Nr.117 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 58 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareillegeile 0,70 Goldmark, Reklamezeile 8,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507Sonntag, den 9. März 1924 Frankreich am Rhein. " Für alle Zeiten". - Aus dem französischen Gelbbuch. Paris, 8. März( WTB.). Die in dem heute ausgegebenen Gelbbuch über die Eicherheitsfrage( genauer Titel: Dokumente über die Berhandlungen, betreffend die Sicherheitsgarantien gegen einen Angriff Deutschlands, 20. Januar 1919 bis 7. Dezember 1923) veröffentlichten Dokumente sind zum Teil, sei es durch die Presse, sei es durch das bekannte Buch André Tardieus über die Friedenskonferenz bereits bekannt. Unter den noch nicht veröffentlichten Schriftftüden steht in erster Linie das vom 10. Januar 1919 datierte Memorandum des Marschalls Foch, in dem Dieser u. a. erklärt, der Rhein als militärische Grenze, die für die Aufrechterhaltung des von den Alliierten und Assoziier. ten angestrebten Friedens unerläßlich sei, ftelle keinerlei territorialen Vorteil für irgendein Land dar. Es handle fich nicht darum, das linke Rheinufer zu annek ieren, Frankreich oder Belgien einen Gebietszuwachs zu verschaffen und den Rhein gegen einen deutschen Borstoß zu schüßen, sondern darum, am Rhein die gemeinsame Sicherheitsgrenze, die für die Gesamtheit der demokratischen Natio. nen unerläßlich sei, zu errichten. Es handle sich nicht darum, einer einzigen Macht die Wacht an dieser gemeinsamen Schranke anzuvertrauen, sondern vielmehr, sei es durch mora ische, fei es durch materielle Unterstügung aller demokratischen Mächte, die Verteidis gung ihrer Existenz und ihrer Zukunft zu gewährleisten dadurch, daß man es Deutschland ein für allemal unmöglich mache, den Krieg und den Geist deutscher Vorherrschaft auf das linke Rheinufer hinüberzutragen. ersten Teil des Gelbbuches, der bis zum 2. September 1919 reicht, findet sich außerdem eine zweite Note des Marschalls Foch an die alliierten Regierungen vom 31. März, ferner die Entwürfe zu den [ päteren Artikeln 428 bis 431 des Versailler Vertrages. Einer dieser Entwürfe stellt den Wortlaut des nicht ratifizierten franzöfisch- englisch- amerikanischen Garantiepaktes dar. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Poitscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depoütenfaise Lindenstraße 3 Um den Reichstag. Der Feind steht rechts! Der Wahlkampf, vor dem wir stehen, ist eine Welle der großen politischen und sozialen Unrast, die feit dem Krieg die Welt erfüllt und mit dem Frieden noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Je nach der sozialen Struktur und der Veranlagung der verschiedenen Völker hat sie sich verschieden ausgewirkt. Herrscherthrone und Parteithrone find ins Wanken gekommen und gestürzt. In Amerika sind die Demokraten von den Republikanern abgelöst worden, England ist von einem fonservativen Regime zu einer Minderheitsregierung der Arbeiterpartei hinübergewechselt, Italien war auf dem Weg zur Republik unter sozialistischer Führung, als der Umschwung zum Faschismus eintrat. wankt der nationale Block. Nur Rußland hat nach dem größten Zusammenbruch, den furchtbarsten Erschütterungen im ei'ernen Gewaltregiment der Bolschewiki eine politische Stabilität gefunden, unter deren Decke es knistert und glimmt. In Frankreich Ein wichtiges Dokument ist die Note der französischen Regie rung vom 17. März 1919, in der Einwendungen des Präsidenten Wilson und Lloyd Georges gegen die Besetzung des linken Rheinufers und die Vorschläge des Marschalls Foch vorgebracht werden. Die Einwendungen von Wilson und Lloyd George enthält das Gelbbuch nicht, aber aus der Widerlegung der franzöfischen Regierung verdient folgendes hervorgehoben zu werden: Das linke Rheinufer sei von dem übrigen Deutschland verschieden. Es fürchte den Bolschewismus und die Kriegsabgaben. Es sei sich In Deutschland finden sich jetzt alle die Parteien in feines wirtschaftlichen Partikularismus bewußt. Es liebe die preu die Defensive gedrängt, die in den letzten schweren Jahren Bischen Beamten nicht, die das Deutsche Reich ihm aufgenötigt mitverantwortung an der Regierung getragen habe. Trok Frankreichs absoluter Zurückhaltung träten dort beheben. Von rechts und links stürmen gegen sie die Parteien reits feparatistische Tendenzen auf. Man rechne mit nationalistischer an, die von dieser Mitverantwortung unbelastet geblieben Erregung in Deutschland. Dieser Zustand sei durch die Niederlage find. Sie sind die Träger einer nur zu begreiflichen Unruhe geschaffen worden. und Unzufriedenheit und finden bei politisch unreifen Massen zahlreiche Nachläufer. Diese Nachläufer haben vergessen oder nie begriffen, daß die Ankläger von rechts die Hauptschuldigen des Unheils find, das über Deutschland hereingebrochen ift, fie merken nicht, daß das, was ihnen in tönenden Redensarten als neues Programm verkündet wird, die vollkommene Ideenlosigkeit ist. Politische Meuchelmorbe an Anders Elend und neues Unglück, erscheinen ihnen womöglich noch als denkenden, finnlose Butsche, die nichts brachten als neues Heldentaten. Sie find bereit, denen die Stimme zu geben, Die vorgeschlagene Lösung fönnte vielleicht des Imperialismus verdächtigt werden, aber es handle sich tatsächlich nicht darum, zu annettieren, sondern darum, unter der Gewähr des Böllerbundes einen, den Intereffen der Bo.fer und den Bestrebungen eines großen Teiles unter ihnen enfiprechenden unabhängigen Staat zu schaffen. Selbstverständlich werde es Sache des Friedensvertrages sein, das Satut ber außerhalb der französischen und belgischen Grenzen Das sei feine Bismardiche Lösung Begen des Eindrucks lebenden linkerheinischen Bevölkerung zu bestimmen. Welcher Art auf die öffentliche Meinung in England und Amerika müsse man aber auch diese Organisation sein möge, sie werde der obenerwähn. besorgt sein, aber der letzte Krieg lehre, daß der Rhein nicht nur die ihr Leid, ihren Grimm, ihre Wut am lautesten hinausdie militärische Grenze Frankreichs und Belgiens, sondern auch der Demokratie jenseits des Meeres sei. Es werde auf die Gefahr einer schreien, und sie denken nicht im entferntesten daran, was unbefristeten Belegung hingewiesen, aber, da die ganze Organi fation des linken Rheinufers in der Hand des Völkerbundes liegen fönne, werde diefer stets das Recht haben, sie zu ändern. ten mitärischen Notwendigkeit Rechnung tragen müssen und dementsprechend: 1. Deutschland den militärischen zu. gang zu den rheinischen Landesteilen auf dem linken Rheinufer und die politische Propaganda auf diesem Gebiete völlig unmöglich machen, viel. leicht sogar diese Gebiete Durch eine militärische Neutralisierungszone auf dem rechten Rheinufer decken, 2. die militärische Besetzung der Rheinlande auf dem linken User durch die alliierten Truppen sichern, 3. den Rheinstaaten auf dem linken Ufer durch Anschluß an die übrigen westlichen Staaten mit Hilfe eines gemeinsamen Bollregimes die für ihre wirtschaftliche Tätigkeit erforderlichen Abfahmärkte garantieren müssen. Unter diesen Voraussetzungen und entsprechend dem von allen anerkannten Grundsatz der Freiheit der Ufer fönne man sich die Bildung autonomer Staaten auf dem linken Rheinufer denken, die sich unter den oben ange. deuteten Borbehalten selbst verwalteten. Die Bildung dieser Staaten an Hand der starken natürlichen Grenzen des Rheins werde allein imftande sein, Westeuropa den Frieden zu sichern. Ein weiteres interessantes Dokument( Nr. 13) betrifft Aeuße. rungen des Marschalls Foch über die geplante Besetzung des linken Rheinufers und das Regime im Saargebiet. Foch erklärt: Ich weise schon jetzt darauf hin, daß die Freigabe der nördlichen Be fegungszone nach fünf Jahren den Berzicht auf den industriell stärksten Teil des besetzten Gebiets, den Verzicht auf den Brüden topf, der zum Ruhrgebiet, der Hauptquelle des deutschen Reichtums, Zutritt gewährt, bedeutet, das wir dann nicht weiter bedrohen und auf dessen Beschlagnahme wir verzichten. Nach 15 Jahren werden schließlich die Rheinbrüden in der ganzen Ausdehnung der befeßten Gebiete freigegeben. Frankreich steht wieder mit seinen Grenzen von 1870, d. h. ohne jede militärische Garantie, da. An einer anderen Stelle erklärt der Marschall: Wenn man mich nach der Lösung fragte, die ich vorschlage, würde ich ungefähr fol Das folgende Dokument, ein Memorandum der frangendes fagen:„ Die Frage der Rheinlande wird absolut beftimmt zösischen Regierung, betreffend die Festlegung der deutschen Westgrenze durch den Rhein und die interalliierte Besetzung der Rheinbrücken, datiert vom 25. Februar 1919. Es schließt sich der Auffassung des Marschalls Foch an. In diefem Poincarés Frieden mit dem Senat. Paris, 8. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Konflikt, zu dem es am Donnerstag zwischen Poincaré und der Finanz tommission des Genats gefommen ist, hat am Sonnabend mit einem Kompromiß geendet. Poincaré, der an die Kommiffion ein Ultimatum richtete und mit seinem Rücktritt drohte, falls die Kommission ihren Bericht über das von der Kammer verabschiedete Finanzgesetz nicht spätestens am Dienstag erstattet haben würde, damit der Senat an diesem Tage mit der Plenarberatung der Vorlage beginnen fönne, hat sich am Sonnabend mit der Erklärung zu frieden gegeben, daß die Kommission ihr möglichstes tun werde, die Vorlagen bis zum Donnerstag an das Plenum zu bringen. Er hat zwar auch jetzt wieder erklärt, daß die Regierung unter allen Um ständen an dem von der Kammer verabschiedeten Texte festhalten und darüber die Vertrauensfrage stellen werde, obwohl ihm in der Kom. miffion fein Zweifel darüber gelaffen wurde, daß der Senat in seiner Mehrheit die von der Regierung verlangten Vollmachten bis zu einer umfassenden Reorganisation der inneren Verwaltung auf dem einfachen Berordnungswege unter Ausschaltung des Parlaments abzulehnen entschlossen sei. Trozdem wird in den politischen Kreisen bie Situation feineswegs tragisch angesehen. Der Frank stürzt weiter. Paris, 8. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Frankffurz erfuhr auch am Sonnabend eine Fortsetzung. Da feit dem 1. März die Börse Sonnabends gefchloffen ist, haben offizielle Notierungen nicht stattgefunden. 3m Bankverkehr wurde aber am Vormittag das Pfund bis 117,50 gegen 113 am Freitag der Dollar mit 27,49 durch die Frage des Rheins selber. Dieser Schluß ist für alles maßgebend. Wenn man Herr des Rheins ist, so ist man Herr des ganzen Landes. Steht man nicht am Rhein, so hat man alles verloren." nachher fommt. Die Opposition von rechts ist zweifellos viel stärker und angriffsluftiger als die von links. Sie hat ihre Stützen im alten Offizierkorps, in der alten Bureaukratie, im Großgrundbesik, im Bürgertum, im untergehenden Mittelstand. Kapitalistische Kreise versorgen sie mit schier unerschöpflichen Mitteln. Gegen den deutschen Faschismus ist der deutsche Kommunismus ein Zwerg. Nie sind die deutschen Kommunisten der Machtergreifung so nahe gewesen wie die deutschen Faschisten im Kapp- Butsch und im Bayern- Putsch. Nicht von der kommunistischen Großmäuligteit, nicht von fommunistischen Wahnsinnstaten, die finnlos Menschenleben opfern, sondern von der äußersten Reaktion droht die eigentliche Gefahr. Bölkische, Deutschnationale und Kommunisten werden im neuen Reichstag voraussichtlich mehr Mandate haben. Die Rechtsparteien werden zunehmen auf Kosten der Mittelparteien, besonders der Deutschen Volkspartei, die vordem die Schwesterpartei" der Deutschnationalen geheißen hat, seit fie aber Regierungspartei geworden ist, aufhören mußte, auf der nationalistischen Saite zu spielen. gegen 26,25 bezahlt. Der Frank hat also innerhalb 48 Stun den rund 10 pro3. feines wertes verloren. Mel- nüßlicher ist, sich an der Regierung zu beteiligen, als alle dungen der auswärtigen Börsenplätze befagen, daß die Baissespekulation gegen den Frank bisher unbekannte Dimensionen angenommen hat, so daß man in Paris der weiteren Kursentwicklung mit großen Besorgnissen entgegensieht. Abbau des Militarismus. London, 8. März.( TU.) Ministerpräsident Macdonald empfing geffern den ersten Lord der Admiralität, Beaffy, und teilte ihm offiziell mit, daß die Regierung die Frage des Ausbaus des Hafens von Singapore als Floffer bafis finanzieller Gründe wegen vertagen müsse. Beatin versprach, fich dafür einzufezen, daß die Admiralität dieser Entscheidung ihre Zubilligung gebe. Programm der australischen Arbeiter. Adelaide, 5. März.( Eca.) Das soeben veröffentlichte Programm der australischen Arbeiterpartei fordert die Abschaffung des Oberhauses und die Herabsetzung der Mitgliederzahl des Unterhaufes von 46 auf 35. Ferner fordert die Partei proportionales Bahlrecht. Einstellung des Verlaufes ftaatlicher Güter, genoffen schaftliche Berlaufsorganisationen, staatliches Versicherungsmonopol, Beschlagnahme des Großgrundbefiges und Mutterschaftshilfe. Kommiffion zur Bedämpfung der politischen Geheimorganisationen Der polnische Sejm hat den Antrag angenommen, eine besondere einzulegen. Auf der anderen Seite steht aber auch die Sozialdemokratie in der Defensive gegen Arbeitermassen, die noch nicht eingesehen haben, daß es unter Umständen Machtpositionen den Gegnern zu überlassen, daß es besser fein kann, in Verhandlungen verhältnismäßig Kleines zu gewinnen, als in aussichtslosem Gewaltsturm um Größeres zu kämpfen. Die Erschütterung der deutschen Arbeiterbewegung ist noch nicht zu Ende, der Läuterungsprozeß, den sie durchzumachen hat, ist noch nicht abgeschlossen. Nichts wäre falscher, als die Augen vor der Tatsache zu verschließen, daß die Sozialdemokratie im Wahlkampf einen schweren Stand haben wird. Was würde nun aber werden, wenn die Hoffnungen der Oppofition von rechts und links in Erfüllung gingen? Auch eine start fommunistische Fraktion würde für die Bourgeoisie und den Kapitalismus teine Gefahr bedeuten, Das gerade Gegenteil wäre der Fall. Denn für jene ist jede ernsten und wirklich gefürchteten Gegners: der Sozial. Stärkung des Kommunismus nur eine Schwächung ihres demokratie. Die Herren von rechts lassen sich durch Lufterschütterungen im Reichstag nicht beunruhigen. Gegen Ge malterperimente aber verfügen sie über eine überlegene phyfische Macht, und jede Niederlage des Kommunismus dient dazu, ihre Herrschaft weiter zu befestigen. Eine starte Sozialdemokratie aber fann jeden Angriff auf die republikanische Staatsform zurückweisen. Sie über den Arbeitsvertrag stärken. Sie kann die Lasten, die fann die Stellung der Arbeitnehmer in den Verhandlungen der Besitz zu tragen hat, vermehren. Sie kann den Lieblings fraum der Agrarier, die Einführung von Lebensmittelzöllen, den nationalistischen Unfug, der in den lezten Jahren In| verdreht worden. Erst hieß es, der Reichstag müsse schleunigst zunichte machen. Deutschland getrieben und geduldet worden ist. Die Opposition pon rechts vereinigt sich daher mit jener von links freudig in dem Schlachtruf:" Nieder mit der Sozialdemokratie!" werden? Die Gefahr droht von rechts! Kein Mensch fann sich eine Borstellung davon machen, wie sich die deutsche Bolitik gestalten soll, wenn neben einer verstärkten deutschnationalen Fraktion noch eine starke völkische Blaz nimmt. Rann etwa diesen Barteien, wenn sie als Sieger aus dem Bahlkampf heimkehren, die Regierung überlassen Sie sind gar nicht fähig, die Regierung zu ergreifen, weil fie in fich völlig uneins find. In der deutschnationalen Partei gibt es wohl einzelne Elemente, die eine Vorstellung von der Bolitit, wenn auch eine schiefe haben, indem sie sich einbilden, Deutschland könne außen und innen nach dem alten Generalsund Geheimratsstiefel weiter regiert werden. Die anderen aber, und die sind die große Mehrheit, haben überhaupt feine Borstellung, sondern sie taumeln, ohne jeden klaren Gedanken, durch einen dicken Phraſennebel. Diese Leute müßten, zur Macht gekommen, entweder die sinnlosesten Streiche begehen oder durch ihre Taten zugeben, daß sie bisher den vollkommeniten Unfinn gepredigt haben. Gerade ihr rasches Anschwellen hat dazu geführt, daß sich sin Haufen wirrer Abenteurer um ihre Fahne gefammelt hat. Wer ist der Mann, der in diesem Chaos Ordnung chafft und das Ganze einem, fel es auch verabscheuungswürdigen so doch praktisch möglichen Ziel entgegen. führt? Kahr? Ludendorff? Hitler? Helffe. rich? Hergt? In Mecklenburg ist die Blase schon geplatzt. Die Rechte hat die Mehrheit gewonnen, fann aber nicht regieren, weil fle frafeelen muß. Sie fann nicht regieren, nicht einmal in Mecklenburg. Jezt erft wird es ganz klar, warum Mecklenburg den gefrönten Stier im Wappen hat. Der Stier als Diktator! Ist das ganz Deutschlands Zukunft? Wir sehen das alles als eine grauenhafte Narrenspoffe. Das Ausland sieht es anders. Und es ist ganz feit, sondern die Borstellung, die man von ihr hat, leich, ob es falsch oder ob es richtig sieht, nicht die Wirklich wirkt hier als politischer Faktor entscheidend. Bor sechs Jahren noch glaubte man draußen an ein Deutschland, das sich mit Waffengewalt zum Herrn der ganzen Welt aufschwingen wollte, man glaubte, gegen diefes Deutschland einen Kampf um die Freiheit führen zu müssen, in dem man Ströme des Bluts vergoß. Es gibt jeßt draußen viele Menschen, die sich von der Kriegspinchofe befreit haben, die nicht mehr alles Licht auf Der einen Seite und allen Schatten auf der anderen fehen, biele, die dem deutschen Volt Gerechtigkeit widerfahren lassen - aber faum einen, der die Wiederauferstehung Jeffen erleben wollte, was allen, mit Recht oder Unrecht, als in Schreckgespenst erschienen war. Jedes ernste Anzeichen dafür, daß Deutschland zu den alten Lebensformen zurückkehrt und einen neuen Krieg vorbereitet, würde eine Banif hersorrufen, wie sie vor hundertundzehn Jahren entstand, als die Nachricht fam, Napoleon fei, von Elba tommend, wieder in der französischen Küste gelandet. Auch diesmal könnte das Ende nur ein Waterloo fein, fet es ein militärisches oder ein Diplomatisches. Die sich im Bürgerbräufeller marktschreierisch als die Befreier Deutschlands ausgeben, legen uns nur noch fester die Rette um. Jeder Fortschritt der nationalistischen Reaktion verstärkt automatisch den Druck von außen. Eine Note über die Militärtontrolle, wie wir fie jetzt erhalten haben, wäre nicht mehr möglich gewesen ohne Dialog über das Wochenereignis Bon Josef Roth. Alfred und Eduard stritten über das wichtigste Ereignis diefer Woche. Alfred fagte: Das Wichtigste in dieser Woche war doch der Entschluß, den Reichstag aufzulösen. Ein historischer Abschnitt in der Geschichte unserer Republik. Darauf entgegnete Eduard: " Haben Sie noch immer nicht gemerkt, daß die wichtigsten Er. eignisse nicht die ausgesprochen politischen sind, sondern thre, geringer geschätzten Begleiterscheinungen? Sie stellen fich gewöhnlich bann ein, wenn die menschlich private Dummheit dem Politiker das Konzept verdirbt. Denn die Politik wird von Menschen gemacht und ist von deren Schwächen stärker beeinflußt als von deren Welt anschauung." nun an?" Alfred: Auf welche Begleiterscheinung spielen Sie Eduard:„ Ich meine die Duellforderung der drei völlischen Abgeordneten an den Abgeordneten der Deutschen Boltspartei." Alfred:„ Das war doch eine leere Gefte. Die Schießfreu Sigen wußten doch, daß Cremer die Forderung nicht annehmen würde!" Eduard:„ Eben darüber ließe sich streiten. Bielleicht über Schäßen Sie die Voraussicht eines völkischen Mannes. Wer selbst noch in der Welt des Ehrenkoder lebt, mer überhaupt einer bürger lichen Ehrenkaste angehört, tann sehr schwer geneigt feln, anzunedmen, daß sein derselben oder einer ähnlichen Raste angehörender Nachbar vernünftiger set als er selbst. Innerhalb eines Offiziers fasinos herrscht gesellschaftliche Eintracht, weil alle das gleiche Niveau zu besitzen vermeinen. Nicht die Leistung verursacht die höhere Stellung, sondern die Geburt oder eine bestimmte Zahl der Dienstjahre. Mit jener hat sich der Korpsmensch abgefunden. Das Gesetz von der höheren Geburt dieses oder jenes Menschen ist ein Teil seiner Religion. Und was die Dienstjahre betrifft, so hofft er ia, fie auch noch zu absolvieren. Der" Leutnant ist die Bergangen heit des Generals, der General die Zukunft des Leutnants. Der Respett des Leutnants vor dem General ist eigentlich die Hochachtung vor seiner eigenen Zukunft." Alfred: Was hat das nun mit der Duellaffäre zu tun?" Eduard: Eehr viel. Der Geforderte ist Reserveoffigter. Er gehört also auch der Rafte des Ehrenkoder an. Die Heraus forberer ebenfalls. Sie können glauben, daß ein Unterschied zwischen ihnen und ihrem Gegner in der politischen Weltanschauung bestehe, aber nicht in der Auffassung über angebliche Ehre"." Alfred: Und Sie trauen den Bölkischen, die Meuchelmorbe gutheißen, den Mut zu einem offenen Rampfe zu?" Eduard: Jeder Angehörige einer bürgerlichen Roderkafte fann das Opfer feines Ehrbegriffes werden. Die Sitte ift stärker Die nächsten Wochen müssen zu einer raftlosen Aufflärungsarbeit verwendet werden. Es geht wahrhaftig nicht darum, ob ie Sozialdemokratie in den nächsten Jahren ein paar Mandate mehr oder weniger haben wird. Es geht um unendlich viel mehr. Die Sozialdemokratie appelliert nicht an blinde Leidenschaften, sondern an den politischen Verstand. Sie fann nicht auf die Gefolgschaft von Gedankenlosen rechnen, bie dem ersten besten Schlagwort nachlaufen. So wird dies mal mehr denn je die Zahl der Stimmen, die sie auf sich ver einigen wird, ein Gradmesser sein für die politische Reife der arbeitenden Massen. verschwinden, um einem anderen Play zu machen. Jetzt aber soll er vor seiner Auflösung noch eine Verfassungsänderung beschließen, die seinen Nachfolger erst dreißig Tage zu spät ins Leben treten ließe. Wenn nicht in dieser Frage alles Mögliche schon erörtert worden wäre, würden wir den Ge danken für einen schlechten Scherz halten. * Wie wir aus parlamentarischen Kreisen hören, hofft man über Das„ Nachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungsver leger" bringt zu der Reichstagsauflösung diese Mitteilung: die vorhandenen Schwierigkeiten doch noch in letzter Stunde hin wegzukommen und dadurch die Auflösung des Reichstags durch den Reichspräsidenten vermeiden zu können. Es wird davon gesprochen, daß auch die Mehrzahl der Reichsminister fann ohne Sozialdemokraten nicht mehr regiert tages fei. Die Neuwahlen dürften nach Ansicht parlamentarischer Bon Bürgerlichen ist oft gefagt worden:„ Deutschland nicht mehr unbedingt für eine Auflösung des Reichswerden." Aber mag die Partei in der Regierung oder außer- Kreise erst im Juni stattfinden, da die Vorbereitung ber halb ihrer stehen, sicher ist, daß Deutschland ohne eine starke Wahlen namentlich im befehten Gebiet, wo erst eine Füh. Sozialdemokratie nicht leben fann, ohne außen- und innen- lungnahme mit der Rheinlandtommission notwendig ist, längere wieder alles brüber und drunter geht, dann werden, wie noch termins bis zum Juni dürfte auch nach Ansicht vieler Parlamenpolitisch den schwersten Gefahren zu unterliegen. Und wenn Zeit in Anspruch nehmen wird. Einer Verschiebung des Wahlimmer, die Arbeiterintereffen am meisten darunter tarier die Reichsregierung ihre Zustimmung nicht versagen. leiden. Der Kampf, vor dem wir stehen, ist mit Mitläufern nicht zu gewinnen. Nur eine Millionenschar überzeugter Anhänger vermag es zu schaffen. Jeder muß ans Wert für das deutsche Volk und seine arbeitenden Massen. Das heißt für eine starke, alle Stürme fiegreich überwindende deutsche Sozialdemokratie! Eine harte Nuß. Reichstagsauflösung und Wahlfristverlängerung. Das Schicksal des Reichstages bereitet der Regierung, den Abgeordneten und der Deffentlichkeit wirklich allerhand Kopfzerbrechen. Die Regierung läßt verkünden, daß sie mit den Mittelparteien an baldiger Neuwahl festhalte. Aber wenn sie jezt den Reichstag auflöst, so müßte die Wahl am Balmfonntag 13. April- stattfinden. Dagegen erheben wie bie„ Germania" fagt- evangelische Kreise berech tigten Einspruch". Er fommt also nicht mehr als Wahltermin in Frage. Aber der Sonntag nach Ostern ist für den Erstkommunion stattfindet und deshalb nicht der Wahllärm Patholischen Boltsteil als Wahltag unerträglich, weil da die stören darf. Am 4. Mai sind die preußischen Gemeindewahlen. Und da man aus begreiflichen Gründen nicht zwei verschiedene Wahlgänge an einem Tage stattfinden lassen will, so scheidet auch dieser Tag aus. Die" Germania" sieht deshalb keinen Ausweg als eine Verfassungsänderung! Sie sagt wörtlich: Köln, 8. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Interalliierte Rheinlandkommission wird wahrscheinlich die von der Reichsregierung im Intereffe einer unbeeinflußten Abhaltung der Wahlen geforderte Pressefreiheit gewähren, soweit die Sicherheit der Befabungstruppen es zuläßt". Münchener Ehrbegriffe. " Auf den Kopf gestellte Welt. Anständige Menschen pflegen in der Regel mit der Ehre ihres Mitmenschen vorsichtig umzugehen. Werden sie durch irgendwelche Tatsachen verleitet, Dinge zu behaupten, die fie später nicht aufrechterhalten können, dann pflegen sie nach allgemeinen Ehrbegriffen ihre Behauptungen entweder richtigzustellen oder zurückzunehmen. Die Angeklagten im Münchener Prozeß und ihre Berteidiger denten scheinbar anders darüber. Für sie cheint die Regel zu gelten: Berleumde nur fefte, etwas bleibt fchon hängen! Einer der Angeklagten, ein noch nicht gerade sehr ausgereifter junger Mann, besaß die Frechheit, offenbar wider besseres Wissen, Märchen über einen angeblichen graphenbureau hat der ganzen Bresse eine Berichtigung zur Neffen des Reichspräsidenten zu erzählen. Der Vorwärts" hat diese Lügen fofort richtiggestellt. Das Wolffsche TeleVerfügung gestellt. Tatsache ist, daß der Reichspräsident feinen Neffen namens Ebert hat, daß auch kein Neffe von fann. Tatsache ist vielmehr, daß zwei Söhne des Reichspräsi ihm für die erdichteten Behauptungen in Betracht kommen denten während des Weltkrieges gefallen sind. Für die Proeßverteidigung scheinen diese Dinge nicht zu existieren. Daß fie nicht genügend moralische Empfindlichkeit befint, fann man nicht behaupten. Sie reitet mit großem Eifer auf dem Ehrenkoder herum. Aber der Reichspräsident, der darf von dieser Gesellschaft beschimpft werden! Und der Herr Vorsitzende? Uber ihn sind sich alle wohl schon längst einig! Nun bestimmt aber Artikel 25 der Verfassung, daß die Neu wahlen spätestens am 60. Tage nach der Auflösung stattzufinden haben. Diese Zeitspanne fann aber bei den Ein wänden gegen einen früheren Wahltermin faum eingehalten wermänben gegen einen früheren Wahltermin faum eingehalten werben, wenn die Auflösung in der zweiten Hälfte der nächsten Woche erfolgen sollte. Ein Ausweg ließe sich viel leicht dadurch finden, daß die Frist von 60 Tagen ausnahmsweise um einige Wochen, etwa auf 90 Tage, verlängert würde. Es wäre dies allerdings eine Ber faffungsänderung, für die im Reichstag eine Zweidrittelmehrheit vorhanden sein müßte. Db der Reichstag sich dazu entnären Umsturzes ohne Baudern niedergeworfen. Wie in schließt, wissen wir nicht. Der Plan der Verlängerung der Neuwahlfrist auf 90 Tage wird aber in politischen Kreisen ernsthaft erwogen. Offiziere der Reichswehr haben in den Butsch tagen in München ihre Pflicht getan. Sie haben den Befehlen ihrer Borgefehten gehorcht, sie haben einen Angriff auf die Verfassung, sie haben den Versuch eines revolutioKüst rin haben auch in München die Öffiziere der Reichs. wehr und Landespolizei durch ihre Tat bewiesen, daß gewaitsame Um sturzversuche in Deutschland mit dem Es ist wirklich eine harte Nuß, die da zu knaden ist. Statt Widerstand der Reichswehr zu rechnen haben. Im daß der Reichstag seine verfassungsmäßigen Pflichten erfüllt Prozeß werden sie dafür in der gemeinsten Weise beschimpft. und die Verordnungen der Regierung fachlich nachprüft, läßt Die Szene wird zum Tribunal nicht für die Butschiften der er bauernd über seine Auflösung orakeln, als ob die ein un- Bürgerbräufeller- Komödie, sondern für die Männer, die das abwendbares Schicksal wäre. Nun ist die Lage vollkommen| taten, was jeder Offizier von Ehrbegriff an ihrer als die natürliche Feigheit. Gäbe es unter den Schafen solche mora lischen Ehrbegriffe, wie sie die Menschen geschaffen haben, die Schafe würden den Wolf zum Duell herausfordern und nicht der ihm fliehen, wie es natürlich ist. Glauben Sie, daß der Korpsftudent feinen Mut besißt, wenn er sich die Nase zerhacen läßt? Er ist mutig", weil er sich schämt, mit einer unversehrten Nafe durchs Leben zu gehen. Die Böllischen hätten Erzberger vielleicht nicht meuchlerisch getötet, wenn wir noch in einer Welt leben würden, in der ein Mann, der sich nicht auf ein Gottesurteil einläßt, gefell. schaftlich erledigt märe. Sie hätten wahrscheinlich Erzberger auf Pistolen gefordert. Dadurch wären sie nicht etwa fittlicher, denn der unsch, 3umorden, macht den Mörder, nicht die Mordtat allein. Bor einiger Zeit wollte ein Studententorps einen Dichter fordern, durch dessen Drama es sich beleidigt wähnte. Unfähig, aus der geiftigen Einstellung und Physiognomie des Gegners auf dessen fortgeschrittenen Ehrbegriff zu schließen, glauben sie, der Gegner steckte noch genau so im Mittelalter wie sie selbst. Und nur jene Gegner, von denen sie wissen, daß sie sich aus Brinzip nicht duellieren, Mut zu tun. Mut ist eine geistige Tugend, feine förperliche. Die ermorden sie. Weder der Zweikampf, noch der Mord hat etwas mit förperliche Angriffsluft setzt dann ein, wenn die geistigen Argumente ausgehen. Zu allen Zeiten teilten sich die Menschen in Denter und Ritter. Die Denter fochten teine Zweifämpfe. Die Ritter dachten nicht. Statt der Bedanken besaßen sie Muskeln, Keulen oder Schwerter." Hier wurde Alfred ungeduldig und er unterbrach) Eduards Bor trag:„ Ich merke noch immer nicht die wichtigkeit dieser Duellforderung!" Eduard erwiderte: Wenn der neue Wein blüht." Björnstjerne Björnien hat es geschrieben. Es war fein Das ist das Lustspiel des Mittelstandes für den Mittelstand. literarischer Ausflug in die Gartenlaube. wirtsfamilie. Ein Schwiegerfohn in spe( auf die Jüngste hat er' s Da ist die sonnenüberstrahlte, rosenumhegte, töchterreiche Land abgesehen), Pastor von Beruf und Natur, Witwer und Bater eines Badfisches. Wenn der neue Wein blüht, läßt er die geistlich strenge Note fallen, aber nicht ganz. Er flicht sie geschicht in seine LiebesInrit, er unterfüttert fündige Triebe mit fromm- feufchen Radenzen. Zwei Vögel fingen in seiner Brust: ein ernster und ein lofer. Aber Blüte. In die Tochter feines Schwiegerfohnes fcheint er fich ver. auch der Herr des Hauses erlebt nicht ungestraft des neuen Beines lieben zu wollen. Aber sein Bersuch, mit ihr in die Welt"( nach England, nach Australien vielleicht) zu gehen, schlägt fehl, bank dem Widerstand des Mädchens und des eigenen Herzens, das nach der sorgsamen Gattin und dem Hause bangt. Denn eigentlich war es bek ihm tein richtiges Gären. Es war nur ein Erfaß. Weil, wie man erfährt, feine Ehefrau ihr Bett aus seinem Schlafgemach in jenes der eigentlichen Handlung gehört die enttäuschte Rückkehr einer gefchie. Töchter gestellt hat. Moral: auch wenn die Löchter bereits er. wachten, dürfen die Ehebetten nicht getrennt werden.( Nicht zur Senen Tochter ins Baterhaus.) Es ist alles aufgeboten, was das mittelständische Herz bewegt: von Bibelzitaten bis zu Gedichten für den Hausgebrauch. Ein leiser, aber nicht wenig zudringlicher Duft ehelicher Betten- die Jzum Schluß sichtbar und symbolisch wieder zueinander übersiedeln mischt sich in den Sommerduft des ländlichen Gartens. In einer gewissermaßen plöglich aufwallenden Apotheose der bürgerlichen Ehe liegen fich die Gaiten in den Armen. Hoffentlich friegt auch der führung lehrte den Enfeln die Chemoral ihrer Großväter. Es war, Bastor noch feine Reine. Die Geschichte dieser Ehe hat aller. dings schon Wedekind in verschiedenen Formen besorgt. Die Aufwie der Anblick einer Statue, die den Hut einer vergangenen Mode saison trägt; wie der Anblick der Kaiferin im Tiergarten. System noch schwächer ist als der Koder, gibt es jede Woche poliDas tommt noch. In Ländern, in denen das parlamentarische tische Duellforderungen: in Ungarn und in Polen zum Beispiel. Aus der Sprache der Politik in die der Philosophie überseht, heißt " parlamentarisches Syftem": System des Gedankenautausches. Wer feine Gedanken austauschen kann, fängt an, sich zu prügeln. Wo das Gehirn versagt, tritt der Mustel in Tätigkeit. Und die Duellforderung der Bölkischen war eigentlich eine Wahlpropaganda. Sie gefällt allen jenen, die aus Mangel an Gehirn mit der Fauft oder mit der Piſtole tämpfen. Und es ist symptoma tisch für die Entwicklung des deutschen Bolkes, daß die Anhänger des Biceps, der Pistole, des Duells gewählt werden. Wir werden bald mehr Schüsse, als Gedanken in Deutschland zu hören be. tommen." Ganz richtig," erwiderte Alfred, aber ist nicht ein Schuß aus der Bistole eines Bölkischen, felbst wenn er mich träfe, immer noch angenehmer, als ein Gebante aus feinem Hirn?" Das Havemann- Quarteft führt im Rahmen der von der Staatlichen Hochschule für Mufil veranstalteten Sonderkonzerte am 13. im Theater. unb Stammermusilfaal der Hochschule für Mufit ein neues Streichquartett bon. Bemlinity,& Stravinsty und A Brudner auf Die Uebersetzung( Julius Elias) verstärkte das Gartenlaub lich durch papierene Sentiments; die Regie( Reinhold Brud) durch Dehnung des Kitschigsten; die Dekoration( Benno v. Arent) durch Illustrierung des Mittelständischen. Die ländlich- fittliche Aufführung besorgten ein paar hübsche Mädchen( Hilde Hildebrand, Annedie Courts- Mahler diese Bornamen gegeben?); ferner Hermann marie Möride, Erila Meingaft, Marlene Dietrich- hat Ballentin als Hausherr, dessen persönliche und zum Teil in der Rolle bedingte Ironie mit dem Rofenduft verföhnte; ferner Lucie höflich als Gattin, die der Sentimentalität ihrer Rolle anheim fiel und sich gelegentlich nur durch Birtuosenrum rettete. Den Paftor gab wahrheitsgetreu Paul Bildt. Er fann sich als Geist licher sehen lassen. Es scheint wirklich feine Beranlagung zu sein. Das Bublifum applaudierte feiner eigenen Gartenlaube. Mein hard und Bernauer haben ein Herz, ein Doppelhera, für den Mittelstand. Der gel- Junder- Berlag' veranstaltet in Gemeinschaft mit ber Stunfte handlung Dr. Kreitner u. Co. in den Räumen Sturfürstendamm 243 eine Ausstellung von Berten von Franz Mafereel Gröffnung 22. Māra Stelle tun mußte. Mit Ludendorff über Ehrbegriffe zu rechten, hat keinen Sinn. Wenn er an Stelle des Prozeßverfahrens den Ehrenhandel fetzen will, wenn er heute noch nicht be greift, daß er nicht zum Lohn für seine Baterlandsliebe", fondern für seine Beteiligung an der 3erfleischung des deutschen Boltes auf der Anklagebant figt, so liegt das daran, daß er für die Dinge dieser Welt das Augenmaß schon lange verloren hat. Wenn die Verteidiger Ehrbegriffe auf den Kopf zu stellen suchen, fo mögen sie das im Interesse ihrer Klienten tun. Wenn aber das Gericht es zuläßt, daß nicht der Prozeß der Angeklagten, sondern das Verhalten einzelner Reichswehroffiziere, die mit den politischen Vorgängen des 8. und 9. November gar nichts zu tun haben, verhandelt wird, dann beweist das nur, daß das Recht in München vor diesem Boltsgericht bei diesem Staatsanwalt teine Stätte hat. Berliner Bezirksparteitag. Die Kandidatenaufstellung für Groß- Berlin. Der Berliner Bezirksparteitag, der gestern noch mals zusammentrat, hatte auf seine Tagesordnung nur die Auf stellung der Reichstagstandidaten für Berlin und für Teltow- Beestom. Der Für den Parteivorstand berichtete Genoffe Dittmann über die aus Anlaß der Vorgänge vom vorigen Sonntag notwendig gewordenen Verhandlungen. Die Aufstellung der Kandidatenliften ist diesmal aus mehreren Gründen besonders schwierig auch deshalb. weil es sich um die erste Kandidatenaufstellung nach der Wiedervereinigung der Partei handelt. Wir sind einig darüber, daß man nicht eine einseitige Richtungsliste aufstellen tann Das führt aber dazu, daß zwischen beiden Richtungen um die erften Busch und Michaelis. Stellen fonfurriert wird. Es liegt in der Natur der Sache, daß nicht alle bisher in Berlin gewählten Abgeordneten an quter Stelle auf Oder: Die lächerliche Revolution. der Liste stehen fönnen. Wenn die Partei mit einer einheitlichen Der Prozeß gegen den Redakteur Heinrich Gutmann wegen ständigung. Das Ergebnis der Borberatungen vor dem BeListe in den Wahlkampf gehen will, gibt es nichts anderes als' BerBeleidigung des Provinzialschulrats Michaelis und des Gymnasialairtsparteitag vom letzten Sonntag war die Einheitslifte. direktors Busch aus Friedenau fand am Freitag vor der Leipziger Kandidatenvorschlag des erweiterten Borstandes wäre zur Annahme Straftammer seinen Abschluß: Gutmann wurde diesmal zu einer gekommen, menn nicht die Abstimmungsverfoppelung erfolgt wäre. Geldstrafe von 2000 Mart verurteilt. Das Schöffen. Heute handelt es sich nur noch um die Kandidatenaufstellung. Die gericht hatte vor einem halben Jahr in derselben Angelegenheit tungen müssen berücksichtigt werden. Aus Zeitmangel ließ man berechtigten Ansprüche der Frauen und der beiden Rich. auf Freispruch erkannt. In der Urteilsbegründung hatte es da- zweimal acht Kandidaten in gemeinsamem Wahlgang wählen. Das mals geheißen, daß den Aussagen Buschs fein Glaube Ergebnis zeigt, daß das unmöglich war. Jekt wird vom Bezirksbeizumessen sei und daß der Beschuldigte einen fast völlig vorstand wieder dieselbe Lifte unterbreitet. Ueber die entscheidenden einwandfreien Wahrheitsbeweis erbracht hätte. Stellen herrschte Uebereinstimmung schon am vorigen Sonntag. Ergebnis noch geändert. Entweder fann Stelle für Stelle oder en Die Nachzählung der Stimmzettel hat übrigens das bloc abgestimmt werden. Sonntag Nach den Erfahrungen vom vorigen Nach den Erfahrungen vom vorigen Vor der Straffammer hingegen wurden die Aussagen der Kläger mit einer auffallenden Milde beurteilt. Die Behauptung des Direktors Busch, daß er in den Rapp Zagen nicht gewußt habe, um was es fich eigentlich handle, obwohl er damals der Einwohnerwehr angehört, wurde vom Borsitzenden nicht als haltlos zurückgewiesen. Auch der Provinzialschulrat Michaelis fonnte sich des weitestgehenden Berständnisses für seine an den ehemaligen Abiturienten Gutmann gerichtete Frage erfreuen: ,, Warum nennt Oswald Spengler die Revolution Don 1918 die lächerliche?" Die vom Provinzialschulfollegium eingefor. derten Akten, denen eine Beschwerde über das Berhalten der Lehrer und des Direktors zugrunde lag, tamen nicht zur Verlesung. Hingegen geschah alles, um die Aussagen der gegen den Direktor zeugenden Schüler als inhaltlos ober persönlich beeinflußt hinzustellen! Ein Sachverständigengutachten wurde abgelehnt. Auch die inzwischen bekannt gewordene, gegen den früheren Kultusminifter a enisch gerichtete Bemerkung des Direttors: Bon solchem Gesindel muß man sich befehlen lassen" wurde als belanglos für die Beweisführung der Verteidigung angesehen. Auffallend ist auch folgende Tatsache: Auf den besonderen Hinweis des Verteidigers gab Direttor Busch zu, daß er Michaelis über die politische Gesinnung des Abi. turienten vorher aufgetlärt habe. Michaelis felbst hatte, obwohl er vom Provinzialschultollegium mit der Untersuchung über die Zustände, die sich am Friedenauer Gymnasium nach dem 1. Mai ergeben hatten, beauftragt worden war, in feiner ersten eidlichen Aussage behauptet, von Gutmann nichts gehört zu haben! empfehle ich en- bloc- Annahme. Unsere Gegner sollten zu früh frohlockt haben, daß wir mit gebrochener Front in den Wahlkampf gehen werden. Der Bezirks. parteitag follte durch en- bloc- Annahme beweisen, daß wir entfchloffen find, als geeininte Sozialdemokratische Partei Deutsch lands den Wahlkampf zu führen.( Lebhafter Beifall.) fet abzulehnen. folge, werde er der Partei einen großen Dienst erweisen.( Beifall.) Wenn der Parteitag dem Vorschlag Dittmanns Genosse Crifpien erklärte, jeder Berdacht etwaiger Rechenkunst. stücke bei der Feststellung des Wahlergebnisses sei ausgeschlossen. Der Parteivorstand wolle die Berliner Organisation nicht vergewaltigen, sondern sie selber auf diesem neuen Bezirksparteitag entscheiden lessen. Erst wenn das wieder zu feinem Ergebnis führt, müffe ber Barteivorstand eingreifen. Man solle nicht bei abweichender Meinung einander Parteilichkeit vorwerfen, sonst machen wir unserer Partei eine Mördergrube.( Lebhafte 3uftimmung.) Wir stehen vor einem Kampf, der so erbittert sein wird, wie felten ein Kampf war. Wir haben gegen uns die Kommunisten, die auf ihre Fahne aus die Bernichtung der Sozialdemokratischen Partei Bartei der Indifferenten. Unsere Aufgabe ist es, den Soziageschrieben haben. Wir haben gegen uns die Gesamtheit Der bürgerlichen Parteien, haben auch gegen uns die lismus nicht untergehen zu lassen. Auch die Gewerkschaften find be droht, wie nie bisher. Oft wollten die Genoffen uns nicht glauben, erweiterteri Bezirksvorstandes zustimmen. Geben wir den Genossen aber die Entwicklung gab uns recht. Wir sollten dem Beschluß des da draußen ein gutes Beispiel. Dann werden sie freudig mit uns in den Kampf gehen gegen den Kapitalismus.( Lebhafter Beifall.) Ein Schlußantrag Helbig murde angenommen. weiterten Bezirksvorstandes geschritten. Die vorgelegten Ranbi Darauf wurde zur Abstimmung über den Vorschlag des er baten listen für Berlin und für Teltow- Beeskow wurden en bloc mit 255 Stimmen gegen 216 angenommen.( Lebhafter Beifall.) Erledigt waren hiermit der Antrag Günther, den Vorschlag bes erweiterten Bezirksporstandes abzulehnen und die am 2. März durch forrette geheime Wahl aufgestellten Kandidatenliften als zu Recht bestehend zu erklären, und ein Antrag Löwenstein. Aufhäuser, die Kandidatenaufstellung von der dritten bis zur letzten Stelle nochmals in getrennten geheimen Einzelwahlen vorzunehmen. Nach diesem Ergebnis erklärte Genosse Breunig, mit einem derartigen Beschluß sei die Verständigung abgelehnt. Er könne die Lifte nicht als paritätische anerkennen, er nehme daher das Mandat nicht an.( Beifall.) In der Diskussion wandte sich Genosse Günther- Neukölln gegen Genossen Dittmanns Mitteilung, daß die Nachzählung ein anderes, Genosse Ad. Hoffmann erklärte gleichfalls feinen Verzicht. Ergebnis gebracht hat. Am Sonntag habe niemand das Ergebnis Genosse Aufhäuser stimmte Breunig und Hoffmann darin bemängelt. Mit erstaunlichem Eifer habe Genoffe Dittmann sich für bei, daß die Liste nicht paritätisch sei und der Berliner Organisation die paritätische Lifte ins Beug gelegt. In Sachfen habe er, der Unrecht geschehe. Er trug aber Bedenten, daraus dieselben Konse Redner, diesen Eifer bei dem Barteivorstand vermißt. Der Bezirks- quenzen zu ziehen. Er werde sich dem Beschluß fügen, damit parteitag dürfe sich diese Oktronierung nicht gefallen laffen. Die wir an die Wahlarbeit geben können.( Beifall.) Wahl vom vorigen Sonntag bestehe zu Recht. Er brachte eine Re. folution ein, diefe Wahl als rechtmäßig zu erklären. ( Groker Lärm und Beifall.) Genosse Wansti verwarf den Borschlag, die Liste en bloc anzunehmen. fich in diesem Augenblick befinde. Gie bürfe nicht den Boden des Genosse Aufhäufer wies auf die Gefahr hin, in der die Partei Rechts verlassen. Der Bezirksparteitag allein habe zu entscheiden, keine andere Instanz. Das gelte für die Genossen von rechts und von links. Verständigung fei möglich, aber nicht so, wie der Parteivorstand es mache. Der Redner wandte sich gegen das bei der nachträglichen Zählung befolgte Prinzip der Numerierung. Wenn heute feine Einiguna zustande fomme, bürfe nicht, wie angefündigt worden sei, der Parteivorstand entscheiden. Der Bezirks. tag zu Recht besteht. Wir stellen nachher unfere Mandate zur parteitag muß feststellen, daß die Wahl vom vorigen SonnBerfügung, und Sie können dann über jeden einzelnen entscheiben, ob er Ihr Vertrauen hat. Ich nehme an, daß die Wahlen für die beiden ersten Stellen erledigt sind.( Lebhafter Beifall.) Genosse Heinig erklärt es für unmöglich, die Wahl vom Sonntag einfach für forrett zu erklären. Nach allem, was in diesem Prozeß über das Verhältnis zwischen zwischentag Lehrern und Schülern an die Deffentlichkeit gekommen ist, fann es nicht Wunder nehmen, wenn der fortschrittlich gesinnte Teil der Schüler in dumpfe Berbitterung gerät, der andere hingegen sich immer frecher und zügellofer gärdet. Die Autorität wird von Lehrern selbst untergraben und jegliches Vertrauen zu ihnen bei ber nachdenkenden Jugend vernichtet. Hakenkreuzjünglinge finden bei gewissen Lehrern freundwilligste Unterstügung. Republikanisch gefinnte Schüler aber werden moralisch niedergedrückt. Und so wirb nachträglich die Revolution von 1918 von Beamten der Republik wirklich zu einer lächerlichen" degrabiert, weil sie nicht verstanden hat, die reaktionären Geister vollkommen auszutreiben. Wie das Tipperary- Lied zum englischen Volkslied wurde. Wäre der Weltkrieg nicht gekommen, tein Mensch hätte etwas von der Existenz des weltberühmt gewordenen englischen Soldatenliebes erfahren. Niemandem tam auch der Erfolg überraschender als bem Romponisten des Liedes, Henry Jones Williams, dem fleinen bud figen Musiker, der bis dahin fein Leben fümmerlich gefristet hatte und der jezt, 50 Jahre alt, als reicher und populärer Mann gestorben ift. In feinen jungen Jahren hatte er Couplets und Gassen hauer für Singspielhallen tomponiert, ohne daß ihm das Glück ge lächelt hätte, und auch seinem It's a long way to Tipperary" fchien fein besserer Erfolg beschieben zu fein als den vielen Borgängern. Bergebens hatte der Textverfasser für das Lied einen Berleger gesucht. Er wurde überall abgewiesen. Endlich entschied fich ein Singspielverleger, das Manuskript des Couplets, von dem er sich einen Barietéerfolg versprach, zu bruden. Das Lied wurde auch im Jahre 1913 gefungen. Dann hörte man nichts weiter von ihm, bis im August 1914 ein englischer Kriegsberichterstatter gelegent lich der Schilderung eines Sturmangriffs englischer Truppen in Flandern ganz nebenbei der Tatsache gedachte, daß die stürmenden Truppen beim Angriff bas It's a long way to Tipperary" angeftimmt hätten. Bon da an war bas Glüd des Liedes entfchieden. Jeder Engländer wollte es fennenlernen und, wie der Ber. leger erflärt, wurden in Großbritannien nicht weniger als eine Million Exemplare abgefeßt, eine Auflageziffer, die viermal so hoch ist, wie sie der populärste Gaffenhauer je zu verzeichnen hatte. Kinder als Bagabunden. Das Bagabundentum obdachloser Das Bagabundentum obdachloser Rinder nimmt in Rußland einen Umfang an, der die Breffe fo so fehr beunruhigt und beschäftigt, daß dem Kampf mit dieser Erschei nung in manchen Zeitungen eine ständige Rubrit eingeräumt ist. Besonders wird der Süden im Herbstbeginn von Scharen wandern der Kinder aufgesucht, da das mildere Klima fie anlodt. In diesem harten Winter mit starkem Froft und häufigen tagelangen Schnees türmen find aber, wie der Oft- Expreß berichtet, auch im Süden Rußlands viele der jugendlichen Bagabunden zugrunde gegangen. Denn nur die Minderheit entschließt sich im Fall dringendster Not, bie Rinderafple und Unterkunftsstellen aufzusuchen; die meisten fürchten die dort ausgeübte Aufsicht und die Berfuche, fie zu einem geregelten Leben zurückzuführen, mehr als Hunger und Kälte. Diefe Kinder und Halbwüchige find völlig vermilbert, fie leben von Lettel und Diebstahl. In ben Stäbten fuchen sie verfallene und per laffene Säufer auf, wie sie nach den Berwüstungen der Bürger. friegszeit und bei der allgemeinen Berarmung sich jekt vielfach finden, und hausen dort als organisierte Diebesbanden. Diese Aus wirkungen der blutigen Bürgerkriege, Berwüstungen und wieder. holten Hungersnöte find troh unaufhörlicher Propaganda zugunsten von Kinderschutzverbänden, Heimgründungen usw. noch taum in der Abnahme begriffen. D . Kann man wieder ins Ansland rellen? Dieses Thema bebanbelt Genoffe Dr. Alfred Buttmann in einer Reihe Film- und Lichtbilder. vorträge, die im Institut für Meerestunde, Georgenstr. 34, stattfindet: Am 19, März Danemart und Schweden, am 20. Nor wegen, am 22. Durg Strol nad Dberttalien, am 24. .Die Schweig am 26. Gine Getreife bon gamburg nach Genua. Beginn: abends 7, Ubr. Abonnements: 4,20 M. bei Bertheim und Bote u. Bod. Einzelfarten: 1,75 m. an ben Abendlassen. Bei den Landtagswahlen wie bei den Stadtverordnetenwahlen habe sich gezeigt, daß in Berlin die damalige USBD. nicht mehr die Stärfe wie bei den Reichstagswahlen hatte. Jetzt feien beide Flügel hier etwa gleich start Alle Teile der Partei müffen fo zufammengesetzt werden, daß die Geschlossenheit der Partei dokumentiert wird. Das ist aber nur bei einer paritätischen Liste möglich. Wir werden aber im Wahlkampf unsere Pflicht tun, gleichgültig wie schließlich die Liste aussieht.( Starter Beifall.) Genoffe Lembert- Baumschulenweg warnte, diesen Bezirks parteitag wieder so enden zu lassen wie den vorigen. In anderen Bezirken habe man den linten Flügel vergewaltigt, hier aber solle er sich fügen. Er richtete auch an die Opposition die Bitte, alles zur Einigung zu tun.( Beifall.) Genosse Fischer- Weißensee mahnte zur Einigkeit. Daß sie nötig ist, werde man nach den Reichstagswahlen sehen. Unter allen Umständen müsse heute eine Berständigung erreicht werden. Wenn am vorigen Sonntag eine Berständigung über die Spitzenkandidaten zustande tam, warum habe man sich da noch wegen der untergeordneten Stellen den Schädel eingeschlagen! Die Resolution Günther Die Hamburger Wahlen. Die angebliche Niederlage. Aus Hamburg wird uns geschrieben: Genosse Hermann Müller vom Parteivorstand bedauerte, daß viele Genossen noch nicht die rechte Einsicht in die Schwere des Wahlkampfes haben. Auch mit diesem Ergebnis werde der Parteiborstand sich wieder beschäftigen müssen, damit endlich die Sozialdemokratie in der Wahlagitation ihre Werbetraft entfalten tann. Gegner von rechts und von links ihre Freude haben. Es müsse die Wenn die Streitigkeiten nicht beigelegt werden, tönnen unsere Schlagkraft der Partei gesichert werden.( Lebhafter Beifall.) Anlaß der durch die Mandatsniederlegung entffandenen Situation Schließlich lief der Antrag Thurm- harnisch ein, aus nun doch noch eine Einzelabstimmung porzunehmen. Dieser Antrag wurde unter großer Unruhe mit 223 Stimmen gegen 203 angenommen. Hierauf gab Genosse Bernhard Krüger für einen großen Teil der mit 255 Stimmen angenommen war, ist jetzt durch einen Be der Delegierten eine Erflärung ab, in der er fagte: Ein Beschluß, fchuß, der mit 229 Stimmen angenommen ift, für aufgehoben er flärt worden. Zahlreiche Delegierte hatten zuvor schon den Partei tag verlassen in der Meinung, die Entscheidung sei bereits gefallen. An solcher Methode muß der befte Wille zur Verständigung scheitern. Wir werden uns deshalb an den weiteren Verhandlungen nicht mehr beteiligen. Genosse Hermann Müller( Barteivorstand) stellt fest, daß mindestens 45 Delegierte vor der Einbringung des Antrages Thurm den Saal verlassen hatten. Wenn nun noch zahlreiche andere Dele gierte den Saal verließen, bliebe nur noch ein Rumpfparla. ment übrig, dessen Beschlüsse nichtig seien. Darauf werden die Verhandlungen unterbrochen. Bei Wiederaufnahme weist die Besetzung des Saats breite Lüden auf. Eine lange Debatte en spann sich um den Antrag, den Be3irtsparteitag bis Montag oder Dienstag zu vertagen, weil er in der jezigen Zusammensetzung die beschlossene Wiederholung der Wahlen in Einzelabstimmungen nicht mehr vornehmen fönne. Genosse Dittmann erflärte es für unmög lich, den Beschluß anzuerkennen, da der Antrag erst nach dem eggang eines Teiles der Delegierten gekommen sei. Genosse Künstler mahnte, dem grausamen Spiel vom Sonntag und von heute ein Ende zu machen. Für die Partelgenossen fet jetzt die ungeeignetste Zeit, einander zu bekämpfen. Um 12 Uhr wurde der Bertagungsantrag ange nommen. Jarres verordnet. Der Kampf um Memel. Die mir burch§ 2 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten über die Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes und die Ueber die Wahlen im Hamburger Landgebiet find trreführende teilte Befugnis zu Beschränkungen der persönlichen Freiheit und Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen vom 28. Februar 1924 erMeldungen durch die bürgerliche Breffe verbreitet worden, die zumu Berboten periodischer Drudschriften übertrage ich auf die Teil auch Eingang in unsere Parteipresse gefunden haben. Auf andesgentralbehörden, in Breußen außerdem auf die Grund des jetzt vorliegenden Endresultats ist folgendes festzustellen: Oberpräsidenten und den Polizeipräsidenten bon Die Sozialdemokratische Partei hat bei den Gemeindevertreterwahlen im Hamburger Landgebiet am 2. März d. 3. nur in den beiden Berlin. Meine unmittelbare Zuständigkeit zu solchen MaßLandstädten Bergedorf und Geesthacht erhebliche Einbußen nahmen wird hierdurch nicht berührt. Berlin, 8. März 1924. Der Reichsminister des Innern. erlitten. In Curhaven und den übrigen 25 Landorten hat sie gez. Dr. Jarres. den Befihstand vom Jahre 1919 nicht nur erhalten, sondern 8um Teil fogar noch erhöht. Es wurden insgesamt dies mal 115 fozialdemokratische Gemeindevertreter gewählt, gegen 124 im Jahre 1919. Der Verlust beträgt also nur 9 Sige, nicht 27, wie fälschlich vom Wolff- Bureau berichtet worden ist. Die ver forenen 9 Sige entfallen zum größten Teil( 8) auf Bergedorf und Geesthacht. Dort haben die Kommunisten erhebliche Fortschritte gemach, während sie in den übrigen Landorten sehr schlecht abschnitten. Die Gesamtzahl ihrer Vertreter beträgt jetzt 20, gegen 17 bisher. Die Bürgerlichen haben die Zahl ihrer Bertreter um ganze 7 gefteigert, von 243 auf 250. Wie aus diesen Zahlen hervorgeht, hat auch bisher feine fozialdemokratische Mehrheit bestanden. Es war deshalb eine auf Stimmungsmache berechnete Lüge, wenn in den Mitteilungen der Telegraphenunien behauptet wurde, die rote Mehrheit" im Hamburger Landgebiet sei gebrochen. Bei den gleichzeitig vollzogenen Wahlen zum Landesausschuß, der zum erstenmal gewählt wurde, find 4 Sozialdemokraten, 8 Bürger. liche, 1 Demokrat, 1 Mittelständler und 1 Kommunist gewählt. Auch diefes Ergebnis zeigt, daß von einem ähnlichen Radschlag wie in Mecklenburg bei den Hamburger Landgebietswahlen nicht die Rede sein kann. Nach Bismardichem Muster.„ Kurjer Bognanffi" telft mit, baß die Aussiedlung der deutschen Optanten aus Bolen auf derselben Grundlage erfolgen würde, wie die Aussiedlung der franzöfifchen Optanten aus Elsaß- Lothringen nach dem deutsch- französischen Kriege. Der polnische Sejm hat eine Entschließung angenommen. bie von der Bedeutung des Memelhafens für Polen ausgehend, volles und unbeschränktes Transitrecht durch Litauen auf allen nach Memel führenden Land- und Wafferwegen fordert. Um fich gegen die stets mögliche Beherrschung Memels durch Deutschland zu sichern, erblickt die Entschließung die einzige Garantie darin, daß dem Vertreter der Ententemächte als Präsidenten des Hafens das Einspruchsrecht zuerkannt wird. Diese Entschließung des polnischen Barlaments foll zweifelsohne die Arbeiten der Bölkerbundfommission in Genf beeinflussen, die gegenwärtig über das Schicksal des Memellandes zu entscheiden hat. Nachdem Polen das Wilna- Gebiet mit Gewalt den Litauern entrissen hat, sucht es sich nun auch in Memel festzusehen resp. Einfluß auf die Berwaltung des Memeler Hafens zu gewinnen. Darauf weist u. a. auch der neueste Anspruch Polens auf eine Stelle im Memeler Hafenrat hin, Demgegenüber muß mit aller Entschiedenheit daran festgehalten werden, daß ein entscheidender Einfluß Bolens in Memel bie Lage nur noch mehr verwirren und neue Komplitationen in den östlichen Randländern schaffen würde. Der USP.- Parteitag in Eisenach hat einen Antrag, Ledebour, Wegmann und Rusch zu den Berhandlungen einzuladen, gegen vier Stimmen( 3widau) abgelehnt. Gewerkschaftsbewegung Arbeitszeit und Schlichtungsverfahren. Jedes Echlichtungsverfahren wird notwendig beide Parteien un befriedigt lassen. Trogdem wird heute niemand das Schlichtungsverfahren missen wollen. Es erleichtert den Parteien die Annahme einer mittleren Lösung, auf die zurückzugehen aus freien Stücken sie sich nicht entschließen würden. Nutzlose und opferreiche Wirtschaftstämpfe, deren Ausgang in der Regel dass felbe Ergebnis haben wie ein im Schlichtungsverfahren gefällter Schiedsspruch, werden damit vermieden. Dementsprechend ist es auch ein notwendiger Schuß für Arbeitgeber und Arbeitneh. mer, die den gefällten Schiedsspruch respektieren, wenn dieser ver. bindlich erklärt wird. Das Schlichtungsverfahren ist also, wie es in den Grundzügen der Berordnung über das Schlichtungswesen heißt, die Hilfeleistung beim Abschluß von Gesamt vereinbarungen". Die Voraussetzung der Verbindlich. feitserklärung eines Schiedsspruchs ist nach diesen Grundzügen, daß der gefällte Schiedsspruch der Billigkeit entspricht und daß seine Durchführung aus wirtschaftlichen und so zialen Gründen für den Beruf oder den Betrieb erforder lich ist".. Wie sind aber diese Grundzüge und wie sind die Bestimmungen der verschiedenen vom gegenwärtigen Reichsarbeitsminister erlaffenen Verordnungen über das Schlichtungswesen vereinbar mit den Schiedssprüchen, die in der Frage der Arbeitszeit gefällt wurden, Schiedssprüche, die die härtesten und erbit tertsten Wirtschaftstampfe auslöften! Daß diese Schiedssprüche im flagranten Widerspruch stehen zu der Arbeitszeitverordnung, haben wir wiederholt dargelegt. Entspricht ein Schiedsspruch etwa der Billigkeit, wenn die Arbeitszeit ohne weiteres ausgedehnt wird über das höchste Maß von Ausnahmen, die nur unter ganz konkret umschriebenen Boraussetzungen zulässig sind? Wir führen ein fonkretes Beispiel an: Vor einigen Wochen wurde in Berlin die Metallarbeiterschaft zum Feiern gezwungen, well die Metallindustriellen durch einfaches Dittat die Löhne herabsetzten, um gleichzeitig den Achtstundentag zu beseitigen. Der Schiedsspruch, der dann zustande tam, hält allerdings den Achtstundentag aufrecht, gestattet aber den Unternehmern, von sich aus die Arbeitszeit um eine Stunde zu verlängern, wenn ihnen dies aus wirtschaftlichen Gründen usw. erforderlich erscheint. Nach dem Geschrei, das die Unternehmer damals vollführten, sollte man annehmen, daß sie von diesem Recht ohne weiteres allgemein Gebrauch gemacht haben. Ta sächlich arbeitet heute noch nicht ein Sech stel der Berliner Metalarebiler mehr als acht Stunden! Hier aber hatte der Schiedsspruch wenigstens grundsäßlich den Achtstundentag aufrechterhalten. Dank der Wachsamkeit der gewertschaftlichen Organisation und der Entschlossenheit der Arbeiter haben die Unternehmer von dem ihnen zustehenden Recht in geringerem Maße Gebrauch gemacht als ihnen die Arbeitszeitverordnung selbst zusteht. Wir haben aber daneben verbindlich erklärte Schiedssprüche, die ohne weiteres die Arbeits zeit auf neun, zehn Stunden und darüber fest setzen, cbwohl die vorhandenen Arbeiter nicht einmal acht Stunden beschäftigt werden können, obwohl Zehntausende des gleichen Berufs seit Monaten arbeitslos sind. Und solche Schiedssprüche wer. den gefällt und verbindlich erflärt! Entsprechen sie etwa der Billigkeit oder sind sie aus sozialen und wirt. fchaftlichen Gründen erforderlich? Das Schlichtungsverfahren, das Wort selbst fagt es, soll wirtschaftliche Kämpfe verhindern bzw. beilegen. Wenn es aber unweigerlich dazu führt, Wirtschaftstämpfe auszulösen, dann wird wohltat Plage. Diese Schiedssprüche, die ohne jede Voraussetzung die regelmäßige Arbeitszeit gegen den ausdrüdlichen Willen einer Vertragspartei und unter Verkennung der so. zialen und wirtschaftlichen Gründe über den Ach stundentag ausbehnen, sind nicht nur ungefeßlich, sie verstoßen auch gegen den Geist des Schlichtungsverfahrens selbst. Gerade weil wir von der Notwendigkeit des Schlichtungsverfahrens überzeugt sind, müssen wir uns gegen einen Mißbrauch wenden, der das Schlichtungswesen selbst nur gefährden kann. Zum Aerztestreit. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission und das Ortskartell Berlin des AfA- Bundes fenden uns folgende Erklärung: „ Der Streit der Aerzte, der sich angeblich gegen die Reichsregierung richtet, aber in der rücksichtslosesten Weise auf dem Rüden der Mitglieder der Krankenkassen ausgetragen wird, ist in WirklichDamen- Wäsche mit Trägern und Taghemd Langette.......... Taghemd Nachthemd mit Stickerei1.95 mit Stickerei- Ansatz 3.25 und Trägern Ansatz.. 5.50 satz und-Ansatz 6.50 Nachthemd mit Stickerei- EinBeinkleid mit Stickerei- Ansatz 3.50 Prinzeßrock Batist- Madapolam 50 mit Stickerei- Ansatz... Untertaille mit Stickerei..... 1.75 Brusthalter Stoff. aus weißem festen 1.75 3.90 Hüfthalter mit Paar Haltern aus grauem Drell felt, bas hat bie Führung mb bie Auswirkung besfelben bewiesen, ein Rampf gegen die Sozialversicherung, das heißt gegen die Krankenversicherungspflicht der Arbeitnehmer. Bedauerlicherweise haben sich diesem Streit auch fozia. listische Aerzte angeschlossen, und damit ihre Solis darität mit den ärztlichen Feinden der Sozialversicherung befundet. Die Gewerkschaftskommission und mit ihr die gewert: fchaftlich organisierte Arbeitersaft verurteilt en Kampf, per sich nicht gegen die Reichsregierung, sondern diesen bürftigen Arbeitnehmer auswirkt, auf das entschiedenste. gegen die Krankenkassen und die der ärztlichen Hilfe beSie fann nicht anerkennen, daß dieser Kampf mit einem wirtschaft lichen Streif der Arbeitnehmer gleichzustellen ist; denn die Aerzte find teine Lohnarbeiter und wollen es gewiß auch nicht fein, die in einem Lohnverhältnis zu den Krankenkassen stehen, fondern selbständige Gewerbetreibende. Darum ist es geradezu unverantwortlich, daß selbst sozialistische Aerzte diejenigen ihrer Kollegen, die diesen Streit nicht mitmaden gliedern zur Verfügung stellen, als Streitbrecher beschimpfen. und sich den Krankenkassen und ihren, der Hilfe bedürftigen Mit Wir erklären, daß wir die Handlungsweise dieser Aerzte, die ihre Bflicht gerenüber Kranten und Hilfsbedürftigen über falsch verstandenes Standesinteresse stellen, nicht als Streitbruch betrachten. Von Aerzten, die sich Sozialisten nennen, hätte man billigerweise das gleiche erwarten können, anstatt dak sie fich hinter ihre reaktionären, der sozialen Versicherung feindlichen Kollegen stellen." Ellert Die notwendige Sänderung. Halle, 8. März.( Eigener Drastbericht). Der Bundesausschus Mitteldeutschen Bezirksausichuß abgefett. 8vel des ADGV. hat den fürzlich völlig mit Kommunisten besegter uberlässige Gewerkschaftsfefretäre, effe und Saupe, wurder die ordnungsgemäße Wahl eines legalen Bezirksausmit der Vorbereitung einer Konferenz beauftragt, deren Aufgabe ibuſſes ſein wird. Für Hausangestellte in Geschäfts- und Industriehäusern. Für den Monat März wurden am 3. März vor dem Schlichtungs ausschuß Groß- Berlin mit dem Verband Groß- Berliner Induſtrie und Geschäftshausbesizer. den Verband der Geschäfte und In dustriebaus befizer und dem Bund Berliner Haus- und Grundbe igervereine Lobniäge für männliche Hausangestellte von 21 bis 28 Mart und für Fahrstuhlführerinnen von 18 Mart pro Woche festgelegt. Der Echiedsipruch ist am 5. März vom Schlichter für Groß- Berlin verbindlich erklärt. Lobnregelungen find gegen Vorzeigung des Mitgliedsaus. weifes im Bureau des Deutschen Bortierverbandes Berlin W. 62, Bayreuther Straße 31 oder Engelufer 24/25, Bummer 26 an haben. Zur Aussperrung in der Musikinstrumentenindustrie. Gestern fand unter dem Vorsiz des Gewerberates Körner eine Besprechung zwischen den beiden Part.ien mit dem Ergebnis start, daß die Gesamtstreitfrage vor einem unrarteiischen Schiedsgericht entschieden werden soll. Diese Verhandlung wird entweder am wird fofort den ausgesperrten Mitgliedern aur Enticeidung vorMittwoch oder Donnerstag stattfinden. Das Ergebnis derfelben gelegt werden. Die Ortsverwaltung. Der Wiener Bantbeamtenstreit beigelegt. Die Verhandlungen zur Beilegung des Streits der Wiener Bantbeamten haben zu einem bollen Einvernehmen über alle Fragen geführt. Der volle Betrieb der Banken wird Montag früb wieder aufgenommen. Achtung, AEG.- Rabelwerk Oberfpree! Dienstag nachmittag 4 Uhr bei Jmberg, Wilhelminenhofftr. 34, wichtige Rufammenkunft aller BSPD.- Genoffen. Erscheinen aller ift dringende Pflicht. Parteious weis legitimiert Der Fraktionsvorstand. Der neue Schiedsspruch im Einzelhandel. handel, am Freitagabend berichtete G11 ert über die BerhandlunIn der Mitgliederversammlung des 3dA., Fachgruppe Einzel» gen. Die Arbeitgeber forderten in einem Vertragsentwurf, daß die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 54 Stunden betragen foll und bis zu 10 Stunden täglich ausgedehnt werden kann. Der halbe freie Tag und die lleberstundenzahlung sollen ganz fort fallen. Die Arbeitnehmer stellten Verbesserungsanträge, doch fam es zu feiner Verständigung. Die Unternehmer riefen den Schlich tungsausschuß an. Nach langen Beratungen unter Borsiz des Herrn Gewerberots Rörner wurde gestern, am 7. März, in den zugunsten der Angestellten ausgefallen ist. Der Arbeitszeitparaspäten Nachmittensstunden ein Schiedsspruch gefällt, der nicht graph enthält in seinem wesentlichen Teil folgenden Baffus: Ent sprechend der wirtschaftlichen Notwendigkeit des Betriebes( z. B. Weiße Woche, Inventur usw.) fann nach Anhörung der gefehlichen Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Fil. Berlin, Sebastianstr. 37/38. Betriebsvertretung vorübergehend für die Betriebe oder Einzelbetriebsabteilungen eine Berlängerung der täglichen Arbeitszeit bis zu 54 Stunden in der Woche an insgesamt 100 Tagen im Jahr angeordnet werden. Die Einteilung der regelmäßigen Arbeitszeit bleibt der Regelung zwischen der Geschäftsleitung und der gefeßlichen Angestelltenvertretung überlassen. Soweit es die Betriebsverhält niffe zulassen, ist für die Angestellten an einzelnen Tagen durch gehende Arbeitszeit mit entsprechend späterem Arbeitsbeginn festzu setzen." Die Bestimmungen über Kündigungsfrist, Probezeit und Aushilfe, Mindesteinkommen bleiben unverändert. Der Urlaub wird jedoch ftart gekürzt. Der Höchsturlaub beträgt, wie bisher, 18 Tage. Dieser Schiedsspruch soll ab 1. April 1924 wirksam werden. Ueber die Gehälter ist noch nicht verhandelt worden. Die Unternehmer forderten für weibliche Angestellten einen Lohnabstrich von 25 Prozent. Dieser Antrag wurde vom 3d2. als undistutabel zurüdgewiesen. Im April wird mit den Arbeitgebern über die Gehälter noch sehr ernsthaft zu reden sein. Da die Transport- und Facharbeiter des Einzelhandels ebenfalls in einer Tarifbewegung stehen, und hier noch kein Schiedsspruch gefällt ist, sah die Versammlung aus taftischen Gründen von einem Beschluß ab, um mit den gewerblichen Arbeitern Hand in Hand zu gehen. Berliner Transportarbeiter. In der am 6. März vom Deutschen Verkehrsbund, Gettion II, nach den Residenzfeftsälen einberufenen Transportarbeiterversammlung gab der Sektionsleiter Nellinger den Geschäftsbericht, der eine umfangreiche Tätigkeit in der Agitation, wie in den Branchen, Vertrauensmänner und Betriebsversammlungen und in Verhand fungen ausweist. Ein Jahr voller Arbeit, doch nicht voller Erfolge! 739 Bewegungen mit und ohne Streif find geführt worden. Die Beamtenwirtschaftsverein und der legte Speditionstutscherstreit. Streifs waren für die Beteiligten erfolgreich, 3- B. der Streit im Durch letzteren ist die Berlängerung der Arbeitszeit auf 54 Stunden abgewehrt sowie der einseitig vorgenommene Lohnabbau; der A ch tstundentag ist beibehalten worden. Der Mitgliederrückgang ist zurückzuführen auf Verminderung der Betriebe, Betriebseinschränkungen und Kurzarbeit. Außerdem hat ein Teil der früheren Mitglieder eine sogenannte Fachorganisation gegründet. Die Mitgliederzahl beträgt 11 379. Gewählt wurden als erster Seftions'eiter Nellinger, zweiter Wiese, Schriftführer Sydow und Weis: Zur engeren Bezirksverwaltung sind Berg, Lübke. Schirmer und Brunzel vorgeschlagen. Bei der Neuwahl der Bezirksverwaltung sollen die Kollegen Ortmann, Klose, Brezte, Böhmer und Fromte wiedergewählt werden. Serrenmaßbranche: Mitgliederversammlung am Dienstag abend 6% Uhr in der Echulaula Rodfir. 13. Stellungnahme zu den Borgängen in der Branche und zur Lohnfrage. Erscheinen ist Pflicht. Bersammlung aller Rommiffionsmitglieder, Betriebsräte bzw. Obleute und Sophienftr. 17-18. Stellungnahme zu den inneren Borgängen in der Organi fämtlicher Bertrauensmänner om Donnerstag, den 13. März, abends 7 Uhr, fation. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. Mitgliedsausweis und den Wochenbeiträgen keinen Zutritt. Funktionärkarte find vorzuzeigen. Ohne diefe oder mit mehr als drei reftierenDie Filialleitung. 3. A.: Willn Lehmann. Dentscher Portierverband. Geschäfts- und Induftrichousbranche: Montag abend 7 Uhr in der Aula der Friedrich- Werderfchen Oberrealschule, Niedermall Straße 12, Brandenversammlung aller Portiers, Hausmeister, Fahrstuhlführer, Seizer, Sof- und Hilfsarbeiter. Tagesordnung: Vortrag des Bezirksiciters Kollegen Ortmann. Bericht von den Lohnverhandlungen. Neue Lohnrege lungen gelangen in der Versammlung aur Ausgabe. Rentralverband der Schuhmacher. Branchenversammlungen der Maßschuh macher: Montag abend 7 Uhr im Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11-12;. für die Auschneider nachmittags 51 Uhr bei Sentschel, Röpenider Str. 127a; für die Wender, Wenderinnen und Nailerinnen abends 6 Uhr bei Diedrich, Marfiliusstr. 23. Dienstag nachmittag 5 Uhr Branchenversammlung für die Stepperei und Vorrichlerei der Ball- und Lupusindustrie im großen Gaal, für die Maschinenarbeiter im feinen Soal bei Hentschel, Köpenider Str. 127a; für die Zwiderei nachmittags 5 Uhr bei Bok, Beberstr. 6. Bürstenmader. Branchenversammlung am Dienstag abend 7 Uhr im Lokal. Rungstr. 30. Stellungnahme zum Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: F. Eklorn: Feuilleton: R. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckere und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB. 68., Lindenstraße 3. Dierzu 4 Beilagen.. Alfe Reserve 1846 Winkelhausen Besonders preiswert Tischwäsche Halbleinen Tischtuch Hausmacher- Jacquard 125x160cm 5.90 150 × 150 cm 7.90 .0.95 Servietten 5656 cm... Tischtuch Tischtuch Reinleinen Hausmacher- Jacquard 1307.90 130 10.50314.50 160cm 1.80 Servietten 60x60 cm.... Einzelne Tischtücher leichtlacard 11.50 Seidenstoffe mit Hohlsaum, 127x160 cm.. Deckbettbezug aus Linon, zum Knöpfen, 130x200 cm.... 9.75 Kissenbezug aus Linon, 80 cm breit 2.95 zum Knöpfen, 80x80 cm..... Laken Haustuch, 150>< 200 cm 5.80 Damast- Garnitur| Deckbettbezug 130x200 cm, 22.50 2 Kissenbezüge 80 × 80 cm... Überschlaglaken mit Stickerei oder Hohlsaum 17.00 Kissenbezug dazu passend, 5.50 garniert. Schürzen Servierschürze aus haltbarem 2.60 Madapolam mit, Hohlsäumen.. Hausschürze aus vorzüglich. gestreiften Stoff, Wiener Form 2.90 Hemdenseide gestreift, Bastseide naturfarbig, Mtr. 3.75 80 cm breit... Mtr. 3.90 Halbseide, Damast 85 cm breit ... Mtr. 4.60 Taft einfarbig oder schillernd, 7.50 90 cm breit.......... Mtr. Bedruckt Crêpe de chine Kleiderstoffe Rockstoffe covertcoatartig gezwirnt, mit feinen farbigen Streifen oder Karos, 130 cm... Mtr. 2.60 Reinwoll. Flauschstoffe in hellen Farben, für Sportjacken 3.75 und Mäntel, 140 cm...... Mtr. Noppenstoffe( Donegal) Handschuhe Schwedischleder- Nachahmung 2 Druckknöpfe, farbig........ 0.75 Schwedischleder- Nachahmung mit Riegel, farbig............ 1.15 Glacéleder 2 Druckkn, farbig 2.45 in neuen Mustern, 140 cm Mt. 3.90 Ziegenleder 2 Druckkn., farbig 2.90 Reinwoll. Gabardine marine, schwarz, braun, 130 cm.... .Mtr. Waschstoffe 6.50 Perkal vorzügl. Qualität in verschied. Mustern Mtr. 0.90 Zephir vorzügliche Qualität auf weißem od. farb. Grund Mtr, 0.95 Bedruckt Voll- Voile in aparten Mustern, 110 cm. Mr. 1.90 Voll- Voile aparte Farben .... Mtr. 2.20 mit weißem Kurbelei- Muster, doppeltbreit..... in modernen Nappaleder mit 2 Druckknöpfen für Damen 3.90 für Herren 4.90 Gardinen aus Etamine mit gewebten Vierecken Halbvorhang Halbvorhang aus Etamine mit gewebtem Fries Damen Kleidung Bluse aus farbig bestickt. Batist mit passender Einfassung Jumper- Bluse aus Trikot, Vorderteil m. Batik- Muster.. Jumper- Bluse aus bedruckt. Rohseide mit einfarb. Garnier. ** 2.90 16.00 33.00 7.90 Rock aus graumeliertem Stoff mit Knopfgarnierung... Rock aus gestreiftem reinwol- 27.50 lenen Stoff, plissiert... Kleid as farbigem Trikot, mit 29.00 Stickerei garniert.... Kleid jugendl. Form, aus kunst- 37.50 seid. Triket, helle Farben Kleid reinseiden. Taft in dunkl. Farben m. Volantgarnier. 54.00 Damen- Hut jugendl. Form... 8.50 Damen- Hut Liséré, mitBand 13.50 Formen u. Farben 5.25 Leder- Hut Nappa, in vielen 19.50 4.90 7.00 Halbvorhang Etamine mit handgearbeitetem Filet- Fries.. 17.00 Halbvorhang aus Etamine mit handgearbeitet: m FiletFries und breiter Spitze..... 21.00 etwa 100 cm breit....... Mtr. 14.50 Frotté peltbreit Streifer, 2.40 Garnitur aus buntfarbigem 10.75 doppeltbreit....... Mtr. Etamine.... Nsrael Liséré- Form. Kunstseidenes Band stark gerippt, 2/2 cm breit, Mtr. 0.28 Kunstseidenes Band in vielen Farben, 10% cm... Mtr, 0.60 Seidener Gitterschleier schwarz oder farbig...... Mtr. 0.50 Parfümerien Lavendel- Wasser große 0.95 Flasche, Böhm- Offenbach.. Kölnisch Wasser ,, Farina" Jülich- Platz 4....... Flasche 1.75 GEGRÜNDET 1815. BERLIN C SPANDAUER STR. KÖNIGSTRASSE Blumenseife Böhm- Offenbach 0.15 敬愛 Nr. 117 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Wiederaufleben der Schundliteratur. Es ist eine allbekannte Tatsache, daß Riefenfräfte tagtäglich am Berle sind, die Boitsfeele zu vergiften. Die geistigen Kräfte der Menschheit gehen in ihrer Gesamtheit trotz gewaltiger technischer und wissenschaftlicher Fortschritte einem rapiden Niedergang entgegen. Besonders werden hiervon selbstverständlich die besiklofen Schichten erfaßt. Ein nicht unbedeutsamer Faftor im Strome der in dieser Richtung wirksamen Mächte ist die Verbreitung der Schundliteratur. Die Form der Verbreitung. Wenn man heute durch die Stadtbezirke Berlins wandert, wird man in überaus vielen Straßen die Schaufensterauslagen der fleinen Buch. und Echreibmaterialienhandlungen mit den befannten bunten Heftreihen angefüllt finden. Die westlichen Verwaltungsbezirke stehen dabei allerdings bedeutend besser da, während eine Schund literaturfontrole in den Arbeiterbezirken, abgesehen von der sozialen Notlage, auch in dieser Hinsiat ungeheure Mißstände zutage fördern würde. Allein im Beziri Friedrichshain dürfte eine genque Umfrage die Feststellung ergeben, daß in diesem Bezirk nicht weniger als 100 Läden vorhanden sind, in denen neben anderen Berfaufigegenständen Schundliteratur feilgeboten wird. In den Bezir fen Mitte, Prenzlauer Berg, Wedding und Kreuzberg wird es nicht viel besser aussehen. Einige der schlimmsten Heftreiben feien hier festgehalten. Da ist einmal Fred Caterpink", der Mann. der im Interesse der Armen die Reichen wie die Polizei gleichermaßen oft prellt; dann Phil Morgan", der Mann, der einen Apparat, für Luft- und Unterseefahrten zugleich geeignet, gebaut hat;" ür gen Peters", der Schiffsjunge, der mit 15 Jahren außerordentliche Heldentaten vollbringt; Bercy Stuart, der Freund und Beauftragte des Erzentricclub; Ralf Clifford, der unsichtbare Mensch; Brinzessin lle bermut, die gleichfalls im Interesse der Armen und Unterdrückten allerhand Streiche vollführt; Bill Cnog", der Gummimensch, dem keine Kugel und teine Waffe etwas anhaben fann; Frant Allan, der Rächer der Enterbten; ferner noch Bildteter", Winoga". Felsenherz" und andere Ge stalten aus dem Wilden Westen Es ist selbstverständlich, daß die neuesten Kinohelden Harry Piel, Nobody, Lee Barry, Harry Hill, Eddy Bolo u a. nicht fehlen. Mehr denn 100 verschiedene folcher Heftreihen sind im Laufe der Jahre auf den Markt geworfen zumeist find es teine Schreibmaterialien handfungen, die den Vertrieb dieses Seelengiftes übernommen haben. Andererseits existieren auch Leihbibliotheten", deren Einnahme in der Hauptsache auf dem Bertrieb wie auf der Berleihung von Schundliteratur bafiert. Neben neuen Schriften( 10- und 15- ẞf Heften) wird die Verleihung in großem Maßstabe betrieben. Der Modus ist dabei der, daß in der Regel ein Pfand von 8-10 pf. und eine Leihgebühr von 2-5 Pi. erhoben wird. Man fann jedoch auch gelesene hefte für einen dementsprechenden Preis taufen oder gar eintauschen. Gegen Rüdgabe von zwei Heften darf man worden. " " " fich nach Belieben eins aussuchen. Einige Inhaber solcher" Leih. bibliotheken" find auf den Gedanken gekommen, 10 und mehr Hefte zufammen einbinden zu lassen und sie darauf der Berleihung zu überliefern. Hier findet man dann die verschiedensten Preise. Aeltere Heftreihen aus der Borkriegszeit sind beliebt und erhalten in der Preisgestaltung den Vorzug, da sie wertvoller" sind. Einem Pend von 2-3 m. oder guter Wertgegenstände steht hier eine Leihgebühr von durchweg 20-30 Bf. gegenüber. Für die neueren Heftreihen werden 1-2 m. Pfand und 10-30 Pf. Leihgebühr genommen. Selbstverständlich stehen auch noch andere Bücher der Berleihung an. heim, doch ihr Inhalt gibt oft dem der Schundserien nichts nach. Aufnahme in der Jugend. Es ist im allgemeinen befannt, wie unter der Schuljugend zu meist natürlich unter den Jungen mit den Schundheften getauscht und geschachert wird. Doch mit dem Tausch im engen Freundeskreis allein hat es heute nicht mehr fein Bewenden. Wer z. B. in der Schummerstunde noch einen schnellen Einkauf erledigen möchte und dabei in die Nähe einer Schundliteratur- Leihbibliothek gerät, der wird oft ein sonderbares Echauspiel beobachten fönnen. Sobald sich ein Fußgänger dem Laden nähert, umringt ihn die Schar der Jungen, ihre gelesenen Hefte zum Kauf anbietend; man fann sich ihrer taum erwehren. Die Konkurrenz unter ihnen ist nicht immer 46] ( Nachdrud burch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Da riß ihr Blic, in dem nicht Zorn und nicht einmal mehr Berachtung war, alle Masken und jede Selbstbelügung weg und traf ihn so, daß er plötzlich vor der Tatsache stand. Seine Stimme war rauh: Entscheide du!"„ Laß mich leben oder knalle mich nieder; aber entscheide du!" schrie, völlig preisgegeben, fein Wesen. Die Augen glozten. Gie Ichwieg, bewegte den Kopf nicht. Nichts rührte sich an ihr und in ihr. Ihr Blid blieb blicklos. Und Jürgen wußte, daß auf der Welt nur er allein ent scheiden konnte, gestand zum erstenmal sich ein, daß er sich schon entschieden hatte." Beh, Ratharina, geh, geh du nach Hause jetzt, Katharina." Seine Stimme ertrant in innerlichem Weinen. Schlafe gut." " Schlafe du auch gut." Das war der Abschied. Ihr Leben öffnete sich bis in die frühen Kindheitstage. Sie fah die lange Kette des Leides und der Hingabe. Sab, was ihr noch verstattet und beschieden sein konnte. Sie nahm ihr Leben an die Brust. | sanfter Natur, und so ist man froh, nach einigen energischen Entgegnungen von der Schar befreit zu sein. Hier spielt sich das Gegen stück zum Ladenhandel ab. Angeregt durch die Form des ganzen Schundschriftenhandels, machen hier die Jungen felbst ihren Laden auf". Nachmittags wie abends findet man manchmal Menschenfalle, die hier eine Schundliteraturbörse ganze Scharen folch junger Menschenfinder vor dieser geistigen aufgemacht haben, und das Geschäft geht oft zweifellos gut. Bis weit in die Kreise der Erwachsenen hinein wird in wie vor den Läden diese geistige Roft der unteren Hunderttausend erhandelt. Will man die Ursachen ergründen, so darf man zweifellos nicht achtlos an der wirtschaftlichen Notlage der Gesellschaft vor. übergehen. Gefahren. Sonntag, 9. März 1924 Biel ist auf diesem Gebiete noch zu schaffen. Die zu überwindenden Widerstände find start und danken uns oft unütermindlich. Sind jedoch die Möglichkeiten geschaffen, die Wurzeln des fo= zialen Elends auszurotien, so wird man im Kampf mit den gesellschaftlichen Mächten der Bergangenheit Hand in Hand mit jener Arbeit auch die 3ersetzungserfchemungen einer überlebten Kultur, die Mißbildungen einer verkehrten Weltordnung das jetzt noch fo glühende Lebenslicht ausblasen önnen. Um den Stadtmedizinalrat. Der Beamtenabbau treibt sonderbare Blüten. Eine der un erfreulichsten fündigen bürgerliche Blätter in Verbindung mit Beränderungen im Magiftrat Groß- Berlins an: drei besalbete Stadträte, nämlich die Leiter des Gesundheitswesens, der Bauverwaltung und des Wohlfahrtsambes sollen dem Abbau verfallen. Sogar ein dahingehender Magiftratsbeschluß liegt dem Vernehmen nach bcreits vor. Die Entscheidung ruht jedoch natürlich bei den Stadtverordneten, die damit vor eine schwere Verantwortung ge stellt werden. Namentlich gilt das von dem geplanten Abbau des Stadtmedizinalrates Rabnow, die zu einer grundsäglichen Be trachtung vom Standpunkte der Entwicklung der städtischen Gefundheitspflege nicht nur Berlins, sondern der Großstädte überhaupt geradezu herausfordert. Wir sahen bereits oben, wie der Vertrieb der Schundliteratur im allgemeinen vor sich geht. Der Besuch dieser Leihbibliotheken 3. B. in der Nähe des Schlesischen Bahnhofs in der Gollnow. und Litauer Straße oder gar in der Meme. ler, Ede Rönigsberger Straße ist mit außerordentlich unangenehmen Beobachtungen verbunden. Die Bücher befinden sich meist in einem Zustand, zerrissen, befchmutzt, der jeder Beschreibung spottet. Ein einigermaßen an Reinlichkeit gewöhnter Mensch wagt lebigen und achtlosen Jugend jedoch gibt das wenig zu denken. Sie es nicht, viele dieser Schwarten auch nur zu berühren. Der schnell. Wie in den Zeitungen zu lesen ist, hat der Stadtbaurat Hoff fucht nur material fur ibre Phantasie und übersieht sammlung abzuwarten, feinen freiwilligen Rücktritt erklärt. Man mann bereits, ohne erst den Beschluß der Stadtverordnetenver leicht nicht allzu offensichtliche Gefahren. Ihr erwächst daraus auch begreift, daß seinfühlige Naturen einen solchen Abgang dem auflein Borwurf. Die Berantwortung gebührt den erwachsenen Gene- genötigten vorziehen. Mer den Stadtmedizinalrat Genoffen rationen, die ihre Jugend solchen Bazillenherden aller erdenklichen Rab now bennt, weiß, daß er gern diesem Beispiel folgen würde. Krankheiten ausliefern. Nun noch einige Borte über die geisti und es lediglich seinem Pflichtgefühl zu danken ist, wenn er auf die gen und feelischen Wirkungen des Schundlefens. Bitten aller, die es mit der Weiterentwicklung der verheißungsvoll der geistigen und feguellen Feisezeit des jugendlichen Menschen zu wesens gut meinen, aushält und die Entscheidung der Stadtverord Es iſt d'emlich klar, daß die Zeit des Lefens solcher Literatur mit begonnenen Organisation des Berliner städtischen Gefundheits strömen in dieser Zeit zu einem gewaltigen Strome lebendigen in den Ruhestand treten? Ueber feine physische Rüftigkeit besteht sammenfallen. Alle in diesen Funktionen wirksamen Lebensfäfte neben abwartet. Warum soll eigentlich der jezige Stadtmedizinalrat Wollens zufammen. Diesem Bollen Geleit und Zielrichtung zu an teiner Stelle ein Zweifel. Eine ernsthafte persönliche Gegnergeben, wäre Aufgabe der Erwachsenen, des zur Erziehung Befchaft ist taum bei irgendeiner Gruppe der Stadtverordneten oder teuerbrang Aufgaben zu stellen, deren Lösung der Borwärtsentwid Tiefe Annahme ist lächerlich, denn das Rubegeld beträgt 80 Bro3. rufenen. Statt nun hier dem jugendlichen Betätigungs- und Aben der Magistratsmitglieder vorhanden. Aus Sparsamteit? lung des jungen Menschen findes in seelischer Beziehung dienlich des Gehaltes und die Arbeit, die der unermüdliche bisher getan, wäre, läßt man sich heute leiten von den Grundfäßen einer schema muß doch von irgend jemand geleistet werden, der mehr kostet, als lung der Jugend wird fein erstrebenswertes Ziel geftedt, der Abentisch inszenierten und aufgebauten Pädagogit. Der Eigenentwid- bie restierenden 20 Broz. ausmachen. Als Gründe können daher teuerlust werden nur die Schranken altväterlicher Gefeßlichteit ge- bemokratisches Magistratsmitglied los zu werden, und fobann nur zwei in Frage tommen: einmal das Bestreben, ein sozialöffnet. Die heutige Jugend in ihrer Frühreife verlangt mehr, er. wartet liebevolles Eingehen auf die jugendlichen Bedürfnisse geisti. die Ansicht, man brauche die Stelle eines Stadtmedizinalrates überhaupt nicht wieder zu befegen, sondern fönne fid) ger und seelischer Natur. Hier flafft eine Lüde mit einem farblosen Direktor des hauptstädtischen Gesundheitswefens begnügen. Gerade dieser zweite Grund, der in der Deffentlichkeit und in den Parteifreisen nicht genügend befannt ist, macht diese Art die Gefundheitspflege und ihre Organisation überhaupt. Seit den Abbau zu einer Angelegenheit von grundsätzlichster Wichtinkeit für achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts läßt sich der Kampf um den Stadtmedizinalrat an der Hand von Protokollen, Zeitungsaus schnitten und stenographischen Berichten aus der Stadtverordnetenversammlung verfolgen, und zugleich nachweisen, wie hartnädig gerade von den Sozialdemokraten zuerst unter 3. 3 a beitsamt und ein Stadtmedizinalrat als Leiter des genannten städdets, dann unter H. Wenis Führung ein besonderes Gesund tischen Gesundheitswesens gefordert war. Dieser Forderung ver fchloß sich der Freifinn, der damals das Rathaus regierte, lang Beit hindurch. Als man die Notwendigkeit einer persönlichen Spike nicht mehr leugnen fonnte, hieß es, daß ein Direktor genüge. Erst nach dem Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters Wermuth gelang es, die Wahl eines Stadtmedizinalrates mit Sig und Stimme im Magistrat durchzusehen. Bei dieser Wahl gab die sozialdemofratische Stadtverordnetenfraktion den Ausschlag und wurde damit zur Schöpferin des Gesundheitsamtes und des Stadtmedizinalrates. Die Kriegszeit, die bald darauf einsetzte, machte es dem neuen Stadtmedizinalrat Weber überaus schwer, sich durchzusehen. Der Schreiber dieser Zeilen, der damals im Gefundheitsamte arbeitete, fönnte aus eigener Anschauung manches davon erzählen, wie auf der einen Seite die alten freisinnigen Stadtväter beflissen waren, das neue Amt nicht zu Was ist zu tun? widlung zwedentsprechend entgegenzuwirken ist, denn die hier beiEs ergibt sich nun die bange Frage, wie dieser trüben Entspielmäßig aufgeführten Beobachtungen aus dem Berliner Often laffen fich zweifellos aus anderen Stadtbezirken oder gar anderen Großstädten beliebig vermehren und ergänzen. Bisher bestand feinerlei gefeßliche Grundlage, irgendwie wirksam hiergegen ein zuschreiten. Im Gegenteil wer sich den Kampf gegen Schmutz und Aber mit einer eventuell zu schaffenden gesetzlichen Grundlage für Schund mit zur Lebensaufgabe gestellt hat, verfolgt und verurteilt. die Bekämpfung der Schundliteratur allein ist es ja nicht getan. Endgültig Abhilfe zu schaffen, ist Aufgabe jener Organe und Körperfchaften, die sich die Erziehung der Jugend zu gefunden, geiffige wie materielle Werte schaffenden Menschen zum Ziele gesetzt haben sowie der Menschen, die die Fähigkeit erwarben, im Laufe des Lebenstampfes mit Berständnis und Narer Erkenntnis des Not wendigen auf die gesamten Bedürfnisse des jungen Menschenfindes cinzugehen. Auch die Kommune wird nicht umhin tönnen, durch Schaffung von Heimen und Lefehallen durch Jugendliteratur ausstellungen und Einleitung von Jugendwanderungen und anderem mehr neue Wege zu meifen. Nur durch die Beschäftigung der Jugend mit nüßlichen Arbeiten nach freier Wahl, durch die Ber. mittlung und Erläuterung guter Literotur, durch die Bedung des geistigen Lebens und die hebung freudvollen Erlebens in der weiten Natur wird sie sich mit Etel abwenden von jenem Schmutz. im besten Sanatorium," stand auf unsichtbaren Tafeln. In der Billa wurde nur noch geflüstert. Wenn die Tante einen Auftrag zu erteilen hatte, schlich sie, balancierend, auf Phinchens rund sich öffnenden Mund zu. Jürgen war unum schränkter Herr und zugleich das Kind im Hause, wohlbehütet Tag und Nacht. Im Garten schaffte der Frühling. Wenn Jürgen auf dem Sonnenbalton im Liegestuhl ruhte, an warmen Tagen stun denlang wachträumend vor sich hindöste, sah er, wie das Sein, das Leben, die Sträucher in sich leise zudten, wie ein Blättchen fich aufrollte, der Sonne entgegen. Halb fühlte und halb dachte er: Mein Leben steigt noch einmal von Grund auf an. Eine zweite Kindheit! Mein Leben rollt sich auf, so sanft, fo mild. Im Halbschlafe ging er über Brüden, immer wieder von neuem und immer weiter über Brücken. In dieser Gegend gibts nur Brücken. Nichts als Brüden!" Keine Schärfe war in dem Geschwächten. Kein Wunsch berührte ihn. Alle Kämpfe, alle Leiden lagen weit zurüd. Katharina lebte ganz verblaßt in blauer Ferne. Seine weichen, beglückenden Seelenstimmungen, die Wohlgefühle der Gefundung und seine unbestrittene Macht über die Tante, die den Zurückgekehrten wie einen tau'end Gefahren entronnenen, schwerverwundeten Krieger betreute, erhielten ihren Grundgehalt von dem Gefühle:„ Ich habe diese Ruhe mir verdient!" Alles fügte sich widerstandslos inein. " Du auch, schlafe du auch gut," flüsterte Jürgen immerzu und mußte dem 3wange folgen, immer in die Mitte der Steinander. platten zutreten, mit denen der Gehweg belegt war. Um nicht auf eine Rike zu treten, mußte er drei ganz fleine Shritte machen. Schlafe du auch gut." Und einen Sprung. da eine große Blatte tam. Du auch gut." leberquerte halb die Straße, lief zwischen den Schienen weiter. Die Straßenbahn fam auf ihn zugefauft. Entscheide dich! Entscheide dich!" schrie er, gepackt von dem 3wange, die Schienen erst verlassen zu dürfen, nachdem er bis zehn gezählt hatte. zwei. fünf... acht, neun zehn " " Noch bis fünfzehn!" schrie er. Bählte:... zwölf, drei zehn, vierzehn Und erwachte zwei Tage später im Schlafzimmer der Tante, Kopf und Beine in diden Verbänden. Elisabeth faß bei ihm. 6. Duftlofe Blumen standen im Krankenzimmer. Bhinchen trug ihr Glück auf den Behenspißen, auch wenn fie im Reller oder im Dachboden war. Die Pflege muß besser sein, ais Ich verabschiede mich von Katharina," konnte Jürgen ohne Erinnerungsschwierigkeit erzählen, als er frei von den Berbänden, heiler Haut und Elisabeth am Arme, dem weiß gedeckten Kaffeetisch unter dem Nußbaum zufchritt,„ verab ichiede mich wie immer: Gute Nacht, Katharina, schlafen Sie gut. Wie man eben so fagt, nicht wahr. Schlafen Sie auch gut, antwortet sie mir. Und ich gehe die Straße hinunter, be ichäftigt mit einem Gedanken, allerdings mit einem jener entfcheidenden Gedanken- ich nenne fie Mittelpunktgedanken, die uns das ganze Leben plötzlich von einer völlig neuen Seite sehen und verstehen lassen." Auch an dem Unglücks all ist dieses entfehliche Mädchen mit ihren verrückten Ideen schuld, hatte die Tante, als Jür gen ins Haus gebracht worden war, zu Phinchen gesagt. Jetzt ließen Angst und Scheu vor dem Zurückgekehrten nicht einmal die Erinnerung daran, daß sie dies gefagt hatte, in ihr aufkommen. Bereit, den Sah nicht zu Ende zu sprechen, sagte sie vor. 3a sichtig:„ So tiefsinnige Gespräche sind vielleicht nichts für einen Refonvaleszenten." „ Die Tante hat ein Kind bekommen. Das päppelt sie," pottete Jürgen, der in Gegenwart Elisabeths nicht als Kind behandelt und nicht bemitleidet sein wollte. " Du hast viel gelitten, Jürgen." Sein Blid, in dem Zorn sich schon ankündigte, ließ die Tante sofort verstummen. Sie hätelte schweigend weiter an dem Sesselschoner und häkelte meiter an ihrem Plane. Ihr Bantier hatte sie lachend beruhigt über den Stand des Bankhauses Wagner; dieses Gerücht sei nur ein Börsenmanöver der Konkurrenz gewesen Banfiers noch Häusermafler gewesen, dachte die Tante.„ Dic Zwar ist die Familie Wagner sehr jung, der Vater des Geschichte der Familie Kolbenreiher dagegen kann bis in die Anfänge des fünfzehnten Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Aber mit der Zeit werden auch junge Familien alt." Dabei herchte sie auf die Stimme Jürgens, der selbst das Gefühl hatte, selten so mühelos geistvoll gesprochen zu haben. Von den Zehenspitzen bis zur Schädeldecke voller Ruhe, blickte sie Jürgen und Elisabeth nach, der fein Mensch ansehen fonnte, daß noch ihr Großvater ein fleiner, schmieriger Häusermafler gewesen war. Und jetzt zeigen Sie mir Ihr Knabenzimmer." „ Das liegt aber sehr versteckt, oben, unter dem Dach. Dort vermutet uns niemand. Sie gab ihm seinen Erobererblick zurüd. " Ich selbst habe es seit vier Jahren nicht mehr betreten," fagte Jürgen und betrachtete die ovalen Photographien der Familie Kolbenreiher, die, zu einem großen Oval geordnet, über dem ichmalen Ranapee hingen. Bom Fenster aus sahen sie den Nußbaum und den Kaffeetisch, wo die Tante, ein winziger, schwarzer Punkt, häkelnd faß. Wortlos blidte er Elisabeth an, schritt zur Tür, schloß ab. Sie trug ein blaßblaues Seidenkleid, stand mit dem Rüden gegen das Fenster, die Hände auf das Sims gestützt. Der Herzschlag ticte unter der zarten, weißen Haut am Halse. Ihr Haar war blond, heller an den Stellen, die Luft und Sonne ausgefeßt blieben, und in den Tiefen gelblichgrün, gleich unreifem Getreide. Einen kaum bemerkbaren rofa Schimmer im ganzen Ge= sicht und den bleibend flaren Blick fest auf Jürgen gerichtet, fagte sie, selbstbewußt die Schulter leise zuckend, ihm wortlos, daß es nur geschah, weil auch sie es wolle. ( Fortlegung folgt.) Konzert für die Arbeitslosen. Der Männergesangberein Ramenlos, Mitglied des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes, veranstaltet unter Leitung Jeines Cho: meiſters Emil Thilo Sonntag, den 16. März, nachm. 4 Uhr, in der Alten Garnisontirche", Neue Friedrichstraße, ein Stonzert für Die Arbeitslosen. Es wirten hierbei mit die Herren Rybakomsti ( Violine) und Pricbe( Drgel). Das Programm ist hochkünstlerisch zu fammengestellt. Die Vereitwilligkeit des Männergesangvereins Namenlos", für die Arbeitslofen eine derartige Veranstaltung zu treffen, ist besonders anguerfennen, weil gerade am gleichen Tage derfelbe Verein eine ähnliche Aujjührung veranstaltet. Die der Berlmer Gewerkschaftskommission and dem Ortsfartell Berlin des AfA- Bundes zur Verfügung gestellten Karten sind den Ortsbureaus der freien Arbeiter und Angestellten- Gewerkschaften überwiesen worden und werden von diesen an die Arbeitslosen weiter gegeben. Diese müssen sich also mit ihren Gewerkschaften in Verbindung fegen. Der Soziologe Werner- Kautsch spricht am 11. März( Dienstag), abends 8 Uhr, im großen Saale des Lebiervereinshauses in der Aleganderstr. 41 über Justizmorde oder Justizirrtümer? Eine Aufklärung über das Strafentilgungsgejez vom 9. April 1920 zum Schuße der Vorbestraften ist für die fommenden Reichstagswahlen von höchstem politischen Interesse. Ueber Radiotelephonie für jedermann spricht am Mittwoch, den 12. März, abends um 7 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide, raf Arco. Der Vortrag wird durch praktische Vorführungen erläutert. Eintritt 40 Pf. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Abteilungsvorstände! Um Roſten zu ersparen, werden die für den Monat März fälligen Mitteilungen" erst herausgegeben, wenn der Wahltermin feststeht. Bis dahin ist es notwendig, daß alle Vorarbeiten fo erledigt werden, wie es in der Borständefonferenz festgelegt worden ist. Ganz besonders müssen die Hauslisten bis zur Bekannt. gabe des Wahltermins abgeschlossen und die Angaben über die Flugblätter dem Sekretariat mitgeteilt fcin. Der Bezirksvorstand. 1. Areis Mitte. Gigung fämtlicher Kreisfunktionäre Montag, den 10. März, 7% Uhr, im Jugendheim Blumenftr. 97, vorn parterre. Erscheinen Pflicht, da wichtige Tagesordnung. Montag, den 10. März, nachmittags 2 Uhr, Erwerbslofenversammlung aller BSPD.- Mitglieder in der Elfaffer Straße 86-88. Bortrag des Genossen Stadtv. Clajus: Kommunales". Dienstag, den 1. Mära, 7½ Uhr, Sigung der Obmänner der Kommunalen Rommission bei Suhr, Muladstr. 19. 2. Kreis Tiergarten. Montag, den 10. Mära. 7% Uhr, Gigung der Bezirks verordneten und der Fraktion bei Genoffin Frankenthal, Lessingstraße. 3. Kreis Webbig, Reinidendorf und Pantow. Dienstag 7 Uhr Referententurfus des Genoffen Breuer in der Schule Grünthaler Str. 5, Sof part. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Wohnungs- und Dienstadressen sämtlicher Beamtenmerbeausfchußmitglieder sind in der nächsten Sigung der Aus schüsse( voraussichtlich Freitag) dem Kreisobmann zu itberliefern. 5. Areis. Funktionärinnentonferenz am Montag, den 10. März, abends 7 Uhr pünktlich, bei Schmidt, Fruchtstr. 36. Jebe Abteilung muß vertreten fein. 7. Kreis Charlottenburg. Die Abteilungsvorsitzenden und Rahlabendleiter werden gebeten, am tommenden Rahlabend auf den Vortragsturfus des Genossen Crispien am Freitag, den 14. März, 7 Uhr, im Jugendheim Rosinenstr. 4, hinzuweisen. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, ben 10. Mära, abends 8 Uhr, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes bei Pieper, Solsteinische Str. 60. Diens tag, den 11. Mära. 7% Uhr abends, Sigung des Beamtenwerbeaus. Schuffes. Dienstag abend 8 Uhr bei Peters, Holsteinische Str. 60, wichtige Sigung sämtlicher Beamtenobleute und Beamtenwerbeausschüsse. Erscheinen Blicht. über 100 eigene Fillalen Kenntlichan der Schutzmarke! WASSERVOGEL SEIFENFILIALEN Zor Einführung unserer Lavendelseife! 10000 Stück la Lavendel- Reiseseife unentgeltlich Man fordere die bewährten Wasservogel- Artikel! 2Markurmer liefere wöchentl. Teilzahlung Eleg. Herren- Garderobe fertig und nach Maß Garantie für tadellosen Sitz u. Verarbeitung vertreibt rest los alle fchädlichen Eingeweid.- Würmer M.1.15. Rinder M.1.49 Speziell gegen MaDen( After-) Würmer noch nötige WurmexSalbe 02. 0.75 in Drogerien, fonft bei Otto Reichel, Berlin 43, Elsenbahnfte, 4. Mabuchmeldern J. Kurzberg Gardinen Oranienstraße 160, I. HOSEN T Anzüge, Trikotagen allergößte Auswahl Militärhosen Engl. Leder. Streifen Anzughose por.- Breeches . v. Mk. 5,20 v. Mk 4,80 . v. Mk 4,50 . v. Mk 4,20 v. 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Mär 7 Uhr, Sufammenkunft der Selfer und Selferinnen bei Löwenstein, GengerStraße 3.- Dienstag, den 11. Mära. 7½ Uhr, Bollversammlung tez Elternbeiräte und sozialistischen Lehrer im Raiser- Friedrich- Realgymna fium, Raifer- Friedrich- Str. 210. Tagesordnung: 1. Der Sayulabbau. Me. ferent Dr. Hering. 2. Berschiedens. Die Obleute der Abteilungen müffen einladen. Rinder, welche bei der am 23. März stattfindenden Jugend weihe mitfingen wollen, treffen sich Montag, den 10. März, nachmittage 4 Uhr, im Gesangsaal der Knabenmittelschule Donauftr. 120. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, den 10. März, 7 Uhr, Kreisfunktionärkonferenz im Arbeitsamt, Schreibethauer Straße. 18. bt. Beißenfee. Montag, den 10. März, 7½ Uhr, im Gigungsfaal bes Rathauses, Funktionärtonferenz. 20. Rreis Nefnidendorf. Die für Montag, den 10. März, abends 6% Uhr, angefeßte Gigung des erweiterten Kreisvorstandes findet nicht im Gigungs faal bes Rathauses Reinidendorf, fondern in den Borsigwalder Festfälen, Borsigwalde, Contade, Ede Spandauer Straße, ftatt. Weitere Funktionäre werden ersucht, teilaunehmen. Morgen, Montag, den 10. März: 1. bt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Spiegel, Aderftr. 1. 4. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Schmara. Blankenfeldeste. 10. Mittwoch, den 12. März, Mitgliederversammlung im Deutschen Gärtner. heim, Strakauer Str. 53. 5. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Sebler, Georgenkirchstr. 36. Die Bezirksführer laden zu Mittwoch ein.( Abteilungsversammlung.) 12. Abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Schmidt, Wicleffte. 17. 14. bt. 7 Uhr Funktionärkonferens bei Dietrich, Sminemünder Str. 36. Er. fcheinen Pflicht. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferens bei Dose, Nordhafen 6. 18. Abt. 7% Uhr bei Müller, Uferstr. 12, Funktionärtonferens. 20. Abt. 7% Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4, Funktionärsigung. 21. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Böhn, Magstr. 18. 24. Abt. 7 Uhr Funktionärsikung bei Schüß, Relterstr. 2. 25. Abt. 7 Uhr bei Cramer, Cotheniusstr. 3, Funktionärsigung. 27. Abt. 7 Uhr bei Senf, Korforer Str. 12, Funktionärkonferenz. Bichtige Tagesordnung. 29. Abt. 7 Uhr wichtige Funktionärsihung bei Burg. Brenzlauer Allee 189. 29. und 30. Abt. Ronsumgenossenschaftsmitglieder der 2. Bertaufsstelle, Enchener Str. 19: 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Greifenhagener Str. 58-59. 33. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Nagleritz. 3 Elternversammlung. Bor foag der Regierungsrätin Genoffin Bachenheim: Rino und Schund. literatur". Gorgt für guten Besuch. 36. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Wittichus. Petersburger Str. 5. 38. Abt. 7 Uhr bei Bartsch, Friedenstr. 38, Funktionärtonferens. 39. Abt. 7 Uhr Funktionärsihung in der Juristischen Sprechstunde. 41. Abt. 7½ Uhr Sigung aller Funktionäre bei Schult, Marienborfer Str. 5. 47. bt. 7% Uhr Funktionärtonferenz bei Pflug, Mustauer Str. 1, Die Be girtsführer laden zum gemeinsamen Bahlabend am Mittwoch bei Behrend, Manteuffelstr. 95, ein. 48. Abt. 6 Uhr bei Redling, Wassertorstr. 71, Abteilungsvorstandsfigung. 7% Uhr ebendort Funktionärtonferenz.. Charlottenburg. 51. bt. 7 Uhr Funktionärhikung bei Lehmann, Rönigs. még 8. 57. Abt. 7% Uhr Funktionärkonferens bei Rapidhinsky. Krumme Straße 47. 83. bt. Lichterfelbe. 7½ Uhr Funktionärtonferenz bet Quanbt, Moltteste, 31. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr erweiterte Borstandssigung in der Linde, Berber, Ede Friedrich- Wilhelm- Strake. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr im Kinderhort Bildenbruchstraße Gigung des Abteilungsvorstandes mit den Zahlabendleitern. PP Sungjozialisten. Die Arbeitsgemeinschaft Dr. Engelhardt über Geiftige Be wegungen der Gegenwart" beginnt Montag, ben 10. d. M., 7½ Uhr, im Sandbag, Zimmer 28. Uebermorgen, Dienstag, den 11. März: 4 Bezirksarbeitsgemeinschaft bez fozialbemokratischen Beamten und 2chrer. Radmittags 4½ Uhr im Sigungsfaal Alofterfte. 68, 1 Tr.. wichtige Besprechung. Alle Kreife müffen vertreten sein. Möbel einfacher und vornehmer Art bls zu den elegantesten Wohnungs- Ausstattungen finden Sie äußerst preiswert in großer Auswahl bei B.FEDER Brunnenstraße 1 Frankfurter Allee 350 Cottbusser Damm 103 Charlbg., Scharrenstr. 5 Auf Wunsch Zahlungserleichterung zu leicht erfüllbaren Bedingungen. Erottnung Donnerstag 13. 3. 24 Neuartiges Tellzahlungs- System! Kein Laden G. m. Willy Ferg b. H. Berlin SW.68, hochparterre Herren- und Damen- Moden Der elegante Herr Die elegante Dame finden eine wundervolle Auswahl cer neuesten Moden zu wirklich wohlfeilen Preisen hei WILLY FERG Charlottenstraße 84 vis- à- vis dem Ullsteinhaus Lieferung erfolgt sofort. b. H. Coulanteste Bedingungen. Geschaftszeit 9 bis 7 Uhr Kein Laden Nagelpflege- Garnituren Kopp& Joseph BERLIN W in vornehmer Ausstattung. 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März: 26t. 7 Uhr bei Ruclius, Drontheimer Str. 31( 2aben). Thema: Die Frau und der Sozialismus". 04. Abt. Mentaln. 7½ Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11. Referent Genoffe Dr. Löwenstein. 8. Abt. Mittwoch, ben 12. März, 71 Uhr, Mitgliederversammlung bei Gründer, Schwerinstr. 13. Thema: Der Bezirksparteitag". Die Bezirksführer werden gebeten, hierau einzuladen. 30. Abt. Die Abteilungsversammlung findet umständehalber nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag, abends 7% Uhr, in der Schulaula Pappelallee 40-41, statt. 121. Wbt. Karlshorst. Mittwoch, ben 12. März, 7 Uhr, in der Schule Augufte.. Bittoria- Straße, Berichterstattung vom Kreisvertretertag und den Bcgirtstagen. 121. bt. Nicberschönhausen. Mittwoch, den 12. Mära, 7 Uhr, Sahlabend bei Schönherr, Lindenstr. 10. Bericht vom Bezirkstag. Wahl der Abteilungs leitung und zum Kreisvorstand. Die Bezirksführer müffen einladen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 33. Abt. Genosse Eduard Fauft, Markgrafendamm 27, ist derftorben.. Einäscherung Montag, ben 10 Mära, 4% Uhr, Krematorium Baumschulenweg. 56. Abt. Charlottenburg. Genoffe Paul Schmidt, Wilmersdorfer Straße 40, ist am 5. Mära, vormittags, gestorben. Die Beerdigung findet am Montag, den 10. b. M., nachmittags 4% Uhr, von der Salle des Alten Luisen Friedhofs am Bahnhof Westend aus statt. Der Abteilungsvorstand. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 9. März: Agtung! Führeraussprache abends 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Das Jugendheim bleibt für den Werbebezirt Kreuzberg geschlossen. Reukölln V: Besuch des Parteiarchivs vormittags 10 Uhr Lindenstr. 3. Schöneberg 1: Museumsbesuch. Treffpunkt 9 Uhr AWP. Abends Bortvag: ,, Das Bolt der Dichter und Denker". Werbebezirk Ostbahn: Abends 6 Uhr im Jugendheim Lichtenberg, Bark. aue 10, Richard- Dehmel- Abend. Morgen, Montag, den 10. März, abends 71% Uhr: Fricbenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Diskussion: ,, Unsere Fahrten". Often( Stralarez Biertel): Schule Naglerftr. 3, Bortrag: Minne- und Heldendichtung". Briefkasten der Expedition. 9. M., Boftamt 19. Der Einfender Bann sich bas Cingefanbie in unserer Sauptgeschäftsstelle abholen, da Inserat nicht aufnahmefähig. Weiße Zähne erzielen Sie schon durch 1-2 maliges Pugen mit der herrl. erfrischend schmeckenden Bahnpaste Chlórodont. Gegen üblen Mundgeruch wird auch mit Erfolg Chlorodont- Mundwalfer verwende WA FERN IM SUD das schöne Spanien ist auch das Heimatland der Cigarette. Allerdings ist die spanische Paquita mit ihrem, schwarzen Tabak nur eine unscheinbare Schwester der bei uns beliebten Cigarette, die aus reinem Orienttabak besteht. Dem sinn befangenden Duft seines Aromas verdanken, die Gar báty- Cigaretten seit vierzig Jah ren ihren großen Ruf. Auch heu te noch dient die Auslese orientalischer Tabakplantagen zur Herstellung der allbekannten duftsüßen GARBÁTY 12 GARBÁTY DA AMETMA NAG- AROTJA 66 Meifferol" Wanzentod, Kopf- und Haarwasser gegen Läuse, Parasiten Liniment gegen Körper- und Kleideriäuse. ( in Flaschen à 100, 200 und 750 Gramm), Tricresol puder in Dosen und Beuteln, Mottentod in Beuteln Hersteller: Pleifferol- Gesellschaft, Chemische Fabrik Berlin N. 20, Badstraße 35:36. PFEIFFEROL Einfluß kommen zu lassen, auf der anderen Seite das Personal mit Kriegsarbeit, namentlich auf dem Gebiete der Krankenernährung, derartig bepackt wurde, daß von einem planmäßigen Aufbau der eigentlichen Gesundheitsfürsorge, wie er in Schöneberg unter Rabnow unb in Charlottenburg unter Gottstein bereits durchgeführt war, keine Rede sein konnte. Nach der Staatsumwälzung und den Veränderungen, die sie auch in der Berliner Kommunalverwaltung mit sich brachte, ist das nun ganz anders ge= worden. Auf die Stelle des Stadtmedizinalrates wurde der in jahrzehntelanger stadtärztlicher Tätigkeit in Schöneberg bewährte Genoffe Rabnow berufen, der seither mit Erfolg bestrebt mar, das kommunale Gesundheitswesen organisatorisch auszubauen. Jeder Bezirk hat jetzt seinen besonderen Stadtarzt. Hauptamtliche Schulärzte find angestellt worden. Die bis dahin vernach= läffigte Fürsorge für Lungenkranke, wurde ausgebaut. Im Hauptgesundheitsamte der Stadt Berlin ist eine Zentralbehörde geschaffen, die das Ganze zusammenhält. Selbst die leitenden Aerzte der Krankenhäuser, die früher der Institution eines Stadtmedizinalrates mehr oder weniger mißtrauisch gegenüberstanden, haben fürzlich in einer Denkschrift, die die Geheimräte Kuttner und Körte überreichten, den Magistrat um das Verbleiben Rabnows im Amte erfucht. Gewiß feiner wird das bereitwilliger zugeben als Rabnow felbft ist auch heute die sozialhygienische Fürsorge noch nicht annähernd so, wie sie sein müßte und fein fönnte. Aber um so mehr sollte man sich hüten, die Arbeit des Stadtmedizinalrates jetzt abzubrechen. Ein Direktor fann wohl formal die Geschäfte eines Leiters des Gesundheitsamtes weiterführen, aber bei jeder städtischen Angelegenheit die gesundheitlichen Belange auf das nachdrücklichste zur Geltung bringen, das vermag nur ein medizinisch gefchultes Magistratsmitglied, das bei allen fommunalen Angelegenheiten mit Rat und Stimme mitwirft. Die Technik auf der Leipziger Messe. Leipziger Messe ein Markttreiben größten Stiles. Autos, Straßenbahnen und Menschen, und Menschen, die durcheinanderquirien wie Ameisen, die irgend etwas aus ihrer Ruhe scheuchte. Das Ganze überweht von wallenden Fahnen, so lang wie die Häuser, von denen sie herunterhängen. Rote, gelbe, grüne, blaue, meiße und alle mur erdenkbaren Mischungen dieser Farbenskala. Ueberall gelbe Schilder an den Straßenfreuzungen der Innenstadt. Du mußt finden, was du suchst, wenn du nur sehen und lesen fannst. Diese Schilder sind eindringliche und unwandelbare Wegweiser. Alles in tiefer Stadt ist auf Messe eingestellt: Messefonzerte, Messevorträge, Messewaren, Meffeverkäufe; es gibt scheinbar überhaupt nichts, was nicht irgendwie mit der Messe zusammenhängen fönnte bis zum nicht irgendwie mit der Messe zusammenhängen fönnte bis zum Messebummler und den Messezügen, die nicht nur die Völkerscharen herbei, sondern auch wieder entführen. Eiferne Sklaven. Bauart wirft Bilder auf die Leinewand, die anschaulich von der Arbeit im Betriebe felbft erzählen. Ueberhaupt ist es typisch, daß die große Masse der Besucher überall zu finden ist, wo etwas los" ist. Sei es, daß ein Motor braust, eine Hupe mißtönend freischt oder auch nur eine fimple Grammophonplatte abgespielt stände her, sie haben nur einen Teil hier zur Schau gestellt: Schaltwird. Die großen Elektrizitätsfirmen stellen ungezählte Gegentafeln, Meßgeräte, Motoren, Dynamos, Kabel, Campen, Gleichrichter usw., eine endlos lange Reihe. Ueberall tritt bei ihren Arbeiten das Streben nach strenger, zwedentsprechender Form hervor. Biele dieser Geräte gewähren einen ästhetischen Genuß, wenn man fie betrachtet. Großes Interesse wedt die automatische Fernsprechanlage, die Siemens u. Halste sowie Mig u. Geneft ausgestellt haben. Leipzig ist eine der glücklichen deutschen Städte, deren Fernsprechwesen jetzt schon fast restlos automatisiert ist. Neben diesen Großen der Elektrotechnik leiten aber auch die Kleineren durchaus Gutes. Hier sowohl wie im Werkzeugmaschinenbau lernt man die Arbeit schätzen, die in deutschen Fabriken geleistet wird. Unsere ArDraußen im Südosten der Stadt, dort wo sich der ungefüge beiter find Qualitätsarbeiter, fie haben im Verein mit den InSteinbau des Völkerschlachtdenkmals türmt, der an das erinnern genieuren und Technikern technische Meisterwerke von unerhörter soll, was vor mehr als 100 Jahren hier vernichtet wurde, tummelt Sauberkeit gefchaffen. Ueberall fieht man auf den Ständen frohe sich das Leben der Gegenwart, dort zu den Füßen des Stein- Gesichter: Das Geschäft geht gut, teilweise sogar sehr gut. Das haufens dehnt sich das große Ausstellungsgelände. Kleine schneidige Ausland fauft und trotz der Geldknappheit auch das Inland. Gerade Flugzeuge umfreifen es in flatterigem Fluge in einsamer Höhe.diese beiden Hauptteile der Technischen Messe zeigen, daß die deul'che Drunten drängt sich das Volk ung wälzt sich durch di Tore, die sich Technik über vielgestaltige Mittel verfügt, um die Arbeit rationeffer zu dem Ausstellungsgelände öffnen, das zum großen Teil von der zu gestalten. Gerade diefe Meffe ist das stärkste Argument der Urtechnischen Messe eingenommen wird. Hier beherrschen die Pro- beiterschaft gegen den Abbau des Achtstundentages. Die Maschine duffionsmittel das Feld, und es dürften hier alle Hilfsmittel zu duktionsmittel das Feld, und es dürften hier alle Hilfsmittel zu ist in ihrer Leistungsfähigkeit unbeschränkt, wenn Menschengeist fie finden sein, die die übrige Industrie benötigt. Unberechtigt erscheint zwedentsprechend zu gestalten weiß. die Frage, was es hier alles zu sehen gäbe, berechtigt ist nur zu fragen, was hier eigentlich nicht zu finden fei. Sinnbetörend ist Der erste Eindruck diefer ungeheuren Ansammlung von Maschinen und Werkzeugen. Erst längeres Verweilen gewöhnt an dieses Durcheinander und langsam ordnet sich dem Geiste das Chaos. Zumaschinenhalle sind alle bekannten Firmen vertreten. Jede Art von Werkzeugmaschinen bis zum vollendeten Automaten ist hier in Tätig feit. Die eifernen Sflaven haben eine früher für unmöglich gehaltene Bollendung erreicht. Besondere Ueberraschung bieten die großen Sägegatter, die Riesenbaumstämme spielend in Bretter zerlegen. Ueberhaupt die Holzbearbeitungsmaschinen! Wieviel Menschengeift ist in sie hineingelegt! Nagelmaschinen schlagen ein Dugend Nägel gleichzeitig in das Holz. Maschinen nuten, zinten, hobeln die Bretter, sie machen alles mit der größten Genauigkeit, hobeln die Bretter, sie machen alles mit der arößten Genauigkeit, wozu man sie anhält. Die große Menge der Besucher aber, die in wozu man sie anhält. Die große Menge der Besucher aber, die in ständigem Strom die Hallen durchwondern, läßt sich am liebsten ständigem Strom die Hallen durchwondern, läßt sich am liebsten von den Maschinen feffein, die ihre Werkzeuge in Stahl und Eisen senten, so daß die Späne in allen Regenbogenfarben anlaufen. Da find Automaten, bei denen fünf Werkzeuge gleichzeitig eingreifen; im Handumdrehen find die kompliziertesten Maschinenteile fertig. Große Freude empfindet der Techniker an dem Ausbau der Feinmehwertzeuge. Fast überall steht der Maschinenbau im Zeichen der Genauig- hältnismäßig teuer. Die Zahl der„ Radio- Fabriten" nimmt ständig feitsarbeit. Der Einfluß des Normenausschusses der deutschen Industrie, der einwandfreie Meßgrundlagen geschaffen hat, macht sich dustrie, der einwandfreie Meßgrundlagen geschaffen hat, macht sich start bemerkbar. Sicher ist, daß auf die Dauer nur diejenigen wett Wenn nicht alle Zeichen trügen, sind diese und ähnliche Bedenfen gegen den Abbau des Stadtmedizinalrates auch innerhalb der anderen Parteien und Gruppen der Stadtverordnetenversammlung bis weit nach rechts hinein vorhanden. Mögen jene sich verhalten, wie fie es verantworten zu fönnen glauben. Für die sozial demokratische Stadtverordnetenfraftion fann es fein Schwanfen geben, wenn es gilt, einen Poften wie den Stadtmedizinalrat zu verteidigen, den sie selbst seit Jahrzehnten gefor- nächst erdrückt die Großindustrie alles. In der großen Wertzeugdert, im Jahre 1912 mitgeschaffen und schließlich im Jahre 1919 mit einem ihre politische Ueberzeugung teilenden anerkannten Fachmann besezt hat. Prof. Dr. A. Grotjahn, M. d. R. Herzschlag durch Eifersucht. Die tragische Geschichte zweier Liebhaber. Ein Eifersuchtsdrama zwischen zwei in Berlin lebenden Bofen mit einem unheimlich tragischen Abschluß brachte den Tischler Berzlam Bojicje cherosti vor die 8. Straflammer des Landgerichts I. Der Angeklagte hatte ein Liebesverhältnis mit einer jungen Witwe, Frau D., bei der er auch wohnte. Bor etwa drei Jahren mußte er in feine polnische Heimat zurüctehren. Als er vor einiger Zeit ohne Paß zurückkehrte, fand er zu seinem Schmerz die Stelle im Herzen der Witwe und in der Wohnung durch einen Landsmann namens Fischer besetzt. Da er sich aber nicht ohne weiteres mit diesem Wechsel zufriedengeben wollte, fam es zwischen ihm und dem Refervemann zu heftigen Eifersuchtsszenen. Die Witme fcheint anfänglich auch hin- und hergeschwankt zu haben, denn sie wies den alten Liebhaber nicht ohne weiteres zurüd, und wurde erst fühler, als dieser allzu energisch seine älteren Rechte geltend machen wollte. Eines Tages erschien der Angeklagte bei einer im selben Hause wohnenden Frau und ließ die Witwe rufen. Als er aber bei der Begegnung gar zu stürmisch auf sie eindrang, lief fie davon, und er folgte ihr in die Wohnung. Hier fam es zu einer erneuten Auseinanderjegung, in deren Verlauf die Witwe einen tiefen Schnitt mit einem Rasiermesser am Halse erhielt, fo, daß fie ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Der andere Liebhaber lief nun zur Polizei und erstattete Anzeige, daß der Angeflagte versucht habe, die Witwe umzubringen. Er behauptete dabei, daß dieser das Rasiermesser ihm bereits einige Tage vorher weggenommen habe. Im gleichen Augenblic ereignete sich etwas Unheimliches. Der Anzeigende fant auf der Polizei. mache plöhlich vom Herzschlage gerührt tot zu Boden. In der gestrigen Verhandlung bestritt der Angeklagte die Mordabsicht. Er behauptete, daß die Witwe das Rasiermesser ergriffen und auf ihn eingedrungen sei. Er habe sie an der Hand festgehalten und ihr das Messer entwinden wollen. Dabei habe sie sich selbst verlegt. Die Straftammer nahm auch teine Mordabsicht an und derurteilte den Angeklagten zu einem Jahr jechs Monaten Gefängnis und wegen Paßvergehens zu einer Woche Gefängnis. Abbau der Wohnungsämter. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Nachdem sich in Legter Zeit die Aufgaben der Wohnungsämter wesentlich verringert haben, soll nach einem Erlaß des Ministers für Bolts. to ohlfahrt von nun an mit allem Nachdruck auf einen Abbau der Wohnungsämter bingewirkt werden. Es wird angenommen, daß gegenwärtig höchstens zwei Drittel, in größeren Gemeinden sogar die Hälfte oder noch weniger der bisher von den Wohnungsämtern beschäftigten Personen zur Erledigung der noch berbliebenen Aufgaben ausreichen, ohne daß der Geschäftsgang im Interesse des wohnungsuchenden Publikums beeinträchtigt wird. Jm übrigen soll durch wiederholte Kontrolle ermittelt werden, ob die Zahl der beim Wohnungsamt beschäftigten Personen und der Rostenaufwand in einem gerechten Verhältnis zu den Leistungen, insbesondere zu der Bahl der zugeteilten Wohnungen, stehen und eb gegebenenfalls sich ein weiterer A65au ermöglichen läßt. Konsumgenossenschaftswahlen! Der Ausschuß der sozialdemokratischen Konsume genossenschaftsmitglieder bittet uns mitzuteilen: Die Ausübung des Wahlrechts bei den am Sonntag, den 16. März. von 9 bis 1 Uhr stattfindenden Wahlen der Vertreter zur General versammlung der Sonfumgenossenschaft Berlin ist nur gegen Vorzeigung des Koniumgenossenschaftsmitglieds. buches gestattet. Die Mitgliedsbüder liegen in den Berkaufs stellen zum Abholen bereit. Jeder Wähler feze sich rechtzeitig in den Besiz feines Mitgliedsbuches, damit er feines Wahlrechts nicht verlustig gehe. Weiterhin vergewissere sich jeder Wähler seines Wahllokals, das für jeden Wahlbezirk in der Verkaufsstelle durch Anschlag bekanntgegeben ist. Das Beutralwahl bureau der VSPD.- Liste Genossenschaftsaufbau befindet sich vom 10. bis 15. März in Berlin Lindenstr. 3( Vorwärtsgebäude), 2. Hof 2 Tr., Zimmer 4. In der Zeit von 5 bis 7 Uhr nachmittags werden dort Ausfünfte mündlich oder telephonisc ( Telephon: Dönhoff 5086) über Wahlangelegenheiten erteilt, auch ift bafelbft Wahlmaterial( Stimmzettel usw.) erhältlich. Bir er. fuchen dringend, für nachhaltige Vorbereitung unseres erbe materials besorgt zu sein. Das Wahlamt des Bezirksamtes Mitte wird während der Ausschreibung des Wählerlisten für die kommende Reichstags. wahl vom 10. März bis einschließli 20. März 1924 bom Alexanderplat 4 nach der Großen Hamburger Straße 18/19, Hof 2 Tr., verlegt. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Am Sonntag, den 16 März, im großen Saal der Bhilharmonie: Großes Drchestertonzert. Das philbarmonische Orchester unter Leitung des Stapellmeisters Dr. Stie drh. Einzelfarten zum Breise von 1,25 Goldmart im Bureau des Bezirksbildungsausschusses und in allen Abteilungen sowie bei Horsch, Gewerf: fchaftshaus, Engelufer 24/25, und in der Buchhandlung Borwärts, Linden bewerbsfräftig bleiben werden, die ihrer Fabrikation die allgemein gültigen Meßeinheiten zugrunde legen. Bei den Elektrotechnikern. Im Haufe der Elektrotechnik herrschen natürlich die Großen. Die beiden alten Ronkurrenten, die AEG. und der Siemensfonzern. Der AEG.- Stand ist umlagert: ein Kinovorführungsapparat neuester Jungsozialisten! Donnerstag, den 13. März, abends 7 Uhr, im Landtag, Prinz- Albrecht- Straße 5, Saal 8, Bortrag des Legationsrates Gen. Dr. Walter Jechlin über: 99 Aftuelle Probleme der auswärtigen Politit." Alle Gruppenveranstaltungen fallen an diesem Tage aus. Die Ortsgruppenleiter haben für das pünktliche Erscheinen ihrer Mitglieder zu forgen. Der Arbeitsausschuß. straße 2. Abonnenten zahlen eine Goldmart. Die Zuschlagsmarken für Abonnenten fönnen schon jetzt eingelöst werden. Im Bezirksbildungsaus. schuß liegen noch einige Bücher und Bilder zu wesentlich berabgefetten Preisen zum Berfauf aus.( Unterhaltungsliteratur, Klassiker und politische Schriften, Radierungen und Holz hnitte bedeutender Künstler). Besichtigung und Verlauf täglich von 9-5 Uhr im Bureau des Bezirksbildungsaus. chusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II. Die Kunstgemeinde Treptow( Boltsbildungsamt) veranstaltet am Mittwoch, den 12. März 1924, abends 8 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums Dbet schöneweide, Zeppelinstraße, einen Stunstabend in Form eines SchubertAbends. Mitwirkende sind Herr Dr. Jo!! und Herr Opeinfänger Alfred Wilde( Tenor). Zum Vortrag gelangt der Liederkreis Die schöne Müllerin". Saaleröffnung 7 Uhr. Eintrittspreis für Mitglieder 30 Bf., für Gäfte 50 Bf. Gaftarten find an der Abendtaffe und in den betannten Bahlstellen zu haben. Gefundheitliche Boltsaufklärung! Das Gefundheitsamt Bedding veranstaltet am Dienstag, den 11. März, abends 7 Uhr, in der Schulaula, Grünthaler Straße 5, zwei Vorträge. 1. Stadtrat Dr. Druder spricht über das Thema: Wie schüße ich mein sind vor Siechtum und Verfrüppelung?" ( mit Lichtbildern). 2. Hauptmann a. D. Neumann- Neurode über das Thema: Gymnaftit in den ersten Lebensjahren" mit Boiführungen. Die malerische Havel wird Dakar Bolle, unter Borführung von 130 Landschafts- und Städtebildern in raturgetreuer Farbenpracht, am Sonntag, 7 Uhr, im Gaale des Kunstgewerbemuseums, Prinz- Albrecht Straße 7a, schildern, Saiten an den Konzertlassen von Wertheim, Bote u. Bock und an der Abendkasse. Sport. Der Stand des 12. Sechstagerennens. Das Feld gesprengt! # und Die 43. Stunde( 3 bis 4 Uhr nachmittags) bringt das langscharf an. Oliveri jagt hinterher und es glückt dem Italiener, erwartete Ereignis. Saldo w ist der Mutige und tritt plötzlich bas Hinterrad Saldows zu erreichen. Der so Angegriffene geht noch schneller los und hat, als er von seinem Partner Bauer abnimmt auch Tech mer ein schärferes Tempo an. Die Mannschaften gelöst wird, einen Vorsprung von 30 Metern. Bei dieser Ablösung Bawke Baffenheim, Rudel- Keudelbacher Roch- Schrage büßen bei diefer Hak je eine Runde ein. Später müssen Bawke- Baffenheim nod 3 wei weitere Runden opfern. Dann fegt ein Kampf der Spikengruppe mit Storm Bletemolen und Taylor Lawrence ein. Beide Mannschaften fönnen nicht aufkommen und erleiden je eine Runde Verlust. Nicht weniger als 41,800 Kilometer wurden in diefer Kampfesstunde gefahren. Die Mannschaften: van Net Mocrtops, Rizetto- Stellbrint und Lorenz- Techmer erhalten je eine Geldstrafe von 100 m. wegen schlechten Ablösens. 3 Die 5- Uhr- Nachmittagswertung. Beim Stundenschuß liegt Rruptat vorn, während bei Beginn der Wertung der alte Europameister Stellbrin führt. Den dritten Spurt stedt van Net vor Huschke, Saldow und Bauer ein, und im vierten siegt der Weltmeister Rütt ganz überRadio. Zum Schluß möge aus der großen Fülle der zur Schau ge= stellten Dinge noch das Gebiet flüchtig gemustert merden, das augenblicklich das Aktuellste" ist, die Radiotechnik. Leipzig steht bekannt lich erst im Beginn des Radiofimmels. Sein Rundfunksender wurde erst am ersten Mesjetag in Betrieb genommen. Die Apparate, die zum Kauf angeboten werden, sind im allgemeinen gut durch konstruiert, abgesehen von einigen Gescmadlosigkeiten, als da sind: untechnisch anmutende„ Radiofische", Funfapparate, die mit irgendeinem anderen Möbel verquickt sind und ähnliche Scherze. Es werden auch mit großer Reflame Apparate mit Rüdtoppelung angeboten. die bei unsachgemäßer Bedienung das häßliche Hundegeheul" er zeugen und alle Hörer in der Runde rasend machen können. Birle Freunde werden sich Apparate erwerben, die ohne Antenne emp fangen. Apparate, bei denen die Antenne durch eine fleine Spule ersetzt ist. Auch„ Antennenfahnen" werden angeboten, eine Art großes Taschentuch, in das in quadratischen Spiralen Antennenlige eingenäht ist und zum Schmud" im Zimmer aufgehängt werden fann. Im einzelnen werden Schrauben aller Art, Widerstände, Drehfondensatoren, Detektoren usw. angeboten. Die Radioindustrie ist augenblicklich Modeindustrie. Ihre Erzeugnisse sind daher unver12 zu und der grobe Krach lauert im Hintergrunde. Uebrigens ist es gerade hier auffallend, wie eine große Elektrizitätsfirma, die auch Rundfunkgerät baut, sich auf diesem Gebiet bescheiden wie ein Mauer: blümchen im Hintergrunde hält. Die Messe gibt ein umfassendes Bild der deutschen Wirtschaft, Sie zollt dem deutschen Arbeiter hohes Lob, Möge das fein Serhit vertrauen stärken, dos er so nötig bei den Kämpfen braucht, die ihn ständig erwarten. Der Arbeiter foll sich feines Werts bewußt sein, nur so fann er sich selbst behaupten. legen vor Kruptat, Bauer und Storm. Den fechsten Spurtzieht anfangs Rütt. Lorenz fezt scharf hinterher und wird aber von Moestops überholt. Ergebnis: moestops, Bauer, Krupkat und Rütt. Der Stand des Rennens ist jetzt der folgende: 1. Rruptat huschke, 58 Butte; 2. van Net- Moestops, 50 Buntte; Lorenz- Techmer, 48 Bunfte, und 4. Saldom- Bauer, 42 Punkte. Eine Runde zurück: Taylor- Lawrence( 14 P.), Storm- Blekemolen( 3 P.). Hahn- Tieß( 15 P.), Koch- Schrage( 7 P.), Rüdel- Keudelbacher( 0 P.). Drei Runden zurüd: PawfeBaffenheim( 0 B.). Bis um 5 Uhr nachmittags find 1422,620 Kilometer zurückgelegt. Die Zehn- Uhr- Nachtwertung sah ein volles Haus. Die am Nachmittag stattgefundenen Borstöße haben eine magnetische Anziehungskraft ausgeübt. Bei Abgeben des Stundenschusses nimmt die Spannung innerhalb des Publitums schärfere Formen an. Von 9 bis 10 Uhr abends find 38,600 Kilometer zurückgelegt. Insgesamt sind bis jetzt( 10 Uhr nach: s) 1600,800 Kilometer gefahren worden. Zwei Runden vor Schluß des ersten Spurts geht Saldom vor, Huschte folgt. Rütt beginnt zu spurten und beim Besezen des ersten Plages gibt es einen Massensturz, wovon sechs Fahrer betroffen wurden. Rennen wird daraufhin neutralisiert. Folgende Fahrer haben Verlegungen davongetragen: Stellbrint, Hahn- Lieh, Oliveri, Saldow ( autabschürfungen aller Körperteile, ein drei Zentimeter langer Holzsplitter mußte durch operativen Eingriff entfernt werden). Storm und Taylor konnten das Rennen bald wieder aufnehmen. Infolge Neutralisation des Rennens werden wir über die 10- Uhr- Wertung erst am Montagabend berichten. Bestes Fabrikat BORG ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER Das Fahrräder Auf Teilzahlung Oranienburger Str. 65 Friedrichstraße 227 $ Fahrradgummi billiger! Luftschläuche 0.75, 1.-, extra prima M. 1.50 Continental, Dunlop, Peter Union, Excelsior, extra prima M. 1.75 Laufdecken M. 2., 2.95, 3.50, 2.75, 4.-, extra prima M. 4.50 Schlauchrelfen 5.50, Transportre fen 7.50, Transportschläuche 2.50 Motorradberellung, Automobradbere Tung große Auswahll Neue Fahrräder Mark 65.-, 75.-, 85.-, 95.Geschäftszweiräder, Transportdreiräder, Motorräder große Auswahl! größt. 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Epp jagt weiter folgendes aus: Etwa 150 Studenten, bie, politisch ganz verschieden eingestellt waren, tamen zu mir, und ich wollte ihnen nicht etwa eine Rede pro Kahr haften, sondern verhindern, daß weitere Dummheiten gemacht würden. Ich habe ben Studenten wohl einige Aussagen von Offizieren vorgelejen, aber feine Protokolle. Die Behauptung, ich hätte die Studenten veranlaßt, fich hinter Kahr zu stellen, ist unrichtig. Einer der Studenten hielt, meil er meine Worte gründlich mißverstanden hatte, fofort eine Icharfe Rede gegen Herrn v. Rahr. Es war dies der Sohn des Herrn Justizgrats RohL Justizrat Kohl: Herr General Epp haf in dieser Versammlung Partei genommen, da er Roßbach Muilosigkeit und Hitler Worfbruch vorgeworfen hat. Im übrigen bin i stoly, daß mein Sohn als Bertreter der Deutschen Burschenfchaft erklärt hat, die Burschenschaftler ftellten sich nicht hinter Herrn v. Kahr. R.-A. G53: Ift Ihnen, Herr General, die geheime Dent. fchrift des Generals Loffow zugegangen? 8euge: Jawohl. Ludendorff läßt sich kommentieren. Hierauf wurde auf eigenen Bunsch Generalleutnant a. D. Hildebrand vernommen, der über Ludendorffs Ein. ftellung Befundungen macht. Der Zeuge erklärte, daß er ein Jugendfreund des Generals Ludendorff fei und mit ihm nicht nur während der Militärzeit, sondern auch jebt Fühlung gehalten habe. Am 9. November hörte ich das Gerücht, daß Ludendorff gefallen fei, fand es aber glüdlicheweise nicht bestätigt und traf meinen alten Freund in der Feldherrenhalle. uden borff war feelisch volltommen erschüttert, daß man auf nationale Männer gefchoffen hatte. Er hat fest an Kahrs Bort geglaubt und General Ludendorff hat mir versichert, Kahr sei niemals gezwungen worden, sondern jederzeit freier Herr feiner Entschließungen gemejen. So verffand er es einfach nicht, daß Kahr umgefallen sei und daß er als Statthalter der Monarchie den Namen seiner Majestät des Königs in eine Komödie hineingezogen hat. In der Tatsache, daß Kahr und Lessow ihm über die Lösung ihrer Bindungen teine Mitteilungen haben autommen lassen, daß sie feine Boben festgehalten und jeden Verkehr unterbunden haben, erblickte mein alter Freund einen glatten Berrat. Ludendorff hat fich an der Bewegung überhaupt nur beteiligt, weil er als Bafis ein Zusammengehen mit ber bayerischne Regierung, mit der Reichswehr und mit der Landespolizei für gegeben erachtete. Unb er ist dieser Bewegung trop des Fehl dylages treu geblieben, denn er fagte mir wörtlich:" Wenn ich Hiller verlaffen wollte, wäre ich ein gemeiner Schurte. Am Morgen des 9. November, als Luden Dorff erkannte, daß durch die Umstellung Kahrs und Loffows die Be wegung an fich erschlagen war, ist er es auch gewesen, der von einem Rudzug auf Rosenheim abhielt, wo Berftärtungen zusammengezogen werden sollten. Er wollte beweisen, baß er ber völkischen Sache treu bleibe und riet deshalb den fried. lichen Zug in die Stadt, der mit Lug und Trug endete. Ich, ber ich jeder völfischen Bewegung fernstehe, bin mein ganzes Leben lang mit Ludendorff zusammengegangen und ich tenne ihn daher genau. Diefer Mann ist nur beseelt von dem Streben nach nationalem Bieberaufbau. Ich muß mich dagegen wenden, daß man Luben borff unterschieben will, er habe von einer blauweißen Gefahr gesprochen. Ich weiß ganz genau, wie groß feine Berehrung für das Haus Wittelsbach, wie groß feine Liebe zum bayerischen Bolt und dem schönen bayerischen Lande ist. Diefe Liebe hat ihn ja auch bewogen, fich hier in München anzufiebeln. Weiter möchte ich zur Frage bes Rulturtampfes, bie ja jetzt fo viel Staub aufwirbelt, noch folgendes fagen: Ludendorff liegt es vollkommen fern, etwa den Ratholizismus zu befehden. Er hat es vielmehr immer mit Friedrich dem Großen gehalten und ist der Anficht, daß jeder nach feiner Jaffon feelig werden soll. General Ludendorff ist ein fo tief religiöser Mann, wie ich noch nicht viele getroffen habe, und das Wort vom Gottvertrauen ist bei ihm feine Rebensart. Er schäßt die Segnungen der beiden christlichen Konfeffionen gleich hoch und es ist deshalb ein Unfinn zu glauben, daß Ludendorff etwa den Katholizismus als solchen befämpfen wolle. Justizrat v. 3ezimiz: Das eitle Gerebe in der Breffe über diese Frage ist ja nur Unfina Biffen Sie auch etwas über den sogenannten Ehrgeiz Ludendorffs, Don bem jetzt wieder gesprochen wird? 8euge: Auch hier fann ich nur versichern, daß Ludendorff nicht ehrgeizig ist. Seine Tochter hat mir erzählt, daß ihm im Kriege der erbliche Abelangeboten worden ist, und daß er ihn ausgeschlagen hat mit den Worten: Ich will den ehrlichen Namen meines Baters weitertragen. Ludendorff empfindet nichts als heiße Liebe zu seinem Baterland Juftigrat Rohl: Ich möchte hier eine Aufklärung über„ Die weißblaue Gefahr geben, ein Wort, das Erz. Ludendorff untergeschoben werden foll. In Wirklichkeit liegen die Dinge fo: Ein Zeuge, nämlich der Leutnant Bod von der Infanterieschule, ist über die Unterhaltung zwischen den Kriegsschülern und Egz. Ludenborff von der Staatsanwaltschaft vernommen worden. Leutnant Bod hat bei ber Bernehmung erKärt, daß man über die weißblaue Gefahr gefprodyen habe. In Wirklichkeit und der Zeuge wird das hier vor Geridyt befunden wollte er fagen, baß man von der ultramontanen Gefahr gesprochen habe, denn in der Kriegsfchule war man allgemein der Auffaffung, daß für Deutschland die ultramontane Gefahr größer fel Neue Zusammenstöße. Bu heftigen Zusammenstößen tam es bann wleber bei ber Ber. nehmung des folgenden Zeugen, des Oberstleutnants v. Berchem. Als der Borfizerbe ben 8eugen pereibigen wollte, melbet fich R.-A. Roder und erklärt: Wenn hier von Hochverrat so viel gefprochen wird, so trifft dieser Vorwurf auf den Herrn Berchem in ganz besonderem Maße zu. Ich muß deswegen gegen die Bereidigung des Zeugen profeffieren. Borf: Diesen Ausfall gegen den Zeugen muß ich energisch rigen. Beuge in bodyfter Erregung: Es hieße geradezu die Ge. schäfte ber Angetlagten beforgen, wenn ich hier nicht vereibigt werden sollte.( Erregung und Ausrufe im Publikum.) R.-A. Dr. Luetgebrune: Ich möchte vermittelnd den Antrag ftellen, den Herrn Beugen erst nach seiner Aussage zu ver eidigen. Zeuge v. Berdem: Man hat mir verschiedene Borwürfe gemacht, zu denen ich erfläre, daß ich bei der Ansprache in meinem Bataillon am 3. März 1924 ausbrüdlich erflärt habe, Beutnant Braun habe den Leutnant Cabella nicht erfchoffen. Ich weise darauf hin, daß Prof. Adolf Schmidt dem Beutnant Cadella bis 15 Minuten vor seinem Tode zur Seite gestanden ist, und daß Cadella nichts davon gesagt hat, daß Braun ihn getötet habe. Ich habe ferner auch nicht den Ausdruck gebraucht, meine Leute sollten jeden Zivilisten, der erflärt, Braun habe einen Kameraden getötet, aufs Maul schlagen. Ich habe vielmehr nach der unverantwortlichen Hezze des Hauptmanns Röhm gegen die Reichswehr meinen Leuten gesagt, fie sollen jeden feststellen, der falsche Vorwürfe gegen die Kameraden oder die Reichswehr erhebt und foldyen Edyvägern energisch über den Mund fahren. Juftizrat Schramm: Was diesen Angriff gegen den Hauptmann Röhm betrifft, so werden wir uns an anderer Stelle wiedersehen. Zeuge v. Berchem( sich stramm aufrichtend): Dazu bin ich jederzeit bereit. Bors: Herr Justizrat Schramm, diese Bemertung Ihrerseits ist vollkommen unzulässig. Oberstleutnant D. Berchem: Ich will hier auch den Leutnant Braun öffentlich in Schug nehmen. Er ist ein Offizier, der nicht so etwas tut oder sagt, was ihm von der Verteidigung vorgeworfen wird. Justizrat Schramm: Jhr Pathos, Herr 3enge, wird nun bald in ein klagelied ausarien. bis mir restlos bewiesen wird, daß ich im Unrecht gewesen bin. Zeuge v. Berchem: Ich trete für meine Untergebenen ein, Justizrat v. 8ezschwig: Ich muß dem Zeugen vorhalten, daß er General Ludendorff gegenüber sich einiger Herr Oberstleutnant v. Berchem einen Lagebericht herausgegeben, maßen merkwürdig benommen hat. Am 14. November hat in dem es heißt: General Ludendorff hat om 9. November erklärt, daß er sich mit Bolitik nicht mehr beschäftigen werde. Bei der Beerdigung feines Dieners in München hat er aber erklärt, daß er bis zum Tode die völkische Sache vertreten werde." Jch bemerke auch, daß Ludendorff bei seiner Bernehmung vor dem Ersten Herrn Staatsanwalt am 9. November nur erklärt hat, er werde bis zur Beendigung des Verfahrens fich nicht an einer politischen Bewegung beteiligen, die auf den Umstoß des Staates hinzielt. Herr Oberstleutnant v. Berchem erhebt affo indireft gegen General Ludendorff den Vorwurf des Ehrenwortbruches. 3h habe an Herrn v. Berchem in diefem Sinne am 20. November geschrieben, und dieser antwortete mir, daß er einen Bericht auf Grund amtlicher Renntnis herausgegeben habe. Diese amtliche Mit teilungen an Herrn Oberstleutnant Berchem foll dahin gelautet haben, Era. Ludendorff habe dem Erften Herrn Staatsanwalt erflärt, für ihn( Ludendorff) sei das deut dhe Bolf und die völkische Bewegung erledigt Ich erhebe gegen Herrn Oberffleutnant v. Berchem den Torwurf, doß er feinen Cagebericht mindestens fahrlässig abgefaßt hat. Zeuge: Es hat mir fern gelegen, Era. Ludendorff einen Ehrenwortbruch vorzuwerfen. Das wird von der Verteidigung aus meinem Bericht willkürlich herausgelesen.( Sehr erregt). Wir von der Reichswehr haben es endlich fatt, uns von der Bevölkerung befpuden und beschimpfen u laffen für das, was wir für unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit erkannt und getan haben. ( Laute Protestrufe im Bublifum.) R- A. Rober: Haben Sie, Herr Zeuge, Beiträge für den Lofiowichen Geheim bericht geliefert? Zeuge v. Berchem: Es find von mir Aufzeichnungen dazu verwandt worden. Das Material hat Lossom mit hauptmann Rüdel zusammengestellt. R.-A. Gademann: Ift dem Zeugen befannt, baß Major Sirn gestern ausdrücklich befundet hat, daß Oberleutnant Braun vor dem Auszug aus der Kaserne die Aeußerung getan hat: Wenn wir auf die Leute treffen, dann schieße ich bie Hunde nieder." Oberstleutnant v. Berchem: Das weiß ich und ich mißbillige diese Aeußerung, aber sie steht body in feinem Zusammenhang bas mit, daß Braun behauptet haben foll: Ich bin Soldat, dafür werde ich bezahlt." Auf weiteres Befragen der Berteidigung erklärt der Zeuge, baß er die sogenannte blauweiße Schrift nie gelesen und auch nicht das Geringste dazu beigetragen habe. Justizrat Schramm: Burden Sie Ihr Urteil über Ober. leutnant Braun auch aufrechterhalten, wenn Sie erführen, daß Oberleutnant Braun die Behauptung zuerst glatt abge. leugnet hat und erst auf Borhalt erklärt hat, er tonne sich nicht mehr genau erinnern. Der Zeuge behält sich eine Erklärung darüber vor. mein deutsches Gefühl beleidigt.. Die gereizte Stimmung, die während der ganzen Bernehmung des Oberfileutnant v. Berchem auf beiden Seiten herrschte, entlub sich dann plöklich in einem 3 wifchenfall General Ludendorff erhob sich und stellte feft, daß der Befehl zur Wegnahme des Sommandos von General Coffom unterzeichnet jei. Der Befehl habe gelautet: Wehrfreistommando wird heute frühzeitig genommen." Oberstleutnant v. Berchem: Das fann fein, aber die Aus führungsbestimmungen tamen meines Wiffens von General v, Danner. Im übrigen fann ich mich nach pier Monaten doch nicht jcber Rleinigkeit erinnern, das würden Exzellenz auch nicht fönnen.( Unruhe im Zuhörerraum und Rufe wie unerhört". General Ludendorff: Für mich handelt es sich hier um eine Feststellung. R.-A. Holl( fehr erregt): 3ch wollte an den Zeugen noch einige Fragen stellen, aber ich stelle fie jetzt nicht mehr, da diese Bemerkung des Zeugen zu Erz. Ludendorff mein deutsches Gefühl beleidigt hat.( Lebhafte Bravorufe, Sehr richtig. fo wars gut im Zuhörerraum.) Borf: Ich habe von einer Beleidigung nichts gehört. Oberfileutnant v. Berchem: Ich habe lediglich gesagt, auch Erzellenz würden sich nach vier Monaten nicht mehr an jede Kleinigkeit erinnern. Borf.: Diese Bemertung war vielleicht ungehörig ( Bottogott! Red.), aber sie ist doch keine Beleidigung. Ich habe teine Beranlaffung, den Zeugen zurechtzuweisen. R. A. Holl: Diese Bemerfung beleidigt jebenfalls mein deutsches Empfinden.( Erneuter Beifall im Zuhörerraum.) „ Mit dem Rücken eine tiefe Verbeugung". Als nächster Zeuge wurde der Leutnant a. D. Heder vernommen, der bei seinem Eintritt in den Gaal mit dem Rüden zum Richtertisch eine fiefe Berbeugung vor General Ludendorff macht und sich erst dann zum Gerichtshof wendet. Leutnant Heder war Vertragsangefiellter im Wehrfreistommando. Er hat sich nadh feiner eigenen Aus'age am Abend des 8. November dem Rampfbund" mit Begeisterung zur Berfügung geftellt. Er war es, zu dem Oberstleutnant Kriebel in der Nadyt gefagt hat: Sie find unfere lehte Hoffnung. Sie müffen Coffow zu einer Besprechung mit Ludendorff bringen. Alle anderen Boten find nicht wiedergefehrt." Oberleutnant Heder fuhr dann mit dem Auto zur Kaserne von 1 19 und richtete dort seinen Auftrag an General v. Lossow aus. Sonntag, 9. März 1924 Lossom, so befundete der Zeuge, erwiderte: Da das Wort gebrochen ist, ist auch feine Berständigung mehr möglich". Er hat es dann abgelehnt, Erz. Ludendorff eine Mitteilung zukommen zu lassen. Ich durfte dann die Kaserne nicht mehr ver. laffen, da mir sonst die Schuhhaft angedroht wurde. Borf: General Loffow foll gefagt haben: Das könnte Ihnen so paffen, wenn ich Ihnen meine Pläne aufgededt hätte. 3euge: Jawohl. R.-A. Dr. Luetgebrune: Was sollte denn die Aeußerung Lossoms bedeuten:„ Das Wort ist gebrochen?" Beuge: Hitler joll fein Wort gebrochen haben. Das bezog sich auf die Besprechungen im Frühjahr. RA. Dr. Luetgebrune: Hat Lossom nicht auch gefagt, mit Rebellen wird nicht verhandelt, Zeuge: Das Wort Rebellen ist gefallen, aber ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang. R.-A. Luetgebrune: War Kahr bei dieser Besprechung zugegen? 3euge: Jawohl. R.-A. Holl: 3ft dem Zeugen bekannt, daß Oberst v. Seißer In jener Nacht seiner Frau freudestrahlend mitgeteilt hat, daß die neue Regierung gebildet und er zum Reichspolizeiminister ernannt worden sei? Zeuge: Mir ist berichtet worden, daß Hauptmann Schweigle dieses Gespräch mit angehört hat. Ein Entlastungszeuge für Kahr. Zu einem erneuten Zwischenfall tommt es dann, als der nächste Zeuge, Major v. 3m hoff von der Landespolizei München, aufgerufen wird. Der Dorfihende sprach dem Zeugen bereits die Eidesformel vor, als mitten drin R.-A. Roder gegen die Bereidigung protestierte. Der Borsitzende blidte unwillig auf und meinte, man tönne thn doch unmöglich mitten in der Vereidigung unterbrechen. Darauf R.-A. Roder: Ich muß unbedingt gegen die Bereidi gung protestieren, wenn der Eid schon geleistet ist, dann ist es zu spät. Wenn hier von Hoch verrat überhaupt die Rede ist, dann tommt der Zeuge als Mittäter in Frage. Es ist feit dem 24. Oftober mit solcher Gröblichkeit von der anderen Seite Hochverrat unternommen worden, daß das, was wir getan haben eine verschwindende Kleinigkeit dagegen ist.( Seiterfeit im Zuhörerraum.) Wenn von unserem Hochperrat gesprochen wird, dann muß der Hochperrat der anderen Seite noch viel lauter in die Deffentlichkeit gerufen werden. Dieser Zeuge war bei allen diefen Dingen genau so beteiligt wie die anderen. Erster Staatsanwalt Stenglein: Ich habe teinen Anlaß, anzunehmen, daß der Zeuge an dem hier zur Anklage stehenden Hochverrat irgendwie beteiligt war und bitte um seine Bereidi. gung. Rach furzer Beratung beschloß das Boltsgericht Major Im hoff zu vereidigen. Der Beuge geht dann auf zwei Ereig niffe ein, die nach feiner Angabe für die Haltung der Landespolizei wichtig waren, und zwar zunächst auf die Offiziersbesprechung beim Chef der Landespolizei am 8. Ottober. Wenn Ludendorff in seiner Aussage betent habe, Oberst Banzer habe damals gesagt, wer nicht auf die Nationalsozialisten schießen will, der foll seinen Abschied nehmen, fo fei dies Wort aus dem Zusammenhang geriffen. Den Anlaß zu der Offiziersbesprechung, so erklärte der Zeuge, boten die Gerüchte in der Bevölkerung, daß die Landespolizei niemals auf die Nationalsozialisten schießen werde. Es hatte den Anschein, als ab diefe Gerüchte mit voller Abficht verbreitet worden seien. Deme gegenüber stellte Oberst Bauer feft: Für die Polizei gibt es nur Gehorsam und Pflicht. Gegen alle Umfiurzversuche wird rüdsichtslos eingeschritten, ob sie von rechis oder von links fommen. öligenfalls muß auch von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden. Jeder Offizier muß fich prüfen, ob er einer folchen Belastung gewachsen ist. Wer das von sich nicht glaubt, der soll es offen und ehrlich bekennen. Unehrlich wäre es aber, wenn er es erst in dem Augenblid erkenne, in dem es hart auf hart geht. bände belehrt und den Gerüchten entgegengetreten wurde. Es schade Banzer hat dann angeordnet, daß in diesem Sinn auch die Bergar nichts, daß auch den Nationalsozialisten, deren vaterländischen Bielen wir fympathisch gegenüberstehen, die Stellung der LandesDann war polizel befanntgemacht wird. am Bormittag des 8. November eine Chefbefprechung bei Oberff v. Seißer, in ber biefer feststellte, eine Einigung mit dem„ Rampfbund" wäre bisher nicht möglich gewefen. Hitler und Ludendorff et strebten die Bildung einer nationalen Reichsregie. rung in Bayern und wollten sie mit Gemalt nach Norben vor tragen. Kahr war der Ansicht, daß ein solches Borgehen von Bayern aus zu einem abfoluten Mißerfolg führen müsse und daß er niemals dabei mittun würde. Ludendorff hat sich verpflichtet, nichts zu unternehmen, was ihn in konflikt mit der Reichsmehr und Landespolizei bringen würde. Wenn er feinen eigenen Wen gehen müßte, so würde er seine Beziehungen zum Generalftaatstommiffariat loyal lösen. Hitler erklärte ebenfalls, daß er nichts unternehmen würde, ohne den Generalstaats tommiffar vorher zu verständigen. Seißer fügte noch hinzu, daß an dem Wort Ludendorffs nicht zu rüffeln fei und daß er auch keinen Zweifel an Hitlers Worten habe. Ferner fagte Seiker, er habe sich bemüht, der Landespolizei die Notwendigkeit zu erflären, gegen nationalgejinnte Männer auffrefen zu müssen, um so mehr als viele Beamte Berwandte und Bekannte im Kampfbund" hätten. Er hoffe, daß diese Notwendigkeit auch fünffighin erfpart bliebe. Wenn aber die Führer der Bewegung nicht mehr Herr der Lage blieben, würde die Landespolizei ihre Pflicht fun, auch wenn es ihr unendlich schwer fallen würde. Im Falle eines Putsches werde die Candespolizei gege benenfalls auch von der Schuhwaffe Gebrauch machen. Darüber felen den genannten Herren feine Zweifel gelassen worden. Weiter fagte Seiker: mit dem Namen Kahr. Cossow und Seißer wird anfcheinend Mißbranch getrieben. So ift ein Flugblatt, das von General v. Coffor unterzeichnet war, beschlagnahmt worden, mit dem Coffow überhaupt nichts zu tun hatte. Der Zeune schildert dann die Ereignisse am 8. und 9. November. Als er am Abend des 8. November die Polizeidirektion verlassen wollte, tam ihm atemlos ein Kriminalbeamber entgegen, der ihm meldete, daß die Versammlung im Bürgerbräu überfallen und die Regierung gestürzt fel. Major v. Imhoff begab sich daraufhin sofort in das Geschäftszimmer zurüd und ging bann zum Offizier vom Dienst, der ihm die Nachricht bestätigte und ihm mitteilte, Oberamtmann Dr. Frid habe sich bereits nach der Lage erfundigt und geraten. zunächst die Landespolizei nicht einzufeßen. um Blutvergießen zu vermeiden. Der Major Imhoff alarmierte die Landespolizei, um Verstärkungen be reitstellen zu lassen Inzwischen rief auch der diensttuende Beamte des Generalstaatstemmissariats, Regierungsrat Baron v. Freyberg, an, der ihm u. a. mitteilte, daß weitere Verbände ber Nationalsozialisten im Anmarsch seien. Daraufhin wurde die gefamte Polizei in Bereitfd) aft gefeßt und die heranziehung auswärtiger Berstärtungen besprochen. Es wurde auch die Hauptpost und das Telegraphenamt befeht, eine Maßnahme, bie fich als notwendig erwies, meil fpäter in der Nacht eine Abteilung des Kampfbundes den vergeblichen Versuch machte, has Haupttelegraphenamt und den Bahnhof in die Hand zu betommen. Ferner wurde die Berteidigung der Unterkünfte der Landespolizei angeordnet. Ich habe Frid gegenüber, so erflärte der Zeuge, Bebenten geäußert, ob sich die Sache im Norden halten würde. Ich habe überhaupt den ganzen Borgängen mißtraut, meil idy mir nicht denken tonnte, daß die Sache gut ausging. Dann tam der Stadtfommandant, General v. Danner, furze Zeit nach der Bolizeidirektion, begab sich aber zur Stadtkommandantur wieder jurid, weil er, wie er erflärte, dort Krise und Konsumgenossenschaften ieder und mit deren – Un luft, für bie entwerteten BeBon Franz Feuerstein. Kapitalmarkt mit ber ftart gefumtenen Rauftraft der Mit triebsmittel( Geschäftsanteile, Spareinlagen) neue auf RentenDie Wirkungen der Inflationsperiode und der Mark- martbasis einzuzahlen. Dies ist die gegenwärtige größte Ges fahr für die Weiterführung der konsumgenossenschaftlichen stabilisierung auf die Wirtschaftslage der deutschen Republik Wirtschaftsunternehmungen. Sie wird aber behoben und die soziale Gestaltung der Verhältnisse Beamtenabbau werden, da die verantwortlichen Kreise rechtzeitig mit allen und Arbeitslosigkeit in ungeahnten Dimensionen find fo propagandistischen Maßnahmen darauf drücken, daß die tiefgreifender und handgreiflicher Art und der Umschichtungs- solvent" gebliebenen Mitglieder die neu beschlossenen und prozeß auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens ist in so noch zu beschließenden Geschäftsanteile in Höhe von mindestens starkem Fluffe, daß von allen Aktualitäten der Zeit die Nach 30 Rentenmark, die dem Durchschnittssaße der Borkriegszeit wirtungen des Währungselends immer noch in vorderster entsprechen, so rasch als möglich eingezahlt werden. Geschieht Reihe stehen. Und aus ihnen entwickeln sich ja auch immer dies, so würde nach dem angeführten Beispiel der württemftärker die politischen Kämpfe, die ihren Kulminationspunkt bergischen Konsumvereine die Betriebsmittelfrage als schlimmin den bevorstehenden Reichstagswahlen finden werden. fter Gefahrenpunkt überwunden sein, denn 30 x 220 000= 6 400 000 Goldmark ergeben nahezu den dreifachen Betrag der Geschäftsanteile des Jahres 1914 und noch über 400 000 Goldmart mehr als Geschäftsanteile und Spareinlagen zusammen vorhanden waren. Oder wenn beispielsweise die Konsumgenossenschaft Berlin- Lichtenberg mit ihren 150 000 Mitgliedern den Mindestbetrag von 30 Rentenmart erheben würde, könnte diese Riesengenossenschaft spielend die erforderlichen Betriebsmittel aufbringen, denn mit 4500 000 Goldmark fann man arbeiten". mehr Bewegungsfreiheit bei diesem Schwindel habe. Auch Oberstleutnant v. Berchem fam zur Polizei Direktion und meinte, baß die ganze Sache Schwindel jei. Alls, dann Oberst Banzer vom Bürgerbräu zurückkehrbe, ging ich mit ihm in das Zimmer des Präsidenten, wo Böhner und Frid anwefend maren. Es ist nicht richtig, daß ich Pöhner herzlich In diesen allgemeinen wirtschaftlichen Dreh sind natur gratuliert habe. Dagegen habe ich ihn wohl herzlich begrüßt, weil gemäß auch die genossenschaftlichen Berbraucher ich ihn aus seiner früheren Polizeipräsidententätigkeit fehr schäze. organisationen hineingewirbelt worden, und es ist, soWenn behauptet wird, ich habe ihm gegenüber eine dienstliche Hal weit man die Sachlage auf finanziellem Gebiete übersehen fung eingenommen, so muß ich erklären, daß ich in Zivil war, und oder wenigstens an Einzelbeispielen flarmachen fann, von beDaß es bei einem Offizier im Blute liegt, älteren Herren gegenüber fonderem Interesse, wie die Konsumgenossenschaften die schlags bie Haden zusammenzunehmen. Immerhin mißtraute ich derartigen Krisen der Geldentwertung bis Mitte November v. 3. gangen Situation, und während des ganzen Gespräches und die plötzliche Stabilisierung der Währung überwunden haben Oberst Banzer und ich uns gegenseitig angestoßen, daß es beffer wäre, in unfere Räume zu gehen, um unsere Bewegungs- und ausgeglichen haben bzw. ausgleichen können. freiheit zu behalten. Frid sprach in dieser Seit ziemlich wenig und war sehr in sich gefehrt , Das war ein zweiter Kapp- Putsch Dann tam ber telephonische Anruf von der Türkentaferne. Oberst Banzer und ich sollten zu Oberst v. Seißer tommen. Da wir an nahmen, daß wir überwacht wurden, gingen wir vorsichtig zum Auto o fuhren dann fort. Wir trafen Seißer in lehr ernster Stimmung. Er fagte zunäcft: les fommt jetzt darauf an, daß die Landespolizei ihre Unterkünfte und Stükpunkte hält. Niemand darf hinein, fouft wird Gewalt angewendet." Seißer war sehr ver ärgert und gegen seine fonftige Gepflegenheit sehr wortfarg. Er tat so einzelne Aussprüche wie:„ Das war ein zweiter Kapp- Putsch, aber noch schlechter als der Kapp- Puffch." Und dann meinte er ironisch: -Jeht haben sie mich zum Reichspolizeiminifter gemacht! Das gibt es ja gar nicht. Die Polizei ist ja Sache der Länder." Danm fuhren wir zur Bolizeidirektion zurück. Bald danach meldete sich ein Führer eines Oberlandverbandes bei Banzer. Er sei beauftragt, die Polizei direktion zu sichern. Banzer erklärte aber, die Polizei fei imftande, Die Polizeidirektion felber zu sichern, er müsse ihn erjuchen, mit seinen Berbänden wieder abzuziehen, mas dann auch geschah. Dann fam Die Melbung, baß vor dem Regierungsgebäude einige Kompagnien her Infanterieschule unter Führung Roßbachs aufgezogen feien, um bie Sicherung der Regierung zu übernehmen. Es tam dort zu scharfen Auseinandersehungen mit der Landespolizei, und der Kampfbund foll fich schon angeschickt haben, von der Waffe Gebrauch zu machen. Nur bem geschickten Eingreifen des Polizeioffiziers war es zu verdanken, daß sich nicht schon damals ein Zusammenstoß ereignete. Die Herren stehen bereit. Später fam bann vom Staatsfommiffariat der bekannte Funt forach Kahr, Loffow und Seißer ablehnend Hitler- Puffch", und schließlich erhielten wir den schweren Auftrag, Böhner und Frid in Haft zu nehmen. Die Berhaftung follte, wenn möglich bis zum Morgen nicht befannt werden. Raum hatte ich diese Meldung erhalten, da tam Frid in mein 3immer. Ich begab mich in das Nebenzimmer, um zwei Offiziere zur Bewachung bereitzustellen. Als ich zurüdtehrte, hatte ich den Einbrud, ais ob Frid das Zimmer verlassen wollte. Ich stellte mich ihm in den Weg und fagte zu Oberst Banzer:„ Die Herren stehen bereit, wollen Sie Ihren Auftrag ausführen." Es ist nicht richtig, daß ich gefagt haben soll:„ Tun Sie Ihre Pflicht." Während bann Oberst Banzer die Offiziere geholt hatte, sagte ich zu Frid: Es fut mir furchtbar leid, aber ich muß meine Pflicht tun. Ich war in einer fehr großen feelischen Aufregung. Oberst Banzer nahm dann einer fehr großen feelischen Aufregung Oberst Banzer nahm dann die Berhaffung vor und verhaftete später auch Böhner. Beide Herren waren sehr betroffen, blieben aber ruhig. " 12 Im allgemeinen tann gesagt werden, daß die Konsumvereine die Geldentwertungsfrisen an sich fast ohne Aus nahme gut überdauerten. Der Multiplikator" war ebensosehr Freund und Schreck der Käufermitglieder wie der Genossenschaft. Was auf der einen Seite verloren wurde, gewann man auf der anderen, wenn die Begriffe Verlust und Gewinn" im inneren Verhältnis von Genossenschaft und Mitgliedern überhaupt angebracht sind. Denn schnellte der Multiplikator" hoch, während die Mitglieder furz zuvor au billigeren" Preifen die Ware erhalten hatten, und mußte die Genossenschaft den Warennachschub oft mit doppelten und dreifachen Einkaufs gegenüber den vorherigen Verkaufspreisen bewirten, so dienten noch vorhandene Barenbe stände, die selbstverständlich die Bewegung automatisch mit machten, eben als Ausgleich für den Verlust" der Genossenschaft, welchen die Mitglieder als„ Gewinn“ nach Hause gebracht hatten. Nur dadurch ist erklärlich, daß die Konsum vereine in der Inflationszeit nicht weggefegt wurden wie dürres Laub. Daneben braucht nicht übersehen zu werden, daß die dauernde Erhöhung der Papiermart Geschäftsanteile, staatliche und tommunale Kredite, insbesondere für die Kartoffel, Mehl und Zuckerversorgung, und eine Reihe kleinerer Finanzmaßnahmen dazu beigetragen haben, den Bau der Konsumgenossenschaften im großen und ganzen intaft zu halten. Was immerhin eine Leistung ist angesichts eines Bestandes von rund 3000 Vereinen mit über 4 Millionen genossenschaftlich organisierten Mitgliedern, d. h. fast ebenso vielen Familien oder Haushaltungen. Borin auch die Größe der Gefahr für die Verbrauchermassen im allgemeinen sich abzeichnet, denn wenn diese gemeinwirtschaftlichen Organi fationen zusammenstürzten, dann war auch der letzte Damm gegen hemmungslose Preiswucherei in wichtigen Lebensmitteln geriffen und die kapitalistische Privatwirtschaft hätte auf der ganzen Linie gesiegt. Leider macht sich die Rechnung auf dem Papier leichter als in der Wirklichkeit. Wie immer, wo Theorie und Praris fich gegenüberstehen. Denn es gibt schwere Hemmungen. In erster Linie fordern die Mitglieder häufig unter tommunistischer Führung- die Aufwertung der Geschäftsanteile und Spareinlagen, sodann steht die Masse der Mitglieder aus den Arbeitnehmerfreisen unter dem schweren Drud von Arbeitslosigkeit und Einkommensrerminderung, und nicht zuletzt besteht auch noch eine gewisse Baghaftigkeit in bezug auf die Währungsdauer der Rentenmark. Was die Aufwertung der Geschäftsanteile anbelangt, so wird ihre Berechtigung grundsäglich verneint werden müssen- ganz abgesehen von der schweren finanziellen Gefahr, die für die betriebsmittelarm gewordene Genossenschaft droht-, denn die Mitglieder der Genossenschaft sind ihre eigenen Unternehmer und haben dazu noch während der Inflationsperiode dem ,, Multiplikator" oft genug in der letzten Minute ein Schnippchen geschlagen, d. h., das Betriebskapital ist von den Mitgliedern selbst ausgefchöpft worden. lebrigens ein ganz hübscher Anschauungsunterricht über den Wefensunterschied zwischen genossenschaftlicher und Privat wirtschaft, denn bei letzterer waren nicht die Berbraucher die Gewinner. Außerdem wurde im Laufe der Mitgliedschaftsperiode in den Genossenschaften von den Mitgliedern eine ganz hübsche Berzinsung des Anlagefapitals" der Geschäftsanteile erzielt. So betrug die Summe aller Mitgliedergeschäftsguthaben der Konjumvereine des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine in den letzten 20 Jahren 348,2 Millionen Goldmart. Dagegen aber fummierten sich die den Mit gliedern alljährlich gutgebrachten Beträge aus Rüdvergütun gen und Sparrabatt auf 1231,7 millionen. Mithin übersteigt allein der Nutzen der Mitglieder aus den Rüdvergütun gen deren Leistung durch Geschäftsanteile in 20 Jahren uin 883,5 Millionen Marf. Auf jedes Mitglied entfällt im Durchschnitt ein Geschäftsguthaben von 110 m., aber eine durchschnittliche Erübrigung von 389 m. Mithin übersteigt der, rechnerisch ermittelte Nutzen des einzeínen, und zwar ge= rabe des älteren Mitgliedes feine Leistung um 279 M., und es Immerhin hat die Inflationsperiode start an den finanzillen Grundlagen der Konsumgenossenschaften gerüttelt, und zwar derart, daß sie im Zusammenwirten mit der Martstabili fierung dem Wiederaufbau der Genossenschaften auch nur zur vorfriegszeitlichen Leistungsfähigkeit die schwersten Hemmungen bereitet. Es ist die Betriebskapitalit allgemein bekannt, daß die Geschäftsguthaben der Mitfrage, die die Führer der Organisation und die Leiter der Einzahlungen der Mitglieder bildeten, sondern im wesentlichen alieder wie die früheren starken Goldreserven sich nicht aus einzelnen Genoffenschaften nicht zur Ruhe kommen läßt. Denn aus dem jährlichen finanziellen Nußen, den sie erhielten. die alten Betriebsmittel find fast restlos entwertet, große Konsumvereine, die im Jahre 1914 an eigenem Betriebsfapital 800 000 bis 1 Million Goldmart in der Bilanz auföffnungsbilanz in Gold, wie sie die Dezemberverordmung der Regierung vorschrieb, noch durchschnittlich 900 bis 1000 Goldmart! Die Inflation hatte gewirkt wie ein Hagelfchlag zur Erntezeit. Bors: Als Bolizeipräsident hat sich Frid nicht vorgestellt? 3euge: Rein, ich habe auch feinen Anhaltspunkt dafür, daß er von dem Unternehmen vorher Kenntnis hatte. R.-A. Roder: Wiffen Sie, Herr Zeuge, daß Herrn Ehrführten, besaßen am 1. Januar d. J. bei Aufstellung der Er hardt, der wegen Meineides verfoigt wird, von der Polizei ein usweis gegeben worden ist? Zenge: Davon ist mir nichts befannt. R.-A. Roder: Ich möchte von Ihnen etwas Näheres von den Geheimbefehl für die Polizei wiffen. Korf.: Darüber fann in öffentlicher Sigung nicht verhandelt merben. Eine längere Auseinanderlegung zwischen der Berteidigung und dem Zeugen entspann sich dann noch über die Frage, ob die Polizei unch am 9. november vor dem Zusammenstoß vor der Residenz befonderen Befehl zum Schießen erhalten habe. Der Seuge erklärte jedoch, daß für die Polizei lediglich die alte Dienstanweisung für den Waffengebrauch weiterbestanden habe, obwohl die Polizei dem General v. Danner bei der Entmaffnungsaftion unterstellt war. Kritische Fragen und keine Antwort. Rechtsanm. Hemmeter: Hat Ihnen, vor der Gerichtsver handlung die Antiageschrift vorgelegen? 8euge: Nein. Staatsanwalt hardt: Es ist wohl tein Geheimnis, menn ich mich als Verfasser der Antlageschrift betenné. Es ist wieder. holt davon die Rede gewesen, daß die Anklage mit der sogenannten geheimen Dentfchrift von Exzellenz Lossom oder mit anderen Schriften mörtlich übereinstimmt. Ich erkläre, daß in der Antlage tein Bort fteht, das nicht durch Beweise voll gebedt ist. Es wäre fehr loyal, wenn diese Latsache hier im Gerichtsfaal öffentlich Anerkennung finden würde, Als Beispiel dafür diene die folgende finanztechnische Aufmachung des Verbandes württembergischer Konsumvereine, der im Jahre 1914 rund 110 000 Mitglieder zählte, im Jahre 1923 aber 222 000- mit den Familienangehörigen über ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Nun hatten im Jahre 1914 die 110 000 Mitglieder eingezahlt an: Geschäftsanteilen Spareinlagen. 2 484 862 Goldmart 9 9 3 453 460 also zusammen 5 938 322 Goldmart Dagegen waren am Ende des Jahres 1923 für 220 000 Mitglieder noch vorhanden an: Geschäftsanteilen Spareinlagen. 1 972 331 000 000= 25 460 89 942 000 000 2356 1062 273 000 000= 27 816 also zufammen Das Betriebskapital der württembergischen Konsumver eine ist also in einem Zeitraum von 10 Jahren zufammen. geschmolzen von rund 6 Millionen auf 28 000 Goldmark! Es betrug pro Kopf der Mitglieder im Jahre 1914: 53,9 Goldmart, dagegen am 1. Januar 1924 nur noch 12,6 Gold. pfennig! Rechtsanwalt Holl: Am 27. Oftober hat Oberst Seißer die Darin drückt sich die ganze gegenwärtige misere Bolizeioffiziere verfammelt. Ich will Ihnen ein Stich der deutschen Konsumgenossenschaften aus, denn ähnliche Festmort geben:„ Die Judenregierung in Berlin". Bas ist dort verstellungen liefern sämtliche Revisionsverbände des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine. Nun fällt diese Verwüstung des genossenschaftlichen Betriebskapitals zusammen mit einem starten Kreditmangel auf dem allgemeinen handelt worden? Zeuge: Daran erinnere ich mich nicht. Rechtsanwalt Holl: hat nicht am 8. November Herr Hitler in der Ihnen ebenfalls befannten Besprechung gesagt: Herr Seißer, wenn Sie aus Berlin ohne Ergebnis zurüdtommen, fo gehe ich auf eigene Faust vor. Beuge: Daran erinnere ich mich nicht.( Unruhe im Bublifum.) Rechtsanw. Holl: Rennen Sie den Berfasser der Dentschrift Ludendorff in Bayern"? 8euge: Das gehört doh mohl nicht zur Sache. Bor: Sie müssen darüber aussagen. 8euge: Ich weiß von nichts.( Unruhe.) Zum Schluß der Sitzung stellten dann die Rechtsanwälte Göz und Rober den Antrag, Amtmann Frid aus der Haft zu entiaffen, da die Beweisaufnahme ergeben habe, daß von einer Schuld feinerseits feine Rede sei und auch kein Fluchtverdacht vorliege. Rechtsanwalt holl stellte erneut den Antrag, Kahr umgehend zu vernehmen, da der Prozeß wesentlich mehr gefördert hätte fein tönnen, wenn man anstatt der Zeugen zweiter und dritter Klasse zu allererst den Hauptzeugen Kahr gehört hätte. Der Borsigende erklärte, daß am Montag Kahr und Lossom bernommen werden würden. Ueber den Haftentlassungsantrag des Oberamimanns Frid wird das Gericht eine Entschei bung treffen. Hierauf wird die Sigung geschlossen und bis auf Montag morgen 8% Uhr vertagt. HAN CALMON HANS Colmon Anders steht es mit den Spareinlagen, denn hier fpielen neben der finanziellen Erwägung über ein fleines Spartapital gerade der treuesten Genossenschaftsmitglieder Treu und Glauben eine so große Rolle, daß es materiell und pinchologisch durchaus als verständlich erscheint, wenn in den Genossenschaften auch ohne irgendwelche gesetzliche Beranlaffung es als eine Art Ehrenfache empfunden wird, das schließlich beruht darauf die weitere Entwidlung der Bertrauen auf Aufwertung nicht zu enttäuschen, denn beutschen Konsumvereinsbewegung überhaupt. Alles in allem fann man annehmen, daß die organisa torisch starten, wirtschaftlich gerade auch vom sozialistischen Standpunkt aus bedeutungsvollen genossenschaftlichen Ber braucherorganisationen die gegenwärtige allgemeine Betriebsmitteltrise ebenso überwinden werden wie die Inflations frisen. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Berein der Fretbenker für Feuerbestattung, G. B., Bezirk 2. Montag, ben 10. März, 7 Uhr, öffentlicher Film- und Lichtbildervortrag im Moabiter Ge fellschaftshaus, Bielefstraße. Schugverein der Sunde. und Tierfreunde, E. B. Dienstag, 11. März, abends 8 Uhr, in der Neuen Welt. Safenheide, öffentliche Proteftverfammlung gegen ble llebeltänbe bei der Bundesperte, Tollwutbelämpfung ufw. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Stefan Esbers, Ralfer- Wilhelm- Str. 55, Ede Spanbaner Ctr. 35, empfiehlt wie in der Borkriegszeit ihre Waren. Ein Besuch des Geschäftes. dürfte ficher lohnend fein. Siehe heutiges Inferat. Gelb sparen ist die Lofuna des Jahres 1924. Damit Bann zuerst begonnen merben bei den Sachen, die täglich gebraucht und abgenukt werden. Das Wichtigste und Unentbehrlichste ist das Schuhzeug. Statt des teuren Leders follte man nur noch Sanfa- Gummisohlen und-Gummiabfäße verwenden, bie um 50 Bros. billiger find als vor dem Kriege. Als solide Qualitätsware haben fich die echten Sansa- Eummisohlen und Sansa- Gummiabsäge der Calmonwerte .- G. 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Der frülhere Berliner Berichterstatter des„Populaire" und jetzi'« Berichterstatter des �Oeuvre' stellt uns auf unseren Wunsch folgende Betrachtung über die sozial- potttischen Folgeerscheinungen des französischen Währungs- Zerfalls zur Verfügung: 2er Frank ist weit unter 25 Eoldcentimes gefallen und behauptet sich schwer ungefähr auf 20 Cent. Die Ursachen sind so bekannt, daß man sie gar nicht nochmals darzustellen braucht. Aber was werden die Folgen sein? Es sind nur drei Möglichkeiten vorhanden: Entweder wird der Frank bis auf den Kurs von 0,30 Goldcentimes steigen, auf den das französische Durch- schnittseinkommen eingestellt ist:— aber mit dieser Hypothese brauchen wir uns nicht zu befassen, weil in diesem Falle Frankreich sein Gleichgewicht wiederfinden wird. Oder der Frank wird durch den Mechanismus der Speku- lation bis auf Null heruntergezogen. Oder der Frank wird ungefähr auf dem jetzigen Kurs stabilisiert. Persönlich glaube ich nicht an die zweite Möglichkeit, well die französischen Verhältnisse ganz verschieden sind von den österreichischen, deutschen oder russischen Verhältnissen. Aber eben wegen dieser Verschiedenheit werden auch die Wirkungen einer so radikalen Entwertung ganz verschieden sein. Was ist Frankreich? Ein hauptsächlich agrarisches Land, das sich aus eigenen Mitteln ernähren kann. Ein Land, dessen Wirtschaft im Grunde genommen dieselbe geblieben ist wie in der vorkapitalistischen Zeit: wir sagen oft: wie in der Zeit Ludwigs XIV. Fünfundfünfzig Prozent der Bevölke- rung leben von Ackerwirtschaft, zwei Drittel davon sind Grundbesitzer. Kleine Städte von 5000 bis 50000 Ein» wohnern, die von Beziehungen mit dem flachen Lande leben. Nur 16 Grossstädte von mehr als 100 000 Einwohnern, und unter diesen sieben Seehäfen. Dazu kommt endlich eine Riesen- Hauptstadt, Paris, die allein ein Drittel der gesamten städtischen Bevölkerung Frankreichs umfaßt: eine Stadt, deren künstlerische Schätze, deren Gastlichkeit, deren Frauen seit Jahrhunderten die Ausländer fesseln. Was wird nun geschehen, wenn in einem solchen Lande «ine Währungskatastrophe ausbricht? Auf 40 Millionen Seelen kommen 22 Millionen Bauern, die auf ihrem Grund und Boden leben: die 10 Millionen der K l e i n st ä d t e mögen von dem Austausch ihrer gewerblichen Erzeugnisse und ihrer beruflichen Leishm- gen leben. Paris und die Seehäfen werden ihren Verkehr mit dem Auslande fortsetzen, der zweifellos als übliche Folge der Geldentwertung reger als je sein wird. Es bleiben 1,5 Millionen-ausgesprochene Industriearbeiter, deren Schicksal ungewiß ist Aber in einem Lande, wo die Industrie- arbeiter relativ so gering an Zahl sind, ist es kaum allzu- nehmen, daß sie denselben Gefahren wie in Deutschland ausgesetzt sein werden, wo die Industriearbeiter zahlreicher als die Bauern sind. Im Falle einer Währungskatastrophe ist es vorauszusehen, daß sich die Bauern Otis die„Errungenschaften� der Städte stürzen werden. Jeder wird nach einem Auto, einem automatischen Piano, nach la-Iagdwaffen, schönem Tafelgeschirr. Luxuskleidern für Feiertage, und vor allem nach modernen Radioapparaten streben. In dieser Weise wird das Leben weitergehen und mit viel weniger qualvollen Entbehrungen verbunden sein als in Deutschland. Die Tragödie Frankreichs ist eine andere und hat schon begonnen. Man sagt oft, daß Frankreich ein Rentnerstaat ist. Das ist aber eigentlich unrichtig: die Zahl der Rentiers, d. h. der Leute, die ausschließlich von den Zinsen ihres Vermögens leben, beträgt nicht mehr als 560 000, darunter 270 000 Frauen, und viele davon sind eher als soziale Rentner zu bezeichnen. Aber wenn auch Frankreich kein ausgesprochener Rentner- staat ist, so ist es doch ein K l e i n b e s i tz e r l a n d; ein Land, wo doch, seit der großen Agrarumwälzung von 1789, fast jeder ein kleines Vermögen besitzt. Das Besitztum ist in Frankreich die Grundlage der Gesellschaft. Nebenbei bemerkt: diese Beschaffenheit bildet aas größte Hindernis für die sozialistische Propaganda. Kein Bauer, der nicht glaubte, dieselben Interessen wie Roth- schild verteidigen zu müssen, und die meisten Industriearbeiter, die aus Bauernfamilien stammen und als solche ein Häuschen oder ein paar Staatspapisre besitzen, glauben auch, gemein- fame Interessen mit dem Kapitalismus zu haben. Aus dieser Tatsache erklärt sich auch die Entwicklung des Mittel st andes in Frankreich. Erstens, quantita- tive Entwicklung: der Mittelstand hat in den Städten (mit Ausnahme der ganz großen Industriestädte) ein zahlen- mäßiges Uebergewicht über die Arbeiterklasse. Bon einer aktiven Bevölkerung von 21 Millionen sind die Hälfte Bauern, ein Viertel Angestellte und Arbeiter, und ein Biertel Unternehmer, Beamte und Angehörige der freien Be- rufe. Zweitens, qualitative Entwicklung: Eben dank seiner materiellen Selbständigkeit und der freien Zeit, die da- mtt verbunden ist, bildet das französische Bürgertum die gebildetste Klasse Europas, obgleich diese Bildung eine mehr künstlerische und literarische als wissenschaftliche und in mancher Beziehung etwas veraltet ist. Dank auch dieser Selb- ständigkeit gibt es in Frankreich soviel kühne Politiker, un- abhängige Schriftsteller, originelle Künstler. Es war kein reiner Zufall, wenn alle großen Maler der Neuzeit, die die deutschen Museen zieren, von Maret bis CSzanne vermögend waren. War denn das durchschnittliche Vermögen der Fron- zosen so graß? Nein! Der Bermögcnsdurchschnitt beträgt zwischen 20 000 und 50 000 Frank. Mit 200 000 gehörte man schon zur.Grossbourgeoisie". Die Zinsen eines Kapitals von 50 000 Frank betrugen kaum 2000. Aber mit 2000 Frank Renten war man selbständig in seinem Berus, und diese an sich bescheidene Summe übte die Funktion eines Betriebs- k a p i t a l s aus. Dieser Standpunkt niag zwar antimarxistisch erscheinen. Aber wie gesagt, Frankreich lebt eben in den Verhältnissen des 16. und 17. Jahrhunderts; z. B. die größte französische Industrie, die Bekleidungsindustrie, ist eine ausgesprochene Industrie aus dem Mittelalter. In soziologische, Hinsicht können die freien Berufe mit den Handwerkern des Mittelalters verglichen werden, die im Besitz ihrer Pro- duktionsmittel waren. Bemerkenswert ist aher, daß du Schriftstellerei, der Iuristcnberuf und die bildenden Künste kein so großes Kapital erfordern. Wie ist jetzt die Lage dieser„Handwerker des Geistes"? Wir erleben dieselben Erscheinungen wie jüngst in Deutschland. Nicht erst als der Dollar auf 1000 stand, war der Mittelstand zugrunde gerichtet, sondern als er auf 25 bis 50 M. stand. Was bedeutet der Dollar auf 25 für einen Besitzer von 2000 Frank Renten? Daß er nur 400 Gold- frank erhält. Was bedeutet der Dollar auf 50 für jenen, der 12 000 Frank Renten besitzt und bisher ohne Arbeit existierte? Daß er künftig gezwungen sein wird, zu arbeiten, und zwar mit einem sehr verringerten Rückhalt. Das Besitztum ist für das Bürgertum wie für die Arbeiterschaft eine Illusion oder höchstens eine Erinnerung geworden. Ick» brauche nicht die Folgen einer solchen Lage für die Greise und Kinder, oder, mit einem Worte, für die Schwachen, zu betonen. Sie sind zu gut dem Deutschen bekannt. Deutschland hat dem Entwertungsprozeß keinen Wider- stand geleistet: aber alle Zuschauer mußten sein A n- passungsvermögen bewundern. Es hat sich Haupt- sächlich dank seinem Solidaritätssinn und seiner Organisa- tionsfähigkeit angepaßt. Selbstverständlich ist dieser Sinn und diese Fähigkeit auch in Frankreich vorhanden. Aber Tat- fache ist, daß infolge der Berallgemeinerung und des Alters des Besitztums der Selbständigkeitsgeist, der Individualismus überwiegend sind. Jeder lebt für sich allein in herzlichen aber losen Beziehungen zu seinen Angehörigen und hält an den ihm lieb gewordenen Gewohnheiten fest. Das Unabhängigkeits- fjefühl bei den Alten ist so stark, daß dadurch die Fürsorge für ie sehr erschwert wird. Auf der anderen Seite haben die Arbeiter in Deutschland die Entwertung mit vielen materiellen Ent- bchrungen, aber— bis auf das allerletzte Stadium der Kata- strophe— mit relativ wenig moralischer Angst ertragen. Warum? Weil sie in jedem Augenblick das Gefühl hatten, daß durch die Gewerkschaften für sie gesorgt werden würde. In Frankreich ist die gewerkschaftliche Organisation sehr schwach und überdies durch die Moskauer Idioten vcr- brccherisch gespalten. Infolgedessen wird jeder für sich selbst sorgen müssen, und er wird dies weniger auf Kosten seiner Arbeitgeber als seiner Kollegen tun. In manchen Werkstätten, in fast jeder Verwaltung sieht man schon einen furchtbaren Wettkampf zwischen den Lohnempfängern, in dem jeder, um seine Stellung zu behalten oder zu verbessern, eine Mehr- leistung anbietet. In der Beamtenschaft, in der von einem bedeutenden Abbau die Rede ist, spielt die Angeberei, nämlich wegen der politischen Parteizugehörigkeit, eine große Rolle. Wenn der Nationale Block wieder ans Nuder kommen sollte, so wäre es sicher, daß alle republikanischen Beamten abgebaut würden. Kann jedoch die Krisis des Mittelstandes r e v o l u t i o- n ä r e Wirkungen ausüben? Ich will mit einer einfachen Gegenfrage antworten: Hat in Deutschland dieselbe Krisis des Mittelstandes viele Angehörige des Mittelstandes dem So- zialismus zugeführt? Ich habe öfter von ruinierten Klein- bürgern gehört, die zunächst kommunistisch, dann v ö l- tisch geworden sind, d. h. in jedem Falle Anhänger der Diktatur. Die französischen Kleinbürger haben um so mehr Borurteile gegen die Arbeiter, da der soziale Unterschied zwischen ihnen sehr gering ist: sie würden die Arbeiter direkt hassen, wenn diese in eine bevorzugte Lage kämen. Die Kleinbürger würden eher Faschisten werden, und viele er- warten schon einen gestiefelten Mussolini. Hier liegt die große Gefahr der Geldentwertung. Es gibt aber eine noch größere: Die eingeschriebene Schuld Frankreichs beträgt jetzt 17 Milliarden Papierfrank, d. h. 5,1 Milliarden Goldfrank bei einem Dollarstand von 15 und bzw. 4,2 Milliarden bei einem von 20, 3,4 Milliarden bei einem von 25, 1,7 Milliar- den für einen von 50 usw. Die S t e u e r f ä h i g k e i t der Franzosen hat sich andererseits im Laufe der letzten Jahre bis auf 7,5 Milliarden Eoldfrank erwiesen. Es ist daraus ersichtlich, daß, wenn Frankreich durch die Entwertung seiner Schuld e n t l a st e t wird, es über sehr große Geldmittel ver- fügen wird. In welche Abenteuer mag sich eine Diktatur- regierung stürzen, die vom ruinierten und verarmten Klein- bürgertum geschoben wird? Creme Mouson Seife* Creme Mouson Rasierseife Herren- u. Damen-Stoffe Größte Answahl! Biiliqste Preise! Bl. Gabardine reine Wotle, Kost-Ware. 130 brt. S9S TwilhKammgarne ÄÄ i3roKb0rtto.me. 5" Herren>Gabardine>« b«........ 13 so Da ni tfanlo'• Geschäft: Warschauer Str. 79 rdlll EVctl IC 2. Geschäft: Frankfurter Allee 49 Kleine Mas sary AoK rein orienialischer Ts DaK G.. Urteilen Sie selbst mein Freund! ENGEL 6 LANDSBERGERSTR.85-86-87 Großer Saison- Eröffnungs- Verkauf und Frühjahrs- Modell- Ausstellung. 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Für die vielen Beweise autrich.iger Tei nahme an dem Hiuscheiden me nes 357.b Zurückgekehrt Sanitätsrat lieb n Mannes, unferes guten Baters Rothschild fage ich allen meinen Verwandten, Freunden und Bekannten. sämtlichen Bere nen sowie den Mietern bes Sauses me nen herzlichsten Dant Anna Dahse geb. Deichmann und Söhne. Danksagung 47/12 ( Nieren- Blasenleid.) Berlin W 57 Potsdamer Str.94 ,, Ein neuerGeist" ? Dies, bst. Verdienst. mögl. biet Broschür. erhalten Vorwärtsstrebende und Erfinder ratis geg. Rückprt Für die zahlreiche Teilnahme und die Kranzspende bei dem Begräbnis meines Treben Mannes fage ich hiermit allen Genoffen, Kollegen, Verwandten und Be- F. Erdmann& Co., fannten meinen tiefgefühlten Dant. 3573/ b Frau Wwe. Berta Schlosser nebft Rindern Rubisdorf bi Teltow. Ausschreibung. Die Unternehmerzuschläge zu den Tarifionnsätzen für Bauunterhaltungsarbeiten im Tageloh werden für da Rechnungsjahr 1924 für die MaurerZimmer-, Dachdecker-, Klempner-. 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Literatur und Spruchtätigkeit der Arbeitsbehörden einschließlich des Reichsarbeitsministeriums auf dem Gebiete des Schlichtungswesens, der Gerichte und der dazu gehörigen Teile des Rechtes des Tarifvertrages und der Betriebsvereinbarung sind berücksichtigt, insbesondere auch die mit der Verbindlichkeitserklärung und dem richterlichen Prüfungsrecht zusammenhängenden Fragen. Die durch die Verweisung der meisten Betriebsrätestreitigkeiten an die neuen Arbeitsgerichte entstandenen prozeßrechtlichen Fragen sind in einer für die gerichtliche Praxis brauchbaren Form sorgfältig behandelt. VERLAG VON JULIUS SPRINGER IN BERLIN W 9 Teile Innen gern mit, daß ich die mir gütigst überandten Leucolit- Hustentropfen mit gutem Brfolge bei Bronchialkatarrhen mit quälendem Hustenreiz angewandt habe. 1. März 1924. Hochachtungsvoll Dr. med. O. Z. Fabr. 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Der Zeniral ausschuß stimmte den Entwürfen des Reichsbankdirektoriums zu. Im Haushaltausschuß des Reichstages hat nun, wie bereits berichtet, Reichsbankpräsident Dr. Schacht seinen Plan des näheren erläutert. Der Plan der Goldkreditbank stellt ein Provisorium für den Uebergang zur endgültigen Goldwährung dar, der nach Ansicht des Reichsbankpräsidenten ohne eine Lösung des Reparationsproblems nicht möglich ist. Die Rentenmark birgt in sich feine ausreichende Sicherheit gegen eine neue Inflation insofern, als sie nicht durch Gold gedeckt ist, sondern lediglich durch goldwertiges Rentenpapier. das überdies viel zu niedrig verzinslich ist, als daß es in Zeiten der Geldknappheit wesentlich als Deckung in Betracht fäme. Die Renten mart ist nur als Inlandsgeld gedacht und hat diese ihre Funktion bisher in so ausgezeichneter Weise verschen, daß selbst ein Helfferich plötzlich fich fälschlich zu ihrer Baterschaft bekannte, nachdem er sie früher ebenso eifrig geleugnet hat. Aber es fönnen nicht beliebig viei Rentenmark in den Verkehr gepumpt werden, ohne die Rentenmark selbst wieder zum Gegenstand der Spekulation zu machen. Vor allem aber hat sie den Nachteil, daß sie nicht vom Ausland anerkannt zu werden braucht, weil ihre Deckung sich von der anderer hochwertiger Währungen grundsätzlich unterscheidet. Den Anschluß an den Weltmarkt zu finden und darauf auch fein Geld mesen einzustellen, ist für Deutschland eine Notwendigkeit, und darum müssen wir wieder zum goldgedeckten Geld zurück. Für die Schaffung einer Goldnotenbank fehlen, das mag zu gegeben werden, vorläufig nach verschiedener Richtung die Boraus fegungen. Die Beteiligung des internationalen Kapitals, die zur Sicherstellung einer ausreichenden Goreferve notwendig wäre, scheint nach den Erklärungen des Reichsbant. präsidenten noch nicht in ausreichendem Umfange festzustehen. Es besteht ferner die Absicht, die endgültige Schaffung einer neuen Währung in dem von den Ententesachverständigen ausgearbeiteten Blan zu verknüpfen mit der Lösung der Reparationsfrage. Unter diesen Umständen beschränkt sich der Entwurf der Reichsbant auf die Schaffung einer Wechselkredit( Diskont-) Bant, deren ganzer Aufbau dazu angetan ist, ausländische Kredite für die deutsche Wirtschaft flüssig zu machen, ohne dem Projekt der internationalen Sachverständigen in irgend einer Weise vorzugreifen. So erklärt sich der Plan, den der Reichsbanfpräsident gestern im Haushaltausschuß des Reichstages vortrug. Die Goldkreditbank wird danach mit einem Kapital von 200 millionen Goldmart aus. gestaltet, von dem die Reichsbant gegen Gold selbst den Betrag von 100 Millionen übernimmt und sich durch den Erwerb einer weiteren Aftie die Mehrheit sichert. Die andere Hälfte des Aktienkapitals soll von einem deutschen Konsortium übernommen werden. Kredite in einer Gesamthöhe von 300 Millionen Goldmark sind von ausländischen Finanztreifen zugesagt. Die Goldbant gibt auf Pfund lautende Moien im Gesamtbetrag von 100 Millionen Goldmark aus, mit deren Hilfe man die im Inland umlaufenden fremden Zahlungsmittel in die Kasse der Bank ziehen will. Ein derartiges vollwertiges Geld fehlt bisher. Die wertbeständigen Anleihen, wie Dollarschakanweisungen nder Goldanleihe, sind ja selbst erst Wertpapiere, von denen nur die lettere aushilfsweise als Zahlungsmittel gebraucht wird, die im Grunde aber Anleiheftüde sind und nur über die Börse realisiert werden können. In diesem Punkte würde die Goldkreditbank also cine einschneidende Neuerung bringen. Die Erschließung von Auslandskrediten in größerem Stile ist die Hauptaufgabe, die der Goldkreditbank zugedacht ist. In Tezter Zeit haben eine ganze Reihe deutscher Banten offenbar mit Hilfe von Devisen, die jedesmal nicht da waren, wenn das Reich sie brauchte, in Holland Kreditinstitute gegründet, an denen ausländische Banken beteiligt waren. In allen diesen Fällen handelt es sich aber um Einzelunternehmungen privater Interessentreise. Der Bersuch, auf dem Wege über eine Zentrale den deutschen Kreditverfehr zu beleben und der deutschen Wirtschaft neues Betriebs. fapital zuzuführen, ist hier zum ersten Male in großem Stile aus. geführt. Darin liegt das grundsäßlich Neue. Eine endgültige Lösung, die den Uebergang zur Goldwährung darstellen würde, wäre uns lieber und ist von uns wiederholt gefordert worden. Es bleibt zu prüfen, ob man nicht schon jetzt der Erfüllung dieser Forderung nähertommen könnte. Für Herabsehung der Börsenumsatzsteuer. Die Börsen umfassteuer, die bei Kundengeschäften in Höhe von 3,3 Proz. erhoben wird, und sich bei einem An- und Ver fauf selbstverständlich verdoppelt, hat zur Folge, daß die auf rasch sich wiederholende Kapitaldispofitionen angewiesene Börse sehr unbeweglich geworden ist. Die außerordentlich geringen Ulm. fäße der letzten Zeit werden von den führenden Börsentreisen auf die schwere Belastung durch die hohe Umsatzsteuer zurückgeführt. Die hohen Sätze waren gerechtfertigt in Zeiten der Inflation, erschweren aber heute industriellen Unternehmungen die Kapitalsbeschaffung und stellen so eine Belastung der Probuftion dar. Gestern fand in der Singakademie eine start besuchte Ber. sammlung der Spitzenverbände der Banten, des Börsenvorstandes und der verschiedenen Börseninteressenvereinigungen statt zum Protest gegen die Höhe der Umsatzsteuer. Ein Vertreter der Banten gab dazu die Erklärung ab, daß die Banfprovisionen eben falls herabgesetzt werden würden, wenn die Umsatzsteuer für Wertpapiere ermäßigt würde. Einstimmig angenommen wurde folgende Entschließung: " Die Versammlung ist darin einig, daß die im Verordnungsmege eingeführten Zuschläge zu den Börsenumsatzsteuersäßen der §§ 52, 53 des Kapitalverkehrssteuergesetzes, insbesondere diejenigen für Umsätze in Dividendenwerten, vom Verkehr und von der Wirtfchaft unter feinen Umständen länger getragen werden fönnen. In ihrer Fortgeltung sieht die Versammlung vor allem eine schwere Behinderung der Kapitalbeschaffung für Industrie, Handel und Gewerbe, außerdem aber auch für weite Kreise der Bevölkerung eine Beeinträchtigung der sachgemäßen Vermögensverwaltung; denn eine solche ist undenkbar, wenn infolge der Höhe der Spesen jede Alenderung der Kapitalanlage mit empfindlichen Perluften ver bunden ist. Durch Aufrechterhaltung der übermäßigen Säße be raubt sich andererseits die Reichsfinanzverwaltung der erhöhten Einnahmen, die ihr bei einer erträglicheren Gestaltung der Steuer aus den vermehrten Umfägen zufließen würden. Die Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz und die Gefährdung der Steuerfraft zahl reicher Bant- und Maklerfirmen sowie großer Schichten der Bankangestelltenschaft hat die unmittelbare oder mittelbare Schädigung wichtiger Intereffen der Allgemeinheit im Gefolge. Die Versammlung richtet an die Reichsregierung die dringende Bitte, unter Würdigung aller dieser Gründe mit größter Beschleunigung eine Berordnung zu erlaffen, die durch Wiederherstellung der im Gefehe selbst vorgesehenen Steuersätze der gegenwärtigen Notlage abhilft. Des weiteren bittet die Bersammlung die Regierung, bei diesem Anlaß die Börsenumfassteuer für solche Devisengeschäfte aufzuheben oder zu ermäßigen, bei denen Devisen nicht gegen Zahlungsmittel deutscher Währung umgesetzt, sondern in gesetzlich zulässiger und wirtschaftlich notwendiger Weise gegen Waren in Zahlung gegeben werden oder den Gegenstand von Tausch-, Leih- und Kreditgeschäften bilden. Eine steuerliche Begünstigung dieser Geschäfte empfiehlt sich namentlich insoweit, als sie zu einer Verminderung der Inanspruchnahme des Devisenmarftes und der Reichsbank beitragen und die Einfuhr wirtschaftlich notwendiger Rohstoffe und Waren erleichtern." Aehnliche Kundgebungen fanden auch in anderen Börsenplätzen, wie Frankfurt, Hamburg und München, statt. Festwerte und Kommunalkredite. Seit der Stabilisierung der Papiermark und Ausgabe der Rentenmart im November v. 3. leidet das deutsche Wirtschaftsleben unter einem ungeheuren Mangel an Kapital. Das Ber hältnis von Angebot und Nachfrage, das überall den Preis be. ftimmt, äußert seine Wirkung auch auf dem Kapitalmarkt. Der für Leihfapital herrschende Preis drückt sich in der Höhe des jeweiligen Zinsfußes aus. Einen guten Ueberblick über den Markt für langfristige Anleihen geben die Kurse der an der Berliner Börse notierSonntag 9. März 1924 ten fünfprozentigen Goldhypothekenpfandbriefe im Monat Februar 1924 in Goldmart für 1 Gramm Feingold( 1 Gramm Feingob gleich 2,79 Goldmark). 1.2. 1,80 11. 2. 21.2. 29. 2. 1,95 1,88 1,75 1,90 1,60 1,51 1,58 1,70 1,65 1,55 1,55 1,80 1.90 1,64 1,60 1,50 1,54 1,70 1,65 1,50 1,52 1,625 1,50 1,50 1,65 1,50 1,55 1,625 1,51 1,52 1,67 1,56 1,56 Berliner Hypotheken- Bank Frankfurter Pfandbriefbank Leipziger Hypothekenbant Meininger Hypothekenbank Norddeutsche Grundkreditbank Preuß. Bodentreditbt. Kom. Dbl. 1,70 Schlesische Bodenkreditbank Westdeutsche Bodenkreditbant Durchschnittl. Wert der 8 Surje 1,77 Die Zusammenstellung lehrt, daß der Durchschnittskurs der Goldpfandbriefe vom Anfang bis zum Ende des Monats erheblich gesunken ist. Im gleichen Maße ist die Realverzinsung für den Räufer des Pfandbriefes gestiegen. Die Realverzinsung betrug bei einem Kurse von 1,77 Gm. pro Gramm Feingold 7,86 Proz pro Jahr. Sie war am Schlusse des Monats bei einem Kurse von 1,56 Gm. auf 8,89 Proz. gestiegen. Die Folge dieser gespannten Berhältnisse ist die, daß Neuemissionen langfristiger Anleihen dem Publikum durch immer hähere Binsfäße ichmadhaft gemacht werden müssen. Gleichzeitig wird die Lauffrist dieser Anleihen immer fürzer, sei es, daß die Geldnehmer das Bestreben haben, die hohen Zinsverpflichtungen nur für eine verhältnismäßig furze Zeit zu übernehmen, fei es, daß die Geldgeber auf eine vielleicht noch höhere Berzinsung in der Zukunft rechnen. So 3. B. brachte der Freistaat Medienburg- Strelik im ver. gangenen Monat eine 8prozentige Goldanleihe zum Kurse von 98 Proz. heraus. Die Tilgung dieser Anleihe soll bereits im Jahre 1927 beginnen, und zwar fann von diesem Jahre ab sogar die Kündigung der Gesamtschuld mit einer Frist von 3 Monaten ausgefprochen werden. Die preußische Pfandbriefbant legte zum 1. März b. 3. einen 6prozentigen Goldhypothekenpfandbrief zum Rurfe von 80 Broz. zum Verkauf auf. Rückzahlung des Pfandbriefes zum Kurse von 100 Proz. soll im Jahre 1929 erfolgen. Rechnet man Den Rursgewinn von 20 Broz. zwischen Ein- und Rückzahlung dem Binsertrag während der 5jährigen Lauffrift zu, so ergibt sich eine Realverzinsung von 11% Broz. für den Käufer. Das ist, verglichen mit dem 3%-4prozentigen Pfandbrieftyp der Borkriegs. zeit bereits eine enorme Berzinsung. Für die Kommunen folgt aus dieser Sachlage, daß sie bestrebt sein müssen, langfristigen Kredit in der gegenwärtigen Zeit fo menig als möglich in Anspruch zu nehmen. Die Kommunen werNähr Dich mit Barath! Marke Eiweiß- Nähr Kakao spart Milch und Zucker Puddings und Soßen auch ohne Milch vorzüglich 9 Ueber 100000 Samenförner genügend, eine Familie das ganze Jahr hindurch ausreichend mit Gemüse zu versorgen, enthält v. Rosenbergs Gemüsefamen- Sortiment 83. Es be steht aus 30 Bateten bestteim ähiger Gaat erfttlasfiger Büchtungen von Erbsen, Bohnen, Rohlarten, Mohrrüben, Swiebeln, Gurten, Rohlrabi, Gellerie, Tomaten, Galaten, Spinat und anderen Gemüsen. Dieses Sortiment wird von ber Samenzüchterei v. Rosenberg, G.m.b.H., in Leipzig- Deßsch für 5 Goldmart frei Haus geliefert. Illustrierter Aatalog fostenlos. Man schreibe direkt an diese Firma. Koch& Leeland bringen die feinsten Aachener Fabrikate Herrenstoffe., aparte Dessins" ..Kammgarne" das Beste im Tragen. Mtr, Damenstoffe ,, das Neueste" Gabardine, Rips, Cottelé. • • 9 Mtr. 20.12.Gertraudtenstr 20/21 Segr. 1893 7296 Amerikaner Soeben eingetroffen! 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Es besteht gerade jetzt weniger denn je Beranlassung, die öffentlichen Unternehmungen der Kommunen dem Privatkapital aus zuliefern. Andererseits darf aber auch nicht verkannt werden, oap. ebenso wie die Lage auf dem Kapitalmarkt, so auch die wiri schaftliche Gesamtlage in Deutschland sehr ernst. Die fommunalen Werte müssen deshalb mehr denn je mit Umsicht und Sorgfalt betrieben und verwaltet werden. Die Wirkung der Micum- Verträge. Dr. K. In seiner großen Reichstagsrede am Dienstag wurde vom Genoffen Dr. Breitscheid auf den schreienden Widerspruch hinge wiesen, den die rheinisch- westfälische Industrie in der Reparations politik sich zuschulden tommen ließ. Zuerst lief sie gegen jede Er füllungspoliti! Sturm. Ein Rathenau fiel der Hezze, die dae mals gegen alle Erfüllungspolitiker entfaltet wurde, zum Opfer. Als aber die Besetzung des Ruhrgebiets zu den befannten fatastrophalen Folgen führte, waren es schwerindustrielle Führer, die eine Erfüllungspolitit trieben, nicht bis zur Grenze des Möglichen, wie es früher von den Linksparteien verlangt worden war, sondern bis zur Selbstentäußerung. Schwerindustrielle, die vorher zu einer besonnenen Erfüllungspolitik ihre Distontfähigen" Unterschriften nicht hergeben wollten, fondern die Berantwortung dafür dem bankerotten Reiche überließen, geben jetzt unter dem Druck ber französischen Bajonette ihre Namen zu Berträgen her, bie nicht eingehalten werden können, die man aber trotzdem zu erfüllen bemüht ist, nachdem man vorher Leute, die ebenso gehandelt hatten, asiatischer Dentweise" bezichtigt hatte. B An diese Tatsachen wird man erinnert, wenn man jetzt das Urteil der Schwerindustrie selbst über die Micum Berträge hört. Gleich vorweg muß bemerkt werden: das Urteil ist glaubhaft! Es ift unbedingt anzuerkennen, daß die Lasten des Micum- Bertrages für den westfälischen Bergbau auf die Dauer unerträglich sind. Benn aber die deutsche Gesamtwirtschaft( Industrie, Handel, Landwirtschaft) vor der Ruhrbefehung nur einen Teil des Erfüllungswillens befundet hätte, wie ihn der Ruhrbergbau jest praktisch betätigen muß, dann würde es wahrscheinlich besser um Deutschland be stellt fein. 9 Die Unterhandiungstommiffion des rheinisch westfälischen Bergbauvereins hat im Anschluß an die legthin mit der Micum geführten Beratungen ein Rundschrei ben an die Zechen ergehen lassen, worin im einzelnen Aufschluß gegeben wird über die Micum- Lasten, die Kohlenförderung, die Ge. stehungskosten und über die infolge des Micum- Bertrages entstehenden Berluste. In den meisten Fällen handelt es sich um rechnerische Ergebnisse, die der Wirklichkeit sehr nahe kommen dürften. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose.. 16,00- 17,20 Röstgetreide, lose.... 16.00-18,00 aly Gerstengrütze, lose... 16,00-17,00 Kakao. fettarm .... 100,00-125,00 Haferflocken, lose.... Hafergrütze, lose.... Ro genmehl 0/1..... Welz ngries Hartgries 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Peri Langbonnen, handverles. Linsen. kleine Linsen, mittel Linsen. große Kartoffe meh! Makkaroni Makkaronimeh! Schnittnude.n, lose... Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, java Ringäpfel, amerik. Getr Plaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) 4 46,00-48,00 15,25-16,00 Kakao, leicht entölt... 13,00-153,00 15,75-16,25 Tee, Souchon, gepackt. 342,00-400,00 12.50-13,75 Tee, indischer, gepackt. 425,00-435,00 18,00-18,80 Inlandszucker basis mel. 40, 42,00 22,00-25,50 Inlandszucker Raffinade 42,50-44.00 14,50-16,00 Zucker Würfel 17,00-21,09 Kunsthonig 40,045,00 19,00-22,75 Zuckersirup hell in Eim. 49,00 14,00-17,00 Speisesirup dunk. in Elm. 33,00- 35,00 20,00-24,00 Marmelade Einir. Erdb. 108,00-130,00 3,00-32,00 Marmelade Vierfrucht 40,00-55,00 26,00-35,00 Pflaumenmus in Eimern 46,00 50,00 36,50-42,00 Steinsalz, lose.. 43, 0-49,59 Siedesalz, lose 3,70-4,00 4,80 5,20 68,00 70,00 67,00 16,0 18,00 Bratenschmalz in Tierces 40,00-45,09 Bratenschmalz in Kübeln 37,00-35,5 Purelard in Tierces 21,00-25.00 Purelard in Kisten.... 68,00-69,00 15,25 17,59 Speisetalg in Packung 48,00-52,00 17,00-19,50 Speisetale in Kübeln 47,00-49,00 27,00- 31,00 Margarine, Handelsm. I 56,00 31,00-36,00 desgl 105,00-115,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 43,00-48,00 desgl. II. 48,00-52,00 60,00-65,00 52,00-55,00 Molkereibutter i. Fässern 212,00 75,00-80,00 Molkereibutter in Pack. 220,00 85,00-90,00 Landbutter in Fässern. 185,00 75,00-80,00 Landbutter in Packungen 190,00 145,00-160,00 Auslandbutter 212,00-220,00 130,00-150.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00-36,00 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett. 62,00-66,00 40,00 50,00 Kümmel, holländischer. 185,00-165,00 Quadratkase. Schwarzer Pfeffer singap. 93,00-105,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil 130,00-141,00 Tilsiter Käse, vollfett 180,00-215,00 Tilsiter Käse, halbfett. Rohkaftee Zentralamerika240,00-300,00 Ausl. ungezuck. CondensRöstkaffee Brasil 225.00-280,00 milch 48/16 Röstkafree Zentralam... 315,00-400,00 Inländische desgl. 48/12 Malzkaffee, gepackt 23,00-25,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. • 35,00-50,00 115,00-125,00 50,00-60,00 23,00 25,00 18,50-19,50 28,50-29,50 Interessant find die Mitteilungen über die gegenwärtige För derung je Schicht und Bergmann; sie beläuft sich auf 850 Rilogramm gegen 600 in 1922 und 883 Rilogramm im Jahre 1913. Es wird damit einwandfrei festgestellt, daß trotz des schlechten Abtransportes der gewonnenen Produktion durch die Eisenbahnregie, die Borfriegsleistung bereits erreicht und die von 1922 um 41,6 Broz. überstiegen ist. Die Bergarbeiter tragen also einen wesentlichen Anteil der Micum- Lasten. Aber, fo wird in dem Rundschreiben ausgeführt. ,, wir müssen befürchten, daß es sich hierbei nur um einen vorübergehenden Zustand handelt, weil die starke Belegung der Ausund Vorrichtungsarbeiten während des passiven Widerstandes noch nachwirkt und bei dem jezigen eingeschränkten Betriebe die besten Arbeitspunkte belegt sind". Damit wollen die Bergbauunternehmer anscheinend schon jetzt für eine weitere Ausdehnung der Arbeitszeit Stimmung machen. Bir fönnen da nur bringend raten, folche Gedanken, auch wenn sie nur erst durch die Blume offenbart werden, aufzugeben. Die erhöhte Förderung wird fein vorübergehender 3ust and, fondern anhaltend sein und noch weiter zunehmen, wenn erst der Abtrans port der Probuftion in altgewohnter Art vor sich gehen tann, was jetzt dank der Eisenbahnregie leider noch nicht der Fall ist. Die Hemmungen im Abtransport führen Rüdwirtungen auf die Broduktion herbei, sie sehen sich fort bis zur unterirdischen Arbeitsstelle des Bergmanns. Das Rundschreiben beziffert den Lohn auf 5,15 M. je Mann und Schicht im Durchschnitt. Nach tariflicher Vereinbarung beträgt er, worauf das Rundschreiben auch hinweist, 4,80 m. Es sollen„ bei einer großen Reihe von Zechen höhere Durchschnittslöhne festgestellt" sein, was feine Erklärung finden fann, wenn sich ergibt, daß die Affordspitzenlöhne( Hauer und Bohrhauer) wesentlich über den Durch schnitt hinausgehen. Das aber bleibt noch zu untersuchen. Das Rundschreiben berechnet die Selbstt often je Förder tonne auf 15,15 m. Die Grundlagen dieser Berechnung sind richtig, abgesehen von vielleicht nur geringfügigen Abweichungen, die sich, worauf hingewiesen ist, aus der Lohnhöhe ergeben fönnen. Den Erzeugungstoften je Fördertonne werden bann hinzugerechnet die Selbstverbrauchs- und Deputattohlenmengen, die Micum. Lieferungen( 27 Proz. der Nutförderung!), die Zahlung der rückständigen Kohlensteuer für 1923, welche im Micum- Bertrag willkürlich auf 15 Millionen Dollar 63 Millionen Goldmart feft: gefeßt wurde, ferner 8 Frant 1,60 Goldmart für laufende Kohlen. steuer, so daß sich die Selbstkosten je Abfattonne auf 28,47 Mart beziffern, melcher Zahl gegenüber ein tatsächlicher Rettoertos Don 20,17 mart steht, woraus sich ein Ber lust von 8,30 mart je verkaufter Tonne errechnet. Daß diese Basten ungeheuerlich sind und auf die Dauer von einem Teil gebiet der deutschen Wirtschaft, wie es das rheinisch westfälische Revier trotz seiner großen Bedeutung ist, nicht allein getragen werden tönnen, ist offenbar. Es ist demnach schon so, daß die rheinisch- westfälische Großindustrie bis zur Selbstver: äußerung erfüllt. Und das nach ihrem eigenen Urteil! Die Schmähungen der in ihrem Solde stehenden Breßorgane gegen die Bertreter einer Erfüllungspolitik im Rahmen des Möglichen nehmen fich unter diefem Gesichtspunkte recht eigenartig aus. Die Praxis des Abbaues. Aus Beamtenfreifen wird uns geschrieben: Die Deffentlichkeit beschäftigt sich in immer steigenbem Maße mit dem Beamtenabbau und der für die Bediensteten der Reichs- und Staatsbetriebe tatsächlich durchgeführten Aufhebung Des Achtstundentages. Der unter der Regide Busch, Lewald und Welser in jeder Behörde eingefeßte Abbauausschuß ist naturgemäß genau so zusammengefeßt wie die Spize, so daß die ver fchiebenen Abbaufommissionen in der Mentalität ihrer Mitglieder fich gleichen wie ein Ei der anderen. Statt bie alten staatsfeind lichen Elemente abzubauen, die während der Dienstzeit den Staat bekämpfen, geht die doppelt und dreifach gefiebte Abbaubetriebsgesellschaft mit allem Schneid gerade gegen die jüngeren, republifanischen Kräfte vor. Es ist ein Verdienst der Reichstagsfraktion der BSPD. diese Dinge in der Einzelberatung zur Sprache bringen zu wollen. Wenn die Beamtenschaft nicht von allen guten Geistern verlassen ist, wird In den großen Berkehrsverwaltungen wir mit Sem Stwi iehen des Reisevertebrs alles brumter und brilber geben, Fahrkarten, Gepäd- und Güterschalter find jetzt derart verwaist daß der Verkehr unmöglich glatt abgemidelt werden tam. Bei der spart", daß durchaus sachverständige Leute mit Eisenbahna Bahnunterhaltung wird an Bersonal wie Sachausgaben derart ge unfällen, wie mit gegebenen Latfachen rechnen. Die Bahn meistereien, in denen die Arbeiterschaft mit Arbeiten zur Erhaltung der Betriebssicherheit an Schienen und Signalen beschäftigt sein follte, tönnen jeht gar nicht genug Leute als Hilfsarbeiter an Ge päd und Güterabfertigungen abgeben. Arbeiten guz Erhaltung der Betriebssicherheit, die bei dem jezigen Witte rungsumschlag in erhöhtem Maße vorgenommen werden müßten, bleiben liegen, meil teine Arbeiter verfügbar find う Weshalb nun das alles? Weil man unter dem fadenfcheinigen Dedmantel der Sparsamfeit alle Republikaner und fon itigen aufrechten Elemente abbaute Zweifellos baben wir in den Reichs- und Staatsbetrieben zuviel Beamte; aber nicht Berwaltungsstellen, Ministerien und Abbautommiffariate find mit an den Stellen, wo sie positive Arbeit leiſten tönnten. Die diesen monarchistischen Elementen auf Rosten der wichtigen Be triebsstellen, in denen vorzugsweise Republitaner tätig waren, viel zu start aufgebläht. Das Erwachen fann fürchterlich feln. Darum: Reigstags frattion bleibe hart! Filmschau. Die Filme der Woche. „ Der Rummelplah des Lebens", der in anderen Ländern fon große Erfolge gefeiert hat, fam durch die Bermittlung bes Mozart- Saales nun auch zu uns. Wien, bie vielbefungene Stabt, ist der Schauplak. Man erlebt ganz gute Bilder von den vor dem Kriege herrschenden Schichten, die lo verdammt schneidig gegen ihre Untergebenen, so bezaubernd elegant in ihren Umgangsformen und im Grunde ihres Herzens so berlogen waren. In tabelloser Maste wird auch Kaiser Franz Joseph fichtbar, und Die ann er in einen Bagen steigt und fein fürforglich mit einer Dede au gebedt wird, spielt bas Orchester Deutschland, Deutschland über alles" und ein Teil des Publilums flatscht sich die Hände wund. Die Rolle des Saliers ift gerade nicht erhebend, denn sie beschränkt sich darauf, daß er den Befebl zu einer Seirat gibt. Das macht den smarten Amerikanern freilich nicht viel aus, weil sie, dant gewaltsamer Surechtbtegung von Charaktereit und sehr passend tommenden Todesfällen, dennoch die Heirat des Grafen mit dem Mädel aus Proletarierkreisen ermöglichen. Bartensgenen und das Liebespaar auf einer Bank in der Maiennacht find eine bereits längst überholte Mondscheinromantit, Sonst aber birgt dieser Silnt, der Photographierfunft in höchfter Bollendung zeigt, einen Bauber, dem man sich nicht entziehen kann. Er bat den Brater für sich entdeckt. Da erblidt man ein riesiges Ravuffel mit beweglichen Pferden im ftrahlenden Bianze hunderter elektrischer Blühbirnen. Es ist ein Schwelgen in den Reigen der Bergnügungsstätte, und der Film ift eigentlich der Triumph des photographierten Rummelblages. Sinzut tommt, daß die Darsteller fich alle gut in ihre Rollen hineingefühlt baben, und jeder ein Stüdchen eben erfaßt bat Die Schauspieler find blendende Erscheinungen; es gibt in Amerila eben febr biel schöne Menschen, die sich dem Film verschrieben haben. Wenn man uns in Deutschland Amerife nicht in Steinfultur vorlegt, io tommt man uns wenigstens ameri faniich, wie in der Radio Hochzeit( UT. Kurfürstendamm). Man such! feine Aufgaben zu lösen, geht übsch den alten Trott und läßt den amerikanischen Milliardar im Lubitsch- Format über die Leinwand torfeln. Nur in einigen lichten Augenbliden flingt der wahrhafte Ton der Broteste auf. Der Titel ist Spekulationssucht, und die Zertverbindungen im Zusammenhang mit Radio find qualvoll gesucht. Die Deutschen fallen im Großen und Bauzen stets mit Grotesten und Luftspielen ab, dafür sind sie aber Meister im furzen wissenschaftlichen Film. So hat Herr bon Dungern, geftüßt auf Erflings photographisches Können,.3m Schatter der Eiche Herausgebracht. Das ist eine Arbeit, die sich selber lobt. e. b. Bei Rheuma, Gicht, Nervenschmerzen, Kopfweh, Jufluenza, Grippe und Schmerzen in den Gelenken und Gliedern wirft Togal ganz hervorragend. Durch den ausgezeichneten Erfolg, den zahlreiche Aerzte mit Zogal erzielten, hat sich dieses Bräparat eine wohlverdiente algemeine Anerkennung ers worben. Togal ist start harnsäurelösend und geht daber direkt zur Wurzel des Uebels. Es verursacht feine schäd lichen Rebenwirkungen. Die Wirkung tritt unmittelbar ein und der beruhigende Effekt des Togel macht es auch be sonders wertvoll gegen Schlaflosigkeit. Ju allen Apotheken. Best. 64,3% Acid, acet. salic, 0406% Chinin, 12,6% Lit. ad 100 Amyl. fie erkennen, aus welchen Gründen biefe Regierung und die hinter Büro- u. Kartothek- Möbel- Fabrik ihr stehenden Parteien jede Aussprache über diese Dinge wie das heiße Eisen scheuen, und sie wird diesen Parteien bei den Wahlen die entsprechende Quittung geben. Man hat bis jetzt derart rücksichtslos abgebaut, daß man feit einiger Zeit wieder notgedrungen aufbauen muß. Zunächst verfucht man sich dadurch zu helfen, daß man das noch verfügbare Personal in alle Himmelsrichtungen abfommandiert. Dadurch entsteht für diese Kräfte ein ununterbrochener Dienst von 12 bis 14 Stunden täglich, der bei Einschaltung einer Tischzeit sich bis zu 16 bis 18 Stunden ausdehnt! Durch den unsinnigen Abbau und die damit verbundene Ueber. faftung des Perfonals wird das Bublifum in nächster Zeit Dinge erleben tönnen, die sich noch sehr nett auswirken werden. Pr. Pischer& Co. SO 26, Elisabeth- Ufer 83, Tel. Mpl. 4543 Verlangen Sie in Ihrem Interesse Kostenanschlag von uns. M. SCHULMEISTER MSchui MOVERY Maben Hochbahnstation Kottbuser Toi Straßen- Anzüge MH.31.-, 42-, 54-60-, 75-, 84-, 98Einsegnungs- Anzüge von 25.SUNDICHT ist SUNLIGH SCHUR AR REIFE PRE VON SCHADLICH DESTANDTR cife sein soll Problem Cigaretten garantieren erfte Qualität H.FX JACOBY BOY Fabrik Die ideale Bettfüllung: Echt chinesische Bettfedern Lustig Monopoldaunen Aufpassen! Man irrt sich- Lustig nur Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Staats- Theater U. d. Licht schel21: Opernhaus net in d. 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Weiterhin die Arbeiten der Ansiedler auf den Farmen der Pampas, den weiten weizenbebauten Feldern Mittelargentiniens, die Viehzucht des Landes, den Verkehr auf den großen Strömen, die Naturschönheiten und Ausbeutungsmöglichkeiten der Wälder in den feuchtheißen Provinzen des Nordens von Argentinien und tausend packende wirtschaftliche und volkskundliche Einzelheiten des einer hohen Zukunft entgegen gehenden Landes Argentinien. Vorverkauf täglich an der Kasse sowie am Sonntag 1 Stunde vor Beginn Sesselplätze 0.80, Lützow Taralich Kammer- 6per Str. 112 Regie: Dr. Geary Droescher Mas. Leit: Dr. Ludwig Mis Täglich wechselnder Spielplan! Neues Operetten- Th. Trabrennen Die Guido Thielscher Mariendorf acht Sonntag, den 9. März Vertagle Schwant t. 3 Att. v. FranzArnold u.ErnstBach. Else Bäck- Claire Rommer- Sibyl Smolowa Camilla Spira- Tony Tetzlaff Marlow Ice Poukert Neu renoviert! Heinrich Berthold Relig Thalia- Theater Fernspr. 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Versammlungskalender: Theater Weinbergsweg 15 Weltattraktionen Primus Palaci Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Das närrische Paradies 6 Aite mit Dorothy Dalton Ferner: Sicci und die Gleichgesinnten Groteske in 2 Akten Beginn 7 und 9 Soant. 5, 7 und 9 Uhr Bersammlungsbeginn 8 Uhr. Nach Erledigung der Tagesordnung soll in zwanglofer Aussprache Gelegenheit zum Gedankenaustausch gegeben werden. Montag, den 10. März: Genan- Bohnsdorf- Falkenberg. Restaurant Wilh. Grabow, Grünan, Richterstraße 9. Bantow- Niederschönhausen. Türkisches Zelt, Pantow, Brette Ste. 14. Reinickendorf- Oft, Rosenthal. Restaurant Karl Pahl, Refnidendorf Oft. Residenzftr. 93. Dienstag, den 11. März: Charlottenburg. Bogens Bereinshans, Charlottenburg. Bismarcftr. 57. Friedrichshagen. Restaurant Scholz, Friedrichshagen, Friedrichstraße 81. sohenschönhausen. Berliner Hof, Max Korn, Hohenschönhausen, Berliner Straße. Karls orft. Deutsche Diele, Inh. Schipping, Karlshorst, Trescow- Allee 50. Donnerstag, den 13. März: Mod. Pelzjackeegel. neu. 35 Goldm., erstkl. mob. Pelzmantel billigft, Wartburgft. 26 1, Amt Stephan 70, 40/2 Restaurant Fechner, Tegel, Bahnhof ſtraže 12. Zehlendorf- Schlachtenfee. Reftaurant Schnorre, Zehlendorf, Bots Damer Straße 3. Fieftag, Sonnabend, Sonntag Röpenick( einfcht. Wahlsdorf- Güd, Spind lersfeld und Wendenschloß). Restaurant Otto Schulz, Stopenid, Hohenzollernplag 6. Weißensee- Hohenschönhausen. Restaurant Berliner Hof, A. Marcha, Weißenfee, Langhansstraße 1. Schöneberg- Friebenan. Restaurant Alfred Will, Schöneberg. Martin- Luther- Straße 69. Freitag, den 14. März: Neukölln. Bürgerfäle, Snh. Fritz Wittenburg, Neukölln, Bergstraße 147. Steglig.Sübende- Lantwig. Restaurant G. Kliemann, Steglitz, Schloßstraße 95. Tempelhof- Mariendorf. Restaurant Ringler, Tempelhof, Berliner Straße 100 Treptow- Baumschulenweg. Restaurant Ritter, Treptow, Baumschulenstraße 14. Montag. ben 17. März: Wilmersdorf Halensee SchmargendorfGrunewald. 4 Reftaur. 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