Abendausgabe Nr. 104 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 52 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreffe find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Wocesse: Sozialdemokrat Berlin 511 7 Goldpfennig 70 Milliarden Sonnabend 1. März 1924 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag und Angetgenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin Sm. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands d Statis dou do sti Ludendorff„ der Rührende", Selbst die„ Kreuzzeitung" gibt ihn preis.- Vernehmung des Hauptmanns Röhm. Die Angeklagten im Münchener Hochverratsprozeß haben| macht und jeden generalsmäßig als undeutsch" und„ vater| Staatstommissar Weißmann. Es fizt übrigens heute noch in der es gut. Ludendorff hat es am besten. Man hat den General gestern eine vierstündige Rede halten laffen. Mit Fragen hat man ihn nicht belästigt. Die Rede, auf 50 Seiten mit Maschine geschrieben, war zweifellos Ludendorffs eigenes Geistesprodukt. Sie ist ein, wenn auch geschmeicheltes Selbstporträt. Sie ist das Bekenntnis eines Offiziers, der sich auf die Politik geworfen hat und sie mit militärisch furzgeschorenem Berstande angreift, eines Mannes, der sich auf fremdes Gebiet begeben hat und nun nicht mehr weiß, ob er ein Männchen oder ein Weibchen ist. Ludendorff versteht etwas von Strategie, wieviel darüber treiten die Fachgelehrten. In der Politik ist er ein Esel oon Gottes Gnaden. Eine Eselei war die Unterjchägung Ameritas, eine Eselei war das Eintreten für Eroberungsziele in einem Krieg, der höchstens durch ein Bunder als Verteidigungskrieg gewonnen werden konnte, eine Efelei war seine Flucht nach Schweden, eine Eselei war feine Rolle im Rapp- Butsch, eine Efelei war feine Rolle im Hitler- Butsch, eine Eselei war auch seine gestrige Rede. Ludendorff hat gegen den Hochperrat Kahrs am Reich. gegen die Meuterei Lossoms fchärfste Anflage erhoben. Aber mit diesen Hochverrätern an der Reichseinheit, diesen Meuterern wollte er den Bürgerkrieg entfeffeln und gegen die Reichshauptstadt marschieren. Wie erklärt er diesen haar sträubenden Widerspruch? Er fagt, er fei der Meinung ge wesen, Kahr und Loffow wollten ihren Hochverrat und ihre Meuterei adeln durch eine deutsche Tat". Da eben, wo Begriffe fehlen, da stellt zur rechten Zeit bas Bort, deutsch" sich ein! Welche Gewähr hatte sich Ludendorff dafür verschafft, daß bie„ beutsche Tat" glückte und daß das Unternehmen, felbft wenn es erfolgreich war, in feinem Sinn, nicht in dem der bayerischen Reichszertrümmerer fich entwickelte? Weber nach der einen noch nach der anderen Richtung hatte er sich eigene Gedanken gemacht. Er taperte einfach in den Butsch hinein, weil ihn die ihm zugedachte Rolle eines Be fehlshabers der nationalen Armee" schmeichelte. Und nun figt er wie das Kind im Dred! Ludendorff war für die Schwarzweißroten, mas Rupprecht für die Blauweiken ist. Er war der legte Einfah im Spiel. Wenn der Sieg gewonnen war, follte er selber als Bopanz für das gläubige Bolt im Triumph hervorgeholt werden. Aber bis dahin sollte er sich zurückhalten. Er sollte nichts riskieren, sich nicht kompromittieren, sein Ansehen nicht aufs Spiel setzen. Der schlaue Wittelsbacher hat sich denn auch vorsichtig im Hintergrund gehalten. Er schickte Rahr vor, den Statt halter der Monarchie." Ludendorff trat plump und täppisch por feinen Statthalter, den Statthalter der Militär. bittatur, Hitler, und blamierte sich bis über die Ohren. Diese Blamage haben ihm die Rahr und Losso w zuge fügt, indem sie es unterließen, ihn rechtzeitig zu warnen, und barüber ungeheure But bei den Schwarzweißroten. Ludendorff ist futsch! Das sieht sogar die Kreuzzeitung" ein. Sie gibt ihn preis, indem sie sich aus München u. a. folgendes telegraphieren läßt: landslos" heruntergeschnauzt, der seine„ findlich- rührende Unbeholfenheit" auf diesem Gebiet nicht für den Ausfluß höchster Weisheit nahm. Die Bahn der Ludendorff- Politik führte weit von Tannenberg weg zur kläglichen Waffenstillftandsbitte, zum Zusammenbruch des Kaiserreichs, über den Rapp- Butsch in den Hitler- Putsch. Ist Ludendorff ein militärisches Genie? Die Frage ist von geringer Bedeutung, da wir augenblicklich an militärischen Genies feinen Bedarf haben. Aber ganz gewiß ist er, das bestätigt sogar die Kreuzzeitung", ein politischer Idiot. Und Idioten von der Politik fernzuhalten, in der sie nur entsegliches Unheil anrichten können, ist nicht auch das nationale Pflicht"?! Das Berliner Zentrumsblatt, die Germania", weist die Angriffe, die Ludendorff gegen den Ratholizismus richtete, aufs schärfste zurück, indem sie schreibt: Es überrascht uns nicht im geringsten, in der Melodei des Generals Ludendorff die bekannten Klänge von den Absplitterungsbestrebungen des 3entrums und der internationalen Verschwörung gegen den Bestand des Deutschen Reiches vernehmbar durchflingen zu hören, aber es ist doch ein startes Stüd, wenn Ludendorff die Führer des fatholischen Boltsteils, der in der vordersten Reihe der bedrohten Gebiete für das Deutschtum tämpft und der feit fünf Jahren, und besonders start seit einem Jahre, die Hauptlaften des von Ludendorff verlorenen Krieges tragen muß, befchuldigt, auf die Zerstörung des Deutschen Reiches hinzuarbeiten. Und es ist, rund herausgefagt, eine Unverschämtheit, den Reichskanzler Marg sozusagen als Bollstrecker Dortenfcher Pläne anzufchwärzen. Solch grobe Beschimpfungen aus dem Munde eines Mannes, der selbst so viel dazu beigetragen hat, das Gefüge des Reiches zu lodern, und der in Wirklich feit die stille Hoffnung unserer Feinde ist, kann sich der katholische Boltsteil feineswegs ruhig gefallen lassen. Sie verdienen ent schiebene Zurüdweisung. Der große Patriot entpuppte sich in München als der typische Vertreter jenes engffirnigen offelbisch- proteftantischen Preußentums, dem jeder Blick für die wahren Lebensbedürfnisse Deutschlands fehlt und dessen ausgeprägtester Wesenszug ein tiefer Ratholitenhaß ist Die„ Germania" schließt mit der Frage: Und das Ganze? Feldherrngeist oder Feldwebelnatur? Der Leser mag entscheiden!" BS. München, den 1. März 1924. Kurz vor 9 Uhr wurde die Sigung eröffnet und zunächst die Bernehmung des Obersten bei der Reichswehr, Egel, beschlossen, der befunden soll, daß General Lossow nach Berlin zu marschieren bereit war. Dann wurde der Angeklagte Hauptmann a. D. Röhm, Führer der Reichsfriegsflagge" vernommen. Er erflärt: Ich verstehe noch immer nicht, daß ich mich verteidigen muß wegen meines Verhaltens, das für mich als Offizier felbstverständlich ! Ich bin aus Infanterieregiment 10 hervorgegangen, das Sr. Majestät dem König besonders verpflichtet ist, und ich halte mich noch heute an meinen König an meinen Eid gebunden! Der General Ludendorff hat in seinem Leben lange Zeit Im Felde bin ich dreimal verwundet worden. Ich gehörte noch im wesentlich anderes zu tun gehabt, als sich um politischettober 18 zu den unbelehrbaren Beuten, die fest an den Sieg Fragen zu fümmern. Er hatte an den Schuh der Grenzen feines Baterlandes zu denken,... Wirklich, fie sind ihm völlig neu, die Wege, die wir ihn gehen fehen. Was tommen mußte, geschieht. Ueberall stolpert er noch in die Schlinge feiner Weltfremdhelt, feiner Unkennntis des politischen Kampfes. glaubten. In München forderte mich ein Feldwebel auf, die schwarzweißrobe Rofarbe abzulegen. Das tat ich nicht und habe auch die neue Kokarde in der Reichswehr nicht getragen. Die Entbindung vom Eide gegenüber dem König habe ich nie anerkannt. Gegenattionen gegen die Revolution waren 1918 noch nicht zu machen und man riet an den maßgebenden Stellen bavon ab. Ich kam dann als Nachrichtenoffizier zur 12. Bayerischen Division zurüd, deren neuer Führer in Worten über die Majestäten sprach, daß die Offiziere ihn ablehnten. Schönfeldtstraße 7( wo sich bekanntlich das Wehrtreistommando be findet) ein Herr, der solche Berichte nach Berlin fchidt, ob ist. Ich kam dann zum Stabe der 7. Division in München. In dieser wohl General Lossow ausdrücklich aufmerksam gemacht worden Stellung fam ich mit Dr. Weber in Berührung und gründete dann auf Antrag des Hauptmanns Heiß eine Ortsgruppe der Reichsflagge" in München, von der ich wußte, daß sie ein Bindeglied zwischen den Verbänden und Reichswehr und Landespolizei bilden würde. Ich richtete mein Hauptaugenmerk darauf, Angehörige der Reichswehr in die„ Reichsflagge" zu bringen. Alle Führer der Reichswehr waren bei den Veranstaltungen der„ Reichsflagge" zu Gaft, so daß sich ein ziemlich enges Freundschaftsverhältnis entwickelte. Besonders die Mannschaften haben uns die Treue bewahrt, während die Offiziere diese Beziehungen gewissermaßen wie eine Teilnahme an Wohltätigkeitsveranstaltungen betrachteten: Man geht hin, gibt guf aus und geht dann wieder weg, um sich feine Unannehmlichkeiten zu machen. Ich habe auch sonst meine Erfahrungen mit den Offizieren gemacht. Ich habe es 3. B. nicht verstanden, wie das ganze Offizierkorps damals ohne weiteres die Meuterei eines Generals billigen fonnte. Ich habe den Offizieren erklärt, daß ich die Bereidigung der 7. Division auf Bayern niemals mitgemacht hätte, aber merkwürdigerweise haben alle Offiziere fie mitgemacht. Auf der anderen Geite haben sie es aber auch fertiggebracht, am 8. November gegen ihre alten Rameraden mit der Waffe vorzugehen. Es ist heute noch bei der Reichswehr ein Oberleutnant Braun von der 2. Kompagnie Infanterieregiment 19, von bem Leutnant Cadella von der Reichstriegsflagge" in der Sterbestunde gesagt hat, daß er, von ihm zur Rede gestellt, warum die Reichswehr auf die Berbände schieße, erklärt hat:" Das geht mich gar nichts an, wenn die Reichsfriegsflagge" zwei Tote hat. Ich bin Soldat, dafür werbe ich bezahlt."( Große Unruhe und Bewegung im Zuhörer raum.) " Abschied genommen habe, weil es ihm nicht paßte, als RomHauptmann Röhm schildert weiter, wie er schließlich seinen pagniechef nach Bayreuth zu gehen, wie er dann aber auf Anraten Cossows sein Abschiedsgefuch wieder zurüdgenommen habe. Inzwischen jedoch hätte schon jemand aus dem Wehrkreisfommando die Tatsache seines Gesuches nach Berlin gemeldea, worauf telegraphisch von Geßler die Abschieds. bewilligung eingetroffen fei. Coffow habe diese Verabschiedung aber nicht anerkannt und als später Reichswehrminifter Geßler nach München gekommen fei, wäre der Abschied wieder zurüdgezogen worden. Einige Monate später wurde Röhm zum Reichswehrministerium nach Berlin versezt, trat aber diesen Posten nicht mehr an, weil er endgültig seinen Abschied nahm, und zwar aus dem Grunde, weil er, wie er erklärt hatte, eine Tätigkeit in der Reichswehr nach seinem Willen für unmöglich hielt, weil ihm eine Er. mannung der Truppen nicht durchführbar erschien. Er sei der alleinige Kommandeur des rein militärischen Verbandes Reichstriegsflagge" gewesen. Voraussetzung zum Eintritt war für alle Angehörigen unbedingter Gehorsam und deswegen sei es auch ausgeschlossen, daß irgendein Unterführer zur Verant wortung gezogen werden könne, wie es jetzt der Fall sei. Die vaterländifchen Berbände waren Vereine, wie Kegel- oder Schützenverein.2, aber sonst völlig unbrauchbar. Dagegen war es für den fleinen Berband der Reichstriegsflagge" fehr ehrenvoll, daß am 9. November gegen ihn im Wehrkreiskommando zwei InfanterieBataillone, ein Pionier- Bataillon, eine halbe Artillerie- Abteilung, eine halbe Minenwerfer- Kompagnie und acht Panzerwagen aufge. boten wurden. Um 8. November abends veranstaltete denn die Reichstriegsflagge" im Löwenbräufeller eine Bersammlung, in der ursprünglich Hitler sprechen sollte. Daß die Angehörigen damals in der Verband den Auftrag hatte, in der Deffentlichkeit immer in Uniform erschienen, erklärt der Angeklagte für felbstverständlich, weil Uniform aufzutreten. Seinem Temperament entsprechend habe er natürlich " Sein Gesicht, das für die Welt so lange von steinerner Sicher heit war, hat sich verändert dabei. Man kann es heute gequält, fann es faft findisch- hoffnungsvoll, fann es unsicher sehen.... Rein, es war fein zweites Tannenberg. Es war ein Stück einfachen Schicksals. Wir sehen den hochgewachsenen Mann mit dem deutlich geadelten Haupte, zuweilen recht trampfhaft um Wirkungen ringen, die zu erzielen ihm unerläßlich schienen. Und es möch'e dem Zuhörer die schwere, umständliche politische Be gründung erscheinen, bie der General feiner Schilderung der No- Herr Eisner erschossen war, was ich und der ganze zu erreichen, feien aber vergeblich gewefen. Auf der Komman vembervorgänge voransekte. Freilich, es ist manches wahr darin. Wie bei diesem Manne, wie er da vor dem Richtertisch die Hornbrille auf der gewölbten Stirn hin- und herschiett, wie er die Hände unruhig ineinanderfügt, wie bei diesem Manne eine faft rührende Unsicherheit zuweilen von jäh aufbligendem Selbstbewußtsein des großen könnens abgelöst wird, das will mit ernsten Augen gesehen sein. Die Stimme tippt ihm weg, wenn er auf die Katastrophe der Novembererhebung zu sprechen tommt. Das ist doch in der Sache genau dasselbe, was hier mit etwas weniger höflichen Worten gesagt worden ist. Der Mann mag von Schlachtenschlagen un'ertwegen mehr verstehen als jeder andere( auch das wird bekanntlich bestritten), aber in ber Politit ift er ein Efel Ludendorff hat sich aber nie auf das Schlachtenschlagen beschränkt. Er hat im Krieg und nach dem Krieg Politit geIn Ingolstadt, wohin ich dann verseht wurde, beschloß ich. den Kampf gegen die Revolution aufzunehmen. Meine Einstellung zur Monarchie fand bei dem Soldatentat volles Berständnis. 3ch fuhr am 20. Februar 1919 nach München, tam aber nur bis Enzig, da an diesem Tage gerade Zug freudig begrüßten. In der Begrüßungsrede zur Tat aufgerufen. Plötzlich sei dann die Mitteilung von der Ausrufung der neuen Regierung gekommen, die ungeheuren Beifall hervor. gerufen habe. Um der neuen Regierung zu huldgen, habe man beschlossen, zum Bürgerbräufeller zu marschieren. Unterwegs sei dann jedoch der Befehl gefommen, in das Wehrtreistommando einzurüden. Dort sei der Reichstriegsflagge" von der Wache der Eintritt zunächst verwehrt worden, erst der Offizier vom Dienst habe Befehl gegeben, den Bertand einzulassen. Alle Versuche, Lossow bantur, wo Röhn ihn suchte, habe man ihm den Einlaß verwehrt, Der Angeklagte schildert dann weiter, wie er zu dem Freiforps Epp was ihm, dem Angeklagten, auffiel. Am Wehrtreistommando gekommen sei und mit diesem den Vormarsch auf München mitgefland dann die„ Reichstriegsflagge" gemeinsam mit der Reichswehr macht habe. Er sei dann als Generalstabsoffizier zum Stadttomman- Poften. Die Mehrzahl der Reichswehroffiziere habe auch im Rome banten von München, Oberstleutnant Herrgott, gekommen. Seine mando weiter bren normalen Denft verrichtet. Für Lossow und Seißer seien zwei Ehrentompagnien von der Tätigkeit sei eine dreifache gewesen: Die Auflösung der nationalen Berbände, die Aufstellung des Wehrregiments Reichstriegsflagge" aufgestellt worden, aber nicht in Tätigkeit geund die Errichtung der Einwohnerwehr München Nachdem treten, ba beide Herren nicht famen. Herrgott durch Seißer erfekt worden war, trat Röhm von seiner Stellung als Genera ftabsoffizier zurüd. Ueber feine weitere Tä'igteit im Freikorps Epp will fich der Angeklagte in nichtöffentlicher Sigung äußern. Er bekundet bann weiter, wie er mit der bater ländischer Bewegung" in Berbindung gekommen sei. Er trat der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei bei und gründete in München den Nationalverband Deutscher Offiziere Jch trennte mich dann von Epp auf Grund gewiffer soziatt emokratischer Berichte von Auer und anderen Leuten an den Genossen Ebert, an Geßler und auch an den Abzug mit militärischen Ehren... Die Berteidigung des Wehrtreistommandos war von mir angeordnet, als die Tanks heranrückten. Ein Befehl General Ludendorffs lag nicht vor, aber es war selbstverständlich, daß ich das Gebäude hielt, nachdem mir das von Ludendorff befohlen war. Da fam General v. Epp zu mir und erklärte, es sei doch unmög lich, daß ich auf die Reichswehr etwa schießen ließe. Ich sagte hm, haß ich das auch gor nicht wolle, da es meinem ganzen TMP -inden widerstrebe, gegen die Reichswehr zu kämpfen. Jjch habe vsholb auch den Aufmarsch der Reichswehr nicht gestört, obwohl ch, da meine Frort mit Maschinengewehren gespickt war, im Ernst all nicht einen Mann hätte entkommen lassen brauchen. Bei dem 5 euer, das ich abgrben konnte, wäre kein Schwanz davongekommen. sDie Wehrhaftmachung des Volkes besteht nach Ansicht dieser Lands- knechte also darin, den letzten Schwanz der Reichswehr wegzuschießen! Red.) Oberstleutnant Hoffmann kam dagegen mit ganz anderen Nach- richten. Er sagte zu mir: Was wollen Sie denn, es ist ja alles erreicht. Serlin ist eine neue Negierung mit Geeckt unö Minoux ausgerufen. vas war mir neu und so machte ich ein« zweistündige Waffenruhe aus und begab mich zu General o. Danner. der seinerseits mit General v. Epp verhandelte. Während ich bei dem General war, erachte Oberstleutnant Hoffmann die Meldung, daß Ludendorss gefallen sei. Der Schlag traf mich so furchtbar, daß ich sofort zu meiner Gruppe zurückeilte, wo ich hört«, daß während der Waffenruhe zwei meiner Leute erschossen worden seien. Dann sandte mir General Danner einen Parlamentär, der die Uebergabe von uns fordert«, auf der anderen Seit« aber uns einen Abzug mit allen mililärischen Ehren zusicherte. Die Waffen sollten an die Landespolizei abgegeben werden. Trotz der Waffenruhe war inzwischen auch die Reichswehr in den Hof eingedrungen und hatte dort Position gefaßt. Ich sah das Nutzlos« eines Kampfes ein, verabschiedete mich von allen meinen Leuten und ließ die Waffen abgeben. Ich selbst stellte mich General v. D a n n e r zur Verfügung, der zu mir eine s« h r u n» schöne Bemerkung machte. Dann zog die„Reichskriegsflagge" unter Führung des Leutnants Oswald ab. Vors.: Sie sollen noch in der Nacht sichere Nachrichten ge- habt haben, daß v. Lossow von der neuen Regie rung ab» gefallen sei. Ist Ihnen dies« Nachricht nicht durch Leutnant Roß mann zugekommen? A n g e k l.: Ich wollt« den Namen dieses tüchtigen sungen Offizier» nicht nennen, da er aber nun bekannt ist, kann ich nur zustimmen. Staatsonw. E h a r d t: Aus den Darstellungen des Ange- klagten geht eine deutlich abfällige Kritik an der Reichs» wehr hervor. Cs ist nicht meine Aufgabe, die Reichswehr in Schutz zu nehmen. Ich möchte aber darauf verweisen, daß Exz. Ludendorff gestern selbst der Reichswehr volles Lob und Anerkennung gezollt hat, obwohl gerade Exz. Ludcndorff das Recht hälte, auf die Reichswehr ärgerlich zu sein. Nach den Dar- stellungen Exz. Ludendorffs erübrigt sich doch die Kritik des An- ge klonten. A n g« k l. Hauptm. R ö h m: Ich Hab« hier einig« Reichs- wehroffiziere so zeichnen müssen, wie sie in Wirklichkeit aussehen. Nachtübungen mit Lossow. IustUrat Schramm: Herr Hauptmann Röhm, Sie haben doch mit Zhrcn Leuten viele Nachtübungen veranstaltet. Ist es richtig, daß Sie zu einer liebung in der Nacht vom g. zum 10. Exzellenz Lossow eingeladen hatten? Angek!. Röhm: Das ist richtig. Iustizrat Schramm: Was nun Ihre Kapitulation vor der Reichswehr anbetrifft, ist es denn möglich gewesen, daß Sie sich anders als durch Verhandlungen von ihrem Gegner los- lösten? Hauptmann Röhm: Natürlich ging das nur auf dem Derhaitdlungswege. Ich konnte doch nicht einfach sagen: So jetzt gehen wir heim. Ich möchte übrigens hier noch nochtragen, daß die uns zugesicherten mililärischen Ehren nicht bewilligt worden sind. Der Vertreter des Generals von Danner, Leutnant Braun, hat sich geradezu skandalös benommen. Iustizrat Schramm: Hat dieser Herr nicht verlangt, daß Ihnen die E�auletten abgerissen werden? Hauptmann Röhm(mit sehr leiser Stimm«: Das hat er getan. R.-A. R o d« r: Ist Ihnen bekannt, Herr Hauptmann, daß Lcfsow schon End« Oktober den Wunsch geäußert hat, daß er durch die Verbände den Absprung zum Marsch nach Verlln finden möchte? A n g« k l.: Das ist sicherlich richtig. Lossow hat sich schon Ende Oktober in zahlreichen Besprechungen dafür mit Feuer und Flamme eingesetzt. Nach einer Pause wurde der Führer des National- sozialistischen Regiments München, Oberleutnant a. D. Brückner, vernommen. Er bekundete, daß er seit jener Zeit mit Haß gegen die Verbrecher erfüllt sei, die Deutschland zugrunde gerichtet hätten, als er K u r t E i s n e r in einer Wahlred« in Augsburg in zynischer Weise habe erzählen hören, wie Revolutionen in München gemacht würden. Er hat dann auch die„Befreiung Münchens" mitgemacht, war in der Einwohnerwehr tätig und war Anhänger Hitlers, als des Mannes, der nach seiner Ansicht allein Deutschlands Rettung bringen könne. Von den Besprechungen am 8. und S. November weiß der Angeklagte. nichts. Er hat nur von Hauptmann D ö h r i n g g«- hört, daß Kohr, Lossow und Seißer gewillt seien, nach Berlin zu marschieren. Am 8. November erhielt er den Befehl, zu einer Versammlung in den LöwenbräukeKer zu rücken. wenn er befohlen habe, daß dazu die Handfeuerwaffen unlergcschnalll wcrdey soll.cn. so habe er es nur getan, um e.walge kollüionen zu vcrmeid-m!! Es ist nicbt richtm. so erklärt« Brückner, daß wir die Unkerosfiziere des Pionier-Valaillons noch besonders nach dem Löwenbräutcller hingezogen haben. Sie waren|0«iiigestellt, daß sie von selbst kamen, und sie waren dann so begeistert über di« neu« Regierung, daß sie sofort den„Plcitegeier" von der Mütze rissrn und ihn zertraten. Wenn sie ihn später wieder aufgesteckt haben, so schadet das nichts. Lossow hat ja auch bei der Vereidigung der Division gesagt:„Wir mafchieren unter Schwarz-weiß-rot". Als dann aber einige Truppen die fchwar weißrole Kokarde ansteckten, mußten sie sie am nächsten Tag aus v-fehl Lossows wieder ab- nehmen und wieder den.vlestegeier" anstecken. Vors. sunterbrechend): Sie könnnen dafür wohl einen an- deren Ausdruck wählen. Ein technischer Ausdruck ist das doch sicher nicht. A n g e k l.: Ich weiß halt keinen anderen Ausdruck. Brückner schildert dann weiter, wie er zum Dürgerbräukeller be- fohlen wurde, wo er sich bei Hitler und Döhrung meldete. Er habe nicht den Eindruck aehabt. daß Kahr. Lossow und Seißer ihr Wort gebrochen hätten. Vielmehr glaubt« er, es gehe olles tadellos, denn alle Offiziers und Fähnriche der Reichswehr hätten ihm das gleiche «zählt. (Fortsetzung im Morgenblatt.) �luers Hochverrat". Wir teilten vor einigen Tagen mit, daß gegen Genossen Auer von der bayerischen Justiz ein Ermittlungsverfahren«in- gelestet worden ist, well er von dem bevorstehenden Hitler» Putsch Kenntnis erhalten und es verabsäumt haben sollte, die Be- Hörden zu benachrichtigen. Wie sich nunmehr herausstellt, hatte das Gericht es darauf abgesehen, von Auer den Nomen des Offi- ziers zu erfahren, der ihn am 8. November unter Hinweis auf das Hitler-Unternehmen gewarnt hatte. Da Genosse Auer es ablehnt«, seinen Gewährsmann der völkischen Feme auszusetzen, leitet das Gericht gegen ihn das Zeuaniszwangsverfahren ein. Der steckbriaf'ich verfolgte, in München, Sendlinger Tor 13, wohnende Putschier Ehrhardt ist der bayerischen Justiz unauf- findbar. Auf einen Mann jedoch, der es nicht mit se'nem Gewissen vereinbaren kann, den Führer der bayerischen Sozialdemokraten wie Erzberger und Rathenau ans Messer der Putschisten zu liefern, wird dagegen die Menschenjagd eröffneti Echt bayerisch. Erwerbslosenunterftützung für Säuern! Wo bleibt die deutschnationale Entrüstung? Bor kurzem gefiel sich die gesamte deutschnationale Presse — einschsteßlich der Stinnesorgane— darin, Entrüstung über angeblichen Mißbrauch der Erwerbslosen« f ü r s o r g e zugunsten von Gcwerkschaftsangesiellten zu mar- lieren. An einzelnen Orten hatten, wie erinnerlich, auch solche Gewerkschastsbeamte, die infolge der durch die Inflation verursachten Schwächung der Arbeiterverbände selbst arbeits- los geworden waren, Erwerbslo'en- oder Kurzarbeiterunter- stützung bezogen. Darob wurde ein großes Geschrei erhoben. Wie auf Kommando heulte die Presse der Schwerindustrie und der Großargarier los. Und die selbst kümmerlich be- zahlten Journalisten mußten wie Höllenhunde über jene Pro- letarier herfallen, die, plötzlich aus ihrem Beruf entlassen, sich gezwungen sahen, von den Papierfetzen der Erwerbslosen. unterstußung wenigstens das nackte Leben zu fristen. Nun fällt uns aber ein Rundschreiben des preußischen Wohlfahets» Ministers in die Hand, das die Nummer III 3R Nr. LOA. trägt und in dem zu lesen steht: Die mir bisher vorgelegten Sonlrollberlchke haben gezeigt, daß mit der Erwerbslosen-ürsorge in verschiedenen Gegenden sehr starker Mißbrauch getrieben wird. Insbesondere ist dies festzustellen in Kreisen mit landwirtschaftlicher Bevölkerung. Es haben sich De- fitzer von Land und einer Anzahl Großvieh nicht gescheut, ine Er- werbsloseufürsorge in Anspruch zu nehmen. Vielfach beziehen Ge- werbclreibende unberechtigte rweise Fürsorge. Zunächst: Wir sind weit davon entfernt, in Bausch und Bogen zu verdammen. Es lassen sich sehr wohl Fälle denken, wo durch die Stagnation der Wirtschaft auch Klein- dauern und Kleingewerbetreibende in so starke Bedrängnis geraten, daß schon aus sozialen Erwägungen ihnen geholfen werden muß, und zwar nicht aus der Armenkasse, die ihnen erst das letzte Stück Wirtschastsgerät wegnimmt, bevor sie selbst leistet, sondern aus anderen Fonds, die der Ausrecht- erbaltung der Arbeits- und Wirtschaftskraft dienen sollen. Das trifft für die Erwerbslosenfürsorge zu, trotzdem die Bedin» gungen schon außerordentlich eng gezogen sind. Aber: Wenn schon Kleinbauern und Gewerbetreibende Unterstützung in Anspruch nehmen müssen, well sie nicht mehr aus noch ein wissen, um viel mehr trifft das nicht zu bei den gering bezahlten Gewerkschaftsbeamten, die während der Jnflationsperiod« vielfach dem Verhungern nahe gebracht wurden, weil die Kassen chrer Berbände zeitweilig vollkommen leer waren! Wo bleibt die moralische Entrüstung, die in der deutsch- national-stinnesischen Presse ob der Gewerkschaftler über- schäumte, angesichts des durch amtliche Dokumente belegten M i ß b r a u ch s der Erwerbslofenfürforge durch Bauern und Handwerksmeister in ländlichen Bezrken? Wir werden suchen, aber wir sind sicher, setzt nichts von solcher Entrüstung zu finden, daß vielmehr im Blätter- wald von Stinnes bis Hugenberg nur ein betretenes Schweigen herrschen wird! De? Neichspräsiüent in Mannheim. Besprechung mit den Pfälzer«. Karlsruhe, 1. März.(MTV.) Der Reichspräsident ist in Begleitung des Reichsw-: hrministers Dr. Gehler, des badischen Gesandten in Berlin, Dr. Nies« und des Staatssckretärs Dr. Muß- ncr heute vormittag zum Besuche der b a d i s ch« n Staats- regierung hier eingetroffen. Im Laufe des Vormittags fanden Desprechunzcn mit dem badischen Staatsmmisterium über die all- gemeine Lage statt. Um 2 Uhr reist dcr Rcichsprästdent mit den badischen Ministern nach Mannheim zur Teilnahme an den dort stattfindenden Besprechungen mit den Vertretern der pfälzischen Bevölkerung und der am Abend stattfindenden Psalzkund- gebung. Wie Mtb. mitteilt, befinden sich auch der Reichswirtschasismi- nister unk» der Minister für die besetzen Gebiete in Mannheim. Weiter werden erwartet der bayerisch« Ministerpräsident Dr. v o n Ä n i l l i n g und Innenminister S ch w e y e r. Seürückungen in Pirmasens. Vtrmafens. 1. März.(MTB.) Ja der D-völkerung herrscht große Eregung darüber, daß die von der französischen Besatzung�- behörde bisher verhafteten zahlreichen Pirmasenser Dür- ger im Gefänrnis nicht wie Untersuchungszes�..gene, sondern wie Verbrecher behandelt werden. Die Verheifttten. darunter Rech�srat Stempel und Müller und Bezirksamimann Dr. Go'its. müssen fett ungefähr 14 Tagen auf Holzpritschen schlafen. Bei den Verhören wurde anfangs immer wieder versucht, Beweise dafür zu erlangen, daß die Pirmasenser Ereignisse vom 12 und 13. Januar von rechlsrheinischen nationalistischc« Kreisen organisiert worden seien. Di« Separatisten Schwaab junior, Stretz und Tbuet begleiten di« französische Gendarmerie bei den V:r- /lrbeitersmhling. Von Emil Rath Es weht ein lauer Wind. Nur di« Krähen schnarren noch winterlich. Und nun stehen die drei an der Ecke und spähen die schlechtge pflasterte Straße entlang. Fast schnurgerade geht sie bis hinten zu der Brücke mit den hochgeschwungenen grauen eisernen Bogen. Die Mutter hat das Kleinste auf dem Arm und schattet mit der Hand ein wenig di« Augen gegen das bliche Sonnenlicht: gleichsam wie aus einer Versenkung quillt bei der Brücke Mensch um Mensch hervor. Wie aus einem Trichter strömen sk daher, werden zu einem breiten Strom, der die Straße mit(einer Masse und seinem Rhythmus erfüllt. Und nun:„Hans, der Baterl" Der Achtjährige, der mit for» schendem Auge die Spuren des zwischen den Pflastersteinen hocken- den Mooses verfolgt hat, richtet sich auf— und die kleinen Bein« stürmen dahin, wagen ihn d:m Vater entgegen. Der hat ihn lchon längst gesehen und schwingt zum Gruße die blau« Kaffeekanne, daß es hin und wieder wie aus einem Spiegel herübcrblitzt. Dann steht er bei ihnen. Seine Hand ist nicht so kalt wie sonst, er küßt feine Frau— auf offener Straße— wen kümmert dos?—, und wie er die Kleine. auf den Arm nimmt, kräht sie munter los und zeust feinen struppigen Bart. Hans springt wie ein junges Fohlen voran, und die Mutter schiebt behutsam ihren Arm unter den des Vaters. Vom Himmel geht ein wunderliches Glänzen aus, ein opali- fierendes. Blau, das ins Grünlich: spielt. Und die blattlosen Bäume xtichnen sich scharf in der klaren Luft ab. „Du" sagt er plötzlich und hebt den Finger ein wenig— weil er den Arm nicht aus dem ihren herausziehen will,„sich mal, eine Knospe!" Ihr Blick folgt der angedeuteten Richtung.„Wirklich! Es wird nun doch bald Frühling!" Sie schaut ihn an.„Ach, wie gut, daß nun die Tage länger werden. Du gehst bei Tage fort und kommst vor Dämmerung wieder, und wir sparen Licht. Und geheizt habe ich heute auch schon nicht mehr..." Er dreht ein klein wenig den Kops:„Wird es nachts nicht zu kalt sein für Ilse?" Zärtlich reibt er seine Wang« an dem blassen Gesichtchen der Kleinen, und sie kichert. Die Frau zuckt die Achseln.„Dann muß ich sie zu mir ins Bett nehmen. Du weißt ja. wie teuer di« Kohl«» sind. Er nickt nur, und ein Weilchen gehen sie schweigend. Sie denkt an irgend etwas, das sie beklommen macht. Er grübett nach und merkt nicht auf ihr Schweigen. Eine Katze läuft behende über den Weg und bleibt lüstern vor einem Baum« stehen. Ihr Blick geht sehnsüchtig hinauf zu einer Drosiel. die sich dort oben sonnt. Dcr Mann stößt seine Frau ein klein wenig an:„Du, die Kastel" Sie hört nichts. Er sieht sie an.„Frieda!" Sie schrickt zusammen. Sie seufzt.„Was ist dir?" fragt er be- sorgt. Ein« kleine blanke Träne hüpft herab. Er preßt ihren Arm fester an sich.„Was ist dir, sog?" Da blickt sie scheu die Straße hinunter, als dürfe niemand es hören: Sie flüstert, och. sie haucht«s leise hin:„Wir sind im nächsten Jahr-- fünsl" Des Mannes Blick wird hart. Wie schwer Ist es nicht schon, sich bei diesem kargen Lohn zu viert durchs Leben zu schlagen. Und nun gar fünf! Er schüttelt verzweifelt den Kops. Ihr Auge hängt am Horizont, wo der Sonne oberer Rand karmesinrot über dem dunklen Felde sttht. Seine Getanken eilen der Gegenwart mit mächtigem Schritte voraus. Unwille ballt sein Herz zusammen. Soll er Sklave seiner Kinder sein? Nur schaffen und rackern, daß wachsen, daß sie gedeihen? Sich nicht eine Atempause gönnen? ur scknisten bis der Rücken krumm, das Haar grau ist? Es bricht wie wildes Stöhnen aus seiner Brust. Aber wem soll er zürnen? Dem Schicksal? Ach, es ist der Große Krummme, um den man nicht herumkommt, an dem man sich wund stößt, wenn man es dennoch versucht. Wo blieb die Schicke mit ihrer Weisheit:„In betner Brust sind deines Schicksals Sterne?" In der Brust war es sinster. Die Sterne wollten n:cht leuchten. Seine Füße waren schwer. Er geht wortlos. Noch zwei-, dreihundert Schritt«— kann ist er daheim. Daheim? Wieder wühlt in ihm der bitter« Groll. Daheim! Daheim, wo er nur Rast hatte wie ein Fisch, der an die Oberfläche kommt, um Luft zu schöpfen. Seine Frau sieht erschrocken sein finsteres Gesicht.„Du," sagt sie zart,„es ist ja nicht so schlimm! Ich habe ja noch die Wäsche von Ilse! Und wenn es ein Lunge ist, ziehe ich«in blaues Bändchen durch Mütz« und Hemd—" sie wächst sichtlich hinein in diesen Ge- danken,—„es wird canz bestimmt ein Junge! Dos fühle ich!" Da muß er lächeln. Ein kleiner Lichtschein fällt in sein Herz und enizünhet die leuchtenden Sterne: Wie klein ist doch der Mann! Sorot um Geld und tausend ander»: Dinge, Beq emlichketten, und die Frau, die Mutter wird, denkt nicht der kommenden Schmerzen, denkt groß und uneigennützig an dos neu« Sein, dem st« doch nur M.ttel zum Zweck ist! Das Blau des Himmels ist tiefer geworden. Auch droben flimmern schon erste Sterne, gerade über ihrem Dach-. Di« Lust ist schon wcicker, gelinder geworden. Da schlurtt er seinen Arm ganz um sie und sagt herzhaft:„Es wird doch Frühling!" Germanin. Bitte, keine Verwechsiungen: Cs handelt sich hier weder um Thusnelda noch um Frau Mulle, die heldenhaft« Schützerin ihres zaghafteren Gatten, noch sonst um ein blendhaariges Femininum. Nicht die Germanin, sondern das Germanin(mit Lanoiin-Aeeent auf der letzten Silbe!) ist Gegenstand dieser Zeilen. Das Germanin also bedeutet«in chemisches Präparat, und zwar ein ernsthaftes.(Gegen weitere Verwechslungen: Es berührt sich nicht mit�icm mythischen Germanenserum, das der Verfasser dieser Zeilen einmal vorschlug um jüdisch« Blutbeimischungen bei scheinbar reinrassigen Ariern feststellen zu können.) Germanin ist ein wirklich existierendes Erzeugnis der Clberfelder Farbwerk« vorm. Bayer, wenn es als solches auch bisher den weniger hochtönenden Namen »Bayer 206" trägt. Bayer 206 ist ein medizinisches Präparat und gilt als das wirk- samfte, vielleicht einzig« Mittel gegen di« Schlafkrankheit, di« grctz« Landstrecken im tropischen Afrika entvölkert. Dieses Mittel allein könntt der Entvölkerung EinHast tun, und hierauf gründet Herr Forstrat E s ch e r i ch ein von der„Deutschen Tageszeitung" stürmisch bejubeltes nationales Projekt, das selbst die Schaffung seiner Orgesch in den Schatten st.llt. Teil I des Projekts lautet: Bayer 206 soll künftig Germanin heißen. Gar nich! übel, wird der Leser sagen. Führen wir der Mitwest nur recht deutlich vor Augen, daß wir Deutschen nicht di« ver- lästerten Barbaren sind, zu denen uns ein« feind ich« Kriegspropa- ganda stempeln wollte, daß insbesondere von den Früchten der beut- schcn Wissenschaft di« ganz« Wett zehrt. Ach ja, wenn es das wäre... Ab«r nun kommt Teil III des Projekt» Escherich-„D«u(che Tageszeitung": Dos volltönende Ger- manin soll nicht di« woh tttti-e Relle spielen, wie bisher das klang- lose Bayer 206. Nicht di« Menschen soll es heilen, sondern den Menschen vorenthalten werden. Wie etwa dem Kind, dasein- schlechte Weihnachts'ensur heimbringt, seine verwirkte Bcseherung zur Schärfung des Schmerzes vox die Nase gehalten wird,«he di« Mutter sie im Schranke einschließt:„Das alles hättest du bekommen, wenn du artiger gewesen wärest." So grinsen wir jetzt den efrika. nischen Kolonialmäch'en zu:„Habt ihr uns die Kolonien wegge- nommen, so mögt ihr allein mit der Schlafkrankheit fertig wtrdenl" Diese national« Rache kann zwar Millionen Menschen das Lebe» kosten, aber was gehen uns dies« Nigger an? Di« größte Kulturreklom« für Deutschland hätte Germoni» werden können. Naionalistische Idiott« macht«s zur giganttschstev Roheit-reklame, die je die Welt gesehen Hai. Be'gisch« Deportationen, nordfranzösische Zerstörungen, Lusitania und MIß Cavell sind Kinder- spiel dagegen. Germanin hätte bedeuten können:„Deutsche Wissen- schafft rettet ganze Bö ker vom Tode."— So aber steht Eerman'n in der Weltgeschichte als Symbol«herner Fühllosigkeit: Deutsche Wissenschaft läßt, das Rettungsmitlel in der Hand, ungerührt Millionen Menschen hinsiechen. Hätte jemand«ine Prämie ausgesetzt, wie man den Begriff Germanen zum Ekel und Abscheu der Menschheit machen könnle, — Forstrat Estherich und di«„Deutsche Tageszeitung" hätten sie mit ihrem Germonln-Projekt verdient. Mich von Lindenhecken. Eine epochale Nadloerflndung Marconls? Marconi erklärt« in einem Londoner Interview, daß er ein« Methode erfunden habe, drahtlos auf kleinen Radios zu sprechen. Dies bedeutet, daß d'e Wellen in gerader Linie von Sratiott zu S'otton gehen und nicht aus gefangen werden können, also nur von Hörern innerho b ihre« Radios. Dies würde«in« Revoluticnienmg des droht'osen Verkehr, herbeiführen, indem sowohl Geheimhaltung der Nachrichten, wie auch größere Schnelligkeit der Uebertragung herbei» g.führt und eine wesentliche Herabsetzung der Kosten erzielt werden könnt«. Erstavlftihninzea her Dache. Sonnt. Echloßpark-Tbeater- „Die Ballerina de» flänigSV— Dienst. Neues volkstbeater: .ttinotönimn*.— Donnerst. Luftspielbau«(Die Truppe):.De, LiebeSlrantt.-- Residenzibeater:.Di« junge Well-.— Freit Over am Königsplatz:.Die verkausie Braut".— Ton«. X tz. t. tz Königgrätzer Stratze:»Senn der neu« Dein blüht". haftungen. Uebelberüchigte Leute, die früher die deutschen Gefäng nisse bevölkerten und während der Separatistenherrschaft mit Duldung ber Befagungsbehörde sich alle Echandtaten ungestraft erlauben Durften, bestimmen jeßt darüber, we che angefehenen Bürger von Birmasens zu verhaf'en sind. In den letzten Tagen wurden verhaftet: Landrat Wagner, Bauoberinspektor Altendorf, Steueroberinspektor Eisemann, Oberinspektor Riccel, Sämtliche Berhafteten Find Leiter städtischer Bureaus, fo haß die Führung der itädischen Berwaltung unmöglich geworden ist. Es scheint, daß die Franzofen eine neue Ratastrophe provozieren wollen. Die belgische Krise. Bandervelde über die Lösung der Reparationsfrage. Paris, 1. März.( TU) Das Journal" sagt eine Beendigung Ber belgischen Kabinetiskrise für tommenden Montag voraus. Der Rönig hat gestern noch eine Reihe von Politikern empfangen. Um 23 Uhr nachmittags startete ihm der Führer der belgischen sozia ästischen Partei, die die Regierung gestürzt hat, Ban bervelde, einen Besuch ab. Die Unterredung dauerte 1% Stunden. Bander. selde soll dem König die Auflösung des Parlaments und Die Ausschreitung von Neuwahlen, aus denen nach allgemeiner Auf affung die Sozialisten siegreich hervorgehen würden, angeraten jaben. Die Besprechungen zur Lösung der Kabinetsfrise werden jeute for gefegt Einige Mitglieder des zurückgetretenen Rabinetts sü.ften in die neue Regierung eintreten. Der frühere Außenminister Jaspar und der frühere Kolonialminister Frand haben jedoch hren Entschluß mitgeteilt, der Regierung fernzublciben. In Paris serfolgt man die Entwid.ung der belgischen Krise mit gespannter Aufmerksamkeit. Ein neuerlicher Zusammenschluß der Ka'ho iten und Dec liberalen Partei würde als die beste Lösung begrüßt werden. Dagegen löst die eventuelle Uebernahme des Rabinetts durch die Sozialisten wegen der befannten Einstellung Banderveldes zum Ruhrproblem begreifliche Unruhe aus. Auch in Brüsseler industriellen Rreifen zeigt man sich von der Perspektive eines sozialistischen Rabiactts feineswegs erbaut. Man erinnert daran, daß Bandervelde einer der verantwortlichen Urheber des achtstündigen Arbeitstages sei, der dem belgischen Transitverfehr großen Schaden zufüge Undererseits wird daran erinnert, daß Bandervelde 1920 als Bremier. minister sich der Beförderung von Munition von Antwerpen nach Bolen auf das äußerste widersetzt habe. Der Sonderberichterstatter des„ Matin" macht Angaben über eine lange Unterredung, die ihm Bandervelde gestern nach mit'ag gewährt hat. Der belgische Sozialistenführer sagte dem Rorrespondenten:„ Ich bitte Sie, eindringlich zu erklären, daß feine belgische Polilit eine Spike regen Frankreich, unserem großen Ver. bündeten im Weltkriege, haben kann. Während des Krieges trat ich zunächst als Staatsminister und später als Verwaltungsminister für die For fetzung des Krieges bis zum äußersten ein. Als 1917 bie Frage eines Sonderfriedens auftauchte, habe ich erflärt, daß wir nur mit einem besiegten Deutschland verhandeln könnten. Diese Haltung sollte man nicht verkennen unter dem Vorwande, daß meine fozialistischen Freunde sämtlicher Länder und ich die Ruhrbe. jehung nicht gutgebeißen habe. Ich erinnere Sie an unsere Entschließungen in Paris und Frenffurt a. M. Wir haben niemals zugestanden, daß Frankreich und Belgien auf die redtmäßigen Reparationszahlungen verzichten sollen. Unsere Beschlüsse in dieser Hinficht sind durchaus unzweideutia. In dem Aurenblide, wo die interalliierten und amerikanischen Sachverständigen einen allgemei nen Plan zur Bezahlung der Reparationen vorbe reiten und in fämtlichen Ländern eine Bewegung zugunsten dieses Panes einfegt, erinnere ich daran, daß wir belgischen Sozialisten, tie nichts mit den Remmunisten zu tun haben, bereit fird, an dieser all emeinen Verständigung uns zu beteiligen, zu der mein ausge zeichneter Freund Ramsay Macdonald mit allen seinen Kräften bei zutragen verfuchte." Die Bedeutung der belgischen Krife. London, 1. März.( WTB.) Der diplomatische Berichterstatter des„ Daily Telegraph" fchreibt, die internationale Bedeu tung der Minister? rise in Belgien fönne aus dem Raum ermessen werden, den die Bariser Bresse ihr gewidmet habe, wo fie offen als die ernsteste Hemmung angesehen werde, die die Ruhrpolitit Boincarés bisher erfahren habe. Aber ganz abgesehen von der Ruhrbesetzung fönne man mit Sicherheit annehmen, daß, welches Rabinett auch immer auf das von Theunis folge, es weniger geneigt sein merde, weiter der Führung Frankreichs in der Reparations fommission oder in den Sachverständigenausschüssen zu folgen. Der Berichterstatter meint deshalb, es würde gut sein, wenn die Bedeu tung der belgischen Stimme bei allen alliierten Zusammenfünften in britischen Streisen flar erfaßt würde, und wenn eine etwaige Schwenfung der belgischen Boi'it in naher Zukunft nicht im voraus ent mutigt werden würde durch Mangel an Entgegenkommen, Die Landaufteilung in Litauen. Kowno, 1. März.( DE.) Seit Einführung der Agrarreform find bis zum 1. Januar 1923 insgesamt 44 268 Sjettar Band vermessen worden, von denen 36 897 Sjeftar zur Enteignung bestimmt waren. Im Jahre 1923 follten 100 000 Heftar aufgeteilt werden, info ge langfamen Ferischreitens der Bermessungsarbeiten gelangten aber nur 73 235 Hettar zur Aufteilung. Im Jahre 1924 follen 130 000 hektar aufgeteilt werden. Das enteicnete Land ist an Kleinbauern, Landlose, ehemalige Heeresangehörige und Handwerker vergeben worden. Russische Forderung an England. Mostau, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Vertreter der Sowjetregierung in London, Rafomiti, ist in Mostau eingetroffen. Er wird erst nach London zurückkehren, wenn die Richtlinien der russischen Mitglieder für die gemischte englisch- ruffische Rommission fertiggestellt sind. Bei seiner Ankunft erklärte er Breffe ver'retern, scheinbar als Erwiderung auf die letzte Rede Macdonalds, baß die Sowjetregierung zur Erlangung der Anerkennung durch England feinerlei Verpflichtungen übernommen habe. Die Aner fennung sei bedingungslos und vollständig erfolgt Niemand erhebe in England jetzt noch Einwände gegen die russische Gegerforderung, die sich auf die gegenseitigen Schulden und sonstigen Verpflichtungen beziehen. Allerdings sei eine Regelung der ruffischen Berpflichtungen nur mög'ich, wenn man der Sowjet- Union eine materielle Hilfe nicht nur in Form von Waren, sondern auch von Gelb mitteln zur Verfügung stelle. Neuer Tendenzprozeß in Kiew. In den nächsten Tagen beginnt in Riem ein vor langer Hand Dorbereiteter Prozeß gegen eine Anzahl von Professoren, Schrift stellern usw., benen eine angebliche Verschwörung gegen die Sowjet regierung zur Last gelegt wird. Der Prozeß ist nach dem Muster des Mostauer Brozeffes gegen die Sozialrevolutionäre inszeniert. Lod spizzel spielen nach dem Muster der Brozesse aus der Zarenzeit auch in biefem Prozeß eine Hauptrolle. Wie uns aus Riem mitgeteilt wird, broht einem Teil der Angeklagten die Todesstrafe. Rohl. Herr Reinhold Kohlhardt, der am Donnerstag unmittelbar nach der Stresemann- Rede im Reichstage von der Tribüne herab einen Backen Flugblätter in den Sigungssaal warf und dozu rief: Justizverbrecher in Berlin!", ist zu anständig, um nach berüchtigtem Muster Stinkbomben zu werfen, war aber doch noch nicht flug genug. Ter Borfall hat gar feire besondere Bedeutung ist etwa genau so zu beurteilen, als ob irgendein Dummtopf und Binchopath an dieser Stelle gebrüllt hätte: Hitler lebe hoch! Bez ich nend ist er aber für die Art, wie noch immer viele aufgeregte Leute glauben. fich Gehör nerschaffen zu können in thiem Kampfe gegen vermeintlich begangenes Unrecht Früher warfen solche Seelengepeinigten dem jezigen Er- Kaifer oder feiner Borgängern eine Bittschrift in den Wagen Die Bitschrift warderte, vom Adreffaten ungelesen, an irgendeinen Minist. r, der fühne Werfer wurde grund. fäßlich von der Polizei festgenommen und in einer ganzen Anzahi pen Fällen, völlig unberechtigt, nach der Itrenanstalt abge. fchoben. Andere überschwemmten die Behörden mit Brieffluten, die von absichtlichen Beleidigungen und Drohungen stroßten, weil die Absender sich einbildeten, auf diese Weise eine Wiederaufrollung ihres Streitfalles im Wege des Strafverfahrens ertrogen zu fönnen. Sie famen häufig genug als fogenannte gemeingefährliche Queru fanten ebenfalls nach dem Irrenhause. wenn nicht die B.hörde so vernünftig war, derartige erfahrungsgemäß nicht ernstzunehmende Ergüsie stillschweigend zu der Aften zu legen. Noch andere ließen gedruckte Anschuldigungen los mit so viel Kohl, daß man nach wenigen Blicken sah. wie es mit dem Anfläger stand Halb der alten und halb einen neuen Weg beschritt Herr Reinhold Kohlhardt Er wohnt in Berlin, firmiert unter dem hochtönenden Namer Uranus- Berlag" und bezeichnet sich seit vielen Jahren als Phreno loge und Physiognomifer Sein geschäftliches Schlagwort ist Du bist erkannt! Deine Kopfform zeigt mir deine Begabung und deinen Charakter!" Unter diesem Aushängeschild verspricht er mit einem Quentchen erhorchter Wahrheit aus wissenschaftlich durch gebildeten Köpfen und sehr viel Dichtung aus der vierten Dimension das Blaue vom Himmel herunter über Talente und Zukunft und hat von Leichtgläubigen oder Neugierigen einen Zulauf wie die be. fannten alten Weibfen, die in Kaffeefa3, Eidotter und Kartenlegen machen“. Und ausgerechnet diefem großen Menschenkenner" mußte es passieren, daß er in einer Straffache an der Begabung einer Richter scheiterte und sich den Wohltatsparagraphen 51 bes Strafgesetzbuches anhängen ließ! Tausende sind glücklich, den Kopf aus der Schlinge zu haben. In Herrn Kohlhardt wurmt es unaufhürlich nach. Er hat an sich selbst nicht das Talent entdeckt, burch folchen dunklen Lebenspunkt, der unter Umständen eine ganz ungefährliche Episode fein kann, einen Strich zu machen, und verstieg sich deshalb zu dem Reichstagintermezzo, das mehr tragikomisch als tragisch wirkt. Ab durch das zweite Zimmer! Ein alter Schwindlerfrid in neuer Aufmachung. In raffinierter und leider aud) erfolgreicher Weise wurde eine Berliner Dame von einem angeblichen Auffäufer um wertvolle Brillantringe geprellt, trotzdem sie sich, durch mancheriet Vortommnisse der Cegien Zeit gewarnt, zwei Herren zum Schuß und zur Beobachtung mitgenommen hatte. In einem vornehmen Hotel in der Gegend des Anhalter Bahnhofes stieg ein Fremder ab und wählte nach längerem Aussuchen zwei nebeneinanderliegende, durch eine Tür verbunden, aber auch beide vom Flur zugängliche Zimmer, eins für sich und seine Frau und eins für feinen iDiener. Auf dem Medezettel nannte er sich Jad Smith merchant hull. Waterstreet England. Eimge Tage nach dem Zuzug der Gäste erfuhr eine hiesige Dame durch einen ihr bekannten Mann, daß der Eng.änter Schmucksachen faufe. Der Mann empfahl ihr, ihn aufzufudyn, weil sie angezeigt hatte, daß fie zwei Brillantringe zu vertaufen beabsichtige. Sie begab sich daraufhin abends nach dem Hotel und nahm zwei Begleiter mit. Der Liener empfing fie, führte alle brei in das eine Zimmer und holte dann Mister Smith aus dem Nebenzimirer herbei. Dieser sah sich die Ringe und ihre Steine genauer an, Befidytigung burd) einen Fachmann. Er beauftragte den Diener, auferte die Absicht, fie zu faufen, wünschte aber erst noch eine aus einem benachbarten Hotel seinen Freund herbeizurufen, der Sachverständiger sei und die Schmud achen abschätzen solle. Während der Diener unterwegs war, ging Mister Emith in fein Zimmer zurüd, fam aber nach einer Weile wieder heraus und bat tie Dame, ihm auf einen Augenblid die Ringe zu über laffen, damit er fie feiner ertranften Fron grinen fönne. Die Dame und ihre Beale ter warteten geraume Zeit, hörten nichts mehr und schöpften endlich Verdacht, als auch der Diener nicht wiederkam. ezt fancen sie das Rebenzimmer eer, Weister Smith und seine Frau waren mit den Ringen durch die Flurtür verschwunden. Es ergab sich, daß die Gäste auch die Hote rechnung nicht bezahlt haben. Der Bermittler, der der Dame die Adresse der Käufer angab, ist ein etwa 30 Jahre alter Mann mit langem rofen Haar, ter in den Krei en der Schlepper und Schieber im Westen Berlins gut befannt sein soll. Mister Smith ist etwa ebenso alt und mittelgroß und hat ein schmales Geficht. Der„ Diener" zäht etwa 28 Jahre und ist groß und hager. Mitilungen an die Dienststelle B. 2 1a. im Polizeipräsidium. Einbruchsdiebstähle in fommunistische Bureaus. In die den Kommunisten gehörenden Räume in der Rofenthaler Straße 38, Friedrichstr. 224 und in der Münzstr 24 sind Einbrüche verübt und eine große Anzahl wertnoller Gegenstände gestohlen worden. Diese Einbrüche berühren um jo merkwürdiger, als seiner zeit die Räume, nachdem sie von der Abteilung IA aefchloffen waren, ganz unter den Schuh der Schukpolizei gestellt morden waren. Jetzt, als sie mit ihrem Inhalt den Inhabern wieder übergeben werden follten, stellte sich heraus, daß mehrere Türen erbrochen worden sind. Auch aus Behältnissen waren Schlösser herausgebrochen und der Inha't durchwühlt. Besonders ist in der Rosenthaler Straße nicht nur in den Zimmern des ersten und zweiten Stodes, fondern auch im Keller gestohlen worden. Handtücher, Tischdecken, Fenstervorhänge, Schreibzeua, Telephonapparate, elektrische Lampen und he zapparate u'm. Mit der Auffärung der aufsehenerregenden Einbrüche, die auch dem Polizeipräsidenten gemeldet wurden, ist die Kriminalpolizei beauftragt worden. Mitteilungen, die vertraulich behandelt werden, nimmt Krimina fommissar Galzow im Zimmer 88 des Polizeipräsidiums, Hausanruf 115 und 407, entgegen. Unterstützungsvereinigung. Borland und Ausschuß der Unterstügungsvereinigung des Bereins Arbeiterpreffe haben sich in ihrer lezten Sigung eingebend mit dem Ausbau der Unterstüßungsvereinigung für die Ueber gangsmonate bis zur Verschmelzung beschäftigt. Zum Januar fonnte die Verfchmelzung nicht durchgeführt werden, da die Bor arbeiten doch langwieriger find, als in Anésicht genommen. Borstand und Ausschuß haben beschlossen, den Beitrag für den Monat Februar auf 6 M. festzusehen und ab 1. März 8 M. monatlich zu erheben. Damit fommen wir zu unseren alten Vorfriegsbeiträgen, die notwendig sind, um unseren Rentenberechtigten fo fchnell wie möglich erhöhte Unterfirkungen goblen zu förnen. Im März follen an die Witwe 18 M., an den Invaliden 27 M. gezahlt werden, die fich im April auf 25 M. und 35 M. erhöhen. Der Borstand wird dann prüfen, ob es für die kommenden Monate möglich ist, die bollen Unterstütungefäte bon 50 m. an die Witwe und 75 M. an den Invaliden zur Auszahlung zu bringen. Vora! 15 M. an den jetzung dafür ist, daß unsere Mitglieder die Beitäge pinttii 3 a hlen damit uns die nötigen Mittel zur Verfügung steten, denn irgendwelche Rüdlagen sind für die Kasie nicht vorbanten. Wir bitten auch uniere Vertrauenel ute sehr dringend die Gelder der Hauptlaife fofort zu aufübren, damit die Schwierig feiteiten der Kaffe nicht unnötig bergrößert werten. Für den Verein Arbeiterpresse wurde der Beiyag auf 2 M. vierteljährlich festgefeßt. Hungerlohn und Arbeitszeit ohne Ende. -O Es stand ein Inferat in der Zeitung Stenotypistin verlangt!" und dann die Adresse. Ich war morgens um 9 Uhr dort. Bor der Tür stant schon ein anderes junges Mädchen. Wir traten ein. Tas Bureau war ein tienes schmales Zimmer mit zwei Tischen, zwei Schreibmaschinen und unendlich vielen Bildern an der Wand. Es war nur ein Stuhi norhanden und darauf saß ein Angestellter. Er fagte, wir möchten ciner Augenblic warten der Herr" täme gleich Und wir warteter stehend da ja nur der eine besetzte Stuhl ba war. Es mochte mohl eine Dreiviertelstunde ver gangen sein, und wir waren inzwischen schon 10 Stenotypistinnen geworden, die auf den Herrn" warteten Da nahm der Angestellte den Hörer und furbelte ein paarmal: Gnädige Frau, ist Ihr Ferr Gemahl schon fcrt? na ja, weil die Damen hier schon warten. Inzwischen hatte ein Arbeiter aus der Werkstatt zwei Schemel getrecht Da fonnter ja nun nicht 10, aber doch 2 von uns fiter. Es mochte noch% Stunde vorbei sein und der Herr" tam Gehpelz und mit einem einen Hund an der Leine Zuerst fragte er. ob eine von den Damen eine zweite Sprache spreche. Es war niemand ba Dann las er sich alle Zeugnisse durch, fragte nach allem Möglichen und schließlich auch nach dem Minimun. Gehalt: es wurden 100. 90. 80 m verlangt, am häufigsten 80 M. Ein junges Mädchen fragte er, ob es gern arbeite. es gäbe nämli Moenchen, denen Arbeit ein Bedürfnis sei, und solche, denen Arbrit eine Last sei, und die letzteren scien wertlose Menschen. Er bestellte viele Damen zwischen 12 und 1 Uhr noch einmal hin. Um% 1 Uhr waren immer noch Damen vom ersten Male da. Der arme„ Herr" fagte nur zu einem jungen Mädchen:„ Also Fräulein, wir geben 50 m. Gehelt, doch müßten sie auch die Bervielfältigungsmaschine betienen. Sind Sie damit einverstanden?" Und da sie nicht gleich antwortete:„ fo bitte überlegen Sie es sich einen Moment". Ee fragte nach der Arbeitszeit. Er schien majlos erstaunt:„ ArbeitsBeit? Wir fangen morgens an und hören abends auf, wie wir Arbeit haben." Da kiingelte das Telephon, und er fagte nach dem Gespräch:„ Also meine Tamen, wir sind nämlich im Aufbau begriffen und engagieren jetzt die zweite Dame. Eben hat eine Dame angerufen, die mit den Bedingungen einverstanden ist, ich dante Ihnen." Bir aber dankten auch, sowoh! für solchen Herrn als auch für seine Bedingungen, für seine Arbeits. zeit ohne Ende bei seinem Hungerlohn. Die Wohnungsnot. Noch einer Auslastung des Direktors Bild vom Berliner städtischen Zentralwohnungsamt waren zu Beginn des laufenden Jahres 223 197 wohnungsuchende Familien in die Listen eingetragen. Von den Berliner Woh nungsämtern wurden den eingetragenen Wohnungsuchenden 41 152 Wohnungen im Jahre 1921, rund 40 000 im Jahre 1922 und rund 32.000 im Jahre 1923 nachgewiesen. Außerdem sind durch Um: bauten, Dachausbauten und 3wangsabtrennun Direktor nen 20 434 Wohnungen gewonnen worden. Wild will mit diesen Rahlen den Nachweis führen. daß die viel an gegriffenen Wohnungsämter anerkennenswert Positives leisten unb im gegenwärtigen Zeitounft ihre Aufhebung unübersehbare, fateftrophale Folgen nach sich ziehen würde. Die Niederlage Breitenfträfers am geftrigen Abend im Sporipelast ist durch Versehen der Gegerei unter die Rubrit Arbeitersport" geraten. Unsere Leser haben dieses Versehen wohl fchon flber berichtigt. Zu dem Kampf felbst ist noch mitzuteilen, bat. weil Breitenfträter bei 9" nicht mehr mit den Händen den daß Breitensträters Manager offiziell beim Schiedsgericht Einpruch gegen die Entscheidung des Ringrichters erhoben Boden berührt haben soll. Der zweite Eingang zum Untergrundbahnhof Hausvog eiplah an der Martgrafenstraße wird, indem die Hochbahngesellschaft einem allgemeinen Berlangen der beteiligten Geschäftstreife Rech nung trägt, vom Montag, den 3. März, ab merftags von 7 1hr morgens bis 8 Uhr abends für den Berkehr geöffnet gehalten. Ein Fahrkartenverkauf fann allercings an diesem Eingang nicht ein gerichtet werden. Die zugehenden Fahrgäste müssen daher mit Fahrfarten versehen sein. find, an einem gründlichen russischenbrechturius teilzunehmen, Russischer Sprachunterricht. Genossen oder deren Kinder, die gewilt wollen fich bis zum 1. März schrütih oder mündlich beim Genossen Carl Marmulla, Streliver Straße 43, Aufa. III oder am Dienstag, den 4., und Freitag, den 7. März, abends 7%, Ubr, in der Schule Gipsstr. 23 melden. Theater der Woche. Rroll- Oper: 2., 5. und 10. Madame Bom 2. bis 10. März 1921. Boltsbühne: 2. bis 4. und 10. Rönig Sunger. 5. bis 7. und 9. Don Carlos. 8. Die Fahrt nach Orplib. Opernhaus: 2. Mona Lisa. 8. Fidelio. 4. Der fliegende Solländer. 5. Don Giovanni. 6. Boheme. 7. Ariadne. 8. Rigoletto. Butterfin. 3. und 9. Fledermaus. 4. Baffenfchmied. 6. Cicchi, alte und neue 9. Margarete. 10. Cavalleria. Bajazzi. Tänze: Rote Blume. 7.( Reu einstudiert) Die verkaufte Braut. 8. Die luftigen Weiber von Windsor. So auspielhaus: 2., 5. und 9. Possenabend. 8. und 7. Candiba. 4. und 8. Biel Lärm um nichts. 6. Die Journalisten. 10. Maria Schiller- Theater: 2. Journalisten. 8., 4., 6., 8. und 9. Peer Gynt. 5. Nora. 7. Rabale und Liebe. Deutsches Theater: Dantons Tod. Rammerfpicle: 2., 3., 5., 7. unb 9. Der Nebbich. 4., 6., 8. und 10. Ingeborg. Leffing- Theater: 2., 3., 5., 6., 8. bis 10. Was ihr wollt. 4. und 7. Beer Gnnt. Theater in der Königgräher Straße: 2. bis 7. Gommernachts Deutsches Opernhaus: traum. 8. bis 10. Wenn der neue Bein blüht. Magdalene. 6. Tosca. 9. Carmen. 10. Mignon. Großes Schauspielhaus: Boccaccio. 2. und 7. Die Zauberföie. 3. und 8. 1001 Nacht. 4. Die Boheme. 5. Lohengrin. Große Bolksover im Reues Bolls- Theater: Der Graf von Luxemburg. Theater bes Bestens: 2. Carmen. 3. Die verkaufte Braut. 4. Ein Mastenbell. 5. Gamfon und Dalila. 6. und 9. Boris Godunow. 7. Lohengrin. 8. Die Fledermaus. 10. Rofalinde. Renaiffane Theater: Revolutionshochzeit. Die Tribüne: Mister Bim will nicht stören. Deutsches Künstler- Theater: Genova. Komödienhus: Jolandas letztes Abenteuer. Berliner Theater: Das Beib im Purpur. Trianon Theater: Die nadte Tänzerin. Resibenz Theater: Androtlus und der Löwe. Rentral- Theater: Der dumme Auguft. Theater in bez Rommandantenstraße: Das Radiomädel. Intimes Theater: Der Sindupring. Der Schrei. Der Diwan. Ner. Schlaue Jaromir. Romische Oper: Die Welt ohne Schleier. Sufispielhaus: 2. bis 5. Vorlesungen: Karl Kraus. Ab 6. Der Liebestran?. Metropol Theater: Marietta. Renes Thalia- Theater: Frasquita. Dveretten- Th ster: Die vertante Nacht. Theater am Rokenborfplak: Zwei und Eine. Therter am Kurfürstendamm: Wera Mirzoma. Alrin's Theater: Devisen. Wallner- Theater: Madame Balhalle- Theater: Barieté- Borstellung. Rose- Theater: 2. Das Bharas. Ab 3. Goldschmieds Töchterlein. Kafins- Theater: Die Mali nom Steinhof. Renes Th ale: am Ros: Meine Tochter Otto. Schlakvart. Theater Steglik: 1. bis 9. Die Ballerina des Königs. 10. Einfame Menschen. Folies Caprice: Rund um den Wedding. Theater im Abmiralspalaft: Drunter und briber. Apeks- Theater: Bol? und Krone. Bollsbühne: 2. Figaros Bodzett. Rachmittagsverftellungen. Glüdsmädel. 177 9. Und das Licht scheinet in der Finsternis. Schiller- Theater: 2. Nora. 5. Maria Shart. Deutsches Theater: 9. Frühlings Erwachen. Kammer. fpiele: 9. Die deutschen Kleinftädter. Leifing- Theater: 2.. und 9. Der Biber vels. Großes Sdauspielhaus: 2. Minna von Barnhelm.- Deutsches Runtlet Theater: 2. und 3. Bürger Grippel. Berliner Theater: 2. Fra Diavolo. 9. Figaros Sochzeit. Trianon Theater: 2. und 9. Seimat. Resibens- Theater: 2. und 9. Stein unter Steinen. RentralTheater: 2. Der Sittenberger. Reues Operetten- Theater: 2. und 9. Der Feufche Bebemann. Kleines Theater: Refe- Theater: 8. Greewittchen. 9. Das Glüldsmäbel. Schloßpart Theater Steglig: 9. Mar und Morig. Theater am Admiralspelaft: 2 und 9. Ein Balzertraum. Gewerkschaftsbewegung Vergewaltigung des Tarifrechts. oder Betriebsabteilungen an den ersten fünf Wochen- waltung, daß fie fich reftios in ben Dienst der raschen Auf tagen eine Mehrarbeit von täglich einer Stunde zu leisten. Für klärung ihrer Kollegen und der Deffentlichkeit über diese Entdiese Mehrarbeit wird ein 3 uchlag von 10 Broz. bezahlt. Alle wicklung stellen. weitere Mehrarbeit gilt als ueberarbeit im Sinne des§ 2 des Tarifvertrages. Rommt über die Mehrarbeit eine Berständigung nicht zu stanbe, so entscheiden die Tarifiaftanzen. Indessen ist die Dom Arbeitgeber geforderts Mehrarbeit zu leisten. me Arun Bersuchte Tarifverschlechterungen. Der Zwang zu Wirtschaftskämpfen. Infolge eines Schiedsspruchs ist ein neuer wirtschaftlicher oßtampf entfesselt worden. In Hamburg, Kiel, Bremen Ded, Restod, Bremerhaven, Osterho.3, Schwaneved, Wilheimsn und Flensburg haben die Werften die Arbeiter ausperrt, weil diese nach der gefeßlich festgelegten Arbeitszeit von Stunden tie Arbeitsstätte verließen. Die Arbeiter weigerten fich esfalls, Ueberstunden zu machen, soweit fie notwendig sind. Sie en aber ab, daß die regelmäßige Arbeitszeit, entgegen den en Bestimmungen der Arbeitszeitverordnung, statt acht neun nben betragen soll. Auch dieser Schiedsspruch ist vom Reichsso eitsministerium für verbindlich erklärt worden. Diese Berbindlichkeitserklärung wie der Schiedsspruch überpt ist ein Standal, der die Politik des Reichsarbeitsministers tiebrigt zu einer Handlanger politit für rebellifche harfmacher. Diesem Sajiedsspruch, ist nämlich ein anderer rausgegangen, der am 18. Dezember gefällt und am 2. Januar fr verbindlich erklärt worden ist. Die Werftbefizer weigerten fich doch den Schiedsspruch anzunehmen, auch nachdem ihre Rage om Samburger Landgericht abgewicfen worden ist. In der Foige jaben sich die Bertreter der Arbeiterschaft geweigert, an Berhand fungen teilzunehmen, solange die Unternehmer den Schiedsspruch sem 18. Dezember nicht erfüllt haben. Troßdem wurde der ervähnte Schiedsspruch gefällt und prompt für verbindlich erklärt. Er ift sozusagen eine Prämie auf Auflehnung gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Damit sind zehntausende Arbeiter mit ihren Familien brollos gemacht und eine schwere wirtschaftliche Erschütterung jczusagen gewaltsam vom Reichsarbeitsministerium erzeugt worden. Es ist zunächst die Frage aufzuwerfen, ob die Wirtschaftslage der Werften eine Berlängerung der Arbeitszeit erfordert. Nach dem Auftragsstand der meisten Werften, der ein sehr geringer ist, müßte alles eher denn eine Berlängerung der Arbeitszeit vorgenommen werden. Nun machen die erftbefizer freilich geltend, daß infuige der Stabilisierung der Währung ihre Ronkurrenzfähigkeit in Frage gestellt worden sei. Ganz abgesehen davon, daß diese verminderte Konkurrenzfähigkeit nicht eine Folge der Stabilisierung, sondern des rapiden Berfalls der Währung ist, fann bei einem Vergleich der Löhne und der Arbeitszeit mit den hauptsächlich in Frage fom menden englischen Werften teine Rede davon sein, daß es die Arbeitsbedingungen wären, die die Konkurrenzfähigkeit der deut fchen Werten vermindern. Für die Hebung der Probuftion würde zweifellos weit mehr gewonnen, wenn die Unternehmer bei der achtstündigen Arbeitszeit blieben und thre Direttoren und Ingenieure mit den Bertretern der Arbeiterschaft gangbare Wege fuchten, um vermehrte Leistungen zu erzielen. Kurzum: Berständigung statt Diftatur. Sicherlich gibt es auch Direttoren und Betriebsleiter, die fich in diesem Sinne mit dem Produktionsproblem befassen, allein fie find zu wenig an Bahl, wagen fich nicht hervor und würden von den Scharfmachern els Schwächlinge abgetan. Zumal es sich gegenwärtig ja meit me niger um das Produktionsproblem dreht als um das Herr- im- Hauses Broblem. Daß es fich lediglich um eine Machtfrage für die Unternehmer handelt, geht schon daraus hervor, daß auf den meisten Werften nur sehr wenig Aufträge vorliegen, so daß das Berlangen neunstündiger Arbeitszeit gegenwärtig nicht einmal fachlich bes gründet ist. " Wie tommt aber das Reichsarbeitsministerium dazu, rebellischen Unternehmern durch tie zwangsweise Fällung von Schiedssprüchen" Borfchub zu leisten? Denn dieser Fall ist nicht der erste. Alchilich ift für das mitteldeutsche Brauntohlengebiet verfahren morden, no man die Unternehmer, die fyftemalisch das Schiedss gerichtsverfahren fabotierten, noch belohnte, indem unter Ausschluß des Bergarbeiterverbandes ein angeblicher Schietsspruch gefällt morben ist, der gleichfalls eine mit der Arbeitszeitverordnung in Widerspruch stehende Arbeitszeit festlegte und für verbindlich er. tlärt wurde. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer berechtigt find, turch Tarifvertrag eine fängere als achtstündige Arbeitszeit zu verein baren, so ist es eine Bergewaltigung dieses Zarif rects, wenn Schiebssprüche, die eine längere als die gefeßliche Arbeitszeit festlegen und die vo einem der beiden Kontrahenten abgelehnt werden, gefällt und für verbindlich erklärt werden. Diese Bergewaltigung des Rechts wird nachgerade unerträglich. Die Gewerkschaften werden sich mit der Frage beschäftigen müssen, welche Rechtsmittel gegen derartige Schietssprüche zu ergreifen find. Im übrigen ist diese Belehrung durch die sozialistenreine Regierung von der Notwendigkeit des restlosen Zusammenschluffes aller Arbeiter zur Verteidigung ihrer Rechte, wie des Rechts schlechthin, hoffentlich fruchtbringend. Noch ein bemerkenswerter Schiedsspruch. num Im Tarifamt für die Sächsische Lederindustrie wurde folgender Schiedsspruch gefällt: Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt unter. nor. malen wirtschaftlichen Verhältnissen ausschließlich der Baufen 48 Stunden. Zur Behebung ber Not ber deutschen Wirtschaft ist auf Berlangen des Arbeitgebers im Einvernehmen mit der Betriebsvertretung oder, wo eine solche nicht besteht, der Mehrzahl der Arbeitnehmer in eir zelnen Betrieben Bettwäsche Die Konferenz appelliert an die gefeßgebende Körper. fchaft, insbesondere an die Vertreter der Arbeiterparteien, bei der befinitiven Beschlußfaffung über das Reichspoftfinanzgesetz den Forderungen der Arbeiterschaft nach fozialer Gerechtigteit und vor allem den Interessen der Allgemeinheit durch Abänderung des Regierungsentwurfes im Sinne dieser Entschließung zu entsprechen. Ein Bedürfnis zu Mehrarbeit liegt fast nirgends vor, weil noch die Hälfte der Beschäftigten verfürzt arbeitet. Obwohl die Verpflich tung, zuerst die arbeitslosen Branchenarbeiter zu beschäftigen, fehlt, unterscheide sicht dieser Spruch sehr vorteilhaft von der Mehrzahl ber Konflikt in den privaten Elektrizitätswerken. Wie in Nr. 80 des Borwärts" berichtet wurde, haben die in diefer Frage gefällten Entscheidungen, besonders aber von ben standalösen Schiedssprüchen, die in den letzten Wochen im Reichs- Maschinisten und Heizer der Berliner Elektrizitätswerte das Unterarbeitsministerium gefällt oder für verbindlich erklärt wurden, innehmerangebot, welches eine Arbeitszeit von 56 Stunden verlangt, einstimmig abgelehnt. Inzwischen ist nun der Schlichtungsausschuß angerufen worden. In einer Branchenversammlung der Maschinisten und Heizer der Berliner Elektrizitätswerte gab am In einer Bersammlung der Arbeiterinnen aus der Blusen Freitagabend Genoffe Reinefeld den Schiedsspruch bekannt. und Kleiderbranche machte Schindler vom Bekleidungs. Dieser stellt fest, daß die regelmäßige, reine Arbeitszeit 48 Stunden arbeiterverband Mitteilung über die Tarifverschlechterungen, die die beträgt. Darüber hinaus tann aber der Arbeitgeber fofern es Arbeitgeber im neu abzuschließenden Rahmentarif vornehmen die Eigenart, die technischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Bewollen. Die Kündigungsfrist des Vertrags von drei Monaten er triebes erfordern", die Arbeitszeit täglich bis zu einer Stunde länger fcheint ihnen zu lang. Sie verlangen, daß der Tarif von beiden ausdehnen. In einem Schreiben hat nun der Arbeitgeberverband Seiten monatlich gefündigt werden kann. Dem Vorgehen der mitgeteilt, daß er den Schiedsspruch in der vorliegenden Form nicht gesamten Arbeitgeberschaft folgend, foll auch in der Blusen- und annehmen fann, da die sachgemäße Einteilung auf der Grund'age Kleiderkonfektion die Arbeitswoche von 46 auf 54 Stunden verder wöchentlichen Uri citszeit von 52 Stunden für ihn unmöglich längert werden. Der frühere Arbeitsschluß an den SonnDer frühere Arbeitsschluß an den Sonn- und untragbar iei. Gie verlangen zumindest die 56- Stunden- Woche. abenden foll in Fortfall tommen; nur an den Tagen vor den Sollte der Verband diese Forderung nicht Redhung tragen, rufen Festen sollen die Arbeitsstuben früher geschlossen werden. Die Mit di: Arbeitgeber die zweite Instanz an. Auch eine Lohnfündi. wirfung der Betriebsvertretungen bei der Festlegung der täglichen gung haben fic in Aussicht gestellt. Die Versammelten nahmen den Arbeitszeit ist den Unternehmern schon lange nicht mehr angenehm. Schiebsspruch an und verpflichteten sich, so wie er vorliegt, an ihm Es sollen daher auf ihren Antrag hin die diesbezüglichen Beftim festzuhalten. mungen des Tarifs gestrichen werden. In diesem Reigen der Tarif. verschlechterungen darf natürlich auch ein Abbau der Sozialver. günstigungen nicht fehlen. Man beabsichtigt nicht nur den Höchst urlaub von 15 auf 12 Tage zu fürzen, sondern man will für die jenigen Arbeitnehmer, die nach dem 1. Mai die Arbeitsstelle wechseln, ohne Urlaub gehabt zu haben, die Urlaubsabfindungssumme ganz in das freie Ermessen des Arbeitgebers ftellen. Auch die bis. herige 7tägige Brobezeit für Neueingestellte soll in Zukunft einer täglichen Kündigung Blaz machen. Die Lohngarantie für Attord arbeiterinnen soll aufgehoben werden und außerdem noch die Frist für Lohnbeanstandungen von drei Monaten auf 14 Tage herab gesetzt werden. Als Krönung des Ganzen verlangte man die Be feitigung des Ueberstundenzufchlags von 50 Proz. für Arbeit über bie 46- Stunden- Woche hinaus. Schindler gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, diese Absichten der Arbeitgeber zu verhindern. Dazu fei aber nötig. daß auch die letzte Arbeiterin der Organisation zugeführt wird. Sollten die Unternehmer ab 1. März, dem Ablaufstage des Tarifs, eine längere Arbeitszeit verlangen, darf diesem Berlangen in feinem Falle stattgegeben werden. In der Disfuffion sprachen sich alle dafür aus, Tarifverschlechte rungen mit allen gewerkschaftlichen Mitteln abzuwehren. Am Schluß der Bersammlung wurde nach diesbezüglichen Mit teilungen Lehm anns eine Resolution gegen wenige Stimmen angenommen, die das Vorgehen der Organisationsleitung gegen ver. bandsschädigende Elemente gutheist. i odrucho Das Reichspoftfinanzgefeh. Eine im Gewerfschaftshaus in Berlin tagende Reichstonferenz der Telegraphenarbeiter des Deutschen Berfehrsbundes, beschidt mit Delegierten aus allen Oberpoftdirektionsbezirken, hat am 26. Februar 1924 zur Neugestaltura der Reichspoft auf Grund des Entwurfes eines Reichspoftfinanzgefeges Stellung genommen. des Entwurfes eines Reichspoftfinanzgefeges Stellung genommen. Nach einem Referat von Dr. Mierendorf wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Der von Reichsrat und Reichsregierung fanttionierte Entwurf eines Reichspoftfinanzgefeges enthält in entscheidenden Punkten Bestimmungen, die die Reichspoft bei ihrer Berselbständi. gung nicht vor der Gefahr einer verfchleierten Privati. fierung bewahren. Die Zusammenlegung des Berwaltungsrates gemäß§ 3 des Entwurfes schafft untontrollierbaren Einflüffen privatfapitalistischer Interessenten ein sicheres llebergewicht. Die Abtretung von Rechten der Boltsvertretung an einen berartig zu fammengefeßten Ausschuß steht im Widerspruch zur Ber. faffung, die verlangt, daß die Reichspoft nach den Gefichtspuntten und dem Willen des gesamten Boltes bewirtschaftet wird. Im Zusammenhang damit schaffen die Bestimmungen bezüglich der Neuregelung des Verhältnisses zu den Ländern die schwere Gefahr der partitularistischen 3erfeßung des Reichspoft betriebes und die Möglichkeit, die Privatisierung auf diesem Ummege zu vollziehen. Die ausdrückliche Richtbeachtung des gesamten nichtbeamteten Bersonals bei der Zusammensehung des Berwaltungs. rates befundet eine fozial- reattionäre Einstellung des neuen Unter nehmens. Desgleichen die Bestimmung, der Beamtenschaft weiter. hin das Brivileg reichs gefeglicher Gehaltsregelung ausdrücklich zuzusichern, während die Gestaltung der Lohntarife für die Arbeiter und Angestellten dem Berwaltungsrat ausgeliefert wird. Es geht nicht an, daß zu den Basten der Sanierung der Arbeiter schaft eine solche offene Benachteiligung und Berkürzung ihrer fozialen Rechte zugefügt wird. Die Konferenz macht die öffentliche Meinung nachdrücklichst auf diefe gefährlichen Tatsachen aufmerksam. Sie erwartet insbesondere von allen Arbeitnehmern der Reichspoft- und TelegraphenverWas dem Zechenverband untragbar ist. Am 15. Februar wurde ein Schiedsspruch gefällt, der für die Grubenbeamten des Ruhrreviers Gehälter von 130 bis 260 m. monatlich festsette, die Wochenarbeitszeit der der Grubenarbeiter gleichsetzte und bestimme, daß die Grubenbeamten in durchgehenden Betrieben wenn erforderlich auch Sonntags ohne besondere Bezahlung Dienst tum, jedoch zwei Sonntage im Monat frei haben müßten. Die Angestelltenverbände hatten den Schiedsspruch troß ernster Bedenken angenommen und die allgemeine Berbindlichkeitserklärung beim Reichsarbeitsminister beantragt. Der Zechenverband hat jetzt diejen Schiedsspruch abgelehnt. Der Generalstreit in Remscheid ist beendet. Er war von einem Kreisausschuß Lennep- Remscheid inszeniert. Dieser Kreisausschuß", der frühere Drtsausschuß des ADGB., mußte vom Bundesvorstand bereits im vorigen Jahre wegen seiner fortgesetzten Zersplitterungsarbeit in den Gemertschaften ausgeschaltet werden. Auch die anerfannten Drtsausschüsse tönnen nicht einen Generalstreit inszenieren. Am 21. Februar wandte sich der Kreisausschuß an cie meisten Ortsausschüsse um finanzielle Unterstügung. Eine Ert'ärung des Bundes. Dorstandes wendet sich gegen den Aufruf des Kreisausschusses", der mit der jegt empfohlenen Wiederaufnahme der Arbeit ohnehin er lebigt ist. Wirtschaft Schwere Schiffsverluste beim englischen Kohlenhandel. Das glänzende englische Rohlengeschäft hat eine weniger er. bauliche Rehrfeite. Die erstaunlich große Zahl von schweren Schiffsunfällen beim Kohlentransport über die Nordsee und über den Ranal hat das englische Handelsministerium veranlaßt, zur Feststellung der Ursachen einen Untersuchungsausschuß einzulegen. Wie englische Blätter berichten, soll der Berlust an Menschenleben während des Jahres 1923 beim Rohlentransport über See ebenso groß fei, als die tödlichen Unglüdsfälle im englischen Bergbau unter Tage. Die starte Nachfrage nach Schiffsraum hat zur Charterung von Fahrzeugen der bedenklichsten Bauart geführt, so daß es als ein Wunder erscheint, daß sich zur Bemannung die erforderlichen Seeleute gefunden haben. Es waren Schiffe darunter, die zwischen 50 und 60 Jahre alt. sind. und die nach notdürfticer Reparatur immer wieder zu neuen Reisen Verwendung fanden. Die fundigen Bersicherungsgesellschaften sind bei der Annahme von Risiken recht vorsichtig geworden, weniger erfahrene und besonders junge Gesellschaften waren weniger vorsichtig und haben daher großen Schaben erlitten. Eine Aufstellung des Manchester Guardian" be rechnet an Schiffsverluften beim Rohlentransport( ohne Segelschiffe und unter Auslaffung von Schäden unter 50 Broz. bes Bertes) für 1922 26 Fahrzeuge, für 1923 32 Fahrzeuge. Allein in den ersten 14 Tagen des Januar 1924 erlitten 16 Rohlenfahrzeuge mehr oder weniger schwere Havarien. 20 Die Erwerbslofigkeit in Thüringen. In 29 der wichtigsten Industrieorte Thüringens ist in der Woche vom 15. bis 23. Februar 1924 die Erwerbslosigkeit insgesamt um weitere 1377 Bollerwerbslose ober 6,7 Broz. und 652 Sturzarbeiter ober 14,5 Broz. zurückgegangen. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: 3. B.: Ernst Reuter; Gewerkschaftsbewegung:. Catorn; Feuilleton: R. S. Döscher: Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GW. 68., Lindenstraße 3. Billige Teppiche Stepp- u. Daunendecken Diwandecken Bettwäsche Tapestry 165X235 cm 36.1 Axminster 200X300 cm 83. Tapestry do. 51. Boucié do. 90.Tournay do. 168.Axminster 250X350 cm. 130. Velour do. 195.Tournay do. 302.Axminster 300X400 cm. 236.Blese Woche Schlager Uber Schlager! Deckbettbezüge 6.95 6.30 5.90 Kissenbezüge Bettlaken 1.98 1.81 1,60 3.64 3.39 2.75 Inlett- Oberbett ohne Nant 130/200 Inlett- Unterbett O Stickerel- Kissen ' Handtücher für Stube 12.50 9.85 8.95 3.45 3.25 und Kiche.. 0.74 0.63 0.50 Linon für Kopfkissen 80 breit, Meter Linon tür Deckbetten 130 breit Meter Damast und Dimiti 80 breit, Meter 0.92 1.50 . . • .. 1.43 Damast und Dimiti 130 bre, Meter. 2.31 Züchen 80 breit, Meter. 1.10 Züchen 130 breit. Meter 1.85 Inletts 80 breit, Meter. 1.74 • 2.90 4.25 3.95 5.20 4.80 Inletts 130 breit, Meter Damast- Tischtücher 1 0/130 Damast- Tischtücher 1 0/160 Teegedeck mit 6 Servietten 8.94 Damenhemd Nur Qualitäts- Waren! Tournay- u. Velour- Brücken 70/140 cm 90/180 cm 120/225 cm 120/275 cm 29.39.Bettvorleger Axminster Velvet Bouclé Tournay • 80.90.Felle 6.25 60/ 90 cm 8.75 6.30 7.95 11..12.29-> 80/140 cm 16.50 60/120 cm 70/110 cm Steppdecken, einige hundert Stück, nur erste Fabrikate in guten Satin- Qualitäten reichliche Füllung in allen Farben. Auch mit aparten bunten Einsätzen oder Mittelstück 13.- 18.- 26.- 28.- 30.Steppdecken Ia la mit daunenweicher Wollfüllung. 34.- 38.- 48.Daunen Decken la Satin und Füllung erstklassige Verarbeitg. } 100.Läuferstoffe, größte Auswahl 10.30 14.19.32.Volkskleidung Hosen Gummimäntel Sport- Anzüge Manchester u.Loden Hemden, Socken Diwandecke. Phantasiegewebe Diwandecke, Phantasiegewebe Diwandecke, Phantasiegewebe Diwandecke, Gobe ingewebe Diwandecke, Gobelingewebe Diwandecke, Gobelingewebe. Tischdecke, weiß bedruckt. Tischdecke, Kochelleinen Tischdecke, Gobe Ingewebe 18.- 24.Gardinen billig! Künstler- Grt., elfenbein, 3 teilig . • 42.48.6. 6.9.Gute Ware! Billigste Preise! 6.- 7.- 10.- 12.- bis 80.Madras Garnituren 65/300 cm 75/300 cm 100/300 cm 16.18.11.80/300 cm. 22.12.17. 27. 13.Halbstores enorme Auswahl Jute. 3743 68 cm 2.80 cm 2.60 Batavia Bouclé 68 cm 5.50 90 cm 8.25 Tapestry 68 cm 8.90 90 cm 13.50 Velour 68 cm 9.30 Smyrnaart. hochfl. Ware. 68 cm 12.4.30 6.- 9.Etamine 150 cm breit, vom Stück, starke dickiädige Ware, Meter 2.- Mk. Unterhosen Berufskleidung Gerh. Kohnen Neukolla Für Art 5 Mark wöchentl. an erh. Gte bei fl. Anzah's Möbel ber zelne fowie zu bentbar günstigster Teilzahlg. tomol. Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer. Klubgarnit., Polit rwaren, Kitchen Bettwäsche, Gard., Tisch-, Stepp- und Diwandeden. Extra- Abt. Barthel 3ornborfer Str. 54 nahe Tieg, Frtf Allee. Gegr. 1870 Möbel! üller Hermannstr. 76/77 Berlin C., Alexanderstr. 31 Tel. Kgst. 1737 Reste- Haus Sächsisches Gardinen- und Einrichtungs- Haus C. Pelz Nur: Neukölln Hermannstr. 32/ Telephon: Neukölln 69 ,, Ein neuerGeist"| 2.13 1.90 ? 1.57 1.25 Dies. bst. Verdiens: Riesigekaswahl in Frottierwäsche, Künstlerdecken mögl biet Broschür. Untertaille feliefabets Binhornt ernalten Vorwärtsstrebende und Rauchs Kaffee Händleru.Cafés RAURINGE in jed. Größe u Qualität. stets vorrät, nur bill Preisberechn. Erfinder Riesen Bohnen Engrospreise Mocca- Mischung M. Dinse, Juwelier ratis geg. Rückprt F. Erdmann& Co. Gewürze, ganz und gemahlen Rauch, Invalidenstr. 164, Eckhaus Brunnenstraße Neukölln, Herfurthstr. 31, a, d. Hermannstr.Berlin, Königgrätzer Straße 71. Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichst Teleph. Lichtenberg 3322| Kottbuser Str. 5 Anzagstoffe Kostumstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Mantel, Kostüme Rocks 2% Rabatt! Speisezimmer, Herrenzimmer Wohn- und Schlafzimmer, sowie Binzelmöbel ab Fabrik zu billigst, Preis Kinderland 1924 Ein Buch für unsere Jungen und Mädel Wit reichem Bilderschmud bersehene Kalender eiten. Erzählungen auch be lehrenden Inhalts, ichöne Gd.chte machen das Buch gu einem immer wieder gern in die Hand genom menen Geschenk Preis 1. mart Bu haben bei allen Zeitungsfpebiteuren und in der Vorwärts- Druckerel, Lindenstr.3