Abendausgabe Nr. 116 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 58 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt to 7 Goldpfennig 70 Milliarden Sonnabend 8. März 1924 Berlag und Angetgenabteilung, Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Goldkreditbank. Rede Schachts im Haushaltsausschuß des Reichstags. Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde heute vor- Nun laufen die Gedankengänge des Sachverständigenfomitees| lungen mit einem deutschen Banffonforfium fo weit gediehen, mittag die Frage der Goldtreditbank behandelt. felbstverständlich in einer ganz anderen Richtung, als meine Ge- daß grundsäglich Einstimmigkeit darüber besteht, daß weitere Der Borsigende, Dr. Pachnide( Dem.), machte darauf auf- bandengänge gelaufen find. Das Sachverständigenfomitee wollte eine 5 millionen Pfund Sterling- und das ist die zweite mertsam, daß ein Gesegentwurf zur Stunde no ch definitive Goldwährung in Deutschland Hälfte des Aktienkapitals der Golddiskontbant, die alfo nicht von der nicht vorliege, und es dem Reichsbantpräsidenten schaffen, und zwar aus dem Grunde, um die Herausziehung beut Reichsbant gezeichnet werden von einem deutschen Kon. Dr. Schacht überlassen bleiben müffe, Inhalt und Beider Guthaben für Reparationszwede aus Deutschland auf eine fortium übernommen bzw. fest garantiert werden, so daß. gründung zu ffizzieren. palutarisch gesicherte Bafis zu stellen. Die Anfammlung von Steuern wenn die fonftigen gefehlichen Boraussetzungen für das Zustande. Hierauf führte in Deutschland follte eine nicht durch Inflation bedrohte sein. Die tommen der Golddistontbant vorliegen, wir mit der Errichtung der Summen, die für die Reparation hier in Deutschland auffämen, Bank in wenigen Tagen rechnen dürfen. Die Golddistontbant hat ferner das Recht, Noten auszugeben, follten unter allen Umständen in ihrer Goldwertbeständigkeit erhalten werden, um dann in irgendeiner Form der Reparations tommiffion baß diese Roten insonderheit dazu Berwendung finden, um die im im Umfange von 100 Millionen Mart und ich rechne dabei darauf, zugeführt werden zu können. Es ergibt sich daraus, daß ein doppelter Inlande umlaufenden ausländischen Noten: Dollarnoten, Gulden. med mit den Plänen der Experten verbunden war, nicht nur eine definitive Goldwährung i nDeutschland herzustellen, fondern auch Auf diese Weise würde das Gesamtkapital, das dieser Bank zur Bernoten, Pfundnoten usw. gegen die deutschen Noten hineinzunehmen. der, für die Reparationszwede in der Organisation, die diese Gold- fügung stehen würde, das Betriebskapital also, auf 500 Millionen währung in die Hand nehmen würde, Summen anzusammeln, die dann bei möglicher Gelegenheit an die Entente übergeführt werden follen. Aus diesen Gedankengängen heraus haben die Sachverstän bigen meinen Plänen gegenüber ftets das Bedenten geäußert, daß meine Pläne ihre Pläne präjudizieren und hindern könnten. Ich habe mich bemüht, ihnen begreiflich zu machen, daß das in feiner Weise der Fall fein würde, und die Berhandlungen hierüber haben eine Reihe von Wochen in Anspruch genommen und haben schließ lich zu Reichsbankpräsident Dr. Schacht folgendes aus: Die ganzen Beratungen dieser Frage werden fich vielleicht etwas eilig zusammendrängen; ich glaube aber, daß das erforderlich ist, schon angesichts der Lage des Reichstages und der ganzen wirtschaftlichen und politischen Lage, die sich aus den Verhandlungen über den Gegenstand unserer heutigen Besprechung er geben hat. Ich darf Ihnen vielleicht historisch berichten, wie die Dinge gelaufen find und dabei zunächst bemerken, daß ich mich in die zahlreichen Breffeerörterungen über die Golddisfontbant jo gut wie gar nicht eingemischt habe, weil in diefen Grörterungen ständig durcheinandergelaufen find meine Wünsche und diejenigen, die sich aus den Beratungen des Sachverständigenausschuffes in Paris und hier ergeben haben. Unmittelbar nach meiner Ernennung zum Reichsbanfpräsidenten habe ich mich nach London begeben, um die Verhandlungen zur Berwirtlichung eines Ideenganges aufzunehmen, der mich feit langem einer Reihe von Stipulierungen beschäftigt hat, und der von folgenden Grundlagen ausgeht: Wir haben in Deutschland heute eine Papierwährung, die durch die Inflation an den Rand des Abgrundes gebracht war. Wir haben sie stabilisiert in einem gewissen Umfange durch die Ausgabe der Rentenmart. Die Momente, die dafür sprechen, daß wir die Rentenmart pfleglich behandeln müffen, liegen insbesondere darin, daß die Rentenmart im wesent lichen ein auf Kredit basierendes Geld ist und infolge. Dessen nicht in jeder beliebig vermehrbaren Menge verwendet werden fann, daß man alfo diese Rentenmart nur in folchen Mengen in den Verkehr hineingibt, da sie sich dem Umlaufbedarf der Wirtschaft anschließt. Darüber hinaus haben wir in Deutschland infolge der ganzen Berarmung, in die wir hineingeraten sind, eine Rapital. und Kreditnot, der unbedingt, wenn die Wirtschaft wieder in Bang gebracht werden soll, abgeholfen werden muß. Nun ist eine Wiederherstellung einer wirklichen Goldwährung in Deutschland selbstverständlich nicht möglich, folange nicht der ganze große Fragentompler gelöft ift, der sich um bas Thema der Reparation windet. Ich habe infolgedeffen niemals bei meinen Plänen irgendwie den Gedanken verfolgt, Deutschland eine Goldwährung aus eigener Kraft zurüd zugeben, bevor nicht diefer politische Fragenkomplex geordnet fei. Ich babe immer nur den Gedanken verfolgt, ein Goldfapital von außen oder aus sonst bisher nicht benutzten Quellen heranzuziehen, um dieses Goldfapital der deutschen Wirtschaft zuzuführen. Ich habe geglaubt, daß diese Heranziehung ausländischen Kapitals in der Form einer Bant am besten möglich fei, und ich fann mich darauf berufen, daß bisher alle anderen Bersuche fehlgeschlagen find, ausländisches Kapital in die deutsche Wirtschaft hineinzuziehen, abgesehen von den Brivat trebiten, die dieser oder jener Brivatbetrieb vom Ausland befommen hat; aber als Gesamtattion ift nirgendwo eine Kreditoperation gelungen, außer dem deutsch niederländischen Finanzab. fommen, das aber in eine Zeit fiel, die Umstände darbot, die heute wohl nicht mehr ähnlich beurteilt werden, so daß heute eine Wiederholung dieses deutsch- niederländischen Finanzabkommens mit einem anderen Lande wohl faum zu erreichen fein wird. Auch Berfuche, die nach dieser Richtung hin angebahnt worden find, haben zu einem Ergebnis nicht geführt. Dagegen war es durchaus möglich, nach meiner Auffaffung, in der Form einer Bank, deren Golfapital ficher im Auslande angelegt werben fonnte, um vor jedem Riftto geschützt zu sein, diefes Kapital heranzuziehen und es dann in der deutschen Wirtschaft arbeiten zu lassen. Shobe die Verhandlungen aufgenommen am 1. Januar mit der Bank von England und habe ferner in der Cim von London eine Reihe von Besprechungen gehabt, die mir alle den Ein brud gaben, daß man auf dem Londoner Blaze wohl bereit sein würde, uns bei den Plänen zu unterstützen. In diese Besprechungen hinein fief der Zusammentritt des Sachverständigentamitees, das um die Mitte des Januar in Paris anfing, sich mit diesen Fragen zu befchäftigen. Ich bemerke, daß die Aufgabe des Sachverständigenkomitees nicht etwa sich darauf beschränkt hat, die deutsche Leistungs fähigkeit abzuschäßen, sondern daß das Komitee ausdrücklich von der Reparationstommission die Aufgabe erhalten hatte, die 3 Stabilisierung der deutschen Währung zu studieren und Vorschläge für die Stabilisierung der deutschen Währung zu machen. Auf diesen Auftrag, den die Sachverständigen bekommen hatten, haben sie sich auch ständig in den späteren Unterhaltungen mit mir berufen, um einmal ihre Legitimation mir gegenüber für die Behandlung diefer Frage zu begründen und um auf der anderen Seite ihre eigene Berantwortlichkeit festzustellen. Ich bin dann nach Baris geladen worden, um über diese Frage mit dem Sachver: ftändigenfomitee zu sprechen, und habe das ganz abgesehen von der allgemeinen politischen Lage, tun müssen aus dem ganz einfachen Grunde, weil selbstverständlich nicht zu erwarten war, daß die pri vaten Londoner Besprechungen irgendeinen weiteren Fortgang nehmen würden. wenn etwa die Sachverständigen sich dieser Frage gegenüber abfällig geäußert hätten. geführt, die ich Ihnen ganz kurz wiedergeben möchte. Bant in einem gewissen Ausmaße ziffernmäßig begrenzt wird, Sie gehen im mefentlichen dahin, daß der Umfang der und zwar dahin, daß das Kapital auf 200 millionen Go15mart begrenzt werden soll und das Recht zur Notenausgabe auf 100 Millionen Mart. Ich habe dieses Recht der Notenausgabe für die Bant aus Gründen verlangt, auf die ich später noch zurüd tommen werde. Die Reichsbank wird von dem Hapital von 200 mitlionen Mark den Betrag von 100 millionen felbft übernehmen und wird damit fie wird von den übrigen 100 Millionen sich noch eine Attie dazu erwerben die Majorität des Kapitals dauernd be. halten, folange diefe Golddisfontbant besteht. Es wird statutarisch vorgesehen werden, daß diese Majorität genügt, um alle erforder liche Rontrolle über die Bant auszuüben. Ferner wird dieser ein fachen Majorität statutarisch das Recht gegeben, auch die Bant wieder zu liquidieren. Es ist vorgesehen, daß im Falle einer Liquidation das Ber mögen in vorgeschriebener Weise den Aktionären wieder zugeführt wird. Es ist ferner vorgesehen, und zwar lediglich in Form einer Option, daß, follte irgendeine definitive Währungsorganisation mit der Reichsbant oder auf der Reichsbant oder in einer anderen Form geschaffen werden, daß dann die Ationäre der Golddistont bant das Recht haben, Attien der definitiven Währungsbank zu pari zu zeichnen, fo daß die Liquidation für fie feine Härte bedeutet, fondera die Möglichkeit, fich auch weiter an dem Unternehmen zu beteiligen. Eine weitere Bedingung ist ferner, daß jeder politische Einfluß von diefer Bant ausgeschloffen bleibt, daß die Beleihung und Erwerbung von Reichs, Staats- und Rommuna'anieiben usw. selbstverständlich ausgeschloffen wird. Bant wird in den Händen der Reichsbant liegen, die ja das Der Siz der Bant wird in Berlin sein. Die Leitung der ganze Institut tontrolliert. Im Aufsichtsrat wie überhaupt in der ganzen Berwaltung der Bant werden lediglich Deutsche figen. Es handelt sich also hier um ein rein deutsches Inffitut, das unter völliger Leitung der Reichsbant steht und das lediglich nach den Gefichtspunkten arbeitet, nach denen die Reichsbant bisher gearbeitet hat. Man tönnte fragen, warum diese ganze Einrichtung nicht innerhalb der Reichsbant selbst geschaffen werden konnte. Das liegt nach meiner Auffaffung daran, daß die Goldbestände der Reichsbank in ihrer juristischen Haftbarkeit insofern nicht ganz ameifelsfrei dastehen, als nicht zu entscheiden ist, in welchem Um fange fie für die Attien der Reichsbant, in welchem Umfange hierfür das ausgegebene Papiergeld heranzugehen find und wieweit etwa diese Goldbestände für neue Verpflichtungen herangezogen wer den tönnen. Bohl ist es möglich, daß diefe Goldbestände irgend wie angelegt werden, z. B. also hier in Aktien der Golddiskontbant, und daß an Stelle des Goldes die Affien freten; nicht aber ist es möglich, daß man eine Notenausgabe macht, auf einem besonderen Goldbestand der Reichsbant. Es kommt hinzu, daß die Reichsbank bisher an dem Grundsatz festgehalten hat, daß sie jebe Rentenmart zum Betrage von 1 Billion Bapiermart hereinnimmt. Was aber des Entscheidende ist: Alle diese Berhält niffe bedingen, daß in die Reichsbant hinein neues Gold von außen zweifellos nicht zu bekommen sein würde, so daß mir also lediglich auf das Gold der Reichsbant allein angewiefen mären, während in diesem Falle die Möglichkeit besteht, dadurch, daß eine befondere juristische Gesellschaft unter Kontrolle der Reichsbank errichtet ist und die Aktiven und Passiven dieses Inftituts, getrennt von der Reichsbant, erhalten werden können, auch fremdes Kapital für dieses Unternehmen herangezogen werden kann. Das geschieht in folgender Weife: Ein internationales privates Konsortium hat sich bereit erklärt, der Reichsbant einen kredit von 5 millionen Pfund Ster. ling zu geben. Die Reichsbant wird dieses Geld verwenden, um die Hälfte des Affientapitals der neu n Bant zu zeichnen. Ferner liegen Zuficherungen vor, die einen Redistonffredit für die von der Golddisfontbant anzukaufenden Wechsel im Auslande vorsehen, der zu nächst beziffert ist auf 200 millionen Goldmart. Diese Transaffion wird fich in der Weise abipielen, daß regelmäßig aus dem laufenden Geschäft heraus je nach Bedarf die Golddiskontbank Wechsel an ausländische Märkte zum Rediskont geben wird gegen Dollar, Pfund Sterling, Gulben oder andere Baluten. Jerner find die BerhandGoldmark oder 25 Millionen Pfund Sterling kommen. ist im wesentlichen nach prattischen Gesichtspunkten von uns beantDie Frage, auf welche Währung diese Bant zu stellen wäre, mortet worden. Auf Goldmart mar fie, sofern man überhaupt an Notenausgabe dachte, sicherlich nicht zu stellen. Das Reichsbankdiret. torium hat fich, wie schon bei einer früheren Anregung, auch in diesem Falle auf den Standpunkt gestellt, daß es für die die deutsche Wirtschaft, die im wesentlichen in ihrem ganzen Geschäft von dem Londoner Finanzmartt abhängig sei, richtig sei, die Pfund. währung für diese Attien und Noten der Golddiskontbant zu nehmen. Wenn ich sage Bfund- Sterling- Währung, so bitte ich das richtig führende Währung handelt. Im Gegenteil. Die Abstellung von zu verstehen, daß es sich hierbei nicht um eine in Deutsch and neueinzu Pfund Sterling foll gerade zeigen, daß es fich hier nicht um eine Währungsbank handelt, fondern um eine Kreditbant, die mit der deutschen Währung als folcher nichts zu tun hat, sondern in einer ausländischen Währung Krebite zur Verfügung stellt. Es ist infolgedeffen vorgefehen, daß das ganze Kapital in Bfund Sterling eingezahlt wird. Die übrigen Laluten werden auf Pfund Sterling fonvertiert und die Noten werden auf Pfund Sterling lauten, mer. den also genau so eine Devise sein, wie die heute vorhandenen Pfundnoten. Letzten Endes ist natürlich mit ausschlaggebend der Umstand gewesen, daß diese Abstellung auf Pfund Sterling eine wesentliche Borauslegung gewefen ist, daß wir ein gewisses Ent. gegentommen am Londoner Martt gefunden haben. Im Anschluß an diese Rede des Reichsbankpräsidenten trat der Hauptausschuß in eine Besprechung ein, über deren Berlauf wir im Morgenblatt berichten werden. Die Banken versprechen.. Es verlautet, daß die scharfen Maßnahmen, die von der Reichsbant über eine Anzahl von Banken wegen Berstößen gegen die Devifenverordnung verhängt wurden, binnen furzem aufgehoben werden sollen. Wie man hört, haben sich aber die Banten in ihrer Gesamtheit verpfichtet, Berfehlungen und Eigenmächtigkeiten ihrer Angestellten in schärffter daß die Banttundschaft nur so viel Devisen erhält, eife zu bestrafen und strengstens darüber zu machen, wie der vorhandenen Dedung entspricht. Darüber hinaus zu geteilte Devisen sollen stets fofort zurüdgegeben werden In Börsentreifen hofft man, daß durch diese Vereinbarungen geschäftes aus der Welt geschafft wird. Auch an die heutigen Mitmit der Reichsbant die bisherige Beunruhigung des Devisen. teilungen Dr. Schachts im Hauptausschuß des Reichstages über die Goldkreditbant tnüpft man weitgehende Hoffnungen. Man rechnet damit, daß bei ruhigerem Devisengeschäft in absehbarer Zeit wieder reichlichere Buteilungen erfolgen tönnen. Heute machte fich bereits eine Berringerung der Nachfrage geltend. Kurse und Repartierungen blieben heute im großen und ganzen unverändert. Nur der franzöfifche Frant wurde wieder etwas herabgelegt. Die Tendenz für Effekten war im Freiverfehr etwas freundlicher. Franksturz und Weltpanik. Condon, 8. März( WTB.) Der weitere Sturz des franzöfifchen Franten erregt großes Auffehen. Der Pariser Berichterstatter der Times" schreibt, der Ernst der age werde von der franzöfifchen Regierung, im Parlament und in der Deffentlichkeit erkannt. Dem City- Redakteur des„ Daily Er preß zufolge wurde gestern hier erwartet, daß der Frant weiter finten werde. Gestern nachmittag fei ein dauerndes Angebot von Franken aus der ganzen Welt erfolgt. Es sollen Geschäfte sogar in Höhe von 116 Fronts für das Pfund abgeschlossen worden fein. Condon, 8. März, miftags.( Eigener Drahtbericht.) Das Pfund wurde zu Beginn der heufigen Börje mit 116,25( gegen 111,75 am Bortage) notiert. Ein neuer Kalif. Der König von Arabien. die Regierungen von Transjordanien, Mefopotamien und bein London, 7. März.( EP.) Aus Jerusalem wird gemeldet, daß Hebschas dem König Hussein das Kalifat angeboten haben und daß dieser angenommen habe. Auch die indischen Mohammedaner sollen, nach einer Meldung der„ Daily Mail" aus Delhi, diefe Wahl unterstützen. al ainns Neuwahlen nicht in April. Der Reichstanzler hat heute vormittag eine Aussprache mit dem Reichspräsidenten über die Frage der Neuwahlen zum Reichstag gehabt. Es fann als fest ftehend betrachtet werden, daß aus mahltechnischen und religiösen Gründen die Neuwahlen nicht im April statt. finden werden. Stresemann über Politik der Möglichkeiten. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hielt auf dem Landes. parteitag der Deutschen Boltspartei in Braunschweig eine Rede, in Der er ausführte, Deutschland werde in furzer Zeit ein neues Reichsfabinett haben, da das stürmische Begehren des Boltes es verlange, aber jede Politik werde Kompromißpolitif sein es verlange, aber jede Politif werbe Rompromispolitit fein und bleiben müſſen. Eine Berſtändigung mit Frantreich fei zwar sehr schwer, aber Deutschland werde unter. gehen, wenn die Berständigung nicht gelänge. Jeder Reichskanzler werde diese Berständigung suchen müssen, und es sei unmöglich, das zu tun, was vielfad) als äußerste Ronsequenz bezeichnet worden sei. Man müsse sich auf eine Geschäftsfon. trolle einstellen, allerdings auf der anderen Seite eine politische Kontrolle als unerträglich ablehnen. Neubautätigkeit nicht plößlich zur Entfaltung bringen fönnen. Die| Reißmann- Grone verhaftet wurde. Es wurde inzwischen festgestellt, Kreditnot würde das verhindern. Die Kreditnot laste aber nicht nur auf dem unter 3wangswirtschaft stehenden Baumartt, sondern auch auf dem unter Zwangswirtschaft stehenden Baumarkt, sondern auch auf der gesamten übrigen Industrie und dem Handel, wo es ja eine 3wangswirtschaft nicht gibt. Es sind eben teine Rapitalgeber da, und daran hüite auch nichts geändert werden fönnen, wenn während der Inflationszeit zeitweilig die Mieten höher gewesen Jeder, der die Bauwirtschaft fennt, weiß, daß der Kredit für das Bauen immer erst dann vorhanden gewesen ist, wenn er von Industrie und Handel nicht gebraucht wird. mären. Der Grundgedanke der Zwangswirtschaft sei nicht ausgegangen tionen, sondern vor dem damaligen Schuk verband für von der damaligen Reichsregierung oder von den MieterorganijaGrundbesik und Realkredit, unter Führung des Herrn van der Borght Rein Beringerer als Kommerzienrat 5a berland van der Borght Kein Geringerer als Kommerzienrat 5a berland hat sich damals für die Schaffung der Mieteinigungsämter eingesetzt. In Geſchäftshäusern, die der Zwangswirtſchaft feit längerer Zeit nicht mehr unterstehen, sind die Mieten teilweise unglaublich gesteigert worden. Die Umstellung auf Goldmieten ist vom preußischen Wohlfahrtsministerium mit der größten Beschleuni gung betrieben worden, um die Instandhaltung der Häuser zu ermöglichen. daß die genannte Ueberschrift irrtümlicherweise an die Spize des Artifels gelangt sei und zu einem anderen Artikel gehört habe. Weiter wird dem Angeklagten zur Last gelegt, im Besitz von Baffen gewesen zu sein. Ein französischer Gendarm fand auf dem Gutshof des Angeschuldig'en in Bredenen ein Floberigewehr und ein Zündnadelrevolver, außerdem wurde dem Angeklagten ein Revolver zugeschickt, der aber erst antam, als der Angeklagte bereits verhaftet war. Der Revolver wurde damals dem Verwalter übergeben. Das Gericht verurteilte Dr. Reißmann- Grone wegen des in Frage kommenden Artikels und wegen Waffenbesizes zu strafe. Der mitangeflagte Berwalter Simmelmann er einem Monat Gefängnis und 1000 Goldmart Geld. hielt wegen Waffenbefizes 15 Tage Gefängnis und ebenfalls 1000 Goldmart Geldstrafe. Freiheit der Wissenschaft." zu den Vorgängen im sächsischen Untersuchungsausschus. Wir erhalten folgende Zuschrift des demokratischen Reichstags: abgeordneten Prof. Dr. Walter Goe- Leipzig: " " Der Borwärts" bringt in seiner Nummer vom Abend des 5. März einen Aufsatz Freiheit der Wissenschaft" und druckt darin Bis 67 Prozent Friedensmiete ab 1. April. Teile eines Briefes ab, den ein Leipziger Universitätsprofessor Wir haben am 1. April mit 35 Prozent der Friedensmicte qu an den der Leipziger Universität oftronierten Professor Hellmann Bas die Schuldlüge anbelange, so habe er diese Frage zum rechnen, die durch Nachschüsse für die erhöhte Grundsteuer ufm. bis gefchrieben habe. Der Unterzeichnete hat allerdings an den ihm feit Was die Schuldlüge anbelange, so habe er diese Frage zum auf 42,5 Prozent erhöht werden können zu dieser Goldmiete be- 25 Jahren bekannten Professor Hellmann. der zudem sein politischer erstenmal als verantwortlicher Minister aufgeworfen, und er werde tommen wir noch 25 Prozent für die staatliche und kommunale Bartcigenosse ist, einen Privatbrief geschrieben, um ihn vor den niemals feinen Namen unter einen Vertrag legen, der von einer Mietsteuer, so daß bereits am 1. April 67 Prozent der Friedens. Folgen einer Ottronierung zu warnen. Der im„ Borwärts" abgeKriegsschuld Deutschlands spricht. Man dürfe, so führte der Außen miete erreicht sein werden. Eine höhere Steigerung der Miete wird druckte Tert dieses Briefes ist jedoch an der Hauptstelle, wo zu dem minister weiter aus, nicht vergessen, daß das deutsche Bolt das ge- im Augenblid nicht verantwortet werden fönnen Bort Bereinbarung in Klammern gefcht ist: wegen einer Geld buldigste auf dem Erdenball fei. Die meisten anderen Böller hätten Der Staatssekretär fündigt weitere starte Einschränentschädigung", eine grobe Fälschung. Ich wäre dankbar, wenn di.s in der Zeit des großen Währungsverfalls das unterste zu oberst fungen der Wohnungsämter an. Ein gänzlicher Abbau den Lesern des„ Vorwärts" mitneteilt werden könnte. Es ist zudem gefehrt. Das deutsche Bolt jedoch habe still gehalten, und dieſes belikern ein großes Kapital zufleßen feffen, auf die die Hausbe Leipziger Fakultät angetastet worden wäre, im Gegenteil: gegen eine der Zwangswirtschaft fei noch nicht möglich Er würde den Haus- völlig unzutreffend, daß die Freiheit der Wissenschaft“ von der Verhalten habe gute Früchte getragen. Die Rentenmart sei fizer fein moralisches Arrecht haben, weil sie zumeist ihre Hppo Antaftung der Freiheit der Wissenschaft hat sich die Leipziger philo von denen geschaffen worden, die dafür gesorgt haben, daß bas thefen in entwertetem Gelde zurückgezahlt haben. Staatstonto nicht mehr Ausgaben aufweist als Einnahmen, und sophische Fakultät gewehrt, und ich hatte ein gutes Recht, einen alben Zur Hebung der Bautätigkeit muß also in diesem Jahre ent- Freund und Barteigenoffen zu warnen, fich nicht gegen f.ine eigenen Hilfferding sei durchaus gegen den Vorwurf in Schuß zu weber Staatshilfe einfegen oder es wird überhaupt nicht mö. Standesgenossen mißbrauchen zu lassen. Die von der Fakultät vornehmen, er habe die Einführung einer neuen Währung hinaus fich fein. Die bisherige Wohnungstauabgabe ist durch die geschlagene und vom Ministerium für Bolfsbildung abgelehnte Lifte gezogen. Die Novembervorgänge in München seien Inf'ation vollständig zu Bruch gegangen. Dafür stehen war wissenschaftlich und politisch einwandfrei, denn sie enthielt an antinational Das Verhalten Lossows brandmarkt Stresemann zur Verfügung 10 Brozent der Mietsteuer. Das macht bei einem erster Stelle einen Demokraten, an zweiter Etelle einen nicht organi mit außerordentlich scharfen Worten. Wir müssen," so endete der Steuersatz von 25 Prozent der Friedensmiete 50 Millionen Gold fierten Republikaner, der zugleich Jude ist, an dritter Stelle einen Außenminifter, ein einiges Bolt werden, ein Bolt, das zu den fehlenden Privattredit durch einen Stoatsfrebit zu erfehen. mart. Diese follen als Hypotheken vergeben werden, in der Absicht, tatholischen Republikaner der Zentrumspartei einem Gedanken tommt, nämlich zu dem der großen Boltsgemein. Wenn damit die Hälfte der Baufoften bestritten werden soll, die an schaft." ndinsion dere Hälfte den Brivaten verbleibt, so fönnen damit etwa 18 000 end sale shall piduk Bohnungen fichergestellt werden. Andere Mittel stehen aus der esit pagproduttiven Erwerbslosenfürsorge zur Verfügung, nämlich 3,6 Mil lionen Goldmart zum Bau von 1500 Landarbeiterwohnungen. erner stellt die preußische Regierung eine gemiffe Summe für den fellen weiter 7,5 Millionen Goldmark zur Fertigstellung unter. Bau von Beamtenwohnungen zur Verfügung. Aus Reichsmitteln brochener Bauten ausgegeben werden. Insgesamt tann man alfo mit etwa 20 000 Wohnungen redmen, die mit Steatshypotheken be dacht werden können. Bei der Berrüttung der Staatsfinanzen ist an eine Erhöhung dieser Zuschüsse nicht zu denken, es sei denn, daß die Mietsteuer mehr einbringt. Wohnungsbau in Preußen.co Was beabsichtigt die Regierung? Das preußische Wohlfahrtsministerium hatte heute morgen einen großen Kreis von Sachverständigen und Interessenten geladen, um die zur Förderung des Wohnungsbaues erforderlichen Maßnahmen zu erörtern. Nach einer furzen Bes grüßung des Ministers Hirtfiefer legte Staatsfetretär Scheidt die Absichten der preußischen Regierung dar: Die Bautätigkeit sei nicht nur deswegen notwendig, weil die Wohnungsnot nicht anders bewältigt werden könne, sondern auch mit Rücksicht auf die Zustände am Arbeitsmarkt und zur produttiven Ausgestaltung der Erwerbslosenfürforge. Der Bedarf an neuen Wohnungen sei unbestreitbar. Wir brauchen eine Neubau tätig, teit, weil neue Wohnungen durch Teilungen nicht mehr geschaffen werden fönnen. Es tönne sich nicht darum handeln, die Zwangswirtschaft zu verewigen, diese sei vie mehr für die preußische Regie rung nur ein notwendiges, fobald, als möglich zu beseitigendes Uebel. Es ist eine Jrreführung, wenn fo gelan wird, als wenn bei der Erreichung der Friedensmieten die Bautätigkeit wieder einsetzen fönne. Die private Bauwirtschaft tönne erft wieder beginnen, wenn die Rentabilität der Neubautätigkeit erreicht wird. So betragen die Neubautosten bas 1,35fache, die Kosten der Kreditgemährung bas 2,2fache des Friedensfages. Mindestens die dreifache Friedensmiete fei erforderlich, um eine Rentabilität der Bautätigkeit herbelzuführen. Daraus ergibt sich, daß ein höherer Beamter, der vor dem Krieg 2000 m. Miete gezahlt hat, jebt 6000 m. Miete zahlen müßte, während er nur 4000 m. Einkommen hat. Die fofortige Einführung der freien Bauwirtschaft würde also eine Erschütterung der gefamten Wirtschaft und der Renfenmark bedeuten. Selbst eine plögliche Erhöhung der Mieten und Gehälter würde die Smetana- Feier bei Kroll. Man braucht dein Jubiläumsjahr und braucht fein Gastspiel Tauber abzuwarten, um Smetanas„ Bertaufte Braut auf dem Opernspielplan zu erhalten. Denn dieses köstliche Stück Volksmufit lebt durch den Glanz seiner Einfälle und den zündenden Schwung seiner Tänze, durch die reine Gesangslyrit wie durch die Draftit seiner Humore überall, wo Menschen sich an echtem Bühnenleben und reinem musikalischen Blut erheben, ergößen, erfreuen • 300 Opposition in der Arbeiterpartei. Da das englische Parlamentsleben eine eigentliche Fraktions disziplin nicht fennt, ist es bereits bei verschiedenen Anlässen vorges tommen, daß Mitglieder der Arbeiterpartei gegen die eigene Regie. rung ftimmten. So haben verschiedene intransigente pazififtische Abgeordnete der Unabhängigen Arbeiterpartei, zum Teil ehemalige Kriegsdienstverweigerer, mit den Liberalen gegen den Neubau Don Kreuzern und Torpedobooten gesprochen und gestimmt. 1 Ebenso protestierten am vorigen Mittwoch verschiedene JL. Abgeordnete bei der Beratung über die Handelskredite zweds indirekterLinderung der Arbeitslosigkeit gegen die Bewilligung von Der Wohnungsfommiffar betonte, daß sich das preußische Wohl. 3½ Millionen Pfund an die Sudan Baumwollgefell= fahrtsministerium lediglich von gemeinwirtschaftlichen fchaft von gemeinwirtschaftlichen fchaft. Bereits im Vorjahre hatte die schottische Gruppe einen Rücksichten leiten fosse, und verwies unter anderem noch darauffehenerregenden Zwischenfall bei der Beratung dieses Kredits auf, daß felbft in New York die Zwangsbewirtschaft der Woh hervorgerufen und schwere persönliche Angriffe gegen Asquith nungen nicht aufgehoben werden konnte. gerichtet. Diesmal ist es zwar ohne Krach gegangen, doch hielt der radikale Arbeiterflügel in seinem Standpunkt feft und 43 Abs. ordnete stimmten gegen die von der Renierung befürworteten Kredit. Dieser Borfall wird in der englischen Bresse faft gar nicht beachtet Nur die Rote Fahne" versucht ihn gegen Borwärts" aufzubauschen, weil wir dies unterschlagen hätten. Wir haben lediglich das Eintreffen der englischen Blätter abj:: wartet, um Klarheit über den Vorgang zu erhalten. Die„ Rote Fahne" hat nämlich, ebenso wie die Parifer Humanité", von Mostau den Befehl erhalten, die Regierung Macdonald zu be schimpfen und zu diskreditieren. Sie entledigt sich diess Auftragen so gut oder so schlecht, wie sie fann. • Gefängnis wegen eines Zeitungsartikels. Elfen, 8. März.( WTB.) Bor dem franzöfifchen Kriegs gericht hatte sich der Verleger der Rheinisch- Westfälischen 3ci tung", Dr. Reißmann Grone, zu verantworten. Im November vorigen Jahres erschien in der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" ein Artikel, der sich mit dem zwischen der Phönig- Rheinstahl- Gruppe und der Micum abgeschlossenen Bertrage beschäftigte. Dieser Artifel ist von franzöfifcher Seite als eße gegen die Micum mit dem Zweck, den Abschluß meiterer Berträge der Industrie mik dem Micum zu verhindern, gedeutet morden. Unmittelbar nach der Ber öffentlichung des erwähnten Auffages erschien ein weiterer mit der Ueberschrift Betrogene Betrüger", auf Grund dessen Dr. baß bas schöne Segtett einen schönen Eindrud macht. Doch ist Smetanas Wert von solcher Lebenstraft, daß auch durch Schwächen der Aufführung die Freude am Genuß nicht arg gestört wird. Wo aber, fragt man zum Schluß, wo ist Kleiber, wo ist Szell, wo ist ein Bag- Buffo, wo ein Inrischer Tenor wie dieser Tauber? In welchen Anfängen stedt die Filiale der Staatsoper? Wir wünschten, eine Antwort vermeiden zu können. Kurt Singer. Sand wollen. Daß hier zum erstenmal eine Oper des böhmischen Mu- Kleinigkeiten. fikantenvoltes aus dem Nichts heraus entstand. bedeutet historisch gewiß schon viel. Schwerer aber wiegt, höher steht die Ertenntnis, daß hier ein nationales Zwischenglied zwischen der heiteren Oper Mozarts und der pathetischen Wagners lebensvoll gestaltet, durch deutsche Kunst hindurch ein Wunder charakteristischer, nur aus Land und Beden heraus gewordener Typen geboren wurde. Gewiß fann man an den Barbier von Peter Cornelius denfen und an den Osmin der Entführung", sicher ist die Leitmotivit dieser Partitur ohne Wagner nicht dentbar, und ein wenig ist auch die Gemütsart Lorkings in die Führung fyrischer Gebilde eingegangen. Aber man versuche einmal, dieses Werk zu ftilisieren, einen Hauch nur von der musikalischen Landschaft wegzuradieren: der Anfang solchen Experis ments würde schon sein Unglüd sein Denn immer schwingt sich in die Szene, in die Partitur mit heiterster ureigenster Kraft, mit selbst verständlicher Baune und bezaubernder Leichtigkeit der Tanz des Bolles, die Polka, der Furiant, immer greift in den Humor und in den tragischen Schimmer des harmlofen Vorgangs der Chor, also das Bolt, mit seinem gefunden Instinkt, mit seiner Zustimmung und feiner Ablehnung hinein. Bauernluft, Bauerndummheit, bäuerische Ehrbegriffe und ländliche Liebesluft das sprießt und geistert durch jeden Laft. Jeder dieser Menschen ist, in seiner Schwäche oder feiner Derbheit, ein ganzer Ketl. Die Geschichte des schwazhaften Betrügers, der selbst zuletzt betrogen ist, die Geschichte einer Liebe, die auch durch Irrtümer nicht verbogen werden kann, das alles hat Saft und Kraft menschlicher Wahrheit. Ein Libretto wie faum eins in der Literatur der fomischen Oper, eine Partitur wie seit Mozart feine im tänzerischen Schwung. Milro", versendet Batete, die mit einem schwarz- weiß- roten Stret Die österreichische Mittelstandshilfe für Deutschland, abgetürzt fen betiebt find. Offenbar ist der Geschäftsleitung nicht bekannt, baß die Farben der deutschen Republik andere sind als die der ehe. maligen beu schen Monarchie. Fürchtet sie vielleicht, mit den repu blikanischen Farben Anstoß zu erregen bei den vielen Angehörigen des darbenden deutschen Mittelstandes, die fich aus früheren Hof beamten, Offiziersdamen, Exzellenzen und sonstigen Beitragenden der Bergangenheit refrutieren? Was würde man in Desterreich hämt, wo der Burgring in den Ring des 12. November um fogen, wo man fich seiner republitanischen Gesinnung weniger getauft ist, wo es eine Baffalle. und eine Bebelstraße gibt, wenn man dorthin schwarz- gelb perzierte Sendungen schiden würde? Kleiner Tattfehler! Bei Kroll ist Prätorius nicht der Mann, der diesen tänzerischen Rhythmus in sich trägt. von fich gibt. Herbert Stod ist nur bärbeißig in feinen Humoren, von fleinem Kaliber. Was hat Mantler nicht aus diefer galoppierenden Suada, aus der Komit eines Schirms. einer bezahlten Bielgeschäftigkeit gemacht. Ta uber parobiert zwar felbst als Bauer mit feiner aristokratischen Gefte, ist aber schlau im Tun und herrlich im Gefang, füllt zudem Lücken des Theaters eigen artig und glücklich aus. Frau Marherr ist ein Gewinn, füß und anmutig und rührend. Hen te stottert sogar mit Arm und Bein, ein töftlicher Einfaltspinsel. Die Chargen gut befeßt, doch nicht so gut, Eine in einem westlichen Borort belegene Anstalt, die einem nicht zu umgehenden menschlichen Bedürfnisse dient, verfügt in der männlichen Abteilung über zwei verschwiegene Rabinen, von denen die eine mit der Aufschrift zweiter, die andere erster Klasse versehen ist. Beide Kabinen find in ihrer Ausstattung völlig gleich. Auf meine Frage an die Hüterin dieses Heiligtums, worin denn nun der Unterschied bestehe, erwiderte diese:„ Es gibt feinen Unterschied". Als ich mein Befremden äußerte, warum den Besuchern der ersten Klaffe dann mehr Geld abverlangt würde, meinte fie: Die befferen Herrschaften benügen alle die erfte Klaffe". Also das Entscheidende ist das Stand: s- oder hier vielmehr das Sizbewußtsein. Diefem Bewußtsein opfert der feine Mann fünf oder zehn Pfennig mehr als der Mann des Boltes! Hübsche und junge Berliner Telephonistinnen in Bureaus und Geschäftsbetrieben! Warum sind manche von euch bei der Bedienung des Telephons fo unliebenswürdig? Warum fragt ihr ftets, im Gegenfag zu euren Kolleginnen anderer Himmelsstriche in murri fchem Ton: Wer ist denn da?" Denkt ihr nicht darüber nach, daß das Telephonieren bei mir feiner fränfenden Absicht entspringt, überflüssigen„ denn"? Dann schon licher preußisch- ftramm: Wer und daß man seine Frage höflicher ausbrüden fann, als mit dem da?" Aber auch ein„ bitte" würde euch nichts schaden. p. g. Arbeitshand und Feierhand. Die Hand, mit der wir unser ganzes Leben hindurch den größten Teil der Arbeit verrichten meistens die rechte erhält burch diese Tätigkeit eine beftimm'e bezeichnende Form, Und zwar hat der Anatom R. Fid betont, daß sich diese Arbeitshand" durch eine deutliche Ablenkung des Zeige. den Unterdessen lobt der Sowjetgefandte in London, Ratowifr die englische Regierung über den grünen Klee, und gestern nod haben der Sowjetgesandte in Rom, Jorbanity einen Schiffahrts. vertrag mit Mussolini ratifiziert.. fingers nach der Kleinfingerseite hin auszeichnet. Den Grund für diese Erscheinung findet er darin, daß die Beugemustel der Finger am Un'erarm fast ganz auf der Ellenseite entspringen. Dadurch werden die Finger bei zwanglofer Beugung immer etwas nach der Reinfingerleite hin abgelenkt Bird die Hand während des Lebens start in Anspruch genommen, so bildet sich allmählich bei zunehmendem Alter eine bleibende Umformung heraus. Die Ablenkung des Zeigefingers zur Reinfingerfeite wird dauernd und bestimmt damit das Aussehen der Arbeitshand". Diese Handform bi det sich nicht nur bei schwerer Arbeit heraus, sondern sie entsteht durch jede eifrige Betätigung ber Hände, wenn es fich auch nur um leichte Arbeiten porn gerichteten Zeigefinger auf. Den interessanten Unterschied zwischen wie Schreiben, handelt. Die Feierland" dageren weist einen nach diesen beiden Formen der Hand hat nun Fid besonders deu'lich bei ben Händen des großen Berliner Anatomen aldeier be obachtet, die dieser durch legtwillige Berfügung dem Berliner Anatomischen Institut hinterließ und die in den Gigungsberichten der Breußischen Akademie der Wissenschaf'en" ausführlich behandelt find An den von dem Ana'omen Birchow fprechend lebendig" hergestellten Abgüssen läßt sich die Ferm der Arbeitshand sehr gut er. nach der Kleinfingerfcite hin ganz deutlich; die Abble- ung betränt fennen. An der rechten Hand ist die Abweichung des Zeigefinger 27,7 Grad. Dadurch erscheint der Zeigefinger beträcht ich f'eirer. als er in Wahrheit ist. Wa deier führ'e schon selbst diese Abdräng n auf seine sehr große Schreibtätigkeit zurüd; hierzu fem dann nod das viele Präparieren und Mitroskopieren, das die Tätigkeit dieses so überaus fleißigen Gelehrten mit sich brachte. Die linte Hand, die Feierhand", weist nur eine Abweichung von etwa 20 Grad auf. Yes, we have no bananas. fingen in diesem Winter, wie alle musikalischen" ölfer der Er, die Eränder. Aber fie allein hatten einige Wochen hindurch tatsächlich Grund dazu. Denn durch den englischen Dodarbeiterstreit war das Land, ver allem London, eine Beit lang von fer Zufuhr ber Bananen ebe perrrt, so dak man für diese fo machette Frucht, für die men fonit 1 bis 1% Edyilling das Duhend zahlte. den doppelten Betron an. legen mußte, sofern es überhaupt noch Bananen gab. Nach Beendi gung des Streits haben endlich die westindischen Bananenschiffe. tie im Hafen lagen, ihre Lebungen löschen tönnen. Sie war insgesamt fo groß, daß von den Dods ein ganzer Banarenzug nach Lenden geleitet werden munte. Damit ist für die Engländer die schreckliche, bananenlose Zeit glücklich überwunden. Erstaufführungen der Wohe. Monf. Mefiders- Theater: Die fune elt Dienst. Kammerspiele: PaIme. Komödienbans: Merito. Boltsoper: Siegfried. Gold. Apollo Theater: Die Abenteuerin. Sonnab. Groß • Urania- Borfrage. Theater fåglich 5 Uhr: Manut. Sonnt, 8 lbr: Der Zang".- Mont 8 Uhr: Dr. Heilborn: Der Mensch der Urzeit". Sonnt., Mont., Mittm. 8, Diensi. 6, Ubr:„ Aus der Wer fitatt Dienst. bis Sonnt. 7. 9 Uhr:" Bolareis". oriaali eines Kultur films". Dienst. 8 Ubr: Prof. Lampe: Berlin als Stunit 6 Uhr: Prof. Moll: Offultismus u. Gerftestrantheit. itadt"." Mittw. 6 Uhr: Brof. Görle:" Das Königsgrab". Donn Dr. Hellborn: Menschenwunder u. Bundermenschen. freit 8 Uhr: Korrekturen und Karikaturen. Die Lage im Hitlerprozeß. BS. München, 8. März. Die heutige Sigung begann wieber unter Ausschluß der Deffeniliteit, da zwei Zeugen aus der geftrigen BerhandTuring, der Kommandeur der Reichswehr in Regensburg, Oberft Ezel, und Leutnant eder, über die Teilnahme der Dr ganisation Oberland in Regensburg gehört wurden. ** Eine Erklärung Ludendorffs. Nach Widerherstellung der Deffentlichkeit gegen 10% ühr er teilte der Borsitzende, Landgerichtsdirektor Neidhart, Ludendorff das Wort zu folgender Erklärung: General Streß von Kreffenstein, der Führer der bayerischen Reichsarhe, hat gestern hier in seiner Sorge um das ihm anvertraute Gut das Wort ergriffen und der Befürchtung Ausdrud gegeben, herabzusehen. Aud) wir feilen feine Sorge um die Reichs. wehr. Durch den Schritt Exzellenz Kreß von Kressensteins fönnte jedoch in der Deffentitateit die Anfi.ht erwedt werden, als wenn wir Longriffe gegen die Reichswehr bewußt erheben. Bir Angefiagten haben alle in der Reichswehr gefämpft, mit Ausnahme des Obercmimanns Frid, der nicht das Glüd gehabt hat, aber an anderer Stelle fich Berdienfte crworben hat. Wir sehen in der Reichswehr Die Fortsehung des alten Heeres, und nur der große vütliche Gelante hat uns auf die Anflagebant gebracht. Wir sehen in dieser Institution bas Baladium der Freiheit bes Ichwarzweißroten Gedankens, aber die Reichswehr hat Sein Ghengericht mehr, und es haben höhere Difiziere Taten begangen, die nicht gutzuheißen sind. Nicht gegen die Reichswehr, nicht gezen tas Off ziersforps wonden wir uns. In der Liebe zur Reichswehr, in der Liebe zum Baterlande nehmen wir es mit jedem auf.( Anhaltende Bravorufe im Zuhörerraum, die der Vorsitzende rügt.) Justizrat Schramm gibt hierzu die Erklärung ab, daß er auch feinerseits im 3ntereffe der Reichswehr fich fchlüffig gemacht habe, auf alle Zeugen u verzichten, die belastend gegen Oberleutnant Braun cuslagen tönnten. Karikaturen Rechtchsanwalt oder überreicht bann ben Bericht einer fchwedischen 8eitung, in der, wie er betoni, Rarita. turen schlimmster Art vom Hitler- Brozeß enthalten feien. Der Anwalt führt hierzu aus, daß es sich um denselben Zeichner handle, der auch für die ungarische Zeitung z Eft" tätig fei, und der schon einmal aus dem Gaal entfernt worden war, es aber verstanden haben müsse, wahrscheinlich mit einer anderen Starte fich wieder Zutritt zu verschaffen. Az Est" sei das destruttiveste Blatt Ungarns, das im Kriege an der Front von Flugzeugen aus zu Taufenden verteilt worden sei, und start zum Zusammenbruch ber Front beigetragen habe. Der Beichner soll angeblich für ein Prager Blatt tätig fein. Der Vorsitzende ersuchte hierauf den im Saal anmesenden Beiter her amilichen Banerischen Pressestelle, Oberregierungsrat Dr. Eisele, dem betreffenden Zeidner, der heute nicht anwesend war, Die Karte zu entziehen. Rechtsanwalt Roder tei'te bes weiteren mit, daß der Boli zeibeamte Hoffmann an feiner Erklärung festhalte, daß er die eidesamtliche 3npflichtnahme bei der Bglizei nicht unterschrieben habe, trog der seg nteiligen Aeußerung des Belizeipräsidenten Rartel. Der Borsigende macht den Ber tridiser jedoch darauf aufmerksam, daß der Polizeipräsident dem Gericht eine amtlich beglaubigte Abschrift des Ber. pflichtungsscheines Hoffmanns überreicht habe, der von Hoffmann unterzeichne lei. Es könne alſo an der eiblichen Inpf.ichtnahme fein Zweifel bestehen. Epps Irrtum. Eine Ohrfeige. Glüdlich, wer in diefer Uebergang zeit vom Winter zum Frühling roch festes und widerstandsfähiges Schuhwerk an den Füßen hat. Ber es wagt, mit einer Handbewegung darüber hinwegzugehen und etwa meint, es jel übertrieben, der mag sich mal nur eine halbe etipa meint, es jel übertrieben, ber mag sich mal nur eine halbe Stunde fang in irgendeine Ede stellen, a B. an den Eingang eines Wochenmarktes, wo die Hausfrauen zusammenströmen. Dort soll er fich die Beficidung und die Schuhe der Borübergehenden ansehen. Das Resultat diefer Beobachtung wird ihm einiges offenbaren. Eine ältere Frau mit brüchigem und ausgetretenem Schuhwert an den Füßen fonnte sich auf dem glitschigen Bürge.steig nicht halten, sie rutschte aus und fiel hin. Hilfreiche Hände von Arbeiter. frauen halfen beim Aufstehen. Ja, ja, was man heute alles durch machen muß!" feufzt die Frau. Ein Herr mit eleganten Schuhen, schen Berfall gleichgültig zu. Als er die Worte der forgenbeladenen mit Petzwerk und seinem Sportpaletot angetan, fhaute dem tragi Frau hörte, war er fofort bei der Sache und entgegnete: Ja, Sie haben Recht, Mutter, das hätten Sie gewiß nicht gedacht, solches in der holden Republik zu erleben. Früher hatten wir beffere Zeiter. Wir brauchen wieber unseren Kafer, damit er tüchtig aufräumt!" Erschroden, scheinbar verständnisins schaut die Frau auf. Ihr Geficht wird bit erernst. 3orn und Empörung flammt aus ihren Augen. Mit geballten Fäusten schrie sie förmlich:„ Ja, früher hab ich es auch besser gehabt, da fonnte ich mir auch solche Schuhe, wie Sie da anhaben, kaufen. Da sorgten noch ein gesunder Marn und ein großer, träftiger Junge für mich. Der Reifer hat mir 1914 beides genommen, meinen Mann und auch meinen Sohn, und nicht wieder. gegeben. Heute bin ich eine arme Striegerwitme, unglüdlich und von allen verlaffen, ich pfeife was auf den Raifer und die bes feren Zeiten", die mir alles genommen haben." BD Die Frauen fordern! Frauen besucht war, fand gestern abend in den Sophien. Eine Frauen- Mitgliederversammlung, die von nahezu 400 Frauen besucht war, fand gestern abend in den Sophien. fälen statt. Zu der Tagesordnung: haben die Frauen eine Bedeutung für das öffentliche Leben?" führte die Genoffin Marie Juchacz, M. b. R., u. a. etwa folgendes aus: Bedeutung für die Berliner Frauenbewegung. 4 Tage vor der ReDie Räume, in denen wir uns befinden, haben eine historische volution, als die Frauen sich mit poilitisch fints gerichteten Männern über das Frauenstimmrecht unterhielten sagte unser Genosse Her mann Müller:„ Es werden, in diesem Raume gar teine oder nur fehr wenige Frauen anwesend sein, die das Frauenstimmrecht nicht erleben." Jezt haben wir bas Frauenwahlrecht. Wir haben einen langen Leidensweg durchzumachen gehabt, weil wir fo viele feziale und volkswirtschaftliche Schäden mit hinübergenommen haben in die erst einmal Ende dieses Blutvergießens, mag nachher fommen, was Friedenszeit. Aber vor Beendigung des Krieges fagten wir Frauen, da will, das haben wir später wieder vergessen. Es ist aber das größte Unglüd des politischen Lebens. daß Männer und Frauen gar zu leicht vergeffen. Wie schnell vergessen die Menschen die Ge fchichte, wie schnell vergessen sie, was fie selbst erlebt haben. Wir fozialdemokratischen Frauen jedoch dürfen selbst nicht vergeffen und müssen auch noch dazu beitragen, daß die anderen nicht vergessen. Nicht weil wir Frauen das Wahlrecht haben, sondern aus den Geschehnissen, aus den Verhältnissen heraus, war unser Leidensweg so schwer. Die sozialdemokratischen Frauen befamen bas Bahlrecht zu einer schweren Zeit. wie sie noch feine Arbeiterpartei der Welt getragen hat. Aus Trümmern mußten wir einen neuen Staat bauen. Biele Männer fühlen sich noch heute felbft berufen und sehen die Frauen als Konkurrenz an. Es gilt auch den Genossen gegenüber sich durchzusehen, und mir Frauen müssen einfach und selbstverständlich zeigen, was wir fönnen. Bis zum Kriegsausbruch standen wir als Partei in der Opposition und trieben reine Agitation, die nachherige Zeit brachte uns durch unsere Mitarbeit neue Bflichten als Partei und Kulturiräger. Benn ergaben?", fo muß man antworten:" Ja" und" nein". Es gilt, an man fragt: haben die Frauen im politischen Leben besondere Auf den Fragen der Menschheit zu arbeiten, darunter find spezielle 256Frauenfragen. Unjer Frauenfühlen muß hineingetragen werden in die Arbeit. Das Denten der im Berufsleben stehenden Frau hat eine andere, eine selbständigere Prägung bekommen. In Kriege wurden die Frauen selbstbewußter als Menschen, fie mußten felbft handeln und ohne Bormundschaft auftreten. Als die Männer aus dem Felbe zurüdfehrten, waren fie felbft auch reicher an Gr. fahrungen, aber sie waren meistens nicht eingestellt auf die Selbe ständigkeit der Frau. Die arbeitenden Frauen werden sehr oft als Schachfiguren betrachtet. Es heißt hinein in den Beruf, heraus aus dem Beruf. Die Frauen geiten eben nur als bie große Re ferbearmee, und die Frau wird von der Allgemeinheit geopfert aus fozialen Gründen. In der Frage der Mutterschaft und anderen fozialen Problemen müssen die Frauen in den Barlamenten führend und wegweisend fein. Es gilt für die Frauen eine unge heure Arbeit zu leisten. Wir dürfen uns nicht zurückdrängen lassen als Frau. Biele Männer haben sich mit der Frau im öffentlichen Leben innerlich noch nicht abgefunden. Dieser Tatsache dürfen die Frauen nicht gleichgültig gegenüberstehen. So muß auch das Re. fultat des Bezirtstages Dom legten Sonntag zu. gunsten der Frauen revidiert werden. Das find infere Forderungen an die Partei und wir vertreten unsere eigenen Frauenforderungen innerhalb der Partei. Dem Referat schloß sich eine sehr lebhafte, gründliche Aussprache Mit allen gegen 10 Stimmen wurde sodann folgende Res folution angenommen: Der Boreilige, darauf nicht gefaßt, weicht erschredt einer Schritt zurüd. Tie Ohrfeige hat gesessen. Im nächsten Moment macht er fehrt, wirft sich in die Brust, und mit enttäuschter Gebärde sieht verächtlich auf die unglüdliche Frau herab... Nur fünf Pfennige. 20 Millionenüberschuß bei der Eisenbahn aus Arbeitergrofchen. Der fleine Beitrag im„ Unzufriedenen Berlin":" Die Eisen bahn nimmt es von den Wermsten hat uns eine Anzahl 3ftimmungen gebrat, aus denen wir die folgende noch zur Kennt nis bringen, weil wir hoffen, daß sie mit der ersten bazu beitragen wird, die Eisenbahn zu veranlaffen, eine ooitsfreundlichere Bragis als bisher einzuschlagen: Man tönnte noch eine andere Rechnung aufmachen, bei der sich das rüdsichtslose Borgehen der Eisenbahn ganz besonders deutlich erweist. Eine Monatstarie- der Monat Durchschnittlich zu 30 Tagen geredmettoftet 5 M. Das bedeutet durchschnittlich für den einzelnen Tag einen Aufwand an Fahrgeld von 16,6 Pf. De Mann, der auf Wochenfarte einen Monat lang fährt, bezahlt 4 Wochenkarten je 1,30 m. 5,20 m. und dazu 2 Tage je 16,6 33 Pf. Er zahlt also für einen Monat 5,53 M. und wenn der Monat 31 Tage hat, fcgar 5,70 M. Da nun aber der Inhaber der Wochenfarte dafür 1,30 M. zahlen muß, so zahlt er für den einzelnen Tag nicht 16,6, sondern sogar 18,5 Pf. oder für einen Monat von 31 Tagen 4X 1,30 5,20 M. und 3 x 18,5 55,5 Bf., zufammen 5,75% Mt. Das heißt, die Menschen mit preletar fchen Einkommen müssen monatlich 15 Broz. mehr bezahlen, quafi zur Strafe dafür, daß sie Wochenkarten entnehmen. Der Arbeiter, der das ganze Jahr fährt, muß der Eisenbahn von seinem fieinen Ginfommen 7,60 Rentenmart mehr zahlen als der, der Monatsabonnement nehmen tann. Nimmt man an, taß nur 300 000 von den 4 Millionen Groß- Berliner Einwohnern Wochenfarten nehmen Dann wurde dein Kommandanten der Infanterieschule, General müffea, so würden sie bomit der Eisenbahn zu einer jährlichen Lieschowiß, noch Gelegenheit gegeben, zu verschiedenen Bor. Mehreinnahme von 2 millionen 280000 Renten. irfen der Verteidigung bei der Bernehmung des Leutnants Wagner mart lediglich aus den Taschen der Arbeiter ver teilung zu nehmen. General v. Tieschowih bezeichnete es a's unhelfen. Daß diefer unerhörte 3 stand einer schleunigen Abände hlig, daß bei ter Untersuchung gegen die Waffen rung bedarf, ist doch wohl ohne weiteres flor." hüler einzelne von ihnen in unwürdiger elle behandelt worden sien, indem man sie habe fünf Stunden lang stremmstehen lassen. ach der Meldung der die Untersuchung leitenden Offiziere fei tiefe Terstellung unzutreffend. Wenn ferner bemängelt worden sei, diß gegen die Aufsichtsoffiziere feine Untersuchung eingeleitet wor en märe, so müsse er darauf hinweisen, taß eine Untersuchung bei ser Inspektion in Berlin geführt worden Jei und daß eine Reihe von Maßregelungen erfolgt wäre. an. B # Die Fraummitgliederversammlung vom 7. März d. 3. erhebt. einmütig entschiedenen Brotest gegen die Behandlung der weiblichen Randidaten auf den Reichstagswahl. listen für Berlin und Teltow Beeskow durch, den legten Bezirksparteitag. Sie verlangt von dem mergigen Bezirks. tag, daß er den bisherigen weiblichen Kandidaten den der Bedeutung der Frauen für die Gesetzgebung und Bah'agitation entsprechenden Play gibt. Sie spricht darüber hinaus die Erwartung aus, daß die Berliner Organisation der Bedeutung der Frau für das ge famte öffentliche Leben auch innerhalb der Organisation mehr Rechnung tragen wird, insbesondere auch bei Defe. pagationen zu Tagungen der Partei. Die Versammlung bekennt sich mit vollstem Pflichtbewußtsein zu den Aufgaben, die jeder Frau aus den öffentlichen Rechten erwachsen. Sie erblickt die Erfüllung dieser Aufgaben m erster Linie in voll verantwortlicher Mitarbeit ber Frauen innerhalb der Partei. Ermäßigung der Ausländer- Studiengebühren. Dem Bernehmen nach besteht begründete Aussicht, daß die bis. her crhobenen zum Teil sehr hohen Ausländergebühren für die an deutschen Hochschulen studierenden Ausländer für das tom. mende Sommersemester erheblich herabgesett werden. Boraussichtlich wird der Ausländerzuschlag allgemein auf 30 Golbmart ermäßigt werden. Sollte es die Finanzlaze ge. statten, tann vielleicht für fpätere Semester dazu übergegangen Entführung einer Sechzehnjährigen. Dann wurde noch einmal General v. Epp über das Protokoll ter Sigung vom 6. November vernommen. Als der Borsigende den Jeugen auffordert, den 3eugeneid zu leisten, bat der Gemerben, ganz auf den Zuschlag zu verzichten. neral, den Eid nach seiner Bernehmung leisten zu dürfen. Der Borsigende beruhigte ihn dann mit dem Hinweis, daß er hn nur über die Tatsache des Brototolls hören, ober nicht weiter Fernehmen wolle, worauf Epp den Zeug neid leistete. Bei seiner Aus Wien wurde am 16. Februar eine 16 Jahre alte Marie Fernehmung nahm dann der General auf eine Eingabe bezug, Beitel von einem angeblichen Monteur Alfred Berst en führt, ie er dem Gericht nach seiner ersten Bernehmung schriftlich ein ter in Wirklichkeit ein 25 Jahre alter aus Emmerich am Rhein geesandt hatte. Er führte aus: Wenn ich am zweiten Berhandlungsbürtiger Monteur Ferdinand differ fein soll. Der Entführer der in Wirklichkeit ein 25 Jahre alter aus Emmerich am Rhein ge. tag auf die an mich geridiebe Froge nicht sofort geantwortet habe, befigt einen deutschen Baß mit holländischem Bisum, ausgestellt am bann geschah das, weil der betreffende Rechtsanwalt so geheim 8. September 1923 in Graz. Berst- Schiffer ist unterset', hat duntles nisvoll mit mir sprach und mich zur Wahrheit ermahnte, obwohl Haar und buntle Augen und ein glattrafieries Gesicht und trug zu ich gar nicht wußte, worum es fich handelt. Durch die Zeitungen legt einen furzen grauen Rod mit Belztragen, graue Kniehofen und bin ich dann erst aufmertfam gemacht worden, was man von mir einen grünen Hut Das entführte Mädchen ist groß und start, hat mollte.( 1) Mir ist ein Brotokoll diefer Sigung nicht zu Gesicht gebraunes Haar, graue Augen, gesunde Gesich'sfarbe und trug einen tommen. Ich weiß nicht, ob es er ftiert, fann afo darüber nichts rot: n Tuchmantel mit dunkelgrauem Kragen und Stulpen und hohe nor dyveigen. Es liegt alfo bi mir auch teine Bergeßlich Schuhe mit Lactappen. Mitteilungen über das Auftauchen bes feit, sondern ein Irrtum vor, wie das verfchiedene norddeutsche Blätter beharpten. Ich habe tenen un aß, mich hier zu irren.(!) Baares, das in Berlin vermutet wird, an die Dienststelle A 1 der Kriminalpolizet. Es ist donn ferner behauptet worden, ich hätte am 12. November ie Bertreter der Studentenschaft zu mir geladen. Das ift unrichti. Ich habe sie nicht gelaten, vielmehr find, als die uns) Wozu wird der Wohnraum gebraucht? Biebsamen Vorgänge an der Universität sich ereigneten, ältere Herren en mich herangetreten, ich müßte doch ein beruhigendes Bort fprechen. Das gleiche wünschten einige Reichswehroffiziere, die durch ie Behandlung der Truppen durch die Bevölkerung unangenehm rührt waren. Ich sagte zu, wollte aber nach den Erfahrungen, ie der Reftor und ardere Angehörige der Universität bereits gemacht atten, nicht zur Masse der Stubentensaft fprechen. Denn was sich damals mit der Strbentenmuke unter die Studenten Ichaft mist, das waren vielfam alte Freunde von 1918/19, Rommunisten ufm.(?) Taregen war ich bereit, eine Anzahl von Vertretern der Studentenschaft zu empfangen. 60.000.81 Die notarielle Kostenrechnung. In unserer Notiz mit dieser Ueberschrift( Vorwärts" Nr. 115 vem 8. März) wurde aus einem Arifel des Berliner Tageblatt". den der demokratische Stadtverordnete Dr. Paul Michaelis verfaßt hatte, ein 3itat wiedergegeben. Leider hat ein Drudfehler, der das Mort Unglüdlicherweise durch sein Gegenteil„ Erfreulicherweise crfette, den Sinn des Bietes völlin entstellt. Das Zitat heißt richtig fe: Unglüdlicherweise fand die Generalversammlung am 29. De gemter ftatt, unmittelbar vor dem Termin, an dem die Notariats. gebühren eine wesentliche Ermäßigung erfuhren." Groß- Berliner Parteinachrichten. Sungfozialisten. Gonntag, ben 9, abends 7, Uhr, in der Sozialen Arbeits Semeinfchat, Am Ostbahnhof 17: Siliencronabenb. Sie findet baffle am nächsten Sonntag statt. Näheres wirb bekanntgegeben. Jungfozialisten u. Arbeitsgemeinschaft Neukölln. Die morgige Fahrt fällt aus 117. st. Bichtenberg. Die heute angefekte Funktionärkonferens finbet nicht statt. alg fatend Sport.ble Der Stand des 12. Sechstagerennens. Wohnungfuchende fönnen, wenn sie irgendwo ein leerstehendes Krupkat- Huschke behallen weiter die Führung. Gelaß aufgespürt haben und es dem zuständigen Wohnungsamt Nach der Prämienstunde( 11 bis 12 Uhr abends) nimmt das melden, manchmal die fe tfamften Ueberraschungen erleben. Im Rennen einen eintönigen Charakter an, Um 12 Uhr nachts Berwa tungsbezirt Charlottenburg haben die Berbände( 26. Stunde) find 893.800 Rilometer zurückgelegt. Bei Beginn der heimattreuer Oberschlefier" feit mehreren Jahren in dem Hause pierten Wertung( 2 Uhr nachts) ist der Innenarum bicht be. Ansbacher Straße 35 einen zweifenftrigen Wohnraum, der feßt. Lewanom führt den ersten Spurt. Sawall will angreifen, ihnen vor ben damaligen Abstimmungen als Bureau überwiesen wird aber von Lewanow nach außen gebrüdt und kann so nichts wurde, aber nun schon seit langem nicht mehr benußt erreichen. Durch Samalls Proteft wird Lewanow distanziert. Techmer wird. Ein Bohnungsuchender. der bisher teine geeignete Wohnung befeht dadurch den ersten Platz vor van Net, Oliveri und Sawall. zu erschwinglichem Breis cuftreiben fonnte und deshalb nicht eins ha trägt ben Sieg im zweiten Spurt heim vor Lorenz, Kruptat mal mit seiner Ehefrau zusammenwohnt, machte im Juni 1923 und und Rüt. Der dritte Spurt zeigt bei Beendigung folgende Reihendann nochmals im Dezember 1923 das Wohnungsamt Charlottenburg folve: Huschte. Schrage, Storm und Techner. Im vierten Spurt auf diesen unbenußten Raum aufmerksam Auf Anfrage erfuhr er geht Saldow vor Lorenz. Krupkat und Hahn durchs Ziel. Den Neuer Schritt Englands in der Pfalzfrage. im Otober 1923, das Bimmer fei inzwischen beschlagnahmt worden, fünften Spurt führt Bauer. Lechmer folgt. Rizetto wagt einen Condon, 8 März.( BTB.) Der diplomatische Berichterstatter und nach weiteren brei Monaten erhielt er den Bescheid, der Borstoß und fonn beide überholen. Bauer fest hinterher. Der Hol des„ Daily Telegraph" schreibt, es bestehe Grund zu der Annahme, Wohnungsinhaber habe sich mit einer Beschwerde gegen die Be länder van Net tut das gleiche. Da alle drei zu gleicher Zeit burchs des„ Daily Telegraph" schreibt, es bestehe Grund zu der Annahme, schlagnahme an das Mieteinigungsamt gewendet. Bor furzem ist Ziel gehen, muß die richterliche Entscheidung eingreifen. Bauer daß Botschafter Lord Crewe bei Poincaré Ertundigungen dem Wohnungsuchenden vom Wchnungsamt der abschießende Be- ist der Sieger vor Rizetto, van Net und Techmer. Den sechsten einzog bezüglich der fortdauernden Anwesenheit einerer fepara- fdheid zugegangen, daß das Mieteinigungsamt der Be Der Stand des Rennen's ist jetzt der folgende: 1. trup. t'ſtiſcher Gruppen in der Pfalz, der Anwendung der Amnestie auf schwerde der Berbände heimatt euer Oberschlefier" gegen die Spurt sichert sich Stabe vor Krupkat, Lorenz und Rütt. beibe Parteien, ber Rüdfehr ter vormaligen Beamten und regen Befchlagnahmeverfügung des Wohnungsamtes tat- huschte 49 P., 2. Lorenz- Techner 43 B., von Ret- Meestops der Frage der weiteren Berhaftungen, die in Paris in Abrede stattgegeben hat und daher eine Zuweijun des leeren Zimmers 33 B. und Galdow- Bauer 32 B. awte Bassenheim unb Ansbacher Straße 35"( so steht es in dem Schreiben) für ihn, ben Rubel- Renbelbacher find noch ohne jeden Bunt gewinn. gestellt werden.( AWohnungsuchenden, nicht mehr in Frage tommt. Wozu tie„ Ber- Um 6 Uhr früh find 1110 580 Kilometer zurüdgelegt. bände heimattreuer Obersch efier" heute noch das Zimmer Die Bormittagsstunden verlaufen wieder ruhig. Bon brauchen. ist uns benso unflar wie dem Wohnungsuchenden. Der 6 bis 7 Uhr werden 25,225 Kilometer zurüdgelegt. Bon 7 bis 8 Uhr Raum ist angefüllt mit Bureaumöbeln und allerlei Kram, und die beträgt die Rilometerzah! 22,220, von 8 bis 9 Uhr 24,110 und von in ihm herrschende Unordnung zeigt deutlich, daß er schon seit langen 9 bis 10 Uhr 24.200. Die gesamte Strede beträgt jetzt bis 10 the nicht mehr benutzt worden sein kann. früh 1206,310 Rilometer, Geschäftliche Mitteilungen. Bie machen uniere Lefer auf das heutige Inferat der Firma Situs König eufmertiam, ba biefe Firma zu beginnender Frühjahrsfaifon ganz besonders prets merie Hüte und auch andere billige Artikel bringt. Gewerkschaftsbewegung Das Schlichtungswesen für Hausangestellte. Da die Gesindeverordnungen aufgehoben sind, das Reichsgefeß zur Regelung des Rechts für Hausangestellte aber vom Reichstag noch nicht verabschiedet wurde, finden die Bestimmungen des BGB. soweit sie den Dienstvertrag regein(§§ 611 bis 630) für die hausangestellten Anwendung. Außerdem tommen auch die sonstigen Baragraphen des BGB., soweit sie auf das Vertragsverhältnis paffen, in Betracht Für Berlin wurden im April 1919 durch Beschluß des Demobilmachungsausschusses Groß- Berlin bei den öffentlichen Ar beitsnachweisen Schlichtungstommissionen errichtet, um Sireitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis der Hausangestellten, insbesondere alle die Fälle, die früher nach den Bestimmungen der Befindeordnung der Polizeibehörde unterlagen, vor Beschreitung des ordentlichen Rechtsweges zu schlichten. Die Schlichtungsfommissionen bestehen aus dem Vorsitzenden und je einem Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter als Beisiger. Das Verfahren vor diefen Rommiffionen ist für die Parteien fostenlos. Kommt teine Einigung zustande, wird ein Schiedsspruch gefällt, gegen ben die Parteien innerhalb einer Woche Beschwerde bei der Beschwerdekommiffion einlegen fönnen. Eventuell ist der Streitfall beint Amtsgericht auszutragen. Für Groß- Berfin find bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen eine ganze Anzahl Schlichtungsfommiffionen eingesetzt, die von den hausangestellten zum Teil recht start in Anspruch genommen werden. Eine befonders lebhafte Inanspruchnahme hat die Schlichtungstommiffion bei dem Städtischen Arbeitsnachweis, Bezirt Berlin Mitte, Jägerstraße 11, zu verzeichnen. Wer einmal Belegenheit hatte, einer Sigung dieser Schlichtungsfommission beizuwohnen, um das Verfahren zu beobachten, der wird ganz intereffante Feststellungen in bezug auf die Eigenarten diefes Berufes machen, die hier bei den Berhandlungen hervortreten. Zunächst fällt be unbeholfenheit der älteren aus angestellten, als ruch das Selbstbewußtsein ber älteren Hausfrauen auf, morin fich die Nachwirtung der alten Gesindeordrungen, die auf der einen Seite nur Pflichten, auf der anderen Seite nur Recht fannten, deutlich zeigen. Während die Hausange Petite meist nicht weiß was fie rechtlich fordern darf, tommt die Hausfrau aus der Berwunderung darüber nicht heraus, was der Hausangestellten heute alles an Rechten zu steht. ohne berechtigten Grund. In folchen Fällen steht den betreffenden Hausangestellten ein Entschädigungsanspruch zu und die Schlichtungstommiffion fommt, wenn eine gütliche Ver ständigung nicht möglich ist, zur Fällung eines Schiedsspruchs, durch den in der Regel auf die Dauer bis zu 14 Tagen angemessene Entschädigung für Lohn, Kost und Logis festgesetzt wird. In einem besonderen Falle hatte eine Berliner Hausfrau eine Hausangestellte für Berwandte in Italien engagiert. Die Angestellte mußte sich Lichtbild und Paß beschaffen, und nachdem sie alles zur Abreise in Ordnung hatte, erhob die Hausfrau den Einwand, daß ihre Berwandten in Italien auf den Antritt verzichteten. Damit hielt fie die Angelegenheit für erledigt, mit dem Hinweis, daß sie das Engagement nicht für fich, sondern für ihre Schwägerin getroffen habe. In diesem Falle hatte die Hausfrau natürlich die volle Berantwortung zu tragen; fie mußte eine angemessene Entschädigung zahlen und die baren Auslagen für Lichtbild und Fahrgeld ersehen. In den Fällen, die vor dem Amtsgericht ausgeflagt werden müffen, wobei Kosten entstehen, steht den Betreffenden das Recht zu, auf Armenrecht zu flagen, das den Klägerinnen auf Antrag von dem Wohlfahrtsvorsteher ihres Stadtbezirks nach Klarlegung des Sachverhalts zugesprochen werden fann. Keine Zersplitterung, sondern Zusammenfassung! „ Reine Zersplitterung, sondern Zusammenfassung aller Kräfte zu einer festen Kampfgemeinschaft ist das Gebot der Stunde." Unter dieser Borole wird in der Roten Fahne" zu Sonntag vormittag eine große öffentliche Rundgebung" angezeigt, die sich unter an berem mit der merfwürdigen Frage beschäftigt: Welche Antwort haben wir auf die Spaltungsmaßnahmen der Gemertfchaftsbureautratie zu geben?" Der Hohn auf die natürliche Organisationsparole, die abficht liche Begriffsverwirrung der Rommunisten, tr'tt flar zutage in den liche Begriffsverwirrung der Kommunisten, tr'tt flar zutage in den Namen der zu dieser Kundgebung aufrufenden Rörperschaften. Bir finden da einen Freien Eisenbahnerverband. abge arbeiter, die fommunistisch befekte Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Zimmerer, die sich auch wohl nur im Intereffe der Zusammenfassung" in einen Gegensatz zur Organi fation ftellt, und die Oppositionsgruppen von acht Ortsverwaltungen unserer Gewerkschaften. Es handelt sich hier also um die Zusammenfassung aller Kräfte der Kommunisten, die die Gewerkschaften zersplittern, wenn sie sie nicht vollständig erobern" fönnen, die nur für sich feine Bersplitterung sondern Zusammenfaffung fordern, die Bertlüf. tung und Sprengung der reformistischen" Gewerkschaften im ADGB. jedoch als ihre vornehmste Aufgabe betrachten. Jeder Arbeiter, der erkannt hat, daß die 3ufammenfaf. fung der Kräfte das Fundament unferer Gewerkschaften bildet, muß einsehen, daß jede Bersplitterung der gewertschaftlichen, Die Kommunisten Organisation ihre Kräfte schwächt und lähmt. Die Kommunisten gehen trotzdem systematisch darauf aus, die Gewerkschaften zu zersplittern, indem sie die Organisationen den Zweden der Kommu nistischen Partei dienstbar zu machen und sie deren Barolen und Befehlen zu unterwerfen suchen. Die fommunistischen Berräter and Unterminierer der deutschen Gewertschaftsbewegung aber toerden nicht müde, über Berrat" der Gewerkschaften zu zetern, um durch nicht müde, über Berrat" der Gewerkschaften zu zetern, um durch ihr Geschrei den fyftematischen Bruderverrat, ben fie unausgefeßt betreiben, zu übertönen. Nachklänge zum Mühlenarbeiterstreik. Bor allen Dingen spielt die Freizeit eine Rolle, foweit die Hausangestellten darauf bestehen, in jeder Woche einen Nach. mittag und jeden zweiten Sonntag den. Nachmittag frei zu haben. Die Hausfrauen find der Meinung, daß bei wichtigen sorgängen im Haushalt die Hausangestellte im Intereffe des Haushalts" auf ihre Freizeit verzichten müßte. An Tagen mit großer Bäsche wird die Arbeitszeit oftmals bis in die Nacht hinein aus gedehnt, ohne daß es dafür eine Entschädigung gibt oder eine entBei derartigen sprechende Freizeit an einem andern Tage. Differenzen fommt es dann oft zu Auseinandersehungen, die zu groben Beleidigungen auf Grund von Schimpf und Schmähwarten, ehrenrührigen Nachreben usw. führen und oft Beran laffung aur fristlosen Entlaffung refp. zum plötzlichen Abgang geben. Daraus entspringen dann wieder die Klagen auf Entschädigung für Lohn, Roft und Logis auf die Dauer von 14 Tagen. Die Schlichtungs tommiffion hat in folchen Fällen die Aufgabe, die Rechtslage zu prüfen, wobei unter Umständen festgestellt wird, daß die Kla. Der am 28. Februar beendete Streit bot der Roten Fahne gerinnen ein Verschulden trifft, wenn fie fich zuerst unDom 5. März Beranlassung zu einer längeren Schimpfepiftel, in der gehörig benommen haben. In solchen Fällen fucht die Don den Angestellten der Ortsverwaltung des Lebensmittel und GeSchlichtungstommiffion in der Regel durch die Herbeiführung eines tranfearbeiterverbandes als„ von solchen Subjetten wie Hodapp und Schmit" gesprochen wird, die mit unglaublicher Unverschämtheit für Bergleichs das heißt durch eine Teilentschädigung zu Schmiz" gesprochen wird, die mit unglaublicher Unverschämtheit für einer Einigung zu fommen. Belingt es nicht, einen Bergleich, die Unternehmer eingetreten feien. Diefe unglaubliche Unverschämt herbeizuführen, dann erfolgt Klageabweifung. Fallen auf der heit ist ganz bei der Roten Fahne". Gegenüber den fachlichen Anandern Seite Schimpferien und Beleidigungen, meile man fie griffen stellt die Ortsverwaltung zunächst fest, daß in der Hummöglichst ruhig und fachlich zurück, ohne sich dazu hinreißen zu laffen, boldtmühle sämtliche Streitende fofort nach Beendigung des noch gröberes Geschüß aufzufahren. Streifs wieder eingestellt wurden. Die gegenteiligen Behauptungen Bei allen Streitfragen, die sich aus den Arbeitsverhältnissen sind unwahr. Tatsache ist, daß nicht alle Betriebsräte wieder ergeben, fönnen wir deshalb den Hausangestellten nur eingestellt wurden. Die noch nicht wieder eingestellten Betriebsräte empfehlen, fich fachlich zu verteidigen, anstatt 3u gaben im Bureau des Verbandes die Erklärung ab, daß die angeb schimpfen und zu beleidigen; dann gestaltet sich die Rechts- liche Aeußerung, die Gemaßregelten hätten sich mit ihrem Schicksal lage für sie bedeutend flarer und günstiger. Im übrigen fei darauf abzufinden, nicht gebraucht wurde, sondern erfunden ist. Enthingewiesen, daß Entschädigungsansprüche, die sich für sprechend dem Schiedsspruche und der nachträglichen Bereinbarung Ucberarbeit und Verzicht auf Freizeit ergeben, vor den Schlichtungs- darf eine Neueinstellung betriebsfremder Arbeiter vor dem tommiffionen ausgefochten refp. eingeflagt werden fönnen, 8. März nicht erfolgen. Mit drei Mühlen wird über die Einohne daß das Arbeitsverhältnis vorher gelöst stellung der alten Betriebsratsmitglieder noch verhandelt. merden braucht. Derartige Fälle berechtigen auch nicht dazu, Die Arbeit plöglich zu verlassen. Außerdem gibt es Hausfrauen, die sich berechtigt glauben, Mädchen, die sie engagieren und mit denen sie dementsprechend zu einem bestimmten Termin den Dienst vertrag abgeschlossen haben, diesen ganz nach Belieben rüdgängig machen zu können. Es ist vorgekommen, daß Hausangestellte, wenn sie am Abend des Antrittstermins mit ihren Sachen eintrafen, nicht aufgenommen wurden, sondern mit Sad und Bad fofort das Haus wieder verlassen mußten, und zwar Ueberdies steht es dem Rommunistenblatt, dem fein Lohnkampf fcharf genug und lange genug geführt werden kann, recht schlecht an, Krokodilstränen darüber zu vergießen, daß der eine oder andere Arbeiter im Kampfe gemaßregelt wird. Ginge es nach den Parolen der KPD.- Zentrale, dann fämen die Arbeiter vor lauter Rämpfen" und Demonstrationen überhaupt nicht mehr zum Arbeiten. Der Zwed der Uebung ist auch hier, nicht die Berbefferung der Lage der Arbeiter, sondern die Berunglimpfung ihrer Organisationen und deren kampferprobten Leitung. Behandlung polnischer Arbeiter in Frankreich. Arbeitsamtes, Albert Thomas, in Warschau wandten sich die Während der Anwesenheit des Direktors des Internationalen polnische Kolonisationsgesellschaft und die Zentralfommission der Gewerkschaften an ihn mit der Bitte, bei der französischen Regierung zu intervenieren, damit den unerträglichen 3ust ä'nden ein Ende gemacht würde, unter denen die polnischen Arbeiter in Frankreich zu leiden hätten. Dabei führte die Abordnung vor allem Klage über die Nöte der polnischen Landarbeiter in Frankreich. Die französischen Arbeitgeber erfüllten bie Rontratte nicht und die französischen Behörden schenkten den Bestimmungen des mit der polnischen Regierung geschloffenen Emigrationsvertrages teine Beachtung. Die Unterbringung der polnischen Arbeiter in alten Scheunen, oft zusammen mit dem Bieh, die elende Betätigung, die durchweg schlechte Bezahlung und die Weigerung der Arbeitgeber, für polnischen Unterricht der Arbeiterfinder zu sorgen, alles das gebe dem polnischen Arbeiter in Frankreich die Stellung eines veragteten Baria. Ein besonderes Zirkular des französischen Ministeriums des Innern vom Juni 1922 bestimmt, daß jeder polnische Arbeiter, der seinen Dienstvertrag in Frankreich fündigt, sofort ausgemiejen merden tann. Thomas behielt fich alle Schritte in diefer Angelegenheit vor. Die Terfifindustriellen in Zittau und Olbersdorf haben ihrer gefamten Belegschaft gekündigt, weil im Betriebe der mechanischen Beberei Zittau ein Konflikt über die Auslegung der Arbeitszeitverordnung entstand. Die Hamburger Hafenarbeiter haben den Schiedsspruch vom 4. März, der gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbeisiger zustande fam, wie auch die darüber hinausgehenden Zugeständnisse des Hafen= betriebsvereins abgelehnt. Die Meldezeit vor Arbeitsbeginn soll unbezahlt bleiben, ebenso die in die Woche fallenden Feiertage. Die endgültige Entscheidung soll morgen durch Urabstimmung getroffen werden. Theater der Woche. Bom 9. bis 17. März 1924. Bellsblihne: 9. und 15. Don Carlos. 10., 11., 13. und 16. König Hunger. 12. und 14. Bater und Schn. 17. Die Fahrt nach Orplid. Opernhaus: 9. Margarete. 10. Cavalleria rusticana, Bajazzi. 1. Tosca. 12. Fledermaus. 13. Luftigen Weiber von Windsor. 14. Troubadour. 15. Tiefland. 16. Lohengrin. 17. Jenufa( Uraufführung). Kroll- Oper: 9. und 16. Fledermaus. 10. und 13. Madame Butterfly. 11. und 17. Waffenfchmied. 12. Die verkaufte Braut. 14. Gianni Schicchi. 15. Martha. Schauspielhaus: 9. Kandida. 10. und 13. Maria Magdalena. 11., 15., 17. Aft- Berliner Boffenabend. 12., 14., 16. Biel Lärm um nichts. Schillertheater: 9., 12., 14. Beer Gynt. 10. Nora. 11., 15., 17. Solumbus. 13. Stiftungsfeft. 16. Sladjsmann als Erzieher. Deutsches Theater: Dantons Tob. Kammerspiele: 10. Ingeborg. 11., 13., 15., 16., 17. Balme. 12., 14. Der Nebbich. gefällt. 1. Fauft. 12., 13., 1. Bas ihr wollt. 14. Beer Gynt.- Theater in Leffing- Theater: 9., 10., 15., 16. Wie es euch ber Röniggräger Straße: Benn der neue Bein blüht. Deutsches Opernhaus: 9., 15. Carmen. 10. Mignon. 11. Soffmanns Erzählungen. 12. Die Meisterfinger von Nürnberg. 13. Der Troubadour. 14. 1001 Nacht. 16. Sauberflöte. 17. Der Freischütz. Großes Schauspielhaus: Boccaccio. Große Bollsoper im Theater bes Befiens: 10. Robelinde. 11., 14. Carmen. 12. Fledermaus. 13. Boris Godunow. 15. Siegfried. 16. Ein Mastenball. 17. Tristan und Jfolde. Renaiffance Theater: Revolutionshochzeit. Die Tribine: Mister Bim. Deutsches Künstlertheater: Gennova. Romöbienhaus: 9., 10. Jolandas legtes Abenteuer. 11. bis 17. Meriko- Gold. Berliner Theater: Das Weib im Purpur. Intimes Theater: Der Hinduprinz. Der Schrei. Der Diwan. Der fchlane Jaromir. Trianon- Theater: Die nadte Tänzerin. Bom 10. bis 17. Die junge Welt. Rentral- Theater: Der dumme Auguft. Theater in ber Kommandantenstraße: Das Radiomädel. Welt ohne Schleier. Luftfpielhaus: Der Liebestrant. Marietta. Reues Operettentheater: Die vertagte Nacht. Frasquita. 1 1 Residenz- Theater: Komische Oper: Die Metropol Theater: Thalia- Theater: Neues Theater am Theater am Rollendoefplak: Zwei um Eine. Roo: Meine Tochter Otto. Kleines Theater: Devisen. Wallner- Theater: Madame Bharao. Walhalla- Theater: Bariete- Borfiellung. Rose- Theater: Goldschmieds Töchterlein. Rafino- Theater: Die Mali vom Steinhof.- Theater am Kurfürstendamm: Wera Mirzewa.. Schloßpart- Theater in Steglig: Die Ballerina des Königs. Apollo- Theater:. bis 17. Die Abenteuerin. 9., 10. Bolt und Krone. Theater im Admiralspalaft: Drunter und drüber. Nachmittagsvorkellungen: Bolfsbühne: 9. Und das Licht fcheinet in der Finsternis. 16. Figaros Sochzeit. Stroll- Oper: 9. und 16. Maria Stuart. Edhauspielhaus: 9. und 16, Dr. Klaus. Schillertheater: 9. Rora. 12. Wilhelm Tell 16. Minna von Barnhelm. Dentices Theater: 16. Alt- Seidelberg. Leffing- Theater: Der Biberpelz. Deutsches Rinfiler. theater: Bürger Schippel. Berliner Theater: Figaros Hochzeit. Trianon Theater: Hedda Gabler. Residenz- Theater: Armut. Zentral- Theater: Die Ehre. Theater in der Rommandantenstraße: 14., 15., 16. Die Logenbrüber. Kleines Theater: Luftspielhans: 9, Vorlesung Karl Kvaus: Die Weber. - Rose- Theater: 9. Das Glüdsmädel. 15. Schneewittchen Stein unter Steinen. Theater im Admiralspalast: und die fleben werge. 16. Der Schwarzkünstler. Ein Walzertraum. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: F. Chlorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lofales und Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanftalt Baul Singer u. Co.. Berlin SW. 68.. Lindenstraße 3. Mö öbel üller Berlin C., Alexanderstr. 31 Tel. Rgst. 1737. Speisezimmer, Herrenzimmer Wohn- und Schlafzimmer, sowie Einzelmöbel ab Fabrik zu billigst, Preis. Korb- und Rohrmöbe fabrik Edmund VoB Neukölln, Berliner Straße 14. Tel.: Neukölln 2264 Große Auswahl. Billige Preise.* Enorm billiges Angebot! 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