» 41.yaf>tg chaldmarl, für das Übrige AusUmi» 5�0 Soldmar! pro Mouat. Der..Vorwärts' mit ber Sountags- beUage„Volt und Zeit' mit..Sied- lung und Kleingarten', sowie der Unteihaltungsbeilag«.Leimwelt' vud derFrauenbeilage„Frauenwelt' erscheint wochcntäglich zweimal, Eonntag» und Montag,«utmal. Telegramm-Adresse: »e-zi-Idemotrat Verl!»' Morgenansgabe Devlinev Volksblatt c iz««lasZkmiis 130 Milliarden ) Anzetffenvrel'e: Sie einspaltige ZlonparetSe. Seite 0,70 Soldmart. Reklamezeil» M Goldmark..Sicist«»zeige»' das settgedruckte Wort 0�0 Gold- mark(zulässig zwei settgedrixtte Worte). iede» weitere Wort V.l0 Soldmark. Kiellengeluch« da» erste Wort O.lO Goldmark, iede« weitere Dort O.OÜ Goldmark. Worte Oder lö Buchstaben zählen silr zwei Dort«. Familienanzeige» für Abonnenten Feile 0�0 Goldmark. «tue Goldmark— ei» Dollar gtteilt durch ch2». — i Anzeige» Mr die»Ich st«»Ummer »liiffen bis tlh Uhr nachmittag» im tc-auo!geschäst. Berlin ED tid. Linden- strahe ä. abgegeben werden. Geiiffnet von I Uhr früh bi» 5 Uhr nachm. Zentralorgan der"Vereinigten 8ozlatdemokrati leben partel Deutfdilanda NeSaktion and Verlag: SW SS,!inöenstraße Z Siedakttoni T»nli»ff SVS ncrn,precner. � �» e:«tmoofl«306-»367 Dienstag, den II. März 1924 vorwärts-verlag G.m.d.K., Sw öS, Linöenstr. Z Postscheckkonto: Berlin»73 36— Bankkonto: Direktion der DiSkonto-Wesellschaft, Deposttenkaste Lindenstraste S „Euer der Skandal- unser die Zukunstl" Scheidemanns Abrechnung mit Lndendorff«nd Helfferich. Der Reichstag dos scheint nunmehr nach den Ge- sprächen, die zwischen dem Reichskanzler, dem Reichs- Präsidenten und dem Reichstagspräsidenten stattgefunden haben, endgültig festzustehen— wird am Donnerstag oder Freitag dieser Woche der Auflösung verfallen. Zweck dieser von der Rcichsregierung gewollten Auflösung ist, die Beratung der Abänderungsanträge zu verh-ndern, die von allen Parteien, mit Ausnahme des Zentrums, zu den Der. Ordnungen der Regierung eingebracht worden sind. Noch gestern haben die Demokraten einen neuen Abände- rungsantrag dieser Art eingebracht— trotzdem scheinen sie, wie auch die übrigen Regierungsparteien, damit ein- verstanden, daß die Regierung die Beratung ihrer eigenen Anträge und der sozialdemokratischen gewaltsam verhindert. Als Wahltag ist der 11. Mai in Aussicht genommen. Unter diesen Umständen war es weiter nichts als Spiegel- fechterei, daß die Deutfchnationaien gestern abend beantragten. der Reichstag solle durch ein verfassungänderndes Gesetz den Freitag, den 11. April, zum Wahltag erklären. Im Mittelpunkt der gestrigen Debatte stand lii« groß» angelegte Rede des Genossen Scheidemann, die anderthalb Stunden lang die chörer in ihren Bann hielt. Scheidemann legte den Kern des gegenwärtigen Kon- fükts bloß, indem er nochmals die von der Sozialdemokratie gestellten Anträge Revue pa'sieren ließ und den Nachweis erbrachte, daß sie auf der einen Seite im Interesse der breiten Massen unbedingt notwendig feien, auf der anderen aber nicht im entferntesten die Stabilität der Währung beeinträch- tigten. Er konnte darauf hinweisen, daß niemals auch nur der geringste Versuch eines Gegenbeweises unter- nommen worden ist. Die Regierung besteht eben einfach auf ihrem Schsin! chatte das chans diese Feststellungen noch mit Ruhe auf. genommen, so kam es dann zu lebhaster Bewegung, als Ge- nasse Scheidemann in Voraussicht dessen, was im Wahlkampf zu erwarten ist, mit den Vätern der Dolch st ohlüge eine furchtbare Abrechnung hielt. Fast bei jedem Satz, bei jedem schlagenden Zitat sprangen die Deutschnationalen protestierend in die chöhe, schreiend und zappelnd verteidigten sie die Dolchstoßlüge, die nun einmal d-e Notlüge zur Vertuschung ihrer eigensU Schuld und die Lebenslüge ihres politischen Daseins ist. Aber sie blieben in ihrer Erregung ifollert und Genosse Scheidemann fand hier nicht nur bei der Sozialdemokratie, sondern bemerkenswerter Weise auch in der Mitte des Hauses lebhafte Zustimmung. Erschütternd wirkte seine Erinnerung an den'„Juden und Marxisten" Ludwig Frank, der gefallen ist, während ein Helfferich nur noch lebt, um die Partei Ludwig Franks als„vaterlandslos" zu verleumden und m beschimpfen. Nie ist der brüske Gesinnungswechsel, das skrupellose Demagogenwm, zu dem der kaiserliche Vizekanzler a. D. Helfferich als deutschnationaler Parteiführer herabgesunken ist, rücksichtsloser bloßgestellt und schonungsloser gebrandmartt worden. Selbst den nur zu berechtigten Vorwurf privater, gesellschaftlicher U n a n st a n d i g k e i t mußte Herr Hessse- rich einstecken, ohne daß sein« Freunde dagegen zu protestieren wag'en. t Zum Schluß der Debatte entwickelte sich in der Form von persönlichen Bemerkungen ein spannendes Zwiegespräch zwi'chen Scheidemann und dem General v. G a l l w i tz. dem jetzigen deutschnationalen Abgeordneten. Gallwitz war mit dem General v. Mudra vom Kabmett des Prinzen Mar als Militär' scher Begutachter herangezogen worden nach der de- kannten Erklärung Ludendorffs, die Armee könne auf den Waffenstillstand keine 48 Stunden mehr warten. Die Bekundungen des deutschnationalen Generals v. Gollwitz wurden aber nur zu einer D e stätigungallesdessen, was Scheidemann behauptet hatte. Um die Dolchstoßlegende am Leben zu erhalten, dazu braucht die deutschnotionale Partei kräftig« Lügner. Dazu ist Herr v. Gallwitz nicht zu brauchen, und auch Herr D e g l e r g k schafft es nicht, obwohl er schon eher den guten Willen dazu hat. Scheidemanns Rede zeigte den ungeheuren Schaden auf. den sich das Volk durch einen Feblspruch am 11. Mai selbst bereiten konnte. Sie war ein Warnruf, der überall dort. wohin er dringt, leine Wirkung üben wird. Sie war aber auch ein machtvolles Bekenntnis zur Demokratie, zum Sozia- lismus und zur unerschütterlichen Lebenskraft der Sozialdemokratischen Partei. Die Rede Scheidemanns war das Ereignis der Sitzung. Zuvor hatte sie aber noch ihre U-berroschung. Sie wurde eingeleitet durch eine Rede des Volksparteilers Dr. Düringer. Was nun Herr Düringer über das Unrecht der dritten Steuernotverordnung sagte, hätte zum großen Teil auchein Sozialdemokrat sagen können. Seine besondere Bedeutung erhält es durch die Tatsache, daß es ausgesprochen wurde von einem Mitglied der Deutschen Lolkspartei, das dem offiziellen Fraktionsredner, dem Ab- geordneten von R a u m e r offen den Vorwurf machte, daß er sich in seiner parlamentarischen Stellungnahme von den Inter- essen des Elektrizitätskonzer�is leiten lasse, dem er als Aufsichtsratsmitglied angehört. war. daß Herr Düringer fast mit denselben Worten das g e- waltigeEteuerunrechtder letzten Jahre kennzeichnete, Ebenso bemerkenswert wie es wir Sozialdemokraten feit Iahren kritisiert haben. Daß Herr Düringer für diese mutige Rede von der Deutschen Volkspartei boykottiert wurde, ist angesichts ihres Inhalts nicht verwunderlich. Ungeheures Aufsehen aber erregte seine Anklage gegen den Reichssinanzminister und den Reichs- mini st er der Justiz. Düringer behauvtete. daß vom Finanzminister gegen den Senatsprästdenten am Reichsgericht, Lobe, ein Verfahren wegen Landes- verrats angeregt worden sei, weil er sich erlaubt Hab«, darauf hinzuweisen, daßeszweckmäßigersei, Besitz- steuern zu erheben, als Beamtengehälter ab- zubauen! Der Iustizminister und der Finanzminister best ritten diese ungeheuerliche Behauptung. Düringer jedoch, der frübere Deutschnationale und jetzige Dolksparteiler, der selber früyer Reichsgerichtsrat war, hielt sie unter Berufung auf den Senatspräsidenten Lobe selbst aufrecht. Wie wird Herr D ü r in g e r diesmal wählen? Die Frag« wird nie beantwortet werden, denn die Wahl ist ja geheim. Aber das ist klar: wenn Herr Düringer die Konje- quenzen aus dem zieht, was er gestern gesagt hat, dann wird auch er nicht anders als sozialdemokratisch wählen können! Welche Ersahrungen muß dieser Mann gemachi, wieviel muß er zugelernt haben, daß er sich zu einer solchen Flucht in die Oeffentüchkcit entschloß! Es werden auch noch andere zulernen! Und die zwei Monate, die uns noch von der Entscheidung trennen, werden ihnen genug Gelegenheit dazu geben. Das Drängen der Deutschnationalen auf möglichst rasche Wahlen ist doch nur auf ihre Erkenntnis zurückzuführen, daß»- das Volk ihren Schwindel zu durchschauen beginnt. Da muß kräftig nachgestoßen werden! In den kommenden Wochen kann noch unendlich viel getan werden, um verblendeten Volksgenossen die Augen zu öffnen und einer besseren Erkenntnis auch bei ihnen die Bahn zu brechen. Gegen die Berderbenstister von rechts und links, aber auch gegen die bürgerlichen M i t t e l p a r t e i e n, die Träger bürgerlicher Kurzsichtigkest und bürgerlich beschränkten Eigen- nutzes, geht der Kampf. Mögen die zahlreichen Gegner im Wahlkampf erfahren, was sozialdemokratische Ueberzeugungstreue, sozial- demokratischer Opfermut und— wenn es ernst wird— auch sozialdemokratische Einigkeit bedeuten! Der Wahlkampf, dos ist der Kampf um die p o l i- tische Macht in der Republik. Politische Macht läßt sich nur erringen durch die Schärfe der geistigen Waffen und durch geschlossenes Vorgehen. Daran darf und wird es der deutschen Sozialdemokratie in einem entscheidenden geschichtlichen Augen- blick nicht fehlen. Sie muß zeigen, daß sie im Sturm nicht nur stehen, sondern auch marschieren kann! * Wir geben mischlietzend den anklagenden und«nfenernden Schluß der Red« Scheidemanns wieder, deren Anfang in der Beilage nachzulesen ist. Scheiüemanns Schlußwort. Herr L u d e n d o r f f ist jetzt Führer einer deutschen politischen Partei und«in Mi'glied dieses Haufes. Herr o 0 r ü f«. ist sein De- vollmächtigter für Nordde utschland. Ich kann nur sogen: Biel Glück zu diesem Führerl(Heiterkeit links). Einen besse- ren kann ich mir garnicht wünschen für eine Partei, die ich verabscheue und bekämpf«. Der Mann wird die Sache schon auf deu richtigen weg bringen. Kann es darüber überhaupt«in« Meinungsverschiedenheit geben? Ich glaube, wenn dieses Haus in geheimer Abstimmung über die Fähigkeit de» Generals Ludendorfs zur Politik zu befind«» hätte, das Urteil würde einmütig ausfallen.(Heilere Zu- stimmung links und in der Mitte.) Ich glaube, selbst aus der wilde» Dreimännerecke, aus der deutschvAkijchen Schießbude, würde bei«wem solchen Dersahren keine abweichend« Meinung geltend gemacht wer- den, denn daß die Herren von Gräfe, Wull« und Henning sich selber mehr politischen Verstand zutrauen, als diesem General, nehme ich als selbstverständlich an.(Heiterkeit.) Es ist doch nur der unpoli- tische Sinn in unserem Volk, der verhängnisvolle Hang zur G ö tz e n a n b e t u n g, der es diesem Manne überhaupt noch mög- tich macht, ein« Rolle zu spielen. Das erinnert mich an jene Zeit, in der wir hier noch gejjen das persönliche Regiment kämpften. Jeder hier im Saal« wußte schließlich, was was Deutschlaud cm Wilhelm II. besaß. Aber wer außerhalb der Reihen meiner Parteifreunde hatte damals den Mut, das offen auszusprechen?(Sehr wohrl bei den Soz.) Jetzt wäre die Zeit, daß alle, die Deutschland vor neuem Verhängnis bewahren wollen, sich wie ein Mann erheben müßten, um jenen Teil des Voltes zur Besinnung zu rufen, der sich den General Ludendorst zum Führer erkoren hat. Man läßt es aber zu. daß dieser Mann mit dem zweifelhasten Feldherrn- rühm(Widerspruch rechts) des verlorenen Krieges krebsen geht. statt rücksichtslos und ohne salsch« Pietät die Lesende, die er um sich gewoben hat, zu zerstören und seinen oerblendeten Anhängern im Lande die Augen zu öffnen. Freilich hat sich am letzten Donnerstag selbst Herr Helfferich genötigt geschen, von diesem Manne in einem erheblichen Punkte obzurücken. Ich weiß nicht, wie ihm das br- kommen wird. Keinesfalls aber wird etwas an dem Verhältnis ge- ändert, welche« zwischen 1>er deutschnationalen Helfferich-Partei und der völkischen Ludendorss-Partei steht. Worin besteht dieses ver- hältnis? Eben darin, daß die veutschnatlonzlen den völkischen nachlassen und dafür mit einem Fußtritt nach dem anderen bedacht werden. Wenn die Wahlen, wie sie es ja wollen, ganz Deutschland in «in Groß- Mecklenburg verwandeln würden, wa» würde» wir da erleben? Genau dasselbe, was wir jetzt in Mecklenburg erleben, daß nömllch die Sieger nach dem Siege unfähig sind, dte Herr- schast zu übernehmen und daß alles zusammenbrechen müßte in einem lächerlichen Krakeel. (Sehr wahr links.) Der Unterschied wäre nun der, daß der Scherbenhausen, den sie in Mecklenburg anrichten tonnten, nur ein armseliges Häuflein ist gegenüber dem Montblanc aus zerbrochenem PorzeAan, den st« als Denkmal ihrer Tätigkeit d e m R e i ch hinterlassen würden. Den Deutschnationalen geht es mit den völkischen so, wie e, den Männern geht, die außerhalb des eigenen Heims tapfer« Reden halten. Gegen die Franzosen haben sie, fern vom Schuß, erstaunlichen Mut, aber bei den Pantoffelschlachten, die ihnen die Dölkischen täglich liesern, geht ihnen Courage aus, da können sie nur noch jammern: Bitte, wir find ja auch völkisch, wir sind mindestens ebenso völkisch wie Zhrt Aber das nützt ihnen nichts, die Prügel bekommen sie dochll(Matschen und Beifall links.) Mottvort an Helfferich. Was war da» für«ine Rede, die uns Herr Helfferich am Donnerstag hier gehalten hat. Ich weiß nicht, ob«s parlamentarisch zulässig ist, zu sagen: es hätte einen Hund erbarmen können, wenn man beobachten mußt», daß Herr Helfferich. als ob er nie etwas anderes gelernt hätte, nur noch das ein« Ziel sah: Graes« zu Überwullen und Wulle zu übcrgraefen.(Große Heiter- keit.) Ganz nach der Methode der Herren Wulle und Hitler brachte auch Herr Helsserich da, Kunststück fertig. erst bombastisch die deutsche Volksgemeinschaft zu feiern, dann tfxt wieder mit großen Bannflüchen diejenigen aus ihr aus- zuschließen, die sich nicht zu den lldeen bekennen, die tzerr Helsserich seit«inigen Jahren angenommen hat. Er, der frühere Träger des Systems Bethmann, ist Vertreter eines übernationalistischen Pfaffentums geworden, das überall nach Ketzern riecht. Es ist aber noch immer so gewesen, daß gewiss« Ketzerrtchter m der Suche nach Ketzern besonderen Ueber- «iser entwickelt haben an« Angst, sie könnten sonst s» l b st für Ketzer gehalten werden. Es ist am letzten Donnerstag hier viel über Bethmann gesprochen worden. Die Urteil« über ihn als Politiker gehen weit auseinander, aber darüber gibt es keine Meinungsver- schiedenheiten hier im Haus«: Bethmann war ein rechtschaffener Mann. Run. Herr Helfferich, wie oft haben Tie an der Seit« dieses Mannes gesessen,»cu* sagw m■ Nach den ungeheuren Blufopfern dieses Arieges ist es uninöglich geworden, auch weiterhin von nationalen und anfinationalen Parteien zu sprechen. und es fönne nichts Antinationaleres geben, als solche Klüfte in unferem Bolle aufs neue aufzureißen. Wie oft, Herr Bizetanzler a. D., haben Sie von dem verstorbenen Reichskanzler folche Worte gehört? Wie oft haben Sie ihnen zugestimmt? Jeßt aber treiben Sie einer nationalistischen Parteikarriere zuliebe ein Handwert, das Ihrem Borgefeßten und Gesinnungsgenoffen von einft als über ous fläglich erschienen wäre.( Bebhafte Suftimmung bei den Goz.) Hat Ihnen, Herr Helfferich, nicht der Boden unter den Füßen gefchwankt, als Sie in 3hrer lehten Rede hier meine Partel als vaterlandslos beschimpften? Haben Sie nicht daran gedacht, daß am ber Stelle, an der Sie da. bei ftanden, an der Stelle, an ber ich jetzt stehe, einst Ludwig Grant geftanden hat? Freilich, Ludwig Frant ift fof; Sie leben, am za fimpfen. Die Heße gegen Juden und Margiften ist modern geworden und Sie treiben mit ihr Ihre politischen Geschäfte und das bümmfte Märchen ist Ihnen gut genug, um unsere Baterlandslosigkeit zu beweisen. Sie haben sich auf einen angeblichen Bericht meines amerikanischen Parteifreundes Bittor Berger aus einer Kommiffion des Ham burger Sozialistenfongresses berufen. Ich weiß nicht, ob der Bericht in ber Form, in der Gie ihn wiebergegeben haben, existiert. 3ch habe darüber nach den Erfahrungen, die ich gemacht habe, meine Zweifel. Hätte der Hamburger Kongreß eine Resolution im Sinne Bergers, woran in Wirklichkeit evtl. gar nicht zu denken gewefen wäre, angenommen so ist taufend gegen eins zu wetten, daß here Helfferich über die sozialistische Sllusionspolitit und Ohnmacht gespottet hätte. Nun aber, da mir uns bemühen, bie Kräfte der internationalen Arbeiterbewegung für eine reale und erträgliche Cöfung des Friedensproblems einzufpannen, ftellt sich Herr Helfferich hin, um aus eben diefem Berhalten wiederum Baterlandslosigkeit zu destillieren.( Lebhafte Bustimmung bei den Soz.) Ach, Herr Helfferich, wenn Sie Bater landsverräter suchen, brauchen Sie zunächst über den Streis Ihrer engeren Bartelfreunde nicht hinauszugehen. Wo faß denn der Landesperräter Graf Oppersdorf, der ganz Ober. Schlesien polnisch gemacht wiffen wollte? Er faß als Hospitant bei Ihnen, nachdem ihn das Zentrum hinausgeworfen hatte. Und wo faß denn der Pfarrer Gaigalat, dem Litauen auf Rosten Deutschlands nicht groß genug gemacht werden konnte? Er fah bei Ihnen, im Preußischen Landtag. Und wer war der Land tagsabgeordnete Barth, der die ganze Wendei für die Tschechoslowakei gewinnen wollte? Für wen hat schließlich herr Heinz Orbis, diese vaterländische Blüte, Bandidiert? Soll ich erinnern an den Prozeß Fus Machhaus? Ja, die Rede des Herrn Helfferich war schon eine Leistung. • Einschätzung nämlich, daß diefes Gaus bestehe aus 2umpenvolt und Nachtwachtern, aus hunden, wie im Buche des Herrn Bedlißsch- Trühschler nachzulesen ist. Es ist die Art von Klatschweibern, ihren Kaffeebesuch von neulich nach Strich und Faben zu verreißen. Unter anständigen Menschen aber ist dergleichen nicht üblich. Genug bapon! Ich muß das Haus um Entschuldigung bitten, daß ich genötigt war, vorübergehend auf dieses Niveau, auf das Herr Helfferich die Debatte gebracht hat, zurüdzukommen. Herrn Helffes richs Rede hat uns gezeigt, auf was wir uns im bevorstehenden Bahlkampf gefaßt zu machen haben. Aber laffen Sie fich gejagt fein: Die Granaten, die Sie in Haufen vorbereitet haben, wirken nicht töflich, fie verursachen nur Erbrechen. Diese Dünfte werden verwehen. Für das, was wir Sozialdemofraten wirklich getan haben, find wir bereit, vor Bolt und Geschichte die Berantwortung zu tragen. Bir find während des Krieges für einen Berständigungsfrleden. eingetreten. Jeber politisch denkenbe Deutsche hätte uns dabel unterstüben müssen aus der Einsicht heraus, saß in diesem Kriege gegen die ganze Welt ein Frieden der Selbsterhaltung das höchst maß des vielleicht noch Erreichbaren war.( Sehr wahr! bei ben Sozialdemokraten.) Wir waren gegen Annegionen und Kriegs. entschädigungen auf beiden Seiten. Sie haben uns deswegen vaterlandsios gefcholten und fo lange nach dem Siegfrieden geschrien, bis er tam von der anderen Seite. Heute würden in Deutschland Freudenfeuer angezündet werden, wenn wir nur noch Verständigungsfrieden bekommen könnten. Wir sind vor dem Kriege, während des Krieges und nach dem Kriege die Bortämpfer eines nenen demofrafischen Deutschlands, ben: in folem Rampfe vorne zu fein( Stürmische Zue Stimmung bei den Soz.) Ein Wort an die Kommunisten. In diesem Zusammenhang auch ein Wort nach links: Wer der Meinung ist, die notleidenden Maffen könnten mit der Baffe in der Hand fich die politische Macht und damit dem ganzen Bolt ein glücklicheres Dasein erfämpfen, wer diefer Meinung ist das gebe ich ohne weiteres zu dem mag unser Verhalten als völlig verfehlt und verderblich erscheinen. Aber ich sehe mich in diesem Saale um und frage: Wer ist dieser Meinung? Wer glaubt an den bewaffneten Aufstand des Broletariats und an feinen Erfolg? An die durch Gewalt fiegende Weltrevolution und an eine Ber befferung der Lage der arbeitenden Klassen durch sie? Wer daran tes Gewiffen zu betäuben, der hat feine eigene Methode und sucht nicht glaubt, der schimpft doch nur auf uns, um fein eigenes schlechfeine Schwäche zu verbergen. indem er uns mit großen Worten herunterreißt. Sie find ja schon so weit, fich über die Sabotage ihrer eigenen Führer und über jozialdemokratische Zellenbildung in Ihrer Organisation zu beklagen. Wir fönnen Ihnen das Wort geben, daß wir für unsere Genoffen Besseres zu tun wissen, als fie bilden. Dieser Brozeß vollzieht sich ganz von felbst, es ist der be. zu Ihnen zu fchiden und bei Ihnen sozialdemokratische Zellen zu ginnende Brozeß der Einsicht, daß Sie mit Ihrer Parolen. politik die Arbeiter auf die Dauer nicht befriedigen können und daß schließlich jeder, der für die Sache der Arbelter mit Aussicht auf Erfolg tämpfen will, feinen Platz in der Sozialdemokratie suchen muß. Bir Gozialdemokraten glauben an unser Bolt, und Ihre mit mehr oder weniger Erfolg unternommenen Bersuche, es vorüber gehend auf Irrwege zu loden, fönnen unseren Glauben nicht er. schhüttern. Das Sprichwort sagt:„ Durch Schaden wird man lug!" Aber es scheint mir besser zu sein, ohne Schaden flug zu gewesen. Wir haben den Schutt der alten politischen Privilegien hinweggeräumt, haben den Frauen gleiche Rechte verwerben. fchafft und dem deutschen Volte in der Republik die Staatsform gegeben, in der allein es nur leben und sich wieder aufwärts entwickeln tann. Wir haben mit unserem Gegner aus dem Welt. frieg gerungen und ringen noch mit ihnen, um unserem Bolle zu Schaffen, was Sie verspielt haben, hard einen erträglichen Frieden. rieben, Wenn sich die Aussichten dafür um einiges gebeffert haben, wenn fich die Weltmeinung etwas zugunsten Deutschlands gebessert hat, so ist das nicht Ihr Wert, sondern das unfere.( Lebhafte Buftimmung bel den Goz.) Sie wenden sich heute an jene, die angeblich nicht alle werden, um das, was wir begonnen haben, wieder zu zerstören. Wahrhaftig, ich möchte es faft ericben, welche Lorbeeren in der äußeren Bolttit ein von Ludendorff und Helfferich regiertes Deutschland sich gewinnen würde aber, beffer nein! ich möchte es nicht erleben. Wir haben schließlich unsere ganze Kraft darein gefeht, denen das Leben etwas leichter zu machen, die im Krieg und Nach frieg immer die Leidtragenden gewesen sind, den breiten Massen Rein anderer Gesichtspunkt hat uns geleitet als diefer. Was uns unferes fchaffenden Bolkes. hier gelungen war, was wir erreicht hatten durch den Achtstunden. tag, burch die Stärkung der Arbeitnehmer in den Berhandlungen über die Gestaltung des Arbeitsverhältnisses, das er. Wir stellen uns zum Kampf! Um das Bolt vor Schaben zu bewahren, der ihm von Ihnen droht, stellen wir uns zum Kampf. Cäge in der Stärte des Ge. ihre les die Gewähr des Sieges, dann hätten Sie ihn schon in der Tasche. Aber schließlich entscheidet nicht die Kraft der Stimme, Jondern die Macht der 3dee. Die Zukunft gehört nicht denen, die immer weiter zurüdwollen 3n einer blufgetränkten und mit dem Hangerfluch beladenen Welt, sondern denen, die sei es auch mühsam, fei es selbst bisweilen irrend einem neuen und Befferen entgegenStreben. Mit dieser Lebenstraft im Leibe hat die Sozialdemofrafie noch alle ihre Besieger" überlebt. Auch den Hifleru und Helfferichen wird nicht gelingen, was Alfigeren und Stärteren nicht gelang. Euer ist nur der Standal- anser froh alledem die Zukunft.( Stürmischer, wiederholter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wann wird gewählt? Gibt es überhaupt noch eine fiefere Stufe? Jawohl, Herr Helfferich hat sich selbst noch unterboten. Diesem Hause gehört ein Mann an, von dem ich wohl fagen darf, daß er, obwohl er Sozial demokrat ist, fich allgemeiner Achtung zu erfreuen hat, Dr. Eduard David. Dr. David war vor Jahren so unvorsichtig, eine Ein. labung zu Herrn Helfferich anzunehmen, ohne deffen spätere Entwicklung vorauszusehen. Jegt benüßt Herr Helfferich diesen Befuch, um hier im Hause u ber feinen bamaligen Gat hien denen, für die es getan war, als viel zu niedrig. Bir herrschte Einstimmigkeit darüber, daß die Auflösung des Reichstages alberne Klatschgeschichten zu erzählen, denen für alle, 8 Herrn Dr. David lernen, die wahrhaftigteit auf der Stirn ge chrieben steht.( Sehr richtig! bei den Goz.) Ich weiß nicht, wie lange damals das Gespräch zwischen dem Abgeordneten David und begreifen das, denn die Not der Massen war und ist zu groß, als baß fie Erleichterungen, die im Verhältnis zu ihr gering erschienen, mit Gefühlen der Genugtuung oder gar der Dankbarkeit aufgenommen werden sollen. BIB. melbet: Wie wir hören, hatte der Reichsfangler gefters nachmittag nach Schluß der Plenarsizung des Reichstages eine Besprechung mit den Führern der vier Regierungsparteien. Es noch in dieser Woche erfolgen muß, ferner darüber, daß ein möglichst früher Wahltermin in Aussicht zu nehmen sei, wobei jedoch Rück ficht darauf genommen werden müsse, daß die Wahlen im belegten Gebiet längere Zeit zur Borbereitung beanspruchen. Unter welchen dem Kaiser gedauert hat, aber das eine weiß ich ganz bestimmt: Jeht, wo die Hochflut der sozialen Reaktion über diese Errungen. Umständen die Auflösung erfolgen wird, steht noch nicht fest, da Der Reiser hätte dabei von David mehr lernen fast hinweggebraust ist, wird das Errungene und wieder Berlorene ein Einverständnis zwischen Regierung und Koalitionsparteien über tönnen, als Dapid vom Raiser, wenn diefer über mandem vielleicht nicht mehr fo flein erscheinen wie zuvor. Und einen von diesen zu stellenden Antrag bisher nicht erzielt werden haupt imftande gewesen diese Einsicht wird für die Massen der Ansporn sein, das Berlorene wieder zurüdzugewinnen und noch mandjes andere dazu. tonnte. Ich will ausdrücklich darauf hinweisen, daß die schimpflichen Ein schäzungen des Reichstages und feiner Mitglieder durch den Kaiser zu einer Zeit erfolgt finb, zu der er ifur Berkehr mit nationalen Abgeord neten gehabt, mit Sozialdemokraten aber noch nicht gehabt hatte. Die Bir Sozialdemokraten haben faum einen sehnlicheren Wunsch als gehen Mitte April diesem Aufruf ist enblich der erste Schritt getan, der Architektenschaft Der diesjährige Reichsstäbletag wird voraussichtlich am 13. unb 14. Juni in Bad Harzburg stattfinden. Die Einladungen dazu er Industrialisierung des Wohnungsbaues. ein bedeutsames und sehr ergiebiges Arbeitsfeld aurüdaugewinnen, ebenso nach neuen Steuern wie in Deutschland. Da ift man in Bon Walter Kurt Behrendt. Der Bund Deutscher Architekten hat einen allgemeinen Bett bewerb zur Erlangung von Bauentwürfen für Wohnungsbauten ausgeschrieben. Damit hat die Architektenschaft in verdienstvoller Beife ein Problem aufgegriffen, das zu den unumgänglichsten Bro. buftionsproblemen der Zeit gehört und längst vom Baugewerbe und bem Unternehmertum hätte aufgegriffen werden müffen. Das Problem nämlich, wie läßt sich der Wohnungsbau in den industriellen Produktionsprozeß überführen? Zu diefem Problem nimmt Dr.- Ing. Behrendt im neuesten Heft der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Der Neubau" in einem ausführlichen Leitartikel Stellung, bem wir folgendes entnehmen: Faft immer werden, wenn über die Möglichkeit einer Industriali. Tierung des Wohnungsbaues gesprochen wirb, Zweifel laut, ob denn bas Baugewerbe überhaupt einer lleberführung in die Formen des Großbetriebes zugänglich sei. Aber es darf heute, nachdem die Bauwirtschaft bereits soviel durchforscht ist, als ausgemacht gelten, daß es fein unüberwindliches Hindernis für die Entwicklung der Baubetriebe zu rationell eingerichteten Großbetrieben gibt. Wir wissen heute. daß der Baubetrieb ein Montagebetrieb ist, und daß es bei fonfequenter Einstellung auf die charakteristische Eigenschaft durchaus möglich sein würde, auch im Baugewerbe einen fontinuierlichen Betrieb zu schaffen und eine von Wetter und Jahreszeit verhältnis mäßig unabhängige Produktion durchzuführen, mit allen Borteilen einer solchen für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Entwicklung des Gewerbes selbst. Dr. Martin Wagner, ber als einer der un erfchrockensten Forscher auf dem Gebiet der Bauwirtschaft tätig ist und als Leiter der Sozialen Baubetriebe eine unermüdliche Bionierarbeit leistet, hat fürzlich in einer lefenswerten tleinen Flug fchrift.( Alte oder neue Bauwirtschaft", Borwärts- Berlag, Berlin) überzeugend dargelegt, daß gerade der Montagecharakter des Baus betriebes feine leberführung in induftrielle Produktionsformen in hohem Maße begünstigt. Die folgerichtige Ausbildung des Montage betriebes würde eine rationelle Arbeitszerlegung, eine weitgehende Spezialisierung des Arbeitsvorganges geftatten, wie sie der Groß betrieb braucht. Die Herstellung der Einzelbauteile würde dann nach Mormen in gesonderten Großbetrieben erfolgen fönnen, die von individuellen Ansprüchen, vom Ort der Bauausführung und von Wetter und Jahreszeit unabhängig sind und darum auch ohne Unter brechung arbeiten können. Auf der Baustelle würden dann die angelieferten Einzelteile in fürzester Zeit montiert merben. bas ihr lange Zeit, nicht ohne eigenes Berschulden, verschlossen gewesen ist. Der Wohnungsbau ist in Deutschland Jahrzehnte hindurch ausfchließlich als eine raffiniert entwidelte Technit fpefulativer Bodenausnugung geübt worden, deren einziger Ehrgeiz barauf abzielte, für die einzelne Barzelle die höchste Ausnutzungsquote zu er mitteln. Und solange nichts anderes zu tun blieb, als Grundriß und Aufbau den Ergebnissen diefer Rentabilitätsberechnung anzupaffen, war das Gebiet des Wohnungsbaues für die Kunst des Architekten berloren. Die Aufgabe dagegen, die das Baugewerbe fünftig zu stellen hat, nämlich einen Standardtyp zu entwickeln für den industrialisierten Wohnungsbau, bietet dem Architekten ganz andere Boraussetzungen, jeine schöpferischen Kräfte zu entfalten. Um biefen Typ zu finden und zwedentsprechend durchzubilden, bedarf es einer streng fachlichen, rein ingenieurmäßigen Einstellung gegenüber der Aufgabe. Der Architeft wird in diesem Falle, ähnlich wie der Ingenieur, feine Befähigung im Entwurf von Plänen zu zeigen haben, deren vorzüglicher Wert im Defonomischen liegt: in der Organisation des Grundriffes, in der Anordnung und Ausnußung des Raumes, in der Knappheit der Konstruktionen. Und der Grad feines technischen Rönnens wird baran gemessen werden, wieweit es ihm gelingt, diese Bedingungen zu erfüllen; die Kraft seines architektonischen Gefühls dagegen baran, wieweit er den Aufbau ſeiner Konstruktion aus ihrer inneren Dyna mit heraus rhythmisch zu ordnen und zu gestalten vermag. Zur Ausbildung folcher Typen bedarf es gründlicher und lang wieriger Studien nicht allein der technisch- fonftruttiven Bedingungen, sondern ebenso fehr auch der üblichen Wohnbedürfniffe. Die Untersuchung wird nicht nur die Richtigkeit vieler heute anerkannter Bedürfnisse ergeben, sie wird zugleich den zahlenmäkigen Beweis erbringen, daß beim Verzicht auf gewisse eingebildete Ansprüche der Wohnfomfort in ungeahntem Maße gesteinert werden kann. Der Salon der Bürgerwohnung und die gute Stube des Arbeiterhauses werben völlig eingetauscht werden gegen eine verbesserte Rüchen einrichtung, die die mühevolle Mechanit der Hauswirtschaft wesentlich zu erleichtern vermag. Bei einer ausgebildeten und hochentwickelten Raumötonomie werden überdies oroße Teile der beweglichen Möbel entbehrt und durch eingebautes Mobiliar, feste Bandschränke, Liege. Stätten usw. ersetzt werden fönnen. Was in dieser Hinsicht bei bemußter Beschränkung auf das Wesentlichste erreicht werden kann, zeigt in vorbildlicher Weise die Schiffstabine des modernen Dzean dampfers, wo der Passagier auf engstem Raum ein Maß von Wohnlichkeit und Bequemlichkeit vorfindet, das auch verwöhnteste An. fprüche befriedigen muß. Daß die Urheber der Ausschreibung an bild für die Lösung der von ihnen gestellten Aufgabe sehen. beweist der Umstand, daß fie den Erbauer der Baterland" als Mitglied des Preisgerichts gewonnen haben. Die Besteuerung der Bornamen. In anderen Ländern fucht man Aerfele in Belgien auf den Gedanken gefommen, die überflüssigen Bornamen, die den Kindern bei der Taufe gegeben werden, zv besteuern. Jeder zweite Borname toftet 25 Fr., jeder dritte 40 r. jeber vierte 65 Fr., jeder fünfte 100 Fr., jeber fechfte 125 Fr Man hat ausgerechnet, daß bei einer Stadt von 20 000 bis 25 006 Einwohnern etwa jährlich 25 000 Fr. in den Stadtfädel fließer werden. Nun tönnte man annehmen, in Zukunft würden die glüd lichen Eltern ihren neugeborenen Sprößlingen nur mehr eines Bornamen beilegen. Aber da fennt man die menschliche Eitelken schlecht. Es ist eher anzunehmen, daß bie mehrfachen Bornamen noch zunehmen werden. Auch in Deutschland, wo jeder junge Schrift steller mindestens zwei Bornamen führen zu müssen glaubt, aud wenn die rückständigen Eltern ihm bei seiner Geburt nur einen ge geben haben, würde bie Steuer eine hübsche Summe einbringen. Das rumpflose Flugzeug der Zukunft. England führt zurze den Einflügeltyp als offizielle Flugzeugtype in feine Luftgeschwa der ein. Damit verschwindet bas Spanndrähte, Stüßen und Rump aufweisende Flugzeug, und an feine Stelle tritt das Flugzeug bes Butunft", das unter einer weitausreichenden aus Stahl gebauter gebauten Oberfläche eine markant fonftruierte Stromlinienfuppe zeigt, in deren Hohlraum Maschine, Brennstoff und Mannschaft untergebracht sind. Die Maschine der Zukunft ist also rumpflos, de alle Teile im Flügel eingebaut find. Die Spannweite des englisches Typs beträgt 30 Meter, die Geschwindigkeit bei Berwendung eines 450- pferbeträftigen Motors übertrifft die Geschwindigkeit und das Badungsvermögen aller bisher tonstruierten Flugzeuge. Zahnbürsten als Orden. Merkwürdige Auszeichnungen lassen bi hinesischen Generale ihren Söldnertruppen zuteil werden. So wirl in englischen Blättern berichtet, daß der chinesische Heerführer Hions Reh- Wu jedem Mitglied feines Heeres ein Taschentuch zum Geschen gemacht hat, das eine Inschrift enthält, in der der Befizer des Luches auf feine Pflichten gegen feinen General hingewiesen wird Andere Heerführer bedenten ihre Salbaten, wenn fie fie auszeichner fammenhang höchst wunderlich erscheinen. So werben z. B. für be wollen, mit nüglichen Gegenständen, die uns aber in diesem Zu fondere Beweise von Tapferteit als eine Art Orden Wasch lappen und Bahnbürsten verliehen. Die Münchener Aunstausstellung 1924 im Glaspataft wird am 1. Sun eröffnet. Die Ausstellerpapiere find ab 20. März im Sefretariat des Glas palastes täglich( mit Ausnahme der Sonntage) erhältlich. Anmeldung uni Einlieferung während des Monats April. Industrialisierung des Wohnungsbaues fetzt das Borhandensein bestimmter Typen voraus, die sich nach der Art ihrer Anfage ihres Aufbaues und ihrer Konstruktion zu ferienweiser und fabri- diefes Mufterbeispiel gebacht haben, ja, daß fie darin fogar ein Borsuchungsstelle für Turnen und Sport ein. Gs follen biet tationsmäßiger Herstellung eignen. Erst wenn ein als zweckmäßig erprobter, bis ins einzelne durch nebildeter Typ für den maffenweise herzustellenben Artikel geschaffen ift, kann die Produktion zweckmäßig organisiert und die Fabritation technisch und mirtschaftlich darauf eingestellt merben. Zur Ausbildung solcher Inpen für den industrialisierten Woh mungsbau bedarf das Baugemerbe jeht der intenfiven und tätigen Mitarbeit des Architetten. Und es ist ein rühmenswertes Berdienst des BDA., daß er durch den von ihm ausgefchriebenen Wettbewerb die Architektenschaft zu folcher Mitarbeit aufruft. Mit Das Amt für törperliche Erziehung in Leipzig richtet jett, mie in be Klinischen Wochenschrift mitgeteilt wird, eine aratlime Unter Untersuchungen und Beratungen, besonders für Jugendliche, burch einen auf diesem Gebiet befonders erfahrenen Mediziner stattfinden;( odann fin miffenfchaftliche Sportuntersuchungen sowie belehrende Borlesungen uni Kurse in Aussicht genommen. Eine Sonnenwarte am founigen Ort der Erde. In Calama t Chile wurde in einer Höhe von 800 Metern über dem Meer eine Sonnen Vorträge. Dienstag 7%, or bright im Gemeinbefaal ber Dreifaltigkeits- foarte errichtet, bie dem Studium über die Sth toantungen bes Hirdje, Bilhelmste 115, Dr. Julius Rodenberg, Bibliotbelar der Deutschen Sonnenstrahlen bienen wirb. Calama wurde gewählt, weil es all Bücherei, über: Die neue Butun ft. Der Soziologe Berner ber fonnigfte Drt der Erbe gilt. Es liegt in 22 Grab füblicher Breite, ba Rausi spricht Dienstag 8 Uhr im Lehrervereinshaus über bie polieine Mitteltemperatur von 17 Grab Gelsius und weist ja teine tige Bebeutung der gefetligen Rehabilitation Bollenbildung auf. �auptzeuge Lossow. Tie beleidigte Staatsautoritäi. Im Prozeß gegen Hitler und Genossen hat ein neues Stadium begonnen. Mit dem Meuterergeneral Lossow tritt der erste Hauptzeuge vor den Richtertisch. Er wird nicht vereidigt. Gegen ihn, wie gegen Kohr und Seißer ist das Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Aus - welchen Gründen, bleibt vorerst noch im Dunkeln. Aber wenn man die feierliche Erklärung, die die Verteidigung im Ver- lauf der gestrigen Sitzung abgab, nicht für einen Bluff halten soll, dann sind auch die Kahr, Lossow und Seißer des Hoch» verrate hinreichend verdäcbtig. Die Verteidigung be- hauptet, nachweisen zu können, dag Lossow tatsächlich die Ab- zlcht hatte, den„M arsck) auf Berlin" aufzunehmen. Lossow hielt sich in seiner langen Rede durchaus auf der Verteidigungslinie. Sie bewegte sich in Kontrasten, denen man die unsichere Stellung des Fechters deutlich an- merkt. So behauptet er auf der emen Seite, durch den Befehl des Reichswehrministers wider seinen Willen in die Politik hlneingczerrt worden zu sein. Auf der anderen Seite führt er des langen und breiten aus, wie er sich schon seit langer Zeit mit politischen Fragen beschäftigt habe. Er sei ein Anhänger der Diktatur im Reiche und habe sich vor allem für die„Patentlösung", ein Direktorium, in dem der bekannte ehemalige Stinnes-Direktor M i n o u x vertreten sein sollte, interessiert. In dieser Frage habe er mit Mimoux, Kahr und anderen Leuten konferiert. Cr sei für einen Druck auf die BerlinerReichsregierung eingetreten. Ein schöner General, der sich für politisch in- kompetent hält, die Befehle seiner vorgesetzten Behörde zu erfüllen, der sich aber dazu berufen fühlt, gegen diese Be- Hörde zu konspiriereni Dieser General, dessen Machtmittel angeblich nicht aus- reichten, um das Verbot des.Völkischen Beobachters durch- zusetzen, und der es gleichwohl einige Z�age darauf unternahm, eine ganze Division in das Lager eines gegen die Reichsregie- nmg rebellierenden Querkopfs zu überführen, fand in seiner Rede wackere Worte über die Autorität des Staates. Er scbleuderte den Hitler und Ludendorff die Worte entgegen: .Der Staat hat befohlen, wer dieAutoriätdesStaats zu Tode marschieren will, der wird manu militari zur Ver- nunft bekehrt und wenn Bl u t dabei fließt." Sehr gut ge- sagt. Aber wenn dieses Wort Geltung haben soll, weshalb wendet er es nicht auf sich selbst an? War es nicht«in Lossow, der zum erstenmal an dem festen Gefüge des Reiches und der Reichswehr rüttelte und der durch fein Bei» lpiel erst in den Köpfen der„exstatischen" Psychopathen die Gewißheit wach rief, die Reichswehr werde mit fliegenden Fahnen in das Lager der«stellungslosen Komitatschis über- gehen? Wenn also von Doppelzüngigkeit und Treu- ! o s i g k e i t die Rede ist. so wird man Lossow sicherlich nicht vergessen dürfen. Auch sonst ist nicht alles überzeugend, was der ehemalige General vorzubringen hat. Er erklärt, v o l l st ä n d i g ahnungslos in die Versammlung zum Bürgerbräu ge- gangen zu sein, so ahnungslos, daß er es sogar vergaß, seine Schußwaffe zu sich zu stecken. Das sagt derselbe General, der , nach kurz vorher geschildert hat, wie besorgt man war. die Anhänger Hitlers könnten einen Putsch unternehmen und mit wie beredten Worten man den Kampsbündlern, von denen der ehemalige General selbst sagt, daß sie ihren Namen nicht um- sonst tragen, ihre Absicht auszureden versuchten. Sollte Ge- neral a. D. v. Lossow aber tatsächlich so ahnungslos gewesen sein, wie er e» darzustellen beliebt, dann ist er weniger ein Unschuldsengel als ein E i n f a l t s p i n s« l. der um so kläg- sicher wirkt, als er sich anmaßte, in die hohe Politik einzu- greifen. Und darum muß man geneigt fein, der Gegenleite Glauben zu schenken, die behauptet, Lossow sei nach seiner Rückkehr zu seinen Truppen der G e s a n g e n e der Generale Kreß v. Kr essen st ein und R o u i t h gewesen, die ihn mit der Meldung empfingen, die Truppen seien bereits gegen den Putsch alarmiert worden... ftlles in öutter— bei öer Volkspartei in PotSdam. Der Bericht über die Vertreterversammlimg der Deutschen Volkspartei für den 4. Reichstagswahlkreis wird von der Partei» offiziösen„Zeit" wesentlich ander» gegeben. Roch ihrer Darstellung ist die Ausstellung des Gouverneurs a. D. Dr. Schnee«nd- gültig. Ei« versieht dies« Kandidatur demonstrativ mit folgendem Kommentar:„Damit war Dr. Schnee al» Spitzenkandidat der VVP. aufgestellt. Dr. Schnee ist einer unserer besten und erprobtesten Kolonialpolltiker, der stch im Kampfe für Ostafrita ge> meinsam mit General v. LeUow Vorbeck unvergängliche Lorbeeren erworben hat." An zweüer Stell« wurde der Landwirt S t a f s e h l- Ostpriegnitz,m1)en Harry den Straßendan, m überschritt, durch einen Kraftomnibus der Linie 11 überfabrcn. Frau Bicrwagen trug Fußglietschungen da- von und das ftmd schwere Kopfverletzungen. Di« Verletzten wurde» nach dem Bethamenkrankenhmis gebracht. An dem Aufkommen de» Kinde» wird gezweifelt. Die Schuld soll die Frau selbst treffe«. Gewerkschaftsbewegung Alwin Körsten Der Schnitter Lod hält in den Reihen unserer alten Gewerfschafts und Parteigenossen eine furchtbare Ernte. Am gestrigen Montagmittag ist Alwin Rör sten nach längerem Leiden im Kreise feiner Angehörigen verschieden. Körsten verkörperte ein Stüd Ber Tiner Arbeiterbewegung. Er war am 29. September 1856 zu Sóhefte, Kr. Merseburg, geboren und erlernte, nachdem er die Schule verlaffen, das Formerhandwerk. Schon frühzeitig schloß er sich der politischen Arbeiterbewegung an. 1886 fanden wir ihn in Berlin bereits im Fachverein der Former an erster Stelle tätig. Als der Zentralisationsgedante 1890 in der Arbeiterschaft erwachte, führte Körsten die. Berliner Former dem ins Leben gerufenen Zentralverband der Former und Berufsgenossen zu, wie er Später denn auch ein eifriger Berfechter der Berschmelzung des Zentralverbandes der Former mit dem Deutschen Metall. arbeiter Verband wurde. war In der Berliner Berliner Gemertjhaftsbewegung Rörsten einer der ersten. Im Jahre 1901 wurde er von den Berliner Gewerkschaften zum Borsigenden der Berliner Gewerkschaftstommiffion gewählt, welchen Posten er bis zum Jahre 1919 befleidete. Infolge der Spaltung der Sozialdemofratifchen Partei machte sich Unduldsamkeit und Wortradikalismus bei den Hyperraditalen in einer Weise breit, daß es außerordentlich schwer war, für seine Ueberzeugung einzutreten. Rörsten blieb feiner politischen Ueberzeugung treu, er war und blieb Sozialdemokrat. Das genügte, um wohlverdiente und erfahrene Parteiund Gewerkschaftsgenossen zur Strede zu bringen. Rörsten wurde megen feiner Ueberzeugung feines Amtes als Borfizender der Berliner Gewertschaftskommission enthoben. wortet fießen, wurde ein weiteres Schreiben zugestellt, worin das Kartell feststellte, daß der betreffende Angestellte ben Tarifvertrag angenommen habe und dementsprechend nach der neuen Gehaltstabelle bezahlt werde. Durch Annahme dieses Ges haltes ertennen Sie die Bedingungen des neuen Vertrages ais für Sie verbindlich an, worauf wir Sie besonders aufmerksam machen." Denjenigen Angestellten aber, die sich ausdrücklich weigern, den von ihren Organisationen abgelehnten Torifvertrag anzuerfennen, sollte gefündigt bleiben, die Gehälter sollten ihnen nach den Novemberfäßen, ohne die im Januar durch Schiedsspruch erfolgten Zuschläge, gezahlt werden, außerdem aber sollte eine namentliche Liste über sie eingereicht werden. Die schwarzen Listen werden also nicht etwa nur als Abwehrmittel in besonderen Fällen gebraucht, sondern als Kompfmittel benußt, um die Arbeiter und Angestellten in der reffiniertesten Weise zur Anerkennung der von den Unternehmern diftierten Arbeitsbedingungen zu nötigen. Die freien Arbeiter, md Angestelltengemerfschaften müssen alles daransehen, diesem niederträchtigen System der schwarzen Listen ein Ende zu machen.. Poliers, Werk- und Schachtmeisterbund. Auf Grund eines Rundschreibens der Arbeitgeberverbände mirde dem größten Teil der Mitglieder am 29. Februar gekündigt, mit der Begründung, die Berhandlungen über den Abschluß eines Bezirkstarifvertrages hätten bis jetzt zu feinem Ergebnis geführt. Die Arbeitgeber wollen die sozialen Errungenschaften des Reichs tarifes durch Einzelverträge illuforisch machen, und den Lohn in Berlin dauernd auf einer niedrigen Stufe halten. Noch sind die Berhandlungen über den Abschluß des Bezirkstarif vertrages nicht beendet, die Unternehmer versuchen aber durch diese Maßnahme einen Drud auf die Meister und damit auf den Bund auszuüben. Eine Bersammlung fämtlicher. Funktionäre des Bundes faßte daher folgenden Befchluß: Rein Rollege barfein Bertragsangebot feines Unternehmers unterschreiben; wirh ihm ein folches vorgelegt. So hat er es unverzüglich der Geschäftsstelle ( Berlin, Auguststr. 50, Amt Norden 8849) einzusenden und weitere Anweisungen unferes Bundes abzuwarten." Auch an dem Zustandekommen des Berliner Gewerbegerichts hat Rörsten eifrig mitgewirkt. Bon Anbeginn an bis 1919 gehörte er als Beisitzer und Ausschußmitglied dem Gewerbegericht an. Ebenso gehörte er dem Kuratorium des paritätischen Arbeitsum nachweises der Stadt Berlin an, dessen Vorsitzender Dr. Freund war. In der Vorwärts" Buchbruckerei hat Rörften als M.tglied der Neuner- Rommiffion die Gewerkschaften ebenfalls vertreten. Wie in der Gewerkschaftsbewegung war Alwin Körsten auch in der politischen Bewegung eifrig tätig. Die Partetgenossen des Wahlkreises Random Greifenhagen hatten Körsten zu ihrem Kandidaten erforen. Diefen Reichstagswahlkreis hat sich Rörsten in des Wortes vollster Bedeutung erfämpft. 1903 wurde er zum erstenmal mit geringer Majorität als Reich stags. abgeordneter des Kreises gewählt. Von da an ist er bei allen wiederkehrenden Reichstagswahlen unbestrittener Sieger im Rampfe geblieben und hat den Wahlkreis bis zu feinem Tode im Reichstag vertreten. Diesem Beschluß ist unbedingt Folge zu leisten, denn es geht die Schaffung des neuen Bezirkstarifes. Die Mitgliederver fammlung am nächsten Montag wird sich eingehend mit der Sach lage befaffen. Ein sonderbarer Tarifvertrag. 1 Die Barlohnjähe der schlesischen Landarbeiter wurden im Jahre 1923 nach einer bestimmten Roggen und Kartoffelmenge und dem Preis für diese Produkte beredmet. Diese Art der Lohnerrechnung schien den Arbeitgebern günstig, weit fie hiermit die Landarbeiter an hohe Getreide und Kartoffel preife intereffieren fonnten. Schon bei der ersten Lohnerrechnung im März vorigen Jahres zeigte sich, daß dieses Era rechnungsinstem den Arbeitgebern große Borteile brachte. Schärfer trat der Mißstand im Juli und August in Erscheinung. Der Preis für einen Rentner Roggen stieg im Juli auf 8.80 m. und fiel im Auguft auf 4,65 M. Das ist eine Schwankung von 89 Proz. in einer Zeit, in ber alle anderen Bedarfsartikel wahnsinnig im Breife stiegen. Da die Barlöhne erst acht Tage nach der Lohn noch viel mehr. fo daß die Deputanten nicht mehr wußten, wie fie errechnung zur Auszahlung gelangten, famantien die Barlöhne mit ihrem Lohn die Sozialbeiträge aufbringen follten. Noch übler als den Deputanten wurde den Freiarbeitern mitgespielt, meir sich deren Haupteinfommen nur aus Barlohn Nach seinem Ausscheiden aus der Berliner Gewerkschaftsfommission wurde Körsten an das Landesarbeitsamt in Berlin berufen. Hier wirfte er, bis ihn die Krankheit aufs Lager zwang, von dem er nicht wieder aufstehen sollte. Ein Leben reicher Arbeit hat geendet. Mag es jetzt die wohlverdiente Ruhe finden. Alles in allem: Alwin Rörsten war ein waderer Mann und ein würdiger Genosse. Wir werden seiner nicht vergessen. Sein Anzufammenfeßt. Ihr durchschnittlicher Stundenverdienst betrug eindenken wird in der Arbeiterbewegung, in der Partei sowohl wie in der Gewerkschaft in Ehren weiterleben, der jungen Generation zur Nacheiferung. Die schwarzen Listen der Unternehmer. Fortgefeht gehen uns Klagen über schwarze Listen und Ab. schriften folcher zu, die deutlich beweisen, daß das hinterhältige System der schwarzen Listen wieder auf der ganzen Linie von den Unternehmern als Rampfmittel gegen Arbeiter und Angestellte benügt wird. fchließlich der Naturallieferung nicht mehr als 3.8 Goldpfennig! Die jugendlichen Arbeiter und Arbeite rinnen haben das ganze Jahr fast umfon ft gearbeitet. Aus diefen Gründen konnte es der Deutsche Pantarbeiterverbond nicht verantworten, die Vrbeiterschaft auch für das lauferde Jahr von einer berartinen Entlohnungsmethode abhängig zu machen. Anders der deutich nationale Rentralverband der Pandarbeiter. Er gab den Wünschen der Arbeitgeber nach und unterzeichnete einen Tarifvertrag. der auf der bisherinen Grundlage aufgebaut ist Der land und forstwirtschaftliche Arbeitgeberverband hat bei der Reichsarbeitsverwaltung beantraat. diesen Tarifvertrag für auch die Mitglieder des Deutschen Sandarbeiterverbandes für das laufende Jahr gefügig zu machen. Wir hoffen. daß sich die Reichs arbeitsverwaltung nicht dazu hergeben wird. Nicht allein, weil die Mitgliederzahl den Zentralverbandes der Sandarbeiter in Schlesien viel zu gering ift, um die Allgemeinverbindlichkeit eines von dieser Organisation unterzeichneten Tarifvertrages rechtfertigen zu fönnen. Sozial und wirtschaftlich ist der Vertrag einfach unmöglich. Der Zugleich wurden die Verbandsfirmen unter Hinweis auf ein arößte Teil der schlesischen Landarbeiter lehnt es ab. fich einem Rundschreiben Tgb.-Nr. V. 222 vom 5. Januar 1924 erfucht, mit ihnen aufgezwungenen Tarif zu unterwerfen. Es dürfte deshalb tunlichster Beschleunigung eine namentliche Liste der von ihnen en tin ganz furzer Zeit, vielleicht schon während der Aderbestellung. zu laffenen Bauarbeiter einzureichen. Weiter wurde auf eine neuen Schwierigteiten fommen. Eine VerbindlichkeitsErilärung des Arbeitgeberverbandes Hamburg- Altona verwiesen, den erflärung würde gleichbedeutend sein mit einem 3wang zu einem durch den Kampf im Baugewerbe in Not geratenen felbftändigen fchweren Kampf. Bauunternehmern nach Möglichkeit Beschäftigung in den Industriebetrieben für die Dauer des Rampfes zu geben. Am 12. Januar verschickte der Berband der Eifenindu- allgemeinverbindlich zu erflären. Sie glauben hierdurch strie Hamburgs, Kirchenallee 43, an feine Mitglieder eine Liste der vom Eisenwert vorm. Nagel u. Raemp A.-G. Ham burg, Barmbecker Gtr 3/4 ausgesperrten bzw. entlaffenen Arbeiter. Die Liste enthält die Namen und Geburtsdaten von 13 Handformern, zwei Maschinenformern, zwei Kernmachern und fünf Gießereiarbeitern, mit der Empfehlung:„ Wir bitten dringend, einst weilen teinen dieser Leute einzustellen." Das Arbeitgeberfartell in Mannheim hat mit einem der Angestelltenverbände im Februar einen neuen General tarif abgeschlossen, den der AfA- Bund und der Gewerkschaftsbund der Angestellten ablehnten, weil die Arbeitszeit von 45 auf 54 Stun. den verlängert werden sollte, trok sehr niedriger Gehälter. Das Ar beitgeberfartell fuchte nun sämtlichen Angestellten ben für sie ungünstigen Tarif aufzuzwingen. Die gegen die Angestellten ausgesprochene Kündigung soll nur inden Fällen zurüdgenommen wer den, in denen der Tarifvertrag ausdrücklich anerkannt wird. Den Ange, stellten, die das Schreiben des Arbeitgeberfartells un beant Noch keine Gehaltsregelung der Bergbanangestellten. Bochum, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag fanden neue Verhandlungen zwischen den Zedenbefißern und den Angestelltenverbänden über die Gebaltsregelung der Anaeftellten statt. Der Rechenverband erklärte, daß eine Relation zwischen den einzelnen Angestelltengebältern wie in Friedenszeit eingeführt werden muß. Die Lage geftatte nicht. Gebälter au sablen wie im Frieden. Die Angestellten lehnten das Anfinnen auf Gehälter, die um 20 Broz. niedriger find als die Friedenslöhne, ab. Eine Ginicuna fonnte nicht erzielt werben. Zur Aussperrung in Ludwigshafen- Oppan. Der Arbeitgeberverband der chemischen Industrie Deutschlands fchidt uns eine Berichtigung zu unserer Notiz in der Morgenauss gabe vom 7. März. Unsere Mitteilung, wonach die Direktion der Badischen Anilin- und Sodafabrif es nicht für notwendig gehalten habe, fich vom Reichsarbeitsministerium einen Schiedsspruch zur Verlängerung der Arbeitszeit zu holen und einfach von sich aus die Arbeitszeit verlängert habe, fei nicht richtig. Die BASF. fei Mit glied des Arbeitgeberverbandes der chemischen Industrie. Für diese fei ein verbindlicher Schiedsspruch gefällt worden: Diefer Schiedsspruch, heißt es dann in der Zuschrift, enthält im Abjag 2 die Worte:" Sofern die besonderen wirt. ( chaftlichen Verhältnisse des Betriebes es er. fordern, fann die regelmäßige tägliche Arbeitszeit über die im Abjaz 1 fefigelegte Dauer hinaus durch die Werfsleitung im Benehmen mit der Betriebsvertretung auf neun Stunden ausgedehnt werden." Dieser Schiedsspruch gestattet also ohne weiteres dem Arbeitgeber die Einführung der neunstündigen regelmäßigen Arbeitszeit. Die Badische Anilinund Sodafabrit, als Mitglied unseres Gesamtverbandes am Reichstarifvertrag der demischen Industrie und mithin auch an dem vorliegenden Schiedssprudh beteiligt, war also berechtigt, die neunstündige Arbeitszeit von sich aus anzuordnen. Wir haben die Worte, auf die es antommt, durch Sperr brud hervorgehoben. Der Schiedsspruch, den wir wörtlich ver öffentlidt hatten, fagt ausdrücklich, daß die Arbeitszeit nur unter zwei Bedingungen täglich um eine Stunde verlängert werden darf: 1. Sofern die besonderen wirtschaftlichen Verhält nisse des Betriebes es erfordern, und 2. wenn diese Berlängerung im Benehmen mit ber Betriebsvertre tung erfolgt. Der Arbeitgeberverband der chemischen Industrie aber erklärt, der Arbeitgeber tonne ohne weiteres, Don fich aus, die neunstündige Arbeitzeit anordnen. Das ist eine Auffassung, die mit dem Wortlaut und dem Geist des Schiedsspruchs im offenen Widerspruch steht. Dieser offenbare Widerspruch und eine Mittellung unferes Rorrespondenten in Ludwigshafen ließ uns an nehmen, die BASF. gehöre nit dem Arbeitgeberverband an und habe von sich aus" die Arbeitszeit verlängert. Diese will türliche Auslegung eines Schiedsspruches, die vom Arbeitgeber verband ausdrücklich gebedt wird, läßt die Angelegenheit noch viel ernster erscheinen. Aber vielleicht nehmen die Unparteiischen zu der Vergewaltigung ihres Schiedsspruchs Stellung. Polnische Arbeiter nach Algier. Troh übler Erfahrungen werben weitere polnische Arbeiter nach Frankreich geschickt. Für die Phosphorgruben in Algier besteht Nachfrage nach Bergarbeitern. Darüber liegt folgender Bericht aus Barschau vor: Angesichts des Intereffes, welches franzöfifche Angebote für Algier unter ben polnischen Bergarbeitern ermedten, hat das polnische Arbeitsministerium die Arbeitsbedingungen an Ort und Stelle untersuchen lassen. Auf Grund des eingelaufenen Berichtes wurde zunächst 50 Bergarbeitern gestattet, probeweise nach der Phosphorgrube Ruifin Algier zu reisen. Die Durchführung einer Berbungsaftion in Bolen wurde untersagt. Die französischen Arbeitgeber mußten fich ver pflichten, gemäß der polnisch französischen Konvention den pol nischen Arbeitern in Algier befonderen Schuh angedeihen zu der Landes- Pensionstasse au versichern und einjährige Ron. laffen, ihnen hygienische Wohnungen anzuweisen, fie in tratte mit ihnen zu schließen." Cohnerhöhung der Saarbergarbeiter. Die Bertreter der Bergarbeiterorganisationen, die zur Fortsetzung der Lohnverhandlungen nach Baris gefahren waren, wurden vom Minister für öffentliche Arbeiten empfangen. Weitere Berhandlungen mit der General direktion der Saargruben in Paris führten zu dem Ergebnis, daß Die Schichtlöhne für Februar um 1,25, für März um 2 Frank für die Schicht erhöht wurden. Der Teglilarbeiterstreit in Bombay ist noch nicht beendet. Es tam zu Zusammenstößen mit den Polizisten, die zwei Personen töteten und eine verwundeten. Auch zu Plünderungen fell es ges tommen sein, weshalb Militär aufgeboten wurde. Berantwortlich für Politik: Eruft Renter; Birtschaft: Artur Sateruus; Gewerkschaftsbewegung: F. Eztorn; Feuilleton: R. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Fris Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68.. Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen. Sophien- Sale Sale Nord 9296 für Vereine und Versammlungen Spitze und stumpfe Schultedern im Preise bedeutend ermäßigt. Fragen Sie nach Mito und 270 3 Sophienstr. 18 Heintze& Blanckertz hre Haut hungert und friert! Unabsehbar sind die Folgen für Gesicht und Hände! KOMBELLA- CREME ernährt, heilt und schützt die Haut und erhält sie dauernd gesund, zart und jugendschön. Es gibt nichts Wirksameres als KOMBELLA KOMBELLA- CREME KOMBELLA SEIFE Urteilen Sie selbst mein Freund. rein orientalischer Tabak für 23 KON LINON Kleine MASSARY mit Gold 23 24 ttc. 119 ♦ 41. Jahrgang 1« Seilage ües vorwärts Dienstag, 71. März 7924 Die kleinen Diebe hängt man... Wenn auf einem Güterbahnhof große Kartoffelfendungeo ent> laden werden, kommt es vor, daß ein geringer Bruchteil der Ladung verstreut wird und auf dem Erdboden herumliegt. Noch den Dienst- Vorschriften sollen diese Kartoffeln der Ladung wieder beigefügt werden. Das ist aber in den meisten Fällen gar nicht möglich, weil die Ladung längst abtransportiert ist, ehe sich p-niand um die verstreuten Kortoffeln kümmert. Sie liegen zwischen den Gleisen. werden zertreten und verkommen. Wer sich aber einsallen läßt ein paar Pfund solcher Kartoffeln aufzulesen und mitzunehmen, han- delt rechtswidrig, verstößt gegen geheiligte Dienstvorschriften und setzt sich der schwersten Bestrafung aus. Um 20 Pfund Kartoffeln. Bier Kohlenverloder. die auf dem Bahnhof Grüne- wald beschäftigt waren, haben das zu ihrem Schaden erfahren. Di« Arbeiter hatten am 25 Oktober v. 3., also zu einer Zeit wo sie m i t ihrem knappen Lohn ihr« Familien nicht satt machen konnten, je einige 20 Pfurch von den verstreuten Kar- toffcln aufgelesen. 3n dem Bewußtsein damit nichts Böses getan zu haben, stellten sie ihre Karioffelsäcke frei und offen auf der Ar- beitsstell« hin. Ein Ucberwachungsbeamter der Eisenbahn entdeckte das. Er verhörte die Arbeiter und verwarnt« sie. Die Arbeiter glaubten, damit fei die Seche erledigt. Sie blieben auch während der nächsten drei Wochen unbehelligt. Anscheinend hat der Ueber- wachungsbeamte die bedeutungslose Kartofselangelegenheit nicht vom bureaukratischen, sondern vom menschlichen Standpunkt aus be- trachtet und nicht die Absicht gehabt, sie weiter zu verfolgen. Später muß aber wohl irgend jemand, der den„Misietätern* ein« Strafe gönnt«, die Angelegenheit wieder ins Rollen gebracht haben. Der Ueberwachungsbeamte zeigt« den Fall am 1Z. November der Eisenbahndirektion an. Da im Reiche der Eisenbahn jeder Verfehlung eines Arbeiters Anzeige und Straf« auf dem Fuß« zu folgen pflegen, fiel dem zuständigen Direktionsbeamten die starke Verzögerung in diesem Fall« aus Der Ueberwachungsbeamte wurde zur Rede g«- stellt und gab nun als Grund der Verzögerung an, er habe geglaubt. die Kartoffeln könnten aus einem Wagen gestohlen fein, er habe die Spur des in Frage kommenden Wagens bis noch Staßfurt ver- folgt, schließlich habe sich aber sein Verdoeht als unbegründet herausgestellt. und der Angab« der Arbeiter, std hätte» die Kartoffeln auf dem Bahnhof aufgelesen, stehe nichts entgegen. Nun setzt« die Strafverfolgung durch die E i s e n b a h n d i r e k t i o n ein. Di« vier Arbeiter wurden am lt. November fristlos entlassen und sind heute noch arbeitslos. Gleich- zeitig wurde der„Diebstahl' der Staatsanwaltschaft angezeigt. Vor dem Schöffengericht, wo sich die vier Arbeiter vor kurzem zu verantworten hotten, ging sie straffrei aus. Die Justiz hatte keinen Grund zur Bestrafung, aber die Eisenbahndirektion verhängt die schwer st«Hunger st rafe gegen Arbeiter, die sich aus Not«in paar Pfund Herren. loser Kartoffeln angeeignet haben. Die Eisenbahnbureaukratie. Wegen ihrer Entlastung klagten die Arbeiter jetzt beim G e- w e r b e g« r i ch t. Sie haben nicht das Bewußtsein, eine Der» fehlung begangen zu haben, die ihre Entlastung rechtfertigen könnte. vorgesetzte der Kläger, die vernommen wurden, stellten'ihnen das Zeugnis aus, daß sie tüchtig«, zuverlässige Ar- b e i t« r seien, die man ungern misse, aber— die Dienstvorschriften. Bier Stunden verhandelte das Gewerbegericht über den Fall. Der Vertreter der Eisenbahndirektion bot sein n ganzen juristischen Scharfsinn auf, um das Vorgehen gegen die Kläger zu rechtfertigen. Zwecks weiterer Feststellung darüber, welche Dienststell« für die Ent- lastung zuständig ist und wann diese Stell« von dem Entlastungs- grund Kenntnis erhalten hat, wurde die Verhandlung schließlich oertagt. Der Vorsitzende riet dem Direktionsoer- treter dringend, sich möglich st v or dem neuen Ter- min mit den Klägern zu einigen. Der Vertreter der Direktion zeigte aber nicht die geringst« Nei- g u n g, diesem Rat Folge zu lösten. Er findet wohl gelegentlich ein Wort des Bedauerns über das harte Los der Kläger, scheint aber zu glauben, daß er es vor seiner Direktion nicht verantworten kann, wenn er aus Billigkcitszründen von den starren bureaukratischen Dienstvorschriften abweicht, nach denen selbst die geringste Ver- fehlung eines Arbeiters olpie Rücksicht geahndet werden muß, wenn auch die Eisenbahn dadurch tüchttg« Arbeiter los wird und diese ihrer Existenz beraubt werden. Die ganz unglaubliche Art der Be- Handlung dieses Falles läßt wieder einmal unsere Bureoukratie, diesmal die Eifenbahnbureaukratte, im hellsten Licht erstrahlen. Wegen einer Lappali« hat der Ueberwachungsbeamte doch wohl eine Anzahl anderer Beamten in Tätigkeit gesetzt und mancherlei Schveibercien verursacht. Dann ist die Sache im Bureau der Eisen- bahndirektion bearbeitet, dann hoben sich Staatsanwaltschaft und Strafgericht mit der Angelegenheit beschäftigt und mehrere Zeugen aufgeboten. Dann trat das Gewerbegericht— fünf Richter und ein Protokollführer in Aktton, dabei haben drei Beamte der Eisenbahn- divektion sein Prozeßvertreter und zwei Zeugen) mitgewirkt. So hat die Verfolgung der„Diebe" bis jetzt an Geld und Zeit» oufwendung wenigstens da» Hundertfache von dem gekostet, was die aufgelesenen Kartoffeln wert sind. Läßt sich dos, wo Sparsamkeit das Gebot der Stunde fein soll, verantworten? * Wenn die Berliner Direktion es in der Tat für angebracht hal- ten sollte, d«m verständigen Rat des Gewerbegerichtsoorsitzenden nicht zu folgen, darf sie sich nicht wundern, wenn die Berliner Be- völterung, besonders auch in Hinsicht auf die unseligen Wochen- kartenpreise, kein Vertrauen mehr zu dieser bisher wichtigsten und an erster Stelle stehenden Groß-Berliner Verkehrsverwaltung hat. Wettstreit öer Damenfriseure. Wer weniger vertraut ist mit den Geheimnisten der Damenver- schönerungskunst. wird über die Vielseitigkeit und den Umfang der Industrie, die sich auf diesem Gebiete allmählich herausgebildet hat. geradezu erstaunt sein. Vorausgesetzt, daß ihm ein so vollständiger Ueberblick geboten wird, wie auf der F o ch m u st e r m« s s e in den Berliner„Kammersälen", die mit dem internationalen Preis- frisieren am Sonntag und Montag verbunden war. Haare in den verschiedensten Oualitäten, Längen und Farben, natürlichen und künstlichen, Berge von Färbemitteln, Apparate zum Kopswaschen,«lek- irische Apparate zum Haartrocknen� solche zur Herstellung von Dauer. wellen, Brennscheren zum Drehen vergänglicher Wellen. Locken und Löckchen, Nadeln zum Aufstecken. Kämme und Zierarten zum Schmuck der Haare, elektrische Gesichts, und Maflageapparate und— um nicht alles zu verraten— Teepuppen, Parfümerien, kurzum alles, was dazu gehört. Und das ist nicht wenig. Das Damenfrisieren ist M o d e s a ch e und die Mode ist letzten Endes Geschäft. Die klugen Friseur« arbeiten vor, stellen künstlich« Behauptungen auf. Ihre besten Kundinnen sind die, deren eigenes Haar nicht ausreicht und die deshalb Ersatz gebrauchen. Der Zopf spielt dabei keine Rolle mehr. Die Knüpfarbeiten werden durch tamponiert« Haararbeiten verdrängt, die dem natürlichen Aussehen am nächsten kommen. Modern sind jetzt niedrig« S ch e i- t e l s r i s u r e n. Gehilfen und Gehilfinnen müsten unablässig be- müht sein, mit der Mode mitzukommen, sich in der Kunst zu ver- volltommnen. Der S4er Gehilfenverein ist darm eifrig tätig. Sein jetziges internationales Preisfrisieren ging um die Weltmeisterschaft. Mit der Internationolität war es diesmal freilich nicht weil her. Nur die Wiener lasten es sich nicht nehmen, mit ihren Berliner Kollegen in Wettbewerb zu treten. Sie hallen drei Gehllfen und eine Gehilfin geschickt. Auch ein Schweizer war gekommen. Früher war auch London öfter vertreten, aber diese„Engländer" waren stet» Deutsche. Von den 17 Frisierenden, die am Sonntag mit ihren Modellen vor die Spiegel an zwei Tischreihen traten und um- drängt von der Zuschauermeng« ihr W«rk begannen, waren 10 aus dem Ausschetdungsfrifieren auszuwählen, die am Montag in engere Konkurrenz traten. In 40 Minuten war eine Gefell« schafts. oder Ballfrisur herzustellen. Unter den geschickten Händen, deren Arbeit die Musik begleitete, entstanden bald die lufttgsten Gebilde. Der Preisprüfungskommission, die dann den Saal betrat und das Geschaffene kritischen, fachmännisch geschulten Blickes musterte, fiel die Wahl nicht leicht. Nachdem sie ihr« Notierungen beendet hatte, gaben die frisierten Damen ihre Köpfe der Bewunde rung des Publikums preis. Wiederum mußten die Wettbewerber in die Schranken treten, um im Zeitraum von öS Minuten histo- rifche Frisuren auszubauen. Dazu hallen sie ihre weißcn Mäntel angelegt, well an die Marie-Antoinette-Fr.suren recht viel Puder verschwendet wird.„Historisch" ist für den Damenfriseur nur die Zeit der letzten drei Ludwig« vor der großen französischen Revo- lution und die dieser folgenden Kaiserzeit des ersten Napoleon. Unsere Aufgabe muß es sein, daß solche Glanzperioden auf dem Rücken des Volkes für immer historisch bleiben. Am Montag abend begann das»Entscheidung»- frisieren um die We l t m e i st e r s ch a f t". Es gingen daraus hervor als 1. Preisträger Nöste-Berlin, 2. Lorbeer-Derlin, Z. Thor mann-Wien, 4. Studeneck-Wien, 5. Rudi Müller-Berlin, 6. Brandt Berlin, 7. Frau Geist-Wien. Den silbernen Schild errang Röste Berlin. der JranenmSröer Verth vor öem Untersuchungsrichter Der Doppelmörder Gerth, wurde im Untersuchungsgefängnis Alt-Moabll gestern zum erstenmal eingehend vom Untersuchung» richter, Landgerichtsrat Kruski, vernommen Die Untersuchung wird außerordentlich beschleunigt, da die Absicht be steht, noch vor dem 1. April Anklage zu erheben und Gerth vor die Strafkammer zur Aburteilung zu bringen, was auf Grund der Not Verordnung jedoch nur durchführbar ist, wenn Gerth auch weiter bei seinen Geständnissen verbleibt. Allerdings hat R.-A. Dr. Frei? als Verteidiger Gerths verlangt, daß der Angeschuldigte ein gehend von Prof. Strauch auf seinen Geistes zu st and untersucht wird, da eine re st lose Ausklä- ruug des komplizierten Seelen lebens des Lustmörder.. allein nur einen Einblick in die Triebe, die zu dem grauenhasten Doppelverbrechen geführt haben, gewähren und da nur auf diese Weis« über die Frage der Zurechnungsfähigteit geurteill werdeii kann. Die inzwischen weitergeführten Ermittlungen haben ergeben. daß Gerth eine ganze Reihe von Bräuten hatte, die von«inander aber nichts wußten. Di« Untersuchung geht jetzt dahin, aufzudecken, in welcher Weise sich Gerth diesen Frauen gegenüber genähert Hai und welcher Art seine Beziehungen zu ihnen waren. Der Täter zeigt« bei der Vernehmung keineswegs, wie man annehmen sollte. einen Zusammenbruch unter der Wucht seiner schweren Verbrechen. sondern er machte sein« Angaben in voller Ruhe und Gefaßtheit. ver flufslchtsrat berät... Mit der Herabse�ung der Werltarife soll jetzt endlich Ernst ge- macht werden. Der AufsichlSrat der Berliner Werke beschäftigt sich jetzt in seineu Beratungen damit, und für beul. April aller- spätestenS ist eine wahrscheinlich nicht unbedeutende Tarifermäßig ii ng für alle drei Tarife, für Gak. Master und Elektrizität zu erwarten. Bei den Elektrizitätswerken soll eine grundsätzliche Senderung des TarissystemS vorgenommen werden. ES soll beim Tarif die BenutzungSdauer beiücksichtigr werden, so daß diejenigen Licht- und Kraftkonsumenten, die ihre Anlagen wirklich ausnutzen, wahrscheinlich bedeutende Ermäßigungen erhallen werden. Die Neuerung wird vor allen Dingen den Klein- toniumenten und auch den lleine» Gewerbetreibenden zugute komyttzn. Endgültige Beschlüste des AufsichtSrateS sind allerdings erst in: Laufe einer Woche zu erwarten. Tie Ausschreibung der Burgermeisterstelle. Die durch da« Ableben unseres Genosten Ritter frei gewordene zweit« Bürgermeisterstelle ist jetzt auSgcschtieben worden. Bewerbungen für diese Stelle«tüstru Bis zum 20. März beim Siadtverordnetenvorstehrr Haß im Berliner Rathaus ein- gereicht sein. Der Trick mit der Kiste. Am Sl. Februar d. IS. war bei dem Juwelier Göbel tu der Rheinstraße zu Friedenau in der MittagSzeii von 1 b>S 3 Uhr, in der das Gelchäst geschlossen»st, ein«igen» und einzigartiger Ein- bruch verübt worden. Ein junger Mann war mit einer großen Kiste, die auf einem Handwrgen stand, vorgefahren. hatte die Kiste abgeladen und sie ganz dicht an die Ladentür gestellt In der Kiste saß ein Kampa» deS jungen Manne», der nun den lStack druck durch ZKalik-Derlaa. BrrUn.) w Der Bürger. von Leonhard Krank. Und als sie wieder am Fenster stand, Hände aufgestützt, genau wie vorher, und fragte:»Liebst du Katharina noch?" dachte er: Daß sie das nicht vorher gefragt hat, ist großartig von ihr.„Unsinn! Katharina lebt sozusagen auf einem anderen Planeten... Jetzt müssen wir aber hinuntergehen, sonst merkt die Tante, was los ist." »Und wenn auch!" sagte mit aufrichtiger Geringschätzung dieser Möglichkeit Elisabeth: ein Wesen, das, ohne viel eigenes Bemühen lebensklug geworden, ein glatt funktionierendes Ge- Hirn fertig mitbekommen zu haben schien, Fragen an das Leben, Zweifel, Gefühls- und Gewisienskonflikte nie gekannt hatte und, jenseits aller Selbstbelügung, sich und anderen offen eingestand, daß sie für nichts anderes Interesse habe als für sich selbst, ihr Leben und ihre Genüsie. »Du bist großartig. Wer und was immer sich uns beiden in den Weg stellt, wir werden siegen." Sie gingen in gleicher Körper an Körper. Mund auf Mund gepreßt, wäh- rend Kailarina, zusammengerollt wie ein krankes Tier, in den Kleidern auf dem Bette lag. Der Fensterladen war ge- schlössen, das Zimmer nachtfinster. Nur ein schneidend dünner Sonnenstrahl lag auf dem Fußboden und aus dem Sirohle der Schnauz. Ihr Gesuhls-Jch. ausemondergerissen. offen, zuckte bei der leisesten Berührung, bei jedem Gedanken an Jürgen: wenn sie irgendeinen Gegenstand sah. der ihm geborte, den Bleistift, den Schotterstein, ein paar unbrauchbare Schuhe, die wie immer in der Ecke standen. Als gäbe der Instinkt ihr ein, daß sie nur dann nicht Schaden nebmen würde an ihrer Seele, wenn sie dem schweren Leid ganz rückbalstos sich preisgebe, ließ sie niemand zu sich. keinen Trost? sie belrnibte sich und ihren Schmerz nicht mit Leben, nickt mit Arbeit. Lag Tag imd Nacht"uf dem Bett. b'neingewühlt in das Leid, kämpfend um die Genesung, um chr Leben. Jürgen war der erste, war der einzige Mensch gewesen. dem i'e rückhaltlos vertraut und mit dem zusammen sie der Einsamkeit den Raum oerstellt hatte. - Nach drei so durchkämpften Wochen strich Katharina, an dem Tage, da sie sich schwanger fühlte, zum ersten Male wieder über den Kopf des bettelnden Kameraden, der wegen der wochenlangen schlechten Behandlung sofort vorwurfsvoll zu bellen begann und, da Katbarina ihn schon wieder nicht mehr beachtete, sich niederlegte, Schnauze auf den Borderpfoten, in vergrollendem Vorwurfe. Noch ein paar Wochen— der Fensterladen war wieder offen, sie hatte wieder begonnen zu arbeiten— hoffte Katharina, Jürgen werde, nachdem er erkannt habe, daß die Siege, die in dem anderen Lager errungen werden konnten, ent» würdigend und wertlos seien, zurückkehren zu der Pflicht, die sein Bewußtsein ihm zum Schicksal mache. Mit den Monaten und den Tagen immer gleichen treuen Leidens und immer gleicher treuer Arbeit entstand in ihr der neue Anfang. Schon tonnte es geschehen, daß Katharina ein Lächeln tiefempfundener Freude in den Augen trug, wenn sie in eine Arbeiterversummlung kam und die Sympathie ihrer grüßenden Genosien fühlte. Schon als er noch bettlägerig gewesen war. hatte Jürgen, einig mit der Tante, daß dies das zunächst Allerwichtigste sei, sich auf das Doktorexamen vorbereitet. Weihnachten war die kirchliche Trauung. Jürgen hatte der siebenden Tante endlich mit den Worten:»In des Teufels Namen!" nachgegeben. Und Elisabeth hatte sich ihre Einwilli- g"ng zu einer kirchlichen Trauung von ihrem Bater abkaufen lasten durch ein Brillontgehänge. Lorbeerbäume bildeten eine Gaste vom Hochzeltswagen bis zum Altar, vor dem Brautleute knieten, in großem Halb- kreise umgeben von den Verwandten und Bekannten beider Familien. � „Berdammte Komödie!" flüsterte heiter der Kniende, und Elisabeth drückte zum Einverständnis Jürgens Arm und senkte das Haupt, das Lächeln zu verbergen. Das sah aus, als horche sie eranstfen den Worten des Geistlichen. Wäbrend der Trauung fang ein Gemis�ter Chor mit Orgelbeoleibing:»Himmel erböre. erhöre das Flehen: Liebe laß walten im Heim« der Gatten." Fast olle Damen und Herren, die damals auf dem Hügel Rotwein und Brathuhn genosten hatten, auch zwei Universi- tätsprofestoren, der junge Wistensebaktler, ein Chefredakteur und einige Künstler, mit denen Elisabeth Berkehr pflegte, saßen an der Festtafel, die, in Hufeisenform, die ganze Breite des Wagnerschen Gesellschastssaales einnahm und mit zwölf. aus Treibhausvellchen nachgebildeten, riesisten Hufnägeln ge schmückt war. Diese Idee stammte von Jürgens Schwiege: mutter. Die Neuvermählten saßen, mit dem Blick in das Halbrund hinein, genau in der Mitte des Hufeisens, so daß ihre Beine den mittleren Haken bildeten, mit dem das Pferd Funken aus dem Pflaster zu schlagen vermag. Wurde am seitlichen Haken von Preste, Wistenschaft und Kunst ein Witz geinacht in bezug auf die Neuvermählten. dann langte er, zwinkernd weitergegeben, sehr schnell bein? rechten Seitenhaken an, wo er in das Gespräch über das mög liche Fallen oder Steigen eines Börsenpapieres ein Loch riß. das sich nach zwei Sekunden wieder schloß. „In bezug auf das Bankfach bleibt meine Weltanschauung� Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert," miederholte Jürgens Schwiegervater, der ohne erhobenen Zeigefinger nicht spreche» konnte. Das Streichquartett spielte auf Wunsch von Jürgens Schwiegermutter zum zweitenmal die Träumerei von Schu- mann. Die servierenden Diener hatten weiße Handschuhe an. Das Hufeisen dampfte. Nur der reichste Mann, ein Hütten und Walzwerkbesitzer, aß beinahe nichts: er war leberkrank. dottergelb, trank Brunnen und hatte noch kein Wort ge sprachest. Seine knapp vor dem Sprunge in das volle Leben stehende, sehr begehrte schöne Tochter legte ihm die sorgfältig ausgewählten winzigen Bisten vor. Den beiden gegenüber saß der unförmig dicke Papier gbrikont Hammes. Der sah beständig aus, als müste er jeden ugenblick niesen, und hörte dabei aufmerksam einem Gummi fabrikanten zu, welcher bewies, daß und warum infolge der schon nicht mehr schönen Preissteigerung des Rohmaterials ein glattes Geschäft überhaupt nicht mehr möglich sei. Man müsse sich winden, nichts als winden. Herr Hammes griff langsam nach dem Westenknopf de? Gummisabrikonten, als wolle er sich anklammern, um beim Niesen nicht vom Stuhle zu fallen, und sagte:»Wer etwa? wirklich Großes erreichen will, der muß borniert sein." An der Bör anerecke stieg das Wort»Montaniktien" und konnte, wie die auf dem Springbrünnchen tanzende, silberne Kugel, nicht mehr fallen, bis der reiche Lebertranke den Wasierstrahl abdrehte:»Mit den Flitzautomobilaktien könnt? in nächster Zeit eine schnittige Veränderung eintreten." (Fortsetzung folgt.) Kistenboden nach innen flappte und ungefehen und ungestört aus der Ladentfir die Füllung herausschnitt, durch die Deffnung einstieg und riesige Mengen Juwelen stahl. Ungehindert entkamen die beiden Einbrecher. Jezt tauchten aber einige der gestohlenen Juwelen, die genau beschrieben worden waren, auf und die Polizei etmittelte als Täter einen 24 Jahre alten gewerbsmäßigen Eine brecher Alfred Schirsinsti, der in einent ebenso alten Bruno, Strampla einen geeigneten Helfer fand. Beide wurden fest genommen. Hakenkreuz am Stahlhelm Unwiffenheit oder Böswilligkeit? Die Bolizei fcheint vergessen zu haben, daß auch unter dem ivilen Ausnahmezustand das Berbot von Umzügen und Bersamm ungen unter freiem Himmel noch volle Geltung hat. So fonnte inan wie uns berichtet wird gestern abend nach 11 Uhr in Kazuisdorf einen Zug unreifer Jungen mit dem Gesang des Liedes„ Hakenkreuz am Stahlheim" zum Bahnhof ziehen sehen. Und wenn die Polizei pirtlich nichts von dieser Bestimmung wußte, fo hätte ihr immerhin befannt sein müssen, daß auch nächtliche Ruhestörung zu ben trafbaren handlungen gehört. Die Polizei muß den Gesang unbedingt gehört haben, da der Zug in Entfernung von etwa 50 Meter am Polizeirevier vorbeizog. Aus Kaulsdorf ist man ja so etwas gewöhnt. Die Polizei ist rie zu sehen, wenn es sich um rechtsstehende Organisa tionen handelt, fie arbeitet aber fieberhaft, wenn es gilt, gegen Arbeiter vorzugehen. Des gleiche scheint auch für die politische Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums zu gelten. Hier mögen die Beamten den besten Willen haben, ihre Ermittlungen scheitern aber an ihrer übergroßen Ungeschicklichkeit, von der wir genügend Beweise haben. Wenn die Polizei das Bertrauen der republikanischen Arbeiterschaft genießen will, muß sie sich tatkräftiger als bisher zeigen. Sonst darf sie sich nicht wundern, wenn ihr plöglich die Berhältnisse über den Kopf wachsen. Die Zukunft des Berliner Schulwesens. Der Magistrat hat in außerordentlicher Sigung beschlossen: Das Schulwesen soll auf der gleichen Höhe und in dem bestehenden Umfange erhalten bleiben. Eine Er höhung der laffenfrequenzen findet nicht statt. Die Pflichtstundenerhöhung soll gleichmäßig für alle Lehrer aller Schulgattungen erfolgen. Die Pflichtstundenzahl der Lehrer an höheren Schulen foll finngemäß auf alle übrigen Lebrer übertragen werden. Sie beträgt für Studienräte 25, 23 und 20 Stunden. Die Stundenentlastung erfolgt mit dem 45. und 55. Lebensjahre. Die Lehrerinnen geben an den Volks-, Mittel- und höheren Schulen zwei Stunden weniger. Das für die Stundenentlastung in Be. ihres Gehaltes zu dem der männlichen Lehrkraft( 9: 10). Die Bara tracht kommende Lebensalter fenft sich bei ihnen in dem Verhältnis graphen 15 und 16 der Personalabbauberordnung finden auf die nicht angestelltest Lehrkräfte Anwendung. Der schwarze Tod von Oranienburg. Bor einiger Zeit wurden Oranienburger Geschäftsleute von verwegener Hand mit Drohbriefen bedacht, die mit„ Der schwarze Lob" oder„ Die schwarze Hand" unterzeichnet waren und in denen fie aufgefordert wurden, am Oranienburger Bismard- Denimal Juwelen und Geld niederzulegen. Schließlich stellte sich auf Grund von Gutachten von Schreibfachverständigen heraus, daß die Täterin eine 60jährige Frau aus Dranienburg fein mußte. Sie hatte sich nunmehr vor der 6. Straitanmer des Landgerichts III zu verantworten. Sie bestritt alles. Der Staatsanwalt beantragte gegen fie neun Monate Gefängnis. Landgerichtsdirektor Obneforge erklärte, daß, das Gericht sich aus eigener Anschauung aus der Berhandlung die Ueberzeugung gebildet hätte, daß die Angeklagte aur Beit der Tat geiftestrant gewesen sei. Sie wurde infolgedeffen auf Grund des§ 51 freigesprochen. Die Nacht- Vorleserin Im Lofalanzeiger" empfiehlt sich eine junge Frau bester Gesellschaft alten Regimes als Vorleserin, um sich geldlich ein wenig zu emanzipieren. Sie denkt sich, wie sie treuherzig sagt, ihre Ansprüche als Laschengeld, will einem älteren vornehmen Herrn auch Nachts vorlesen und ihm in diesen Stunden fleine persön= fiche Obliegenheiten erledigen, wofür unbedingte Diskretion zugesichert wird. Gehörten denn solche Nachtvorlesungen auch zum alten Regime? Und was sagt der Ehemann der jungen Frau, wenn sie einen hat, zu solcher Nacht- Kultur? Die Reichsbanknoten zu 5 Billionen Mack vom 1. November 1923( 1. Ausgabe) und vom 7. November 1928( 2. Ausgabe) find zur Einziebung aufgerufen worden. Die Vesizer dieser Noten fönnen fie bis zum 5. April 1924 bei allen Staffen der Reichsbant in Zahlung geben oder gegen andere gefegliche Bablungsmittel eintauschen. Mit dem 5. April 1924 verliert die aufgerufene Rote ihre Eigenschaft als gesetzliches Bahlungsmittel. Von da ab erfolgt ihre Einlösung nur noch bei der Reichsbanthauptfase in Berlin und zwar bis zum 5. April 1925. Mit diesem Zeitpunkt endet für die Reichsbant die Einlösungspflicht GU Arbeiter- Sport A Das zweitägige Schwimmfest " des S.V.„ Vorwärts", das em Sonnabend und Sonntag im Neuköllner Hallenbad unter starker Anteilnahme der GroßBerliner Vereine vor sich ging, brachte sportlich schöne Kämpfe mit fast immer fnappen Entscheidungen. Von Breslau hatten Schwimmerinnen des Brudervereins Poseidon" mit Erfolg an den Wettkämpfen teilgenommen. Als neue Konkurrenz wurde eine Tauchstafette und ein Frauenwasserballspiel gezeigt. Die beiden Hauptwettkämpfe für Männer, Springen Klasse A und die große Stafette über 50, 100, 150, 200, 150, 100, 50 meter beliebig hielt die Zuschauer, die mit ihrem Beifall nicht fargten, dauernd in Spannung. Auch das sehr gut ausgeführte Figurenliegen der Vorwärtsschwimme rinnen soll nicht unerwähnt bleiben. Im Wasserballspiel behauptete Borwärts" wei'er feine Stellung. Nachfolgend die Ergebnisse. Männerftafette 6 x 50 Meter bel.: 1. Union 3.41%; Frauenbenststafette 37 4 X 50 Meter: 1. Borwärts 3.34%; Männerrüdenfdhwimmen 100 Meter R. B: 1. Scholz- Breslau 1.32, 2. Dringusti- Borwärts 1.32; Jugendlagenstafette 1 Männer 2.47%. Männerseiteschwimmen 100 Meter Klaffe A: 1. Hampe- Bormärts( 1.21%, Neukölln 1.48%, 2. Brantt- Borwärts 1.48%. 4x50 meter: 1. Borwärts 2.46, 2. Neukölln 2.48. Weibl. Jugendbenftstafette 4x50 Meter: 1. Neukölln 3.29, 2. Vorwärts 3.32. Männerschwimmen 100 Meter bel. Klaffe B: 1. Boll- Union 1.24%, 2. Serber- Borwärts 1.26. Stredentand ftafette 4X 25 Meter: 1. Borwärts I 1.16%, 2. Borwärts II 1.25%. springen Alaffe B: 1. Paple- Borwärts 20 Bunkte, 2. Bed- Borwärts 10% Buntte. Männerfchwimen 200 Meter bel.: 1. Werner- Borwärts 2.47. 2. Götke- Neukölln 2. Heife- Welle 1.25%. Frauenftafette 3 X 50 Meter Bel.: 1. Borwärts 2.34, 2. Reutöln 2.34%. Weibl. Jugendrückenschwimmen 100 meter: 1. ScharperMännerlagenftafette 50 Meter: 1. Neukölln 2.32%. Borwärts II 2.36. Männl. Jugendftafette 4 X 59 Meter bel.: 1. Borwärts 2.28. Knabenlagenitafette 4 x 50 meter: 1. Belle 3.07, 2. Neukölln 3.24%. Männerspringen Klaffe A: 1. Anop- Neukölln 46% Buntte, 2. Nachtigall- Borwärts 46% Burtte. Alte- Herren- Stafette 3 X 50 Meter bef.: 1. Borwärts 2.01%, 2. Norden 2.08%. Frauenrüdenschwimmen Klasse A 100 Meter: 1. Quitschalle- Breslau 1.43%, 2. Glimm- Vorwärts 1.45%. Jugendschwimmen 100 Meter bel.: 1. Sommatowski- Borwärts 1,23, 2. Rihn Lichtenberg 1.23%. Sauststafette für Männer, 50, 100, 150, 200, 150, 100, 50 Meter: 1. Reukölln 10.48%, 2. Borwärts 10.49%. Knabenbruststafette Weibl. Jugenblageftafette 4 X 50 meter: 1. Welle 3.29%. 2. Vorwärts 8.30%. 350 Meter: 1. Borwärts 2.26, 2. Neukölln 2.26%. Männerbrustschwimmen 100 Meter Klaffe 100: 1. Lehmann- Vorwärts 1.32, 2. Scholz- Breslau 1.32%. Knabenhühschwimmen 50 Meter: 1. Machrau- Welle 44 Get., 2. Senmann- Vorwärts 46% Set. 1. Bormärts 7.36%, Reutöln 7.37%. Jugendbrufifchwelftafette 50, 100, 150, 100, 50 Meter: Wafferball: Frauen: Poseidon- Breslau gegen Borwärts 2: 5 für B. Männer: Neukölln- Vorwärts 3: 5 für Borwärts. Jiu- Jitsu und Ringen. Am Sonntag veranstaltete die Sport!. Bgg.„ Nord.Dit 06" einen Werbeabend im Jiu- Jitsu und Ringen, der sich eines guten Befuches erfreute. Im Ringen famen Einladungsfämpfe mit dem zeigten, daß auch Vereine, die im Ringen weniger an die Deffentlich ASC. Boran( Niederschönhausen) zum Austrag. Die Kämpfe feit treten, über techfchnisch gut geschultes Kämpfermaterial verfügen. Das Resultat der Kämpfe war 7: 3 für N.-D. Alsdann demonstrierte Sportgenosse Steinte mit seinem Partner Krüger Jiu- Jitsu als Selbstverteidigung. Anschließend gab es zwei JiuJitsu- Herausforderungsfämpfe. Günther( N.- D, 106) traf auf Begelow( Voran, 113). Begelom, der bei dem Federgewichts. wettstreit den 2. Plak errungen hatte, bestätigte jegt, daß dieser Erfolg feinem bloßen Zufall zuzuschreiben ist. Günther ſchien etwas unpäßlich, er hat schon bedeutend bessere Kämpfe geliefert. Der Kampf endete nach 10 Minuten unentschieden. Im zweiten Treffen standen sich die ersten Siener im Feder- und Leichtgerichts wettstreit gegenüber, Saltowski( 114) und Krawcza( 128). Krawczat versuchte in feiner befannten draufgängerischen Art zum Biele zu gelangen, doch seine Versuche scheiterten stets an der kaum glaublichen Zähigkeit seines Gegners. Salkowski zeigte die technisch entschieden bessere Arbeit. In der 9. Minute fonnte er eine gute Rovfichere ansehen, aus der sich Krawczot nur mit größter Mühe befreite. Nach 15 Minuten Gesamtzeit siegte schließlich Salfowski durch Aufgabe seines Gegners. Ausschreibung zum Frühjahrswaldlauf des 1. Kreifes. Der Waldlauf ist der Sport- Abteilung Fichte- Süd- Ost" übertragen worden und findet am 6. April in Gabowa statt. Umkleidelokal ,, Waldschänke", direkt am Bahnhof Gadowa. Start und Biel dortfelbst. Beginn pünktlich Verschwundene Briefmarken. Wegen fortgesetter, bis in das Jahr 1916 zurückreichender, umfangreicher Beruntreuungen hatte sich der Oberpostiekretär St. vom Postamt Schöneberg vor der Straffammer des Landgerichts II zu verantworten. Es wurde ihm vorgeworfen, daß er abgestempelte Marken von Baletfarten abgelöst und Strafporto in feine Tasche hätte verschwinden laffen, indem er die mit Strafporto belasteten Briefe nicht durch die Kontrolle gehen ließ. Der Staatsanwalt hielt trotzdem die Amtsunterschlagung für erwiefen und beantragte nur mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte eine 35jährige, bisher ein wandfreie Dienstzeit hinter fich habe, die mindest itrafe von drei Monaten. R.-A. Dr. Puppe hielt dagegen einen Beweis für die Schuld des Angeklagten in feiner Weise für erbracht. Auch das Gericht schloß sich dieser Anschauung an und erfannte dem Antrage des Verteidigers gemäß auf Freisprechung. 3 Uhr, Männer: 3000 und. 10 000- Meter- Einzellauf. 3000 und 5000- MeterMannschaftslauf. Jede Mannschaft besteht aus 6 Mann, welche geschlossen das Biel paffieren müssen. Jugenb: 3000- Meter- Einzellauf. 3000- Meter- Mannfchaftslauf. Mannschaftsvorschrift wie bei den Männern. Franen: Vereinsund abteilungsweise Propagandaläufe über 1000 Meter.( Möglichst gefamie Jede Mannschaft Mitgliederzahl.) Fußballer: 5000- Meter- Mannschaftslauf. 3000- Meter- Mannschaftslauf. 3 Mann bilden eine Mannschaft und müffen ge11 Mann, welche geschlossen das Riel passieren müssen. Männer über 30 Jahre: schlosser das Ziel passieren. Kinder: 30 X 100- meter- Staffelläufe. Bei den Mannschaftsläufen ist gleiche Kleidung Pflicht. Auf allen Streden fönnen Rennschuhe benugt werden. Startgeld für Einzelläufer 0,25 Goldmark, für Mannschaften 1 Goldmart. Meldungen bis 30. März an Georg Wolgast, Berlin 50. 33, Falkensteinstr. 30, für Kinder an Alfred Scholz, Berlin SO. 33, Oppelner Str. 13 bei Meißner. Nachmeldungen, fowie Meldungen ohne Starte gelder werden nicht berücksichtigt. Sportfest der Turnerinnen. = Am fommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, veranstaltet der fein Frauenausschuß der Freien Turnerschaft Groß- Berlin 2. Werbe- Turn und Sportfeit für Turnerinnen in der Zentralturnhalle Prinzenstraße 70. Das Programm weist gegenüber dem Vorjahre bedeutende Erweiterungen in fünstlerischer und technischer Beziehung auf. Die Einleitung gibt der Gesangverein" Typographia" durch ein Gesangsstüd, dann folgt der Srech chor für proletarische Feierstunden mit dem Stück„ Er lösung" con Bruno Schön ant. Ein Lied von Typographia" wird dann zum sportlichen Teil überleiten. Mit Mufitberleitung beginnen rhythmisch- gymnastische Uebungen, ihnen folgt ein Gerätefurnen, ein Turnen der Frauen an mehreren Barren, Sonderverführungen der Abteilungen nach Musit. Der sportliche Teil umfaßt Si lauf, Stafettenläufe ufw Ein ausführliches Programm wird am Der Eintritt beträgt für Erwachsene einSaaleingang verabfolgt. schließlich Programm 30 Bf., Kinder zahlen 10 Bf. Da während der Borführung des Sprechchors die Saaltüren geschlossen bleiben, so werden die Gäste um pünktliches Erscheinen vor 3 ühr( Eröffnung 23 Uhr) gebeten. An die Groß- Berliner Arbeiterschaft richten wir die Bite um weitestgehende Bekanntgabe dieser Veranstaltung, ganz besonders hoffen wir auf das Erscheinen zahlreicher Mädchen und Frauen, die sich hier von den Leistungen der Groß- Berliner Turne rinnen überzeugen fönnen. " Ueber das Fichte- Hallensportfest, das vorgestern im Sportpalast stattfand, fann der Vorwärts" leider nicht berichten, ba bie Leitung des Turn- und Sportvereins Fichte" es unterlassen hat, entgegen allen üblichen Gepfogenheiten, der Redation eine Eindes Festes zu übermitteln, womit sie anscheinend ihre Pflicht gegen ladung zuzustellen. Im übrigen sei festgestellt, daß es die Fest leitung nicht verabsäumt hat, dem Vorwärts" die Vorankündigung über Deffentlichkeit und Presse erfüllt zu haben glaubte. Mitgliedsbuch bam. Die Karte find stets mitzubringen. Eintrittskarten a 1 M. Berliner Schwimm- Union 1913. Die nächste Monatsfihung file fämtliche Mitglieder über 17 Jahre findet am Donnerstag, den 13. März, abends 7½ Uhr, im Bereinslokal von F. Torno, SO. 16, Michaelfirchstr. 28, ftatt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist bas pünktliche Erscheinen unbedingt erforderlich. Die Uebungsstunden find fezt: Jeden Mittwoch von 7-9 Uhr in der Badeanstalt Bärwaldstraße und jeden Freitag im Stadtbab Friedrichshain( an der Schillingsbride) von 47-9 Uhr. Die Uebungsstunden find reserviert und werden sämtliche Mitglieder aufgefordert, dieselben fleißiger zu besuchen. Das au unferem am Sonntag, der 6. April, stattfindenden Bösen- Buben- Ball in der Bazenhofer Brauerei, Landsberger Allee, werben jest ausgegeben und bitten wit, regen Gebrauch davon zu machen. Sandball Socken Rubern. Athletik- Sport- Club e. B. Leichtathletik Jeden Dienstag, abends 7 Uhr: Badeabend in der Städtischen Badeanstalt Schillingsbrüde. Jeden Freitag, abends 7 Uhr: Sallentraining der männlichen Jugend in der Turnhalle Staliger Str. 55/56; abends 18 Uhr: Sallentraining der weiblichen Jugend in der Turnhalle Laufiker Blas 9. Jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr: Waldlauf im Blenterwald. Umkleibelotal: Fichteplak, Baum fchulenweg, Eischbusch- Allee. Schriftführer der Hocken- Abteilung: Hans Jogszat, Berlin D. 17, Capriviste. 4.- Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, Bingendorfer Str. 7. Berliner Sportfreunde. Leichtathletik, Fußball, Hoden, Handball; Turnen: Mittwoch 8 Uhr in der Turnhalle Friedenstr. 31. Geschäftsstelle: Mar Schwarz, Berlin, Palifabenstr. 100. Freitag, ben 14. März, Spartenkung: Leicht. athleten bei Blawert, Weberite. 24; Fußballer: Langenbeckftr., Ede Elbinger Str. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Beinmeisterstraße( night Rum Werbefest am Sonntag müssen alle Niederwallstraße). Turntatssikung. Mitwirkenden, Ordner und Kontrolle um 2 Uhr in der Turnhalle Brinzen| ftraße sein. Der Jährenverkehr zwischen Deuf'chland und den nordischen Cändern ist infolge der widrigen Gisverhältnisse in der Ditiee sehr unregelmäßig, zeitweilig sogar vollständig unterbrochen. Die Ueberfunft der Postiendungen nach und von den bezeichneten Ländern ist daher unvermeidbaren Verzögerungen unter. worfen. Um die Dahlemer Untergrundbahn. Das Reichsgeric! hat in der Angelegenheit des Streitberfahrens zwischen der Stadi Berlin und dem preußischen Staatsfislus enii dieden, daß die Dahlemer Untergrundbabn, alio auf der Strede vom Babnhoj Breitenbach- Plaz bis Babnbof Thiel Platz im Belize des Staatsfisfus bleibt. Durch diese Entscheidung ist der langwierigen Auseinanderseßung awischen den beiden Kontrahenten im Sinne des Antrages der Stadt Berlin ein Ende bereitet worden. LUX SEIFENFLOEKEN Keinting, then do Virginia SEIFENFLOCKEN lassen Wollsachen nicht einlaufen, nicht hart werden und greifen sogar Seide nicht an. Sunlicht Gesellschaft A.G. Mannheim- Rheinau 3 Prinzess Pryka.... 3 Racenta Nilperi.... 4 5 Virginia Lord Bourgoyne 5 Bajazzo 4 6 Pf. 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Berlin ist der Siz der Bank. Die Geschäftsführung crfolgt ausschließlich durch die Reichsbank. Während des Be stehens des Notenausgaberechts der deutschen Golddistontbant darf ein Notenausgaberecht an andere Banken erteilt werden, bie bisher diefes Recht nicht besigen. Die Bant ist verpflichtet, für den Betrag ihrer im Umlauf befindlichen Banknoten jederzeit mindestens 50 Proz. in Gold oder furzfristigen Devisen, den Rest in bistontierten auf ausländische Bährung effettiv laufenden Wechseln und Schecks als Dedung zu halten. Die Noten der deutschen Golddiskontbank gelten nicht nis ausländische Zahlungsmittel im Sinne der Devisengeßengebung und des Kapitalverfehrssteuergefeyes. Dagegen finden die Vorschriften über den Einheitskurs Anwendung. Die deutsche Goldbiskontbank ist verpflichtet, ihre Noten bei ihrer Vorlegung an ihrer Raffe in Berfin einzulösen. Die Einlösung fann nach Bahl der Bant durch Abgabe von Schecks auf London, durch Ueber: laffung von Auszahlung in London oder durch Noten der Bank ron England erfolgen. Die Kreditgebarung der Bank findet im Entwurf fol. gende Regelung: Wechsel dürfen eine Laufzeit von höchstens drei Monaten haben und müssen in der Regel von drei, mindestens aber von zwei als zahlungsfähig bekannten Personen usw. verbürgt sein. Die unmittelbare und mittelbare Gewährung von Kre. diten irgendwelcher Art an die Finanzverwaltung des Reiches, der Länder oder Kommunen, sowie die Bürgschaftsübernahme für diese Stellen sind untersagt. Die Aftionäre der Bant haben dos Recht, auf eine jährliche Di vidende von 8 Proz., die, wenn sie in einem Jahre ausfällt, nachbezahlt werden muß. Bon dem verbleibenden Reingewinn hat die Bank 50 Proz. als Entgelt für das Notenausgaberecht an das Reich abzuführen. Der Schluß des Entwurfs enthält einen Barbon für De oifenfchieber. Eine Strafverfolgung wegen Zuwiberhand. lung gegen die Kapitalfluchtgefehgebung findet gegen die Zeichner von Aktien der Golddiskontbant infoweit nicht statt, als sie zum Erwerb der Attien hinterzogene Werte verwendet haben. Als Zeichner gelten solche Personen, die die Aktien der Bant im Wege öffentlicher Zeichnung in ihren Besitz gebracht haben. Reichsbank und Golddiskontbant. Das Verhältnis der Reichsbant zur Gold distontbank wird durch einen eigenen Gefeßentwurf erledigt, der jegt ebenfalls vorliegt und folgenden Wortlaut hat: § 1. Die Reichsbank wird ermächtigt, Aftien der deutschen Goldbisfontbank zu erwerben und zu beleihen. § 2. Die Reichsbant ist berechtigt und verpflichtet, die gesamten Geschäfte der deutschen Golddiskontbank für deren Rechnung zu führen. Der Präsident und die Mitglieder des Reichsbankdirektoriums werden ermächtigt, in den Vorstand und die übrigen Berwaltungs- oder Aufsichtsorgane der deutschen Golddiskontbant einzutreten; der§ 16 des Reichsbeamtengefeßes findet feine Anwendung. In der Begründung wird betont, daß die Golddiskontbank eine reine Privatbant ist. Die Noten sollen auf Pfund Sterling fauten, weli sie nicht bestimmt find, ein inländisches Umlaufsmittel zu bilden, sondern hauptsächlich deutsche Zahlungen nach dem Aus Lande zu erleichtern. Dazu waren Marknoten nicht geeignet, da sonst die Gefahr besteht, daß die einlösbaren und die nicht ein. lösbaren Marknoten verschieben hoch im Kurse bewertet werden, was der Währung nachteilig wäre. Stark passive Handelsbilanz im Januar. Die Handelsstatistik für den Monat Januar 1924 weist infolge der unveränderten Berwaltungsverhältnisse an Rhein und Ruhr dieselben Fehlerquellen auf wie in den Bormonaten. Seit Beendigung Des paffiven Widerstandes ist sogar der der deutschen Kontrolle und damit der Statistik entzogene Teil des Außenhandels so groß gerorden, daß wieder von einem Loch im West en" gesprochen werden muß. Die nachstehenden Ziffern über den Wert der Ein-| mehr oder minder große Berringerung der Ausfuhr festzustellen ist. und Ausfuhr können daher nur mit Vorbehalt mitgeteilt werden. Gruppen des Einfuhr Ausfuhr Int. Verzeichnisies Januar Dezemb 1924 1923 in 1000 Ởplumare Monats burchfd. 1923 Januar Dezemb 1924 1928 Monatsdurchch. 1928 5 964 3 235 2712 202 500 1. Lebende Tiere. 2. Lebensmittel und Getränke. 3a. Robstoffe 3b. Halbfert. Waren 4. Fertige Waren. 5. Gold und Gilber · 260 175 289 189 641 100 810 11 643 10 741 10 947 287 170 230 938 258 907 23 357 37 652 30 625 54 288 44 844 67 168 27 218 84 571 30 228 92 511 71 002 76 699367 454 476 884 488 811 2 695 8 207 987 1 152 1267 1 230 Bufammen 566 162 492 367 506 788481 021 561 115 506 596 Diese Zahlen tönnen angesichts threr Lückenhaftigkeit so wenig, wie in den Bormonaten, zur Aufstellung einer einwandfreien Bilanz zwischen Ein- und Ausfuhr benutzt werden. Auch ist der Beobach tungszeitraum eines Monats infolge der schon in normalen Zeiten vorhandenen erheblichen Schwankungen von Monat zu Monat zu turz, das Monatsergebnis von wirtschaftlichen und statistisch- techrifchen Zufälligkeiten und Besonderheiten zu fehr abhängig, als daß es hinreichenden Aufschluß über die wirtschaftliche Lage in der Berichtszeit geben fönnte. Trotz dieser Vorbehalte ist den Veränderun. gen im Außenhandel als einem der Merkmale, die die Beobachtung fer wirtschaftlichen Entwicklung gestatten, vollste Aufmerksamkeit zu fchenken. Die nachstehenden Gewichtszahlen geben, weil hierbei auf den Wert der Ware teine Rücksicht genommen werden kann, die tatsächlichen Verhältnisse weniger deutlich wieder. Es betrug die Gruppen des Int. Verzeichnisses 1. Lebende Tiere. 2. Lebensmittel und Getränke. Einfuhr Ausfuhr 1 1924 1923 in 1000 Doppelzentnern Monats Januar Dezemb Januar Dezemb. durchsch 1924 1923 1923 Monats durchfd. 1923 57 41 23 1 4697 4219 8 089 450 18 018 2 703 1060 21 176 30 646 2 607 780 4401 2016 1047 38 732 1587 1 946 1320 2 872 3915 1 1 843 4046 2150 3 566 Ba. Robftoffe 3b. Halbfert. Waren. 4. Fertige Waren. 5. Gold und Silber. Zusammen 26 531 28 500 38 810 7516 11 043 10 606 Der Umschwung gegenüber dem Bormonat ist hauptsächlich auf ben Gebieten der hochwertigen waren, vornehmlich der Industrieprodukte, eingetreten. Mehr als drei Biertel des Rüdgangs der Ausfuhr liegt bei der Gruppe der Fertigwaren. Es gibt kaum einen Zweig der Fertigmaren- Industrie, in dem nicht eine Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je 16,00-17,251 Röstgetreide, lose.... 16.00-18,00 Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose... Hafergrütze, lose Haferfiocken, lose Roggenmehi 0/1 Welzengrieẞ Hartgrieß 7%, Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseer bsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Perl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffe mehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnude.n, lose. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. .. Zentner frei Haus Berlin. 16,00-17,00 Kakao. fettarm 15,25-16,00 Kakao, leicht entölt 100,00-125,00 13,00-15,00 46,00-48,00 40, 45,00 49,00 15,75-16,25 Tee, Souchon, gepackt 342,00-400,00 12,50 13,75 Tee, indischer, gepackt. 425,00-435,00 18,00-18,80 Inlandszucker basis mel. 40, 42,00 22,00-25,50 Inlandszucker Raffinade 42,50-44.00 14.50-16,00 Zucker Würfel 17.00-21.00 Kunsthonig 19,09-22,75 Zuckersirup hell in Eim. 14,00-17,00 Speisesirup dunk. in Eim. 20,60-24,00 Marmelade Eintr. Erdb. 30-32,50 Marmelade Vierfrucht 26,00-35,00 Pflaumenmus in Eimern 36,50-42,08 Steinsalz, lose.. 43, 0-49,50 Sledesalz. lose • 33,00-35,00 108,00-130,00 40,00-55,00 46,00- 50,00 3,414,00 4,20-4,80 16,0 18,00 Bratenschnalz in Tierces 68,00 40,00-45,00 Bratenschmaiz in Kübeln 70,00 37,00-38,56 Purelard in Tierces.. 67,00 . 21,60-25,00 Purelard in Kisten ... 68,00-69,00 15,25-17,58 Speisetalg in Packung 48,00-52,00 17,00-19,50 Speisetale in Küoeln 47,00-49,00 27,00- 31,00 Margarine, Handelsm. I 56,10 31,00-36,00 desgl. il.. 48,00-52,00 105,00-115,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 Getr Pilaumen 90/100 43,00-48,00 desgl. 11. 60,00-65,00 Rosinen in Kisten, Candia 75,00 80,00 Molkereibutier in Pack. 216,00 Pflaumen, entsteint 52,00-55,00 Molkereibutter i. Fässern 212,00 Sultaninen Caraburnu.. 85,00 90,00 Landbutter in Fässern 180,00 Korinthen, choice.. 75,00- 80,00| Landbutter in Packungen 185,00 Mandeln, süße Bari 145,00-160,0% Auslandbutter 208,00-216,00 Mandeln, bittere Bari 130,00-190 00 Corned beef 12 6 lbs p. K. 35.00- 36.00 Zimt( Cassia) 110,00-120,09 Speck, gesalzen, fett.. Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-166,00 Quarkkäse Kümmel, holländischer. 155,00-165,00 Quadratkäse....... .. • Bu gleicher Zeit ist die Einfuhr von Fertigwaren ge= fi eg en. Fast ein Drittel der Steigerungen fällt auf die Gruppe dieser Waren, fast die Hälfte auf die Gruppe der Lebensmittel und Getränke. Bei diesen leßteren beruht die Steigerung in erster Linie ouf einer bedeutenden, im Januar zur Ausschreibung gelangten Sendung Reis im Veredelungsverkehr und daneben auf verstärkter Einfuhr hochwertiger Lebensmittel, insbesondere an Südfrüchten, Gemüse, Mehl, Molkereiprodukten und Katao. Die Steigerung in der Einfuhr von Rohstoffen ist demgegenüber gering. Die Außenhandelsziffern für den Monat Januar, wie sie vorstehend an Hand der amtlichen Mitteilungen dargestellt sind, find nach der verschiedensten Richtung außerordentlich lehrreich. Einmal hat sich die Konkurrenzunfähigkeit der Industrie mit einer Eindringlichkeit gezeigt, wie sie selbst Pessimisten nicht voraussehen fonnten. Der schroffe Rückgang der Ausfuhr von Fertigwaren auch jetzt noch auf dem inländischen Markt lastet. war die notwendige Folge der Preisübersteigerung, die Daß gleichzeitig in demselben Augenblick, wo_dem ganzen Bolke durch die Wirtschaftskrise und die Krise der Staatsfinanzen das Einkommen gefürzt wurde, von der Privatwirtschaft große Devisenmengen zur Beschaffung von Südfrüchten. ausländischen Wintergemüsen und Rafao ausgegeben werden konnten, beleuchtet die wirtschaftspolitische Lage ungewöhnlich drastisch. Im Januar wurden Devisen für Nahrungsmittel, die zwar als ganz erwünscht, aber nicht als lebensnotwendig bezeichnet werden müssen, geradezu vergeudet. Im Februar hingegen ist der Devisenmarft bereits des organisiert. Auf eine riesige Nachfrage nach fremden Zahlungsmitteln fönnen nur winzige Prozentsäke an Devisen zugeteilt werden. Man hat auf, wirtschaftspoliti schem Gebiet versäumt, die Voraussetzungen für eine Stabilisierung der Währung zu schaffen; man hat das Loch im Westen, durch das große Devisenmengen abftrömen, fünftlich vergrößert durch die Lockerung der Einfuhr gerade für solche Waren, die entbehrlich waren, wenn man an ihrer Stelle genügend hochwertige Nahrungsmittel zu billigen Preisen zur Verfügung stellt. Ein ruffisches Dementi. Strassin dementiert jetzt die Meldungen über den ans geblichen Beschluß der Cowjetregierung, vorläufig den russischen Betreibeegport einzustellen. Er führt die im Auslande erfchienenen und das Gegenteil befagenden Mitteilungen auf ein Börsenmanöber zurück, das den Zweck haben soll, die Preise des überfeeischen Getreides auf den europäischen Märkten zu steigern. Im übrigen erklärt Kraffin, daß sich der russische Getreideerport normal abwickelt, abgesehen von Teilstörungen infolge starter Bereisungen in den südlichen Häfen. TOP " Deutsche Postreklame G. m. b. H. Die Postreflame, die bisher von der Reichs- Postverwaltung in eigener Regie betrieben worden ift, wird vom 1. April ab von der neu gegründeten Deutschen jämtlich dem Reiche gehören, weitergeführt werden. Unter Auss Reichs Postretlame G. m. b. H.", deren Geschäftsanteile nuzung der Vorzüge der privatwirtschaftlichen Betriebsform wird auf diese Weise erstrebt, die Einnahmen aus der Postreklame zu bergrößern und sie nach wie vor ungeschmälert dem Reiche zuFließen au laffen. Nahu Locks Kennen Sie Nährflocks? Sie haben Gelegenheit sich von dem Wohlgeschmack der sofortigen Verwendbarkeit und der mühelosen Zubereitung durch eine Kostprobe an unserem Stand im Kaufhaus Werthelm, Königstrasse, Kaufhaus Wertheim, Le pziger Strasse, Kaufhaus Ties, Frankfurter Aliee, Kaufnaus Tietz, Leipz ger Strasse Ununterbrochene Abgabe von Kostproben während des ganzen Tages ohne jeden Kanzwang. 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Rasmussen Aktiengesellschaft Generalvertretung für Berlin: Mitez, Berlin, Kommandantenstraße 63 die unfäglichen Schwierigkeiten der 3100 Rilometer langen Fahrt glatt zu überwinden und ohne ein irgendwie geartetes fremdes Hilfsmittel, tros Eis und Schnee, trop fchlechtefter Straßen und ungünstigster Witterungsverhältnisse das Ziel Köln zu erreichen. 23 Ron urrenten fubren allein in der Klaffe bis 150 ccm und von diesen 23 Ronkurrenten erhielten lediglich die 2 DKW- Fahrer die goldene Medaille und brachten fo den Beweis, daß die 3fchopaner Motorenwerte nicht nur quantitativ an der Spise aller Motorradfabriken der Welt stehen, sondern auch qualitativ weder bie in- noch ausländische Konkurrenz zu fürchten haben. Dieser Erfolg ist für die gesamte deutsche Wirtschaft von unübersehbarer Bedeutung, denn er erbringt ja den eindeutigen Beweis, daß mit dem DKW- Motorrad das gleiche zu erreichen ist, wie mit der schwefte Maschine bis über 750 ccm Subvolumen und daß mit dem DKW Motor zumindest mit der gleichen Zuverläfigteit das gesteckte Ziel zu erreichen ist, wie mit irgend einer teureren schwereren Maschine. Praktisch gesprochen heißt bas selbstverständlich aljo, da doch ein DKW- Motorrad unter dem Friedenspreis zu erfteben ist, daß nicht nur an Amortisationskosten, sondern auch an Betriebsstoff, Gummiverschleiß ufw au fparen ist und infolge des niedrigen Friedenspreises den weitgehendsten Interessenten die Möglichkeit geboten wird, ein zuverlässiges Voltsverkehrsmittel im wahrsten Sinne des Wortes billig zu erstehen. Erst vor wenigen Tagen haben die 3sbopaner Motorenwerfe die Fertigstelluna des 50 000ften DKW- Motores gefeiert und heute wird sozusagen diese Feier durch den denkbar größten Erfolg getrönt: durch den fabelhaften Sieg bei der größten Zerreißprobe, die man sich vorstellen kann. Alle sportfreudigen Kreife wissen auf Grund gerade dieses Erfolges, welche Maschinen fie fortan zu wählen haben. Handel, Gewerbe und Industrie fteht ein zuverläffiges und billiges Berlehrsmittel zu Gebote, für Sport und Beruf fann die Wahl jedes Kiugben enden nur fallen auf die beste Marke: DKW das fleine Wunder, läuft bergauf so gut wie runter! Sieger EIN WELTREKORD INTERNATIONALER BEDEUTUNG Hermann Tiefz Gardinen Le'pziger Str. Alexanderplatz Frankfurter Allee 375 475 Mesched Halbstores Etamine, mit Einsätzen Künstlergarnituren Steilig 690 1200 Madrasgarnituren modern 9751475 Bettdecken 2bettig....... gemust 975 14.75 hochwertige Kopie des echten Persers Axminster äusserst haltbarer Strapazierteppich.. 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Ich hatte das Bedürfnis, Ludendorff cm Lage vorher hierüber zu orientieren und besuchte ihn am Nachmittag des 21. Ich legte ihm dar, daß die Inpflichtnahme der Truppen feinerlei Geparation bebeute und daß ich nicht wünsche, daß bet der zu erwartenden Hetze gegen Bayern und die bayerische Reichswehr er ein falsches Bild haben möge. Aus diesem Grunde habe ich ihn cufgeklärt und gebeten, in den ihm nahestehenden Kreifen in Nord und Süd aufklärend zu wirken. Ludendorfi sagte, daß er dieses Bor. gehen tatsächlich nicht als eine weißblane Sonderaffion, sondern als eine unter fchwarzweißrot erfolgte Tat Betrachte und in diesem Sinn wirken würde. Er legte mir auch nahe, vor allem Hitler in bezug auf die Propaganda, die feit der Schaffung des Generalstaatsfommissariats überhaupt unterbunden war, wieder freie Hand zu geben. So lauten meine Notizen über diese Besprechung mit Ludendorff. Ich muß es zu meinem Bedauern als irrig bezeichnen, wenn Ludendorff hier ausgeführt hat, Kahr und Loffow wollten nunmehr die innerdeutschen Berhältnisse entschieden beeinflussen, oder der bayerische Staat wollie mit feinen macht. mitteln die Lösung der innerdeuifchen Berhältnisse in die Hand nehmen. Ich betone, Kahr und Lossom wollten das Direttorium. Bir waren eingestellt auf Drud, um dieses Direktorium herbei zuführen.( Mit echobener Stimme, jedes Wort scharf pointierend.) Entscheidend die Dinge zu beeinfluffen, das haben wir immer als über unsere Kraft gehend betrachtet. Wir haben unsere eigenen Kräfte und die aus der nationalen Bewegung zu schöpfenden Kräfte niemals so hoch eingeschäßt, daß wir hier und ohne weiteres im Reich uns hätten durchsetzen tönnen. Blieb der Norden in feiner Lethargie, die damals leider zu konstatieren war, so war nichts zu machen, allein fonnten wir nichts erreichen. Am 23. Oktober war ich wieder bei Ludendorff, schilderte ihm tie Lage und die Inpflichtnahme der Truppen und betonte noch mals, daß es sich um teine Separationen handele. Ludendorff drängte wieberum, Hitler die Propaganda freizugeben. Am 24. Oftober war die Besprechung im Behrfreistcmmando mit den Bertretern der oaterländischen Verbände, über die ich noch sprechen werde, Am 85. Oftober fand bei Kahr eine Unterredung mit Minoug flatt, die sich lediglich in der Richtung auf das Direttorium und mit nichts anderem beschäftigte. Anschließend wurde auch in Ge genwart von Minour und Ludendorff darüber geprochen, auch damals verfolgte Minour den Plan des Direttoriums, ben er Ludendorff noch in allen Einzelheiten darlegen wollte. Darüber wird Minous selbst am besten aussagen können. Cubenborfis Einstellung war damals fchroff ablehnend. Bieles an dem Direktorium war ihm nicht recht. Ich bin damals unter dem Einbruck dieser Unterredung am nächsten Tage zu Erz. Jahn gefahren and habe mit ihm darüber gesprochen. Mein Eindrud war der: Cudendouff hielt vom 20. Oftober bis zum 8. november die Lösung der deutschen Frage im Sinne der„ Palentlösung" für möglich, wurde aber von Hitler und seinem Anhang unabläffig zur Ation, zur Cojung mit Gewalt, über die man zu verfügen glaubte, gebrängt. Seine Haltung war mir jedenfalls nicht flar. Er erflärte mir, er bränge in Berlin im Sinne der Patentlösung", man dürfe allerbings feine Zeit verlieren, die Not fel groß, der Kampfbund" hungere und fel nur schwer zurüdzuhalten. In den Besprechungen, bie Kahr und ich mit Ludendorff noch am 8. November hatten, glaubte ich, daß er immer noch auf die Patentlösung" eingestellt war. Allerdings ging es uns Dreien genau fo wie Ludendorff. Wir maren nachher fo tlug wie zuvor. Ludendorff erwartete die Enthüllung eines Geheimnisses und mir hatten fein Geheimnis, fonnten baher auch nichts enthüllen. Für den 30. Oftober hatte Hitler vier große Bersammlungen angemeldet. Die Genehmigung hierüber wurde ursprünglich erteilt, fei aber wieder zurüdgezogen und nur eine große Bersammlung im Zirtus Krone gestattet. Hitler war barüber fehr erregt und behauptete, das Generalstaatsfommissariat treibe fein ehrliches Spiel mit ihm. Es fam zu Auseinandersetzungen zwischen ihm und Geißer und Hitler fam dann noch zu mir. Ich bat ihn, überzeugt zu sein, daß es sich nicht um üblen Willen, sondern um ein Mißverständnis bandele. Er hat dann zwei Stunden lang eine feiner mir fchon befannten Reben gehalten und zum Schluß serfichert, daß seine " Kampfanjage gegen Seißer als nicht erfolgt zu betrachten fei. Am 31. Oftober ging ich wieder zu Ludendorff, um ihn über diese Ereignisse aufzuklären. Ich betonte Damals, daß Ludendorff feinen Ramen zu verlieren habe, der nicht nur ihm, fondern auch Deutschland gehöre, einen Namen, der nicht tompromittiert werden dürfe. Die älteren Beute müßten gegen. über dem Draufhänger Hitler den Verstand bewahren. Wieder war oon der Batentlösung" die Rede, Ludendorff wollte einen Beauf tragten nach Berlin fenden, um dort zur Idee zu drängen und Feuer in der Bude zu machen. Zum Schluß gab Ludendorff mir eine Erklärung ab, die ich mir sofort notierte: Wir wollen loyal gegeneinander fein und im gegen. feitigen Einvernehmen arbeiten. Sollte ich es mit meinem Gewiffen nicht mehr verantworten tönnen, mit Ihnen den gleichen Weg zu gehen, dann werde ich lonal das Berhältnis fündigen, erst dann soll jeder wieder seine volle Fretheit zum Handeln haben." Dabei war auch die Rede von der Angora Regierung, weil ich auf einen Artikel im Heimatland" Bezug nehm. Bu jenem Artikel über die Angora- Regierung in Bayern habe ich eine RieberSchrift aufgefeßt, bestimmt für den Breffebezernenten beim General tactstomm.ffcriat, weil ich in der Presse den Unsinn, der im Heimat. land" verzapft war, widerlegen wollte. Ich habe in diesem Artikel flar gemacht, das der Bergleich der Angora Regierung absolut binte, daß es in Banern niemals fo geht.( Mit lauter Stimme.) Wenn man meinen Artikel von Anfang bis Ende lieft, dann muß man herauslesen, daß ich die Angora- Regierung in Bayern restlos ablehne, Ich habe dann nicht nur gegenüber Hitler und Ludendorff, fondern auch gegenüber den Baterländischen Berbänden betont, baß der Name Ludendorffs innen- und außenpolitisch für eine Diffatur nicht Iragbar fei, daß aber Ludendorff dem Direktorium wohlwollend genenüberstehen müsse. Auch Hitler fei für die Diftatur nicht be. fähigt. Seine Fähigkeiten lägen auf dem Prepagandagebiet und man tönne ihn für die Diftatur als Trommler ausnuten. Diese meine Auffaffung ftimmte mit allen Nachrichten überein, die ich aus bem ganzen Reiche erhielt. Hitler war schon im Frühjahr, dann aber auch im Herbst zu mir und zu Seißer gelommen und hatte erklärt, er fonne gegen Reichswehr und Landespolizei nichts machen. Er werde teinen Butfch machen, er werde nichts tun, ohne uns vorher in Renntnis zu fehen. Dabei war Hitler noch empört über Schweyer, weil biefer, bem er schon einmal fein Ehrenwort gegeben halte, es noch einmal von ihm verlangte. Hitler ertlärte noch:„ Ein hitler hat nur ein Ehrenmort. Wer es nochmal von thm verlangt, ber egiftiert für ihn nicht mehr." Trogdem wurde bie Aus dieser Befürchtung heraus berlef Kahr die Führer der Berbände am 6. November zu sich. Der Zwed der Besprechung war der, daß fich Kahr, Coffor und Seißer unzweideutig gegen GHO Lage von Tag zu Tag fritischer. Die volfischen Zeitungen predigten| moralische Bedenten die Folgen des verzweifelten Streiches Hitlers die Aktion, die Ausstellung des polizeilichen Grenzschutes an der abzuhalten. Mein Entschluß war daher gefaßt. Ich war gemiß, bayerisch- thüringischen Grenze steigerte die Erregung unter den daß meine Genoffen, mit denen ich seit Monaten eng zusammen Laterländischen Verbänden, die Eifersucht unter ihnen nahm zu, Baterländischen Verbänden, die Eifersucht unter ihnen nahm zu, arbeitete, genau so bachten wie ich. Aurze Blide ich flüsterte vor jeder Berband wollte der erste sein und fürchtete, der andere fönne der ersten Rede Hillers noch Seißer schnell die Worte zu: Komödie ihm zuvorkommen. fplelen" brachten eine Verständigung zwischen uns und unserer Cinie zustande. Was wir im Bürgerbräu noch tun mußten, war ein lästiges Uebel für uns. Auch Ludendorffs Eintreffen hat daran nichts geändert. Mein Eindrud war, daß Ludendorff, schon als er in den Bürgerbräufeller tam, über Hitlers Pläne ganz genau im Bilde war. Jch deute ausdrücklich darauf hin, festzustellen, daß erstens alle Behauptungen unwahr sind, daß Erzellenz v. Kahr durch Beeinflussung von anderer Seite hinterher umgefallen ist und weitens, daß ich nach der Unterredung durch den Drud untergebener Offiziere meine Meinung geändert habe und umgefallen bin. Für uns gilt nur das Moffo:„ Erst das Vaterland, dann die Person", auch wenn es sich um die Person Ludendorffs handelt. einen Putsch oder ähnliches aussprechen wollten. Kahr hat das in sehr ernster Weise getan. Gein positives Ziel bewegte sich in der Richtung des Direktoriums, fein negatives war die frostige Absage gegen eigenmächtiges Borgehen und gegen die Butfchabsichten. Bas Kahr damals gesagt hat, ist später in Flugschrif en und hier im Prozeß in unglaublicher Weise verdreht worden. Bon dem, was ich sagte, haben sich die Offiziere au Attenzweden Rotizen gemacht. Ein Prototoll der Sizung vom 6. November existiert nicht. über diese Sigung in nichtöffentlicher Berhandlung zu sprechen. Erster Staatsanwalt Gfenglein unterbrechend: Ich bitte General v. Loffow fortfahrend: Die Ausführungen in jener Sigung wurden damals von der anderen Seite so aufgefaßt wie fie gemeint waren. Erst nachher hat man es sich anders überlegt. Am Abend diefes Tages entschloß man sich, diesen Putsch zu machen, weil man ertannt hatte, daß Kahr, Coffow und Seißer nicht mitmachten. Ich habe bei der zunehmenden Spannung die mir unterstellten Generale Streß. Ruith und Danner alle paar Tage eingehend informiert, auch die Standortältesten nach München berufen, um sie über die politische Lage und meine Haftung zu informieren. Die Einheitlich feit der Haltung der 7. Division ist ein Bemeis dafür, wie die Orientierung erfolgte. Bei feiner der Befprechungen Bei feiner der Besprechungen ist das Wort marsch nach Berlin" gefallen, auch Scifers Reise nach Berlin war nur informatorisch. Es ist fein Wort davon wahr, daß diese Reise eine entscheidende Aenderung in unserer Hal tung herbeigeführt hat. Unsere Einstellung war die gleiche. 2m 5. und 6. November war Admiral Scheer hier und befuchte mich. Dier Alte.. Die Borgänge im Nebenzimmer des Bürgerbräubellers( piellex fich in vier Atten ab. 1. Att: Anwesende sind Rahr, Lossow, Seißer und Hitler sowie drei bis vier Bewaffnete mit der Pistole. Hitler tobt herum undschreit:„ Niemand verläßt ohne meinen Willen das Zimmer!" Hitler war schweißbebedt und bot das Bild eines Mannes in höchster Etstafe. Er benahm sich wie in einer Boltsversammlung und verteilte die Rollen. Mit der Pistole fuchtelnd, rief er:„ Man muß den Herren den Abfprung erleichtern. Jeder hat felnen Plah einzunehmen. Sie werden mit mir fämpfen oder flerben. Vier Schuß habe ich in der Piffole. Drei Schüffe für meine Mitarbeiter, einen Schuß für mich." Rahr erklärte ihm. Sterben oder nicht sterben ist bedeutungslos, Herr Hitler." Vor dem Fenster standen mehrere Posten, die das Gewehr gegen mich in Anschlag brachten. Hitler sah es und winkte ab. Dr. Weber bestreitet, dieje Tatsache, ohne daß er im Simmer gewesen ist. Auch andere Dinge, die er hier behauptet hat, fann er gar nicht gehört haben, weil er nicht im Zimmer war. Auch Dr. Webers Behauptung, ich hätte ge fragt, ob es im Norden losgegangen fei, ist absolut unwahr und erlogen. Dieser erste Att stand im Zeichen der Pistole unb bes brutalen 3wanges. Das, was hitler hier im Gerichtsjaal darüber gesagt hat, ist nachträglich tonftruiert und beNun der zweite Utt Ich betrachtete ihn nicht als Abgesandten von Strefe. mann. Er ist ein Mann, in dem die Liebe zum Baterland genau fo groß ift, wie bei dem besten Batrioten, der sich hier im Saal bewußt erlogen. findet. Es ist nicht wahr, daß Scheer von Kahr, Geißer und mir nicht richtig bebient worden ist. Wir waren restlos offen und tonnten es auch, weil Scheer auch auf dem Boden des Diretto: riums stand. Auch bei der Besprechung am 7. November bei Ludendorff war feine Rede von einem Marsch auf Berlin, sondern nur vom Drud auf Berlin. Es ist dann hier über meine ane geblichen Beziehungen zu Dr. v. Scheubner Richter gesprochen worden. Ich kannte ihn von meiner Tätigkeit als Militärbevoll mächtigter in Konstantinopel. Als er im Februar 1923 mir ver. fchiedenes zusenden und mich aufsuchen woll'e, habe ich mir beides verbeten. Das waren meine Beziehungen" zu ihm. Nichts von dem, was angeblich durch ihn von mir gekommen fein soll, ist von mir gekommen. " M Es ist hier ferner gejagt worden, Kahr, Coffom und' Selfjer hätten für den 12. November oder für die Zeit vom 12-15. ein Unternehmen vorgehabt. Es sollte die Diffafur Kahr- Coffom als Konkurrenzunternehmen gegenüber der Diffatur HitlerLudendorff geplant geweien fein. Kein Wort ist an dieser Darftellung wahr, soweit Kahr, Coffow und Selßer in Betracht tommen. Die Vorgänge im Bürgerbräu. Dr. Nach Hitler erschien Dr. Weber; die Piftofenträger verschwanden bis auf einen Mann. Die Tonart des zweiten Attes war im Gegensatz zum ersten ganz auf Moll gestimmt. Weber versuchte in füßlicher und unsympathischer Weise Hitlers Be ftrebungen, uns umzustimmen, fortzusehen. Auch jest tonnten Jch fonnte nur dem wir uns noch nicht verständigen. Kumbier wird ja Major Kumbler zuflüstern: Komödie spielen. darüber vernommen werden. Dr. Weber hatte das wohl bemerit Scine Aufgabe war es, uns und schob sich sofort zwischen uns. laufend zu überwachen. Unsere Haltung war noch immer ablehnend. Auch die Art, wie das Zigarettenanbieten hier ausgeschlachtet wird, ist bezeichnend für die Angeklagten. Dann der dritte Aft: Hitler tommt aus dem Gaal zurüd und berichtet über den Jubel dort. Er war etwas ruhiger geworden. Der dritte Aft dauerte nur wenige Minuten. Inzwischen ließ sich Hitler von dem Bewaffneten feine abgeschoffene Pistole wieder laden. Bierter Aft. Bubendorff tommt hinzu. Aus dem Borraum hörten wir Rommandorufe, Bräsentieren des Gewehrs und Heilrufe. Luben Die Bernehmung Loffows wurde an diefem Bunft aunächst dorff fommt zu uns herein und ohne uns zu fragen, was denn unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sigung äußerte fich eigentlich geschehen, Jagt er zu uns:„ Meine Herren, ich bin Soffom über die Borgänge im Bürgerbräufeller. Grebenjo überrascht wie Sie. Aber es handelt sich bezeichnete es zunächst als unrichtig, daß er, wie Ludendorff um das Baterland, gehen Sie mit uns. Ludendorffs behauptet, schon am Morgen des 7. November bei seinem Befuch Darstellung über die Vorgänge hier im Saal ift abfolut unrichtig. bei Ludendorff mit ihm über diese Bersammlung gesprochen habe. Es ist falsch, daß ich zu Ludendorff gesagt haben soll: Auch ich bin Lubendorff selbst habe ihn erst im Laufe des Tages auf der Ansicht, daß das Unternehmen nun weiterzuführen fei. Es fann mir niemand verübeln, daß meine außerordentlich gereizte die Bersammlung aufmerffam gemacht, zu der er dann am Er habe sich mit Kahr Stimmung sich ebenso gegen Ludendorff wie gegen Hitler richtete, 8. früh eingeladen worden sei. perabredet, mit diesem aleichzeitig den Saal zu be. Bu einer Aussprache mit Ludendorff lam es jedoch nicht. Ich gas nun in der Linie meines längst gefaßten Entschluffes die furze 3utreten. Obwohl es der Jahrestag der Revolution war, ist mir nicht der Gedanke gekommen, daß irgend etwas paffieren tönnte. Er fage: Gut. Ein lafatenhafter Ausdrud Der Wunsch Ew. Erzelleng habe sich feine Schußwaffe eingesteckt. ist mir Befehl ist von mir nicht gefallen. Das liegt mir auch nicht. Seißer äußerte sich dann ebenfalls, aber anders, als man es hier bargestellt. Rahrs Zögern war mir völlig flar. Er stand auf unserem Boden und suchte nach einer nichtssagenden Formel. So erklärte er schließlich: Ich bin bereit, das Amt als Statthalter der Monarchie zu übernehmen." Meine Ertlä rung im Saal hinterher gab ich nicht auf eigenen Bunsch, sondern Hitler brängte sich in den Bordergrund, gebot Stiljhweigen und so mußte ich wohl oder übel irgend etwas sagen. Ich sprach dann auch ein paar nichtsfagende Worte. Diese ganze peinliche Szene der scheinbaren Uebereinstimmung im Saal war im Sinne des Täuschungsmanövers nicht zu umgehen. Daß ich etwa Tränen in den Augen gehabt habe, ist vollständig unwahr. Ich war nur von Erschütterung und Empörung erfüllt." General v. Lossow schildert dann den Eindruck, den er beim Betreten des Saales bekam und schildert dann, wie Hitler in den Saal einbrang und mit vorgehaltenem Revolver Rahr gegen übertrat, wie er dann die nationale Revolution ausrief. Für mich steht fest, daß damit von Hitler eine neue Reichsregierung ausgerufen werden sollte. Hitler erfuchte uns dann in sehr bar fchem Befehlston, ihm zu folgen. Leute, die in unserer Nähe standen, hielten uns Bistolen por urd nekten auf, daß wir nicht eine Waffe vorziehen könnten. Vor dem Zimmer, in das wir geführt worden, ftanben aufgeregte Leute bis an die Zähne bewaffnet. Mir drängte sich eine Fülle von Gebanten und Gefühlen auf. Das stärkste Gefühl war das der Berachtung gegenüber dem strupel lofen treulofen Berhalten Hitlers, der alle Abmachungen gebrodjen hatte. Daneben hatte ich auch das Gefühl der Trauer, denn ich bachte baran, was aus der Bewegung werden sollte, die ursprünglich einen Druck auf Berlin ausüben follte und verpuffen mußte. In Banern mürde ein all emeines Durcheinander entstehen, denn es war flar, daß die Mehrheit der Bevölkerung eine Dit. tatur Sitters ablehnte. 3m Reiche mukte die Erefufion gegn Barern fommen und das Ausland würde sicherlich einen Drud gegen das Reich ausüben. Die Auffaffuna, die hier im Gerichts'aal cäußert worden ist, daß nämlich die Diktatur Hitler- Ludendorff im Norden mit offenen Armen empfangen werden würde, und daß die Entente zusehen würde, findet auferhalb des Gerichtssaales wohl feinen Anhang. Wes war nun zu tun? Bu langer Ueberlegung hatte ich feine Zeit. Sitter fonnte man im Saal nicht entgegentreten. wer die verzerrien Gefichter Hitlers und seiner Lente fah, wer ihre Efffafe beobachtete. der wuhe, daß der geringste Zufall ein Blutbad anrichten fönnte. Auch im Nebenzimmer fonnte man Hitler nicht entenentreten. Hit'er fonnte nicht mehr zurüd, nachdem die Würfel gefallen waren. Er brauchte die Namen Kahr, Leffow und Seißer, an den Personen war ihm weniger gelegen. Man hatte mit unseren Nomen schon vorher Mißbrauch getrieben und Befehle ausgegeben. Man mußte unfere Namen nun weiter mißbrauchen und man hätte das getan, auch wenn mir abgelehnt hätten. Dann mären wir irgendwie einfach verschwunden und man hätte unser Verschwinden der Deffentlichkeit eine ganze Weile mit Leichtigkeit unterfchlagen. In dieser Zeit einer Hitler Herrschaft wären die Folgen des Unternehmens noch schwerer geworden. Es gab für uns nur einen Entschluß: Hitler und seinen Anhang 3u fäuschen, wie er uns gefäuscht hatte. 10 Der Brand mußte so schnell als möglich gelöscht werden. Als Mit träger ber Staatsgewalt war es meine Pflicht ohne Rücksicht auf Nachdem fich Lossom turz über die legten Minuten im Saal geäußert hatte, trat eine Pause ein. Exzellenz, das war doch alles Bluff!" In der Nachmittagssigung fuhr General v. Losforo in ber Schil derung der Borgänge in der Nacht vom 8. zum 9. November fort. Er befundete, daß er um 10 Uhr 30 min. im Auto das Bürgerbräu verlassen und fich auf dem türzesten Wege zur Stadttommandantur begeben habe. In diesem Zusammenhang be zeichnet General v. Loffom die Aussage der Infanterieschüler, daß er die Marschkolonne der Infanterieschule im Borbeifahren im Tal und am Marienplay in freudigster Stimmung begrüßt habe, als unrichtig. Um 10 Uhr 45 min. trat' ch, gefolgt von Oberst v. Geißer, in der Stabifommandantur ein. 3m Hausflur tamen uns die Generale Kreß und Ruith, beide in Zivil, entgegen. Ich orientierte fic furz, worauf fie mir meldeten, daß ihre Truppen bereits gegen den Putsch alarmiert feien. In Geschäftszimmer traf ich dann General v. Danner und die übrigen Offiziere, sämtlich in Zivil. Danner empfing mich mit der charakteristischen Bemerkung:„ Erzellenz, das war doch alles Bluff!" Es wurde mir dann die Maßnahme des Stadtfommandos gemeldet, die ganz in diesem Sinne erfolgt war. Ich fchilderte bie Borgänge im Bürgerbräu und wies auf den dort be gangenen Treubruch und Berrat hin. Ich betonte dabei, daß meine dort abgegebene Erklärung nur zum Schein und unter dem 3wang der Gewalt abgegeben worden wäre. Ich möchte nochmals darauf hinweisen, daß alle meine Herren in Bivil waren, ein Beweis dafür, daß niemand das, was im Bürgerbräufeller passiert war, für möglich gehalten hätte. Niemand war darauf vorbereitet Da die Stadttommandantur mitten in der Stadt liegt und nur eine drei Mann starte Wache hat, beschlossen wir, uns zur Rajerne I 19 zu begeben. Kurz nach unserer Abfahrt erschien bann Hauptmann Röhm mit einigen Leuten von der Reichstriegs 723 flagge vor der Kommandantur, wo ihm aber ber Einfaß verweigert| 8. nachmittags benachrichtigen fönnen:„ Sle, gehen Sie nicht zum wurde. Vor der Kaserne stand ein großer Trupp von Nationalsozialisten, die zum Teil bewaffnet waren, ihnen gegenüber eine Rompagnie des Regiments 19. Um 11 Uhr trafen wir in der Kaserne ein. Der Stellvertretende Bataillonsfommandeur meldete mir, daß die National. sozialisten zurüdgewiesen worden seien und daß er ein Lastauto mit Waffen zurückbehalten habe. Wir begaben uns dann zum Zimmer des Regimentsstabes, wo ich einen Offizier beauftragte, sich über die Borgänge im Bionierbataillon 7 zu erfundigen. Bom Pionierbataillon tam die Meldung, daß dort einige hundert Oberländer mit Waffen erschienen seien, daß ihnen gegenüber eine Pionierkompagnie unter Führung des Bataillonstommandeurs stehe, die zuverlässig sei. Ich gab an das Pionierbataillon den Befehl, die Oberländer zu entwaffnen und General v. Aechter, der sich dort befand, in Schuhhaft zu nehmen. Beides ist dann unmittelbar darauf erfolgt. Die Generale Krep und Raith erhielten den Auftrag, im Auto sich zu den nächsten Standorien ihrer Truppen zu begeben und die Formationen zu orientieren, fowie für einen beschleunigten Abtransport der Truppen nach München zu forgen. Ihre Abfahrt wurde aber so lange zurüdgestellt, bis Kahr und Seißer eingetroffen waren, über deren Berbleib rech Ungewißheit herrschte. Um 1 Uhr nachts trafen dann beide in der Kaserne ein. Seißer teilte mit, daß die Landespolizei feft in feiner hand set und daß Berstärkungen heranziehen. Da es notwendig fei, bie Behörden in Bayern und im Reich über die flare Stellungnahme der Herren Kahr, Lossow und Seißer hinfichtlich ihrer Stellung zum Hitler- Busch zu orientieren, wurde um 2,20 Uhr der befannte Funfspruch:„ Kahr, Coffow und Seißer lehnen Hitler- Putsch ab usw. gefaßt. Gleichzeitig wurde in der Polizei direktion ein Aufruf gedruckt. Die Zeitungen sollten am nächsten Morgen nicht erscheinen. Leider fam diese Maßnahme infelge verschiedener Hindernisse nicht mehr zur Durchführung. Wäh rend von allen Truppen Meldungen tamen, daß sie fest in der Hand ihrer Befehlshaber seien, schienen die Verhältnisse in der Jn. fanterieschule ungetlärt. Ludendorff um 6 Uhr vormittags orientiert. Bald nach Mitternacht meldeten zwei Stammoffiziere, daß die Infanterieschüler unter dem Kommando Roßbachs feldmarschmäßig abgerückt seien. Die Stammoffiziere feien in ihren Zimmern in eine Art von Schuhhaft gefeht. Beide Offiziere wurden von mir eingehend über die tatsächliche Lage orientiert und erhielten einen von mir unterschriebenen Befehl, den Kommandeur der Infanterieschule und die Stammoffiziere über die tatsächliche Lage zu unterrichten. Etwas später tam schließlich der Kommandeur der Infanterieschule, General v. Tieschowig, und nach ihm Oberst Leupold, der mir mitteilte, es sei ihm gelungen, einen Teil der Schüler zu unter richten und zurückzuhalten. Der größere Teil sei aber unter Führung Roßbachs von neuem abgerüdt. Leupold wurde von mir ebenfalls über die Lage und über die Stellungnahme Kahrs, Lossows und Seißers orientiert, worauf er sich zur Infan beriefhule zurückbegab. Um 6 Uhr früh erschien er wieder und meldete mir, daß er eine Rüdsprache mit Ludendorff im Wehrkreismommando gehabt habe, den er über die Cage ins Bild gefehl hätte. Es ist richtig, daß Leupold nicht auf meinen Befehl zu Ludendorff gegangen ist, fondern auf meine Veranlassung, aber an der Tatjache, daß er Ludendorff richtig ins Bild gefeht hat, ändert das nichts. Ich erklärte Leupold: Ludendorff ist durch Sie völlig orientiert, ich könnte ihm nichts Neues mehr mitteilen." Später tam Major a. D. Girnebenfalls in Uniform der mir erklärte, er hätte sich Hitler zur Verfügung gestellt, um einen Kampf der Hitler- Leute und der Reichswehr zu verhindern. Da ich seinen Auftrag hatte und mir feine Haltung nicht flar war, verpflichtete ich ihn gegen Ehrenwort, in der Kaserne zu bleiben. Es ist hier das Wort gebraucht worden, ich hätte gesagt: Mit Rebellen wird nicht verhandelt. Daß ich ben Ausdrud Rebellen" gebraucht hätte, erschien mir sehr anwahrscheinlich, daß ich nicht verhandeln wollte, das war völlig tlar.( Mit erhobener Stimme:) Für mich als den Leiter der militärischen Macht Bayerns fam fein Verhandeln in Frage, sondern nur Kampf oder bedingungslose Unterwerfung.( Leises Murren im Zuhörerraum, das der Borsigende sofort rügt.) Inzwischen fam die Nachricht von der Besetzung des Wehrkreiskommandos sowie von der Tatsache, daß die dortige Bekleidungskammer des Divisions. ftabes ausgeräumt mar. Der damalige Offizier vom Dienst tann fofort die Fittion zerstören, daß die Besetzung des Wehrfreistommandos durch die Reichstriegsflagge nur zu dem Zweck erfolgt war, um eine Ehrenfompagnie für den neuen Herrn Reichswehrminister und den Herrn Reichspolizeiminister zu stellen. Es wurde bei uns der Gedante erwogen, noch in der Nacht durch Handstreich das Wehrkreisfommando zu befezen, ich habe aber darauf verzichtet, weil in der Dunkelheit leicht eine große Schießerei und unnötiges Blutvergießen erfolgen fonnte. Deshalb war als erste Gegenmaßnahme für den Morgen des 9. November die Wegnahme des Wehrkreiskommandos 27 in Aussicht genommen. Um 5 Uhr 30 Minuten wurde der zweite Funkspruch über die Lage in München herausgegeben. Es ist hier von einem Leutnant Roßmann gesprochen worden. Ich weiß, daß ein Leutnant in jener Nacht zu mir tam, der mir meldete, daß die Bache des Wehrkreiskommandos abgerückt sei. An die Persönlich. feit dieses Offiziers und en ein angebliches Schreiben Kriebels und Ludendorffs fann ich mich nicht erinnern. Um 7 Uhr 40 Minuten wurde der schriftliche Befehl zur Wegnahme des Wehr Preisfommandos gegeben, daß vor jeder Waffenanwendung eine Aufforderung zur Uebergabe erfolgen foffe. Um 11 Uhr 31 Minuten wurde mir gemeldet, daß im Behrfreistommando von der Reichstriegsflagge alle Borbereitungen zur Berteidigung des Gebäudes getroffen würden. Daraufhin er hielt Oberleutnant Hofmann aus Ingolstadt von mir die Genehmi qung fich zu Hauptmann Röhm zu begeben und ihn auf die Aussichtslosigkeit seines Unternehmens aufmerksam zu machen. In zwischen fam die Meldung, daß Hitler an der Spige einer langen Rolonne an der Ludwigsbrücke durchgebrochen lei und in Richtung auf den Marienplatz marschiere. Für uns war es nichts anderes als eine militärische Operation gegen die Flanke und den Rüden der Reichswehr, die gegen das Wehrfreistommando eingesetzt wurde. Um 1 Uhr 30 minuten erbat Röhm einen Aufschub, Damit er erst den Befehl Ludendorffs abwarten fönne. Das wurde abgelehnt, und um 2 Uhr fam die Meldung. daß Röhm mit feinen Leuten sich ergeben habe. Damit war die mili tärische Operation zu Ende. Lossow und Ludendorff. Eine Frage hat die Deffentlichkeit beschäftigt: Warum Luden Sorff in der Nacht vom 8. zum 9. November nicht offiziell Don unserer veränderten Stellungnahme benachrichtigt worden ist. An diesen Borgang ist eine überaus scharfe Kritif geknüpft worden. Daz das nicht geschehen ist, dafür waren militärische und nichtmilitärisch: Gründe maßgebend. Die militärischen Gründe waren die: Hitler hat am Abend des 8. November wiederholt erflärt: „ Der nächste Morgen findet uns als Sieger oder fot." Ich glaube ihm auch heute noch, daß das teine Phrase war, sondern daß Hitler zum Kämpfen entschlossen war. Der Kampfbund" hat ja immer betont, daß er fämpfen wolle, daher sein Name. Die Kräfte des Rampfbundes" in und um München waren zu jener Zeit den überaus schwochen Reichswehrkräften, die auf ihre Rafernen verteilt waren, wenigstens numerisch weitaus über. legen. Für mich, als den verantwortlichen Faftor, war es eine felbstverständliche militärische Notwendigkeit, daß. solange dieses un. gleiche Berhältnis bestand, fein Grund vorhanden war, uns Dorzeitig zu decouvrieren. Das ist beim Militär fo Ilfus. Die anderen Gründe waren mur persönlicher Art. Kahr, Seißer und ich waren in der Nacht zum 9. November von tieffter Empörung erfüllt, über den gegen uns begangenen Treubruch. Man hätte doch vielleicht kahr, Lofjom und Seißer am JJ Bürgerbräu, da passiert was Häßliches, bleiben Sie lieber weg." Das ist aber nicht der Fall. Aber darüber regt sich auch niemand auf. Immerhin hätte bei den gewissen freundschaftlichen Beziehungen zu Seißer und auch bei den sonstigen Berpflichtungen auch die Verpflichtung bestanden, uns eine offizielle Angabe zukommen zu lassen:" Da passiert etwas, cave canem."( Sehr ers regt): wir aber, die wir an jenem Abend verraten worden sind, von uns findet man das unerhört, daß wir denen, die den Verrat begangen haben, nicht hochoffiziell unsere Ansicht mitgeteilt haben. Das ist ein Widerspruch, den ich hier gern aufgeklärt haben möchte. Die Tatsache, daß Hitler und die anderen am Morgen des 9. November genau über unsere Haltung orientiert waren, läßt sich beweisen. Zwischen 6 und 7 Uhr früh hat Hitler an die Infanteries schüler eine sehr heftige Ansprache gehalten über die niederträchtige Haltung und den Berrat Lossows und hat sie dann auf Ludendorff oder auf Hitler vereidigt. Troßdem behauptet man hier, daß man um 12 Uhr mittags noch nicht gewußt habe, was Kahr, Lofsom und Seißer wollten. Dann behauptet man weiter: Was Leupold zu Ludendorff.ge. fagt habe, fei nicht maßgebend, benn Loffow sei augenscheinlich von seinen Offizieren vergewaltigt worden. Wie wäre es denn nun aber gewesen, wenn ich eine offizielle Mitteilung gesandt hätte? Dann hätte man mir doch auch nicht meinen freien Willen glauben tönnen und was hätte schließlich eine Benachrichtigung in derB Nacht genutzt. Der Staat und der Staatsgedanke.. Die zweite Frage, die die Deffentlichkeit beschäftigt, ist die, wer den Feuerbefehl an der Feldherrnhalle gegeben hat. Von einem Verteidiger ist hier gesagt worden, der Befehl sei in der Raserne I 19 gegeben, stamme also von Lossow.( Sehr scharf, sich unmittelbar an die Angeklagten wendend): Jah fann die Frage flären. Den Befehl hat der Staat gegeben. Der Staat hat befohlen, wer die Autorität des Staates zu Tode marschieren will, der wird manu militari zur Vernunft befehrt und wenn Blut dabei fließt. Das Blut, das am 9. November früh geflossen ist, haben die auf dem Gewissen, die gegen die Autorität des Staates marschiert sind, nicht die, die geschoffen haben. Ich habe zu Beginn des Prozesses eine Erklärung der Berteidigung gelesen, wonach die Angeklagten Leute sind, die stets das Vaterland in den Vordergrund stellten und das Baterland nicht schä. digen würden. Der Träger der Autorität des Staates in jenen Tagen, dem sein ganzes Leben Dienst am Staat und Pflichterfüllung war, sowie die Reichswehr und die Landespolizei, sind hier angegrif fen und herabgewürdigt worden. Der Staat und der Staatsgedante sind dabei geschädigt worden, und der Staat Banern wird lange Zeit brauchen, bis er sich von dem ihm hier zugefügten Schaden erholt hat.( Bewegung.) Damit tin ich am Schluß meiner Erklärungen, die ich in öffentlicher Sigung abgeben fann. Die Verteidiger erklären... Daraufhin beantragte der Erste Staatsanwalt Stenglein für den Rest der Bernehmung General Loffows den Ausschluß der Deffentlichte it. Namens der Berteidigung gab Rechtsanavlat 5o11, noch bevor das Gericht sich zur Beratung zurückzog, folgende Erklärung ab: Die Verteidiger haben an General v. Coffom eine ganze Reihe wichfiger Fragen zu richten. Sie gehen jedoch von dem Grundfatz aus, daß unter allen Umständen zuerst der Haupt- und Kronzeuge v. Kahr gehört werden muß und stellten deshalb alle Fragen an General v. Coffom bis nach der Bernehmurng v. Kahrs zurüd. Gleichzeitig beantragen wir, General v. Loffom nach seiner Bernehmung noch nicht zu entlaffen, damit auch später noch Franen an ihn gerichtet werden können. Die Verteidigung weiß, daß im freien Spiel von Frage und Antwort die Wahrheit in größerer Frische und Ursprünglichkeit festgestellt werden tann, als wenn ein Beuge feine Aussage aus seinem wohlvorbereiteten, zum Teil aus der amtlichen Denkschrift abgeschriebenen Schriftfah dem Gericht vorliest. Um aber durch die Angaben v. Coffoms fein faliches Bild in der Deffentlichkeit erscheinen zu lassen, bringen die Berteidiger gegenüber der Ableugnung v. Coffows von dem geplanten Marsch nach Berlin ihr äußerstes Befremden zum Ausdrud. Bereits in der Geheimfihung find dem Gericht Urkunden und Befehle übergeben, die auch dem General v. Coffom nicht gänzlich unbekannt fein dürften, und es liegen eidliche Zeugenaussagen vor, durch die bereits einwandfrei festgestellt werden fann, daß die Angaben v. Lossows in diesem Punkt der objektiven Wahrheit nicht enffprechen. Dann erhob sich Hitler und erklärte, daß auch er seine Fragen an Lossow bis zur Vernehmung Kahrs zurückstelle. Er halte jedoch schon jekt seine Dorstellung restlos aufrecht bis zum letzten Bunft. Die Darstellung Coffows sei seiner Ansicht nach unwahr und unrichtig. ( Bewegung.) Nach kurzer Beratung beschloß das Gericht, für den Rest der Bernehmung Lossows die Deffentlichkeit auszuschließen. Die Anwesenheit im Saal wurde nur den Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden gestattet. Die Bernehmung Loffows in der geheimen Sigung bezieht sich in erster Linie auf die Sigung vom 24. Oftober mit den Bertretern der Baterländischen Berbände und auf die be fannte Sikung am 6. November im Generalstaatsfommissariat. Die Beratung des Gerichts dauerte ungewöhnlich lange. As dann jedoch nach über zweistündiger Beratung die Oeffentlichkeit wieder hergestellt murde, verfündete der Borfikende, daß das Gericht entsprechend dem Antrag der Verteidigung beschlossen habe, Kahr auf Dienstag früh zu laden. Damit wurde die Sigung geschlossen und auf Dienstag 9 Uhr vertagt. München, 10. März.( WTB.) Dem Pfälzischen Kurter" zto folge ist Hauptmann a. D. Weiß, der Herausgeber des„ Heimatlandes", nach der Bernehmung durch den Untersuchungsrichter wieder aus der Haft entlassen worden. Groß- Berliner Parteinachrichten. 13. Areis Zempelhof- Marienborf. Die Bezirksführer werden gebeten, fowelt dies noch nicht geschehen, die Karten für die Erinnerungsfeier an die 48 er Revolution vom 18. Mära vom Genoffen Walter Grapenthin, Mariendorf, Rathausstr. 99, fofort abholen au laffen. Dies gilt auch für alle anderen an dem Vertrieb der Rarten intereffierten Genoffen. 17. Berwaltungsbezirk. Eine Bollversammlung der Arbeitsgemeinschaft fos. Elternbeirate findet am Freitag, den 14. März, in der Mittelschule, Marktstraße, abends 7½ Uhr, ftatt. Es ist Pflicht aller Lehrer und Elternbeiräte, baran teilzunehmen. Um 6 Uhr findet in derselben Schule eine Fraktionssitung der BEPD.- Elternbeiräte fiatt, zu welcher alle in der BSPD. organisierten Lehrer und Elternbeträte zu erscheinen haben. Heute, Dienstag, den 11. März: Arbeitsgemeinschaft fos. Beamten unb 2ehrer! Nächste Sigung Diension, ben 11. März, nachm. 4% Uhr, Sigungsfaal Rlofterftr. 68, 1 Tr. Alle Kreise müffen vertreten fein. meberstraße 114/115. 137. bt. Reinickendorf- Beft. 7½ Uhr Funktionärligung im Bellshaus, Sharn140. Abt. Borfigwalde. 7½ Uhr erweiterte Vorstandsnigung im Lobal Sender. Jungsozialisten, Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 7½ Uhr Jugendheim Tempelhof. Lnzeum, Germaniaftr. 4/6 Lichtbildervortrag des Genoffen Witthauer: ,, Werden und Bergehen im Welbenraum." Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch, den 12. März: 1. Abt. 7½ Uhr Schule Auguftfte. 68, Bortrag des Genoffen Areuziger über Die politische Lage. 2. bt. 7 Uhr bei Ohngemad, Rommandantenstr. 88, Bortrag des Gen. Schröder som 86. Aber: Republik und Sozialdemokratie." 3. Abt. 7% Uhr, Rahlabende: Sobal Schulz, Stallschreiberstr. 29, Ref.: Gen. Paul Gent, und bei Emil Krüger, Engelufer 23. Ref.: Gen. Taeterow. 4. Abt. 7% Uhr Gärtnerheim, Stralauer Str. 58, Vortrag des Gen. Dr. Baul Levi, M., R., über: Die Stellung der Sozialdemokratie in ber Republik. 8. t. 7 The, Saverlands feffate, Rene Priebrichte. 35, Bericht sen bex Bezirkstagen. Alle Mitglieder müffen bicsmal erscheinen. 6. Abt. Der Rahlabend fällt aus. Die Mitglieder werden gebeten, auf bie Bekanntmachung in den nächsten Tagen au achten. 7. Abt. 7½ Uhr Köhlers eftfäle, Ziedste. 24, Bortrag des Gen. Bertels, M. d. 2., fiber: Die kommenden Reichstagswahlen. 9. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung Artushof, Berleberger Str. 26, Se richt vom Bezirkstag. Mitgliedsbücher mitbringen. Die Funktionäre treffen fich um 7 Uhr. 10. Abt. 7 Uhr Gemeindefchule, Alt- Moabit 23, Ref.: Gen. Heinig, Bericht Dom Bezirkstag. 12. abt. 7% Uhr, Abteilungsverfammlung bei Thlebemann, Baldenferstr. 19. Die Bezirksführer laben ein. 13. bt. 7% Uhr Arminiushallen, Bremer Str. 73, Berichterstattung vom Bezirkstog. 15. Abt. 7 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Gobbach, Bineto play 7, Berichterstattung vom Bezirtstag. 16. Abt. 7 Uhr Abteilungsverfammlung bei Carus, Boltaftr. 37. 18. bt. 7 Uhr gemeinsamer Schlabend bei Gadife, Lindower Str. 25, B6 richt vom Begirtstag. 20. bt. 7 Uhr gemeinsamer Bahlabend bei Wende, Rolonieftr. 147. 21. bt. 7 Uhr Edlaula Plantagenftr. 15, Bericht vom Bezirkstag. 25. Abt. 7 Uhr Rohlabend bei Gott, Cromer und Lemble. 20. bt. 7% Uhr im Musibafiften Fuchs", Joftnftr. 7, Bericht vom Areis und Bezirkstag. Die Funktionäre versammeln fich pünktlich 6% Uhr vorher. 27. gibt. 7 Uhr Savlonio Connenburger Str. 20, Bericht vom Bezirkstag. 28. b. 7% Uhr bei Büttner, Schwester Str. 23, Thema: Was erwarten wir vom Barteitag." Ref.: Gen. Robert Breuer. 29. Wbt. 7 Uhr Edulovla Eenefelterftr. 6. Tagesordung: Bericht vom lekten Bezirkstog. Mitallebsbuch legitimiert. 80. bt. Die Mitgliederversammlung findet fatt Mittwoch erst am Donners tag statt. 31. t. 7 Uhr Schulaula Schönfließerste. 7, Bericht vom Bezirkstag. 32. 95t. 7 Uhr pünktlich gemeinschaftlicher Bahlabend in Schmidts eftfälen, Fruchtstr. 36. Tagesordnung: 1. Bericht vom Bezirksparteitag. 2. Dis fuffion. 3. Die kommenden Wahlen zur Konfumgeneralversammlung. Ref.: Gen. Kreufch. 84. Abt. 7 Uhr gemeinschaftlicher Bahlabend in der Schulaula Litauer Str. 18. Tagesordnung: Bericht vom Bezirksparteitag. 36. Sibt. 72 Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Biebermann, Rorndorfer Str 8, Bösenburg, Petersburger Str. 73, Wittschuß, Petersburger Str. 5, Rahlahend. 87. Abt. 7 Uhr Sahlabend in den einzelnen Bezirken: 1. Bezirk Kröske, Ebertnftr. 5, 2. t. 3. Bezirk bei Serasch Chertnftr. 10, 4., 5. unb 6. Bezirk bei Wichmann, Eberinftr. 17. Erscheinen Pflicht. 39 t. 7 Uhr Jugendheim Linienftr. 3. Ref.: Gen. Edardt. Bericht vom Bezirkstag. 40. 26t. 7 Uhr bei Reufner, Hagelberger Str. 20a, Bahlabend. Bericht vom Bezirkslag. 41. bt. 71 Uhr, Rahlabende: Schmidt, Teltower Str. 18. Simon. Be Allianes- Str. 30, Ganeza, Fibicinftr. 38, Schuster, Willibald- Aleris- Str., Qube, Bergmannftr. 93. ende, Gneisenauftr. 6. 43. Abt. 7 Uhr bei Robe, Fichteftr. 29, Bortrag des Gen. Sellmann, M. b. 2.: Die Reichstagswahlen." 44. t. 7 Uhr Reidenberger Sof, Reidenberger Str. 147, Bortrag des Gen. Flatow über: Den Bericht nom Bezirtstag." 45. 96t. 7 Uhr Rahlabende: Minnia, Laufiger Str. 45, Ref.: Gen. Walter: Hebeftreit, Neidenberger Str. 123, Ref.: Gen. Wansfi; Liebia, Wiener Str. 56, Ref.: Gen. Bette: Studenberg, Glogauer Str. 17, Ref.: Gen. Grün. Tagesordnung: Bericht vom Bezirksparteitag. 2. Einteilung der Reichstagswahlarbeit. 47. Abt. 7½ Uhr gemeinfamer Rahlabend bei Behrend, Manteuffelstr. 95, Berit und Aussprache über die T- hten Bezirksparteitage. 48. Abt. 7 Uhr bei Gliefing, Baffertorstr. 68. Tagesordnung: Bericht vom Bezirksbag. Charlottenburg, 51. st. 7 Uhr Pahlabend: 1. Grunge bei Schelbach. Sonigin- Elifabeth- Str. 6; 2. Gruppe, Dandelmannfte. 1, 3. Gruvve bei Dorn, Dandelmannstr. 18. Erscheinen Pflicht. Bericht vom Bezirksvarteitag. Barteiangelegenheiten. 52 bt. 7% Uhr Mitaliehernerfammlung bei tner. Caiferin- raufta- e 81, Bericht vom Pegirtsparteitag. 53. bt. 7 Uhr Zahlebende: 1. Bezirk Schweitert. 2. und 3. Besirf bei Hamer. 54. bt. 7 Uhr Rahlabend der 6. und 7. Gruppe Jugendheim, Nofinenitraße 4. Donnerstag, den 13. Mära, 5, Gritrpe, Lodal Bühnemann, Selmholtstr. 39. Tagesordnung: Bericht vom Bezirksparteitog. 55. 6 8. und 9. Gruppe 7 Uhr Rahlabend bei Reimer, Wamersdorfer Str. 21, 10. Gruppe bei Bohne, Schloßitr. 45. Berichterstattung vom Bezirtstag. Die Bezirksführer werden geheten, einzuladen. 56. t. 7 Uhr Schulaula Pestalozzi ftr. 40/41. feret mird in der Versammlung bekannt gegeben. 58. bt. 7% Uhr Gigungsfaal Ponteftr. 4. Bericht vont auferordentlichen Fezirksperteiteg. Ref.: Gen. Marouardt. 67. Abt. Auf Beschluß des Streisvorstandes 7% Uhr abends Mitgliederver fammirna im Restaurant Sindened. Erscheinen licht. 68. t. Salenfee. 7% Uhr bei Sandmann, Weftfälische Str. 2. Tagesordnung: Die tommenden Peitstecswahlen. Bilr 74. 716 hr Fei Pieper, Soft- inife Str. 60. Stef.: Gen. Roradh. Bericht vom PasirPetea. 71. un 72. bt. 7 Uhr im Beiden faal der 4. Gemeindeschule, Roblenzer Str. 22/24. Stef.: Gen. Bilde mann, M. b. 2. 73. bt. maraendorf. 8 Uhr Rahlabend in der Gemeindefchule Friedrichs. haller Str. Michtige Tagesordnung. Erfreinen Pflicht. Schöneberg, 77, st. 8 Uhr Achiabenbe: 1. Bezirk Milde, Nowerborffit. 16, 2. Bezirk Jürgens, Perbatoifait. Ja, 8. Beatz Wittfomsti, Martin- Buther Str. 78, 4. Bezirk Will, Martin- Luther- Str. 69. Tagesordnung: Bericht vom Bezirksverteitag und Abteilungswahlen. 78. Bt. 7 Uhr ge meinsamer Rahibend bei Rosenthal, Ebersitt. 66. Pericht vom Biristag Die Abteilungsfunktionäre, insbesondere die Bezirksführer eine h₁Tbs Stunde vorher. 79. St. Pinktlich 8 Uhr Bahlobend in folgenden Lofalen: Für die Infel: Gefangfaal ber Uhlandfdwale, Kolonnenstt. 22/23, Bor trag: Die Gogialemokratie eine Rulturpartei." Ref.: Gen. Horlig. Pe airt Godfendamm bei Poffuß. Sadfendemm, Ede Reichhardtstr. Ff.: Gen. Dr. Freund. Bezirk Lindenhof bei Achtenhagen, Bortrag und Be richt vom Bezirtstoe. Erfdeinen Pflicht. 81. Not. Friebenan. 8 Uhr Bezirksab nde: 1. bis 3. Bezirk bei Rlabe, Sand jernir. 60/61 Referenten: Gen. Buchholz und Paulus; 4. bis 6. Berird bei Schulz, Wiesbadener, Ede Laubacher Straße. Ref.: Gen. Rubbed unt Westphal. Bericht vom Beatristag. 82, 96t.@tenlis. 71 Uhr Pablobend an den bekannten Gt Ken. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Rahlabende in folgenden Lotolen: 1. bis 6. Be girl bei Sansen, Boruffiaftr. Ede Neue Gtr.; 2. und 5. Bezirk bei fufe Roffer- Wilhelm-, Ede Berber Str.; 3. und 4. Bezirk in der Linde, Werder Ede Friedrich- Karl- Str. Ref.: Gen. Ruttner. 7. Bezirk bei Wanglik Oberlenbftr. 1. 88. 96t. Litenrade. 8 Uhr Sablabend Schule Roonfte. Der Borstand eine Stunde frilber. Reukölln: 89. bt. 7.Uhr Rahlabende in folgenden Lokalen: 1. bis 5. Beşirl bei Stabl, Sanderstr. 11; 6., 11. und 12. Bezirk bei Gläser, Bonnies ftraße 24; 7. Bis 8. Desirf bei Strüner, Lenaustraße 16; 9., 10., 18. m 19. Bezirk: Schule Kaifer- Friedrich- Str. 4, Ingesordnung: Stellunen zu den Meichatonswahlen. 91. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung Rarisgarten, fleiner Saal. Bericht von den Bezirksparteitanen. 2. 7 br. Bablabenbe: Bezirke 14, 29 und 30 bei lein, Mildenbruchstr. 13 Dezirle 27 28. 32. unb 33: Schule Elbeftraße; Beairle 31, 44, 45 und b bei aderit. Innstr. 8; Teairle 48, 59, 72 unb 78 bei Sneider, Mofen firahe 7. In allen Bablabenben: Bericht über ben Meairsparteitas. Stellungnahme an den bevorstehenden Wahlen. Rein Trinkawang. fcheinen aller Genoffinnen und Genoffer unbedingte Pflicht. 04. ABE 7% Uhr Bablaßende 51. und 2. Bezirk: Lotal Marfch, Schiller- Brome nabe 39; 65. und 66. Bezirk: Raben, Müller, Herfurt Bir. 19; 64., 67, un 68., 76., 77. unb 78. Fegir? bei Günther, Schiffer- Tromenade 11. 96. t. 7 Uhr Abteilungsberfammlung: Schule Thomasstr. 20. Ref.: Genosse Bitfe. 97. Abt. 7% Ube Sablabenbe 79., 89., 90. und 91. Te airf bei Rusli, Leineftr. 1: Bericht vom Beairtevarteifog. Ref. Genofle Lifon: 92., 104., 105., 106. Bezirk Bei Nerlich, Siegfriedftr. 48: Bericht bom Bezirksparteitaa, Ref. Genoffe Mol. 99. Ast. Brin. 7 Uhr vünktlich mitalieberberfammlung in der Aula ber 2. Gemeindefchule, ngesordnung: Bericht vom Begiristna. 101. Abt. Erestow. 7 1hr Beißenfaal der Schule Wildenbruchstraße: Bericht vom Bezirksnarteitag. 108, Mot. Nopenid. 7 1hr Sablaßenb: mr tiek und stedt bei Brikke. Mag gelbeimer Str. 42: Rofwife Borstadt im Jugendheim, Grünener te. 3. Bimmer 1; für Dammvorstadt Freitag 7 Uhr bei Georg Schuls, Babe Hofftr. 24. Lichtenbera. 114. Mt. 7 Uhr Mitalieberberfemmina in ber Safe Storn meberitraße, 8immer 79, Tagesordnung: Pericht vom Beairtstag. 115 95t. 7 Hbr in der Eularla fronvrinsentraße. Ingeordnung: Peridot bom Fextristan. Rentoeil der Abteilungsleitung. 110. P. 75 oz in der Rittelfoule Marktfr 10/11, Nortrag der Genonia Dr. Benfelbec, R. b. C., Aber: Die beutfche und die internationale Srbeiterbetenung"; Oraanisationsangelegenbeiten. 117, 6, 7 lbr vünktlich gemeinfamer Bablabend in ter Ente Pidir. 00: Bericht vom Besirtaborteitng. 118. gr6t. 7½ uur bei Tembel, Gudrunftr. 7. Portron des Genefien Niefifch über: Die Grundforderungen der Sosialdemokratie".- 119. met. 7 Uhr gemeinfamer Bablabend im Gefangfaal bes Cäcilienlbzeume, Mat hausstr. 8. 122. Art. Birfaerf. 7% Uhr bei Porath, Maraabner Str. 31: Bericht von ben Belden Beairtsyntettonen. 124. Abt. Mahiber. 8 Uhr im Coral Anders, Bahnhofftrabe. Mitalleberber fammlung: Bericht vom Bezirtstag. Berfchiebenes. Erfcheinen Brid 127. Abt. Dokenschönhausen. 7 Ubr pünktlich italteberberfammlung in der Schule Brelentvalber Str. 6: Midtiae Tagesordnung. Erscheinen licht. Pankow. 128. st. 7½ Uhr Bablabend im Zeichenfaal der Schule RaiserFriedrich- Straße. 129. Abt. 71 11hr bei Bater, Milblenfir. 12. 130. Abt. 7 Uhr bei Schmidt, Forfibous, Bollgniftr. 115. Tagesorb nung: Bericht vom Begirlsparteitag. Stellungnahme zur Rental det Funktionäre. 133. Abt. Budholz. 7 Uhr Sahlabend bei Roffad, Saubiftr. 71: Bericht vor ben Bezirkstagen. 134. Abt. Bum. 8 Uhr Sabinend bei Bobung. Sur Tanne. Tagesordnung: Bericht vom Besiri parteitaa. 136. bt. Strinisendorf- Cit. 7% br in der Rusenbbale Eeebab, Restbenaftrahe 49 Mitalieberberfammlure: Tericht vom Meairistaa. 137. Abt. ciuitenberf- Weft. 7% 115r im Wolfshus. Edhornweberstr. 114: Bablabent für alle Perle ericht am Beirate 138. Abt. Sermstarf. 1½ Uhr bei Fröhlich, am Bahnhof( Nordaustana) Bertrag des Geneffen otle,..., über: Die Wirtschaftsleise und ber Kampf ber Arbeiter gegen bas apitol". 139. Mot. Tegel. 74 1hr im Jugendheim, Bahnhofftt. 18. Xageserdnung: Bericht vom Pezirtstag Bartelangelegenheiten, 140, Not, Borfigrafde. 7% Uhr im Lofal Boitschad. Cenfiste. 1: Bericht vom Bezirksparteitag. 141. Abt. Nosenthal. 7 Uhr Sablabend bei Somidt, Lindenallee 43: Mitige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. 143. Not. Waidmannn. 7 Ubs in Balal Buidh, Oranienbomm 10. Scheidemann für gerechte Steuerpolitik. " Hinter den Kulissen der Tolchstoßlegende. meiner Freunde und die sozialdemokratischen Anträge, bie sich gegen die Steuernotverordnung richten, im Rechtsausschuß beraten werden.( Lebhafter Beifall bei den Goz.) Reichsjustizminister Emninger bedauert, auf seine Besprechung mit dem Senatspräsidenten Lobe nicht eingehen zu tönnen, meil fie vertraulich war. Uebrigens fei vom Reichsfinanzministerium nicht mit dem Antrag auf Einleitung eines Disziplinar oder Landesverratsverfahrens gegen den Senatspräsidenten Lobe an das Justizministerium herangetreten. Abg. Scheidemann( Soz.): Wir bedauern. daß Herr Züringer feine auch von uns mit Belfall aufgenommene Rede nicht bereits zur Zeit der Finanzminister Beder und Hermes gehaiten hat. Dem Ziel der Regierung:„ Er haltung der Währungsstabilität", Balancierung des Etats" und Belebung der Wirtschaft" stimmen mir zu. Alles, was in legter Beit von der Regierung gefchehen ist, hat die Sozialdemo fratie von Mitte 1921 ab gefordert. Am Widerstand der bürgerlichen Parteien und der deutschen Wirtschaft ist das ges fcheitert. Nach der Annahme des Londoner Ultimatums im Mai 1921, als der Dollar 65 Mart tostete, verlangte die Sozialdemokratie Finanzierung dieses Ultimatums durch äußere und innere Anleihen, geftüßt auf die Erfassung der Sachwerte. In seiner Denkschrift vom 27. Juni 1921 betonte der, damalige Reichswirtschaftsminister Ro bert Schmidt, daß ohne die Erfassung der Sachwerte„ ein aus. fidytsloser Kursstura" und unorganisierter Substanzverfauf in größtem Maßstabe" einfegen würde. Herr Helfferich erklärte aber den sozialdemokratischen Vorschlag als entschädigungslose Enteig nung nicht nur der Grundbefizer, sondern auch der Hypothefen gläubiger und Pfandbriefbesizer". Grai West arp bezeichnete den Borschlag als den„ Raub des Volksvermögens und Betriebstapitals". So scheiterte der erste sozialdemokratische Versuch, den Währungs. verfall und feine Folgen aufzuhalten. Nach dem Rathenau- Mord, In der geftrigen Reichstagsligung nahm Außenminister| fich nicht selbst entmannen. Wir rechnen darauf, daß die Anträge Dr. Stresemann vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort zu einer persönlichen Bemerkung. Er erflärte: In der letzten Sihung des Reichstags habe ich mich gegen Ausführungen gewandt, die Professor p. Freytag Boringhoven in Breslau in einer Bersamm fung in Wafbenburg gemacht hat. Meine Kritif bezog sich auf die Behauptung des Professors v. Frentag- Loringhoven, daß mein Shwiegervater an einer tschechoslowakischen Waffenfabrik beteligt fei und daß ich vielleicht unbewußt dadurch beeinflußt worden sei. Herr v. Freytag- Loringhoven bezieht sich auf den Böltischen Beobachter", der im Herbst 1923 behauptet habe, mein Shwiegervater sei ein Hauptaftionär der tschechoslowakischen StodaWerke, an denen auch französisches Kapital beteiligt sei. Er habe diese Behauptung in einer öffentlichen Bersammlung wiederholt, weil die'er Fall typisch fei für meine wirtschaftliche Auffassung politischer Fragen. Er habe ausdrüdlich hervorgehoben, daß darin feine gegen mich gerichtete Berdächtigung liege.( hört, hört! und Gelächter.) Er wolle nicht mißverstanden werden, und er betone ausdrücklich, daß er jeden Gedanken daran abweise, als ob meine Politik bury diese Tatsache beeinflußt sei. Dein Einfluß der Dent weise feiner Umgebung fönne sich jedoch niemand enizichen, und taher rührten meine Ausführungen über die Möglichkeit einer Ber ständigung mit Frankreich auf wirtschaftlichem Gebiete. Gegenüber dieser Darlegung habe ich folgendes zu bemerken: Ich habe jenen Angriff im Böltischen Beobachter" nicht gelesen und auch die Agitation nicht gekannt, die sich daran fnüpfte. Zur Tatfache selbst möchte ich bemerken, daß mein Schwiegervater, der angebliche Hauptaftionär der Stoda- Werte, seit über 20 Jahren fot ist.( Lebhaftes hört, hört!) Die ganze Behauptung ist voll tommen aus der Luft gegriffen. Die Ausführungen des Herrn v. Freytag- Loringhoven sind mir in ihrem Wortlaut von einem Industriellen aus Schlesien, der sie in der Versamm. lung mit angehört hatte, folgendermaßen wiedergegeben worden: Fürst Bismard hat seinerzeit ruffische Papiere, die in seinem Besiz waren, verkauft, um in feiner Außenpolitik nicht gebunden zu sein. Der Schwiegervater des Herrn Stresemann aber befigt Anteile an ciner tschechoslowakischen Waffenfabrik. Es liegt also nahe, daß Herr Stresemann vielleicht unben ußt sich in seinem Berhalten gegen. über Frankreich gebunden fühlt!( Lebhafte Bfui!-Rufe.) Wenn Herr v. Freytag- Loringhoven erklärt, daß er nicht die Abficht gehabt habe, mich zu verdächtigen, jo möchte ich die Gegenfrage stellen, warum er dann fortgefeht auf dieje Sache eingegangen ist. Er berief fich zu seiner Berteidigung lediglich darauf, daß diese Notiz im Böllischen Beobachter" enthalten gewesen sei. Ich habe bisher angenommen, daß ein Universitätsprofessor, wenn er solche Behaupfungen öffentlich aufstellt, fie auf andere Quellen als auf Zeitungsnollzen gründet. Ich glaube deshalb durchaus berechtigt zu sein, mich gegen diese Berdächtigungen zu wehren. Ich halte mich dazu um so mehr für berechtigt, als diese Berdächtigungen bereits ins Ausland gegangen find.( Bewegung und Pfuil- Rufe.) Wenn Herr v. Freytag- Loring. hoven erklärt, es habe ihm ferngelegen, anzunehmen, daß ich mich durch diese Beziehungen irgendwie in meiner Politif beeinfluffen fieße, fo muß ich dagegen bemerken, daß derjenige, der das las, zu feiner anderen Auffaffung fommen fonnte, als wie i.h fie zum Aus. brud gebracht habe. Ich bin also nicht in der Lage, von dem, was ich ausgeführt habe, etwas zurückzunehmen.( Beifall.) Das Haus tritt hierauf in die Tagesordnung ein. Nach debatteloser Erledigung kleinerer Vorlagen wird die all gemeine politische Aussprache fortgefeßt. Abg. Dr. Düringer( D. Bp.): Wir als Deutsche Volkspartei münschen ein baldiges Auseinandergehen des Reichstags und baldige Neuwahlen. Wir würden es für richtig halten, daß der Reichstag durch ein verfassungsänderndes Gefeß selbst seine Lebensdauer beschränkt. Der Redner betont dann, baß er die folgenden Ausführungen nicht im Namen seiner Fraktion mache. Die Hypo thetenaufwertung nach der Steuernotverordnung ist zwar vom Reichsgericht neuerbings für rechtsgültig ertlärt worden, aber es ist bekannt, daß darüber im Schoße des Reichsgerichts felbst große Meinungsverschiebenheiten besichen. Dr. Düringer mendet fich dann in längeren juristischen Darlegungen gegen die Aufwer. tungsvorschriften der Steuernotverordnung. Diese Steuernolverordnung fei eine einseitige Begünstigung des Großfapitals, fie widerspräche den Grundsähen von Treu und Glauben. Die dritte Steuernoiverordnung sieht so aus, als jel sie nicht im deutschen Finanzministerium, fondern im Direktionsbureau der AEG. oder eines anderen großindustriellen Unternehmens entstanden.( hört, hört!) Wenn Abg. Dr. Scholz dem Reichsfinanzministerium den Dank dafür aussprach, jo durfte er das nicht im Namen der Fraktion der Deutschen Boltsparies, sondern höchstens im eigenen Namen fun.( hört, hört!) Gegen die Aufwertungsvorschriften hat sich mit vollem Recht ein Sturm der Entrüstung erhoben, denn sie widersprechen dem gefunden Rechtsgefühl. Gegen die Berfonalabbau verordnung und die Pensionsfürzungen hatte der Deutsche Richterbund eine Eingabe gerichtet, die folgenden Eat enthält: Es heißt die Macht des Staates mißbrauchen, wenn er, um seiner Geldnot abzuhelfen, statt ergiebigere Steuerquellen zu schaffen, einfach feine Ausgaben durch Abzüge am wohlverdien ten Gehalt einzubringen sucht." In diefem Saz hat das Reichsfinanzminifterium den Tatbestand des Landesverrats gesehen( hört hört!), weil die Entente da burch darauf hingewiesen werben fönnte, daß Deutschland größere Steuerleistungen aufbringen tönnte.( Heiterfeit.) Das Reichsfinanzminifterium hat in allen lebenswichtigen FraBen verjagt. Es hat mit verschränfien Armen zugefehen, daß aber 90 Bros. aller Steuern vom Lohn der Urboller und Angeftellten aufgebracht wurden, während die reichsten FabritanSen fo gut wie feine Steuern sahlten.( Sehr wahr! links.) Das Reichsfinanzministerium hat nicht nur den Weltfrieg, fondern auch den Ruhrkrieg durch die Inflation finanziert, mit der den Kleinen Sparern das Lehte genommen wurde, während das Großtap tal fich an weiteren Inflationsgewinnen bereicherte.( Lebhafte Zustimmung links) Die notwendigen Mittel fönnen viel besser aufgebracht wer. den durch eine energische Besteuerung der Inflationsgewinne, durch eine Vervielfachung der Rhein- und Ruhrabgabe und Brotabgabe oder durch Zuschläge zur Einkommensteuer. Der Reichstag darf als der Dollar etwa 300 stand, madhte das Reichswirtschaftsministerium unter Robert Schmidt neue Borschläge zur Währungsstabilisie rung: 1. Aeußere Anleihe auf Grund des Goldbestandes der Reichs. bant; 2. innere Goldschozanweisungen; 3. Beschränkung des Devisen. taufs; 4. Einfuhrbeschränkung, 5. Diskonterhöhung; 6. Einstellung der Barzahlungen für Reparationen. Auch dieses Programm wurde von den Inflationsgewinnlern zum Scheitern ges bracht. Am 10. November beschloß dann das Kabinett Birth die Herausgabe von Goldschatzanweisungen. Aber av en stein prophezeite, bei Schaffung weribeständiger Anleihen und Zahlungsmittel: 1. den vernichtenden Sturz aller Papiermarkwerte und ber Bapiermart; 2. die Einführung der Goldfaltulation mit Breis- und Lohnsteigerungen; 3. Steigerung der Devisenkurse, Schwinden des Bertrauens zur Mart; 4. weitestgehende Verschuldung des Reiches bei der Reichsbant, erhebliche Steigerung der Inflation; 5. ben volligen finanziellen Zusammenbruch des Reiches. Infolge diefer Drohungen des Reichsbankpräsidenten unterblieb die Ausgabe von Goldanleihen und Goldzahlungsmitteln. Aber alle von Havenstein angefündigten Folgen traten gerade deshalb ein. 3m Juli 1923, als der Dollar die erste Million überschritt, fündigte dann das Katinett Cuno als Mittel der Währungsrettung die Goldfchaganweisun Aber man trieb Helfferichiche Kriegsschuldenpolitit, übrige durch die Notenpresse. Gegen die Sozialdemokratie wurde nur ein Bruchteil der Ausgaben wurde durch Steuern gedeckt, alles aus dem Gelbentwertungsprozeß das Steuerentwertungsgefeß. So tam der 3usammenbruch der Stüßungsaktion der Mart. Der frevelhaften Inflation durch die Reichsbantkredite wurde nicht Einhalt geboten. Anfang Mai 1923 bot dann die Regie. rung Cuno die Sachwerte der deutschen Wirtschaft als Unterpfand für ihr neues Angebot an. Anfang August 1923 wurden die fojialdemokratischen Vorschläge zur Dedung des Etats einstimmig angenommen und damit durch den Versuch, die Ausgaben des Reiches ohne Inflation zu bestreiten, die Währungsjanierung eingeleitet. gen an. Die Anträge der Sozialdemokratie. werden. Die 30 Pro3. Mietsteuer in Preußen bedez. eine Belastung von etwa einer Milliarde Goldmart, dos ist dersei Ertrag mie die Umsatzsteuer im ganzen Reich, mehr als die Loh Steuer des ganzen Reiches und fast bas Doppelte der Einkommen fteuer der Beranlagungspflichtigen, der Erbschaftesbeuer und de Bermögenssteuer zusammen. Wird durch die Wohnungsbauabgabe einer halben million Menschen Beschäftigung verfchafft, so werden minteftens 300 millionen Goldmark Erwerbslosenunterstützung gespart und etwa 50 millionen Goldmark an Cohnsteuern im Jahre mehr vereinnahmt. Der Zuschlag zur Vermögenssteuer tönnte gering fein, und die Wohnungsbauabgabe sicherte den Bau von 30 000 bis 40 000 neuer 23ohnungen. Arbeiter, Angestellte und Beamte tragen willig die Lohnsteuer in dem Bewußtsein, daß selbst die drückendsten Steuerlaften eine geringere Belastung find als neue Inflation und Zertrümmerung der Währung und Wirt schaft. In den übrigen Kreisen der Bevölkerung wird aber vie! fach schon direkte Stenerjabotage getrieben; die Führung haben die Agrarier mit der Parole des Reichslandbundes:„ Die Landwirtschaft ist nicht gewillt, untragbare Lasten auf sich zu nehmen." Der Führer der deutschnationalen Landtagsfraktion in Preußen hat auf dem Kurhessischen Landbundtag die Parole ausgegeben:„ Solange deutsche Regierungen noch Reparationen zahlen wollen, folange teine Steuern!" Die Industrie will hinter der Landwirtschaft nicht zurüdbleiben. Bilanzen und Steuererklärungen werden fo frisiert, daß der Fiskus das Nachsehen hat. Eine große Gefahr find die Vorgänge am Devilenmartt. Hoffentlich ſiegt Regie: rung und Reichsbankpräsident über das Spekulantentum. Bersuch der Commerz und Privatbant, an einem einzigen Sage für 150 000 Pfund Devisen zu kaufen, entspricht der Summe des Sechstels der gesamten deutschen Einfuhr. D B Emmingers Justiz. Die Fortschritte der Justizverordnung, wie Beseitigung der Straffammer in erster Instanz. Erweiterung der Berufung, Laien in der Berufungsinstanz. stammen durchweg aus der Erbschaft Rabbruchs. Eigene Gewächse Emmingers find dag gen: die Aufhebung des Schwurgerichts, die Verminderung der Laien und ihre völlige Ausschaltung bis zum 1. April usw. Aber auf dem Reichsjustizminister laftet seine politische Bergangenheit, für jeden banerifchen Rechtsbruch juristische Gründe zu finden, und vor allem der Fluch feiner Fechenbach- Rede. Emminger hat als Reichsjuftizminister dem Roßbach- und Ehrhardt Standal fein Ende gemacht und die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes für den Hitler Prozeß nicht durchzusehen gewußt. Der Staatsgerichtshof wird noch viel zu fun bekommen. Zunächst mit dem unvermeidlichen Hochverratsverfahren gegen Kahr, Cossow und Seißer. Am 20. April find es 1½ Jahre. daß Fechenbach unschuldig in einem baŋerischen Zuchthaus fizt. Wie lange will der Reichs justizminifter diefer Schande noch umtätig zusehen? Schuldläge und Dolchstoßlegende. Maßlos und gemeingefährlich sind, wie der Münchener Brozeß zeigt, bie Bersuche, das deutsche Bolt über die politischen Vorgänge Der letzten Jahre zu täuschen. Das Friedensbittat, ist aufgebaut auf der infamen Lüge der Alleinschuld Deutsch als diese Beschuldigung durch die ehemaligen erbitterten Feinde ist lands am Ausbruch des Krieges. Aber tausendmal niederträchtiger die Beschuldigung der erbrüdenden Mehrheit des deutschen Boltes durch eigene Boltsgenossen, dem kämpfenden Heere den Dolch in den Rücken gestoßen zu haben. Juden und Katholiten, Jesuiten und Freimaurer, Demofraten und Sozialdemo traten werden nach den unerhörten Opfern des Volkes beschuldigt mit der Berschuldung des Zusammenbruchs. Was die Schuldlüge des Friedensdiktats für Frankreich und gegen Deutschland ist, das ist die Dolchftoßlüge für die deutsche Reaktion gegen die Republit. Leider hat die Reichsregierung auch nach dem November verbrechen der Ludendorff, Hitler, Kahr und Ronforten nicht das geringste getan zur Aufklärung des be. Ionenen und betrogenen Boltes. Die reaktionären Parteien arbeiten immer noch mit ihren Fälschungen und Lügen weiter und ver drehen die gefchichtliche Wahrheit. Sie verschweigen einfach die Wahrheiten. Als Ende September 1918 Prinz Mag über der Regierimgsbildung war, schlug ein Unfere jezigen Anträge, für deren Währungsgefährdung bis jetzt niemand den Beweis angetreten hat, entspringen der rein fachlichen Erwägung, die einseitig die Interessen großer Echichten der Bevöl ferung verlegenden Verordnungen abzuändern. Denn die Wäh rungsstabilisierung ist zum größten Teil erfolgt auf Kosten der Boltstreife, auf denen jahrelang die Laft der Inflationswirtschaft geruht hat, die Bediensteten ber öffentlichen Körperschaften und die fezialen Kleinrentner. Die Maß nahmen der Regierung treffen abermals Arbeitseinkommen und Ver. brauch viel schärfer als den Befig. Die zweite Steuernot. verordnung hat die Landabgabe und die Betriebsabgabe für zwei Monate beseitigt und damit dem Reidh etwa 80 millio. nen Goldmart entzogen. Einkommensteuer und Körperlich. Man stellte zwar noch acht Punkte auf für die Waffenstillschaftssteuer belastet die Beranlagungspflichtigen nur halb so start wie die Lohn- und Gehaltsempfänger. Der milden Behandlung des Befiges steht die erschärfung der Lohnsteuer gegenüber, deren Belastung höher ist als in allen anderen Ländern. Die UmsatzSteuer ift von zwei Behntel in der Inflationszeit auf 2% Pf. er höht worden. Die dritte Steuernotverordnung erhöht dieses Unrecht noch gewaltig. Die Gewinne aus der Aufwertung fommen zum Teil nicht in die Hände der Allgemeinheit, sondern dienen privater Gewinnbereicherung, die unzulänglich testeuert wird. Während die Riesengewinne durch Papiermarktredite völlig frei bleiben, follen die Mieter um so schärfer beloftet werden. Von Anfang April ab wird jeder Arbeiter eine halbe Woche für die monatliche Mietzinssteuer arbeiten müffen. Diese Mietsteuer betrach ten wir als das größte Unrecht; sie ist der Anfang vom Ende des Micterschutzes. Unjere Unträge bezweden folgendes: 1. daß das Prinzip der fozialen Gesetzgebung, Schuh den Schwachen vor der Uebermacht der Rapi alijlen, wiederhergestellt wird; 2. daß die Fürsorgepflicht des Staates für die Erwerbslosen und Rentner fie vor dem Berhungern schüht und ihre Arbeitskraft erhält; 3. die Erhöhung der Gehälter der Beamten zur Erhalfung eines leistungsfähigen Beamtentums, die Wiedereinführung der achistündigen Dienstzeit die Erhaltung des Urlaubs und den Schuh g'gen die Abbauwillfür; 4. Schut gegen den Abbau der Gerechtigkeit. Wir wollen ferner, daß das Steuerunrecht vieler Jahre befeitigt wird. Das Defizit von Ländern und Gemeinden muß durch Buschläge zur Bermögenssteuer statt durch die Mietsteuer aufgebracht ABATSCHARLO CIGARETTEN B The BC Telegramm der Obersten Heeresleitung wie eine Bombe in die Reichskanzlei ein: Es muß sofort Baffenstiftstand und Frieden angeboten werden! Diefe Bitte der Obersten Seeresleitung war das angekündigte Ende für alle Belt, besonders aber für das ganze deutsche Heer. Alle Hinweise des Reichsfanglers auf die furchthoren oinen meren nerqeb. ftandsbedingungen, aber Hindenburgs Telegramm lautete gleichzeitig: Gelingt Durchführung dieser Punkte nicht, so wäre trobem a be 3uschließen." Das war das Eingeständnis, daß alles ver. Loren sei 3m Telegrammwechsel zwischen Hindenburg und dem Brinzen Mar war nirgends die Rede von Zermürbung der Front durch revolutionäre oder lardesverräterische Umtriebe, nichts vom Dolchsfok, aber ein Cob für das noch festgefüiate, tapfer fämpfende Heer. Aber wörtlich hieß es: Wir haben nicht zu erfeßende Berluste erlitten, während der Feind immer noch Referven in ben Kampf wirft." Der Zusammenbruch Deutschlands ist, soweit persönliche Schuld in Betracht tommt, von Ludendorff und seinem Kreis verschuldet worden. Die Revolution von 1918 ist lediglich die Folge des Zusammenbruchs gewesen. Am Papst hat es im Jahre 1917 nicht gelegen, wenn der Friede nisht erreicht wurde; alle seine Bemühungen find am Widerstand Ludendorffs gefcheitert, der Belgien behalten wollte. Leider sind große Kreise unferes Boltes politisch noch so ungechult, daß fie gefchichtliche, wirtschaftliche und politische Bufammen. hänge nicht verstehen und den Rechts. und Lintsbollchemisten als Propheten nachlaufen. Ist aber nicht alles, was deutschvölkische oder deutschnationale Redner behaupten, purer Schmindel, so bedeutet es neuen Krieg, der notwendigerweise mit einer neuen Niederlage enden müßte. Der Schluß der Rede des Genossen Scheidemann befindet sich Im Hauptblatt. Abg. Deglert( Dm.): Herr Scheldemann will Ludendorff als den Schuldigen am Zusammenbruch hinstellen. Er sagt aber nicht, daß Ludendorffs Waffen vorher stumpf gemacht worden Vom Qualitätraucher immer wieder bevorzugt NYO PUNO YNY waren durch Herrn Scheldemann und feine Freunde.( Beifall rechts. Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Ihre Politit als Boltsbeauftragter, Herr Scheidemann, hat das deutsche Bolt in den Dred geführt.( Beifall rechts. Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Lesen Sie nur nach, was Ihr intimfter Rollege, der ehemalige Boltsbeauftragte Emil Barth, darüber in feinem Buch schreibt.( 2bg. Scheidemann: Das ist doch mein schlimmster Gegner!) Wir hofefn, daß einmal der Tag fommt, wo alle die Männer, die an unserem Zusammenbruch die Schuld haben, vor einem Gericht ihre gerechte Strafe erleiben. Wie es Ihnen dann gehen wird, Herr Scheidemann, das wollen wir sehen!( Beifall rechts. Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Gegen die Beamten Ichaft ist seinerzeit eine Hege in der Presse entfaltet worden, als wäre sie schuld am finanziellen Zusammenbruch. Es heißt sogar, daß hinter diefer Hehe die ehemaligen Finanzminister Hermes und Hilferding flanden. Die übermäßige Inflation des Be hördenapparats nach der Revolution ist in erster Linie von der Nationalversammlung und dem Reichstag verschuldet worden. Der Sozialdemokrat Lindemann sagt barüber selbst, daß sich die hungrigen Parteien auf die Verwaltungsposten stürzten und sie mit Leuten befegten, die nur gute Gesinnung und treue Parteidienste aufzuweisen hatten.( hört! hört! rechts.) Nach der Revolution wurden von der Nationalversammlung bie wohlerworbenen Rechte der Beamtenschaft ausdrücklich im Artikel 129 der Berfassung als underleklich festgelegt. Die Beamtenabbauverordnungen haben diefes verfaffungsmäßige Recht einfach über den Haufen geworfen. Damit wird das Treueperhältnis verlegt, das doch auch vom Staat den Beamten gegenüber gehalten werden foll. Die Pensions. fürzung für solche abgebauten Beamten, die sich ein Einkommen aus Arbeit erwerben, hat eine geradezu unmoralische Wirkung, denn fie bestraft die Arbeitsamkeit. Die 3wangspenfionierung aller Beamten, die das fechzigste Lebensjahr über schritten haben, ist nicht zu rechtfertigen. Man sollte leber die jüdischen Beamten abbauen, die sich selbst als Bionisten bezeichnen.( Beifall bei den Deutschnat.) b. Dr. Düringer( DBP.) wendet sich in einer persönlichen Bemertung gegen die Erflärung des Reichsjustiz ministers und fagt dazu: Ich berufe mich für meine Darstellung auf die ausdrücklichen mir mündlich und schriftlich gemachten Erflärungen des Senatspräsidenten Dr. Lobe. Das ist nicht der einzige Fall, in dem das Reichsfinanzminsterium gegen verdiente Richter im Wege der Denunziation vorgegangen ist.( hört! hört!) Abg. v. Gallwih erklärt persönlich zu den Ausführungen des Abg. Scheidemann: Er habe nenug gewußt, als in einer Besprechung beim Reichsfanzler Prinz Mar von Baden der damalige Staatsfefretär Scheidemann fich gegen die Herausziehung von 150 000 Rüstungsarbeitern an die Front aussprach mit der Begründung, bie Beute verdienten gut und hätten feine Neigung, an die Front zu gehen. Reichsjuftigminifter Emminger ertlärt dem Abg. Dr. Düringer gegenüber, gegen den Senatspräsidenten Dr. Lobe fei ein Difz is plinarverfahren weder angeregt, beantragt noch eingeleitet worden. In feiner Form sei auf die Rechtsprechung des Reichs. gerichts von irgendeinem Ministerium eine Beeinflussung versucht worden. Abg. Scheldemann( Soz.) beruft sich dem Abg. v. Gallmiß gegen über auf die amtlichen Dokumente aus dem Jahre 1918. Reichsfinanzminister Dr. Luther: Ich stelle fest, daß bei dem Borgehen gegen den Senatspräsidenten Lobe das Reichsfinanzmini sterium in feiner Weise beteiligt gewesen ist. Um 7 Uhr wird die Weiterberatung auf Dienstag, 2 Uhr, vertagt. Auf der Tagesordnung steht weiter die Borlage über die Golddistontbant und ein beutschnationaler Antrag auf Aenderung des Artikels 22 der Berfassung( der ben Wahltag auf einen Sonntag Fam, einen öffentlichen Ruhetag feftfeht. Reb. d. B."). Abg. Schultz- Bromberg( Tmn.) ersucht, den deutschynationalen Antrag morgen zuerst zu beraten. feciferrin Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Bananichläger tung Dienstag, den 11. März. nadmittags 5 Uhr, im Berbandshause, Bintenstraße 83-85: Versammlung eller Berufskollegen. Mittwoch, ben 12. März, abends 6% 2gr, im Gewertschaftshause, Engelufer 24/25: Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Bericht über uniere Lohnverhandlungen. 2. Berbands und Branchenangelegenheiten. Die Rommiffionsmitglieder treffen fich um& Uhr im Saal 2. Mitgliedsbach legitimiert. Achtung Drahtarbeiter Achtung! Rittwoch, ben 12. Mäez, abends 2 Uhr, im Verbandshause( Sigungefaal), Binienstraße 83/85: Statt Karten Abg. Müller- Franten( Soz.): Der deutschnationale Antrag ift| versucht der bret Runden zurüdliegende und ohne Bunftgewinn nur gestellt, weil die Antragsteller auf seine Ablehnung rechnen. fahrende Pawte auszureißen. Ergebnis: 2 Puntte Gewinn. Den Wir würden für Sonntag, den 13. April, als Wahltermin stimmen. Dritten Spurt gewinnt van Nef vor Lonani- Baffenheim( der Abg. Schulh- Bromberg( Din.): Am 13. April beginnt die stille Partner Bamtes) und Kruptat. 4. Spurt: 1. Huschte, 2. Bleke Woche. Es würde bem religiösen Gefühl weiter Kreise widersprechen, molen, 3. Stabe, 4. Saldow. Den fünften Spurt gewinnt Storm wenn an diesem Tage gewählt würde. gegen Krupfat, Sawall und van Net. 6. Spurt: 1. van Nef, Abg. Dr. Leicht( Bayer. Bp.): Ich würde die religiöfen Be 2. Wittig, 3. Kruptat, 4. Techmer. Um 5 Uhr haben van Net denten der Deutschnationalen, bitte aber, fie zurückzustellen, damit moestops mit 2927,910 Kilometer den Pariser Reford für 13. April als Wahltermin die verfassungsmäßig not- von 1913 Crupolandt- Godivier( 2917,050 Kilometer) überschritten. wendige Mehrheit zustandekommt. Eine Stunde später find Huschte Kruntat mit 2947.980 Der Geschäftsordnungsantrag ber Deutschnationalen wird gegen Rilometer Refordinhaber gegenüber der Pariser Mannschaft von die Stimmen der Rechten abgelehnt. 1913 Brocco- Berthet( 2945,800 Kilometer). Nächste Sigung heute 2 Uhr. ihrer Sport. Der Stand des 12. Sechstagerennens. beiden Die Die bisherigen Weltrekorde überschriften. Zu der Sonntagnachmittagsjagd ist noch mitzuteilen, daß der Rennausichuß beschlossen hat, dem Angriffspaar Taylor- Hahn eine 2- hr Rachtwertung vom Sonntag zu Montag zeigt im Berlustrunden abzulchreiben. ersten Spurt Lewanow ais Sieger gegen Tedymer, Moestops und Blefemolen. Im zweiten Spurt liegt Rütt anfangs born. Er muß dann an van Ret feinen Platz abgeben, um so vor Bauer und Storm durchs Ziel zu gehen. Der dritte Spurt bringt das Er. gebnis: 1. Saldow vor Oliveri, Blekemolen und Techmer. Der pierte und fünfte Spurt sieht wieder Holland in glänzender Form. Ohne jeden Kampf passiert im vierten van Net vor Bauer, Storm und Rütt das Ziel, während im fünften Spurt Moestops blendend gegen Hahn, Rizetto und Saldow den Sieg einstedt. Die Mann chaft Storm- Bletemolen, die von Tag zu Tag besser wird, zeigt im fechsten Spurt ihr Können. Storm beansprucht hierbei den ersten Plak für sich. Ban Net, Bauer und Tayler folgen. Nach der 10- Uhr- Wertung ist der Stand des Rennens folgender: 1. van Net.Moestops 136 P., 2. Galbow- Bauer 101 B., 3. Kruptat- hufchte 86 P., 4. Lorenz- Techmer 72 P., 5. Samall Stabe 49 B., 6. Rizetto- Stellbrint 28 P., 7. Oliveri Lonani 12 P., 8. Wittig- Stroll 5 B. Eine Runde zurüd: Rütt- Lewanow 82 B., 2. Storm- Blekemolen 30 P., Taylor hahn 27 B., Koch- Schrage 12 P. 3wei Runden zurüd: Rudel- Mendelbacher 0 P. Drei Runden zurüd: Bamfe- Baffenheim 0 B. Die Weltrekorde geschlagen. Das scharfe Tempo, das nach dieser Wertung gefahren wirb, fägt zuerst ten Beltretorb Don Brüssel Nach 3 Uhr nach: s find, als Stabe das Ziel durchfährt, 2520,800 Rilo. meter zurüdgelegt, während der Brüffeler Reford nur 2519,695 Kilometer aufweifen fann. Das Baar Kruptat Suschte schlägt um 4 Uhr bie Brüffeler Refordinhaber von 1914. Damals wurden 2545,015 Stilometer gefahren, während bei Krupfat- Huschte die Kilometerzahl 2555,200 steht! Um 5 Uhr früh find es Saldow- Bauer, die mit 2590,050 Kilo. meter ble Pariser Fahrer von 1913 Brocco- Berthet( 2571,910 Rilometer) faltstellen! Die 5- Uhr- Nachmittagsroertung am Montag Die Halle ist gut befeßt. Ein flottes, doch gleichmäßiges Tempo wird gefahren. Lewanow wagt einen erfolglosen Vorstoß. Dann beginnt die Wertung. 1. Spurt: 1. Storm, 2. Stellbrint, 3. Strupfat, 4. Dan Net. 2. Spurt: 1. Stabe, 2. Bewanom, 3. Huschte, 4. Galbom. Nach Beendigung des zweiten Spurts toment es zu einem Sturz. Blefemolen, Techner und Rizelto find die Opfer. - das Rennen Der Holländer hat sich den Oberschenkel ausgerentt wirb auf% Stunden neutralifiert. Gegen 6 Uhr erscheint Blefe molen wieber, um das Rennen fortzusetzen. Beim dritten Spurt Nervenstärkend blutbildend Hiermit allen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater Alwin Körsten nach langem Leiden am Montag, den 10. März, früh 6%, Uhr, im 68. Lebensjahre verstorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen Bertha Körsten geb. Dornbusch. Die Beisetzung findet am Freitag, den 14. März, nachm. 2%, Uhr von der Halle des Zentralfriedhofs LichtenbergFriedrichsfelde aus stath Am 6. März perfchieb nach langem Branchenversammlung weren Leiden unter Blagmeiſter Tagesordnung: 1. Die Situation In der Branche 2. Distuffion. Sitgliebsbud legitimiert. Achtung! Elfenmöbelbetriebe Donnerstag, den 13. Marg, abends Uhr, im Verbandshause( Gigunge aal), Linienstraße 83/85: Versammlunge Tagesordnung: Tarifvertrag aber night Achtung! Aronenbetriebe Achtung Donnerstag, den 13. März. naamittags 5 Uhr, im Lotal eichenberger Hof, Reidenberger Straße 147: Versammlung w der aller Kolleginnen und Kollegen, die in ben Betrieben des Verbandes Fabritanien unstgewerblicher Beleuchtungstörper beschäftigt find. Ohne Mitgliedsbuch ein Sutritt. Gifendieher, Rundschleifer usw. Donnerstag, den 13. März, abends Uhr, im Verbandshausfe( grober Gaal, parterre), Bintenstraße 83/85. Branchenversammlung See Victor Zientkowski. Bir berlieren in ihm einen gewiffenhaften Arbeiter, ber 83 Jahre lang für Tabakware Hecht gehandig Lindenstr. 81 Zigarren Zigaretten, Tabak billig uno treu und unermüdlich tätig war. Trauerfpenden Sein Anbenten wird bei uns stets in 35826 Chren bleiben. Reichelt, Bartsch& Co., Bau- und Nutzholzhandlung, Holzbearbeitungsfabrik. jebec Art Der Stand des Rennens nach der 5- Uhr- Wertung ist folgender: 1. van Net Moestops 148 P., 2. Sadow- Bauer 103 B., 3. Krupkat- Huschte 100 P., 4. Lorenz- Lechmer 73 B., 5. Samall- Stabe 56., 6. Rizetto- Stellbrint 31 B., 7. Oliveri- Tonani 15 P., 8. Wittig- Kroll 8 P. Eine Runde zurüd: RüttLewanow 85 B., Storm- Bletemolen 40 P., Tarlor- Hahn 27 3., Roch- Schrage 12 B. 3wei Runden zurüd: Rudel- Kendel bacher 0 P. Drei Runden zurüd: Bamte- Bassenheim 2. Um 6 Uhr abends find 2947,800 Kilometer zurüdgelegt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Es ist von verschiebenen Abteilungen noch folgendes vorzunehmen: 1. Berichtsbogen vom 3. Quartal( Ottober, November, Dezember) abliefern. 2. Theatermarlen, Rinomarten abrechnen. 3. Afontozahlungen auf die Baufondsmarken. 4. Es ist die 2. Lieferung Grundlinien der Weltgeschichte" von S. G. Wels erschienen und lann von den Abteilungen bzw. Mitgliedern be. zogen werden. Achtung, Mitglieder! Bir weisen darauf hin, daß in den Ab. tellungen zu unserem Konzert- Abenb am Sonntag, ben 16. b. M., in der Aula des Friedrich- Realgymnasiums, Mittenwalder Str. 84/37, bie Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. pro Stüd zu beziehen find und bitten wir, recht viel Karten umzusehen. Abend." Heute, Dienstag, den 11. März, abends 7½ Uhr: Buchholz: Bokat von Stoffad, Sauptstr. 51, Vortrag: as ift Sozialis mus?"-> Mariendorf: Dorfftr., Alte Schule, Borttag: Werdegang bes Rapi balismus." Renton III: Jugendheim, Rogatitz. 53. Bertrag: Reise nach Güdamerika." Beukölln IV: Schule Railer- Friedrich- Str. 4, Heinrich- Heine Brenzlauer Vorstadt: Babeanftalt, Oberberger Str. 57, Vortrag: ., Geschichte des Altertums."- Reinidendorf- Of: Seebab", Residensstr., DisLuffton: Entstehung des Altertums." Cchöneberg I: Jugendheim, Rubens, Ede Hauptstraße, Diskussion: Der Einfluß der Technit auf die Bolkswirts fayaft." Spandau: Jugendheim, Neuendorfer Str. 87, Bortrag: Einführung Staaten: Jugendheim, Bahnhofitt. 80a, Mitglieder. in ben Sosialismus. versammlung. Eteglig I: Jugendheim, Ulbrechtstr. 46, Disfuffion: Gemein Zegel: Jugendheim, Bahnhofftr, 15, Bortrag: Was ift, Rommunise Wannsee: Schule Charlottenstraße, Vortrag: SAJ. und Kirche." Weften: Badeanstalt Dennewigstraße( Rinderhort), Fontane- Abend". mus?" BORG ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER Koch& Reeland Stets im Zeichen der Mode Herrenstoffe ,, Das Neueste" Gabardine, Cord und Ripsgewebe Damenstottereine Wolle" für Kleider, Kostome, Röcke 12.Mtr. 5.50 Mtr. Gertraudtenstr. 20/21 Sege: 1893 Schwächezustände, Verlust von Kraft und Energie beruhen auf einem mangelhaft genährten Körper, da in demselben die roten Blutkörperchen verringert sind. Aerzte verordnen mit Vorliebe das vertrauenswürdige Leciferrin, ein Nähr- und Blutauffrischungsmittel für Erwachsene und Kinder. Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Preis M. 3,-. 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