Nr.125 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 62 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsche land. Danzig, Saar. u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolf und 8eit" mit..Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt und der Frauenbeilage..Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 13 Goldpfennig 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart. Reflamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 0,20 Gold. mart( zulässig zwei fettgedruckte Morte), tebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Bort 0.05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 42 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin G 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Feruiprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Werlag: Dönboff 2506-2507 Freitag, den 14. März 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Pastscheckkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Depoftenfase Lindenstraße 3 Vorwärts zum Wahlkampf! - es lebe der neue Reichstag! Der alte Reichstag aufgelöst- es lebe der Der Wahlkampf beginnt. Mit gesammelter Kraft zieht die Sozialdemokratische Partei Deutschlands in den Wahl tampf einen der schwersten, den sie, den das deutsche Volt zu bestehen hat. Es geht um große Entscheidungen von geschichtlicher Tragweite. Nicht Rechthaberei, nicht Agitationsluft hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion auf der Durchberatung ihrer Anträge zum Notverordnungswerk der Regierung bestehen lassen. Sie hat erkannt, daß durch die Ge amtheit dieser Notverordnungen auch in der Gesetzgebung der Schlußpunkt unter eine große geschichtliche Umgestaltung in Deutschland gesezt werden und damit durch die Regierung allein eine Entscheidung gefällt werden foll, die in einer modernen Demokratie nur durch den Träger des Bolt.>>> willens, durch das Parlament, getroffen werden kann. In der Zeit der Währungsfrise hat sich in Deutschland eine grundlegende Berschiebung des Berhältnisses von Staat und Wirtschaft vollzogen. Die große Wirtschaft, deren Macht in den großen Konzernen zu'ammengeballt ist, hat sich in den wichtigsten Fragen der Beeinflussung durch den Staat entzogen. Die Autorität des Staates gegenüber der Wirtschaft, die noch während des Krieges im alten Deutsch land als eine Selbstverständlichkeit erschien, ist geschwäch t. Bon der ersten Programmrede Helfferichs im Reichstag rom 2. Juli 1920, die sich gegen den sozialen Inhalt der Republik wandte, über die Borstöße des Unternehmertums Dom 5. No Dember 1921, die dem Reiche die Verfügung über die wichtig ften wirtschaftlichen Machtmittel entreißen und die Arbeiterschaft der Unternehmermillfür preisgeben sollen, über das fogenannte Garantieangebot der Industrie vom 25. Mai 1923, in dem sich die große Wirtschaft dem Staat als gleichbered tigte Verhandlungsmacht gegenüberstellte und auf Kosten der Arbeiter einen Freibrief für die soziale Reaktion vom Staate verlangte, geht eine flore Linie bis zu dem Notverordnungswert der Regierung Marr. | heutige Regierung entscheidet. Dem Sinn der Verfassung und dem Sinne der Demokratie widerstreitet eine folche Auffassung. Der neue Reichstag hat die volle Entscheidung. Um diese Entscheidung geht der Wahlkampf. Nun gilt es, für die deutsche Sozialdemokratie zu fämpfen. Jetzt gilt es das Massenaufgebot aller Sozialisten in dem Ringen um die große Frage: Soll die Sanierung Deutschlands erfolgen auf Kosten der deuts schen Arbeiter und ihrer Errungenschaften im Geifte reattionärer Wirtschaftsgesin. nung, oder foll fie getragen fein Dom Geiste der fozialen Demokratie? Der neue Reichstag muß so zusammengesetzt werden, daß er unseren Auffassungen und Forderungen Gerechtigkeit widerfahren läßt. Der Reichstag ist tot. Es lebe der neue Reichstag! Die Auflösungs- Verordnung. Nach Erledigung der vorliegenden Gesezentwürfe und einiger Initiativanträge ruft der Präsident als nächsten Punkt der Tagesordnung auf: Fortsetzung der Beratung über die Interpellationen und die Anträge zu den Steuernotverordnungen. ich Ihnen über die Absichten und 3iele der Regierung Reichstanzler Marg: In meiner Rede vom 26. Februar habe durchaus flare und eindeutige Angaben gemacht. Ich habe darauf hingewiesen, daß es sich bei der ungemein schwierigen Lage in Staat und Wirtschaft für Regierung und Wolfsvertretung zurzeit nur darum handeln könne, das Leben der Nation zu retten. Dazu ist uns das Ermächtigungsgefes vom Reichstag gegeben worden, und im Dienste dieses hohen Zieles hat die Reichsregierung die ihr erteilten Vollmachten ausgeübt. Sie ist nach wie vor der laffenen Verordnungen ein einheitliches Ganzes darstellen, aus dem Ueberzeugung, daß die auf Grund des Ermächtigungsgefeßes er ohne Gefährdung des bei Erteilung der Ermächtigung gesetzten dreifachen Zieles fein wichtiger Tell herausgebrochen werden fann. morden. Unter dem Drude der Wirtschaftsfräfte, die alle effeln der sozialen Gefeßgebung, der Beeinfluffing burch staatliche Die tief einschneidenden Maßnahmen der Regierung bildeten Wirtschaftspolitik abwerfen wollen, hat die Regierung ihre den Gegenstand wochenlanger Erörterungen in diesem Hause und Verordnungen erlaffen. Unter diesem Drucke entzieht sie sich find hier von den zuständigen Ressortministern eingehend begründet der parlamentarischen Kritit. Ihr Notverordnungswert will Dabei wurde im einzelnen dargelegt, daß eine ganze wohl sanieren aber Sanierung Deutschlands und seiner Reihe diefer Verordnungen ich nenne hier besonders die Arbeitszeitverordnung Wirtschaft auf Rosten der breiten Massen feiner gründet erscheint, daß fie eine Notgesetzgebung darstellt, die unbenur in der gegenwärtigen besonderen Lage beBevölkerung, auf Kosten der deutschen Arbingi einer anderen ordentlichen Gefehgebung Plah machen muß. beiterschaft. Sie will Sanierung, die nur über den Das soll auch geschehen, sobald die gegenwärtige Krisis überwunden Augenblid hinwegret et; aus deren unsozialem Geist herous und fich die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands ge neue Konflikte in naher Zukunft entstehen müssen. Sie will festigt und übersichtlich gestaltet hat. Bis dahin muß aber alles daran gefeßt werden Sanierung, die meder eine dauernde erträgliche Grundlaac für Deutschlands Reuordnung im Innern, noch für die Fühbleibe ich daß das Wert der Gefundung nicht gefährdet wird. rung einer auf die Verständigung Europas abzielenden Außen. Deffen ungeachtet sind von verschiedenen Parteien zahlreiche An rung einer auf die Verständigung Europas abzielenden Außen träge zweds Aufhebung oder Abänderung von Berordnungen gepolitik sein tann. Ihr Sanierungswert ist die Vorbereitung stellt worden, und der neuen Krife. und dabei die Oppositionspartelen beharren bei ihrem Entschluß, ihre Anträge entweder fofort im Plenum des Reichstages zur Abftellen. Das eine wie das andere erachtet die Reichsregierung zurftimmung zu bringen oder sie in den Ausschüssen zur Beratung zu Gegenüber die' em Sinn des Gesamtwerfes der Notverord nungen der Regierung wer der Sinn des Gesamtwerfes der Abänderungsanträge der sozialdemokratischen Reichstagsfrat tion: Sanierung der Verhältnisse Deutfchzeit als unerträglich und mur geeignet, die mühsam zustandegekom lands und feiner Wirtschaft cuf fozial ge. rechter Grundlage. Es galt, den sozialen Inhalt der Republik zu erhalten. Daher die Forderung der Aufrecht erhaltung des Acht stundentages, der Beseitigung der fozial ungerechten Mietssteuer, der Befeitigung der ungerechten und gegen den republikanischen Geiſt in der Vermaltung angewandten Personalabbavverordnung Beseitigung der Härten, die diese Notverordnungen der Reaierig für Arbeitslofe, für Sozialrentner, für Kriegsrentner mit sich bringen. Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion wollte eine Sanierung, die eine Gewähr für die Dauer bietet, und die eine Außenpolitit der Verständigung ermöglicht. Um diefen großen Gegenfaz geht der Wahlkampf. Die Sozialdemokratie ist getragen von der lleberzeugung, daß eine Reuordnung der Verhältnisse Deutschlands und feiner Wirt. schaft nur erfolgen kann, wenn den breiten Mossen des Boltes Der Aufstieg zu Kultur und Wohlfahrt nicht ver perrt wird. Sie find die Träger der Eristenz und der Größe der Nation. Sie sind die Stüken der Staatsautorität der Republik gegen über den Streifen der großen Wirtschaft, die die Staatsautorität der Republik zerschlagen wollen. Bis die große Entscheidung des Wahlkampfes gefallen fein miro, führt die Regierung die Geschäfte. Der neue Reichstag wird entfcheiden über das Notverordnungswert der Regierung, deffen Kritif sie heute fürchtet. Aus der Erklärung des Reichsfanzlers vor der Auflösung des Reihstages fonnte man die Absicht herausleien, tie parlementarische Pritik und die parlamentarische Entscheidung auch im neuen Reichstao hinauszuschieben bis zu einem Zeitpunkte, über den die mene Festigung unserer inneren Berhältnisse erneut zu erschüttern. Dabei ist die Regierung der Ueberzeugung, daß gerade die ihrer Natur nach langwierigen und in ihrem Berlauf nicht vorausjeh baren Berhardlungen in den Ausdüffen erneute Unsicherheit in Finanzen, Recht und Wirtschaft bringen müffen. Aus diesen Erwägungen heraus muß die Reichsregierung das Berlangen stellen, baß zurzeit felbst jeder Einzelberatung über die zu den Berordnungen vorliegenden zahlreichen Anträge im Plenum unbedingt vermieden wird. Die Regierung hat sich leider vergeblich bemüht, durch Berhandlungen mit den Barteien die Anerkennung ihres Standpunktes durchufeßen; die Parteien der Opposition haben ausdrücklich verlangt, alle von ihnen gestellten Anträge fofort zur Entscheidung zu bringen. Es tommt hinzu, daß durch die Rufpißung der innerpolitischen Verhältnisse allein schon durch die bevorstehenden 28 ahlen die Erörterung der Anträge zu den Verordnungen hier im Reichstag von Tag zu Tag mehr wahlagitatorischen Charakter angenommen hat, dedurch allein schon erscheint eine fachliche, das Gesamtinteresse des Reiches berücfichtigende Behandlung der Ber crdnungen nicht mehr möglich. Angesichts dieser Sach'age fann ble das Boll lebenswichtigen Fragen hier nicht mehr zufaljen. Da es Regierung eine weitere Berhandlung der nach ihrer Auffassung für nach den Berhandlungen mit den Barteien zweifelsfrei feststeht, daß die Mehrheit des Reichstags darauf besteht, einen Weg zu beschreiten, der nach der lieberzeugung der Reichsregierung das Bol! ins Verderben führt, hält sich die Regierung, durchbrungen von ihrer Verantwortung für tas Schidial von Reich und Bo't, für verpflichtet, die meiteren Berhandlungen über die Notverordnungen zu verhindern und die Entscheidung des Boltes felbft anzurufen. Damit in dieser Lage das Voit entscheiden kann, hat die Reichs. regierung beim Herrn Reichspräsidenten den Antrag auf Auflösung des Reichstags gestellt. Diesem Antrage hat der Reichs. präsident durch folgende Berordnung entsprochen, die ich die Ehre habe, dem Hohen Hause zu verlesen: Nachdem die Reichsregierung festgestellt hat, daß ihr Verlangen, die auf Grund der Ermächtigungsgejeße vom 13. Oktober und 8. Dezember 1923( Reichsgesetzblatt" I S. 943 und 1179) ergangenen und von ihr als lebenswichtig bezeichneten Verordnungen zurzeit unverändert fortbestehen zu lassen, nicht die Zustimmung der Mehrheit des Reichstages findet, löse ich auf Grund des Artikels 25 der Reichsverfassung den Reichstag auf. Der Reichspräsident: Ebert gaz.: Der Reichskanzler: Marg. Berlin, den 13. März 1924." Die Rede des Reichskanzlers wurde von der äußersten Linken faft unausgesetzt durch lärmenden Widerspruch und Zurufe unterbrochen, wobei sich besonders der Abg. Ledebour hervoriat, der das Berfahren des Reichskanzlers und der Regierung als einen Standal bezeichnete. Bräfibent Löbe: Nach dieser Mitteilung des Reichskanzlers ift unsere Aufgabe an diesem Orte abgeschlossen. Zu einer formellen Bemerkung hat noch das Wort der Abg. Fehrenbach.( 3urufe bei den Kommunisten: Der Reichstag ist doch aufgelöst!) Das überlaffen Sie mir. Abg. Fehrenbach( 3.): Wir stehen am Schluffe einer langen und leidenschaftlichsten Formen werden ausgefochten werben. Mit einer an Kämpfen reichen Tagung. Wir stehen vor Wahlen, die in den gewissen Beruhigung und Freude werden wir fonstatieren dürfen, daß es wenigstens einen Moment gibt, wo wir uns in einer Auffassung alle begegnen: In der Anerkennung für die Leitung der Geschäfte und in der Verehrung gegenüber unserem verehrten Herrn Präsidenten. Es ist nicht immer leicht, in so leidenschaftlichen Stämpfen, wie sie den Reichstag durchtobt haben, jene Objektivität zu bewahren, die den Präsidenten aus Amt wahrgenommen und hat dabei seines Amtes mit einer Freundzeichnen soll. 3n mustergültiger Objektivität hat unser Präsident fein lichkeit und Liebenswürdigkeit gewaltet, die mich, den Süddeutschen, bei dem Schlesier ganz besonders angenehm berührte. Ich glaube wärmsten Dank und unsere herzliche Verehrung zum Ausdruc namens des Reichstages unserem Präsidenten zum Schlusse unseren bringen zu follen.( Lebhafte allseitige Zustimmung.) Schlußrede des Präsidenten. Präsident Löbe: Ich danke dem Kollegen Fehrenbach für bie ehrenden Worte, die er namens des Hauses an mich gerichtet hat; es war vielleicht etwas zuviel. Ich darf aber auch Ihnen für Ihre Bustimmung danken und glaube auch Ihre Zustimmung zu finden, wenn ich den Dank ausdehne auf die Herren, die mich im Präsidium immer bereitwillig unterstützt haben, auch auf die Schriftführer. Was hier nach außen hin ganz felbstverständlich und reibungslos fich vollzieht, bedarf aber nach innen langer Borbereitungen und Mühen, und darum glaube ich, den Dank auch ausdehnen zu sollen auf die Beamten, die Angestellten und die Arbeiter im Reichstage.( Lebhafter allseitiger Beifall.) Nun erlauben Sie mir noch, ehe wir uns trennen, ein allgemeines polifisches Wort. Der erste Reichstag nach der politischen Umwälzung hat unter den denkbar traurigsten äußeren und inneren Berhältnissen feine Aufgaben zu lösen versucht. Die Nachwirkungen der militärischen Niederlage, die Wirkungen des Knebelungsvertrages von Versailles haben allen unseren Mühen zum Wiederaufbau immer entgegengestanden. Der Reichstag ist viel angegriffen, gefcholten, ja, ich darf fagen, geschmäht worden; er teilt dieses Schicksal mit fast allen europäischen Parlamenten in der gegenwärtigen gärenden Zeit. Er teilt dieses Schidjal mit den meisten Regierungen, mit vielen Parteileitungen in vielen Lagern. Es wird abzuwarten sein, ob der historische Abstand es möglich machen wird, unseren Bemühungen gegenüber ein anderes Urteil zu fällen, ob tommende Geschlechter sich ein gerechteres Urteil werden bilden können Ich habe einen Anhaltspunkt dafür, daß das möglich ist. Immer denn, wenn der Schnitter Tod unter uns erschienen war er hat in diesen vier Jahren zwei frattions starte Gruppen abgerufen immer dann waren wir imftande, auch dem Gegner Gerech tigfeit widerfahren zu lassen. Wir haben nach Auswegen gesucht aus der Not für unser Bolt und Vaterland; diese Auswege sind oft nicht gefunden worden, wie auch jeder sie nach Maßgabe feiner politischen Ueberzeugung gesucht hat. Cag es an uns, daß sie nicht gefunden wurden, so liegt es jeht in der Hand des Bolkes, der Wähler, der höchsten Inftanz, das zu ändern. Daß dieser Wille der Wählerschaft frei und ungezwungen jenseits wie dies. feits des Rheins zum Ausdrud fommt, diese Forderung erhebe ich hiermit. ( Lebhafte allgemeine Zustimmung.) Unser deutsches Volk, friedllebend, arbeitsam, ordnungsgewöhnt und fleißig, wird seinen Play frt der Welt, sein? gleichberechtigte Stellung unier den Völkern auf der Erfre sich wieder erringen.(Lebhaftes Bravo!) Diese» deutsche Volt ist unsere Hoffnung, unsere Zuversicht. Ich bitte Sie, das zu bekräftigen, indem Sie mit mir rufen: Das deutsche Volt und die deutsche Republik, sie leben hoch!(Der Reichstag erhebt sich und stimmt dreimal in den Ruf ein.) Die letzte Sitzung des Reichstages ist geschloffen. «• Das Sterben ües Reichstags. Das war kein dramatisches Endel Die äußeren Umstände der Reichstagsauslösung ließen nicht erkennen, daß nun der Kampf im Bolle um wichtigst« Entscheidungen beginnt. Zu lange schon ist dieser Reichstag totgesagt, als daß sein Ende von der Oeffentlichkeit noch als scharfer geschichtlicher Einschnitt empfunden würde. Es ist die Schuld der Regierung, die sich auf die bürgerlichen Mittelpar- teien stützt, daß fie die Bedeutung des Parlamentes und damit auch dos Empfinden für die Wichtigkeit dieses Endes in den Augen der Oeffentlichkeit herabgefetzt hat. Wir stellen fest, daß die bürgerlichen Mittelparteien und ihre Regierung der Tagung des Parlamentes einen unwürdigen Abschluß gegeben hab�n, der weder das Ansehen de? Parlaments in der Republik noch das Ansehen der demokra- tischen Verfassung im Volke stärken wird. Das Haus bot nicht einmal das Aussehen eines großen parla- mentarifchen Tages. Sonst schlägt an den Tagen großer Parla- mentssitzungen die Erregung und Spannung der parlamentarischen Ereignisse aus dem Hause heraus, sonst umgeben Scharen von War- tenden, von Zuschauern die Eingänge des Hauses und zeugen von der Fühlung des Parlaments mit dem Volke. Das Ende des Reichs- tags hat die Oeffentlichkeit tMlnahmsloS' gelassen. Während drinnen ein Abschnitt der Geschichte der Republik abgeschlossen wurde, lag das Reichstagsgebäude. still' und verlassen im Märzsonnenschein. Im Plenum vollzog sich unter größter Unaufmerksamkeit die Beratung des Gesetzes über die Goldnotenbank und der kleineren Borlagen. Noch in letzter Stunde muß der Präsident einen unwahren und verleumderischen Angriff auf die Würde des Parlaments und auf alle Fraktionen abwehren. Er weist energisch die Unterstellung zurück, als ob auch nur eine Fraktion an eine Verlängerung der Diäten über die Auflösung hinaus gedacht habe, und erläutert den Sinn des Antrags über die Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Fahrkarten. Und nun erhält der Reichskanzler das Wort. Eine Cr- klärung, die das Unhaltbare der Situation der Regierung und der bürgerlichen Mittelparteien zeigt. Zwischenrufe unterbrechen Ihn. Als er behauptet, die Opposition werde die Stabilität der Verhält- nisse stören, tönt ihm aus der sozialdemokratischen Fraktion ein ent- schieden«-„Das ä st nicht'wahrr entgegen. Cr verliest das Auflösungsdekret und überreicht es dem Präsidenten. Die Arbeit dieses Reichstags ist abgcfchlosien. Endlich findet diese letzte Sitzung noch einen würdigen Ausklang. Der Zerckrumsabgeordnete Fahrenbach würdigt in ehrenden Worten die Geschäftsführung des Präsidenten Löbe. Dieser dankt. Seine Schlußansprache bringt einen feierlichen Klang in die formlose und vom Lärm des Aufbruchs erfüllte Schlußsitzung, m der die Erklärung des Reichskanzlers wie ein geschäftsmäßiger parlamentarischer Akt wirkte. Genosse Löbe gedenkt der beiden des deutschen Volkes, er lenkt die Blicke vorwärts in eine besiere Zu» kmifti Das Haus erhebt sich— Löbe schließt mit einem hoch auf das deutsch« Volk und die Republik. Brausend tönt das hoch durch den Saal. Schweigend stehen dl« Deutsch- � nationalen— zwei von ihnen werfen den Arm empor für das deutsch« Volt und die Republik! Draußen sinken die Fahnen auf den vier Türmen des Reichs- tagsgebäudes, die Symbole der Souveränität, herab. Der erste Reichstag der Republik ist zu Ende. Der Reichskanzler wiederholte vor der Presse seine Erklärungen, und mühte ssch, so gut er tonnte. Sinn in das aus absoluter Ber» legenheit und Halbheit geborene Verhalten der Mittelparteten zu bringen. Allmählich leerte sich das Haus. Nun beginnt der Wahl- kompfl Meine Antenne. Von Paul Franke. Wir wohnen vier Treppen und haben einen Dalkon. Da mir »on„Fachleuten" gesagt wurde, es gäbe nichts Günstigeres als vier Treppen zu wohnen und«inen Balkon zu besitzen, entschloß ich mich nach längerer Paus«, eine Balkonantenne zu bauen. Schlug wieder divers« haken und Nägel in die Mauer, zog Bindfäden und spannte mein« Drähte. Abends saßen wir gespannt am Apparat, um wieder nichts zu hören. Das hielt ich auf die Dauer nicht aus. Früher war ich Fahnenträger des Kriegervereins.Lmmer feste druff" und hatte von daher noch eine alte Fahnenstange. An die Spitz« band ich einen Porzellanring, nagelte die Stange dann an den - Blumenkasten und befestigte das Ende an eine Stuhllehn«. Zur Sicherheit beschwerte ich den Stuhl noch mit einem schweren Klotz. legte den Draht durch den Porzellanring, befestigte daran ein großes Schlüsselbund und ließ Draht und Schlüsselbund in die Tiefe sausen. Das andere Ende des Drahtes legte Ich um eine Schneiderpuppe, bohrte ein Loch in die Balkontür und die Antenne war fertig. Und richtig, alles war In Butter. Mehrer« Tage lang. Dann kam eine Sondervorstellung, zu der wir extra Besuch ein» geladen hatten. Zuerst hörten wir Gesang und Musikvortröge, dann kam eine schöne Rede. Wir hörten noch: Nöte der Landwirtschaft, Schutzzölle... Neuorganisation der Staatsverwaltung: dann wieder eine Paus«... unerschwinglicher Steuerdruck.... Bei dem Worte Steuerdruck gab es auf dem Balkon plötzlich ein eigentückiliches Ge- rausch. Entsetzt starrten wir uns alle an. Meine Frau fand zuerst die Fassung wieder und sagte:„Du, Mann, da ist einer aus dem Balkon" Stellen Sie sich das vor, abends 10 Uhr und einer auf dem Balkon. Und ich wohne vier Treppen. Dann gab es noch«in fürch- terliches Gepolter. Entsetzt reiße Ich die Balkontür auf. Alles hätte ich gedacht, nur das nicht. Vom Blumenkasten war ein Brett aus- gerissen, die Blumenerde lag auf dem Balkon, die Fahnenstange hing mit dem Draht schief herunter. Der schwere Klotz war vom Stuhl gefallen, und dieser hing halb in der Luft. Zwei weiße Kaninchen, die ich schon längst„abschaffen" sollte, waren vor Schreck aus dem Stall ausgebrochen mld kreisten wie besessen herum. Ich sehe über die Balkorwrüstung in die Tiefe. O Schreck! Da unten ist ein großer Auflauf. Zwei Grüne rufen herauf, was machen Sie denn da? Ziehen Sie sofort das Schlüsselbund herauf. Aie Leute stoßen sich damit noch in die Augen. Ich rief zurück, daß�oir noch Besuch erwarten und das Schlüsselbund dann immer zum Fenster heraushängen. Den Grünen leuchtete da, auch ein, nur ein« Frau konnte sich nicht enthalten und rief:„Hoch, die machen wohl«inen Radiol" Schleunigst zog ich meinen Droht ein, jetzt habe ich aber wirklich für immer genug. Der Zwiespalt in öer Volkspartei. Der Vorstoß des rechten Stinnes-Flügelsder Volkspartei ist selbstverständlich von der allergrößten Bedeutung und kann unter Umständen den Wahlkampf in entscheidender Weise beein- flussen. Die Träger dieses Vorstoßes wissen sehr genau, was sie wollen,« ist keineswegs von vornherein sicher, daß sie sich in eine unter Umständen für sie aussichtslose Spaltungs- situation begeben. Offenbar wollen sie— nach Kahrschem Rezept— einen„Druck aus Berlin", in diesem Fall« einen Druck auf die Stresemannsche Parteileitung, ausüben, der zur rechten Zeit ihre materielle und ideologische Abhängigkeit vom schwerin- dustviellcn Flügel zum Bewußtsein gebracht werden soll. Die Bolls- parte!, die bei den letzten Wahlen 1920 uns„von roten Ketten befreien" wollte, kommt durch diesen Vorstoß in«inen Zwiespalt, der die verdient« Folge der unaufrichtigen, inkonsequenten und schwankenden Haltung der Innenpolitik Stresemanns ist. Offiziell findet das offiziöse Parteiorgan ziemlich große Worte. Die parte!- offiziöse„Zeit" schreibt in ihrer gestrigen Abendausgabe zu dem Vorstoß: „Die Heroen, die diese Vereinigung gegründet haben, begrün- den dieses Vorgehen damit, daß sie für Durchführung des Beschlusses der Reichstagsfraktion vom 12. Ja- nuar Sorge tragen wollten. Die Begründung einer besonderen Bereinigung zu diesem Zweck erscheint um so seltsmner, als dieser Beschluß der Reichslagssraktion einstimmig angenommen worden ist, und als sich die preußische Landtagsfraktion ihm eben- falls einstimmig angeschlossen hat. Hier können als» die wirk- lichen Gründe für die' Begründung dieser Sonderorganisation nicht liegen. Man hat den Eindruck aus den Erklärungen des „T a g", als wenn es sich vor allen Dingen darum handelt, bei den bevorstehenden Wahlen einen Druck auf die Par- teileitung auszuüben und die Führer der Der- einlqung an sicherer Stell« für die kommenden Reichstagswahlen aufzustellen. Die Aufstellung unterliegt aber einmal den Wahlkreisen und zweitens den ordnungsmäßigen Parteiinstanzen. Es ist kaum anzunehmen, daß die Bewegung sich auf breite Massen der Partei stützt. Schon jetzt liegen, wie wir hören, Proteste aus einzelnen Organisationen gegen dieses Borgehen der Sondergruppe vor, und der auf Sonnabend rinbcrnsene Parteivorstand dürfte eine klare Stellungnahme dar- über herbeiführen, ob die Partei diese Sonderorganisation in ihren eigenen Reihen ertragen kann. Das jetzige Vorgehen ist übrigens nicht ohne Beispiel. Es er- innert an die seinerzeit vorgenommene Gründung des„Altliberalen Reichsverbandes", der«ms derselben Tendenz heraus unter der Führung großindustrieller kreise seinerzeit begründet worden war, um«inen Druck auf die B a s s e r m a n n s ch e Führung der Rn- tionalliberalen Partei auszuüben. Die damalige Sonderorgani- sotion ist nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche verschwunden. Ueber das Schicksal der jetzigen Organisation dürsten die für die nächste Zeit einberufenen Partei! nstanzen sehr bald entscheiden." Aber gerade Herr Stresemann weiß sehr genau, da� es außer seinen Parteünstanzen noch gewisse andere„lebendige Kräfte" gibt, auf die gerade e r allzuviel Rücksicht zu nehmen ge- zwungen ist. Er hat oft genug betont, daß die„Ideenlosigkeit des saturierten Bürgertums" eine der Quellen des politischen Unglücks In Deutschland ist. Dabei hat er zweifellos aus eigener Anschauung geredet. Die Ideenlosigkeit des saturierten Bürgertums ist in seiner Partei, der Partei ideenloser Kompromisse und der nacktesten Pro- fitinteressen, am allermeisten oertreten. Die Angst vor der deutsch- nationalen Konkurrenz wird auch auf die Bolkspartei nicht ohne Eindruck bleiben, denn das deutsche Bürgertum hat nun einmal in seiner Gesamtheit noch nicht begriffen, daß es mit den deutschnatio- nalen Methoden der Dergangenheit brechen muß. wenn der Weg Ins Frei« gefunden werden soll. Dl« ganze Geschichte oller politischen Krisen ln den letzten Monaten hat das zur Genüge bewiesen. Vorläufig muß man deshalb noch daran zweifeln, daß die Volks- partei au» sich heraus die Kraft findet, den schönen Worten Strese- manns von einer neuen, sachlichen,„nicht auf Popularitätshascherei beruhenden Politik" in der eigenen Organisation die Taten folgen zu lassen. * Der Abgeordnete Beuermann läßt mitteilen, daß sein Ncnne irrtümlicherweise mit der Gründung der.Nationalliberalen Der- vor Herr öeS Riffs. Die Niederlagen, die die Spanier von neuem ln Marokko durch die Riffkabylen erlitten haben, rücken den erstaunlichen Kamp! diese» Voltes in neues Licht, und besonders ist es der Führer dieser kühnen Kämpfer, die eigentliche Seele des Widerstandes. A b d- e l- K r i m, der unser Interesse erweckt Wer ist dieser Mann, der es wagt, an der Spitze eines primitiven Voltsstammes dem mit allen Mitteln der modernen Technik ausgerüsteten spanischen Heer zu trotzen, und der beständig Siege über sie erringt? Der englische Oberstleutnant C. P. Haxes, der die strategische Lage auf dem marokkanischen Kriegsschau. platz genau studiert hat. gibt daraus in einem Charakterbild von Abd-el-Krim die Antwort:„Der Häuptling der Riffkabylen ist der tatsächliche Herr der Lage Im nordwestlichen Teil der spanischen Zone in Marokko, während in den anderen Gebieten vergleichsweise Ruhe herrscht. Seitdem der ganz unbekannte Deserteur von der spanischen Verwaltung in Ceuta mit einer Handvoll von Berbern aus dem Gebirq« den Kampf gegen ein europäisches Heer von ItzlWO vorzüglich ausgerüsteten Soldaten aufnahm und im Jahre 1921 sein« ersten erstaunlichen Erfolge erreichte, Ist Abd-el-Krim unter den Muselmännern Nordafrikas die gefeiertste Persönlichkeit und er hat einen Ruf errungen, wie er seit den Tagen Abd-el-Kaders keinem zuteil geworden. Raisuli bediente sich in seinem Kamps gegen die Franzosen der Mittel des Guerillakrieges und hatte durch sein« Ab- stammung von den alten Scherifen und die Romantik seiner Per- sönlichkeit große Machtmittel in der Hand: Abd-el-Krim. dessen Name bedeutet„Diener Gottes",„der Edelmütige", verfügt nicht über dies« Vorteil«, und«r gewann seine Erfolge durch ganz verschiedene Methoden. Der erwählte Beherrscher von 400 000 Menschen, die sich vorher niemals der Führerschaft eines einziaen Manne» unter- warfen, findet strengsten Gehorsam; seine Vorschriften werden be- folgt, die Steuern, die er ausschreibt, ohne Murren bezahlt. Dabei hat er, wie ein anderer Cramwell, die bisherige oberste Regierung, die alt« Iemaa, den Rat der Alten aufgelöst und die ungezähmten Banden der einzelnen Stämme zu einer in Zucht und Ordnung stehenden Heeresmacht zulammengeschlosiem Durch Kauf und Er- beutung ist«r in den Besitz einer vortreffilchen modernen Artillerie gekommen, und daß sein« Leute diese Geschütze auch zu handhaben missen, zeigte das kürzliche Bombardement des spanischen Kreuzers „Cataliina", bei dem die Mannschaft sehr beträchtlich« Verluste hatte. Seine Krieger sind gute Schützen und tapfere Kämpfer, die Erstaun- liches leisten, nachdem sie von ihrem Führer in der Handhabung der Maschinengewehr« und den Formen des modernen Krieges unter- richtet worden sind."_ Reue Krise im veusschen Opernhaus?. Im Charlottenburger Opernhause, das vor nicht langer Zeit erst seinen Fall Hartmann (und noch manche andere) hatte, ist schon wieder ein« Krise ou«- gebrochen. Der neue Generalmusikdirektor Leo Blech und der neu« Generaldirektor Gruder-Guntram haben beide um Ihre Entlassung nachgesucht. Die Gründe werden nicht mitgeteilt, sind aber wohl in künstlerischen Differenzen zu suchen. Jedenfalls ist, wie von der Verwaltung mitge'eilt wird, Leo Blech, der Opern- direktor des Deutschen Opernhauses, bedauerlicherweise an nervöser Erschöpfung erkrankt und infolgedessen oerhindert, die Leitung der nächsten Vorstellungen zu übernehmen. elnigung Innerhalb der Deutschen volkspartei" in Verbindung ge* bracht ist. Er mißbillige die Veröffentlichung„als in diesem Augenblick die Partei schädigend". In seinem Innern gehört natürlich Beuermann, der vorgestern noch jm Reichstag mit den Deutschnationalen bezeichnenderweise für die Neuwahl des Reichs, Präsidenten eintraf ganz und gar zur rechten Clique. Man weiß nicht, was soll es beöeutea... Bei Schluß der Redaktion wird folgende Meldung verbreitet: Der Partievorstand der Deutschen Voltspartei hat in einer heute (13. März) stattgehabten Sitzung zu den Veröffentlichungen über die Gründung seiner nationalliberalen Vereinigung der Deutschen Volkspartei Stellung genommen. Der Parteioorstand ist einmütig der Auffassung, daß es keiner Bereinigung von Partemitgliedern bedarf, um in nationaler, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht an den Grundsätzen der alten liberalen Partei, wie sie dem Pro- gramm der Deutschen Bolkspartei von 1919 zugrunde gelegt sind, festzuhalten, da dieses Festhalten den Grundsätzen der gesamten Partei entspricht. In der Deutschen Bolkspartei gibt es keine Richtung, die ander« als straffe nationale Tendenz vor- tritt oder die einer an ti marxistischen Politik entgegenwirken wollte. Der Beschluß det Reichstagsfraktion vom 12. Januar 1924 ist einstimmig gefaßt worden und die preußische Landtogssraktion ist diesem Beschluß beigetreten, so daß über die grundsätzliche Ein- stellung der Deutschen Bolkspartei in der Forderung der Zu? sammenfassung aller staatsbcjahenden b ü rge r- lichen Parteien kein Zweifel bestehen kann. Der Parteivor- stand erachtet es als das selbstverständliche Recht aller seiner Partei- Mitglieder, für ihre Anschauungen innerhalb der Parter ihren ganzen Einfluß einzusetzen, wi« dies auch bisher geschehen ist. Eine San- derorganiiation innerhalb der Partei ist aber für jede Partei »mmöglich und untragbar, da sie die Geschlossenheit und damit den Erfolg ihrer politischen Arbeit gefährdet. Der Parteivorstand weiß sich mit dieser Auffassung im Einverständnis mit den Parteifreunden tm Lande.,_ Ein falsches Selbftlob. Demokrat?« und Steuerfreude« Die demokratisch« Reichstagsfraktion verössent- licht eine Er klärung zur Reichstagsauflösung. In dieser Erklärung heißt es: „Hätte man aus uns gehört und die Steuern recht- zeitig auf wertbeständiger Grundlage aufge- baut: schwere» Unheil wäre dem deutschen Volke erspart g«, biieben." Wir stellen fest: bei den Beratungen über die Zwangscmleih« im Jahr« 1922 forderten die Sozialdemokraten die Abstellung der Zwangsanleihe auf Gold. Unter Führung von Herrn Dr. F i s ch e r- Köln haben ssch die Demokraten der Forderung widersetzt. Sie haben gemeinsam mit Dr. H e l f f« r l ch und Dr. G e s ch e l die Zwangsanleihe auf Papier gestellt und damit zu einer Gefahr für die deutsch« Währung gemacht. Bei der Beratung des Geldentwertimgsgesetzes verlangten sozialdemokratisch« Anträge die Abstellung der Steuern, namentlich der Vorauszahlungen für Einkommen- und Vermögens- steuern auf Gold. Die Demokraten haben auch diese Anträge ab« gelehnt. Im Bunde mit ollen anderen bürgerlichen Parteien haben zu einer Zeit, wo noch Rettung vor der Katastrophe möglich war, die Demotraten die Abstellung der Steuern aus wertbeständig« Grund- lag« verhindert und schweres Unheil über das deutsche Volk gebracht. Ihre Verantwortung ist um so schwerer, als an ihren Stimmen die Entscheidung hing. Da» Lob. da» sie sich selbst spenden, ist unwahr- hastig und irveführend. Es kann ihre Schuld nicht oerdecken. vi? Llquldcrkion de» deutschen Grundbesitzes ln Posen. W« größeren Finonzinstttutionen in Posen haben erklärt, die Liquidation des deutschen Grundbesitzes nach Kräften unterstützen zu wollen. U. a. wird die polnische Sparkasse denjenigen Personen, die al» Käufer vom Hauptliquidotionsamt zugelassen worden sind, Kredite gewähren, deren Höhe das genannt« Amt festzusetzen hat Die beteiligten Herren.haben, um Mißdeutungen— die natürlich inzwischen schon erfolgt sind— vorzubeugen, folgende» Bulletin ti'usgcgcben: „1. Bon einer„Flucht" kann keine Rede sein. Allerdings ist das Entlassungsgesuch Blechs eine Folge des Ausscheidens Kruder- Guntrams. 2. Der eingeschlagene künstlerische Kur» war selbstverständlich nur«in« Uebergangserscheinunz, deren llyvermeidlichkeit vor der Fochkritik spät«? zu begründen sein wird. 3. Bon finanziellen Schwierigkeiten kann in keiner Weise di« Rede sei. Im Gegenteil; nach der bekannten schweren Krise der letzten zwei Jahre ist das Deutsche Overnhaus mit seinem Personal von etwa 600 Personen in dieser Saison zu ungeahnter materieller Festigkeit und Ertragsfähigkeit geführt worden.". Also die Finanzen sind'? nicht, sondern..- IRedien an die Front! Der Schriftsteller Leo E r l ch s e n, der seit zwei Jahrzehnten den Spiritismus und neuerdings besonders den Schwindel der sogen. Materialisation»erscheinung«n bekämpft, setzt einen Preis von 3000 Goldmark aus für den Fall, daß ein« Materia- lifation einwandfrei zustand« kommt. Das betreffende Medium muh mit einer körperlichen Untersuchung und einer Kontrolle emverstanden sein, die jeden Betrug und jede Täuschung ausschließen. Kommen Trotz aller Vorsichtsmaßregeln Materialisationen zustande, deren natürlicher, also betrügerischer Ursprung nicht festgestellt werden kann. so bin ich zur Zahlung der ousqelobten Summe verpflichtet— Andererseits hat das betreffende Medium, das sich zur Verfügung stellt, an die„Deutsche Nothilf«" wenigstens 1000 Goldmark zu zahlen, falls ihm eine Täuschung nachgewiesen wird. Die durch die zahlreichen Entlarvungen neuerdings stellungs- und kreditlos gewordenen Medien hoben also Gelegenheit, sich ein- für ollemol zu rehabilitieren und 3000 Mark dazu zu oerdienen. Si« brauchen nur die von ihnen in Anspruch genommene Fähigkeit nach- zuweisen, den Gedanken in Materie umtzuwcmdeln, aus nichts Hände, Füße, Köpfe, ja Gestalten zu produr, leren und damit die Grundgesetz« der Chemie und Physik auf den Kops zu stellen. Dos kann ihnen doch nicht schwer fallen, nachdem sie solche Materialisationen sound- sooft(angeblichl) vollbracht hoben und ihr wissenschaftlicher(?) Nähr- vater v. Schrenck-Notzing sie ihnen bestätigt hat. Herr Erichsen, dem wir ein populäres Buch über dieses Gebiet verdanken, erwirbt sich ein Vevdienst, daß er diese immer wieder die Oeffentlichkeit heimsuchenden Fragen zur Entscheidung bringen will. Aber wie wir die Medien kennen, werden sie unter lauter nichtigen Borwänden das Licht der öffentlichen Untersuchung meiden und die dunklen Kabinette der von ihnen Betrogenen vorziehen, um Tische ranzen und sonstigen Geisterunfug treiben zu lassen. Spteiplanällberimg. In der Tomedia Balett! getangt»qNch 'IJi Uhr.Die fremde Frau� mit Rosa valetti zur Aufführung. MotNa voMsNni wird wahrscheinlich Ende April in Berlin gastieren, und zwar sowohl al» Opern- wie al» Konzertsänger. »er Fall elue, Meleorslein». Wie au» St. Jngdert gemeldet wird; ist dort ein Meteorli-w niedergegangen. Drei Augen, euaen wollen den rotglühenden Körper nacht» gegen IS Uhr im Niederfturz beobachtet baden. Der Stein steckte tief in der Erde. Sein Gewicht wird aus einen Zentner geschätzt Der Fall Zeigner. Merkwürdige Vorgänge hinter den Kulissen. Leipzig, 13. März.( Eigener Drahtbericht.) Am Freitag foll vor der sechsten Straffammer des Landgerichts Leipzig der Prozeß gegen den früheren sächsischen Ministerpräsidenten Dr. Zeigner beginnen. Hinter den Kulissen des Gerichts haben sich nach allem, was sich feststellen läßt, Borgänge abgespielt, die von vornherein auf die Objektivität des Gerichtshofes, dem der frühere Justizminister Sachsens ausgeliefert wird, ein bedenkliches Licht werfen. Die Bor. untersuchung gegen Dr. Seigner und feinen Mitangeklagten Möbius wurde geführt unter der Sachbezeichnung Dr. Zeigner und Genossen. Tatsächlich ist Dr. Zeigner auch der Hauptangeflagte. In der Anklageschrift hat aber, wie der Leipziger Boltszeitung" mitgeteilt wird, die Staatsanwaltschaft Möbius als ersten Angeklagten angeführt und dadurch erreicht, daß das Hauptver fahren nicht vor der dritten, sondern vor der sechsten Straffammer des Landgerichts eröffnet wurde. Der Borsigende der sechsten Straffammer, Landgerichtsdirektor v. Miastowsky, ist Borstandsmit glied der Deutschnationalen Partel in Leipzig und von Dr. Zeigner gemaßregelt worden. Ein Beisiger ist der Landgerichtsrat Dr. Störl, der von Dr. Zeigner ebenfalls gemaßregelt wurde, weil er fich weigerte, das Bild des früheren kalfers und des Kronprinzen aus seinem Dienstzimmer zu entfernen. Ein anderer Beifizer ist der deutschvölfifche Stadtverordnetentandidat, Landgerichtsrat naud, der sich seit jeher in der abfälligsten Weise über Dr. Zeigner geäußert hat. Auch der Borsitzende der ersten Straftammer, der über die Eröfnfung des Strafverfahrens gegen Dr. Zeigner zu entfcheiden hatte, Landgerichtspräsident von Weber, hat in der Borgeschichte dieses Prozesses eine äußerst merkwürdige Rolle gespielt. Su einer Zeit, als nochg ar teine Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens gefallen war, hat er schon dem Landgerichts. direttor v. Miastowsty die Atten zugestellt. Das Hauptverfahren gegen Dr. Zeigner ist von der Eröffnungskammer am 29. Februar eröffnet worden. Bereits am 28. Februar waren aber fämtliche Karten zur Hauptverhandlung ausgegeben und vergriffen. Der Termin war bereits vorher zwischen dem Landgerichtspräsidenten v. Weber, dem Landgerichtsdirektor v. Miastowitn und dem Oberstaatsanwalt Schlegei vereinbart worben. Herr D. Miastowsty hat schon am 28. Februar bei dem Hauptwachtmeister Lehmann eigenhändig 12 Eintrittskarten bestellt, darunter 2 Karten für den deutschvöllischen Anzeige erstatter, Rechtsanwalt Melzer. Alle übrigen Karten wurden an monarchistische Elemente in der Justizbehörde verteilt. So hat auch der deutschvolfische Staatsanwalt Fiedler, ebenfalls schon vor der Er. öffnung des Hauptverfahrens, Karten für die Berhand. fung erhalten. Mit um fo größerer Spannung barf man ber Durchführung dieses start politisch aufgezogenen Prozeffes entgegenfehen. Sie gebrauchen Kasernen. Düffeldorf, 13. März.( Eigener Drahtbericht.) In den letzten Togen fand in Düsseldorf eine Besprechung zwischen dem Oberbürgermeister und der französischen Besazung wegen der Neu. errichtung von Rafernenbauten statt. Der Oberbürger. meister lehnte es ab, die Kasernen zu errichten, da hierzu die Stadt Düsseldorf bei ihrer troftlofen Finanzlage infolge der Befagung nicht in der Lage sei und da das Reich keinerlei Rosten für die Errichtung von Kasernenbauten im Einbruchsgebiet erstatte. Hierauf erklärte der französische Bertreter der Besagung, daß man das Regierungsgebäude für Kafernenzwede beschlagnahmen werde. Abbruch deutsch- polnischer Verhandlungen. arihan, 13. März.( Eigener Drahtbericht.) Nach Unterzeichnung eines Abkommens betreffend die Uebernahme der Bevö terungsregister in den durch die Grenzlinie geschiedenen Bezirken wurden heute die in fünftägigen Beratungen bereits weit geförderten Verhandlungen über die Optionsfrage abgebrochen. Während Polen auf dem ursprünglichen Borschlag beharrte, die Entschädigung in allen strittigen Fällen einem neutralen Schiebegericht zu überlaffen, verlangte Deutschland gegenwärtig die Schaffung einer ständigen kontrollkommiffion auf dem polnischen Territorium für die Dauer von zehn Jahren, was Polen als Souveränitätsverletzung ablehnte. Bei der starten nationafiffifchen Strömung im polnischen Sejm ist der Abbruch der Verhandlungen nicht gefahrlos, da Polen frele Hand bekommt, 100000 deutsche Optanten auszuweifen. Wie wir erfahren, find die Reichsregierung und die polnische Gesandtschaft in Berlin bemüht, trotz der erfolg ten Abreise der deutschen Delegierten eine Beilegung des Ronflittes herbeizuführen. Die Haltung der polnischen Regierung entspricht durchaus der nationalistischen Stimmung der Mehrheitsparteien des Landes, die die Berhandlungen außerordentlich schwierig geftaltet. Es braucht nur daran erinnert zu werden, wie oft Bolen bereits auch in deutsch- polnischen Fragen die Entscheidungen des Bölterbundes und des Obersten Rates mißachtet hat. Unter diesen Umständen ist es für Deutsch land unerläßlich, eine Garantie bafür zu verfangen, daß etwaige Abmachungen nicht nachträglich fahrlässig oder böswillig behandelt werden. Es ist eine durchaus billige Forderung, wenn die deutsche Regierung für die Beit der Durchführung der für die Deutschen in Bolen fehr schwie rigen Optionsfrage eine Kontrolle für die loyale Erledigung der Abmachungen beansprucht. Bon einem Eingriff in die Souveränität zu sprechen, hat Bolen um so weniger Anlaß, als die polnische Regierung in Danzig und Memel eine Politik verfolgt, die die Souveränität der betreffenden Gebiete auf das Empfindlichste trifft. Poincaré vor dem Senat. Die letzte Arbeit des Reichstags. Reichstag die Vorlage über die Goldbistontbant erledigt. Bor der Auflösungsrede bes Reichsfanglers hatte der In der Debatte hatte nach dem Demokraten Dernburg zunächst das Bort genommen Abg. Robert Schmidt Berlin( Soz.): G unruhigung äußert, dann kann ber Reichstag um so mehr beruhigt Benn Abg. Helfferich über eine gefeggeberische Maßnahme Besein, daß er auf dem rechten Wege ist.( Sehr gut, links.) Seit Wochen hört man, daß der Geldmarkt versteift ist, daß Krebite nicht zu haben sind, und jetzt behauptet Herr Helfferich, daß die Privat industrie gar teine Kreditnot habe. Er meint dabei natürlich gewisse Konzerne und Großunternehmungen, die ihre Berbindungen im Ausland haben, nicht zuletzt darum, weil sie ihre Werte zum Teil ins Ausland geschafft haben. Weite Kreise der Industrie aber sind äußerst kreditbedürftig und ihnen muß geholfen werben, damit die Arbeitslosigkeit nicht noch größer wird. Diese Banten nehmen heute 20-30 Broz. Die Golddiskontbank wird Hilfe soll ihnen durch die Golddiskontbant werden. Die deutschen zu einem viel niedrigeren Zins arbeiten und darum scheint es, ais ob hinter dem Widerstand gegen dieses Gesetz auch das Interesse gewisser deutscher Banten stände.( hört, hört, lints.) Maßnahmen zur Stüßung der Währungsreform find durchaus nötig. Nach dem übereinstimmenden Urteil der Vorlagen der Bäh rungspolitiker und auch nach der Meinung unserer Partei müssen Abg. Helfferich so überheblich besprochenen Stritit an Helfferichs wir zu einer Golddedung unserer Noten tommen. Mit der vom Finanzpolitik hat die Presse lange nicht das Unheil angerichtet, wie Helfferich und feine Freunde mit ihrer Währungspolitit!( Lebhafte Buftimmung links.) Wie oft haben Helfferich und seine Freunde er tlärt, unsere Währungsverhältnisse tönnten erst dann in Ordnung gebracht werden, wenn Klarheit über die Reparationsfrage geschaffen fei. zu einer anderen Auffaffung haben sich Helfferloh und feine Freunde erst bekannt, als es mit unserer Währung ins Bodenloje ging dadurch, daß Sie( zur Rechten) alle Maßnahmen auf dem WähSpekulation und Treibereien an der Börse, die von Ihnen( aur rungsgebiet fabotiert haben. Es gibt teine' Devisenverordnung gegen Rechten) nicht' befämpft worden ist und wo Sie nicht für die Spefu lation eingetreten mären, bis auf den heutigen Tag!( 3uftimmung lints.) Es handelt sich bei diesem Gesetz um eine Aufgabe im Dienste der Republik, und ich habe das Vertrauen zum deutschen Boll, daß es bei den Wahlen dafür sorgen wird, daß in Zukunft der Reichstag im Dienste der Republit arbeitet und daß wir nicht in das Fahrwasser einer reaktionären Politik hineinfommen.( Beifall b. d. Soz.) Reichswirtschaftsminister Dr. Hamm ersucht, die vom Ausschuß gestrichene Amnestiebestimmung für Kapitalverschiebungen und Steuerverfehlungen wiederherzustellen. nalen, Deutschvöltischen, Sozialdemokraten und kommunisten abDie Wiederherstellung wird mit den Stimmen der Deutschnatio. gelehnt. Im§5 wird unter Abänderung der Borlage nach dem Aus. Schußvorschlag beschlossen, daß zur Liquidierung der Golddiskontbant nicht die Reichsbank zuständig sein soll, daß es vielmehr dazu eines Reichsgesetzes bedarf. Die Vorlage wird gegen die Deutschnationalen und Kommunisten endgültig angenommen, ebenso die dazu gehörige Alenderung des Bankgesetzes. finanzgefeß ergibt die Annahme mit der dazu nach der BerDie dann folgende Schlußabstimmung über das Reichs post. faffung erforderlichen Zweibrittelmehrheit. feine Stellvertreter, die Mitglieder des auswärtigen Ausschusses und zur Neuwahl die Freifahrkarten behalten. Der Präsident unt des lleberwachungsausschusses sollen die Diäten weiter beziehen bis zum Schluß des Monats, in dem der Reichstag zusammentritt Präsident Cöbe: In der Presse ist ein irrtümlicher Bericht verReichstagsdiäten handelt. Eine Anzahl von Zeitungen hat breitet worden, als ob es sich hier um eine Verlängerung der darauf hin hämische Bemerkungen gegen den Reichstag gemacht. Wir fönnen dagegen nichts machen, das ist eine Frage der Bornehmheit und des guten Geschmacks.( Zustimmung.) In diesem Falle beruhen die hämischen Bemerkungen auf einer nototischen Unwahrheit.( Sehr wahr!) Bon feiner Partei ist ein Antrag in jener Richtung gestellt worden. Der Antrag bezieht sich nur auf die Weitergewährung der Entschädigung an die Organe des Reichstages, die noch weiter tätig sind. Ich weiß nicht, ob es jemand gibt, der der Meinung ist, es sei eine persönliche Annehmlichkeit, persönlich den Wahlkampf aufzunehmen. fcheidungen, die in nächster Zeit bevorstehen, fann die Regierung Abg. v. Graefe( Dt.- völt.): Bei den ungeheuer wichtigen Entunmöglich allein die Verantwortung tragen. Es müß'e daher die Möglichkeit einer Tagung der Bolfsvertretung auch nach der Auflösung erhalten bleiben.( Gelächter.) Es ist das ja nicht eine besondere Sicherung für unser Bolt, so viel Vertrauen habe ich zu dem Reichstage nicht; aber noch viel weniger Berfrauen habe ich eine zwar sehr fleine, aber umfo entschlossenere Oppo zu dieser Regierung.( Große Heiterfeit.) Im Reichstage besteht fition, und man foll doch die Möglichkeit nicht unterbinden, diese Oppofition das bißchen Kritit auch in der Zwischenzeit gegenüber diefer Regierung üben zu lassen, was heute noch möglich ist. Wenn Sie das nicht wollen, wenn Sie eine parlamentslose Zeit vorziehen, dann laffen Sie auch noch die Fahrtarten schießen.( Heiterkeit.) Ein leines bißchen sind doch die Fahrkarten auch ein Geschent.( Große Heiterkeit.) Präsident Cobe: Der Zwed, den der Abg. v. Graefe erreichen ausdrücklich einfeßt, wahrgenommen; was Herr v. Graefe darüber will, wird nach der Verfassung von den Ausschüssen, bie fie hinaus verlangt, wird sich ja die Regierung bei den Maßnahmen, ble fie für heute noch vorhat, zu überlegen haben.( Große Heiterfeit.) Der Gefeßentwurf wird darauf mit fohr großer Mehrheit in allen feinen Teilen angenommen.( Reichskanzler Dr. Marg erfcheint im Saale.) Es folgt die erste Beratung des von der banerischen Boltspartei eingebrachten Gefeßentwurfes, die Wahlen zum Reichstag am Sonnabend. den 12. April stattfinden zu lassen und diesen Tag für einen öffentlichen Ruhetag zu erklären, für welchen alle Löhne, Gehälter und dergleichen fortgezahlt werden müssen. die Reichsregierung zu ersuchen, mit dem Reichspräsidenten darüber mit zur Verhandlung gestellt wird eii Antrag der Sozialdemokraten, in Berbindung zu treten, daß bei der Anberaumung des Termins für die Reichstagswahlen auf die christlichen Festzeiten gebührende Rücksicht genommen wird. ersten Antrag wirtschaftliche Bedenken. Ferner fei nicht mit einer Richsminister des Innern Dr. Jarres erhebt gegen den Wahl am 12. April zu rechnen, da bis dahin die notwendigen For. malitäten nicht erfüllt werder können. Abg. Sollmann( Sez) hat ebenfalls Bedenken gegen den An fogar die Möglichkeit, daß große Mengen von Arbeitern vor diesem trag. Die ohnempfänger würden in Gefahr fommen, daß fie an diesem Tage ihren Lohn verlieren. Es besteht Tage entlassen werden. Dann wird der Notetat in der Schlußabstimmung angenommen. Der Antrag der Bayerischen Bolkspartei wird gegen die Es folgt der Antrag der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Antragsteller und die Deutschnationalen abgelehnt. Demokraten, der Deutschen und Bayerischen Boltspartei zur Erfung der Wahlversammlungen während der Osterzeit. Angenommen wird ohne Aussprache der Antrag auf Einschrän gänzung des Geleges über die Entschädigung der Reichstagsmitglieder. Danach sollen die Abgeordneten bis ratung nachgegeben. Heute set es der Frant, ber zum Einfaß für die Aftion geworden sei, die Frankreich gegen Deutschland zur Er. langung von Reparationszahlungen eingeleitet habe. Der Senat habe stets gegen eine Anleihepolitif protestiert. Die Regierung ver. lange heute eine Milliarde Ersparnisse und 5 Milliarden neue Steuern, die dazu dienen sollten, den Wiederaufbau zu sichern, und endlich komme die Regierung auch dazu, das Anleihesystem einzufchränken. Wir fönnen der Regierung nicht das Recht zuerkennen, Gefehe zu machen, denn dazu ist das Parlament da Den gesetzgebenden Bersammlungen müffen die Rechte gewahrt werden, die ihnen das Bolf gegeben hat. Wir Republikaner wünschen einer Verfassung treu zu bleiben, die es Frankreich gestattet hat, nach 1870 in Freiheit sich wieder emporzuarbeiten und die es dem Lande ge. stattet, die Krife von 1914 zu überstehen. Wir vergessen nicht, daß die Berfaffung ausdrücklich erflärt hat, daß die Legislative vom Barlament ausgeübt wird. Nichts berechtigt dazu, daß ein Berzicht auf diese Befugnisse jetzt verlangt wird. Boincaré ver neint dies durch eine Kopfbewegung. Der Berichterstatter fährt fort: Wir sind der Ansicht, daß der Regierung die Möglichkeit ge. geben werden muß, die Milliarde einzufparen, die sie für notwendig hält. ( Den Schluß des Berichts geben wir auf der ersten Seite.) | loyale 3uftimmung Italiens zu den wesentlichen Grundsägen des Botterbundpattes erbliden möge, sowie Italiens Wunsch, daß der Bölferbund weiter fein wohltuendes Wert zur Herbeiführung bes. ferer Beziehungen zwischen den Kulturstaaten im Interesse des Weltfriedens ausübe. Branting, der sich ebenfalls an das Programm der Geheimfizung hielt, sprach im Namen seiner Regierung die Befriedigung barüber aus, daß die Annahme der Artikel 1, 2 und 3 den obligatorischen Charakter des Vermittlungssystems des Bölkerbundes anerkenne, Bunft 4 laffe aber verschiedene Auslegungen der fo genannten Zwangsmaßnahmen gelten. Man habe daher die Lösung dieses wichtigen Problems durch einen ständigen internationalen Gerichtshof gewünscht, und, nachdem diefer abgelehnt worden sei, müsse er namens feiner Regierung an der Auslegung des Pattes, wie er sie im Herbst vertreten habe, festhalten, wonach die An. menbung der bewaffneten Gewalt in feinem alle mit dem Bölkerbundpatt im Einklang stehe. Nach der einstimmigen Annahme des Tegtes en bloc hielt der Präsident des Rates eine zusammenfassende Schlußrede, in der er ebenfalls fein Bebauern über Punkt 4 aussprach und Zwangsmaßnahmen militärischer Art verurteilte. Saarfrage und Völkerbund. Paris, 13. März.( Gigener Drahtbericht.) Im Senat ist eine Entscheidung frühestens am Freitagabend zu er warten, vorausgefeßt, daß bis dahin die Generalbebatte erschöpft fein wird und der Senat noch am Freitag in die Spezialdiskussion Ein Memorandum der Parteien. ber einzelnen Artifel eintritt. Den Stein des Anstoßes bildet be. Bentrumspartei, ber fozialdemokratischen Bartel und der Genf, 13. März.( WTB.) Die hier weilenden Bertreter der fanntlich der Artikel 1, der das von der Kommission obgelehnte Grbeutsch- saarländischen Boltspartei bes Gaargebietes haben an mächtigungspelet enthält, deffen Annahme Herr Bin die einzelnen Mitglieder des Bölkerbundrates ein Schreiben ge caré durch die Stellung der Bertrauensfrage erzwingen zu fönnen richtet, in dem sie sich bereit erklärten, die erforderlichen Gelber zur glaubt. Bildung einer genügend starten Gendarmerie aufzubringen, damit bas französische Militär beldigst aus dem Saargebiet zu. rüdgezogen werden könnte, aber hinzufügen, daß es unmöglich fei, in der bisherigen Weise bei der fallenden Währung ohne Bor. fichtsmaßregcin, besonders ohne Umstellung der wichtigsten Steuern auf Goldbasis, das Budget ins Gleichgewicht zu bringen. Die Kompetenz des Völkerbundes. Genf, 13. März.( WTB.) Der Bölkerbunbrat genehmigte heute nachmittag offiziell in öffentlicher Sigung die fünf von dem jurift schen Komitee des Rats über die Zuständigkeit des Bölkerbundes ausgearbeiteten Antworten, die bepcits gestern mitgeteilt wurden. Damit ist die Zuständigkeit des Bölkerbundrats bei Konflikten zwi fchen Mitgliedsstaaten anerkannt, aber gleichzeitig auch bereits im Paris, 13. März.( WIB.) Die Tribünen des Senats find start Gange befindlichen anderen Schlichtungsverfahren der Borrang geüberfüllt. Das Publikum belagert die Zugänge förmlich. Minister- laffen und vor allem bbs Theorie der Zwangsmaßnahmen ohne präfident Boincaré und der Finanzminister wohnen der Sigung bei. friegerische Absichten, wie im Falle Korfu, offen gelassen und nicht Senator Berenger erflärt, der Finanzausschuß habe jede als Fall bezeichnet worden, in dem der Böllerbund ohne weiteres wünschenswerte Eile aufgeboten, um den Gefeßentwurf über die zuständig wäre. Der Rat genehmigte die Gesamtheit der vorge Kriegsentfchädigungszahlungen und den Steuergeseßentwurf zu fchlagenen Tegte, die allen Bölterbundmitgliedern zugestellt werden prüfen. Keine Stunde sei verloren worden. Er müsse mit Energie follen. Die Bertreter Frankreichs, Brasiliens, Italiens, Belgiens gegen eine gewiffe Kampagne protestieren, die den Finanzausschuß und Japans erklärten genau wie in der Geheimsizung, daß sie der Obstruktion bezichtige. Der Ausschuß habe mit der Regierung ohne Einschräntung für den Legt stimmen. zufammen gearbeitet und in zehn Tagen eif Sigungen abgehalten. brasilianische Bertreter wies dabei darauf hin, daß Brasilien als ein Bolitisch habe der Ausschuß geglaubt, der Regierung das Vertrauen ziges Land in der Berfassung bas obligatorische Schiedsverfahren nicht versagen zu dürfen, das fie gefordert habe. Jedoch hin vorfieht. Benesch wiederholte feine geftrige Erklärung, wonach fichtlich des Artikels 1 habe der Ausschuß geglaubt, der Reer angesichts der Rompliziertheit der Frage eine bloße Renntnis. gierung nicht bie Machtbefugnisse zubilligen nahme einer Annahme vorgezogen haben würde. Lord Barmoor zu sollen, die fie verlangt habe, und zwar aus Refpett vor ftimmte für Annahme. Der italienische Bertreter, Salandra, Der republikanischen Verfassung. Ohne eine Berantwortung für der unter allgemeiner Aufmerksamkeit des Publikums das Wort er. ben Ursprung der Finanzfrife zu übernehmen, habe der Finanz griff, erklärte in Uebereinstimmung mit seinen gestrigen Ausführunausschuß dem Wunsche der Regierung nach Beschleunigung der Be gen, daß er den Tegt en bloe übernehme, und daß man hierin die Der · Ein Zwischenfall im Unterhause. Condon, 13. März.( WTB.) Die Regierung hat im Unterhaufe einen Antrag eingebracht, die Sitzung bis nach 11 Uhr abends auszudehnen, um das Heeresbudget zu beraten. Der Antrag wurde mit 234 gegen 207 Stimmen abgelehnt. Reuter zufolge wird diese parlamentarische Niederlage nicht den Rücktritt des Kabinelis jur Folge haben. Die Niederlage der Regierung im Unterhause wird als das Ergebnis von Meinungsverschiedenheiten zwischen der Regierung einerfelts und den Konservativen und den Liberalen andererseits be zeichnet. Die Regierung wünschte mit Rüdsicht darauf, daß das Finanzjahr am 31. März abläuft, die heutige Sigung zu verlängern, damit das Heeresbudget verhandelt werden könne. Die Konservativen und Ciberalen erklärten sich gegen eine Nachtfihung, da wichtige Fragen aufgeworfen würden. Abrechnung mit Ludendorff und Heffferich. Die Rebe, die Ge noffe Scheidemann am 9. März im Reichstag gehalten hat und in der er mit Helfferich Ludendorff und ber Reaktion abrechnete, erscheint demnächst im Berlag für Sozialwissenschaft. Gewerkschaftsbewegung Eine lehrreiche Wahl. Die Betriebsratswahl, die vorige Woche in der Anorr. bremse stattfand, hate folgendes, in mehr als einer Hinsicht bemerkenswertes Ergebnis: Bon den 5( fünf!) Listen erhielt die freigemerffchaftliche 857 Stimmen( 5 Mandate), die der Unorganisierben 756( 4), die der RBD. 807( 5), die der USPD. 235( 1) und die der Wölfischen 304( 1). Dazu schreibt die Robe Fahne": Bölkischen in den Betrieben etwas werden können. " die tung zum neuen Syftem bezweden, daß zumindest die Aufsichts. räte darüber wachen, daß die Direktionen der Werte in der Personalpolitik Wege einschlagen, die die Wirtschaft. lichkeit des Betriebes auch in bezug auf die Arbeit. nehmerschaft steigern. Der Abschluß von Tarifverträgen durch die zuständigen Berbände der Arbeitnehmer, die durch ihren Inhalt ein menschenwürdiges Dasein gewährleisten, wird unter allen Umständen die Arbeitsintensivität erhöhen und liegt somit auch im Interesse der Allgemeinheit. Schluß bemerke ich noch, daß ein vereidigter Bücherrevifor famt. liche Raffenbelege geprüft und für ordnungsgemäß befunden hat; dasselbe haben auch die von der Union der Hand- und Kopje arbeiter gewählten Revisoren protokollarisch bestätigt. Wer nun gelogen hat, Müller oder Vollmar, vielleicht auch beide, wird hoffentlich das bürgerliche Gericht feststellen, das zur Reinigung der schmuhigen Wäsche der„ revolutionären" Mostowiter von diesen angerufen wird. Lohnregelung im Ruhrbergban. Effen, 13. März.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch fanden hier die Schlichtungsverhandlungen im Bergbau statt. Die Arbeiter verlangten eine Lohnerhöhung, während der Zechenverband auf eine Berminderung der Gesamtlohnfumme hinarbeitete. Nach längerer Auseinandersetzung der Parteien erklärte der Schlichter, daß er mit Rücklicht auf die bestehenden Berhältnisse des Ruhrbergbaues einer Lohnerhöhung nicht zustimmen fönne, gleich. zeitig aber auch eine weitere Verminderung der Lohnsumme ablehnen müsse. Der technische Ausbau der Lohnordnung bleibt, von kleineren Aenderungen abgesehen, bestehen. Auch der Soziallohn und der Mindestlohn für Gebingearbeiter haben die bisherige Höhe. Der Grundlohn für Gedingearbeiter ist weggefallen. Die Spannung Arbeiter ist erweitert worden, so daß der gelernte nunmehr 4.70 zwischen den Löhnen der gelernten, angelernten und ungelernten Goldmart, der angelernte 4,30-M. und der ungelernte- 4 G.-M. erhalten soll. Der Durchschnittslohn der Gedingearbeiter wurde auf 5,40 G.- M erhöht. Bei den Schleppern im Gedinge einer Komerad fchaft bzw. Lehrhauern soll ein Lohnabzug erfolgen, und zwar im ersten Jahr 10 Broz., im zweiten Jahr 7% Prez. und im dritten Jahr 5 Broz. vom Berdienst. Bei Leuten, die nach dem 22. Les bensjahr in Gedingearbeit verlegt werden oder die mindestens ein Jahr als Hilfszimmermann gearbeitet haben, soll dieser Abzu nur für zwei Jahre erfolgen, und zwar in Höhe von 7½ bzw. 5 Proz nach Ablauf dieser Abzugszeit ist der Gedingevollohn zu zahlen. Beseitigung der Betriebsvertretungen bei Scherl. Aus den Kreisen der Angestellten wird uns geschrieben: Daß in einem Betrieb 5 Listen aufgestellt werden können, Die reaktionären Praktiken der Firma Scherl haben ja schon ift allein auf das Konto der verräterischen Gewerkschaftsbureaus mehrfach die Presse Beschäftigt. Aber was die Geschäfts fratie zu feßen. Troßdem die Opposition die Mehrheit leitung dieser Firma unter Führung ihres Juristen Assessor der S.ße im Betriebsrat hat, ist es eine Schande, daß die Böl Scheuer sich in der legten Zeit geleistet hat, feßt allem die Krone fischen überhaupt im Betrieb auftreten können. Für die Belegschaften der anderen Betriebe muß dies eine auf. Nachdem im November vorigen Jahres durch den Buchdrucker Warnung kin. Nicht Zersplitterung der oppositionellen Stimmen, streif der Arbeiterrat auf das Straßenpilofter geflogen war, sondern zusammenfassung aller Kräfte kann verhindern, daß die perfuchte man mit allen Mitteln, auch den Angestelltenrat zu beseitigen. Die Firma stellte vorerst beim Schlichtungsaus. Dieselben Kommunisten, die es ihren Anhängern zur Pflicht schuß gegen den Vorsitzenden des Angestelltenrates Antrag auf Abfegung. Da die Ablegung hier nicht durchzudrücken war, fezte man machen, überall Sonderlisten in Borschlag zu bringen Entsche.dung, ob Müller, Mer oder Schulze auch gewählt werben Anfang Januar auf die Straße. Um die nachträgliche Zu den Angestelltenratsobmann ohne Angabe von Gründen dürfen, behält sich die KPD. vor erzählt ihren Lefern, die verstimmung des Angestelltenrates zur Entlassung zu erhalten, wurden räterische Gewerfchaftsbureaukratie" sei schuld an der Zersplitte. rung der Arbeiter! Immerhin tröstet sich die" Rote Fahne" mit der porsichtshalber noch 2 Mitglieder des Angestelltenrates „ oppofitionellen Mehrheit", die aus den kommunisten, den gefündigt. Die Erledigung des Restes der Angestelltenvertretung Unorganisierten und den Böltischen besteht. Die Un pertagte man bis zur Neuwahl. Diese sollte Anfang März vor fich organisierten find ja, naá Anficht ber Kommunisten, besonders gehen. Nochbem bie beiden Organisationen der Angestelltenschaft, flaffenbewußt. Und die vielen gemeinsamen Berührungspunkte der Zentralverband ber Angestellten und der Deutschnationale Hand zwischen Böltischen und Kommunisten haben die Ruth Fischer und lungsgehilfenverband, ihre Listen aufgestellt hatten, begann das Remmele oft genug betont. Daß die Böllischen und die Unorgani- effeitreiben der Geschäftsleitung gegen die einzelnen fierten diesmal mit eigenen Listen auftralen, statt gleich für die Randidaten. Einzeln mußten sie bei der Gefchäfts Liste der„ revolutionären Opposition" zu stimmen, hat diese offenbar leitung erscheinen und wurden dort aufgefordert, ihre etwas verschnupft. Deshalb die Aufforderung, es nicht wieder zu Randidatur zurüdzuziehen mit dem Hinweis auf etwaige Ronfequenzen". Bis zum Ende des Monats Februar hatte ber Herr Affeffor es trotzdem nicht fertiggebracht, die Angestellten zum Umfallen zu bringen. Da setzte er dann am Tage vor Ultimo den Kandidaten und Liftenvertretern ein Ultimatum, bis zum Ultimo, mittags 1 Uhr, ihren Rücktritt zu er. tlären. Roch vor Geschäftsschluß erhielten 6 Kollegen ( ie 3 von jeder Liste), darunter der jeßige Obmann des Angestellten die Kündigung. Unter den Gefündigten be. rates, findet sich ein Angestellter, der der Firma 30 Jahre Dienste geleistet hat. Die Neuwahl des Angestelltenrates sollte auf jeden Fall verhindert werden, daher mußte man die Ueberzeugten mürbe machen. Mit den Kündigungen allein mar dies nicht zu erreichen. Die Firma versuch'e auch, die Wahl zu fabotieren, indem sie den Drud der Vorschlagslisten, den sie fonft besorgt hatte, verzögerte. Als die Angestellten nunmehr zur Selbsthilfe schritten, die Listen vervielfältigen fießen und sie zum Aushang brachten, wurden am gleichen Tage drei von den Ge. fündigten ohne Angabe von Gründen fristlosent lassen. Darunter befand sich auch der Angestellte mit 30jähriger Tätigkeit bei der Firma. Die Erregung der Angestelltenschaft wurde von der sonst sehr haushälerischen Geschäftsleitung durch Streit bei der Regie. Die gesamte Belegschaft der zur fran eine 10 prozentige 3ulage für das gefamte Personal abzöfifchen Eisenbahnregie gehörenden Eisenbahnverkstätte Darmstadt gedämpft. legte Mittwoch mittag megen Lohndifferenzen die Arbeit nieder unb verließ geschlossen die Eisenbahnn erfstätte. machen. Mit den Unorganisierten und den Bölkischen fühlen sich die Rommunisten folidarisch verbunden zu einer Oppo. fition gegen die Gemertschaftsmitglieber. Auch diefes Eingeständnis muß man sich merken. Barum aber die Unorganisierten, die Bölkischen und USB. diesmal eigene Listen aufstellten, hat gewiffe moralische Gründe. Einem Hauptmacher der KPD. ist vor furzer Zeit das Bech ra fiert, daß er von 1000 Mart, die den Arbeitern für zu lie fernbe Kartoffeln abgezogen waren, 496 Mart verlor". Dabei ftellte sich heraus, daß diefer gute Kommunist" außerdem noch das Bech gehabt hat, 8 Jahre Gefängnis und 2 Jahre Zuchthaus wegen fanveren Diebstahls abbelom nen zu haben und noch nicht im Besiz der ihm aberkannten bürgerlichen Ehrenrechte war, als er als revolutionärer" Oppofitionsmann gewählt wurde. Unter diesen Umständen fann man begreifen, daß die Unorganisierten und die Bölfischen nicht mit den Leuten von der revolutionären Opposition perwedyfelt sein wollen. Aber das wird sich wieder geben. Es fommt ja, wie es in den Richtlinien der KBD. zu den Betriebs. ratswahlen heißt, nicht darauf an, sogenannte" gute Gewerkschafter, die uns fhr oft fompromittieren, sondern gute Kommunisten" auf zustellen, d. h. Leu'e, die auf die Amsterdamer Verräter" schimpfen fönnen, vor Moskau platt auf dem Bauch liegen, auch wenn fie nebenbei ehemalige Zuchthäusler find. Die Knorrbremse war einst eine gemertschaftliche Hochburg. Die KPD. hat es verstanden, die Arbeiterschaft so weit zu bringen, daß heute die Unorganisierten, die Bölkischen, im Berein mit der revolutionären Oppofition" die oppofitionelle Mehrheit" bilden. Un ihren Früchten follt ihr sie erkennen! ,, Das neue Syftem". Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte Herr Stadtrat Schüning Berliner Tageblatt" vom 23. februar einen Auffah, der die Umgestaltung der Städtischen Werte behandelt. Diese Ausführungen fönnen in einem Bunfte nicht unwidersprochen blei ben. Herr Stadtrat Schüning nimmt Stellung zur Bersonal politit der Städtischen Gesellschaften, der er die unbedingt er. forderliche Freiheit lassen mill. So sehr es richtig ist, daß die früheren bureaukratischen Berwaltungsmethoden unbedingt durch ein freizüniges und elastisches System abgelöst werden mußten, um die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Städtischen Werte zu steigern, so bedentlich erscheint es uns, wenn man diese Frei zügigkeit in bezug auf die Personalpolitit der Städtischen Gesell fchaften fordert. Die Städtischen Werte sind in allen ihren Teilen lebenswichtige Betriebe, und die Direktionen haben die Verpflichtung, diese Werte vor Erschütterungen zu bewahren, die auch hervorgerufen werden tönnen durch eine falsche Personalpolitit. Machen sich die Direktionen gerade jetzt in dieser Zeit die Gepflogenheiten des privaten Ar. beitgebertums zu eigen, so hat unseres Erachtens nicht nur der Aufsichtsrat der Städtischen Werke, sondern darüber hinaus auch das Städtische Parlament ein Recht und die Pflicht, eine derartige Maßnahme abzuwehren. Es erscheint uns un glücklich, wenn Herr Stadtrat Schüning in diesem Zusammenhang ausgerechnet die Berliner Städtische Straßenbahn 3. m. b. H. nennt, über deren Personalpolitik die Arbeiter und ganz besonders die Angestellten ein wenig erfreuliches Lied singen fönnen. So hat es die Direktion dieser Gesellschaft fertig gebracht, Ihre Angestellten noch bis heutigen Tages ohne Tarifvertrag arbeiten zu lassen. Wir sind der Meinung, daß ein derartiges Bor gehen den eingeleiteten Gesundungsprozeß, um mit dem ArtikelSchreiber zu sprechen, stört, und wollen mit dieser kurzen Betrach Der Jurift Scheuer hat, mie er wohl glaubt, fein Spiel ge wonnen. Tatsache ist, daß die Neuwahl unmöglich gemacht wurde. Aber mit den Borgängen dürfte sich wahrscheinlich die Staatsanwaltschaft eingehender beschäftigen und es wird sich dabei herausstellen, wie weit dieser Jurist Recht in Unrecht verwandelt hat. Achtung! Betriebsräte der Berliner Metallindustrie! Wiederholt haben wir die Beobachtuna machen müssen, daß in einzelnen Betrieben Arbeiter eingestellt werden, ohne ben Arbeitsnachweis für die Berliner Metallindustrie zu benußen. Wir machen hierdurch darauf aufmertfam, daß für die Betriebe, die dem Verband Berliner Metall. die vor das blommen industrieller angeboten, nach wie ber die Arbeitsvermittlung beitebt und daß fein Unternehmer das Recht bat, Arbeiter ohne Arbeitsnachweis, ich ein einzustellen. Wir ersuchen deshalb unsere Mitglieder in den Betrieben, darauf Obacht zu geben, von wo die einzelnen Arbeiter angefordert find. Stellt es fich heraus, daß fie nicht vom Arbeitsnachweis der Berliner Metallindustlie geschickt worden find und find fie nicht in der Lage, den Einstellungsschein vorzuweisen. fo bitten wir bringend. daß die Betriebsräte sowie unsere Stollenen, fofort Ramen und Adresse der Betreffenden dem Deutschen Metall. arbeiter Verband( Kollegen Urich) mitteilen. Die Drtsverwaltung. ,, Revolutionäre" Selbstenthüllung. Der Raffierer der Reichszentrale der Union der Hand- und Ropfarbeiter, Auguft Bollmar in Gelsenkirchen, ersucht uns um Aufnahme folgender Berichtigung: Es ist unwahr, daß ich während meiner Tätigkeit als Haupt. faffierer der Union der Hand- und Kopfarbeiter mir ein Herrenzimmer mit Klubsessein angeschafft habe. Ich bin erst seit Oktober 1923 Haupttaffierer der Union der Hand- und Kopfarbeiter, vor dem war es ein gewisser Baißer. Der Kauf meines Wohnzimmers ( fein Herrenzimmer) ist vor über 2 Jahren erfolgt. Es ist unwahr, daß ich Saufgelage mit Gelsenkirchener Brostituierten abgehalten habe. Dazu werde ich den Klagemeg beschreiten müssen, um dem Boltsblatt" in Bochum Gelegenheit zu geben, vor dem Gericht ben Wahrheitsbeweis dieser Aeußerungen anzutreten. Zum * Im Ruhrbergbau ist auch weiterhin eine Zunahme der be. schäftigten Arbeiter unverkennbar. Die Einstellungen auf den einzelnen Schachtanlagen erfolgen in befriedigender Weise, wobei die während des passiven Widerstandes ausgeführten Borrichtungsarbeiten fördernd wirken. So fonnte u. a. der seit vier Jahren im Bau befindliche. während des passiven Widerstandes fertingestellte Schacht 6 des Rombacher Hüttenwerkes dieser Tage in Betrieb genommen werden. Weitere Arbeitereinstellungen werden von ben Thyssen- Schächten gemeldet, wo die technischen Ausbauarbeiten ebenfalls günstige Fortschritte machen. Angestellte im Exporthandel. Vorbehaltlich der endoültigen Tarifregelung für März wird am 20. d. M. das volle Februar gehalt ausgezahlt! Wo vor diefem Termin Afonto zablungen notwendig werden, müsien die Betriebsvertretungen mit den Firmenleitungen darüber verhandeln. Ergebnislos verlaufene Verband fungen müffen fofort dem Zentralverband der Ange ftellten gemeldet werden, damit dieser die für folche Fälle mit dem Arbeitgeberverband vereinbarten Schritte unternimmt. Berband der Buchbindez. Buchbinderbrande. Heute, Freitag, 26 Uhr, tx ben Rentralfeftiälen. Alte Setobstr. 32. Bersammlung aller. in den Buchbindereien und Buchdruckereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Stellungnahme an den Affordtarifverhandlungen und den kommenden Lohn. verhandlungen. Galanteriebranche. Monton, ben 17. ära, 7 Uhr. bei Töfer, Weberite. 17, Brandenversammlung gemeinsam mit dem Gattlerverband. Be. richt von den Lohno- rhandlungen. Stellungnahme aum Manteltarif u. a. mehr. In beiden Berfammlungen legitimiert bas Mitgliedsbuch. Aus der Partei. Profest gegen Kandidatenaufstellung in Sachen. Eine Konferenz der Funktionäre des Textil. arbeiterverbandes für Ditiachien beschloß am Mittwoch abend, bei dem Barteivorstand gegen die Art, wie die Kandidaten aufitellung im Bezirk Ostiachien zustande fam. Proteft zu er beben. Besonders wurde dagegen lebbaft Stellung genommen, dak in Sachfen mit feiner ausgesprochenen Textilindustrie der Genoffe Jadel in Westfachsen überhaupt abgefägt wurde und trok des Verlangens der ersten brei oftiäbfiichen Kreise, den Genossen Arazig als Spizenkandidaten zu nominieren, diefer an die vierte Stelle gefegt wurde. Berontwortlich für Bolitif: Craft Stenter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung:. Ekkorn; Feuilleton: R. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Verlag G. m. b. S.. Berlin. Drud; Vorwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin GB. 68.. Lindenstraße 6. Sierzu 2 Beilagen. Un ere besten Schulfedern sind Mito und Fed r 270. 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Eiernudeln Pfund 402f Knoblauchwurstr. 140 Briekäse Pad 80 Kalif. Backobst P 70P. Teewurst P Pfund 145 Edamer Käse..Pd 95P. Kalif. Birnen.... Prand 120 Harzer Käse Pfund Harzer Käse Oelsardinen Magermilch Original- Kiste portugiesische, grosse Fische Klahdo e 42.PL. 110 Makrelbücklinge... 1921" Trabener Kränterhaus 1922" Obethaardier Malkammerer Naturgew. Siebener 11 Flasche 325 10 Flaschen 30.00 h ½ Flasche 110 10 Flaschen 10.00 gezuckert Dose 35 Pand 30 Masthühner ga Sonderangebot! Roter Johannist eerwein 101000 süss... ' h Flasche Preise ohne Flasche Auf Weine 25% Steuerzuschlag ***** Piund Verkauf soweit Vorrat Konserven Geschn. Karottens Weisskohl 2- Pfand- Dose Wirsingkohl.. 2- Pfund Dose Rotkohl 2- P.and- Dose 50 Pi Gemüse- Erbsen 95. Stangen-, rechDose Dose und Schnitt- Bohnen Pd- 30 Junge Erbsen mittelfen 2- Piund- Dose 180 Brechspargel 2 Pfd. 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Es fehlte nicht an den Angaben des Magistratsvertreters und teilte mit, daß im Ausschusse üblichen Kraftphrasen fommunistischer Redner, aber man schenkte Frau Rofitta cusdrücklich abgelehnt habe, sich an der Beratung zu ihnen wenig Beachtung. Auch ein paar auf der Tribüne sigende beteiligen. Dort sei, habe sie erklärt, nicht der Ort dafür, fie Schreier, die einige Male in die Reden hineinlärmten, fonnten spreche im Plenum. Der Gründung der Wohnung 3= feinen großen Eindruck machen. Die Frage der Bezahlung von fürsorge gesellschaft Berlin m. b. S. gab die Versamm Erwerbslosen, die bei Notstandsarbeiten beschäftigt arbeitsministers über die lung ihre Zustimmung. In Verfolg der Anordnung des Reichswerden, führte gestern zu neuen Debatten. Die Linke blieb bei ihrem Verlangen, daß der Tariflohn zu zahlen ist. Bei der Ab. Himmung über einen Communistischen Antrag wurde der Teil, der in dem Beltener Fall den Tariflohn zur Bedingung macht, mit Hilfe der sozialdemokratischen Fraktion durchgedrückt. Gegen eine Magistratsvorlage, die den Verzicht auf die Forderung des Tarif lohnes lahmadhafter machen wollte, wandten sich Sozialdemokraten und Kommunisten. Genosse Krause legte dar, warum von dem Tariflohn nicht abgegangen werden kann. Die bürgerliche Mehrheit stimmte der Vorlage zu. Auch einen das Verfahren beim Per fonalabbau bemängelnden Antrag der Kommunisten unter stützte die sozialdemokratische Fraktion, für die Genosse Flatau prach. Der Kommunist Goß hielt hier eine Wahlrede, in der er feine Partei den Beamten zu geneigtem Wohlwollen empfahl In frafeelenden Zwischenrufen äußerte der deutschnationale Pastor Roch feinen Wunsch, daß bei dem Abbau die republitani. schen Beamten hinausfliegen. Die Sigung endete in Beschlußunfähigkeit. Zu Beginn der Sigung der auf der Zuhörertribüne auch eine chinesische Studienfommission beiwohnte, wurde zunächst im Anschluß an eine Dringlichkeitsvorlage des Magistrats dem zum 1. April aus seinem Amte scheidenden Stadtbaurat Ludwig off. mann das Ehrenbürgerrecht verliehen. Ein Dringlichkeitsantrag unserer Genossen, ber sen Magistrat auffordert, den nichtständigen Angestellten die rüd ständigen Bezüge bis spätestens 15. März auszahlen zu lassen, wurde ohne Widerspruch angenommen und dem Magistrat als Material überwiesen. Die Erörterung der Lage der Erwerbslosen Gen. Krause lehnte die Vorlage ab; die Fraktion stehe nach wie vor auf dem Boden der Auffassung, daß erwerbslose Arbeiter nicht derart abgespeist werden dürfen. Die Unternehmerschaft, insbesondere im Baugewerbe, gehe ganz fyfte matisch darauf aus, bei solchen Notstandsarbeiten die Arbeiter völlig zu entrechten, fie des Anspruchs auf Innehaltung der Tarifverträge und der Arbeitsordnungen sowie ihrer Rechte aus dem Betriebsrätegesetz einfach für verlustig zu erklären, und die betr. Ar beitgeberverbände schrieben ihren Mitgliedern in diesem Sinne die Berhaltungsmaßregeln vor. Habe der Magistrat Kenntnis davon? Wolle er verantworten, die städtischen Notstandsarbeiten" solchen Berbänden zu übertragen? Wo Tarifverträge bestehen, fei es doch geradezu skandalös, wenn derart eine allgemeine unter tarifliche Bezahlung Blah griffe. Der Magistrat müffe im Gegenteil beim Reichsarbeitsminister energische Schritte tun, um ihn zu überzeugen, daß es ein Ding der Unmöglichkeit fei, Arbeiter, die lange erwerbslos waren, derart zu behandeln. Gen. Stadtrat Brühl: Die Bestimmungen dieser Berordnung find bindend, der Magistrat fann davon nicht abweichen. Die Bor fage bedeutet eine Berbefferung für die Arbeits. losen, denn jetzt wird der Zuschlag von 30 Broz. erst bei mehr als 24 Stunden Arbeitszeit gezahlt. Lehnen Sie unseren Vorschlag ab, so bleibt es eben beim alten. Der Verwaltungsausschuß des Landes. arbeitsamts prüft sehr sorgfältin, ob eine Arbeit als Notstandsarbeit angesehen werden kann, und hält strifte darauf, daß alle anderen Arbeiten von Stammarbeitern ausgeführt werden. Wenn jene Ar. beiten nicht als Notstandsarbeiten ausgeführt werden, so werden sie überhaupt nicht gemacht. Ostrowiti( Komm.) hielt für angezeigt, gegen Brühl und gegen die Sozialdemokratie bei dieser Gelegenheit wieder in seiner befannten Manier vorzugehen. Baeth( Dnat.) empfahl die Annahme der Vorlage; die Kommunisten hielten nur Reden zum Fenster hinaus. und der Frage der Rotsttndsarbeiten", tie in voriger Woche zu heftigen Zusammenstößen und zu Tumulten geführt hatte, fam geftern zu verhältnismäßig ruhigem Abschluß. Genosse Flatau wies mit Recht darauf hin, daß diefe Stürme tünstlich herbeigeführt waren, da doch die Anfrage der Deutschnationalen megen ter Erwerbslosenstatistit für 1923 im Landesarbeitsamt durchaus leidenschaftslos und fachlich erledigt worden sei. Zu dem tom- lage an. munistischen Antrage, der die Vorgänge im Bezirksamt 20( Reiniden. dorf) berührt und den Magistrat auffordert, zugunsten des seines Amtes enthabenen fommunistischen Bezirksstödtrats Lücher nach drücklichst einzuschreiten, habe der Oberbürgermeister völlig zutreffend ausgeführt, daß der Bezirksbürgermeister nach Lage der Sache ver pflichtet gewesen sei, das Disziplinarverfahren einzuleiten, und daß der Magistrat nicht befugt sei, einzugreifen. Es jet abzuwarten, was bei dem Verfahren herauskomme. Die Versammlung lehnte darauf diesen Teil des kommunistischen Antrages mit großer Mehrheit ab, nahm dagegen die weitere Forderung dieses Antrages, den Magistrat zu ersuchen, die von der Beltemer Tiefbaufirma angefor Derten 3000 Erwerbslo'en nur bei der Zusicherung tariflicher Entlohnung dorthin zu schicken, an; auch unsere Frattion stimmte dafür. Eine längere Auseinandersetzung fnüpfte sich an die fommunistische Anfrage, ob dem Maniftrat bekannt sei, daß troß seiner wiederholten Verfügungen Dienststellen es unterlassen, ihren Bedarf an Been und dergl. in der städtischen Blindenanstalt zu decken, daß deshalb die dort beschäftigten Binden nicht genügend be schäftigt werden können und wirtschaftlich schwer zu leiden haben. 2uf die von Frau Rokitta vora tronene Berründuna nch Gen Stadtrat Hinge die Antwort, daß, soweit irgend möglich, für Befchäftigung der Blinden ge orgt werde, daß jämtliche Dienststellen wiederholt entsprechend angewiesen seien, daß aber die Verwaltung am Ende ihrer Mittel sei und erst nach dem 1. April mit dem Beainn des neuen Etatsjahres auch auf diesem Gebiet wieder fauffräftiger 50] ( Nachorud burch Malit- Berlag. Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Erst viele Monate nach der Rückkehr in seinen Tagen tat sich schon die leere, tote Einsamkeit auf, die weder durch Genüffe, noch durch Arbeit zu überwinden war wurde Jürgen in einer großen Gesellschaft an Ratharina erinnert. Adolf Sinzheimer 30g ihn in eine Nische. Warst du wieder einmal da?... Nun, in dem orientalischen Salon! Ich sage dir, da sind jetzt vier Mädchen! Die sind mit 99% Salben gerieben. Die eine fieht übrigens Katharina Lenz verblüffend ähnlich. Also verblüffend!... Sie hat ein Kind bekommen." Wer hat ein Kind bekommen?" " Katharina. Einen Sohn! Die Familie tut, als ob sie das gar nichts anginge. Frau Geheimrat Lenz foll vor Gram gestorben sein... Wann gehen wir in den Salon?" Cine en los lange Sefunde hatte Jürgen das Empfinden, in feinem Kopfe freise mit vertausend achter Schnelligkeit Mä en sprengend ein folter Bliz. Das ganze nene Leben lag in Scherben. Jürgen stieg beraus aus den Trümmern, die Frei: reppe hinunter, schritt, gestohen von etwas, das in Aleichem Schritt und Tritt hinter ihm her ging, durch die Stadt. Die Straßen wurden enger, dunkler, die Häufer fleiner. Unbebaute Stellen. Der verfaulende Bretterzaun. Das fleine Fenster hing nah der Erde rot leuchtend in der Finsternis. Die Nacht war warm, das Fenster geöffnet. Er hörte Stimmen, mehrere Männer timmen, eine Antwort Ratha rinas, fah, wie fie, in der Hand einen weiten Teller, vom Gastocher zum Watchforb çing, in dem der Sohn lag. Jürgen g'aubte den Agitator zu erkennen, der. die Hand vorgeftreckt, etwas zu dem Metollarbeiter' agte. Bernabm Fatharinas Lachen. Das klang so geheimnisvoll mid in die Sommernacht. diftierte. Die Schreibmaschine begann zu flappern. Der Agitator „ Das ist eine Welt für sich... Welch ungeheure innere Beränderung in mir wäre nötig, einzutreten... Die Haus sür ist nur angelehnt." Mit 81 gegen 76 Stimmen nahm die Bersammlung die Bor. Die Entschädigung der Beifizer beim Gewerbegericht wollte der Magistrat auf 2 M. pro Sigung figieren. Der Ausschuß hatte den Betrag auf 3 M. erhöht, den Antrag der Soz. auf 4 M. dagegen abgelehnt. Gen. Bubli trot für Erhöhung auf 4 M. lebhaft ein; die Mehrheit erhob diesen Antrag zum Beschluß.Der fommunistische Antrog wegen Umstellung der Reichsversicherungsordnung. in eine allge gemeine foziale Fürsorge wurde auf Antrag Deth lefsen( Dnat.) als die Kompetenz der Stadtgemeinde überschreis tend durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Hallens leben( DBP.) empfahl dann un'er besonderer Bezugnahme auf den Bahnhof 300 den Antrag seiner Partei, wonach der Magistrat bei den zuständigen Behörden vorstellig werden soll, daß die artefale der Berliner Bahnhöfe von zweifelhaften Elementen befreit und ihrem eigentlichen Zwed. dem reifenden Bublikum zu dienen, wieder zugeführt werden. Stadtrat Adler verfas eine amtliche Auskunft über die zur Abhilfe getroffenen polizeilichen Maßnahmen, die rigoros durchgeführt würden und dem Unwesen erfolgreich entgegenwirkten. Allwöchentlich fünden jetzt zwei Nachtstreifen durch sämtliche Berliner Wartefäle statt; wiederholt unberechtigt angetroffene Bersonen würden angezeigt enent. der Polizei zugeführt. Gen. Clajus stimmte dem Antrage zu, da die Bahnhofswartefale für die Reifenden seien. Für die vielen Leute, die nachts in Berlin ankommen, Imit den Morgenzügen fort müssen und fein Hotel benutzen können, müsse von Stadt wegen oder -O Drei Arbeiter traten aus der Tür. Jürgen war verschwunden. Erst nach Tagen gelang es ihm, sich zu beruhigen mit dem Gedanken, daß es Katharina vielleicht besser gehe als ihm. Sie hat nicht diese Scherereien wie ich. Muk sich nicht mit diesem Gesindel berumbalgen. Sie hat ihre Genoffen. Sie lebt ihrer Idee." In dieser Zeit faßte er den Blan, ein großes Wert zu schreiben, betitelt:„ Boltswirtschaft und Einzelseele." Jürgen hatte den ganzen Vormittag in dem gut durchwärmten Direktionsburau gearbeitet. Als er hinaustrat in Den schneidend falten, fdmeidend hellen Wintertag, tränten eine Augen, so daß er einen Laternenpfahl und den Obertörper und den Kopf eines Spaziergängers doppelt und dreis fach sah. In dieser Sekunde hatte Jürgen das erstemal den Gedanken, daß nicht nur er selbst, sondern jeder Mensch aus mehwie der mit tränenden Augen gesehene verdreifachte Spazier gänger, hintereinander und ineinander geschalt, in den Menfchen sted'en, dachten, wahrnahmen, fühlten und gegenein ander fämpften. Während er der Trambahnhaltestelle zuschritt, sah er auf die zwanzig Monate feines neuen Lebens und feiner neuen Tätigkeit zurück. War von Jürgen, dem Teilhaber des Bankharfes Wagner und Kolbenreiher, in Erfüllung seiner Pflicht und Aufgabe, d'e Intereffen des Hauses und der Kunden zu schützen, die Beilung erteilt worden, an der Börse Bapiere u kaufen oder zu verkaufen, dann hatte ein anderer Jürgen tieren Bewußtseins gefagt: Es bleibt eine in alle Ewigkeit unverrückbare Tat'ache, daß diefer Gewinn ein Teil des Mehr. mertes ist, abgeprekt dem Proletariat, zugunsten des Rentiers Hummel und des Bankhaufes Wagner und Kolbenreiher. Also auch zu meinen Gunsten. h alfo lebe von dem Mehrwert, bereidere mich an dem Mehrwert, den andere hervorbringen. Und ich bin mir deffen voll bewußt." " Nicht du bist dir deffen bewußt, sondern ich." ,, Wer ich? Wer ist sich dessen bewußt?" Ich! Ich bin schon nicht mehr du." Es hatte sich anfangs fehr oft ereignet, daß der bewußte Jürgen ganz über den Teilhaber- Jürgen vorgetreten mar, ihn hinter sich gedrückt, die Schreibfeder auf das Tintenfaß zurüd gelegt und glott herausgesagt hatte: Aber das ist ja Raub, lieber Schwiegervater. Ich mache das nicht mit, Herr Hummel" Freitag, 14. März 1924 fonft gesorgt werden. Nach weiterer Debatte, in welcher er per ( Wirtsch B.) anregte, die Wärmehallen länger offen zu halten, gelangte der Antrag zur Annahme. Der Antrag der DVP. auf Uebernahme der Haltekinder Aufsichtsdamen in den städtischen Dienst wurde abgelehnt, die Vorlage betr. die Schulgelder an den Fach- and Fortbildungsschulen im Wesentlichen nach dem Magistratsentwurf angenommen, nachdem der Antrag des Gen. Kreuziger, die Schulgelder nach sogialen Gesichtspuntten zu staffeln, mit 79 gegen 95 Stimmen in der Minderheit geblieben war. Angenommen wurde aber me nigstens eine vom Gen. Kreuziger beantragte Verbesserung: die Zahl der Freistellen wurde von 20 auf 30 Broz. erhöht. Eine neue Auflage seiner Anflagerede gegen die Sozialdemokratie leistete sich Dörr( Komm.) bei der Begründung des Antrags auf Zahlung von Mietzuschüssen aus städtischen Mitteln an alle, die die erhöhten Wohnungsmieten nicht zahlen können. Er gab den betreffenden den Rat, am 1. April einfach die Mietezahlung zu Derweigern. Gen. 3immermann wies nach, daß mit diesem Antrag weber den Erwerbslofen, noch den Unterstützungsempfängern, noch den in Arbeit Stehenden geholfen sei. Die Versammlung vermarf den Antrag. Ein Antrag der Deutschen Boltspartei auf Bereitstellung genügender Mittel für die Kriminalpolizei zur Aufklärung von Straftaten wurde angenommen. Zum Personalabbau verlangt ein Antrag der Kommu nisten Berücksichtigung fozialer Gesichtspunkte bei der Entlassung von Arbeitnehmern und Gewährung von Abfindungssummen. Goß, der den Antrag begründete und für die Brutalität des Borgehens gegen die Angestellten und Arbeiter sehr scharfe Worte fand, veranlaßte Herrn Koch, in Zwischenrufen offen auszusprechen, daß es ihm und seinen Freunden darum zu tun fel, die„ Revolullonsgewinnler", die hochverräter vom 9. November", die republikanischen Beamten abzubauen.- Caspary( D. Vp.) be antragte Außschußberatung. Gen. Flatau verlangte die Aufstellung von Richtlinien, um bei dem Abbau Härten zu vermeiden, und illustrierte die Notwendig feit folcher Richtinien dura Anführung einiger besonders flagranter Fälle. Er erklärte die Zustimmung der sozialdemokratischen Frattion zum Antrage der Rommunisten und lehnte den Antrag Caspari ab. Nach einer längeren Wahlrede des Kommunisten Sellheim murde bald nach 9 Uhr die Beschlußunfähigkeit der Ber sammlung festgestellt und die Sigung geschlossen. Musik hinter Mauern. Seit einer Reihe von Monaten ist in die Summe der üblichen Einflüsse, mit denen die Strafanstaltspraxis zu operieren pflegt, in der Strafanstalt Spandau ein neuer, eigenartiger Faftor aufgenommen worden. Er besteht darin, daß an Sonntagen die lähmende Eintönigkeit der Haft erträglich, unschädlich und erzieherisch zu machen versucht wird durch Beranstaltungen, die in der Hauptfache aus einer Kombination von musikalischen und populär- wissenschaftlichen Borträgen bestehen.( Worüber bereits im Vorwärts" vor einiger Zeit berichtet wurde.) Der Anstalt liegt nichts ferner, als ihre Bemühungen darauf zu richten, den Hausin assen während ihrer arbeitsfreien Zeit ein feidtes Bergnügen bereiten und sie über den Ernst ihrer Lage hinwegtäuschen zu wollen. Ein solches Bemühen würde in der Deffentlichkeit nicht nur nicht verstanden werden, sondern geradezu Mißfallen und in den durch die Verfehlungen der Inhaftierten Ge schädigten oder Ruinierten Empörung auslösen. Selbst die An gehörigen unserer Infassen, die oftmals in bitterer Not zurückgelassen worden sind, würden einem solchen Bemühen wie einer Abirrung Don sittlichem und rechtlichem Empfinden gegenüberstehen. Laien und Berufstünstler, Rezitatoren und Schulmänner, Kräfte aus wissenschaftlichen und Arbeiterkreisen haben sich in den Dienst dieser Art erziehlicher Gefangenenpflege gestellt und täglich gehen Angebote an die Anstalten ein, die verständnisvolle Bereitwilligkeit zur Mit wirkung an der vernachläfigten, schweren, unbegriffenen und entlegenen Gefängnisarbeit erbennen lassen. Auch der letzte Sonntag trachte dem Hause eine Veranstaltung in obigem Sinne. Die Mandolinen- Bereinigung Norden" des Deutschen Arbeiter- Mandolinistenbundes, die am 12. März ein Konzert in der staatlichen Hochschule für Musik in Charlottenburg geben wird, hatte sich aus eigenem Bedürfnis in den Dienst der Gefangenenpflege gestellt; und damit möglichst allen Gefangenen Gelegenheit zum Hören gegeben ,, Und jetzt machte der leberfrante Hütten- und Walzwerk befizer das Geschäft." Auf diesen Worten schiebt der Teil haber sich wieder in den Vordergrund, stemmt die Faust auf den Schreibtisch, gibt eine Direktiven und denkt: Das Leben ist Kampf. Wer die Waffen fallen läßt, über den geht es hinweg. So ist das Leben. Und dem Proletariat, das sowieso der Leidtragende ist, fann es gleichgültig sein, wer den Ge minn hat. ,, Aber dir fann es nicht gleichgültig sein." " „ Es ist sogar immer noch besser, ich habe den Vorteil als der Lebertranke, der nicht einmal weiß, was er tut, teine Ahnung davon hat, daß er sich bereichert an dem Schweiße und an dem Blute der Arbeitenden." Was der Hüttenbesitzer tut, ist fein Freibrief für dich. Außerdem wäre es auf jeden Fall für dich, für dein Selbst, für dein Menschentum immer noch besser, der andere, der gar der du auf diese Weise rettungslos erst zum bewukten Schuft und schließlich auch zu einem ahnungslosen, felbstgerechten Schuft werden, endlich nur noch Teilhaber, nichts anderes mehr als ein Teilhaber sein würdest." Das soll mir nicht passieren. Aber es fönnte allerdings passieren, dachte Jürgen. Und ich müßte auch dies auf mich nehmen. Das Leben ist hart. Und plötzlich vernahm er deutlich den Satz:„ Die Massen eingespannt in das graue Joch, müffen noch die Lerche hassen, die emporſteigt ins Blau... Und dich fümmert es nicht. Das ist es, verstehst du, daß es dich nicht fümmert." Hinter dem stedt etwas," wurde in bezug auf Jürgen gefegt, wenn er, in fnappfigendem Frad, beherrschte Kroft in Schultern und Gliedern, beherrschten Geist in Wort und Blid, in großer Gesellschaft war, aller Augen auf sich ziehend, genau so, wie er sich damals in den grünen Bretterzaun hineingefehen hatte. Nachdem er im Parteiblatt gelesen hatte, daß nur durch freiwillige Gaben die Beitung noch gehalten werden könne, fpendete er eine große Summe und bekam einen Dankbrief von der Bezirksleitung. Den Dankbrief in der Hand, wendet er sich um zu seinem Bewußtsein, das teine Antwort gab. Es war in dieser Zeit schon etwas getrübt gewesen. ( Fortsetzung folgt.) würde, fanden die Darbietungen von der Zentrale aus statt, von wo aus die Klänge bis in die entferntesten Zellen dieser umwehrten Welt zu eilen vermochten. Die Wirkung, die ausging von der eigenartig, gefärbten Harmonie, von dem Verständnis für die Feinheiten der musikalischen Darbietungsweise, wie die Spielgenossen sie in unerwartetem Grade an den Tag legten, war ungewöhnlich groß. Die Insassen der gemeinsamen Haft, deren Hafträume während der Dauer der Beranstaltung ausnahmsweise geöffnet blieben, waren unter dem Einbrud solcher Musit wie gebannt, und nicht einer unter ihnen hat auch nur einen flüchtigen Augenblick daran gedacht, die gewährte größere Freiheit zu mißbrauchen. In feinem der Hörer war Raum für etwas anderes vorhanden als für die schöne, erschöpfende, harmonische Fülle, die von dieser Musik aus Arbeiter: herzen und gequälten Arbeiterhänden ausging. In den Zellen aber, die manchen Büßer in jüngeren Jahren beherbergen, in denen aber auch mancher Familienvater fich in Gorge um die zurückgebliebenen Seinigen verzehrt, hat sich manche Träne und mancher Seufzer gelöst bei Menschen, die man bei derartigen Regungen noch nie ange gung herz und kunstbegabter Angehöriger handarbeitender Berufe das Interesse auch anderer Bereine auf das so fremde, ferne Gebiel der Gefangenenpflege lenten zum Nußen der Allgemeinheit und im Dienste edler Wohltätigkeit. Strafanstaltslehrer Seemann. Ausgerechnet bei der Freundin. Eine Spieler- und Diebesgeschichte. Die Kaufleute Lorenz Gold staub und Heinz Goldschmidt waren Spieler, die sich Nacht für Nacht in Spieltlubs aufhielten. Im Oktober v. J. hatten sie Pech im Spiel und lagen, wie man es nennt, schief. Un aus der Misere herauszukommen, verabredeten sie, bei der Freundin Goldschmidts einen Einbruch zu verüben. Goldschmidt hatte ein Berhältnis mit einer Kontoristin Anna B., in deren Wohnung auch Goldſtaub mit seiner Freundin, der Ber. fäuferin Luise Baecker. zusammentraf. Schon am Tage vorher probierte Goldſtaub auch einen Schlüssel zu dem Schrank, in dem, wie sie von der Baecker wußten, die Wohnungsinhaberin ihr Geld und ihren Schmuck aufbewahrte. Am 2. Oktober waren die beiden Pärchen wieder in der Wohnung zusammen und Goldftaub zog sich mit der Baecker, nachdem man reichlich Alkohol getrunken hatte, zu einem Schäferſtündchen in das Schlafzimmer der Kontoriftin zurüd. Das Alleinsein benutzten Goldstaub und die Baecker, den Schrank zu erbrechen. Es fiel ihnen eine reiche Beute in die Hände. mit der sie alsbalb verschwinden. Es gelang der Bestohlenen, die Diebe noch an demselben Abend in einem Café festnehmen zu baffen. Goldschmidt ist inzwischen ausgerückt und soll sich jetzt in Amerita befinden. Goldstaub und Luise Baeder hatten sich vor dem Amtsgericht Schöneberg wegen raffinierten Diebstahls zu verantworten. Der Amtsanwalt beantragte gegen Goldstaub ein Jahr fechs Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust, gegen die Baeder 6. Monate Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. E. Treite! berief fich für Goldstaub auf ein Gutachten von Sanitätsrat Dr. eppmann. Goldstaub hat ein abenteuerliches Leben hinter fich. Er ift frühzeitig von Hause ausgerückt und ließ sich in Hamburg auf einem Segelschiff anheuern und war dann lange Zeit Steuermann. Auch war Golbstaub in Australien Gold graber und hat am mississippi als einziger Weißer unter 500 Schwarzen Bäume ausgerodet. Der Berteidiger bat, dem Angeklagten zugute zu rechnen, daß er nach der ärztlichen Untersuchung ein impulsiver phantastischer Psychopath fei, bei welchem die Fähigkeit, der Berlodung zu strafbarem Handeln zu piderstehen, wesentlich herabgesetzt ist. Rechtsanwalt Dr. Johann stellte auch die zweite Angeflagte, die zweifellos unter der Ginwirkung des Altohols gestanden habe, als Opfer der Verführung des Goldschmidt hin. Das Gericht ging auch wesentlich unter den Strafanträgen hinunter und verurteilte Golbstaub zu 6 mo. naten Gefängnis, Die Angeflagte Baeder erhielt die Mindeststrafe von 3 Monaten, außerdem wurde beiden Ange: flagten den Anträgen der Berteidiger entsprechend Bewährungsfrist gegen Zahlung von Bußen von 600 M. für Goldftaub und 150 für die Boecker zugebilligt. Ein Briefkastenmarder. . Ein besonderes Spezialgebiet der Berbrechertätigkeit hatte sich der Privatdetektiv Erich Graballe ausersehen, an dem er auch hartnäckig festhielt, nachdem er bereits mehrfach schmer vorbestraft worden war. Graballe hatte sich auf die Beraubung von BriefPästen verlegt. Er ist bereits wegen der gleichen Berbrechen in Breslau und vom Schwurgericht in Berlin mit insgesamt 4% Jahren Gefängnis bestraft worden. Im Jahre 1920 wurden in Berlin, namentlich im Boftbezirf 15, in zahlreichen Fällen die Brieftästen mittels Nachschlüssel geöffnet und des Inhalts beraubt. Als der Angeklagte als Täter in einem Hotel festgenommen wurde, senden sich bei ihm hunderte von geöffneten Briefen und andere Postfachen. Solange der Angeklagte in Haft war, hatten die Diebstähle aufgehört. Raum war er auf freien Fuß gesetzt worden, als auch schon wieder neue Klagen bei der Postbehörde einliefen. Es dauerte lange, bis es gelang, ihn von neuem festzunehmen. Diesmal hatte er in seinem Hotelzimmer nicht weniger als annähernd 600 geöffnete Briefe. Bei der Berwertung der Briefe war der Angeklagte in sehr raffinierter Weise vorgegangen. Ein Arzt hatte eines Tages zahlreiche Rech nungen an feine Patienten abgeschickt. Der Angeklagte hatte unter diese Rechnungen eine Quittung mit der Unterschrift des Arztes gesetzt und die Beträge einfaffiert. Ein Schneider meister hatte einem Kunden geschrieben, er möchte feinen fertig gestellten Anzug abholen lassen. Der Angeklagte war als Bote hingegangen und hatte den Anzug in Empfang genommen. Als er aber bei einer Firma erschien, um einen Betrag von 4000 M. einzufaffteren, wurde man dort stubig und bestellte ihn auf den nächsten Tag hin und ließ ihn festnehmen. Die 4. Straffammer des Landgerichts III verurteilte ihn wegen Diebstahls, Urkunden fälschung und Betrug unter Einbeziehung der früheren Strafen zu 6 Jahren Gefängnis fomie einer Gesamtftrafe Don 5 Jahren Ehrverlust Bon dieser Strafe hat der Angeklagte bisher 1 Jahr 4 Monate perbüßt. Die Opfertage der Deutschen Nothilfe, an denen in den Straßen Berlins für die Notleidenden Geld gesammelt wird, sind der 14., 15., 16. März. Am 16. März finden öffentliche Freifongerte statt: im Lustgarten 11% Uhr, im Friedrichshain nahe dem Landsberger Play 11% Uhr, auf dem Wittenbergplay 11% Uhr, in Wilmersdorf auf dem Kaiserplay 11% Uhr, in Charlottenburg am Liegenfee 12 Uhr, in Stegliz auf dem Rathausplay 12 Uhr, in Lichterfelbe in den Anlagen am Teltowfanal 12 Uhr, in Weißensee in den Anlagen am See( nahe dem Elektrizitätsmert) 2% Uhr, in Charlottenburg auf dem Hippodrom 3 Uhr, Schwere Verkehrsunfälle. Ein Rennauto, das der Betriebsleiter Kurt Hüttner führte, überschlug sich, als es die Kreuzung am Knie in Charlottenburg palfierte infolge Bersagens der Bremse, und Hüttner sowie der 45jährige Mitfahrer Robert Ahl wurden auf das Pflaster geschleudert, Hüttner trug so schwere Berlegungen am Kopf davon, daß er nach der nächsten Rettungsstelle und dann nach einem Krankenhaus geschafft werden mußte. Ahl hatte einige äußere Berlegungen erlitten und konnte allein seine Wohnung aufsuchen. Das schwerbeschädigte Auto mußte abgeschleppt werden. In der Schlesischen Straße scheute das Pferd eines Geschäftswagens und raste gegen ein anderes Fuhrwerk. Infolge des Zusammenstoßes stürzte der Mitfahrer Gustav Rafch aus Röpenid vom Bock und zog sich einen Beinbruch zu. Rasch fand im Urban- Krankenhaus Aufnahme. Der Polizeiwachtmeister Franz Schönherr wurde, als er mit seinem Fahrrad die Kreuzung der Brunnenstraße und Gustav- Mener- Allee passierte, durch einen Straßenbahnwagen der Linie 99 überfahren. Man transportierte ihn mit inneren Berlegungen und Hautabschürfungen am Rücken und an den Füßen nach der Rettungsstelle in der BadInfolge Ber straße und dann nach dem Staatsfrankenhaus. sagens der Steuerung faufte vor dem Haufe Gr. Frankfurter Str. 22 ein Kraftwagen gegen die Bordfchwelle, so daß die beiden Borderräder zerbrachen und der Fahr gaft, der 33 Jahre alte Direktor Kurt an slang, auf das Straßenpflaster geschleudert wurde. Er trug durch Glassplitter Schnittwunden im Geficht und an den Händen davon und wurde nach Anlegung von Verbänden auf der nächsten Rettungsstelle nach der Klinik in der Ziegelstraße trans portiert. Polizeimelder. Dokumente der Menschlichkeit. Haß und Liebe, die beiden Gegenpole. menschlichen Empfindens ringen in der Welt seit undenklichen Zeiten. Gerade während des großen Weltenbrandes, des wahnsinnigsten aller Kriege, schien der Haß Triumphe zu feiern, immer wieder lodert er auf und versucht, seine brutale Herrschaft zu behaupten. So wird jedes Zeichen der Liebe zu einem Denkmal, das verdient, beachtet zu werden. Die Nationalisten Frankreichs und Deutschlands versuchen ihren Völtern einzureben, daß drüben" nur haß und Gemeinheit zu finden feien. Sie verschweigen jede Regung, die auf Berföhnung schließen läßt und sind töricht oder gemein genug, jeden, der im Sinne der Bölferversöhnung arbeitet, als„ Landesseind". Hochverräter" oder sonst irgendwie verächtlich zu machen. Die sozialistische Presse hat es stets als ihre Aufgabe betrachtet, diesem Bahnwig entgegenzuwirken, stets als ihre Aufgabe betrachtet, diesem Wahnwiß entgegenzuwirken, Wir veröffentlichen daher eine Reihe von Dokumenten, die zeigen, daß die Menschlichkeit und die tatkräftige Menschenliebe noch nicht gestorben sind. " L'Universel" veröffentlicht einen Aufruf von Romain Rolland, in dem es u. a. heißt: Bestätigen wir es, daß in den Herzen der Franzosen fein Platz ist für niedrigen Haß oder für eine noch niedrigere Gleichgültigkeit dem Unglüd ber anderen Menschen gegenüber, und daß das fiegreiche Frankreich das Land des Mit eids bleibt. Man beweist seinen Sieg nur durch Seelengröße. Und die höchste Kraft ist die der Güte. Wir fordern die Franzosen auf, dem Bolte, das sie bekämpft haben, eine hilfreiche Hand zu reichen. . Als Dem Organ des französischen Kinderhilfskomitees entnehmen mir folgenden Brief eines einfachen Mannes: Als Abonnent der Ere Nouvelle" habe ich mit großer Rührung den menschlichen Appell Don Romain Rolland zugunsten der Kinder unserer ehemaligen Gegner gelesen. Nachdem ich am 2. Mobilmachungstage einberufen wurde, geriet ich im September 1914 in Gefangenschaft, Gestern vormittag wurde in Gegenwart des Bolizeipräsidenten wo ich sehr gelitten habe. Während dieser Zeit haben meine Frau Richter und des Bolizeikommandeurs kaupisch die von der und meine beiden Jungen, die damals 8 und 9 Jahre alt waren, Firma Siemens u. Halske hergestellte Polizeimeldeanlage in den im besetzten Gebiet gewohnt, wo sie ebenfalls lange Zeit an Hunger Straßen Berlins dem Verkehr übergeben. Die neue Anlage, der litten; ich habe sie alle brei bei meiner Rückkehr im Dezember 1918 Trogdem lege ich diefem fogenannte Bolizeimelder, ist aus Sparfamkeitsgründen zu sehr geschwächt wiedergefunden nächst auf den Polizeibezirk Mitte beschränkt worden, in dem Brief eine Bostanweisung über 10 Frant bei für die Kinder derzunächst 30 Bolizeimelder an Hauswänden, Straßenbahnmaften usw. jenigen, die mich und die Meinen haben leiden lassen angebracht sind. Der an einem Melder stehende Berkehrsposten fann diesen Apparat in Fällen bringender Gefahr einfach nach Art einer Sozialist und Franzose fühle ich mich verpflichtet, gerecht und mensch= Steduhr purch. Einführung eines Schlüſſels betätigen. Es erfolgt lich zu fein; ich glaube an bessere Zeiten, und ich sehe in einer Zeit, dann in einer Rentrale, ebenso wie in der Dienststelle, zu der der Besten gehört( Revier und Bereitschaft), eine felbfttätige elet, ofen sich verstehen statt sich zu hassen, daß sie zua frische Aufzeichnung des Hilferufs mit Beit fammen an dem großen Wert der Völkerversöhnung arbeiten." aufbrud. Die angerufenen Bolizeidienststellen find alsdann in La Paix par le Droit" veröffentlicht einen Auszug aus dem der Lage, fofort Hilfe zu schicken und sich außerdem mit dem Bosten Brief einer in Berlin lebenden Efässerin, in dem sie schreibt: telephonisch in Berbindung zu setzen. In weniger dringenden Fällen Beugin des Hungers, der Kälte und der Entbehrung, die täglich feßen. um mich herum Menschen, Brüder töten, wende ich mich, felber Franfann der Verkehrsposten auch mit seinem Schlüffel die Meldetür öffnen und über ein im Innern befindliches Telephon sehe Bolizei öfin, an Euch Franzosen. Fragt nicht wer schuld daran ist, es dienststelle erreichen. Für häufiger sich wiederholende Fälle, wie genügt, daß unsere Brüder leiden. Laßt uns versuchen, Geld zu Herbeirufen eines Krantenmanens, eines Arztes, des Ueberfoftom. fammeln, laßt es uns diesen Brüdern geben im Namen Frant reichs, daß sie so wenig fennen." mandos ufw. enthält der Polizeimelder noch eine einfache Schalt vorrichtuna, die die Abgabe einer für den jeweiligen Fall charakteri. ftifchen Meldung ermöglicht. Selbstverständlich wird auch die Einrichtung dem Publikum quoute fommen, wenn B. des Nachts ein fernsprecher nicht zu erreichen ist. Jedoch darf die Bedienung der Anlage immer nur durch den Beamten erfolgen. Ein folgenschweres Berleben. Der aus Reavel gebürtige 81 Jahre alte Staufmann Solvatore Ricca liek in feinem abgemieteten Zimmer im Haufe Neue Friedrichstr. 45 verfehentlich den Sabn der Gaslampe offen. Als ibn morgens feine Birtin weden wollte. fand fie ibn besinnungslos auf. Nach bem er fich etwas erbolt hatte, verfuchte er, bas St. Sebwigs Krankenhaus aufzusuchen, brach aber am Badelden Marit be wustlos aufammen. Ein Schußpolisift nahm fich des Silflofen an und sorgte für seine lieberführung nach dem genannten Kranten hause. Die Fédération des Membres de l'Enseignement laique, die entschlossenste und rührigste Gruppe der 1922 zu Baris gegründeten Internationale de l'Enseignement, hat an den Leipziger Lehrer verein folgendes Schreiben gerichtet:„ Liebe Kameraben, der Notruf Deutschlands, insbesondere der fächsischen Lehrer, ist von deren Amts genoffen gehört worden. Unser Ministerpräsident wibere fekt sich der Aufnahme deutscher Kinder in fran. öfifchen Familien. In dem Bemühen, auf diese Entschei bung nach Kräften unsere Antwort zu geben, haben wir wenigstens eine Sammlung ins Leben gerufen! Möge diese erste Senbung den Amtsbrüdern jenseits des Rheins zeigen, daß ihre frana zösischen Kameraden sich mit ihnen erheben gegen jeglichen Militarismus, gegen jegliche Not, geren jegliche Bedrückung. Sie sind mit ihnen, wenn es gil, in die Herzen des neuen Geschlechts die Gebanten allgemeiner Menschenfiebe und Solidarität zu rflanzen. Dieser erfte Sendung von 20 Dellar hat mehr die Bedeutung eines Sombola. Erzieher antworten anderen Er iehern, wenn ein Teil der Jugend unserer Menschheit in höchster Gefahr ist, jener Jugend, auf die wir der Derammerle, Rotherstraße, fam auf noch nicht aufgefühnen. Feuer in den Osramwerfen. In bem erfgenglager fo start zählen, um die Frevel des gegenwärtigen Geschlechts zu der Deramwerte, Rotberstraße, fam auf noch nicht aufgefühnen. Im Namen der franzöfifchen Grupne der Behrer Inters lärte Weise Feuer aus, was an den dort aufgestellten Regalen nationale richte ich an die Lehrer Leipzigs die Versicherung unseres reichliche Rabrung fand. Die alarmierte Feuertebr fonnte den lebhaf'eften Mitgefühls und unserer brüderlichen Solidarität. Brand auf seinen Serb besaranten und nach etwa M. Boubou.." 30 Minuten wieder abrüden. Der Sachschaben beläuft sich auf girta 2000 Goldmart. P BO Berein Groß- Berliner Parteinachrichten. dot. Abt. Treptow. Seute 5% Uhr von der Borwärtsspedition, Riefholaftr. 186 ,. wichtige Ingblattverbreitung für die Ronsumwahlen. Erscheinen jebes Genoffen Pflicht. Jungfozialisten Schöneberg. Seute, 8 Uhr, Jugendheim, Rubensftraße, Vortrag des Genoffen Bothur: Klaffentämpfe im alten Rom." 33. Abt. Sämtlice Genoffinnen und Genoffen der 31. Berkaufsstelle der Ronfumgenossenschaft treffen fich Sonntag, den 16. März, früh 8 Uhr. bet Zacharias, Stralauer Allee, Ede Boffeftraße, und nicht, wie verfehent. lich angegeben, bei Soffmann, zweds Wahlarbeit. mato famm- nfein der Genoffen mit Angehörigen im Reftaurant Borgmann, Baumschulen, Ede Riefholzstraße. Musit, Borträge, Tanz. Am Sonne tag von 9 bis 1 Uhr Ronsumgenossenschaftswahlen. Wahllotal: Saß, Baums fdyulenstraße 72. Niemand nerfäume, die Wahlpflicht auszuüben. * Konzertabend für die arbeifende Jugend. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin ver. anstaltet am Sonntag, den 16. März, abends 7 Uhr, in der Aula des Friedrich- Realgymnafiums, SW, Mittenwalder Etr. 84-87, einen Konzertabend für die arbeitende Jugend. Mitwirkende: Männerchor Typographia". Chormeister Alexander Wein baum, Berliner Trio- Vereinigung, die Herren Curt Vogel ( Violine), Mag Schula Fürstenberg( Cello), Willi Jäger 102. abt. Baumschulenweg. Gonnabend, den 15. M Flügel). Die gefangliden Darbietungen bestreitet Frau Agnes Sula- Sichterfeld. Da die hier angegebenen Namen für ein fünstlerisches Programm bürgen, follte fein Jugendlicher, aber auch kein Erwachsener diefe Veranstaltuna verfäumen. Der Eintrittspreis ist gering gehalten und beträgt 50 f. Karten find im Jugendsekretariat, Bindenstr. 3, und an der Abendlaffe er hältlich. Ungarische Sozialdemokraten. Conntag, ban 16. März, borm. 9 Uhr, findet für die ungarischen Barteigeroffen im Lolal Schulze, Elifabethstr. 30, eine Versammlung statt. Die deutichen Genoffen werben gebeten, bie ihnen belannten ungarischen Genoffen auf diefe Versammlung aufmerksam zu machen. Auch Gäste sind will. tommen. Lehrgang für Spitzenflöppeln. Die 1. städilsche Wahlfortbildungsschule für Mädchen und Frauen, Berlin SW 61, Zempelhofer Uier 2, eröffnet am 2. April b. 3. mieber eine Reihe von Rurfen für Anfängerinnen in der Klöppelet. Anmeldungen werden werktäglich von 8 bis 8 Uhr in der Geschäftsstelle der Schule entgegengenommen. Unfer der Anklage des Mordes an dem Wegemeister Schura im Forstbezirk Cladow- West hatten sich in Landsberg die Schwellen. hauer Gebrüder Waldemar und Kurt Schwarz fowie der Landwirt Karl Lehmann aus Loßen zu verantworten. Die Angeflagten Schwarz waren am 18. Oftober 1928 in den For it. schußbezirt Schweinebrild gefahren, um au wiltern. Hier waren fie mit demi segemeister Souls zufammengetroffen, den fie verfolgten. furz vor dem Forsthause mit Kolbenidlägen nieder tredten und dann durch einen auß töteten. Die Brüder Schwarz wurden vom Gericht zum Tode und zu lieben Jabren 8uathaus, der Landwirt ebmann wegen gewerbsmäßigen Bilderns zu fünf Jabren Gefängnis berurteilt. Die Ordner der Profetarischen Feierstunden treffen sich am Sonntag, ben 16. b. M., morgens 8 Uhr, an der betanuten Stelle zum Drdnerdienst für die Jugendweihe. Sport. Rennen zu Mariendorf am Donnerstag, den 13. März. 1. Rennen. 1. Erna Bingen( E. Treubers), 2. Erft. Wober omer ( Sinoretli), 3. Ming( A. Rogowosti). Toto: 22: 10. Play: 18, 15. 15:10. Ferner liesen: Patscari, miene, Utopieß angeb. 2. Rennen. 1. Beralta(. B. Allen). 2. Citran( St. Hartiei!), 3. Lady Bosworth( B. Sedert). Toto: 16: 10. Blog: 10, 10, 12: 10. Ferner liefen: Inhaber, Ddeffa, D'Capt. Leerberg, Beinitod. 8. Rennen. 1. Ballonfönigin( W. Tripban), 2. Exzellenz( Mills), 8. Federnelfe( F. Schmidt). Zoto: 45: 10. Blaz: 12, 11: 10. Ferner liefen: Lump, Dollyfa. 4. Rennen. 1. Tafna( M. Mingius), 2. Durchbruch( F. Schmidt), Toto: 19: 10. 8. Söhensonne( B. Lemzer, Blay: 12, 14, 18: 10 Gerner liefen: Ludmill I, Albatros, Bring Kutud. Erich. ( E. Baul, 3. Fred Wilkes( F. Gardain). Toto: 26:10. Blat: 12, 12, 5. Rennen. 1. Bron Klatawab( Tb. Goldschmidt), 2. Karneval 12: 10. Ferner liefen: True Fox, Niagara I, gerakles, Maiiönigin I, Herstönig, Hermann B. 6. Rennen. 1. Homer( Grokmann), 2. Cabiac Agworthy J. P. Zoto: 16:10. Blat: 14. Allen), 3. Corona Dic. Kinney( Lichtenfeld). 14:10. Ferner liefen: Interrellant, els. 7. Rennett. 1. Paul B. J. Wills), 2 Matador I( E. Treuheiz). Ferner 3. Falter( Em. Schleusener). Toto: 10:10. Play: 12, 13: 10. lie en: Wiedebopi, Bufall. 8. Rennen. 1. Ottomar( J. Mills), Berdun( H. Vaade), Filmdiya ( e. Treubers). Toto: 45: 10 lab: 17, 15, 33: 10. Ferner dejen: Adler, Fafner, J., Adelei, B., Teufelsbart, Dolomit, Billy I. Nachgefüllt ist MAGGI Würze billiger man achte aber darauf, daß die Würze aus MAGGIs großer Originalilasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts anderes als MAGGIS Würze feilgehalten werden. Wirtschaft.com Große Erdölfunde bei Hannover. Gine Tochtergesellschaft der Deutschen Erdöl- Gesellschaft ist in der Gegend von Celle bei Hannover mit einer in Deutschland bisher unerreichten Delproduktion fündig geworden. Obwohl zur Siche rung der Produktion die Sonde start gedroffelt ist und nicht im vollen Ausmaße ihrer Leistungsfähigkeit, die auf ein Mehrfaches ihrer augenblidlichen Produktion zu schätzen ist, produzieren kann, läßt sich die tägliche Ausbeute mit 300 000 Kilogramm annehmen Die Bedeutung dieses Fundes wird ersichtlich, wenn man sich flarmacht, daß die Produktion dieser einen Bohrung größer ist als die gesamte übrige deutsche Produktion und daß bei der Natur des Lagers eine langdauernde Produktion zu ver muten ist. Das Del stammt aus der erheblichen Tiefe von 750 Metern, aus der in Deutschland bisher Produktionen nicht gewonnen wurden. Für die Deutsche Erdöl- A.- G. bedeutet die Erschließung des Lagers etwa eine Berdreifachung ihrer Produktion. ** Die wirtschaftliche Bedeutung dieses neuen Erdölfundes für Deutschland erhellt daraus, daß die deutsche Erdölgewinnung im Jahre 1922 nur insgesamt 45 000 Tonnen betragen hat. Etwa die Hälfte der ehemalicen deutschen Erdölproduktion ist uns durch die Abtretung von Elsaß- Lothringen verlorengegangen. Wenn die gegenwärtige Ergiebigkeit der neuen Quelle bei Celle anhält, so wür. den dadurch über 100 000 Tonnen alljährlich in Deutschland mehr produziert. Es ist allerdings mit der Möglichkeit zu rechnen, daß bei Nachlassen des unterirdischen Gasdruces der Petroleumfpring quell in furzer Zeit erlischt. Bei der dann einsehenden regelmäßigen Ausbeutung durch Bumpwerke dürf'e die Leistung um einiges zu rüdgehen. Immerhin ist damit zu rechnen, daß durch diese Quelle im Durchnitt der Berlust an Erdöl, den wir mit der Abtrennung Elsaß Lor, ringens erlitten haben, ausgeglichen wird, immer unter der Voraussetzung, daß die Angaben sich vollinhaltlich bestätigen. Unter den Erdöl produzierenden Ländern nimmt Deutschland ungeführ die letzte Stelle ein. Alle europäischen Petroleumlager ausschließ ich Rußlands liefern gegenwärtig nur etwa 1,7 Proz. der Wel produktion, die im Jahre 1922 über 100 Millionen Tonnen betrug Die Einfuhr Deutschlands an Erdöl und dessen Nebenproduften beträgt jährlich: rund 190 000 Tonnen Schmieröl, rund 26 000 Tommen Schwerbenzin, über 80 000 Tonnen gereinigtes Petroleum und über 36 000 Tonnen Robbenzin. Das Bekanntwerden des neuen Erdölfundes an der Berliner Börse hat auf die Aktien der Deutschen Erdölgesellschaft natürlich fofort furstreibend gewirft. Die Aktien wurden am Dienstag mit dem für die gegenwärtigen Geld und Börsenverhältnisse schon jehr hohen Kurs von 49,50 Broz. gehandelt. Sie stiegen am Mitt moch auf 57,75 und am Donnerstag auf 65,90. Deutscher Metallarbeiter- Verband Die Berichterstattung vom Verbandstag findet in nad stehenden Lotalen zu den angegebenen 8eiten ftatt: Sonntag, den 16. März vorm. 10 2hr. in Kaliberge, Lolal Nettinget. Am Martt. Montag, den 17. März: 1. Bezirk: abends 7 Uhr in Weißensee 3. F . 6. 19 B B 7. 8. 82 " 9. 99 10. . 11. 12. " 13. . 2 14. B 15. 16. 17. 18. 9 " 19.# Zum Prälaten, Lehderstr 122 abends 7 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtft 3ia. abends 7 Uhr in Lichtenberg bei Bürger, Frankfurter Allee 239 abends 7 Uhr in Lichtenberg im Gefangs aal der Knaben Mittelschule, Marttstraße abends 7 Uhr im Reichenberger Sof, Reidenberger Gtra e 147. abends 7 Uhr in ber Kindl Brauerei, Neukölln, Hermannftraße, Ede Jägerstraße abends 7 Uhr in ben Sohen ftaufen Sälen", Kottbujer Damm 76. abends 7 Uhr bei Prasser, Michaeltirchstraße 291. nachm 5 Uhr in Gliefings Festfälen, Waffertorstraße abenbs 7 Uhr im Lofal von August Schulz, Stallschreiber ftraße 29. nachm. 5 Uhr im Allegan briner", Aleganbrinenfte 87a abends 6 Uhr in Echöne 19 berg im Lofal Wilhelmshof", Ebersitr 80, 1 Tr nachm. 5 Uhr in Steglig im Realgymnafium, Hereftraße abends 7 Uhr im Türkischen 8 lt, Charlottenbg., Berliner Straße 53. abends 7 Uhr im Moabiter Gesellschaftshaus, Wielerstr.65 abends 7 Uhr im Lo al von Borowski.Reinickendorf- West, Scharnweberitraße 104. abends 7 Uhr in den Bharus Sälen"( RI.Gaal), Müller ftr 42 abends 7 Uhr in der Schul 19 anla, Wiesenstraße 66 19 20. 21. " 22 TR 23. 24. 26 abends 6 Uhr im Verbandshaufe( Sigungsfaal), Linienftraße 83.85 abends 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23( KI Saal) abends 7 Uhr in der Rea schule ( Gejundbrunnen), Badftr 22. nachm. 4 Uhr in der Gemeindeschule( Reichenfaai), Niederfchöneweide, Berliner Straße abends 7 Ube in Köpenic im Lotal von Oskar Schulz, Bahnhofte 84. abends 7 Uhr in Friedrichs. hagen im Lotal von Hoppe, Friedrichstr. 121 nachm. 4 Uhr in Spandan in Den Germaniafalen Strefowplag 19. Siemens- Bezirt: nachmittags 4 Uhr bei Mar anbt( Siemensftadt) Nonnendamm- Allee 89. es ist unbedingt notwendig daß alle Kolleginnen und Kollegen zu diefen Ber lan mlungen erf einen, um die wichtigsten Beschluffe des Kaffeler Verbandstages Pennen zu lernen Eintritt gegen Borzeigung des Mitglieds buces. Die füfte Beitragswoche 1924 muß geflebt sein. Wagen- u. Karosseriefunttiondie Heute Freitag, den 14. März, nachmittags 4 he, im Berbanoshanje der Hotzarbeiter, Rungestraße 30: 164-8 Sitzung Die Ortsverwaltung. Kapilän- Hautabak unerreicht im Wo. Ige. chmack. Nur echt mit Firme zettel! In de meis en Ge schäften kauflich Fur Wiederver äu er durch C.Rocker, Berlin, Lichtenbergerstr. 22( Rst.3861) Haushaltseifen- Fabrik Sodafreie harte Ware! Johannes Dietz, Klosterstraße 44. Kein Laden Neu eröffnet! " So erfreulich der neue Erdölfund ist, umerfreulich bleibt, daß teilen. Dagegen haben die großen Tertilfonzerne, die ihre Bedie Hauptvorteile fapitalistischen Kreisen wie ein Lotterietreffer in triebe wesentlich eingeschränkt haben, enorme Profite erzielt. So verden Schoß fallen. Die Deutsche Erdölgesellschaft hat, wie die Ber- teilte der größte unter ihnen, die Bradford Dyers Aloziation", liner Börsenzeitung" zu melden weiß, nach Ansicht eingeweihter eine Dividende von 25 Broz, nachdem er riesige Summen in die Kreise in der Inflationszeit sehr erhebliche Substanzgewinne fonzerne, welche in dem Manchester Guardian Commercial" Reserve abgeführt hatte, ebenso eine große Anzahl anderer Großgemacht, daraus erklärt sich auch, daß troß der Kapitalsverwässerung( 21. Februar) angeführt werden. Dieses Blatt, das Organ der ihre Attien schon vor dem neuen Delfund an der Börse so hoch be- englischen Lerti unternehmer, bemerkt felbft angesichts der erwähnten wertet wurden Der neue Substanzzuwachs fommt, so will es die Profite: Die erzielten Brofi'e scheinen die Anflage zu rechtfertigen, freie Wirtschaft, nicht der notleidenden Allgemeinheit oder dem daß die gegenwärtige Politit der Konzerne der Textilindustrie darin Staate, sondern einem feinen Kreis von Attionären zugute, die sich besteht, ihr Einkommen durch Einschränkung der Prorechtzeitig in den Besitz der wertvollen Anteile des Privatunter duktion zu erhöhen" Dieses Zugeständnis eines führenden nehmens gefeßt haben. Wirtschaftsorgans, das die Interessen der Textilunternehmer zu vertre en pflegt, verdient festgehalten zu werden. Es bestätigt nur die Tatsache, daß die Trusts in Händen von Brivatunternehmern trot Prouftionseinschränkung, ja fogar, wie dieser Fall beweist, infolge Siefer, ihre Profite zu erhöhen vermögen. 87 Prozent der dem Baumwollverband angehörenden Unternehmer haben einer einheitlichen Einschränkung der Produktion zugestimmt. Da ein solcher Beschluß bei Zustimmung von 85 Broz. der Unternehmer gültig ist, wurde jetzt nachdem die bisherigen Abstim organisiertes Borgehen durchführbar. Demzufolge arbeiten jezt 25 Millionen Spindeln nur 26% Stunden pro Woche. Eine Anzahl von Unternehmern, die 1% Millionen Spindeln vertreten, verweigerte die Durchführung des Beschlusses. Gleichzeitig droht aber eine große Aussperrung, die 150 000 Legtilarbeiter umfaffen wird. Produktionseinschränkung- fteigende Profite. Die englische Textilindustrie leide unter einer fchweren Wirtschaftskrise mit einer enormen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Eine große Anzahl von Unternehmern fonnte für das verflossene Jahr feine Dividende verPreisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je mungen nicht die nötige Mehrheit hatten zum ersten mal ein Zentner frei Haus Berlin. 16,00-17,251 Röstgetreide, lose Gerstengrütze, lose... 16,00 17,00 Kakao fettarm Gerstengraupen, lose .... 16.00-18,00 100,00-12.00 Haferflocken, lose.... 15,25 16,00 Kakao, leicht entölt 130,00-153,00 Hafergrütze, lose 15,75 16,25 Tee, Souchon, gepackt. 315,00-420,00 Ro genmehl 0/1 12,75 14,0 Tee, indischer, gepackt. 425,00-475,00 Weizengries... 18,00-18,80 Inlandszucker basis mel. 40, 42,00 Hartgrieß 22,00 25,50 Inlandszucker Raffinade 42,50-44 50 14,50 16,00 Zucker Würfel....... 46,00-48.00 17,00 21,00 Kunsthonig 40," C 45,00 19,00-22,75 Zuckersirup hell in Elm 49,09 14,00-17,00 Speisesirup dunk. in Eim. 33,00-35,00 20,23-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-130,00 310-31,0. Marmelade Vierfrucht 40,00-55,00 26,00 35.00 Pflaumenmus in Eimern 46,00 50,00 4.204.80 7% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, Peri Langbonnen, handverles. Linsen. kleine....... Linsen, mittel Linsen, große Speisee bsen, Viktoria Kartoffe mehl Makkaroni Makkaronimeh! Schnittnude.n, lose.... Bruchreis Rangoon Reis 3,4 4,00 Tafelreis, glasiert, Patna 27,00-31,00 Margarine, Handelsm. I 56,00 Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr P.laumen 90/100 Pflaumen, entsteint Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Carabirnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Barl 31,00-36,00 desgl li 36,50 42,00 Steinsalz, lose 43 0-49.50 Siedesalz lose ..... 16,0 18,00 Bratenschmalz in Tierces 68,00 40,00 45,00 Bratenschmalz in Kübeln 70,00 37,00-38,50 Purelard in Tierces 67,00 21,00-25,00 Purelard in Kisten... 68,00-69,00 15,25 17,5 Speisetalg in Packung 48,00-52,0 17,00-19,50 Speisetale in Kübeln 47,00-49,00 48,00$ 2,00 .. 105,00-115,00| Margarine, Spezialm. I.. 76,00 43,00-48,00 desgl. 11. ... 60,00-65,00 52,00-55,00 Molkereibutter 1, Fässern 20,00 75,00-80,00 Molkereibutter in Pack. 216,00 85,00-90,00 Landbutter in Fässern. 180,00 75,00-80,00 Landbutter in Packungen 185,00 145,00-150,00 Auslandbutter 208,00-216,00 135,00-150 00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00-36.00 Zimt( Cassia) 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-66,00 Kümmel, holländischer. 155,00-165,00 Quadratkäse. ..... 40,00 50,00 Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 Quarkkäse 35,00-50,00 Weißer Pfeffer 130,00-141,00 Tilsiter Käse, vollfett 115,00-125,00 Rohkaffee Brasil 180,00-215,00 Tilsiter Käse, halbfett. 50,00-55,00 Rohkaffee Zentra'amerika240,00-300,00 Ausl. ungezuck.CondensRöstkaffee Brasil 240,00-280,00 milch 48/16 Röstkafiee Zentralam... 315,00-400,00 Iniändische desgl. 48/12 Malzkaffee, gepackt 23,00 25,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Mandeln, bittere Bari Neuartiges Tellzahlungssystem G.m. Willy Ferg b. H. 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Die Gesellschaft bezwedt die Errichtung und den Betrieb von Luftverkehrslinien mit fahrplanmäßig geregeltem Berkehr, die Beförderung von Personen und Gütern mit Flugzeugen aller Art, die Vermietung von Flug zeugen, die Erfüllung aller sonstigen mit dem Luftverfehr zusammenhängenden Aufgaben. Sie wird den Betrieb in den nächsten Moraten zunächst mit zwei Ganzmetallflugzeugen, die als sechssizige Rabinenflugzeuge von den Junkers- Flugzeugwerten gebaut morden find, aufnehmen. Der Vertruftungsprozeß in Finnland hat große Fortschritte gemacht. Im vergangenen Jahr wurde die ganze Holz. Papier. masse und Papierindustrie vom Rohstoff bis zum End produkt vertruſtet. BORG 66 ZIGARETTEN FÜR QUALITATSRAUCHER der gute 20100word TACK SCHUM sitzt wie nach Maß gearbeitet. 1 八 Selbst bei den spitzen modernen Formen liegen die Zehen mollig gebettet. Er" wandert aus der Fabrik nach acht Wochen sorgfältigster Behandlung direkt in unsere eigenen 114 Verkaulsstellen. Er ist unerhört billig. 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Zlock) dieser Reise schreibt der Bund „Dayern und Reich. ein solcher plan würde eine große Gefahr für die Entwicklung im Reich und in Bayern bedeuten. 6s- ellevz. wie kommt es, daß der Bund„Bayern und Reich vor 2. Rovember deu Marsch nach Berlin predigte, wahrend er nach dem 2. Ziovember davon abrückte? kann fich nicht erinnern! Hitlers„moralische Rechtfertigung". icCr «m sinke H«md auf meine, so daß ich völlig überzeugt war, daß es ehrlich gemeint war. Ich habe dann erklärt: Eszellenz, ich habe Sie als Menschen immer geschätzt. Zetzt haben Sie mich auch ia politischer Beziehung zu abfoluter Treue verpslichtet, und ich werde Zhueu die Treue halten. Dann haben wir uns wieder die Hände gereicht, and dann gingen wir ins Reben, immer, und dort hoben Sie mir zum dritten Mal die Hand geschüitelt.(Sehr erregt und fast schreiend): Bin ich jetzt ein Lügner oder keiner? Kahr(der bei dieser ganze tt S ze ne unbeweglich sitzengeblieben ist): Ich miederholc, daß ich mich nicht erinnern kann, daß ich mein« andere Hand auf Ihre gelegt habe� v. Kahr: Ich stehe den Kundgebungen des Bunde?„Boyern und Reich" durchaus fern.(Bewegung im Saal.)__ R.-A. Holl: Welche Abmachungen hat Oberst v. Scißer mit den Bersiner Herreu bezüglich des.Kampfbundes" getroffen. v Kohr: Ich kann über diese Vorgänge nichts /agen. R.-A Holl: War das. was Seißer von Berlin mitgebracht hat, der Grund, daß Exzellenz am nöchsten Tag den Kamtan Ehr. bardt zu sich befohlen hoben? � v Kahr: Ich kann über dtes« Vorgänge mazts iaoen. Iustizrat Schramm: Wir sind der Ausfosiung, daß vom 5. Rovember ab ein llmschtvuug in dem vorhabcn Em. Ex- zellenz eingetreten ist. Vis zum S. November war der Kampfbund sehr willkommen, fiubr seine zweite Hand auf die Hitlers gelegt häll«. K a b r Dazu Hab« ich absolut keine Veranlassung gehabt. Iustizrat Schramm: Don den Zeugen dieses Vorfalles ist aber gerade dies« Szene als ein« Art Rütli-Szen« auf- "�Kah�Das wird wohl eine Täuschung gewesen sein. Oberstleutnant Kriebel: Ich stand ganz m der Nahe, und «s bat auf mick, den arößten Eindruck gemacht, wie die-zerren sich die HöiSe ttich'en Kohr feine zweit« Hand auf die Hitlers legte. u�w�sichÄ � lange ms Auge sahen. Das war für mich das Eindruckvollste des ganzen Avenss._. Hitler springt auf>md tritt« r reg r v o r K a h r: Exzellenz wandten sich mir zu. reichten mir die Hand und legten dauu Ihre V o r s.: Diese Darstellung von Exzellenz v Kahr wird auch von einer großen Zahl von Zeugen bestätigt.— Ein« ganze Reihe von Verteidigern springt auf und meldet sich zum Wort.— N.-A. Götz: Wir sind doch alle da draußen gewesen, diesen Anblick seh« ich noch in IM Jahren.(Heiterkell und Unruhe.) Vors.: Wenn nicht Ruh« herrscht, lafle ich den Saal räumen.— Schließlich erklärt Kahr nochmals, er könne sich unmöglich au alle diese Einzelhellen erinnern. Iustizrat Schramm: Exzellenz wollten doch so schnell wie mög- sich aus dieser ungemütlichen?k!mosphäre herauskommen. Warum sind Sie denn nachher noch einmal ins Rebenzimmer gegangen? Kohr: Weil alle dort hineingegangen sind. Justizrat Schramm: Ging die Anregung, das Polizei- Präsidium zu besetzen und die Ernährimg sicherzustellen, von Ihnen oder von Pöhner aus? Kahr: Pöhner ball« mich zu diesem Zweck angesprochen. Iustizrat Schramm: Wurde auch davon gesprochen, wer die De- oälkerung verständigen sollte? Kahr: Jawohl. Hitler erklärte, er übernehme die Proklamatton, weil er die ganze Sache gemacht habe. Iustizrat Schramm: Weshalb haben Sie denn das den Hochverrätern überlasten? Kahr: Ich habe doch hier nicht darüber aus zu- sagen, ob ich richtig oder falsch gehandelt habe. Hitler springt auf: Exzellenz haben erklärt:„Was sollen wir nun tun? Wir müssen doch die Oeff-mtkichkei: verständizen. Darauf- hin habe ich gebeten, daß man mir das überlasten mög«, und Sie haben es mir dann auch überlasten. Kahr: Nein, das geschah von anderer Sell«. Hitler(höhnisch): Jawohl, die Seite war Exz. v. Kahr. Rechtsanwalt Hemmeter: Exzellenz Kahr hat bekanntlich eine amtliche Erklärung über die Lorgänge im Dürgerbräukeller und im Nebenzimmer desselben abgegeben. Dabei konnte doch von außen der Eindruck entstehen, daß die Erklärung der Herren mit vorgehaltener Pistole abgegeben worden ist. Hitler: Ich habe allen drei Herren im Saal vor dem Podium. als ich sie hinausbat, gesagt:„Ich garantiere für Ihr« Sicherheit, meine Herren." Ich habe diele Aeußervng dann nochmals im Nebenzimmer wiederholt. Kahr: Daran kann ich mich nicht erinnern. Hitlers Ehrenwort. H i t l e r: Ich muh dann darauf zurückkommen, daß mir bis jetzt vorgeworfm worden ist, ich hätte m e i n E h r e n w o r t gebrochen. Habe ich Ew, Exzellenz persönlich mein Wort unterstellt, daß ich gegen den Willen Ew. Exzellenz nichts unternehmen will? Kahr: Mir persönlich nicht. Hitler: Ich hatte am 1. November noch eine letzte Besprechung mit' Herrn v. Seißer, und ich habe ihm ausdrücklich erklärt:„Wenn Sie, Herr v. Seißer, nach Ihrer Rückkehr aiis Bsrlin mir nicht erklären können, was nun wird. dann fühle ich mich au nichts mehr gebunden." Sind Exzellenz Kohr über diese meine Erklärung von Herrn v. Seißer unterrichtet worden? K a h r: Diese Erklärung ist meines Wissens zwischen Seißcr und Lossow besprochen worden. Hitler(in höchster Erregung): Herr v. Seißer war nur das Instrument Ew. Exzellenz, und Seißer muß Ihnen meine Erklärung übermittelt haben, da doch für Sie dies« Frage von äußerster Wichtig- keit war, ob ich neutral bleibe oder ob ich losschlage. Haben Sie nun noch den Mut, mir Ehrenwortsbruch vor zu- werfen? Zeuge o. Kahr: Ich mußte annehmen, daß Tic sich 5ierrn v. Seißer gegenüber gebunden hatten. Hitler(schreiend): Rie und nimmer habe ich mein Ehrenwort gegeben. Rechtsanwalt R o d e r: Ich bitte, daß . kahr Hitler Auge in Auge gegenübergestellt wird. Kahr schont nur immer auf sein Buch. Ich de» Haupte, daß Hitler sein Ehrenwort nicht gegeben hat. Vors.: Eine Gegenüberstellung der beiden Herren erübrigt sich, denn Kohr sagt aus, daß er die Dinge so. wie er sie hier schildert, und nicht anders am Gedächtnis hat. Rechtsanwalt R o d e r: Kann Herr v. Kahr hier sagen, lber ti wer in der den Artikel über die vier Möglichkeiten am 9. NoueM Korrespondenz Hoffmann konstruiert oder erfunden hat und woher stammt der Artikel„Gewalt gegen Gewalt"? Sagt der Zeuge:„Ich nicht," dann glaube ich überhaupt nichts mehr, und das ist für das Gericht bei der Bemessung der Glaubwürdigkeit von Wichtigkeit. Denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Nicht etwa in einem späleren Meincidsversahren. sonderu schon seht muh die Glaubwürdigkeit des Herrn o. Sah: gqnüff werden Kohr: Ich habe ste n i ch t verfaßt. Rechtsanwalt Roder: Oder haben Exzellenz bei der Ab» fafsuug mitgewirkt? Kahr: Ich muß es-biehnen, darauf eute Antwort zu geben. (Groß- Bewegung im Saat.) Iustizrat v Zezschwitz: Es ist für die Verteidigung von Wichtigkeit, daß ine Glaubwürdigkeit des Zeugen einer ge- nauen Prüfung unterzogen wird. Bors,(scharf): Die Prüfung ist allein Sache des Gerichts Rechtsanwalt Götz: Herr Hitler richtet« an Exzellenz v. Kahr die Frage, ob Exzellenz o. Kahr noch innner den Borwurf des Ehren. wortbruches aufrechterhält? Ich habe dorous kein« klar« Antwort gehört. Meine hohen Herren! Sie haben über die Angeklagtev auch tu moralischer Beziehung hi«r dos Urteil zu fällen. Dpi Angesagten sind durch ganz bestimmte Zeitungsartikel, die von einer ganz bestimmten Seite ausgegangen sind, auf die tiefste moralische Stufe heruntergedrückt worden. Der berufen« Mann, der dm Ehre der Angeklagten wieder herstellen kann, ist Herr v. Kahr. Er mo,)« sprechen! Kohr: Ich erkläre nochmals, auf Grund der Uillerredungen Hitlers mit Herrn v. Lossow und Seiher hatte ich den Eindruck, daß Hitler ein« bestimmte Zusage gemacht hatte. Ich habe dies- Ueberzeugung auch heute noch, weil ich an der Ehrenhaftigkeit der Herren Lossow und Seißer nicht im mindesten zweifle. Hitler(sehr erregt): Ich behaupte, daß m«n sogenanules gebrochenes Ehrenwort von der anderen Seite glatt erfunden wardcu ist. Rechtsanwatt R od er: Wenn Ew. Exzellenz nun von Herrn v. Seißer über das Ehrenwort Hitlers falsch unterrichtet worden wären, würden Sie dann noch bei Ihrer Ansicht bleiben? Zeuge v. Kahrschweigtt Hitler(in höchster Erregung aufspringend): Zch verzichte auf jede Ehrenerklärung van Herrn v. kahr. Rechtsanwalt H o ll i Dr. Weber hat tüesrr Unterhaltung Hilters und Seißers beigewohnt. Er versichert auf fein Ehrenwort, daß Hiller nicht fein Ehrenwort gegeben hat. Exzellenz. wenn Sie dem Ehrenwort Dr. Webers glaube«, wollen Sie dann nicht zur Beruhigung weiter Kreise jetzt sagen, daß Sie sich geirrt haben? �■' Kohr(sehr bestimmt): Ich habe hier keine Ehrenerklärungen abzugeben.(Große Unruhe im Saal.) Dr. Holl: Wenn Sie im Interesse der Beruhigung weiter Kreis« das nicht sogen können, so kann ich das als deutscher Mann nur bedauern.(Bravo-Rufe im Zuhorerraum.) Hat Kapitän K a u t t« r in der Nacht zum 9. November für Ew. Exzellenz nicht einen Aufruf verfaßt? Ist dieser Aufruf nicht Oberst v. Seißer vor- gelegt worden und hat Seißer nicht verlangt, daß Absatz 3 g.- strichen wird, der die Aufhebung der Weimarer Ber- f a i s u n g fordert? Zeug» v Kahr: Ich hörte, daß Heer Äautter im Staats- kvmmistariat fei. Herr Kaittter forderte für den Wiking- Bund, ich solle die Aufhebung der Weima«: Bersassung erkläre«. Ich lehnte das ab Und erklärte es für einen bare» Unsinn. Pon eincm Aufruf Kcrntters ist mir nichts bekannt. R.-A. 5) e n in e t e r: Hat der Herr Zeuge nicht den in Regensburg weilenden Ministern telephonisch gesagt, si« möchten ja in Regensburg bleiben und nicht noch München kämmen? Kahr: Heber dienstliche Gespräche hob« ich hier nichts aus- zusagen. R.-A. R o d e r: Haben Ew. Exzellenz vielleicht die Kundgebung des Aamvfbundes ankang November in dtn Zeitungen gelesen? "Kohr: Das ist möglich. R.-A. Rod er: In d-cker Kuudgebubng heißt«s nämlich, daß der Kampibund«ach Berlin m a r f ch i er e n werH» rum find Sie damals gegen den Kampfbund, der doch nun gegsii Verfassung und Gesetz verstieß, nicht eingeschritten? Es hieß wörtlich in dieser Kundgebung:„Wir bekämpfen den Geist der Wei- murer Verfassung und auf dieser Auffassung soll das neue DeuZchc Reich aufgebaut werden." In aller Oeffenllichkeit haben'wir fett. Jahr und Tag anerkannt, daß wir die Reichsoerfassung dort oben bekämpfen und Exzellenz Kahr hat niemals etwas gegen diese Allf- fossung getan. Iustizrat v. Zezschwftz: Haben Ew. Exzellenz von 1! Uhr nach!? bis 1 Uhr mittags auch nur den geringsten Versuch gemarir. ein Blutoergietzen zu verhüten? Kohr: Selbstverständlich war es Unser heißer Wunsch, ein Blutvergießen zu verhüten. Iustizrat o. Zezschwitz: Ist diesem Wunsch auch praktisch Rechnung getragen worden? Kahr: Das war Sache des mit dem Vollzug betrauten Offiziers. R.-A. Roher: Welch« Tätigkeit hatte Herr Sichigh.t, Exzellenz? Kahr: Ich liade Herr« Schied! beim Beginn des General- staa skommifjariats gebeten, die Prsssebebandtung zu übernehmen. Er genießl persönliches Ansehen bei' der Presse. Er fyifte die Per, bindung mit der Presse herzustellen.. A.-Ä.' Rober: War er Angestellter oder Beamter? K ahr: Er war wicht Beamter im Sinn« des Beamtenaefetzcs, Er hatte aber gewisse Funktionen eines Referenten urid ist auch von mir ausdrücklich auf feine Verpilichtung zur Verschwiegenheit aufmerksam gemacht worden. Vors.: Waren es öffentliche Funktionen?. Kahr: Ja, Funbtionen nach außen hin(Heitetkeit.) Damit war die Vernehmung des Herrn v. Kahr beendet. Dann wurde um 2 Uhr nachmittags die Verhandlung geschlvfseu und auf Freitag früh h-S Uhr vertagt. Unöank ist See well Lohn. München, 13. März.(Eca) Während die Bayerische Mittelparte: (deutschnational) gestern im Hofbräuhaus-Festsaal ihre erst« öffent- liche Wahlversammlung hielt, störten zahlreich anwesende Naiianal- ei spröder haut rauhan. roten, sufxesvrtiacensn Händen. verblüfft K0MBELLA- CREME durch die scli'nölte, wohltuende, heilende, verjüngende Wirkung. Es gibt nichts Wirksameres als KOMBELLA KOiVlBELLA-CSEME KONBELtA-SEIFE Die Parchimer Mordtat. Roßbach in Mecklenburg. Ceipzig, 13. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Chef der politischen Polizei in Medienburg, der als nächster Beuge ausfagt, erzählt, wie er die Verhaftung von Pfeiffer, Babel und Höß vorgenommen hat, wie er sich dann an den Tatort begab und dort erst nach langem Suchen die Stelle fand, wo unter Heide fraut Radom vergraben war. Der Zeuge gibt dann eine intereffante Schilderung über die Organisation Roßbach in Medlenburg. Nach dem Kapp- Butsch wurde von Roßbach eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die ihre 3entrale in Berlin hatte und sich über ganz Mecklenburg ausbreitete. Diese Arbeitsgemeinschaft wurde von der Reichsregierung infolge der Bestimmungen des Friedens. vertrages verboten, in Wirklichkeit blieben sie unter dem Deckmantel eines Bereins für landwirtschaftliche Berufsausbildung weiterbestehen. Diesem Berein war auch ein Sparperein angegliedert, in den die Mitglieder ihre Beiträge zahlten. Im November 1922 wurde auch dieser Verein vom medlenburgischen Ministerium unter S timmung der Reichsregierung verboten. Die endgültige Liquibierung dieses eingeschriebenen Vereins ist aber bis heute noch nicht erfolgt. Die Organisation Rokbach war nationalsozialistisch einge ftellt und zählte unter den Mitgliedern auch viele Landarbeiter. Später gründete Roßbach im Rahmen der Deutschvölkischen Freiheitspartei eine Jugendorganisation auf völlischer Grundlage. Innerhalb dieser Organisation entstanden die volfischen Turner. fchaften, die ihrerseits wieder am 23. März 1923 verboten wurden. Alle diese Organisationen Roßbachs waren der Deutschvölfischen Freiheitspartei zur Verfügung gestellt. Bur Mordtat felbft äußert sich der Zeuge dahin, daß es fich nach feiner Ansicht bei Radom tatsächlich um Spigeldienste ge handelt habe. Radom jei Funktionär der Kommunistischen Partei gewesen und habe sich drei Wochen in Rußland aufgehalten, wo er angeblich einen leitenden Boften befleidete. In seinem Zimmer hatte er Porträts führender Kommunisten und kommunistische Bücher und war auch vielfach in kommunistischen Bersammlungen. lleber alle Borgänge in der Kommunistischen Partei war er vorzüglich unterrichtet. Im Jahre 1923 hat sich Kadow der Deutschvölkischen Freiheitspartei angeschlossen. In der Nachmittagsfißung wurde zunächst die Frage erörtert, welche der Verwundungen tödlich gewesen ist, und ob Radom nach dem Schlage von Höß noch Lebenszeichen von sich gegeben hat bzw. die Schüsse erst gefallen sind, nachdem Wiemeyer den Hals. fchnitt ausgeführt hatte. Von den Angeflagten wird zugegeben, daß Radom auf der Mordwiese noch gejammert habe„ laßt mich in Ruhe, ich will alles fagen". Der fachverständige Gerichtsarzt stellt an hand des Schädels des Getöteten feft, daß Stirn und Untertiefer zertrümmert wurden, daß zwei Schüsse in das Hirn gedrungen waren. Die Schüffe und der Halsschnitt feien absolut tödlich gewesen; der Schädelbruch hätte langes Siechtum nach sich gezogen. Aber weder dieser noch der zweite Sachverständige tönnen mit Bestimmtheit sagen, welche Wunde tatsächlich den Tod herbeigeführt hat. W CIBULKA ergestall 200 Panagiot Panagiotis Avt Große Volksoper des Westens Der Brief einer Mutter. lau der Bertreter des Dftbezirks in der Berliner Meisterschaft und wurde damals von Alemannia Inapp geschlagen. Es ist ein spannender Kampf zwischen zwei alten Rivalen zu erwarten. Der Sieger aus diesem Spiel muß dann gegen Neukölln- Brih zur Endrunde an treten. Borher, um 1 Uhr 15 Minuten, spielt Lichtenberg I gegen Union- Pankow 1. Im Mittelpunkt der weiteren Verhandlungen steht der Ange. flagte Jurisch, durch dessen Bekenntnis auf der Redaktion des Borwärts" die Tat aufgededt wurde. Zur Berlesung tommt ein Brieffeiner Mutter vom 5. Mai 1922, in dem sie ihm rät, fich lebenslänglich in eine Anstalt zu begeben, das Beste jei vielleicht aber, wie er es schon einmal auf der Koner Rheinbrüde versucht habe, feinem Leben ein Ende zu machen. Jurisch erfärttonia 09 mit 8 Männermannschaften auf dem Blag in der Eifelstraße in Brandenburg 02 fpielt am Sonntag. ben 16. Mars, gegen eu. unter Tränen, daß ein ähnlicher Vorschlag ihm gemacht worden fei, sichtenberg. Spielanfang 1, 8, 4 Uhr. Da beide Bereine spielstart sind, ist als er im April 1923 die 3rrenanstalt verließ. Als weiterer Zeuge schildert ein Berliner Kriminalassistent, welche Mühe es gefoftet habe, von Jurisch ein Geständnis zu er halten. Redakteur Schiff vom Vorwärts" befundet, daß Jurisch, als er auf der Redaktion erschien, den Eindrud eines zu Tode gehegten Tieres gemacht habe. Die psychiatrischen Sachverständigen stellen am Schluß der Ber. handlung fest, bak Jurisch zwar erblich schmer belastet, aber nicht unter den Paragraphen 51 fällt. Jugendveranstaltungen. Achtung. Abteilungsleiter! Am Sonnabend abend 7 Uhr im Jugendheim Die April- Brogramme müssen umgehend abgeliefert Borfikendenkonferenz werben. Werner ist von vielen Abteilungen noch der Berichtsbogen vom 8. Quartal abzuliefern. Ebenso müssen noch von verschiedenen Abteilungen die Abrechnungen für Rino- und Theater Marten vorgenommen werden. Auch Afontozahlungen auf die Baufondsmarken müssen vorgenommen werden. Achtung, Abteilungstaffierer! Es müssen heute, Freitag, von allen Ab. teilungen, foweit bos noch nicht gefchehen ist, die Februar- Marken abgerechnet und bie Märg- Marten abgeholt werden. Ferner find Arbeiterjugend- Beitfchrift" und unfer Jugend voran" abzuholen. 199917 Heute, Freitag, den 14. März, 7½ Uhr Wohlfahrtspflege." Charlottenburg: Jugendheim, Rosinenftr. 4, Bortrag: Brik: Chauffeeftr. 48, Bortrog: ,, Darwinismus." Faltenberg/ Alt.Gltenide: Moabit I: Jugendheim. Am fallenberg 117, Bortrag: Boltswirtschft", 2. Teil. Schule Baldenserftr, 20, Vortrag: ,, Wahrhaftigkeit und Lüge", 2. Teil, Moabit II: Ratholifche Schule am Stephansplat: Th. Fontane Abend." Menkölln II: Jugendheim, Nogatstr. 53, Bortrag:„ Karl Marr." Niederschöne weibe: Schule Berliner Str. 31, Bortrag: Seguelle Fragen." Norboft I: Norbost II: Schule Georgenkirchstraße 2, Disfuffion: Rhein- und Ruhrfrage." Schule Danziger Str. 23. Bortrag: Sozialismus und Kommunismus. often B.- B.: Edule Ederiftr. 16. Bortrag: Die politische und wirtschaftliche Bage Sowjetrußlands." Söneberg I: Jugendheim, Rubensstraße, Ede Treptow: Jugendheim, Elfenftr. 3, Sauptstraße, Bortrag: Darwinismus." Bortrag: Kämpfe bes internationalen Proletariats." Wedding: Ledigen. heim, Schönstebtftr. 1: Glasbrenner- Abend." Arbeitersport. Berliner Arbeiter- Fußball- Meisterschaft. Der Nordbezirksmeister Alemannia tritt am Sonntag, den 16. März, nachmittags 3 Uhr, dem Ostbezirksmeister Stralau auf dem Platz der Freien Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde, Synaftstraße Ede Hauptstraße( Bahnhof Siralau- Rummelsburg) in der Zwischenrunde um die Berliner Meisterschaft gegenüber. Ale mannia fonnte am letzten Sonntag Spandau mit dem Ueberraschungs. resultat 5: 0 schlagen und errang dadurch, wie auch im vorigen Jahr, die Nordbezirksmeisterschaft. Stralau hatte eine schwierigere Aufgabe zu lösen, erst nach viermaliger Spielzeitverlängerung fonnten sie über Oberspree mit 2: 1 triumphieren. Auch im vorigen Jahr war Stra guter Sport zu erwarten. Soden- Serienspiele am Sonntag, ben 16. März. Gruppe Dt: Charlotten burg 1- fichte& 1, Westend, 2½ Uhr, Engler- Bethge( Fichte 12); Fichte 121 gegen Wilmersdorf I, Schönhaufer Allee, 10%-12 Uhr, Frid- Lippert( Bichten berg 1). Gruppe Weft: Lichtenberg 21- Fichte 101, Lichtenberg, 24 Uhr, Albrecht Dambach( fidybe 1), Fichte- Best I- Roland I, Schönhaufer Allee, 1 bis 2½ Uhr, Rulbagri- Jogszat( ASC.). Moabit I- Schönhola I, Sippodrom( Tiergarten), 10%-12 Uhr, Alahn- Aroll( Bichtenberg 2). Gruppe Süd: Fichte 12 II gegen ASC. II, Schönhauser Allee 9-10% Uhr, 8iethen- Otto( Charlottenburg). Gruppe Rorb: Staaten- Sdönholz II, Staaten, 2-4 Uhr, Rörl- Kretschmar ( Roland), Lichtenberg 1 I- Sichtenberg 2 II, Lichtenberg, 1-2½ Uhr. Dunkel Roviste( Fichte 1). Gefellschaftsspiele am 16. März: Roland III-- Fichte 1 II, Schönhauser Allee, 4-5% Uhr. Jm Arbeiter- Stacheim, Berlin Nordweft, Arminiushallen, Bremer Str. 72/73, findet am Sonntag, den 16. März, abends 7 Uhr, eine Simultan vorstellung flatt( Schachfreund Schildberg). Außerdem wird tostenlofer Shach unterricht für Anfänger erteilt. Das Seim ist jeden Sonntag von 1 Uhr mittags bis 11 Uhr abends geöffnet. Bur. Dedung der Untoften werden 10 Pf. für Benugung des Spielmaterials erhoben, Schüler, Jugendlide und Arbeits lofe frei. Anfragen find zu richten an Emil Raujots, N. 21, Waldenferstr. 13. Box- Großlampf. Am Sonntag, ben 16. Mära veranstaltet der Sportklub Giegfried 22 mit ter Sportlichen Bereinigung Norb Weft, beide Mitglied bes AABD., Areis, einen Bop- Großlampftag in Bruno Tempels Feftfälen, Bichtenberg- Friedrichsfelde. Prinzenallee 30. Da beide Ber eine eine wirklich gute Rampfmannschaft haben, it fehr guter und harter Sport zu erwarten. De Rämpfe gehen über 5 Runden a 2 Minuten. Raffeneröffnung 4 Uhr, Beginn der Rämpfe 5 Uhr. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität Berlin. Touren für Sonntag, den 16. März. 1. bt.: Anfahrtstour nach Rehlendorf, Start 1 Uhr Bülowfir, 55. 2. Abt.: Anfahrtstour nach Ertner. Gofen, Sirschgarten, Wilhelmshof, Start 8 und 1 Uhr mit der Jugend Fricfenftr. 13. 3. Abt.: Anfahrtstour nach Eich walbe, Bitte, Start 1 Uhr Laufiger Plag. 5. Abt.: Hirschgarten, Wilhelmshof. Start 1 Uhr Landsberger Plag. 6. Abt.: Birkenwerder, Juzan, Start 12 Uhr Ropenhagener Str. 26. 8. bt: Bernau, Start& Uhr Walbftr. 8. 10. b. t.: Sirfchgarten, Waldberg, Start 1 Uhr Comeniusplan. Jugendabt.: 3% Uhr Berneuchener, Ede Elbinget Sir.. Rufammenfein mit Eltern. Bang fredenfahrer: Früh 7 Uhr Start Nettelbedplay. Ede Lindower Str. nach Eberswalde. Ortsgruppe Neukölln: Bilhelmshagen. Start 1 Uhr Herzbergplag. Jugendabt. RentBIIn: Bilhelmshagen, Start 10 Uhr Herzbergplag. Schwimmer, 6. Bezirk, Kreis 1. Die Bezittsnortonbanhuma fintet ant Sonntag, den 16. März, vorm. 9 Uhr, in der Jdeal- Klaufe, Marefcftoaße, statt. Erfcheinen aller Borstandsmitglieder und Gruppenvertreter ist Pflicht! Freie Echwimmer Neukölln. Die Borstandsfißung findet am 20. März, abends 7 Uhr, bei frank. 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Die Novität: am Königsplatz Uhr: Peer Gynt 7%, Gianni Schicchi sonnab.u. onnt.7 Schauspielhaus Wie es euch gefällt 7%, U.: Viel Lärm um nichts Schiller Theater 7 U.: Peer Gynt Deutsch. Theater 7 Uhr: Dantons Tod Der damme 8 Uhr: Die Beine einer schö en Frau August zwischen 12 u.1 Rose- Theater Deut. Künstler- Th. Thalia- Theater Operette in 3 Akten Allabendi 7: Señora fh.i.Admiralspalası Allabendlich 73 U.: Drunter u drüber Stg. 3 U. b kl. Pr Ein Waizertraum Deutsch.Opernhaus Kammerspiele 71 Uhr: Der Nebbich Theater i. d. KöniggrätzerStr. Uhr: 8 Uhr Wenn der neue Wein blüht Komödienhaus 1001 Nacht Lussmann, Bötel, van Endert. Poia Intimes Theater 8 Uhr. Mexiko- 3: Der Hinduprinz Gold Der Schrei usw. Fernspr. Mp. 4440, 2718 Dresdener Str. 72/73, Untergrundb Inselbrücke( Ausg. Neue Roßstr.) Täglich 8 ,, Frasquita 66 Operette von Franz Lehár Kammersäng Hermann Jadlowker Budapest. Staatsop. Martha Serak Vorverk. ab 10 Uhr ununterbr. Neues Operetten- Th. 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