Abendausgabe Nr. 114 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 57 Bezugsbedingungen und Anzeigenprefe find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: SW. 68, Cindenftraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 292-295 Tel. Morelle: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Goldpfennig 70 Milliarden Freitag 7. März 1924 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Boretts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2500-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Kahr, der Monarchist. Kahrs Pressechef wird vernommen. BS. München, 7. März. Heute morgen ist die Berhandlung im Hitler- Prezeß, deren Fortführung gestern nachnittag ernstlich bedroht war, wieder auf genommen worden. Die erregte Stimmung, die am Donners. tag im Gerichtssaal herrschte, hat sich auch auf die Anhänger Hitlers außerhalb des Gerichtsgebäudes übertragen, so daß es gestern abend in einer Berianimlung der Demofratischen Bartei zwischen den Bersammlungsbesuchern und eingedrungenen Nationalsozialisten zu handgreiflichkeiten fam, Weiter fam es gestern abend in einer Bersammlung der Großdeutschen Boltsgemeinschaft, der Nachfolgerin der aufgelösten Na tionalsozialistischen Arbeiterpartei", zu scharfen Auseinandersetzungen über den Brezeß. Das völkische Landtagsmitglied 2 Bn er erflärte, man müffe sich über das Schid al Hitlers und der anderen Angeflagten beruhigen. Eine Verurteilung würde man nicht wagen. Sollte sie wider Erwarten doch erfolgen, so würde etwas geschehen, worüber er nichts Näheres andeuten könne. Aber auch im Gerichtsgebäude herrscht starte Nervcsität. Die Absperrungsmaßnahmen sind heute schärfer als je in der Infanterieschule und neuerdings wird Bublifum und Presse por Beginn ber. Berhandlung sogar der Eintritt in den Saal verwehrt. Erster Staatsanwalt Stenglein hat sich bereit erf'ärt, die Anflage weiter zu vertreten, nachdem noch bis gegen 9 Uhr die Berhandlungen gepflogen worden waren. Justizrat Kohl entschuldigt sich. Um 9 Uhr erschien dann Justizrat v. 3ezschwih. der als Borsitzender der Anwaltskammer die Berhandiuncen geführt hatte, im Gaal und tei te den Mitverteidigern mi', daß der Friede end. gültig gefchloffen sei. Nach ihm erschienen die Vertreter der Anage und das Gericht. Sofort ert ob sich Justizrat Kohl und erbat das Wort: Ich habe gestern in Abwesenheit des Ersten Herrn Saatsanwalts Er Märungen abgegeben die dem Herrn Staatsanwalt turch die Bresse efannt geworden sein werden. Sch habe in der geftrigen Sigung 1 der Erregung über die Berhaftung meines Mandanten, des Hauptanns Weiß, den ich hech schäße, Aeußerungen getan, durch die r Herr Staatsanwalt sich beleidigt fühle. Ich stehe nicht an, zu klären. daß ich diese Aeußerunnen bedauere und den errn Staatsanwat um Entschuldigung bitte. Der Erste Staatsanwalt verneigt sich. Justizrat Schramm: Im Namen der Gesamtver'eidigung erPfäre ich, daß die Berteidiger bestrebt sein werden, die Berhandlung ihrerfcits möglichst ruhig, vornehm und fachlich a gefta'ten." Der Borfikende, Landgerichtsdirektor Neidhardt, beendete en Zwischenfall dann mit folgender Ertlärung:„ Es ist sehr beouerlich. baß ge: ftern hier Borwürfe erheben worden sind, tie die Bürde des Gerichts zu beeinträchlien und zu schädigen geeignet waren. Sollten derartige Vor alle fich wiederholen, wird das Gericht die Verhandlung gegen den in Frage kommenden Angeklagten abtrennen." Kahr wird noch nicht vernommen. Attion nicht gegen Rahr richte. Hitler habe dann eine An.|" Um Gottes willen! Die Sache ist ja ganz anders." Sprache gehalten, in der er darauf hinwies, daß im Nebenzimmer die drei Männer schwer mit ihrem Enfschlusse rängen. Dann habe Hitler verschiedene Persönlichkeiten für abgescht erflärt, zunächst das Bayerische Staatsministerium Knilling, danr die Reichs regierung. und zwar zuerst den Reichspräsidenten Ebert, den Reichs. fanzler und die übrigen Minister. Mir war es flar, fo erklärte der Beuge. daß hier ein Butsch vor sich ging, der mit den Staats. einiger Zeit tamen die brei Herren dann wieder in den Saal und einrichtungen in Barern wie im Reich aufräumen wollte. Nach es wurden Erklärungen abgegeben. Zuerst sprach Kahr, auf dessen Erklärungen ich überaus gespannt war. Ich hatte den Eindruc ciner fehr vorfichtigen Formulierung. Er fagte un gefähr: Ich habe die Statthalterschaft in Bayern übernommen." Datei habe ich mir überlegt, daß die Sta thalterschaft der Mon. archie wohl eine Joce sein fenn, daß man diese Acußerung aber auch so verstehen kann, daß Kahr seine politische Arbeit in dieser Richtung auffaßte Ich war. wie die ganze Deffentlichkeit, genau davon unterrichtet, dak Kahr Monarchist ift. Er hat nie ein Hehl daraus gemacht. daß er dem Hause Wittelsbach treue Anhänglichkeit bewahrt hat. Infolgedessen bedeutete diese Erflärung feine grohe Ueberreichung, wenn man sie als Befundung seiner Gesinnung auffaßte. Dann gaben die übrigen Herren Ertärungen ab. Jeder sprach nur einige Wore; besonders Oberst D. Geißer mußte sehr stark dazu genötigt werden, man merite es ihm an. daß er es nicht gern tat. Da ich als Pressechef Kahrs die großen poli ischen Probleme genau fannte und genau wußte, von welch schweren Sorgen Kahr über die Haltung Hitlers erfüllt war, so wurde mir der Cherotter diefer Erklärungen, dieser schein baren Einigung. flar. Ich sagte mir, ein Dit ator, der sich mit der Pistole zu einer anderen Auffassung drängen läßt, ist für mich erledigt. Er kann dem Bolte nicht das sein, was er wollte: nämlich ein Führer aus eigenem Entschluß. Ich war über das Ge sehene Tebr bebrüdt, weil es mit der Auffaffung Kahrs von beffen Pflicht überhaupt nicht übereinstimmte. Ich hatte nicht die Ueberzeugung, daß es fich um eine Komödie handelle, denn dazu war der Vorgang zu ernst. Mit dieser Untlarheit über das Borgefallene verließ ich dann den Eaal" Der Borsitzende verliest darauf die einzelnen Feststellungen über die Borgänge im Bürgerbräufeller, die die Münchener Zeitung" am 9. November veröffentlicht hat. feit Monaten tannten, daß die Sache im Bürgerbräufeller einen Bors.:„ Sie haben erklärt, obwohl Sie die Einstellung Kahrs ernsten Eindrud auf Sie gemacht hätte." Beuge:„ Ich fonnte mir die Vorgänge, gerade weil ich Kahr tannte, abfolut nicht zusammenreimen." " 3eitungen am Morgen des 9 November verhindert." Borf.: Sie haben dann das Erscheinen der Münchener " Beuge: So ist das nicht. Ich bin zunächst ins Polizeipräsidium lang es mir, unbeobachtet das Regierungsgebäude an gegangen. wo die Presse auf Pöhner und Frid wartete. Dann gezurufen, wo ich Oberregierungsrat Obermaner antraf. Ich fragte porsichtig, was los fei, und er antworte ebenso orfichtig, ich folle fofort tommen. Ich bin tann in tie marimilianstraße in unfer Amt gefahren und traf dort um 12 Uhr Herrn v. Seifer, der gerade aus dem Beratungszimmer herausfam. 3d) fagte:„ Soll ich gratulieren, Herr Oberst?" und er antwortete: Um Gettes willen! Die Sache ist ja ganz anders." Dann besprach ich mit Oberregierungsrat Stauffer die Situation. Wir waren uns vollkommen flar, daß Kahr nicht freiwillig das getan habe, was uns allen als schrecklich und scheußlich erschien. Wir waren dann glücklich, als wir in die Katerne des Infanterieregiments 19 fahren fonnten, wo wir Kahr selbst fprechen wollten. Ich bin in der Kaserne bis gegen 9 Uhr morgens geblieben und dann auf meine Redaktion gefahren, um die Zeitungen über die wirtliche Lage aufzuflären und festzulegen, daß Kahr die Macht in der Hand habe Borf.: Haben Sie den Besprechungen zwischen Kahr, Loffow und Seißer in der Infanteriefaserne beigewohnt?" Beuge: Nur zum Teil. Herr v. Kahr fand es unbegreiflich, daß nationale Männer ihm so entgegengetreten fint. Bors: Besianden zwischen den drei Herren Meinungsverschiedenheiten? 3euge: Nein. Ich möchte auch noch zum Zeitungsverbot erklären, daß Herr v. Kahr die Morgenblätter nicht etwa als eine Abbau der Militärkontrolle. Condon, 7. März.( WIB.) Reuter erfährt, daß in maßgebend n fireifen in Condon große Genugtuung darüber herrscht, daß die Botschaertonferenz in der Frage der Militärfonfrolle in Deutschland einen einmütigen Beschluß erzielt hat. Es werde gehofft, daß die deutsche Regierung den Plan ter allmählichen Ummentlung der Kontrolle annehmen werde, da er schon aus finanziellen Gründen einen beträchtlichen Bockell für die deutsche Regierung bedeute. Londoner Stimmen zur Kontrollnote. Als dann in die Zeugenvernehmung eingetreten werden sollte, regte Rechtsanwalt Roder an, daß nötigerweise zunächst nicht die Zeugen über die äußeren Borgänge im Bürgerbräufeller, sondern manns, teren Hauptpuntte Latin News" unter der hettoebrudten Condon, 7. März.( WTB.) 3ur geft: igen Rede Strese. in erster Linie die auch von der Antlage ols Hauptzeugen bezeichneten Kahr, Lossow und Seißer darüber zu vernehmen, Uebers grift„ Deutschlands Beigerung" veröffentlicht, ob sie wirklich nur zum Schein ihre Erklärungen abregeben hätten schreibt der diplomatische Berichterstatter dieses Blattes, der Beschluß nder ob sie damals den ernsten Willen zur Beteiligung an dem ber Botschafterkenferenz bezünlich der Militärkontrolle Deutschlands Unternehmen gehabt hätten. Das Bo'tsgerichtsgeseh, so erklärte der i gestern els ein weiterer Ausdruck des Geistes des Zusammen. wäre es im Interesse einer schnellen Durchführung des Verfahrens daher um so ernster, wenn die Dert hen die Vorschläge verwerfen, zweddienlicher, wenn zuerst diese Zeugen vernommen würden, denn, Iliierten entre- enjeten und nicht nur, wie im Falle der Ruhrdenn sie würden sich damit einer vereinten Front der wenn es feststände, daß die drei Zeugen den ernsten Vorsok zur Belliierten entrerenjeben und nicht nur, wie im Falle der Ruhrbeiligung gehabt hätten, dann fönnte auf eine ganze Reihe von belekung, einem Zeile der Aierben. Der britische Plan, auf dem Zeugen verzichtet werden. die Borschläge zum großen Teil begründet gewefen feien, bringe tufenweise 2orteile und habe in feinen Folgerungen die ließliche Kontrolle durch den Völkerbund ent. ballen. Wenn die Deutschen die neuen Bedingungen verwerfen, so Der Borsigende ging auf diese Anregung jedoch nicht ein und ließ die für den heutigen Tag geladene Zeugenschar aufrufen, cus ber die baumlange Figur des greifen Generaloberst Graf Bothmer um einige Köpfe herausragte. Kahrs Pressechef als Zeuge. Zunächst wurde der frühere Bressechef Rahrs, Hauptschriftleiter Schiedt von der Münchener Beitung" vernommen. Seiner Bereidigung wurde von R... Roder wider sprochen, der darauf hinwies, daß Schiedt als Fauptmitarbeiter Fahrs von allem Kenntnis gehabt habe, er hätte auch um den marsch nach Berlin gemußt und fäme infolgetessen vom red tlichen Gesichtspunft als mitbeteiligter an dem ganzen Unternehmen in Frage. Infolgedessen unterblieb zunächst die Ber. eidigung des Beugen. Schiedt äußerte sich zunächst über die Borgänge im Bürgerbräufeller. Er betonte, daß die Versammlung unter feiner wesentlichen Mitwirkung aufende gekommen sei, und zwar sei in einer kleinen Konferenz patriotischer Männer der Ge barte erwogen worden. Kahr Gelegenheit zu geben, einen bis dahin nur theoretisch vorgetragenen Kampf gegen den Mary'smus öffentlich zu vertreten und dem negativen Ziel ein pofitives. nämlich die Bildung einer nationalen Regierung in Berlin, an die Seite zu stellen. Der Reuge schildert dann, wie während der Rede Kahrs Hitler mit der Pistole in der Hend eingedrungen fel und den Ausbruch der nationalen Revolution ver fürdet habe. Tann habe sich ein 3wiegespräch zwischen Hitler und Rahr entsponnen, das er, der Zeuge, nicht verstanden habe, und schließlich hätten Kahr. Lossom und Seißer, von Bewaffneten be gleitet, den Eacl verleffen. Die Unruhe, die sich der Versammlung barauf bemächtigt habe, legte sich erst, als es hieß, daß sich die werte dies ein endgültiges Hindernis für die Schritte zur Befferung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland bedeuten. Der franzöfifche Arg wohn werde geweckt werden und Beincaré werde ermutigt werden, feine Haftung überall zu versteifen. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Telegraph" schreibt, die Mote der Botschaftertonferenz an die Deutsche Regierung in der Frage der Militärtortrolle sei in Berlin mit beträchtlicher in3u friedenheit und Erregung aufgenommen werden. Die Tatsache, daß London versucht habe, den Deutschen nachbrütlich flarzumachen, daß die in der Note enthaltenen Vorschläge dazu verhelfen würden, die Bast des Reiches sowohl ir etmini ftretiver als auch in finanzieller Hinsicht zu erleichtern, fcheine in Berlin nicht erfaßt worden zu sein. Auf jeden Fall sei eine deutliche Abneinung vorhanden, ihre Triftigkeit zuzugeben. Es sei zu hoffen, daß Berlin fich Dem V'an nicht mit der rein technischen Begründung wiberlehen werbe, baß er außerhalb der Bedingungen des Verfeiller Vertrages Teae. Ein solcher Widerstand mürbe unflug sem, da er der bri tischen Regierung feine andere Wahl ließe. als für die Aufrechter haltung ber fostspieligen und beschwerlichen Nollet- Kommission über den ursprünglich in Aussicht genommenen Beitpunkt einzutreten. Bisher sei dieser Bunft vielleicht nicht genügend hervorgehoben wor hen. Tentichlord mürde ouch vom proftre fehen unflug handeln, wenn es versuchte, seine Annahme der unverzüglichen Wiederaufnahme der Renirolle von der vorherigen Beendigung der Ruhrbefeßung durch Frankreich und Belgien abhängig zu machen, obgleich diese Belegung von den britischen zuständigen Stellen für ungefeßlich angesehen werde. Der gegen wärtige Augenblid fei als nicht geeignet für Rechtsfophifterelen onzufehen und Deutschland würde, wenn es diese vermeidet, jede Obstruktion gegen die angemessene gemeinsame Durchführung des Versailler Vertrages durch die Alliierten sowie das britische Eintreten für die pünktliche Beobachtung des Versailler Bertrages durch alle Unterzcichner in der Zukunft ftüßen. Times erflärt zur Note der Boschaftertonferenz. der gesamte Blan hänge von der Bere tschaft Deutschlands ab, die angebotene Aenderung loral anzunehmen. Auf jeden Fall tönne nicht gesagt werden, daß die Aussichten sehr versprechend feien. In Frankreich fei die Anahme weit verbreitet, daß Deutschland im vergangenen Jahre seine Anstrengungen, zu einer militärischen Neuorganisation zu gelangen, verboppelt habe. Gleichpiel, ob diese Aufaffung gut oder schlecht begründet sei, fie bestehe jedenfalls und beit. Ertiärungen, wie sie der Nationalistenführer Kapitän Ehrhardt abgegeben habe, seien nicht dazu angetan, die französische Besorgnis au berfaeuchen. Wenn die nationalistische Bewegung pieleicht auch nicht ganz fo furchtbar fei, wie sie sich stelle, fo genügt sie doch, um die gute Aufnahme zu beeinträchtigen, die Frankreich den letzten britischen Vorschlägen bereitet habe. Eine offiziöse Richtigstellung. Wolffs Bureau bemerkt zu den oben wiedergegebenen Blätter. Reichstagsfizung erklärt, daß es für uns unmöglich fei, uns einer Stimmen: Der Reichsminister des Auswärtigen hat in ber geftrigen Dauerfontrolle zu unterwerfen, wie sie der auf die Einfebung cines Garanticfomitees bezügliche Vorschlag der Note der Botschaftertonferenz vom 14. April 1922 vorfah. Damals war das Garantiefomitee als Orgon einer dauernden Ueberwachung unseres Süftungsstandes gedacht. Das frühestens mit der Räumung der ersten rheinischen Pesagungszone verschwinden sollte. Dieser Bor. fchlag ging in der Tat weit über den Rahmen bes Bertrages von Versailles hinaus und fonnte daher unmöglich angenommen werden. Die Kommiffion Nollet hat, wenn sie ihre Aufgabe, lleberwaching der Abrüstung, erfüllt hat, ohne weiteres dem Regime des Arfifels 213 bes Bersailler Bertrages zu meichen. Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird baß die Einfeßung eines Garantietomitees uns gegenüber dem Regime des Artikels 213 finanziell beffer stellen würde denn die gemäß Artikel 213 vom Böfferbuntrat vorzunehmenden Stichproben gehen nach dem Bertrage von Versailler finanziell nicht zu unseren Basten. Auf die in den Londoner Meldungen erwähnte neueste Stontrolnote der Botschafterkonferenz haben sich die Ausführungen bes Außenministers noch nicht beziehen tönnen. Der Inhalt war, wie er selbst ausdrücklich betonte, gestern hier noch nicht bekannt. Die Note ist, wie wir hören, inzwischen Auswärtigen Amt eingegangen und wird zurzeit geprüft. Etrafmaßnahme verbot, sondern nur aus dem Grunde, um eine ungeheure Berwirrung in der Stadt und im Lande zu verhüten. Bors: Haben Sie mit Kahr allein über die Zeitungsverbote gesprochen? 3euge: Jawohl, und ich habe ihm auch gefagt, daß eine ungeheure Gefahr drohe, da mitten in der Nacht eine genaue Orientierung der Bresse unmöglich sei. Eine Infor mation über die Lage, wie sie in Wirklichkeit war, fonnte erst am nächsten Tag erfolgen und so machte ich den Vordie Morgenausgabe zu inhibieren. schlag, Exzellenz Kahr war damit vollkommen einverstanden. Staatsanwalt Ehardt: Hatten Sie den Eindruck, Herr Zeuge, daß die Herren in der Kaserne der Reichswehr sich als Ge: fangene betrachten mußten, oder in ihren Beschlüssen behindert wurden. Beuge: Keineswegs. Das Gegenteil ist der Fall. Wir waren ja froh, in dieser Umgebung bleiben zu können, die die Freiheit des Entschluffes gewährleistete. Staatsanwalt hardt: Hatten Sie den Eindruck, daß Kahr, Lossow und Seißer das Unternehmen nicht mitmachen wollten? 3euge: Selbstverständlich, sonst hätte doch bei allen Herren eine vollständige Sinnesänderung innerhalb einer Stunde eingetreten sein müssen. Kahrs Pressechef verweigert die Auskunft. R.-A. Hell: Wann und mit wem haben Sie darüber gesprochen, daß Erzellenz Kahr im Bürgerbräu eine programma tische Rede über den Margismus halten wollte? Zeuge( nach einigem Zögern): Ich habe nur die Genehmigung, mich über die äußeren Vorgänge zu äußern.( Unruhe im Zuhörerraum.) R.-A. Holl: Ift Ihnen bekannt, wer bas Freibier für die Bersammlung geftiftet hat. Zeuge: Es ist ja fein Freibier geftiftet worden. Herr Kom: merzienrat 3 enß war nämlich der irrigen Ansicht, daß dieser Bortrag des Herrn v, Kahr im Künstlerhaus in einem ganz fleinen Kreise zustandekommen sollte. R.-A. Holl: Die Rede Kahrs hatte folgenden Schlußfaz: ..Heute vor finf Jahren iff das Deutsche Reich zufammengebrochen. An dem heutigen Tage foll es wieder auferstehen." Wer hat vetfügt, daß dieser Schlußjah bei den Beröffentlichungen in den Zeifungen fortfiel? Zeuge( nach einigem Ueberlegen): Jch wenigstens nicht. R.-A. Holl: Ist Ihnen die Losfomiche geheime Dent fchrift befannt? Beuge: Jawohl. Ich bin zum Teil mit hinzugezogen worden und habe auch meine Beobachtungen schriftlich niedergelegt. R.-A. Holl: Ich habe noch einige Fragen, aber ich möchte diele zurückstellen, bis Kahr hier vernommen ist, da ich nicht wünsche, daß der Hauptzeuge diefe meine Fragen burch die Preise Errher fennen lernt. Ich möchte nochmals betonen, wie begründet die For derung der Verteidigung gewesen ist, zunächst den Hauptzeugen Kahr hier zu hören. R.-M. Roder: Der Zeuge hat eben die Beantwortung einer wichtigen Frage verweigert. Ich möchte wissen, ob der Zeuge überhaupt ein Beamter ist, eine Schweigepflicht hat und ob er von dieser Schweigepflicht entbunden werden muß. Borf.: Herr Zeuge, haben Sie einen Vertrag mit dam Generalstaatsfommiffariat? 3euge: Rein, er war auch nicht nötig. Bors: Haben Sie einen Diensteid geleistet oder einen Verpflichtungsschein unterschrieben?-3euge: Nein.- R.-. Sol: Wenn ich nicht irre, hat doch Herr v. Kahr sämtliche Bes amte der Behörden der Verschwiegenheit entbunden. Ich möchte Fa den Beugen die Frage vorlegen, ob und mit wem er sich vor dem 8. Roumber in Verbindung gefeßt hat, um die programmatische Rede Kahrs vorzubereiten.- 3euge: 3ch lehne die Beantwortung dieser Frage zunächst ab, da ich nicht andere mit nahestehende Herren in diese Sache hineinziehen möchte. Im übrigen können über diese Punkte ia auch andere 3euan befragt werden. R.-A. Hemmeter: Ich bitte darüber Beschluß zu faffen, daß der Zeuge als ein Beamter des Staats. tommiffariats zu betrachten ist und ob Herr v. Kahr in der Lage gewesen ist, Persenen, die ihm nahestanden, auf Ber fchwiegenheit zu verpflichten. Verf.: Waren Sie verpflichtet, das Amtsgeheimnis zu wahren? Zeuge: Ich habe das jedenfalls, solange ich im Generalstaatstom misjarat tätig war, ftets getan. Das Generalstaatsfommiffariat war doch eine Ausnahmebehörde und ich bitte zu bedenken, daß ich mit den ersten Beamten des Bayerischen Staates in vollem BerFaschingstollheit im Lustspielhaus Berthold Viertels fünstlerisch ernst zu nehmende„ Truppe" tracte gestern Wedekinds alten und doch ewig jungen sprudelIuftigen Schwant Der Liebestranf" in neuer Aufmachung auf die Bühne. Der Inhalt der Komödie ist von toller Unwahrscheinlichkeit. Darin beruht die zwingende Lustigkeit der übermütigen Komödie, daß sich das unwahrscheinliche bis zur Groteske steigert. Ein alter Trottel von russischem Fürsten, ebenso absolutistisch gewalttätig wie liebestoll, engagiert als Hauslehrer für seine Söhne einen Runstreiter mit einer Mebenabsicht. Er soll ihm die schöne junge Katja mit Zauberei in die Arme treiben. Der Zirfusallerweltsterl braut ihm auch den Liebestrank und stellt fürs Gelingen nur eine Bedingung: der Fürst foll beim Trinken beileibe nicht an einen Bären denken. Zwanzig Jahre hat er an feinen Bären gedacht, und jetzt fpuft ihm natürlich ein ganzes Bataillon Bären im Kopfe herum. Bei all ihrer Lustigkeit ist die Idee noch nicht das fpaßigfte; zum fprühenden Fastnachtsspiel wird das Stüd erst durch den Zuschnitt, durch den Schmiß, das wirbelnde Tempo, die bizarren Einfälle, die. fich überkugeind, den Zuschauer überfallen. Da empfiehlt der Fürst dem Hauslehrer als bestes Erziehungsmittel die Knute. Er verzichtet aber darauf, er hat im Zirkus Renz ehedem ein Schwein ohne Knute die feinsten Kunststüde gelehrt. 3h gebe Ihnen mein Wort," sagt er zum Fürsten, ich habe dem Echwein alles beigebracht, was Sie einem halbwegs talentierten Schwein beibringen fönnen. Es tanzt auf dem Seil, es berechnet Ihnen den Gang der Planeten im Kopf..." Der Fürst unterbricht:„ Ein Schwein, mein Herr, mag sia) das ohne Knute gefallen laffen. Hier haben Sie es nicht mit Schweinen zu tun."( Sondern mit seinen Söhnen.) Der Erfolg der prächtig inszenierten Borstellung war nicht fo groß, wie die Komödie hätte erwarten lassen. Wie so oft bei Wedekind, hält die Bühnendarstellung nicht, was der gelesene Bedefind verspricht. Einerseits ist für die Groteste ein fich überstürzendes Tempo erforderlich, andererseits gehen in solchem Wirbel die föstlichen Feinheiter der Paradore und geistvollen Einfälle verloren. Der Bedefind- Stil für die Bühne ist noch nicht gefunden, bei aller Mühe, die sich der Regisseur, Heinz Hilpert, gegeben hat, auch im Luftfpielhaus nicht. Die Bühre war halb stilisiert und halb Zirkusarena. dia Darsteller gaben Clownerie und Karikatur. Die männlichen Schauspieler bewegten sich marionettenhaft und erinnerten aufs ergoglidfte ans Kasperletheater Bon Leonhard Stedel, der cinen famofen nußfnaderhaften Fürsten dahertrudelte, Heinz Hilpert, bem mit allen Hunden und auch sonst stets geheizten Hauslehrer, und Erhard Siebel, dem überspannten pathetischen Rammerdiener, bis zu den beängstigend gespensterhaften Reitfrechten Hans Schalla und Friedrich Domin. Auch Frigga Braui trauen mit herangezogen worden bin, um der damals drohenden Gefahr in Not und Elend mit steuern zu helfen. Da war mir Ber. ich wiegenheit eine felbstverständliche Pflicht. R.-A. Dr. Luetgebrune: Der Herr Zenge beruft sich auf 853 der Strafprozeßordnung. Das Gericht hat aber die Frage zu prüfen und dahin zu entscheiden, ob ihm überhaupt ein Beamtendaratter zuzusprechen ist, und die Verteidigung fordert, daß das ehemalige Generalstaatskommissariat Unterlagen nach dieser Richtung beizubringen hat. R.-A. Roder: Nach der Verfassung des bayerischen Staates ist der Zeuge fein öffentlicher Beamter, sondern Pripatperfon. Erster Staatsanwalt Stenglein: Da der Herr Zeuge nach der Vernehmung von Kahr nochmals gehört werden soll, werde ich inzwischen Erhebungen anstellen, ob ihm Beamtencharakter zutommt und ob er infolgedessen Amtsverschwiegenheit zu wahren hat oder nicht. Jufiizrat Kohl: Herr Beuge, waren Sie neben Ihrer Eigenschaft als Preffechef des Generalficats tommiffariats nicht auch Hauptschrif leiter der Münchener Zeitung"?- 3euge: Jawohl. Justizrat Kohl: Haben Sie zu diesem Rebenamt von Ihrer vorgefeßten Behörde die schriftliche Genehmigung er3euge: Nein, aber diese Tätigkeit war doch der Be hörde bekannt. Ich hatte überhaupt feine vorgesezte Behörde, da ich nur dem Generalstaa stommiffar unterstand, der natürlich wußte, Generalstaatskommissar daß ich Chefredakteur dieser Zeitung war. halten? Es lebe der König! Juftizrat KohI: 3ft es richtig, daß Hauptmann v. Claß vor dem 8. November auf die Suche gegangen ist, um einen Kahr freundlichen Plan zu schaffen, der etwa im Stile Ludwig Thoma's die landliche Bevölkerung bearbeiten sollte?- Borf.: Ich sehe nicht, daß dieje Frage mit dem Prozeß im Zusammenhang steht und lasse sie nicht zu. nicht zu. Juftizrat kohl: Dann beantworte ich die Frage felbft: Bei mir ist man nämlich deswegen gewesen. Ist Ihnen bekannt, daß Rahr am 3. Juli 1922 bei der Beamtengruppe der Bayer. Bolkspartei einen Vortrag gehalten hat über das Thema: ,, Was Deutschland not fut." Er bat darin die Beamten, mitzuhelfen an der Wiederherstellung der Monarchie, und schloß mit dem Sat:„ Es lebe der König!" Ist Ihnen darüber etwas Näheres bekannt? Borf: Diese Frage lasse ich nicht zu. - Justizrat Kohl: Ich habe die Frage aus dem Grunde gestellt, weil Kahr sich hier als der Statthalter der Monarchie aufspielt, während er im Landtag bei feiner Eröffnungsrede erklärt hat, er halte fest an der Reichs- und Landesverfassung. Welches ist nun der rigtige Kahr? Der Monarchist oder der Republifaner? ( Heiterfeit.) Borf: Diese Frage lasse ich ebenfalls nicht zu. R.-A. Roder: Haben Sie bei der weißblauen Schrift mitgewirkt? Beuge: Nein. R.-A. Roder: Wissen Sie, wer der Verfaffer ift? 3euge: Nein. R.A. Quetgebrune: Barum hat der Zeuge nicht dafür gesorgt, daß das Kreistelegramm Kahrs befanntgemacht worden ist?-3euge: Für eine städtische feine Befugnis, ohne Anweisung Kahrs Proklamationen zu erlassen. Broklamation war das Telegramm nicht geeignet, außerdem hatte ich R.-A. Hemmeter: Sie haben behauptet, daß die Münchener Presse irreführende Darstellung veröffentlicht hat. Nennen Sie es eine Irreführung, wenn ein Reporter das berichtet, was er gesehen und gehört hat? Beuge: Es hat sich hier gezeigt, daß auch eine pflichtgemäße Darstellung irreführend wirken kann, wenn der Be treffende die inneren Zusammenhänge nicht fennt und wenn die besonderen Ergänzungen weggelassen werden. Es fällt mir natürlich nicht ein, meinen Kollegen abficht iche Irreführung vor zuwerfen, aber ihre Darstellung mußte fo wirten, weil sie die Dinge bag Gie bei einer Unterredung mit ihrem Verlagsdirektør Buchner in anderem Licht fehen ließ. R.-A. Hemmeter: Ist es richtig, --w das Erscheinen der Zeitungen bei Todesstraße verboten. haben? 3euge: Etwas Aehnliches habe ich gefegt, um den Dingen Nachdrud zu geben. Notürlich nicht, um die Redakteure dann erschießen zu laffen, dazu hatt: id feine Bollmacht. Reais anwalt hem meter: Sie hatten also feinen Auftrag dazu von einer vorgefehlen Sielle?. 3euge: Ich habe das nur als ein Wort aufgefaßt, das in scherzhafter Weise für den nötigen Nafbrud forgen sollte. Rechtsanwelt Hemmeter: Zum Scherzen war doch die Situation wirklich nicht geeignet. Wissen Sie vielleicht, wer in der Münchener Zeitung" den Artikel über den Trodenen Putsch", über den Drud ohne Druc" gechrieben hat? 3uge: Ich habe sechs bis siebentaufend Leit artifel in meinem Leben geschrieben und fann daher nicht jeden cinzelnen kennen. ( Fortsetzung im Morgenblatt.) spielte eine prachtvoll steif majestätische Fürstin mit Talmiglanz und Talmijugend. Nur die schöne Katja der Cäcilie Lvcvffy war nicht am Blaze. Sie befigt weder Rasse noch Stimme genug, um die begehrte Katja erotisch und exzentrisch genug wirfen zu lassen. Ernst Degner. Der Pflanzenzauberer von Kalifornien." Luther Burbant, einer der glücklichsten Pflanzenzüchter der Welt, dem man den Beinamen des Pflanzenzauberers von Kali fornien" gegeben hat, wird am 7. März 75 Jahre. Aus diesem Anlaß widmet Dr. Loeser diesem Wundermanne eine Würdigung in der Umschau". Burbank, der feit fast 60 Jahren als Gärtner und Züchter in Kalifornien tätig ist, hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, ertragreichere Futterpflanzen, bessere und haltbarere Obstforten, Gespinsfasern mit zäherer Faser, billigere und schönere Blumen zu ziehen. Für seine Studien erhält er von dem CarnegieInstitut einen jährlichen Zuschuß von 10 000 Dollar mit der einzigen Bedingung, seine Ergebnisse anderen zugänglich zu machen. Der Pflanzenzüchter muß Forscher bis zum letzten sein," so hat er felbst einmal das Ideal gekennzeichnet, das er verwirklicht. Er darf nicht darauf ausgehen, Geld zu machen. Die ungeheuren Möglich feiten der Pflanzenzüchtung laffen sich faum abschäßen. Es dürfte für einen Mann nicht schwer fein, eine neue Art Roggen, Weizen, Gerste, Hafer oder Reis zu züchten, die an jeder Aehre auch nur durchschnittlich ein Korn mehr herocrbringt, eine neue Maisart mit einem Kolben mehr an jedem Stengel, eine Kartoffel, die an jedem Stod eine Knolle mehr hat, oder einen Apfel. eine Pflaume, Drange oder Nuß mit einer Frucht mehr an jedem Baume Dura wissen schaftliche Züchtung lassen sich bessere Körnerfrüchte, Nüsse, Obst forten, Gemüse erzielen, in neuen Formen, von neuen Farben und Gerüchen, die nährstoffhaltiger sind, denen alle schädlichen und gif. tigen Eigenschaften fehlen, die widerstandsfähig find gegen Sonne und Regen, Wind und Frost, Bilzkrankheiten und Insektenschädlinge, Früchte ohne Steine und Stacheln." Alle diese Ziele hat Burbank bei der einen oder anderen Pflanze erreicht. Seine erste Großtat, die Züchtung der Burbant Rar toffel, durch die der jährliche Ernteertrag an Kartoffeln in den Bereinigten Staaten um 17 Millionen Dollars erhöht wurde, gelang ihm schon mit 24 Jahren. Er hat eine steinlose Pflaume geschaffen, die sehr beliebt wurde. Von besonderer Wichtigkeit ist sein ft a chellofer Rastus. Er gab nämlich damit die Möglichfeit, weite Gebiete Eütfa'iformens, Neu- Meritos und Mexikos, die info'ge ihres Wüstencharofters unbewohnbar schienen, zu besiedeln, denn es fann jetzt dort Schafzucht betrieben werden, weil die in der Büste fortkommenden stachellosen Rafteen ein vorzünliches Bieh futter liefern. Seine billigen Blumenzüchtungen gestatten es auch den ärmeren Belisklassen, ihre Gärten zu schmüden. Ungeheure Mengen von Bersuchen mußte Burbank für feine Züchtungen burch= führen. Zur Erlangung seiner Bilaumen nahm Burbank 300 000 Kreuzungen, feiner fiachelofen Brembeeren 60 000, feiner Rosen Kreuzungen, feiner fiachelofen Brombeeren 60 000, feiner Rojen 15 000 und seiner Lilien 100 000 Kreuzungen vor. Das Auswählen geht da fast über menschliches Können, aber Burbank besist einen Ludendorff zerstört Preußen. Die Stimme eines Rheinländers. In dem Berliner Zentrumsblatt, der„ Germania", läßt sich ein Rheinländer über den Fall Ludendorff so vernehmen: Wenn Ludendorff auch noch das fatholische Rheinland an schwärzen zu müssen glaubt, so unterstreicht er eben nur die Gegensähe, die zwischen seiner eng stirnig preußischen, individua liftisch autokratischen Auffassung und dem rheinischen demokratischen Denten flaffen. Herr Ludendorff mag in Hinterpommern seine Ideale von deutscher Kultur verwirklichen, wir werden hier ohne ihn am deutschen Werte weiterbauen, und wir sind das sei ihm vertraulich gesagt auch angesichts der neuen durch die Invasion geschaffenen deutschen Aufgaben bei neuen Anstrengungen. protestantische Herr v. Bato di schrieb in einem Leitartikel der damaligen Norddeutschen", die geschichtliche Mission Preußens sei erledigt und sein Fortbestehen im Deutschen Reich schädlich und unmöglich. Bald glauben wir Rheinländer es auch. Drum bleiben wir doch bis ins tiefste Mark unserer Anochen deutsch Die Formel" preußisch gleich deutsch" existiert für uns nun einmal nicht. " Man sieht, wie das Gift zu wirken beginnt. Der Rheinländer hat vollkommen recht, wenn man Preußen mit dem alten Preußen, dem Preußen Ludendorffs gleichfezt. Aber erstens ist diese Gleichsehung nicht mehr ganz berechtigt, und zweitens find solche Gedankengänge unter den gegenwärtigen Berhältnissen nicht ungefährlich. Das erstrebenswerte Ideal ist die Schaffung einer einzigen Reichsverwaltung, also das Aufgehen der Einzelstaaten im Reich und die Zerlegung des Ganzen, damit auch Preußens, in Selbstverwaltungsgebiete, über deren Kompetenzen man je nachdem man mehr zum Zentralismus oder zum Föderalismus neigt ver= schiedene Meinungen haben fann. Aber dieses Ideal ist für absehbare Zeiten nicht zu verwirklichen, und solange dies nicht der Fall ist, bleibt das Vorhandensein eines großen einheitlich geleiteten Verwaltungsgebiets ein Vorteil Die nächste Aufgabe also ist, nicht Preußen, sondern den Ludendorffgeist zu erledigen, der ja auch dem tatholischen Bayern befanntlich nicht fremd geblieben ist. Gerade aber, wenn man annimmt, daß die Aufgabe Preußens im Reich noch nicht erledigt ist, erkennt man, welche Gefahr dieser Ludendorffgeist für Preußen und damit zugleich auch für das Reich bedeutet. Man stelle sich vor, in Preußen fäme wieder eine Rechtsregierung Ruder, welche Wirkung würde das wohl im Rheinland ausüben? " An mein Volk!" Ludendorff von Hitlers Gnaden erklärt. ans Im Deutschen Tageblatt" mit dem Hakenkreuz finden wir folgende Bekanntmachung Ludendorffs an sein" Boll: Ich verlange von allen Organisationen und Einzelpersonen, die in Gefolgstreue hinter mir stehen wollen, daß fie in Herrn v. Graefe meinen politischen Bevollmächtigten für Norddeutschland unbedingt sein Vertrauen genießen, in ihrem schweren Kampfe gegen alle anerlennen, und deshalb weder ihm, noch seinen Mitarbeitern, die offenen und verstedten 3erfegungsversuche der Freiheitspartei- Organisation eigenwillige Schwierigkeiten bereiten, noch sich von Kreisen, die vielfach nur unter nöllischem Schein auftreten, zu irgendwelchen Intriguen, wenn auch nur unbe mußt, mißbrauchen laffen. Ludwigshöhe, den 25. Februar 1924. gez.: Ludendorff. Er fann schon beinahe so gut monarchisch„ ver= Zweifellos hat der große Ludendorff schon vieles gelernt: longen", wie fein großer Kriegsherr Wilhelm. Und ein ebenso schlechtes Deutsche schreibt er auch, wie der älteste Hohenzoller. Und daß in der FreiheitsparteiOrganisation" sich schon zersehende Elemente" finden, entspricht auch ganz den herrlichen Zeiten wilhelminischer Herr= wunderbaren Scharfblid, der ihn die wichtigsten Eigenschaften sofort erkennen läßt. Ist er doch sogar oft schon imftande, aus der Laubfarbe feiner Gämlinge zu sehen, ob die Früchte, zu denen noch nicht einmal Blüten vorhanden sind, die gewünschten Eigenschaften haben werden. Durchblättert man einen seiner Pflanzenfata oge, fo findet man u. a. Artischoten von einem Umfang von mehr als 1 Meter, die für Amerika so wichtigen Maisraffen in allen Spielarten, Zwerg sonnenblumen, die den Küfen ermöglichen, ihr Futter leicht selbst zu suchen, 100 000 neue Gladiolenvarietäten, Primeln von 6 3entis meter Durchmesser, blaue Mohnblumen, rasch wachsende Nußbäume Don gewaltiger Höhe usw. Die lebende Benus von Medici. Eine englische Filmfirma hatte eine Schönheitsfonkurrenz ausgeschrieben zur Entdeckung einer Frau, die durch ihre Körperformen berechtigt erscheine, in dem in Borbereitung befindlichen Film ,, Der Tempel der Benus" die Göttin der Liebe darzustellen. Es hatten fid) 149 Frauen zu dem Weit bewerb gemeldet. Von ihnen erhielt die Londoner Schauspielerin Stella Pierres den Preis. Nach dem Gutachten der Sachverständigen haben die Körperformen der preisgekrönten Schauspielerin fast die gleichen Maße, die auch die mediceifche Venus aufweist. Arme, Bufen, Taille, Hüften, Knie und Knöchel zeigen nur geringe Abweichungen von denen des Originals. Kampf zwischen Adler und Fuchs um eine Gemfe. Bon einem ungewöhnlichen Kampf zwischen einer Gemje, einem Fuchs und einem Adler, die alle drei der grimmige Hunger zur Berzweiflung getrieben hatte, weiß ein Schweizer Jäger aus der Gegend von Davos zu berichten. Die Gemfe, die durch den tiefen Sdyee am F.tehen gehindert war, war nahe daran, den Angriffen eines Fuchses zu crliegen, der seinerseits wieder von einem Adler attatiert wurde und schließlich nach tapferem Kampfe var dem stärkeren Gegner den Rückzug antreten mußte. In diesem Augenblid trat der Jäger heran, perscheuchte den Gegner, der in die Höhe flog und vom ficheron Ver ſted aus die Beute bewacht. Der Jäger, dem daran gelegen war. den Adler lebend zu fangen, benußte die tote Gemse als Locmittel für eine rasch angelegte Falle. Der Adler ließ sich auch verleiten, herabzufliegen und fing fich in der Falle. Bühnenchronit. Infolge Unfalls eines der Hauptdarsteller mußten bie Aufführungen der deutschen Szene" vom 8. und 9.( Dbfernacht) auf den 15. und 16. und die Aufführungen vom 15. und 16.( Prometheus und Bandora) auf den 22. und 23. März verschoben werden. Eine Gedächtris- usfellung für Jacoba van Heemsterd zeigt die unitausstellung Der Sturm im März. Es sind Werke aus allen Staffens perioden der holländischen cgpresionistijd en Stünlerin, zum Teil aus Brivatbesig ategestellt. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 6, Sonntags von 11 bis 2 geöffnet. Bimini, Ein buntes 2'at. Im Beichen Heinrich Heines läßt der alte Heine Beilag Hoffmann& Combe, Hamburg- Berlin, eine neue illustrierte Beitiartit erscheinen.( Preis 25 f.). Drei Berszeilen aus Heines Nach lagedicht„ Bimini" entfalten das Brogramm: Phantasie sitzt an dem Steuer, Gitte Laune bäht die Segel, Schijisjung' ist der Wit der flinte... Unveröffentlichte Verse Heines leiten das erste Heft ein. fichkeit, wo die Rotten von Menschen nicht wert, den Namen Deutsche zu tragen", den deutschen Staub" von den Pantoffeln schütteln sollten! Reichstag noch bis nächste Woche! In den Beratungen des Aeltestenausschusses des Reichstages wurde heute festgelegt, daß in der heutigen Sigung alle noch zur zweiten Rednerserie gehörenden Redner zu Wort tommen sollen. Der Sonnabend soll sizungsfrei fein. Am Montag und Dienstag wird die zweite und dritte Lejung des Notetats auf die Tagesordnung gesetzt werden. Es sind dann außerdem noch zu erledigen das Post finanzgefeh, die Lorlage über die Golbkreditbank und vielleicht die Ausgabe von Silbergeld. Mit dem Schluß der Beratungen wird für Ende der nächsten Woche gerechnet. Bon den Parteien ist verlangt worden, daß die Regierung über ihre Pläne Auskunft gibt. Hitler, der Besessene. Und seine ebenso verzückten Bewunderer. Der„ völkische Freiheits" drang artet zu einer allgemeinen Geistesfrankheit aus. In der„ Medlenburgischen Warte", der völki fchen Posaune im Obotritenlande, finden wir aus der Feder eines ficheren Karrarsch vom Hitler- Prozeß eine Stimmungsmalerei, bie direkt an die Heiligen vom Jüngsten Tag" erinnert. So steht dort zu lesen: Ich habe gebebt vor But. Der Prozeß beginnt Hitler wird sprechen. Und du sollst diese Rede nicht hören, die eine feiner föniglichsten sein wird. Die eine Schlacht sein wird, furchtbar für den, den sie angreift. Die ein Hammer sein wird, tödlich für den, den sie niederschlägt. Vielleicht... fann ich nicht Größeres fagen, als das ErIcbnis mit einem, der sie erieben durfte. Ich sprach ihn am Abend vorher. Er fagte:„ Morgen spricht Hitler." Ich: Und ein Jammer, daß ich das nicht hören fann. Er: Was wollen Sie. Diefen erallierten, phantastischen Affen." Nach der Rede traf ich ihn wieder. Feierli teit lag Feierlichkeit auf seinem Geficht, als hätte seine Geele ein hoch " 1 amt gehalten. ... Ich fragte:„ Nun?" " Er... stodend.. wie scheu...:„ Es ist... ein Besessener. Diefer... Hitler ist ein... begnadet Beseffener. Wenn er spricht, steht er an seiner Seite der große Geist. So müssen die großen Redner der Antike gewesen sein, aber wo finden wir folche Redner in der Antife. Spricht er, türmt sich Ewigkeit. Will er, bricht eine Belt zusammen." „ Ich er sprach ganz leise, als schämte er sich...„ Ich traf ihn nachher auf dem Korridor. Meinen Hut habe ich ihn ziehen müssen. Nicht wahr, das ist großartig! Stilvoll! Kurz: Beseffen! Alle Bewunderer der großen Apostel find nichts vor diesen großen Geistern, ie neben Hitler stehen, wenn er spricht. Schade nur, daß der Befene sich bisher aus Bayern nicht herausgetraut hat. Es märe en Berlinern dech sicher auch eine Freude, den Besessenen tennen u lernen. Um so mehr, als der große Prophet Häußer, der die Berliner so lange zum Narren hielt, seit einiger Zeit verschwunden st. Hitler und Häußer zusammen das müßte ein netics Zweigespann geben! Die feindlichen Brüder. Völkische und Deutschnationale im Streit. Aus Mecklenburg wird uns gefchrieben: sid In Med'enburg- Schwerin erlebt die politische und soziale eft on nach den Landtagswahlen eine Enttäuschung nach der an Seren Die Deutschvöllischen, die man väterlich förderte, erweisen sich als durchaus unfügsam. Schon im Wahlkampf mußte man von Dieser Seite allerlei schlucken und es mit ernster Miene anhören, daß die Deutschnationale Partei als jittlich perfom. men" und„ degeneriert und als eine Gesellschaft die mit allen Mitteln wieder an die Futtertrippe tommen wolle, bezeichnet wurde. Klein- Verbrecher". faum achtzehnjährige G., Deutschöfter. reicher, aus einem Gebiete stammend, das jetzt zu Polen gehört, hat ohne Erlaubnis die tschechoslowakische Grenze vor einem Jahr überschritten. Seitdem hat er friedlich hier gelebt, bis ein Zufall ihn auf einem Bahnhof in die Hände eines Beamten gespielt hat. Er ist elternlos, Deutscher. Er muß aber bestraft werden wegen Grenzüberschreitung und über die Grenze abgeschoben werden, obgleich er in Polen niemanden hat. Eine Geldstrafe ist ausgeschlossen, weil er Bein Geld hat, Bewährungsfrist fann ihm nicht gewährt werden, weil er ins Ausland muß. Man merft's dem Richter wohl an, es wird ihm nicht leicht, den Jungen mit zwei Tage Shaft zu bedenken; es muß aber sein, das Gefeß fordert es. Gibt's denn wirklich keine Gibt's denn wirklich feine Möglichkeit, einen Menschen, zumal einen Deutschen, der in Deutschland bleiben will, wenn er auch die Grenze eigenmächtig überschritten hat, durch Fühlungnahme mit den in Frage kommenden Instanzen in Deutschland zu belassen? * Eben erst aus der Strafanstalt entlassen, versucht ber mehrmals vorbestrafte F. die Fürsorgestelle für Haftentlaffene ausfindig zu machen. Findet aber feine. Uebernachtet dann im Asyl für Obdachlose. Das Gefängnis hat ihn an Sauberkeit gewöhnt -die ja auch nicht von geringer sozialer Bedeutung ist, er will nicht wie ein Stüd Vieh" im Asyl schlafen( der Borsitzende rügt diesen Ausdrud; er fennt wohl nicht die Berhältniffe dort). Da übernachtet er mit seinem Freunde in einer fremden Laube, tocht sich am nächsten Morgen auf dem Gastocher seinen Kaffee, nimmt am Abend noch einen dritten unbestraften zugereisten Obdachlosen mit, den er zufällig auf dem Bahnhof kennen lernt, und alle drei fochen sich am nächsten Morgen gemeinsam wieder ihren Kaffee. Da werden sie vom Laubeninhaber überrascht und gestellt. Die Anflage lautet auf schweren Diebstahl. Der Antrag des Staatsanwalts nur auf leichten: das Gas zum Kaffeekochen ist gestohlen worden. Drei Monate Gefängnis erhalten die ersten beiden Borbestraften und widersprechen dem Urteil nicht, einen Tag Gefängnis der dritte, Benn die beiden das Gefängnis verlassen werden, wird es schon Sommer sein, und sie werden nicht mehr fremde Lauben aufsuchen müssen. Die Ent. laffenenfürsorge wird aber nach wie vor fehlen. Der 24jährige Arbeiter N. ist als Sechzehnjähriger freiwillig in den Krieg gegangen, ist verschüttet worden, hat eine Verwundung am Kopfe davongetragen. Seitdem leidet er an epileptischen Anfällen, war auch in Dalldorf, ist offensichtlich schwachsinnig. Die Anklage lautet auf Unterschlagung eines kleinen Leiberwagens und auf Diebstahl eines zweiten. Er ist auch vorbestraft. Der Vater traut ihm, wie er ihn als verdorbenen Sohn tennt", den Diebstahl zu, dagegen sagt er nichts von seiner Kranf heit. Neun Monate Gefängnis, die der Staatsanwalt beantragt, sind ihm zu„ ville", vier Monate dagegen, die er erhält, nimmt er gern an. Und wenn er aus dem Gefängnis befreit ist, stiehlt er wohl wieder, denn wer nimmt sich des Schwachsinnigen an. T Politik und Geschäft. Der Honorarsfandal des Herrn Hallensleben. Die Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion nach der standa föfen Hpnorarforderung des Dolfsparteiichen Stadtverordneten Justizrat Hallensleben, der für die Beurkundung des Protokolls einer Gesellschaferversammlung der Gaswerte A- G ein Honorar Respon nicht weniger als 324000 Goldmart zu liqui dieren verfudyte und erst, als er auf Widerstand stieß. auf netenversammlung allgemeines Auffehen. Die Entrüstung, die die 20 000 Mart herunterging, erregte in der gestrigen Stadtverord offiziellen Führer der Volkspartei, der urbane Herr v. Eynern und der nervöse Herr Dr. Caspari zu martieren beliebten, fonnte natürich feinen Augenblick darüber hinwegtäuschen, daß die Anfrage den Finger in eine peinliche Wunde legle. Wir wollen gar nicht unterfuchen, ob nach der Gebührenordnung die Honorarforderung von 324 000 m. richtig errechnet ist oder nicht. Gut bewanderte Juristen im Magistrat bestreiten das ganz entschieden. Das Unerhörte liegt das Unerhörte liegt darin, daß ein Stadtverordneter, der noch dazu an der Umwandlung der Werte in eine Atiengesellschaft außer ordentlich beteiligt war und auf sie hingewirkt hat, nicht im gleichen Augenblick dem Magiftrat oder den Berliner Gaswerten erklärt, daß er auf eine solche Forderung, selbst wenn sie formell zu recht besteht, selbstverständlich verzichten wird. Auch die Kampfesstimmung der Bölfischen gegen das kapital und ihr Eintreten für den Achtstundentag ftimmte schr bedenklich. Immerhin g'aubte man bei den Deutsch nationa'en und bei den Stinnes- Leuten, daß es sich dabei um Aus wüchse des Wahlkampfes handele und war nach dem großen Wahl erfolg der Völkischen am 17. Februar fofort bereit, mit den unge bärdigen Neulingen ein Bündnis zur Bildung einer Regie rung abzuschließen. Aber dieser Versuch ist von den Deutsch röllischen vereitelt worden. Sie begnügten sich auch hier wieder nicht allein damit, glatt nein zu sagen, sondern fie pfefferten diese Bille auch noch nach Kräften zum Gaudium der unbetei. ligten Buscheuer. | Silbermann ist, der in der Wiener Str. 21 wohate und von dem erbeuteten Gelde auf großem Fuße lehte. Als man ihm aber festnehmen wollte, war er bereits verschwunden. Kein deutschnationaler Monopolbranntwein! Wenn Haß sich gar zu giftig äußert, streift er das Gebiet ungewollter Komit. So ging es nach der Revolution einem sich als deutschnational empfehlenden Juwelier in der Potsdamer Straße, der lange Zeit fein Schaufenster mit wutschnaubenden Plakaten zierte und dadurch zur Erheiterung eines geehrten Publikums beitrug. So wird es auch dem deutschnationalen Inhaber des Lebensmittelgeschäftes Firma Felix Junter in der Königgräger fanischen Staat in seinem Geschäftsbetrieb zur Schau zu tragen. Straße gehen, wenn er fortfährt, seinen Haß gegen den republiEinem Herrn, der bei ihm Monopolbranntwein faufen wollte, gab er die paßige Antwort: Für die rote Regierung, die wir haben, verkaufe ich feine Erzeugniffe." Daß er die Regierung heute noch für ,, rot" hält, läßt auf einen sehr schwach entwidelten Farbenfinn schließen. Als ihm bedeutet wurde, daß man tein Verlangen nach seiner politischen Weisheit habe und er feine unmaßgebliche Meinung für sich behalten möge, schrie er: Ich bin deutschnational und alles andere ist mir egal!" Bielleicht könnte dieser Deutschnationale in seinem Geschäft das Verhältnis zwischen Verkäufer und Käufer noch inniger gestalten. Er follte von jedem Besucher seines Ladens die Vorweifung eines Mitgliedsbuches der deutschnationalen Partei fordern. Das wird ihm doch gewiß nicht egal" fein. Cin Sittenbild aus dem Berliner Nachtleben. Ausschluß der Oeffentlichkeit. In das Milieu der Berliner Lebenpelt sollte ein aufsehenerregender Zuhälterei- und Betrugsprozeß hineinleuchten, der heute vor der 1. Strafkommer des Landgerichts III unter dem Vorfiz von Landgerichtsdirektor Brennhausen seinen Anfang nimmt. Angeklagt find der Kaufmann Ernst Niemann und die Bardame Gertrud Ehrenbaum, die beschuldigt wird, einen Betrug an einen Großindustriellen, der mit ihr fünf Jahre lang Beziehungen unterhielt, derübt zu haben. Das Objekt des Betruges belief sich auf 5000 Echweizer Franken, ein Brillantfollier und einen wertvollen Brillant ring. Niemann wird schwere 3uhälterei vorgeworfen, indem er den Beschützer der Ehrenbaum gespielt und sie durch Schläge und Drohungen zur Ausübung ihres Gewerbes angehalten haben soll. Niemann lebte auf sehr großem Fuß. Die teuersten Schneider wurden von ihm beschäftigt. Er machte Reisen zum Wintersport und in die Seebäder und Kurorte der eleganten Welt. Sein ganzes Auftreten war großzügig zugeschnitten. Der Kavalier fuhr nur Auto, hielt sich auch eine eigene Jacht. Daneben aber, und das ist bezeich nend für sein Doppelleben, war er auch ständiger Gast in Zuhälterfafchemmen. Bei Beginn der Berhandlung wurde die Oeffentlichteit ausgeschlossen. Der Antreg, die Pressevertreter zuzulassen, ist nach vorhergegangenem Gerichtsbeschluß abgelehnt worden. Damit ist die Tradition gebrochen worden, die in den lezten Jahren sich in den Gerichtsfälen eingebürgert hat In allen großen Bro zessen der letzten Zeit, wie dem Prozeß des Ingenieurs Franz, des Mädchenhändlers 3wahn, dem Giftmordprozeß Klein- Nebbe, wie im eben erst erlediglen. Brozek Friedmann- Hoffmann hatte die Presse trog Ausschlusses der Deffentlichkeit Zutritt und ist für ihr Verhalten Don feiner Seite gerügt worden. Die im eben vor sich gehenden Buhältertum und Kuppelei sind Krebsschäden. die in den verschiedenen Prozeß behandelten Themen sind von größtem öffentlichen Interesse: Schichten der Bevölkerung in verschiedenen Formen sich breitmachen. In diese Sittenverhältnisse hineinzuleuchten und so vielleicht zur Reinigung der Atmosphäre beizutragen, wäre sowohl Aufgabe des Gerichts wie der Bresse. Der Ausschluß der Deffentlichkeit hat nun diese Möglichkeit unterbunden. ,, Orig nal- französischer Kognak. Thai A Wie der Untersuchungsrichter beim Landgericht in Dresden dem Schuhverbande der Spirituosen Industrie E. B Berlin- Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 23, mitteilt, ist auf Antrag der Dresdener Staatsanwaltschaft der Weinhändler Anton Rauf in Dresden, Schillerstr. 18, verhaftet worden, unter gleich zeitiger Eröffnung der Boruntersuchung wegen Betruges, weil er bekannten Firmen Brunier, Martell u. Co., Bisquit, Dubouché u. Co. und Moyet u. Co. verkauft hat. Die Angebote find in tausenden Exemplaren innerhalb ganz Deutschlands von Rausch zur Bersendung gebracht werden. Es muß leider festgestellt werden, daß bei der großen Vorliebe eines oroßen Teiles des deutschen Publifums für ausländische Erzeugnisse die Geschädigten nach Hunderten zählen. Nach dem Ergebnis der bisherigen Untersuchung durch Sachverständige wird es sich um den größten Schwindelprozeß han,, Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Bostauflage bet. Eine Ausstellung Fortschritt im Haushalt", die der Charlotten burger Hausfrouenverein verarstaltet, ist gestern in Charlotten burg in den Festräumen des Rothauses eröffnet worden. Sie will Neuerungen zeigen, die für die Hauswirtschaft auf den Gebieten der Technik, der Chemie und des Kunstgewerbes geschaffen worden sind. Die Abteilungen für Technik und für Chemie bieten nicht viel. hier man sieht man unter anderem Sparöfen, Gastocher. Konfer vierungsapparate, maschinelle Borrichtungen für die Küche, wasch echte Farben, Mottenvertilgungsmittel und ähnliches. Die kunstgewerbliche Abteilung ist reich an Erzeugnissen des Frauenfleißes. An der Ausstellung beteiligen sich auch die Mädchenfortbildungsfchulen mit Proben ihrer Koch- und Badkunst, die Frauenschule mit Kranfenfost, der Charlottenburger Berein Jugendheim mit Schüle rinnenarbeiten. Die Ausstellung ist bis 9. März täglich von 10-1 und von 3-6 Uhr geöffnet. Das Eintrittsgeld beträgt für Nichtmitglieder 50 Pf.( für Mitglieder 20 Pf.). Die Sache wird noch durch einen anderen Umstand besonders vifant. Die Gesellschafterversammlung ist am 29. Dezember protofolliert worden. Am 2 Januar trat eine neue Notariatsgebührendeln, der je in der Spirituofenbranche vorgekommen ist. ordnung in Kraft. Nach dieser Gebührenordnung hätte die Liquidation fich( unter der Zugrundelegung einer gleichen Höhe des Objefts) von 324 000 Goldmart auf 19 000 Goldmart ermäßigt. Hallensleben Eine der Bedingungen, unter denen die Deutschpötifchen sich iſt als Mitglied des Staatsrates felbstverständlich über das Infraft geneigt zegen wollten, einer Regierung der Deutschnationalen und treten dieser neuen Gebührenordnun durchaus unterrichtet gewesen. der Stinnes- Leute wohlwollende Neutralität zu ge- Lag es nicht nahe, daß er als S'adtverordneter den Magiftrat auf währen, war die, daß alle Fremdstämmigen aus den Re- diese wichtige Aenderung aufmerksam machte? Die Entrüftung gierungsstellen entfernt werden sollten. Nun ist es bekannt, daß einiger volfsparteilicher Führer. die übrigens von zahlreichen Mitin Mecklenburg fein einziger Fremstämmiger" in einer gliedern der volksparteilichen Rathausfrattion feineswegs geteilt Regierungsstelle ist als ein Ministerialrat Schlesinger und wird, ist vollkommen hinfällig. Es gibt Dinge, die man einfach nicht dieser ist nun ausgerechnet stramm deutschnational! machen kann, auch wenn sie formell vielleicht mörlich find. Für die Sinnorierung eines Vertrages ciner städtischen Gesellschaft fommt für Für den Spott brauchen die Deutschnationalen natürlich nicht zu einen Stadtverordneten ein anderer Ehrentoder in Betracht, als forgen und die Deutschvölkischen haben wieder ein gutes Agitations- ter, der durch die Gebührenordnung der Notare vorgeschrieben ist. mittel gegen die Deutschnationalen mehr. Herr Dr. Caspari und andere voffsparteiliche Häupter mögen viel Nun temmt aber für die Deutschnationalen neues Bech. Sie leicht im enreren Kreife ihrer Berufskollegen eine solche standalöfe heben im Wah tampf bekanntlich eine„ Deutschvölkische Arbeitsge- Honorarforderung rech fertigen. Die Bevölkerung wird niemals ver meinschaft" genründet, mit der sie hofften, die Abwanderung von ftehen, daß es einmandfrei sein soll. wenn einer ihrer Bertreter fein deutschnationalen Stimmen, namentlich unter den national den Beziehungen zur Stadt zu derartigen Geschäften auszunuzen imfenden" Gutsbeamten und Landarbeitern zu verhindern. Zur De stande ift. die ihn durch seine bloße Unterschrift für sein ganzes Leben foration wurden einige abtrünnige und unzufriedene Deutschvöl. zum steirreichen Mann machen. Die volksparteiſtchen Führer glaubten in vollkommener Bertennung ihrer Situation fagen zu fische gefunden, die als Firmenschild benutzt wurden. Die Deutsch- non, dok die Deffent ichkeit die Anfrage der Sozialdemokraten als Dölflichen bezeichneten dies als einen großen Wahlschwindel, und sie mögen damit nicht ganz unrecht gehabt haben. Um nach außen hin eine wirkungsvolle Aufmachung zu präsentieren, wurde die deutschnationale Lifte als eine Einheitsliste der Deutschnatio. nalen Partei und der Völkischen Arbeitsgemeinschaft" bezeichnet. Nun tommt aber das dicke Ende. Diele„ völkische Arbeits. gemeinschaft", diese Tochtergesellschaft der Deutschnationalen, erklärt auf einmal, mit den Deutschnational en nicht mehr in eine gemeinsame Frattion gehen zu wollen, sondern eine eigene Fraktion zu bilden. Damit ist natürlich die Situation im Mecklenburg- Schweriner Landtag noch erheblich ver wickelter geworden, da die Fraktion der„ Bölkischen Arbeitsgemein. schaft", vorausgesetzt, daß der Riß nicht zu verkleistern ist, mit vier Mann die Zahl der Bölkischen von 13 auf 17 steigern und die der Deutschnationalen von 19 auf 15 vermindern würde. 12 Die Brüder strelten sich und die Wähler, die eine Bende er. hofften, sehen nur eine fagbalgende Gesellschaft. Direkter deutfch- ruffischer Güterverkehr. Der russische Eisenbahn fachverständige Swertschtow ist, wie Ost- Expreß melbet, von der Sowjetregierung zu Berhandlungen über die Einrichtung eires di reften Güterverkehrs zwischen Rußland und Deutschland nach Berlin entfandt worden. einen übelangebrachten persönlichen Angriff empfinden werde. Das Gefchrei in der ganzen Berliner Bresse möchten wir sehen, wenn ein sozialdemokratischer Notar und Stadtverordneter nach Hallenslebens Muster achandelt hätte Der Scheiterhaufen fönnte nicht groß genug sein, auf dem diefer Sozialdemokrat und mit ihm die ganze Partei verbrannt würde. Sechs fremde Säufer verkauft. Ein Grundstücksschwindler. dem es in furzer Zeit gelungen ist, fechs Beriner Höuser zu verkaufen, von denen ihm auch nicht ein Stein gehörte, wird von der Kriminalpolizei gesucht. Bei verschiedenen Vermittlern erschien ein sehr sicher auftretender junger Menn mit dem Auftrage, ihm Käufer für hiesige Hausgrundstücke nachzuweilen. Die Bermittler taten das gern, und in sechs Fällen, soweit bisher festgestellt ist, kam auch das Geschäft zustande. Der Berkäufer wies fich mit Urkunden über feine Berion und die Grundftüde als Eigentümer oder auch els Bevollmächtigter so gut aus, daß die Notare feinen Verdacht schöpfen fonnten. Die Verträne wurden abrefchloffen, die vereinbarten Anzahlungen oder auch der ganze Kaufpreis wurden fofort ausgehändigt. Erst bei der Regelung des Grundbuches stellte sich heraus, daß der Verkäufer ein Schwindler war und alle seine Urfunden gefälscht hatte Die Krimina polizei ermittelte, daß der Gauner ein 25 Jahre alter, aus Suzezewa in der Bukowina gebürtiger Kaufmann Norbert Ein ungetreuer Kaffenbote. Mit 30 000 Godmart ist ein 22 Jahre alter Kaffenbote Mar Denath durchbrant, ber bei feinen Eltern in der Mohstr. 39 wohnte und bei einer Aftiengesellschaft in der Schadowstraße angestellt war. Es wird vermutet, daß er in schlechte Gesellschaft geraten ist. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nach allen Richtungen aufgenommen. Auf die Er greifung des Flüchtigen und die Wiederbeschaffung des Geldes ist eine Belohnung ausgesetzt. Eine verschwundene Injel. Aus Rangoon wird gemeldet, daß eine vulkanische Insel, die im vergangenen November in der bengalischen Bucht aus der Meerestiefe auftauchte, plöts lich wieder versunten ist. Groß- Berliner Parteinachrichten. 25. Abt. Wegen Abhaltung des Bezirtstages findet die für Sonnabend einberufene Funktionärßigung erft Montag abend statt. 95. Abt. Reutään. Die für Sonnabend gemelbete Funktionärsihung findet erst Sontag abend 6 Uhr bei Grieger. Leffingstr. 9, ftatt. 98. Abt. Big- Budow. Infolge des Bezirfstages findet die Funkt onärsigung erst am Sonntag, früh 10 Uhr, beim Gen. Regel ftatt. 119. Abt. Lichtenberg. Die für heute. Freitag, einberufene Funktionärfonferens muß wegen der Kreisvorstandssigung ausfallen. 121. Abt. Rarlshorst. Die für heute, Freitag, einberufene Abteilungsvorstandssigung muß wegen der Kreisvorstandssihung ausfallen. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. Die Funktionärligung fält aus Die Bezirfsführen werden gebeten, zu der am Mittwoch, 12 Marz, stattfindenden Mitglieder versammlung einzuladen. Tagesordnung: Bericht vom Bezirtstag. Gewerkschaftsbewegung Der Machtkampf auf den Werften. Aus Wilhelmshaven wird uns berichtet: Bleibt die verflucht ernste Frage: Wie lange will der Staat den Scharfmachern freien Spielraum laffen? Und was fagen die staatlichen Bertreter in den obersten auffidtszentren der Deutschen Werte zu der reaktionären Führerrolle die die Dir ftoren der Werte in diefem fchlimmen Bon der deutschen Oeffentlichkeit nur sehr wenig beachtet, spielt Wirtschaftstampfe haben? Will man den Kampf fich bis zum Weiß fich feit fast einer Woche auf den meisten der Seeschiffswerften der bluten austoben lassen, will man die unter.rnah.ten, flechtbezahl Nord- und Ostsee ein erbitterter und umfangreicher Kampf gegen ten Arbeiter durch ganz unzeitgemäße Herrenmilltür auf die knie die Berlängerung der Arbeitszett ab. Die in viclen zwingen und zu bumpfen Berzweiflungsaften treiben lassen? Oder anderen Betrieben im Westen und in Mitteldeutschland sind auch will man nicht lieber fchicunigst Verhandlungen herbeiführen! bie Unternehmer im Schiffbau dazu übergegangen, die gegenwärtige Nicht übersehen sei, daß die staatlichen Schlichtungs Arbe.tszeit ab- oxr beirt: ausqueuen und die ber Wortriegszeit instanzen an der trostlosen Entwicklung diefer Dinge ein fehr mieder einzuführen. Wus fhr neheli genten Gründen widerfchen gehärft Teil Slb haben. Sie haben erft cinn Schieds. fich die Arbeiter diesen Plänen, worauf die Inhaber der Werft fpruch gefällt und für verbindlich erklärt, an den sich die Unterbetriebe in fehr rabat urt zur us, perrung griffen. r rehmer teinen Pfijjerling thrter. Trog die er diretten Ber. fich nicht bereit ertlärte, täglich eine Stunde mehr zu arbeiten, ber höhnung und offenfundigen Brüstierung der staatli. mußte fein Arbeitsgerät abgeben und erhielt als Zeichen fristchen Rechtsinstanz fällte dann diese gleiche Instanz lofer Entlassung die Papiere ausgehändigt. einen Siebsspruch, der unter Verkennung der Arbeitszeit. verordnung dieselben diktaturfüfternen Unternehmer in ihrem arbeiterfeindlichen Tun unterstügt. Gleichzeitig mit der Niederfnüprelurg der fozialen Moral erleitet also auch das Rechtsgefühl innerhalb der betroffenen Arbeiterschaft und darüber hinaus eine fchwere Diskreditierung. Und das in den Kreisen aller Gewerf. ichaftsrichtung.n. Besonders bemerkenswert ist dabei, daß die Betriebe der teilmeile mit Staatsgeldern arbeitenden Deutschen Werte in Kiel mie in Rüstringen- Wilhelmshaven mit geradezu vorbildlicher Brutalität porangingen. In den Jade städten ( Rüftringen- Wilhelmshaven) märe es beispielsweise überhaupt zu feiner Aussperrung gefommen, wenn hierzu richt die Leitung der Deutschen Werte das Signal gegeben hätte. Diefer Betricb, der sich am Dienstag der Aussperrungsbewegung in Bremen, Riel, Hamburg, Rostod, Flensburg, Stettin an fchloß. hat noch unlängit erflärt. Daß Aufträge rb a'lo Ar. beitsgelegenheit nur in fnappem, unzulänglichem Maße Dotluge ustuneriger Larf er als erer in den Jadeädten feine Arbeiter auf die Straße. Einen Tag vorher hatte er bereits ben Betriebsrat entlaffen, weil diefer angeblich eine Haltung eingenommen hat, die die Rechte der Arbeiter und nicht die des Betriebes ver'rete. Man begründet diese Methode mit einer angeblichen nichtkonturrenzähigkeit gegenüber dem Auslande. Dabei tommen, beispielsweise auf dem Gebiete der Abwradindustrie, noch immer große Aufträge nach deutschen Häfen. Eben weil bei berart niedrige Löhne bezahlt werden, daß Deutschland am billigsten arbeitet All dieses geht auf Kosten und Knochen des deutschen Arbeiters. Wie wenig die obigen Borwände fiimmen, das zeigt auch die Tatsache, daß in den Jabeftädten eine Anzahl fleinerer Werften an der ganz unzeitgemäßen Machtprobe des Deutschwerts sich nicht beteiligt haben und ihre Arbeiterschaft weiterhin zu den alten Be dingungen befchäftigen. uns Die Lage der Arbeiterschaft ist äußerst traurig. Seit Ende Oftober erhalten die Werfthandwerfer einen Lohn von 26 bis 35 Pfennigen die Stunde, gegenüber einem Frieden verdien pon 65 bis 75 Bfennigen! Froß dem ein für verbindlich erklärter Schiedsspruch vor liegt, nach dem bereits ab 2. Januar für gelernte Arbeiter ein Lohn von 39 bis 41 fenniger zu zahlen ist haben die Werften selbst diesen noch vollständig unzureichenden Lohn bisher nicht ausgezahlt! Auch nicht, nachdem das Hamburger Landgericht durch einen Urteilspruch sie dazu ver pflichtete. Die Werftarbeiter sollen mit der Hungerpeiffche mürbe gemacht werden. Die Arbeiterschaft kann diese Geduldsprcben nicht ruhig über sich ergehen lassen, wenn sie wieder leidlich lebersfähig und kauf. traftin merken wiff. Sie muk fich mohl oder übel- leider in einer Zeit der politischen und wirtschaftlichen Ungunft gegen ein folch.s hi abi of n in einen cororganisatorija, en Pauperismus zur Wehrehen. Der mit den Dingen weniger Vertraute wird geneigt sein, die Berlängerung ber täglichen Arbeitszeit nicht als so folgenfchwer für Die Arbeiter der Weibetriebe anzusehen. Gegenüber folden An fchauungen fei darauf verwiesen, daß die Werften fast immer sehr abgelegen liegen. Ein stundenlanger Weg tommt häufig in Frage. Die Arbeitszeit wird also dadurch schon um eine sehr erheb fiche Zeitspanne täglich verlängert. Um ein, zwei und mehr Stunden, an deren Bezahlung tein Mensch denkt, ganz abgesehen von dem Fahrgeld. In den obengenannten Orten stehen gegenwärtig insgesamt rund 50 000 Arbeiter außerhalb der Betriebe. Unter biefcn Zustand leiben schwer die durch die Aussperrung Betroffenen, leidet, wie schon dargelegt, die Geschäftswelt, für deren Waren sich feine Räufer finden; barunter leidet aber auch die in langer Zeit in Deutschland müh'am ante baute und auftemhe octommene Sozial moral und leidet nicht zuletzt das im Aufblühen begriffene Staats. gefühl der deutschen Arbeiterschaft. Wenn solche Dinge möglich find wenn foldermaßen das freie Spiel der Unternehmerfräfte sich im bemokratischen Deutschland unserer Tage ungeniert austoben darf, bann gehen Gefühlserrungenschaften zum Leufel, die soundso viel Ministerreben der lezten Jahre als angeb lich unerläßliche Imponderabilien des neuen Deutschland bezeidh neten. Bemerft fei, daß bie staatliche Marinewerft in Wil helmshaven, die über 5000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, fidh der Aussperrung bisher nicht angeschloffen hat, fondern sich bis zum April abwartend verhalten will. Bureaufihung des Juternationalen Gewerkschaftsbundes. In der Bureaufihung des JGB. am 28. und 29. Februar und 1. März wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: www Dem Anterenationalen Gewerkschaftstonareß. in Wien soll ein Entwurf für neue Sagungen unterbreitet werden; der Text dieses Eagungsentpurfes wurde festgestellt. Jouhaug o Dude geeft wurden bestimmt, mit der Sozialistischen Ar eiter 3nternationale über die weitere Behensiune ter Fragen des Acht stundentages, der internationalen Geiezgebuna uno des Garantievertrages zu verhan Fragen des Achtstundentages, der internationalen beln. Gelegentlich des Internationalen Gewerkschaftstongresses foll nicht, wie bisher, eine Konferenz der internationalen Berufs fefretäre, sondern der internationalen Berufsfe? retoriate einberufen werden, jedoch mit der Einschränkunn. daß fein Sekretariat mehr als drei Bertreter entfenden darf. Für die unmittelbar vor dem Internationalen Gewerkschaftstongreß in Wien anberaumte Inter nationale Arbeiterinnentonferenz wurde die Tanes ordnung festgesetzt. Wegen Schaffung von Rechtsschuß für ausländische Arbeiter soll mit den Landeszentralen in Ber= bindung getreten werden. Auf die Taresordnung des Gewertschaftsfongresses soll noch die Frage der Sozialattachés ge fegt und einem englischen Delenierten die Berichterstattung übertragen werben. Ueber die Verhandlungen der Internationalen Arbeiterinnenfonferenz 1923 in Wien soll ein furzes Protokoll her ausgegeben werden. Bum lettländischen Gewertschofstongreß am 8. und 9. März und zum juacslawischen Gewerkschaftstonoreß am Bum lettländischen Gewertschef stongreß am 27. und 28. April wird Saffenbach entfandt; zum Weltfongreß der Bäcker, der am 23. und 24. Avril in Bern stattfindet. Jouhaur. Das Antwortschreiben des Allruffischen Gewerkschaftsbundes betreffend die Einheitsfront wird zur Kenntnis genommen. Eine Antwort unsererseits soll nicht erteilt werden; die nächste Vorstands= fizung wird sich mit dieser Frage zu beschäftigen haben. Von der Einheitsfront". " In einer Uebersicht über den Arbei'erratkampf in der chemischen Industrie, die die Redaktion der Roten abne" am Donnerstag, den 6. März, gab, find in zwei Abinitten von 23 Beilen folgende Berlen" au finden: " -P Die durch und durch verlumpte Bureautratie des Fabrikarbeiterverbandes".„ Aber diese Burichen, die Reimann und Ben. follen es nicht wagen fönnen". Die Brey und Kontorten". Die reformistiichen Buben"- nämlich die reformistiiden halunten zum Teufel au jagen..., das muß jest erreicht werden." An diefer bilberreichen Echreibe gemessen, war der Arizona Riefer" ein elender Stümper. Allein er batte den Vorzug der Drginalität. In den Augen der aufgeklärten Gewerlicbaftsgenossen aber ist eine solche Kampfesweise von vornherein gerichtet. Jahresversammlung der Hausbesorger. In der überfüllten Mitgliederversammlung des Deutschen Berfehrsbundes, Seftion VII, Havsangestellte, Fahrstuhlführer, Heizer, Bortiers in Geschäfts- und Industriehäusern, Reinemacyefrauen, Bach- und Schließangestellte und Privatwächter, am Mittmodjabend gab der Sektionsleiter Leube den Jahresgeschäftsbericht. In der Befchäfts- und Industriehaus branche wurden im verflossenen Jahre allein 33 Lohnbewegungen geführt. Im a th 4 und Schließgewerbe hat sich erfreulicherweise troß Schlich tungsausschuß der Achtstundentag halten fönnen. Die Sta tistik über die Mitgliederbewegung zeigt, daß die Organisation den alten Mitgliederstand trok Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit erhalten fonnte. Ende 1923 wurden 10822 vollzahlende Mitglieder gezählt. Die Seftion VII stellt somit 16 Proz. der Ges amtmitgliedschaft des Deutschen Berkehrsbundes, Bezirk Berlin. Die Gettion underhält selbständig einen a charbeitsnachweis im Gegensah zu den Bezirksarbeitsnachweisen. Ersterer habe sich Infolge der Krise murde im September vorigen gut bewährt. Jahres das Erscheinen der Fachorgane eingestellt. Der Verbandsvor and hat die Absicht, die Fachorgane wieder herauszugeben. Gettionsleitung im vergangenen Jahre an und betonten ihr Ver Alle Distuffionsredner ertannten die schwierige Arbeit der trauen zur gegenwärtigen Führung Einstimmig wurde Genosse Geube as 1. Sattionsleiter widergewählt. Auch die übrigen Bahien zur Settions, Reichsgruppen und Bezirksicitung gingen glatt vonstatten. Alle Gewählten find BEPD.- Genossen. Englische Lohnkämpfe. Die Beratungen zwischen den englischen Grubenarbeitern und den Grubenbesigern haben noch zu feiner Einigung geführt. In Carlisle fand eine Beratung zwischen den Vertretern der Belegfchaften der Werften von Southampton und den Arbeitgebern statt. Die legteren erfiärten, auf feinen Fall auf die geforderte Bohnerhöhung von 10 Schilling pro Woche einzugehen. Die Arbeiter haben darauf beschlossen, eine Delegiertenversammlung aller Schiffs baugewertschaften einzuberufen. Ale Sport. Der Stand des 12. Sechstagerennens. Krupkat- Huschte führen. Das flotte Tempo, daß bei Beginn des Rennens einseßte, hielt Bon 11 bis 12 Uhr nadis werden die er en auch weiler an. Brämien ausgefahren. Gleich nachdem wagt Bauer einen Bor fioß, der aber bald eine Erledigung durch Moestops gefunden hat. $ gen schlechter Ablösung erhält die Mannsdoft Storm Bletemolen eine Verwarnung. Die erste Stunde( 10 bis 11 Uhr) brachte das gute Tempo von 41,950 Kilometer und wurde in der zweiten Stunde auf 42.230 Kilometer verbessert. Dann flaut die Geschwindigkeit etwas ab. Langsam rüdt die 2- Uhr- Nachtwertung, die erste des Abends, näher. Um 2 Uhr find 164,340 Kilometer zurüdgelegt. 10 Runden vor Wertungsbeginn führt Bassen. bie Spize an Rütt übergibt. Schneidig greift Sa wall an u heim. Bri Wertungsbeginn feat Moestops born. der bet sich„ Emit sichergestellt. Der Italiener Oliveri blegt t wird von Lewanom heftig bedrängt. Den ersten Spurt zweiten Play. Krupfat und Eawall folgen. Beim zweiten Spur zeigt van Net fein Können und behält bis zum Biel den ersten Play ver Rütt, Techmer und Lewanow. Passenheim hat eine ganze Weile die Spize beim dritten Spurt. Lorenz rückt träftig vor und Pafferheim ist für den Spurt erledigt. Hirter Lorenz folgen Bauer. Kruplet und Earall. Der vierte Epurt wird an fangs vem flinten Rizetto geführt. Tonant will angreifen durchs Biel ocht. Die nächsten sind Schrage, Huschte und Techmer. und wird fofort von Saldo w bedrärgt, der dann auch als Sieger Rrupfat liegt bei Beginn des fünften Spurts vorn. Hahn ist munter geworden und greift ergebnislos an. Der Amerikaner Taylor hat diesen Moment richtig erfannt und geht mit guter Technik als erster durch Ziel. 3weiter wird Kruptat. Hahn bescht den britten und Lewanow den vierten Big. Der fechte und lehte Spurt bringt weiter feine interessanten Momente. Rütt wird hier eingeschlossen und muß sich mit den vierten Plaz begnügen. Die holländischen Farben, getragen von van Net, sind diesmal sieg= reich. Huschte und Tecmer folgen. Der Stand des Rennens rach ter 2- hr- Pahtmertung ist runmehr der folgende: 1. Kruptat- Huschte 12 B., 2. van NetMocstops 10 P., 3. Rütt- Lewanom 10 P., 4. Loren- Techmer 10 Bunte. Bis zur 5. Stunde( 3 Uhr nadyis) waren 204,390 Kilo. meter zurüd gelegi Die heutigen Vormittagsstunden brachten im Durch. schmitt ein Stundenkilometerergebnis von 28 bis 30. Das fotte Tempo hält weiter an. Heute morgen um 7 Uhr waren 350,180 Kilometer, um 9 Uhr 404,590 Kilometer und um 11 1hr 461 Kilo. meter zurüdgelegt. Ueberrundungen sind bisher nicht zu verzeichnen. Geschäftliche Mitteilungen. Das Kaufhaus Tempelhof eröffnet am 8. b Mts. feine Frühjahrsausfellung. In Damen und Rindertonfeition und Bug fomie in leiderstoffen bringt es bas Neueste und Modernste zu billigsten Preisen zum Bertauf. Wir verweisen auf bas heutige Inferat. Berantwortlich für Politik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: F. Ekkorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lofales und Sonstiges: Frip Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbryderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin S. 68., Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Leineweber Berlin C, Köllnifcher Fifchmarkt 4-6 Täglicher Eingang von Frühjahrsneuheiten stoffe Formen M. von M. M. aus Herren- Sakko- Anzüge gediegene Stoffe in modernen 3600 Herren- Sakko- Anzüge od Nadelstreff, rein Ga 8000 Blaue Sakko- Anzüge Wangara and Cheviot, 770 reine Smoking- Anzüge prime Kammzarna. Molto 1000 Herren- Winter- Ulster Qualitäten. Restbestände. 4200 sehr preiswert O AL 42 Herren- Frühjahrs- Ulster gemusterte Cheviots 46% Herren- Frühjahrs- Ulster die neue Richtung: Gaberdine Whipcord and Cover. 7700 Von M. 40 7 coatstoffe in elegantester Ausführung VOD in gefällig Formen v. 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Trosdem darf man sie darauf aufmerksam machen, daß die russische Genossenschaftsbewegung unter ganz eigenartigen, besonderen Bedingungen ar. beitet und daß sie ihr wunderbares Wachstum gerade diesen Ursachen und nicht etwa der grundsäglichen Brocrammänderung vers dankt. Nach der Revolution war die ganze fapitalistische Organi. fation zu Boden geworfen, und die Genossenschaftsbewegung fah vor fich das Terrain als Niemands and liegen, wie man von der Zone fagte, die im Strieg unter Heuer lag. Sie brauchte nur Befiz davon hervor. Es sieht aus, als ob alte gefällte Stämme noch fümmerliche zu ergreifen. Heute wagt sich der private Handel faum hier und da Schößlinge treiben. Es würde also vollkommen töricht für die Genossenschaften anderer Länder sein, sich fünftig nach dem Borbide von Moskau richten zu wollen." mefens ist von großer Wichtigkeit gegenüber manchen. Bestrebungen, Das Urteil des franzöfifchen Theoreliters des Genossenschafts. auch die deutschen Genossenschaften einseitigen Einfüffen zu unterwerfen und sie so ihren wirklichen Zwed zu en'fremden. Devisenerlaubnis entzogen! 9 Der Devisentommissar hat den Banffirmen Klee. berg u. Weinberg, Re: münler und Landauer Nachf., Berlin, Monbijoup az 5, die Ermächtigung zum Handeln mit ausländischen Zahlungsmitteln wegen Unregelmäßigteiten entzogen, Bielleicht ist man von Der internationale Handel. Idealen der Rochdaler Pioniere entspricht, denjenigen, die so viele andere und auch ich seibst gepredint haben? oh faum. Es gibt in Rußland eine Reihe von Genossenschaften, die bem Rochdaler Typ treu geblieben find. Das sind die sogenann'en frelen Genoffenfajasten", die fich in Opposition zu dem System der Zwangsgenoffenfchaftsbewegung vor einigen Jahren gebildet haben, als die Genossenschaften gewissermaßen von den Sowjets an nettiert wurden, Auch ihre Zahl ist nur klein; die große Mehr zahl der Genoffenfchaften hat nicht das Rochdaler System zugrunde gelegt, denn sie haben den Grundsatz verworfen, dessen Endedung Charles Howarth zu höchstem Ruhme gereichte und dessen Beachtung bie Borausfeßung für die erfolgreiche Entwicklung der Ge. noffenfchaftsbewegung in allen Ländern gewesen ist, nämlich bie Berteilung des Ueberschusses an die Gesellschafter nach Maßgabe der retätigten Einkäufe. Die Mitglieder der russischen Genossenschaften erhalten feine Rüdvergütung, sondern haben nur Anspruch auf 10 Proz. Rabatt. Bielleicht ist man pon dieser klassischen Regel aus Rücksicht auf die Armur der russischen Bevölkerung und wegen des Zwanges abgegangen, die B.rkaufs preise auf ein Minimum zu reduzieren. Bielleicht aber erklärt fich die Abweichung auch daraus, daß man das Gefühl hatte, die Rüd vergütung" jei ein Ueberreft des fapi alistischen Systems wenn das Mitglied auf Rüdvergütung warte, dann bilde sich doch so etwas wie eine Bourgeois- oder Rentieranschauung heraus, die im Widerspruche zu dem ausgesprochenen Ziel der Genossenschaftsbewegung fieht, den Profit überhaupt abzufchaffen. Außerdem trachten die russischen Genossenschaften danach, ausschließlich proletarische Organisationen zu werden. In den auf bem letzten Kongreß in Mostau beschlossenen Richtlinien haben wir gefehen, wie als das möglichst bald zu erreichende Ziel der„ Ausschluß der Nichtarbeiter" bezeichnet wurde. So ist die Genoffenschaft nicht mehr eine Organisation, die allen Ber: brauchern offen steht, sondern eine Klassenorgani= sation. Darin richtet sie sich übrigens nach den Sowjets, die eben falls die Mitgliedschaft und das Bürgerrecht jedem, der aus der Arbeit anderer Mugen zieht", versagt, das heißt also furz, jedem Bourgeois." Gide betont bann weiter bie engen Beziehungen zum Staat und meint, daß, wenn die Funktionen scharf auseinandergelegt würden, der Tag kommen werde, an dem die Sowjets nur die polis tische Gewalt in der Hand hätten und die ganze wirtschaftliche Macht Freitag, 7. März 1924 Nordamerikas und Japans erheblich zurüdgeblieben ist. Diese vier Staaten hatten vor dem Kriege 55,8 Proz. des gesamten Außenhandels der wichtigen Staaten in Händen. Im perficffenen Jahre aber waren es 68,9 Proz. Das Schwergewicht des Welt. handels hat sich also noch mehr nach Uebersee verlegt. Die Reihen. folge der ersten Welthandelsstaaten nach ihrem Uusaß war vor dem Kriege: 1. England, 2. Deutschland, 3. Bereinigte Staaten. 4. Frank. reich, 5. Holland. Heute hat sie sich wie folgt geändert: 1. England, 2. Bereininte Stacten, 3. Frankreich, 4. Deutschland, 5. Japan. Im Jahre 1913 nahm Japan erst die neunte Stelle ein. Der Kampf um die Syndifatspolitik. Die Generalversammlung des Hefeverbanbes hat am Dienstag schluß liegt ein Urteil des Kartellgerichts zugrunde, das die Kündi bie 2 uflösung bes efefynditats beschlossen. Dem Be. gung eines Mitgliedes des Syndikats wegen volkswirtschaftlich nicht zu rechtfertigenden Lieferungsbedingungen als berechtigt anerkennt. Infolge dieses Urteils hatten nun 19 Firmen ihren Austritt ange meldet. Die Auflösung eines ganzen Kariels auf Grund des Kar tellgesetzes steht bis jejt vereinzelt da. Borzellanfabriten gegangen, um die Opposition in feinen Einen anderen Weg ist der Berband der elettrotechnischen Reihen zu befriedigen. Die Syndifatsmitglieder dieses Berbandes Die Reparationsfohlenlieferungen. Jm Monat Februar find, wie uns aus Baris gemeldet wird, aus den deutschen beiegten Bes bieten auf Reparationskonto 961452 Tonnen oble und 443875 Tonnen Stote geliefert worden. Diefe Menge ble bt um etwa 400000 Tonnen hinter dem von der Reparationsfommission auf gestellten Lieferungsplan zurück, der Deutschland eine monatliche ieferung von 1,8 Millionen Tonnen auferlegt. Die Einnahmen der französisch- belgischen fändertasse aus der Kohlensteuer haben in der legten Delade des Monats Febinar 18,4 Millionen Frant betragen. Die Einnahmen aus den Ein- und Ausfuhrlizenzen werden mit rund 1 Million Frank pro Tag beziffert. haben schon seit langem ihre Produkte unter Synbitats* preis verlauft. Das Syndikat hat sich nun entschlossen, dem Wunsch der Fabriken, durch billigere Preise einen größeren Abjay nationalen Handels zur Folge gehabt. Betrachtet man die Außen aus den Syditatsfämpfen ist zu empfehlen und wird sicherlich zur Der Weltfrieg hat einen wesentlichen Rüdgang des inter.au erzielen, entgegenzukommen, indem es die Preisregelung Dorübergehend vollständig freigibt. Dieser Ausweg handelszahlen ron 12 Staaten, die etwa 60 Prog. des Welthandels Senkung des Preisniveaus für Industriefabrikate beitragen. bestreiten, so ergibt sich freilich dem Werte der Waren nach eine wesentliche Steigerung der Umfäße. Im Jahre 1913 betrug der Wert der Einfuhr und Ausfuhr der wichtigen am Welthandel beteiligten Staaten insgesamt 96,7 milliarden Goldmart, im Jahre 1923: 126,8 Milliarden Goldmart. Diese Steigerung des Waren. handels bedeutet aber nicht eine Steigerung der Waren menge im Außenhandel, weil die Preise um mindestens ebensoviel, vermuts lich jedoch noch mehr, gestiegen sind. Die höhere Gelbziffer ist also lediglich der Ausdrud der gesunkenen Koufkraft auch des Goldes. Der deutsche Außenhandel machte 1913 in Aus- und Einfuhr die Summe von 20,9 milliarden Goldmart aus. Er betrug also etwa 17,7 Broz. der oben erwähnten Summe. Im Jahre 1923 war er auf rund 12 Milliarden Goldmark oder auf 8,8 Proz. des Wertes des Außenhandels der wichtigen Länder gefunten. Auf der ganzen Erde gibt es nur einen Staat, dessen Außenhandel noch schwerer be troffen worden ist als der deutscye, dieser Staat ist Holland. Holland hatte vor dem Kriege den bedeutendsten Durchfuhrhandel unter allen Staaten. Der ist durch den Zusammenbruch Deutsch. lands und die Balkanisierung Desterreichs tödlich getroffen worden. Bon besonderem Interesse ist, daß der Außenhandel des fest. ländischen Europas gegenüber dem Englands. Kanadas, Die Seilwirtungen der tü iftlichen Sößen- ebeffert und geheilt werden, wächst ständig. Ich flechte), Bickel, Sauijucken, Furunfel, Frostbeulen usw., bandelt hat. In dem Schriftchen werden nicht nur führe die hauptsächlichsten der in der Druckschrift er Haartrantbeiten und Haarausfall( oft felbft jabre- Die Stantbeiten behandelt, sondern auch die modernen fonne in Berbindung mit den neuesten wonten an: Blutarmut, Bleichiu st, Menstruations- lang bestehende stabtheit), Tuberkulofe, Stofulofe, Apparate beidrieben mit ihren wunderbaren Heilelektro- phyllalischen Sellmethoden. beschwerden. Beschwerden der Wechseljahre und an- Rachitis( englische Krankheit), Herzfrankheiten aller wirtungen. Die Behandlungen sind schmerz und dere Frauenkrankheiten, Magen, Darmstörungen, Art, Aberberfaltung, Rüdenmarksleiden. Brofata gefabrios, und die Wirkungen erfolgen icon nac So lautet der Titel einer fleinen Drudichrift( 8. Auf Fettiunt, Nierenleiden, Blasenleiden. Zuckerfrankertranfungen, Stritturen, Lähmungen, verichiedene furzer Zeit, die au durchaus mäßigen Preisen auslage, verfaßt von F. Kort, dem Leiter des befannten seit, Leverleiden. Gallensteine, Gicht, Neural- Mugen- und Obrentrantheiten. Algemeine Störper- geführt werden können. Am besten bezieht mag fünstl. Höhensonnenbades„ Attis". Es wäre zu gien( Nerv nichmerzen), besonders Ischias, Gesichwäche nach Strankheiten und Operation und in das Schriftben vom fünftlichen Höhenionnenbäs münichen, daß diefes eftmen( es foftet nur 20 B.) leit und Geit btsneuralgien, Reuraftyenie( Nervo folge von Ueberanstrengung. „ Attis", Berlin, Belle- Alliance- 3 La B 6a, gen in teiner Familie fealt. Denn die e Seilmethoden ität), Herzueurole. Schlaflosigkeit, eumatismus. Der Berfaffer verfügt über reidie einene Er- Einsendung von 20 Pf. in Briefmarken, oder bolt erwerben sein immer größeres Feld in der The Serenichuk, Matarrbe, Grippe und ihre Folgen fahrung an etwa zweitaufend Batienten, die er im es fich felbft ab( 10-1 und 4-71). rapie, und die 316l der Krankheiten, die duro fi: ithma. Hautkrankheiten. Flechten( auch Schuppens fünftlichen Söhenionnenbad Altis" mit Erfolg beCarl Krebs. auf den„ Centrosojus" überrehe. Gide zieht folgende Schlüffe:„ Man wird an der hier entworfenen Stizze leicht erkennen, daß das Programm der sozialistischen Genoifenschaftsbewegung, und unsere Kameraden von der Linken, die uns in Frankreich auf jedem Kongres angreifen, meil wir an Kaustei Schöneberg, Hauptstraße 18 gegenüber altem Rathause 2 Beispiele unserer Billigkeit! Sakko- Anzüge homespun zaaenose Sitz gute Verarbeitung. 29 50 Herren- Schlüpter 2500 in modern Uebergangs- Stoffen Re'chhaltines Lage: in: Gabarai.a- Anzügen, Sport- Anzügen, Gabardine- 1aillen- Mäntein, Covertcoat- taietots, Gummi- Mäntein, Hosen, Breeches usw. Berren- u. Damen- Stoffe Altes Kastei Spezialgeschäft in KamelhaarSchlafHei eDeden Ir fotagen St impfen Fries billgft Tagespr. Gebrüder Pilaume Berlin SW. Friedrichstr. 205 Ede Bimmerftr. csonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN im Vorwärts" und trotzdem !! billig!! 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