Nr. 107 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 53 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und 8eit" mit.., Gied Tung und Kleingarten". sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart. Retlamezeile 3.50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 0.20 Goldmart( auläffig zwei fettgedruckte Morte), tedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erite Wort 0.10 Goldmart jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Dienstag, den 4. März 1924 Außenpolitische Fragen im Unterhaus. Londen, 3. März.( WTB.) Unterhaus. Das neugewählte Unterhausmitglied Arthur Henderson, der Minister des Innern, nahm unter lautem Beifall der Arbeiterpartei seinen Sitz im Hause ein. Er wurde von seinen 3 mei Söhnen, die beide Parlamentsmitglieder sind, eingeführt. Sir Samuel Hoare fragte den Premierminister, ob er dem Hau'e eine Mitteilung über die letzten Borschläge der Regierung an die Alliierten über die machen könne. Entwaffnung Deutschlands Macdonald erwiderte, die britischen Vorschläge würden augenblicklich von der Botschaftertonferenz erörtert. Es wäre daher unpassend, in diesem Stadium über eine im wesentichen interalliierte Frage eine Erklärung abzugeben, die die Rege lung, die alle wünschten, beeinträchtigen müßte. Er würde bei der frühstmöglichen Gelegenheit eine Erflärung abgeben. Das tonservative Parlamentsmitglied Sir Ellie Hume Williams fragte den Staatsf: fretär des Auswärtigen, ob er Böckerbundsrat am 10. März vorgelegt werden. Was den letzten Teil der Frage betreffe, so sei die britische Regierung aufs äußerste bestrebt, zu erreichen, daß die Bedingungen des Vertrages 10bald wie möglich durchgeführt werden. Es werde jedoch behauptet daß gewisse finanzielle Schwierigkeiten für die fofortige Bildung einer Gendarinerie beständen. Auf eine weitere Frage Williams, ob der britische Vertreter im Bölkerbundsrat danach trachten merde, zu erreichen, daß das Saargebiet in der Eaarverwaltungsfommiffion einen Ber treter erhalte, der das Vertrauen der Bevölkerung habe und ob die beratende Körperschaft im Saargebiet aufgefordert werden würde, geeignete Namen zu nennen, antwortete Macdonald, daß die britischen Vertreter sich bemühen würden, um die Ermission zu erreichen, einer Persönlichkeit, die für die Bevölkerung nennung eines geeigneten Mitgliedes der Saarverwaltungsfomannehmbar sei. Es sei jedoch nicht der Brauch des Bölter burtsrat, die beratende Körperschaft im Saargebiet aufzufordern, geeignete Namen zu unterbreiten, und es beständen Einwände mitteilen könne, wie hoch die Zahl der französischen Truppen sei, gegen ein weichen von dem allgemeinen Brauch bei der bevordie augenblicklich im Saargebiet ständen, welches die augenblickliche Stärke der örtlichen Gendarmerie fei, welche Schritte unternommen würden, um diese Körperschaft auszubauen und ob der britische Vertreter im Völker bundrat angewiefen werden würde, auf die baldige Zurüd ziehung der französischen Truppen aus diesem Gebiete zu bringen. • Macdonald erwiderte, die letzten Informationen, über die die Regierung verfüge, jeien, daß im Saargebiet augenblidlich 235 französische Difiziere und 5400 Mann ftänden. Die Stärke der örtlichen Gendarmerie werde mit 355 Mann( 1) angegeben. Das Programm für eine allmähliche jährliche Bermehrung würde tem Schacht bei den Sachverständigen. Paris, 3. März.( WTB.) Reichsbankpräfident Dr. Schacht, der heute abend Baris wieder verläßt, verhandelte heute vor und nachmittags fünf Stunden mit dem Bantunterausschuß über die zu gründende Goldkreditbank. Es wurden gewisse noch zu klärende Einzelheiten diskutiert und u. a. der Uebergang der Goldkredit. bank in die geplante endgültige Bank besprochen. Dr. Schacht wird am kommenden Montag nochmals mit dem Bantunterausschuß verhandeln. Ein Finanzkommissar für Deutschland? Amsterdam, 3. März.( Eigener Drahtbericht.) In Verbindung mit Presseberichten, daß die beiden internationalen Sachverständigen tommiffionen eine internationale Kontrolle über das deutsche Staatsbudget und über die für die Reparationsleistungen zu erfassenden Einnahmen aus den Reichsetsenbahnen und aus den Reichsmonopolen vorschlagen werden, berlautet, daß für den Posien des internationalen Generalfinanztommiffats für Deutschland Dr. Bissering, der Präsident der Niederländischen Bant, sowie der Präsident der Handelsgesellschaft, Herr Aafft, der nieder ländische Treuhänder für die deutsch- niederländische Finanzvereinbarung, in Frage kommen. Reichsbahn und Reparationen. Die Regierung gegen Internationalisierung der Bahnen. Reichsverkehrsminister Deser hat in einer Bersammlung seiner Parteifreunde in Magdeburg die Gründe näher dargelegt, die zu dem Regierungsplan der Schaffung eines selbständigen Reichsbahnunternehmens führten. Das letzte Wort werde auf gesetzgeberischem Wege gesprochen werden. Das betreffende Gesetz sei im Ministerium schon in Arbeit. Der Minister erklärte dann, daß die Reichsbahn nicht früher aus der Defizitwirtschaft herausgefom men sei, daran sei nur das Ruhrunternehmen schuld. In der Zeit vom März bis Oftober o. 3. habe die Reichsbahn fünf mal mehr ausgegeben als eingenommen. Die Rentenmark sei auch für die Reichsbahn ein Mittel zur Gefundung gewesen. Es sei der deutschen Reichsbahn gelungen, bis zum Dezember das Gleichgewicht im Haushalt wieder herzustellen, und im Januar fogar schon einen fleinen Ueberschuß zu erzielen. In der Tarifpolitit habe man in erster Linie die Frage entscheiden müssen, was für das Bolt notwendiger sei, daß Ber. fonen billiger befördert werden oder daß die Gütertarife herab. gesetzt werden. Das letztere sei für die Wirtschaft sicher das Bedeutungsvollere. Auf eine Anfrage an den Staatsfefretär des Auswärtigen, ob er bereit sei, fofort Schritte zur Einberufung einer internationalen Abrüftungskonferenz Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Voitsdeckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devoüitenkasse Lindenstraße 3 Die Frau in der Politik. Von Klara Bohm- Schuch ist bisher kaum wesentlich erörtert worden. Weder in unserer Die Frage, ob die Frau in der Politik etwas geleistet hat, noch in einer anderen Partei. Die Arbeit einzelner Frauen auf einzelnen Gebieten wird anerkannt, aber ungefähr so wie angelernte Teilarbeit im Wirtschaftsleben. Verstand und Kraft, den Gang der politischen Ereignisse im Intersse des ganzen Volkswohls zu beeinflussen, nehmen die Männer für sich in Anspruch. Tradition, Gewohnheit, Gedankenlosigkeit fommen zusammen, um diesen Zustand als selbstverständlich und ge geben hinzunehmen. Ganz allgemein werden die Frauen in der Politik heute so beurteilt, wie die Sozialdemokratie als Partei der Arbeiterschaft einst von allen bürgerlichen Parteien. datenliste für die Wahlen ein Zustand, der meines Er Daraus ergibt sich bei der Aufstellung der Kandiachtens eine große Gefahr für unser politisches Leben in sich trägt. Es muß eine Frau" auf der Liste sein; 50 Proz. der Wählerschaft ist nun einmal weiblichen Geschlechts, und dies fem Umstand muß Rechnung getragen werden. So tommt denn auf die meisten Listen die Frauenkandidatur als Köder für die weibliche Wählerschaft. Das ist ja für jeden denkenden Menschen, vor allen Dingen aber für jede denkende Frau ein unserer Partei zutage tritt. Es war das Verdienst der ganz unwürdiger Zustand. Am unwürdigsten, wenn er in Sozialdemokratie, daß fie niemals für Geschlechter. gerechte, sondern stets für Menschenrechte eingetreten ist. August Bebel hat unsere Partei klar und unzweideutig auf diese Bahn gewiesen. Sein Buch„ Die Frau und der Sozialismus“ zeigt nicht nicht nur, weich großes Unrecht die Staats- und GesellSchaftsmoral in der Hurüdsekung der Frauen an der gesam tenten Menschheitsentwicklung durch Jahrtausende beging, sondern er beweist gleichzeitig, wie dieses System in der zu fünftigen Entwicklung sich rächen müßte. Darum fämpft er für den Aufstieg der gesamten Arbeiterklasse, Männer und Frauen, und sagt den bürgerlichen Frauen, daß die Befreiung ihres ganzen Geschlechtes in dem Maß und Tempo erfolgen wird, wie der Sozialismus in Staat und Wissenschaft an Bo den gewinnt. Bebel wird in unserer eigenen Partei oft zi tiert, seine grundsäglichen Lehren werden ebenso oft ausge schalttet; viele, die von ihm sprechen, fennen ihn überhaupt nicht. zu unternehmen, erwiderte Macdonald, diese Frage werde bereits Dom Bölferbund erörtert. Der Augenblid jei feiner Ansicht nach für einen unabhängigen Schritt derart umfassender Art nicht eignet, die Entwidelungen müßten abgewartet werden. Auf die Anfrage eines Parlamentsmitgliedes, ob Macdonald weitere Borstellungen in der Frage der Mitteilungen Hender ons bezüglich einer Revision des Friedensvertrages von feiten der französischen Regierung erhalten habe, erwiderte der Bremier minister, er habe überhaupt keine Borstellungen erhalten. und Arbeitern einer fremdländischen Verwaltung zu unterstellen. Die Verantwortung dafür könnte die deutsche Reichsregierung nicht tragen. Die Eisenbahn müsse in vollster Berfügungsfrei. heit der Reichsregierung bleiben. Finanzreform in Rußland. Moskau, 3. März.( Eigener Drahtbericht.) In Rußland wird zurzeit eine Finanzreform durchgeführt. Vorläufig hat die Regie rung vier Verordnungen erlaffen. Die erste ordnet die Umstellung aller Verträge, Berpflichtungen und Tarife auf Goldvaluta an, die zweite bestimmt, daß die Löhne in Zukunft in Gold ausgezahlt werden müssen, die dritte befaßt sich mit dem Preis abbau im Kleinhandel. Sie steht im Zusammenhang mit der vierten Berordnung, die bestimmt, daß die Kleinhandelspreise periodisch in Goldwährung zu veröffentlichen sind. Zur Eicherung der Fi. nanzreform sollen gleichzeitig energische Finanzmaßnahmen unter nommen werden. U. a, ist das Ausgabenbudget des Monats März, das früher 160 Millionen Goldrubel betrug, auf 147 Millionen herabgesetzt worden. 120 Millionen sind durch Steuereinnahmen gedeckt, der Rest soll durch Kreditoperationen aufgebracht werden. Polnische Gefängnisgreuel. Warschau, 3. März.( WTB.) Ein Dringlichkeitsantrag des ukrais nischen Klubs im Warichauer Sejm beschäftigt sich mit der Angelegen heit des Todes der Ingenieurwitwe Olga Baffarab, die im Lem berger Bolizeigefängnis angeblich Selbstmord begangen haben sollte. In dem Antrag wird dargelegt, daß tatsächlich der Tod der Frau Basarab, die vor kurzem im Zusammenhang mit den Massen bethaftungen der Ukrainer in Ostgalizien von der Lemberger Polizei festgenommen wurde, auf ihre Behandlung im Gefängnis zurückzuführen sei. Die Leiche der Verstorbenen babe auf dem ganzen Körper Spuren grober Migbandlungen aufs gewiefen. Die Polizei habe anfänglich den Tod der Frau Bassarab und die Bezeichnung ihres Grabes zu verheimlichen gesucht. Die belgische Ministerkrise. Der König bat gestern vormittag den zurückgetretenen Ministerpräsidenten Theunis empfangen. In aufs neue in Theunis gedrungen sei, die Neubildung des Stabinetts politischen Streifen wird allgemein angenommen, daß der König zu übernehmen. Malon wieder aufgestellt. Der Kongreß der fozialistisch raditalen Bartei in Cabore bat den ehemaligen Innenminister Malby mit großer Mehrheit zum Kandidaten der Partei auf der Liste des Lintsblods gewählt, nachdem Senator de Monzie in einer Rede erklärt hatte, für die Republikaner des Departements Lot egitiere das Urteil des Staatsgerichtshofes Senator nicht. Es gäbe teine Affäre Malbh. Louife von Koburg, die Tochter des Belgierkönigs Leopold, ist Hofstandal, als sie von ihrem Gatten, Philipp von Roburg, flüchtete. in Wiesbaden gestorben. Bor Jahren gab es einen ungeheuren um fortan mit dem ungarischen Offizier Geza v. Mattassitsch zusammenzuleben. Reichsverkehrsminister Defer erklärte, er gebe sich keiner Illusion in der Hinsicht hin, daß die Reichsbahn trotz ihrer Sonderstellung nicht die Hauptträgerin der Reparationslaften in der Zukunft sein werde, weil sie der wertvollste Besitz sei, den das Reich habe. Er hoffe aber, daß die in dieser Hinsicht gesuchte Lösung nicht von der Haßpolitik Frankreichs angegeben würde, sondern daß die rechtskundigen Männer der Sachverständigenausschüsse einen vernünftigen Weg suchen werden. Die Reichsregierung werde niemals ihre Einwilligung dazu anstalteten Wiener Bankbeamten vor mehreren Banken lärmende Bantbeamtensteriffundgebungen in Wien. Gestern vormittag vergeben, daß die Eisenbahn internationalisiert werde. Rundgebungen. Zur Wiederherstellung der Ordnung zog die Boli Unter internationaler Führung könnten die Tarife nicht so ausgezei verschiedene Male blant, machte jedoch von der Waffe keinen staltet werden, wie wir sie brauchten. Sowohl national wie inter ernften Gebrauch. Mehrere Berhaftungen wurden vorge. national werde es auch unmöglich sein, ein Heer von 750 000 Beamten nommen. Wenn man die Frau als den gleichberechtig ten Menschen auch als Wählerin betrachtet, dann darf man ihr feinen Röder hinwerfen. Das heißt, dann darf man teine Frau auf die Kandidatens liste bringen, die den männlichen Kandidaten nicht in jeder Weise geistig gleich weraid ist. Sind aber solche Frauen vorhanden, dann darf man sie nicht, weil sie nur Frauen" sind, an Stellen bringen, an denen sie nichts weiter als Deforation bedeuten. Dann haben die Frauen als wählerinnen das Recht, die tüch tigen Menschen ihres Geschlechtes an Stellen 8u wissen, von denen aus sie auch ins Parla. ment gewählt werden. Die parlamentarische Arbeit hat für die schaffensgewöhnte Frau nicht viel erfreuliches, um so mehr hat sich aber in der Praris ihre Notwendigkeit herausgestellt. Es gibt viele Dinge in Politik und Gesetzgebung, in denen Mann und Frau sich im Denten und Empfinden ergänzen müssen; mas au diesen Gebieten nur von Männern oder Frauen geschaffen wird, muß Stückwerk bleiben. Gesetze des kaiserlichen Deutsch land wie das Bürgerliche Gesetzbuch in seinen ganzen familien. rechtlichen Bestimmungen, das( noch immer nicht reformierte) Strafgesetzbuch find Beispiele dafür. Bei der Lösung sozial politischer und fultureller Fragen im Ernährungswesen ist die Mitarbeit sachkundiger Frauen unerläßlich. Und sie haben gearbeitet, ohne viel Aufhebens davon zu machen. In zuvielem waren die Frauen vor der Revolution benachteiligt, zuvieles mußte in der Gesetzgebung nachgeholt werden, als daß es möglich gewesen wäre, über das einzelne in der Deffentlichkeil lange zu reden. Dadurch hat die Arbeit der Frau im Parla Deffentlichkeit. Wäre wohl ohne die Frau in der Ge ment etwas Selbstverständliches bekommen- auch für die setzgebung die Wählbarkeit der Frauen für die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte durchgesezt worden? Wir wußten, wenn wir dieses Recht erstritten, das so ungeheure Bedeutung für Millionen arbeitender Frauen hat, dann war der Weg frel Unsere Gegner wußten das auch, und darum wehrten sie sich verzweifelt, aber die Frauen der anderen Parteien standen mi für die Betätigung der Frau in der Rechtspflege überhaupt uns. Und heute haben wir die Frau als Schöffe und Ge schworene, haben sie im Justizdienst. Damit allein ist in der nicht erreicht, aber die zweite Etappe des Kampfes liegt auf Rechtspflege das Ziel für die proletarischen Vorfämpferinner tulturpolitischem Gebiete. Die gleiche Bildungsmöglichkeit muf allen Kindern, ob arm ob reich, offenstehen; den ersten Schrit haben wir im Grundschulgesetz getan. Die Mädchenbildung muß der Knabenbildung gleich werden; die Besetzung der Stellen( auch der leitenden) an den Schulen darf nur nach dem Grundsatz der Befähigung und nicht nach dem Geschlecht er folgen. Das alles ist notwendig, wenn wir zu einer Mensch. heitserziehung, wenn wir zu einem tameradschaftlichen Berstehen unter den Menschen( und damit unter den Böltern) fommen wollen. Und die Frauen in den Parlamenten arbeiten an diesem Ziel; in den zähen Verhandlungen der Ausschüsse, in der Borbereitung des Bodens in der eigenen Partei. Sozialpolitisch hat sich die Arbeit der Frauen am stärksten ausgepirkt. Die Wochenhilfe, das Jugendwohlfahrtsgesetz, das Gesetz über Jugendgerichtshilfe, das Gefeß zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sind großenteils ihr Wert. Wie haben sie geschafft für die Versorgung der Opfer des Krieges und der Arbeit, wie haben sie sich für die arbeitende. Jugend eingesetzt. Nur durch die Bereitschaft der Frauen aller Parteien ist es gelungen, die Erwerbslosenfürsorge auf die jungen Arbeitenden von 14 bis 16 Jahren auszubehnen; nicht gelungen ist es, die Unterstützungssäge der Frauen denen der Männer gleichzubringen. Wenn die Durchführung der Geseze stockt, wenn die Renten oder Unterstützungen im einzelnen unzureichend find, so ändert das nichts an der Tatsache, daß in der Schaffung der Gesetze selbst ungeheuer viel Frauenarbeit steckt. In der Durchführung einer ordent lichen Steuergefeggebung und erhebung liegt die Möglichkeit der Ausführung der Fürsorgegefehe auch bezüglich der Rentenhöhe, und darum ist auch auf steuerlichem Gebiete Interesse und Mitarbeit der Frau unerläßlich. Biel mehr noch ließe sich über geleistete und noch zu leistende Frauenarbeit im Parlament fagen. Aber es ist hier wie bei vielen anderen Dingen: erst wenn die Frauenarbeit wieder ausgeschaltet wäre, würde man ertennen, welche Bedeutung sie hatte. Auf einem Gebiete aber hat die Frau fich stärker erwiesen als viele Männer: in ihrem Willen zum Frieden. Erfüllungs politit oder nicht! Die Frage geht durch alle Parteien. Sie wird die Kampfparole der extremen Parteien rechts und links gegen uns sein im beginnenden Wahlkampf. Wir sozialdemofratischen Frauen stehen unerschütterlich für eine unblutige Lösung aller Weltkonflikte, deshalb vergessen wir nicht, daß Deutschland einen Krieg verloren hat und versuchen muß, mit aller Kraft die Lasten abzutragen, den Vertrag zu erleichtern. Wir wollen feinen neuen Krieg; nicht aus Feigheit, sondern aus Klugheit und Menschlichkeit. Wie im fleinsten Kreise nur aus der Selbstbeherrschung Gerechtigkeit und aus Gerechtigkeit Kameradschaft erwachsen kann, so auch im Leben der Bölker. Wir wollen eine Lebensmöglichkeit für unsere Volksgenossen, und die fann nicht in neuen Kriegen erfämpft, sondern nur mit dem festen Willen zur Verständigung erarbeitet werden. Damit, glaube ich allerdings, geben wir Sozialistinnen auch der großen Bolitit ein Gepräge. Gerade in dieser Lebensfrage: Krieg oder Frieden, wird, wenn männliche Leidenschaft teine Grenzen mehr fennt, das heiße Lebensgefühl der Frau, ihre starke Mütterlichkeit, sich mit dem flaren Willen zum Frieden verbinden. Ein rebellierender Volksparteiler. Lerdner gegen Stresemann. Die Wahlen rüden näher. Die Nominierung der Reichstagskandidaten ist bei allen Parteien in vollem Gang. Damit hängt es wohl zusammen, daß man überall bezeichnende Borstöße feststellen fann. So leistet sich der voltsparteiliche Abgeordnete Freiherr v. Lersner eine Erflärung gegen Den offiziellen Führer und„ besten Mann" der Volkspartei, ben Außenminister Strefemann, die bereits ganz im deutschnationalen Stile gehalten ist. Er wirft ihm vor, daß Stresemann in feiner Programmrede am Donnerstag die Kriegsschuldfrage mit feinem Wort erwähnt habe und fündigt an, daß er, Lersner, gezwungen fein merde, bei Stellung der Vertrauensfrage gegen das Bertrauensvotum zu ftimmen". Die volksparteiliche Beit" schüttelt Lersner deutlich ab. Die Angelegenheit sei in der Fraktion zur Sprache gefommen und der Fraktionsvorsitzende Scholz habe sich im Plenum zur Kriegsschuldfrage geäußert. Außerdem schreibt sie: Beamtenabbau. Bon Tehateha. Der alte Bureaudirektor Hummelsbach blickte über seine alte Goldbrille den ihm gegenüberfizenden Verwaltungsmenschen an, als ob er ihm ein Loch durch die Stirn bohren wollte. Ja, ja, lieber Hummelsbach, daran ist nichts zu machen, fechs Mann müssen an die frische Luft befördert werden. Nun machen Sie Ihre Borschläge, ich rede Ihnen grundfäßlich nicht dazwischen." Gewiß. Herr Rat, gewiß, aber wo anfangen? Ich habe einige ältere Herren herumfißen, die nicht das Salz verdienen. Man hat fie mir schon von anderen Aemtern als dort unbrauchbar überwiesen Da ist zum Beispiel der Sekretär Hunschede, einer, der lieber Pferde tnecht hätte werden sollen, als in den Staatsdienst zu treten. Ein widerlicher Mensch. Nach oben fazbudeln, nach unten brutal." Hm hm, Hunschede, gewiß. Das ist doch der Beamte mit Der schwarzen Hornbrille? Ja der ist mir aber gerade hm als fehr, als ganz hervorragend zuverlässig geschildert worden. Wie tommen Sie auf den, Herr Direttor?" Buverlässig? Ja, ja, wenn er fich als Ohrwurm betätigen Lieber Herr Hummelsbach, Sie müssen da ein bißchen tiefer fehen. Die Revolution hat uns manchen in die Stube geschwemmt den wir bei der Gelegenheit doch mal aufs Korn nehmen tönnen." Ich meine, daß zunächst die unbrauchbaren entfernt werden follen, die bloß an der Staatskrippe nagen und nichts leisten?" Natürlich auch." Der Herr Rat wurde sichtlich sehr verärgert. Dieser alte Bureaudirektor stellte sich an wie ein Saugtälbchen. ,, Natürlich auch die," fuhr er fort. Aber da haben Sie zum Beispiel den Jagemann in Abteilung D. Sehen Sie, das ist einer für die Schlenkermaschine mit seinem Schweinemaul. Der Kerl fällt mir schon auf die Nerven, wenn ich ihn rieche." Aber im Dienst ef ef ef. Absolute Zuverlässigkeit. Er rebet ziemlich viel über seine Beamtengewerkschaft. Aber doch nicht mehr als die anderen auch. Es hat doch jetzt jeder seinen Sparren seit der Revolution." fann, aber nicht bei der Arbeit, und da doch. Ne, ne, fagen Sie das nicht. Wir haben auch noch anständigere Charattere hier. Wir beide sollten uns doch da austennen." Es entstand eine Pause, die dem Herrn Rat sehr unangenehm mar. Er griff aber ganz schnell das Thema wieder auf: Na, und was ist es mit Larat? Doch auch eine faule Nummer, pas?" Er ist flein, podennarbig, gewissermaßen rothaarig, und hat, mas man einen hohen Rüden" nennt, aber faule Nummer?" Er zuckte die Schultern. Ra, ben hatten doch die Spartafiften fogar als sowas wie Stadt. verordneten aufgestellt mit seiner hämorrhoidalen Gesichtsfarbe und feinem Budel. Ra ja. Die Sozialdemokratie hat ihn 1919 als Stadtverordneten vorgeschlagen gehabt. Er war aber felbst so feinfühlend, zurüc zutreten, nachdem ich mit ihm gesprochen hatte. Abgehalten habe ich ihn zwar nicht, er tam aus persönlichen Gründen dazu abzusagen. Er ist eine feinempfindende Seele. Er redet über Wagner, Nießsche, Hegel wie ein Buch." „ Eine Aufrollung der Striegsschuldfrage als folder ist in der vorstehend erwähnten Ansprache des französischen Präsidenten nicht zu sehen, und es ist, abgesehen vor dem Abgeordneten Freiherrn v. Lersner, auch von feiner anderen Seite in diesem Sinne darauf eingegangen worden. Im übrigen entspricht es, wie Herrn v. Lersner als früherem Diplomaten bekannt sein wird, dem dip: omatischen Braud), Aeußerungen fremder Staatsoberhäupfer möglichst nicht in die Debatte zu ziehen. Wäre eine unzweideutige Beschuldigung Deuifchlands erfolgt, so wäre man auf unserer Seite die Antwort gewiß nicht schuldig geblieben." Dann geht man wohl recht, wenn man annimmt, daß Herr v. Lersner eine Gelegenheit fucht, seine deutschnationale Gesinnung öffentlich zu demonstrieren, um sich in empfehlende Erinnerung zu bringen. Vielleicht verläßt doch der eine oder andere Volksparteiler, dem Drange des Herzens folgend, Stresemanns Reihen. v. Lersner mit einer vertraulichen Anfrage an die Deutsch Wie in parlamentarischen Kreifen verlautet, hat sich Herr nationalen gewandt, ob er bei einem eventuellen Uebertritt zur Deutschnationalen Partei mit Sicherheit auf ein Reichstags mandat bei den nächsten Wahlen rechnen fönne. Ueber einen Be scheid auf diese Anfrage ist bis jetzt noch nichts befannt geworden. Vatikan und Ludendorff. Zerfetzende Folgen des Stegerwald- kurses. Französische Zeitungen berichten aus Rom, daß der Batikan in der Form einer diplomatischen Note Protest bei der deutschen Regierung gegen die beleidigenden Anwürfe Ludendorffs erheben wolle. In dieser Form dürfte die Nachricht kaum zutreffen, denn die Reichsregierung trägt faftisch feine Verantwortung für die Ausführungen eines Angeklagten in einem Hochverratsprozeß. Dagegen dürfte die Nachricht des 8- Uhr- Abendblattes" eher zutreffen, wonach der Batikan in einer Rundgebung an die deutschen Katholifen gegen die Angriffe Ludendorffs Stellung nehmen mird; das felbe wollen die deutschen Bischöfe auf einer Konferenz in Fulda tun. Jedenfalls ist die Rede Ludendorffs ein Warnungszeichen für die fatholische Bevölkerung Deutschlands. Die Politik der Zugeständnisse an die Rechtsparteien, die der rechte Flügel des Zentrums unter Führung von Stegerwald feit drei Jahren konsequent betreibt, hat dazu geführt, die Wählermassen des Zentrums ausein anderzutreiben: ein nicht unerheblicher Teil dieser Katholiken hat aus dieser reaktionären Einstellung die logische Konsequenz gezogen und ist zu den Deutsch nationalen übergetreten. So hat faft jede Ortsgruppe der Deutschnationalen Partei jetzt eine fatholische Arbeitsgemeinschaft und einen fatholischen Werbeausschuß. Die deutschnationale Propaganda arbeitet unter den Katholiken z. B. mit folchen Argumenten, wie der Tatsache, daß General D. Gallwitz, ein bekannter Bewunderer Ludendorffs, deutschnationaler Reichstags abgeordneter ist, obwohl ebenfalls katholisch. Auf der anderen Seite hat der Kurs Siegerwald- Thyssen die fatholischen Arbeitermassen, besonders im Westen Deutsch Cands, ganz naturgemäß erbittert und es machen sich Spaltungs bestrebungen nach links immer deutlicher bemertbar. Wäre nicht die Einheitlichkeit der katholischen Wählerschaft durch den Bürger blod Rurs Stegerwalds so unterminiert, dann könnte das Sentrum über die Rede Ludordorffs ruhig hinwegsehen. Jeht aber wird diese Rete wie eine Brand fadel der Zwietracht unter den Ratholiten Deutschlands wirfen. Das verdantt aber das Zentrum vor allem Herrn Stegerwald. Aus alledem ergibt sich jedenfalls das eine mit affer Klarheit: das Zentrum wird als eine einheitliche, starte Partei nur forts bestehen fönnen, wenn es sich entschließt, rü chaltlos auf den Boden der republikanischen Berfassung zu treter., ohne mit den militaristisch- nationalistischen Parteien zu liebäugeln, die obendrein im Grunde ihres Wesens fanatische Feinde des Katholizismus find, und wenn es sich auf die breiten Massen des tathelischen Volkes stützt und nicht auf die fleinen Gruppen von Großindustriellen und Groß agrariern, denen das wirtschaftliche Interesse höher steht als der religiöse Glaube, und die deshalb das Zentrum allmählich in das deutschnationale Lager hinüberzuleiten bestrebt sind. ,, Sie sind gut vielleicht dichtet er auch und schreibt Romane?" Weiß ich nicht. Im Dienst ist er jedenfalls ein gewissenhafter Beamter. Aber wie denken Sie denn über diesen Specmann aus Abteilung C? Ueber den haben wir doch schon Bücher voller Klagen." Weiß nicht. Aber, hm... Speckmann Jedenfalls sehr zu überlegen. Der fegelt doch, wenn ich nicht irre, mit dem Landgerichtspräsidenten. Das gibt Jauche, wenn wir ba anfangen. Der schreit, der tobt. Der is wie eine Klette. Ne lieber nicht, Herr Direttor." Der Herr Berwaltungsrat frümmte sich förmlich auf seinem Stuhl. Dann stand er auf und begann: ,, Lieber, verehrter Herr Direktor( dies ,, Derehrter" fagte er immer, wenn er sehr ärgerlich war), wir müssen uns wieder an die alte Tradition erinnern. Wozu denn immer Rücksichten, Rüdfichten. Jezt ist doch die beste Gelegenheit!? Natürlich, hm tar fehe. Bitte sich noch weiter auszusprechen, Herr Rat, damit ich Is das nicht flar? Na, hören Sie mal, Hummelsbach, wir werden alt?" Mag fein," sagte der fühl. nicht zugefroren. Wi: beiben Alten werden uns wohl noch verNatürlich nicht so gemeint. Hahahahaha, nun werden Sie stehen? Ich will Ihnen doch gewiß nicht hineinreden in Ihren 3eit. Ueberlegen Sie sich's, schlafen Sie mal drüber, und dann Blan, gewiß nicht. Aber schließlich Na, wir haben doch noch schauen wir uns die Sache nochmals durch. Sie kennen jetzt so meine Gedanken. Fingerfpigengefühl, Hummelsbach. Weiter ist das ganze nichts. Wiedersehen." ,, Und wie denten Herr Rat über die finderreichen Beamten und Angestellten?" Rinderreiche? Schöne Sache, verflucht schöne Sache. Ich babe zwar feine, aber immerhin, Bevölkerungspolitit ift ja auch staatserhaltend. Aber schließlich geht das nicht vor. Zuerst mal ist der Mensch Beamter, wie ich, wollte fagen, wie wir sie auffaffen. Dann Befähigung, dann meinetwegen Kinder, schön. Aber machen Sie das ganz, wie Sie wollen; reichen Sie nur Ihre Vorschläge rüber. Werden sehen, werden sehen 44 aber fant fraftios auf seinen Sig. Damit war der spindeldürre Rai verschwunden. Hummelsbach dante. Ich werde mich doch gleich am liebsten selbst auf Abbruch Himmel, Himmel, wird das wieder eine Haß geben, na, ich perfaufen. So eine Gesinnungslumperei, verfluchte, verfluchte, verfluchte!" Und er haute aufs Pult, daß alles in die Höhe sprang. Die Unauffindbaren. Teutsches Herz: wie leicht entzündlich, wo Begeisterung erfladert und, den Blöden unergründlich, nationale Oben gadert!" Teutscher Geift: wie schnell geschäftig aufzudecken das Kausale in der( fagen wir es bräftig:) Urgermanen Muttermale! Das Reichstagsrätsel. Besprechung mit dem Reichskanzler. Der Reichskanzler Dr. Marr hatte gestern nachmittag Berteter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu sich gebeten, um mit ihnen die Geschäftslage des Reichstags und die mit ihr in Verbindung stehenden Fragen zu sprechen. Ueber die Besprechung, die feine Veränderung der Situation zeigte, werden die sozialdemokratischen Vertreter am Mittwoch in der Fraktion berichten. Wenn Minister nach Teneriffa reisen. Dr. Boelit Abbau und Schulreform. Morgen, am 5. März, packt Herr Dr. Boelig, Preußens Schulrevolutionärer Rultusminister, die Koffer zu einer Reise nach Teneriffa. Und am gleichen Tage dampft sein allzeit langlo e Ereignisse? O nein: Grund genug, um den an sich schon geschäftiger Staatssekretär Beder in das Land Mussolinis. Beüberstürzten Berfonalabbau nun in einem Tempo und nach Methoden durchzuführen, die innerhalb einer Roalitions. regierung denn doch nicht möglich erscheinen. Geheimfigungen im Minifterium teine Ausführungsbestimmungen. Abgebaut wird nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern nur nach der„ Dienstbrauchbarkeit", und über die Dienstbrauchbarfeit berichten die Herren vom Alteleutehaus, alias Provinzialschulfollegien, ganz unpolitisch natürlich, und Herr Boeliz unterschreibt den Koffer in der Hand. Die Patronate follen ein Vorschlagsrecht haben; da sie das aber nicht gut bis Dienstag mehr ausüben tönnen, so wird's ein Nachschlagsrecht werden. Soweit die Spigen" der Behörden, die Direktion und Oberstudienräte. und der ganze übrige Abbau und Umbau und Neubau wird bis 1. Mai gemacht. Den Plan hat Herr Boeliz schon braucht ihm nicht bange zu sein, denn der Vater des Planes reift unterschrieben den Koffer in der Hand. Für die Ausführung erfreulicherweise als einziger im Minsterium nicht schon in dieser Woche. Das ist Herr Richert, einstmalen Gymnasialdirektor in Reichenbach in Edlefien, abbaureif in einer noch nicht so abbaufreudigen Beit, erlöst und erhöht durch seinen Duzfreund Boelig, der just im richtigen Moment für ihn fich in den Ministersessel setzte.( Der Herr Minister hat ja eine merkwürdige Vorliebe d.für, feine Jugendfreunde auf Direttorenposten rund uh Berlin zu ver sammeln.) Also Herr Richert hat den Plan gemacht, einen richti gen Reformplan daß du die Nase ins Gesicht behälft! Schulreform, wie man sie in Reichenbach in Schlesien gelernt hat! Was braucht Herr Richert, was braucht Herr Dr. Boelig von den Be strebungen zur Bereinheitlichung des Schulwesens zu wiffen befeitigen( man höre und glaube!) alle Reformtypen, fennen sie machen in grundständigen" Typen. Sie in Zukunft nur noch humanistische Gymnasien, Gymnasien ber .westlichen Kultur", Oberrcalschulen und teutsche" Gymnaflen. Reine Verbindungen und Verkettungen mehr- Grundständigkeit, Berreißung ist die Parole, und Förderkurse werden güfigft ge. flattet. Ach nein, Herr Minister, so etwas macht man denn doch nicht als Mitglied einer Koalitionsregierung in Geheimfonferenzen, um nachher alles vor vollendete Tatsachen zu stellen felbst auf die Gefahr hin, den Tampfer nach Teneriffa zu verfäumen! Bleiben Sie lieber und bauen Sie in Ruhe und Vernunft ab es möchten Ihnen sonst in Teneriffa die Chren gellen und das wäre doch fchhabe bei solch einer Erholungsreife! Herausgefommen ist es ja nun leider doch schon, noch ehe Sie auf See schwammen Die deutsch- polnischen Verhandlungen. # Die Barschauer deutsch volnischen Verhandlungen haben bereits in awei Angelegenheiten, nämlich der gegenseitigen Rechtsbilfe und der Frage der Minderjährigen, zu voller Berständigung geführt. Die feit Wochen in Genf geführten Verbandlungen über den Erwerb der polnischen Staatsangehörigkeit für deutsche Staatsbürger in Polen find ergebnisios abgebrochen worden. Teutscher Spürfinn: unvergleichbar, wenn er, ob auch oft erratisch, tapfer meuchelt, was erreichbar, riecht es ihm zu demokratisch". Aber diese holde Dreiheit zeigt sich bodgebeint verlegen, foll sie heiden" ihrer Freiheit mit Beschlag und Haft belegen! Echten Teutschtums gute Geister find wie Alfohol verflogen: Lindström, Roßbach und der Meister Ehrhardt waren- umgezogen! Mörder, Defraudanten, Huren find der Republit ergründbar, nur der Hochverräter Spuren find in Deutschland unauffindbar. Alles läßt sich übertünchen, und Papier ist ja geduldig. Echte Teutsche sind in München unauffindbar und unschuldig. Emil Rath heimisch gemacht und trägt allfonntäglich abends vor. Es ist eigent Käte Hyan hat sich neuerdings im Bürgersaal des Rathauses lich eine recht gemütliche familiäre Blauderstunde, die Frau Räte ihren vielen Verehrerinnen, denen sich auch das männliche Element in ihrer betulichen herzlichen Art und ihren schönen Rrinolinen mit gefellt, abhält. Mal erzählt fie ein bißchen und fie macht das fo nett, daß man alles ringsherum vergißt. Und dann fingt sie ein läßt sie die ganze Gesellschaft mitsingen und da wird die Stimmung bißchen, unterbricht sich und spielt ein bißchen den Schalt. Dann erst recht fröhlich. erst recht fröhlich. tr. Mufit. Der Dratorienverein, Dir. Job. Stebmann, fübrf am 9. März in ber Garnisonlirche, Nene Friedrichstraße, die Missa solemnis" bon Beethoven mit Lotte Leonhard, Ruth Arndt, Waldemar Heute und Hans. Hermann Nissen auf. Ein Film um die Erde. Eine Berliner Filmgefellihajt bereitet einen Film„ Der Flug um den Erdball" vor. Die Aufnahmen werden auf einer Expedition gedreht, die um die ganze Erde führt. & e. Bela Bartor's f'owafische Bolfslleder für Männerchor gelangen in bem am 11. im Saalbau Friedrichshain stattfindenden 3. Chorfonzert der meinschaft Broletariicher Muiitfreunde E. B durch den Berliner Schubertbor unter Leitung von Jaicha Horenstein zur deutschen Erstaufführung. Eintrittskarten zu baben bei A. Wertheim, Leipziger Str. und Königstraße und bei Bote u. Bod, Leipziger Str. Ruffischer Lehrstuhl für das Studium der deufchen Revo'ufion. Das Bollstommiffariat für Bildungswesen bat die Einrichtung von Profeffuren für das Studium der Geschichte der Revolution in Deutschland in allen Hochschulen Pertersburgs bestätigt. Die Entwidelung der deutschen Nevo lution foll im Zusammenhang mit der europäischen Gesamtlage studiert und den Hörern vorgetragen werden. Kahr's Umfall. Sein zweidentiges Verhalten in der Putschnacht. Auf Befragen des Borfigenben erklärte der Angeklagte, daß er vorher teine Kenntnis des Unternehmens gehabt habe. Im übrigen sei er der Auffassung gewesen, daß die Aufforderung, die Roßbach am 8. abends an ihn richtete, ein indiretter Be fehl General Lisows war. Rechtsanwalt Hemmeter: 3ft es Ihnen bekannt, daß dem Abmarsch der Infanterie schüler gegen über sich die Stammoffiziere sympathisch verhalten haben? Angefl: Nicht nur sympathisch, sondern sie waren mit ihrem Herzen voll und ganz dabei.- Rechtsanwalt Hemmeter: Haben Sie am 8. oder 9. November einen dienstlichen Befehl Ihrer Borgesetzten erhalten, nicht abzurüden, sondern in der Schule zu bleiben? Angefl: Nein, niemals, weder von meinem direkten noch von meinem indirekten Vorgesezten. Nur der Kommandeur der Echule, General v. Tieichowig, hat erklärt, er fei an feinen Eid gebunden, aber gegen die Sache selbst fönne er nichts machen. Zu einem Rittmeister hat er dan noch betont:„ Für Sie als Bayer ist es ja flar, daß Sie mit... achen müffen. Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune: Wenn General v. Lossow den Infanterieschülern den Befehl zum Einrücken gegeben hätte, so hätten sie diesen Befehl doch sofort befolgt? Anget 1.: Jawohl. Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune: Also war für die Stellung der Kriegsschule das Berhalten v. Loffows maßgebend? -Angefl: Jawohl. Weiter fagt der Angeklagte aus, daß sich Oberleutnant Bernet politisch nicht betätigt habe. Staatsanwalt Ehardt: Haben Sie gewußt, daß ein großer Teil der Schüler bei dem Marsch in der Schule zurückgeblieben ist? Angell.: Jawohl. Ein Teil der Schüler blieb zurück, weil einige Stammoffiziere das Gerücht ausstreuten, Loffow und die 7. Divifion seien nicht die Träger der Bewegung. Staatsanwalt Ehardt: Als die Landespolizei sich weigerte, die Infanterieſchüler in das Generalstaatskommissariat hineinzulassen, sollen die Schüler ihre Waffen fchußfertig gemach haben. Angefl.: Das habe ich erst später erfahren. Damit war die Bernehmung des Angeklagten Wagner beendet und es trat um 12 Uhr eine 2½stündige Mittagspaufe ein. Zu Beginn der Nachmittagssigung stellte Justizrat Rohl noch einmal feine Anträge vom Vormittag und bat um Ladung von Geh. Rat Held Regensburg, der darüber gehört werden solle, daß Hahr fich Abweichungen von der Wahrheit habe zuschulren kommen lassen. Weiterhin verlas Justizrat Kohl das Dementi der katholischen farbentragenden Studen tenverbindungen, die sich dagegen verwahren, daß fie fich bei einer Besprechung in Gegenwart des Generals Epp dem Genera staatskommissar zur Verfügung gestellt hätten. Der Berteidiger erflärte, er freue sich, daß diese Verbände eine Verbindung mit Herrn o. Kahr abgelehnt hätten, der den Vertrauensbruch zum Requisit des Staatsmannes gemacht habe. Hierauf wurde der Stiefsohn Ludendorffs, Heinz Pern t, vernommen. Borf.: Sie haben zuerst beim Husarenregiment 8, dann bei der Garde- Kavallerie- Schüßen- Division gestanden, haben dann den Kampf in Berlin mitgemacht und an der Befreiung Münchens tet.ge= nommen, find zum Reiterregiment 15 gekommen und seit 1921, nach dem Sie den Abschied genommen haben, wohnen Sie jetzt bei Ihrem Stiefvater Erzellenz Ludendorff Sie sind in diese Dinge hineinvermidelt, da Sie am 7. November vormittags 10 Uhr Herrn 6. Scheubner- Richter getroffen haben, der Ihnen den Auftrag gab, Sie sollten in die Infanterie schule gehen und dort Oberleutnant Wagner zum Oberkommando bestellen. Was war der Grund hierfür? Angefl: Herr v. Scheubner- Richter nannte mir feinen Grund. Borf: Sie haben also nicht gewußt, worum es sich handelte? Bermuten Sie etwas? Angefl: Ich hatte nur gelesen, daß abends im Bürgerbräufeller Bersammlung ftattfinden sollte. Bor: Das hat doch in gar feiner Zeitung gestanden, wo wollen Sie denn das gelesen haben. Angefl: Doch, in der München- Augsburger Zeitung", deren Eremplar ich überreiche, war durch die amtliche Pressestelle diese Bersammlung angekündigt. Borf: Haben Sie sich denn über diese Bestellung, die Sie Leutnant Wagner auszurichten hatten, feine Gedanken gemacht? Anget1: Nein, ich habe Herrn Wagner auch nie wieder gefeben. Bors: Ueber diesen Besuch bei Oberleutnant Wagner haben Sie anfangs nicht ganz die Wahrheit gesagt. raum.) Angekl.: Wet ich niemand belasten wollte. Bor: Sie sind dann abends aber auffälligerweise in Uni form in den Bürgerbräufeller gezongen! Angefl: Gott, es war doch immerhin eine gewiffe Feierlicheit, da der Herr Generalstaatskommissar sprach.( Bachen im Zuhörer Bors: Was haben Sie im Bürgerbräufeller beobachtet? Anaet 1: Es war ein furchtbarer Standal, dann kam hitler und ein Maschinengewehr wurde aufgestellt. Ich habe mich ganz ruhig verhalten. Dann tam Herr v Scheubner- Richter, mit dem ich ooranging und der an Ludendorff telephonierte. Was er fagte, mein ich allerdings nicht. Dann bin ich mit Scheubner- Richter im Auto zum Hause meines Stiefvaters gefahren, der sich anzog und mit uns in den Bürgerbräufeller zurückfuhr. fühnen. Damals tam ich mit zahlreichen Behörden und Organisationen in Berührung. Späterhin als es im Jahre 1920 gelang, die margistische Herrschaft in Banern zu beseitigen, trat ich Herrn v. Kahr besonders nahe, der bei den Vorgängen im März 1920 zurzeit des Kapp- Butsches eine hervorragende Rolle gespielt hat. Er war damals ständig auf der Polizeidirektion und wandte sich sehr erregt gegen die Parlaments- und Partei mirtschaft. Am 16. März aber, als ich in das Zimmer des Präsidenten trat, fand ich Herrn Dr. Heim neben Herrn v. Kahr fizen. Kahr fiel um. Eine halbe Stunde später betrat er den Landtag. Er hat sich damals zum Bellzugsorgan des Parlaments erniedrigt und feine Anhänger enttäuscht. Er hatte fogar den Marxisten die Beteiligung an der Regierungsbildung angeboten, im 3aum haffen. Es lag niemals in meiner Absicht, einen Konflikt zwischen der Polizei und den Organisationen hervorzurufen. Dann wurde es ruhig und ich bat, nachdem ich in die Polizeidirektion zurückgekehrt war, die Beamten, am Morgen pünktlich zu sein, da ich am Tage Generalstreit und linksradikale Bewegungen fürchtete. Ich ging dann in meine Wohnung, die im Gebäude liegt, und ordnete ar., daß ich benachrichtigt würde, sobald Loisow oder Geißer sich telephonisch meldeten. Gegen 3 Uhr 15 Minuten erhielt ich die Nachricht daß Herr v. Seißer mit Major 3 m hoff im Polizeipräsidium gesprochen habe. Ich ging sofort in das Amt zurück und traf dort Major Imhoff mil Oberst Banzer. Ich fragte Imhoff, ob etwas los sei. Er war etwas verlegen und meinte, es fei nichts vorgefallen. Als ich ihm dann auf den Kopf zusagte, fassungsmäßigen Regierung sind Sie verhaftet." daß er mit Seißer gesprochen habe, leugnete er dies ab, drehte aber den Schlüssel in der Tür um und sagte: Im Namen der vere Ich wurde dann im oberen Stod in einem Zimmer in Gesellschaft zweier Polizeioffiziere festgehalten. die nach mir fragten, mich nicht erreichen fonnten, weil nicht beSo ereignete es sich, daß alle, fannt werden sollte, daß ich im Gebäude selbst verschwunden sei. Bors: Die Anklage nimmt nun aber an, daß Sie von der ist bereits in einer Gigung am 11. Oktober als der des kommenden Attion schon vorher Kenntnis gehabt haben.. Ihr Name Bolizeipräsidenten genannt werden. die aber ablehnten. Das war die erste Enttäuschung. Der zweite umfal Kahrs erfolgte in der Einwohnerwehrfrage und der dritte war fein fläglicher Abgang im September 1921. Seitdem war es mir schwer, wieder Bertrauen zu ihm zu haben. Als Pöhner zurüdirat, bat ich, als fein erster politischer Berater, um anderweitige Verwendung und wurde Vorsteher des Polizeiamts 1II. Unser Hauptdifferenzpunkt mit der Regierung war vor allem anderen die Behandlung der vaterländischen Frage, insbeson dere der erstarkten völkischen Bewegung, der Nationalsozialisten. Es tam zu schweren Gegenfigen mit Minister Sch we yer, Wir wußt nicht unterdrüdten, den Reim zu Deutschlands Ere hatten erkannt, daß die Nationalsozialistische Partei, die mir bewesen. Ich bestreite auch entschieden, daß mein Name vorher ge Angell: Das ist offenbar eine Spigelnachricht geneuerung bilden würde. Deshalb hielten wir unsere schüßende nannt worden ist. Es war ja ganz klar, daß Pöhner, dessen Name Hand über die Nationalsozialisten, mit denen wir in erge Be wurde, und so nahm man als selbstverständlich an, daß ich als enger ein Programm bedeutete, in die neue Regierung mit hineingenommen rührung famen, weil wir die Blatatzertur und die Versammlungs- Mitarbeiter Böhners auch einen Posten erhalten würde. genehmigung ausführten. Grobe Sachen haben wir befeifigt, aber einer jungen Bewegung mußte man gewife Freiheit laffen. Während Kerr v. Kahr unser Verhalten ftillschweigend duldete, kam es mit den anderen vorgefeßten Stellen zu fortwährenden Differenzen Grerer Pöhner und mir leh: ungnadig seinen abweichenden wa Rohr als Ministerritt zurüfgetreten, da teilte mit. Daraufhin nahm Bohner sein n tied und sch Stai/ punti ir der Behandlung der völkischen und der Judenfrage bat um en terweitige Verwendung. Ich bin immer ein aufredler Gun. Mern geresen, ich habe nie von heute auf morgen meine UeberAmtstätigkeit und auch später in engste Beziehungen getreten. Als zeugung wechseln können. Zu Böhner war ich während meiner dann 1922 eine Spaltung in die vaterländische Bewegung kam, tam ich wieder in Berührung zu v. Kahr, der mich auch beauftragte, eine neue Reichsverfassung zu entwerfen; ich habe das aber nicht getan, weil man nach meiner Auffassung erst die Verhältnisse grundlegend ändern muß, bevor man an eine neue Berfassung denken fann. Meine Neigungen gingen, es sich die beiden Richtungen Kahr und Hitler schieden, immer zu dem aktivistischen Teil. Während meiner Tätigkeit war die Fühlungnahme zwischen der Polizei und der vaterländischen Bewegung immer sehr eng. wenn sich bei den Nationalsozialisten gewisse Auswüchse zeigien, bann ließ ich das in Besprechungen mit Hitler fofort abstellen. Ueberhaupt war es mein Bestreben, die Nationalsozialistische Partei zu zügeln und Einfluß auf sie zu gewinnen. Das Verdienst Hitlers ist es, daß er den nationalen Gedanken in der Arbeiterschaft wieder Späterhin wurden dann die Beziehungen zwischen der Polizei und gewedt und den margiftigen Terror gebrochen hat. den Verbänden erheblich locke er. Unter der Regierung Lerchenzialisten immer schärfer. Es war eine Folge der mangelnden feld wurde tec Gegensatz zwischen Regierung und Nationalgerade mit Preft gezuwachs hervorging. As dann Kahr GeneralFühlungnahme, daß die Regierung bei mehreren Konflikten nicht Mitarbeit in feinem Stab, ich follte im Nachrichtendienst tätig sein. ftoatstommiffar wurde, bestellte er mich zu sich und bat um meine auch der Kampfbund hinter ihm stehe. Ich hatte den EinIch betonte, daß mir eine Tätigkeit bei ihm nur möglich sei, wenn brud, daß das Generalstaatskommissariat nur ger stören. Ich habe dann die Mitarbeit abgelehnt, habe mich geschaffen war, um die völkische Bewegung zu Rahr zu sammeln. Ter Angeflegte schildert dann die bereits bei aber weiterhin bemüht, die gesamte vaterländische Bewegung hinter gebende Stellung bei Rahr zu verschaffen. Insbesondere betonte der Bernehmung Böhners erwähnten Versuche, Pöhner eine maß er noch, daß Kahr merkwürdige wirtschaftliche Ansichten geäußert Rot aufmert am gemacht hätte, erklärt, daß nach seiner Ansicht die habe. So habe er, als er ihn zufällig getroffen und auf die steigende Hunderttausende verhungern würden. Das gleiche hätte mit ihm, Rahr, wirtschaftliche Not noch drei Jahre andouern würde und daß auch Generaldirektor Minour besprochen. Bon der Versammlung am 8. November hatte Fuchs erfahren, daß auch Hitler hinkommen fellte und daß sich dort eine Einigung zwischen Kahr und Hitler vollziehen würde. Da er, wie er erfiärte, genug von schönen Reden hatte, ging er nicht zu dieser Versammlung, sondern blieb in der Polizeifireftion, wo ihm um 9 Uhr abends am 8. November telephonisch mitgeteilt wurde, daß Rahr ausgerufen worden sei. im Bürgerbräufeller unter ungeheurem Jubel die Diktatur Hitier Ich begab mich zu den Offizieren vom Dienst und fragte, was Borf: Was sagte denn Ihr Stiefvater unter wegs auf der Fahrt? zu machen sei. Er erklärte, daß er mit den 15 Mann, die aufgeboten Angefl: Er farte nur: Das hätte ich mir ganz anders gedacht. Ich fragte dann Hauptmann Stumm, ob er weitere Meltungen feien, gegen die Hunderte von Bewaffneten nichts machen könne. Und dann hat er mich gefragt, ob ich vorher etwas gewußt hätte, was habe, und als er mir erklärte, er wolle eine hundertschaft ich wahrheitsgemäß verneinte. Oberleutnant Bernet gibt dann weiter zu, daß er am Vormittag des 9 November im Auftrage Hiffers die einfegen, riet ich ab, ta ich der Ansicht war, daß es nur ein unSumme von 6500 Billionen Mark in der Münchener Druckerei von zimmer zurück, und nun famen dauernd Anfragen an mich, was nüges Blutvergießen geben müsse. Ich ging dann m mein Amts. Gebrüder Parcus beschlagnahmte und an die Mannschaften verteilt los fei. Ein Kommissar, der bei der„ Reichstriegsflagge habe. Die Liste über die Verteilung der Gelder sei nicht mehr vorgewe en wor, mettete, daß am Stiegelmeyerplah sich zahlreiche handen. Auf Befragen des Vorfißenden erklärt er noch, daß er Beglaubt habe, es handle fich um ein legales Unternehmen, da doch Kahr. Lossow, Seifer, Ludendorff und Hitler mit der bayerischen Staatsgewalt mitmachten. Dann wurde zur Bernehmung des legten Angeklagten, des früheren Leiters der Politischen Abteilung der Münchener Polizeibirektion, Oheramtmonn Dr. Frid, oeschritten. Anget Frid: Ich bitte, daß ich mich zuerst im Zusammen. hang äußern darf. Solange ich politisch denken farn, ist es mir flar gewesen, daß das Wesen des Staates Macht nach innen und euken ist. Miemals in meinem Leben habe ich mich von morristileisen. Das Wesen des teutschen Reiches tit Dank der Errungen schaften der Revolution„ Ohnmacht". Seine Regierungen nach innen Der Spielball einer heillofen Parteiwirtschaft, nach außen taumeln sie oon emem feindlichen Fußtritt zum anderen und erschöpfen sich in fläglichem Gewinsel um Hilfe und in ohnmächtigen und daher fächerlichen Brotten. Ich mar bis zum Jahre 1917 Affeffor im Bezirksamt Pirmasens in der Pfalz, in demselben Gebäude, bas jetzt bei den separistischen Kämpfen aiedergebrannt ist. Im Kriege wurde ich Amtsverwe'er. Pirmasens hat erft jüngst durch eine mannhofte Lat bewiesen, daß die Bevölkerung das Herz auf den rechten Fleck hat. Diefe Tat follte uns ein Borbild sein, wie man Landesverräter be handelt. Nicht durch schöne Zeitunesartikel und Proteste ist den Bfälzern zu helfen, sondern nur durch die entschlossene Tat. Im August 1917 übernahm ich in München bas Kriegswucheramt. Während der Rätezeit habe ich mir das besondere Wohlgefallen der Pommunistischen Machthaber zugezogen und fam auf die Liste der Beifeln. Als dann Böhner Polizeipräsident rourde, machte er mich zum Leiter der politischen Abteilung. Wir hatten monatelang zu hun, um die Verbrechen der Kommunisten und der Roten Armee zu Beute ansammelten, die der neuen Regierung vor der Feldherrn halle hulinen wollten. Gegen 10 Uhr abends bekam ich Meidung aus dem Bürgerbräufeller und Oberamtmann Rau, der die Reden bort gehört hatte, sagte mir, daß mein Name dort als der des Bolizeipräsidenten genannt worden sei, dem Ministerialbirektor Sedlmayer, der sich bei mir befand, daß dieser verhaftet werden follte. Sedlmayer meinte daraufhin lakonisch: Da tann ma nig machen. Um 11 Uhr abends wurde ich dann zu Herrn v. Böhner gerufen, der mir mitteilte, er sei Ministerpräsident geworden und der mir den Auftrag gab, ich solle die Polizeidireftion auf Anordnung des Herrn v. Kahr übernehmen. Ich erklärte ihm jedoch, ich würde die Geschäfte nur solange führen als der zuständige ich vorher mit Herrn v. Kahr selbst darüber sprechen. Ich bin dann Polizeipräsident fich noch in Schußhaft befinde. Außerdem wollte mit Böhner zu Kahr hingekommen und mußte im Regierungsgebäude bis um 12 warten. Kahr empfing uns sehr freundlich und entschuldigte die Berzögerung, da er mit Minister Matt zu verhandeln gehabt hätte. Herr v. Kahr erklärte, er habe bereits einen Funffpruch an alle Behörden erlaffen und zog einen Zettel aus der Westentasche, auf dem stand:„ Ich habe als Statthalter in Bayern die gesamte Gewalt in meiner Hand." Nach 12 Uhr erfuhren wir dann, daß Reichswehr nach München unterwegs sei und es fiel uns auf, taß es nicht mehr möglich war, mit Lossow und Seißer Verbindung zu bekommen, da Ersterer sich artauernd verleugnen ließ. Dann tamen Meldungen. daß die Münchener Post" demoliert, die Wohnung von Auer be lagert werde und daß am Bavaria- Ring Juden aus ihren Bohrungen geholt würden. Ich entfandbe überall hin Bolizeibeamte und bat Hitler persönlich, eele seine Leute mehr daß ich in dem Taschenbuch von Oberstleutnant Kriebel eine Notiz Bors.: Als zweiten Indizienbeweis muß ich Ihnen vorhalten, fand, in der Ihre Telephonnummer angegeben war und die Bemerfung; erste Nachricht an Kriebel glücklich entbuncen". fann mir die Sache auch nicht erklären. Angell: Das Stichwort ist nicht an mich gekommen. Ich Bors. Es ist aber doch sehr auffallend, daß weiter HauptRegierung gebildet wurde, zu dem Polizeiassessor Kiefer erfiärte: mann Göhring um 8 Uhr 15 Minuten, also schon, bevor die neue Warten Sie bis 8 Uhr 40 Minuten, dann kommt Herr Frid. Angefl: Das ist mir ebenfalls völlig unerklärlich. fraglichen Abend zu Ihrer Frau fagten, Sie würden in die Ber Bors: Ich muß Ihnen ferner vorhalten, daß Sie an dem fammlung im Bürgerbräufeller gehen, während Sie in Wirklichkeit in Ihr Amtszimmer gingen, und dort der Dinge, die da fommen follten, harrten. Warum wurde denn nun nicht von Ihnen, als Eie die erste Meldung über den Umsturz erhielten, tie Polizei alarmiert und die Reichswehr benachrichtigt? Angeft: Die Alarmierung hätte der Offizier vom Dienst ane ordnen müssen, nicht aber ich. Auch Major Imhoff hat die Alar. mierung doch erst auf Veranlassung des Generalstaatskommisjars gemacht. Also hat er doch auch Hochverrat geübt. Eine Alar mierung hätte ja auch nichts mehr nügen fönnen, da der VersammTaß ich von all diesen Dingen vorher Kenntnis gehabt habe, belung im Bürgerbräufeller fein Schuß mehr gebracht werden fonnte. streite ich ganz entschieden. vertreter des Polizeipräsidiums verständigt? Borf.: Warum haben Sie nun nicht wenigstens den Stelldenten angemaßt. Angefl: Taran habe ich leider nicht gedacht. Bors.: Sie haben sich dann aber Befugnisse des Polizeipräsi Angefl.: Nein, ich habe mich während des ganzen Abends nur als Umtmann Frid bezeichnet, tonnte es allerdings nicht ver meiden, daß mich Pressevertreter als„ Herr Polizeipräsident" bezeichneten.( Heiterkeit.) Borf.: Als weitere Amtshandlung wird von der Staatsan besprochen haben, daß am nächsten Tag die Lebensmittellager festmaltschaft aufgefaßt, daß Sie mit dem Regierungsrat Bertberger geftellt werden sollten. mich im ganzen dahin zusammenfaffen, daß ich auch heute nicht Angel: Daran erinnere ich mich abfolut nicht. Ich möchte ftreben war nur, Blutvergießen zwischen gleichgearteten pölkischen anders handeln fönnte, als ich es damals getan habe. Mein Be Männern zu verhindern. Denn ich beneide diejenigen nicht, die am 9. November den Tod von 23 dölfischen Männern veranlaßt haben. Angeft. Hitler: Ich möchte hier feststellen, daß eine Sigung am 23. Oktober, in der angeblich der Name Frid genannt sein soll, gar nicht stattgefunden hat. Bors: Wir werden Ihnen zwei Zeugen beibringen, die das hier befunden werden. bei der Aktion hätten mittun wollen, so wäre es Ihnen doch ein Rechtsanw. Rober: Wenn Sie, Herr Oberamtmann Frid, Leichtes gewesen, andere Maßnahmen zu ergreifen, z. B. die Tele phone zu sperren, bei den Beamten Stimmung zu machen usw. hat, dann hängt man es nicht an die große Gloce. Bors: Ich bin auch anderer Ansicht. Wenn man so etwas vorEngefl. Hitler: Ich sehe jetzt aus meinen Akten, daß eine Sizung am 23. Oftober tatsächlich zwischen den militärischen Füh rern stattgefunden hat, bei der ich jedoch nicht offiziell gesprochen, sondern eine Begrüßungsansprache gehalten habe. Borf.: Sie sollen doch aber gesagt haben, daß die Zeit getommen fel, gegen die Judenregierung in Berlin loszuschlagen, daß Reichswehr und Landespolizei mitmachen würde. Angefl. Hitler: Das war doch nichts Besonderes, das habe ich ja schon seit vier Jahren jeden Tag behauptet.( Heiterkeit im Saal.) Damit war die Bernehmung des letzten Angeklagten be. endet. Am heutigen Dienstag wird nun die eigentliche Behört werden, die mit der Anklage gegen Frick und Pernet in Ver meisaufnahme beginnen. Es sollen zunächst 3eugen gebindung stehen. Dann ist in Aussicht genommen, die Verhandlung einen Tag zu unterbrechen, damit die Anwälte auf die Verneh mung der Herren Generalstaatskommissar a. D. v. Rahr, General ossow und Oberst Seißer sich vorbereiten können. Die Ber nehmung dieser bei Zeugen wird voraussichtlich am Freitag beginnen und wahrscheinlich drei Tage in Anspruch nehmen. Links ist die Parole. Auf einem Parteitag des Bezirks Rbeinland- Westfalen- Süd der KPD. Hegte am Sonntag die inte. Nach einem Referat von Ruth Fischer und Korreferat von Walter Stöder nebit langer Disfuffion wurde eine Resolution der Linten mit 60 gegen 21 Stimmen angenommen. Von den drei rheinischen Bezirken der SPD. ist damit auch der letzte den Linten anbeimgefallen. Die augenblicklich in der Zentrale dominierende Richtung des Sumpfes Koenen- Stöder berliert im westlichen Industriegebiet damit die letzte Stüße. Mit Paufen und Trompeten. Die Deutsch- völlische Freiheitspartei veranstaltet am 27. März eine große Bismard- Rundgebung. Festredner Reichstagsabgeordneter Reinhold Wulle. Die Musi? wird vom Bauten und Bofaunenchor des Kammervirtuofen Ludwig Blad ausgeführt! Barteltag der Deutschen Volkspartei. Der Barteivorstand der Deutschen Voltepartei trat Montag in Berlin zu einer Beratung aufammen. Es foll in Aussicht genommen werden, den diesjährigen Parteitag auf den 29. und 80. März nach Hannover einzu gerufen. Bei der Unsicherheit der politischen Lage ist dieser Beschluß aber nicht als endgültig aufzufassen. Gewerkschaftsbewegung Die russische Gewerkschaftsbewegung. Die vom Internationalen Arbeitsamt herausgegebenen„ Informations Sociales" enthalten eine interessante Darstellung der Lage der russischen Gewerkschaftsbewegung. Bis Februar 1922 find die russischen Gewerkschaften mit großen Beträgen von der Regierung unterstützt worden. Dafür mußten fie einige staatliche Funktionen verrichten. Im Februar 1922 wurden fie dieser Pflichten enthoben und hatten von diesem Zeitpunkt ab danach zu truchten, sich durch die Einkassierung von Beiträgen selbständig zu machen. Nur der Zentrale Gewerkschaftsrat sellte auch weiterhin von der Regierung unterstützt werden. Eine so fundamentale Aenderung in den Beziehungen zwischen Staat und Gewerkschaftsbewegung mußte natürlich große Schwierigkeiten mit sich bringen Bis zum Jahre 1922 waren alle Arbeiter ohne weiteres tei ihrer Gewerkschaft eingeschrieben, d. h. sie wurden durch diese Mitgliedschaft finanziell nicht belastet. Die Betriebstoffe tam für die Beiträge auf. Das Syſtem der individuellen Beiträge mußte alfo trifft, hatten sich die gewerkschaftlichen Organe der vielen Be= amten zu entledigen, die ernannt wurden, als die Gewerkschaften noch die Dienste der sozialen Bersicherung und der Fachbildung zu versorgen und die Arbeiter zu verpflegen hatten usw. Es wurden itarte Personalreduktionen notwendig. Die Beitrittsgebühr eines Gemertschaftsmitgliedes kommt der Hälfte eines Tagelohnes gleich und der Monatsbeitrag 2 Broz. des Monatslohnes. Die Beiträge gehen nur langsam ein. Die rückständi gen Beiträge belaufen fich auf 10 bis 40 Proz. Die Organisationen müssen bereits wieder die Hilfe des Staates in Anspruch nehmen. Der Zentralrat der Gewerkschaften hat in den Monaten Januar- März 1923 von der Regierung 3,5 Trillionen Rubel bezogen ( b. h. 100 000 Goldrutel zum jetzigen Rurs). Die Anzahl der Gewerkschaftsbeamten ist noch immer hoch. Am 1. Juli 1923 betrug fie 4064. Wenn man bedenkt, baß im Jahre 1921 in der Gewerkschaftsbewegung 20 000 Beamte tätig waren, haben sich die Verhältnisse allerdings bedeutend gebeffert. 80 bis 90 Pro3. der Gesamtausgaben der Bewertschaften entfallen auf Gehälter und Ber. waltungsuntoften. Nach den Berichten der ruffischen Gewerkschaften gab es am 1. Oftober 1923 insgesamt 5541'000 Mitglieder, wovon allerdings nur 2 390 000, die weniger als die Hälfte Industriearbeiter sind, 1 104 000 den Verkehrsdiensten angehören, 1508 000 Staatsbeamte und Angestellte, 173 000 Gemeindeangestellte und 296 000 in der Forst. und Landwirtschaft beschäftigt sind. Wie weit selbst diese bescheidenen Zahlen stimmen, läßt sich vorläufig nicht feststellen. Bor zwei Jahren wurde von den Organen der Roten Gewerkschaftsinternationale" die Mitgliederzahl mit 6 857 000 angegeben, während zur selben Zeit nach der amtlichen Statistik überhaupt nur 6 402 000 Ungestellte, Arbeiter, Händler und Handwerker vorhanden waren. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daß in Rußland nur die gelernten Arbeiter unter gewissen Voraussetzungen Arbeitslosenunterstügung erhalten. Nach der amtlichen russischen Statistit erhielten im Juni 1923 nur 12,3 Proz. der Arbeitslosen Unterſtüßung. Erhöhung der Beamten- und Arbeiterbezüge? Am 12. Februar richteten die gewerkschaftlichen Spizenorgani fationen ein Schreiben an den Reichsfinanzminister, in dem auf eine Aeußerung des Reichsfinanzministers, daß die gegenwärtige Regelung der Löhne und Gehälter als eine nur vorübergehend notwendige Maßnahme anzusehen sei, Bezug genommen und gefordert wurde, bald eine Aussprache über eine Erhöhung der Bezüge der Beamten, Angestellten und Arbeiter herbeizuführen. Diese Aussprache hat gestern unter dem Vorsiz des Reichsfinanzminifters stattgefunden. Nachdem die Gewerkschaftsvertreter ibre Forderungen auf Erhöhung der Bezüge ausführlich begründet hatten, betonte der Reichsfinanzminister, daß noch im Laufe dieser Woche Besprechungen mit den Nefforts und den Ländern statifinden werden. Im Anschluß daran sollen in der nächsten Woche die Dr ganifationen zu den gewünschten Besoldungsverhandlungen eingeladen werden. Generalversammlung des D. E. V. Die Ortsgruppe Berlin des Deutschen Esenbahnerverbandes hatte am 28. Februar ihre Jahresgeneralversammlung im Gewertschaftshause. Der zweite Bevollmächtigte, Winkler, schil Derte ausführlich die Entwicklung der Ortsgruppe während des verflossenen Berichtsjahres. Die Spaltung der Moskauer Oppofition innerhalb der Ortsgruppe hatte nicht den Erfolg, den die unentwegten Jünger Moskaus erwarteten. Die Ortsverwaltung war gezwungen, eine Anzahl 3ahlstellen aufzulösen und fie wieder neu aufzubauen. Es gelang der Organisation, ihr neue Mitglieder zuzuführen. Die Opposition hat nicht alle bei der Spaltung angelernte Handwerker 10 Proz. und die Kraftfahrer 20 Prog. Zu schlag. Zu diesen Löhnen treten die bisherigen Wirtschaftsbeihilfen. Aussperrung auch in Stettin. abgefprungenen Mitglieder gewonnen. Ihr besonderer Erfolg" ift| 45 Pf., Handwerker 25 Bros., Heizer und Maschinisten 20 Bros, der, daß jetzt eine Unzahl früherer Verbandsmitglieder un orga nisiert herumläuft. In den Zeiten der Inflation gelang es, den Mitgliederstand weiter zu heben und zu festigen. Durch das Ermächtigungsgesetz mit dem Personalabbau wurde eine be= trächtliche Zahl Kollegen, Beamte wie Lohnempfänger, betroffen, die Geschäftsführung der Betriebsräte abgebaut und so deren ver= antwortungsvolle Arbeit stark erschwert. Der Kündigung des Tarifs bezüglich Arbeitszeit folgte bald darauf die Kündigung des Gefamttarifs. Das RVM. forderte die Organisation auf, über verlängerte Arbeitszeit und Lohnablau zu verhandeln, was die Organisation ablehnen mußte. Die Verwaltung hat nun den Bediensteten eine Arbeitszeit auferlegt, die durch besonders willkürliche Festlegung der Pausen die Eisenbahner 12 bis 15 Stunden Schritte dagegen unternommen, und es ist anzunehmen, daß die an die Arbeitsstelle fesselt. Die Ortsverwaltung hat die nötigen Arbeitszeit in einigermaßen erträglicher Weise geregelt wird. Infolge dieser Vorgänge ist ein Rückgang der Mitgliederzahl zu verzeichnen, der am Schluß des Jahres 1923 rund 8000 betrug. Den Kassenbericht gab Kollege Jaser. Die Diskussion bemegte fich teils in zustimmendem, teil kritischem Sinne. Die fachliche Aussprache zeigte, daß Opposition nicht gleichbedeutend mit Lärmen und Schimpfen sein muß. Alle Redner waren sich darüber DEB. die einzige Gewähr zur Wiedererlangung besserer Zustände einig, daß intensive und zielbewußte Arbeit für die Stärkung des bei der Reichsbahn bietet. Beschlossen wurde, den Protest des Verbandsbeirates gegen das Diktat der Arbeitszeitverlängerung zu unterstützen. Die Beseitigung des Achtſtundentages sei ein Schritt zur völligen Verelendung und fchaft. Die Generalversammlung fordert den Hauptvorstand auf, Bersklavung der Eisenbahner und zur Schwächung ihrer Gewerkungefäumt alle organisatorischen Borbereitungen zu treffen, damit der Kampf für die uneingeschränkte achtstündige Arbeitszeit im Eisenbahnbetrieb baldmöglichst aufgenommen werden kann. Weiter wurde beschlossen, den Hauptvorstand aufzufordern, im Verein mit Lohn- und Arbeitsbedingungen auf der Reichsbahn zu unternehmen. den anderen Organisationen sofort Schritte zur Verbesserung der Gegen den Beschluß des Verbandsbeirats, den Verbandstag erst maßnahmen zurücktreten müßten. Die Mitgliedschaft erwartet, daß 1925 abzuhalten, wurde protestiert, da in dieser wichtigen Zeit Sparder Verbandstag in türzester Frist zusammenberufen wird. Holzarbeiter an die Front! Heute ist Wahltag. Jeder agitiere und gebe seine Stimme ab für die Liste I. Nur so ist es möglich, eine arbeitsfähige Generalversammlung zustande zu bringen, die die Gewertichaftsarbeit über alles stellt. Laßt Euch nicht durch Lüge und Verleumdung berwirren. Es ist unmöglich, alle Verleumdungen richtig zu stellen. Wir erinnern nur noch an die im Mitteilungsblatt des Verbandes bereits flar gestellte Lüge über die Stellung der Verwaltung zur Internationalen Arbeiterhilfe. Damals ging den Kommunisten die Agitationsphrase über den Erfolg des Kampfes der Selavierarbeiter. In ihrem gestern und heute in den Betrieben verbreiteten Flugblatt behaupten nun die Kommunisten wieder, die Aussperrung der Klavierarbeiter würde vom Verband nicht unterstützt. Das ist ein heimtückischer Verfuch. die Kampffront ins Wanten zu bringen. Die Ausgesperrten wissen am besten, abzuschlagen. Daß nicht mehr geschieht, liegt gerade an der daß die Drganisation alles tut, um den Angriff der Arbeitgeber zerstörenden Arbeit, die von fommunistischer Seite geleistet wird. Eine andere Wahllüge der Kommunisten ist die in vielen Berfammlungen aufgestellte Behauptung, die Verhaftung Bolzes und die Hausiuchung bei hoppe feien von dem Verbandsvorstand veranlaßt. Dret solcher Berleumder, Thlinski, Trenn und Schulz, wurden zur Rechenschaft gezogen und gaben ihre Verdächtigung kläglich preis. Immerhin, ben Klavierarbeitern hat ihnen der Schwindel eingebracht. den Wahlerfolg in den Versammlungen in Südosten und bei Gebt diesen Organisationszerstörern bei der heutigen Wahl die Quittung. Soll der Verband nicht denselben Leidensweg der Zerstörung durchmachen, wie die politische Organisation, dann wählt am heutigen Tage Mann für Mann die Liste I. Neue Löhne der Handwerker der chemischen Judnstrie. Die Handwerker, Maschinisten, Heizer und Kraftfahrer in der chemischen Industrie waren bisher stets geringer entlohnt als ihre Berufsgenossen in anderen Industrien. Nachdem alle Versuche, den Handwerkern usw. im Rahmen der Tarifverträge einen annehmbaren Lohn zu sichern, scheiterten, kamen durch das Vorgehen der Kupferschmiede Verhandlungen in Fluß, die unter Teilnahme der Organi fationsvertreter des Chemietartells ein Ergebnis brachten, über das Riedel vom Metallarbeiterverband und Scharff von Heizern und Maschinisten in einer Vollversammlung der beteiligten Handwerkerkategorien berichteten. den Es erhalten ab 27. Februar d. I.: Kupferschmiede und Buchbrucker 30 Broz. Zuschlag zu dem Lohn der Fabrikarbeiter von Am Sonnabend haben auch die Werften in Stettin bie Betriebe geschlossen und die Arbeiterschait ausgesperrt, nachdem bereits vor einigen Tagen die Werften in Hamburg, Bremen und Kiel ihre Betriebe geschlossen und die Belegschaften ausgesperrt hatten, weil die Arbeitnehmer die Annahme eines in Hamburg gefällten Schiedsspruches auf Einführung der neunstündigen Arbeitszeit abgelehnt hatten. Bei der Vulfan-, der Ditfeewerft, den Oberwerfen und bei Rüsce rust der Betrieb von Montag ab vollArbeiter betroffen. ständig. In Stettin werden von der Aussperrung etwa 7000 Jn Hamburg hat der Kampf um die neunstündige Arbeitszeit nun auch auf die Flußschiffswerften übergegriffen. Nachdem die Arbeitnehmer die neunstündige Arbeitszeit abgelehnt haben, sind die Flußschiffs- und Bootswerften geiſchloſſen worden. Der Skandal der Schiedssprüche. Dresden, 3. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Gußftahlbütte Doeblen, die einige tausend Arbeiter beschäftigt, but am Montag vormittag die gesamte Belegschaft ausgesperrt. Durch Schieds. pruch ist kürzlich für das Werk die zwölf stündige Arbeitsbereitende Schicht in der Abteilung Stahlwerk, die bisher Montags eit(!) eingeführt worden. Die Direktion hat daraufhin die vorfrüh 8 Uhr ihre Arbeit begann, auf Sonntag abend 10 Uhr als Schmelzschicht eingesetzt. Hierdurch ist den Arbeitern der freie Sonntag aenommen worden. Als die Belegschaft gegen dieſe Arbeitsmethode protestierte, sperrte die Direktion, ohne vorher mit Belegschaft aus. dem Betriebsrat nähere Verhandlungen einzuleiten, die gesamte Vom Arbeitszeitkampf. In Köln haben die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes den für die allgemeine Metallindustrie gefällten Schiedsspruch einstimmig abgelehnt. Die Betriebss räte wurden ersucht, sich in Berhandlungen über die Arbeitszeitfrage nicht einzulassen. Die Löhne für Reinigungsfrauen in Banken sind mit Wirkung Dom 1. März neu festgesetzt. Es werden gezahlt an Garderobenfrauen 35, an Reinemachefrauen 40 urb an Fensterputzfrauen 45 Pf. Stundenlohn. Das Lohnabkommen läuft bis zum 30. Juni. Für den Fall, daß die Rentenmark unter 102 des amerikanischen Dollars finfen sollte, ist der Deutsche Verkehrstund berechtigt, eine NeuregeCung der Lohn äge zu verlangen. Deutscher Verkehrsbund, Branche der Reinemachefrauen. Der Generalstreit in der Lodzer Terfilindustrie ist von allen Ge werkschaften proflamiert worden, nachdem die Arbeiter die 34prozentige Zulage für die Akkordarbeit abgelehnt haben. Deutscher Werkmeisterverband, Bezirksverein Berlin 24, Solzinduftric. Mitte woch abend 7 Uhr Mitgliederversammlung im Klubhaus, Ohmstr. 2. Vortrag des Kollegen Stühr. Bollzähliges Erscheinen erwartet der Borstand. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: J. B.: Ernst Reuter; Gewerkschaftsbewegung: F. Entorn; Feuilleton: R. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frip Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68., Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Nahi Locks Kennen Sie Nährflocks? 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Beilage des Vorwärts P 3,40 und 2,40 M., Lübbenau 4 und 2,90 M., Storfom 2,30 und 1,50 M., Hubertushöhe 2,50 und 1,70 M., Scharmügelfee 2,70 und nach Rehfelde 1,60 und 1,10 M, Dahmsdorf- Müncheberg 2,20 und 1,80, Beestow 3,50 und 2,50 M.; ab Schlesischer Bahnhof 1,50 M., Budom 3,- und 2,30 m., Werneuchen 1,80 und 1,20 m., Tiefensee 2,20 und 1,50 M., Leuenberg 2,50 und 1,70 m.; ab Stettiner Bahnhof nach Biesenthal 1,60 und 1,10 M., Melhow 1,70 und 1,10 M., Eberswaldee 2,10 und 1,40 M., Corinchen und 1,90 M., Freienwalde 3,- und 2,10 M., Werbellinfee 2,90 und oder Niederfinom 2,60 und 1,80 m., Chorin oder Falkenberg 2,70 2,10 M., Joachimsthal 3,- und 2,20 M., Fichtengrund 1,60 und 1,10 M., Naffenheide 1,70 und 1,20 m., Löwenberg 2,20 und 1,50 m., Granfee 2,70 und 1,80 m., Fürstenberg 3,60 und 2,60 m. Das Urteil im Prozeß Friedmann. Eine Warnung. die Das gerichtliche Hürdenrennen im Prozeß Friedmann Hindernisse bildeten das unaufhörliche Gepläntel der Berteidiger untereinander und die nicht endenwollenden Anträge- ist nun mit der Berurteilung beider Angeklagten wegen Totschlag in Tateinheit mit Raub mit Todeserfolg zu je 15 Jahren 3ucht. haus beendet worden. Wollte man nicht annehmen, daß die feßten Worte des Angeklagten Hoffmann, in denen er„ dem Herrn Gerichtshof" das feierliche Bersprechen gab, im Falle der Freilassung ein anständiger Mensch zu bleiben, nicht ebenso nur auf eine fruchtlose Effetthascherei berechnet waren, wie seine mar= fierte Wahrheitsliebe und Aufrichtigkeit, so stünden sie im schreienden Widerspruch zur Behauptung des Staatsanwalts, daß in diesem Falle, wie selten je, die Todesstrafe höhere Gerechtigkeit bedeuten würde zum Urteil des Gerichts. Sollte der Angeklagte sich wirklich in dem Glauben befunden haben, daß es ihm gelingen fönnte, dem Gericht etwas vorzumachen? Sollte er tatsächlich gehofft haben, daß er freigesprochen werden könnte, um als der anständige Mensch, für den er sich bis zum letzten Augenblic selbst zu halten schien, die Anflagebant zu verlassen. Vielleicht hat die Abertennung der bürgerlichen Ehrenrechte ihn mun eines befferen belehrt. Ehrlich zu bleiben mag für die Glücklichen, die im Wohlstand leben, tein großes Kunststüd sein. Schwieriger ist es für die vielen, die in bitterer Not sind und nicht wissen, wovon sie das bißchen Brot bezahlen sollen, das sie zur Stillung ihres Hungers faufen möchten. Ein Erwerbsloser, der seit Monaten von der fargen Unterstügung seinen Lebensunterhalt hat bestreiten müssen und nun plötzlich einen größeren Geldbetrag findet was soll der tun? Ja, wir wissen es, daß die Vorschrift des Gesetzes ihn unter Strafandrohung Derpflichtet, das gefundene Geld getreulich abzu liefern. Aber wenn er der Bersuchung erläge und den Fund unterschlüge, wer wollte da gegen ihn, wie die Bibel sagt, den ersten Stein aufheben"? Wer weiß denn so sicher, was er felber täte, wenn er in solcher Lage wäre und schon seit einem halben Jahr sich nicht mehr ganz richtig satt gegessen hätte! Die neueren Bestimmungen über Finderlohn, die durch das Bürgerliche Gesetz- Buch festgesetzt sind, haben es den ehrlichen Findern nicht fehr. erleichtert, ehrlich zu bleiben. Um so mehr wird ein Berlierer sich freuen, wenn feinen Weg ein Finder freuzt, der noch ehrlich geblieben ist. Das sagte sich auch ein Mechaniker T., der auf dem Poft aunt in der Senefelderstraße eine Brieftasche mit 72 m. fand. Der 63jährige Mann war bereits seit August 1923 ar= beitslos und hatte mit seiner 67jährigen Fraudas Ehepaar hat feine Rinder von den paar Mark Erwerbslosenunterstützung ein tägliches Leben geführt. Aber die Versuchung, den Fund zu unterschlagen, lag ihm fern. Aus der Brieftasche, die er auf einem Schreibvult gefunden hatte und deren Inhalt er noch auf dem Post: amt feststellte, ersah er, daß sie einem aus Posen ausgewiesenen und jetzt in Berlin in der Lettestraße wohnenden Lehrer a. D. G. gehörte. Er meldete den Fund nicht am Schalter und machte auch dem einzigen Menschen, den er zu der Zeit noch in dem Raum von dem Schalter bemerkte. feine Mitteilung davon, sondern begab sich so fort nach der Wohnung des Berlierers, um die Tasche an ihn selber abzuliefern. Ihn traf er nicht an, aber eine Dame, die in der Wohnung war, sagte ihm, daß Herr S. von dem Boftamt, auf dem er Geld einzahlen wollte, noch nicht wieder zurüdgefehrt sei. Daß Herr 2. fich berechtigt glaubte, Finderlohn zu beanspruchen und daß er diesen Anspruch gegenüber dem Berfierer selber geltend machen wollte, wird man ihm nicht übelnehmen dürfen. Nach vergeblichem Warten erklärte er, er könne die Brieftasche nicht hier zurücklassen, sondern werde sie mit ihrem Inhaltlichen Seelenlebens eindringen zu wollen. Die innere Motivierung einstweilen wieder mitnehmen, der Berlierer folle fie bei ihm in feiner Wohnung, die er angab, abholen. Am nächsten Tage fand S. sich in L.s Wohnung ein, nahm die Brieftasche in Empfang und zählte den Inhalt mehrere Male durch, um fich zu überzeugen, daß auch nichts daran fehlte. Er fagte kein Wort des Dantes und eröffnete dem eine Belohnung erwartenden Finder, er habe fich einer Fundunterschlaaung schuldig gemacht. S. war, wie fich ergab, derselbe Mann, den T. als einzigen auf dem Bostamt bemerkt hatte und von dem er damals nicht wußte, daß die Tasche ihm gehörte. Den Vorwurf der Fundunterschlagung hielt T. für die Ausrede eines Mannes, der die Zahluna eines FinderTolmes scheute, aber der Verlierer sagte ihm ins Gesicht, zu der Ablieferung des Geldes in feiner Wohnung habe T. fich nur aus Furcht vor Bestrafung entschlossen. Er fügte hinzu, daß er sich vorbehalte, Strafantrag zu stellen, und er hat das tatsächlich fertig gebracht, so daß T. schon von der Kriminalpolizei vorgeladen und vernommen worden ist. Das Urteil der Straffammer hat durch seine Begründung ein übriges Mal die bereits längst bekannte Tatsache erwiesen, daß es ein nuglofes Unterfangen ist, in die geheimsten Winkel des menscheines Verbrechens ist gewöhnlich so kompliziert, daß es wie eine Ueberhebung erscheint, den Grad der Abwägung der Triebe und Hemmungen, die sich letzten Grundes im Unterbewußtsein ab. wideln und die sogenannte Ueberlegung bilden, feststellen zu wollen. flagten aus dem Bereich ihrer Erwägungen auszufcheiden und zu So war das Gericht genötigt, die gegenseitige Belastung der Angeihren Gunsten anzunehmen, daß der verhängnisvolle Besuch bei Friedmann nur das Ergebnis eines gefahrvollen Spiels mit dem das dann im entscheidenden Augenblid zur Ratastrophe geführt hat. Gedanken einer möglichen Gewaltanwendung war, eines Spiels, Drei vernichtete Menschenleben das des Friedmann unwiderruflich war der Erfolg dieser Abirrung in Gefühl und Handeln. Ob wirklich 15 Jahre Zuchthaus, nicht aber 20 oder 10 dem Bergeltungsprinzip gerecht werden, ob der Schutz der Gesellschaft so ähnlich gesinnter Menschen in gleichartigen Fällen gewährleistet durch unschädlichmachung der Angeklagten oder durch Abschreckung ist, bleibt eine Frage für sich. Keine Frage ist es aber, daß in dem ein für alle male festgesetzten Strafmaße eine ungerechtfertigte Das Urteil, das in Bezug auf beide gleich lautet, wird wohl off Graufamfeit einer veralteten friminalpolitischen Anschauung liegt. mann, für den die Tat mur das Schlußglied einer Kette von feelischen Berirrungen und Konflikten bedeutet, mit seinem Sportfreund Schulz, der die günstige Gelegenheit einer leichten, wenn auch blutbefleckten Bereicherung sich nicht entgehen lassen wollte, perföhnt haben. Schulz erscheint demnach als der sozial Gefähr lichere. Drei Monate nach dem Berbrechen an Friedmann hat unter ähnlichen Umständen auch der Kellner Borsig sein Leben Neue Preise für Sonntagsrückfahrkarten. eingebüßt. Ermordeter und Mörder gehörten denselben Kreisen an, wie Täter und Opfer im Falle Friedmann. In der großen Reihe Infolge der in Kraft getretenen Tarifänderungen müssen auch der unentdeckt gebliebenen Morde an Homosexuellen- Dr. Magnus die Preise für die Sonntagsrückfahrkarten geändert werden; fie Hirschfeld nannte für Berlin allein ungefähr 11 Fälle muß die stellen sich in dritter bzw. vierter Klasse wie folgt: ab Pots. Aburteilung im Falle Friedmann ein wenig luftreinigend wirken. Damer Bahnhof nach Caputh- Beltow 1,70 und 1,10 m., nach Ob das Gericht bei der Bemessung des Strafmaßes auch von dessen Ferch- Lienemik 1,90 und 1,30 M.; ab Görliger Bahnhof abschredender Wirkung ausging, bleibe dahingestellt. Unzweifelhaft nach Groß- Besten 1,60 und 1,10 M., Teupih- Groß- Köris 2, und ist es aber, daß die rechtliche und gesellschaftliche 1,40 m., Halbe 2,30 und 1,60 M., Brand 2,70 und 1,90 m., Lübben| Gleichstellung der Homosexuellen beffer gegen MordDer Einfall, einen Finder troy freiwilliger Ab= lieferung des Fundes als Spigbuben zu behan. deln, ist so ungewöhnlich, daß man wirklich nicht weiß, was man von dem Verlierer zu denken hat. Herr S. soll sich feine Hoffnungen machen und Herr T. darf ohne Sorge sein: wir halten für ganz unmöglich, daß irgendein Gericht auf Antrag des Berlierers dem ehrlichen Finder als Belohnung eine Strafe aufpaden fönnte. 41] ( Nachdruck burth Malik- Verlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frant. Und dann geschah es, daß Jürgens Körper selbsttätig auf die Bank in der Anlage zuschritt, sich setzte. Und nun: Hände weg von allem! Alle Mustein entspannt! Alles Denken und jede Selbstbeobachtung aufgegeben! Den Willen ausgeschaltet! Weg mit dem Bewußtsein! Der Mensch, er allein! foll sagen, was er will, dachte Jürgen noch und schloß, bereit, zur Kenntnis zu nehmen, was auch fommen möge, ganz entspannten Wesens die Lider. Anfangs tam nichts. Knapp vor den Augen farbige Pünktchen im Grau. Er jaß in der Mitte feines Lebens, in dem nichts war. Saß so still, so leblos, daß ein Bogel anflog, auf der Banklehne zwitschernd hüpfte, wieder abflog. Menschen und Gesichtsausdrücke, Menschengruppen, eine Flußlandschaft: Lebensbilder, die vor langer Zeit Jürgens Gefühl getroffen hatten und deren Sinn ihm unerkennbar blieb, tauchten auf, fchemenhaft, verblaßt, und versanten wieder. " Das ist nebensächlich," flüsterte er einige Male. Ferne Stadtgeräusche, kaum hörbar von Hupentönen durchstoßen: Das Leben der Gegenwart, die Arbeit, die ihren Gang ging, laut und leise. Bei der Bank war es still. Ein schwarzgekleideter Herr dreht die Schulter halb rüdmärts, grüßt, etwas hochmütig, nach der Seite hin. Viele Herren und defolletierte Damen bewegen sich unter den lichtblizenden Riesenkronleuchtern im großen Saale. Alle grüßen den Schwarzgefleideten. Blide, achtungsvolle, neidische, prüfende, folgen ihm. " Der Schulkamerad, der sich in der Wissenschaft schon einen Namen gemacht hat... Mag er!" Sie effen nicht, trinken nicht; fie gehen umher, blicken dem Schwarzgekleideten nach, sprechen über ihn und warten. Nein, Musik ist keine da." fieht und fühlt nur sich, nur den seines Geistes und seiner Kraft und Macht bewußten Frackherrn- Jürgen, der höflich zuhört, fnapp und freundlich antwortet. Der andere Schwarzgefleidete schrumpft zusammen, drückt fich unbeachtet an der Seite umher. Der Mittelpunkt ist Jürgen. Denjenigen, die sich an ihn nicht heranwogen, geht er selbst entgegen, begrüßt sie liebenswürdig, nicht herablaffend, nicht hochmütig. Wer eine Leistung vollbracht hat, wer etwas liftet, ist nicht hochmütig, hat es ja auch nicht nötig, hochmütig zu sein." " Alle sprechen von ihm. Aller Blicke sind auf ihn gerichtet. Jürgen ist so sehr Mittelpunkt, daß er sich bemüht, weniger Mittelpunkt zu sein, das Interesse etwas auf den anderen Schwarzgefleidetne abzulenten, wofür er verhaltenes Lächeln der Bewunderung erntet. Sein Wille, sein Geist wirken in allen, bestimmten Gedanken, Gefühle und Mienen aller Anwesenden. Jürgen lehnte nicht mehr, entspannt, Augen geschlossen, in der Bantede; gleichzeitig mit dem Eintritt des Frackherrn Jürgen in den Saal hatte er sich aufgerichtet, war mit feinen Gefühlen in den Eingetretenen hineingeschlüpft. Seine Schultern und feine Hände, sein Gesicht hatten alle Bewegungen und das Mienenspiel des anderen mitgemacht. Er saß, alle Muskeln gespannt, vorgebeugt, starrte auf den grünen Bretterzaun, in den er das Bild feines Bunsches hineingesehen hatte. Und als er plößlich nur noch den grünen Bretterzaun sah, strich seine Hand über die Augen und blieb, wie die der Tante, am Kinn haften. " Das, also wünsche ich... wünscht er: der Mensch in mir." Langfam lehnte er sich wieder zurück.„ Aber welcher Art ist denn seine Leistung? Was hat er... was habe ich... also, ich meine, was möchte ich denn eigentlich leisten?. 3ft ja ganz gleich, was einer leistet; wenn er nur überhaupt auf irgendeinem Gebiete, ganz gleich welchem, etwas leistet und Macht und Einfluß gewinnt." Eine Stunde später saß er untätig an seinem Küchentisch. Der Artikel, den er zu schreiben hatte, langweilte ihn. Immer wieder derselbe Artikel!" Seine Hand legte den Bleistift hin, wurde zur Stüße für den Kopf. Der Fracherr- Jürgen tritt in den großen Saal. Das Bild verschwand sofort wieder. Jürgen, in fnappfigendem Gesellschaftsanzug, beherrschte Kraft in Schultern und Brust, beherrschtes natürliches, berechtigtes Selbstbewußtsein in Blick und Worten, tritt ein, Denn im Nebenzimmer begann das Klappern der Maspricht leicht und freundlich mit seinen Partnern, die schnell schine. Der Haß gegen das Klappern sickerte in jeden Herzwechseln, sich unauffällig an ihn heranmachen. Keiner hat ein schlag hinein. Im besonnten Hofe war es vollkommen still. eigenes Gesicht. Der auf der Anlagenbant sigende Jürgen| Die Proletarierkinder trieben sich im Walde umher. Von den • Dienstag, 4. März 1924 gefahr schüßen würde, als noch so hohe Strafen. Hoffmann, der in den peinlich genauen Aufzeichnungen des Getöteten als Nr. 175 gebucht ist, fonnte diesem nur dant dem Bestehen des§ 175, der schon seit langem von anerkannten Gelehrten und auch von Boli titern, u. a. von Bebel als ungerecht und schädlich anerkannt ist, verhängnisvoll werden. Die Abschaffung dieses Paragraphen würde die Zahl der Morde an Homofeguellen ebenso verringern, wie dessen weitherzige und Staatsanwaltschaft die Zahl der Erpressungen vermindert hat. verständige Anwendung desselben durch die Kriminapolizei und Die Straffammer, die durch ein seltsames Spiel der Geschicke der deutschen Strafjustiz die Sache Friedmann- Hoffmann zur Aburteilung bekommen hat, wird sich wohl gesagt haben; die Vorsicht ist die Mutter der Weisheit. Die Begründung eines Urteils, das auf Todesstrafe gelautet hätte, wäre vielleicht nicht unanfechtbar gewesen; das nun gefällte Urteil ist aber durch seine pinchologische Ob aber Geschworene ein anderes Begründung unverwundbar. Urteil gefällt hätten, ist nicht allein eine akademische Frage: sie entbehrt nicht eines berechtigten öffentlichen wie psychologischen Intereffes. Jedenfalls hat die Straffammer in dieser schwierigen Aufgabe ebenso viel Geduld wie weise Selbstbeschränkung an den Tag gelegt. Aufruhr in Dehow. Ein Nachspiel zur letzten Hähneschen Schießaffäre. Man erinnert sich wohl noch des 3usammenstoßes, den im vorigen Jahr der Herr v. Rähne junior am Abend des Bezow, mit den Arbeitern Kißler und Körner aus Glindow hatte. 19. November in der Forst seines Vaters, des Schloßherrn auf Als die Schießerei noch an demselben Abend in Glindom befannt wurde, entstand dort gewaltige Erregung, und gegen 11 Uhr nachts zog eine Menschenmenge durch den Ort mit dem Ruf: Nach Bezow!" Zehn Glindower, die sich daran beteiligt haben sollten, mußten fich am Sonnabend vor der Straftammer des Landgerichts Potsdam auf die Anklage des Aufruhrs, des Haus legung verantworten. Dem Gemeindefchöffen Rochliß, der friedensbruchs und der vorsäglichen Körperver mitangeflagt war, wurde zur Last gelegt, den Rädelsführer" gemacht zu haben. Die Anklage behauptete, daß Rochlik, nachdem die Menge in der Dorfstraße einen Oberlandjäger und einen Landjäger umringt und dem Landjäger den Karabiner abgenommen hatte, fich an die Spitze des Zuges gestellt habe. Auf dem Weitermarsch follen ein Oberleutnant Arnold vom Reichswehrinfanterieregiment 9 und sein Bursche, die in Zivil in Glindow waren und Motorräder hatten, von der Menge schwer mißhandelt wor den sein. Nach der Ankunft in Bezom wurde tüchtig Lärm gemacht, und dann lief gegen 1 Uhr nachts die Menge wieder auseinander. Die Angeklagten bestritten die ihnen zur Laft gelegten Straftaten, und Rodlig erklärte, er habe beruhigend auf die Menge eingewirft, Oberleutnant Arnold und sein Bursche wurden vor Gericht wegen ihres Aufenthaltes in Glindow befragt, verweigerten aber die Ausfunft. Darauf wurde auf Antrag des Staatsanwalts wegen Gefähhrdung der Staatssicherheit die Deffent. lich feit ausgeschlossen. Die Verhandlung endete erst um 1 Uhr nachts. Bier Angeklagte wurden wegen Aufruhr bzm. Hausfriedensbruch zu je 9 Monaten 8 Tagen Gefängnis verurteilt unter Vorbehalt der Strafaussetzung. Die übrigen An geklagten, auch der vermeintliche Rädelsführer" Rochlik, wurden freigesprochen. Zu der Schießaffäre erfahren mir soeben, daß der Erfte Staats anwalt Gerlach in Potsdam das Berfahren gegen eingestellt hat. D. Raehne jun. und die beiden Arbeiter Kißler und Rörney Eine mißglückte. Erpressung. Ein 18jähriger Schloffer Hans Bremer wurde aus dem In stallationsgeschäft einer Frau Schulz am Elisabethufer entlaffen. Seitdem verlangte er wiederholt 500 Dollar von ihr, besuchte fit deshalb auch öfter, wurde aber mit der durchaus unbegründeten Forderung jedesmal abgewiesen. Endlich fand er in der Schön houser Straße einen jungen Mann, der ihm helfen wollte. Er er. zählte ihm, daß er für einen schwedischen Kaufmann ein Batent ausgearbeitet und dafür 500 Dollar erhalten habe. Dieses Geld habe er in das Geschäft der Frau Schulz hineingesteckt. Er versat ihn dann mit einigen Schriftstüden, schickte ihn damit nach dem Elisabethufer und beschrieb ihm genau das Zimmer, in dem er mil der Frau als Rechtsanwalt verhandeln solle. Während der Unterhaltung follte der Hel er es so einrichten, daß er unbemerkt die Tür | alten, faulenden Küchenabfällen stiegen Dämpfe auf. Das Fenster stand offen. Blöglich vernahm der reglos Sigende das feine Klingeln. Horchte. Blickte. Vernahm es wieder. Maßlose But stieg in ihm auf. Mit äußerster Borsicht griff er nach dem Schotter stein, der ihm als Papierbeschwerer diente, schlich auf der Behenspizen unhörbar zum Fenster, stand, die Hand wurf bereit erhoben. Da hörte die Maschine auf zu flappern. Katharina trai ein. Wollen wir... Was machst du denn da?" " " So sei doch still!" brüllte er ihr ins Gesicht, drehte sich wieder um und schleuderte voller But den Schotterstein in die Richtung, wo er die Ratte vermutete." Das verdammte Biehl Dieses unerträgliche Geflingel!" ,, Das Klingeln war dir doch mmer so angenehm in den Nächten, wenn du schriebst, und jetzt, auf einmal..." Ja, jeßt, auf einmal! Siehst du, jeßt, auf einmal!" „ Ich wollte dich eben fragen, ob wir heute, weil der Tag schön ist einen Spaziergang in den Bart, hatte ic gedacht. Aber wenn du so bist... So warft du noch ni zu mir... Dann tippe ich lieber weiter." Sie schritt zui Berbindungstür. Er, vornüberstürzend, ihr nach. so Später saßen sie, versöhnt, im öffentlichen Parke, in dem fie vor elf Jahren das erstemal miteinander gesprochen hatten, von Duft und Farben, Blumen, spielenden Kindern, Him melsblaue und Gouvernanten umgeben, wie heute. Seither ist jene Generation groß geworden und schon in die Privilegien der damaligen Bäter nachgerückt," sagte Katharina. Und die Last liegt heute wie damals auf der andern." " Ja, wo sind die Erfolge der Arbeiterschaft! Nichts! Det Sozialismus schwebt nach wie vor in blauer Ferne. ,, Das wollte ich damit nicht sagen," entgegnete ruhiger Tones Katharina. Auf dem Reitwege, nur durch eine brusthohe Buchshed pon dem Barfe getrennt, galoppierte eine Gruppe Damer und Herren vorüber. Die beiden saßen reglos und schwiegen Auf der breiten Fahrstraße rollten Equipagen, überholt vor einzelnen Reitern. „ Es ist am besten, wir friechen wieder in unser Lock zurück," sagte Jürgen. dessen Wesen zweigeteilt mar eine Schleudergabel. ( Fortfegung folgt.) öffnen fönne, um Bremer selbst einzulassen. Dieser wollte dann, wie er ihm sagte, das weitere schon besorgen, weil es sich um eine alte Frau haudele. Dem Helfer stiegen aber doch, je näher Der Tag herankam, Bedenken auf, weil er nicht wußte, was Bremer gulegt im Schilde führte. Er warnte Frau Schulz, und diese ging zur Polizei. Kriminalbeamte bezogen versteckte Bosten und nahmen Bremer fest, als er darauf wartete, daß sein Rechtsanwalt" ihm öffnen werde. Sie fanden bei ihm mehrere Dietriche, zwei Stride und eine„ Räuber pift of e", die er aus einer furzen hölzernen Pfeife so schön zurecht gebaut hatte, daß sie wirklich wie eine richtige Schußwaffe ausfah. Unter den Papieren des Rechts. anwalts", die Bremer ihm übergeben hatte, befand sich auch ein Brief, den diefer mit verstellter Hand nach dem Muster der Handschrift der Frau Schulz geschrieben hatte. Er lautete dahin, daß Frau Schulz mitteilte, fie habe sich das Leben genommen, und Bremer, der sich als treuer Diener in ihrem Betrieb bewährt habe, zum llniverfalerben" eingefeßt, zumal da er noch eine verberechtigte Forderung von 500 Dollar an sie gehabt habe. Der Berhaftete bestreitet, der Frau nach dem Leben getrachtet zu haben. Seine Pistole" war allerdings lediglich geeignet, ihr einen Schred einzujagen. Die Stride hatte er aber doch mitgebracht, um sie zu fesseln, und die Dietriche, um die Behältnisse zu öffnen. Bremer wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. " Um den Wohnungsneubau. Der Berliner Magistrat beantragt, die Regelung aller mit dem Wohnungsneubau zusammenhängenden wirtschaftlichen und fianziellen Maßnahmen einer städtischen Gesellschaft- Wohnungsfür forgegesellschaft Berlin m. b. S. zu übertragen. In der Begründung der Vorlage heißt es: Durch die dritte Steuernotverordnung ist den Ländern und Gemeinden ein Weg eröffnet, Mittel für die Belebung des Wohnungsbaumarties flüssig zu machen. Es muß aber vermieden werden, daß tie so zu beschaffenden Mittel, ähnlich wie bei der Wohnungsbauabgabe, durch den schwerfälligen Instanzenzug der Staats- und Gemeindeverwaltung geleitet werden. Auch aus rein praktischen Gründer ist es nötig, die Vermandung der zu Neubauzweden verfügbaren öffentlichen Mittel in die Hand eines wirtschaftlichen Organs zu legen. Die aus öffentlichen Mitteln fließenden Hypotheken werden nicht genügen, um die Bauvorhaben zu finanzieren. Diese Finanzierung wird in der. näisten Jahren die größten Schwierigkeiten bereiten. Sie werden nur zu überwinden sein, wenn es gelingt, alle Möglichkeiten der Kapitalbe chaffung, der Baustoffverbilligung, der Baulandbeschaffung und der rationeller. Bautenproduktion auszuschöpfen. Dieser Bielgestaltigkeit der Aufgaben fann eine behörbliche Verwaltungsstelle nicht in genügendem Maße gerecht werden. Hier ist eine wirtschaftlich arbeitende Mittlerzentrale einzufchaften, die jedoch mit den behördlichen Instanzen von Staat und Gemeinde in engstem Zusammenhang stehen muß. " An der neuzugründenten Gesellschaft, die mur vom öffentlichen Rapital finanziert wird, soll sich auch der Staat Preußen beteiligen. Der Aufsichtsrat wird aus je drei Mitgliedern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und der preußischer. Staatsverwaltung gebildet. Der Bersihende wird vom Berliner Magistrat ernannt. Als Stammkapital bringt die Stadt Berlin die Vorräte ihrer Baustoffabteilung im Werte von 320 000 Goldmart fowie einen wertbeständigen Kredit von 400 000 Goldmarf ein. Eine Beteiligung vom Privatfapital ist nicht vorgesehen. Die Gesellschaft soll einen rein gemeinnüßiger: Charafter tragen. Sie wird die Aufgabe erhalten, die wirtschaftliche Verwendung und Invest ærung der für Neubauzwecke von der Stadt aufgebrachten Mittel in wirtschaftlichster Weise ihren Zweden zuzuführen. Zur Bürgermeisterwahl. Der von der Stadtberordnetenbersammlung eingefeßte Ausschuß zur Vorbereitung der Wahl des 2. Bürger. meisters von Groß Berlin tagte gestern unter dem Borsiz des Stadtverordnetenvorstehers a B zum erstenmal. Es wurde beschlossen, die Stelle wieder zu beießen und das Gebalt auf 6690 M. mit den üblichen Zuschlägen festgelegt. Bon einer öffent lichen Ausschreibung wurde vorläufig Abstand genommen, da man annimmt, daß unter den Bezirksbürgermeistern und sonstigen Angehörigen der städtischen Verwaltung geeignete Kräfte vorbanden sind, die genügend Kenntnisse der örtlichen Verhältnisse befizen. Daneben wurde aus der Mitte des Ausschusses der Wunsch nach öffentlicher Ausschreibung laut, da man auch außerhalb Berlins wobnenden geeignete Perfonen Gelegenheit geben wollte, Bewerbungen einzureichen. Ueber das Ergebnis der Ausschußberatungen wird am fommenden Donnerstag in der Stadtverordnetenversamme lung Bericht erstattet werden. Feuer auf dem Anhalter Bahnhof und dem Tempelhofer Felde. Wegen eines gefährlichen Brandes wurde am Montag abend die Berliner Feuerwehr nach dem Anhalter Bahnhof alamiert, wo an der Monumentenstraße ein hoch beladener Waggon mit Stroh in Flammen stand und diese den Eisenbahnverkehr sowie die dort stehenden Gütervagen gefährdeten. Die Schöneberger Feuerwache war schnell zur Stelle. Durch sofortiges Wassergeben mit mehreren Schlauchleitungen gelang es ihr weitere Gefahren zu beseitigen. Der Brand soll durch Funkenflug entstanden sein. Auf dem Tempelhofer Feld brannte ein after Baum, den vermutlich Knaben mutwillig in Brand gesteckt hatten. Untertanendreffur oder Bolfserziehung? Die Genoffen Brofeffor Paul Deffreich, Borfizender des Bundes entschiedener Schulreformer, und Reichstagsabgeordneter Pastor Emil Felden( Bremen) forechen über dieses Thema in einer Veranstaltung der Gesellschaft für republikanischdemokratische Politit am Mittwoch, den 5. März, abends 7 Uhr, in der Schulaula Waffertorstr. 31. Hochschulamt für flaatspolitische Bildung. Mittwoch, 5. März, abends 8 Uhr, spricht Genoffe Gollmann über: Das Reich und die Sozialdemofratie im Hörsaal III des neuen Aulagebäudes der Universität, Railer- Franz- Josef- Platz. Zirfus Henny gibt ab beute, Dienstag, den 4. März, ein lurzes Gast. sbiel in der Prinzenallee, Ede Soldiner Shake, Mittwoch 2 Borstellungen, nachm. 3 Uhr und abends 7, Uhr. Große Raubtierschau den ganzen Tag. Polifuschta, der erste ruffische Großfilm, gelangt heute abend in der Schulaula Reichenberger Ede Forster Etrage zur Aufführung Karten zum Breise von 40 Pf. find noch an der Abendfaffe zu haben. Beginn der Vorstellung 74, Uhr. Beranstalter ist der Verein Sozialistische Arbeiterjugend", Werbebezirk Streuzberg. " Ihre Handtasche verloren bat eine arme Frau am Freitag mittag in der Untergrundbahn Potsdamer Platz mit 200 000 öfterreichischen Kronen, 10 Rentenmart, einem Stofferschein und einem Schuldschein über 700000 Stronen. Abzugeben bei Iumpert, Gotlandstr. 6. Die Schiffahrt in der Ostsee immer noch gefährdet. Das Linienschiff Braunschweig" befreite am Sonnabend den Kieler Schoner Marie Eleonore" aus schwerem Packeise in der Nähe von Arfona. Der Schoner war feit dem 6. Februar unterwegs und hatte teinerlei Proviant mehr an Bord. Er ist bis Stubbenkammer in eisfreies Wasser geschleppt worden. Auch wurde der finnische Dampfer Wega", der in der Nähe des oben genannten Dampfers im Eise festgekommen war, befreit und ist in Swinemünde eingelaufen. Gestern vormittag meldete die ,, Braunschweig" Don gewaltigen Schnee stürmen bei südöftlichem Winde. Vor der Wiederaufnahme der Schiffahrt in der Ostsee wird noch gewarnt. Der Dampfer, helios" ist während der Eisbrechung led geworden und untergegangen. Die Mannschaft foll gerettet sein. GU Arbeiter- Sport Eine Arbeiter- Flugsportvereinigung. A 256 P., Alfred Samulat( FTGB.- Wedding) mit 243 P., Werner Gaber( FTGB. Norden 1) mit 242 P. Lang gehegte Wünsche vieler sind mit der Gründung der Arlugiportvereinigung Deutschlands, Sit nachmittags 3 Uhr, die Freie Turnerſchaft Groß- Berlin. Die Arbeiterschaft beiter Y Ein Werbesportfest der Turnerinnen veranstaltet am Sonntag, den 16. März, Groß- Berlins, insbesondere die Frauen und jungen Mädchen, werden gebeten, fich diesen Tag freizuhalten. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Sonntag, den 9. März, Jugendturner: Museum, Waisenbrücke. Freie Tuznerschaft Schöneberg.( Turnen, Leichtathletik, Fußball.) Aufnahme an den Turnabenden: Für Männer und Leichtathleten Dienstags und Freitags Mittelschule Räterstraße; für Turnerinnen Dienstags und Freitags tags und Donnerstags Belziger Straße; für Kinder Montags und Donnerstags Eberstraße und Belziger Straße. Rinderabteilungen turnen von 6-8 Uhr, alle anderen Abteilungen von 8-10 Uhr. Die Fußballabteilung tagt ieden Freitag bei Lehmann, Magstraße, Gonntags Spiele auf dem Dominicus Straße. Borwärts"-Lefer, unterstüst nur die Freie Turnerschaft! play. Sportabteilung jeben Donnerstag 14. Schule Berchtesgadener Genossen, welche Luft zu einem Trommler- und Pfeiferchor haben, wollen sich Donnerstag abend in der Turnhalle Belziger Straße melden. Gründungsversammlung dieser Vereinigung. Zweck und Ziel der Berlin, in Erfüllung gegangen. Im Marinehaus tagte fürzlich die Bereinigung ist, ehemaligen Flugzeugführern und fach- Wanderung durch Alt- Berlin. Treffpunkt 8½ Uhr vormittags am Märkischen die Weiterbildung und lebung ihrer fliegerischen Kenntmännisch gebildeten Sportfreunden( Monteure, Facharbeiter) nisse zu ermöglichen. Ihr weiteres Ziel ist, durch Anschaffung von Shulapparaten, Sportflugzeugen( Segelflug), Ab- Rüdert- Schule Räterstraße; für Jugendturner in der Lehrlingsabteilung Monhaltung technischer Vorträge und lebungsflüge für die Mitglieder bei eventueller Bewerbung beim öffentlichen Flugverkehr die erforderlichen Unterlagen zu schaffen und die Schaffung von Brudervereinen in allen größeren Orten, um dadurch einen Sportverkehr zu ermöglichen. Es ist zu hoffen, daß die Gründung der ArbeiterFlugsportvereinigung ein Martstein in der Geschichte der Arbeitersportbewegung werden wird. Der große Anflang, den die Bereinigung schon jetzt bei den Arbeitersportfreunden gefunden hat, bürgt für eine erfolgreiche Entwicklung des Arbeiterflugsportgedankens. Die Gründungsversammlung hat einstimmig beschlossen, dem Arbeiterturn- und Sportbund beizutreten. Alle Interefsenten und Sportfreunde fönnen sich beir. Aufnahme oder sonstiger Obliegenheiten an den Vereinsvorsigenden Heinz Mertens, BerlinJohannistal, Kaiser- Friedrich- Str. 34, I I., wenden. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Schwimmfest in Spandau. Berliner Arbeiter- Schwimmserein Freiheit". Der nächste reservierte statt. Gäste willkommen. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. MitgliederverBabeabend findet am Donnerstag, den 6. März, im Stadtbad Prenzlauer Berg fammlung am Freitag, den 7. März, im Bereinslokal Baul Heidel, Berlin, Schönhauser Allee 136. Dortfelbft Aufnahme neuer Mitglieder. Jeden Dienstag 7 Uhr Jugendversammlung im Jugendheim der 117. Gemeindeschule, Ebers. walber Str. 10. 11 Freie Schwimmer Nordeu, Berlin 1833. Aus technischen Gründen findet das Schwimmfeft nicht Sonnabend, den 13. Mära, sondern Sonntag, den 16. März, nachmittags 3 Uhr, statt. Meldungen sind noch bis Donnerstag, den 6. März, an Ernst Schwebler, Berlin N. 20, Wiefenstr. 7, au senden. 1. Eröffnungsstafette für Männer( belieb.), 2, 4, 6, 4, 2' Bahnen. 2. Internes Jugend- Brustschwimmen, 4 Bahnen: a) weiblich, b) männlich. 3. Schwimmerinnen- Rückenschwimmen, 4 Bahnen. 4. Knaben- Brustschwimmen, 3 Bahnen. 5. Stredentauchen. 6. Männerfchwimmen( belieb.), Alaffe A, über 20 Meter 3 Bahnen, Pflicht 1,25.- 7. Einzelkampf für Männer: a) Tauchen( jeder Meter 1 Buntt, erreichbar 30 Punkte); b) Springen, brei Pflichtfpringe Nr. 35, 43, 78( erreichbar 30 Bunkie); c) Schwimmen( belieb.), 2 Bahnen 1 Bunkt weniger,- 8. Int. ( dem Sieger 15 Buntte, je cine Gefunde mehr etwa Männer- Rüdenschwimmen, Bahnen. 9. Schwimmerinnen- Rüdenschwimmen, 2 Bahnen und Brustschwimmen, 2 Bahnen. 10. Männerfchwimmen( belieb.). 6 Bahnen( für Bereine ohne Binterbad). 11. Steigen. 12. Männer- Seitefchwimmen, Alaffe A, 5 Bohnen, Pflicht 1.30. 13. Jugend- Rüdenschwimmen: a) weiblich, b) männlich. 3. Bohnen. 14. Ropiweitsprung. 15. Männerschwinmen: a) über 35 Jahre, 2 Bahnen; b) über 40 Jahre, 2 Bahnen( intern). 16. Jugendschwimmen( belieb.), 4 Bahnen( für Bereine ohne Winterbad). 17. Männer- Lagenstafette, 4X2 Bahnen. 18. Jnternes Knabenschwimmen, 2 Bahnen. 19. Schwimmerinnen- Bruststafette, 5X2 Bahnen. 20. Wasserballspiel. Offen für alle Schwimmbereine des Bundes nach der AWO. Pahnlänge M Meter. Start aus Schwimmlage. Abstok und Aufstehwende gestattet. Bretthöhe 1 Meter, Federung normal. Stampfrichter melden. Melbungen namentlich. Jeder meldende Berein( inkl.) Abteilung ist nur zur Abgabe einer Meldung pro Programmnummer berechtigt. Als rührigste unter den Arbeitersportlern fann man zurzeit wohl die Schwimmer bezeichnen, denn fast jeden Sonntag rufen fie zu neuen Veranstaltungen auf. Am Sonntag waren 250 Schwimmer und Schwimmerinnen des 1. Kreises im ArbeiterTurn. und Sportbund zum Start im Spandauer Hallenbade er fchienen. Als Beranstalter zeichneten die Freien Schwimmer" - Falkensee. Leider war das Fest sehr schwach besucht. Man hätte von der Einwohnerschaft Spandaus, die doch zum überwiegenden Teil aus werftätigen Arbeitern besteht, mehr erwartet. Guter Sport wurde bei allen Wettkämpfen, die in ihren Ausführungen und Zeiten den bürgerlichen Verbänden in mancher Beziehung um nichts nachstehen, gezeitigt. Ergebniffe: Männerstafette, 6X50 Meter, bel.: 1. Borwärts 3,31; 2. Neutölln 3,39. Schülerbrustschwimmen, 50 Meter. a) Raben: 1. Bint Union 51%; 2. Hildebrandt- Neukölln 52; b) Mädchen: 1. Rausch- Neukölln 55; 2. Ebel- Falfenfee 57. Männliches Jugenbrüdenschwimmen, 100 Meter: 1. Rommatowski- Borwärts 1,32. Weibliche Jugendbruststafette, 3X50 Meter: 1. Neukölln 2,37; 2. Belle 2,40. Männerbruststafette 50, 100, 150, 100, 50 Meter: 1. Faltensee 7,03%: 2. Borwärts 7,10, Männliche Jugendlagenstafette, 4X50 Meter: 1. Borwärts 2,45%; 2. Neufölln 2,54%. Damenrüden. fchwimmen, RL. A, 100 Meter bel.: 1. Götte- Neukölln 112; 2. Werner- Borwärts schwimmen, 50 Meter: 1 Road- Welle 48; 2. Paneuz- Neukölln 53. Männers 13; 3. Anhalt- Borwärts 1,16. Männerlagenftafette, 4X50 Meter: 1. Welle 1. Gorzella- Belle 38%; 2. Jaskuisti- Neuköün 41. 2,33 2. Bormärts 2,39; 3. Reukölln 2,41.- Jugendseiteschwimmen, 50 Meter: Männerseiteschwimmen, -RI. A, 200 Meter: 1. Rannenberg- Faltensee 3,00; 2. Jahr- Borwärts 3,03% RI. B.: 1. Bosch- Falkensee 1,26; 2. Seebode- Charlottenburg 1,30; 3. RrabelNeukölln 1,30%. Männerrüdenschwimmen, 200 Meter: 1. Dahle- Neukölln 3,04%; 2. Busch- Faltensee 3,15: 3. Thieme- Borwärts 3,18. Damenbrust schwimmen, 100 Metez: 1. Lutter- Reukölln 1,50; 2. Müller- Borwärts 1,52. Männerbrustschwimmen, 400 Metez: 1. Rannenberg- Fallenfee 6,55; 2. BuschFaltenfee 7,12. Männliche Jugendbruststafette, 4X50 Meter: 1. Borwäris 3,01; 2. Neukölln 3,03%. Sauptschwimmen, 400 Meter bel.: 1. Götfe 6,07; 2. Dahle 6,22; 3. Dietfchte 6,22%, fämtlich Neukölln. Männliches Jugendbruft Ihwimmen, 100 Meter: 1. Frant- Borwärts 1,33; 2. Batschte- Beißenfee 1,35. Männerrüdenstafette, 4X50 Meter: 1. Vorwärts 2,44; 2. Welle 2,48. 1 ballspiele, a) Männer: Müggelfee- Faltensee 2: 2, Weißenfee- Charlotten burg 3: 1, Neukölln- Borwärts 3: 4; b) Jugend: Borwärts Charlotten burg 4: 2, Faltensee- Weißenfee 2: 2. Kartellverband für Sport und Körperpflege. Waffer. Fortfehung der Rartellgeneralversammlung Mittwoch, den 19. März, abends 7 Uhr, in der Schulaula Gipsstr. 23a. Alle Bereine, Gruppen, Abteilungen usw. fenden einen Delegierten, mit Bereinsausweis. Tagesordnung: Bericht des Vorfigenden. Fortsegung der Debatte über das Referat Rönnen Arbeitersportler Mitglieder bürgerlicher Bereine fein?" Schlußwort des Turngenossen Bildung. Ausführungen über die Deutfche Hochschule für Leibesübungen, Turngenosse Alfons Schoene. Unser RAST. Der Internationale Genossenschaftstag. Das Kreisturnfest am 19., 20., 21, Juli in Spandau. Rum Schluß Rartellangelegen heiten. Beitragszahlungen für das 1. Quartal 1924 pro Mitglied über 17 Jahre 10 Bf. werden vom Rartelltasfierer, Turngenossen Heinrich Mekdorf. in der Bersammlung noch entgegengenommen. Vereine, die bis dahin ihren Beitragspflichten nicht nachkommen, haben kein Stimmrecht und werden bei den Sport und Spielplakverteilungen wie auch bei Städtischen Schwimmhallen und Schulzimmerangelegenheiten nicht berücksichtigt. Adresse des Kartelltaffierers ift: Heinrich Megdorf. Charlottenburg, Schloßftr. 33, Gtfl. 2 Tr. Einzelweffurnen für Knaben und Mädchen. 86 Mädchen und 30 Knaben stellten sich zum Wettkampf. Nach Einteilung fonnte das Turnen ungestört und schnell durchgeführt werden, da sich ge nügend Kampfrichter zur Verfügung stellten und die Teilnehmer mit Luft und Liebe bei der Sache waren. Um 6 Uhr fonnten nach Aufführung einiger Sondervorführungen der Mädchenabteilung der FLGB.- Süden die besten Resultate bekanntgegeben werden. Die drei besten Refultate lieferten, Mädchen: Crna Schulz( FT. Steglis) mit 262 B., Elfe Schwarz( FTGB.- Gulben) mit 256 B., Wally Amberg ( FTGB.- Norden 1) mit 256 P.; Knaben: Erich Rebo( FTGB.- Webbing) mit Todesurteil gegen eine Frau. In einem Mordprozeß, der nach einer Meldung aus Brag in Brünn gegen den 19jährigen Baupraktikanten Johann Wesely stattfand, der im November vorigen Jahres den Infanterietapitän Hanifa auf Anftiften von dessen Gattin, der 24jährigen Hilde Hanita und ihrer Mutter, der ehemaligen Hebamme Franziska Charpat, hinterrücks erschossen hatte, wurde das Urteil gefällt. Es erhielten Johann Welen wegen Mordes in Berücksichtigung feines jugendlichen Alters drei Jahre Kerter und Franziska Charpat 20 Jahre schweren kerter. Die Frau des Er. mordeten Hildegard Hanifa wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Groß- Berliner Parteinachrichten. Frauenausschuß ( weibliche Mitglieder des Bezirksvorstandes, Abgeordnete von Groß- Berlin), Bertreterinnen der Frauen in den Kreisvorständen: Wichtige Sigung bente, Dienstag, den 4., abenbs 7 Uhr, im Berliner Rathaus, Reue Rönigstraße, Ein. gang Jübenstraße, 3. Stod, Zimmer 109. 1. Kreis Mitte. Mittwoch, den 5. März, 7% Uhr, bei Spiegel, Aderftr. 1, erweiterte Kreisvorstandssikung. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Mittwoch, den 5. März, abends 8 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung bei Klug, Danziger Str. 71. 5. Kreis Friedrichshain. Die für jeden Dichstag geplanten Erwerbslosen zufammenfünfte der Genossen fallen bis auf weiteres cus. 7. Kreis Charlottenburg. Mittwoch, den 3. ära, 7% Uhr, erweiterte Borstandsfizung, Zimmer 1. 9. Kreis Wilmersdorf. Die öffentliche Bersammlung in der Gemeindeschule Delbrüdftr. 20, Grunewald, am Mittwoch, ben 5. März, beginnt un 7 Uhr. Alle Kreismitglieder müffen pünktlich erscheinen. 11. Rreis Schöneberg. Mittwoch, den 5. März, von 3-5 Uhr Arbeitslosenverfammlung bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Referent Stadtv. Clajus. Mittwoch, den 5. März, 7 Uhr, Reitungskommissionsfigung in der Borwärts"-Spedition Belzigerstr. 27. Ale Abteilungen müssen vertreten sein. 17. Kreis Lichtenberg. Dienstag abend 7 Uhr beginnt die Bortragsreihe zur Vorbereitung der Funktionäre für die Reichstagswahl im Lichtenberger Rathaus, Möllendorffftraße. Heute, Dienstag, den 4. März: 8. Abt. 48 Uhr in der Baugewerkschule Kurfürstenstr. 141 Beamtenverfamım. Tung mit Bortrag. 11. bt. 7% Uhr bei Kaiser, Gogłowskystr. 34, Funktionärversammlung. 45. Abt. 7 Uhr bei Bertsch, Wiener Str. 38, Funktionärsigung. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg: Teilnahme an den: Wahlpropagandafurjus im Rathaus, Möllendorffstraße, Zimmer 25. Morgen, Mittwoch, den 5. März: 9. Abt. 7 Uhr außerordentliche Funktionärkonferenz bei Hübner, Wilsnader Straße 34. Tagesordnung: Der Bezirkstag". Der G. B. Berwärts", Berlin 1897, pecanstaltet om Gonnabend, den 8., und Sonntag, den 9. März. fein diesjähriges zweitägiges Schwimmfeft. Das Meldeergebnis ist sehr gut ausgefallen, so daß gute und scharfe Rämpfe zu erwarten find. Von den auswärtigen Bereinen ragt besonders Boseidon" Das Brogramm umfaßt Breslau mit ihrer 1. Frauenmannschaft hervor. Einzelfahwimmen sowie Stafetten, Springen, Tauchen, Reigen, Wasserscherze, Wasserballspiele, darunter zum erstenmal ein Frauen Wasserballspiel. Eintrittspreis beträgt im Borverkauf für jeden Tag nur 50 Pf. Der Athletil- Sport- Club, e. V. Leichtathletit, Soden, Handball, Rudern, Schwimmen. Jeben Dienstag abenb 7 Uhr Badeabend in der Städtischen Badeanstalt Shillingsbrüde. Jeben Freitag abend 7 Uhr Training der männ lichen Jugend in der Turnhalle Staliger Str. 55-56; abends 18 Uhr Training der weiblichen Jugend in der Turnhalle Laufiger Play 9. Freitag, den 7. D... abends 9 Uhr, Monatsverfammlung bei Linfener, Mühlenstr. 58, Hallentraining findet an biefem Tage verfürst statt. Geschäftsstelle Alfred Behrends, Berlin NB. 87, Zinzendorfftr. 7. Sport- Club Abertas 1896, Charlottenburg, Mitgl. d. AABD., einer der ältesten Schwerathletikvereine Berlins, hat feinen Sportbetrieb vergrößert. Folgende Sportarten merden im Berein gepflegt: Ringen, Gewichtheben, Artistik und Jiu- Jitsu. Bier große Ringermatten fowie modernes Uebungsgerät stehen zur Verfügung. Alle Abteilungen werden von erfahrenen Trainern und Sportskollegen geleitet. Am 1 April eröffnet der Klub eine Damen abteilung, welche Leichtathletik fomie moderne Gymnastik pflegen soll. Die Uebungshallen find folgende: 1. Männer- und Jugendabteilung Turnhalle Spreeftr. 29, 15. Gemeindeschule, Dienstags und Freitags von 8-10 Uhr, dort auch vorläufig die Jiu- Jitsu- Abteilung; 1. Schülerabteilung von 7-8 Uhe und 1. Männer- und Jugendabteilung von 8-10 Uhr in der Turnhalle der 11. Gemeindeschule. Sophie- Charlotte- Str. 69-70, Dienstags und Freitags. Austunft in allen sportlichen Fragen erteilt Walter Laube, Charlottenburg, Raiser- Friedrich- Str. 77 1. Der Klub veranstaltet am 9. März fein 28. Stiftungsfest im Türkischen Belt, Charlottenburg, Berliner Str. 59, verbunden mit einem Mannschaftstampf im Ringen der Arbeiter- AthletikSportvereinigung Neukölln gegen Libertas 96 fowie Vorführungen im JiuJitsu. Anfang der Rämpfe 6 Uhr. Raffeneröffnung 5 Uhr. Touristenserein Die Naturfreunde", Abt, Charlottenburg. Mittwoch, den 5. März. 7 Uhr. in der Schulanla des Schiller- Realgymnasiums. Schiller straße 26, öffentlicher Lichtbildervortrag: Bom Nebelfled zum Menschen". Neferent Dr. Matthäi. Berliner Arbeiter- Schaffub. Shachheim. Um Sretlimer au vermeiden, wird mitgeteilt, daß das Schachheim im Gewertfchaftshaus Gaal 5, nach wie vor jeden Sonntag von vormittags 10 Uhr bis abend 10 Uhr geöffnet ist. Ein a weites Seim befindet sich, wie mitgeteilt, in Moabit, Bremer Str. 72-73, und ist jeben Sonntag nachmittag von 1 bis 11 Uhe geöffnet. Im Sein des Gewerkschaftshauses wird am 9. März, nachmittags 4 Uhr, ein Mitglied des Klubs gleichzeitig fünf Partien blind( d. h. ohne Ansicht des Brettes) spielen. Es werden ferner wiederholt Borträge an Demonstrationsbrett ftattfinden, auch wird im Seim und in allen Abteilungen des Klubs( diese sind im Heim zu erfragen) tostenlos Unterricht in Bragis und Theorie erteilt. Es wird auf die wöchentliche Schachspalte in Bolt und Reit" aufmerksam gemacht. Jede gewünschte Auskunft erteilt Rich. Schola, C. 25, Alexanderfte, 9. bteilung Süden hat ihr Lofal verlegt und spielt jest jeden Donnerstag Naunynftr. 15, Ede Mariannenstraße, bei Schulz. Gäste willkommen!- Am Gonnabend, den 8. Mära, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 5, 6eneralperiammlung betr. Bundestag Oftern in Hamburg. 7. März Borstandssigung bei Wagner, Boghagener Str. 10. 11. st. 74 Uhr bei Berger, Levegomfir, 21, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag. Die Funktionäre laden zu dieser Bersammlung ein. 22. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Aula Lütticher Str. 47-48. Thema: Der Bezirkstag". Erscheinen Pflicht. 23. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Müllerstr. 48 Mitgliederversammlung. Bericht vom Bezirtstag. Die Bezirksführer müffen einlaben, 41. Abt. 74 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag. Charlottenburg. 56. Abt. 7% Uhr Funktionärversammlung bei Lierſch, KantStraße 62. Tagesordnung: Bericht pom Bezirkstag. 58. bt. 7% Uhr bei Gerdes, Baffener Str. 3, Funktionärsigung. Erscheinen Bflicht. 80. Abt. Schöneberg. 7 Uhr Funktionärsigung an bekannter Stelle. Gammellisten umgehend abholen vom Genoffen Begel, Crandchstr. 42, 82. Abt. Stegli. 7 Uhr bei Hamburg, Schloßfte. 103, Funktionärsikung. 89. Abt. Neuteln. 7½ Uhr Vorstands und Funktionärsigung bei Stahl, Sanberjte. 11. 104, Abt. Niederschöneweibe. 7 Uhr im Zeichensaal der Knabenschule Nudower Straße Mitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Stadtrat Wermuth: Aus der Geschichte ber Partei". 136. Abt. Reinidendert- Ost. 7½ Uhr Funktionärsigung im Seebad ResidenzStraße 49. Jeber Bezirk muß vertreten sein. Junglozialisten. Ortsgruppe Süden: 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 2, Vortrag des Rebatteurs Bieter Schiff. Gäste willkommen. Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 5. März: 57. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Thunad, Bielandstr. 4. Thema: Die Frauen in der Bofitir". Referent Genoffe Miethke. Jugendverankaltungen. Reukölln IV: Achtung, Abteilungsleiter! Wir machen barauf aufnterffam, daß von vielen Abteilungen noch die Baufenbemarles abzurechnen find, ebenso auch die Rampffondsmarken. Legiere milfen unbedingt umgehend abgegeben werden. Abteilungsmitgliederversammlungen: Mariendorf: Alte Schule Dorfstraße Msabit I: Satholische Schule am Elephansplat. Mentaln MI: Jugendheim Rogatftr. 53, Schule Raiser- Friedrich- Str. 4. Razbojt 1: Schule Georgenfirchstr. 2.- Nord Bankow: Breite Str. 32. aft 11: Schule Danziger Str. 23. Brenzlauer Borstadt: Badeanstalt Oberberger Str. 57. Meinidendorf- Oft: Seebad Residenz ſtraße. Rofenthal: Schule Schillerstraße. Schöneberg I: Jugendheim Rubens-, Ede Hauptstraße. Schöneberg II: Gemeindefchule Frankenstr. 10. Steglik 1: Jugendheim Albrechtstr. 46. Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 15. Spandan: Jugendheim Neuendorfer Straße. Wannsee: Schule Charlotten Straße. Webbing. Lebigenheim Schönstedtstr. 1, Borttag: Segualität der Jugend". Berbebegir! Arensberg. Beute abend 7 Uhr in der Aula Reichenberger, Ede Forster Straße, 2. Filmabend. Zur Aufführung gelangt der 1. ruffche Großfilm Bolituschka" pou Leo Tolitoi( in 6 Atten). Karten zum Preise von 40 Bf. find an der Kaffe erhältlich. Alle Abteilungsveranstaltungen fallen aus. Adlers Bezirkstagsrede. Auf dem vorgeftrigen Bezirksparteitag für Groß- Berlin sprach, wie schon furz gemeldet, der Sekretär der Sozialistischen Arbeiterinternationale, Gen. Dr. Friedrich Adler, über die internationale Lage. Er begann seine Rede, indem er dos Wirken Wilsons und Lenins kennzeichnete, die beide Männer gewesen seien, die mit großer Intensität für ihre Ideen eingetreten sind, tie aber beide wohl die größten Utopisten in bezug auf die Beurteilung der historischen Möglichkeiten, wie fie mitunter gegeben find, waren. In ihren Idealen fonnten wir mit beiden Männern einig gehen, in der Beurteilung der historischen Perspektiven aber mußten wir immer und immer von ihnen abrücken. Wilson hat während des Krieges verkündet, daß dieser Krieg geführt werde für den Fortschritt der Menschheit, für den Gedanken der Völkerverständigung, zu dem Zwecke, daß er der letzte Krieg sei. Wir Sozialisten haben nie glauben fönnen, daß sich etwas bessern würde, wenn die Westmächte siegen würden, ebensowenig wie es im Falle eines Sieges der Zentralmächte anders geworden wäre. Der Redner fennzeichnete den Unterschied zwischen der Auffaffung Lenins, der seine ganze politische Konstruktion auf die eine Möglichkeit aufgebaut hatte, daß aus dem Kriege der Umsturz der kapitalistischen Gesellschaftsordnung hervorgehen werde und der Auffassung der Sozialdemokratie. Die Entwicklung hat der Sozialdemokratie recht gegeben. Die politische Lage, vor der wir heute stehen, ist bedingt durch die Fortschritte, die die Arbeiterklasse in den westlichen Ländern gemacht hat. Das Jahr 1919 brachte unter den sogenannten Rhafi- Wahlen der Arbeiterpartei in England einen großen Mißerfolg. Die 2 Millionen Arbeitslose, die England in der Folaezeit aufzuweisen hatte, brachten die Aufklärung über das, was der Krieg beschert hatte. Die millen uns in diesem Augenblick davor hüten, uns Illusionen über die unmittelbaren Möglichkeiten, die der letzte Sieg der englischen Arbeiterpartei bringen könnte, zu machen. Es ist eine Täuschung, anzunehmen, daß etwa in England die Herrschaft der Arbeiterpartei in demokratischer Form zum Ausdruck gekommen sei. Der große historische Augenblick waren eigentlich die Wahlen im vergangenen Jahre, bei denen die Arbeiterpartei qus dem Dunfel, in dem sie sich früher befand, hervorgetreten ist. Zum ersten Male wurde sie damals Führerin der Opposition im Unterhaus. Das merkwürdige enalische Wahlrecht hat es diesmal bewirkt, daß die Arbeiterpartei, die bei den vorletzten Wahlen außerordentlich start benachteiliat cemesen ist, nun ihr Recht erhalten hat, trogdem fie nur 100 000 Stimmen mehr als damals auf sich vereinigte. Infolge jener parlamentarischen Sittengesetze Ena'ands hat die Arbeiterpartei, die nur ein Drittel des Parlaments darstellt und auch nur die zweitstärkste iſt, plötzlich die Renierung übernehmen müssen. Die Eng länder haben die jeßine Lage in einem treffenden kurzen Sak aus. gedrückt, sie haben gefaat:" Die Arbeiterpartei ist im Amt, sie ist nicht an der Macht." Sie fann das Amt behaupten, indem sie es durchführt durch eine ganze Serie von ichwerften Konseffionen an den Standpunkt der bürgerlichen Barteien.( Gehr qut! und Hört! Hört!) So hat auch Macdonald ganz offen erklärt, hak es unmörlich ist. jetzt das sozialistische Programm in weitem Make durchzuführen, daß er vielmehr gezwungen sei, unter diesen Machtver hältnissen nur das Mögliche durchzusetzen. Das Entscheidende find eben immer die wahren Machtverhältnisse. Diese werden in England von einer Höflichkeit überdeckt, die mir auf dem Kontinent wahrzunehmen nicht die Gelegenheit haben. Die bürgerlichen Parteien wollen der Arbeiterpartei fair play geben, Famit fie einmal zeige, mas fie fenn, menn fie in der Regierung ist. Das ist neben der äußeren Höflichkeit ein innerlich gut durchdochter Blon der Liberalen, die auf die geistige Berfaffung des englischen Bolles spekulieren, das es übernehmen würde, jemandem nicht die Gelegenheit zu geben, seine Künste zu zeinen. Sie geben diese GeTeaenheit mit dem flaren Bewußtsein, ihr in dem Augenblic ein Ende zu feken, in dem es den bürgerlichen Parteien geeignet erfint. Go ift das mes in England geschehen ist, eines der imieria ften und gefährlichsten Erperimente, die in der Geschichte der Arbeiter. bewegung iemals überhaupt unternommen worden sind. In solche Lane femmt man eben innerhalb des Bereiches der politischen Tätig feil. Wenn man aber in England sieht, daß die Arbeiterpartei dort etwas ist, das wirklich macht haben form, so ist es möglich, daß die Arbeiterpartei die Stimmung großer Teile des Proletariats für sich gewinnt. s die englischen Genossen die Regieruna übernahmen, wollten fie Gelegenheit bewußt dazu benuken, aemiffe psychologische Schierigteiten in der Arbeiterschaft zu überwinden und ihr zu ze nen, daß der englischen Arbeiterpartei die Zukunft gehöre. Der glänzende Sieg, den Henderson bei feiner Nachwahl errungen hat, fcheint ihnen recht zu geben. Der Redner wendet sich gegen die Behauptung Llond Georges, die in den Ulfstein Blättern verbreitet wurde, dak er, als Sekretär der Internationale, der eigentliche Verfasser der Rede Hendersons gewesen sei. Es sei eine freundschaftliche" Bosheit Llord Georges gegen Henderson gewefen, wenn er gefagt habe, daß Henderson selbst nicht Inapp sprechen könne. Er habe während des ganzen Wahlkampfes Hender son nicht gesehen und auf seine Reden gar keinen Einfluß gehabt. Des, was sich in England zugetragen hat, hat die Hoffnung gestärkt, daß sich auch in den anderen Ländern ein Um schwung vollziehen werde. Auch in Frankreich sieht man allmähich immer mehr ein, daß die Verwüstung. die durch das Ruhr abenteuer angerichtet ist. nicht nur Deutschland zu Boden geworfen hai, sondern sich auch an Frankreich und Belgien selbst durch das Sinfen ihres Geldwertes zu rächen beginnt. Diese vollständige Menderung der Lane läkt uns hoffen, daß die Wahlen in Frankreich gegen die Reaktionäre ausfallen werden. Die Frage der deutschen Mahlen ist es, auf die alle Erwartung und alle Hoffnung in Europa gerichtet sind. Das Ergebnis der deutschen Bahlen wird nicht nur für das Schicksal der Reaktion in Deutschland und für das der deutschen Arbeiterklasse maßgebend sein, sondern es wird auch seine Rückwirkung auf die anderen Länder haben. Sie wissen, daß Macdonald einen neuen Borstoß für die Aus Virginia 3 Prinzess Pryka.... 3 Raconta Nilperle 4 сл 5 Virginia Lord Bourgoyne 5 Bajazzo gestaltung des Bölferbundes machen will. Der Bölferbund, wie er heute besteht, ist eine Mißgeburt, denn ein Völkerbund, bei dem Deutschland und Rußland ausgeschlossen sind, ist nur ein Fragment, er ist vergleichbar jenem berühmten preußischen Dreiflassenparlament, das der Demokratie Hohn sprach. Infolgedessen ist die erste Forderung: Der Völferbund fann erst dann ein Bund der Völker sein, wenn alle Völker in ihm vertreten find und feine Berpflichtungen als bindend anerkennen. Damit ist er aber auch noch feineswegs zu einem Instrument der Völker geworden( Sehr richtig!), sondern er ist immer noch ein Instrument der herrschenden Klassen der Völker.( Zustimmung.) Der Völkerbund ist ein Kampfboden. auf dem wir den Kapitalismus zu befämpfen haben. Darum fordern wir ihn ebenso, wie wir den Parlamentarismus gefordert haben, ohne uns jedoch einer Täuschung darüber hinzugeben, daß der Völkerbund ohne weiteres die Verwirklichung dessen fei, was unser fozialistisches Ideal ist. notwendig, mit aller Kraft jenen Leuten Widerstand zu leisten, die zu den Rittern der Konjunktur zu gehören.( Sehr gut!) Es ist die Parteimüdigkeit hervorkehren. Was auch wird, wie auch immer der Wahlkampf ausgehen möge, so große Fehler gemacht sein mögen, das, was lebt, ist die deutsche Arbeitertlaffe, die sich ihre Organisation schaffen muß. Darum, Genossen, gestatten Sie mir, mit einem Wort Bebels zu schließen, das mir einfällt, da es mir vergönnt ist, an jenem Plaz zu sprechen, der mir seit meiner Kindheit in Erinnerung ist, als jener Plaz, von dem Bebel seine gewaltigen Reden gehalten hat, mit den Worren: Vorwärts, vorwärts. por wärts!( Stürmischer Beifall.) Eine Zuschrift des Genossen Künstler. schreibt uns: Der Vorsitzende des Berliner Bezirksvorstandes Gen. Künstler Das Vorwort zum Bericht über den Bezirksparteitag vom 2. März im gestrigen Abend- ,, Vorwärts" schildert den Verlauf des Parteitags in einseitiger Weise. Der Bericht spricht von verlaufenen Bezirksparteitag. Er schildert ferner das ziemlich gemißlungenen Kandidatenliſten und von einem resultatlos schlossene Auftreten von Fraktionen unter Führung von Bernhard Krüger und Barth. Der uneingeweihte Leser muß den Eindruck bekommen, als ob auf dem Bezirkstag alles drunter und drüber ging. Das ist jedoch nicht der Fall. Der Bezirkstag arbeitete feine reichhaltige Tagesordnung bis 3% Uhr vollständig auf. Ernste Störungen waren zunächst nicht zu verzeicmen, abgesehen von der üblichen Geschäftsordnungsdebatte, die man von jeder Tagesordnung her fennt. Die Internationale ist immer noch im Anfangsstadium ihrer Entwidlung, Wenn ihr Einfluß jedoch weiter wachsen soll, muß auch die Opferaber die Entwicklung hat unsere Erwartungen tatsächlich übertroffen. willigkeit der Massen sich steigern. Das erkennt jeder an, wenn er daran denkt, daß die anderen opfern sollen, die Sache wird erst schwierig, wenn jeder einzelne sich an dem Opfer beteiligen soll. In der Frage des Achtstundentages hat es in verschiedenen Ländern schmerzlich berührt, daß einzelne deutsche Schriftsteller das Verständnis dafür haben vermissen lassen, daß man diese Frage nicht als die Frage eines einzelnen Staates auffassen darf, sondern als die des gesamten Proletariats.( Lebdieser Frage geschieht, ist wesentlich für das, was in anderen Länhafter Beifall und Zustimmung.) Das, was in einem Lande in dern geschieht. Wenn die englische Arbeiterregierung die große Initiative ergriffen hat, jenes Ab tommen von Washing to n nun endlich zur Ratifizierung zu bringen, die bisher an dem Widerstande der englischen Bourgeoisie gescheitert ist, muß jeder, der das ganze übersehen fann, verstehen, daß die Arbeiter aller Länder diesen Kampf geschlossen zu unterstützen haben, weil es sich um das größte Lebensinteresse aller Arbeiter handelt.( Sehr richtig!) Auch Desterreich hat das Washingtoner Abkommen ratifiziert, in der Schweiz hat eine große Abstimmung hierüber stattge funden, die einen riesigen Sieg der Schweizer Arbeiter bedeutet. mit aller Kraft und trotz aller Spintifierereien gewiffer Wirtschaftler Wir haben auch in Deutschland die Pflicht, diesen Kampflegenheit hatten, dazu Stellung zu nehmen. Das lehnte der engere zu unterstüßen, weil es ein Lebensinteresse des internationalen Broletariats ist.( Lebhafte Zustimmung.) mit der Einigung in Nürnberg zusammenhängen. Ich leugne nicht, Sie wollen heute hier über Fragen verhandeln, die letzten Endes daß für mich sehr vieles, was in Deutschland geschehen ist, stark der Kritik bedürftig erscheint, aber der Weg, den die deutsche Partei gegangen ist, stellt das Minimum des Schadens dar, der unter den ganz fomplizierten Umständen, unter denen die deutsche Bartei zu arbeiten hatte, möglich gewesen ist. Die Nachwehen des Kandidatenlisten eine machen soll. Ich kann Ihnen Einigungswerts tommen darin zum Ausdruck, daß man aus zwei sagen: Ich bin sehr froh, ein Desterreicher zu sein, der die Wahlen fchon hinter sich hat.( Zustimmung und Heiterfeit.) Ich spreche hier nicht als Gefretär der Internationale, sondern als Genosse zu Ihnen über die gegenwärtige Lage in der Partei ist. Eine Partei ist nur und deshalb möchte ich Ihnen fagen, welches meine Auffassung lebensfähig, wenn in ihr wirtliche Meinungsfreiheit herrscht.( Sehr wahr!) Wenn aber die Diskussion abgeschlossen ist und man zu einem Ergebnis durch eine Abstimmung auf Grundlage der Demokratie gefommen ist, muß es auf dem Boden einer ftimmung.) Es ist in Deutschland vieles geschehen, was Kritit nach gemeinsamen Aktion durchgesetzt werden.( Stürmische Zuder einen oder der anderen Seite erfordern würde. Ich glaube aber niemals, daß Fehler nur auf der einen Seite sind. Jede Seite das Recht, selber Fehler zu machen.( Sehr gut! und Heiterfeit.) fieht die Fehler der anderen und nimmt sich aus diesen Fehlern Es ist sozusagen eine Art Influenzmaschine der politi schen Fehler. Man hat uns Desterreichern sehr mit unseren Wahlerfolgen geschmeichelt. Was würden wir Desterreicher in einem Augenblick wie dem gegenwärtigen tun? Wir würden sagen: Jetzt ist nicht die Zeit für eine Diskussion, jetzt ist die Zeit für eine Aktion, teilt, was dem Bezirkstag voraufging. In der Erkenntnis, daß Zur Information unserer Parteigenossen sei folgendes mitgedie Arbeiterschaft in dem bevorstehenden Wahlkampf einen der schwersten Wahlkämpfe auszufechten haben wird, hielt ich es schon vor zwei Monaten für angebracht, mit führenden Genossen über eine Verständigung der Kandidatenliste zu reden. Meine Anregung wurde beifällig aufgenommen, Zehn Tage vor dem Bezirkstag wurde von Genossen um Heinig die Berständigung über die Reichstagskandidaten verquickt mit der Forderung auf Rücktritt von Mitgliedern des engeren Bezirksvorstandes. Es sollten an Stelle der zurücktretenden Genossen andere treten, die der im Oktober unterlegenen Richtung angehören, ohne daß vorher die Mitglieder GeBezirtsvorstand ab. In der erweiterten Bezirksvorstandssitzung vom 27. Februar teantragte Genoffe Krüger, die Neuwahl des engeren Bezirksvorstandes auf die Tagesordnung des Parteitags zu jammlung oder die Kreisvertretertage, welche zur Tagesordnung setzen. Hervorzuheben ist, daß nicht eine einzige Abteilungsver des Bezirkstags Stellung nahmen, den Wunsch auf Neuwahl des Vorstandes in einem Antrag zum Ausdruck brachten. Diese Tatsache zeigt deutlicher als alles andere, daß der Antrag auf Neuwahl des Borstandes nur Don einzelnen Genossen ausging. Dieses Anfinnen lehnten die Mitglieder des engeren und ein erheblicher Teil des erweiterten Borstandes ab. nunmehr folgenden Antrag: Genoffe Weis stellte in der betreffenden Borstandssitung Der Bezirksparteitag wolle angesichts der bevorstehenden Reichstagswahl und im Interesse des Ausgleichs und der Zusammenfaffung der Kräfte aller Richtungen in der Partei die paritätische Zusammenfegung des engeren Bezirksvorstandes durch Zuwahl von vier Genossen beschließen. Dieser Antrag wurde mit 30 gegen 22 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen angenommen. Alsdann stellte der erweiterte Bezirks vorstand je eine Kandidatenlifte für den Reichstagswahlkreis Berlin antragt, diese aufgestellten Listen auf dem Bezirksparteitag en bloc und Teltow- Beeskow auf. Hierzu wurde vom Genossen Wels beanzunehmen. Von einem Mitgliede des erweiterten Borstandes wurde Genoffe Wels gebeten, diesen Antrag zwecks Sicherung der der in der Minderheit gebliebenen Mitglieder des erweiterten VorAnnahme der Vorschläge des erweiterten Vorstandes und Bindung ftandes zu formulieren, was durch folgenden Wortlaut geschah: Die vom Bezirksvorstand am 27. Februar gefaßten Beschlüsse betreffend die Ergänzung des engeren Bezirksvorstandes und die Kandidatenaufstellung sind ein einheitliches Ganzes, über das in gemeinsamer Abstimmung zu entscheiden ist. Dieser Antrag wurde vom Bezirksvorstand gegen eine Stimme wir treten in einen entscheidungsvollen Kampf ein und wir werden parteitag begründete Genosse Künstler als Vorsitzender den Anbei zahlreicher Stimmentholtung angenommen. Auf dem Bezirksuns nicht zur Freude unserer Gegner durch die Austragung innerer trag des erweiterten Borstandes. Zur Geschäftsordnung wurde vom Konflikte behindern lassen.( Stürmische Zustimmung.) Ich bin Genoffen Wansti llebergang zur Tagesordnung, vom Genossen Jehr erstaunt gewesen, daß man jetzt meint, jetzt sei die Zeit für Barth Ablehnung der Zuwahl und der en- bloc- Wahl der Kandidie Abhaltung eines Parteitags gekommen. Bei uns in Desterreich Daten zum Reichstag beantragt. Der Antrag Barth wurde vom Behält man auch Parteitage ab, aber nur dann, wenn sie frucht- di zirksparteitag angenommen. Nachdem der Bezirkstag die ersten in einem Augenblid, wo folgende drei Gefahren bestehen: bringend sein können.( Lebhafte Zustimmung.) Wir tun es nicht beiden Kandidaten jeder Liste nominiert hatte, wurde beschlossen, eine Gefahr ist die, daß mit Rücksicht auf die Wahlen nicht alles Die die folgenden Kandidaten in geheimer Wahl in einem Wahlgang gejagt wird, was zu sagen wäre. aufzustellen und Sie Kandidaten nach der auf jeden einzelnen entDrucke steht, den Gegner nur ja nicht in die Karten schauen zu Ein Parteitag, der unter dem fallenden Stimmenzahl auf der Kandidatenliste aufzuführen. Der laffen, ist nach meiner Meinung fein wirklicher Barteitag.( Sehr Die im„ Borwärts" aufgestellte Behauptung, die Aufstellung der Wahlaft ist somit ordnungs- und statutengemäß vor sich gegangen. richtig!) Andererseits ist es, wenn die Genossen kein Blaft vor den Mund nehmen, eine direkte Niederlage der Partei, weil wir ganz Kandidaten ist mißlungen" und der Bezirkstag märe resultatlos sicher sind, daß jedes Wort von den Gegnern ausgenutzt wird.( Leb. Bernhard Krüger war, der, nachdem der Bezirtstag die Aufstellung. auseinandergegangen, ist unwahr. Ich stelle fest, daß es Genosse hafte Zustimmung.) Die Wahlen werden zeigen, wie start wir sind der folgenden Kandidaten in einem Wahlgang beschlossen hatte, und dann bestimmen wir auf dem Parteitage, was wir in dem Kampf, in den wir nun neu eintreten, mit unserer Kraft zu tun haben. Das scheint mir dem Grundsatz zu entsprechen: gewiß Meinungsfreiheit, aber die Bedingungen der Aftion dürfen nicht durch die Bedingungen der Diskussion beeinträchtigt werden. Ich will Sie aber nicht dazu provozieren, jetzt eine Diskussion über die Müglichkeit einer Diskussion abzuhalten.( Heiterkeit.) Genossen, Sie haben in diesem Augenblick der Wahlen die Pflicht, alle fleinen Gesichtspunkte in den Hintergrund freten zu lassen, fich far zu sein, was an dieser Entscheidung tatsächlich hängt. Es gibt viele, die glauben, ihre Berbindung mit Ser Partei lockern zu dürfen, weil sie nicht ihren Erwartungen entsprochen hat. Ich glaube, wir haben als Vertrauensmänner andere Aufgaben, als 4 Raconta rund, dick, ohne Mundstück, die neue Koch& Leeland Besichtigung ohne Kaufzwang Herrenstoffe reine Wolle für Anzüge, Ulster, Paletots Mir. 8.Damen- Gabardine-150 breit 6.viele Farben, reine Wolle .. Mir. Gertraudtenstr 20/21 Segr. 1893 AvramikosZigarette Mahdi von Cairo... 8 Mahdi- Auslese..... 10 Edle von Hamburg 10 Turridu................ 12 Hausmarke......... 15 6 Pf. für den verwöhntesten Raucher Renata 20 Schluß der Debatte über die Kandidaten und Bornahme der Wahl| beantragte. Demgemäß wurde beschlossen, Bis zur Verfündung des Resultats wurde kein Widerspruch laut. Nachdem das Resultat perkündet war, zog die Genossin Bohm- Schuch ihre Kandibatur zurück. Jezt gab Genosse Heinig durch seinen Ausruf das Signal zum Tumult: Jett treiben wir es zum Bruch!" Reiner der Genoffen, die nachfolgend ihre Kandidatur zurüczogen, haben die Gültigkeit der Wahl angezweifelt. Sie drückten lediglich thren Unmut darüber aus, daß sie nicht an die von ihnen erhoffte Steile gekommen sind. Die Behauptung, baß der Bezirtstag Richtungswahlen tätigte, wird schon dadurch widerlegt, daß die Genoffin Rnned bei weitem nicht alle Stimmen ber sogenannten Rechten auf sich vereinigte. Folgender mit großer Mehrheit angenommene Antrag:" Der engere Bezirksvorstand hat bes Vertrauen des Bezickstags", in dem Bericht des„ Borwärts" wicht einmal erwähnt, beweist, daß das Gerede von dem Miß trauen der Mitgliedschaft gegen den Borstand nur leeres Gerede riniger Genoffen ist. * Mit dieser Zuschrift ftellt sich der Borsitzende der Berliner Drganisation, Genosse Künstler, in parteiischer und gehäffiger Beife auf die Sette derer, die den Parteifteden gebrochen haben. Genoffe Setmann, der genau an der erhofften" Stelle fland und dennoch aus parteigenössischem Anstandsgefühl auf die Beteiligung an solchem Spiel verzichtete. Ueber die juristische Gültigkeit" der Wahlen, an die sich Künstler in auffälliger Weise flammert, wird noch zu reden sein. Daß die Partei mit den rechtsgültigen" Rumpfliften vom Sonntag nicht in den Wahlkampf ziehen kann, ist selbstverständlich. " Notwendig ist eine Berständigung, die uns nicht anders möglich scheint, als durch ein Zurückgehen auf den Vorschlag des Genossen Wels. Für eine solche Verständigung einzutreten, ist Pflicht jedes Genossen, der die Parteieinheit retten will. Für sie einzutreten, wäre in erster Linie die parteigenoössische Pflicht des Berliner Bezirksvorsitzenden gewefen. Nach seinem ungeschickten und parteiischen Eintreten für den zweifellos im Unrecht befindlichen Teil wird er schwerlich das allgemeine Bertrauen der Berliner Parteigenossen befizen, dessen er sich in seiner Buschrift in etwas naiver Weise rühmt. Indes fann auch diefer Fall Rünstler nichts daran ändern, daß das Ziel die Erhaltung der Parteieinheit, die Verständigung, bleiben muß! Aus der Partei. Bezirksparteitag Hannover. Unsere fachliche Darstellung kann er in feinem Punkt entkräften. Bahr ist, daß unter Führung des Genossen Wels ein Ber ständigungsvorschlag zustande gekommen war, auf den sich der gejamte erweiterte Bezirksvorstand verpflichtete. Wahr ist, daß die Richtung, für die der Genosse Künstler Partei ergreift, die mühsam erzielte Berständigung in Scherben geschlagen hat und daß Mitglieder des Bezirksvorstandes sich an dieser Scherbenarbeit beteiligten. Genosse Künstler hat dafür fein Wort des Tadels. Er hat fein Bort des Tadels für die demagogischen Hezereien eines Emil Barth, ber mit dem schönen Ruf Zeigt, daß Ihr Männer seid!" zur Ber- tagsfrattion erstattete Reichstagsabgeordneter Bren. Seine Ausnichtung des Verständigungswertes aufforderte. Er hat auch nicht bemerkt, daß die ihm nicht genehme Richtung für das Kompromiß eintrat und solange, als nicht sein Zusammenbruch im Wahlresultat zum Ausdruck gekommen war, große Zurückhaltung bewahrt hatte. Nach der Bekanntgabe der Wahlresultate und der nur selbst Nach der Bekanntgabe der Wahlresultate und der nur selbstverständlichen und würdigen Erklärung der Genosin Bohm. Schuch war der Bruch da. Hätte Genosse Heinig in diesem Augenblick wirklich gerufen:„ Jetzt tretben wir es zum Bruch!", so wäre das nicht logisch gewesen, denn Emil Barth und seine Anhänger hatten es schon dazu getrieben. Troßdem ist für den Genossen Künstler dieser untontrollierte und unwahrscheinliche Ausruf gut genug dazu, um die Schuld an dem Bruch der bei ihm nicht beliebten Richtung ans Bein zu binden. Die Genossen, die auf die ihnen angebotenen Stellen in der Liste verzichteten, sollen lediglich ihren Unmut" darüber ausgedrückt haben, daß sie nicht an die von ihnen erhoffte Stelle tamen. Beweis: NEUE Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Yolksbühne Opernhaus 7 König Hunger A B Hannover, 3. März.( Eigener Drahtbericht.) Der gestrige Bezirksparteitag der Sozialdemokratischen Partei für die Franken vom Parteivorstand Berlin stattfand, bewegte sich in außer Provinz Hannover, der in Gegenwart des Genossen Mütter. ordentlich ruhigen Bahnen. Den Bericht über die Politit der Reichs= Franten vom Parteivorstand Berlin stattfand, bewegte sich in außer führungen fanden die nahezu einstimmige Billigung des Barteitages. Nur der Redner des Ortsvereins Göttingen, der Genoffe Schiller, brachte in die Distuffion oppositionelle Gedanken, fand jedoch von allen Seiten Widerspruch und blieb ohne Beifall. Dann wurden die Kandidaten für den Reichstag aufgestellt. Im Reichstagswahlkreis Hannover wurde wieder wie bisher der Reichstagsabgeordnete Genoffe Brey aufgestellt. Ferner wurden aufgestellt die Genossin Frau Bartels Hildesheim, Karsten- Beine, Hartleib- Hannover, außerdem sollen in die Liste noch zwei Kandidaten der Parteiorganisation und des Landes Braunschweig eingefügt werden, voraussichtlich an dritter und sechster Stelle. Sodann wurde über die Aufstellung der Kandidaten für den Reichstagswahlkreis Stade Lüneburg- Harburg beraten. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Spigentandidatur des Genossen wäre, wenn der Genosse Noste sich nur seinem Amte widmen Nosde. Der Bezirksvorstand vertrat die Ansicht, daß es richtiger würde und sich nicht durch das Mandat abfenten ließe. Eine Einigung über die Spitzenkandidatur wurde aber nicht erzielt Am nächsten Sonntag wirb eine nene Ronferens be letzen die enhe gültige Klärung bringen. Ferner wurde einstimmig folgende Resolution über die Belfen Frage angenommen: ,, Der Bezirksparteitag der Sozialdemokratischen Bartei im Bezirt Hannover erklärt einmütig, daß alle Sozialdemo fraten des Bezirkes kurz entschlossen sind, die Bestrebun gen der Deutsch- hannoverschen Partei auf 3eriprengung Preußens zu vereiteln. Er fordert alle hannoverschen Prole tarier in Stadt und Land auf, den monarchistischen, wirt schaftlich, politisch und sozial reattionären Cha ratter der deutschhannoverschen Bestrebungen niemals zu ver geffen und der Deutschhannoverschen Partei am Lage der Bor abstimmung jede Gefolgschaft zu verweigern." Bulegt wurde noch beschlossen, den Verlag der Zeitung des Boltswillen" Hannover aus dem Besitz der Provinzialorganisation in den Besitz des Ortsvereins Hannover zu übertragen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Deutscher Monistenbund. Dienstag, den 4. März, abends 8 Uhr, spricht in der Aula Hohenstaufenstr. 47-48 Herr Prof. M. Berweyen aus Bonz über das Thema„ Der Ginn der Einheit". Verein der Freidenker für Feuerbestattung, E. B., 14. Bezirk( Reukölln), Heute( Dienstag) abend 7 Uhr Mitgliederversammlung im Schultheiß. Safenbeide( Wintergarten). Rentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Mittwoch, den 5. März, abends 7% Uhr, im Logenhaus, Aleiftstr. 10, fechster Bortrag des Aufklärungszyklus Das deutschvölkische Schlagwort". Serr Professor Dr. Erit Nölting- Detmold spricht über das zerfegende" Judentum. Gäste soweit Plaz willkommen. Berband Cherechtsreform, Siz Berlin. Monatsversammlung Mittwoch, den 5. März, 8 Uhr, im Restaurant Greiffenberger, Jerufalemer Str. 8( oberer Gaal). Referat von Fräulein Dr. jur. Marie Munt: ,, Borfchläge zum neuen Chefcheidungsrecht". Gäfte willkommen. In der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit spricht am 6. März in Köpenick bei Schulz, Bahnhofstr. 34, die Genoffin Ella Seger über ,, Pasifismus und die kommenden Wahlen". Nährflocks- Makronen ( Rezept Nr.7) Dieses feine Backwert, das sich ebenso vorzüglich als süßer Nachtisch wie als Gebäck zu Kaffee, Tee oder Schokolade eignet, wird folgendermaßen bereitet. Man schlägt 3 Eiweiß steif, mengt 300 g Suder- am besten Vanillezucker, abgeriebene Zitrone und etwa ein halbes Paket Nährflocks leicht durcheinander. Von dieser Maffe legt man mit einem Löffel kleine Säufchen auf ein mit Butter bestrichenes und mit Mehl bepudertes Ruchenblech. Dann bäckt man die Makronen etwa 20 minuten bei mäßiger Sitze. Bebenken Sie immer, daß jebe einzelne der leichten, loderen, goldbraunen Floden einen hohen Nähr- und Genußwert hat, der sich in jedem mit Nährflods bereiteten Gerichte zu einer nährstarten, törperträftigenden Mahlzeit verdichtet, die vorzüglich schmeckt, gut verbaut wird und wenig kostet. WELTBEKANNTE BATSCHARI QUALITÄTSMARKEN Große Volksoper es im Theater Central- Theater U. Theater 8 U des Westens Alte Jakobstr. 30 Folies Caprice 7%, Uhr: Ein Maskenball Tägl. 8 Uhr: Die Novität: Rund um d.Wedding Uhr: Kammer- 6per Low Der dumme Täglich str. 112 Regie: Br. Georg Dreescher- Was. Lait.: Dr. Ludwig Mis Schmasow, Resi Langar Dazu Das Radieschen August Verlobung im Bett) P½: Derfilegende Lessing- Th. Täglich wechselnder Spielplan! Operette in 3 Akten Reltpelische u.heute. Holländer Opernhaus am Königsplatz P/ 2: Der Waffenschmied Uhr: Peer Gynt Mittw. u. Donnerst Rose- Theater Was ihr wollt 7% Unr: Töchterlein Schauspielhaus Deut. 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Kreis Guhrau( Provinz Bosen), wegen Preiswuchers hat das Buchergericht Die Guido Thielscher beim Landgericht 1 in Berlin in der Sizung Gala- Eröffnung verfagle 42 Attraktionen mit Elefanten, Löwen, Eisbären, Braunbären Mittwoch, 5.März Vorstellungen 2 nachm. 3 Uhr und abends 72 Uhr. verfagle Nacht am 21. Februar 1924 für Recht erkannt Der Angeklagte wird wegen Preis wuchers ftatt einer verwirkten Gefängnisstrare von 2zwei Monaten zu einer Geldstrafe Don 300 dreihundert Goldmart, fowie zu einer weiteren Geldftrafe bon 200 Schwant 1.3 utt. v. FranzArnold u.ErnstBach. Aweihundert Goldmart, erfagweise für Else Back- Claire Rommer- Sibyl Smolowa e 10- zehn- Goldmart zu 1 einem Camilla Spira- Teny Tetzlaff Heinrich Marlow Leo Poukert- Berthold RelBlage Gefängnis und in die Kosten des Berfahrens verurteilt Berlin, den 27. Februar 1924. Der Generalftaatsanwalt beimBandgericht I Neue Welt A. SCHOLZ Hasenheide 108-114 Dienstag, den 4. März: Groß. 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Die bloßen Zu schauer von nah und fern, die der Messeonkel mit dem Namen ,, Gehleute" belegt, haben sich verlaufen. Das faufmännische Feilschen um die Ware beginnt. Im allgemeinen fann man von einem wahren Heißhunger sprechen, da die hinter uns liegenden Inventur: verkäufe die Läger anscheinend doch mehr gelichtet haben, als man bisher annahm. Aber das Geld ist sehr knapp und deshalb bestehen die Käufer auf gedrückten Preisen. Sie tun flug daran, denn hier in Leipzig summiert sich die Nachfrage und das Angebot eines über die Grenzen Deutschlands reichenden Wirtschaftsgebietes. Hier muß sich also in diesen Tagen der heiße Rampf um das deutsche Preisniveau entscheiden. Da nun man muß schon sagen glücklicherweise das Ausland in der Nachfrage fast ganz ausfällt, kann die Entscheidung nicht zweifelhaft sein: die meisten Aussteller betrachten deshalb auch dem neugierigen und nicht legitimierten Ausfrager gegenüber ihre Preise als geheime Angelegenheit. Diese Heimlich tuerei ist noch immer ein Zeichen für die Neigung gewesen, die Konkurrenz von nebenan und gegenüber im Preise zu unter bieten. Die meisten Verkäufer werden wohl die Preis. leiter ganz bedeutend herabsteigen müssen. So mancher von ihnen hat, indem er die nicht geringen Unfosten für Leipzig aufbrachte, sein letztes Pulver verschossen. Bringt er feine Aufträge herein, so ift er pleite. Die Lage ist infolgedessen so, daß ganz wahrscheinlich in nächster Zeit der Pleitegeier bei uns ein beliebtes Haustier sein wird. Der Fortfall des Exportgeschäfts. Fragt man die Aussteller nach dem Gang des Geschäfts, so heißt es allgemein: Wir reflektieren nur auf das Inlands. geschäft, das Auslandsgeschäft fällt völlig aus. Es muß ausfallen, soweit es nicht unbedingt auf besondere deutsche Erzeugnisse angewiesen ist und unsere Monopolpreise schlucken muß. Wir sind für das Ausland noch viel, noch immer viel zu teuer. Teg tilien, Leder- und Stahlwaren, Gebrauchsartikel, denen gegenüber sich die Käuferschaft besonders reserviert verhält, und die fleinen Maschinen liegen mit einem nicht unerheblichen Bruchteil über dem Weltmarktpreis. Solinger Stahlwarenfabrikanten erklären: An den Löhnen liegt die Preisübersetzung nicht, sie sind genügend nivelliert. Aber das Rohmaterial ist für uns noch immer viel zu teuer. Sie haben recht. Ausländisches Leder z. B. ist trotz Zoll und Fracht billiger als deutsches Leder. Kein Wunder, daß der Offenbacher Portefeuiller mit zirka 30 Broz. über den Preisen der ausländischen Konkurrenz steht. Die Industrie ist sich auch darüber flar, daß man diesen deutschen Uebeln nicht mit proteftionistischen und schußzöünerischen Maßnahmen abhelfen fann; es gibt nur einen Weg zur Gefundung und zur Belebung des Exports, die Reinigung der Raltulation und die Reduzierung des Profits bis zum äußersten Hinsichtlich der Verlängerung bes Ar. beitstages und der Reduzierung der Löhne ist die deutsche Industrie rücksichtslos gegen die Arbeiterschaft vorgegangen. Mag fie jest Rüdsichtslosigkeit gegen sich selber zeigen. Frankreich als Valutakonkurrent. Bir zweifeln nicht, daß unsere Wirtschaft bald dahin kommen wird. Die Ausländer in Leipzig, die in den letzten Jahren ihre beste Stütze waren, sind jetzt ein warnendes Menetekel. Als Aussteller tommen in Leipzig nur die Industrien der österreichisch en Nachfolgeftaaten in Frage: Wien mit feinen gefälligen Ga lanteriewaren und die Tschechei mit ihrem unerreichten Glas, Kristall, Porzellan usw. Mehr geklagt wird schon über die andere allgemeine Ronkurrenz, die sich nur außerhalb der Mauern Leipzigs bemerkbar macht. Sie geht besonders von Frankreich aus. Frankreich bietet z. B. Rasiermesser mit 80 Pro3. unter Go. linger Preis an. Außerdem überbietet es besonders die Tschechoflowalei in Kristall, Borzellan usw. Die deutschen Verkäufer haben also dem französischen Konkurrenten nur noch den Vorteil der Lieferungsbestimmmtheit und Sicherheit entgegenzusehen. Das hindert aber nicht, daß der ausländische Reflektant, besonders der Warenhaustönig aus Dollarita, der wie eine sparsame Hausfrau den ganzen Kontinent nach Billigkeit absucht, in Leipzig egaminiert, in Gablonz sich umsieht und die Produktionsstätten in den fleinsten sächsischen Heimarbeiterdörfern aufsucht, sich für den billigen franzöfifchen Inflationspreis entscheidet. Er fauft eben nicht in Leipzig, sondern in Paris. Französische, italienische und Angehörige anderer valutaschmacher Staaten fommen in Leipzig als Käufer nicht in Frage. Für sie sind wir Edelvalutäre geworden. Umgestaltung der Zahlungsbedingungen. Bleibt also für die deutsche Industrie nur das Inlandsgeschäft übrig, auf das sich die ganze Leipziger Messe heißhungrig stürzt. Aber auch hier machen sich Romplitationen bemerkbar. Ge schäfte tommen nur zustande, wenn Kredite gewährt werden. Gewöhnlich wird für die Bezahlung sechs Wochen Ziel in sechs Atzepten eingeräumt. Große Maschinenfabriken geben über ein Jahr 3ahlungsziel. Hier sind Fälle befannt geworden, wo die Maschinenindustrie nach Südamerika sechs Monate Kredit eingeräumt hat. Diese Tatsache beleuchtet grell die Ausland- Guthabenpolitif unserer Industrie; denn wer solche Kredite für solche lange Zeit ertragen fann, muß Reserven und Rüdhalte in finan zieller Beziehung haben. Im übrigen fann gefagt werden, daß die Leipziger Messe die Neueinrichtung der deutschen Kreditwirtschaft herbeigeführt hat. So ist es sicherlich der deutschen Wirtschaft gelungen, Aufträge von Belang hereinzubekommen. Ziehen wir also die Bilanz: Des Jammerns über die Krise ist genug. Die deutsche Industrie muß endlich an die Arbeit gehen und zur Selbst. erfennung der Ursachen der Krise fommen, die bei ihr liegen. Nicht durch Ausbeutung des Menschen, auf die das deutsche Unternehmertum jetzt wieder verfällt, tommen wir aus dem wirtschaftlichen Elend heraus, sondern durch Anwendung der Technit auf dem Produktionsprozeß. Das ist die wichtigste Lehre von Leipzig, die über den Produktionsprogrammen unserer Industrie in leuchtenden Buchstaben stehen sollte. Neue Rentenmarkkredite an die Privatwirtschaft. Der Reichsbankausweis vom 23. Februar d. J. läßt eine recht erhebliche Zunahme der von der Reichsbant gewähr= ten Kredite erkennen. So find im Wechseldisfontgeschäft 80,5 millionen Rentenmark an die private Wirtschaft neu an Krediten ausgegeben worden, denen nur eine geringe Abnahme an Rentenmartforderungen gegen Lombards gegenübersteht. Diese haben sich um 13 auf 182,8 millionen Rentenmart verringert. Um die neuen Kredite zur Verfügung stellen zu können, nahm die Reichsbank bei der Rentenbank ein Darlehen von 15 millionen Rentenmart auf. Dadurch ist der für die Privatwirtschaft zur Berfügung stehende Betrag an Rentenbankkrediten mit insgesamt 400 Millionen Rentenmark belastet. Das ist etwa ein Drittel des ge= samten dazu bereitgestellten Betrages. Der Bestand an Papier. martwechseln, die bekanntlich auf wertbeständiger Basis der= geben werden, erhöhte sich um 25,3 auf 469,6 Trillionen Papiermart oder auf faft 470 Millionen Goldmart. Im Lombardverkehr wurde für 1,5 millionen Goldmart an Krediten gewährt und damit die Kredite dieser Art auf 133 Trillionen Papier- oder 133 Millionen Goldmark gesteigert. Reichsbant auf; durch Verkauf von Gold ging diefer um 2,2 auf Eine geringfügige Veränderung weist der Gold bestand der 464,9 millionen Goldmark zurüd. Die Berminderung Reichsbant auf; durch Verkauf von Gold ging diefer um 2,2 auf des Goldbestandes hängt offenbar zusammen mit dem verstärkten Ansturm am Devisenmarkt, der in der zweiten Hälfte des Februar zu verzeichnen war. Wiffenschaftliche Arbeiten über das Genoffenschaftswesen. " Der Zentralverband deutscher Ronsumvereine hat unlängst eine Zusammenstellung der von 1899 bis 1922 an den reichsdeutschen Universitäten erschienenen Dissertationen über das Genossenschaftswesen angefertigt, die von der Redaktion der Genossenschafts- Korrefponbenz"( Witteilungen aus dem Seminar für Genossenschaftswesen der Universität Halle, Herausgeber Professor Dr. Ernst Grünfeld) überprüft worden ist. Es ergibt sich eine Gesamtsumme von 194 Differtationen, von denen 126 voltswirtschaftlich, beiten( 20 bzw. 13), auf die Jahre 1910 bis 1914 72( 39 bzw. 33), 68 juristisch sind. Auf die Jahre 1899 bis 1909 entfallen 33 Arauf die Kriegsjahre 1915 bis 1919 16( 12 63m. 4), auf die Nachfriegsjahre 1920 bis 1922 nicht weniger als 73( 55 bzw. 18). Die starte Zunahme der Differtationen aus dem Gebiete des Genossenschaftswesens in den letzten Jahren ist ebenso bemerkenswert wie die gleichzeitige verhältnismäßige Zunahme der volts. wirtschaftlichen Differtationen gegenüber den juristischen ein Beweis, daß auf den lebendigen Inhalt heute mehr Gewicht gelegt wird als auf die äußere Form. Auf die einzelnen Universitäten verteilen sich die Differtationen wie folgt: Würzburg 23, Tübingen 21, Leipzig 18, Erlangen 16, Heidelberg 16. Breslau 15, Halle 12, Greifswald 8, Frei burg( Breisgau) 17, Marburg und München je 6, Berlin, Bonn, Frankfurt( Main), Köln und Straßburg je 5, Göttingen 4, Jena, Rönigsberg und Münster je 3, Landwirtschaftliche Hochschule. Berlin, Gießen, Kiel und Rostoď je 2. Ausschließlich mit fonfumgenoffenfchaftlichen Borkriegszeit, 3 in die Kriegszeit, 14 in die Nachkriegszeit entfallen; Fragen beschäftigen fich 25 Differtationen, von denen 8 in die doch werden in zahlreichen Dissertationen allgemeineren Charathers selbstverständlich auch die Konsumgenossenschaften behandelt. Im Druckerschienen sind 123 Differtationen, im Auszuge Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Zentner frei Haus Berl n. 16,00-17,25| Röstgetreide, lose.... 15 00-18,00 16,00-17,00 Kakao. fettarm 100,00-12,00 15,25-16,00 Kakao, leicht entölt Hafergrütze, lose..... 15,75-16,25 Tee Souchon Roogenmehl 0/1.... Weizengrieẞ Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, große Kartoffelmehl Bohnen, weiße, Perl kleine....... Linsen, mittel Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose.. Bruchreis. Rangoon Reis ... . . 13,00-150,00 342,00-350,00 425,00-430,00 38, 40,50 41,00-43.00 46,00-48,00 13,00-14,00 Tee, indischer 18,00-18,80 Inlandszucker basis mel. 22,00-25,50 Inlandszucker Raffinade 14,75-16,00 Zucker Würfel....... 17,00-21,00 Kunsthonig 40,045,00 19,25-23,00 Zuckersirup hell in Eim: 49,00 14,00-17,00 Speisesirup dunk. in Eim. 33,00- 35,00 20,25-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-130,00 3,031,00 Marmelade Vierfrucht 33,00-55,00 26,00-33,00 Pflaumenmus in Eimern 36,50-40,00 Steinsalz, lose.. 40,15-45.00 Siedesalz, lose 46,00-50,00 3,70- 4,00 5,20 70,00 4,80 16,0 18,00 Bratenschmalz in Tierces 68,00 40,00-45,00 Bratenschmalz in Kübeln 70,00 37,00-38,50 Purelard in Tierces 21,00-25,00 Purelard in Kisten 67,00 68,00 69,00 48,00-52,00 17,00-19,50 Speisetalg in Kübeln 47,00- 49,00 27,00-31,00 Margarine, Handelsm. I 56,00 31,00-36,00 desgl. II 48,00-52,00 115,00-125,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 43,00-48,00 desgl. II. 60,0015,50 17,50 Speisetalg in Packung 65,00 52,00-55,00 Molkereibutter i. Fässern 216,00 75,00-85,00 Molkereiputter in Pack. 222,00 85,00-95,00 Landbutter in Fässern 185,00 80,00-90,00 Landbutter in Packungen 19,00 145,00-160,00 Auslandbutter 216,00-222,00 = Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari..130,00-150.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00-36.50 Zimmt( Cassia) 110,00-120.00 Speck, gesalzen, fett... 60,00- 64,00 Kümmel, holländischer. 145,00-150,0 Quadratkäse 40,00-50,00 Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 Quarkkäse 35,00-50,00 Weißer Pfeffer 130,00-141,00 Tilsiter Käse, vollfett 115,00-120,00 Rohkaffee Brasil 17,00-200,00 Tilsiter Käse, halbfett. Rohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 Ausi. ungezuck. CondensRöstkaffee Brasil 225.00-270,00 milch 48/16. Röstkafree Zentralam... 315,00-400,00 Inländische desgl. 48/12 Malzkaffee, gepackt. 23,00-25,00 I Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. ICHT 50,00-60,00 23,50-25,00 19,00- 20,00 28,50- 29,50 Dienstag, 4. März 1924 gedruckt 42, in Maschinenschrift( darunter auch ein Teil der im Auszuge gedrudten) 67, weber in Drud, Auszug oder Maschinen. schrift erschienen 2, und von 2 steht nicht feft, in welcher Form fie erschienen. Die im Auszug und in Maschinenschrift erschienenen entfallen, mit einer Ausnahme aus dem Jahre 1915, sämtlich in Drucklegung unmöglich machten. die Nachkriegszeit, als die knappen Mittel der Studierenden die In einigen Fällen war dann aus diesem Grund die Vervielfältigung überhaupt ausgeschlossen. Ar chips des Zentralverbandes deutscher RonDie starte Inanspruchnahme der Bibliothet und des sumbereine und die vielen von Studierenden an diefen gerichbeben Anfragen bewiesen, daß das Interesse der Wissenschaft an der Genossenschaftsbewegung im allgemeinen und den Konsumvereinen im besonderen unvermindert anhält. Hugo Stinnes im Versicherungsgewerbe. Hugo Stinnes, der eingeschworene Gegner des Achtstundentages, hat trop der Rapitalfnappheit noch ausreichend Geld und Kredit zur Verfügung, um in Gewerbezweige einzudringen, die mit der Produftion seines bisher schon sehr ausgedehnten Konzerns nichts oder doch nur wenig zu tun haben. Hierzu wird von interessierter Seite mitgeteilt: " Die Firma Hugo Stinnes G. m. b. 5. wird mit den Nordstern Gesellschaften eine nahe Verbindung eingehen, indem sie die aus der letzten Kapitalserhöhung der Nordftern Allgemeinen Versicherungsgesellschaft zurückbehaltenen Berwertungsaftien übernimmt und die Berliner Leitung ihrer Be triebe, welche bisher nur verzettelt untergebracht werden konnten, in die freien Räume des Nordsternhauses am Schöneberger Rathaus verlegt. Während die Nordsterngesellschaften den Stinness schen Unternehmungen auf allen Gebieten des Versicherungswesens zur Hand gehen werden, erwarten sie aus dieser Verbindung mit dem größten industriellen Konzern Deutschlands eine überaus wertvolle Bereicherung ihrer Geschäftsbeziehungen M Die dem Nordsterntonzern angeschlossenen Versicherungsgesellrungswesens, insbesondere auch mit Feuer-, Transportschäden und schaften befassen sich mit fast allen Zweigen des modernen Berfiche. Haftpflichtversicherungen. dhen Die Wirtschaftsfurve mit Inderzahlen der Frankfurter Zeitung". Heft 1, Jahrgang 1924. Nach den Methoden und unter Mitwirkung von Ernst Kahn. Frankfurter Societätsdruckerei G. m. b. S., Abteilung Buchverlag, Frankfurt a. M. Preis 2 M. Jahresbezugspreis für Abonnenten 7 M. Das erste Heft des neuen Jahrganges der Wirtschaftsfurve" bringt neben der Fortführung der bekannten Statistiken zur Beobachtung des deutschen und des internationalen Der lleberblid über die Wirtschaftslage wird ergänzt durch eine Wirtschaftslebens wieder eine Reihe von wertvollen Neuerungen. praktisch wertvolle Chronologie des Währungsüberganges, die die Phafen der bewegten Zeit vom 1. Auguft bis 31. Dezember des vergangenen Jahres datenmäßig festhält. In dem Kapitel über die Preise ist ein Ausbau der Konjunkturbeobachtung sehr bemerkenswert, der durch die Bergleichung der Preisbewegungen der Kapitalgüter und der Konsumgüter zu interessanten Schlußfolgerungen tommt. Das Kapitel Löhne und Gehälter enthält Vergleiche der Goldmarkgehälter von 1914 und jezt für Arbeiter, Beamte, faufmännische Angestellte und Bankbeamte. Für die Beobachtung des Arbeitsmarktes der Angestellten ist zum erstenmal eine Statistik der Zeitungsinserate aufgemacht worden. Die graphischen Darstellungen der großen deutschen Konzerne sind durch eine Arbeit über den Otto- Wolff- Konzern fortaeführt und weiter ist die deutsche Margarineindustrie in ihrem Aufbau und ihrer Konzernbildung zum Gegenstand einer Darstellung gemacht worden. Das Heft enthält ferner die Bedingungen eines neuen Preisausschreibens mit dem Thema: Steigerungsmöglichkeiten der Produktion innerhalb der deutschen Landwirtschaft." Maßregelung für Devisenfchiebungen. Begen vorgekommener Unregelmäßigkeiten in den Devisengeschäften einer größeren Bantfirma in der Provinz hat die Reichsbank den Kreditver gefchäfte nur unter Kontrolle der Reichsbant abschließen oder ver fehr mit ihr abbrechen müssen und angeordnet, daß sie Devisennicht genannt wird, ist die Breslauer Bank C. von Wallen mitteln darf. Die Firma, die in dem amtlichen Bericht berg, Pachaly u. Co., die nicht zu verwechseln ist mit dem Breslauer Bankhaus G. von Pachalys Enkel. Letztere ist vor einigen Jahren von der Kommerz- und Privatbant aufgefogen worden. Die gemaßregelte Firma wird beschuldigt, Devisen für eigene Rechnung getauft zu haben, die sie nicht benötigt hat. Zunahme der Konkurse. In der Zeit der Inflation sind die Konturfe immer mehr zurückgegangen. Die Industrie und der Handel fonnten mühelos Geminne erzielen. Zum anderen war die Zwangsliquidation von Unternehmungen meistens auch des halb nicht lohnend, weil die auf Papiermark lautenden Forderun gen der Gläubiger sich während der langen Dauer der gerichtlichen Seit der StabiliAuseinandersehung immer mehr entwerteten. fierung der Mart durch die Einführung der Rentenmart nehmen die Konkurse wieder zu. Im Januar sind' nach den Erhebungen der Zeitschrift die Bant" 28, im Februar 42 Ronkurse eröffnet worden, während z. B. im Februar v. 3. nur 15 Konkurse verzeichnet wurden. Auch mit der letzten Steigerung bleibt die Kontursziffer hinter den Vorkriegszahlen weit zurück, damals war es die Regel, daß finanziell schwache Unternehmungen in verhält. nismäßia furzer Zeit abwirtschafteten, fo daß man in einem Monat bis zu 700 beendete Ronkursverfahren verzeichnete. " Es gibt wieder Silbermünzen. Das Reichskabinett genehmigte den Entwurf eines Gesetzes, das den Reichsminister der Finanzen ermächtigt, Reichsfil bermünzen über 1, 2, 3 und 5 m. herstellen zu lassen. Der Gesamtbetrag der neuen Reichs filbermünzen foll bis auf weiteres fünf Mart für den Kopf der Bevölkerung des Reichs nicht übersteigen. Steigerung des Abfahes von Stidstoff. Der Bericht des Stick stofffynditats für den Monat Februar verzeichnet eine enorme Su nahme des Absatzes von Stickstoffdüngemitteln. Nicht nur die lau fende Produktion wurde abgefeßt, auch die Lagerbestände haben sich erheblich vermindert. Das hängt hauptsächlich mit der Jahreszeit zusammen, die den Auslandsmarkt in Chilesalpeter bes lebt hat; man glaubt nämlich, daß diesmal eine besonders starte Kopfdüngung infolge des starten Winters notwendig sein wird. Bom 1. März ab will das Stickstofffyndikat den halben Raufpreis gegen Wechsel bis zu drei Monaten stunden. SUNENT SEIFE RUDI REINIGT UND ERHÄLT DIE TEURE WÄSCHE! 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