Nr.165.Jahrgang Ausgabe Nr. 52 Bezugspreis: chentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolf und geit" mit Sied. lung und Aleingarten". fowie dez Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage..Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Golde mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erite Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere. Wort 0,05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für amet Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506--2507 Sonntag, den 2. März 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Distonto- Gefellschaft, Depositentasse Lindenstraße 3 Macdonalds Völkerbundsaktion. Paris, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Zwischen Poincaré| and Macdonald hat ein neuer Briefwechsel stattgefunden, der die fchwebenden außenpolitischen Fragen zum Gegenstand hat. Die Initiative dazu ist von Ramsay Macdonald ausgegangen, deffen Schreiben bereits am vergangenen Sonntag in Paris überreicht worden ist. Die Antwort Poincarés ist am Mittwoch abend in London übergeben worden. Die Veröffentlichung der beiden Briefe foll am Sonntag erfolgen. Macdonald foll in feinem Schreiben den Wunsch nach einer gemeinsamen Polifif zur Stärkung des Bölferbundes ausgesprochen und Poincaré darauf zustimmend geantwortet haben. Berschiedene Nachrichtenbureaus berichten aus Baris über diesen Briefwechsel ziemlich übereinstimmend mit folgender EcaMeldung: Aus den Briefen geht aufs neue die Absicht des französischen und des englischen Premierministers hervor, die Entente zwischen Frankreich und Großbritannien en ger zu fnüpfen; sie geben den gemeinsamen Wunsch fund, eine Politik durchzuführen, die eine Stärkung des Bölferbundes zum Ziel hat. Der französische Botschafter in London, Graf St. Aulaire, ist am Donnerstag von Macdonald empfangen worden und hat ihm den Wunsch Poincarés übermittelt, daß dieser Briefwechsel veröffentlicht werde. Der eng lische Ministerpräsident hat die franzöfifche Regierung wiffen laffen, daß er diese Veröffentlichung ebenfalls begrüßen werde. Beide Briefe follen je sieben bis acht Schreibmaschinenseiten umfassen. dies zur Kenntnis des belgischen Außenministers gebracht, mit der Bitte, in Zukunft für die nötige Bewachung des Gebäudes Sorge zu tragen. Marine- Ausbau/ Schul- Abbau. Holländische Regierungspolitik. Aus Holland wird uns geschrieben: Seit Bochen stehen hier zwei Fragen im Vordergrund des Intereſſes. Zunächst beunruhigt die Flottenvorlage große Teile der Bevölkerung. Jezt ist durch ein neues Schulgefeß die bestehende Entrüstung weiter gesteigert worden. Die gegenwärtige Politit des Rabinetts ist vollkommen auf den Ausbau der maritimen Kriegsmittel, aber den Abbau der fulturellen Einrichtungen gerichtet. Der Abbau der Bolksschule soll die Mittel ergeben, die zur Durchführung der Flottenvorlage notwendig sind. Die Regierung fordert deshalb eine Umwandlung der bestehenden fiebenjährigen Schulpflicht in eine vier- bis fünfjährige. Die ABC- Schützen sollen in Zukunft statt wie bisher mit fechs Jah ren erst mit sieben Jahren in die Schule tommen. Wo Spielschulen oder ähnliche Einrichtungen bestehen, soll vom 6. Lebensjahr an auf ein Jahr obligatorischer Besuch erfolgen. Es ist beabsichtigt, diefen Einrichtungen den Charakter von Kinderbewahranstalten zu geben und unter die Leitung von jungen Mädchen zu stellen. Außer dem sollen die Kinder in Zukunft nicht mehr bis zum vollendeten 13. Lebensjahre, sondern nur noch bis zum elften Jahre bem Schulzwang unterworfen werden. Sollte den Eltern die in dieser abgekürzten Schulzeit erfolgte Ausbildung der Kinder nicht genügen, dann lönnen sie auf eigene Roften den Besuch von Mittelschulen veranlassen. England verringert die Heeresausgaben. London, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Daily Telegraph" teilt mit, daß der in Kürze dem Unterhaus zugehende englische Miftart litäretat eine weitere Verminderung der Ausgaben um 7 Millionen Pfund gegenüber dem Vorjahre enthalten wird. Seit Kriegsende find die Militärausgaben Jahr für Jahr herabgefeht worden. Im Finanzjahr 1921/22 betrug der Militäretat 95 Millionen, im Jahre 1922/23, im Jahre 1923/24 52 und jetzt im beginnenden Finanz jahr noch 45 Millionen Pfund. Auch die Ausgaben für die Kriegsflotte feien im bevorsteherßen Finanzjahr 2 Millionen Pfu: geringer als nach dem Programm des letzten tonfervativen Ministeriums. Die Sachverständigen. um Paris, 1. März.( Eca.) Die beiden Sachverständigen- Unter. ausschüsse für das deutsche Budget und für die Goldnoten. bant haben heute ihre Studien über die Bilanzierung des deutfchen Staatshaushalts und über die Reorganisierung der deutschen Eisenbahnen unter eventu: fler Nutzbarmachung als Pfand für eine internationale Anleihe fortgesetzt. Noch einer Parifer Meldung der Telegraphen- Union entspricht bie Meldung, wonach die Sachverständigen befchloffen hätten, in Deutschland eine Reihe von Monopolen einzuführen, right Dementierte Anleihemeldung. den Tatsachen. Paris 1. März( Eigener Drahtbericht.) Die in Baris und London vertreiteten Gerüchte, daß die Sachverständigen die Auflegung einer internationalen Anleihe in Höhe von 250 Millionen Pfund Sterling beschloffen hätten, die in der Hauptsache der Stabilisierung der deutschen Währung dienen soll, wird hier dementiert. Die Chicago Tribune" will wiffen, daß die Sachverständigen am Diens. tag die Abfassung ihres für oie Reparationstommiffion bestimmten Gutachtens beginnen und bis zum 8. März abschließen werden. Nach ber gleichen Quelle foll die zu errichtende Goldemiffionsbant ihren Siß nicht in Zürich, sondern im Haag oder in Amsterdam haben. Micum- Zollermäßigung. Der Zweckverband der Metallindustrie der besetzten Gebiete in Düsseldorf hat nach monatelangen Berhandlungen mit der Micum Düsseldorf und der Rheinlandkommission in Koblenz je 17 3o11ermäßigungsverträge abgefchloffen. In allen Verträgen ist die Zollabgabe auf ein Achiel der bisher erhobenen Zolljähe ermäßigt. Außer diesen Zollfäßen wird jedoch für alle die Bollinie überschreitenden Sendungen nach dem unbesetzten Deutschland und nach dem Ausland eine Reparationsabgabe erhoben, welche dem Deutschen Reich auf Reparationsforto gutgeschrieben wird. Die Höhe dieser Reparationsabgabe schwankt für die einzelnen Untergruppen des Zweckverbandes zwischen zwei Achteln und fünf Achteln des alten Zollfages. Die Berträge gelten für den 15. Februar bis 15. April 1924. Vorgesehen ist, daß dem 3wedverband neue hinzutretende Firmen noch nachbenannt werden fönnen und sodann auch an den Vorteilen der Berträge teilhaben tönnen. Faschisten auch in Belgien. Anfang mit Büberei. Brüssel, 1. März.( Eca.) Wiederholt wurden in den letzten Nächten Fensterscheiben der in der Rue de la Loi gelegenen Amtsgebäude von Unbekannten gerirümmert. Auf der Giebelfeite der Ge. bäude wurden Aufschriften wie„ Es lebe der Faschismus"," Wir verlangen einen Mussolini" usw. angebracht. Nachdem in der vorigen Nacht auch vier Fensterscheiben der Niederländischen Ge. jandtschaft zertrümmert wurden, hat der niederländische Gesandte Der Plan ist selbstverständlich nur auf Kosten der unbemiffeffen Schichten durchzuführen. Sie werden in den Bildungsmöglichkeiten beschränkt, während der Besitzende seine Kinder auf eigene Roften fortbilden laffen fann. Das führt schließlich zu schweren Gefahren für das spätere Fortkommen der Kinder von unbemittelten Eltern, aber auch zu einer Gefahr für den Staat selbst. Wird der Plan der Regie rung durchgeführt, dann dürfte sich der Raubbau an der Bolts fultur balb bemerkbar machen. Das Groteste ist aber erft, daß au gleicher Zeit, wo dieser Raubbau erfolgt, Millionen don Gulden für Flottenrüftungen ausgegeben werden sollen! Die Sozialdemokratische Partei und die Gewert fchaften mehren sich natürlich mit aller Entschiedenheit gegen die Pläne der Reattion. Ueberall veranstalten sie große Protestkund gebungen und veranlaffen Gingaben an die Behörden. Dagegen er fahren die Pläne der Regierung von den bürgerlichen Bar teien nicht ben geringsten Widerstand, sondern vielmehr Unterstüßung. Also auch hier zeigt sich wieder, daß die Reaktion überall wohl in nationalen Phrasen tobt, aber international teine Rultur, fein Recht, feine Gerechtigkeit. Diese moralischen Dinge ift, sobald es heißt, die Arbeiterschaft zu fnechten. Dann tennt fie verlangen sie nur von anderen für sich. Albaniens Staatsform. Vorläufig nur Attentate. ben albanischen Ministerpräsidenten Ahmet Zogu von einem Mailand, 1. März.( Eẞ.) Wie die Stampa meldet, ist auf albanischen Studenten aus Matia ein neues Attentat verübt worden, als er den Sigungsfaal des Barlaments betrat. Bon fechs Schüssen trafen ihn zwei am rechten Arm und am linken Fuß. Der Attentäter wurde nach erbittertem Widerstand festgenommen. Er begrünbete den Anschlag damit, der Ministerpräsident verfolge eine verfassungsfeindliche Politik und wende fich gegen alle gebildeten und patriotischen Kreise. Zudem sei er ein aufrichtiger Freund Südflamiens und dadurch eine Gefahr für den albanischen Staat. Das Parlament steht vor der Entscheidung über die Staatsform; man erwartet die Ausrufung der Republit mit einem Dittator an der Spige.(!) Die Regierung ist zurückgetreten, um einem Roa fitionsministerium Blaß zu machen. Das Memelstatut. Genf, 1. März.( WTB) Nach langer und zum Teil schwieriger Arbeit hat der Memelausschuß des Völkerbundes heute den Entwurf cines Abkommens über das Memelgebiet fertiggestellt und der litaui schen Abordnung überreicht. Ueber die Autonomie des Memel gebiets im Rahmen des litauischen Staates, und zwar sowohl hin fichtlich der Selbstverwaltung durch ein eigenes Parlament als in bezug auf die kulturellen Einrichtungen ist volle Einigung mit Litauen erzielt. Das Abkommen regelt weiter die Fragen der Durch fuhr auf dem Njemen, der Befugnisse und Zusammenlegung des Hafenausschusses und der Besaßungstoften. Die litauische Abordnung wird voraussi htlich am Montag zu dem Entwurf end gültig Stellung nehmen. Remmt es dann troß der Einwände, die bisher von Litauen erhoben wurden, zu einer Berständigung, fo mirb bas Abkommen am 10. März dem Bölkerbundrat zur Genehmigung unterbreitet werden. Eine Wiederbelebung des Kabinetts Theunis gilt nach Brüsseler Meldungen als sehr wahrscheinlich. Auserwähltes Volk. Die feindlichen Brüder von München. Ueber die blutige Münchener Hanswurstfomödie, die sich zurzeit im Stadium einer sogenannten gerichtlichen Verhandlung befindet, läßt fich bequem das Motto schreiben:„ Jeder dieser Lumpenhunde wird vom andern abgetan." Die Kahr und Lossow, an denen monatelang Auge und Herz des nationalen Deutschland" hing, sind durch die Aussagen der Hitler und Kriebel so gründlich erledigt, daß kein Hund mehr von ihnen ein Stüd Brot nimmt. Im Lauf der nächsten Woche sollen nun die Kahr und Lossow- nicht als Beschul digte fondern als Zeugen- vernommen werden, und da kann man sich wieder auf allerhand Erbaulichkeiten über Hitler und Ludendorff gefaßt machen. Im ganzen gewinnt man das Bild einer nicht mehr überbietbaren Konfusion beschränkter Geister, die unermeßlichen Schaden anzurichten drohte, schließlich aber an sich selbst und in sich selbst zusammenbrachy. * Die beiden reaktionären Richtungen, die in Bayern miteinander spielten, sich gegenseitig auszunüßen und zu übertölpeln versuchten, schließlich untereinander handgemein wurden und jetzt ihren Streit vor Gericht austragen, sind nach Gedankeninhalt und Ziel weit voneinander ver. schieden. Die bodenständig bayerische Bewegung, die in Herrn v. Kahr ihren Führer besessen und verloren hat, wurzelt obgleich Rahr selber Brotestant ist in der katholischen Kirche und in der katholischen Dynastie. Sie ist die Berkörpe rung eines tonservativen Bayerntums, das fcheinbar zu Bismard und den Refervatrechten, in Wirklichkeit weit hinter Bismarck und die Reichsgründung zurückstrebt. Sein 3deal ist ein partikularistisch zergliedertes lose gefügtes Reich. Man muß bedenken, daß eine Verbindung zwischen der herrschenden katholischen Partei Bayerns und der katholischen Dynastie Wittelsbach viel enger war als das Verhältnis zwischen den protestantischen Hohenzollern und dem Zentrum, das durch das Fegefeuer des preußischen Kulturkampfes hindurchgegangen war. Dazu kommt, daß das preußische Zentrum in der katholischen Arbeiterschaft des Westens immer noch eine starte Stüge hat, während sich das jetzt zur Bayerischen Boltspartei umgewandelte bayerische Zentrum auf den städtischen Mittelstand und die Bauern stützt. Dies und die Ausartung der Revolution zur Räteherrschaft in München hat dem bayerischen Zentrum die Umstellung auf die neuen Verhältnisse viel schwerer gemacht. Es blieb fonfervativ, mittelsbachisch und partikularistisch. Im schärfsten Gegensah dazu steht das Streben der„ Bölfischen" zur machtpolitischen Zusammenfassung aller deutschen Boltsteile. Diefes machtpolitische Streben verweist sie in das Lager der Unitarier, sie sind großdeutsch" und in ihrer reinsten Ausprägung fogar antichristlich und antimonarchisch. Das hängt nämlich so zufammen: Die„ Bölkischen" stehen auf rassischer" Grundlage. Nach ihrer Theorie ist das deutsche Bolt das edelste, das auserwählte Bolt der Welt. Es muß sich nur von allen Vermischungen mit schlechteren Rassen und allen fremdrassigen Einflüssen befreien, um die schwarzweißrote Fahne über den Rhein" tragen und fönnen. der Welt den germanischen Schwertfrieden aufzwingen zu Mit dieser Theorie verträgt sich das Christentum schlecht. Denn dieses ist ja bekanntlich eine jüdische Erfindung". Darum haben die tonfequenten Völkischen" das Kreuz zum Hakenkreuz verwandelt, darum mollen sie die germanische Edelfeele von dem reformierten Judentum, das man Chriftentum nennt, befreien. Sie wollen zurück, aber nicht zur alleinSeligmachenden katholischen Kirche des Mittelalters, sondern noch ein Jahrtausend weiter zu Wotan und Teut. Dieser tonsequent rassische" Standpunkt ist auch unver einbar mit der Monarchie, wenigstens mit der Wiederkehr der alten Fürstenfamilien auf ihre Throne. Denn die Kron prinzen a. D., die heute in Deutschland herumlaufen, sind ja feine germanischen Adalinge, sondern europäische Promenadenmischung. Französisches, englisches, ipanisches Blut fließt in ihren Adern, in denen der Hohenzollern angeblich sogar auch etwas jüdisches. Der letzte holsteinische Bauernknecht ist unvergleichlich edler, weil germanischer, reinblütiger als so ein Dynast, dessen Stammbaum in alle europäischen Fürstengeschlechter zurückreicht. Die Ironie der Weltgeschichte will es, daß diese amüsante Theorie von einem Franzosen begründet worden ist, so wie betantlich ein Jude der Professor Stahl, Begründer der Theorie des Konservatismus war. Im Jahre 1853 per öffentlichte der französische Diplomat, Dichter und Gelehrte Graf Gobineau feinen Verfuch über die Ungleichheit der Menschenrassen", den er in demutvoller Berehrung dem König Georg von Hannover widmete. In diesem Buch ward auseinandergesetzt, daß diejenige Rasse die wert Dollste fei, die sich im Lauf ihrer Entwicklung am meisten von der Vermischung mit Negerblut freigehakten habe. Ms iolchc erschien aber die germanische. Diese Rassentheorie fand ihren erfolgreichsten Fortsetzer in dem Engländer Houston Stewart C h a m b e r l a i n, so daß die Frage nicht zu unter- drücken ist. ob sich nicht das heimtückische Juda, der franzö- fische Erbfeind und das perfide Albion oereinigt haben, um die Deutschen oerrückt zu machen. Damals freilich, als die Rafsenfrage aufkam— man sprach damals noch von„Nationalitäten" nicht von Raffen—, roch die„Kreuzzeitung" den Braten. Damals prägte Polte von G c r l a ch das berühmte Wort vom„Laster des Patrio- iismus", womit die auf die Ueberwindung der Kleinstaaterei gerichteten Bestrebungen gemeint waren, und der konservative Führer, Justizrat Wagener, sagte über den„Nationali- tötenschwindel": Es könnte vielleicht scheinen, als ob das Wort Schwindel zuoiet wäre. Die Nationalität, wie man sie auffaßt, ist selbst ein Schwindel. Es existieren ja keine reinen Nationalitäten, sondern die Kraft der Staaten beruht eben zus Kreuzung der Nationalitäten, und das kräftigste Bolt, das ? n g l i s ch c, verdankt seine Kraft, glaube ich, seiner v i e r s o ch e n Rreuzung. Der gute Justizrat ahnte schon damals, wohin es führen müßte, wenn man den Hochadel auf seine„rassische" Wäsche untersuchen wollte. Heute freilich ist die„Kreuzzeiwng" völkisch-deutsch- national. Und da sagt man noch, es gäbe keinen Fortschritt! « Allerdings, auch dies ist nicht ganz neu. Denn noch immer hat die Reaktion versucht, den Antisemitismus nor ihren Wagen zu spannen. Dieser Versuch, der bisher stets mit Lächerlichkeit und Skandal endete, erzielte feine stärksten llugenblicksersolge stets, wenn«s dem Mittelstand schlecht Zing. Die Arbeiter vonStinnes, Thyssen, KlSckner. Siemens usw. haben keinen Anlaß, Antisemiten zu sein. Das niedergehende Kleinbürgertum sucht für sein Unglück einen Sündenbock und findet ihn in der jüdischen Konkurrenz. Die strise, die in Oesterreich durch das Fallen der alten Reste des Zunftrechts über den Mittelstand hereinbrach, war von einer ungeheuren Welle des Antisemitismus begleitet, die schon da- mals, genau wie jetzt die bayerische, nach zwei Richtungen luseinandertrieb, nach de? christlich-konservativen und der »roßdeutsch-völkischen. Kahr ist der legitime Nachfolger Karl I: u e g e r s, wie der OberSsterreicher Hitler ein getreuer Zünger Georg Schänerers ist. Das war die Zeit, wo die hristtich-soziale Bewegung unter dem Ruf:„Dem kleinen Mann muß geholfen werden!" ihre Sturmfahne vorantrug und im Wiener Reichsrat ein.Schußgeld für Juden" und die Bestrafung des Geschlechtsverkehrs„zwischen Juden und Renschen" als Sodomie gefordert wurde. Seitdem ist viel Wasser die Donau hinuntergeflossen, und die herrschend ge- vordene christlich-soziale Partei hat längst ihren Frieden mit im jüdischen Bankkapital gemocht. In jener Zeit prägte Pernerstorfer— kein anderer »ar es— das vielzitierte viel variierte und vielen falschen stälern zugeschobene Wort:„Der Antisemitismus ist der Sozialismus der dummen Kerl» von Wien." * Kein Wunder also, daß der beispiellose Verfall de» Nittel st andes nach dem Weltkrieg auch Deutschland eine tarke Welle des Antisemitismus gebracht hat, und kein Wunder auch, daß in diesem Sturzbach verschiedene Räder oufen: das völkisch-nationalfozialistische, das deutschnationale ind das Kahr-Bayerifche. Aber die Maschinerie funktioniert chlecht, und die Folgen dieses schlechten Funktionierens sind ler Zusammenbruch des Münchener Novemberpulsches und ein gerichtliches Nachspiel. Diese Bewegung, aus kleinbürgerlicher Plattheit und Scschränktheit entsprungen, haftet an der Oberfläche und wird rasch verschwinden. Sie verhält sich zur Sozial» Z e m o k r a t i e in ihrer geistigen Bedeutung wie die„Weisen von Zlon" zu dem„Kapital" von Karl Marx oder die Reden Hitlers zu den Reden Lassalles. Ihr Niedergang wird be- gleitet sein von einem neuen Aufstieg der Sozial» d emokrati«. Der Katholikenhaß üer Stockpreußen. Eine Bemerkung znm Ludendorff» Prozest. Genosse Dittmann srfireibt uns: Ludendorffs haßerfüllte Philippika, die«r im München«? Pro- zeß gegen die Katholiken vom Stapel gelassen hat, erinnert mich an einen Lorgang, der sich am 4. August 1914 im Reichstage abspielte und verdient, der Geschichte entrissen zu werden, weil er gleichfalls ein bezeichnende» Licht auf den Katholikenhaß der Stock preußen wirft. Nach der denkwürdigen Reichstagssitzung dieses Tage» standen die Abgeordneten Henke, Wendel und ich m der Wandelhalle des Reichstags vor einer der dort aufgestellten Landkarten. Plötzlich trat der heutig« Fraktionsfiihrer der Deutsch- nationalen im Reichstag, der damals freikonservative Abgeordnete S ch u l Z- Bromberg, von hinten her zwischen uns, zeigte mit dem Finger auf Belgien und sagte:„Seit heut« morgen 8 Uhr sind unsere Truppen drin." Ueberrascht fragt« Ich:„Wo drin? In Belgien?" Herr Schulz antwortete:„Ja, in Belgien!" Ich fragl« wieder:„Was wollen sie dort? Annektieren?", woraus Herr Schulz die Antwort gab:„I wo, daran denkt kein Mensch!" Ich erwiderte: „Das glaub« ich nicht." Darauf fuhr Herr Schulz mich an:„Hoben Sie noch nicht Kathollken genug in Deutschland?" Ich entgegnet«:„Ich will ja nicht anneklieren, aber Sie wollen das doch?" Herr Schulz entgegnet« nochmals:„Kein Men'ch denkt daran. Wir können doch sowieso kaum fertig werden mit den Katholiken und Polen in Deutschland. Was sollen wir da noch mit den 7 Millionen Belgiern, die doch alle st o ck k a t h o l l s ch sind."— Ein halbes Jahr später— im März 1915— erinnerte ich Herrn Schulz an dieses Gespräch und fragt« ihn, ob er noch immer Gegner einer Annexion Belgiens sei, Antwort:„Eine Gegenfrage: Wollen Sie, daß wir noch einmal soviel Blut um Belgien vergießen sollen?" Da war Herr Schulz also bereits dafür, die Belgier zu annektieren, obgleich sie Katho- liten waren. Allerdings ging der Plan unserer Annexionspolitiker dahin, die anneknorten Belgier politisch rechllos zu machen. Auf diese Weise wollte das protestantisch« Stockpreußentum da» katholische Belgien zu seinem Heloten machen. Ludendorsf» Haßerguß gegen die Katholiken im Münchener Prozeß zeigt dieselbe Intole- ranz gegen den katholijchen deutschen Bolkstml, die er am Schlüsse des Weltkriege» gegen ein ganze» kalholisches Volk zu betätigen trachtet«. Auflösen oöer nicht) Das politische Gänseblümchen. Die bürgerliche Presse fährt fort, an den Blättern des politischen Gänseblümchens zu zupfen:„Wird der Reichstag aufgelöst? Wird er nicht aufgelöst?" Jeden Tag fmdet sie die Aussichten entweder ein wenig verbessert oder ein wenig ver- schlechtert. Jetzt gibt ihr wieder eine Unterredung, die Ge- nosse Hermann Müller am Montag mit dem Reichskanzler Dr. Marx haben soll, Stoff zu ellenlangen Betrachtungen über dieses kurzweilige Thema. Es ist nicht unsere Absicht, uns cm diesem Rätselraten zu beteiligen. Die sozialdemokratisch� Reichstagsfraktion steht auf dem Standpunkt, daß der Reichstag zunächst daran arbeiten muß, die Verordnungen, die die Regierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassen hat, zu verbessern. Will er das nicht, so hat er feinen Beruf als gesetzgebende Körper- schast verfehlt, und man wird ihm keine Träne nachweinen. Will er das, aber will es dje Regierung nicht, dann mag sie ihn auflösen, dafür trägt sie dann die Verantwortung. Alles hängt also davon ab. ob die bürgerlichen Mittelvarteien und die Regierung den berechtigten Forderungen der Sozialdemo. kratie entgegenzukommen bereit sind. Sonst ist die Frage, ob zwei Monate früher oder später gewählt wird, nicht welterschütternd. Daß sich die Sozialdemo- krakische Partes«ms den denkbar frühesten Wahl« t e r m i n einrichten muß, ist selbstverständlich. » Die Sozialdemokratische NeichStagSfraktton hält am Mittwoch, den S. März, nachmittags 2 Uhr, eine Sitzung ab. DaS Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich. wie man abbaut. Die Praxis der bürgerlichen Regierung. Aus parlamentarischen Kreisen wird dem„Berliner Tage. blatt" geschrieben: „Die Ausführungsb« st Immungen zur Personal. abbauverordnung sind jetzt im Reichsbesoldungsblatt(Nr. 11 vcm 27. Februar) endlich erschienen, nachdem die Verordnung selbst schon seit dem ZI. Oktober vorigen Jahres, also seit vier Monaten. in Kraft ist. Sonst war es üblich, Gesetze oder Verordnungen mir den Ausführungsbestimmungen zusammen herauszubringen. Di« neuzeitliche Verwaltungsburcaukrotie hält es bezüglich des Personal- abbaues für richtiger, vier Monat« lang abzubauen und hinter- her zu bestimmen, wie der Abbau ausgeführt werden soll. Sie wird ihren Grund dafür gehabt haben. Denn„zur Entscheidung aller Fragen von allgemeiner Bedeutung" wird jetzt(nach vier Monaten!) eine Persona'abbaukommission eingesetzt, die aus ihrer Mitte einen achtgliedrigen Ausschuß zur Bearbeitung der laufenden Geschäsie bildet, welcher selbständig En'schlxßungen treffen kann. Dieser Ausschuß soll„in Fragen von allgemeiner Bedeutung, in denen eine Anhörung der Beamtenschaft sachdienlich erscheint, mit einem Ausschuß der Beamtenschast Fühlung nehmen, der aus höchstens sieben Mitgliedern besteht". Bekanntlich sollen bis 31. März dieses Jahre» 15 Prozent des Personal» abgebaut sein. Bei einer Reih« von Berwaitungen ist man schon jetzt bis zu 39 Prozent und darüber gelangt. Di« Schlußbestimmungen dieser Aus- führungsbestimmung sagen nun:„Bereit» ausgesprochen« Der- setzungen in den einstweiligen oder dauernden Ruhestand sowie er- folgt« Kündigungen oder Entlassungen von Beamten und Angestellten werden durch diese Ausführungsbestimmungen nicht berührt." Da» ist de» Pudels Kern: All« sachlich unnötigen quälerischen Bestimmungen der Verordnung, insbesondere der schädliche Schema- tismu» des Abbaues beim Fehlen eines wohlüberlegten Planes zur Reorganisation der Verwaltung, welch« im Einvernehme» mit Vertretern de« Personals vor Einführung der Abbauverordnung sicher hätten vermieden werden können, bleiben auch, wenn jetzt Berbesserungen eingeführt werden sollten, für die bereits Abgebauten in Wirksamkeit. Da nun der Abbau nahezu durchgeführt ist. so fragt man sich wohl mit Recht, welchen Zweck diese Ausführung?- bestimmungen jetzt noch haben? Auch um die Unterbringung der Abgebauten will man sich durch Einrichten von Ltsten stellen schon jetzt(» bekümmern. Da» heißt, nachdem der Finan'mlnister nach Benehmen mit dem Sparkommissar„das nähere bestimmt hat". Was vermutlich nach Ablauf weiterer vier Monat« geschehen sein wird. Vom 1. April bis 1. Oktober 1923 ist die Beamtenzahl um (58987 Köpfen, g'eich 8 Prozent der Gesamtzahl, vermindert wor- den, ohne dl« Rechisbrüche einer Abbauverordnung. Oesterreich baut« im Einvernehmen mit der Beamtenschaft 12 Prozent ab, ohne quälerisch- und rechtraubende Verordnungen. In Deutsch- land ist man hierzu nicht in der Lag«. Grund:„Um auch die unbequemen Beamten zu beseitigen", wie ein Be- Hördenchef in schöner Offenheit bekannte. Der 45. Ausschuß des Reichstage» hatte beschlossen, daß die Aus« führungsbestimmungen zur Abbauverordnung dem„Ueberwachungs- ausfchuß" de» Reichstages vorzulegen seien. Jetzt erscheinen sse Plötz. lich st, der Oeffen'lichkeit: der Ueberwachungsausschuß hat sich noch nicht mit ihnen befaßt. Was sagt die Reichsregierung, wo» der Reichstag zu dieser höchst eigenarttgea Methode der Ministeriol, und Behördeninstanzen?' Gegen die Errichtung polnischer Munitionslager auf vau-tger Gebiet demonstrieren beule Sonntag, miltagö 1 Uhr, die Ein» wohner von Neukahrwasser und Umgebung. Geträumtsr Wochenbericht. von Joseph Roth. Ich leugne die Wirklichkeit des bedeutenden Ereignisses, das in >ieser Woche Deutschland so schwer betrossen hat: ich leugne die Wirklichkeit des Hitler-Prozejjes. Man muß solche p Hanlostischen Erlebnisse in da, Gebiet der ihnehin in München heimischen Metaphysik verweisen. Auch der Zeitpunkt, in dem dieser angeblich tatsächlich« Prozeß sich vollzieht, st meiner Auffassung sehr günstig: Mitten im Karneval kommt ein Serichtshof zusammen, macht seine Reverenzen vor den Angeklagten, »iese werfen den Damen im Hörsaal Kußhände zu, die Justiz ist in kill« Kaserne übersiedelt, die Angeklagten erheben die Anklage, die panisch:» Reiter dräuen fürchterlich vor dem Eingang in den lsajerncnsaal, die Oeffemlichkeil entsendet öS gespitzt« Bleististe, und Xn armen Hausierern ist«» verboten, Hosenträger in der Näh« des Lerichtssaal» seilzubieten. Man müßte blind sein, oder, wo» das- e'be ist, ein naives deutsches Publikum, um aus all den oben an- zeführten Begleiterscheinungen nicht zu erkennen, daß in München lein„politischer Prozeß", sondern«in Fastnachteiroum stattfindet. Infolgedessen degradier« ich das Ereignis dieser Woche und zerr« >s aus den oberen Regionen des ernsten Lettartikel» in dl« tseferen linier dem Strich. Es ist kein« Erscheinung de» politischen Lebens, jondcrn der geistigen Dekadenz. Es ist keine Gerichtssaalsihung, sondern eine spirittstlsch« Seance. Sie ist irrtümlich aus der Fakill- !ät des Geisterprofessor, Schrenck-Notzing in die de» Ministers Tmminger gefallen. Ich lasse mich nicht Irreführen. Ich lasse mich nicht irreführen,— und wäre der Ton, in dem die Zeitungen von diesem Prozeß berichten, noch so ernst, noch so 'achlich, noch so pathetisch. Denn, hört Ihr nicht, Brüder, daß dl« Zloten reden? Seht Ihr nicht, daß die S'enographen Ceisterreden aachschreiben? Erkennt Ihr nicht au» den Bildern der„in den Nerichtssaal enlsandien Sonderzeichner", daß sie die Gestorbenen abkonterfeien? In München öffnen sich die Gräber der Welt. ßeschicht«, und au, ihnen steigen die begraben gewähnten Leich- name Ein grotesker Traum tritt in Funktion— und ganz Deutschland nimmt dieses Wunder gleichgültig hin. als wäre es«in« Selbstverständlichkeit. Es erscheint«in Tapezierer, nennt sich„Schriftsteller", und all« glauben es ihm. Ein Schuster, der nicht bei seinem Leisten geblieben, erzählt fein« belanglos« Biographie und schildert, wie er sich au« einem„Weltbürger", der er noch in Braunau gewesen, zu einem .Antisemiten" In Wien entwickelt hat. Und die deutschen Zeitungen drucken es fleißig. Es fährt ein bereits im Totenregister der Historie unter dem Namen Lindström verzeichneter General im eigenen Aitto oor und hält ein« Red« gegen den Papst. Dieser mußte e» sein, just dieser General, der noch bei seinen Lebzeiten kein anderes Buch gelesen hatte, als ein militärwissenschaftliches•— und sogar dieses mit sehr geringem Nutzen. Aus dem Jenseits der abgeschafften Lese» bücher steigt«in Oberleutnant Röhm aus und sagt:„Ich bitte zu berücksichtigen, daß ich nur Ossizier bin und als ein solcher denke. Ich stand als Generalstabsosftzier an der Front und gehörte zu den wenigen, die glaubten, daß wir immer noch siegen würden." Selbst unter Generalstäblern«in Rekord an Dumm- heitl Bedenkt, Brüder: wie lang« ist es her, daß jemand noch glaubt«, wir würden siegen? Mußte man nicht annehmen, daß diese Menschen schon lange tot und begroben seien? Nein, seht! Sie leben! Sie sagen au»! Sie wollen Revolutionen machen! Oh. welch ein Totentanz! Ts scheint mir, daß die deutsche Geschichte der Gegenwart und der letzten Vergangenheit irgendeinen tonservierenden Stoff aus- scheidet, mit dem sie ihre Verstorbenen umgibt, so daß sie zur Faschingszeit auferstehen und ihr« Weltanschauungen In München darlegen können. Aber das wäre die privaX Angelegenheit eines Geister beschwörenden Zirkels gewesen und nicht eine der Oeffent- üchkeit und der Polttik. Weil aber dem so ist, und weil sechzig Berichterstatter die Motte der Toten stenographieren, muß ich an» nehmen, daß ich diesen hier geschriebenen Aufsatz und sein« Ber- anlassung geträumt Hab«: daß ich ganz Deutschland geträumt habe; seinen anaiphabettschen Tapezierer, meinen Kollegen, der, kaum, daß er lesen und schreiben aus einer Rasftnsibel gelernt, schon Schriftsteller und eine politische Persönlichkeit ward: seinen General, der, ein Schweizer Im Vatikan zu werden, wozu feine Begabung au»- gereicht hätte, gegen den Papst zu Feld« zieht: dieses Rasseln ver- rostebtt Säbel, dieses Kadaverleuchten lebender Leichnam«, dies« Zeitungen, die Witzblätter wider Willen werden, indem sie üler den Prozeß in München berichten. Es ist nicht anders: ich träume einen Fastnachtstraum, und der heißt: Deutschland. NoUenöorf-Theater:.Zwei um eine". „Zwei um eine", das ist der Inhalt jeder Operette der letzten zehn Jahre. Mehr scheint den Textfabrikantm gar nicht mehr ein- zufallen. Diesmal hat der eine nichts und der andere alles. Der ein« das Gttd, der andere den Dalles. Der eine wird als Sekretär des anderen einer schönen Prinzessin den Hof mach«», und da ein« Wette läuft, daß der Milliardär noch heut« der schönen Avonne zu Füßen liegen solle, so schließt der zweite Akt mtt dem berühmten und durch Gewohnhett nicht angenehmer gewordenen Krach der empört abgelehnten Heirat(die am Schluß des letzten Aktes doch perfett wird). Welch ein langer Weg muß bi» dahin gelaufen werden und wie wenig kurzwellig ist er! Gilbert Zehtt von seinem eigenen Musikantenfett. Sehr ausgelassen sieht«s nicht aus. Nach einem sehr lyrischen 1. Akt ist der Hauptschlager des zwei!«» ein« Mischung der beiden Schlager „Schatz besuch mich mal", und„Wenn ein Mädchen«inen Herrn hat. Alle Auftttttslteder sind matt bis auf den Damen- und Herreuchor zu Beginn de» Stücke». Selbst«in« Emmi Stur» macht den Mangel an neuen Melodien nicht oevgessen. Was nützt da die beste, die wirklich feinst« Instrumentierung, wenn kindlich« Texte In Gilbert keinen Erfindergeist auslösen können! Di« Auf- führung wurde lebendig, ja. wurde köstilch durch das heiße Soubrettenblut der schönen und losgelassenen Emmi Sturm, sowie durch den tänzerischen Zug und die naiv tuende Lustigkeit Harald Pau Isens. Di« Stimmung schwankte zwischen Begeisterung und lahmem Interesse. K. S. ver Erbauer de» ersten halbstarren MisttSttuftschisse» f. Am vergangenen Donnerstag verstarb Generalmajor Groß, der in der deutschen Luftschifsahrt ein« nicht unbedeutende Roll« gestielt hat. Im Jahre 19()g, als Zeppelin mit seinen Luftschiffen in Deutschland große Erfolge errang und sein System die Anordnung des Ballon» in einem starren Gerüst zur Geltung brachte, wagt««s«In damals unbekannter Offizier der Pioniertruppe, Hauptmann Groß, in Kon- kurrenz mit den Zeppelinen zu treten Gemeinschaftlich mit In- genieur Bosenach erfand er da» halbstvrre Militärluftschiff. Unter dem Gasballon war zur Versteifung ein Kielgerüst angeordnet. Die deutsche Militärverwaltung erbaut« dann eine Anzahl derartiger Lustschiffe, die auch im Weltkriege verwendet wurden. Noch der Revo'ution lebt« Groß nur noch seinen Fachstudien. Eine geologische Schausammlung. Die Preußische Geologische Lcmdesanstalt in Berlin wird ihre Echausommlimgen dem Publikum wieder zugänglich machen und damit«in überaus wertvolles Ma- terial darbieten. Dieses Geologische Landesmuseum ent- hält eine Sammlung, die den ganzen Aufbau des deutschen Boden» veranschaulicht. Die einzelnen Säle stnd dem Rheinischen Schiefer- gebirge, dem Thüttnger Wold mit dem Kysshäuser. dem norddeukschen Flachlcmd, dem Aufbau des Harz«, und der schlesischen Gebirge sowie einer Darstellung der verichiedenen Perioden gewidmet. Di««in- zelnen Gegenstände sind mit zahlreichen Erläuterungen vettehen»nd durch bildlich« Darstellungen ergänzt, so daß sie eine klare Uebersicht über das Ausnahmegebiet der Geologischen Landesonstalt geben. Eine besondere Abteilung bildet die Logerstätten-Schausommlung, die eine Zusammenstellung der haupisächlichsten Lagerstätten der Erde, unter Hervorhebimg der metallischen Erze, aufweist. Etwas vollkommen Neues bietet das Museum für angewandte Geologie, in dem die nutzbaren Mineralien nach ihrem Bor- kommen, ihrer Verarbeitung und ihrer wirtschaftiichon Bedeutung gezeigt werden. Andere Abteilungen behandeln die Beziehungen der Geologie zur Landwirtschaft, zum Bauwesen, zur Wasserwirtichoft. zum Unterricht und geben ein Bild der Entwicklung de» geologischen Kartenwesens. Drahtlose Telephoale während der Eisevbahasahtt. Wie u», aus London gedrahtet wird, hat die„Große Westliche Eisenbahn- gesellschast" beschlossen, in allen Schnellzügen Empfänger für draht- los« Telephon!««inzurichten zum Gebrauch der Passagier«, die da- für«ine klein« Gebühr zahlen wollen. Erfolgreich« Experiment« haben stattgefunden, bei denen die Züge mit Radioempfängern au». gerüstet waren, durch die vierzig Paar Hörer bedient werden konnten. Radiokonzert« konnten ausgezeichnet genossen werden. während der Zug in voller Fahtt war. Gesetzeshilfe für Steuerflucht. Bon einem Steuerfachmann wird uns geschrieben: Die zweite und britte Steuernotverordnung enthalten unter dem Mantel der sogenannten Bereinfachung des Steuerrechts einige verhängnisvolle Schädigungen des Reichsfistus: 1. Jm Artikel XIX§ 4 der zweiten Steuernotverordnung( RGBL 1923 S. 1205 ff.) ist eine Amnestie enthalten, die in erster Linie all denen zugute tommt, die es verstanden haben, sich um die Besteuerung in früheren Zeiten zu drüden. Die Bestimmung lautet: „ Die Beranlagung und Erhebung folgender Steuern: Wehrbeitrag, Besizsteuer 1916, Kriegsabgabe 1918 und 1919, Kriegsabgabe vom Bermögenszuwachs, Reichsnotopfer, Ab. gabe nach§ 37 des Bermögenssteuergefehes, Einkommensteuer. und Körperschaftssteuer 1920 und 1921 werden eingestellt." Diese Bestimmung mag erträglich sein, soweit ganz allgemein aus Vereinfachungsgründen die Veranlagung der früheren Steuern einzustellen ist. Allerdings sind damit alle Kreise bestraft, die pünkt einzustellen ist. Allerdings find damit alle Kreise bestraft, die pünft lich der Finanzbehörde das fie betreffende Veranlagungsmaterial unterbreitet hatten und demgemäß seinerzeit veranlagt wurden, während alle diejenigen, die es verstanden, zögernd und unter Bereitung von Schwierigkeiten die Beranlagung zu verhindern, völlig frei bleiben. Besonders werden das Fälle fein, wo z. B. ausländisches, schwer festzustellendes Bermögen und Einkommen vorliegt. Aber selbst wenn diefe Ungerechtigkeiten, besonders die ehrlichen Steuerzahler verlegenden Unebenheiten, hingenommen werden müssen, wird der Zustand unerträglich im Hinblick auf diejenigen Fälle, in denen die Steuerpflichtigen bewußt eine richtige Beranlagung verhindert haben. Eine scheinbare Hilfe bietet da der Artikel XV, der für die genannten früheren Steuern eine aufgewertete Bestrafung zuläßt. Aber diese Hisse ist für die Bragis eben nur scheinbar. Jeber Prat. tifer wird bestätigen, daß zur Bestrafung immer der Nachweis des Vorfahes oder der Fahrlässigkeit erforderlich ist. Dieser Nachweis ist gerade im Steuerstrafverfahren schwer zu führen. Zu Hilfe kommt dem Steuerfiskus häufig die dem übrigen Strafrecht sonst unbekannte Bestimmung des§ 358 RAD., wonach unverschuldeter Irrtum über Steuerrechtliche Borschriften straffrei macht. Irrtum schüßt also im Steuerstrafrecht unter gewissen Borauslegungen anders wie im fonstigen Strafrecht vor Strafe. Diese Borschrift gibt häufig dem Steuerhinterzieher die Möglichkeit, der Strafe zu entgehen. Ferner bietet sich dem Steuerhinterzieher durch den Anruf des ordentlichen Gerichts häufig eine Gelegenheit, vor einem naturgemäß dem schwie. rigen Steuerrecht als einer Spezialwissenschaft etwas fernerstehenden Forum, der Bestrafung zu entschlüpfen. Bliebe übrig nur die Nachveranlagung. Jeber Brattifer wird bestätigen, daß die Grenzfälle zwischen Steuerzuwiderhandlung und notwendiger Nachveranlagung häufig zugunsten letzterer zu ent scheiden sind. Alle diese vielen Fälle müssen aber nach Art. XIX § 4 ausfallen. Hitlers Unterführer. Ich kenne keine Weimarer Verfassung. Der fünfte Tag des Prozesses brachte die Bernehmung bes| zustecken. Bewaffnet waren wir selbstverständlich, denn das war Hauptmanns Rohm und des Oberleutnants Brudner.( Siehe nach unseren Kämpfen mit den Kommunisten gang und gäbe." gestriges Abendblatt.) Damit war die Bernehmung beendet und die Sigung wurde bis auf Montag morgen 9 Uhr vertagt. Am Montag werden die legten Angeklagten vernommen und dann beginnt die 3eugenvernehmung. Boraussichtlich noch am Montag nachmittag werden Graf Bothmer, Generalmajor v. Hemmer, Geheimrat Dr. Mag v. Gruber, Oberregierungsrat Sommer vom bayerischen Staatsministerium des Innern, Kommerzienrat 3 en B, Frau Sophie Auer, Oberst Ezel und Oberst Leupold vernommen. Am Mittwoch werden voraussichtlich Generalstaats. tommiffar a D. v. Kahr, General v. 2ossow und Oberst Seißer gehört. Für die Bernehmung der drei Herren sind ein bis zwei Tage vorgesehen, da man erwartet, daß es dabei zwischen ihnen und den Angeklagten zu sehr heftigen Auseinandersehungen tommen wird. Heim antwortet Ludendorff. Oberleutnant Bridner( fortfahrend): Am 9. November be. fegte er dann die Brüden, wobei man fich mit der Landespolizei, die ebenfalls an den Brücken stand, durchaus friedlich ver. ständigt habe. Brückner schilderte dann ferner, wie er den Demonstrationszug mitgemacht habe, wobei er betont, daß man ihm die Teilnahme baran unmöglich zur Last legen fönne. Ein Führer gehöre zu feinen Leuten. Er hätte sich noch nicht hinter Majdyinen gewehren und Stacheldraht verkriechen fönnen. Besonders habe es ihn gefreut, am Rathaus die schwarzweißroet und die haten treuzfahne wehen zu sehen, schon aus dem Grunde, weil seinerzeit bei der Beerdigung König Ludwigs das Rathaus überhaupt feine Fahne gezeigt habe. Er schildert dann den befannten Zusammenstoß an der Residenz und betont, daß nach feiner Ansicht die Polizei sofort cine Salve in den Zug gefruert habe. Wenn die Polizisten an der Residenz von vorn erschossen worden feien, dann wären sie wahrscheinlich in das eigene Feuer der Polizei an der Feldherrnhalle gelaufen. Hitler überreichte in diesem Zufammenhang eine Photographie des Tatortes, an Hand beren Brückner weitere Erläuterungen für seine Darstellungen gibt. Die Polizei hat wole wahnsinnig geschoffen. Ich habe manche Schlacht mitgemacht, aber das widerlichste war dieser Blutader auf dem Odeons- Platz. München, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Gegen die schweren Anklagen, die Lubendorff am Freitag bei seiner Bernehmung gegen die undeutsche Politit des Dr. Heim erhoben hat, nimmt der Angegriffene am Sonnabend in einem Interview in den ,, Mün chener Neuesten Nachrichten" furz Stellung. Die gegen ihn er. hobenen Anwürfe habe er bereits früher in voller Deffentlichkeit widerlegt. Sein Briefwechsel mit dem Grafen, Bothmer habe im wörtlich:„ Ich wuntere mich, daß General Ludendorff noch, nachdem ganzen Umfarige dem Gericht vorgelegen. Dann fezt Dr. Heim schienen war und nach dem bereits der Briefwechsel mit dem Grafen Bothmer in der Preffe veröffentlicht war, mit mir persönlich verkehrte und mich gelegentlich im Jahre 1921 in der liebenswürdigsten und fachlichsten Weise unterhalten hat." Ich sah einen Schwervermundeten, der noch stammelte: Die Hunde, die Hunde, die haben auf Schwarzweißrotter Artikel vom 1. Dezember 1918 im Bayerischen Kurier" er geschossen!" Dann starb er.( Große Bewegung.) Ich bin als Deutscher stolz darauf, den 8. November mitgemacht zu haben. Benn ich noch einmal in die Lage fommen follte, werde ich genau fo mit Exzellenz Ludendorff und Hitler mitmachen. Für die Befehle, die ich meinen Unterführern gegeben habe, stehe ich voll und ganz ein. Bors: Sie waren sich also darüber flar, daß Ihre Aktion Sur Uebersiedelung Ludendorffs nach München gibt mit der Weimarer Berfassung nicht im Einklang zu bringen war?"- Dr. Heim folgente Darstellung: Als Kahr furz nach dem Kapp Angefl:„ Berzeihung, Herr Borfigender, das ist ein Irrtum. Butsch die bayerische Regierung übernommen hatte, teilte er an 3dh tenne teine Weimarer Verfassung, für mich gibt es teine einem Abend mir telephonisch mit, daß Ludendorff seinen Bohr. Weimarer Verfassung. fig in Bayern nehmen und sich hier niederlassen wolle. Er fragte mich um meine Meinung, und ich bejahte ohne Zögern, aller. dings unter der Voraussetzung, daß Ludendorff fich nicht poli. tisch betätige unt sich nicht in die innerbayerische Bo liti einmische. Damals hat mir allerdings Herr v. Kahr gesagt, diese Zusicherung habe General Ludendorff gegeben." Also fonnte unser Unternehmen auch nicht im Widerspruch dazu stehen. Staatsanwalt Ehardt: Die Borgänge auf Ihrer Seite scheinen doch nicht so ganz harmlos gemefen zu fein, als Sie es dar stellen. Sie haben ja felbst gejagt, daß hinter Ihnen ein Mann ge mit der Weimarer Berfaffung nicht in Einflang zu bringen mar?" Angell: So ist die Geschichte wieder nicht. Der Mann hatte eine Pistole in der Hand und hielt sie abwärts auf den Boden gerichtet. Irgendwelche Absicht zu schießen, hatten wir auch nicht, denn wir fonnten ja nicht wissen, daß irgendein hyfferischer Hanswurst auf der anderen Seite den Befehl zum Feuern" geben würde. Ich habe dem Mann übrigens befohlen, die Pistole ein. 8000 Einwohner mit etwa 8 Mitgliedern besetzt. Diese Zahl dürfte Schließlich: wenn wirklich ein Strafverfahren läuft und der Pflichtige das Gericht anruft und behauptet, die Beranlagung müsse erst nach den von der Finanzbehörde behaupteten Feststellungen erfolgen, so wird jedes Gericht entscheiden: erst die Veranlagung! Da aber lettere untersagt ist, entschlüpft der Steuerhinterzieher. Zu helfen ist mit einer Vorschrift wie fie bereits furze Zeit genügend aber auch erforderlich sein. Alle Berufe müssen mög. im§ 8 der Durchführungsbestimmung zur Aufwertungsverorblichst vertreten sein, vor allem auch Arbeiter, Angestellte, nung vom 13. Oftober 1923, RGBI. S. 952, bestanden hat: Beamte, weil diese durch wirtschaftliche Intereffen abgesehen Bei Nachforderungen von Steuern auf Grund von Steuerzuwiderhandlungen oder auf Grund von neuen Tatsachen von ihrem Lohn und Gehalt persönlicher Natur nicht in ihren oder Beweismitteln werden auch Schulden aus früheren Entscheidungen gehemmt sind. Sie bieten also ein gutes Gegen Jahren aufgewertet ufm." gewicht bei der Erreichung einer objektiven Veranlagung. Braktisch ist mit diefer dem Art. XIX§ 4 anzufügenden Borhrift erreicht, daß die allgemeine Amnestie wenigftens für die immsten Steuerbrüdeberger beseitigt ist. Dabei ist zu berüd. igen, daß vielfach erst nach monadelanger Arbeit des Steuer ndienstes derartige Steuerzuwiderhandlungen aufgedeckt werden. I diese Arbeit ganz fruchtlos gewesen sein, der Fiskus also neben entgehenden Steuern auch vergeblich die Roften dieses Spezial Dienstes hinterherwerfen? 2. Eine der wichtigsten Forderungen des modernen Steuer rechts ist die Mitwirkung der Laien bei der Beranlagung. Diese ist besonders wichtig bei den Steuerausschüssen der Finanz ämter. Durchschnittlich waren diese Steuerausschüsse für etwa Ein Naturschuhpart in Südafrita. Ein Nationalpart, der drei. mal so groß werden soll wie der berühmte Yellowstone- Bart in den Bereinigten Staaten, foll in Südafrifa geschaffen werden, sofern das englische Parlament zustimmt, daß ein Gebiet von 14 000 Quadrat meilen reserviert wird, wo Natur und Tierleben des Landes geschütt werden fönnen. Die Regierung des Freistaates Transvaal hat schon in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein großes Ge. biet an der Grenze von Portugiesisch- Ostafrita reserviert, wo bie Jagd verboten war, und nach dem Südafrikanischen Kriege wurde diefer Naturschußpart von Lord Milner in noch größerem Umfange bestätigt. Dort bietet sich die einzig bafiehende Gelegenheit, die wilden Tiere in der Freiheit zu beobachten. Zwanzig Jahre Naturschuß haben den Tieren alle Furcht vor den Menschen genommen. Mufenmsführungen. Sonntag, den 2. März, 9%, Uhr vorm., finden wissenschaftliche Führungen durch Direfiorialbeamte im neuen Museum, Reformation von Glamorna( Dr. Wolf) und im aiser Friedrich Museum, Schwäbische Kunst"( Dr. Bödler) fiatt. Eintrittstarten sind vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Mufeen erhältlich. Urania- Borfrage. Gonnt. Theater 5 Uhr: Nanut, der Estimo. 8 Uhr: Der Tanz. Hörsaal 8 Uhr: Miechtiere und Zurche. Mont. Theater 5 Ubr: Ranut, der Estimo. 8 Uhr: Naturbilder aus dem unbelannten Megilo( ilm und Lichtb.). Hoifaal 8 Uhr: Das Königsgrab des Zut- anch- Amon.( Lichtb.). Dienst. Theater 5, 7, 9 br: Nanul, ber Estimo. Hörsaal 8 1br: Menschenwounder und Wundermenichen.( Lichtb.). Wittm. beater 5, 7, 9 Uhr: Ranut, der Eskimo. Hörsaal 8 Ubr: Mentaentenninis und Menschenbehandlung.( Lidtb.). Donnerst Ebeater 5, 7, 9 Ubr: Ranut, der Eslimo. Hörsaal 6, Ubr: Aus der Werfftalt eines Kulturfilms.( Film.) 8 Ubr; Vom Ganges bis Himalaja. Freit.: Theater 9 übr: Manut, der Eskimo, Hörfaal 6%, Uhr: Aus der Berkstatt eines Stulturfilms. 8 Uhr: Entroidlung und Ausbau des Luit verkehrs.( Lichtb.) Sonnab.: Theater 5 Übr: Ranut, der Estimo. 8 Uhr: Der Tanz. Hör aal 6%, Uhr: Aus der Wertstatt eines Stultur films. 8 Ubr: Drahtlose Telegraphie und Telephonie. 1. bend.) Sonnt.: Theater 5 Uhr: Manut, der Estimo. 8 Uhr: Der Tanz. Hörfaal 8, Uhr: Aus der Werkstatt eines Stuiturfilms. Andreas Gryphius Gelieble Dornrofe" wird am Faftnachtsabend, den 4. März, burch die Laienbühne der Jugendbewegung im Harmoniumfaal aufgeführt. In diesem Scherzipiel bat Gryphins, der kraftvolle deutsche Dramatiker des Barod, ein beitetes Wert geschaffen von anmutigftem Reis. Bollsbühne Norden. In der nächsten Neueinstudierung von Brillbargers Abnfran find die Stollen befeht mit: Ferb. Gregori, Alfred Braun, Erich Dito, Bruno Main, Georg Fogge, Gustav Fröhlich, Gabriele Moest. Spielleitung: Dtto Stirchner. Der Akademische Chor der Berliner Hochschulen führt am 5. März in ber Hochschule für Mufit Schillers Vieb von der Glode" unter Mitwirtung des Berliner Sinfonie- Orchesters auf. Karten zur Generalprobe am 2. März bormittags 11 Uhr im gleichen Saale au 1 Mart, für Studierende und Schüler gegen Ausweis für 0,50 Mart. 3m 12. Konzert der Bollsbühne, das am Sonntag, den 9. März, bor mittags 1,12 Uhr in der Oper am stönigsplat stattfindet, wird aniäßlich des 100. Geburtstages von Friedrich Smetana Generalmufitdirektor Erich Seleiber die symphonischen Dichtungen Byschrad", Moldau und aus Böhmens Hain und Flur mit der Rapelle ber Staatsoper zur Aufführung bringen. Die Galerie 3. Casper, Kurfürstendamm 233, zeigt eine Kollektion von Bildern aus Rom von Gerbinanb Gebe und von einer Gruppe Berliner Künstler, darunter Maria Kruse: Herbststimmungen aus Hiddensee. Nnu besagt aber Art. VII§ 46 der dritten Steuernotverord nung( RGBL 1924 85), daß in Butunft nur 3 Mitglieder des Ausschusses zu den Sigungen zu laden sind. Damit schwindet ein mal die Möglichkeit, daß unter den Mtigliedern wenigstens einer die Berhältnisse des zu Beranlagenden genauer fennt, und zweitens ist die Möglichkeit genommen, durch Angehörige möglichst vieler Berufsarten eine objektive Beranlagung zu erreichen. Die Selbstverwaltung bei der Steuerveranlagung darf nicht noch weiter unterdrückt werden. Die im Art. VI§ 43 der britten Steuers notverordnung neu eingeführte Bestimmung, daß die Gemeinde behörde mit beratender Stimme teilnehmen darf, bietet teinen Erfag gegenüber der Einschränkung in der Zahl der Ausschußmit. glieder. Der Kampf um die Aufwertung. OP Die Juristen scheinen nicht gewilft zu fein, vor den Wirtschaftlern und Banfiers zurückzuweichen. Diese haben, wie der Bormärts schon berichtete, energisch gegen das neuerliche Urteil eines Berliner Landgerichts zur Aufwertungslösung" bes Herrn Reichsjuſtizministers protestiert. Jest antwortet die Juristische Arbeits. gemeinschaft unter Führung des Brofessors Rabt. M. d. R., wie folgt: Wirtschaftliche Verbände haben sich dahin ausgesprochen, daß die durch die dritte Steuernotverordnung geschaffene Rechtsgrundlage unter feinen Umständen, weder durch Rechtsprechung noch durch Gefeßgebung, erneut erschüttert werden dürfe. Auch vom Standpunkte des Rechts aus erscheint es bringend erwünscht, daß eine baldige unanfechtbare Lösung der Frage her. beigeführt wird, in welchem Umfange bei der Erfüllung von For berungen der Geldentwertung durch herabsetzung ihres Goldmertes Rechnung zu tragen ist. Dies ist aber nur dadurch möglich, daß durch eine Abänderung der dritten Steuer. notverordnung die Bedenten gegen ihre Ber faffungsmäßigteit beseitigt werden. Denn wenn ble Gerichte zu der Ueberzeugung gelangen, daß die Berordnung mit der Berfaffung nicht vereinbar fei, find fie verpflichtet, fie für rechtsungültig zu erflären, da in dem Ermächtigungsgeset vom 8. Dezember 1923 ausdrücklich bestimmt ist, daß die Ber ordnungen der Regierung von der Reichsverfassung nicht abweichen dürfen. Eine geordnete Wirtschaft ist nur denkbar auf der Basis des Bertrauens im In- und Auslande. Dieses aber findet feine Wurzeln in einem Rechtsstaat, in welchem die Entrechtung der wirtschaftlich Schwachen ausgefchloffen fein muß. Der Staat darf sich nicht der Form des Rechts bedienen, um Unrecht zu schüßen. Eine mit der Verfassung in Einflang stehende Regelung der Aufwertung, welche bie unzertrennlichen Gesichtspunkte von Wirtschaft und Recht gleichmäßig berüdsichtigt, ist möglich, ohne baß an den finanziellen Maßnahmen der Steuernotverordnung fachlich etwas geändert zu werden braucht; fie hält sich daher im Rahmen der vom Herrn Reichstanzler als zulässig bezeichneten Abänderungen, da sie die Stabilisierung unserer Währung und die Balanzierung des Etats nicht in Frage stellt. Die umver änderte Aufrechterhaltung der Bestimmungen über die Aufwertung birgt die Gefahr einer schweren Erschütterung des Rechts- und Wirtschaftslebens in sich; wer diese Erschütterung vermeiden will, muß daher mit aller Entschiedenheit dafür eintreten, daß die das bürgerliche Recht betreffenden Bestimmungen der britten Steuer notverordnung, unter Loslöfung von den steuerrechtlichen Wor schriften, nach ben Grundsägen von Treu und Glauben geordnet merben. Die Juristische Arbeitsgemeinschaft ift gebildet aus ber ständigen Deputation des Deutschen Juristentages, bem Deutschen Suriften. bund, der Berliner Juristischen Gesellschaft, den Mitgliedern der Juristischen Fakultät Berlin, dem Preußischen Richterverein, OrtsAm Schluffe feines Interviews richtet Dr. Heim an feine poli tischen Gegner die Bitte, feinen Namen aus der Politik zu lassen, bis einmal feststeht, ob er überhaupt in das politische Leben zurüc lehre. Er habe sechs Monate Leidenszeit hinter sich und müsse sich noch einer dritten Operation( Star) unterziehen. Er fel zurzeit gegen Angriffe mehr oder minder wehrlos. gruppe Berlin, dem Berliner Anwaltsverein und dem Berliner Notarverein. Es handelt sich also um einen durchaus ernst zu nehmenden Einspruch. Nur darf nicht vergessen werben, daß bez Streit über die juristisch einwandfreie Formulierung der Auf wertungsverordnung vom Hauptpunkt wegführt: die ganze Aufwertungsverordnung ist ein Unrecht. Der Pfalztag in Mannheim. Im Anschluß an die Besprechung bes Reichs präsidenten und der ihn begleitenden Reichsminister Hoefte, Hamm Beßler usw. mit den Bertretern der Pfalz fand am Abend ein Breffefest statt. Stach einer Begrüßungsansprache des Bor figenben des Verbandes der Süddeutschen Bresse, Chefredakteur Sheet Mannheim, sprach der Reichspräfibent Gbert. Er betonte, daß der Abend den bedrängten Brüdern und Schwe stern im besetzten Gebiet und besonders den leidenden Boltsgenosses in der Pfalz gelte. Mit unserem Gruße verbinden wir den Ausdrud unserer Be wunderung und unferes Dantes für Ihr tapferes Aus harren und Festhalten an deutschem Boltstum und am Deuijchen Reich, das Eie fremder Knechtung und Entrechtung entgegensehen. Die Augen Deutschlands, ja die Augen der gesamten Kultur welt, soweit ihr Bölfergewissen und Menschenrechte mehr find als Wortgebilde, ruhen seit Wochen auf den deutschen Landen am Rhein, insbesor dere auf der Pfalz, die unter dem Drucke fremdez militärischer Befaßung zur Erreichung alter madtpolitischer Ziels einem bewaffneten und gedungenen Gesindel überlassen worden ist, Don deffen Gemeinschaft und Gesellschaft sich jeder anständige fül zer fernhielt. Die Hoffnung, daß es gelingen werde, burch eine Handvoll übelbeleumbeter, zum erheblichen Teil andfrember, ja ausländischer Clemente, bie bis aufs Blut gequälte Bevölkerung zur Absage an Heimat und Reich, zur Lösung tausendjähriget Bande der Geschichte und Kultur zu zwingen, ist an der bemun. derungswerten Widerstandskraft der Bevölte. rung und an ihrem unerschütterlichen deutscher Fühlen und Denten gescheitert. Die Pfalz is Seutsch, terndeutsch und wird es bleiben! Ohne fremde Hilfe und bewaffnete Unterstügung gibt es fei nen Separatismus und feine Separatisten. Hätte man den Rheinländern und den Pfälzern ihr Selbstbestimmungsrecht ge laffen, dann wäre der ganze Separatistensput über Nacht ver flogen. Diese Tatsache liegt fo flar zutage und ist so zwingend baß die öffentliche Meinung der Welt sich ihr nicht verschließen tann. Hier am Rheine wurzelt fest unser Nationalbewußtsein; fo lange das deutsche Bolt lebt und atmet, wird es ausharres im Rampfe um den deutschen Rhein! Bestehen werden wir biefen Kampf aber nur, wenn wir in Opfermut unt Opfermillen in allen großen Fragen unseres Boltes in Gemeinschaft und Treue usammen. stehen. So soll der heutige Abend unseren Mitbürgern aus der Bfaiz und vom Rhein die Gewißheit geben, daß, ungeachtet ver schiedener politischer Meinung das ganze deutsche Bolt mit ihnen fühlt, zu ihnen steht und entschlossen ist, ihnen zu helfen, so, wie Gie drüben alles Trennende zurücktreten ließen hinter dem gro Ben Gebanken der deutschen Sache und der Freiheit. Möge diefer Geist der Schicksalsgemeinschaft und des Zusammenstehens Beispiel und Mahnung für alle Deutschen und für alle Lage sein, möge ez für unsere Butunft bas Zeichen fein, in dem Recht und Freie heit slegen!" Die Ausführungen des Reichspräsidenten wurden von ber mehr taufenblöpfigen Bersammlung mit stürmischem Beifall aufgenommen. Nach ihm sprach noch der Minifter der befehten Ge biete, o efle, und der bayerische Ministerpräsident v. Knilling. Der beinahe Ehrenvorsitzende der bayerischen Kampfverbände, zu dem Oberstleutnant Kriebel mehr Bertrauen hatte als zu fahr, ist boch wohl ber Meinung gewesen, daß man sich zur Berteidi. gung des Deutschtums schließlich auch mit dem Margiften Ebert zusammentun tann, ohne daß Deutschland und das Deutschtum darunter leidet. D. Knilling betonte be. fonders die engen Beziehungen zwischen der Pfalz und Bayern. Er meinte, daß man in Bayern auf die pfälzischen Landsleute stolg fein die die Wacht am Rhein zwar nicht gefungen, sie aber dafür um so besser gehalten" hätten. Gewerkschaftsbewegung Abbau... auch der Betriebsräte. Unter diefer Ueberschrift unternimmt die Bergwerfs- Beitung" in ter Nr. 47 vom 24. Februar einen Borstoß zur Beseiti. gung der Betriebsräte. Der Abbau der sozialen Einrichtungen ist einmal im Gange, und da dürfen die verhaßten Betriebsräte nicht verschont bleiben. Unter der Devise:" Entlastung der Wirtschaft" muß einfach alles beseitigt werden, was dem Unternehmertum nicht in den Kram paßt. Bleibt eben nur übrig, den Beweis zu e.bringen. daß tie heräte die Wirtschaft belaften. Das fällt der Bergwerfs- Beitung" nicht schwer. Eie macht sich ein pasientes Rechenegempel zurecht, und das sieht folgendermaßen aus: " P Am Dienstag, ben 4. März, findet die Wahl der General.| bersammlungsdelegierten statt. Hier haben nun die Mitglieder zu entscheiden, ob sie die bisherigen Zustände weiler bulten wollen oder ob sie durch ihre Stimmenabgabe den Organi fationszerstörungen ein entschiedenes Halt entgegenrufen. Den fommunistischen Schreihällen muß gezeigt werden, daß die Holzarbeiter Berlins ihre durch jahrzehntelange Arbeit aufgebaute Organisation nicht dem Diktat der kommunistischen Partei unterstellen wollen. Unser Parteigenoffen werden aufgefordert, sich zu er. einzutreten und auch am Wahltage jeden Terror in den Wahllokalen, mannen, noch in lehter Stunde in die Agitation für die Wahl der etwa versucht wird, aufs schärfste zurückzuweisen. Die Wahl findet Dienstag, den 4. März, nachmittags pon 4% bis 7 Uhr, in den Lofalen statt, welche im Mitteilungsblatt des Vereintritt, wähl Cifte 1 bandes veröffentlicht sind. Wer für die Erhaltung der Gewerkschaften Zur Aussperrung in der Metallindustrie. Berhandlungen vom Freitag nahm, teilte der Branchenleiter folIn einer Branchenversammlung der Drüder, die Stellung zu gendes Berhandlungsergebnis mit: Im Ruhrbergbau find 1200 Betriebsräte freigestellt. Es wird angenommen, daß ein Zehntel aller Betriebsräte feine produktive Arbeit leisten. Demnach sind im Bergbau des Ruhrreviers 12 000 Betriebsräte vorhanden. Dasselbe Verhältnis übertragen auf die Gesamtzahl der Arbeitnehmer in Deutschland ergibt 450 000 Beden triebsräte, davon ein Zehntel freigestellt, macht 45 000. Bon den nicht freigestellten verbleibenden 400 000 Betriebsratsmitgliedern wird jeder etwa 30 Minuten täglich durch Betriebsratsgeschäfte der produktiven Arbeit entzogen. Bei einem Tagesdurchschnittsverdienst Don 4 Goldmart müssen täglich 260 000 Goldmart für die nichtstuenden Betriebsräte aufgebracht werden. Für diese Summe fönnen, die Tonne Kohlen zu 30 Goldmark gerechnet, jährlich 2 600 000 Tonnen Kohlen geftauft werden. Würden die Betriebs. räte ober der produktiven Arbeit zugeführt, so fommit man bei einem Leistungsergebnis von 0,9 Tonnen je Mann und Schicht zu dem Ergebnis, daß mit diesen jetzt unproduttiven Kräften jährlich 17 000 000 Tonnen Rohlen gefördert werden könnten. „ Die Arbeit roird in jedem Betriebe zu den vor der AusSperrung gültigen Bedingungen aufgenommen. Dort, wo alle Drüdbänte besetzt sind, oder die entsprechende Anzahl Drüder vom Arbeitsnachweis angefordert ist, erklären die Drücker sich bereit, die geforderte l eberarbeit zu leisten. Soll. ten nach Wiederaufnahme der Arbeit Streitigkeiten mit den Drückern vorhanden sein, so werden diese durch eine paritätische Kommission, unter Hinzuziehung von Bertretern der beiderseitigen Berbände geregelt." In der Diskussion wurde am Verhandlungsergebnis besonders Diefe Rechnung hat nur den fleinen Fehler, auf voll erfolgen soll und nicht durch bindende Abmachungen festgelegt worden bemängelt daß die Lohnregelung innerhalb der Betriebe ständig falschen Zahlen zu beruhen. Im Ruhrfohlen ist. Einige Redner standen auf dem Standpunkt, eine Ueterarbeitsbergbau fiind nach dem Ergebens der letzten Betriebsrätewahl nicht zeit fönne für die Drücker bei ihrer schweren Arbeit überhaupt nicht 12 000, fondern nur 3420 Betriebsratsmitglieder und 1048 Er in Frage kommen. gänzungsmänner vorhanden. Die Zahl der Betriebsausschußmitnahme der Arbeit eine Nachprüfung der Attordpreise vorgenommen in Frage tommen. Urich erflärte, daß fofort nach Wiederaufglieber beträgt rund 900. Grundsätzlich freigestellt sind über werden wird, da die Arbeitgeber dies ausdrücklich zugesagt haben. haupt teine Betriebsratsmitglieder. In der Praxis Redner empfahl die Annahme der Vereinbarung. werden ungefähr 600 Mitglieder der Betriebsausschüsse der produt tiven Arbeit im Sinne der Perqwerts- Zeitun" entzogen sem. Das find rund ein Tausendstel der 550 000 Mann be tragenden Bejamtbelegschaft. Die übrigen 300 Ausschußmitglieder werden nur sehr wenig ihrer Berufsarbeit durch die Betriebsrats. tätigteit entzogen und die verbleibenden 2520 Betriebsratsmitglieder und Ergänzungsmänner verrichten regelmäßig ihre Berufsarbeit. Bei den 600 in der Praxis freigestellten Betriebsausschußmitgliedern muß aber berücksichtigt werden, daß sie die Grubentontrolle mit ausüben. " Diese den Tatsachen entsprechenden Zahlen zeigen, was von dem Geschreibsel der Bergwerfs- Zeitung" zu halten ist. Um die perhaßten sozialen Einrichtungen und die Mitwirkung der Arbeiter fchaft im Produktionsprozeß durch die Betriebsräte zu beseitigen, wird einfach eine dem Zweck entsprechende Zahl zugrunde gelegt und darauf eine Rechnung aufgebaut, um die öffentliche Meinung irrezuführen und für die eigenen Zwede einzufangen. Wenn bie Angaben auch zu drei Vierteln gelogen find, das geniert die Herrschaften wenig. Der Zwed heiligt die Mittel. An die Mitglieder des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Die Zustände im Holzarbeiterverband haben sich in letzter Zeit in einer Weise entwickelt, die die größten Bedenten für einen geordneten Fortbestand der Organisation ausgesprochen werden müssen. Die unter dem Deckmantel Opposition" betriebene fommunistische Berstörungsarbeit hat einen Grad erreicht, der eine Diskussion in follegialer Weise unmöglich majt. In vielen Branchen und Bezirfen werden andersdenkende Kollegen terrorisiert, am Steben verhindert und unter dem Vorwand, daß man mit Berrätern nicht zusammen arbeite", aus den Kommissionen ferngehalten. So wurde im Bezirk Nordwesten ein für die Bezirkskommission vorgeschlagener Bibhauerfollege zwar von der„ Oppofition" als ein tüchtiger Gewertschaftler anerkannt, feine Aufnahme in die Kommission jebody abgelehnt, weil man nur einen Moskauer" haben mollte. Da ein so geeigneter Bildhauer" nicht gefunden wurde, blieb der Giz offen. Aehnlich haben sich die Verhälmiffe entwidelt in der Branche der Bergolder, der Knopfmader usw. In Arbeitslosenversammlungen, die von der Dr ganisation einberufen waren, wurde regelmäßig von fommunistischen Verbandsmitgliedern der Antrag gestellt, die Unorganifier. ten als Versammlungsteilnehmer zuzulaffen. Ja, es ist vorge. fommen, daß fommunistische Kollegen gegen eine freigewerffchaftliche Betriebsräteliste mit unorganisierten zusammen tan didierten. Der Erfolg des Terrors der Opposition äußert sich barin, daß durch den Richtungsstreit die Kräfte aufgezehrt werden und die Schlagkraft cem Arbeitgebertum gegenüber geschwächt ist. Wie schnell und gründlich eine Organisation heruntergewirtfchaftet werden kann, zeigt das Schicksal der Sammbranche. Sie war eine der bestorganisierten und hatte auch den Arbeitgebern gegenüber entsprechende Erfolge. Seitdem jedoch vor zwei Jahren die Kommunisten die Leitung an fich gerissen, ging es abmärts Heute ist die Branche in Grund und Boden fritisiert, und die wiedergerufene frühere Branchenleitung wird in mühevoller Arbeit die Folgen der tommunistischen Alera zu beseitigen haben. Arteitslosen ergab die Annahme des Verhandlungsergebnisses. Die Abstimmung der Streifenden, der Ausgesperrten und der Zimmerer! Heute ist Wahltag! Von 10 bis 12 Uhr findet in den Bezirkslokalen die Wahl der 3abftellenleitung statt. Randidaten der praktischen Gemerthaftsarbeit, die Kameradschaftlichkeit, Aufklärung und Dr. ganisationstreue pflegen wollen, die Schluß machen werden mit der Bevormundung durch die KPD. und der Verhegung der Arbeiter gegeneinander, sind die folgenden Kameraden: 1. Vorsitzender: Gottlieb Fr a chy; 2. Borsitzender: Frig Klante; 1. Schriftführer: Arthur Krusius; 2. Schriftführer: Hans Paulig; 1. Raffierer: Friedrich Welisow; 2. Raffierer: Friz Buche; Revisor: Emil 3iege; Kontrolleure: Robert Seidel, Hermann Hoppe. Jeder, dem es ernst ist um seine Organisation, um die Wahrung feiner beruflichen Interessen, um die Zukunft der Arbeiterbewegung, feiner beruflichen Interessen, um die Zukunft der Arbeiterbewegung, wirte für die Wahl dieser Kameraden. Angestellte der chemischen Industrie! chemischen Industrie am Freitag führten zu feinem Ergebnis. Die Auch die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberberband der Arbeitgeber bestanden nach wie vor darauf, die Arbeitszeit bis zu 54 und 60 Stunden zu verlängern, ohne den Angestellten bertretern die Möglichkeit einer Einwirkung au geben. Bezahlung mit Ueberstundensätzen lehnen sie ab und wollen sich auch die Möglichkeit offen halten, nach einer furzen Uebergangszeit die Behälter auf die 54 bzw. 60- Stundenwoche abzustimmen. Der Urlaub foll bedeutend gefürzt werden. Alles das lehnt die Berhandlungskommiffion des Afa- Bundes ab. In der morgigen Ai- Mitgliederversammlung wird ausführlich über die bisherigen Verhandlungen berichtet und zu weiterem Vorgehen Stellung genommen. Löhne und Lohnordnung der Bergarbeiter. Bochum, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Bechenverband hatte am 31. Januar die Lohnhöhe und die Lohnordnung für das rheinisch westfälische Steintohlenrepier gekündigt. Die Ründigungsfrist lief mit dem 29. Februar ab. Am gleichen Tage wurde auf Einladung des Zechenverbandes mit den Arbeitnehmerverbänden über die Neugestaltung der Lohnordnung verhandelt. Die von den Arbeitnehmervertretern geforderte Erhöhung der Löhne wurde vom Zechenverband abgelehnt. Der von ihm vorgelegte Entwurf einer neuen Lohnordnung wurde wegen seiner materiellen Gestaltung und Wirkung von den Arbeitnehmerverbänden abgelehnt. Der Zechenverband wiederum lehnte den von den Arbeitnehmern eingereichten Entwurf ebenfalls ab. Da beide Parte'en auf ihrem Standpunft verharren, fam man zu feiner Lösung. Für den Termin der Abschlagszahlung forderte der Zechenverband die Zustimmung der Arbeitnehmer zur Detadenzahlung. Diefe lehnten jedoch ab, worauf der Zechenverband erklärte, daß er sie trotzdem einführe, da die Gründe für die wöchentliche Lohnzahlung fortgefallen feien, und deshalb zum ursprünglichen Mobus zurüdgegriffen werden könne. Am Schluffe der Berhande lungen forderten die Arbeitnehmervertreter, daß die bisherige Lohnordnung bis zum Abschlusse einer neuen weiter gelten solle. Der Zechenverband glaubte, eine direkte Zustimmung hierzu nicht geben zu können, erflärte vielmehr, daß infolge der Ergebnislosigkeit der Verhandlungen der 3e chenverband am 1. März von der ohnordnung frei fei. Die Arbeitnehmer werden nunmehr den Reichs- und Staatskommissar zur Schlichtung anrufen. Forderungen der französischen Bergarbeiter. bandes hat beschlossen, sämtliche Grubenbefizer davon zu verständiDer Nationalausschuß des französischen Rohlenarbeiterver gen, daß er unter feinen Umständen eine Berlängerung der achtstündigen Arbeitszeit dulden werde. Im übrigen wünsche der Ausschuß eine Neuregelung der Arbeiterlöhne auf Grund der allge meinen Lebensmittelteuerung. Die Grubenbefizer sind ersucht worden, so schnell wie möglich sich zu den Forderungen des Verbandes zu äußern. Oranienstr. 6, steht im Streit. Zuzug ist fernzuhalten. Metallarbeiter! Die Arbeiterschaft bei der Firma Steiner, Ausgesperrte Mufifinstrumentenarbeiter! Ertraunterffühung! Die Verwaltung des Deutschen Holzarbeiterverbandes hat beschlossen, daß ab Dienstag, den 4. März, eine einmalige Ertraunter. ftübung zur Auszahlung kommt. Diese Unterstügung erhalten nur Mitglieder, die einem eigenen Haushalt vorstchen. Doppelverdiener fint hiervon ausgeschlossen. Die Betriebsfunktionäre haben sofort die zu diesem Zwed verausgabten Listen im Verbandsbureau Rungestr. 30 in Empfang zu nehmen. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Zimmerer. Der auf Grund des Schiedss für das Tarifgebiet Groß- Berlin durch Vereinbarung mit den Ar spruchs vom 28. Januar bis zum 26. Februar festgefeßte Lohn ist beitgebern des Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbes mit einer einmöchigen Kündigung bis zum 18. März 1924 verlängert. Der Borstand. pädischen Werte" in Schloß Charlottenburg und AlexandrinenAchtung, Schuhmacher! Die Werkstätten der Deutschen Orthoftraße 12/13 find wegen Tarifbruch gesperrt. Zentralverband der Schuhmacher, Ortsverwaltung Berlin. Die Branchenversammlung der Drüder hat das Berhandlungs. ergebnis, das zwischen den Verbänden am 29. November vereinbart wurde, am 29. Februar angenommen. Damit ist die Ausfperrung erledigt. Am Dienstag wird die Arbeit aufge. Firmen wegen der Wiederaufnahme der Arbeit am Montag ins nommen. Die Ausgesperrten werden ersucht, fich mit ihren Benehmen zu setzen. Urich. Bergolder und Rahmenmacher! Morgen, Montag, nachm. 5 Uhr, im Ge wertschaftshaus, Saal 4, Mitgliederversammlung. Stellungnahme zum Ab fchluß eines Mantelvertrages und Lohntarifes. Verbands und Branchenangelegenheiten. Jedes Mitglied muß erscheinen. Berbandsbuch, legitimiert. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe Betonbau. Dienstag abend 6½ Uhr Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, Gaal 5. Neuwahl der Fachgruppenleitung. Afa- Mitgliederversammlung ber chemischen Industrie, morgen, Montag, abends 7% Uhr, im Reichskafino, Neue Königstraße 26. Bericht über die Berhandlungen und Stellungnahme. Maffenbesuch notwendig. GDB., Lehrergewerkschaft im ADB.. Versammlung morgen, Montag, 7% Uhr, im Berliner Rathause, Saal 109. Deutscher Holzarbeiterverband, Mufitinstrument narbeiter. Dienstag, vormittag 11 Uhr, in den Rammersälen, Teltower Str. 5. Mitgliederverfammlung aller Ausgesperrten. Als Ausweis gilt das Mitgliedsbuch unseres Verbandes. Die Ortsverwaltung. Achtung, Maler! Dienstag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, stehenden Kollegen. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Bräunig. Neuwahl nicht Mitglied der Partei find, der Amsterdamer Richtung aber angehören, des Werbeausschusses. Partei- und Verbandsbuch legitimiert. Kollegen, die tönnen eingeführt werden. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Bersammlung der auf dem Boden der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale tuo Berband der Buckbinder und Papierverarbeiter. Dienstag nadm. 54 Uhr im großen Gaale der Berliner Vereins- und Ronzertfäle( Arminhallen), Roma Die bevorstehenden Akkordberatungen. Referent: Otto Wienide. Bericht von den Verhandlungen mit den Buchdruckereibesizern und den Api- Berbänden. der Werbeausschuß. 3. A.: Franz Kaiser. mandantenstr. 58, Bersammlung aller Afterdarbeiter und Attordarbeiterinnen. Referent: Paul Serzog. Branchenangelegenheiten. Die außerordent i wia tige Tagesordnung macht es allen Mitgliedern zur Pflicht, an dieser Bersammlung teilzunehmen. Mitgliedsbuch ist am Saaleingang Dorzuweisen. Alle Vertrauenspersonen der BDB., Api und Buchdruckereibetriebe find gleichfalls zum Erscheinen verpflichtet. Die Branchenleitung. Deutscher Bekleidungsarbeiter- Verband, Damenmaßbranche und Konfettions anderinnen. Mittwoch, den 5. März, nachm. 5% Uhr, Schulaula, Rochstr. 13, Mitgliederversammlung. Stellungnahme und Bericht über die LohnverhandIungen mit den Arbeitgebern. Zutritt haben nur Mitglieder. Beiträge und Neuaufnahmen werden am Eingang zur Bersammlung entgegengenommen. BEPD.- Maler und Ladierer! Dienstag abend 7 Uhr im Gewerk Ichaftshaus, Gaal 3, Engelufer 24/25, Bersammlung aller auf dem Boden der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale stehenden Ver. bandsmitglieder. Bortrag über: Die Politit der Partei und ihre Wirkung auf die Gewerkschaften." Ref.: Gen. 2. Breunig, M. b. R. Neuwahl der Leitung des Werbeausschusses. Parteiausweis legitimiert. Der Werbeausschuß. Ihr Mundenen wird entstellt durch häßlich verfärbte Zähne. übler Mundgeruch wirkt ab stoßend. Beide übel werden sofort in vollkommen unjchädlicher Weise beseitigt durch die bewährte Zahnpaste Chlorodont, wirksam unterstügt d.Chlorodont- Mundwasser. überall zu haben. 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März 1924 ?n üer Sammelftelle öes Groftftaötelenös. Llog eine CcrmmelstStt« bet Großstadtelend?, dieser HSuser- komplex m der Fröbelsttoße? Weit mehr! Ein Spiegelbild schrei- ender sozialer Mißstände im ganzen Reiche. Nirgenos wie hier offenbaren sich so sehr die Röte der Zeit: Arbeitslosigte�t, Wohnungs. not, ungenügend« soziale Fürsorge für Jugendliche. Greise, Inva- lid« und Krüppel, unrationell« Arbeitslosenunterstützung, völlige vernach'äsiigung des entscheidenden Alters von IS— 2S Jahren, un. gewollte Heranzüchtung von Verbrechern durch psychisch« Infektion, sozialer Stumpfsinn der begüterten Bevölkerungskreis« und manches ander« tritt einem hier in semer nackten Häßlichkeit entgegen... Der kalte Winter. Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit haben hier Der- Hältnisse geschaffen, denen die Verwaltung trotz ihrer ungeheuren Leistungen und besten Willen» schon längst nicht gerecht werden kann, haben Zustände gezeitigt, die einer Diermillionenstadt mit ihren Palästen am Kurfürstendomm und ihren Villen im Grunewald mehr als unwürdig sind. Man wünschte fast,«» lies« Abend für Abend in allen vornehmen Kino», am Potsdamer Platz. Tauentzienstraße, Kurfürstendamm und anderen mehr ein Film vom Asyl der Aerm- stcn. Dielleicht schlüge doch noch das dickhäutig« Gewissen de« einen oder anderen in Pelz und Lack beim Anblick der tausenden zer» lumpten Gestalten. Es geht ja schließlich um die Sicherheit dieser Leute selbst, denn da» Asyl ist nicht zuletzt«in Sicherheitsventil gegen Derbrechen. Deshalb sagt sich die Verwaltung mit Recht: Vi«. mand soll nachts auf der Straß« bteiben, der in» Obdach will. Allein der Januar dieses Jahre» Hot 17SV00 Menschen in, Obdach geführt gegenüber 70000 für» ganze Jahr ISIS und gegenüber ISS 000 im Januar 1912. Bedenkt man aber, daß im verhältnismäßig günstigen Dezember de, Jahre» 1S22 111000 Menschen Obdach aufgesucht Hoden, so heißt e» für den Winter 1924 schon setzt Vorsorgen, rück» sichtslc» aufdecken, nackt« Tatsachen der Stadtverwaltung und Oeffent- lichkeit vor Augen halten. dke havsorSnung. Mit seinen 40 Sälen, die sich aneinanderreihen, für 3200 Menschen berechnet, hat das Hau», das im Jahre 1887 entstanden ist, jetzt Abend für Abend weit über 40ZZ Menschen zu beher'oerg.-a. Schon gegen 2 Uhr nachmittag» stauen sich, von der Kälte getrieben, in langen Reihen auf der Straße bi» 2000 Menschen, an der Spitze die Alten, und strömen gegen Z Uhr in die Säle. Da» sind die Glücklichen: sie erhalten noch eiserne Pritschen auf deren harten und kahlen Federn sie sich lang lezen können. Di« weiteren Ankömmlinge be« treten zuerst den verfammtungssaal. Sobald dieser sich gefüllt Hot. verlassen sie ihn in schneller Aufeinanderfolge einzeln, nehmen unter- weg» im Korridor Deck« und Gßnaps an sich und bedecken so- fort, dicht aneinandcrgedrängt, mit ihren Decken und Körpern den kahlen Fußboden de, leeren Schlafsaale«. Früher standen auch hier Pritschen; die kamen aber fort, um für die Menschenkörper Platz zu schaffen. Sogar die zugigen Flure müsien setzt herhalten. Di« alten Leute schlafen tn den Notbarocken. Immer wieder füllt sich der Dersammlungsfcoi. um sich gleich wieder zu leeren. Die Neuankömmling« erhalten ihre Suppe, die bald dünner. bald dicker ist. je nachdem die Mittel reMjcn. Dem hungrigen Magen genügt« sie nicht, der erfolgreiche Fechter betrachtet sie öl» erwünschte Zugabe. Auch morgens ein« Suppe und«in 800 Gramm schweres Stück Brot. Boden: 10 Pfennig nur für die. die es wollen. Einige besonders verlaust« werden von den Angestellten herausgegriffen. Etwa ISO sind es, die sich so der Dusch« bedienen und nur ihr« K'eider werben entlaust. Gegen 10 Uhr beginnt der Menschenstrom abzuflauen, bi» II Uhr ist der Einlaß gestaltet, nach II Uhr müsien Gründe für dir Verspätung angegeben werden. Dann versinkt olle» in einen schweren unruhigen Schlaf. Nur Laster und Derbrechrn balten Ausschau nach ihren Opfern. Gegen XS Uhr morgen» ent- sieht ein wirre» Durcheinander. Euppe und Brot werden verteilt. Schnell leert sich da» Hau». Nun beginnt die große ReinI» gung dur-h da» Personal und 10 freiwillig« Heiser, die ol, Ent» lohnung außer verpf'eqnng noch den Erlös vom Berkaus de« ge» sammelten Papiers erhalten.— Die anliegenden Kaschemmen, die Wärmehollen in der Dirckfenstraß« füllen sich mit Obdach. losen; sie zerstreuen sich ln der ganzen Stadt, jeder„ficht* am ge. wohnten Platze, um sich zu den Suppen und dem Stückchen Brot noch etwa? zukaufen zu können. Die Frauen, die gegenüber den früheren 7 Proz., setzt ungefähr 10 Proz. ausmachen, in der Hauptsache Kontrollmädchen, eilen ihren Freunden in die Arn«. Da» sind unter den Elenden die Elendesten. der Schloffaal. In den Schlafsälen der Frauen sind die Arbeiterinnen, Auf- wartefrauen oder Bettlerinnen nur dünn gesät. Für die zufällig Ob- dachlos«, die in dieses Sodom und Gomorrha hineingerät, muß die Nacht mehr als qualvoll sein. Besonder« Schlafiäle für Frauen und Mädchen gibt es nicht. Di« männlichen Neuankömmling« sind bester daran. Melden sie sich selbst dem Aufseher oder bemerkt dieser den Neuling, so bringt er ihn in den Saal Nr. 20. Den zweiten Abend kommt er aber schon in den newöhnlichen Saal. Hier hausen zusammen alt und jung, professionelle Bsttler und candarbelter. die den Frühling abwarten, erwerbslose Arbeiter und lahrelang Ar- beltsscheue, sittlich Unberührte und mit allen Mastern gewaschene Kriminelle, wie der Zufall es fügt. Bi» 25 Proz. sind es Berliner, bis 75 Proz. Zugereist«. Der größte Teil stehl im Alter von 10 bi» 25 Jahren. Die Säle mit den eng aneinandergefügten Pritschen haben noch ein einigermaßen wohnliche» Aussehen. Die anderen ober mit dem von Menschen dicht besäten Fußboden machen einen wüsten Eindruck. Ganz und halbnackt, in Unterwäsche oder bekleidet füllen die Asylisien den Saal, mit den penetranten Ausdünstungen ibren Körper, bescheren einander mit Tausenden von Läusen, infi- zieren einander mit den Mitroben de» Lasters und des Derbrechens. Es genügen einige Nächte, damit der Neue sich hier„heimisch* fühE; die schwül« Atmosphäre des Dahinleben» von der Abendfuppe zur Morgensuppe ohne geistig erfrischenden Cnslztig und ohne Hoffnung». strahl nimmt ihn gefangen, ein Kleidungsstück nach dem anderen wandert in fremd« Hände, mit den anderen Kleidern ändert sich nicht nur sein Aussehen, sondern auch der innere Mensch. Der letzte Rest von Selbstgefübl geht verloren, e» wird ein Dahindämmer», ein Sich- dem-Schicksol-fügen. Der vor kurzem noch ordentliche Arbeiter sinkt zum Deklessterten bereib. Der Sumpf de» Nachtasyl» hat ihn in sich eingesogen, der Sumpf drr Großstadt tu» ein Uebriges dazu. Der Strofrickter, das Gefängnis Ist da» End« so manchen. Da» die s o» z I a l e Seite de» Schlafsaales.— Bester haben es die„Zahle r*. Da» sind größtenteils Arbeiter ohne Sch afsteN«— bis 900 seden Abend. Für 27 Pfennige erhallen sie Unterkunst. Suppe und Prot. Der Direktor de» Asnls war es. der die Einrichtung im Oktober 1922 in» Leben rief, um den Arbeitern zeitige» Aufstehen zu ermöglichen. 0437 Goldmork hat so dem AIni scder Wintermonat eingebracht.— Drei Säle sind von Erwerbslosen belegt, denen von der Erwerbs- lasenstcll, für 20 Proz. Abzug von der Erwerbslofenunterftützung hier die Schlafstelle zugewiesen erhalten. In diesen SSlen wie in denen der Zahl« sieht es schon menschenwürdiger aus. verlaöongskommWoa— Stichprobe. Hikfofe Menschen, unerfahren«, unbeholfene NeuNnge find»ine erwünschte Pente für Menschen, sür die Eigentum nur dazu da ist, um es anderen abzunehmen. Wie oiel« Nacht für Nacht um ihr bißchen Geld, um ihr« letzten Habseligkeiten, Kleider und Dokumente kommen, ist schwer zu sagen. Nur 5— 6 Anzeigen werden jeden Morgen gemacht, der größte Teil de? Ausgeplünderten schweigt, um Schlimmeres zu verhüten. Sie wissen, weshalb sie schweigen; irgendein unansehnlicher Krüppel, der draußen durch sein Ge- brechen gut verdient, hat seinen Krei» von 5 bi» 10 Mann um sich. denen er gut spendiert— da» ist die verladungs- oder Mordkom- misston. Der Krüppel beginnt den Krakeel mit dem ausersehenen Opfer. Es entsteht e n« Schlägerei, olles fällt über den Mann her. er wird ausgcp'ündert. Oder in der Toilette erhält eine?«in«, Scklog über den Kopf oder eine betäubende Zigarette macht da» Opfer willenlos. Der Hehler Ist auch bei der Hand: er schläft sogar speziell zu dem Zweck Im Obdach. Die körperliche Durch- suchung der Saalinsasien zeitigt nur selten Erfolg. Kann es auch ander» sein, wenn unter Umständen bi» 1000 Mann durchsucht werden müsien. Mehr Glück hat der Erkennungsdienst. Jeden Morgen werden zwei bi» drei Säle zurückgehalten und die Papier« revidiert, da» ist die Stichprobe. Alles geht durch die Kartothek. Die Remmktzmmlln« werden verwarnt. Sie dürfen nach der Ver- warnung»och 15 Tage schlafe». Werden sie im Laufe von drei Monaten noch der Verwarnung angetroffen, so kommen sie im grünen Wagen in» Polizeipräsidium vor den Amtsrichter. Zuerst aber werden sie noch ebenso wie die Neuankömmlinge in das Zim- mer der Krimina'polizei befördert. Hier ist ein regelrechter Erken- nungsdienst mit einer vollständigen Kartothek für all« steckbrieflich Verfolgte angelegt. So manchem ereilt da unerwartet da» Schicksal. 5rallen- vnS Zamiiienheim. Die Kontrollmädchen sind der wundeste Punkt des Asyls. Sie sind es auch, die für so manchen Mann hier die Anziehungskraft bilden— ist es doch ein schöne» Gefühl, zu wisien, daß die Herzens- freundin m der Nähe ist. Don der Polizei überwiesen, sind bis 200 Frauen m der Station für v e f chl e ch ts k ra n k« untergv- bracht. Di« Fenster gehen auf die Straß« hinaus. Laut« Unter- Haltung durchs Fenster mit ihren Freunden und Kupp'erinnen im- tieren die Passanten. Unruhig, wie sie mal sind, kam es vor etwa zwei Jahren zu Zusammenrottungen. Als vor kurzem nicht all« Obdachbedürftigen untergebracht werden konnten, und es zu Unzu- friedenheiten unter ihnen kam, wurde die Station verkleinert. Ganz fortliquidiert wird sie ober trotz entsprechender Vorstellungen des Direktors noch immer nicht, obgleich ihre Räumlichkeiten dem Fa- Milien heim zunutze kommen könnten. Da» Familienheim hält den Direktor einigermaßen für die Bitternisi« de» Asyls schadlos. Alte Manschen, von Polizei und Wohlfahrtsstellen zugewiesen, auch sunar Obdachlos«, oder Erwerbslose von der Erwerbslosenstelle zu- gefühtt, 250 an der Zahl, finden hier bei voller Derpf'egung Unter- kunft, bi» st««ine Wohnung gefunden haben. Das Frauenfamilien- heim, das nur obdachlose Fronen mit Kindern aufnimmt, zählt 312 Betten; hier finden auch zukünftiq« Mütter im siebenten Monat der Schwangerschaft Aufnahm«. Oft kommen sie mit allen ihren Kindern nach verlln. um entbanden zn werden. 35 Betten stehen ihnen zur Verfügung; ebenso eine Entbindungsanstalt, ein Wöchnerinnensaal. der Babysaal mit 40 Babybetten, der Stolz de» Direktors. Die Mütter hoben zu Ihren Kindern nur während der Zeit de» Stillens Zutritt. Die Säuglinge fallen im Babysaal oiel besser gedeihen, als früher, wo st« bei ihren Müttern schliefen.— Di« Kronkenstation für Männer befindet sich in einer Notbaracke, für die Frauen ln einem Teil de» Frauenfamilienheims, je 110 Betten für sede» Ge- schlecht. 3Ä>er Asylisi darf sich am Morgen beim Arzt melden. Ent- weder er HS'» er ambulatorische Hilf« oder er wird der Krankenstation oder dem Krantenhause zugeführt. Mehrere Hundert sind es, die tägUck ärztliche Hilfe erhalten.— Ein« der wichtigsten Funktionen de» Asyls ist die Ausgabe von Fahrkarten, die nachweisen können, baß sie nach Hause oder zur Arbeit fahren wollen, und die Verteilung von Kleidern an Obdachlose, die Arbeit gesunden haben. Soziale Nokoenöigkelten. Da» Lerttner Asyl für Obdachlos« ist nicht nur«ine städtische oder polizeilich« Anglegenheit, au» dem ganzen Reiche kommen die Menschen und über ganz Deutschland zerstreuen sie stch. mit sich die sittlich» Jnfektton de, Asyl» tragend. E» wäre nutzlos zu for- dern, daß im oegebenen Augenblick neu« Asyle in verschiedenen Stadtteilen aufgeführt werden, daß ein besonderes Asyl für Fraupr entstehe, daß jeder Obdachlose jeden Tag wie in Hamburg durch die KaEothek gehe, daß sozial« Fürsorge stch um alle Hilfsbedürs- tigen und alle der Hilfe würdigen sich kümmern— mit einem Worte, daß Zustände geschaffen werden, ti« wirklich einem icden deutschen Bürger, gleich ob Berliner oder Auswärtiger, ohne Graiiei, und ohne Gefahr für sein physische» und seelisches Wohl da übernachten könne. Ohne die ungeheuren Sckwierigkeiten, dio einer Reform des Asyl» entgegenstehen, zu unterschätzen, muß man sedoch sagen, daß auch unter den obwaltenden Verhältnissen ein- schneidend« Aenderungen vielleicht mit verhältnismäßig geringfügigen Mitteln getroffen werden könnten. Kann das früher private Alyt a» der Mietsenstraße, das laufend Menschen beherbergte, nicht wieder vielem Zwecke nutzbar gemacht werden so könnten wenig- Km» sofort im Frühling aus den, freien, dem Nachtasyl angrenzen n Gelände noch etliche Notbaracken aufgeführt i werden, könnten einige tausend Holz, oder Elsenpritschen an- I geschafft und für eine hinreichende Anzahl von Decken gesorgt tStmkidnl» tut* Ralii-v-rl-a. CicIIr.) 40] Der Bürger. von LeoicharS Krank. Jürgen lächelte da» Lächeln eines Menschen, der seiner Sache sicher ist, diesen Rat nicht nötig hat. und gab keine Ant- wort, reichte beiden die Hand, schlug Elisabeth» Bitte, im Wagen mit zurückzufahren, ab und schritt, nach einer knappen Verbeugung zur Gesellschaft hin, waldwärts. „Wie schloß Adolf seinen Hymnus auf stch und auf die Stellung unserer Industrie In der Welt?: Rur wer aus irgend- einem Gebiete etwa» leistet, hat Macht. Und nur dem Mäch- tigen gehört da« Leben. „Da» stimmt. Aber wer sind dt« Mächtigen und was für Eigenschaften müsien fie besitzen, um mächtig werden zu können... Ts gibt«tn« bestimmte große Anzahl solcher, die schon oben geboren werden und sich eben weiter vorwärts bringen, wie geölt;«Ine kleine Anzahl Leo Seldei», die nicht nur über Verstand. Begabung und eiserne Gesundheit, son- dern auch über eine ganz besonders große Portion Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Gemeinheit verfügen müsien. um durch die erdenbreite Eisenplatte, die auf den Rücken der Millionen lastet, durch» und hinaufkommen zu können. Außerdem gibt es noch einig« Jürgens, die oben sein könnten, aber herunter- gehen und nur auf der Leiter des Verrat» an der Idee wieder hinaufzusteigen vermöchten... So liegt die ganze Draht» leitung.* Innerlich grau geworden, starrte er den sechs Kraftwagen nach. die. schon in weiter Ferne, eben um den Fuß eines be» walde'en Hügel» herumsausten, auf der Höhe wieder erschienen und.«in sich schlängelnder, dünner, schwarzer Strich, im Blau verschwanden. „Im Auto würde man au» der tiefsten Tiefe des Trichters, in dem das Proletariat kämpft und krepiert, sehr schnell heraus und nach oben kommen, wo das Leben ist... Ja, ich brauchte sogar mir einen einzigen Gedanken zu denken: den Gedanken: Jeder für stchl Oder: Vervollkommnung der Persönlichkeit! Und schon würde Ich oben sein.�... Erfüllt von Widerwillen gegen olle», gegen da» Leben und gegen sein Leben, gegen die Ausflügler und gegen den Bildungskursu». den er heute abend noch abzuhalten hatte, langte er vor der Haustür an.„Die Jugend scheint de, mir vorüber zu sein. Die Jugend! Man wird älter und alt! Er nahm de» Postboten«wen Brief ab. Die ungelenke Handschrist war ihm nicht bekannt: Phinchen sleh'te, er solle kommen, die Tante sei noch immer sehr krank. Und weshalb er auf den letzten Brief nicht geantwortet habe. .Jetzt wirst du großen Hunger haben." „Nicht einmall Ich habe ja... Ich habe eigentlich wenig Appetit... Hier lies den Briefl" „Fühlst du dich nicht wohl? Ich meine, well du nicht hungrig bist." „Doch, ich bin ganz gesund... Aber, was meinst du, soll ichda tun?* „Weshalb solltest du sie nicht besuchen!* Während des ganzen eineinhalbstünvigen Portrages, den Jürgen im Bildungskurse hielt, kühlte er sich gepeinigt von dem Bewußtsein, seine Begegnung mit den Ausflüglern Katharina verschwiegen zu haben. Erst gegen Morgen, nach einer in unruhigem Halbschlaf verbrachten Nacht, schlief Jürgen ein. Und stand um zwölf Uhr vor der Villa, die er vier Jahre nicht mehr gejehen hatte. Die Tante saß, in Decken gehüllt, im Lehnstuhl. Phinchens Gesicht, glücklich lächelnd, war tränen» nah geworden beim Erblicken Jürgens. Es sei, wie immer, die Brust, antwortete die Tante. Sie trug, wie Immer, ihr schwarzseidenes Spitzenkopftuch, sah ganz unverändert au». Bei dem linken Ohr» beginnend, über Schläfe und Stirn, bi» zum rechten Ohr. lagen, platt ange» drückt wie immer, die mit der Brennschere sorgfältig gedrehten schwarzen zwölf Fragezeichen. Erst in diesem Zimmer, wo der Fußboden so rein war wie der Vorhang und funkelte wie die Fensterscheiben und die polierten Möbel, fühlte Jürgen, sitzend an dem einladend ge» deckten Tisch, wie heruntergekommen er in seinem letzten An» zuge aussehen müsie. Die Tante sprach nicht, fragte nicht. Und bemerkte alles. War entsetzt über Jürgens Aussehen.„Seine Manschetten sind ausgefranst, die Hemdbrust und der Kragen ungewaschen. Diese Stiefell Die Absätze sind schiefgetreten bis zur Kappe.* Und ohne Ueberleitung, als ob sie, während Jürgen aß. an nichts anderes gedacht hätte:„Ich würde... wir würden noch einen zweiten Stock aufsetzen losten. Ihr würdet oben wohnen. Die Grundmauern der Villa sind stark.* „Wer soll oben wohnen.* „Wenn du heiraten würdest.* Jürgen schüttelte den Kopf.„Es ist doch zu toll! Ant» wortete nicht, aß weiter. Er saß mit dem Rücken zur Tans«. Der Lehnstuhl stand am Fenster ln der Sonne. »Und»veno ich sterbe, könntet ihr unten Wohnzimmer, Eßzimmer und Salon haben, im Stock Empfangsräume, und oben schlafen... Phinchen würde ja auch bei euch sein... Und der Garten. Der schöne Garten!* Phinchen versuchte, da» Weinen zu verschlucken, heulte los und rannte mit der vollen Schüssel wieder hinaus. Es war still. Die Tante blickte Jürgens Rücken an, sah durchs Fenster aus den blühenden Magnolienbaum, wieder Jürgens Rücken an.„Aber wisien müßte ich, wem ich mein sauer erworbenes Vermögen hinterlasie. Denn so schwer e» mir auch fallen würde... Er legte die Gabel, mit der er ein Stück Fleisch von der Platte hatte nehmen wollen, wieder zurück, wandte sich lang- sam um.„Du müßtest mich enterben, was?* »So furchtbar schwer mir das auch fallen würde!* »Und du glaubst, daß ich Mick... Glaubst du denn wtrksich, daß ich mich mit so etwas bestechen laste?* Die Tante strich sich über die Augen, legte die Hand an da» Kinn, sah weg. Und Jürgen drehte sich wieder um zum Tisch. So steht» denn doch noch nicht mit mir, dachte er. Und, plötzlich im Tiefsten betroffen:»Was war das? Was war das? Was?* „Ich sage dir nur, wo» mein Herz mir eingibt.* Die Tante redete weiter. Er hörte nichts mehr.»Was war da»?... Wie also steht's denn mit mir?" So sitzt sie immer, wenn sie einem Plane nachhängt, dachte er aus der Straße. Er wußte nicht, wann und wie er die Villa verlosten hatte.„Wie ging ich denn weg?... Was war das? Wie also steht's mit mir?... Streicht sich mit der Hand erst über die Augen und dann bleiben ihre Finger- spitzen am Kinn hasten. So macht sie es immer. Da sitzt diese» winzige, gelbgesichtige Persönchen im Lehnsesiel und macht Pläne: über dos morgige Mittagesien, oder ob sie ihr Vermögen, ihr sauer erworbenes, vergrößern kann, wenn sie dieses oder jenes Wertpapier tauft oder verkauft, oder über den Tag der nächsten großen Wäsche oder über mein zu- künftiges Leben. Wenn sie Schlitzaugen hätte, würde sie ganz so aussehen wie eine alte Ehinesin." Plötzlich blieb er stehen.„Alles das stimmt. Ist aber ganz unwichtig; wichtig ist zu wissen was eigentlich mit mir los Ist... Was will ich denn?' Die weiße linealgerade Landstraße schoß wie«in Pfeil in den geheimnisvollen Hori» zont.„Das Ist Unsinn. Das Fortlaufen ist Unsinn... Aber das Gefühl, das hinter diesem Wunsch« steht, ist kein Unsinn. Dieses Gefühl bin... ich, ist der Mensch in mir, so wie«r ist... Wie er offenbar nun einmal ist! (Fortsetzung folM plat und Zentralviehhof wird die Linie 54 durch die neue Linie 65 ersetzt. Ferner wird auf verschiedenen Linien eine Verdichtung des Fahrabstandes vorgenommen. Zum 18. März und 1. April d. J. sind weitere Betriebserweiterungen vorgesehen; nähere Bekanntmachung erfolgt noch. Zwei Frauen und ein Mann. werden.( In den früheren Jahren erhielt jeder Obdachlose zwet| die Rüdfahrt durch die Leipziger Straße erfolgt. Zwischen Dönhoff| Deden, jetzt erhält nur der auf dem Fußboden Schlafende eine Dede zum Bedecken des Fußbodens.) Bon vielleicht noch größerer Wichtigkeit ist die Berücksichtigung des sozial- pinologi. fchen Moments. Es muß die Verteilung der Asylisten, wie fahwierig es auch sein mag, nach verschiedenen Kategorien in gejonderten Sälen verwirklicht werden. Durch Einstellung bezahlter Fürsorgekräfte, denen ein Stab von freiwilligen Helfern aus der Jugendbewegung zur Seite stehen müßte, fönnte die annähernde Erfassung aller derjenigen ermöglicht werden, denen überhaupt noch geholfen werden kann und Gefahr laufen, im Asyl seelisch obdachlos zu werden. Gleich dem Jugendhelfer, der die Jugendlichen unter 18 Jahren der Fürsorgestelle im Bolizeipräsidium zuführt, um ihnen so auf die Beine zu helfen, muß in erster Linie das Ulter von 18 bis 25 Jahren von den fozialen Helfern in Schuh genommen werden. Die Berteilung der Fahrtarten und Kleider muß ausgebaut, eine enge Berbindung zwischen Asyl und Arbeitsnachweis hergestellt, die Reparaturwerkstätten für Kleider und Stiefel er. meitert werden, große Pintate, die jetzt fehlen, den Neuankömm. ling auf die Hilfe, die ihm zuteil werden fann, hinweisen. Dann wird das Asyl für Obdachlose erst zum wirklichen Asyl werden. * Obdachlosigkeit enthält nicht nur ein physisches Moment, viel wichtiger ist das psychische. Obdachlosigkeit ist Einsamkeit, BerGaffenheit, Haltlosigkeit. Aber fast jeder Obdachlose, dessen physische Kraft noch nicht gebrochen ist, hofft noch immer, es müsse mal beffer werden; er weiß nur nicht wie. Die da wissen, müssen helfen, wo noch zu helfen ist. Dann wird die Hoffnung der anderen zur Wirklichkeit. Es gibt allerdings auch solche, die nichts mehr erhoffen und denen nicht mehr zu helfen ist. Blumen im Schnee. Ihr Berliner seid komische Leute," fagte mir eines Tages eine Schweizer Dame, Ihr möchtet im März schon im Freien Kaffee trinten..." Und das Märzveilchen auf grünender Aue eigen händig pflücken..." fiel ich ein. In der Tat: wir haben schon Märztage gehabt, in denen spazieren zu gehen eine wahre Luft war, gebadet in Sonnenschein, und in den Gärten derer, die sich's leisten fonnten, standen die Löpfe mit Hyazinthen, Krofus, Tulpen, Nar. giffen bis zum Rand eingesenkt, so daß sie ein wahres Blüten wunder uns vorzauberten. Aber diesmal wohl dem findigsten Auge wird kein Blümelein im Freien darbieten, hart wie ein Stein liegt die Erdfruste da, und nur die Knospen der Sträucher loffen erkennen, daß es doch einmal anders, und zwar beffer werden muß. Ueberhaupt ist mir Berlin nie so blumenarm erschienen, wie in diesen Tagen. Swar die paar Lurusgeschäfte strohen von Jeltenen Errungenschaften der Gewächshauskultur, aber das ganze Straßenbild, das, wie gesagt, im März früherer Jahre doch farben. Straßenbild, das, wie gesagt, im März früherer Jahre doch farben freudiger fich gab, ist so ganz auf grau in grau gestimmt. Mehl fuppe statt Götterspeise. Auch hinter den Fenstern der Wohnungen ift nichts zu erbliden; die Freude an der Zimmerfultur hat nachge. laffen. Bielleicht nachlassen müssen, weil der wenig gefüllte Geld beutel für Lugusausgaben nichts mehr hergibt. Das ist sehr schade, denn so viele Blumen es auf der weiten Erde gibt, soviel Gründe sind für den Kulturwert der Beschäftigung mit Blumen anzuführen. Aber das Prosaische ist nur leider Trumpf geworden und es wird in Zukunft teine Empfehlung für die hochherrschaftliche Wohnung fein, wenn es von ihr heißt: Wintergarten auch vorhanden. Aber ach, in dem talten Raum wohnt das Grauen, die Heizung funktioitiert entweder überhaupt nicht mehr oder sie ist hier abgestellt... Schade um so manches liebevoll gepflegte Gartenbild im Innern des Hauses. man muß zufrieden sein, wenn in der stilvollen Base ein gelber Mimosenzweig sich hochredt. Blumen im Schnee aber sie sind ja da... Sehen Sie doch mur dort an der Ede, wo die junge Dame mit der ein ganz wenig geröteten Nase fich über den wandelnden Blumenladen der alten Frau büdt..." Ein paar rote Tulpen wählt sierot die Farbe der Hoffnung, der Liebe. Und die leisen Floden wirbeln gerade wieder für ein paar Augenblide herunter, Blumen und Menschen blume mit Buder bestäubend. Also doch: Blumen im Schnee! Nene Straßenbahnlinien. Nacht für Nacht durch die teuersten Cofale. Einen recht üblen Ausgang nahm eine Reisebefanntschaft für den Kaufmann Bechstein, da das Ende für ihn eine Anflage wegen Betruges und Unterschlagung war. In einem Kurort hatte B. eine junge Witwe, Frau E, fennengelernt und war mit ihr in nähere Beziehungen getreten. Der Kaufmann war zwar verheiratet, diese Ehe war jedoch angefochten worden, da fie in London in nicht rechtsgültiger Form geschlossen worden war. Das Baar beabsichtigte, sich später zu heiraten. Inzwischen gab Fr. E. ihrem Liebhaber thr Vermögen und ihre Schmud sachen, nach ihrer Behauptung lediglich zur Verwaltung und Aufbewahrung. Als das Verhältnis in die Brüche ging, erstattete Frau E. gegen ihn Anzeige, weil er die Juwelen verfeßt und das dafür erlöfte Geld ebenso wie das Vermögen der Frau E. in feinem eigenen Geschäft verwendet haben soll. Bechstein hatte ihr zwar in einem Bergleich vor etwa Jahresfrist 800 000 m. in bar und 100 000 m. in anderen Werben zum Ausgleich ihrer Forderungen überwiesen. Frau E. fühlt sich aber noch nicht gededt und hatte in dem Geschäft des Angeklagten verschiedene Waren beschlagnahmen lassen. Das Schöffengericht hatte B. wegen unter schlagung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen diefes Urtet war Berufung eingelegt worten. Vor der ersten Straffammer des Landgertdyts II führte der Angeklagte zu seiner Berteidigung an, daß die Behauptungen der Zeugin unzutreffend seien. Mit Frau E. habe er auch noch ihre Freundin, eine junge Finnländerin, mit in Rauf nehmen müssen, da beide Frauen ungertrennlich waren. Die betten vergnügungs. füchtigen Frauen habe er Nacht für Nacht durch die teuersten Lotale führen müssen und habe mit ihnen auch Reifen unternommen. Ein Teil des angeblich unterschlagenen Geldes fei zur Bestreitung dieser fostspieligen Ausgaben und der besonderen Balt habe Liebhabereien der beiden Frauen verwendet worden. er einsehen müssen, daß es sich bei ihnen um eine Freundschaft eigener Art gehandelt habe. Er habe nicht Luft gehabt, der Dritte im Bunde zu sein, und habe das Berhältnis gelöst. Nun habe sich die Wut der Frau gegen ihn gelehrt, und im Vergleich habe er schon mehr zurückgezahlt, als Frau E. zu beanspruchen habe. Der Verteidiger bezeichnete die Anflage als einen Radhealt der Frau E., die ganz unter dem Einfluß ihrer Freundin stehe. Die Firnländerin übe auf Frau E. einen derartigen Einfluß aus, daß diefe fich zu ihr in einem hörigteitsverhältnis befinde. Es handle Bivilstreit. Die Straffammer Schloß sich dieser Ansicht an und sprach sich um teine strafrechtliche Handlung, sondern um einen reinen den Angeklagten unter Aufhebung des ersten Urteils frei. Vier Schupobeamte wegen Falscheides verurteilt. Durch leichtfertig abgegebene Eide haben sich vier Bolizei wachtmeister nicht nur um ihr Amt gebracht, sondern auch fich Gefängnisstrafen zugezogen. Der Polizeiwachtmeister Wilhelm D. unterhielt mit einem jungen Mädchen ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Als er in einer Alimentationstlage als Bater des Kindes in Anspruch genommen wurde, erschienen die Polizeiwachtmeister Eduard J., Ernst K. und Johann B. auf der Bildfläche und gaben die eidesstattliche Bersicherung ab, daß sie an demselben Abend, an dem es zwischen Deutsch und dem Mädchen passiert war, bei dem gemeinschaftlichen Ausflug nach Eiche ebenfalls mit der Klägerin Umgang gehabt hätten. Das wurde von der Klägerin entschieden in Abrede gestellt, und da nach den ganzen Umständen diese Angaben unglaubwürdig erscheinen mußten, wurde gegen die drei Zeugen Anklage wegen wiffentlich fal ichen Anschuldigung, gegen D. megen Anftaftung erhoben. In der Berhandlung vor der Straffammer des Landgerichts I be stritten die Angeklagten, fich schuldig gemacht zu haben und blieben bei ihrer Bezichtigung. Das Gericht hielt auf Grund der Zeugen. ausfagen eine Lokalbesichtigung in Eiche ab und fam daraufhin zu der Ueberzeugung von der Schuld der Angeklagten und verurteilte D. zu einem Jahr Gefängnis, die übrigen zu Gefängnisstrafen Don 2 bis 9 Monaten. Eine Schwindlerbande vor Gericht. Die Berfiner Straßenbahn- Betriebs- B. m. b. H. wird ab 3. März folgende Betriebserweiterungen vornehmen. An neuen Linien werden eingestellt: Linie 49, Niederschönhausen, FriedensplagGörlizer Bahnhof; Linie 62, Weißenfee, Schloß- Bahnhof Chars lottenburg; Linie 65, Zentralvichhof- Schöneberg, Mühlenstraße. Berlängerung bestehender Linien: Die Linie 72, Char. lottenburg, Amtsgericht- Weißenfee, Antonplay, wird über Berliner Allee bis zur Rennbahnstraße in Weißenfee weitergeführt; die Linie 73, Heinersdorf- Alexanderplat, wird über Königstraße, Spandauer Straße, Moltenmarkt, Köllnischer Fischmarkt, Ger. traubtenstraße, Spittelmarkt, Leipziger Straße bis zum Dönhoffplay( Krausenstraße) verlängert. Veränderungen bestehender Linien: Die Linie 54, Hafenfelde bzw. Spandau, Stadtpart- fielen auf den Schwindel hinein. Während einer der vier Schwindler Bentralviehhof, wird bis Hausvogteiplag, Dönhoffplaß zurückgezogen und in zwei Linien aufgeteilt; Linie 54, Leipziger Straße Hakenfelde, und Linie 154, Leipziger Straße- Spandau, Stadtpart bezw. Johannesstift. Die Wagen dieser Linien werden von der Leipziger Straße in Schleifenform über Charlottenstraße, Franzo fische Straße, Oberwallstraße, Hausvogteiplag, Jerufalemer Straße bis zur Leipziger Straße geführt, von wo nach kurzem Aufenthalt Mit angeblich verschobenen Waren hat eine Gaunergesellschaft längere Zeit zahlreiche Geschäftsleute geschädigt, bis es gelang, die Täter festzunehmen. Der bereits vorbestrafte Maler Karl Start hatte in Gemeinschaft mit dem Hilfsmonteur Franz St'art, seinem Sohne, sowie dem Arbeiter Adolf Weil und dem Schlosser Wilhelm Ringel Futtermittelhändler, Fuhrhalter und andere Interessenten aufgesucht, denen er erzählte, daß er gute Beziehungen mit dem Direttor der Reichsfuttermittelstelle habe, und daß dieser Hafer und andere Futtermittel in großen Mengen und fehr preiswert abgeben tönne, weil er fie hinten herum aus den amtlichen Beständen verschiebe. Das zog in allen Fällen und die Leute dem Käufer gegenüber als Vermittler auftrat und ihn einmal zu der Futtermittelstelle des Landbundes und das andere Mal zum Reichs. ausgleichsamt oder zur Reichsfuttermittelstelle führte, trat dort aus einem Zimmer, an dem fälschlicherweise ein Plakat mit der Aufschrift: Futtermittelstelle" angebracht war, ein zweiter Mitbeteiligter ohne Hut und Mantel heraus, so daß es den Anschein erwedte, als ob er Angestellter sei. Diesem wurde nun gesagt, man müsse dringend und den Herrn Direktor persönlich fprechen. Alsdann erfchten der Herr Direttor" selbst, wiederum ein Mitverschworener, mit dem man bald über das Geschäft handelseins wurde. Er nahm das Geld im Empfang, zum Teil handelte es sich um Beträge bis zu 2000 r., ging in das Amtszimmer" zurüd, um angeblich die Lieferung so anweisung auszufüllen, und kam nicht wieder. Der Schlepper und der Dritte im Bunde hatten sich unterdessen gedrückt, und als dem Käufer die Zeit zu lang wurde und er im Amtszimmer nachfragte, wußte dort niemand etwas von einem Direktor Busch oder Neumann, wie sich der Betrüger genannt hatte. Dieser hatte vielmehr sich dort nur unter irgendeinem Bormande zu schaffen gemacht und war längst durch einen Nebenausgang auf und davon ge. gangen. Das Gaunerquartett hatte sich vor dem Amtsgericht Mitte wegen Betruges zu verantworten. Der Amtsanwalt erblickte strafen bis zu drei Jahren. Die Verteidiger erblickten in den Straf in jeder der Straftat eine Einzelhandlung und beantragte Gefängnis taten eine fortgefeßte Handlung und baten, den Angeklagten zugute zu rechnen, daß es sich bei den Geschädigten um betrogene Betrüger handle, die genou gewußt hätten, daß es sich auf alle Fälle um unredlich erworbene Waren handelte. Das Urteil lautete gegen Rart Start auf 1 Jahr 10 Monate Gefängnis, drei Jahre Ehroerlust, gegen Franz Start und Wilhelm Rinzel auf je jedhs Monate Gefängnis, gegen Adolf e il auf ein Jahr Gefängnis und brei Jahre Ehrverlust. Weil Packt zu! Wie einer an den Unrechten tam. Die Feinde der Republit schimpfen höhnend über die Freiheiten, die sie gebracht hat. Aber die Freiheit, nach den im Dienste der Republit an verantwortlicher Stelle stehenden Per fönlichkeiten ihre Dredwürfe zu schleutern, beanfpruden fie selber für sich in weitestgehendem Maße. Was wäre geschehen, wenn in den Zeiten der Monarchie ein Minister so beschimpft wor den wäre, wie heute z. B. der Reichspräsident Ebert be. fimpft wird, den so mancher den gebildeten Boltsschichten angehörende Strolch zur Zielscheibe seiner Anwürfe nimmt. Man weiß, wie billig heute die Burschen meist wegkommen, die ihren giftigen Haß gegen die Republit in unflätigen Schimpfworten über den Reichspräsidenten oder über einen Minister Luft zu machen suchen. Torgdem raten wir, tei folchen Vorkommnissen sich nicht mit der Rolle des duldsamen Zuhörers zu begnügen, fondern durch herbeirufung von Polizei tafür zu forgen, daß so ein Bursche festgestellt wird und dem Strafrichter übergeben werden farn. im Das hat vor einigen Tagen ein republikanischer Reichsbeamter getan, der auf der Untergrundbahn mitan hören mußte, wie ein deutschvöltischer Automobilzubehörhändler Gespräch mit einem Begleiter in überlautem Ton schimpfte: Ebert ist von den Juden bestochen, der muß mit den Juden zusammen über die Klinge springen!" Krafeeler burch Bolizei anhalten und zur Wache bringen, wo die Am Untergrundbahnhof Bayerischer Platz ließ der Ohrenzeuge den Berfonalien festgestellt und der Tatbestand zu Protokoll genommen wurde. Zwei Tage darauf erhielt der Reichsbeamte einen be- und wehmütigen Entschuldigungsbrief, in dem der deutschvölkische Maul held seine Schimpferei aus Betrunkenheit erklären wollte und um gut Wetter bat, damit Nachsicht geübt würde und die Straf verfolgung unterbliebe. GEs ist zu wünschen, daß alle Republikaner mit derfelben Entschloffenheit 3 upaden, wenn sie Frechheiten und Unftätigkeiten dieser Art mitanhören. Nur so tann solchen Burschen das Handwerk gelegt werden. Preisermäßigung für Koks und Briketts. Die Preisprüfungsstelle teilt mit: Die Preise für Kots md Bri fetts werden infolge Frachtermäßigung mit Wirkung von Montag, den 3. März, herabgelegt. Es tosten Brifetts bei Selbstabholung vom Lager 1.55 M., bei Abwerfen auf dem Hofe 1,63 M., bei Lieferung frei Erdgeschoß oder Reller 1,65 M. Bei Zufuhr von mehr als 30 Zentner ermäßigen sich die Die Preise für Rots betragen Breife um 5 Pfennig je Zentner. bei Selbstabholung vom Lager 2,20 M., bei Lieferung frei Erdgeschoß oder Keller 2,35 M. -w Verlangt die gufen CALMON- HANSA Preiswert gut! Einige Beispiele unserer Leistungsfähigkeit: Knaben Schnürstiefel prima Rindbox mit Derbyschnitt, eleganter Einsegnungs- 10% stiefel......... Herren Schnürstiefei schwarz R'Chevreaux and Rind93 box, moderne bequeme 110 Form, extra billig... Herren Halbschuhe la Boxcalf, auch Rindbox, neueste Formen, echt rahmengenäht...... : 1250 Herren Schnürstiefel Ia braun Chevreaux, neneste spitze Form, echt rahmengenäht ******* 1459 Herren Halbschuhe Ia braun Boxcalf mit Doppelsohle, moderne Form, echt rahmen genäht, erstklass. 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Die von der Regierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassenen Berordnungen, die auch in die Rechte ber Kriegs. opfer eingreifen, haben den Bund erblindeter Rrieger veranlaßt, die Bezirksleiter zu einer Besprechung nach Berlin zusammenzurufen. haft eines Binden ist in erfahredenbem Maße mit Sonderausgaben belastet, zu deren Dedung die ihm gewährte Rente nicht ausreicht. Bon unserem Kreuz haben unsere Frauen und unsere Kinder einen großen und schweren Teil zu tragen. Die Entschließung murde Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Frauenwelt. In der gestrigen Ronferenz, an der auch Bertreter des Reichs. Die erste Nummer der neuen Zeitschrift Frauenwelt, mit einem arbeitsministeriums und des Reichsfinanzministeriums und Reichs- farbigen Umschlag geschmückt, ist, wie bereits mitgeteilt, erschienen tagsabgeordnete der Sozialdemokratischen Partei, der Rom- und bietet in Legt und Bild reichen Inhalt. An wichtigen mimistischen Partei und der Deutschen Boltspartei teilnahmen, Beiträgen finden wir: Kind Schule Gesundheit, von Universischilderte der Bundesvorsitzende Bischoff, welche Wirkung für tätsprofeffor Dr. A. Grotjahn; Eine Burg für Jugendwohl, von die Kriegsblinden der Personalabbau, die Rentenverschlechterung, Bürgermeister Burmann- Bunzlau; Frauenabbau von Irene Gerlach. die Arbeitszeitverlängerung und die Berordnung über die Für Besonders erfreulich ist es, daß es der Redaktion gelang, eine Erforgepflicht hat. Infolge des Personalabbaues haben Bezählung in Fortießungen von der bekannten Romanschriftstellerin hörden sogar Schwerbeschädigte und unter ihnen Kriegsblinde auf Clara Biebig zu bringen. Biele interessante Abbildungen, Moden die Straße gefeßt oder solchen die langerfehnte Einstellung ver tilder für Frauen und Mädchen und allerlei gute hauswirtschaftliche sagt, was den Bedauernswerten, abgesehen von der wirtschaftlichen Ratschläge und Rezepte vervollständigen den Inhalt. Schädigung, auch die Möglichkeit der Beschäftigung nimmt, die be fonders für Blinde eine Wohltat ist. Die Renten der Kriegs blinden find feineswegs so hoch, wie sie nach einer vom Reichs. arbeitsminifterium verbreiteten Pressemitteilung scheinen fönnten, in der die an nicht Erwerbstätige bezahlten Zufahrenten mitge rechnet waren Ein verheirateter Kriegsblinder mit einem Kind foll, wenn er feinen Erwerb hat, in Ortsflaffe A mit monat. I ich 86,90 m.( einschließlich zufahrente) auskommen. Bischoff wies darauf hin, daß ein Blinder meist noch besondere Ausgaben hat, die barauf hin, daß ein Blinder meist noch besondere Ausgaben hat, die für andere Schwerbeschädigte nicht in Frage tommen. Bon Jugendpflege- Aurfus des Jugendamts Friedrichsham. Am Montag, den 8. März, abends pünktlich 8 Uhr, findet der zweite Vortrag des Kurius in der Aula der Gemeindeschule( nicht Jugendbeim). Tilsiter Str. 45, statt. Frau Regierungsrätin& rauß Feffel spricht über Das Reichsjugendwohljahrtsgesetz". Eins tritt 10 Bf. Bezir'sbildungs ausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 16. März, im großen Gaal der Bhilharmonie großes Drchestertongert. Das bbilharmonische Drchester unter Leitung von Stapellmeister Dr. Stiebry. Einzelfarten zum Preise von 1,25 Gm. find zu baben im Bureau des Be zirksbildungsausschusses, in allen Abteilungen, bei orih. Gemerlichafts. baus, Engelufer 24/25, sowie in der Vorwärts Buchhandlung, Lindenir. 2. Abonnenten sablen 1 m. Die Zuschlagmarken für Abonnenten tönnen jetzt schon eingelöst werden. Zugunsten der Hi fsbedürftigen veranstaltet das Wohlfabrtsamt Neue 1811n am Sonntag, 2. März, nachmittags 4 Ubr, in Kliems Feftfälen, Hafenbeide 13/15, ein obltätigkeitsiest. Nambafte Künstler der Berliner Staatsoper und das ca. 60 Mann starte Drchefter Neuföln 1911 haben thre gütige Mitwirkung zugefagt. Eintritt 1,50 M. Der Verband Bolts gefundheit, Drtsverein Berlin, veranstaltet beute einen eiteren Abend in der Schulaula Langeftr. 31, Nabe Schlesischer Bbf. Der Abend wird mit Mufit, Gefang, Hans- Eachs- Spiel, Vollstänze, dem Tendenzstüd Ein Commertag im Grünen und anderem mehr ausgefüllt werden. Der Reinertrag kommt dem Landbeim- Baufonds zugute. Anfang 5 Uhr. Helft den Jugendherbergen! Infolge widriger Berhältniffe mußfe bie größte der menigen Ruger dherbergen in Berlin im vergangenen Herbst gefchloffen werden. Es gilt jept, im tommenden Frühjahr eine neue Her Landesverband der Jugendbewegung am Sonntag, den 2. März, im Ufaberge zu schaffen. Dazu soll eine Filmvorführung dienen, die der Märti che Lichtspieltheater am Aleganderplas vormittags 12 Uhr veranstaltet. Es läuft der Film 3 fahr' in die elt, ein deutscher Jugendwander- und Herbergsfilm. Achtung Gasverbraucher! Die vorjährigen orangefarbigen Ausweistarten für die mit Revidieren der Gasanlagen in den Wohnungen der Konfumenten beschäftigten Angestellten( Revidierer, Schlosser, Rohrleger) find zurückgezogen worden. An deren Stelle find die bezeichneten Bersonen mit gelben Ausweis. tarten versehen. Es wird aber besonders noch darauf hingewiesen, daß die ständigen Eintassierer dagegen mit einer grauen, mit Lichtbild und eigenhändiger Unterschrift Ses Raffierers versehenen Daueraus. 22 50 M. Pflegezulage pro Monat fann man wohl teine Pflege bemeistarte ausgerüstet bleiten. Es wird also im Interesse zahlen, und daß mit monatlich 5 M. für den Führerhund nichts zu machen ist, beweist die staatliche Polizeihundausbildungsstelle Grüner Bastonsumenten liegen, nur solchen Personen Zutritt zu den in ihren Wohnungen liegenden Gasanlagen zu gewähren, die ent. heide, deren Pflegefaß pro Tag 75 Pf. beträgt. Scharf wandte fich weder greue Ausweiskarten mit Lichtbild oder gelbe Ausweistarten der Referent gegen die Fürsorgepflichtverordnung, ohne Lichtbild vorlegen. Don der eine Einbeziehung der Kriegsbeschädigten in die Armen. Zu einer Kulturfundgebung gegen die nationalistischen Theaterpflege schon deshalb zu befürchten fei, weil sie die Fürsorgepflicht bes Reiches den leistungsunfähigen Ländern und Gemeinden überffandale der letzten Beit, fowie gegen die jesuitischen Staatsanwälte trägt. Die Kriegsopfer verlangen, daß die Kriegsbeschädigten ruft der republikanische Jugendbund in Gemeinschaft mit der Zeitfürsorge von der Fürsorge für andere Rentenempfänger getrennt schrift Junge Republit" am Sonntag, den 9. März, vormittags bleibt. Bischoff faßte den Inhalt feines umfangreichen Referates 11 Uhr in den Blüthnerfaal, Lüzomstraße 76. Zu dem Thema in einer langen Entschließung zusammen, deren ungefürzte Kampf gegen die Kunst oder Wille zur Kultur?" werden George Biedergabe uns wegen Raummangel unmöglich ist. Sie fordert Groß, Frig Kortner, Wieland Herzfelde, Arthur Holitscher, Julius unter anderem sofortige Erhöhung der Rentengrundbeträge nach Bab, Reichstagsabgeordneter Paul Levi sprechen. Ferner werden ben wirtschaftlichen Berhältnissen. Ausschließung der Kriegsbeschädig. Schreiben prominenter Männer des fulturellen Lebens zu diesem ten von jeder Personalabbaumaßnahme, Ausschließung von der Ar- Thema vorgelesen werden. Mitglieder fulturfortschritlicher Organicus beitszeitverlängerung, Aufhebung der Fürsorgepflichtverordnung und fationen erhalten Karten zu 1 M. im Bureau des republikanischen Ausbau der sozialen Kriegsbeschädigtenfürsorge, daneben Ausge- Jugendbundes, Wilhelmstraße 48, täglich von 6 bis 7 Uhr abends. staltung des Führerhundwesens, Darlehensgewährung für friegs. Anfängerkurse in Englisch. In den nächsten Tagen beginnen blinde Handwerker, Förderung des Siedlungswesens. Die Ent die neuen Bierteljahrsturse in Englisch( Atendunterricht) für Teilschließung verwirft jede Berbindung der Berfor nehmer ohne Borkenntnisse. Anmeldungen am fommenden Mitt gungsbehörden mit den Drganen der Reichsber- moch, Freitag und Sonnabend von 6 bis 8 Uhr abends und am ficherung. In der Debatte wiesen die Bertreter der Ministerien auf die schwierige Lage hin, in der das Reich selber sich jetzt befindet. Auch die Reichstagsabgeordneten Albrecht und Berthelé nahmen das Wort. Für die sozialdemokratische Reichstagsfraktion berichtete Genosse Albrecht über die Arbeiten des 19. Reichstagsausschuffes, in dem unsere Genossen die Forderungen der Kriegsbeschädigten vertreten haben. Er betonte, bak ber neue Reichstag fich mit ber Neuregelung der Renten zu beschäftigen haben werde, bie so niedrig nicht bleiben dürfen. Mehrere Redner und Rednerinnen hoben zur Begründung einer Bevorzugung der Kriegsblinden her vor, daß schwerlich deshalb ein anderer Kriegsbeschädigter fagen werde, dann möchte auch er lieber blind sein. Den stärksten En. brud machten die schlichten Worte eines Kriegsblinden, der ausführte: Blind fein ist ein tagtägliches Berzichten, ein Leben unter Einschränkungen, von denen der Sehende nichts weiß. Der Haus. Donnerstag, den 6. März. von 8 bis 10 Uhr abends, in der 92. Gemeindeschule, Winterfeldtstraße 16( nahe Bülowstraße und Rollen dorfplay). Der Unterricht findet in den Abendstunden von 6 bis 8 und von 8 bis 10 Uhr statt. Zur Dedung der Untoften wird für ben Bierteljahrsturfus ein Beitrag von 5 M. erhoben. Der Unterricht wird vom Genossen Fuchs erteilt, B. 57, An der Apostelfirche 12 II, 2. Portal, Eprachschule für Proletarier. Die Stadtverordnetenversammlung hat in diefer Woche zwei Sigungen, eine außerordentliche am Dienstag um 6 Uhr und die ordentliche am Donnerstag um 5 Übr. Auf der Tagesordnung stehen, weil aus der vorigen Eizung ein Berg von Resten übernommen werden mußte und neue Arbeit binzugekommen ift, 18 Anträge und 8 Anfragen, außerdem eine Reihe Magistrate. vorlagen. Am Dienstag werden wahrscheinlich nur Anträge und Anfragen verhandelt. Republikanischer Jugendbund„ Schwarz- Rot- Gold"( Drtsgruppe Dften) veranstaltet am Dienstag, den 4. März 1924, abends 7, Ubr, eine Mite gliederversammlung im Rönigftädtischen Gymnasium, Elisabetbftr. 57/58 ( Rabe Alexanderplat). Ram. Wolf Bardach( 2. Borfizender der Drtsgruppe Berlin) spricht über das Thema: Der Dolantos gegen bie Re pubiit. Anschließende Aussprache. Unbedingtes Erscheinen erforderlich. Englischer Sprachzirfel des Genoffen Unifoto er, Surfürftenftr. 21/22, für Anfänger und Fortgeschrittene in Berlin- Mitte, Nord, Südoft( Abend und Tagesturse; für Arbeitslose Ermäßigung). Meldung schriftlich. Hons Fuhrmann bringt an seinem legten Bortragsabenb am Sonntag, ben 2. März, im Meisteriaal, Rotbener Str. 38, Tolle Gefchichten von Bierbaum, Bedefind, Mignona, Dueri bis Hans Reimann. Anfang 8 Uhr. Startes Eistreiben in der Nordjee. Die Kapitäne der in Hull den nordeuropäischen Ländern eintreffenden Schiffe berichten, baß in der Nordsee startes Gistreiben herrscht. Erdbeben in Lissabon. Meldungen aus Liffabon befagen. daß am letzten Februartag bort ein ziemlich startes Erdbeben großen Schaden angerichtet hat. Nähere Einzelheiten liegen noch nicht vor. Deutsche Dampfer laufen endlich französische Häfen an. Zum erftenmale feit dem Kriege hat ein deutscher Dampfer am 1. März in Cherbourg Anter geworfen, und zwar der Baffagierdampfer Cap Bolonio. In den nächsten Tagen wirb dieses Beispiel Don ben Dampfern Albert Ballin, Deutschland und Sanja ebenfalls befolgt. Arbeitersport. Schwimmer, 6. Bezirk, 1. Kreis. Am Sonntag, ben 2. Mära, Ledynifde Rommiffion und Sportausfchuk ber Ruberer, 9 Uhr vormittags. Treffpunkt in Spandau, Bauptbahnhof. Am Dienstag. ben 4. März, Technische Rom miffion Sigung, 8 Uhr, bet fenste, Bilmersdorfer Str. 44. Tagesordnung: Areisfeft, Berfchiebenes. Briefkasten der Redaktion. B.&& breffieren Sie Senra ford, Automobilfabrikant, Stiloules, USA. EINE ZIGARETTE VON RANG DIE GUTE MASSARY ZIGARETTE Classe 39 Delff Delfí 78 Caid 48 Riffer 10-8 Roal 53 Haus 159 Kleine Massary Gold 24 rein orientalischer Tabak URTEILEN SIE SELBST! 乘 EDEL WIE DER NAME Extra billiger Wäscheverkauf direkt in der Fabrik! Ueberzeugen Sie sich! Eigene Fabrikation, daher größte Leistungsfähigkeit.- Kauferleichterung durch Anzahlung! Bett- Wäsche Damen- Wäsche Haus- Wäsche Wäsche- Stoffe Herren- Wäsche Renforcé mittalaite 78 P. Oberhemden Muster met 6.50 Makobatist far eleg.Leibwache 1.45 Nachthemden Beats. 7.50 13 cm br. 1.60 breit 90 P. Taghemden 1 Stoff 5.90 Inlett a Qualit 3.90 82.50 Makohemd. u. Beinkl. Q 3.75 Qual. 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Noch immer ergeben die Inderzahlen des Statistischen Amtes, daß die Industrieerzeugnisse in der Preisentwidlung sich den niederen Löhnen nicht angeschlossen haben. Der Preisdruck, der unter der freien Konturrenz bei einer festen Währung einfchen mußte, hat sich selbst unter der ungünstigen Wirtschaftstonjunttur nicht voll ausgewirkt. Auffallend ist die immer noch hohe Preislage für Kohle und Eisen, die für die Produktion so wichtigen Rohstoffe. Die Inderziffer für diese beiden Erzeugnisse hielt sich im Ja muar noch immer auf 140( der Vergleich mit dem Jahre 1913 gleich 100 angefeßt) und ging auch im Februar nur auf 136,6 zurück. Besonders die Herren im Kohlenbergbau verstehen der Rückwärtsbewegung in der Breisentwidlung start die Bremse anzulegen. Zwar ist der Preis der Fettförderkohle von der Stolzen Höhe von 38,46 m. für die Tonne im Oktober 1924 auf 20,60 m. im Februar d. J. herabgesunken, aber er hält sich doch weit über den Preis im Jahre 1913, wo die Tonne mit 12 m. abgegeben wurde. Heute, bei einer Festigung der Mart, ist natürlich die Ron trolle und die Ausfuhrabgabe mie die Kohlensteuer überholt. sie hätte feine berechtigte Grundlage mehr. Aber daß man es verstand, zur Seit als noch große Gewinne in Frage standen, den 3 ugriff des Fistus auszu fchaften, das ist charateristisch für den Vorgang. Ist nun, nachdem die Belastung für die Industrie fiel, ein Breis abbau bis auf das Niveau des Weltmarktes eingetreten? Das sollte das Ziel dieser Aktion sein. Weit ge fehlt, die Preise halten sich noch immer über Weltmarkthöhe. Nicht nur, daß die Industrie Preise nimmt, die mit den niederen Löhnen nicht in Einklang zu bringen sind, auch im Großhandel werden heute 3uschläge zu den Nettopreifen genommen, die weit darüber hinausgehen, was vor dem Kriege üblich war. Der Absah auf dem Weltmarkt wird unter diesen Umständen nicht gefördert. Nun hat die Arbeiterschaft ein nicht geringes Interesse an der Förderung und dem Aufstieg des Ausfuhr handels, dieses Intereffe wächst in einer Beriode großer Arbeitslosigkeit. Denn gesteigerter Export bedeutet mehr Arbeit und daran ist uns enorm viel gelegen. Aber mit dieser Preispolitik ist feine Exportbegünstigung zu betreiben. Na türlich sind es nicht allein die beiden hier genannten IndustrieRoheisen ist in derselben Zeit von 110,79 m. auf 106,78 gruppen, die diese Preispolitik betreiben, auch andere unter Mart im Breis herabgegangen, steht aber bei einem Preis ſtarter Syndikatsführung stehende Industrien beschreiten den von 77,50 M. im Jahre 1913 weit über dem Niveau vor dem selben Weg. Dazu kommt, daß schwächere industrielle UnterKrige. Benn auch hier zu berücksichtigen ist, daß die Bernehmungen unter der hohen Preislage der Rohstoffe schwer wendung ausländischer Erze nicht die Rückkehr zu, den ehe zu leiden haben. Die große Arbeitslosigkeit in maligen Breisen ermöglicht, so ift diefe große Differenz nicht der Kleineifenindustrie ist im wesentlichen auf einen allein auf die ungünstigen gegenwärtigen Produktionsbedin= verminderten Erport zurückzuführen. Nehmen wir nur ein gungen zurückzuführen. Hier macht sich die Wirtschaft Beispiel. Die Ausfuhr von Mefferschmiedewaren der Syndikate start bemerkbar, die dem Ansturm der ist von 5120 Dz. im Juli 1923 auf 3560 Dz im Dezember freien Konkurrenz entgegenwirfen. Diese Preisentwicklung zurückgegangen. Diefes Gemerbe steht heute unter dem Drud tritt noch traffer in die Erscheinung, wenn man demgegenüber der hohen Rohstoffpreise, die seine Konkurrenzfähigkeit nach die Löhne der Metallarbeiter stellt, wie sie in den dem Ausland schwer Schädigen. Tarifvereinbarungen festgelegt wurden. Im Januar 1923 erreichte der Realiohn eines gelernten Metallarbeiters 48,1 vom Hundert des Lohnes, der im Jahre 1913 erzielt wurde. In den folgenden Monaten steigt er im März bis auf 74,7 D. 5., fintt dann aber wieder bis auf 37,4 v. H., um im Des zember fich auf 69,8 v. 5. zu erheben. Bei den Bergarbeitern( Sauer und Schlepper) hatten wir im Jantar v. 3. einen Reallohn von 50,9 v.., der im Juli mit 49,8 v. 5. auf feinem tiefsten Stand anfangte, um dann im November auf 55,7 v. H. und im Dezember auf 74,9 n. 5. hinaufzugehen. Der Reallohn ist vom Statistischen Amt so berechnet, daß der Verdienst eines verheirateten Arbeiters mit zwei Kindrn in seiner Kauffraft in Vergleich gestellt wurde mit der Zeit vor dem Kriege. Der ungeheure Lohndrud, der in diesen Zahlen erkennbar ist, hat irgendwelche Einwirkung auf Preise über. ha pt nicht gehabt, das Unternehmertum hat nahezu restlos bi Bortelle für sich in Anspruch genommen. Aber während Diefer Beit hat man die Preie meit über die Weltmarkthöhe getrieben, obwohl in feinem Lande so billig produziert wurde a's in Deutschland. Mit fehr viel Geschid und Lärm verftand mon es die Ausfuhrabgaben zu beseitigen, die Koblensteuer Feifeite zu schieben, meil, mie es hiek, die Preise über das eltmarktniveau hinausragten und damit eine Konkurrenz der deutschen Industrie unterbunden würde. Durch die Steuer hatte die Finanzverwaltung noch einen Teil der Konjunktur gewinne erfaßt, aber zeitiger, als es aus der Entwidlung sich ergab, hat der Reichsverband der Industrie es durchgefeßt, daß seinen Intereffenten diefe Steuerbelastung abgenommen rde. Der Aniturm gegen die Finanzverwaltung wurde mit ainem Riefeneifer betrieben. Handelte es fich doch damals um viele Milliarden, die dem Fiskus entzogen Wie die Menschheit das Gehen lernte. Bon Rarl Ettlinger, München. Man erinnert sich vielleicht noch des Aufsehens, das vor einigen Jahren die Entdeckung der Weitsman- Höhle machte, jener uralen unterirdischen Riesenhöhle im Thüringischen, die nach ihrem Ent decker, dem Geographieprofessor Weitsmann benannt wurde. Mehrere Expeditionen durchforschten die weitverzweigten Gänge der Höhle, und als sie endlich als Sehenswürdigkeit bei bengalifcher Beleuchtung dem Touristenbesuch zugänglich gemacht wurde, besuchte auch ich, als einer der ersten, dieses Naturwunder. Der Führer konnte sein Sprüchlein bereits anertennenswert ausmendig, und da ich diese Führersprüche in anderen Höhlen schon zur Genüge gehört hatte, sonderte ich mich heimlich von der Gefell fchaft ab und verkrümelte mich, mit meiner Taschenlampe bewaffnet, in einen der als gefährlich" betafelten Seitengänge. Ich weiß nicht, wie oft ich in dem unterirdischen Labyrinth um die Ecke gebogen wor, als ich in einen steinernen Saal geriet, deffen Wände mit feltfam eingerigten Zahlen bedeckt waren. Erst dachte ich, es feien Meine Bilderchen, bald aber fam mir die Erleuchtung: dies find Schriftzeichen, die noch der Enträtselung harren. Der von mir unter dem Siegel der Verschwierenheit verständigte Hofrat Krihelmener, die bekannte Leuchte der Wissenschaft, hat die Hieroglyphen entziffert und mit seiner Erlaubnis gebe ich nach stehend einen fleinen Auszug aus seiner Uebertragung in unser Schriftdeutsch bekannt. Das ganze scheint eine Art Tagebuch zu sein, unter dessen Verfasser ich mir einen langbärtigen, in feinen Anschauungen streng fonfervativen Urgreis vorstelle. Sollte seine Leiche noch vorhanden sein, so wird fie jedenfalls ausgezeichnet er halten sein. Da der alte Herr bereits zu feinen Lebzeiten in hervor. ragendem Maße mumifiziert gewefen fein muß. Wenigstens hatte ich diefen Einwand, als ich Säße wie die folhenden las: Die Jugend wird immer verwahrlofter, Moral und Sittlichkeit fchwinden von Tag zu Tag mehr, und statt daß sich dieses halbtouchfige Befindel an ehrwürdigen Patriarchen, wie mir, ein erhebendes Beispiel nimmt, wälzen fie fich im Kote widerwärtiger, Schamloser Neuerungen. Ich wundere mich dies wissen die Götter fo leicht über car nichts mehr, aber was ich gestern beim Eichelsuchen erblicken mußte, das ließ felbft mir beinahe den Verstand stillftehen: einer von diesen verlotterten, modernen Schand. buben befaß die Schamlosiateit, seine Borderbeine zu erheben und ( ich erröte, indem ich das einrike) auf den Hinterbeinen zu gehen! Mein erster Gedante mar, einen dicken Stein zu nehmen und dem Frevler die nichtswürdige Hirnschale einzuschlagen. Da er aber der Etärfere mar, verfuchte ich es mit der wohlwollenden Mahnung, die uns Ehrwürdige so ziert, und sprach in fanftem Lon: Ver worfenes Scheufal, weißt du nicht, daß es der Götter Wille ist, daß wir auf Bieren friechen? Bfui über die Unzucht, aufrecht zu geben! Ich fpeie dich an, du Abschaum der Menschenaffenheit!" Und damit überließ ich ihn der Zerknirschung. Während die Industrie und der Handel wenig bedacht waren, ihre Exportfähigkeit zu steigern, haben sich einige poli. tifche andlungen vollzogen, die dem Export sehr för. derlich sein können. Es ist von großem Wert für uns, daß mit Amerita auf der Grundlage der Meistbegünstigung ein Handelsvertrag zum Abschluß gelangte. Und von nicht geringerer Bedeutung ist es, daß die englische Regierung die Abgabe, die fie von ben deutschen Waren erhob, von 26 v. 5. auf 5 v. 5. herabgefekt hat. Das Entgegenkommen der englischen Regierung entlastet uns start finanziell. Denn unsere Finanzverwaltung hat bis her den deutschen Exporteuren die 26 Broz, die ihnen bei der Warenausfuhr nach England dort in Abzug gebracht wurden, zurückerstattet. So ist für den Export nach zwei der wichtigsten Staaten ein schweres Hindernis beseitigt. Außerdem haben sich mit der Tschechoslowatei handelspolitisch gute Beziehungen eingestellt; der Verkehr entwidelt sich hier zunehmend günstig. Leider fehlt uns eine Berständining mit Polen, die dringend notwendig wäre im Intereffe beider Teile; für uns auch, um ungehindert den handelsverkehr nach Rußland betreiben zu können. Der Often ist für uns von enormer Bedeutung. Wie wir auch politisch zu den russischen Broblemen stehen, unfere Stellung zum Staat und der herrschenden Regierung muß davon los gelöst werden. Der Handelsverkehr der beiden Völker muß wieder in Gang fommen. Wir haben früher einen großen Anteil am ruffifchen Handel gehabt, diese Bosition müffen wir uns fichern. Rußland dagegen wird als Getreide erportieren. des Land, als nächstes und relativ bequemes Abfazgebiet den deutschen Markt aufnahmefähig finden. So ist von der politischen Seite für den Erporthandel manches Hindernis hinweggeräumt und bei einigem Gefchic, unter Zurückstellung politischer Vorurteile, fann hier der Weg 3weimal hat sich der Mond gefüllt, feit ich zum ersten Male den abscheulichen Unfug des Aufrechtgehens gewahrte. Oh, wie tief ift unser Bolt gesunken: diese neue Perversität findet immer neue Anhänger, faum wagt es noch ein anständiger Menschenaffe, mit offenen Augen durch den Wald zu friechen! mich schüttelte der Etel. Und natürlich wie immer. find es die jünaften, die bei der Ausbreitung diefer moralischen Seude an der Spige schreiten! Oh, thr Götter, die Nächstenliebe läßt mich zu euch flehen: weshalb laffet ihr fein Feuer vom Himmel fallen, damit dies Ottergezücht bei lebendigem Leibe langsam verbrenne? Gestern begegnete mir wieder eine Bande Aufrechtgeher. Weichet von mir, ihr stinkenden Diener der Unzucht!" brüllte ich fie an, aber meint ihr, fie hätten mir für diese herzliche Belehrung gedankt? Belacht haben sie, diese unflätigen Lüdriane, und einer rief gar: Wie gern gingeft du felbft aufrecht, wenn du es nur fönntest, after Narr!" Ha, cher sollten mich die Läufe fressen, ehe ich solche Schweinerei nachzuahmen verfuche! Ich habe gestern, nur der Wissenschaft halber, verfucht, auf den Hinterbeinen zu gehen: ich fiel um und schlug mir den Kopf an einem Baumstamm blutig. So muß der Gerechte in diesem Zeitalter unflätig leiben! Immer mehr und mehr Menschenaffen fieht man aufrecht gehen! Selbstverständlich beteiligen fich auch schon bie Weiber Gibt es überhaupt noch Ehrbarkeit? Aber ich sehe nicht länger schweigend zu. Sechs verehrungswürdige Männer( außer mir), alle im besten Mannesalter, feiner unter 65 Jahren, haben sich vereinigt, unsere verfommenen, verblendeten, dem Heiligsten abtrünnigen, bejammernswerten Zeitgenossen aus dem Sumpf der Bestialität zu retten. Wir werden eine Versammlung einberufen, wir werden ein Gefeß beantragen, daß feiner mehr aufrecht gehen darf bei Todesstrafe! Die Versammlung hat stattgefunden. Zweihundert Menschenaffen waren erschienen. Als ich den Baumast bestieg, um eine Rede zu halten, praffelte ein folcher Regen von Steinen, Lehmklumpen und noch unanständigeren Dingen auf mich, daß ich es stolz ver schmähte, zu diesem entarteten Pöbel zu sprechen, sondern eiliaft von Roum zu Baum die Versammlung verließ. Wehe, Wehe, dreimal Wehe, o Menfchenaffenheit, wohin ist es mit dir gekommen! Bon meinen fechs Mitkämpfern find fünf dem Ideale untreu gemorden und gehen nun auch aufrecht, der sechste fommt nicht in Betracht, da er infolge vorgeschrittener Ehrwürdigkeit schon längst meber mehr friechen noch gehen fann. Ich fange an, an der Eriftenzberechtigung dieser Welt, an den Göttern, an allem zu zweifeln! Sie verhöhnen mich, wenn ich auf allen Bieren meines Wenes friedhe, die Rinder belfern mir Spottverfe nach ich bin die lehte Säule der Moral! Sei es. Ich ziehe mich zurüd, auf Lebenszeit, in diese Höhle und will den Rest meiner Tage in demütiaer Bewunderung meiner selbst verbringen. Mit mir stirbt die Tugend aus! Aber noch sterbend will ich prophezeien: auch die brünstige Modefererei des Aufrechtgehens wird ihr Ende haben, Ich habe aenug. Sonntag, 2. März 1924 weiter geebnet werden. Dann müssen wir aber auch von der Industrie und dem Handel verlangen, daß sie sich einstellen auf die Erfordernisse des Welthandels, durch feste Preise und Innehaltung der Lieferbedingungen Ansehen und Vertrauen erwirbt. Aber vor allem muß auch eine Breispolitik betrieben werden, die nicht von dem einen Ertrem der Unterbietung der Preise zu dem anderen der übermäßigen Anforderung übergeht. Und wenn die Industrie und der Handel großzügiger in der Lohnfrage wären und sich weniger verrennen würden in dem Berlangen, die Arbeitszeit zu verlängern, wohl aber im eigenen Lager Umschau hielten, ob alles gut bestellt ist, dann würde es in der deutschen Wirtschaft besser aussehen und wir lönnten mit mehr Hoffnung in die Zukunft bliden. Sachwert- und Kreditreserven. 8weifelsohne leidet Deutschlands industrielle Wirtschaft ebenso wie die Landwirtschaft unter einer gewissen Kreditnot. Als Athilfemittel werden von den Intereffenten Arbeitszeitver. längerung, Lohntürzung, Staatshilfe und Schutz8011 verlangt resp. mit Erfolg durchgfeßt. Bir betrachten es dem gegenüber als unsere Aufgabe, nachzuweisen, wieweit im besonderen die Industrie fich durchaus selbst zu helfen in der Lage ist, wenn fie nur will. Es ist bekannt, daß die Feststellung des wirklichen Umfanges des behaupteten Substanzperluftes bisher noch niemand gemacht hat, soviel auch darum herumgeschrieben worden ist. Einzel angaben ersehen diesen Mangel nicht. Auf anderen Seite ist bei einiger Aufmerksamkeit verhältnismäßig beutlich eine Anreiche rung der industriellen Substanz erfennbar, die jene Be hauptungen nicht nur Lügen straft, sondern auch von einer guten Geschäftszeit der jüngst vergangenen Jahre zeugt. Betrachten wir wieder einige Bilanzen. Die Stod Motorpflug A... in Berlin hat ihren gesamten Betrieb auf eine Mart abgeschrieben. Er umfaßt: Grundstüde in einer Größe von etwa 8 Heftar 50 von denen die Hauptfabritationswerkstätten auf dem Grundstüd Röpenider Str. 45/49 auf einem Ureal von girta 2 Hettar liegen. Der Grundbesitz der Gesellschaft in Niederschöneweide beträgt girta 5 Hettar 79 2r. In Rönigsberg, Breslau, Halle a. S. und Stral fund gehören der Gesellschaft kleinere Grundstüde, auf welchen Ver faufsstellen der Gesellschaft eingerichtet sind, um die Fabritate ber Gesellschaft zu vertreiben. Das zuerst angeführte, in der Röpenider Str. 45/49 nahe dem Schlesischen Bahnhof gelegene Fabrifgrundstück ist mit vierge Iholligen Fabritanlagen bebaut. Das Berliner Wert befigt eine eigene Kraftzentrale, bestehend aus zwei Steinmüller Wasserrohr teffeln mit leberhiger und Dekonomifer- Anlage, zwei Görliger Dampfmaschinen von 600 und 350 Pferdestärfen. Um eine Kraft referve zu fchaffen, wurde die elektrische Zentrale durch Aufstellung einer Umformeranlage an das städtische Stromnet angeschlojen. In 17 500 Quadratmeter Werkstatträumen, in denen etwa 700 Bearbeitungsmaschinen untergebracht sind, findet die Fabrikat on der Motore und der verschiedenen Getriebeteile statt, während der eigent liche Pflugbau und die Gromontage fich in Berlin- Niederschöneweide befinden. Im Berliner Wert find untergebracht die Abteilungen: Abe fchneiderei, Bohrerei, Hobelei, Dreherei, Fräserei, Härterei, Schlei ferei, Getriebebau, Motorenmontage, Motorenprüfstand, Schmiede, Sandstrahlpuzerel, die Werkstätte für Gehäusebearbeitung, der Wert zeugbau, Teilefchlofferei und die Ersatzteilläger, Rohläger, Bert zeugläger, sowie die Mobellverwaltung und ein Defteller mit any Tants von insgesamt 33 000 Liter Fassungsvermögen. Bur Herstellung der Motorpflugteile( tehen an Sondermasdynen zur Verfügung: Nockenwellen Fräs- und Schleifmaschinen, Regel rabhobelmaschinen, Stiernradverzahnungsmaschinen im Abwälz- und Stoßverfahren, Bahnfantenabrundmaschinen, die Automatenabtei lung, die Bohrwerte und die Universalfräserei. niederichöne weide find 18 141 Quadratmeter bebaut. Hier Bon dem 57 875 Quadratmeter betragenden Grundbesitz in Don entfallen 16 839 Quadratmeter auf die beiden Hallen, der Rest auf Kesselhaus, Dellager und Lagerfchuppen. Von den beiden gleich großen Hallen ist bie eine im Jahre 1910/11 gebaut worden, ble andere im Jahre 1919/20. Das Bert Niederschöneweide besitzt eine und dereinst wird mein Name mit Ehrfurcht, mit Anbetung genannt werden von einem gebefferten, wieder triechenden Geschlecht Das sind die Aufzeichnungen aus der Zeit, da die Menschheit bas Gehen lernte. Ich habe beim ersten Lesen herzlich gelacht, jedoch schon beim zweiten Lefen wurde mir etwas ungemütlich zumute, und jetzt, da ich dieses Tagebuch zum fünften Male lefe, geht es mir durch den Sinn: hat es schon jemals einen Fortschritt in ber Geschichte der Menschheit gegeben, der nicht als unzüchtig, unmoralisch bespien wurde?... Es ist mir immerhin ein Trost, daß es schon zur Zeit der Menschenaffen nicht anders war. Friedrich Smetana. Bon Alfred Boeße. Am 2. März jährt sich zum hundertsten Male der Tag, an dem Friedrich Smetana, der erste und bedeutendste Bertreter der tschechie schen Nationalmufit, der in der Berkauften Braut" feiner Heimat die böhmische Nationaloper beherrscht hat, zu Leitomischt in Böhmen geboren wurde. Smetana teilte mit Beethoven das für den Musiker furchtbarste Schicksal, auf der Höhe seines Ruhmes das Gehör zu verlieren. Die for: fchreitende Ertaubung des Meisters war der Bor. läufer der Geistesfrankheit, der er am 12. Mai 1884 in der böh mischen Landesirrenanstalt zu Brag erlag. Der Komponist hat das über ihn gekommene Unglüd der Ertaubung in seinem berühmten Streichquartett us meinem Leben" im legten Satz mit erschütternder Eindringlichkeit musikalisch illustriert und damit das einzig dastehende Beispiel einer musikalischen Biographie von der Jugendzeit an bis zu dem musikalischen Tod gegeben. Die in diefem furchtbaren Bustand geschriebenen Werte laffen in ihrer blühenden Klangichönheit und ihrem lebendigen Fluß des melo dischen Elements nichts davon erkennen, daß diese Töne nur mit dem inneren Ohr gehört wurden. " Friedrich Smetana erhielt seine musikalische Ausbildung bei Brotsch in Brag und studierte später noch turze Zeit bei Liszt, bei dem er sich zu einem ausgezeichneten Bianisten ausbildete. Nachdem er als Dirigent der Philharmonischen Gesellschaft zu Gotenburg ge wirkt hatte, fehrte er nach Brag zurüd, wo er 1866 die Stellung als erster Rapellmeister am Böhmischen Nationaltheater annahm. Für diese schrieb er neben seiner Berkauften Braut". eine Reihe von Opern, von denen Dalibor", 3wei Witwen", Der Kuß" und Libussa" in feiner Heimat bis auf den heutigen Tag Re pertoire- Opern geblieben sind. Internationale Bedeutung gewannen bie Berkaufte Braut", die auch in Deutschland nach Berbienft ge fchäßt wird, ebenso wie die sinfonischen Dichtungen Smetanas, die im Geift der neuen Richtung Berlioz Liszt- Wagner geschrieben find. zu den meistgespielten gehören vor allem Wallensteins Lager, Richard III." und insbesondere fein herrlichstes Infirumentalwert ein Baterland". Kammermusit, Chor lieder und böhmische Nationaltänze vervollständigen das reiche Wert des böhmischen Meisters, Tantanlage son 80 000 Liter Faffungsvermögen und einen Del feller mit Lantanlage für die verschiedenen Dele mit einem Fassungs vermögen von 40 000 Litern. arbeitung. In den älteren Hallen sind untergebracht: die Gefent- und FreiHandschmiede mit 3 großen Fallhämmern, 3 Drudlufthämmern, 2 Teerölöfen und einem Rekuperativheizgasofen; ferner die Abteilungen für Räderbau, Rahmenbau mit Drudluftanlage zum Nieten, Meißeln und Hämmern und eine Abteilung für Holzbe In der neuen Halle sind Einrichtungen zur Unterbringung ber Motorradfabrikation getroffen. Es wurden eingerichtet: eine Ab teilung für Rahmenbau mit Lauchlötöfen und Komprefforenanlage, Kleinmotorenbau mit Bremsstand, Bernicelei mit Entfettungsan lage, Schleiferei, Emailliererei für Tauch- und Sprißverfahren, mit 2 großen eingebauten Emaillieröfen für Rohlenfeuerung und einem fleineren für Gasheizung, eine Schmiede, eine Montagehalle, Teile lager, Rohstofflager und Werkzeuglager. worden. Die Berlegung der Motorradabteilung von dem Berliner Wert nach Niederschöneweide ist im Laufe des Sommers durchgeführt Das Niederschöneweider Wert besikt Anschluß an den Güter. bahnhof Niederschöneweide. Im Werte selbst hat die Gleisanlage im letzten Jahre eine Erweiterung um 750- Meter erfahren. Neben der bereits vorhandenen Gleiswage von 30 000, Kilogramm Tragfähigkeit wurde eine weitere von 40 000 Kilogramm Tragfähigkeit eingebaut und weiterhin 3 Drehscheiben. Die Hallen werden beheizt durch einen 175 Quadratmeter großen Betry- Dereur- Wafferrohr dampfkessel. Der Warenaustausch zwischen dem Berliner und dem Niederfchöneweider Werf findet mittels zweier eigener Motorboote statt. Die Bes und Entladung der Boote erfolgt durch Dreh- und Bortalfräne. Die Gesellschaft unterhält eine ausgedehnte Berkaufsorganifation mit 10 eigenen Berkaufsstellen und verschiedenen Bertretungen. NO Die Bodeus Aktiengesellschaft, deren Gesamtaktienkapital in Höhe von 100 000 000. fich im Besitze der Stock Motorpflug Aktiengesellschaft befindet, betreibt den Bau von landwirtschaftlichen Maschinen und Schiffshilfsmaschinen. An Schiffshilfsmaschinen werden hauptsächlich Anterwinden, Ladewinden, Borholwinden fowie Steuerapparate hergestellt. Das Unternehmen befigt eine eigene Gießerei, die für die Herstellung von Grauguß und Metallguß ein, gerichtet ist. Sie besitzt zwei Kupolöfen und einen Doppeltiegelofen und ist auf eine monatliche Produktion von 150-200 Tonnen eingerichtet. Die in Wismar belegene Fabrit ist in den Jahren vor Dem Kriege durch Neubauten wesentlich erweitert und mit modernen Werkzeugmaschinen und Anlagen ausgerüstet. Das Gelände, auf dem die Fabrit steht, umfaßt ein Areal von 18 488 Quadratmeter, wovon 11 201 Quadratmeter überbaut find, und hat Gleisanschluß. Außer diesem Grundstück besitzt die Firma auf dem Haffelbe ein großes unbebautes Gelände von 75 000 Quadratmeter, das unmittelbar an dem neuen Industriehafen und dem geplanten ElbeOstsee- Kanal liegt. Im letzten Geschäftsjahr wurden auf diesem Gelände ausgedehnte Lagerräume mit Gleisanfchluß errichtet. Im Besize der Bodeus Aktiengesellschaft befinden sich ferner 13 Arbeiterwohnhäuser mit einer Grundfläche von 3514 Quadrat meter und einer bebauten Fläche von 1677,15 Quadratmeter, 7 Willen und Wohnhäufer mit einer Grundfläche von 6574 Quadratmeter, movon 1258,37 Quadratmeter bebaut sind. Die Brüdenbau Flender A. G. zu Benrath hat ihre auf eine Mart abgeschrieben. Im Sommer 1923 ft angefangen werben, bas im Dften ber Merisanlage gelegene, 1921 erworbene Grundstüd zu planieren und für die Aufstellung einer Gießerei und Resfelschmiede herzurichten, zu gleicher Zeit ist mit einem Anbau an das Berwaltungsgebäude begonnen worden, der zum Teil bereits fertiggestellt ist. ihre wesentlichsten Attiopoften auf eine Mart abgeschrieben haben: Wir zählen fummarisch noch einige Attiengesellschaften auf, die Brauhaus Nürnberg, Blauener Spigen fabrit. Hartorische Bergwerte und Chemische Fabriken Gotha, Breß, Stanz und 3iehwerte Chilling, porth, Nürnberg, Porzellanfabrit Schönwald, Ober. franken, A. G. vorm. Gladenbed u. Sohn, Berlin, Ber. in- neuroder Runstanstalten, Bayerische Spie. gelglasfabriten, Fürth, Bittoria Brauerei Bo. chum. Die vorstehenden Attiengesellschaften, große, mittlere und fleine der verschiedensten Berufsgruppen, find nicht irgendwie aus. gesucht. Ihre Zusammenstellung ergab sich nur dadurch, daß gerade fe während der jüngsten Wochen ihre Bilanzen veröffentlichten. Unsere Zusammenstellung ergibt nur ein grotes Bild. Es zeigt im besonderen nicht, daß bei den vorstehenden Gesellschaften auch alle Erweiterungen und Berbesserungen im mesent. lichen aus den laufenden Einnahmen und nicht aus Kapitalserhöhun gen gedeckt worden sind. Es zeigt weiter nicht die Bant. und sonstigen Reserven und ihr Wachstum. Weiter ist zu be achten, daß die vorbenannten Gesellschaften sich fämtlich so gut wie fchuldenfrei gemacht haben. Ihre Obligationenund Hypothekenschulden sind heute auch bei der Einrechnung der Aufwertungspflicht nur noch unbedeutend... Schon die vorstehenden flüchtigen Feststellungen zeigen, daß in der deutschen Industrie erheblicher Sachwertzuwachs eingetreten ist, wohlgemerkt, ein Sachwertzuwachs, der unbelastet, ohne Berschuldung dafteht. Richtig ist, daß immobilisierte Sachwerte - übermäßige Neubauten, Anschaffungen usw. durchaus nicht in Borteil zu sein brauchen, fie tönnen im Gegenteil die toten Bro duktionsuntesten übermäßig erhöhen. Aber diesem Uebel fann durch Mobilisierung abgeholfen werden. Es wird dazu nichts anderes be. nötigt als guter Wille. Die deutsche Industrie kann auf diese Weise die notwendigen Anturbelungstrebite sich selbst geben! Nochmals fei betont, daß wir durchaus nicht abstreiten wollen, daß auch in der Industrie an manchen Stellen Sachwertschwund eingetreten ist, im besonderen dort, wo recht überheblich mit schlechter Papiermart Goldwerte abgeschrieben" worden find. An unseren Beispielen ist aber erkennbar, daß diese Sachwerte in Gold at. geschrieben, alfo in Wirklichkeit ihren Umfang erhöht haben, da sich diese Unternehmen sämtlich aus den laufenden Einnahmen vergrößert, modernisiert und schuldenfrei gemacht haben. Sachwert. und damit Kreditreserven find also auch in unferer bedrängten Wirtschaft noch reichlich vorhanden. Der privatkapitaliftische Egoismus zieht es nur vor, fie festgelegt zu laffen, es erfeint einfacher, auf dem Rücken der Arbeitnehmer mit Lohnfürzung und Arbeitszeitverlängerung die Produktionskosten herabzumindern. Einfachere Devisenturie. K. Hg. sämtlichen Aktien ausschließlich der Vorräte und einiger Nebenposten notiert. Da eine Billion gleich einer Goldmark ift, fommt das auf Bon jetzt ab werden die Devisen in Billionen Mart die Notierung in Goldmart hinaus, obwohl diefe effettiv noch gar nicht egiftiert. Die Bereinfachung ist zu begrüßen. Die Anlagen der Gesellschaft sind folgende: Wert Benrath. Dasselbe ist auf einem Gelände von rund 54 000 Quadratmeter errichtet und umfaßt eine große Halle von 350 Meter Länge und 80 Meter Breite sowie verschiedene andere Bauten von insgesamt 30 300 Quadratmeter bebauter Bodenfläche. Die Fabritation erstreckt sich auf Eisenhochbauten aller Art sowie Brüdenbauten bis zu den größten Abmessungen, ferner Herstellung von Eisengerippen für den Schiffsbau.. Dem Betrieb dienen 116 neuzeitliche Werkzeugmaschinen und Maschinen für Eisenbearbeitung, 4 Nietmaschinen und 145 fonftige Maschinen. Als Betriebstraft werden Dampf und Elektrizität vers mendet( 112 Elektromotoren). Zum Transport der Werkstücke dienen 24 Lauftrane von 5 bis 20 Tonnen Tragfähigkeit und 12 Handfrane. Die Verbindung der Werkstätten untereinander wird durch Normalund Schmalspurgleise unterhalten, zur Staatsbahn führt ein Anfahlußgleis an den Bahnhof Benrath. 3weigniederlassung in Siems bei Lübed. Hier unterhält die Gesellschaft eine Werftanlage, deren Ausdehnung 358 000 Quadratmeter Land- und 22 000 Quadratmeter Wasser. fläche beträgt. Die Wasserfront ist 2100 Meter lang. Die Ginrichtung besteht aus 5 Längshelgen für Schiffe bis zu 15 000 Tonnen Tragfähigkeit, 3 Längshelgen für Schiffe bis zu 1200 Tonnen Trag fähigkeit, 400 Meter Querhelgen für Schiffe bis zu 3500 Tonnen Tragfähigkeit und für Schwimmbods bis zu den größten Ab messungen. Die Schiffstonstruktionswerkstätten bedecen 26 500 Quadratmeter; ein Berladungshafen mit Anlegebrüde von 400 Meter Länge, und ein Riesentran von 100 Tonnen Hebetraft Jind vorhanden, ferner ein Reparaturschwimmdod mit Anlegebrüde. Dem Betrieb dienen 273 neuzeitliche Werkzeugmaschinen, Maschinen für Eisen- und Holzbearbeitung und sonstige Maschinen so wie 28 Laufirane. Die Betriebskraft ist Dampf und Elektrizität. rund Die Werftanlage dient dem Bau von Seeschiffen, Flußdampfern, Schleppern, Leichtern, Tankschiffen und Schwimmdocks. Das An fchlußgleis umfaßt rund 8 Kilometer. Nahe der Werft liegt die der Gesellschaft gehörige Siedlung von rund 50 000 Quadratmeter Ausdehnung. Hier befinden sich 120 Beamten- und Arbeiterwohnungen, weitere werden gebaut. Dollar, Pfunde, Peso, Den und Müreis werden je eine Einheit, österreichische und ungarische Kronen je 100 000 Einheiten, Danziger Gulden je 100 Einheiten, alle übrigen Auslandswerte je 100 Einheiten notiert Deutsche und englische Kohlenpreise. 6 Zeme. frei engl. Safen frei Hamburg frei Stettin frei Berlin. Förderfoble Sochofenfoble Studioble Deutsch Englisch Deutsch Englisch Deutsch Englisch ( Dber ( Muhr) fchlesien) 20.60 34.70 ( Ruhr) in Goldmart 19.47 31.40 32.60 18.80 20.83 20.83 33.96 22.18 25.13 45.50 41.20 35.30 27.39 26.94 43.01 34.50 29.20 36.80 32.75 47 10 48.74 34.50 35.04 Berglichen sind die entsprechenden englischen Kohlenforten. Die Uebersicht zeigt die scharfe englische Konkurrenz an den ver fchiedenen Blägen. In einzelnen Fällen wurde auch englische Roh'e gegen Gewährung von Produktionstrebiten seitens Englands hereingenommen. Die Konkurrenz der Ruhrkohle, die während der Widerstandszeit fast alle unbelegten und ausländischen ( Süddeutschland, Schweiz, Defterreich) Abfagmärkte einbüßte, wird durch das Mehr an Fracht infolge Benutzung der Regieftreden noch weiter eingeengt. So ist es beispielsweise billiger, die Ruhrkohle über Rotterdam nach Hamburg zu fahren, als mit der Eisenbahn über die direkte Strede Dorsten- Hamburg. Die Bergarbeiter zur Kalifrife. In ihrer jüngsten Nummer untersucht die Bergarbeiterzeitung" die letzten Borgänge in der Kaliindustrie und tommt zu der Forde rung eines Reichstalihandelsmonopols. Die Bersorgung unserer Bandwirtschaft mit ben umentbehrlichsten Düngemitteln follte nicht länger Leuten überlassen bleiben die nach den Worten des Generaldirektors Forthmann vom Kalisyndikat-lein Gemeinsinn, teine Solidarität, sondern frasser Egoismus beherrscht. Die Gegenfähe, die jetzt in einer hemmungslosen Pressefehde öffentlich zum Aus wurde hier die wildeste Gründetätigteit entfaltet nicht nur trag kommen, find in der Kaliindustrie traditionell. Ohne Rücksicht auf ben Bedarf, unter Gefährdung ett.es wichtigen nationalen Gutes in Mitteldeutschland, sondern auch im Elsaß. Heute ist das Elsaß die unerwünschte Konkurrenz, die man sich selbst geschaffen hat. Wie die Kaliindustrie wirtschaftliche Prinzipien mißachtete, zeigt eine Gegenüberstellung der Werke und des Absages( ab 1920 ohne die 17 elfäffischen Werte mit ihrem Ablaß). Vermehrung der Kalibergwerfe und des Kaliabfages von 1880-1923: Jabr Anzahl Steigerung Gesamabiaz Steigerung der Werfe in Brozent i. Doppelztr in Brozent 4028 1880 1888 10 150 1898 200 685799 1111 098 2440 783 62 255,5 1904 600 4301 406 527 1909 53 1225 6758 309 884,5 1910 65 1525 7337 190 969,5 1912 130 3150 10053 960 1366 1914 180 4400 9039 883 1218 1920 206 5050 9236 435 124Z 1923 219 5375 8859 364 1191 Seit 1880 also eine Steigerung des Absatzes um das 11,91fache, dagegen eine Bermehrung der Werte um das 53,75fache. Deutlicher noch wird das Bild, wenn man die auf das einzelne Wert entfallende Durchschnittsbeteiligung seit 1880 betrachtet. Es entfiel ein Durchschnittsabsatz in Doppelzentnern K, O pro Jahr: 1880 1888 1898 1904 1909 171 000 1910 0 111 000 1912 O . 203 000 1914 153 000 1920 127 000 1923 112 000 77.000 50 000 44.000 • 40 000 Fünf Werte müssen sich heute in den Absah teilen, den 1893 ein Wert hatte. Oder: Die Ausnutzung der Leistungsfähig teit der Werte ist seit 1898 um ungefähr vier Fünftel gefunten. Die Zustände in der Raliindustrie sind heute heillos verworren. In der Konzentrationsbewegung der Nachkriegszeit ist 51 Proz. zu erreichen oder zu halten das große Ziel der Interessenten. Ueber 41 Proz. der Syndikatsbeteiligung verfügt Wintershall nach den letzten Transaktionen bereits, die restlichen 10 Broz. werden schon fchludreif macht. Die Bergarbeiterzeitung" macht sich diese Ansicht des Volkswirtschaftlers Arndt aus den 90er Jahren zu eigen: lnb so geht unsere aus der Kenninis des wirt. schaftlichen Lebens gewonnene Ueberzeugung dahin, daß die Errichtung des Kalimonopols eine wirtschaftliche und nationale Notwendigkeit ift und mit Sicherheit erfolgen wird." ZetikaRad Jogal Gicht, Rheuma, Ischias, - Tabletten hervorragend bewährt bei Nervenfähmerzen, Hexenschuß, Kopfschmerzen. Die große Beliebtheit des Togal beruht auf den vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aerzte und Kliniken damit erzielten. Togal icheidet start die Harnsäure aus, geht also dirett zur Wurzel des Uebels. 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Es liegen bereits Vorarbeiten vor, über deren Charakter an dieser Stelle nichts gesagt werden soll. Die Sozialdemokratie ist bisher an diesen Bestrebungen achtlos vorbeigegangen. Die politische Orientierung der Partei fordert aber, daß solche Strömungen schon im ersten Stadium ihrer Entstehung sorgfame Beobachtung finden, zumal ein erstes deutsches Reichs tommunalgefeh eine weit über den Gesetzgebungsstoff hinaus gehende politische Bedeutung hat. Sonntag, 2. März 1924 werden, der leider hier und da auch in der Sozialdemokratie Eingang gefunden hat, daß die Aufgabe der Gemeinde nur auf wirtschaftliche" Angelegenheiten beschränkt sei. Aus diefer Auffassung heraus hat man die Polizeiverwaltung, die Schulverwaltung und die Finanzverwaltung von der Kommunalverwaltung getrennt, und die neueste Reichsgesetzgebung ist sogar im Arbeitsnachweisgefetz und im Jugendwohlfahrtsgesetz dazu übergegangen, innerhalb des Verwaltungsförpers der Gemeinde besondere Amisstellen zu errichten. Die Folge diefer mit der inneren Einheit des örtlichen Gemeinfchaftslebens unvereinbaren Verwaltungspolitit war eine ungeheure Zunahme des Beamtenapparates, eine Ueberschneidung der Zuständigkeiten und eine Vermehrung der inneren Reibungen. Der bureaukratische Zentralismus, der mit dem berühmten Druck auf den Knopf eine straffe Exekutive sichern wollte, hat gerade die entgegengefeßte Wirkung hervorgerufen. Eine Reichsgemeindeordnung schließt also sehr weit greifende Probleme in sich, die über den Rahmen eines Spezialgefezes weit hinausgehen. Die demokratischen Ideo logen des vorigen Jahrhunderts träumten von deutscher Freiheit und deutscher Einheit. Deutsche Freiheit als politisches Biel fann heute nach Demokratisierung der Barlamente nur bedeuten, daß wir die innere Berwaltung demokratisieren. Der pofitive Gedanke für eine solche Demoratifierung aber ist die Ersehung des unten verwaltet, durch die Gemeindedemo. Staatszentralismus, der von oben fratie, die von unten nach oben alle 3 weige ber öffentlichen Verwaltung mit den aus dem Bolte aufsteigenden Kräften durchdringt zur deutschen Einheit aber fommen wir nur, wenn wir dem Reiche die unbedingte Zuständigkeit in allen grundsätzlichen Fragen sichern, aber unterhalb der Reichsinstanz Länder und Gemeinden zu wirklichen Selbstverwaltungstörpern umgestal ten, die einen genügenden Spielraum für die örtliche Be wegungsfreiheit erhalten. Den Besten der bürgerlichen Demo fratie, vom Freiherrn vom Stein über die Männer der Paulstirche bis zu dem Kreise um Theodor Barth, war dieses Ziel Leitstern ihres politischen Handelns. Sache der Arbeiterschaft muß es fein, den Faden einer Entwicklung aufzunehmen, der einem politisch müde gewordenen Bürgertum aus den Händen geglitten ist. Die Machtverhältnisse mögen zurzeit ungünstig gelagert sein, das Ziel darf nicht aus den Augen verloren werden. So gesehen, tann eine Reichsgemeindeordnung uns den Weg zum freien deutschen Boltsstaat eröffnen. stimmend in die Finanz- und Verwaltungsgebahren der Gemeinden eingegriffen. War in der Vorfriegszeit zwischen Reich und Gemeinde teine Berührung vorhanden, so trat jezt plöglich die höchste Reichsinstanz mit den lokalen Berwaltungsstellen in unmittelbare Verbindung. Die Bureaukratie der Länder, der bisher ausschließlich die Aufsicht über die Gemeinden zustand, wollte aber selbstverständlich eine Schmalung ihres Machtbereichs nicht zulassen. Go entwickelte sich eine geradezu verhängnisvolle Konturrenz der Reichs- und Landes ministerien, die neue Reibungen in den infolge des bundes staatlichen Charafters schon überorganisierten Verwaltungsapparat hineintrug. Die leitende Bureaukratie der Länder, die selbst ihrer verwaltungspolitischen Einstellung nach durchaus in der zentralistischen Staatsidee des alten Obrigkeitsstaates Das heute geltende Gemeinderecht ist in einem selbst für befangen ist, übertrug ihre Abneigung gegen die Reichsbureauden Verwaltungsjuristen faum übersehbaren Umfange zer- fratie auf das Reich und die neue Reichsverfassung und leistete splittert. Wir haben in Preußen allein 7 Städteordnungen, damit der föderalistischen, gegen die Einheit des Reichs ge7 Landgemeindeordnungen und dazu noch eine gemeinsame richteten Bewegung, wie sie in der bayerischen Denkschrift zum Gemeindeordnung für Hohenzollern. Diese Gefeße beſtimmen Ausdrud fommt, Bor chub. Gegenüber diefer reaktionären aber lediglich die organisatorischen Grundlagen der Kommu- Bewegung ist schon im Interesse der außenpolitischen Vernalverwaltung. Sie enthalten fast nichts über die Funktionen pflichtungen der Vorrang des Reiches auf dem Gebiete der der Gemeinden im Verwaltungsorganismus des gesamten grundsäglichen Gesetzgebung auf alle Fälle sicherzustellen. Staatsapparates, insbesondere über die Abgrenzung des Auf- Da aber zweifellos auch die Reichsbureaukratie zu leber gabenkreises zwischen Staat und Gemeinde. Diese entschei- griffen in das lofale Eigenleben neigt, muß die Reichsverdende Frage der Zuständigkeitsverteilung zwischen Staats- waltung als höchste Zentralinstanz auf die Aufgabe einer verwaltung und Selbstverwaltung hat man nicht ohne Absicht grundsäglichen Regelung beschränkt werden. Eine fräftig in Sondergesehen geordnet. Auf diesem Wege ist es der durchgreifende Reichsgewalt und örtliches und provinzielles Staatsbureaukratie gelungen, die Gemeinden entweder zu Gigenleben können im einheitlichen Rahmen zusammenwirten, ausführenden Organen herabzudrücken oder die Erledigung wenn man den Unterbau der Verwaltung in den Ländern bestimmter Aufgaben besonders auf dem Gebiet der sogenann zwar einheitlich im Wege der Reichsgesetzgebung, aber auf ten Hoheitsverwaltung besonderen Behörden zu übertragen. der Grundlage dezentralisierter Selbstverwaltung organisiert. Leider ist dieser Staatszentralismus auch auf die Verwal- Damit wird zugleich die gleichmäßige Durchführung der tungspraris sozialdemokratischer Minister nicht ohne Einfluß Reichsgefeße gesichert, die nur bei gleichmäßiger Organisation geblieben. Die Hoffnung, daß die Revolution sich der Idee der mit dem Vollzug beauftragten Stellen gewährleistet ist. Der Selbstverwaltung zur Entfaltung der nach Befreiung fire. Dieser Gedankengang führt zur Schaffung eines den lokalen benden gesellschaftlichen Kräfte bedienen würde, ist nicht in Unterbau in den Ländern gleichmäßig regelnden Reichsge'ezes. Erfüllung gegangen. Im Kampfe zwischen Staats. Daß dieses Reichsgefeh nicht nur die Städte umfassen darf, zentralismus und Gemeindedemokratie ist sondern alle Gemeinden, und daß daher nicht nur eine Der Staatszentralismus Sieger geblieben. Reichsstädteordnung, wie der Städtetag will, fon Auch die Verwaltungspraxis der rein sozialistischen Regierundern eine Reichsgemeindeordnung erstrebensgen von Sachsen und Thüringen ist ohne Unterschied im Bech wert ift, ergibt sich ohne weiteres aus den für unsere Kom fel der Kabinette von dem politisch gewiß verständlichen Be- munalpolitik geltenden allgemeinen Grundsägen. streben geleitet gewesen, alle entscheidende Verwaltungsmacht in einer Hand zu fonzentrieren. Immerhin ist anzuertennen, daß jedenfalls die neue sächsische Gemeindeordnung einen fehr wesentlichen Fortschritt enthält. Sie hebt sich vorteilhaft ab von den Entwürfen der neuen preußi'chen Städte und Landgemeindeordnung, die vielfach geradezu einen polizeistaatlichen Charakter atmen und von allen Bertretern der Selbstverwaltung ohne Unterschied der Parteistellung Ablehmung erfahren haben. Erwiesen sich somit Gefeßgebung und Verwaltungspolitit der Länder auf diesem Gebiete als unfruchtbar, so lag es nahe, die Regelung dieser Materie in das Reich zu verlegen. Durch die Erzbergersche Finanzreform, das Finanzausgleichsgefeß, die Besoldungsordnungen und die zahlreichen Sondergefeße auf dem Gebiete der Für orge hat bereits das Reich sehr be19 hat bequem MANOLI es gemacht jedem Gegen rauhe aufgesprungene Haul nach Eine von großen Gesichtspunkten ausgehende Verwaltungspolitik wird sich aber nicht damit begnügen, von Reichs megen nur einige Bestimmungen über die Organisation der Selbstverwaltungstörper zu treffen, wie das cffenbar nur der Deutsche Städtetag will. Sie wird vielmehr die grundlegende Vereinheitlichung und Vereinfachung des Staatsapparates herbeiführen, indem sie alle örtlichen Funktionen der öffentlichen Verwaltung auf die Gemeinde überträgt und damit den großen Steinschen Gedanken verwirklicht, daß alle Angelegenheiten örtlicher Natur Sache der Ortsgemeinde sind, ganz gleichgültig, ob es sich um die Hoheitsverwaltung oder die Wirtschaftsverwaltung handelt. Dertliche Schul- und Polizeiverwaltung ist ebenso Gemeindefache wie die örtliche Wasserversorgung oder die Straßenunterhaltung. Nicht nachdrücklich genug fann dem reaktionären Gedanken entgegengetreten Creme Mouson Seife Creme Mouson Rasierseife CREME MOUSON vollkommenstes Hautpflegemittel Sortiment Ein dem iches. Lun it stekt Ring geben unseren M UNSERE NEUEN PREISE! SIND TROTZ ERHÖHTER BANDEROLSTEUER DIE GLEICHEN WIE IM JAHRE 1914 VIRGINIA N: 77 3 SUGGESTION GOLD 3. SPEZIAL OHNE" DIVA GOLD u. KORK 4 HELIOTROP GOLD 5" ARGUMENT KLANE Preise Gewißheit enschart bulbulierte& die Gew MIT VIRGINIA RAUCHTABAK 50 GR. großer Leistungsfähigkeit Freunden 1 M 8 OPTIMA MITIG IO FANTOMO PRIVAT 12 OHNE" FEINSCHNITT- TABAK KOBALT" 50 GR. BLECH PACKG. 2 M 20. M Egaretten sich. sind und bleiben: Klasse für ERICH LUDKE MANOL Eine Unsere Läger sind gefüllt! 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Diejenigen Funktionäre, die noch nicht Im Besiz ihrer Funktionärausweise find müffen dieselben umgehend bet threm zuständigen Bezirksletter in Empfang nehmen. Bis zum 15. März muß der Bezirks Telter im Befiz der Zusammenstellung des Organisationsverhältnisses des Betriebes fein Die Betriebe, bie bis zu diesem Termin ihrer Pflicht nicht genügt haben, fallen bei der Zusammenstellung der Wahltörper aus, und haben dieje Kollegen eine Ber tretung auf der Generalversammlung nicht. Die Adressen der Bezirksleiter find: 1. Bejirt: Baul Bethfe, Beißensee, Wilhelmstr. 46, 3 Tr. Rudolf Bernikow, O 34, Petersburger Str. 19, Hof 2 Tr. Wag Ring, Lichtenberg, Straße 1, Nr. 3, 1 Tr. TOO Willi Hünide, Stralau, Kracht • ftraße 10, 2 Tr. 9 Otto Woithe, SO 33, Brangel Straße 54. Klein, Neukölln, Am Dammweg, Steinbodftr. 28 Baul Lampe, Neukölln. Pflu gerstraße 20, vorn 1 Tr Nichard Hoffmann, SO 36, Cuvryftraße 3, vorn 1 Tr. Wilhelm Lid, Wilmersdorf, Weimarsche Str. 27, Portal 1. Wilhelm Ege, Berlin, Alte Jakobftraße 87. Emil Lieb: e, N 65, Rameruner Straße 14. Otto Wendt, SO 36, Rö nisches Ufer 56. Georg Samann, Steg'ig Kiffinger Straße 15, Gfl. 1 Tr. Baul Zippel, Charlottenburg, Botsdamer Straße 42. August Oldenroth, NW 87, Waldstraße 31, Hor 1 Tr. 10. 11. 9 12 " 13. " 14. 15. Emil Albrecht, N 20, Bellermannitraße 18 16. Josef Bartofezed, N 31, Boltaftraße 5, vorn 2 Tr lints. 17. Franz Rooch, N 39 Pant ftraße 79, Quergeb. 3 Tr. 18. Frig Kreienbrint, N, Usebomftraße 12a. 19. Hermann Weber, N 58, 20. " 21. Gleimite. 10, 2 Aufg. 2 Tr Ernst Schwebler, N, BiesenStraße 8 Friedrich Bomte, Oberschöne weide, Frischenitr. 27, p 1 Tr. Josef Rawrockt, Friedrichshagen, Vittoriaftr. 16. Heinrich Salzmann, Spandau, Moltteftr. 7. E- G- Bez.: Ernst Bogeler, N 54, LinienStraße 83-85. Siemens- Bez.: Otto Grau, N 54, Linien103/13 traße 83.85. Die Ortsverwaltung. 23. Andreasstr. 13( Schles. Bahnh.) Freireligiöse Gemeinde Deffentliche Versammlung Berlin W9 Charlottenburg Charlottenburg Spandau Linkstraße 11 am Donnerstag 6. März, arenos 7 Uh, in den Kasino- Feft; älen, Pappelalle 15. 1. Bortrag des Her n D: A. Rosenberg: Christlicher Sozialismus oder Sozialismus u. Atheismus 2. Free Aissprache. 13 17 Bezirk Norden 1. Kulturgemeinschaft der Freidenker cfonders wirksam sind r. 5 St. A 1 23 new An. Die Fi.ma Eisenwerk Gebr. Arndt 3. m. b H. be.bsich ig die bere ts in Be die KLEINEN rieb gewefen Anlage zur Herst Hun ANZEIGEN in loon D. mpitesse'n und anderen Biech der Gesamt- gefäßen durch Berrieten in Berlin au auflage des Vorwärts" dem Grundstüde Fennstr. 21 weber in Betrieb zu nehmen und trotzdem Für 5 Pfennige ein Mittagessen Etwaige Einwendungen gegen die e An!! billig!! age fino be tem unierze chneten Stactausichuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach der Be Bn ntlichung ab gerechnet, schriftlich in doppelter Ausfertigung oder zu Protokoll anzubr ngen. Nach Ab auf biefer Frist önnen Cinwendungen nicht mehr erhob n werden Beschreibung und Beichnungen der geplanten Anlage legen n urferem Bureau. Berl n C 2, Wa sen # traße 27, 1. immer 25 an den Ge fchä te tagen in der Zen ron 9 bs 2 Uhr während der oven bezeichn. ten F.iit zur Enficht aus. für 7 Personen kochen Sie mit dem Wunderherd FESTTAG" Gasersparnis 74%( amtl. festgestellt) Kocht Bratet Festtag D.R.Pa Sterilisiert Backt Dämpft Dörrt ohne jede Wartung. Anbrennen oder Ueberlaufen der Speisen aus geschlossen; 25% mehr Nährkraft der Speisen. Verlangen Sie Prespekt von der VESTA Aktiengesellschaft Ludwigsburg( Württ.) Generalvertreter für Berlin u. Brandenburg: Paul Schenker, Berlin NO 18, Gr Frankfurter Str. 97 Ausstellungslokal Blumenstr. 65 Willst du etwas Feines schmauchen, mußt du nur„ GARBUNY" rauchen! Deine Miene strahlt vor Glück, rauchst du HENNY" rund und dick! ,, GARBUNY- Zigaretten" " Vom Gnten das Beste" 8ur mündlichen Erörterung der rechte tig erhobenen Einmindungen word vor unferem& mmiffar, Stadtin pettorKunde, auf Mittwoch, den 19. März 192, po mi tags 9 Uhr, ebendaselbit ein Termin anbercumt, zu dem die Unternehmerin fowie die Widersprechenden unter dr Er Binung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausble ben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin. den 28. Februar 1924. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I Schneider. Praktikus DRGM Glektrisch Bügeln 50% billigerals Gas! Tiralsaware Clansmaffiate daralities Fabrikniederlagen: G. Bendix. Königsgraben 9 St. Waurich, Niederwal straße 3 Land- Feuersozietät der Provinz Brandenburg. Wie Gemeinnützige Amtliche Anstalt. Gegründet 1765. schütze ich mein Heim zeltgemäß und billig gegen Feuer- Einbruchsdiebstahl und Beraubung? Durch den neuen Hausrat- Block- Versicherungsschein auf Erstes Risiko". 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Aber was dem Dramatifer Schiller recht ist, mag bem Filmautor auch zugebillint werden: die Abweichung in persönlichen Schidialen, wenn der Geist der Geschichte refpettiert wird. Dewald geftaltet eine Familientragödie im Haufe Philipps II. von Spanien. Ichidt ein Vorspiel borauf, worin Philipp seinem Vater Karl V. die Krone raubt und sich selbstherrlich zum König macht, nur einer Macht fich beugend: der Inquisition. Die Inquifition ist das einzige politische Element des films, fie gibt den Etimmungscharafter, den fchidial haiten Hintergrund: Jore unheimliche Macht, die im geheimen beichließt und fich offenfundig und brutal auswirkt wir feben die Beispiele davon ist das große Spinnennet, in das sich auch das Schidial Don Carlos ver fängt. Seine Liebe zur Brirgeffin Elisabeth, die ihm sein Vater trob seines Beständnisses nimmt, ist der Inhalt des filmes. Die Krönung der neuen Königin im Throniaal mit den meiten und glanzvollen Bliden in die Korridore, die Szenen im echt füdländischen Barten mit feinen gezirfelten Heden, die Echeimen Zusammenfünfte von Stönigin und Bring( der erfte Auß), die Kerferiaene, in der beide von den hergen anseinandergeriffen verden, die Hinrichtung des Don Carlos, tabrend die Königin vergeblich feine Begnadigung zu ergringen sucht- find die Höhepunkte. Und Marquis Rofa, fragt der Schiller- Kenner? Er ist nur der Freund, der sich für Don Carlos opfert. Sein hochfliegender Idealismus mußte im Film naturgemäg verftummen. Biele wunderfchöne Bilder, manderlei Effelte und geftaffelte Spannung gibt der neue Film, der tros seiner Berwahrung mehr nach Schiller( oder deffen Borbildern) als nach der Geschichte bilderte. ber er bleibt in der Familiengeschichte heden, von der falten Größe Philipps, von der weltumirannenden Bolilit Spaniens webt uns fein Hauch an. Sind das die gegebenen dranfen des Films oder des Regiffeurs? Bachtvoll ist das Milieu gefchildert, die Defo ationen und besonders die Kostüme werben auch die Stenner entzüden. Die Darstellung war mit Bedacht gewählt: Eugen Se 13 pier ist als feder Bring wie berrischer, dann von Eifersucht gernagter König Philipp gleich gut am Blage. Sebr schön und ausbrudsvoll im Spiel Daany Serbaes als Gli'abeth. Rervös mit einem Stich ins Blychopathische( mas ber Belchichte entspricht) Sonrab Beibts Don Carlos, der ein mehr unalidlicher als zur Teil nahme zwingenter Liebhaber ift. Die Riffen als Prinzeffin Eboli und als progartige Berförperung der Inquisition Adolf Klein feien rühmend genannt. d. „ Die Zodgeweihten" baben ein Manuskript, das aus einem Miscmalch von Gedanken zusammengerührt wurde. Man operiert mit Parlamen tarismus, den Bollsfreunden, der Kriegsbartel, einem tbronsüchtigen Brinzen, einer putichlüfternen Frau und der Wunderwelt der Technit. Es it also die durcheinander geschüttelte Gegenwart, in Schemen gefant. Inbalt: Ein Ingenieur- Genie will der Menschheit durch die Technik helfen, cin Reicher will fich noch mehr bereichern und durch die Technik zerftören. Schließlich, nach Ueberwindung fo und fo vieler tante, tommt der Ingenieur in ein Land, deffen Bolt aufbauen und nicht zerstören will und mo er feinen been leben fann. Im Marmorbaus, mo, offenbar wegen der aufflingenden pazififtischen Ideen, das Stüd ausgepfiffen werden follte, nahm das Publikum febr energiich gegen die Störenfriede Stellung. Den Darftellern jeblte die Größe, die Wunderwelt der Techni! verriet ihre Auliffenber funft und der Titel greift böse daneben. .7 Jahre Pech mit Mag Linder als Berfaffer, Regiffeur und Houbt barfteller( im gleichen Theater) ift eine echt amerikanische Brotest Komödie. Die erfolgreiche Anleihen gemacht hat. So findet man eine Stopie ber betannten Barieté- Nummer Der zerbi ochene Epiegel", in der Diener und Dientimädchen einen großen Epiegel zerbrechen und der Diener, in der gleichen Kleidung, bie fein Herr trant, Epiegeler lab spielt. Unnadabmlich stirberum bie Verwendung von Tieren. Und wenn auch der Inbalt dieser Grotesten einfach nidis ift, fo bieten doch die darstellenden Tiere Unterhaltung übergenug. Die Amerikaner find Meister der Tierdreffur. 13 Mitwirkende feben wir diesmal Hunde in jedem Ausmaß, ein Pferd, girte ans, einen Elefanten, sowie Lömen. Dasselbe eriebt man in der Schauburg in der amerikanischen Broteste Droichte Nr. 18. Dort bewundert man stazen, einen fleinen Vogel und einen Wunder- fel. e b. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Beute Theatervorstellung im Steuen Theater am Boo", Sebenstraße. Rur Aufführung gelangt Maria Stuart von Schiller. Einzelfarten aum Breife von 1.20 Mart( Abonnenten zahlen 1 Mart) find noch im Theater au haben. Biz machen darauf aufmertfam, daß die Auslofung ber Blaglarten bis 48 Uhr erledigt fein muk, damit die Borstellung ohne Störung vor fich gehen kann. Heute, Sonntag, den 2. März: Moabit II: Rachmittagsfpaziergang in bie Jungfernheide, Treffpunkt nachmittags 2 Uhr Bahnhof Butlinstraße. Rehlendorf: Befuch des Kronprinzenpalais, Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Rehlendorf- Mitte. Berbebesir! Kreuzberg. 8 Uhr im Jugendheim, Lindenste, 3, 2. Sof, Seinrich- Seine- Abend. Berbebezirk Brenzlauer Berg. 18 Uhr, Danziger Straße 62 ( Barade), Literarischer Abenb.( Soziale Dichtung.) Eintritt frei. Groß- Berliner Parteinachrichten. Lichtenrade! Deffentliche Berfammlung am Dienstag, den 4. März, 7% Uhr, bei Stieler, am Dorfteich. Thema: Die politische Lage und die Sozialdemokratie." Referent: Genoffe Frana Rin ftler, M. b. R. Stofenthal Dienstag, den 4. März, 7% Uhr, Bffentliche Schulprotestversammlung bei Schneider, Hauptstraße. Bortrag bes Stadt. fchulrats Dr. Löwenstein über: Gulabbau und Schulreaktion." 9. Kreis Wilmersdorf. Mittwoch, ben 5. März abends 7 Uhr, große öffentliche Bersammlung in der Gemeindeschule, Delbrüdire. 20, Grunewald. Tagesordnung: Die wirtschaftliche und geistige Stot unferes Bolles." Referent: Gen. De. Lohmann. Alle Kreismitalleder müssen erscheinen. 9. Kreis Wilmersdorf. Rarten zum Deutschen Opernhaus für Montagabend bei Chanm, Augustaftr. 6, 4 2, 1. Arcis Mitte. Montag, den 8. März, nahm. 2 Uhr, Rufammenkunft bez erwerbslofen Genoffen Elfaffer Straße, Fahrstuhlaufgang 3 Sr. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, ben 3. März. 7 Uhr, erweiterte RreisDorstandsßigung bei Wittschuß, Petersburger Str. 5. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, ben 8. Mära, 7 Uhr, bei Reller, Fürsten-, Ede Waffertorftraße, engere Rreisvorstandsfißung. 12. Kreis Steglig. Montag, ben 8. Mära, abends 7 Uhr, Rreisvorstenboßigung an bekannter Stelle, 13. Rreis Tempelhof- Watiendorf, Montag ben 3. mars. T½ Uhr, Fraktions figung mit den Elternbeiraten, Bürgerdeputierten unb bet Rommunalen Rommiffion im Rathaus Martendorf, Rimmer 26. 3. Kreis Webbing. Reinickendorf und Bantom. Am Dienstag, den 4. März, fällt der Referententurfus des Genofien Breuer aus. 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, den 5. März. 7 1hr, Kreisvorstandssigung in der Bibliothek, Weichselftt. 28. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Groß- Berlin! Mittwoch, den 5. Mära, 7 Uhr, Juristische Sprechstunde. Lindenstr. 3, 1. Sof links part., finbet die Gigung des Zentralarbeitsausiouffes ftatt. Eine Anweisung prattischer Gruppenarbeiten findet um 6% Uhr in obengenannten Räumen statt. Leiter: Fredy Dittmaal. Heute, Sonntag, den 2. März: 104. 6t. Rieberst Bneweibe. Sonntag, den 2. Mära, abenbs 6 Uhr, Lokal Raethel, Brückenstr. 15, gemütlicher Abend mit Gästen. Rezitationen, Lieder zur Laute, Tanz. Morgen, Montag, den 3. März: 38. bt. 7 2hr bei Gohffe. Friedrichsberger Str. 22, Sigung des Abteilungs. vorstandes mit den Bezirksführern. Die Bezirksführer rechnen ab. 45. Abt. Die Gaffkarten aur Jugendweibe find beim Genoffen Bette, Glogauer Straße 30, abzuholen. 48. Abt. 7 Uhr bei Keller, Fürsten, Cde Baffertorstraße. Abteilungsvor ftandsfizung. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Funktionärhitung in der Linde, Berber, Cde Friedrich- Karl- Straße. Stadträte und Bezirksverordnete haben zu er freinen. 80. bt. Neukölln. 7 Uhr Funktionärßigung in der Berufsschule, Donaufraße 20. Werbebezirk Eberfree". Am Montag, der 3. März, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Niederschöneweibe, Berliner Straße 81( Schule), WerbeBesteksfunktionärßigung. Frauenveranstaltungen am Montag, den 3. März: 15. Kreis Treptow. Ronferens fämtlicher Funktionärinnen her st. 101-107 7 Uhr in Niederfchönemeide, Jugendhelm, Saule Berliner Straße, Ein gang Saffelwerder Sit. Tagesordnung: Die Reichstagswahlen." Renton, 91, 9bt. 7 Uhr bei Mischte Münchener Str. 23. Referentin: Gen. Mathilde Wurm, M. d. M. 05. Abt. 7 Uhr bei Griger, Leffingste. 9. Thema: Die Frauen und die wirtschaftliche Lage." Referentin: C. noffin Gener. 128. bis 130. Abt. Pankow. 7% Uhr bei Mees, Berliner Straße. Ede Lindenpromenade. Vortrag des Genoffen Sorlik. Uebermorgen, Dienstag, den 4. März: 137. bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Sausburgftz. 20. Tagesordnung: 1. Die kommenden Reichstagswahlen." Ref.: Genoffe Abolf Hoffmann, M. b. R. 2. Diskussion. 3. Abteilungsangelegenheiten. Zentner frei Haus Berln. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goidmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose.. 15,75-16,80| Röstgetreide, lose Gerstengrutze, lose... 15,75 16,80 Kakao fettarm Haterfrocken, lose.... 15.00-15.50 Kakao, leicht entölt.. Hafergrütze, lose..... Ro genmehl 0/1 Weiz ngries.. Hartgrieß 7 Weizenmehl Weizen Auszugmehl Speisee bsen, Viktoria Spe seerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Perl Langbonnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen. große Kartoffe meh! Makkaroni Makkaronimeht Schnittnude.n, lose. Rruchreis 15,50-16.25 Tee Souchon 13,00-14,00 Tee, indischer 13,00-18,80 Inlandszucker basis mel. 22,00-25,50 Inlandszucker Raffinade 14.73-16,00 Zucker Würfel 17,00 21,00 Kunsthonig 19,25-23,00 Zuckersirup hell in Eim 15.00-17.00 Speisesirup dunk. in Eim. 20,25-24,00 Marmelade Eintr. Erdb. 30-31,00 Marmelade Vierfrucht 26,00-33,00 Pflaumenmus in Eimern 36,50 40,00 Steinsalz, lose. 4: 15-45.00 Siedesalz. lose 16,0 18.00 Bratenschmalz in Tierces 40,00 45,00 Bratenschmaiz in Kübeln 36,00-38,00 Purelard in Tierces 21,00-25.00 Purelard in Kisten.... 15,517,5) Speisetalg In Packung 17,00-19,50 Speisetale in Kübeln 15 00 18,00 100,00-12,00 13,00-150,00 342,00-350,00 425,00-43,00 38,5 40,50 41,00-43 00 46,00-48.00 40, 45,00 49,00 33,00- 35,00 108,00-13,00 33,00-55,00 46,00- 50,00 3,70- 4,00 4.80-5,20 68,00 70,00 67,00 68,00 69,00 48,00- 32,00 47,00-49,00 Sonntag 2. März 1924 44., 45., 46. unb 47. bt. Die Genoffinnen und Genossen befuchen am Diense tag, den 4. März, den 2. Filmabend der Goz. Arbeiterjugend in der Aula Reichenberger, Ette Forster Straße. Zur Aufführung gelangt der 1. russische Großfilm: Bolitufajta" von Leo Tolstoi. Einlaß 7 Uhr, Beginn der Borstellung 7 Uhr. Eintritt 40 Bf. 74. Abt. Rehlendorf. Abends pünktlich 8 Uhr bei Schnorre, Botsdamer Straße, Funktionärsigung. Vortrag des Gen. Dr. Richard Wagner: Alaffengeist und Broletariat."( Grundfäßliches zum Aufbau einer prole tarifchen Rultur.) Erscheinen aller Funktionäre, besonders der Bildungs funktionäre, fowie der Frauen- und Jugendvertreter dringend erforderlich. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr Lota! Elfened( 3nh. Dettinger), Elfen, Ede Kief holzstraße, äußerst wichtige Ronferens aller Funktionäre, Bohlfahrtspfleger, Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt, Rommunale Rommiffion usw. Sages ordnung: Die Jugendwohlfahrtspflege in der Abteilung Treptow." Refe rate und Distuffion. Die Dezirtsführer werden gebeten, einzuladen. 106. Abt. Johannisthal. 71 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Gobin, Roonftraße 2. 183. Abt. Copenid. 7 Uhr Funktionärkonferens im Jugendheim, Grünauer Straße 5, 8innner 1. Jungfozialistische Bereinigung, Ortsgruppe Rieberschöneweibe. Am Dienstag, den 4. Mära. abends 7 Uhr, im Jugendheim, Niederschöneweide, Ber Iiner Straße 31( Schule). Bortrag: Grundzüge der Politit!" Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 4. März: 16. st. 7 Uhr bei Döhling, Brunnenstr. 79, Frauenabend. 25. Abt. 1. Frauendistusfionsabend bei Bartowski, pünktlich 7% Uhr, Wolden. burger Straße 6. Tagesordnung: Bericht über den Beairtstag. 103, bt. Obersthöneweibe. 7 1hr öffentliche Frauenversammlung in dez Aula bes Realgymnasiums, Seppelinstvaße. Tagesordnung: 1. Die Be Pämpfung der Kinderkrantheiten. Ref.: Gen. Stadtarst Dr. Nöder. 2. Die Lommenben Reichstagswahlen. Die Besirtsführer werden ersucht, durch Bandaettel einzuladen. Arbeiterwohlfahrt. Vufere Rreisleiterinnen nehmen fell an den Gigungen der Nota hilfe am Montag, ben 8. 30 ära, 8. Rreis Wedding, 2 Uhr nachmittags im Bezirksamt Christianiaftr. 78; 4. Rreis Prenzlauer Berg, Bezirksamt Daziger Str. 64, achmittags 4 Uhr; 5. Kreis Frie. drichshain, Bezirksamt Rigaer Str., um 12 Uhr mittags; Mittwoch, ben 5. März: 18. Rreis Weißenfee, Rathaus, 10 Uhr vormittags, 19. Kreis Bankow, Rathaus, 12 Uhr mittags; 11. Rreis Schöne berg, Pestalozzi- Froebel- Saus, Karl- Schrader Straße 8, um 8 Uhr bmbs: Rathaus Donnerstag, den 6. Mära, 8. Kreis Spandau: Spandau- Weft, 6 Uhr nachmittags; 20. Rreis Reinidendorf: Sat haus, Hauptftr. 46, nachm. 4 Uhr. 9. Kreis Bilmersbotf, im Alten Rathaus, Bimmer 37, m 10 Uhr vormittags; 10. Rreis gehlendorf, Rathaus Rehlendorf- Mitte, Hauptstraße 58, um 6 Uhr nachmittags. Diens. ben 4. Märg: 1. Rreis Mitte im Bezirksamt Klosterftr. 68, nachmittags 2 Uhr; 2. Rreis Tiergarten, Bezirksamt Klopstod ftr, 24, 8 Uhr abends; 12. Rteis Gteglis, Rathaus Steglis. 8immer 1, nachmittags 6 Uhr; 14. Rreis Neukölln im Rathaus, Bimmer 137, 1. St., nachmittags 4 Uhr; 5. Rreis Treptow, Rathaus, Neue Krug- Allee, Simmer 50, 10 Uhr vormittags; 17. Rreis Lichtenberg im Rathaus Don Lichtenberg um 12 Uhr mittags. tag. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 98, Abt. Am 29. Februar verstarb unser Genoffe Leopold Sirf. Die Beerbigung findet am 2. März, nachm. 2 Uhr, auf dem Jüdischen Kirchhof in Weißenfee( Neue Salle) flatt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berein ber Freibenter fe Fenerbestattung E. B. Montag, den 8. Mära 1924, Reinidendorf- Oft, Mitgliederversammlung im Lokal von Brüdner, Brosingstraße 74, abends 7 Uhr. Borirag des Genoffen Roth. Leo Tolstoi und die narchie" lautet bas Thema, liber das Gen. Hermann Ebert am Montag, ben 3. März, abends 7½ Uhr, im Bunde religiöfer Sozialisten, Neukölln, Berthaftr. 9( fleiner Gaal), fprechen wird. Freireligiöse Gemeinbe. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelallee 15, Bortvag Gäste willkommen. des Serrn V. Rogal: Religion und Entwicklungslehre." Geschäftliche Mitteilungen. Ueber bas nur in Wasservogels Geifenfilialen erhältliche Salmiat- Terpentine Bulver mit Seifenfchnikeln urteilt die Rundfchaft: 3 Bann das Bulver in feber Weife empfehlen." Ihr Geifenpulver befigt große Baschkraft und fchäumt auch sehr gut, fo daß die Wäsche von dem Bulver zart und klar wird." Was braucht bas Kleinkind? Was muß die Mutter, wenn die natürliche Ernährung nicht durchführbar ist, der Ruhmilch aufegen? Die Antwort des Arates lautet: Goblets Rährauder". Das Präparat führt nicht ab, wird gern genommen und fann dem Säugling oom frühesten L'ebens. alter an nerabfolgt werden. Wir verweifen auf die Anzeige im Inferaten. teil von Boll und Reit". " Der Algemeine Fenerbestattungs- Berein gu Berlin E. B.( fiche Inferat in Nr. 100) hat seit feiner Begründung den Mitgliedern in bezug auf das religiöle Empfinden nie Borschriften gemacht und ist auf Grund feiner guten Fundierung auch während der schweren Uebergangszeit stets in der Lage ge wefen, die Anfprüche feiner Mitglieder auf foftenfreie Bestattung reftios zu erfüllen. Der Beitritt in diefen Berein tann daher nur jedem warm empfohlen werben. BORG ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER $ 800-$ 2.00 Büro- u. Kartothek- Möbel- Fabrik Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna 27,00- 31,00 Margarine, Handelsm. I 56,10 Tafelreis, java 31,00-36,00 desgi II. Rinäpfel, amerik...115, 0-125,00 Margarine, Spezialm.i.. 76,00 Getr P laumen 90/100 43,00-48.00 desgl. II. 60,00-65,00 Pflaumen, entsteint 52,00-55,00 Molkereibutter 1. 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Oeftere Unterweisung des Personals durch unsere Beamten über sein Verhalten bei Bränden und über erfolgbringende Benutzung der vorhandenen Feuerlöschmittel. Für größere Brände empfiehlt sich dringend die Ausbildung eines Teils des Personals als Fabrikfeuerwehr. Einübung und ständige Anleitung erfolgt durch unsere Beamten, infolgedessen oftmals Ermäßigung der Feuerversicherungsprämie! Die durch vorstehende Maßnahmen erzielten Erfolge bei größeren Bränden sind groß, die entstehenden Kosten sind gering. Sie machen sich bei Bränden hundertfach bezahlt! Außerdem: Lieferung aller Art von Motorspritzen, Handdruckspritzen, Leitern, Schläuchen, Kupplungen, Hydranten nebst Zubehör, Rauchschutzmasken und aller sonstigen Bedarfsartikel für Feuerwehren. MINIMAX- FEUERLÖSCHER Minimax- Feuerlöscher für die Hand des Laien zur Bekämpfung entstehender Brände. Zahlen beweisen die Güte und Leistungsfähigkeit der Minimax- Löscher. 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Als ich hinzukam, schlugen mir aus dem Räucherschrank bereits die hollen Flammen entgegen. Mit einem MinimaxApparat gelang mir in wenigen Sekunden, das Feuerlöschen, und damit das Fleisch usw. s petten. Besonders rühmend möchte ich bervorheben, daß die Räucherwarea, sechdem sie nachher mit Wasser abgespült worden warea, noch vollkommen genießbar und durch das Bespritzen mit der Fhiesig lendt keinerlei Schaden erlitten hatten. Ober- Dirsdorf( Schlesien), den 19. Januar 1924 goz. Graf Plaik Am 4. September 1923 ist in der Dachverschalong des Neubaues während der Nacht infolge Unachtsamkeit der Dachdecker ein Brand von ziemlich erheblichem Umfange ausgebrochen, der die ganze Nacht über sich langsam weiter entwickelte. Erst in den frühen Morgenstunden, als die Flammen rura Dach herausschlugen, wurde der Brand entdeckt und dann sogleich mit mehreren Minimax- Apparaten bekämpft. Das Feuer konnte nach verhältnismäßig kurzer Zeit eingedämmt und gelöscht werden, was lediglich dem Umstande zuzuschreiben ist, daß man mittels des Minimax- Apparates von allen Seiten infolge der leichten Handlichkeit und einfachen Handhabung an dea Brandherd heranrücken konnte. Die Zuverlässigkeit der Minimax- Apparate hat sich dabei in vollem Umfange bestätigt und ich habe noch einmal 10 neue Apparate zur Lieferung in Auftrag gegeben, Oelsnitz, den 11. Januar 1924 Gustav Liebender, Mechanische Stickerel- Fabrikan gez: Unterschrift Am& 1. 1924, 13 Ur vormittaga, brach Fabriksaal ein Brand aus. Ein endichtes Benzinfal sollte von unserem Lehrling geöffnet werden. Durch Abrutschen des Schlüssels entstand ein Funken, entzündete sich, so daß das Benzinfaß in Flammen gehüllt war. Durch die Hitze explodierte eine le der Nähe stehende, mit Benzin gefüllte Flasche, die wiederum in Holzregal mit darauf befindliches Pappkiston in Flammen setzte Durch sofortiges Eingreifen des Lehrlings mit Minimas wurde zuerst das gefährliche Fouer am offenen Benzinfaß gelöscht and dann mit dem zweiten Apparat das Regal wind die Pappschachteln. Wir können ser sagen, daß sich Minimax hervorragend bewährt hat Berlin, im Januar 1924 Busch& Co, Treibrinolar ins se MINIMAX- TRESOR Die Möglichkeit eines billigen und zugleich im höchsten Maße zuverlässigen Schutzes für Geld, Wertgegenstände, Dokumente usw. ist wenig bekannt. Minimax- Tresore, System Taegen D. R. P. sind schon von 185.- Goldmark an erhältlich. Für jeden Verwendungszweck: Wandeinbau, freistehend, einsetzbar in Truhen, antike Schränke usw. Minimax- Tresore sind feuer-, schmelz-, einbruchsicher. 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Königgrätzer Str. 7.30 Uhr: Sommer nachtstraum Komödienhaus 8: Jolandas letztes Abenteuer Berliner Theater 7.30 U: Das Weib im Purpur Theater am Nollendorfplatz 7.0: Zwei um Eine Emmy Sturm, Har. Blech, Debicka, Bern, Zottmayr. Dwersky, Meyer, Pala, Hitsch Intimes Theater 3: Der Hinduprinz Der Schrei usw. Metropol- Theater 7 Uhr: Marietta Operette v. Kollo Neues Theat a. Zoo 7% Uhr: LILLY FLOHR in Meine Tochter Otto Neues Volkstheat. < Uhr: Der Gra von Luxemburg Thalia- Theater / U. Frasquite Paulsen, Alf. Haase, am.-S. Jadlowker. Martha Serak Gerda Löchner Trianon- Theater Theater i.d. Kommandantensty U Tägi. 8 Uhr: Das Radiomadel Die nackte Tänzerin Operette v.P Weiner Lustsp, v, R. Lothar Kart Vespermana, Editz Karin, Jenay Krauss, Lya Dahms Residenz Theat. Wallner- Theater Tagl. 8 Uhr. Androklus u. U Mad. Pharao der Lowe von Bernh. Shaw 8U Kleines Th. Devisen Komöd v L.Schmidt Gorina, Leux, Illing, Lautner, Ritter Lustspielhaus 11 Uhr: Vorlesung Falkenstein, Limberg Karl Kraus Central- Theater 8 U. Theater 8 U Alte Jakobstr. 3. Folies Caprice Tagl. s Uhr Die Novität: Rund umd Wedding Der dumme Schmasow, Resi Langer Dazu Das Radieschen August Vertonung im sett SCALA Metropol- Varieté Operette in 3 Akten Reitpei: scheu.heute. Tag.ich 8 Uhr ein Busgezeichnetes VARIETEProgramm Sonntag 3.30 zu halb Preisen das volle Programm Behrenstr. 54' 8 Uhr: Claire Waldof. mit uenen Schlagern Dorian& Paquita Sealifel William Schiff 3 Sellons Zurita 4 Dorris Willy Serting 3 Daniels Bedeutend ermis. Preise Große Volksoper des Westens im Theater 7%, Uhr: Carmen Täglich Kammer- Oper Lützow & Uhr: str. 112 New renoviert Neu renoviert Das neue große Programm mit Paul Beckers nach langen Jahren wieder in Berlin als Fliegertüten- Heinrich und im Duett mit Fr. Sylvaré. 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Die Guido Thielscher verfagle Nacht Schwank L.8 ft. FranzArnoldu.ErastBach. Else Back- Claire Rommer- Sibyl Solowa Camilla Spira Tony Tetzlati Marlow lor ch Leo Peukert- Berthold Relig. Neue Welt D A. SCHOLZ Hasenheide 108-114 Sonntag, den 2. März: Bockhier- Fest in den bayer, Alpen 8 Kapellen/ Rutschbabn/ Bayer.Mad' und Großer Alpenhall Einlaß 3 Uhr ... Anfang 4 Uhr Trabrennen 4 Uhr Gr. NachmittagsVorstellungen mit Neu renoVIC Neu renovieri Zum Ausschneiden: Zum Ausschneiden! Gültig bis Montag, den 3. März Residenz- Theater Täglich 8 Uhr: Androklus und der Löwe von Bernhard Shaw Paul Biensfeldt, Lange, v. Meyerink, Torning, Kinz. Vorzeiger dieses zahlt, des Kassenpreises Karten 1 Stunde vor Beginn! Zum Ausschneiden! Zum Ausschneiden! Romische 6per Rose- Theater Allabendlich 72 32 Uhr: Rübezahl Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Walhalla Theater Weinbergsweg 15 Weltattraktionen ReichsballenTh. Tägl. 1, U. u.Sonnt. 3U. Stettiner Sänger Achtung! Ausschneiden! 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W. entichter jant nach Jangem, schwerem Leiden unfere liebe treuforgende Mutter, Schmieger Großmutter, Zante und Schwägerin, Frau Adelheid Zinke geb.Gesch. Dies zeigt im Namen ber trauernb. Hinterblieben tiefbetrübt an Alfred Krause u.FranElise geb.Zinke Cinäicherg, find. Montag, 3. März, Krematorium Gerichtste., 5%, u, ftatt Am Donnerstag, den 28. Februar, verstarb nach furzem Beiben plöglich und unerroartet meine liebe Grau, Muter unb Schwiegermutter, Frau Luise Glane geb. Buche im 65. Lebensjahre. 71/3 a Dies zeigen Hefbetrübt on Die trauernden Hinterbliebenen: Gustav Glaue Martha Giesholt geb. Glaue Johann Glesholt Berlin R 65, Triftste 61 Die Einäscherung findet Dienstag, den 4. März, nahm. 2 Uhr, im Stre matorium Gerichte. 87/88 ftatt. Unjer lieber Onfel, Better und Freund Dr.med. Aron Bamberger ift am Freitag, den 28. Febenar, einem Schlagfluß erlegen. Die Beerdigung findet am Dienstag, b.4. März 2 Uhr auf dem Städtischen Friedhof Friedrichsfelde feinem Bun che nach in alles Einfachheit statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Eduard Bernstein. Am 29. Februar, nachmittags 3, Uhr, ist unsere Tochter Sophie Altberg im 24. Lebensjahre gestorben. Neukölln, den 1. März 1924 Als Eltern: Heinrich J. Altberg und Frau Louise geb. Picket Als Bruder: Hans Altberg Fritz Basch als Verlobter Die Beerdigung findet am 4. März, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Neuen jüdischen Friedhofes in Weißensee aus statt. Kranzspenden und Beileidsbesuche dankend verbeten. In dieser Woche befonders billige Pelzangebote Seal Electric- Schal, 2 m lang, 50 cm breit, prima Qualität und auf teiner Geibe verarbeitet von 65 M. an. Ferner billige Angebote in Füchsen. 998lfen, Ziegen, Jaden und Electrie Manteln nur im Allg. Ortskrankenkasse für Zehlendorf and Umgegend Betanntmachung Der 17. Nachtrag zu unserer Gagun, nach welchem die Beiträge auf 7 S. Des feftgefesten Grundlohns ermäßigt worden sind, ist vom Obroerficherunge amt am 26 euar d. 3. genehmigt morden. Die Ermäßigung der Beiträge Kraft. Beglenborf, den 29. februar 1921. Der Borstand Delzhaus 3aaermann rit am Montag, den 3. März 1924 in Charlottenburg 4, Wilmersdorfer Str. 46-47, Bith. 803. Fahrgelb vergütet.. Keine Reklameartike Nur Qualitäten Spezialarzt Dr.Guttmanns Heilanstalt DeGeschlechts- Saut, Harn, Frauenletben, Schwäche Syphilis Ruren schmerzlos und ohne Berufsftörung Harnu Blutuntersuch. Mäß. Breise Bahnhof Königstr. 34-36 Al xand.-Pl. Spr. 11-1 u. 5-7, Sonntag 11-1 109/11 Dr. Kurt Fleischer, Frauenarzt, G. Begmeler, Bors. 4. Fischer, Schriftf Schöneberg, praktiziert wieder. Auch für stärkste Figuren DOTA 2 PL. RADIO 2 PL Die neuen Preise: blau.... 3 Pf. grün... 3 Pl. rot..... 4„ lila..... 5 weiß... 6 gelb... 12 Dota. 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Wiederholt hat er sich gerade das Organ des größten Schwergewichtsmeisters der deutschen Industrie, Hugo Stinnes, ausgesucht, um Arbeiterfragen im Sinne des Unternehmertums zu be handeln. In einem neuen Artikel, den er kennzeichnenderweise im Arbeitgeber", der Zeitschrift der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, veröffentlicht, wendet er sich unter Lobgefängen auf das Unternehmertum gegen den Staatsfozialismus". Als folcher erscheinen ihm Achtstundentag, Tarif wesen und dergleichen. Niemals Jagt Herkner hätten Sozialreformer und gelehrte Sozialpolititer bei uns eine der artige Entwicklung gefordert, wie sie im gefeßlichen Acht stundentag, im Betriebsrätegesez, der Arbeitsnachweisregelung, der Erwerbslosenfürsorge und dem Schlichtungswesen in Erscheinung trat. Die Qualen eines nervösen. Ein nervöser Mensch ist ein unglüdlicher Mensch. Kleine Biderwärtigkeiten fönnen ihn zur Berzweiflung bringen, die kleinste Aufregung tann ihm tagelang Kopfschmerzen ober Uebelteit verursachen, ihn ärgert die Fliege an der Wand, und er ärgert sich wiederum dar über, daß er sich so ärgert. Nervenleiden find zumeist Gehirnleiben und Geiftestrantheit, unbewußte Handlungen, Rückenmarkslähmungen usw. find nur befo: ibers schwere Folgen derfelben. In leichteren Fällen äußert sich Nervosität durch: Ropiicmerzen, Gliederreißen, 3udungen, Rudenschmerzen, Ge sichtsschmerzen, Schmerzen im Hals, Armen und Gelenken, Augenflimmern, Blutwallungen, Herzklopfen, Schlaflosigteit, Ihmere oder schred liche Traume, Betlemmungen, Schwindelanfälle, Angstgefühle, übermäßige Empfindlichkeit gegen Geräusche, Reizbarkeit, besonders früh nach dem Aufstehen, Unruhe, Launenhaftigteit, Berjagen des Gebächtnisses, gelbe Hautflede, klopfen in den Adern, Gefühl von Taubheit in den Gliedern, Zittern der Hände und Knieen bei Erregungen, blaue Ringe um die Augen, Dhrensaufen, fonber. bare Gelüfte und Abneigungen, Schredhaftigteit. Biele weniger auffällige Erscheinungen treten einzeln oder zusammen auf und find Anzeichen dafür, daß die Nerven angegriffen sind. Zeigen fie fich, so sollte unbedingt fofort etwas geschehen. Man muß den erschöpften Nerven diejenigen Stoffe zuführen, die fie bei der übermäßigen Anstrengung verbraucht haben. Diese Stoffe bestehen aus organischen Phosphorsäureverbindungen, und es ist der Wissenschaft gelungen, sie aus organischen Substanzen in sehr starter Konzentration zu gewinnen. In zwedmäßiger Zusammenfegung enthält jie das bekannte, sehr empfohlene Dr. med. Robert Hahns Nervisan". Hören Sie, wie es beurtelli wirb: Ich bin sehr zufrieden, fühle mich fegt viel wohler, haupt. fäch ich der Schlaf ist viel besser geworden, ich schlafe jest fast jede Nacht ununterbrochen durch, was erst nicht der Fall war. Bruder, Justiz machtmeister. daß ich mit Ihrem " Mervisan" fehr zufrieden bin, ich bin mein Nervenleiben Gott fet zu meiner Befriedigung lann in 3onen ble freubi Sonntag 2. März 1924 Freudig" begrüßt er den jetzt von Arbeitgebern ge- auf zurückzuführen, daß die Grundidee der Arbeitsforderten Abbau des Staatsfozialismus" und gemeinschaft preisgegeben wurde. Herkner übersieht damit der Sozialpolitik überhaupt. Er ist nur von der ein en offenbar die Ursache dieser Preisgabe und verwechselt so Ur Gorge erfüllt, daß die Widerstände gegen das nach seiner fache mit Wirkung. In den Novembertagen des Jahres 1918 Meinung berechtigte Ziel der Bekämpfung des Staats- bot die politische Machtstellung der Arbeitnehmerschaft ein fozialismus schließlich der ganzen Sozialpolitik das gewisses Gleichgewicht gegen die wirtschaftliche Uebermacht der Grab schaufeln. Er gibt daher den Gemertfchaften Unternehmer. Dieses Gleichgewicht hat sich leider mehr und den Rat, sich nicht unbedingt vor den Achtstundentag und mehr zuungunsten der Arbeitnehmer verschoben und das Tarifzwang zu stellen, sondern so flug zu sein, unhaltbare Unternehmertum, das sich seiner erneuten Uebermachtstellung Positionen rechtzeitig zu räumen". bewußt ist, macht heute davon rüdfichtslosen Gebrauch, auch ohne sein Vorgehen„ wissenschaftlich" zu rechtfertigen. Die Feststellung seiner sozialpolitischen Wandlung ist dem Verfasser der Arbeiterfrage" offenbar dennoch peinlich. Er beklagt, daß Lujo Brentano bei den Gedem Unternehmerfum in feiner wirtschaftlichen Ueberwertschaften so große Anerkennung findet, trotzdem Brentano in der Wissenschaft sein ganzes Leben hindurch nichts mit größerem Eifer bekämpft habe, als die Bureaukratisierung der Sozialpolitik. Vielleicht erinnert sich aber Herkner selbst daran, daß er es war, der in fritischer Stunde gegen den Achtstundentag als eine Frucht unseres Zusammenbruchs" ausrat, während Brentano, obwohl ursprünglich Gegner des gesetzlichen Achtstundentags, für dessen Beibehaltung eintrat und sich nicht auf die Seite der Stinnes, Thyssen und Kompanie schlug, sondern auf die Seite der Arbeitnehmer. " Das Unheil, dem wir heute gegenüberstehen", sei darAchtung! Gasersparnis! Beim Kochen auf Gas muß in erster Linie die Flamme richtin eingestellt sein, was am grünen Kern und violetten Mantel zu ersehen ist. Zur richtigen Einstellung der Flamme, und um ein Zurückschlagen zu vermeiden, dient die Luftregulierun. Bei älteren Kochern ohne Regulierschieber deckt man die Eintrittsöffnung fur die Luft im Brennerrohr durch einen herumgelegten Biechstreifen teilweise ab. Den Hausfrauen geben wir noch folgende Regeln zur Beachtung auf: 1. Verwer mg dünnwandiger( Aluminium) flacher Kochtöpfe. 2. Kochen mit verschlossenem Deckel. 3. Freihalten der Kochtöpfe von Ruß und Kesselstein. 4. Die Gasflamme darí über den Rand des Topfbodens nicht hinausragen 5. Nach dem Ankochen stelle man die Flamme klein. 6. Bei Neuanschaffung bevorzuge man Kocher mit Kleinsteller. Die gewissenhafte Beachtung dieser Regeln hat große Gasersparnis zur Folge. Zur Erleichterung des Gasabsatzes erfolgt bis zum 30. Juni 1924 die Neuaufstellung von Gasmessern kostenfrei. Dem Publikum wird empfohlen, von dieser Vergünstigung ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Bezüglich Anmeldung I auch bei Störungen wende man sich an die nachstehenden Dienststellen. Berlin 2 Berliner Städtische Gaswerke Aktien- Gesellschaft Neue Friedrich air. 109 Geschäftsstellen: II. Inst.- Abt. Wilhelmstr 3b Gitschiner Str. 48 III. IV. 99 99 Thaerstr. 56 98 99 V. 99 99 Prenzlauer Allee 80 VI. 99 99 Ystader Str. 10 VII. 19 99 Sellerstr. 10 VIII. 99 99 Neukölln, Weigandufer 45 IX. 99 X. " XI. Ausstellungsräume und Verkaufsstellen: Stralauer Str. 57/58 Alexanderstr. 22 Charlottenburg, Kantstr. 28 Karlshorst, TresckowNeuko In, Bergstr. 145 Charl., Werner- iemens- Str. 14/18 Neukölln, HermannLichtenberg, Wiesenweg " Spandau, Parkstr. 11/13 u.unsere sämtl. örtl. Verwaltungs- Inspektion. straße 93 96 Spandau. Charlottenstr. 3 Allee 85 Ziehung schon 7. März Preußische Staats- Lotterie. Riesengewinne in Rentenmark gick Fall: 1 Million Rentenmark. Hauptgewinn: glücki. Dant los, wofür ich Ihnen sehr dankbar bin.. Ich habe es schon vielen empfohlen und werde es auch weiter tun. 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