit im besetzten Gebiet zu sichern. Sie hat babei eine ausgezeichnete Stellung, und die Forberungen, bie fie in dieser Beziehung zu stellen hat, werden nicht nur in England, in Belgien und in der übrigen Welt, sondern auch in Frankreich bei allen Leuten, die sich das Gefühl für Recht und Gerechtigkeit bewahrt haben, Billigung finden. Eine Gefahr droht nur von einer Seite her. Wenn die französifchen Militaristen nämlich der deutschen Regierung entgegen halten könnten, daß sie die Freiheit, die sie für das befehte Be biet fordere, im unbefeßten selber nicht gewähre, dann stünde ihre Partie schlecht. Auch aus diesem Gesichtspunft empfiehlt es sich, noch rechtzeitig vor den Wahlen den Ausnahmezustand restlos zu beseitigen. Stresemanns Reichstagsrede. Deutschland und der Völkerbund. Der Reichsminister des Auswärtigen leitete die geftrige Reichstagssigung mit einer Rede ein, die inhaltlich wenig Neues bot. Was er über die Arbeit der Sachverständigen und den Ablauf der Micum- Berträge fagte, war schon bekannt. Auf die Beziehungen Deutschlands zu Polen fielen einige Schatten und so recht der Minister hat, wenn er auf die nationalistischen Strömungen in der östlichen Nachbarrepublit nicht gut zu sprechen ist, so muß doch gerechterweise gesagt werden, daß leider die deutsche Ausweisungspragis den Deutschland feindlichen Treibereien Waffer auf ihre Mühle liefert. Neuerdings ist es das rigorose Borgehen der bay erischen Behörden gegen polnische Staatsangehörige jüdischer Abstammung, das den polnischen Nationalisten immer neuen Anlaß bietet, den Schrei nach Repreffalien ertönen zu lassen. Der Minister des Auswärtigen müßte nachdrücklich den Stand punkt zur Geltung bringen, daß die Handhabung der Frembenpolizei die auswärtigen Interessen des Reichs eng berührt und darum nicht in die hand reaktionärer Be hörden gelegt werden darf, die demagogische Knalleffekte er zielen wollen. leber den Eintritt Deutschlands in den Bölterbund hat sich Herr Stresemann mit mehr Reserve geäußert, als angesichts der Haltung der englischen Arbeiterregierung ange bracht erscheint. Die englische Arbeiterregierung hat durch ihre Intervention in der Pfalz und durch die Herabsetzung der 26prozentigen Ausfuhrabgabe auf 5 Broz. bewiesen, daß es ihr mit der Anwendung der Grundfäße des Rechts und der Billigkeit im internationalen Leben ernst ist. Hat sich ihr befannter Bunsch nach Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund auch aus Gründen der Diplomatie noch nicht zu einer for mellen Einladung verdichtet, so wäre es doch flug, ihm mit größerer Bärme entgegenzulommen. Daß Deutschland im Bölkerbund die seiner Bedeutung entsprechende Stellung erhalten muß und daß fein Eintritt in ihn nicht von demütigen den Bedingungen abhängig gemacht werden darf, ist eine all gemeine Auffassung in Deutschland, der aber die Auffoffung des Auslandes heute durchaus nicht mehr feindlich gegenübersteht. In den Gesinnungen des Auslandes ist ein solcher Wandel eingetreten, daß es schlechthin unmöglich ist, ihn heute noch einfach als eine Fortsetzung des Feindbundes" zu betrachten. Das ist eine Tatsache, die gewiß auch Herrn Stresemann nicht entgangen ist. Aufgabe der deutschen Regierung aber ist es, König Hunger" in der Volksbühne. Aber erst später-! höhung der Seit langem fämpft die Sozialdemokratie für eine ErUntertügungsfäße der Er. werbslosen. In den Beratungen des Fünfzehneraus schusses waren ihre Verfuche, fefte Bugeständnisse der Regierung zu erlangen, vergeblich. Anlaßlich der Beratung des Notetats im Haushaltsausschuß des Reichstages hat die Go zialdemokratie erneut die Höhe der Erwerbslosenunterſtügung zur Erörterung gebracht. Daraufhin hat der Vertreter des Arbeitsministeriums die Erklärung abgegeben, daß auch die Reichsregierung die Notwendigkeit der Erhöhung der Erwerbslosenunterstüßung anerkenne. Sie folle eintreten, sobald die Finanzlage des Reiches es gestattet, späteitens aber mit der in Aussicht genommenen Erhöhung der Bezüge der Beamten und Arbeiter des Reiches.ber Benn auch diese Erklärung noch feinen genauen Termin über das Inkrafttreten der Unterstüßungsfäße der Erwerbs lofen enthält, so ist sie doch gegenüber dem bisherigen Bere halten der Reichsregierung ein erkennbarer Fortschritt. Er ist nicht zuletzt dem unablässigen Drängen der Sozialdemofratie zu verdanken. Außerdem forderten die Sozialdemokraten wiederum bas Reichsfinanzministerium auf dafür zu sorgen, daß Länder und Gemeinden auch wirklich in der Lage find, die ihnen auferlegten Anteile an den Rosten für die Erwerbslosen zu tragen. Nur dann erhalten die Erwerbslofen auch wirklich die ihnen auf dem Bapier zugesagten Unterstügungen. Wieder mal Severing- Hehe. Und ein neuer Reinfall. Die Deutschoölfischen und Deutschnatior alen, voran natürlich die durch den§ 193 so trefflich geschützte„ Bergisch. Märkische 8eitung", hatten wieder einmal ein fürchterliches Berbrechen des preußischen Innenministers Severing entdeckt, das sie in ihrer Presse nach allen Regeln ihres schweren Gewerbes breittreten, In Hamm tam man einer den Staatsumsturz betrei benden Geheimorganisation auf die Spur, deren Fäder fich auf mehrere Regierungstezirte erstrecten. Es erfolgten Ber Es erfolgten Berhaftungen wegen unerlaubten Sprengstoff- und Waffenbefizes. 1. a. wurde in Elberfeld ein Raufmann Happich verhaftet. Um zu verhindern, daß über die Angelegenheit vorzeitig etwas ar die Deffentlichkeit gelange, hatte das Polizeipräsidium in Elberfeld der Bergisch- Märkischen Zeitung" eine dementsprechende Beisung zu gehen lassen. Darauf setzte ein großes Reffeltreiben gegen Gevering ein, der damit die Breßfreiheit bedroht haben sollte. " Innenminister Severirg hat, mie fich jetzt herausstellt, mit der ganzen Angelegenheit nur insofern etwas zu tun, als er ben Polizeiverwalter zweds bringender und einheitlicher Bearbeitung der Sache beauftragte, bie polizeilichen Ermittlungen ohne Bermittlung der betreffenden Regierungspräsidenten vorzunehmen. Die Polizeiverwalturg von Hamm ging im Einvernehmen mit dem Militärbefehlshaber in Münster vor, von dem auch das Ersuchen ausging, von Veröffentlichungen des Ermittlungsergebnisses vorerst abzusehen, da er sonst unter Umständen zu Presseverboten genötigt fel. Dem entsprechend hat der Polizeiverwalter in Hamm den von ihm um Vornahme von Ermittlungsmaßnahmen ersuchten Polizeibehörden das Gleid nahegelegt. Und daraus macht die deutschvölkische und deutschnationale Breffe einen Eingriff Severings in die Breffe freiheit! Sie wäre auch noch unabhängig von der Aktualität des Stoffes ein Berdienst gewesen, wenn die Regie( Friz Holls) mehr ge ftrichen und auch das innere Tempo ftraffer zufammengedrängt König Hunger" ist fein Drama" im überlieferten Sinn, son hätte; wenn der Darsteller des Hungers, Paul Sendels, statt dern, wie es der Autor Leonid Andrejem felbst nennt:„ Ein feiner Lauheit Kraft, satt scharfer Atzentuierung des Wortes Spiel". Ein allegorisches Spiel, in dem der Hunger, König Hunger", Schärfe des Ausdrucks, statt zerflatternder Besten wirksame, fpar nicht nur Mittelpunkt, sondern auch treibende Kraft des Geschehers fame, straffe Konzentration gegeben hätte. So verlor sich die Aufift. Er ist es, der das Bolt leiden macht; er, der es zur Empörung führung in langfamer Detailmalerei und sie hätte doch ein treibt; und schließlich er, der die Ursache der mißglückten Revolution Rampfruf sein tönnen. Bon den übrigen Darstellern fiel, als der wird. Die herrschende Klasse, gegen die sich die Empörung richtet, Borsigende der Böbelversammlung Hermann Greid auf. Er hatte nennt König Hunger ihren Berbündeten: mit Recht. Aber die die frappe, flug und sparsam berechnete Geste, die trotzdem noch Unterdrückten nennen ihn Bater": mit Recht. Zwischen Herrschern Seit fand zur ironischen Selbstperfiflage. Er allein unter den vielen, Oscar Schlemmers Bühnenbilder bildeten wirtjame und Beherrschten in die Sprache des gegenwärtigen Alltags über- telen. fezt: zwischen Bourgeoisie und Proletariat- steht der König Hunger. Hintergründe. Wolfgang 3eller lieferte die ftellenweise schwache Er selbst ein Lohnstlave der Bourgeoisie, und ein König des interschienenen Stüdes stammt von August Scholz. Begleitmufit Die Ueberlegung des im Ladyschnikow- Berlag er nationalen Proletariats. Seine Almacht ist eine scheinbare. Denn fühlte die Verwandtschaft des dramatischen Themas mit dem Heute. Das Publikum er muß lehten Endes der herrschenden Klasse zum Sieg verhelfen Es war fichtlich von einer inneren Spannung erfüllt. Der Beifall während er andererseits( feiner Natur nach) immer wieder neue rth. Rebellen heranzüchtet. So unentschieden, wie der Charakter dieses tam vielleicht infolgedessen zögernd. Hungers, ist der Ausgang des Andrejewschen Spiels. Die Repo lutionäre sind die Opfer des Hungers geworden, fie find tot. Die herrschende Klaffe triumphiert. Und hier ist der Punkt, an dem der Autor einsehen muß, daß er mit dieser Art der Problemstellung nicht beffen endgültige Löfung finden fann, die ihm offenbar am Herzen liegt. Er macht eine Anfeihe bei der metaphyfisch- fernen Zukunft, die nichts mehr mit den Vorgängen des Spiels zu tun hat: er läßt den König Hunger den bereits ängstlich fliehenden Bürgern zurufen: Rasch! Rasch! Die Teten stehen auf!" Hier fällt der Borhang. Die erfehnte, die rächende Auferstehung der toten Revolution erleben wir Buschauer nicht mehr. Wir können mur hoffen, daß sie drüben, hinter dem Berhang der Weltgeschichte, wirklich erwacht, und wir trösten uns damit aus Gewohnheit weil wir solche Enttäuschungen und auf munbernden Prophezeiungen schon oft( und nicht nur auf der Bühne) erlebt haben. Was bleibt also, abgesehen von diesem Trost, für uns: in literarischer( dramatischer) Beziehung und zweitens in sozialer und politischer? SHOU Der Ruhen des Flebers. Das Fieber erscheint uns, da wir in ihm das Anzeichen der Krankheit fehen, als etwas fehr Unan nenehmes; aber dem tieferen Erkenner der Lebensprozesse ist das Fieber als ein Beweis dafür willkommen, daß der Körper den Kampf gegen die Krankheit aufgenommen hat. Ueber diesen Nugen des Fiebers hat der englische Arzt Dr. Heath Forschungen angestellt, die in der Umschau" mitgeteilt werden. Das Fieber beruht auf der Erschöpfung der Schuhstoffe oder Antikörper durch die die Krankheit hervorbringenden Bakterien. Der Vorgang, der sich im allgemeinen Unwohlbefinden und Appetitlosigkeit äußert, stellt lediglich eine öfonomische Maßregel in bezug auf die Rörperenergie bar. Mit der Steigerung der Körperwärme ist die Beschleunigung der Bildung von Schußftoffen verbunden. Die Batterien spielen dabei nur eine fe fundäre Rolle. Ihre Anwesenheit verursacht noch kein Fieber; erst wenn sie von dem Krankheitsherd aus mit dem freifenden Blut in Berührung fommen, tritt das Fieber auf. Diese Borgänge laffen sich besonders gut beim Typhus nachweisen. Wenn man im Labo ratorium Typhusbaziuen mit dem Immunferum des Typhus, das die Schutzkörper enthält, vermischt, so erschöpfen oder binden die Ba bas Fieber in der ersten Woche des Ipphus eine Folge der Wieder herstellung des Blutes, dessen Antikörper durch den Angriff der Ba zillen erschöpft sind. Das Fieber beim Typhus nach der ersten Woche wird dann nicht mehr durch diese Einstellung des Körpers verursacht, sondern durch den dauernden Berbrauch von Schußstoffen durch die Bazillen. Diese Forschungsergebnisse haben zu der praktischen Er tenntnis für die Behandlung des Inphus geführt, daß Impfungen im Höhenftadium des Inphus den Kranten nur hindern, während fie in ber ersten Woche die Abwehrkraft erhöhen. Fiebermittel sind lebenfalls zu verwerfen. Diefes Spiel", bas in der Struttur undramatisch ist, hat dramatisches Geschehen und dramaturgische Möglichkeiten, visuelle und atuftische. Es bietet: einen Maschinensaal, Arbeiter, einen tradizillen die im Gerum vorhandenen Schuhstoffe. Demnach ist auch tionell gestalteten Tod, einen phantastischen Gerichtsfaal, Bloden schläge, Massenstimmen und scharfe, populäre und also eindringliche Rontraste. Es gewährt symbolische Erhebung, statt dichterischer. Der Etoff selbst gibt Wethe, nicht seine Gestaltung. Wir vermissen die feziale Lösung und die dichterische Erlösung. Man fann dem Autor rechtgeben, wenn er den Hunger so auffaßt, wie er es tut. ber feine Auffaffung bleibt eben ein Spiel", fie ist nicht unbedingt zwingend, nicht naturnotwendig, nich einmalig. Und trotzdem ist König Hunger eine Bereicherung: benn bas Broblem, das hier behandelt wird, ist die große Frage unseres Lages; die Figuren( wenn auch feine Gestalten), bie hier auftreten, gehen uns an; unser Kampf foll hier dargestellt fein; unfer Streben, unfer Srrtum, unser Lod. Das Thema entschuldigt bie Echwäche des Dramatifers, wenn es brennend altuell ift. In dieser Zeit ist diese Aufführung ein Berdienst der Boltsbühne".ed Abg. Dr. Schreiber( 3.) forderte, daß die Regierung in Er. vorgehe. Abg. Dietrich- Baden( Dem.) wandte sich bemgegenüber gerabe gegen die Erschwernis, die den deutschen Reichsangehörigen bei Erlangung eines Auslandspasses gemacht würde. Im übrigen Blan bebe, aus der Stow pliziertheit des heutigen Steuerwesens zu wünschte Redner, dak das Reichsfinanzministerium einen flaren Blan babe, aus der Stopliziertheit des heutigen Steuerwefens zu einem einfachen Steuersystem zu tommen. Angaben über das finanzielle Ausmaß der sozialen UnterEin Bertreter des Reichsarbeitsministeriums machte alsdann tungen. gezahlt wurden, für viel zu gering, und bat um Auskunft, ob Atg. Hoch( Soz.) hielt die sozialen Unterstügungsfähe, die jetzt. die Sicherheit bestände, daß die Länder zweds entsprechender Lastenbeteiligung in Zukunft genügende Mittel zur Verfügung hätten. Der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums bejahte diese Frage und ficherte zu, daß die fozialen Unterstübungen fobald als irgend möglich erhöht werden würden. Abg. Dr. Quaah( DBP.) erklärte, daß es sich bei dem vorläufigen Etatsgefeß für 1924 um ein neues Ermächtigungsgeset handle, das sich nur auf die eigentliche Berwaltuig beziehe, nachdem die Reichsbetriebe bereits schon ihr Ermächtigungsgefet bekommen hätten. Hierauf wurden die Berhandlungen auf heute vertagt. Kommunistenkrach im fächsischen Landtag. enkrach im fächſiſche Dresden, 28. Webruar.( Eigener Drahtbericht.) Aus Anlaß der Richtigstellung des Abges.dneten Bethge, dem die Kommunisten Dorgeworfen hatten, er unterstütze der Arbeitermord, verursachte die tommunistische Landtagsfraktion, der Genosse Bethge nachwies, daß beim März putsch 1920 tatfächlich durch ihre Schuld Arbeiterblut vergossen wurde, unglaub. liche Lärmszenen. Diese steigerten fich zum Tumult, als die Kommunisten durch persönliche Bemerkungen eine neue Debatte aufzurellen versuchten. Landtagspräsident Genosse Winkler ent 30g bem Redner das Wort, was wiederum einen Sturm zur Folge batte. Die Kommunister widersetzten sich der geschäftsmäßigen Handhabung, was den Ausschluß der kommunistischen Abgeord neten Elleroth und später 3ipfel für die nächsten drei Voll fizungen zur Folge hatte. Der Abgeordnete Zipfel hatte dem Landtagspräsidenten zugerufen: Du Strold), treib es nicht auf die Spigel" Elleroth wurde später durch seine Wei. Berung, den Gaal zu verlassen, für weitere drei Sigungen ausgeschloffen. Als die Kommunisten auch weiterhin zur Ge schäftsoror ung zu reden versuchten, feßte der Präsident die Saal firene in Bewegung und unterbrach die Sigung auf 20 mi. nuten. Kurz vor 10 Uhr wurde die Sigung wieder aufgenom men. Da fich die ausgeschloffenen Abgeordneten auch jetzt noch weigerten, den Blenarsaal zu verlassen, wurde die Sizung auf Beschluß des Hauses geschlossen und auf Freitag vertagt nationalen wollen beantragen, daß die Reichspräsidentenwahl, die erst im nächsten Jahr fällig ist, fchon jugleich mit den Reichstagswahlen vorgenommen werden soll. Für den( unwahrscheinlichen) Fall der Annahme ihres Antrages wollen fie laut 603. Parlamentsdienst den früheren Reichstanzler Cuno als Randidaten präsentieren. Da Herr Cuno niemals Mitglied der Deutschnationalen Partei war, ift er wohl als Bürgerblod- Randidat gedacht. Cuno Kandidat für die Reichspräsidentschaft? Die DeutschTO Pfalz und Landtagswahlen. Echo du Nhin" bestreitet, ba die Beiazungsbehörden in der Pfalz die Wahlen für den Baheri fchen Landtag verboten haben, es handelt sich um das ver. faifungsanbernde Boltsbegehren. | wurden. Das El wird in dem Colgeate- Museum in Hamilton aus. geftellt, das der Sammler gegrünbet hat. 5000 Dollar war der Mindestpreis, den das Museum forderte; er ist augenscheinlich nicht überboten worden, obwohl man von einem noch höheren Angebot erzählte, das Lord Rothschild für das Britische Museum gemacht habe. Die Summe, die für dieses Ei erzielt wurde, und eventuell noch weitere Taufende von Dollar, die man für andere Eier zu be. tommen hofft, werden mit zu der neuen vierten Erpedition nach der Büfte Gobi verwendet, die unter der Leitung von Chapman Andrews vom Naturgeschichtlichen Museum in New York ausgerüstet wird. Die Expedition, die im nächsten Juni aufbrechen wird, hofft, das Miffing Lint", das bisher noch fehlende Glied in der Entwidirungsreihe vom Affen zum Menfchen, zu finden und wird. Radio- Apparate mit sich führen, so daß die neuen Entdeckungen sofort aus dem Herzen der Wüste der zivilisierten Welt bekanntgegeben werden können. Künstliche Haare aus Glas. Aus Thüringen wird berichtet, daß es fürzlich celungen ift, aus gefponnenem Glas fünftliches Haar her. zuftellen. Die Glasperüden zeichnen sich durch besondere Leichtigkeit aus. Es ist möglich, fie in jeder Farbenschattierung herzustellen. Auch Loden und Wellen tönnen nach dem Wunsch des Trögers und je nach den Geboten der Mode angebracht werden. Die Imi tation foll fo vortrefflich fein, daß es ohne genaue Unterfuchung überhaupt nicht möglich ist, zu unterscheiden, ob es sich um feft gewachsenes eigenes Haar oder um einen Ersatz handelt. In Be. rührung mit Feuer darf man die Glashaare allerdings ebenfemenig bringen wie das natürliche Haar; denn wenn es auch nicht Feuer fängt, fo fchmilzt es doch bei der Berührung mit der Flamme zu einem unförmigen Klumpen zusammen. D Berichtigung. Nicht in der Boltsoper, fondern in her stroll- Der muk wegen linfall und Erkrankung Mitwirkender die Neueinfubterung der Berfauften Braut um einige Tane verschoben werden Am Sonntag wird tatt beffen Madame Butterfly" gegeben, mit Richard Tauber. Theater renif. Die legte Aufführung von Role Bernb⚫ wird in der Schaubühne im Neuen Theater am Zoe Sonnabend 14 Uhr in Szene gehen. Borträge. Heber, Rene Shule ober enfenmadstum? ( pist am Freitag 8 Ubr Bobenhaufenitr. 47/48 im Dentimer Monttenbunb Prof Baul Deftretch. Bu gleicher Zeit und im gleichen Haufe spricht in den Hochschulfurien der Entichtebenen Schulreformer Dr. Maj Sodann über.Erziehungs und Salgiene. Zutritt fret Das Gautlerfeft der Sale Relmana giebt am Dienstag, den 4 mars in den Gesamträumen des Zeologischen Battens, die von allen Künstlers der Schule ihr originelles Gewand erhalten haben, als Fastnachtsspul vorüber. Argentinienfim". Cin anschauliches und fachgemäßes Filmmer! bat der Deutsche Volisbund für Argentinien in Buenos- Aires im lesten Jabri aufnehmen laffen. Dies mit dem ausgesprochenen Bwed, den Hund rt 5000 Dollar für ein Dinosaurier- El. Der Marktpreis für ein tausenden von Anfragen im Wege öffentlicher Beantwortung au nenügen, 10 Millionen Jahre altes Ei ist nunmehr dadurch festgestellt worden, befonbere über die Betätigungsmöglichkeiten des deutschen Einwanderers die an ihn im Rahre über Argentiniens wirtschaftliche Verhältnisse, ins baß der amerikanische Sammler Auften Colgeate dem New Porter in Landwirtschaft und Industrie ergangen find. Der Film fommt Somniag Naturgeschichtlichen Museum 5000 Dollar für eins ber Dinofaurier, 12 lbr in den Stammerlichtspielen und um 3 Uhr im u.., Weinbergs Eier zahlte, die im vergangenen Juli in der Wüste Gobi entbedt weg, zur Borführung Vor der Vernehmung Ludendorffs. Nächste Woche: Kahr, Lossow, Seißer. BS. München, 28. Februar. Die Aussage des Oberstleutnants Kriebel, des militärischen Leiters des Kampfbundes, mar erheblich ausführlicher, als man zuerst angenommen hatte. Ursprünglich war beabsichtigt worden, nach der Mittagspause die Deffentlichkeit gegen 4 Uhr wieder heraus stellen, da Oberstleutnant Striebel selbst den Bunsch geäußert hatte, den letzten Teil seiner Ausführungen wieder in der Deffentlichkeit machen zu können. Offenbar haben sich jedoch noch Fragen der Berteidiger und des Gerichts ergeben, so daß es nicht mehr möglich wurde, im Laufe des Nachmittags öffentlich zu verhandeln. Der Borsigende brach deshalb gegen 6 Uhr die Sigung ab und vertagte sie auf Freitag morgen 9 Uhr. Oberstleutnant Kriebel wirb am Freitagmorgen dann seine Ausführungen beenden, die sich voraussichtlich nur mit den Bor. gängen am 8. und 9. November befassen und die deswegen auch öffentlich sein dürften. Auch Die belgische Regierungskrise. Schwierigkeiten der Kabinettsbildung. Brüffel, 28 Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die durch den Sturz des Kabinetts Theunis in Belgien geschaffene politische Lage ist äußerst kompliziert. Der Versuch des Königs, Herrn Theunis zur Reubildung des Kabinetts zu veranlaffen, ist an deffen kategorijaher eigerung gescheitert. Bei der starken Bersplitterung der Bar. teien erscheint die Bildung einer neuen tragfähigen Koalition völlig ausgefchloffen. Die Sozialisten und die Blamen, die am Mittwoch fchiedenen Berurteilung ber bisherigen Außen polilik Belglens das Minifterium zu Fall gebracht haben, ftimmen zwar in der entüberein, stehen sich aber auf inner politischem Gebiete diametral Roalitionsfabinett würde aber wahrscheinlich nur von turzer Lebens. gegenüber. Ein aus den Ratholifen und Liberaien gebildetes dauer fein, ebenso eine Minderheitsregierung der Sozial ften. Bandervelde het außerdem bereits erflärt, daß er, falls er be. rufen werde, die Bildung des Kabinetts von der Auflösung der Rammer abhängig machen würde. Als Zwischenlösung gewinnt der Gedante eines reinen Geschäftsministeriums an Boben. Bestürzung im Lager Poincarés. Nach ihm wird dann Bubendorff vernommen. Ludendorffs Bernehmung zur Sache wird mindestens einen der Bariser Presse geben sehr und' rhohlen die Bestürzung wieder, Barts, 28. Februar.( Elgener Drahtbericht.) Die Kommentare ganzen Tag in Anspruch nehmen, da er weit zurüdgreifen die der unerwartete Sturz des belgischen Rabinetts in Frankreich will, um feine Haltung zu der Hitler- Bewegung zu rechtfertigen. hervorgerufen hat. Bon Dereinzelten Ausnahmen abgesehen, scheint Er will die politische Entwicklung der Nachkriegszeit turz ftreifen, man sich hier feinerlei Illusionen über die Tragweite des Ereignisses um dann die Frage zu beleuchten, ob feine Haltung und die Hitlers hinzugeben. Die Mehrzahl der Blätter gibt zu, daß bas Botum ber zu rechtfertigen ist. Seine Ausführungen werden voraussicht Rammer nicht allein dem belgisch- französischen Handels vertrag, lich pier bis fünf Stunden in Anspruch nehmen. Es ist fondern mehr noch der von Frankreich betriebenen Außenpolitit nicht zu erwarten, daß bei Ludendorffs Bernehmung wiederum die Theunis' gegoften hat. Es sind teineswegs nur die linksstehenden Deffentlichkeit ausgeschlossen wird, da der General selbst den Wunsch Organe, die von der Weiterentwidlung in Belaten eine Verstär geäußert hat, die Dinge, die er zu berühren wünscht, in vollsterung der politischen 3folierung Frankreichs er. Deffentlichkeit zu verhandeln. Nach dem bisherigen Gang des Prozesses ist kaum damit zu rechnen, daß die Bernehmung der Angeflagten vor Sonnabend ab. geschlossen wird, um so mehr, als am Sonnabend voraussichtlich nur bis Mittag verhandelt werden wird. In der kommenden Woche dürften dann in den ersten Tagen schon Generalstaatsfommissar a. D. o. Rahr, General v. Lossom und Oberst Seißer gehört werden, die voraussichtlich alle drei nacheinander vernommen werden und beren Ausführungen ebenfalls mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen. Hochverrat gegen Hochverräter? Hoffmann- Kaiserslautern und der Hitler- Prozeß. Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstages beschäftigte sich m Donnerstag erneut mit dem Fall des Genossen Hoffmann Raiserslautern. Der Oberreichsanmalt verlangt vom Reichstag die Aufhebung der Immunität des Genossen Hoffmann wegen angeb. ichen Hochverrats gegenüber Bayern, begangen durch den Verfuch, eine selbständige Republit Pfalz im Rahmen des deutschen Reiches su bilden. Der Ausschuß verhandelte bereits am 6. Dezember 1923 iber die Ungelegenheit und beschloß damals, dem Reichstage zu empfehlen, die Immunität des Genoffen Hoffmann aufzuheben. Dieser Beschluß tam auf eine merkwürdige Weise zustande. Die Sache hatte nicht auf der Tagesordnung der Sigung gestanden. Um Schlusse der Sitzung schlug der Vorsitzende, der deutschnationale Abg. Warmuth, plöglich vor, den Fall trotzdem noch zu ver jandeln. Genoffe Dittmann erhob dagegen Widerspruch Alle ozialdemokratischen Mitglieder müßten den Ausschuß sofort veraffen, weil eine wichtige Sigung der sozialdemokratischen Fraftion bereits begonnen habe, bei der fein Mitglied der Frattion fehlen lönne. Es handele sich um die Stellungnahme zum Ermächtigungs jefet. Er selber. Dittmann der allein das Material über den Fall Hoffmann fenne und zur Hand habe, müsse als Fraktionsoor. izender die Fraktionsfigung leiten. Man könne ben Fall also unmög ich noch verhandeln und deshalb beantrage er Bertagung. Trogdem seschloß der Ausschuß, den Fall noch zu erledigen. In Abwesenheit ser sozialdemokratischen Ausschußmitglieder fam dann der Beschluß juftande, die Immunität des Genoffen Hoffmann aufzuheben. Als dieser Beschluß des Ausschusses jetzt beim Wiederzufammenritt des Reichstages auf die Tagesordnung des Blenums gefekt worden war, brachte Genosse Dittmann die eigenartigen Um tände, unter denen der Beschluß zustande gekommen war, im Helteſtenausschuß zur Sprache und beantragte, den Präsidenten zu ermächtigen, im Plenum als einstimmigen Borschlag des Kelteftenausschusses die Zurüdverweisung des Falles an den Geschäftsordnungsausschuß zu empfehlen. Aeltestenausschuß und Plenum iraten diefem Antrage bei und so beschäftigte sich der Ausschuß am Donnerstag zum zweiten Male damit. warten. Und der Frank stürzt Theunis nach. London, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Sturz des Kabinetts Theunis wird in der City sehr eifrig erörtert. Allgemein gibt man der Ueberzeugung Ausdrud, daß die europäische Lage durch diesen Sturz start beeinträchtigt werde. Der neue Franksturz vom Mittwoch wird zum Teil auf die Niederlage von Theunis zurüdgeführt. Für ein Pfund wurden 105,35 Frant gezahlt. Moaß gebende wirtschaftliche Persönlichkeiten glauben, daß die politischen Schwierigkeiten Belgiens fich schon in aller Kürze start auf Frant reich auswirken werden, so daß Poincaré geneigt fein werde, mit Macdonald ein erträgliches lebereinkommen in der Reparations frage zu treffen. Falls Frankreich wider Erwarten feine Reigung dazu zeigen sollte, erwartet man seine vollständige Isolierung. Das Wiederaufbaupanama. Paris, 28. Februar.( WTB.) Die Kammer hat heute vor. mittag die Debatte über das Budgetzwölftel für die Wiederaufbauausgaben des Monats März aufgenommen. Es fommt zu einer ausführlichen Diskussion über die Mißbrauche bei der eft fehung der Entschädigungssummen und der Verteilung der bisher aufgebrachten Gelber auf die einzelnen Gruppen der Geschädinten. Obwohl der Finanzminister zu Beginn der Sigung erflärt, Barlaments angenommen sein müsse. besteht der sozialistische Abg. daß der Budgetentwurf spätestens morgen von beiden Häusern des Ingbels darauf, umfangreiche Ziffern und Dokumentenmaterial zu erläutern, das er einer älteren, nicht zur Debatte gelangten Interpellation zugrunde gelegt hatte. Er erklärte u. a., daß von den 85 Millierben, die für den Wiederaufbau verausgabt worden feten, nur 15 milliarden der Gefchädigten mit Anfprüchen unter 50 000 Franz zugeflossen und 5 von diesen Milliarden noch von den Auftaufern der Entschädigungsbons ihrer Bestimmung ent. 30gen worden feien. Genoffe Inghels bezeichnete bie 3uftände und die Wirtschaft in Ein eigener Drahtbericht aus Paris melbet uns ergänzend: Abg. den zerstörten Gebieten als des Staates und der Geschädigten. Er wies nach. baß fchon himmelschreienden Standal und erpresserische Ausbeutung 85 Milliarden Franten ausgegeben worden feien. Die Forderungen der kleinen Kaufleute, Handwerker, Bauern und unteren Schichten belaufen sich auf mehr als 5 Milliarden. Den Löwenanteil von 75 Milliarden hätten fich die Großindustrie und eine fleine Lifte Brivilegierter geteilt. Ingbe's zitierte eine ganze Anzahl Großindustrieller Unternehmungen und Handelsfirmen, bie bis zum Behnfachen des tatsächlich erlittenen Schadens forderten und ausgezahlt erhalten haben. Auch zwei Mitglieder der gegenmärtigen Regierung, der Justizminister und der Minister bes Innern, scheinen durch die neuen Enthüllungen Inghels start ompromittiert. Beide follen näheren und ferneren Ber wandten große Borteile zugestanden haben. MLB. berichtet weiter: Der Minister für die tefreiten Gebiete Reibel protestiert energisch gegen die Ausführungen Ingbels, ter fich aber in feinen Erklärungen nicht beirren läßt; der Minister Lausanne Debatte im Oberhaus. Condon, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Im Ober. haus brachte Lord Parmuor das Gefch betreffend den Lausanner Friebensvertrag mit der Türkei ein. Dieses Dokument stamme noch von der vergangenen Regierung. Vertrag beende einen langen und verheerenden Krieg zwischen den Lord Curzon ergriff sodann das Wort und führte aus, der Alliierten und der Türkei. Die türkische Politik leite gewiffe Gefichspunkte, ble wir bebauern müßten, u. a. Türten gegenüber den Armeniern und den Griechen fichspunkte, die wir bebauern müßten, u. a. die Haltung der Außerdem sei es ein Irrtum der Türkei zu meinen, daß fie auf Europas austommen könne. Indessen sei der Himmel augenb.idlich bie Dauer ohne die finanzielle und wir schaftliche Unterstützung flar. Er glaube mit Stolz behaupten zu fönnen, baß fein Land England. Er fordert seine Landsleute auf, fich der Aufgabe zu bei den Bölkern des Orients jetzt in so hohem Ansehen stehe wie England. Er forbert feine Landsleute auf, fich der Aufgabe zu witmen, ben alten türkischen Freunden in ihren Schwierigkeiten beizustehen. Das Gefez wurde in zweiter Lesung angenommen Die Tätigkeit der Arbeiterregierung. London, 28. Februar.( EP.) Im Berlaufe einer Versamm fung der Arbeiterfrattion tam der Entschluß der Regierung, fünf neue Kreuzer zu bauen, zur Besprechung. Nachdem Macdonald die Gründe zu diesem Beschluß auseinandergesetzt hatte, wurden feine Erflärungen von der Bersammlung als aus. reichend anerkannt. Borlage eingereicht, werin die Todesstrafe abgeschafft und reichend anerkannt. Die Regierung hat dem Unterhaus eine in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt wird. Eine Aus nahme findet nur für Doppelmord statt Die Vorlage unterwirft auch die übrige Strafgefeßgebung zahlreichen Aenderungen. Die Strafe für Kindermißhandlung. Mädchenhandel und Verführung Minderjähriger wird verschärft. Die bisher noch üblichen Körperstrafen in den Gefängnisfen sollen ab. geschafft werden. Macdonald über Moskau. Condon, 28. Februar.( WTB.)„ Daily Telegraph" zufolge er flärbe Macdonald in einer Unterredung mit dem Londoner Be richterstatter der New York Tribune", es habe in England und Europa bezüglich der Aussicht auf eine Regelung der europäischen Berhältnisse ein Gefühl des Optimismus Blag gegriffen. Er teile dieses Gefühl. Im November habe feine günstige Stim mung zwischen Großbritannien und Frankreich bestanden, man habe deshalb keine Einzelheiten erörtern tönnen. Jetzt fönne man positio arbeiten, und man werde es tun. Man müsse jedoch Geduld haben und nicht drängen. Im Hinblick auf die Beziehungen ber britischen Arbeiter. Mostau so bitter befämpft wie die britische Arbeiterpartei. Es partet zu ostau erklärte Macdonald, niemanb habe fei tatsächlich die britische Arbeiterpartei gewesen, die endgül. tig mt Moskau brach. Sie habe es auf der Berliner Ron. feren 3 getan, wo Anstrengungen gemacht wurden, um die Zweite und Dritte Internationale zu vereinigen. Die britische Arbelter. partei habe ostau betämpft und geschlagen. Mostau fet nicht länger eine Gefahr für England. Er, Macdonald, wolle damit nicht sagen, daß es niemals wieder eine Gefahr werden tönne. Es habe eine Gefahr bestanden, als Mostau noch jung und fel in ihrem Ursprung und ihrer Geschichte mehr brififch gewefen start war und als sich Moskau im Wirrwarr befand. Seine Partei oder werde mehr britisch bleiben als die britische Arbeiterpartel. Sie in irgendeiner Weise mit Mosfau zu vermengen, fei abfurb. Polen und England. Geimfommission für Außenpoliti! erklärte Außenminifter Graf Warfchan, 28. Februar.( Eigener Drabtbericht.) Bor der 8amoysti, daß Bolen burch sein Bündnis mit Frankreich feineswegs daran behindert fei, au einem anderen Staate, wie wärtige Regierung fei eine Regierung der Finanzianierung. 3. B. England, in nähere Beziehungen zu treten. Die gegen ihre Bolitik müffe baber eine friebliche fein. Der polnische Gesandte in London, Graf Stirmund, stattete aus Anlaß der Nede en berfone Macdonald einen Besuch ab und wies darauf bin, in welche Lage Bolen geraten würde, wenn der Bertrag von Veriailles revidiert werden sollte. Kontroll- oder Garantiekomitee? Paris, 28. Februar.( Tul.) Eine offiziöfe Havasnoté gibt bev fannt, am 29. September 1922 hätten die Berbündeten Regierungen Bor Eintritt in die fachliche Beratung erbat der alte Zentrums.berlichert, babie Justiz ihre Nachforschungen ohne Schwäche fort der Berliner Regierung mitgeteilt, daß, falls sie in tonaler Bcife " führer ehren bad, ber frühere Reichstanzler, das Wort und stellte ben Antrag, die Sache bis nach Beendigung des Mün hener Hitler Prozesses zu vertagen. Was in diesem Prozeß zur Sprache tomme über die bisherigen bayerischen Macht haber, gegen deren Treiben Hoffmanns Attion sich gewendet habe. laffe den Fall Hoffmann in einem so neuen Lichte erscheinen, daß man erst das Ende des Prozesses abwarten müsse, ehe man sich ein zutreffendes Bild über die Tat Hoffmanns machen tönne. sich dabei durch feine Einwendungen abhalten lassen werde. Abg. Escoffier befürchtet, daß die bewilligten Strebite nicht aus. reichen werden, um in drei Jahren das Wiederaufbauwert zu vollenden. Minister Reibel erklärt demgegenüber, daß in drei Jahren wieder alles aufgebaut fein werte. Der Wiederaufbau der Häuser werde in erster Linie erfolgen. Die geschädigte arme Benöllerung werde dabei ein Bor. zugsrecht erhalten. Alle Nachlä sigleiten der Beemten würden streng bestraft. Der gesamte Gefeßentwurf wird hierauf angenommen und Die Sigung aufgehoben. Die Rammer hat den Entwurf des Budgetzwölftels für bie Bieteraufbauausgaben des Monats März an- nommen, ferner einen Gefeßentwurf, der Der deutschnationale Borsigende armuth mandte fich er. regt gegen diese Ausführungen. Nach seiner Meinung beständen leinerlei Beziehungen zwischen dem Fall Hoffmann und dem Mün bener Hitler- Brozeß. Genoffe Dittmann erflärte bemgegenüber, ber Münchener Prozeß beweise, daß Kahr, Lossow und Seiser, die den französischen Rheinreedern and Rheinloffen gewisse Zuwendungen tatsächlichen Machthober in Bayern, feit Monaten hodverrat gegen gewährt, um tie Differenz zwischen den französischen und den deus Das Reich verübt hätten und es deshalb ein Ronkens fei, die Gegenfchen Lotfen- und Matrofenlöhnen auszugleichen. Gegengewährt, aftion des Genoffen Hoffmann als Hochverrat zu charat'er- fi ren. Kahr und Konsorten hätten Bayern vom Reich losgelöst, so daß das Reich in Bayern tatsächlich feine Gewalt mehr habe. S offmann habe durch feine Aftion einen Zeil Banerns, bie Pfalz, dem Reiche erhalten und vor der Gefahr bewahren wollen, eine Beute bei von Frankreich unterstützten Separatisten zu werden. Das werde er bei der fachlichen Beratung des näheren nachweisen. An fich habe seine Bartei nichts dagegen, daß der Fall fofort verhandelt werde. Wenn aber eine andere Partei Bertagung wünsche, weil ihr Urteil beeinflußt werden könnte vom Ausgang des Münchener Prozesses, so stimme er der Bertagung zu. verurteiler fönnte. Abg. Fehrenbach felber wies barauf hin, daß unter Um ftänden in München bie Hochverräter am Reid freigesprochen werben fönnten und ein vom Reich eingefektes Geridy den Genossen Hoffmann wegen Hochverrats gegen bie bayerischen Hochverräter Einer solchen Imperität des Rechtes werde er nich Borfchub leisten und deshalb müsse erst in München Klarheit gefchaffen fein, ehe man über den Fall Hoffmann entscheiden fönne. Ildenbrand verwies darauf, daß durchaus bie Mög fichkeit gegeben fei, den Fall Hoffmann vom Oberreichsanwalt auf Beranlassung des fahrbayerischen Juftizminifters Emminger an ein bayerisches Boltsgericht zu verweisen. Dagegen müffe man gesichert fein. Mit 14 gegen 6 Stimmen beschloß der Geschäftsordnungsaus. schuß gemäß dem Antrage Fehrenbach, den Fall Hoffmann bis nach Beendigung des manchener Brozeffes zu vertagen Neuer Sturm gegen Poincaré. 98 Stimmen Mehrheit. Paris, 28. Februar.( WTB) Kammer. Bu einer Interpel. lation bes fozialistisch- rabitaten Abg. Buiffon über gewiffe Eat fachen betrefferb die Untersuchung über ben Tod des jungen Philippe Daudet erklärt Justizminifter Colrat, daß die Untersuchung im Gange lei, und daß die Stammer nicht das Recht hate, vor dem Abschluß dieser Untersuchung einzugreifen. Boin. caré und Cofrat erflären, daß fie autüdtreten würden, wenn die Stammer die Disfuffion hierüber eröffnen würde. Poincaré fügt hinzu, daß die Defumente dieser Untersuchung geheim feien und daß er von einem Teil diefer Schriftftüde rur Kenntnis erhalten habe, well Daubet sie ihn mitgeteilt habe. Da die Regierung die Bertrauensfrage stellt, beschließt die Kammer mit 283 gegen 185 Stimmen die Bertegung der Interpellation Buiffon. ΠΟΥ Nach vier Jahren wieder Bahnverfehr! Diefe erfreuliche Wendung wird nicht etwa in Erotien, fondern in Fiume ge feiert. Der feit dem Einzug d'Annunzios am 14. Dezember 1919 eingeftelte Eisenbahnverlehr zwischen Fiume und Agram- Budapest ist wieder aufgenommen worden. ww bat die ägyptische aufgefordert, bie nach Aegypten geflüchteten 3talienisches Auslieferungsbegehren. Die italienische Regierung Aufrührer aus der Ehrenaila auszuliefern. zur Abrüstung beitrage und namentlich im Berlauf eines be stimmten Zeitraums wesentliche Buntte erfülle, die Militärfom. mission durch ein Garantiefomitee mit beschränkten Bollmachten und Befugnissen erfegt werden solle. Dieses Komitee hätte Dölligen Entwaffnung für notwendig erachten. Dieser Borschlag fet feine Tätigteit so lange auszuüben. als die Verbündeten dies bis zur von der deutschen Regierung aber abgelehnt worden. Noch zu früh für mildere Ueberwachung. Paris, 28. Februar.( EP.) Die Zeitungen teilen mit, bas ber englische Vorschlog auf Ersehung des Kor trollfemitees durch ein Garantiefomitee in der Botschafterkonferenz teine günstige Aufnahme gefunden habe. Der Petit Parifien" schreibt, daß gegen wärtig nog nicht die Rede davon fein fönne, dem Bölter. tund die Kontrolle anzuvertrauen. Salters Sanierungsvorschlag. Finanzdiftatur in Völkerbunds Namen. Baris, 28. Februar.( TB.) Das Romitee Dawes hatte heute vormittag eine Besprechung mit dem Leiter der Wirtschaftsabtei lung des Böllerbundes, Sir Arthur Salter, der seinen Ausfüh rungen den schriftlichen Bericht zugrunde legte, den er auf Ersuchen des Stomitees über die Sanierung Defterreichs erstattet hat. Sir Arthur Salter hat nach Havas auf Grund der in Desterreich er. zielten Ergebnisse erklärt, baß man, was Deutschland anbelange, der Bufunft mit Bertrauen entgegensehen könne, falls zu feinen Gunften etwas Gleichartiges wie in Defterreich durchgeführt werden sollte. Die chriffliche Entente. Wie aus Ronftantinopel gemelbet wird, haben die Bertreter der alliierten Regierungen bei der Angora regierung Broteft gegen die zwangstoeife Entfernung der religiösen Embleme aus den christlichen Echulen in der Türkei erhoben. Der Rechtsausfchuß des Reichstags bebandelte am Donners tag den beutichnationalen Antrag, der für hoc verrat im be festen Gebiet bie Tobes ftrafe und die burteilung auch in Abwefenheit des Beschuldigten bzw. während feines Aufenthalts im befesten Gebiet verlangt. Genoffe Rabbruch und ebenfo bie Rebner der Demokraten, der Volkspartei und des Zentrums deutschen Rechtsgefühl widersprechend aus. Der Antrag wurde bes Sprachen fich gegen eine Aburteilung in Abwesenheit als dem halb abgesetzt. Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitszeit in den Krankenanstalten. Nach der Verordnung, die im Reichsgefehblatt" vom 14. Fe bruar 1924 reröffentlicht ist, darf das Pflegepersonal in der Woche einschließlich der Sonn- und Feiertage bis zu 60 Stunden, die Bausen nicht eingerechnet, beschäftigt werden. Die tägliche Arbeitszeit soll in der Regel 10 Stunden nicht überschreiten und durch angemessene Pausen unterbrochen sein. Man will also, unter Mißbrauch des Ermächtigungsgefeßes, den Achtstundentag des Krankenpflegepersonals befeitigen und für diefes eine tatsächliche Arbeitszeit von 12 bis 13 Stunden einführen. In der Begründung wird gesagt, daß der Erlaß der Berordnung auf dem Wege über das Ermächtigungsgefeß gerechtfertigt fei, weil die Beseitigung der Rechtsunsicherheit, die durch die Anordnung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter vom 23. November 1918 entstanden wäre, dringend geboten erscheint, und daß der uneingeschränkte Achtstundentag fich mit den Belangen der Kranten nicht vereinbaren lasse. Was die Rechtsunsicherheit" anlangt, so ist sie am 3. Februar 1919 durch folgende Erklärung des damals bestehenden Reichsamts für wirtschaftliche Demobilmachung behoben worden: Krantenwärter und flinisches Personal find, wie ich in llebereinstimmung mit der herrschenden Meinung zur Gewerbeordnung annehmen möchte, gewerbliche Arbeiter. Sie fallen unter die Anordnung vom 23. November 1918( Reichsgesetzblatt" G. 1334), fomeit sie in gewerblichen Betrieben oder Staats. und Kommunalbetrieben beschäftigt find, also nicht, wenn sie z. B. in privaten Wohltätigkeitsanstalten oder bei Aerzten ohne Kranten hausbetri.b angestellt sind." Im übrigen haben sich bei der Durchführung des Achtstunben tages in den Krantenpflegeanfalten feine nennenswerten Hinder niffe gezeigt. Seit seinem Bestehen ist von gegnerischer Seite nicht der geringste Beweis erbracht worden, daß er in irgendeinem Fall den Kranken zum Nachteil wurde. Wichtig ist ferner, daß ursprünge liche Gegner des Achtstundertages sich mit ihm nicht nur ausge föhnt, sondern darüber hinaus Gutachten für feine Erhaltung abgaben. Die Folgen, die aus der Verordnung nicht nur für den Krankenpflegeberuf felbst, sondern auch für die Patienten entstehen wer den, dürften außerordentlich nachteilige fein. Die Arbeitgeber aller Schattierungen werden es gewissermaßen als Soli daritätspflicht ihren Klassenenoffen gegenüber auffassen, die Durch führung des in der Terordnung vorgesehenen Marimums an Arbeitszeit in ihren Betrieben zu bewirken, nämlich 10 Stunden Arbeitszeit und 2 bis drei Stunden Pause", also insgesamt 12 bis 13 Stunden. Die fernere Folge würde sein, taß die Krankenpflegeanfalten alsbald wieder zum Unterschlupf Erwerbsloser aus allen möglichen Berufen würden. Die Fluftration würde wiederum Paz greifen. Daß daraus für die Kranten Nachteile mennensmerter Art erwachsen müssen, dafür haben die Vorkriegsverhältnisse die Deutlichsten Beweile geliefert. Nur der wirtschaftliche wie foz'ale Aufstieg des Krankenpflegeberufs nach dem Kriege hat es ermögli.ht, daß die Krankenpflege in geordnete Bahn zum Wohle des Loltes gebracht werden fonnte. Wir können einfach nicht an nchmen, daß insbesondere Aerzte all dirs ohne Widerspruch ge fchehen lassen; vielmehr erwarten wir von ihnen, daß sie sich mit uns entschieden dafür einfegen, daß die Krankenpflege nicht zu einem Uebergangsberuf wird, zum Nachteil aller, die einmal auf Krantenpflege angewiesen sein werden. Es muß als bedentlich bezeichnet werden, wenn das Haupt. gesundheitsamt der Stadt Berlin, ehe die Verord nung in Kraft getreten ist, von den einzelnen Anstalten Mitteilung verlangt, wieviel Angestellte bei Durchführung der Berordnung geipart werden fönnen. Daß eine Erirarnis von Arbeitskräften bei Durchführung dieser Verordnung zu verzeichnen wäre, ist sicher. Das ist gegenüber den Folgen, die der Boltsnefndheit daraus erwachsen würden, jedoch von untergeordneter Bedeutung. Unseren Barteigenoffen im Reidstaa erwächst die Pflicht, gegen Diese Verordnung mit Ertschiedenheit Front zu machen. Es wird aber auch an der gewerkschaftlichen Geschlossenheit des Krankenpflegeperfonals liegen, ob man imftande fein wird, ihm die Errun genschaft der Revolution wicder zu entreißen. Erfolg des Speditionsarbeiterstreiks. Rach zweitägigen Berhandlungen unter Borfiz des Schlichters für Groß- Berlin, Reichsminister a. D. Bissell, ist der Streit im Speditionsgewerbe beigelegt. Die Arbeit wurde am Donnerstag früh zu folgenden Bedin. gungen wieder aufgenommen: Der Lohn beträgt bis zum 28. März 30 m. pro Woche. Die regelmäßige 48 stündige Wochenarbeitszeit bleibt beftchen. Ueberstunden sind entsprechend den wirtschaftlichen Bebürfnissen der einzelnen Betriebe zulässig und werden mit as des Wochenlohnes vergütet. Bezüglich des§ 616 BGB. und des Urlaubes wurde eine Berständigung dahingehend erzielt, daß die Säge der Vorfriegszeit in Kraft treten. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. In der Verhandlung am Dienstag war es trop achtstündiger Dauer nicht möglich, die Arbeitgeber zu einem Zugeständnis zu bemegen. Am Mittwoch griff dann ein Schiedsgericht ein, das nach vierstündiger Beratung vorstehenden Schiedsspruch fällte. Die von den Arbeitgebern geforderte Kürzung des Lohnes sowie die Berlängerung der Arbeitszeit ist durch das geschlossene Zusammenhalten der Speditionsarbeiter und Kutscher abgewehrt worden. Einen schönen Beweis ihres solidarischen Gefühls erbrachten die Speditionsfutscher und arbeiber, indem sie in ihrer Bersammlung einstimmig beschlossen, zugunsten der arbeits. lofen Rollegen ihrer Branche auf die ihnen zustehende statuta rische Streit unterstügung zu verzichten. Bleibt diefer Geist in den Reihen der Speditionstutscher und-arbeiter beftchen, arbeiten fie weiter an dem Aufbau ihrer Organisation, dann werden die Arbeitgeber so leicht nicht mehr den Versuch machen, die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Der Mühlenarbeiterstreik beendet. Die Verhafteten endlich freigelaffen. Im Reichsarbeitsministerium wurde gestern über die Berbind lichkeitserklärung des am Dienstag abend ergangenen Schiedsspruchs verhandelt, den die Unternehmer befanntlich abgelehnt haben, nach dem sie schon die Bemühungen des Schlichters zur Beilegung des Streits vereitelt hatten. Stüßten sie sich doch auf die Maßnahmen des Wehrtreiskommandos und auf die Technische Nothilfe, die sie noch gestern früh herbeigeholt hatten. Es gelang nunmehr eine Einigung herbeizuführen auf der Grundlage des Schiedsspruches der Schlichtungskammer, den wir in der Mittwochausgabe des„ Borwärts" in seinen wesentlichen Teilen veröffent'ichten. Im Laufe des geftrigen Nachmittags wurden die Betriebs. ratsmitglieder, die am Sonnabendmorgen aus den Betten heraus verhaftet worden waren bzw. noch nachträglich eingesperrt wurden, wieder auf freien Fuß ge fett. Die Streifenden, die dem Schiedsspruch zugestimmt hatten und zur Wiederaufnahme der Arbeit sofort bereit waren, beschlossen in ihrer Bersammlung, auch der Einigung zuzustimmen. Mit den Arbeitgebern wurde vereinbart, daß die Betriebs. räte sich heute früh zur Einteilung der Schichten bei ihnen me[ den sollen, so daß bis um 10 Uhr der Betrieb überall wieder in Gang gebracht sein wird. Statistisches Jahrbuch des JGB. 1923/24. Soeben erschien das zweite Jahrbuch des Internationalen Gewerkschaftsbundes( Siz Amsterdam) in dreisprachiger Ausgabe: englisch, deu sch und franzöfifch. Der Uebersicht über die Zusammen. fegung des Bundesbureaus und des Borstandes des Bundes folgen die Adressen der 22 angefchloffenen gewerkschaftlichen Landes. zentralen. Von 19 diefer Landeszentralen wird ein fnapper Be richt über ihre Mitgliederbewegung im Jahre 1922 gegeben, aus dem hervorgeht, daß die Weltfrise fast allenthalben die Gewerkschaften in ihrem Mitgliederſtande ungünstig beeinflußt hat, und zwar je nach dem Wirkungsgrade der Krise in den einzelnen Ländern. Belgien verlor etwa 79 000 Mitglieder, Dänemart nahezu 1000, während Deutschland in seiner Schein. Llütezeit eine Zunahme von zirka 150 000 Mitgliedern im ADGB. und 25 000 Mitgliedern im Af- Bund zu verzeichnen hatte. Die Mitgliederzahl blieb in Frankreich stabil und sant in Großbritannien von 6 559 933 auf 4369 268. Die Mitglie berzahl für Holland ist im Text durch einen Druckfehler mit 21 045 anstatt mit 201 045 angegeben; die Abnahme betrug über 22 000. In Italien ging die Mitgliederzahl unter den fommu nistischen Treibereien, haup fächlich aber un.er der faschistischen Diktatur von 1200 000 auf 401 000 zurüd. Kanada hatte eine Ab. nahme von 47 000 Mitgliedern zu verzeichnen und zählte 1922 noch 117 814 Mitglieder. Auch in Lettland ging die Mitgliederzahl um 10 000 zurüd, während Lugemburg feine 8000 Mitglieder haiten tonne. Defterreich hate einen Berlust von 29 828 Mitgliedern zu verzeichnen, Bolen jedoch einen Zuwachs durch Anschluß neucr Bertante con 365 000 auf 411 000. Schweden war von 313 208 auf 292 917 zurückgegangen, ein trotz starter Arbeitslosigkeit verhältnismäßig geringer Berluft. Größer war die Mitgliederabnahme in der Schweiz, von 223 822 auf 162 192. Spanien weist nur eine geringe Beränderung auf, wogegen die Kommunisten in der Thehollowatei die Einheitsfront um 167 000 Mitglieder schwächten, die sie zur Moskauer Internationale brachten. Ungarn hatte indessen ein Wachstum von 152 577 auf 202 956, um rund 50 000 Mitglieder zu verzeichnen. einzelnen Landesorganisationen angeschlossenen Gewertschaf Der nächste Abschnitt bringt ein genaues Berzeichnis ber den ten, ihrer Adressen und ihrer Mitgliederzahlen, nach männlichen und weiblichen Mitgliedern getrennt. Diefer Teil des Berichts ist besonders wertvoll und bringt in feinen Angaben den Nachweis für die Ziffern, auf denen die Amsterdamer Gewerkschaftsinter nationale beruht. Dann folgen die Namen, Adressen und Mitglieder. zahlen ber den internationalen Berufsfetretaria ten angeschloffenen Berbände Der Mitgliederrüdgang von 1921 bis 1922 tommt natürlich auch hier zum Ausdrud; er bewegte sich Don 20 290 182 auf 18 174 373, b. i. 10,4 Proz. Am stärksten sind beteiligt die Landarbeiter, weiter die Fabritarbei'er, Hotelange ftellten, Bergarbeiter und Diamantarbeiter. Eine Zunahme haben die Kürschner, Lebens. und Genußmittelarbeiter, Bauarbeiter, 3im. merer, Lithographen, Tegtilarbeiter und Tabatarbeiter zu ver zeichnen. Den Echluß bilden eine ganze Anzahl von Tabellen, die einmal die Gesamtzahl der organisierten Arteiter aller Richtungen mit nahezu 41 Millionen aufführen, die Mitgliederzahlen der JGB., Landesverbände und der Berufssekretariate, der Sozialistischen Jugendinternationale, des Internationalen Genoffenschaftsbundes und des Internationalen Arbeiterinnenbundes, ferner eine Reihe von finanziellen Tabellen über Eirnehmen und Ausgaben der ange fchlossenen Organisationen. Die Tabellen sind in recht übersichtlicher Form dem Jahrbuch beigegeben, fügen sich jedoch der Buchform nicht recht an, so daß es sich empfehlen dürfte, fie fünftig in besonderem Umschlage zu bringen. Das 168 Terifeiten und 69 Tobellenfeiten umfassende Jahrbuch ist für Deutschland von der Berlagsgesellschaft des DG B., Berlin S. 14, Inselstr. 6, zum Preise von 3,50 M. zu beziehen. Zur Lage der Landarbeiter. Ein Berliner Metallarbeiter, der durch Arbeitslosigkeit ge zwungen zur Landwirtschaft überging, schildert uns die Lage der Bandarbeiter im Bezirt Magdeburg Börde. Der Spizenlohn beträgt seit Mitte November 13 Pf. pro Stunde, wozu die Berheirateten 13 Zentner Getreide, ½ Zentner Hülsenfrüchte befommen und ein Zufaufsrecht für Brotgetreide haben. Die steuer. liche Bewertung diefes Naturallohnes beträgt wöchentich 3,04 m. Es ergibt sich ein G famtverdienst von 9,88 m. für Tagelöhner und von 10,38 m für Geschirrführer. Eine Lohnerhöhung frinen die armen Landwirte zwar nicht zahlen, dafür aber fordern fie verlängerte Arbeitszeit für die Volkswirtschaft. Der Lohn erhöhe sich dadurch automatisch. Der Naturallohn vermindert fich dabei ebenso automatisch. Im Tarifjahr 1923 mit 300 Arbeits tagen follte die Arbeitszeit 2675 Stunden betragen. Sie wurden nicht voll gebraucht. Den Vertretern des Landarbeiterverbandes wurde erklärt, bei Zustimmung zu verlängerter Arbeitszeit könne der Lohn um einen halben bis einen Pfennig erhöht werden. Die Arbeiter lehnten dies Angebot ab. Weilere Berhandlungen waren ergebnislos. Am 15. Februar folle ein Schiedsspruch abgegeben werden. Da er klärte denn ein Vertreter der Unternehmer, man wolle freiwillig zwei Pfennig je Stunde zulegen. Es tam zum Schiedsspruch, der bei einer Arbeitszeit von 2800 Stunden einen Barlohn von 16,3 Pf. vorfieht. Die Arbeiter fcllen den ganzen Sommer über 12 bis 13 Stunden auf dem Felde liegen. Bir Landarbei'er sind durch den geringen Barlohn in eine Schuld. und Borschußwirtschaft geraten, die fein Familienvater mehr verantworten fann. Es ist uns unmöglich, irgendein Kleidungsstück zu ersehen. Die Arbeiter gehen teilweise schon zerlumpt und zerfetzt zur Arbeit. Geld für Hausbrand muß vom Arbeitgeber geliehen werden, wofür dann monatelang 3 bis 4 M. wöchentlich abgezogen werden. Auf einem Gut im Kreise Banzleben ist es Regel, Familienpäter mit 4 und 5 Kindern mit einem Lohnwert von 45 bis 150 Pf. nach Saufe zu schicken. So wird eine große Miẞstimmung geschachsfen, die schließlich einmal in verhängnisvoller Form zum Durch bruch fommt. Der Kontrast zwischen der großen Armut auf Der einen und der großen Verschwendung auf der anderen Seite ist gar zu traß. Sollte die landbündlerische Presse demnächst einmal über Berrat der Landarbeiter an der Boltsernährung Krokodilstränen vergießen, dann wissen die Berliner Arbeiter, wie die Dinge stehen. Im Zeichen des Sparbetriebs. Borzugsweise Beförderung bemittelter Pofibeamten. Man schreibt uns:„ Bei Neubesetzung von Vorsteherstellen der Bostämter fam es bisher neben dem Dienstalter auf gute Leistungen an. Letztere scheinen neuerdings nebensächlich zu fein. wie folgender Fall beweist. Die Borsteherstelle des Bostamis in Twistringen ist neu zu befezen. Nach einer Verfügung der Oberpoft direktion werden Bewerber, die auf die Umzugs fostenvergütung und etwa zustehende Entschädigungen für doppelte Haushaltsführung verzichten, in erster Linie berücksichtigt. Also nicht freie Bahn dem Tüchtigen", sondern freie Bahn dem Bemittelten". Deutschnationale Klaffenkämpfer.' Im völkischen Lager ist ein auch die Deffentlichkeit angehender häuslicher Streit entstanden. Unter der Ueberschrift Staffenkampf und nationcler Gedanke" polemiſiert in Nr. 17 der„ Deutschen Presse"( München) das Verwaltungsmitglied des DHB., A. Zim. mermann Homburg, gegen diejenigen völßischen Kreise( Roeder, Maurenbrecher, Justizrat Claß usw.), denen der Begriff Gewerk schaft unheimlich ist und die ihm mit starker innerer Abneigung gegenüberstehen". S Seine Widersacher behaupten nämlich, daß die chriftlich- nationalen Gewerkschaften bewußt auf der marristischen Basis des Klaffentampfes stünden und auch mehr oder weniger den Klaffengegensatz predinen. Zimmermann fieft feinen vöffischen Gesinnungsfreunden gehörig die Leviten, indem er sagt, sie sollten sich doch erst besser unterrichten, ehe sie sich Meinungen bilden und diese gar journalistisch vertreten! Weiter schreibt er: " " Dem Arbeitnehmer wird es Monat für Monat, Woche für Riaffenlampf eine Tatsache ist. Es ist nichts als eine gedankenlose Woche immer wieder ins Bewußtsein hineingehämmert, daß der Rebensart, wenn dieser oder jener Bolitiker von sich behauptet, er stehe nicht auf dem Boden des Kaffenkampfes. Ebensogut könnbe er fagen, er fei ein Gegner des Regens, des Wirdes, des Herbstes ober des Erdbebens... Warum bekämpft man in den Blättern Der Claß und Maurenbrecher nur die Arbeitnehmer, warum nicht die Arbeitgebergewerffchaften? Man findet es ganz in der Ordnung, daß sich die Arbeitgeber, daß sich die Landwirte, daß sich die Aerzte zusammenschließen. Nur den Arbeitnehmern wird der gewertihaftliche Zusammenschluß als Verbrechen angetreidet. Gewiß, die fozialdemokratischen fog. freien Ge werffchaften find falsch eingestellt. Daran ist aber nicht der an fich echt germanische gewertschaftliche Gedanke schuld, fondern die marxistisch- sozialdemokratische Irrlehre, mit der der ge wertschaftliche Gedante leider eine Ehe eingegangen ist.... Die gewertschaftliche Arbeit steht an sich nicht im Gegenfag zum nationalen Gedanken... 4 Soweit der noch immer mit einer starten Defis Weltfremdheit und Naivität ausgestattete DHB., der noch vor sechs Jahren über die Gewerkschaften genau fo wegwerfend urteilte wie die jetzt von ihm verdammten Roeder, Maurenbrecher u. Co., der sich nach Kriegsende lediglich aus Wettbewerbsgründen auf dem Boden der gegebenen Tatsachen" als„ Gewertschaft" etablierte. Sein Zweifrontentampf fann nun beginnen. Einerseits gegen seine völkischen Freunde um die Streitfrage, wer den richtigen nationalen Gedanken vertritt, andererseits gegen die freien Gewerkschaften darüber, wer der wirk. liche Träger des Klaffentampfes ist. Bielleicht wird der wandelbare DHB., der sich jeht aus durchsichtigen Gründen zum Träger eines „ Klaffenkampfes", wie er ihn auffaßt, macht, nach weiteren sechs Jahren die margistisch- sozialdemokratischen Irrlehren" als richtig erfennen. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Craft Renter; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. 8. Döscher; Lotales und Gonftiges: Fri Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Ca.. Berlin SW. 68., Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. 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Wenn nur die fchiedenen Hausbefizer, General- und Unterverwalter, die fast alle Miete gezahlt wurde!. Um alles andere fümmerten sich die verBierte jahre wechselten, verteufelt wenig. Nun ist ein starker Mann schlossen, gründlich aufzuräumen. Und in dem Schreibebrief, den am Ruder, ist im vollen Kraftbewußtsein der Berwalterwürde entgleichzeitig noch drei andere Mieter erhalten haben, steht folgendes: Ihnen gehaltenen Kaninchen und Hühner bis zum Erften des tom Es tut mir leid, Sie auffordern zu müssen, daß Sie die von Ihnen gehaltenen Kaninchen und Hühner bis zum Ersten des tom menden Monats entfernen. Die Tiere dürfen auch nicht im Keller oder auf dem Boden bleiben. Der neue Wirt will das nicht mehr die Tiere verbreiten, beschwert. Sollten Sie meiner Aufforderung dulden. Außerdem haben sich mehrere Mieter über den Geruch, den nicht entsprechen, so würde ich berechtigt sein, beim Gericht die Aufhebung des Mietverhältnisses zu beantragen." Schulze ist fuchswild und beruft einen Kriegsrat ein." Der tann so bleiben. Wat denkt sich der Patentverwalter denn eifentlich? Früher hat a dodj fehr zufrieden jewefen. Jegt riecht a woll den Jänsebraten? Zu nischt gehatt un mar a mit en Rarnidel uff'n Sonndagsdisch jewis mitten mang det Fett fäßen. Det jibt's nich, wat der will. Id bin stand! Als ob wa det Jeld so aus' n Aermel schüttelten und wieda dafor, wir laffen et druff ankommen." Der zweite Mieter haut in die gleiche Kerbe:„ Un nich mal uff'n Boden oder in'n Keller. Ber is denn noch so deemlich, da sein Klemvieh unterzubringen. Da wird et doch in de ersten acht Dage jef'aut. Also bleibt uns ja jar draußen in de Laube vahungern und vafrieren lassen?" Der dritte nischt andert als de Wohnung ibrig. Oder soll id meine Rarnice! Mieter ist bedächtiger: Kinners, feht euch den Mietverdrach an! braucht for'n Ranarienvogel, aber sojar schon for den fleensten und Wenn ich nich irre, steht da, det man zwar feene Genehmigung faubersten Röter. Na, un der Jestant is ooch nich so janz ohne. Et die uns denunziert haben, soll der Deibel holen, aba id jloobe, wa duftet manchmal wirklich wie in de Küche bei Kempinsti. Die Mieter, des letzten im Quartett. Man spült den Aerger hinunter und beDörr spizte seine Erzieh'n' ne Niete, wenn wa uns meijern." Das ist auch die Meinung schließt schweren Herzens, die vierbeinigen Hausfreunde zu ver taufen oder ein großes Schlachtefest zu veranstalten. In der Berliner Stadtverordnetenverfamm.| ratung stattzugeben, aber die Beratung selbst in der durch die Tages. [ ung haben gestern die Kommunist en richtig wieder den Kr a ordnung gegebenen Reihenfolge stattfinden zu lassen. Dem stimmte feel zuftende gebracht, den sie brauchen, um Stimmung für die eine aus Bürgerlichen und Kommunisten bestehende Mehrheit bevorstehenden Reichstagswahlen zu machen. Viel Geschid ist aller zu. Die vom Gen. Dr. Lohmann aufgeworfene Frage, ob zur dings dazu nicht nötig man hat nur die Tribünen mit einigen Gültigkeit eines solchen Beschlusses Zweidriffelmehrheit gehöre, fe stungsfähigen Echreiern zu befehen, die auf Signal das Erforder- wurde einstweilen zurückgestellt. Die Borlage menen unter l'che beferren. Als Eignal dient in der Regel das Geschimpfe, mit stübung ber Brivatlyzeen und der privaten Mädchenmittel dem die kommunistischen Stadtverordneten, nicht etwa die Parteien schulen überwies die Versammlung einem Ausschuß und befaßte sich der Rechten, sondern die ihnen viel unbequemere Sozialdemokratie darauf mit der Anfrage der Deutschnationalen, welche eine Sta angre fen. Echon bei Beginn der Sitzung ließ das Geschäfts. Brühl gab die bezüglichen Ziffern. tistit der Erwerbslosen für 1923 verlangt. Stadtrat ordnungs" gerede des Kommunisten Dörr erkennen, daß er Stan nisten beantragten Besprechung führte Schumacher( Komm.) an, In der von den Kommudal fuchte und entsch'offen war, ihn so oder so herbeizuführen. daß Erwerbslose für 3wangsarbeit" wöchentlich ganze 9,30 m. Die Eihung wäre sogleich in der ersten Viertelstunde aufgeflogen, erhalten( Pfuil- Rufe auf der Tribüne; der Vorsteher droht mit der menn nicht der Versteher Haß das dadurch verhütet hätte, daß er Räumung). Die Straßenbahn- G.m.b.h. habe Gleisarbeiten fie auf einige Zeit unterbrach. Aber schon bold nach der Wieder durch Erwerbslose mit 3wangsarbeit ausführen lassen, und cufnahme bot bei einem Erwerbslofenantrag der Deutschnationalen er kommunistische Stadtrat Luscher sei für seine Weigerung, felche fich für die Kommun ften Schumacher und Dörr die erwünschte enthoben worden. Billige der Magiftrat die mehr als fchofle hand zu vermitteln, vom sozialdemokratischen Bezirksamt 20 seines Amtes Gelerenheit, das bewährte Schimpfrezept anzuwenden und durch ungsweise des Bezirksamts 20? Oberbürgermeister Bößer. finnlose Angriffe gegen die Sozialdemokratie die bestellten miderte: Der genannte Stadtrat in Reinickendorf hat erklärt, daß Oberbürgermeister Böß er Tribünenbesucher aufzuregen, so daß sie mit lärmen- er die neuen Bestimmungen für die Erwerbslosen nicht durchführen den Zwischenrufen störten. Der Vorsteher Haß bewies in diefer merde und er hat sie in mehreren Fällen nicht durchgeführt. Darauf Sigung eine Langmut, die wahrscheinlich fein anderer fertiggebracht hin ist er zunächst seines Amtes enthoben worden, und auf Beran. hätte, aber schließlich mußte er die Räumung gebieten. Nachung des Bezirksbürgermeisters ist ein Disziplinarverfahren einbem er die Sigung unterbrochen hatte, verließen ruhige Leute frei dem Stadtrat Luscher zugemutet jei, Streifbrecher zu vermitteln. geleitet worden. Schumacher führte weitere Fälle an, wo willig die Tribünen, die Schreier aber blieben, ermutigt Der Oberbürgermeister wiederholte seine Erflärung mit dem durch die Anwesenheit temmunistischer Stadtverordneter, die an Busaß, daß der Magistrat gar nicht in der Lage sei, in das Ver heinend zu ihrem Schuh" hinaufgingen. Die Räumung war vom fahren selbst einzugreifen.- Stadtrat Brühl legte nochmals mit Borsteher geboten worden, aber sie auszuführen, blieb Auf großem Nachdruck dar, daß es sich um Berordnungen des Reichs mit be des Magistrats. Der Stadtrat Wege, der das Amt hat, Gefeßestraft, um zwingende Borschriften handle, deren Nichts Hausrecht des Magistrats zu wahren, bemühte sich diesmal ver befolgung schließlich nur den Erwerbslofen zum Schaden gereichen bid, die Tribünenbefucher in Güte hinauszubringen. Schließlich Boche fest, bei Schwerarbeit, wozu auch Schneearbeit gerechnet müsse. Im allgemeinen halte man an 8 Stunden Pflichtarbeit pro rief er die Polizei herbei, die dann in Stärke von vier oder fünf werde, fämen nur 6 Stunden in Frage. Mann anrückte und durch einfache Aufforderung die unverzüg widerungen auf den Vorwurf gegen den sozialistischen" Magiftrat liche Räumung erreichte, ohne irgendwelchen Widerstand zu zu, dieser habe an der Hand des ominöfen§ 9 der Erwerbslojen finden. Nach Wiederaufnahme der Sigung besorgte der Rommunist vererdnung den Rampf gegen die Kommunistische Partei eröffnet. Rosenberg, mas noch zu tun übrig blieb. Er erzwang eine Der Massenunwille der Berliner Bevölkerung müsse endlich diesen Mortentziehung, redete aber weiter und erreichte den gewünschten hörer ordnete der Borsteher die Räumung der Tribüne Magistrat hinwegfegen. Auf abermalige Rundgebungen der Rus Abbruch der Sigung. So sieht die Arbeit" aus, die von den Kommunisten im Rathaus geleistet wird. Sollten die Ber an und vertagte nach 47 Uhr zum zweitenmal die Sigung. ständigen unter der kommunistischen Wäh'erschaft, als sie bei den Stadtverordnetenwahlen diese Bertreter ins Rathaus fchickten, nicht doch etwas anderes von ihnen erwartet haben? S Die Sitzung verfiel, bevor noch in die Tagesordnung eingetreten mar, zeitweiliger Bertagung. Diese murde durch das provo fatorische Verhalten des Kommunisten Dörr geradezu erzwungen. Herr Dörr beantragte zur Geschäftsordnung eine Umstellung der Tagesordnung bahin, daß die Anfrage der DBB. betr. den Abbau von unbefoldeten Stadträten in den Bezirksämtern und der Antrag berfelben Fraktion betr. den Abbau von befoldeten Magistratsmit gliedern zusammen vorweg verhandelt werden sollten und gab dann eine weitschichtige Begründung dieses Geschäftsordnungs antrags, die sich über den Neuwahlbermin, über die Frage, ob die jetzige Zusammensetzung der Versammlung noch der Stimmung der Wählerschaft entspreche, über die Mecklenburger Wahlen ufw. verbreitete. Den Ermahnungen des Vorstehers Haß, sich im Rah men der Geschäftsordnung zu halten, schenkte Herr Dörr fein Gehör, sondern sprach unentwegt weiter, bis ihm der Vorsteher das Wort entzog. Auch die Wortentziehung verfehlte durchaus ihre Wirkung, ebenso die Feststellung des Borstehers, daß Herr Dörr durch Jein Tun die Berliner Stadtverordnetenversammlung herab. würdige. Als sich auch noch ein Teil der Tribünenbesucher ein mischte, fah sich der Borsteher genötigt, nachdem er den Demonstranten mit der Räumung der Tribüne gedroht hatte, die Sigung zu vertagen. BS Nach einer Biertelstunde wurde die Sigung wiedereröffnet. Jetzt beantragte Roch( Dnat.), dem Antrage auf gemeinsame Be. ( Nachbruc burch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Don Leonhard Frank. Im Bildungskurs immer dieselben Gefichter, diefelben Fragen und Einwände. Der Verlauf der Bersammlungen immer derselbe. Ein halbgewonnener Streif. Einer, durch den eine winzige Lohnerhöhung erkämpft worden war. Und wieder ein verlorener Streit. Dazwischen eine Demonstration.( Der Agitator und einige Genossen waren verhaftet worden.) Bildungskurs. Bersammlungen. Kämpfe fleiner und fleinster Art. Enttäuschungen. Und wieder Bildungsturs. Versammlungen. Ein Tag wie der andere, und alle grau. Die Zeit flog, entschwand seinem Gefühle so schnell, als ob sie stehe, gar nicht vergehe. Es gab kein Ereignis, von dem, erinnernd, er hätte fagen können: das erfrischte mich. Es war, als ob seither erst ein Tag vergangen wäre, der in rasender Schnelligkeit sich felbst immer wieder einhole und so Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fresse. So stand er in der immer gleichen Grauheit des immer gleichen Tages. Anfangs hatten sich durch seine Verbundenheit mit Katharina in dieser Eintönigkeit die großen Stunden auf ge'an, Minuten, Blicksekunden von solcher Tiefe des Glücs, daß die Erfüllung der ältesten Sehnsucht des Menschen die Ueberwindung der schicksalhaften Einsamkeit, die jedes Lebe mesen dieser Erde trennt vom anderen- ihm zuteil geworden war. Aber die Erinnerung daran, daß er dies Unfaßbare des Daseins einmal geschaut hatte und auch das Wissen, daß dieses Entrüdtsein nur solchen verstattet sein konnte, deren Verbundenheit vertieft ist durch ihre gemeinsame Hingabe an die Idee, war verblaßt. Jürgen stand am Schreibtisch. Seine Hand legte einen Bleistift hin, nahm ihn wieder, legte ihn hin, nahm ihn. Immer dasselbe zu tun, dasselbe 31 fun, felbe zu tun und nichts zu erleben, da verfladert die Flamme.... Jahrelange Hingabe, ausschließlich durch sich selbst genährt! Ist sie menschenmöglich?" Er hätte schon fort sein müssen, um rechtzeitig in die Rebaltion zu kommen. So leben wir, so leben wir, jo leben wir holten Auffordrung des Stadtrais Wege, die Tribüne zu verlassen, Die auf der Zuhörertribüne Anwesenden leisteten der wieder feine Folge. Schließlich erschien Bolizei, worauf die Zuhörer holten Auffordrung des Stadtrais Wege, die Tribüne zu verlassen, schaft unter erregtem Proteft die Tribüne räumte. Die zweite Sigung Um 18 Uhr wurde die Sigung zum zweiten Male für wieder. eröffnet erklärt Zunächst nahm die Versammlung die Abst i m. mung vor über die Anträge zur ärztlichen Berforgung. Der Antrag der Deutschynationalen, der über die Frage der hin. reichenden Sicherung der ärztlichen Versorgung Prüfung und baldige Auskunft verlangt, wurde mit 97 gegen 83 Stimmen angenommen, der Antrag der Kommunisten abgelehnt. Hierauf fegte Herr Dörr feine durch den Räumungszwischenfall unter. brochene Rede fort. Er protestierbe gegen die Entfernung der Er werbslosen von der Tribüne, fragte, ob der Vorsteher auch veranlaßt habe, daß die Polizisten mit Karabinern auf der Tribüne erschienen. In derselben Lonart erging sich dann der Kommunist Dr. Rosenberg, der zur Geschäftsordnung an den Räumungsvorgang eine lange Erörterung fnüpfte. Zweimal zur Sache gerufen, fuhr er in nicht minder aggressiver, in der Hauptsache gegen den Borsteher persönlich gerichteter Bolemit fort; der Bor. steher entzog ihm das Wort und forderte ihn auf, die Rednertribüne zu verlassen. Dr. Rosenberg erflärte furzweg unter dem tosenden Beifall seiner Parteifreunde: ch werde die Tribüne nicht tofenden Beifall feiner Parteifreunde: Ich werde die Tribüne nicht verlassen!" und der darauf in der Bersammlung ausbrechende all gemeine Tumult ließ jede Aussicht auf eine auch nur halbwegs geordnete Fortführung der Berhandlung schwinden. So zog es der Vorsteher vor, die Sigung um% 8 Uhr furzerhand zu schließen. alle Tage.... ... Wo war das? Tatsächlich, ungefähr so leben die. Und wir leben so. Das ist ein Leben!" Wieder tropfte die lede Dachrinne. Die Proletarierfinder tobten im Hofe, wo der graue Haselnußstrauch schon braun violette Knospen trug. Wieder war ein Jahr vorbei. Innere Bertrockmung. Ja, ja, innere Bertrocknung." Er horchte auf das Klappern der Maschine.„ Dieses Mädchen, Menschenkind, Menschheitsfind mit dem großen, milden, star fen Herzen, lebenslänglich hingegeben der Idee, ganz und gar!" Die Erschütterung ging durch den ganzen Mann durch. Das Leben, sein Leben hinzugeben, auf einmal, ist ein Nichts. Da drinnen sitzt die Größe. Die Größe bei der fleinen Arbeit! Das Kleine, das Tägliche, das Treue, täglich, durch Jahre, durch Jahre im Dienste der Idee getan, ist die Größe. Der Held ist tot. Der Held gehört vergangenen Jahrhunderten an.... Katharina sigt, wie der Verurteilte, lebenslänglich im Gefängnis. Hat sich selbst verurteilt... Berteile, wie sie, ein Leben lang deine Hingabe auf jährlich dreihundertfünfund sechzig Tage erst dann hebe stillen Blides die Hand in Stirnhöhe, wenn gerufen wird: Wer noch vermehrte die Zahl der vielen, auf deren dargebrachtem Leben ich, die Menschheit, in die Befreiung schritt?... Ich weiß, daß dies, daß dies die wahre Größe ist," flüsterte er bebenden Mundes. Blickte, umftanden von Grauheit, zurück auf die Grauheit der vergangenen Jahre, suchenden, tastenden, lehenden Blides auf die Grauheit fünftiger Tage. Und hatte, Minuten später, unversehens den verluderten Backsteinwürfel verlassen, durch die Hintertür. Schritt, von Lebensgier gestoßen, hinaus. Dem Balde zu. Hinaus über fette Schollenäder. Atmete und schritt. Ihm entgegen stürzte das Leben. Birken butterzartes Hellgrün fäumten den Wald, deffen billionentnofpiges Geäfte violett im Frühlingsdampfe stand. Der grüne Tunnelberg, stroßend von Brombeer und Schlehdorn, Brennessel, Felsmoos, zugeflogenen jungen Birken, wilden Obstbäumen und allerlei Grün- ein wild und dicht bewachsener Riesenrüden, in der Sonne funkelnd und und glitzernd, war schweißnaß. Jürgen stand vor dem schwarzen Tunnelloch, blidte hin ein, forschend, wie zurüd in seine Vergangenheit. Bis hierher rannte ich, damals, als die Tante mich angespuckt hatte. | forderungen, das häusliche Kleintier abzufchaffen, wirklich immer Im Ernst- find folche in letzterer Zeit zahlreich erfolgten Aufnotwendig? Man soll doch nur da eingreifen, mo sich erhebliche Uebelstände zeigen. Borbedingung ist allerdings schon im allgemeinen das nicht tut und mehr als nur die Nase gefährdet, darf sich über Interesse, seine Haustiere mit größter Sauberteit zu versorgen. Ber 3vangsmaßnahmen nicht beklagen. Kinder Hollands helfen Deutschlands Kindern. Eine neue Speisenausgabestelle für notleidende Schulkinder wurde am Mittwoch im Verwaltungsbezirk Brenzlauer Berg eröffnet. Spenden, die aus Holland tommen, haben dieses Wert helfender Liebe ermöglicht. In dem Schulhause Schönhauser Allee 166a erhalten unterernährte und fräntliche Mäd chen täglich ein Mittagessen, das von älteren Schülerinnen im Kochunterricht zubereitet wird. Zunächst find dreißig der Bedürftigsten ausgewählt worden, man hofft aber, bald noch mehr bewirten zu können. Bei der Eröffnungsfeier, die mit Gesang eines Mädchenchores eingeleitet wurde, begrüßte Stadtrat Friedländer als Vorsitzender des Bezirksjugendamtes die Gäste. Bezirfsbürgermeister John, der dann das Wort nahm, hob hervor, daß solche dankenswerten Liebesmerte des Auslands nicht nur zur Linderung der Not in Deutschland beitragen, sondern auch die Freundschaft der Völker fördern. Stadträtin Weyl, die Borsigende des Zentraljugendamtes Berlin, wies darauf hin, wie sehr durch die leibliche Not eines Rindes auch seine Gemütsverfassung beeinflußt wird. Die hier geschaffene Kinderspeisung habe es übrigens aud ermöglicht, den durch Mangel an Material beeinträchtigten Roch unterricht neu zu beleben. Nach Dantesworten des Rektors Müller von der 110. Gemeindeschule sprach Herr Blodziel, der als Vertreter der holländischen Gesandtschaft an der Eröffnungs Wollte ich mich überfahren lassen? Da war ich fünfzehn Jahre alt," sagte er, ergriffen von Sympathie für den Knaben. Spudt ihm ins Gesicht, dem Jungen. So ein Mistvieh!... Nun, diese Ungeheuer in mir sind tot." Dies war nun schon seine vierte Wanderung in diesem Frühling. Immer war er vollgesogen, erfrischt, verbredt und ausgehungert zurüdgefehrt. Und Katharina hatte gesagt: Das solltest du öfters tun." Einmal, schon vor Wochen, waren beide zusammen gewandert. Wachstum und Grün, noch gebunden, erst als Berheizung über den unabsehbaren Buchenwäldern. Schäumende Bäche, nasse Täler, Rebeldämpfe, die wie Rauch und Erde rochen, hatten Rälte verbreitet, in der schon die Glut des Kommenden prickelnd enthalten gewesen war. Neugierig, was zu sehen sein werde, waren sie seitmärts aus einem von noch fahlem Gefträuche überhangenen Hohlmeg emporgeftiegen und auf die Landstraße gekommen, die, eben und linealgerade, weit, mett hinaus und zuletzt wie ein weißer Bfeil in den geheimnisvollen Horizont stießDie Borstellung: ein Mensch geht aus der Stadt hinaus. geht auf der Landstraße hin, läßt alles hinter fich, alle Qualen, alle Pflichten, geht immer weiter, weiter auf der Landstraße hin- hatte Jürgen, der Jüngling, jahrelang in sich getragen. Katharina faß auf dem Kilometerstein. Jürgen neben ihr auf dem Baumstumpf. Durchwärmte Körper und falte Wangen, die vor Hize pridelten. Während sie Brot und Wurst aßen, hing Jürgen jener alten Sehnsucht nach. Wenn wir beide jeht einfach losgingen, da hinaus, jetzt auf der Stelle, und ohne jemals umzukehren, immer weiter, du und ich, fort, immer weiter fort!" " Ohne Zahnbürste, ohne Nachthemd, ohne Ausweispapiere," hatte Katharina lächelnd geantwortet.„ Ohne Wohin! Nur zusammen!" " Ja, du und ich! Dhne Gefb! Ohne Rückblick! Nicht mehr als dies und das, nicht jenes, nicht die Redaktion, der Bildungsfurs, nicht Dottoreramen und Ausweispapiere nur der Mensch ist die Instanz. Bir, der Mensch, gehen und lassen, endlich! endlich! den Menschen atmen, fühlen, tun, erleben. Nur ihn! leben. Nur ihn!... Müde, übermüdet, flopfen wir an ein Bauernhaus und bitten um ein Nachtlager. Wer feid ihr?" Der Mensch!" ( Fortfebung folgt.) feier teilnahm. Er erzählie, daß Kinder Hollands durch thre Schulzeitungen von der Not deutscher Kinder erfahren haben. Sie haben selber die Mittel für diese Kinderspeisung zusammengebracht und hoffen, das Wert fortsetzen zu tönnen. Dann wurde den Kindern ihr Mittagsmahi aufgetischt, das zur Feier des Tages um eine füße Zugabe vermehrt war. Die ausgewählten Kinder sind meist infolge Unterernährung so in der Körperentwidlung zurüdgeblieben, daß man sie um Jahre jünger schabt. Berhängnisvoll ist oft für die Kinder die Er werbslosigkeit des Baters, bei der sehr rasch der Er: nährungszustand der ganzen Familie jich verschlechtert. Schon wenige Wochen nach Eintritt der Erwerbslosigkeit bieten manchmal die Kinder dem untersuchenden Arzt das Bild eines rapiden Kräftenerfalls, der sofortige Hilfe erheischt. Zur Märzmiete. Die inzwischen in der Tagespresse befanntgewordene Anordnung des Ministers für Bolkswohlfahrt über tie Berechnung der Miete für den Monat März weist, wie der amtliche preu Bische Bressedienst mitteilt, gegenüber der Regelung für den Monat Februar nicht unwesentliche Aenderungen auf. Abgesehen von der Erhöhung des Zuschlags für laufende Instand jegungsarbeiten um 2 Broz. ist dem Vermieter eine sehr erweiterte Möglichkeit gegeben, einen Teil der Betriebstoften umzulegen, nämlich unter folgenden Voraussetzungen: # 1. Es wird angnommen, daß in den Betriebskosten 3 Broz. der Friedensmiete für Wassergeld enthalten sind. Weift der Ver= mieter nach, daß er mit diesen 3 Broz. im Monat nicht ausreidyt, so ist er berechtigt, den überschießenden Betrag umzulegen. 2. In den Betriebskosten ist u. a. auch die staatliche Grundver. mögensteuer( Grund- und Gebäudesteuer) sowie der Zuschlag hierzu enthalten, den die Gemeinde erhebt. Soweit dieser Zusch.ag 100 Broz, übersteigt, fann der Bermieter den überschießenden Betrag auf die Mieter umlegen. 8. Unter den gleichen Voraussetzungen ist die erweiterte Umlage des Baffergeldes und des gemeindlichen Zuschlags zur Grundvermögenssteuer auch noch für den Monat Februar zulässig. In denjenigen Gemeinden, tie statt des Zuschings zur Grundvermögenssteuer eine selbständige Grundvermögenssteuer erheten, ist derjenige Betrag umlagefähig, der höher ist als ein Zuschlag von 100 Broz. zur staatlichen Grundvermögens Steuer. Im übrigen ist es bei der Nachschußpflicht des Mieters in Höhe von 3 Broz. der Friedensmiete für den Fall verblieben, daß Höhe von 3 Broz. der Friedensmiete für den Fail verblieben, daß der Bermieter mit 15 Proz. der Friedensmiete die von ihm sonst ges forderten Betriebskosten nicht zu decken vermag. Rommen in einem Zahlungsabschnitt umlagefähige Betriebskosten nicht zur Umlage, so sind die hierdurch gesparten Beträge bei der nächsten Mietzahlung in Anrechnung zu bringen. Fordert 3. B. eine Gemeinde vom Bermieter tie Gebühren für Müll. und Schlackenabfuhr für die Monate Februar, März und April am 1. Mai ein, in hat der Vermieter diesen Gesamtbetrag auf die einzelnen Monate Fetruar, März und Apri entsprechend zu ver tellen. Stellt sich hierbei heraus, daß der Vermieter mit den 15 Broz. der Friedensmiete für die Betriebskosten etwa im Monat Februar unter Berücksichtigung auch des Betrags für Müll- und Schlackenabfuhr eine Ersparnis von etwa 2 Broz. der Friedensmiete gemacht hat, so hat er diese 2 Proz. im Monat März in Anrechnung zu bringen, falls die 15 Broz. der Betriebskosten zur Deckung der Don ihm für diesen Monat geforderten Beträge nicht ausreichen. Hat Hat der Bermieter andererseits umlagefähige Betriebskosten für einen längeren Zeitraum im voraus zu entrichten, etwa Feuerver. sicherungsbeiträge, so hat er tiefe gleichmäßig für den Zeit raum, für den die Zahlung erfolgte, auf die einzelnen Mietzahlungs termine zu verteilen. Da fortan die Berechnung des Miet 3inses in Hundertjägen der Friedensmiete erfolgt, erfáeint es zwedmäßig, auf die Bestimmung der Preußischen Aus führungsverordnung zum Reichsmietengesetz vom 4. August 1923 unter Biffer VIII hinzuweisen, die vorschreibt, daß bei der Fest setzung oder Feststellung der Friedensmiete auch der Wert aller geld merten Leistungen( 3. B. Instandsehungsarbeiten), die der Mieter vertraglich oder ortsüblich vor dem 1. Juli 1914 übernommen hatte, die jetzt aber dem Bermieter auferlegt find, der Friebensmiete hinzuzurechnen ist, und daß umgefehrt solche Leistungen von der Friedens miete in Abzug zu bringen find, die vertraglich oder ortsüblich vor dem 1. Juli 1914 Dom Bermieter übernommen waren, nunmehr aber vom Mieter getragen werden. Mordprozeß Friedmann. Dr. Magnus Hirschfeld über Morde an Homoferuellen, Im Laufe der weiteren Bernehmungen im Mordprozeß Friedmann wurde die Sefretärin Friedmanns vernommen. Sie weiß, daß hoffmann reichliche Unterstützungen und Geschenke bezogen hat. Eines Tages habe Hoffmann telephonisch angerufen und Friedmann fagen lassen, er fei sehr böse auf ihn, weil er ihn frant gemacht habe. Als Friedmann dies mitgeteilt wurde, habe er darüber gelacht und gesagt, das sei die übliche Erpressung. Der Boxerhund Peter, den Friedmann besaß, sei zwei Tage vor dem Mord gestorben. Der Tierarzt hatte der Berdacht, daß es sich um Bergiftung handle. Der Fleischer Fischer wohnte und arbeitete mit Hoffmann zusammen. Hoffmann wurde wegen Diebstahlsverdachts entlassen und war auch gegen den Meister tätlich geworden. Der Zeuge schildert ihn als leicht erregbar und bezeichnet ihn als einen harten Schläger. Nachdem Friedmann mit dem Angeklagten gebrochen hatte, äußerte dieser, er werde mit Friedmann eine Šauftour unier Er wolle ihm die nehmen und ihn dann fertig machen. Uhr oder sonst etwas wegnehmen, von einem Mord sprach er aber nicht. Levor Hoffmann ins Krankenhaus ging. äußerte er zu dem Zeugen, daß er durch ein Mädchen aus der Fledermaus angesteckt worden jei. Schloffer Boll, ein Sportgenosse und Freund Personen 9 Der Mann an der Fleischbank. Ein Gewerbe, das die schlimmste Zeit überstanden hat. Die schlimmste Zeit, das sei vorweg gefagt, ist auch hier vorbei. Wenn die Kurre der allgemeinen Arbeitslosigkeit von 225 000 im September auf 33300 im Dezemter vorigen Jahres stieg und das waren nur die in den offen chen Arbeitsnaheim gemeid en se hat sich diese Zahi Ende Januar auf etwa 3.0000 schon wieder gefenft. Eine gleiche Linie der Entwidlung ist auch für das Fleischergewerbe zu verzeichnen. Während die Gesamtzah! der Arbeitsuchenden noch im Jahre 1923 1116 befrug. denen 455 offene Stellen gegenüberstanden, stieg sie im Dezember 1923 auf 1880 Arbeitsuchende, tenen nur 447 Arbeitsangebote gegenüber. standen. Dabei überwog, wie gewöhnlich, bei den freien Stellen die Zahl der Aushilfsstellen, so daß der Arbeitsmarkt nod) ungünstiger ausfah. So blieb denn auch die Zahl der Arbeitsuchenden im Berliner Fleischergewerbe ziemlich unverändert bis Anfang des Jahres mit einer Bahl von 1878 Personen. Allerdings erhöhte sich auch die Zahl der freien Stellen auf 657. Seit Ende Januar aber ist, eine endliche Auswirkung der Markstabilisierung, ein erheblicher Rückgang der Arbeitslofenziffern zu verzeichnen. Die letzte amtiche Enquete vom 10. Februar gab nur noch 821 Arbeitsuchende an. Bei der Arbeitsvermittlung. Die Arbeitsvermittlung für das gesamte Groß- Berliner Fleischer gewerbe befindet sich jetzt im Arbeitsnachweis der Stadt Berlin für das Fleischergewerbe in der Hausburgstraße, unmittelbar am Schlachthofe. Hier wird der gesamte Arbeitsmarkt für alle Abtei. lungen des Schlächtergewerbes mit einem Stabe von nur 3 Be. amten( eme Folge des segensreichen Abbaues) vermittelt. Bor dem Kriege erfolgte die Vermittlung durch den Innungs- Arbeitsnachweis in der Mulachstraße, der dann bei der Schaffung Groß- Berlins dem paritätischen städtischen Arbeitsnachweise angegliedert wurde. Jeden Morgen um 7 Uhr beginnt die Arbeit der Stellenvermittlung. Nach der Stempelfontrolle erfolgt das Ausrufen der freien Steilen, die fast immer unmittelbar durch die Arbeitgeber angemeldet werden. Die Abfertigung der Bewerber erfolgt nach der Zeitdauer ihrer Arbeitslosigkeit, jedoch unter voller Berücksichtigung der örtlichen Berhältnisse. So daß z. B. Bewerber, die im selben Stadtviertel wohnen wie der Arbeitgeber, dorthin vermittelt werden. Spe ialarbeiter jeder Art sind dauernd gesucht und finden ein leichtes Unter. tommen. Hier macht sich eben, wie übrigens im ganzen Gewerbe, das Fehlen eines fachmännisch geschulten Nachwuchses während ler Kriegszeit geltend. Bolizeistunde ins Lokal, aß, trant und bezahlte. Er sagte, er hätte von jeiner Schwester Geld bekommen. Als R.-A. Dr. Pindar der Zeugin vorhält, daß Schulz ihrem Bräutigam fortdauernd gestohlene Silberfachen verkauft haben soll, gerät die Zeugin in große stohlene Silbersachen verkauft haben soll, gerät die Zeugin in große Erregung und bestreitet das entschieden. Unter Ausschluß der Deffentlichkeit wird dann die Zeugin Rabel, die frühere Braut Hoffmanns, vernommen. Sie war früher Schlächtermamfell und mit Hoffmann zufammen in Stellung. Später verfehrte sie auch in ber Triftstraße und wurde dort Bubi" gerufen. Eie bezeichnet sich jetzt als Tänzerin und will hoffmann häufig unterstüßt haben, da sie viel in Nachilotalen verdient habe. Auf Antrag von R.-A. Bahn wird sodann Sanitätsrat Dr. Magnus Hirschfeld als Gutachter gehört, der folgende intereffante Ausführungen macht: Morde an homosexuellen sind im allgemeinen häufiger, als angenommen wird, nur werden die Täter äußerst selten entlarvt. Das rührt offenbar davon her, daß die den Morden vorangegangener Handlungen, ihrem Charakter ent sprechend, stets im geheimen, unter Ausschluß der Deffentlichkeit Borgenommen werden, weil sie als ftrafbar unter allen Umständen verborgen gehalten werden sollen. Von etwa zwölf Morden an Homo feguellen, die sich im Laufe der Spezialität des Sachverständigen in Berlin ereignet haben, ist dies der erste Fall, der zu einer ge richtlichen Aburteilung geführt hat. Nur in einem zweiten Falle, dem des Butterhändlers Engel, wurde der Täter auch entbeat. Allerdings nicht in Berlin, sondern in Wien, als er daselbst ein anderes Opfer in genau derselben Weise durch Erdrosselung mit einer Gardinenschnur zu töten versuchte. Die Motive dieser Handlungen find in den meisten Fällen gewinnsüchtige. So wie der italienische Arzt Aa cand: seinerzeit in Triest den homoSammlungen gezeigt hatte, jo benutzen gewalttätige Bersonen, die feguellen Kunsthändler Winkelmann tötete der ihm seine kostbaren so fast niemals homojeguell veranlagt sind, die Gelegenheit des be. quemen Zusammenfeins, ihre für reich gehaltenen Opfer umgubrin gen, um sich in den Befiz der Schäße zu sehen. Gehr viel feltener find andere Motive, die Furcht vor Anzeige als Erpresser, oder Rachsucht, falls ihren Forderungen nicht nachgegeben wird. Allerdings wird nicht selten fälschlicherweise wie auch in dem vorliegen. ben Falle, Rache als Grund angenommmen, und zwar ist, wie auch hier angeblich Ansteckung einer der häufigsten Scheingründe. Es handelt sich um wohl überlegte und nicht um affett. handlungen. Der Sachverständige äußert sich dann noch aus führlich über die Beziehungen, die zwischen homosexuellen Kreisen und Athleten- und Bogervereinen bestehen. Dem Eingeweihten ist es nicht unbekannt, daß nicht selten Homofeguelle Gönner und För derer der athletischen Bereine sind. Die Angaben, die der Ange lagte Hoffmann in dieser Hinsicht macht, entsprechen jedoch nicht den tatsächlichen Berhältnissen. Die Verhandlung wird dann auf heute vertagt. Es ist nur doners beginnen. | find in jedem Alter von 18 bis 60 Jahren vertreten, die Mehrzahl Die Arbeitsuchenden aber steht im besten Alter von 25 bis 40 Jahren. Im vollen Gegens fake zur Borkriegszeit stammen heute bie meisten Arbeitsuchenden aus Berlin. Der Zuzug aus dem Reiche, der früher, besonders aus den Ostprovinzen, das Hauptfontingent bildete, hat fast völlig aufgehört. Die teuren Fahrpreise und die schwierigen Berliner Berhältnisse machen das nur zu begreiflich. Die Unterbringung der jungen unverheirateten Cente ift am leichtesten. Sie gehen meist mit poller Rot und Logis zu den fleineren Badenfchiächtern. Die älteren verheirateten finden meistens in den Konfervenfabriken ein Unterkommen. Aber das gilt nur bis zu einer bestimmten Altersgrenze, die ungefähr mit 40 Jahren endet Die Unterbringung aller Arbeitsuchenden über 40 Jahre bleibt deshalb fast immer ein müh feliges und meistens erfolglojes Unterfangen. Besonders hart trifft das die früheren selbständigen Meister, die leider manchmal gerade bei ihren früheren Berufskollegen nicht immer viel Verständnis und Hilfsbereitschaft finden. Sie find denn auch die eigentliche Stamm. fundschaft des Nachweises, ein paar Tage Aushilfsarbeit, und fie sind wieder auf der Straße. Weibliches Personal wird nur in der Berkäuferinnenabteilung vermittelt. Hier ist der Betrieb, der Natur des Gewerbes entsprechend, viel geringer. Während im Dezember 1923 immerhin noch 523 Arbeitsuchende eingetragen waren, betrug ihre Zahl Ende Januar noch. 18. Diefes under hat die Stabilisierung vollbracht denn jedes Geschäft stellte bei der Neuordnung ber Betriebe genügende Kräfte ein, so daß hier der Bedarf fast restlos gedeckt wurde. Es werden hier übrigens nur Bersonen mit ausreichenden Lehrzeugnissen vermittelt, genau wie bei den männlichen Arbeit. suchenden. Die anderen Berufstätigen im Fleischergewerbe, vor allem die Treiber, ferner Arbeiter aus der Haute- und Darminduficie haben hier ebenfalls ihre Bermittung. Die Treiber hatten sich während teilungsstelle angeschlossen, feit Einführung der freien Wirtschaft der Zwangswirtschaft in einer eigenen Genossenschaft der Biehnerarbeiten sie wieder bei den Kommissionären. Das System der Sc zahlung nach Stückzahl bringt auch hier die älteren Arbeiter sehr in Rückstand gegenüber den jungen Kollegen. Die Haute- und Darmindustrie arbeitet meistens mit einem Stamm altgedienter Arbeiter, so daß hier die Bermittlung nur wenig in Anspruch genommen wird. Mis Gesamtbild auch hier der Konkurrenztampf der fleineren Latenschlächter gegen die allmächtigen Groffiften und Fabriken, bet naturgemäß seine Rüdwirkung unter den Arbeitsuchenden des Ge Iwerbes findet in längerer Arbeitszeit, schlechterer Bezahlung und zunehmender Abhängigkeit vom Willen des Arbeitgebers. 1923 in der Großen Berliner Kunstausstellung am Lehrter Bahnhof an zwei Bildern Kurt Aghtes, der grünen Kröte Mein Liebfing" und dem„ Bart" verübt wurden. Auch leugnet er noch, in einem Stadtbahnbogen der Großen Berliner Kunstausstellung die aus dem Rahmen geschnittene Kleine Schneegrube im Winter" und eine Skizze: zwei Männer in Rofofo, gestohlen zu haben. Auch von einem Museumseinbruch in München, einem anderen in Augsburg, bei dem besonders der Dieb goldene Ringe, Medaillen, Ketten usw. erbeutete, und endlich von einem Museums. einbruch in Hildesheim will er nichts wissen. Hier wurde ein besonders martantes Stück gestohlen: ein Frauenbildnis, von einem unbekannten Meister aus dem Jahre 1586, auf dem die rechte Gefichtshälfte, namentlich in der Augengegend, zertrekt ist. Wer über den Berbleib aller dieser Sachen, auf deren Wiederherbei schaffung eine hohe Belohnung ausgefeßt ist, etwas mitteilen fann, wird dringend echt, sich bei Kriminalfommissar Irettin im Zimmer 103 des Polizeipräfidiums mündlich oder schriftlich zu melden. Alle Mitteilungen werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Am Zuchthaus vorbei. Der Polizeibeamte als Zeuge, Zu dem mit diesen leberschriften gebrachten Gerichts. bericht in Nr. 27 vom 17. Januar werden uns von dem Wert. zeugmacher Billi Dräger, der darin als Angeklagter genannt war, einige Mitteilungen gemacht. Der Bericht meldete, daß Dräger Don der Anklage des Telegraphendrahtdiebstahls, nachdem im ersten Termin der Staatsanwalt 2% Jahre Zuchthaus beantragt hatte, im zweiten Termin auf Antrag des Staatsanwalts freige überwachungsbeamter belastet, im zweiten Termin wurde diesen ( prochen wurde. Im ersten Termin hatte ihn ein Eisenbahn. einer anderen Person geäußert hatte, er habe den schnell davon Belastungszeugen entgegengehalten, daß er nach dem Diebstahl zu laufenden Täter nicht erkennen fönnen. Daß dies alles schon in dem Bericht stand, stellen wir ausdrücklich fest; denn wir müssen vermuten, daß die Einzelheiten heute, fechs Wochen nach seinet Veröffentlichung, faum einem unserer Leser noch vollständig in Er. innerung sein werden. Herr Dräger aber wünscht, noch festgestellt zu sehen, daß der Ueberwachungsbeamte Lug aus Reinickendorf nicht ihn wieder zu erkennen glaubte, sondern pofitio befundet, er erfenne Dräger wieder. Welchen med er mit dieser Feststellung" verfolgt, wird den meisten unserer deser nicht flar fein, aber wir tun ihm seinen Wil: n. Er fügt hinzu, Lur habe im ersten Termin auch befundet, daß der von ihm angefeßzte Bolizeihund auf das von Dräger bewohnte Grundstück geführt habe; in Wirklichkeit habe aber der Hund nicht auf den von Dräger bewohnten eingezäunten Grundstücksteil geführt. Der Be nommen war, enthielt nichts derartiges, sondern sagte, der Hund Hoffmanns, traf mit Friedmann im Krankenhause zusammen. Hoffnoch ein Sachverständiger zu vernehmen, fodann werden die Blä richt, der einer allen Zeitungen zugegangenen Korrespondenz ent Poppenbergs Museumsdiebstähle. frankt sei. Friedmann äußerte den Beugen gegenüber Zweifel, ob das richtig sei. Der Sachverständige Dr. Magnus hiri. feld wünscht zu wiffen, ob Hoffmann ein Dielenbefucher mar. Der Zeuge glaubt, daß Hoffmann nur in Begleitung Friedmanns der. Die Museumsdiebstähle des Bilderhändlers Heinrich Boppen. artige Lotale besucht habe. Bu heftigen Auseinanderberg, über dessen Entlaroung und Berhaftung wir vor einiger fegungen tam es bei der Bernehmung der Zeugin Belargia Rar Beit berichteten, beschäftigen noch immer die Kriminalpolizei. Es ist Bei Grippe verwende man: pinjki, die die Braut eines Gastwirtes in der Triftstraße ist, bei gelungen, Boppenberg einer Reihe von Tienen Bilder ieber Dr. Ermers ,, Congrippon" dem auch die beiden Argeflagten und viele Mitglieder des Sportvereins Kraftheil" verkehrten. Die Beugin bekundete, daß Hoff mann sehr verschuldet war und häufig habe er im Restaurant er zählt, er werde am 15. eine Erbschaft aus Rußland beziehen. Am Tage des Mordes tam er um 12 Uhr furz vor der Stellen zu überführen und die gestohlenen herbeizuschaffen. Das veranlaßte denn auch den Berhafteten zu einem Geständnis. Andere Diebstähle dagegen, die wahr. fcheinlich auch auf seine Rechnung fommen, leugnet er jedoch. So bestreitet Poppenberg die Diebstähle, die am 19. Mai und am 4. Juni ( Chininum- guajacolo- salicylicum) hervorragend bewährt bei Grippe, Keuchhusten und allen katarrhalischen Erkrankungen der Atmungsorgane. Glasröhre mit zwanzig Tabletten Inhalt GM 1.25, erhältlich in allen Apotheken Die Krankenkasse aller Angestellten in Handel, Induftrie und Geroerbe, in Banten, bei Bebörden und in Büros ift die Barmer Ersatztasse Sauptgeschäftsflelle in Barmen. Mehr als 300 Verwaltungsstellen i. Deutschland Servorragende Familienversicherung! Wenn jeder Gesunde wüßte, Mas jeder Krante weiß, Rein Mensch würde ohne eine Versicherung gegen Krankheit sein! Der Kranke toeiß: Die Kosten einer ernfiboften Erkrankung find beute für den einzelnen unfragbar.:: Gich su Werficherungsverbänden, auch gegen Krankheit, susammenzuschließen, ift roohlverfandene Selbsthülfe auch der Outfituierten.:: In gefunden Tagen muß man sich versichern, um bei Erkrankungen versichert zu fein. 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Mit uns wird jeder unserer Leser sich freuen, daß der Angeflagte nicht ein Opfer des Irrtums jenes lleberwachungsbeamten geworden, sondern freigesprochen worden und leberschrift des Berichtes fagteam Zuchthaus vorbeigekommen ift. Bir schließen hierniit die Diskussion. 1025 Kinderleichen. wie die Tausend Kinderleichen? Wo? Etwa bei einem Erdbeben der legten Zeit? Rein. Bon den Bolizeiorganen aufgelesen auf den Straßen Mostaus, diefer Hochburg des welt- und menfchenbeglückenden Kommunismus 1025 erfrorene Kinderleichen vom 10. Dezember 1923 bis 25. Januar 1924. Obdachs und schuzios übernachteten sie bei 30-40 Grad Frost unter den Marktständen und in den Aborten, in Müllfästen und Asphaltieffein. Bon 7385 Stindern, die in halberfrorenem Zustande in derselben Zeit aufgefunden wurden, sind 4015 mit abgefrorenen Ertremitäten und die übrigen 3370 mit Erkältungserscheinungen in die Krankenhaufer eingeliefert worden. Allein in den Arrestlokalen der Polizeireviere haben 680 Stinder, die in den Kinderheimen teine Aufnahme fanden, Unterkunft erhalten. Soweit ein Bericht der in Berlin erscheinenden russischen Zeitung„ Dni". Das allein in Mostau. Und in Petersburg( jetzt Leningrad genannt), in Kiew, Charkow, Odessa, Saratow, Camara usw.- wieviel tausende von Kindern irren so obdachlos in dem unermeßlichen Rußland umber. Man hört so viel über Paläste der Reichen, die zu Kinderheimen umgewandelt sind, von dem Kinderparadiese, zu dem dieses Band angeblich geworden, und plöglich 1025 erfrorene Kinder im Laufe eines Monats auf den Straßen Wostaus aufgelejen. Ist niemand da, der für sie sorgt? Sind die tommunistischen Gewalt haber noch immer so sehr mit der Entfesselung der Weltrevolution beschäftigt, daß in ihrem eigenen Lande die Kinder gleich Fliegen dahinfterben? Die Fliegen erwachen aber unter Umständen nach ihrem Winterschlaf im Frühling zu neuem Leben, die Kinder aber.. Wer ruft sie zum Leben zurück? Das Martyrium dieser unglücklichen Opfer der Wetbeglüder begann, als im Jahre 1920 die Sowjetregie. rung der russischen öffentlichen Einrichtung der Liga für Kinder rettung" die Tätigkeit untersagte. Es steigerte sich, als die amerifanische Hilfsorganisation, die sich um tausende von Kindern bemühte, igre Lätigkeit einstell'e, weil die Sowjetregierung ihren„ lleberfluß" an Brot ins Ausland zu verkaufen begann. Das Martyrium erreichte den Höhepunkt, als zehntausende von Kindern durch die Hungersnot ihre Eltern verloren und von Haus und Hof in die Kälte und auf die Landstraße vertrieben wurden. Während der warmen Sommermonate verschwanden sie in den endlosen Flächen Des Mütterchens" Rußland, in den talten Wintermonaten tauchten fie unerklärlicherweise in den Städten auf, fanden den Weg zu den Kinderheimen, belagerten sie stundenlong, um schließlich wegen Ueberfüllung abgewiesen zu werden. Dann legten fie fich hin und gaben, wie der Russe sagt ,,, Gott ihre Seele db". Um wieviel anders haben es doch die deutschen Kinder im Beralcich zu diesen! Desterreich, Dänemart, Schweiz, Norwegen, Amerita die ganze Welt eilt zu Hülfe. Selbst aus Rußland kommt das Angebot, Kinder aufzunehmen. Dafür wollte die JAH). sorgen. Es ist ja gut, daß die Bauern aus der Krim, wie berichtet wurde, Dampfer mit Korn an das hungernde Deutschland senden, daß man uns ganze Waggonladungen mit Getreide beschert. Doch Rußland, meshalb erfrieren Deine Kinder auf den Straßen Deiner Städte, weshalb hungern, barben und bettein Deine Bürger? Und das ist Deine Republit, mo bie Baläfte der Reichen zu Kinderheimen um gestaltet sind, wo die Fabriken und Warenlager dem Staate gehören. Dürfen wir denn von Deiner Hilfe Gebrauch machen? Würde unseren Kindern nicht das Stüd Brot im Halje steden bleiben, müßte uns nicht unser Gewissen Tag und Nacht plagen, wenn wir uns auf Kosten Deiner Kinder sattessen wollten? Armes ruffi sches Kind! Der Spitz auf dem Rollwagen. Mit der etwas Inifflichen Frage, ob ein Hund, der auf einem Rollwagen figt, einen Maulforb in der Sperrzeit zu tragen hat, mußte sich das Potsdamer Schöffengerich beschäftigen. Ein Kaufmann in Rowawes batte auf seinen Rollwagen, um Diebstahle au vermeiden, einen Spiz gefett. Diefer Hund war an einer Stette festgelegt und hielt durch sein Getläff jeden Unbefugten von dem Wagen fern. Einen Maulforb trug der pig auf feinem hohen Wachtposten nicht. Ein Strafbefehl in beträchtlicher Goldmarlhöhe wurde dem Hundebefizer wegen dieser Unterlaffung zugeite it. In dem Einivrubsverfahren vor dem Potsdamer Schöffengericht machte der Verteidiger geltend, daß das Gefeß wohl eine Festlegung der Hunde in bewohnten Räumen und Führung der Hunde mit Leine und Maulforb auf der Straße vorfehe, die Rollwagen feien aber dabei nicht erwähnt. Das Schöffengericht ftere feft, daß die Rollwagen tatsächlich Hauptsteuerverwaltung darauf hin, daß es fich lediglich um die Be Um Mißverständnissen und Irrtümern vorzubeugen, weist die steuerung der öffentlichen Vorführung von Funt fonzerten in Restaurants und Cafés handelt. Die öffentlichen Funftonzerte unterliegen gerade so wie Instrumental- oder Grammophentonzerte in Restaurants oder Cafés der städtischen Bergnügungsfteuer. Diese Steuer ist also nicht neu, sondern hat ihre Grundlage in der seit langem bestehenden Bergnügungssteuerordnung der Stadt Berlin. Da man bei der Abfassung diefer Steuerordnung öffentliche Funktonzerte in Restaurants usw. noch nicht fannte, ist spielsmeise für die Grammophon- oder Instrumentalfonzerte, fondern fiber ihre Besteuerung feine besondere Reneluna oetroffen, wie beiund der Bauschsteuer nach§ 25 der Beranununassteuerordnung Anes müssen die allgemeinen Steuerföhe der Kartensteuer nach§ 18 mendung finden. Da die Ausnobe von Eintrittstarten in diesen äffen eine feltene Ausnahme bilden wird, fommt vornehmlich die Fällen Bouschsteuer in Frone, die sich nach der Groke her Fläche richtet und für je 10 Quadratmeter 5 M. beträgt. Weil nun die. Anwendung dieser Bauschsteuer in monchen Fällen, vor allem bei fönnte und dadurch zugleich viele von der Beschaffung eines Funt fleineren Restaurants und Cafés. zu übergroen Belastungen führen apparates abfchredt. fomit die junge Industrie in ihrer Entwicklung gehemmt werden fönnie, haben sich die Berliner Steuerdezernenten in ihrer fekten Sikunn auf Anreguna der Hauptsteuerverwaltung mit dieser Frage beschäftigt und vorläufig die Ermäßigung dieser hohen Steuer auf die einfachen. höchftens doppelten Säke der sehr nichriaen Bauschstener für Musikvorträge von nicht mehr als zwei Mitwirkenden beschlossen. Diese Steuer beträgt fomit für die kleinen Lofale bei einer Fläche von nicht mehr ois 100 Quadratmeter 20 bis 40 Bf. pro Lag oder 6 M. höch= ftens 12 M. monatlich. Diese vorläufige Regelung wird der Finanz- und Steuerbeputation in ihrer nächsten Sigung zur ZuStimmung unterbreitet werden. Zuganffen der hungeraden Kinder des Berliner Offens findet am tom. menben Sonnabend, nachm, 4 1hr, auf der Eisbahn im Friedrichsbain ein grokes Gisfeit unter Mitwirkung des Berliner Schlittschuh flubs ftatt. In den Dienst der guten Sache stellen fis: Herr Balter aweiter deutscher Meister; Serr Rittberger, Deutscher Kunstlauimeifter; Ernst Müller, Deutscher Meister im Schnellauf; Sert Walter Grund, Herr rande, mehrfacher Berliner Kunstlaufmeister; Frau Brod 65ft. Deutsche Meisterin und 2. Siegerin in der Weltmeisterschaft in Striftiania 1924; FrL Iebbe und Herr Gilers, das beste beitt fe unft. lauferpa ar. Eintrittspreis für Erwachsene 1 M., Kinder 50 Bf. Ju der Trentow- Sternwarte finden folgende Veranstaltungen statt: Sonnabend, 1. März, 8 Uhr: Erlebnisse auf Neu- Guinea" Film). Soms tag. 2. März, 4 und 8 Uhr: Grlebniffe auf Neu- Guinea"( Schiffbrüchig unter Stannibalen)( Film); 6 Uhr: Shadletons Südbolegpedition( film). Dienstag, 4. März, 8 Uhr: Mars und Rupiter( Bort ag mit Lichthilbern von Dir. Dr. Ardienholb). Mittwoch, 5. Mara, 8 Uhr: Erlebnisse auf Ren- Guinea( Film). Eonnabend. 8. Mära, 8 Uhr: Erlebnisse auf ReuGuinea( Rilm). Beobachtung mit dem großen Fernrohr: täglich von 2 bis 6 Uhr Firfterne oder Venus. Bon 6-10 Uhr Doppelferne ober Orionnebel. Führungen durch das astronomische Museum täglich von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends. Schneeftörungen in Spanien. In ganz Evanien berriat eine ungewöhnliche Stälte und starte Saneefälle. Die telephonischen und telegraphischen Verbindungen find vielfach unterbrochen. Unfall des Gotthardschnellzuges. Jm Tunnel zwischen Monza und Sisione find bier wagen des Gotthardinellaunes, der um 9.50 Uhr Mailand verläßt, entaleift. Einige Reifende er iltten leichte Verlegungen. Die Meisten tamen mit dem Schreden davon. und ein Mechaniker find zum Kaufe englischer Flugzeuge in London Ein orgenfinilcher Welfrundflug. Rei araentinilobe Difiziere eingetroffen. Sie wollen von Enaland ans als ueaangestation und als Endziel einen Weltrund flug unternehmen und hoffen, ibn am 8. April d. antreten zu können, obwohl ihr Reiseplan bis jetzt noch nicht ganz feft ſtest. Vorläufig blanen nie, von England aus oftwärte über Indien, China und Javan nach Amerika und von da über den Atlantit nach England zu fliegen. in Bolnisch- Oberschlesien so bedrohlich auf, daß beispielsweise in Die schwarzen Boden treben noch einer Meldung aus Rattomiz Zum 1. März bietet sich die Möglichkeit, für den geringen Preis von 3 Mark ein volles Monatsabonnement auf den„ Borwärts" wöchentlicher Bahlung bleiben zu müssen, ist der Bezugspreis zu bestellen. Aber auch für diejenigen, die glauben, bei sehr wesentlich herabgefeht, und zwar von 85 auf 70 f. für die Woche. Für diese geringfügigen Beträge bietet der„ Borwärts" eine umfassende Uebersicht über alle politischen, sozialen, fulturellen, wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Ereignisse. Durch ausgebauten Nachrichtendienst aus dem Ausland wie aus allen deutschen Landesteilen bringt er jeden seiner Leser der und unterhaltender Teil erfreut sich der regsten Beachtung in engste Beziehung zu allen Teilen der Welt. Sein belehrenbei allen Lesern und Leserinnen! Wer da will, daß das Blatt der schaffenden Arbeit weiter an Einfluß gewinne, der versäumt nicht, zum Monatsanfang neue Freunde zu werben für den „ Vorwärts". r Hauptgeschäftsstelle des Borwärts", Berlin SW 68, Linden Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die ftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der„ Borwärts" bei der Bost zu bestellen.) Ich abonniere den„ Borwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit" und der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" in Groß. Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Wohnung: bei Sof Quergeb.Seit.nfl. -Straße Nr.Tr. links rechts Briefkasten der Redaktion. 2. 2. 1. 1. Nein. Sie müffen ben Sauswirt auf Bornahme der Treppenreinigung verflagen. 2. Das ist nur zulässig, wenn die Mietverträge teine bem entgegenstehenden Borschriften enthalten, was aber der Fall fein dürfte. 3. Schadenerfazansprüche könnten Sie nur ftellen, menn Ihnen tatsächlich ein Schaden erwachsen th, was jedoch nicht anzunehmen ist. G. 50. Die Beschlagnahmic entspricht den gefeßlichen Bestimmungen. Barten Gie das Beitere ab. Cine Beschwerde ist zwedios.$. D. 29 1. und 2. Ja. Borauslegung ist jedoch, daß die Entellinder dazu in der Lage find. S. W. R. 20. Thre Frage läßt sich nur an der Hand des Bertrages vom Jahre 1905 beantworten. Im übrigen fcheint es fidh nicht um ein Altenteil au handeln, sondern um eine Rente. Gegen den Gutsherrn wird nichts unternommen werden fönnn. G.. 66. 1. und 2. Unferes Erachtens lebte die gefeßliche Miete nach Snkrafttreten der Aufhebung ohne weiteres wieder auf Denn die gefegliche miete war ja nicht durch eine Bereinbarung ber Bartelen, sondern durch den Gefeßgeber außer Roaft gefekt worden. Sit die im Reichsmietengeseh vorges fehene schriftliche Erklärung abgegeben worden, so behält es dabei fein L penden. Der Bermieter tann also nur bie gefeßliche Miete fordern. 3. Bom 1. Dezember 1923 ab. perrt werden mußten und daß in Kattowiß und Königshütte viele Rifolai einige Straßenteile vom Berfehr abge. Rinder aus Besoranis vor Anstedung nicht mehr in die Schule ge hidt werden. Für einen Industriebetrieb mußte durch den Kreisangestellte 3mang simpfung aller Arbeiter Bei arzt in die und angeordnet werden. Spanien will den deutschen Kindern helfen. Der KardinalErzbischof von Toledo, Primtas von Spanien, bat beschlossen, demnächst in sämtlichen fatbolichen Kitchen Spantens eine Sammlung für die armen deutichen Kinder au veranstalten. ei spröder Haut rauhen. roten, aufgesprungenen Händen verblüfft KOMBELLA- CREME durch die schnelle, wohltuende, heilende, verjüngende Wirkung. Es gibt nichts Wirksameres als KOMBELLA KOMBELLA CREME KOMBELLA- SEIFE Husten, Asthma und Lungenleiden find Sanitaterat Dr. We schelder's Brust- Tee fowie dazugehörige Tropfen nach Original- Borichrift et Jahren ärztlich emp: ohlen und beftens bewährt. 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J. 812. 23/6 Jn der Straffache gegen den Rausmann Mag Balbanf in Berlin, Bogbagener Str. 9, geboren am Säde ägarn ember 1875 in Berlin, wegen un zulässigen Handels hat das Buchergericht Lothringer Str.48 Dom Landgericht in Berlin in der Sigung am 19. Februar 1924 für Recht ertannt Der Angeklagte wird wegen unzuläffigen Sandels mit fta toffin zu einer Geldstrafe von 2000- zweitaufend- Goldmart, eriagweise für je 50- fünfzig Goldmart zu Wegen Auseinandersetzung verkaufe Freitag, 29. Februar, bis Montag, 3. März Restbestände und andere Waren zu unglaublich billigen Preisen 28 Mk an Mk Frühjahrs- Anzüge Mustern u. Stoffen v in allen erdenklichen Frühjahrs- Anzüger Maß modern.Stoffe, Ersatz Frühjahrs- Mäntel Homespun, Coverc, 45 Mk. von Gabard m. Gurt a. 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Das Wort erhält fofort Außenminister Dr. Stresemann: Außenpolitische Rede im Reichstag. höher geftellt hätte, als die Ausnübung feiner veriragsmäßigen Un finanzielle Mitwirkung des ausländischen Rapitals nicht ausge-| Stellung beeinflußt haben, und Frankreich hätte nach den Beffimfchloffen sein, aber beffer erscheint mir eine finanzielle Mitwirtung mungen des Vertrages noch weit mehr von Deutschland beziehen von Gefichtspunkte tönnten dahin zielen, Deutschland auf die Businesslandpuntt, als vom politischen Gesichtspunkte aus. fönnen, wenn es nicht die Rüdsichten auf feine eigene Industrie Bolitische AnDauer nieberhalten zu wollen; wirtschaftliche Gesichtspunkte werben fprüche gegen Deutschland. Frankreich muß aber auch wissen, daß Nachdem sich Stresemann über die Besehung der Botschafter- barin nie ein Glück für die europäische Wirtschaftsentwicklung fehen. Fünftig deutsche Reparationsleistungen abhängig find ftelle in Konstantinopel sowie der Generaltonfulate in Smyrna und Das fremde Kapital wird die Berzinsungsmöglichkeit dargeliehenen Don der Erhöhung der deutschen Produktivität, von der Erhöhung Dublin geäußert hatte, fuhr er fort: Rapitals nur in wirtschaftlicher Aufwärtsentwicklung Deutschlands des Lebensniveaus in Deutschland. Dazu gehört für Deutschland erblicken. In biefem Sinne fann eine wirtsc; aftliche Betätigung eine ruhige politische Entwicklung, das Aufhören des Auslandes an deutschen Unternehmungen direkt zur gemein- ewiger Bedrängnisse und eine Politit, die uns wirtschaftliche Erfamen Abwehr gegen eine etwaige Differenzierung Deutschlands im holung gewährleistet. internationalen Wirtschaftsverkehr werden. In der deutschen Außenpolitik steher mir unter dem Eindruc der Arbeit der Sachverständigen ausschüsse. Der Reichs tangler hat im Namen der Reichsregierung dem Ausschuß die Mit. arbeit der deutschen Regierung zugesagt und der Vorsitzende des ersten Ausschusses, General Dames, hat bei dem Abschied der Kommission in Berlin bestätigt, daß diefe Mitarbeit in loncler Weise gewährt worden sei. Ueber die Berhandlungen mit der Rommission wird ein Weißbuch erscheinen, sobald der Bericht der Sachverständigen selbst vorliegt. Der Charakter des Ausschusses ist gefenn zeichnet durch die Wirkung unabhängiger Bersönlichkeiten, die sich frei ihr Urteil bilden fönren, und die vielleicht deshalb um jo mehr zu einem pratiischen Ergebnis tommen fönnen, als sie unbeeinflußt find durch die Mißerfolge, unter denen die bisherigen Mitarbeiter an der Lösung der Reparationsfrage zu leiben hatten. So wenig erfreulich es ist, daß die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu einer derartigen internationalen Prüfung unserer Lage führten, fo fehr muß man den Mitgliedern der Kommission danten für ihre mühevolle Arbeit. Von dem Erfolge dieser Arbeit wird es abe hänger, ob eine = Eine schleunige Verständigung über diese Frage ift notwendig. Der 15. April, an dem die Micum Berträge ablaufen, ist ein fritischer Termin. Eine Fortführung der Leistungen dieser Berträge ist von deutscher großindustrieller Seite aus unmöglich. Daß das Deutsche Reich eine weitere Fianzierung der Ver träge nicht leisten kann, wird auch von der Gegenseite anerkannt. Was wird geschehen, wenn eine Verständigung nicht erfolgt? Die nichtverständigung bringt neue Erwerbsloligteit, Hunger und Chaos im befeßten Gebiet, wirtschaftlichen Niedergang, vielleicht eine wirtschaftliche Katastrophe. Sie bringt für Frant. reich das Aufhören der Einnahmen aus den Micum- Berträgen, einen Einnahmeausfall, dessen Wirkung auf die Währung abzu sehen ist. Die Verhältniffe drängen zur Regelung der Reparationsfrage und zur Einigung. Borin liegt Frankreichs Gegnerschaft gegen eine Verständigung auf der Basis, die uns vorschwebt? Es scheint, als wenn in franzöfifchen Kreifen eine starte Nerpofität gegenüber Deutschland herrscht. Man stellt die Frage der Sicherheiten in den Bordergrund, als wenn Deutschland daran denke, Frankreich Schaffung eines Rheinlandtrattates und wegen weitzu überfallen. Warum sind auf alle diese Anregungen wegen der gehender Sicherheiten für Frankreich bisher keine Antworten an uns erfolgt? Daß man mit den Separatisten feine Bolitit zur Berreißung Deutschlands machen kann, hat die Entwicklung der letzten Beit genügend bewiesen. Man fürchtet in Frankreich die deutsche nationalistische Bewegung. Der Hifler- Prozeß Becwedt die Erinnerung an die Borstellungen, die Frankreich erhoben hal megen der Gefahr, die in diefer Bewegung läge. Bor furzem hat der" Temps" erst davon geschrieben, daß England und Frankreich Deutschland zur Demokratie bringen müßten. Möge man sich im Auslande doch darüber klar fein, daß teine Staatsform oder politische Entwicklung mehr geschädigt werden kann a's dadurch, daß fie ais bestimmungsrecht der Böifer hat auch eine felisame Beleuchtung erim Interesse des Auslandes liegend hingestellt wird. Das Selbft fahren durch den Vertrag zwischen Frankreich und der tschechoslomatischen Republi. Wenn man eine nationalFrankreich doch daran erinnern, das bisher alle Politiker in Deutschradikale Entwicklung in Deutschland fürchtet, so möge man fich in land die eine Verständigung mit Frankreich erfirebt haben, an der fran öfifchen Politif gefcheitert find. Wäre der Politik der Verftändigung mit Frankreich in Deutschland mehr Erfolg befchieden gewesen, fo hätten wir auch teine radital- nationale Bewegung in Deutschland gehabt. Der Temps" rät dem deutschen Außenminister zur Mäßigung angesichts der Rede, die er wegen der Zurückweisung der Pfalznote gehalten habe. Es fei nicht richtig, davon zu sprechen, daß das deutsche Bolt durch die Zurüdweisung der Note zur Berzweiflung getrieben worden sei. Diesen Satz habe ich auch niemals ausgesprochen. Wohl aber muß ich darauf hinweisen, daß die Politit des Generals de Metz allerdings geeignet ist, das pfal. Krint einer von mir gehaltenen Rebe, in der ich bei einem geschicht Cichen Rückblick auf die letzten 50 Jahre auch davon sprach, daß wir ftets mit Stolz an unfere alte Armee und unsere Flotte denken werben, und in der ich mich dagegen wandte, daß man das deutsche ich betonen, daß uns die Erinnerung an die große Zeit Bolt als unfähig hinstellen wolle, foloniale Arbeit zu leisten, muß unseres deutschen Baterlandes und des deutschen Boltes turd Cofung der Reparationsfrage möglich ist. Die baldigste Lösung ist die erwünschtefte. Deutschlands Eine Einigung fann nicht erfolgen auf der Grundlage der Schaffung einer deutschen Reparationsproping. wirtschaftliche Lage erfordert sie. Die Sachverständigen dürfen fich Grundlage muß fein eine internationale Regelung der Reparations davon überzeugt haben, wie irrig es ist, anzunehmen, daß Deutschfrage. Weil die Notwendigkeit einer solchen Regelung weit stärker land etwa auf einen betrügerischen Bankrott hingearbeitet hätte. In meiner erfter Rebe als Reichskanzler und Außenminister habe Belange dieser Länder empfunden wird, deshalb sprach einer unferer als früher in den einzelnen Ländern und bei Führung wirtschaftlicher ich davon gesprochen, daß die Ordnung der inneren Berhältnisse bedeutendsten wirtschaftlichen Sachverständigen, der bisher jahrelang die beste Außenpolitif sei. Wir haben alle Kräfte angespar nt, um diese Ordnung herbeizuführen. Die Staatsgehälter, die wir nur Mißerfolge aller Bemühungen erlebt hat, von dem Silberstreifen zahlen, stehen unter dem Niveau des notwendigen Lebensstandards, nationale Kritik will darin nur einen Nebelstreifen sehen und warnt an dem sonst düsteren Horizont der auswärtigen Bolitit. Die deutsch alle Ausgaben find auf das engste beschränkt, alle möglichen Steuerquellen in Angrifff genommen. Schwer lasten auf uns die Bepor unberechtigtem Optimismus und Illufionen. Gewiß find bisher jagungstoften, die wir bisher weitergezahlt haben, um der die Versuche Deutschlands, zu einer Berständigung zu gelangen, Bevölkerurg der befeßten Gebiete Diangsale zu ersparen. Alle Bar- Sisyphusarbeit gewesen. Seitdem ich an der Spiße des Auswärteien der befeßten Gebiete von rechts bis links waren sich darin tigen Amts stehe, hat es wirklich von unserer Seite nicht an Ber. einig, daß die Reichsregierung verpflichtet sei, sie vor der Eretution fuchen gefehlt, mit Frankreich zur Verständigung zu tommen. Diese einig, daß die Reichsregierung verpflichtet fei, sie vor der Exekution Bersuche setzten vor Aufgabe des passiven Widerstandes und nach der Befagungsarmee durch diese Zahlung zu bewahren, die ja im wesentlichen an die Kommunen der befeßten Gebiete gezahlt wur. feiner bedingungslosen Aufgabe ein. Sie find unendlich verzögert ben. Aber auch hier ist unsere Leistungsfähigkeit zeitlich eng be worden durch die gedankliche Konstruktion des französischen Minister grenzt. Für absehbare Zeit tönnen wir aus eigener Kraft präsidenten, daß der paffive Widerstand angeblich noch nicht abgean Reparationszahlungen nicht denten, müssen brochen war, als Deutschland längst alle feine Verfügungen zurüd vielmehr alle Kräfte zusammennehmen, um überhaupt unsere gezogen hatte. Der Präsident der französischen Republit hat fürzlich in der Pariser Handelskammer davon gesprochen, daß für Frantzische Bolt zur Verzweiflung zu bringen. Gegenüber der Währung zu halten, da das deutsche Bolt ein zweites Ab. reich die Ruhr befeßung nur mittel zum 8wed gewesen gleiten richt ertragen fönnte. fei und daß es die Stunde erfehne, in der die Räumung des Gebietes zugleich mit den Taten für die Bezahlung fefigefetzt werde. Vielleicht wäre der Zeitpunkt der Aufgabe des paffioen Deutschland gemeinsam den Versuch hätten machen sollen, den Ruhr Widerstandes wohl der richtige gewesen, damit Frankreich und ampf zu beenden und vor allen Dingen auch durch freie Iritiative der französischen Regierung in bezug auf die Gefangenen und Aus gewiesenen fene Ehrenpunkte des Ruhrtampfes aus der Welt zu faffen, die für eine Verständigung der Bölfer weit mehr bedeuten als alle Verschiederheiten in der Auffaffura materieller Leistungen. einen Modus vivendi der Rhein- und Ruhrfrage bezog, hat die Als wir ein Memorandum an Frankreich richteten, das sich auf französische Breffe gefragt, ob man fich nicht über fruchtbarere The mata unterhalten fönnte und dabei auf die Reparationsfrage an gespielt. Wir sind zur Diskussion der Reparationsfrane bereit, wollen aber die aegenwärtigen Berhandlungen der Sachverständigen ausschüsse nicht stören. Wir fönnen mit Genugtuung feststellen, daß in weiten Rreifen Frankreichs die Stimmung fich genen früher geändert hat. Man empfindet anscheinend doch mehr als früher, daß Frankreich in gewiffer Beziehung, trop aller politischen Differenzen, Bon dieser wirtschaftlichen Lage haben sich wohl auch die Sachverständigen überzeugt Wir tennen micht die Entschließungen, zu denen fie gekommen find, aber nach Presseberichten zeichnen sich einige Hauptfragen schon heute ab. Man scheint sich davon über: zeugt zu haben, daß ein Moratorium für uns not, wendig ist, ebenso aber, daß während dieser Beit eire inter nationale Anleihe, insbesondere für Frankreich, einen Er fatz für die Ausfälle deutscher Zahlungen schaffen soll. Eine internationale Anleihe, für die man Garant.en im deutschen Reichsbefis nationale Anleihe, für die man Garantien im deutschen Reichsbefis fucht, wird anscheinend diskutiert im Zusammenhang mit zwei Fragen, die gleichzeitig als die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen Anleihelredit gelen fönr en: die Verfügung Deutschlands über die Wirtschafts- und Steuerfräfte des Reiches, fowie die Wiederherstellung der deutschen Berkehrseinheit. Der Temps" hat fürglid), als diese Dinge in der Presse bekannt wurden, gegen den Gedanken der Wiederherstellung der beutschen Reichseisenbahneinheit die Einwendung gemacht, daß eine folche Wiederherstellung der Entwicklung in Deutschland widerspräche, die Durch die reuen, mit Bayern getroffenen Abmachungen gekennzeich net ft. Diese Einwendungen des" Lemps" find völlig unzutreffend. Die im Cang befindlichen organisatorischen Maßnahmen auf dem Gebiet der Reichseisenbahnen bezwecken im Gegenteil unter Anlehnung an die Grundfäße der modernen Wirtschaftsführung eine wirtschaftliche Höchstleistung im festen Rahmen des Gesamtunter nehmens durch eine größere Selbständigkeit der einzelt en Bezirke. Die Abtrennung der Rhein- Ruhr- Bahn von der Reichs bahn hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, zu welch tatastrophalen wirtschaftlichen und finanziellen Folgen eine Beripfitterung des deutschen Eisenbahnwcfens führen muß. Die deu'sche Regierung , daß auch die zurzeit abgetrennter Teile der Reichsbahn balSigst wieder mit ihr vereinigt werden. Wenn die französische Regierung bereit sein würde, für die Regiebahn die Regelung anzunehmen, die zwischen Bayern und dem Reich te steht, so würde Deutschland gern bereit fein, barüber zu verhandeln. Es ist aber wohl zu vermuten, daß sich die ausländische Preffe in einer Täuschung über die Natur dieser Regelung mit Bayern befindet. Die Wiederverfügung Deutschlands über die vollen wirtschaft. lichen und Steuerkräfte des Reiches, die Wiederherstellung der Ber tehrseinheit dürften von allen Kennern des Wir schaftslebens als Boraussetzung für das Gelingen einer internationalen Anleihe an gesehen werden. Wenn es Frankreich um eine wirtschaftliche Lösung Der Rep rationsfrage zu tun ist, so würden ihm hier Möglichkeiten geboten fein, die es faum zurüdweifen fönnte. Die Frage einer etwaigen internatior alen Anleihe wirft aber gleichzeitig die Frage der internationalen Mitwirkung auf. Dr. Helfferich hat Kritif an meiner Elberfelder Rebe geübt. Mir erscheint die Frage der internationalen Anleihe aus den vorher gekennzeichneten wirtschaftlichen Gesichtspunkten als untrenn bar verbunden mit der Möglichkeit der Befreiung von Ruhr und Thein in bezug auf die ihm angelegten vertragsmidrigen Feffeln. Gecenüber dieser Befreiung ist mir, wie aus dem Bericht der Röl nisden Zeitung über meire Elberfelder Rebe hervorgeht, als weni ger wichtig erschienen, daß das ausländische Kapital auch eire Bertretung im Aufsichtsrat derjenigen Institutionen perlengt, für die es fein Rarital bergibt. Eine folche Vertretung, fobald sie nicht majorisiert oder ben deutschen Charakter der Bermalturg arta et, lann richt als Grund für die Ablehnung solcher Gedanken angesehen werden. Die Kreditnot der Industrie und Landwirtschaft ist so start. daß wir mit farter Min derung der Produktivität zu rechnen haben, wenn ihr nicht abge. holfen wird. Deshalb dürfen wir auch an ausländischem Kapital nicht vorbeigehen, wenn wir es erhalten tönnen. Gewiß wird eine KLeciferrin In einer wirtschaftlichen Schidfalsgemeinschaft mit Deutschland steht. Man hat von eininen Seiten eine alleinige deutsch- französ fiche Verständigung voroefd lagen. Wir fönnen feinen Sonder frieben mit Frankreich schließen, denn wir sind als Schuldner den vereinigten Gläubigerstaaten verpflichtet, wohl aber fönnen wir es von deutscher Seite aus nur begrüßen, wenn seitens der Alliierten Mittel und Weae aesucht werden, um Frankreichs befonderen fi nonziellen Bedürfnissen bei der Regelung der Reparationsfrage gerecht zu werden. Bielleicht scheitert der Verfuch der Reparationslösung auch diesmal. Trogdem ist es die Pflicht der Regierung und des Auken minifters, alles zu unternehmen, um den Verfuch zu einem erfolg reichen zu ceftalten. Wer von vornherein nur wegen der Aussichts Iefinkeit diefer Bemühungen höhnt, der möge pofitio fagen, was er an die Stelle dieser Bemühungen sehen will. Damit, daß mir von unferer Seite aus den Versailler Vertrag als zerrissen erklären, tommt man in der Realpolitik nicht weiter. Wir sind bisher in offen diesen Fragen vielfach nur Objekt der Entschließungen anderer Mächte gewesen. Um so mehr begrüßen mir die Arbeit unparteiischer Sachverständiger. Sie wird nur die Grundlage für neue Entschließungen der alliierten Mächte abgeben. Frantreichs Entfcheie dung wird maßgebend fein für die weitere Entwicklung der europäischen Verhältniffe. Die Frage, ob Frankreich Reparationen, oder nur po'itische Macht und wirtschaftliche Ausbeutung will, wird dabei entschieden werden. Wir hoffen, daß die Entscheidung der französischen Regierung und des französischen Boltes nach der ersteren Seite fallen möge. Jeder vernünftige Menfch in Deutsch land wird bereit fein, sich mit Frankreich zu verständigen. Dafür ober muß auch in der Erörterung der wirtschaftlichen und der polis tischen Fragen die Voraussetzung geschaffen werden. Es dient nicht der Verständigung, wenn der Ministerpräsident Boin care in der franzöfifchen Rammer davon spricht, daß Deutsch and feit vier Jahren an Reparationen nichts geleistet hätte. Warum triff man nicht den öffentlichen G dankenaustausch über die deutschen Leistungen an? einen Friedensvertrag genommen werden fann. E ist töricht, derartige Aeußerungen als Borbereitung zur Revanch hinzustellen. Eine völlig falsche psychologische Einstellung des Aus Candes wäre es, wenn es glaubte, moralische Eroberungen in Deutschy zieht Eine ruhige fonftitutionelle Entwicklung in Deutschland ist land dadurch zu machen, daß es das alte Deutschland in den Glaub am besten gewährleistet durch eine Außenpolitit, die Deutschland lebes läßt und nicht alle seine Anstrengungen zur Ergebnislosigkeit verdammt. An der Sachverständigen konferenz sind auch die Vereinigten Staaten von Amerika beteiligt. Wir begrüßen mit Genugtuung tas Intereffe des großen Landes für die Regelung europäischer Fragen. Wir begrüßen ebenso mit Genugtuung die linterzeichnung des deutsch- amerikanischen Handelsvertrages. Er ist aufgebaut auf dem Grundsay der Meistbegünstigung und verfolgt damit ein Ziel, das auch für uns und, wie ich glaube, für die großen Völker ter Erde überhaupt das Ziel der fünftigen Gestaltung der Handelspolitik sein muß und sein wird Im Auswärtigen Ausschuß des Senats der Bereinig ten Staaten find Widerstände, insbesondere gegen die Meistbegünstigungstlaufel, laut geworden. Man hat sich vor allen Dingen bagegen gewandt, daß die Borzugsbehandlung der Waren, die auf ameritanischen Schiffen eingeführt werden, fünftighin fortfällt. Wir hoffen, daß troß dieser Widerstände der Bertrag Gefeßgestraft erhalten wird. Wir haben auch deutscherfeits nicht alles erreicht, was wir erreichen wollten. Alter bei näherem Studium wird man doch zu der Ueberzeugung kommen, daß es sich um einen Vertrag handelt, der die zu fünftigen Beziehungen der beiden Länder auf eine gesunde und feste Grundlage stellen wird. Inzwischen haben wir mch mit England ein Abkommen über bie herabfeßung der Reparationsabgabe von 26 Prog. auf 5 Prog. beschlossen Tas Abkommen ist bereits am 26. Februar in Kraft getreten. Es schafft flare Berhältnisse für den deutschen Kaufmann, der nunmehr weiß, mit welchen Belastungen er zu rechnen hat. Die fünfprozentige Abgabe ist von der deutschen Industrie zu tragen. Die Regierung ist verpflichtet, die Beträge zurückzuvergüten, wenn die Finanzverhältniffe es geftatten. Die Regierung wird sich auch bemühen, eine Form zu finden, die den Intereffen der deutschen Industrie gerecht wird. Sie wird aber auch Borsorge dafür treffen, daß die Beträge der Abgabe nicht den britischen Importeuren belastet werden. Alle Gutscheine aus alten und neuen Rontratten aus der Zeit vom 17. November 1928 bis 26. Februar 1924 werden von der deutschen Regierung in Echaganweisungen, wie bisher, eingelöst werden. Die englische Regierung hat gewiffe meitere Erleichterungen für den Berkehr mit kleineren Barensendungen zugefagt, für die fie Einfuhrfreiheit hofft einräumen zu fönnen. Die Berhandlungen waren fchwierig, haben sich aber in freundschaftlicher Form abgewickelt. Sie haben zu einem Ergebnis geführt. das für den Handelsverkehr zwischen den beiden Ländern außerordentlich fördernd und für beide Regierungen annehmbar ist und der deutschen Finanznotlage Rechnung trägt. Die Verhandlungen wurden von uns geführt in dem Gefühl der Notwendigkeit der Berständigung und gegenseitigen Rüd herbeizuführen, war stets das Ziel der deutschen auswärtigen Politit, und es ist in diesem Augenblid, wo wir vor der großen Frage der föfung des Rhein-, Ruhr- und Reparationsproblems stehen, wichtiger denn je. Wir haben unsere Leistungen aufgezählt. Sie haben 42 Milliarden Goldmark betragen. Mögen andere Schägungen, wie die von Hennes oder dem Institute of Economics gerinner fein, aber auchfichtnahme auf die beiderseitigen Intereffen. Ein solches Gefühl biefe Schäßungen erreichen eine Höhe von 25 Milliorden Goldmart. Es ist doch unmöal ch, davon zu sprechen, daß Deutschland seit vier Jahren nichts geleistet habe. Frankreich weiß zur Genüge, wie start die deutschen Sach'eistungen feine eigene internationale ökonomische Nervenstärkend blutbildend | Nervöse Zustände finden sich jetzt allgemein, da die Ernährung viel zu wünschen übrig läßt. Es ist Klugheit und Pflicht eines jeden, dem Körper neues frisches B ut zuzuführen, wodurch die Nerven ekräftigt werden und die nervösen Zustände dann verschwinden, hierfür wird Leciferrin ärztlich gerne verordnet. Preis M. 3.--. Galenus Chemische Industrie G.m.b.H., Frankfurt a. M. Wir sind zurzeit auch in deutsch- polnischen Verhandlungen begriffen, ohne daß bisher leider bei diesen Verhandlungen eine wesentliche ohne daß bisher leider bei diesen Verhandlungen eine wesentliche Besserung der gegenseitigen Stimmung zu verzeichnen ist. In weiten Kreisen Polens herrscht noch immer eine feind liche Stimmung gegenüber Deutschland. Erst in letzter Zeit find im polnischen Parlament Dringlichkeitsanträge eingebracht wor= den zwecks Ausweisung größerer deutscher Bevölkerungsteile und zweds Abbruchs des Meinungsaustausches, der zurzeit zwischen den beiden Regierungen zur Beilegung der Ausweisungsfälle aus letzter Zeit stattfindet. Am 12. Februar haben in Genf Berhandlungen begonnen zwecks Regelung des Staatsangehörigteitsproblems. Für weite Kreise der deutschsprechenden Bevölke rung in Bolen ist es bedauerlich, daß bisher über diese Frage noch leine Einigung erzielt worden ist. Viele Bewohner Bolens wissen nicht, ob sie deutsche oder polnische Staatsangehörigkeit befizen, ob ihr Vermögen der Liquidation unterliegen wird oder nicht. Die polnische Verwaltungspragis entspricht in dieser, übrigens auch in der Ansiedlerfrage, wie der Internationale Gerichtshof im Haag im Herbst vorigen Jahres festgestellt hat, nicht den Internationalen Verpflichtungen Bolens. Nachden der Völkerbundsrat auf Grund zahlreicher Eingaben deutscher Minderheiten in Bolen sich mit der Angelegenheit befaßt und auf feiner legten Geffion in Paris im Dezember v. 3. beschlossen hat, biese Frage auf dem Wege deutsch- polnischer Verhandlungen unter Auspizien des Völkerbundes zu regeln, hat sich die deutsche Regierung gern bereiterklärt, diesen Weg zu beschreiten, um zur Lösung zu kommen. Gleichzeitig regte der Böllerbundsrat fpezielle Berhandlungen zwischen Deutschland und Polen allein an über alle Fragen, die zwischen Deutschland und Bolen nach dem Warschauer Brogramm vom Juli 1922 noch offen find, insbesondere Fragen über Ausübung des Optionsrechtes. Die Verhandlungen haben nunmehr am 27. Februar in Warschau begonnen. Näheres über ihren Ausgang läßt sich noch nicht sagen. 3m Busammenhang mit Aeußerungen des englischen Minister. die Frage des Völkerbundes lebhaft erörtert worden. Der Herr Abg. Hermann Müller hat die Regierung über ihre Stellungnahme zu diesem Problem befragt. Ich möchte darauf folgendes erwidern: Die Reichsregierung fteht auf dem Boden der dem Bölkerbund zugrundeliegenden Idee der internationalen Solidarität. Diefe Idee ist in dem gegenwärfigen Statut des Völkerbundes nur unvollkommen verwirklicht. Das bisherige Verhalten des Bölferbundes hat Deutschlands Interessen vielfach start geschädigt. Trohdem lehnt die deutsche Regierung den Eintritt in den Bölferbund nicht grundfählich ab. Die Frage erfordert im Augenblick auch keine endgültige Entscheidung. Der Reichsregierung ist nicht befannt geworden, daß diejenigen Mächte, die dem Eintritt Deutschlands in den Bölferbund bisher ablehnend gegenüberstanden, ihre prinzipielle Saltung geändert hätten. An dererseits ist auch von feiner verantwortlichen Stelle irgendeine Aufs forderung zum Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund ergangen. Sollte die Frage afut werden, fo wird die Reichsregierung zu prüfen haben, ob die Behandlung Deutsch'ands als vollberechtigtes Mitglied, insbesondere feine Aufnahme in den Bölkerbundsraf, gewährleistet ist, und ob der Eintritt felbst nicht etwa mit besonderen oder demütigenden Bedingungen verbunden sein würde. Außerdem wird die Reichsregierung zu berücksichtigen haben, daß der Bölferbund eine ersprießliche Wirksamkeit nur entfalten tann, wenn das Ziel der Universalität, das auch der englische Herr Premierminister in den Bordergrund gestellt hat, wemastens für Europa erreicht wird. präsidenten ist Deutschland muß darauf um so mehr Gewicht legen, als ohne diese Univerfalität Deutschlands als Mit lied leicht in die Lage verfekt werden könnte, eine Bolitif unterſtüßen zu müssen, die die deutschen Interessen beeinträchtigen fönnten. Der Außenminister schloß mit einem warmen Dank für die außerordentliche Hilfstätigkeit des Auslandes gegenüber der deut schen Not. Abg. Koch( Dem.) betont die Notwendigkeit, alle Kräfte des Boltes zufammenzufassen, um der Gefahr einer neuen Infla. tion zu begegnen. Die Kriegsschuld müsse gezahlt werden. Den Reparationen nach außen müßten Reparationen nach innen folgen. Ein Teil unserer Arbeitgeber mill heute den Terrorismus, den 1919/20 die Kommunisten geübt haben, wett machen, indem sie ihrerseits einen Herrn- im- Haufe- Standpunkt her Dorfehren, der der liberalen Entwicklung unseres Wirtschaftslebens nicht entspricht. Den abgebauten Beamten muß ein Beschwerde. recht geneben werden. Die Fälle sind nicht selten, in denen wir uns bavon überzeugen konnten, | von Hannover, Noste. Er fagte: Wie einst die Römer den Barus, so haben uns die Preußen den Noste ins Land gefeht. Der unter bindet die Meinungsfreiheit und läßt durch seine Landräte auch einen Druck auf die Presse zuungunsten der deutschhannoverschen Bewegung üben. preußischen Regierung gegen die Angriffe des Vorredners. Ministerialdirektor Dr. Meister protestiert als Vertreter der Eine Berreißung Preußens durch die Abtrennung Hannovers würde auch das Reich schädigen.( Beifall.) Um 7 Uhr wird die Weiterberatung auf Freitag, 2 Uhr, vertagt. Zum Zwischenfall im Reichstag wird noch gemeldet: Bei der Feststellung der Personalien der Ruheftörer ergab sich, daß es sich um einen Tapezierer namens Reinhold Kohlhard handelt. Er behauptet allerdings Besitzer eines Verlages zu sein. Kohlhardt macht in den Flugblättern Reflame für eine von ihm verfaßte Broschüre, die den Titel führt:„ Berliner Juristen als Just 3nerbrecher". Kohlhardt schildert borin einen Prozeß, in dem ihm Unrecht geschehen sei. Anscheinend ist er nicht in vollem Besiz seiner geistigen Kräfte. stabile ährung und haben die Hoffnung, daß es gelingen möge, fie stabil zu erhalten. Ob es gelingt, ist noch feineswegs ganz sicher und hängt auch nicht allein von uns ab. Die Warenpreise und Preise für Leistungen, die noch im Nopember v. J. oft das Vielfache der Vorkriegspreise betragen haben und seitdem erheblich abgebaut worden sind, haben inzwischen wieder angezogen, ohne daß dafür ein ausreichen der Grund zu erkennen gewesen wäre. Die wirtschaftlichen Berhältnisse sind also noch keineswegs normale, sondern höchſt unsicher. Abbau der Wucherbekämpfung? Verarbeitung pon Fleisch und Wurst hat wegen der höheren Bon A. Grzesinsti S Dem Reichstag liegt ein deutschnationaler Antrag Bud juhn und Gen. vor, der verlangt, daß die Wuchergerichts. verordnung und das Preisprüfungsstellenwesen aufgehoben merden; vor dem 15. Januar 1924 anhängig gemachte, bei der Staatsanwaltschaft liegende Bucherfälle auf Grund des § 23 der Verordnung über Gerichtsverfassung und Strafrechts pflege vom 4. Januar 1924 nicht weiterverfolgt und pflege vom 4. Januar 1924 nicht weiterverfolgt und wegen geringfügiger" Bergehen gegen die Preistreiberei verordnung verurteilte Personen amnestiert werden. Er zeuger und Händler wittern Morgenluft. Ihre Vorstöße gegen die ihnen unbequemen Wuchergesetze verstärfen sich. Sie glauben, die jetzige Zeit des allgemeinen Personal- und Behördenabbaues fei ihnen besonders günstig. Nachdem die im Antrag Budiuhn angezogene Verfügung vom 4. Jo mar 1924 den Statsanwälten und Gerichten tatsächlich die Möglichkeit gegeben hat, auch Bucherer außer Verfolgung zu setzen, gehen sie aufs Ganze und fordern Beseiti gung der Wuchergesekgebung überhaupt. Wenn trotzdem Vertreter der bürgerlichen Barteien in den Barlamenten für Fortführung der Wucherbekämpfung Reden halten und den weiteren Preisabbau fordern, so zeigt das höchstens, wie innerlich unwahr ihre Ausführungen sind. Aus einem Artikel, den der Bearbeiter für Wuchersachen im Reichswirtschaftsministerium vor kurzem hat erscheinen laffen, geht hervor, daß bedauerlicherweise auch, das Reichswirt fchaftsministerium zu Ronzessionen bereit ist, statt festzuhalten und sein Augenmerk mehr darauf zu lenken, wie dem Bucher der Kartelle und Syndikate energischer zu Leibe gegangen werden kann. Die Forderung nach Abbau der Buchergefekgebung wird mit der Stabilität der wirtschaftlichen Verhältnisse begründet, die bis zu einem gewissen Grade durch die Einführung der Rentenmarkt in den Verkehr und die Festigung der Mark zurseit erreicht ist. Das Schlagwort ist, wie beim Rampfe um die Aufhebung der Zwangswirtschaft auch hier die Befreiung der wirtschaftlichen Kräfte". Die nach langen Verhandlungen zustande gekommene Rodifitation der Wucherbestimmungen vom 13. Juli 1923 stellt gegenüber den früheren, unübersichtlich gewordenen, lückenhaften Bestimmungen von jedem Stand punkte aus einen erheblichen Fortschritt dar. Inwiefern diese fich von Auswüchsen fernhält, Feffeln anlegen sollen, welche fich von Auswüchsen fernhält, Feffeln anlegen follen, welche fie in der Entfaltung ihrer Produktion hindern könnten, wird leider nicht gefagt. Selbstverständlich wird man Gefeße nicht aufrecht erhalten wollen, wenn ihre Voraussetzungen weggefallen sind, oder das erstrebte Biel auf anderem Wege beffer erreicht werden daß politische Mofive beim Abbau mitspielten. fann. So fann man der Aufhebung der Bucher Die Bachtschutzverordnung darf nicht abgebaut werden, bevor mir gerichte durchaus zustimmen, nachdem durch die schon eine fortschrittliche Siedlungspolitik haben. Eine ausreichende mehrfach angezogene Verordnung über Strafrechtspflege vom Bermögenssteuer würde dem Reiche mehr Geld einbringen 4. Januar 1924 das Schnellverfahren der Buchergerichte und 4. Januar 1924 das Schnellverfahren der Wuchergerichte und als eine Mietsteuer.( Beifall.) Das Scheitern des Herrn die fachkundige Bearbeitung der Straffälle auf anderem v. Kahr hat wiederum bewiesen, daß mit der Diktatur auch nichts Wege erreicht wird. Nachdem durch eine frühere Verordnung erreicht wird. Von einer Sehnsucht nach der Monarchie ist in die Laienbeifiker auch bei den Buchergerichten weggefallen unserem Bolte auch nichts zu spüren. Wir sind dem Reichs- find, haben diefelben für die Verbraucher ohnehin teine große präsidenten dankbar für die entschlossene und taftvolle Art. in der er das deutsche Volk in schweren Jahren geführt hat.( Beifall.) Das Bedeutung mehr, ganz abgesehen davon, daß sie vielfach auch von den Deutschnationalen als Mutta und Jungbrunnen gepriesene sonst nicht die Erwartungen erfüllt haben, welche bei ihrer Bayern zeigt sich heute in feiner furchtbaren Unordnung und Des. Errichtung in sie gesetzt worden sind. Auch gegen die vom organisation.( Sehr wahr!) Die bayerische Verfassungs- Verband der Zeitungsverleger verlangte Aufhebung der Berdenfschrift verlangt Reservatrechte, die unter feinen umordnung über Zeitungsanzeigen find Bedenken nicht zu erordnung über Zeitungsanzeigen find Bedenten nicht zu er ständen wiederkehren dürfen. Es ist unerträglich, daß der heben, weil die Verordnung feit langem bedeutungslos ist. im übrigen Deutschland steckbrieflich verfolgte Ehrhardt in Bayern In bezug auf alle anderen Verordnungen der Sammel ungehindert auftreten fann.( Sehr wahr!) verordnung vom 13. Juli 1923 aber muß es heißen: Hände weg! Die Verbraucher, in deren Interesse in erster Linie die Wuchergesetzgebung geschaffen und die Wucherbekämpfung geübt worden ist, sollten sich aufraffen, um durch ihre Organisationen den Ansturm der Erzeuger- und Händlerintereffenten abzuweisen. Die Gewerkschaften aller Richtungen müssen sich klar darüber sein, daß das Abbröckeln der Bucher gesetzgebung oder gar ihre völlige Beseitigung für Handel und Erzeuger feinen anderen 3wed hat und haben tann, als wie in der Preisgestaltung gänzlich ungehemmt zu sein. Ein Zwischenfall. Als der Redner schließt, tommt es zu einem Zwischenfall. Bon der großen Zuhörertribüne wirft ein älterer Herr viele Flugblätter in den Sizungsfaal. Er ruft dabei:„ Justizverbrecher in Berlin! Juristen als Vampyre des deutschen Boltes!" Der Mann Abg. Dr. Leicht( Banr. Bp.) wünscht eine Busammenstellung der verschiedenen unter dem Ermächtigungsgesetz erlassenen Berord wird durch die Diener von der Tribüne geführt. nungen. Nach Ausführungen des Abg. Froelich( Romm.) beschwert sich Abg. Alpers( D.- hann.) über die Amtsführung des Oberpräsidenten Wir haben in Deutschland seit drei Monaten endlich eine Die durch die Berliner und Hamburger Butter. notierungstommission herbeigeführten erheblichen Preissteigerungen sind ein typischer Borgang. Aber auch auf dem Bieh- und Fleischmarkt sind die Zustände dem Bieh- und weder geordnet noch übersichtlich. Jeder Viehmarkt zeigt das Bestreben der Händler, die Breife heraufzulegen, trotzdem ohne Zweifel die Landwirtschaft noch immer genötigt ist, Vieh in großem Umfange billig abzugeben. Die Einführung von Gefrierfleisch in großen Mengen hat nicht verhindern fönnen, daß die Fleischpreise steigende Tendenzen zeigen. Die Gewinnmöglichkeiten wieder einen größeren Umfang angenommen. Die Konservenindustrie läßt es sich angelegen sein, Preise zu bieten, die nach Verarbeitung normale Preise für Ronferven nicht erwarten lassen. Die Preise der 3n. dustriestoffe sind ja alle überhöht. Das gilt für Häute und Leder und daraus gefertigte Schuhwaren, für Textilrchfelle und Tertilmaren. Namentlich auf letzterem Gebiete werden in der Presse Nachrichten verbreitet, die nichts anderes bezwecken, als eine neue Preiserhöhung, die vom Standpunft des Gewerbes aus als günstige Konjunktur bezeichnet wird, einzuleiten. Zu Zeiten, als im Auslande die Preise für Baumwolle und Wolle und auch die Notierun gen für Baumwollgewebe und Garne an den inneren deutfchen Märkten herabgingen, wurden Preissteigerungen in der Fachpresse vorausgefagt. Aehnliche Erscheinungen werden auf fämtlichen Gebieten der Industrie beobachtet. Üleber die üblen Vorgänge auf den Häuteauktionen ist in der Zeitung berich tet worden. Die Folge aus allem ist, daß Großhandelsinder und Lebenshaltungsinder seit einiger Zeit wieder steigen, was eine tatsächliche weitere Berschlechterung der an sich schon fast unerträglichen Lage der breiten Schichten unseres Boltes an zeigt. Kartelle, Snnditate und Preisvereinigungen sorgen für hochhaltung der Preise und für weitere Erhöhung. Die Ge feße aufzuheben, die ein Eingreifen der Behörden erst möglich machen, wäre Frevel am Volke. Als eine wesentliche Ur'ache der ungerechtfertigten Preissteigerungen ist immer die übergroße Zahl der Händler bezeichnet worden, die sich bei dem Warenbezug infolge des allgemeinen Warenmangels gegenseitig überboten. Um dieser ungefunden Käuferfonkurrenz entgegenzuwirken, wurde schon im Kriege die Konzessionierung des Großhandels eingeführt; die Konzessionierung auch des Einzelhandels wurde in der nom 13. Juli 1923 Berordnung Ausführungsbestimmungen überlassen. Diese Vorschriften sollen nun mit der Begründung aufgehoben werden, daß jetzt die Jagd nach der Ware durch das Suchen nach dem Absatz abgelöst worden ist und eine Auslese der Händlerschaft von selbst stattfindet. Wenn das zutreffen würde, wäre ein solcher Zustand vom Standpunkt der Verbraucher nur zu begrüßen. Eine Auslese der Händlerschaft wäre aus mehr wie einem Grunde erwünscht Die Behörden haben leider von der Möglichkeit, dieses Ziel durch Anwendung der Berordnung über Handelsbeschränkungen zu erreichen, nicht hinreichend Gebrauch gemacht. Sie haben es unterlassen, erteilte handelserlaubnisse in dem erforderlichen Umfange aus volks. wirtschaftlichen Gründen wieder zu entziehen und fich meist darauf beschränkt, Anträge auf Erteilung neuer Han delserlaubnisse abzulehnen. In welchem Umfange solche Anträge noch dauernd gestellt werden, zeigt die Tatsache, daß von den preußischen Bolizeiverwaltungen im Oktober v. J. 1310, im November 1474, im Dezember 1348 und im Januar 1924 immer noch 1306 Anträge auf Erteilung der Großhandelserlaubnis abgelehnt worden sind. Aus diesen Bahlen geht aber hervor, daß statt eines Ausscheidens in sehr starkem Maße ein Drängen zum Handel erfolgt und bas fei nur nebenbei bemerkt der Handel noch eine gute Verdienstmöglichkeit bietet. Auf dem Gebiete des Auffäuferwesens liegen die Dinge ähnlich. In der Provinz Westfalen find 650 Butterauffäufer zugelaffen, annähernd 5000 hatten die Erlaubnis nachgesucht. Man stelle sich vor, daß alle diese abgewiesenen Ber onen den Handel ausüben würden; eine erhebliche Preissteigerung müßte die notwendige Folge sein. Außer den schon vorhandenen wollen doch auch diese Händler Waren haben und alle wollen von dem naturgemäß erheblich verminderten Umfah mindestens ihren Lebensunterhalt beftreiten. Eine Aufhebung der Verordnung über Handelsbeschränkungen, auch nur der Konzeffionspflicht des Großhandels ist erst dann möglich, wenn durch Hebung der Warenproduktion auf annähernd Friedenshöhe die Warennachfrage befriedigt werden fann und die Kaufkraft des Publikums wesentlich höher ist als heute. Aus denselben Gründen fann auch eine Aufhebung der Preisprüfungsstellenverordnung, wie sie der deutschnationale Antrag Budjuhn verlangt, ernstlich no nicht in Betracht gezogen werden. Die Preisprüfungsstellen, Avramikos- Virginia- Zigaretten 3$ sind seit Jahren anerkannt als Qualität Man, achte auf Packung und Namenszug! insbesondere die mittleren, für die Regierungsbezirke bzw. Provinzen eingerichteten, haben noch sehr notwendige Arbeit zu leisten. Gerade weil sie versuchen, diese Arbeit erfolgreich zu gestalten, besonders bei der Nachprüfung der Preise für Leistungen zur Befriedigung des täglichen Bedarfs, haben sie den deutschnationalen Unwillen erregt. Der Antrag Budjuhn ist mittelständlerischen Tendenzen und reinem Wahlagita'ionsbedürfnis entsprungen; das geht auch aus einem anderen Antrag desselben Abgeordneten hervor, in dem die seit dem 1. Januar 1919 an Ausländer erteilten Großhandelserlaubniffe rückgängig gemacht und Einzelhandel, Gewerbe und Handwerk und ihre Genossenschaften von wucherisher Kredit gewährung großkapitalistischer Wirtschaftsverbände geschütt werden sollen. Die letzte Forderung ist zu unterstügen. Von deutschnationaler Seite kann sie jedoch nicht ernst gemeint sein, da die Politik dieser Partei auf eine Särtung der Großen im Wirtschaftsleben hinausläuft. Für die verlangte Begnadigung der wegen Wuchers Verurteilten liegt überhaupt fein Anlaß vor. Wirtschaft Лachprüfung der Leistungen im Bergbau. Im Reichsarbeitsministerium finden augenblicklich Na hprüfungen der Bergarbeitere: ftungen statt. Sie waren in den Arbeitszeitabfemmen, die zwischen den Unternehmern und den Gewerkschaften Ente vorigen Jahres abgeschlossen worden sind, vorgesehen. Betanntlich hatten die Abkommen u. a. das Ziel, in allen Bergbaugebieten bis zum Monat Februar die Leistungen wieder auf den Friedens stand zu bringen. Die Verhandlungen, die am Mittwoch begonnen haben und noch den Rest der Woche in Anspruch nehmen dürften, fönnen selbstverständlich nicht ohne weiteres zu einem abschließenden Ergebnis führen. Die Verhältnisse im Bergbau sind noch immer anormal. Auch fonnten sich die getroffenen Maßnahmen zur Steigerung der Produktion und der Arbeitsintensität in der in Betracht kommenden furzen Zeit nicht auswirken. Diese Tatsache wurde in den Berhandlunger auf der Unternehmerseite anerkannt. Außerdem ist bei Beurteilung der Situation im Bergbau und der Arbeitsintensität bes Bergarbeiters zu berücksichtigen, daß die Prüfungszeit zeitlich mit der großen Krise zusammenfiel. Sie machte in fast allen Gebieten die Einlegung von Feierschichten notwendig, die ganz natürlich auf das Arbeitstempo und die Intensität zurückwirken mußte. Die Parteien haben fia; deshalb gezinigt, eine weitere Nachprüfung an einem fpàteren 3eitpunti vorzunehmen. Die Berhandlungen werden sehr wahrscheinlich am 27. März 1924 in Berlin stattfinden Haftungsausschluß für Berfchen von Banfangestellten. Zu der Frage der Zulässigkeit des Haftungsausschlusses für Versehen von Banfangestellten hat die 25. Rammer für Handelssachen des Landgerichts I in Berlin eine bemerkenswerte Entscheidung gefällt( AktenBeiden 87 099 123, Urteil vom 25. Januar 1924). Eine sächsische Firma hatte die Raichsbant auf Erfaß eines Geldentwertungs chadens in Anspruch genommen, den sie dadurch erlitten hatte, daß ein von ihr einer Berliner Lieferantin in Zahlung gegebener, von einer fächsischen Reichsbanknebenstelle bestätigter Sched. von der Reichsbanthauptstelle in Berlin am Vorlegungstage nicht eingelöst wurde, weil die Reichsbanknebenstelle versehentlich unterlassen hatte, der Bestätigung den Trodenstempel vorschrifts. mäßig beizufügen. Das Landgericht hat die Schadenersahfrage abgemiesen, weil die Haftung für das Berschulden des Angestellten der Reichsbantnebenstelle sowohl durch den Anschlag in deren Bankgebäude a.s auch durch die Veröffentlichung in den dafür bestimmten Blättern ausgeschlossen war. Dieser Ausschluß war nicht fittenwidrig, wenn man auch schon eine monopolartige Stellung der Reichsbant als erwiesen ansehen wollte; denn auch dann käme nur der Ausschluß der Haftung für ein Verschulden der leitenden Angestellten als fitenwidrig in Frage, nicht aber für das in Frage stehende Versehen des mit der Berstempelung beauftragten untergeordneten Angestellten. hörigen gleichgestellt.( Deutschland hat im Bertrage von Versailles auf seine Exterritorialrechte in Siam verzichten müssen, die werden daher den ordentlichen Reichsangehörigen in Siam fiamesischen Gerichten unterworfen sein.) Aus der Partei. Eine Verwahrung. Genosse Scheidemann hat an die „ lleber Frankfurter Boltsstimme" fcigende Bufchrift gerichte: meine Rede auf dem Sozia isten'ag in Billmar ist in der Boltsstimme" vom 23. d. M. ein so tendenziös aufgemachter Bericht vers öffentlicht worden daß ich dagegen ausdrücklich B.rwahrung einlegen muß. Ich bite die Leser, in mir nicht den roten Struwwelpeter sehen zu wollen, als der ich nach jnem Bericht wohl erscheinen folt. Ich übernehme die Verantwortung für jedes Wort, das ich in Billmar aus bester Kenn nis der Frage und ehrlichster Ueberzeugung gesagt habe, nicht aber für das, was darüber in der„ Volksftimme" geschrieben worden ist." Genoffe Scheidemann bittet uns, dazu noch folgendes zu bemerken, da die„ Boltsstimme", wenn er es ihr schicken molle, doch nicht drucken würde:„ Die Frankfurter Bo tstimme" hatte gefordert, daß kein Genosse mehr im Bezirk Kassel- Frankfurt wieder als Reichstagskandidat aufgestellt werden dürfe, der für das Ermächtigungsgefeß gestimmt habe. Gegen diese " pfaffisch intolerante, eines Sozialdemokraten unwürdire Berhalten" hatte Scheidemann auf der Konferenz in Billmar Bezug genommen und dadurch den Berichterstatter der Botsstimme", Genossen Stephan Heise, auf den Plan gerufen. Je intoleranter die„ Beltsftimme" den eigenen Genossen gegenüber ist, umso toleranter ist sie, wenn es sich um charakterfeste Gegner handel. An die Nachricht, daß Frau v. Dheimb nicht wieder zum Reichstag fandidieren will. fnüpft sie die Bemerkung: Frau v. O ist eine der charaktervollen Persönlichkeiten, die die Meinung, die sie für richtig hält, auch. zu vertreten wagte." Wehe aber. menn sie nun als Sozialistin im Bericht der Frankfurter Boltsstimme" eine derart. charaktervolle haltung hätte einnehmen wollen!" " Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Es sind für die Theatervorstellung am Sonntag, ben 2. März, im ,, Reuen Theater am 800" aur Aufführung von, Maria Stuart" noch Einzelbarten zum Preise von 1 Mart im Jugendfekretariat zu haben. Heute, Freitag, den 29. Februar, 71, Uhr: EN Quisenstadt: Schule Stallschreiberstr. 54 ,, Alara- Biebig- Abend". Moabit I: Schule Waldenserstr. 21, Bortrag: W.Itliche oder fonfeffionelle Schule?" Moabit II: Ratholische Schule am Stephansplat, Bortrag: Soziale Stellung der arbeitenden Jugend in der Gegenwart." Norbost 1: Schule Georgenkirch straße 2, Vortrag: Ravitalistische und sozialistische Wirtschaft." Nordoft II: Schule Danziger Str. 23, Diskussion: Demokratie und Diktatur des Prole. tariats." Often B.- B.: Schule Effertstroke 16. Fortsetzung der politischen Ausspreche. Südoft K.- B.: Jugendheim, Mariannenufer la, Bortrag: Bom Gemeinfraftsfinn zum Gemeinschaftsgeift." Ortsausfuß für Jugendpflege Brenzlauer Berg. Beute endet der Jugendpflegelehrgang mit dem Referat des Herrn Bastor Jahn( Leiter der Rüllichauer Anstalt): Lebenswert des Spiels." Der Vortrag findet abends 8 Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62 E( Barade), ftatt. Teilnehmergebühr 10 Bf. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solibarität", Ortsgruppe Berlin. Touren für Sonntag, den 2. März. 2. Abi Weidmannsluft. Start 1 Uhr, FriesenStraße 13. 3. Abt.: Anfahrtstour indet am 16. März statt. 3. A bt.: Rundfahrt, Endziel Johannisthal, Bota, Start 1 Uhr, Landsberger Plag. 6. Abt.: Wittenau, Eberhardt, Start 1 Uhr, Ropenhagener Str. 26. 10. b t.: Ahrensfelde, Start 1 Uhr, Comeniusplag Jugend Abt.: Gemütliches Beifammensein Allenfleiner Str. 7. Heute, Freitag, Funktionäre von GroßBerlin, Schwedter Str. 23/24, abends 7 Uhr. Islamische Gemeinde zu Berlin. Sonnabend, 1. März, Bortrag von Prof. Dr. Euden- Gena über: Die Stellung der Wirtschaftslage in der Krifis ber Reit" in ber Quisenstr. 46, 8 Uhr abends, im Restaurant Schünemann. Eintritt frei. Durchschnittspreise im Verkehr des Berliner Lebensmittelgroßhandels mit dem Einzelhandel. Donnerstag, 28. Februar. Die Preise verstehen sich in Goldmark für je 50 kg frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose.. 15.75-16,80 Malzkaffee. gepackt Gerstengrutze, lose... 15,75-16,80 Rösteetreide. lose Haterflocken, lose 14, 0-15,50 Kakao fettarm Hafergrütze, lose.... 15,50-16,25 Kakao, leicht entölt Ro genmehi 0/1...... 13,00-14,00 Tee Souchon 18,00-18,80 Tee, indischer Weizengrieß Hartgrieß 7% Weizenmehl Weizen Auszugmehl Speisee bsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Perl Langbonnen, handverles. Linsen. kleine Linsen, große Linsen, mittel Kartoffe meh! Makkaroni Makkaronimehi Arbeitszeitverkürzung in der englischen Baumwollindustrie. Die am 26. Februar 1924 in Liverpool vorgenommene Abstimmung in der amerikanischen Abteilung der englischen Baumwollspinner hatte, wie der Londoner Korre pondent des„ Konfektionär" drahtet, das Ergebnis, daß mit übergroßer Stimmenmehrheit die Arbeits. zeit von 48 auf 26% Stunden wöchentlich herab Schnittnude.n, lose. gefekt worden ist. Bisher sind von dieser Maßnahme etwa 10 000 Arbeiter berührt. Die übrigen Eeftionen der Baumwollindustrie und die Epinner ägyptischer Garne stehen vor einer ähnlichen Maßnahme, so daß binnen furzem die englische Baumwollspinnereiindustrie auf Halbzeit abgestellt sein dürfte. Wirtschaftsvertrag mit Siam. Gestern ist ein deutsch- siamesisches Wirtschaftsabkommen unterzeichnet worden. Durch das Abkommen werden die noch bisfang von Giam ausgeschlossenen deutschen Reichsangehörigen dort wieder zugelassen; auch erhalten sie das Niederlassungsrecht fomie Sandels- und Gewerbefreiheit. Die Meistbegfinstigung ist in ten Fragen der Ein- und Ausfuhr, des Zolltarifs, der Schiffahrt und des Schutzes gewerblicher Eigentumsrechte gewährleistet. In allen anderen Fragen, insbesondere in der der inneren Besteue rung, werden die Reichsangehörigen ben fiamefi'chen Staatsange JOE LOE 24 Februar 29 FREITAG Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Rin äpfel, amerik. Getr P laumen 90/100 Pflaumen, entsteint Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Carab.rnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimmt( Cassia) Kümmel, holländischer. Schwarzer Pfeffer singap. Weißer Pfeffer 23,00-25,00 15 00-18,00 .. 100,00-12.00 22, 0-25,50 Inlandszucker basis mel. 14.75-16,00 Inlandszucker Raffinade 17,60-1,00 Zucker Würfel 19,25- 23,00 Kunsthonig 15.00-17,00 Zuc ersirup hell in Eim. 20,25-24,00 Speisesirup dunk. in Eim. 30-31,00 Marmelade Ein'r. Erab. 26,00-33,00 36,5-40,0 • 13,00-150,00 342,00-350,00 425,00-43,00 38,5 40,50 41,00-43 Ov 46,00-48.00 40, 45,00 49,00 33,00-35,00 108, 0-131,00 Marmelade Vierirucht 33,00-$ 5,00 Pflaumenmus in Eimern 46,00- 50,00 Steinsalz, lose.. 3,71 4, M Siedesalz. lose 4.80-5,20 Bratenschalz in Tierces 68,00 Bratenschmaz in Kübeln 70,00 21,00-25.00 Purelard in Tierces 67,00 4 15-45 00 16,0 18,00 40,00-45,00 36,00-38, 15,5 17,5 Purelard in Kisten... 68.00 69,90 17,00 19,50 Speisetalg in Packung 48,00-52,00 27,00- 31,00 Speiseta in Kü eln 47,00-49,00 31,00-36,0 Margarine, Handelsm. I 56,0 115. 0-125,00 desel II. 43,00-52,00 76,00 60,00-65,00 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. i.. 52,00-55,00 desgl. II. 75,00 85,00 Molkereinutter....... 216,00-222,00 85,00 95,00 Landbutter 80,00-90,00 Auslandbutter 145,00-160,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 130,00-150 00 Speck, gesalzen, fett. 110,00-120 00 Quadratkäse 145,00-150.0 Quark Käse 93,00-106,00 Tilsiter Käse, vollfett 199.00-19.00 216,00-222,0 35,00-36.50 60,00-64,00 40, 0-50,00 35,00-50,00 115,00-12,00 50,00-60,00 131,00-141,00 Tilsiter Käse, ha bfett 17,00-200,00 Ausl. ungezuck.CondensRohkaffee Brasil Rohkaffee Zentralamerika245,00-300,00 milch 48/16 23,50-25,00 Röstka fee Brasil 225 00-270,00 Inländische desgl. 48/12 19, 0-20,00 Röstkafiee Zentralam.$ 315,00-450,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 28,50- 29,50 Heutige Umrechnungszah 11000 Milliarden. Unser Groß- Berliner Parteinachrichten. Engerer Bezirksvorstand. Freitag, den 29. Februar, nachmittags 5 Uhr, Sihung im Sefretarial, Lindenstr. 3. 6. Kreis Kreuzberg. Seute abend, pünktlich 7 Uhr. Fortschung der Bertragsreihe zur Borbereitung der Funktionäre für die Reichstagswahlen im Rentraljugendheim, Lindenstr. 3. Die Teilnehmer werden gebeten, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. 9. Kris Wilmersdorf. 8u der um 9 Uhr abends bel Bleper, Holsteinische Str. 60, stattfindenden gemeinsamen Sigung des Kreisvorstandes mit dem Bildungsausschuß müssen auch die Abteilungsführer erscheinen. $ Uhr wichtige Sigung der Beamtenobleute und Beamtenwerbeausschüsse bi Chaim, Wilmersdorf, Augustastr. 6. Er Bericht des Kreisobmanns. fcheinen Pflicht. 14. Areis Reutöfn. Sigung des engeren Kreisvorstandes am Sonnabend im Parteibureau, abends 7 Uhr. 3. Riels Webbing. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Gonnabend, den 1. März, 7% Uhr, Helferfizung im Ledigenheim Gd önstedtstr. 1. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Sonnabend, den 1. März, 6½ Uhr, Sigung des engeren Kreisvorstandes mit den Bezirkstagsdelegierten bei Klug, Danziger Str. 7. 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Sonnabend, den 1. März, 8 Uhr, wichtige Fraktionsfißung mit der Kommunalen Rommission und den Bürgerbepu tierten, Rathaus Mariendorf, Rimmer 26. Sozialistisch- wissenschaftlicher Diskussionsabend für Beamte. Nächste Sigung am Sonnabend, den 1. März, 8 Uhr, Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Thema: Die Entstehung des Mehrwerts." 94. Abt. Gonnabend abends 7% Uhr Funktionärßigung bei Günther, Schillespromenade 11. Frauenveranstaltung am Freitag, den 29. Februar: 2. Kreis Tiergarten. 7 Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3, Funktio närinnenßigung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 19. Areis Bankow. Am 25. Februar ist unser Genoffe Adalbert Meigner nach schwerer langer Krankheit im Alter von 23 Jahren verstorben. Die Ein äicherung findet Sonnabend. den 1. März, nad mittags 3½ Uhr, im Krema torium Gerichtstraße statt. Die Genossen werden um zahlreiche Boteiligung an der Bestattung gebeten. DOTÁ 2 PL. RADIO 2 PL. Die neuen Preise: blau.... 3 Pf. grün... 3 Pf. rot..... 4 lila..... 5„ gelb... 12 4" weiß... 6 6" Dota. 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Königgrätzer Str. 7.30 Uhr: Sommernachtstraum Komödienhaus 8: Jolandas letztes Abenteuer Berliner Theater 7.30 U: Das Weib im Purpur Th.i.Admiralspalası Allabendlich 73 U.: Drunter u drüber Stg 31 U. bei ki Pr: Ein Walzertraum Deutsch.Opernhaus -Goldstücfwettbewerb St Volksbühne 7 Konig Hunger Lessing- Th. 1 Uhr: Peer Gynt Sonnab. bis Montag 1 Was ihr wollt Deut. Künstler- Th. Allabendi 7: Señora Richtige Lösung: 1. GOLDSTUCK 2. EDELSTECK 3. MEISTERSTUCK 4.URSTUCK 5.NONNE( N) STUCK Das Preisrichterkollegium hat wie folgt entschieden: 11. PREIS: Hans Reifer, Schriftft., München, Tengste.3.3/ 0 2.PREIS: Dr. R. Eubow, Regierungs- Medizinaleat, Berlin W.30, Elfenacherfte. 101 GRUPPE B( durch Los) 1. PREIS: Sr. Ch. Mogge Wwe, Zierenberg, Gerichtsstr. 2. PREIS: Heinr. Mack, Frankfurt a. M., Rudolffte. 10, II 3. PREIS: Frau G. Jeye, Halenfee, Westfälischefte.59 4. BIS 12. PREIS Schichtm. Paul Roßmann, Gleiwit 0.-Sl., An d. Glefw. Grube 10, Wilh. Steinbrink, Erfurt, Löbering 47.* Julius Schüßler Glatt bach b. Aschaffenburg.* Domingo Mahenauer, Hotelportier, Bonn, Am Sof 12, II.* Frau Johanna Hawor, Breslau VIL, Gabitzjte. 48. IV. Rob. Hilgers, Pfaffendorf Bez.Koblenz, Emjeeste. 53, L. paul Relum, stud. elektr., Stuttgart, Holerstr. 20. II.* 8. Stehmans Delingen Almt Säckingen, Bad.* 0.Schulze, Berlin- Fried..Ohrenbacherstr.30.4. GRUPPE A 4. BIS 12. PREIS Paul Graßegger, Nürnberg, Gellertstraße 1, II. Fefebrich Englert, Frankfurt a. M., Wiefenfte. 53, III. Juftiginfpekt. Paul Hübschmann, Königsbrück f. G., Auenweg.* Wilh. Siebenlift, Ingenieur, Heining Poft Schalding i. Niederbayern.* Frau Lina Koplin, Berlin- Nieder Khönhausen. Eichenste. 42, III.* Fritz Oplauer, Köln am Rhein, Rot gerberbach 12/ 14.* Dr. M. Rehburg, Berlin- Neuköln 4, Friedelftr. 3, 11. B.PREIS:.Steinbuch, Eugen Diepold, Amberg.* Julius Bitfche. München, Türkenstr. 97. Die von einigen Bewerbern beigefügten Barbeträge und Postwertzeichen für Rickporto im Werte von insgesamt 6m. 568.- haben wir der Rentnerhilfe Hanau a. M. überwiesen. Mit Rücksicht auf die ganz gewaltige Beteiligung aus allen Landesteilen haben wir uns entschlossen, noch hundert Trostpreise zu verteilen. Die Preisträger derfelben find von uns unmittelbar verständigt worden. Ulm a. D., Löfflerstr.6. STUCK AG WEINBRENNEREIEN/ LIKORFABRIKEN HANAU/ BERLIN/ KOLN im Theater Vorst.im Zyki.zum Große Volksoper des Westens Bestend.Volksspeis 7 U.: Tannhäuser Maria e ca, Geflieh Strack, 7%, Uhr: Ein Maskenball ZBtimayr, pilcker Intimes Theater 8: Der Hinduprinz Der Schrei u w. Menes Operetten- Th. Täglich 7% Uhr: Pr.- Süddeutsche Klassen- Lotterie 102 000 Gewinne im Gesamtbetrage von über Metropol- Theater Die Guido Thielscher 19 Millionen Mark Uhr: Opereite v. Kolio verfagle Neues Theat. a. Zoo 7 Uhr: LILLY FLOHR in Nacht Meine Tochter Otto Schwant t. 3 Att. v. FranzArnold u.ErnstBach. Else Back- Claire Rommer- Sibyl Smolewa Neues Volkstheat. Camilla Spira Tony Tetzlaff 8 Uhr Der Grai Marlow von Luxemburg Thalia- Theater Helnr.ch Leo Peukert- Berthold Relig. Ph U. Prasquita Thalia- Theater 7 Kam:-S. Jadiowker, Martha Serak Theater.d.Kommandantenstr Das Radiomädel von Paul Wener Wallner- Theater 749 U Mad. Pharao Gorina, Leux, Illing, Lautner, Ritter Lustspielhaus 8 Uhr. Der Held des Westerlandes Trianon- Theater Tägi. 8 Uhr Die nackte Tänzerin Lustsp. v. K. Lothar Residenz Theat. Tagl. 8 Uhr: Androklus u. der Löwe von Bernn. Shaw 8U Kleines Th. Devisen Komod. v L.Schmidt Falkenstein, Limburg Central- Theater Alte Jakobstr. 3. Tagl.& Uhr: Die Novität: Der dumme August Operette in 3 Akter Romische Oper Ana endlich 71/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Rose- Theater 18 Unr D. Glücksmädel Casino- Th. 8 U. Der neue Schlager Die Mali vom Steinhof 8 U. Theater 8 U Folies Caprice Rund umd Wedding Schmasow, Res. 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