Abendausgabend Nr. 128 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 64 5 Goldpfennig 50 Milliarden Sonnabend 15. März 1924 = Vorwärts= Bezugsbedingungen und Anzeigenprette noc find in der Morgenausgabe angegeben Redaffion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt Berlag und Angetgenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Cindenstraße 3 Berlager: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Fernsprecher: Dönhof 2506-2507 Aniloqboldagnun Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Mitschuldigen am Hitler- Putsch. 19m einpiston 8 degabalstall BS. München, 15. März. In der heutigen Sigung wird zunächst eine Richtigstellung des kardinals Faulhaber verlejen, in der die Erklärungen Ludendorffs über verschiedene Aeußerungen des Sardinals in Amerila fowie feine Stellung zum Plan einer Bereinigung von Bayern und Defterreich demertiert werden. Ludendorff behält sich eine Gegenäußerung vor. Im Lossow, der aufgefordert worden war, zu der heutigen Eigung zu erscheinen, hat das mit dem Hinweis auf die Berfälle in der gestrigen Vormittagssigung abgelehnt. Justizrat Rohl bittet um einen Borführungsbefehl gegen Loflow. Das Gericht wird darüber Besch'uß fassen. Hierauf fagt Geheimrot Profeffor Döbert aus, er habe in ber Bürgerbräulzene den Eindrud gehabt, baß es Rahr mit feinem Einverständnis heiliger Ernst war. Ueber Geißers Haltung fei er fich nicht im fleren gewesen, während er nicht glaube, daß es Loffom mit seiner Zufage ernst gewesen sei. Seuge Kolenialmarenhändler Helmuth hat ebenfalls an der Ernsthaftigkeit Rahrs nicht gezweifelt. Er bestreitet, daß Hitler die Loffow und Seißer zum Sprechen vorgeschoben habe. Staatsanwalt Ehardt bemerkt dezu, die Staatsanwaltschaft sei in der Lane, eine ganze Reihe von Zeugen beizubringen, die gegenteiliger Auffaffung feien uni bie bestätigen, daß in Begleitung Htters ein Mann mit einer Maschinenpistole war. Zeuge Polizeihauptmann Bergen von der Landespolizei Mün chen war in der Stadtkommandantur zugegen, a's Lossow vom Bür erbräu tam. Er habe auf Aufforderung Danners eine furge Echilderung der Bergänge gegeben und sehr erregt und em. pört von einer Pistolendrohung und unerhörter Behandlung ge ( prochen. Lossom fei zunächst ganz zerfahren gewesen und mußte nicht, was zu machen war. Zuleht habe er aber befohlen, daß nur Befehle mit der Unterschrift Danners Geltung haben sollten, da sein name eventuell mißbraucht werden tönnte. Danner habe zu ihm, dem Zeugen, später auf dem Wege zur Türfen taferne von Lossow gesagt:„ Das ist doch ein trauriges Mannsbild." Er hatte nicht den Eindruck, daß Lossom daran dachte, ernsthaft mitzumachen. Als nächster Zeuge wird Rittmeister a. D. v. Schirach, Bezirksführer der vaterländischen Verbände München über das Beweis thema vernommen, daß der Führer der vaterländischen Berbände Bayerns, Pref. Bauer, im Einvernehmen mit Rahr wiedehalt öffentlich den Marsch nach Berlin" propariert habe. Der Zeuge befundet, daß in einer Bersammlung der Bezirksführer im Oftober vorigen Jahres Bauer darauf aufmertfam gemacht habe, es fei beabsichtigt, nunmehr gegen Berlin energifo Dorzu gehen. Allerdings habe er es in dem Sinn gesagt, daß es sich nicht um einen millärijden Marsch, sondern um einen Drud auf Berlin handelt. Nach den Vorgängen des 8. November habe Bauer dann erklärt, es fei Kahrs Abficht gewesen, in Berlin auf legalem oder illegalem Wege die Regierung zu beseitigen. Das habe Bauer gefagt, um Kahr zu verteidigen, weil die Stimmung in den vaterländischen Berbänden nach den Novemberereignissen gegenüber Kahr fehr erregt gewefen fei. Bauer habe das HillerUnternehmen bedauert und erklärt, wäre es nicht gekommen, dann hätte Rohr in feinem Sinn das Unternehmen zum Erfolg geführt. Ich weiß nicht, erklärt der Zeuge, ob Professor Bauer diese Aeuße rung im Einverständnis mit Kahr getan hat. Der Marsch nach Berlin war überhaupt Gemeingut von ganz München. Er wurde entwidelt aus dem Wort Nicht los von Berlin, fondern los auf Berlin". Es handelte sich darum, die nötigen Kräfte zu sammeln, damit bel einem Sturz der Berliner Regierung in Anlehnung an die norddeutschen Verbände der sich waytfcheinlich von der Sozial demokratie und den kommunisten ergebende Widerstand gebrochen werden fonnte. Wir waren der Ansicht, daß fatfäch Bch der Marich nach Berlin angetreten werden follte. Profeffor Bauer hat ja auch erflärt,„ mir müssen den Sauftall Berfin genau so aufräumen, wie die Preußen und Württemberger uns in München geholfen haben". nsd Gs Erster Staatsanwalt Sten glein: Die Angaben des Zeugen find unverständlich. Er hat zuerst genau das Gegenteil von einer jeßigen Aussage gefagt. Es ist flar, bab bet feiner Bernehmung, die Deffentlichteit ausge. fchloffen werden muß. Auf Befragen des Vorfihenden erklärte der Zeuge nochmals, daß Professor Bauer das bekannte Wort nur im Sinne eines tatsächlichen Mariches nach Berlin verslanden habe. orf.: Zwerft haben Sie aber das genaue Gegenteil gelagt. Die weitere Bernehmung des Zeugen wird darauf zurückgestellt bis nach der Bernehmung des Professors Bauer. Dann wird eine Entscheidung über den Ausschluß der Deffentlichkeit bei der Bernehmung diefer beiden Zeugen getroffen. Der nächste Beuge Brofeffor Bauer, Führer der Baterländischen Verbände Bayerns, muß zugeben, daß er wiederholt Don einem Marich auf Berlin gesprochen habe. So in einer Berliner Versammlung der Vertreter der Baterländischen Verbände im ganzen Reich und in der Münchener Bersammlung im Zirkus Krone in München, an der auch Kahr teilnahm. Er habe damals ausgeführt, daß Deutsche Reich sei nur noch eine Fittion und die Frage fei, ob es restlos bolschewisiert werden solle oder ob es wieber deutsch werden könne. Es belfe nur noch die Tat, zu der man fich bereithalten müsse. Man babe bamals nicht eine neue Auflage des Kapp.Butsches gewollt, sondern es follie fo tommen, daß die Berliner, durch die Ereignisse mürbe gemacht, froh fein mußten, wenn eines Tages der internationale Mift ausgefegt würte. Mit Kahr habe er von dem Marsch nach Berlin nicht gesprochen; als er ihn beim Erscheinen des Ermächtigungsgefeßes gebeten habe, bagegen Stellung zu nehmen, habe er bas abgelehnt, wie er überhaupt ben Attivismus abzulehnen scheine. Angell, Pöhner: Die heutigen Erklärungen stimmen mit feinen früheren und meinen Beebachtungen darüber nicht überein, In den Kreisen, die Herrn von Kahr nahestchen, ist der Marsch nach Berlin" ganz offen propagiert worden. Das, was der Zeuge beute aussagt, stimmt auch schlecht mit der Tatsache überein, daß ich für dioms ben Bosten eines Zivilfommissars für Sachsen und Thüringen aus. erleben worden bin. Mir wurde gesagt, daß ich für dieses schwierige Amt alle Sicherheiten befäme vor allen Dingen, daß mir ein militärischer Führer beigefellt werde, auf den ich mich voll und ganz verlassen könne. Der Marsch nach Berlin war dabei schon beschlossene Sache. Wenn man ihn heute abschwächen will, so liegt das burchaus auf der Linie, die Herr v. Kahr und seine Freunde einschlagen, Prof Bauer: Für meine Person lehne ich die Beantwortung für das Wort Auf nach Berlin" nicht ab. Aber ich kann nur wieder holen, daß der Sinn dieses Wortes auf geistigem, nicht auf militärischem Gebiete lag. and olis) R... Rober: Herr Zeuge, baben Sie nicht zu einem Herrn Joft gesagt: Es tann jeden Tag losgehen. Wir haben die neue Berfaffung fchon in der Tasch Bauer: Das gla ch nicht, zumal die neue Berfaffung nicht in München, sondern we anders ausgearbeitet worden war. R.- Rober: Halen Sie nicht zu einem anderen Herrn in bezug auf den Marsch nach Berlin gefagt: Davon darf man nicht laut[ prechen, sonst tommt Egz. v. Kahr $ 19 noch vor den Staatsgerichtshof. Bauer: Möglicherweise habe ich in ähnlichem Sinne einmal gefprochen. #sgrit R.-A. Roder: Sie haben auch zu einem Oberleutnant fablert. Seuge: Das ist möglich. Neumann unzweideutig gefagt: Selbstverständlich wird marbas gewesen? Bors: Herr Zerge, Sie fprachen eben davon, daß irgend wo anders eine neue Verfassung ausgearbeitet worden war, wo ist denn Bauer: 3n Berlin, und zwar in den alldeutschen Berbänden, ( Große Bewegung.) Justizrat Roht( erregt): War vielleicht der Herr Justizrat Clab dabei? Meine hohen Herren, hier halben wir den Schlüffel zu dem Prozeß in der Hand. Ich bitte Sie, hier weitere Fragen zuzulaffen. Wenn wir hier meiter vorgehen, fönnen wir die Bor gänge vom 8. Rovember verstehen, und Sie können verstehen, was das Wort bedeutet: Die Zeit ist erfüllt." Wenn man in Berlin marschiert wäre, dann hätten wir nicht erst hinlaufen brauchen. Das weiß denn der Herr Zeuge, was in Norddeutschland und speziell in Berlin vorbereitet war? Welß er von der Mobilisierung der Wassertante ufr.? Bauer: 3ch selbst habe in Berlin ja angeregt, etwas zu fchaf fen, bamit wir nicht wie bei weiland Kapp im entscheibenden Augen, blid mit leeren Händen daſtänden. In der Bersammlung, bie ich vorhin andeutete, mo von der Berfaffung gesprochen wurbe, hai mir Oberfinanzrat Bang die Antwort zugerufen: Das ist schon da. Justizrat Kohl: Ift dem Zeugen bekannt, welche Rolle der General Below in Norddeutschland gespielt hat? Bauer: Er ist der Führer einer großen Bewegung. Juftigrat Rohl: Wissen Sie, daß Herr Geisler in Anspruch nimmt, ganz Bayern stehe unter seinem Befehl? Bauer: Das ist mir nicht bekannt. Juftigrat Kohl: Wiffen Sie vielleicht, was es mit dem was es mit dem Aufteiner Putsch auf sich hatte, daß das nur ein Borprellen in der großen Bewegung war? Borf.: Diese Fragen laffe ich nicht mehr zu. R.-A. Hemmeter: Man nennt Sie den 3ivilabjutan. ten des Herrn v. Rahr. Bußten Sie, daß Herr v. Kahr mitzumachen bereit war und daß er das Unternehmen als legal ange. jehen hat? Bauer: Das tann ich nicht unbedingt bejahen. Kommunistisches Blendwerk. Bum Reichskongreß der JAH". Am Sonntag foll in Berlin der Reichskongreß der Internationalen Arbeiterhilfe" zusammentreten, um Ansprachen der verschiedensten Freunde Sowjet- Rußlands" anzuhören und die Frage zu erörtern, ob die heutige Notlage der deutschen Arbeiter eine Fortführung der JAH. Aftion erfordert. Aus der Internationalen Arbeiterhilfe für Sowjet- Rußland ist bereits eine solche für Deutschland geworden. Solche Kundgebungen werden in der Regel immer dann veranstaltet, wenn die JAH. näher an die Massen" heran will. Die Rollen sind auch diesmal wahrscheinlich sehr geschicht verteilt und man kann damit rechnen das wieder einmal Botemfinsche Dörfer vorgeführt werden und das Ganze mit einem Bluff endet. Brominente Personen, die da glauben, einem großen Hilfswert zu dienen, und die feither unter dem Tilel Freunde für Sowjet- Rußland" firmierten, werden wieder einmal benuẞt, um politische Vorspanndienste zu leisten. Einem naiven Auditorium wird dann am tommenden Montag als Fortsetzung der JAH- Aktion„ Der Hunger in Deutschland und die JAH. Berte in Rußland" im Film gezeigt werden, um daran später zu bemeisen, wie eine verlotterte Bourgoisie im Bunde mit der verfaulten" Sozia! demokratie und verräterischen Gewerkschaftsbureaukratie" das Elend in Deutschland verschuldet haben. Dafür aber werden die Musterbetriebe" der JAH. In Rußland gezeigt, wobei hoffentlich auch der Revisionsbericht über diese Betriebe vom vorigen Jahre mit verlesen wird. " Damit die Teilnehmer an dieser Veranstaltung sich mit der notwendigen Borsicht wappnen, erscheint es nicht ganz unangebracht, wieder einmal die wirtliche Meinung der JAH. Akteure über folche Rundgebungen aus ihren eigenen Aufzeichnungen zu zitieren. Auch der Weltkongreß der JAH. im Juni v. J. war eine ähnliche Kundgebung. Die Arrangeure, und das waren aus= chließlich Kommunisten, die sich im 21er Ausschuß der JAH. als Beauftragte der Kommunistischen Internationale bezeichneten, wurden am Tage vorher über den Kongreß von Münzenberg später von Scholze mie folgt inftruiert: Es werden zu der Konferenz Nansen und von den Quatern ein englischer und ein deutscher Bertreter erwartet. Es ist auch möglich, daß einige Rote Kreuz Organisationen vertreten sind aus Deutschland, Tschechoslowakei, vielleicht auch aus Italien das Rote Kreuz ein Schreiben fandte und dem Kongreß Frankreich. Interessant ist, daß aus dem faschistischen bie besten Erfolge wünschte. Außerdem werden zirka 80 Ber. treter der deutschen Industrie, Ingenieure, Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Journalisten vertreten sein, Beute, bie fich um ben Klub Freunde des neuen Rußland" grup. pieren. Bertreter verschiedener Gewerkschaftsgruppen, Genossenschaften, zwei Bertreter der italienischen sozialistischen Bartei, also die auf ihrem letzten Barteitag gegen Sowjetrußland Stellung gcnommen haben, werden vertreten sein. Es wird, wie sie sehen, eine bunte Gesellschaft sein, die sich hier ein Stelldichein gibt. Es dürfen nur im poraus bestimmte Redner zum Wort tommen, jebe politische Debatte muß vermieden werden. Die Sache foll enden in der Annahme einer Resolution, all or Haben Sie nähere Anhaltspunkte über die neue Ber- in der die Bereitwilligkeit an der Mitwirkung am Wiederaufbau fallung? Bauer: Nein. R... Luetgebrune: Wann waren denn die Besprechungen über die neue Berfaffung in Berlin? Bauer: Anfang September, nach dem„ Deutschen Tag" In Nürnberg. Justizrat Schramm: 3ft dem Zeugen bekannt, daß in den Baferländischen Verbänden Norddeutschlands der 11, November als Stichtag angesetzt war? Bauer: Nein, ich wußte nur, daß einige Herren um diese Seit auf der Reise nach München waren. Rußlands ausgedrückt wird. Es gilt, auf dem Weltkongreß zu ver fuchen, baß die dort anwesenden Geschäftsleute, in ihre Betriebe zurückgekehrt, eine Agitation und Propaganda für Somjetrußland peranstalten. Wir müssen aber alles tun, daß die Konferenz am felben Tage zu Ende geht, weil fie sonst am Montag plagen würde. Wir haben weiter beschlossen, daß der Genosse Aussem, der utrainische Bertreter für Berlin, die Leute Don der JAH. und diejenigen Besucher des Kongresses, die Arbeiter. verbänden angehören, zu einem 5 Uhr- Tee am Montagnachmittag einladet. ir tönnen unmöglich auseinandergehen, ohne daß wir die Gewißbeit betommen, mehr als bisher an die Gemertschaftsgruppen heranzu. tommen. Wenn wir sie einladen, so ist das von vornherein Bauer: Ich war der Ansicht, daß durch die hunger. parteigefährlich, aber wenn die Sache von einem anderen tramalle die legale Regierung ihre Macht nicht würde aufrechterhalten fönnen, Dann war es Bayerns Aufgabe, einzugreifen, gemacht wird, so hat fie ein anderes Gesicht. Am Kron. jo wie in der Rätezeit Norddeutschland uns geholfen hat. Aller- prinsen Ufer im alten Gesandtschaftsgebäude bings häffen wir uns der Republit nicht zur Verfügung gestellt, jon- bei einer gemütlichen Taife Tee wird sich die Ein. dern wir hätten vorher eine gründliche Umstellung der staatlichen beits front beffer herstellen laffen als gestern im Berhältnisse gefordert. Friedrichshain. Die ganze Sache soll mit einem Bluff ablaufen. the Juftigrat Schramm: Wie dachten Sie sich denn, Herr Zeuge, auf welche Beise die von Kahr und seinen Freunden angestrebte Attien überhaupt beginnen sollte? R.-A. Rober: Wenn das Gericht als wahr unterstellt, daß der Marsch nach Berlin auch nach der militärischen Seite hin vorbereitet und in Angriff genommen war, dann verzichten wir auf die Vernehmung des Zeugen Schirach, sonst müssen wir ihn unbedingt hören. Erster Staatsanwalt Stenglein: Ich lehne eine solche Unterstellung selbstverständlich ab. Nach kurzer Beratung verkündete der Vorsitzende folgenden Gerichtsbeschluß: Der Zeuge General v. Coffow wird wegen unentschuldigten Jernbleibens zu den dadurch entstandenen Kosten, zu einer Geldstrafe von 50 m. verurteilt. Für die weitere Bernehmung des Zeugen v. Schirach und für die Bernehmung des 3eugen 30 st wird die Oeffentlich. telt wegen Gefährdung der Staatssicherheit ausgeadfchloffen. Daraufhin wurde der Saal geräumt. Von einer wang weifen Borführung des Generals Lossow, wie sie ble Ber. teidigung verlangt hat, oder von einer erneuten Zeugenladung ver. lautet in dem Gerichtsbeschluß nichts. ( Schluß in der Morgenausgabe.) bes 21er Ausschuffes der JAH. ihren Fortgang und befriedigt Am folgenden Tage nahm die offizielle Konferenz über den Berlauf des„ Weltkongreffes" sagte Münzenberg zu seinen Getreuen: Und wenn wir die Weltkonferenz betrachten, die von uns einberufen worden ist, so stellen wir mit Genugtuung fest, daß sie endete mit der Annahme einer Resolution. Es war eine Konferenz, in ber die besten Erfolge errungen wurden auf dem Gebiet. wo wir in Zukunft unsere Arbeit steigern müssen und wo es uns gelingen muß, die nach Rußland drängenden Intellektuellen zu feffeln. Es ist eine Rommission zustande gekommen, in der unter anderem im men, 2uffem, Frey und Paquet fißen. Durch sie gilt es, die Kulturarbeit weiter zu treiben. Ich zweifle nicht, daß die einzelnen Komitees einen guten Dienst der kommuniftischen Internationale und auch Sowjetrußland leisten werben." Diese Auffassung von der Einheitsfront" gehört ja be. fanntlich zum Kernstüd der fommunistischen Propaganda. Nur ist nicht feber geneigt, der fommunistischen Internationale ,, einen guten Dienst" zu erweisen und Harifiri an sich selbst zu üben. Für die leidende Menschheit wird jeder Menschenfreund mit allen Kräften einspringen, nicht jedoch in die angebliche Einheitsfront" mit den Komintern, wie sie durch die JAH. hergestellt oder angebahnt werden soll. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß die JAH. nicht mit offenen Karten spielt und selbst einige unserer Parteigenoffen noch der Meinung sind, als sollte mit der JAH. wirklich nur die Hungersnot befämpft werden. Es ist notwendig, die Karten der Gegner aufzudecken, damit ein jeter hineinguden und daraus seine Lehre ziehen kann. Ordnungsblockpolitik. " nannte„ ofentnopfminifteriumtegierung, fampfe, zugrunde gehen, wenn nur bie neue Reglerung babei ihre Sparsamfeit" durchdrücken kann. Trotz all dieser Bergewaltigungen sozialdemokratischen Beamten gegenüber, trog tes nicht geringsten Entgegenkommens in der Unter. stüßung der Armen gegenüber, wadelt die von völkischen Gnaden abhängige Regierung ganz gewaltig. Dadurch, daß auch die Ord nungsblodregierung dem Staatsbantpräsidenten Loeb ihr Ver. trauen ausgesprochen hat, sind die Deutschvolfischen empört und wollen die Regierung auffliegen lassen, wenn sie nicht nachgitt, So ist die Situation in Thüringen 5 Wochen nach der Landtagswahl vollständig verfahren. Wenn man schon der sozialdemo fratischen Regierung den Vorwurf machte, daß sie von den Rom. munisten abhängig ist, so ist das Abhängigkeitsverhältnis der iſt Ordnungsblodregierung von den Deutschooltischen noch viel größer. Ohne Zustimmung der Dinter- Garde geht nichts aus dem Bandbag heraus, fobald diese iints abfchwenkt, liegt die Regierung am Boden. Das ist die Freie, von politischen Parteien unabhängige Regierung" in Thüringen. Anfang April tommt der Landtag wie ber zufammen, um die von der Sozialdemokratie geschaffenen Ge. feze abzubauen. Ein Wahlaufruf. Das Zentrum für Schußzölle. Einer großen Bergangenheit des Baterlandes gebentend, galt unsere Arbeit der Not der Gegenwart und dem Wieder aufbau Der Berfaffung Geltung zu verschaffen, die Staatsautorität neu zu begründen und fie allen zerstörenden Kräften gegenüber zu halten, war unser Wille. Das ist wahrhaft nationale Lat." Thüringen unter dem Hosenknopf- Ministerium". Der dritte Thüringer Landtag, den man auch getrost den Faschingslandtag nennen tann, ift, nachdem er 11 Sigungen abgehalten, schon wieder in die Ferien" gegangen Die Ordnungsblod. brüder hatten feine Lust mehr zu tagen, sie wollen sich erst mal von ihren Wahlstrapazen ausruhen und die neue Regierung, bas fogenannte o sentnopfminifterium" das„ billigste", was bisher das Thüringer Bolt besessen hat will sich erst in die neuen Berhältnisse einarbeiten. Im Wahlkampf wurde bekanntlich von den Ordnungsparteien" die äußerste Sparsamteit versprochen, denn nur badurch, so wurde behauptet, indem man alles abbaut, was bie bie Deffentlichkeit, der nur sehr verschwommen die Biele der Bartai Das Sentrum wendet sich mit einem Wahlaufruf an fozialdemokratische Regierung in Gemeinschaft mit dem Landtag geertennen fäßt. Zunächst ein Rüdblid. Man liest da u a.: schaffen hat, werden wir wieder in Thüringen zu geordneten Zu ftänden kommen. Dieses Bersprechen hat man auch dem General Haffe als Militärbefehlshaber gegeben. Um nun zu zeigen, daß man ernstlich gewillt ist, zu sparen, hat man durch ein Gefet lleber bie Gliederung der Landesregierung in, Mini. fterien", welches auch der Landtag gegen die Stimmen der So zialdemokraten schon angenommen hat, zwei Ministerien abgebaut. Wan spart dadurch nicht das geringste, im Gegenteil, man gibt mehr Gef aus, weil die unbefoldeten Staatsräte, die vom Ordnungsblock in die Landesregierung gewählt worden sind, diese Ministerialarbeiten ausführen und dafür ertra tezahlt werden müssen. In der sozialdemokratischen Regierung wurden die Staatsräte nur zu den Beratungen des Staatsministeriums hinzugezogen. Der zweite größere Att der Sparfamfeit der Ordnungsblockregie. rung besteht darin, daß sämtliche sozialdemokratischen Beamten ab gebaut werden. Bon ben 10 Rreisdirettoren, die der Sozialdemokratischen Partet angehören, find 8 davon schon über Bord geworfen. Da man diese Be amben nicht ohne Entschädigung auf die Etraße werfen fann, muß Martegeld gezahlt werden. Für die hinausgeworfenen Kreisdiret. foren muß man aber andere Kräfte hinstellen und doch auch bezahlen und das nennt man äußerste Sparsamteit. Weiter find abgebaut worden alle höheren Beamten des Innenministeriums fo wie auch des Bolfsbildungsministeriums, soweit fie der Sozialdemo fratischen Partei angehören. Die Die sozialdemokratische Landtagsfrattion hat Jofort einen Antrag eingebracht, der besagt:„ Die Regierung darf ohne Zustimmung des Geschgebungsausschusses feinen Beamten im Staatsdienst widerruflich anstellen oder in Warte oder Ruhestand verfeßen." Dieser Antrag ist zwar im Landtag noch nicht endgültig verabschiedet, aber im Ausschuß schon verschandelt worden. Ordnungsbrüder und Böllischen machen von ihrer Macht Gebrauch. In der kurzen Tagung hat die sozialdemokratische Bandtagsfraktion burch mehrere Anträge die Regierung und den Ordnungsblod an ihre im Landtagswahlkampf gegebenen Bersprechungen erinnert. Die Sozialdemokraten verlangen in diesen Anträgen, daß den Er. werbslosen, Kriegsbeschädigten, Kriegerwitmen und Weisen und anderen Hilfsbedürftigen durch Zuwendung non Brot, Naturalien und durch Erhöhung der Rense geholfen wird. Dafür haben die Herrschaften die erst im Wahlkampf das Blaue vom Himmel herunter versprochen haben und allen Ständen helfen mollen, tein Intereffe mehr. Es muß erst Geld da fein 32 und außerdem gespart werden, fagt der Ordnungsblod und die Re. gierung schließt sich diesen Argumenten an. Die Anträge der So zialdemokraten wurden abgelehnt oder aber verwässert. Diese armen Bollsschichten mögen, troß der riesigen Versprechungen im Wahl Cla Mein stiller Ort. old Bon Albin Michel@ sinu4 Bor einiger Zeit hat einmal ein Schriftsteller in einem Buche die Geschichte des„ stillen Ortes" gefchrieben, wie er in Königsschlössern und anderen Balästen aufgekommen ist und wie er in die Bürgerhäuser eingegliedert wurde. Der Verfasser des erwähnten Buches ist aber an eußerlichkeiten hängen geblieben. Er hat uns gefchil bert, wie bie stillen Orte" nach und nach das Kulturleben beein flußt und verfeinert haben, er hat uns ihre hygienische Bedeutung Harzumachen versucht, aber in die Psychologie des stillen Ortes ist er nicht tiefer eingebrungen. Stellt man gegen diese pathetischen Borte die nadten Lat fachen, bann muß man sagen, der Wille mag gut gewesen sein, das Fleisch war bestimmt schwach. Hat das Zentrum etwa die nötige Energie aufgebracht, um Verfassung und Staatsautorität gegen bie zerstörenden Kräfte in Bayern zu schützen? Mit besonderem Interesse vernimmt man, was ber Aufruf über Die Sozialpolitit des Zentrums zu sagen hat: Die Not des Vaterlandes hat uns auch gezwungen, einer vorübergehenden Neuregelung der Lohn und Gehalts. feftfeßung, der Arbeitszeitfrage und der Fürsorgemaßnahmen zu zustimmen. Damit hat die Zentrumspartei ihre faziale Ueberlieferung nicht preisgegeben. Sie steht zu ihr unverrüdbar. Wir wissen, daß die Arbeitskraft des wert tätigen Boltes das wertvollste, unerfeßliche nationale Gut und die Grundlage des Wiederaufbaues ift. Darum muß auf Hebung der Lebenshaltung der breiten Massen des Boltes entschieden hin gewirft werden. Die Zentrumspartei wird bleiben, was sie immer gewefen: Der zuverlässigste Sachwalter der Schwachen und Hilfs bedürftigen, ihrer menschlichen und fittlichen Würde und ihrer unveräußerlichen Rechte. Wir bleiben rüdsichtslose Geg ner somohl des sozialistischen Materialismus und feiner unmöglichen Ziele wie des neuheidnischen Mammo. nismus. Für die Hinterbliebenen derer, die ihr Leben für ihr Vaterland hingegeben, für die Kriegsbeschädigten und für alle jene, die von der grausamen wirtschaftlichen und sozialen Entmidlung entwurzelt und in ihrer Existenz erschüttert worden sind, verlangen wir baldigste Besserung ihrer Versorgung." Stegermalösund Brauns unter dem Aufruf und benkt sich Das ist alles. Man findet die Namen der R1ödner, fein Teil dabei. Und wie steht es mit der für die Lebenshaltung des breiten Bolles so wichtigen Frage der Schutzölle? Der Aufruf fordert den Schuß der nationalen Arbeit in Industrie und Landwirtschaft. Das befagt alles. Bon der Republit ist in dem Appell mit feinem Bort die Rede. Unentschiedenheit und Schwanken ift bas Wesen des Aufrufs. Die Wähler aber müssen wissen, woran fie finb, fie milffen wissen, daß eine Partei, die für Schußzölle ein. tritt, die Intereffen ber perelenbeten Maffe mit Füßen tritt popular zu sein, sie werden noch viel tun müssen, um in den ftillen Orten die gleiche Bolkstümlichteit zu erreichen wie Lubenborff, Hitler, Ehrhardt und Roßbach. Die Gelegenheit für sie ist günstig. Die bevorstehende Reichstagswahlkampagne wird alle jene Kräfte entfesseln, die an den Bän. den des stillen Ortes nach Ausdruck ringen. Der Ausdruck selber cber wird großzügigere, impulsivere, leidenschaftlichere Formen an nehmen. Die Borboten des neuen Geistes melden sich bereits. Als ich jüngst wieder einmal den Raum betrat, fah ich an der Tür eine ganz neue Inschrift. Sie enthielt einen auf die Spike getriebenen obszönen Gebanten, eine sozusagen monumentale Schweinerei. So bald die Wogen des Wahlkampfes höher schwellen, wird neben bie erotische Monumentalität die monumentale politische Schweinerei treten. Der Weizen der Bulle und Graefe blüht. Alle stillen Orte Deutschlands werden sich in völlische Ruhmeshallen verwandeln. Auf Münchener Art. Ich könnte schon über die Geschichte eines einzigen stillen Ortes mit Unterfapiteln wie Psychologie", Innen- und Außenpolitit", Sozialpoliit", Kommunismus Foltiorismus, Biographie" usw. eine lange Abhandlung schreiben. Es ist dies der abgelegene Ort einer großen Berliner Einrichtung, in dem jährlich zehntausende Menschen aus allen Bevölkerungstreifen, reich und arm, jung und Siamo tenebe, wegen Raubmorbes angeflagt, figt mit seinem fah ich diesen Nebenraum zum erstenmal. Alles war noch neu, und fünfzig Schreibmaschinenseiten starte Berteidigungsschrift vor sich alt, ein- und ausgehen. Im Kriege, als ich einmal auf Urlaub mar, Komplizen Schlächterotto vor den Geschworenen. Er hat eine etwa die grauen Wände glänzten in ihrer ursprünglichen Reinheit, Ein liegen. Jahr später hatte der Ort schon mehr Charakter bekommen. Da und bort waren Zeichnungen und Sprüche angebracht, die erkennen angeflagten. Bitte äußern Sie sich über Ihre Lat." Borsitzender: Bir tommen jegt zur Bernehmung des Haupt. ließen, daß hier Jünglinge mit erwachenden erotischen Trieben verfehren. In ungelenker Handschrift war auch schon der Forderung Ausdrud gegeben, daß die Juden hinaus müßten. Solche Ausflüge ins Erotische und ins Antisemitische bildeten die einzige Boefie bes stillen Dries. Diese Schlichtheit gehört einer längst vergangenen Zeit an. Seit Jahren schon sind die Zeichnungen und Aufschriften der Brimitivität entwachsen. Die Wände des stillen Ortes wurden zu einem muchtigen Spiegelbild unserer Zeit, die einfachen obszönen Gebilde ver schwanden unter dem neuen Zeichen des Hatenfreuzes, an Stelle bes schlichten Juden raus!" traten nüancenreichere politische Kern. morte. ist Wenn ich die Wände meines stillen Ortes betrachte, so tönnte ich ohne Mühe in groben Umriffen eine Geschichte der legten fünf Jahre niederschreiben. Bereits ziemlich verwischt und von anderen Inschriften überdeckt, ist an einer Stelle noch zu lesen, daß Lieb frecht hoch leben solle. Daneben steht, daß Noste ein und daß diefer oder jener prominente Zeitgenosse aufgehängt werden müsse. Das alles waren einfache Emanationen der Boltsfeele. Dann folgte eine Periode der anonymen Wechselgespräche. Hatta einer an Wand rder Türen die Internationale hoch leben lassen, fo fand er am nächsten Tage die Antwort, daß die ganze Internatio nale weiter nichts fei als ein gemeiner Judenschwindel, und hatte jemand Ludendorff ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, fo fonnte der Echreiber dieser Bemerkung beim nächsten Wiederkommen das schriftliche Attest vorfinden, daß ihm 25 aufgezählt werden müßten. Seit einigen Monaten ist Hitler der gefeierte Liebling des stillen Dries. Der Name des bayerischen Boltsführers und fein Ausspruch Nieder mit den Novemberverbrechern!" find überall an Türen und Wänden zu finden. Wulle und Graefe scheinen dagegen weniger Klamottenede verbreitet sich zunächst an Hand feiner Aften aus führlich über die Kriminalgeschichte der letzten 75 Jahre. Auf Grund feiner Statiftiten weift er nach, baß der von ihm verübte Raubmorb logischerweise fommen mußte. Er sei also vollkommen ahnungslos in die Sache hineingeschliddert, sei also nur als ein Werkzeug eines allmächtigen Schidsals zu betrachten. Thr Mitangeklagter hat doch aber zugegeben, daß Sie die Tat vorher in allen Teilen genau besprochen haben. Schläch'erotto:„ Das stimmt nicht ganz, hoher Herr Gerichtshof. Klamottenede ist so quasi mcin Borgesezter, und ich hatte nur auszuführen. was er anordnete." " Sie sind auf die gemeinsam verübte nieberträchtige Tat wohl noch sto?" " Und ob, Herr Gerichtshof! Ich habe mir dabei die Mörder sporen" verdient und würde auch ein zweites Mal mit Freuden mitmachen sto Sie haben alfo ihre Tat mit vollster Ueberlegung ausgeführt. Sie haben jedenfalls auch gewußt, daß fie nach den bestehenden Gelegen bei einem derart gemeinen Verbrechen die Todesstrafe zu gewärtigen haben." ,, Da sind Sie aber sehr im Irrtum, hoher Herr Gerichtshof. Ich tenne fein Gesetz für mich gibt es feine Gefeße, folglich fonnte ich auch nicht dagegen verstoßen." Die Freunde des Unreflagten, bie den ganzen Zuhörerraum ausfüllen, flatschen lebhaft Beifall. ( Aus der socben erschienenen 10. Rummer von Rachen lin! s, die sich namentlich durch eine Fülle schlagfräftiger aitueller Starifoturen aus, geid net. Der Preis der Nummer ist 25 Pf., das Bierteljahresabonnement loftet 3,25 M.) Der Strafantrag im Mordprozeß. Ceipzig, 15. März.( WTB.) Im Parchimer Mordprozeß beantragte der Oberreichsanwalt gegen die Angeklagten wegen Rörperverlegung und Tötung in Mittäterschaft folgendes: Hoß eine Gefam'ftrafe von 12 Jahren Zuchthaus Jurisch von 7 Jahren Zuchthaus, 3abel von 11 Jahren Zuchthaus, Pfeiffer von 7 Jahren Zuchthaus, Biemeyer von 14 Jahren Zuchthaus, 3enz von 10 Jahren Zuchthaus, außerdem seien den Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte abzuSprechen. Die Untersuchungshaft sei bei sämtlichen Angeklagten, mit Die bei Ausnahme von Zeng, mit 6 Monaten anzurechnen. Weiter lautet der Antrag des Oberreichsanwalts gegen Bor. mann wegen Begünstigung und Beihilfe auf 1 Jahr 3 Monate Ge fängnis unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft, gegen Fride wegen Begünstigung auf 10 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft, gegen Hoffmann auf 10 Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft, gegen Thomsen auf 8 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft, gegen Madensen auf 8 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft. gegen Bulbrede auf 8 Menate Gefängnis und gegen Richter auf 8 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft. Der Zeigner- Prozeß. Leipzig. 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Er bat In der heutigen Berhandlung erklärte Dr. Seigner auf die Aufforderung des Borsitzenden: A's er zum Justizminifter ernannt wurde, hatte er Möbius einige Male gesehen. Möbius besuchte ihn auch in feiner Wohnung und flagte ihm über seine wirtschaftlichen Ber hältnisse. Dr. Beigner hatte das Gefühl, daß er wirklich sich in mißlichen Berhältniffen befinde. Als er einmal zu ihm tam, er zählte er ihm von einem Herrn namens Müller, der wegen Schleich handels zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Dr. Zeigner, fich die Sache einmal anzusehen. Auch der Müller war zu Dr. Zeigner gefommen und er riet ihm, ein Gesuch an die Staatsanwaltschaft und an bas Justizministerium einzureichen. Möbius fezte die Besuche fort, und da er Geld verdienen wollte, so ließ ihn Dr. Seigner verschiedene Wege für feine Familie machen. Als Beigner am 31. Auguft nach Dresden übersiedelte, war er ent schloffen, auch seine Familie dahin zu nehmen. Eines Tages, an fangs September, als er bereits einen Monat in Dresden lebte, traf er feinen Parteigenoffen Meier- 3midau, der ihm erzählte, er habe erfahren, daß der Versuch gemacht worden sei, bei Trommers eine Erpressung zu verüben. Da habe sich Dr. Zeigner die Atten fommen laffen und am 7. September an Trommer einen Brief geschrieben mit der Aufforderung, den Namen des Mannes zu nennen, der bei ihm gewesen ist. Am 12. September erhielt er darauf einen Brief von Trommer, in dem er den Namen des Mannes als Möbius bezeichnete. Er stellte dann den Möbius zur Rede, und da lehterer nicht eingestehen wollte, zeigte er ihm den Brief Trommers. Möbius blieb dabei, daß er es nicht gewesen fei. Dr. Zeigner hat nun mit seinem Ministerialdirektor Kunze über den Fall gesprochen. Da Kunze auch nicht feststellen fonnte, wie Möbius zur Kenntnis des Falles Trommer gefommen sein könnte, fiel sogar der Berdacht auf einen bestimmten Beamten. Es erging deshalb ein Berbot, diesem Beamten die Gnadengesuche zukommen zu lassen. Auf die Frage des Borsitzenden, ob er gewissermaßen empfunden habe, fich In den Händen des Möbius zu befinden, bejaht Dr. Zeigner diese Frage. Dr. Seigner fährt dann fort, daß Möbius immer zu ihm gekommen sei und verschiedene Leute genannt habe, die er fenne und immer gebeten habe, sich für deren Sachen zu intereffieren. Er habe aber die Sachen nicht anders behandelt als die anderen Eachen und sie wurden immer von seinen Referenten vorgenommen. Dann weist er den Ausdruck des Borsigenden, cls wäre er mit Möbius intim" gewesen, zurüd. Er habe sich allerdings den Möbius hin und wieder auf seine Woh nung nach Dresden und auch in Wirtschaften bestellt, weil er wäh ift er öfter in seine Wohnung getommen, da er für ihn verschiedene rend seiner Amtszeit mit ihm nicht sprechen fonnte. In Leipzig Bege machte. Nach dem Falle Trommer war Zeigner so empört über den Möbius, daß er mit ihm einfach völlig Schluß machen wollte. Er fürchtete aber nach wie vor einen Bruch. Um ihm nicht Apfelsinen find gut gegen die Grippe. Angesichts der zurzeit wieder außerordentlich graffierenden Grippe find Bersuche beachtens. mert, die bereits vor zehn Jahren ein Schularzt in Norwood mit Apfelsinen als Borbeugungsmittel gegen diese schier unausrottbare Epidemie angestellt hat. Auf seine Empfehlung ließ die Schulauf. fichtsbehörde damals den 600 3öglingen der Armenschule in Nor mood Apfelfinen liefern, und die Schulkinder sollen in der Tat durch den reichlichen Apfelfinengenuß im allgemeinen von der Krankheit verschont geblieben fein. Ein bekannter Londoner Hygienizer hat zu biefem jebenfalls bemerkenswerten Versuch erklärt, daß die Ber abreichung von etwa zwei Orangen am Tag eine wertvolle Brä pentivmaßregel gegen Infektionsfrankheiten darstelle, zumal da der Apfelfinengenuß auch dann zuträglich ist, wenn er im Kampf gegen bie Grippe versagt. Sumal die Kinder würden nach seiner An fchauung ungleich weniger der Gefahr der Anstedung ausgefeßt sein, wenn sie mehr Obst essen würden. Der Obsthunger der Kinder lei fängft als ein natürliches Berlangen des Organismus erfannt, und feine Befriedigung sei unbedingt nötig, wenn man dem Körper die Borbedingungen der Gesunderhaltung fichern will Die Anfelsine dabei Zucker in leicht verdaulicher Form und überdies Mineralfalze, ist zweifellos nahrungshygienisch die wertvollste Frucht. Der Soft der Orange ist ungemein reich an wertvoller Fruchtsäure, enthält die für die Knochenbildung unerfeßlich find. Die aromatischen Ele. mente der Apfelfine üben daneben eine anregende Wirkung auf die Absonderung des Magensaftes, so daß der Genuß der Apfelsine als Nachtisch die Berdauungstätigkeit hebt und damit die volle Aus nutung der Nahrungsmittel gewährleistet. W Erffaufführungen der Woche. Mont. Staatsoper: Jenufa". Karneval ber Liebe". Theater am Dienst. Metroboltheater: Kurfürstendamm: Lady reberid" Kleines Theater:. Der Gegenfandidat. Mistw. Wolfsbühne, Theater am Bülowolat: stern". Donnerst. Die Tribüne: Magie". Broke Volksover: Siegfried". Sonnab. Theater am Rollen orfblab: Die Berlen der Kleopatra. Sonnt. Deutsches Theater: Bom anderen Ufer". Urania- Borfrage. Sounf.: beater 11, 5, 7, 9 Ubr: Manut. 3r anul, 8 Uhr: Nimrod und Sardanapal örfa al 6 Ur: Tas faal 8 1br: Kriechtiere und Lurche. Mont.: beater 5 Uhr: Montasgrab des Tut- anch- Amon". 8 11br: Die Rätsel des Bonelauges. Dienst.: Theater: 5, 7, 9 Uhr: Nanut. Ooriaal 8 Ubr: Berlin als Stadt der Arbeit. Mittw.: Theater 5, 7, 9 Uhr: Nanut". Briaal 8 Uhr: Fabritation von Borzellan". Donn: Theater 5, 7, 9 Uhr: Manut. örfa al 8 Uhr: Die Schläffer Potsdams und ihre Umgebung( 3 um erlenmal). Freit: beater 9 Ubr: Namut". Soria al 8 Uhr:„ Die Schlösser Botsdams". Sonnab. Theater 5, 7, 9 116r: Ranul. Horia al 6 Uhr: Telepathie und helfeben, im Dienste der Erforschung von Verbrechen".- Sonnt: Theater 5, 7, 9 Uhr: Ranut". Hörsaal 8, Uhr: Im sonnigen Indien. In der Bolfsbühne, Theater am Bülowplatz. ist die Belegung der Grit aufführung von Strindbergs Ditern" am Mittwoch, ben 19., abends 7, Ubr: Frau Heyft- Marianne Bratt, Elis Ferdinand Stein bofer, Eleonore Thea Brodtizinstu, Christine Rose Steuermann, Benjamin Richard Weimar, Lindkvist Aug. Jah. Drejcher. Regie: Paul Hendels, Bühnenbild: Torsten Hecht. Die Kunsthandlung Lengyel u. Co., Kurfürftendamm 150, eröffnete eine Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Graphilen von Frit Kuttner. zu begegnen, passierte er auf dem Bahnhof andere Sperren. Als aber Möbius daraufhin die Wohnung seiner Schwiegermutter auf. fuchte und auch andere Leute veranlaß e, ihn telephonisch anzurufen, mußte er ihn natürlich wieder zu sich bitten, da er es vorzog, ihn unter vier Augen zu sprechen. Weiter erklärt Dr. Zeigner, daß er von der Frau Friedrichsen erfahren habe, daß während des Be fuchs der Frau Friedrichsen mit Möbius in feiner Wohnung Möbius in den Aften herumgewühlt habe. Er habe mirklich oft die Aften zum Studium zu fich genommen, um die Bahnfahrt von Dresden nach Leipzig dazu zu benutzen. Nun wird dr Zeuge Trommer vernommen. Er macht den Einbrud eines Mannes, der sich nicht ins Borhorn jagen läßt und zehn Möbius in die Tasche einzuftecken imftande ist. Er erzählt, daß Möbius zu ihm gekommen sei und ihm ert'ärt habe, er miffe in seiner Straffache Bescheid. Er hätte in Dresden jemand oben fitzen, der ihm behilflich sein fönne, die Gefängnisstrafe in Geldstrafe umzuwandeln. Was das mert sein fönnte? Trommer hätte ihm erwidert, daß ein Gnadengesuch eingereicht sei, und daß er abwarten molle. Am nächsten Tage hat dann Trommer in 3widau am Stammtisch seinen Bekannten davon erzählt, auch seinen Rechts anwalt davon in Kenntnis gelegt. Möbius sei denn ein zweites Mal zu ihm gekommen und habe ihm das bewußte Formular vor gelent. Da war es ihm auch gelungen, durch einen Zufall in feinen Militärpaß Einblick zu erhalten und feinen Namen fest zu stellen. Der Zeuce hat auch die Polizei angerufen, da er Möbius feststellen wollte. Aber dieser hatte sich schon entfernt. Darauf fordert der Borsitzende Dr. Zeigner auf, fich ausführlich über die Gnadenpratis Malertag. Die Farbe gehört zum Maler und der Maler gehört zur Farbe, das ist zwar eine alte Binsenweisheit, und doch wurde sie in legter Beit des öfteren mißachtet. Sehr oft schrieb nämlich der Architekt dem Maler die Farbe vor. Um nun aber zu zeigen, daß der Maler von heute sich auch noch auf Farben versteht, daß er in seinen Arbeiten gut ausgewählt farbenfreudig und farbenstart wirten tann, ist in Charlottenburg ein Ma'ertag in Szene gefeßt. Und effante Ausstellung. die Säle des Rathauses beherbergen bis zum 16. eine inter. ei freigewordener Zimmer von den drei freigewordenen hat er an sich nehmen dürfen. Das Wohnungsamt hatte die aus drei Zimmern und Küche bestehende Wohnung beschlagnahmt, aber die Hauseigentümerin und auch Herr M. legte Beschwerde ein, und das Mieteinigungsamt prach ihm dann das eine Zimmer zu. Daß m. gegen die Be. schlagnahme der Wohnung sich durch Beschwerde wehrte, läßt vermuten, welche Absichten er hatte. Verkehrverbefferungen ab 18. März. Neue Straßenbahnlinien. Bon der Berliner Straßenbahn, Betriebsgesellschaft m. b 5. werden folgende Betriebserweiterungen und Liniencerände Beachtenswert sind die Lehrlingsarbeiten der verschiedenen Fachrungen mitgeteilt: Schulen. Man gibt dem Lehrling immer wieder die alte Gefins. und Säulenform, damit er die plastische Form tennenlernt, manche Provinzschule hat aber auch noch das alte Schema. In der Provinz fehlt eben vielfach die Anregung durch das Sehen. In der Großstadt wird der fehende und lernende Lehrling von der Zeichen und der Malfunft, von der Leucht- und Werbekraft der Farbe förmlich verfolgt, da wird er selber feder, farbenfreudiger und vom Wagnis des Neuen beeinflußt. Sieht man unter den Lehrlingsarbeiten manches Unfertige, das aber Talent verrät, so gewahrt man bei den Meistern manche wirklich reife Arbeit. Bor allen Dingen ist da der Wettbewerb in einfacheren und reicheren Wanddekorationen wert, daß man ihn eingehend betrachtet. Die Fläche behandelt jeder Maler gut. Iniffliger wird es, wenn die Perspektive eine Berücksichtigung er. heischt. Da spielt nicht nur die angeborene Begabung, fondern auch zu äußern. Dr. Zeigner erklärt, daß eine bestimmte Gnadenverord- das erlernte können eine Rolle. Die Tapete verschwindet und der nung bestand, auf Grund deren ein Teil der Gnadenfachen vom Maler wird zum Raumfünftler. Die Behörden tamen mit der AnJustizministerium selbst erledigt werden konnte, während der andere regung des farbigen Fassadenwettbewerbs. Heraus aus dem täg Teil rur vom ge amten Ministerium entschieden werden konnte. lichen Allerlei, heraus aus dem Grau- in- Grau unserer Tage war Außerdem bestand aber ein ungeschriebenes Gnatenrecht. Als er die Lofung, und die stilechte Renaissancefaffade murde als Berfuchs. das Minifterium übernahm, informierte er sich natürlich über die objekt gegeben. Manche Stizzen zerreißen das Gesamtbild durch die bestehende Gnadenpraris. Da er empfand, daß der Leiter der Ab. teilung Geheimrat Leffing, eine ganz andere Einstellung in dieser Farben, bei anderen wirken die Farbenzusammenstellungen direkt Frage habe als er, so berief er aus ter britten Abteilung den Geschmerzend für die Augen, während etliche mit den finnerfreuenden heimrat Kunke, unter dessen Leitung er nun die von ihm gefchaffene Farbtönen einen geschlossenen Eindrud erzielen. fünfte Gnadenabteilung stellte. Dr. Zeigner vertrat den Standpuntt, daß die Gnadenpragis eine viel weitere fein müsse, als es bei seinem Borgänger der Fall gewesen ist. In erster Linie war er grundsäglich gegen furzfristige Freiheitsstrafen, die bei der wirtschaftlichen Situa finn einfach tatastrophal wirften, indem sie die Familien wirtschaft fich ruinierfen. Weiter war er der Ansicht, daß bei gewissen Sittlich feitsbelifien, zB. bei Abtreibung, eine weite Gnadenpraris am Plaze fei Poincarés Sieg. Start dem neuen zugeneigt und selbst neu find die Theater. Dekorationen, während die gemalten Möbel eine alte schöne Kunst wieder aufleben lassen. Prächtig sind ferner Dekorationsmalereien, ihnen ist jeder Binselstrich berechtigt, denn jeder Pinselstrich figt Alles bei denen ohne Klischee alles mit dem Pinsel flott hingesetzt ist. Bei in allem sieht man, daß man dem Kitsch durchaus nicht immer Kon zeffionen machen muß, um auch dem Geschmad ber breiten Maffe entsprechen zu tönnen. Zur Bluttat in Neukölln. Die Frau ihren Verletzungen erlegen. Neu eingerichtet wird die Linie 43, die als Ausgangspunkt den Bahnhof Steglitz hat und dann die Grunewaldstraße durchfährt und in Dahlem endet. Die Line 51 fährt von Nordend über Bankow und weiter wie Linie 57, dann über Moßstraße, Martin- Luther- Straße, Grunewaldstraße, Berliner Straße nach Raiserplag bis Exerzier, Ede Badstraße. Linie 93 hat als Aus Wilmersdorf, Wilhelmsaue. Linie 56 verkehrt von Wilmersdorf angspunkt den Görliger Bahnhof und endet in Charlottenburg, Bahnhof Wigleben. Folgende Linien werden verändert: Die inie 4 wird in zwei Linien( 4 und 9) aufgeteilt, und zwar fährt die Linie 4 vom Augustenburger Plag über Stromstraße, Hansa- Blah und dann weiter wie die jetzige Linie 4 bis Görliger Bahnhof, Wiener Straße und Treptow, Grägstraße. Die Linie 9 vert hrt vom Augustenburger Platz über Triftstraße, Tegeler Straße, Fennstraße und weiter wie die jeßige Linie 4 bis Görliger Bahnhof, bann Grünauer Straße Friedelstraße, Weserstraße, Hermannplag, Urbanstraße. Zur Unterfügung ber Linie 4 und 9 werden neu eingerichtet: die Linie 19 Pantstraße, Ede Badstraße bis Schöne berg. Eisenacher Straße, Linie 31, Petersburger Straße, Ede Landsberger Allee bis Bahnhof Zoologischer Garten. Die Linie 28 wird in folgende Linien aufgeteilt: 1. Linie 27 Brig Rathaus bis Tegel, 2. Linie 28 Tegelort bis Hermannplay, 3. 2nie 128 Heiligen fee bis Hermannplay, 4. Linie 29 Briz bezm. Budow bis Stettiner Bahnhof. An Stelle der Linie 64 werben zwei neue Zinien eingerichtet: 1. Linie 64 Siemensstadt bezw. Gartenfeld bis Dönhoffplay, 2. Linie 66 Hohenschönhausen, Wartenberger Straße bis Neu Tempelhof, Hohenzollernforso. Die Einfaglinie 54 E, die bisher nach dem Hohenzollerntorso perfehrte, tommt baburch in Fortfall. Die Linie 11 Bahnhof Neukölln bis Beuffelstraße wird über Huttenauf der ursprünglichen Strede der abonnierten Linie. Zur Berichti Straße bis Wiebestraße weitergeführt. Für den laufenden Monat behalten die Zeitfarten Gültigkeit gung der Zeitfarten find Dedblätter für die neuen bezw. geänder. fen Linien bei ben Betriebsauffehern auf den Bahnhöfen und in Der Hauptausgabeftelle erhältlich. Sämtliche Aenderungen treten ab 18. März in Kraft. 208 Die arbeitslosen Jugendlichen. In einem Erlaß des Wohlfahrtsministers wird auf In der gestrigen Nachtsigung des französischen Senats, bie um 2 Uhr zu Ende ging, ist der Borschlag des Senatsaus Schuffes nach Stellung der Vertrauensfrage für Poincaré mit 154 gegen 141 Stimmen zurüdgewiesen worden. Poincaré hat also mit einer Mehrheit von 13 Stimmen über die Oppo fition gefiegt und das von ihm verlangte Ermächtigungsgesetz erhalten. Dieser Sieg ist ihm erst nach schweren Kämpfen zu teil geworden, wobei feine Mehrheit, die bei der Wahlrechts debatte 16 Stimmen betrug, noch mehr zusammengeschmolzen ist. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß von den 13 Stimmen, not nicht möglich. 3. blieb mit den beiden älteren Kindern im für die Einschulung in Berufs, Fach- und Fortbildungsschulen oder die die jetzige Mehrheit des Poincaré ausmachen, 7 auf Ber fönlichkeiten entfallen, die mehr oder weniger direkt im 3u fammenhang mit dem Kabinett stehen oder diesem sogar angehören. Es ist anzunehmen, daß die Linte, troß ihres heftigen Borstoßes gegen Poincaré, nicht die Absicht hatte, ihn zu fürzen. Dazu war ihr die Zuficherung Poincarés. daß die Barlamentswahlen im Mai stattfinden würden, viel zu wertvoll. Es fann deshalb erwartet werden, daß sich im weiteren Verlaufe der Senatsaussprache feine weiteren Schwierigkeiten mehr für das Kabinett entwickeln werden Vits der gestrigen Aussprache im Senat ist besonders die Rede des Senators de Jouvenel hervorzuheben, ber in prägnenter Weise den Standpunkt der Oppofition formulierte und Kritik an der äußeren und inneren Bolitik des Kabinetts übte. Der Redner führte u. a. aus: Das Land verlangt einen farten Staat. Während im letzten Jahrhundert zwei Monarchien in der Revolution untergegangen feien, habe die Republit ihr fünfzigjährines Bestehen mit Ruhm feiern fönnen. Aber sie leide unter den Irrtümern und der mangel. haftigkeit des Bertrages von 1919, da die Frage der interalii. ferten Schulben durch diesen Vertrag nicht geregelt worden sei. Die Republit fei heute gezwungen, entweder die ihren Allierten gegebene Unterschrift zu verleugnen, oder sie müsse die Munition, Die man ihr geliefert habe, um ihre eigenen Städte zu zerstören, mit dem vierfachen Breis bezahlen. Seit dem Kriege habe man nicht den Mut gehabt, eine Bilanz zu ziehen. Man habe nur Gelegenheitsgefehe und provisorische Gelege gemacht. Jedesmal, wenn der Friede sichergestellt schien, ist der Frant gestiegen. Er ist gefunten, wenn der Friede in Frage gestellt schien. Jebesmal, wenn wir Fehler in der Außenpolitik begangen haben, mie bei der Unterstützung Wrangels, ist das Bfund Sterling gestiegen, aber immer denn, menn Hoffnung auf ein Einverständnis vorhanden war, ist das Pfund gesunten. Auch nach dem Wikerfolg der Kon. ferenzen von Benua und Baris mar es fo. Sogar das Ende des possiven Widerstandes hat das englische Pfund nicht zum Sinten gebracht. Die Ruhroperation war fein Mißerfolg, nein, fie hat reüffiert. Auch wenn sie nur zum Ergebnis gehabt hat, den Deutschen Industriellen begreiflich zu machen, daß fie be. zahlen müssen, wäre dies schon ein bedeutendes Ergebnis. Man erwartet viel von den Sachverständigen. aber man darf sich feinen 3rfionen hingeben über die vier Probleme. nämlich Reparationen, inferalfilerte Schulden, Militärfonfrelle und rheinisches Problem, denn die Sachverständigen tönnen nur eines davon lösen. Herr M'nisterpräsident! Sie müssen Ihren Horizont erweitern und sich, wenn möglich auf den 235lterbund stüken, der allein uns eine dauerhafte Löfung der rheinischen Frage, der Entwaffnungs. frage und der Reperationsfrage bringen fann. Ich verlange heute mit mehr Drinalichkeit als im Jahre 1922, daß Sie zum Ende tommen und daß Sie die Initiative zu Berhandlungen ergreifen. Sie leiten das Echicksal eines großen Landes, dem man Elfaß- Lothringen zurückgegeben hat, bas aroße Naturreichtümer be. fikt und ein intellektuelles Prestige befigt. Jest müssen Sie die Sicherheit dieses Landes und zu gleicher Zeit den Frie. den Europas gewährleisten und die Achtung vor den Berträgen zum Siege führen. Su ber Schredenstat in Neukölln, über die wir in der Morgen nummer berichteten, ist mitzuteilen, daß auch Frau 3ygalsti ihren Berlegungen erlegen ist. Sie ftart im Kranten haus Budow schon furz nach der Aufnahme. Edhuld an dem 3r mürfnis war die 38 Jahre alte Frau selbst. Ihr lockerer Lebens. wandel veranlaßte ihren Mann, im Jahre 1922 die Ehegemeinschaft mit ihr aufzuheben und die Scheidungsklage einzureichen. Eine pollständige Trennung war jedoch wegen der Wohnungs Alter von 14 und 18 Jahren in der einen Stube der Wohnung im 2. Stod, die Frau mit den beiden jüngeren in der anderen Frau 3. erwartete von einem anderen Mann demnächst ein Kind und fie befeitig'e es durch einen verbotenen Eingriff und verbrannte die Leiche im Ofen. Im Hause wurde das bekannt und auch ihr Mann erfuhr es. Die Drohungen, daß man sie anzeigen werde, trieben die Frau zu der Schredenstat. Es ian hinzu, daß sie fich vor ihrem Gelietten, der ausgewandert ist, betrogen fühlte, wie sie in einem hinterlassenen Briefe mitteilt. Sie erflärt barin, daß fie fich und ihre beiden Rinder töten werde, weil sie das Leben nicht mehr ers tragen fönne. Die Tat wurde entot, als 3. gestern nachmittag nach Haufe tam und feinen Einlaß fand. Er benachrichtigte die Polizei, die die Leichen der Kinder beschlagnahmte and die Frau nach dem Krankenhaus bringen ließ. Großfener in einem Fabrik- und Wohngebäude. Großfeuer tam am Sonnabend früh um 2 Uhr aus noch nicht ermittelter Urfache auf dem großen Grundstüd Greifswalder Str. 30 zum Ausbruch und verursachte viel Arbeit und größeren Schoben. Als die Löschzuge 17 und 20 auf mehrmaligen Marm von zwei Seiten an der Brandstelle antamen, stand auf dem Hofe das von mehr als 10 Barteien und mehreren Fabrit. betrieben bewohnte tiefe Grundstüd im Fabrit gebäude in Flammen. Es brannte in allen vier Stod. werten Fest verschlossene eiserne Türen verhinderten anfänglich jedes Bordringen. Baurat Steiner ließ deshalb unverzüglich, da Schlüffel nicht zur Stelle waren, die Rohrführer über Hafenleiter gange, die schnell errichtet wurden, von außen durch die Fenster in die brennenden Fabrifräume eindringen und dann mit mehreren Schlauchleitungen in allen vier Stockwerten fräftig von Motorsprigen unausgelegt tüchtig löschen. Dadurch gelang es, des Feuers balb herr zu werden und eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Den erheblidysten Schaden sollen angeblich eine ftilliegende Bianoforte fabrit und eine Mühenfabrit von Herm. Sobotter u. Co. erleiden. Bei der räumlichen Ausdehnung des Brandes fonnte die Ent. behungsursache nicht mehr einwandfrei festgestellt werden. Vermutlich ist es in einem der unteren Stodwerte ausgekommen und hat fich dann durch die Transmissionsschächte nachts unbemerkt den oberen Betrieben mitgeteilt. Festnahme eines Milliardenfcheckfälschers. In einer Pension in der Albrechtstraße wurde durch Kriminalbeamte des Polizeipräsidiums Berlin der 23 Jahre alte bereits bestrafte Mufiter Gustav Niedergesell, ber seit November vorigen Jahres gesucht wurde, festgenommen. Niebergesell hatte in Gemeinschaft mit zwei Kumpanen, einem gewissen Anton Wagner und einem gewissen Rabbasch, die Nationalbant in Wien durch Ausstellung falscher Scheds um eine Milliarde Kronen be trogen. Niedergefell gelang es, nach Berlin zu flüchten, wo er in dem geannten Pensionat unter dem Namen eines Fabrikanten Wittig abgestiegen war. Er behauptet, von dem damaligen Gelde nur 12 000 kronen erhalten zu haben. Geldmittel waren nicht mehr vorhanden. Dagegen fand bei zwei Schedbücher bei ihm, die er allem Anschein nach zu dem zwed hatte, um neue Fälschungen zu begehen. Der Mieter als Bermieter. Diese Ausführungen des Hauptrebners der Opposition zeigen, daß, wie die Londoner Times" treffend schreibt, die " Echlacht zwischen nüchterner Bernunft und Juufion" iekt in Frankreich felbst durchgeführt wird. Im Interesse des allgemeinen Friedens und der Völferversöhnung ist zu wünschen, daß dieser Kampf mit einem Sieg der Verbrel Zimmer und Küche gemietet. Der Mieter M. hat aber hier, nunft endet. tohrad man Die Börse am Wochenschluß. Im Deptfendertehr zeigt sich feine nennenswerte Beränderung. Die Hauptdevisen wurden wieder mit 2 Proz. zugeteilt, bie Nachfrage nach nordischen Devisen war eher etwas gering. Französische Frant wurden gegen Pfunde im Laufch handel mit 90% angeboten. Die Lage des Geldmarties bleibt nach wie vor flüffig. politische Momente machten auf die Börse feinen nennenswerten Einbrud. 3u unferem in Nr. 108 veröffentlichten Artikel Der Haus. wirt bleibt Sieger", der über einen Wohnungsstreit im Hause Rottbufer Damm 28 berichtete, fchickt uns das Bezirksam! Kreuzberg ist nicht Hauswirt. fondern felber Mieter; der Schneidermeister eine Richtigstellung. Der in dem Artikel erwähnte Kaufmann M. B. war bei ihm Untermieter und hatte von der großen Wohnung mo er als Bermieter auftrat. sich gegen seinen Untermieter ganz wie ein Haus wir: benommen. Das ist eine Erschei nung, die man leider nicht selten beobachten fann, und mancher als Bermieter auftretende Mieter versteht sich auf die Kunst des Hausmirtes fogar noch beffer als die Hauswirte selber. Nachdem es zu den von uns erwähnten Zusammenstößen getommen war und es Herrn M. gelungen war, mit Hilfe des Mieteinigungsamts und Ge rich's feinen Untermieter B. aus der Wohnung hinaus zubringen, mollte er anscheinend die freigewordenen Räume zu feiner eigenen Wohnung hinzuschlagen. Unfere Angabe, daß dies fchon geschehen sei, ist unzutreffend; nur bie verheerenden Folgen hingewiesen, die Not und Arbeitslosigkeit insbesondere bei der schulentlassenen Jugend hervorzurufen geeignet find. Da in Kürze mit Abschluß des Echuljahres wieder neue Scharen von Jugendlichen der Aufsicht der Schule entwachsen, so müffen gerade bie tommenden Wochen dazu ausgenutzt werden, vor. beugende Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Für die Milderung des Notstandes, so heißt es, wird es vor allem von Bedeutung sein, die Beschäftigung der erwerbslosen Jugendlichen zu sorgen. Hierbei wirb der lebendigen Fühlungnahme mit Berufsberatungs- und Arbeitsvermittlungsstellen ebenso wie der gemeinsamen Arbeit mit den Gemeinden und ihren Jugendämtern eine besondere Rolle zufallen. Dabei wird es darauf ankommen, die Jugendlichen außer durch theoretische Ueberweisung vor allem durch eigene Betätigung für das prattische Leben tüchtig zu machen. Für diesen Zwed industrielle Berfe fchon gegründet haben, eignen, wie überhaupt merden sich besonders Lehrwertstätten, wie sie verschiedene Einrichtungen, die sich an Borhandenes anlehnen. Für die heranwachsenden Mädchen wird danach gestrebt werden müssen, sie wieder mehr den häuslichen Berufen zuzuführen und die große Abneigung zu bekämpfen, die vornehmlich in Industrie. gegenden gegen diesen Beruf zu beobachten ist. Ebenso wird man versuchen müssen, bei den Jugendlichen beiderlei Geschlechts ein größe res Verständnis und eine stärkere Liebe für das Leben und die Ar. beit auf dem Lande zu weden. Bei der bekannten Finanznot des Staates tönnen staatliche Mittel für die erwähnten Aufgaben nicht zur Verfügung gestellt werden. Es muß versucht werden, die Gemeinden und Brivate für diese verantwortungsvollen Aufgaben zu intereffieren, wie bies an manchen Orten schon geglückt ist. Go fonnten in einer Großstadt des Westens mehrere tausend Jugendliche durch die Bemühungen einer intereffierten Bersön lichkeit eingeschult werden; an anderen Orten sind freie Lehrgänge Der Minister spricht schließlich die mit Erfolg eröffnet worden. Hoffnung aus, daß ähnliche Erfolge überall da erzielt werden, wo tatkräftige Männer und Frauen die Selbsthilfe für diesen Zwed an zuregen wiffen. Verdienft- und Einkommensgrense in der Krankenversicherung. Durch Verordnung des Reichsarbeiteministere bom 29 Februar 1924 ist die Verfiberungspflichtarenge in der Krantenberñderung mit Birfung bom 3. März 1924 auf 2400 Goldmart jährlich festgefest worden. Die Meldepflicht für die Reuver fierten erftredt f bis zum 15. März 1924. Durch die gleiche Berordnung ist die steintommensgrenze für den Beitritt zur freiwilligen Krantenverfiberung auf 1800 Goldmark beraufgelegt worden. Die Kommunistische Jugend bittet uns, folgenden Hinweis aufzunehmen. Begen Unterschlagung proletarischer Gelder wurde aus der Kommunistischen gerb ausgestoken: Starl Dinge, geb. 10. 3. 1906 in Ridbichow a. Dder, Kreis Greifenbagen, jest wohnhaft Berlin SO., Liegniter Str. 41, Duerg. Bir warnen alle proletarischen Organisationen. Sport. Die internationalen Borkämpfe die gestern im Sportpalast stattfanden, brachten Brenzel und Breitensträter zwei schöne Siege. Breitensträter fiegte be reits in der ersten Runde über den Engländer Harry Drate. Brenzel hatte einen schweren Kampf gegen den Engländer Smith Davis, der ihn vor zwei Jahren zum Aufgeben zwang. In der fünften Runde fiegte Brenzel diesmal fichtlich überlegen. Rudi Wagner verlor nach Buntten gegen den Schweren Harry Bersion in einem weniger schönen Kampf. Funte schlug den englischen Ereuropameister Seaman Hall nach Bunften in 10 Runden. Ein wenig rühmliches Ergebnis hatte der Rolauf, dem Titelinhaber. und dem Kö'ner Theo Benerling. Rolauf wurde in der 14. Runde wegen inforrekten Berhaltens Kampf um disqualifiziert Groß- Berliner Parteinachrichten. Walter 14. Rreis Reutöln. Die heutige Rotis in ber Morgenzeitung ift falfa, es muß heißen: Sonntag, den 16. März, vormittags 10 Ube, furze, wichtige Besprechung des engeren Borstandes mit den Abteilungsleitern. 8. Abt. Sämtliche Genoffinnen und Genossen der Berkaufsstellen Culm- und Rurfürstenstraße der Ronsumgenoffenfchaft treffen fich Gonntag vormittag 8 Uhr beim Genoffen Ridert, Steinmenftr. 86a, zur Wahlarbeit. 19. Abt. Achtung, Ronfumgenoffenfchaftsmitglieder der 3. und 50. Berkaufs ftelle! Auf zur Delegiertenmahl von 9-1 Uhr im Bahllokal bei Schuchardt, Chriftianiaftr. 116a, Berkaufsstelle Elbinger Straße mählt bei Lemble, Elbinger Str. 49, und Verkaufsstelle Bögon- Ede wählt bei Tobleben, Allenfteiner Ett. 28, Sonntag vormittag. Arbeitsgemeinschaft und Junglozialisten Reuteln. Sonntag frith Fabrt. Treff punkt 6½ Uhr Ringbahnhof Neukölln. 25. st. Achtung. Ronfumgenofen dhaftier! Gewerkschaftsbewegung Fortwirkende Rechtskraft der Tariflöhne. Einseitige Lohnherabsehung ohne rechtliche Wirkung. Bon der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter verbandes wird uns geschrieben: Bor dem Berliner Gewerbegericht ist am 29. Februar ein Urteil verfündet worden, welches den Arbeiterinnen, die in einem BBMJ.. Betrieb bis zum 31. Dezember 1923 den einseitig von den Arbeitgebern festgelegten Stundenlohn erhielten, den vertraglichen Lohn aufpricht, wie er im Tarifvertrag B I b 2, BI abgeschlossen zwischen dem Berband Berliner Metallindustrieller und dem Deutschen Metallarbeiterverband, auf 75 Proz. des Männer fohnes festgefezt ist. Der Wichtigkeit wegen bringen wir die Urteils begründung nachstehend zur Kenntnis: in einem Schreiben an bas Marineamt im Reichsmehr. daß der Magiftrat auf der einen Sette Beamte und Angestellte minifterium sich mit dem Ersuchen gemandt, der Werft zu gerücksichtslos auf das Straßenpf' after wirft, auf der anderen Seite statten, noch im März die neunstündige Arbeitszeit aber versucht, in auswärtigen Beitungen neue Kräfte für ( statt der bisherigen achiftündigen) als normale Tagesarbeitsdauer Berlin anzumerben. So wurden beifp.elsmeile in Oberschlesien einführen zu dürfen. Wörtlich heißt es in dem Ansuchen an Zeniter für die Straßenbahn G. m. b.. angedas Ministerium: Die in diesem und dem nächsten Rechnungsjahr vorliegenden Arbeiten und Aufträge sind so umfangreich, daß die Termine ber Fertigstellung nur eingehalten werden können, wenn die neunstündige Arbeitszeit für die fraglichen Betriebe im Schiffsbaureffort, in der Maschinenbauabteilung und im Strombaureffort baldmöglichst eingeführt wird." Dreimal wird in dem in Berlin überreichten Schriftftüd erwähnt, daß die erforderlichen Geldmittel für die Bezahlung ber Mehrarbeit vorhanden seien. Sehr be Auftraggebern vereinbarten Friften der Fertigstellung nicht inne. zeichnend ist es, daß wiederholt dargelegt wird, daß die mit den gehalten werden fönnen, weil der gegenwärtige Stand ber Belegidaft dies nicht gestatte! worben. Einstimmig nahm die Mitgliederversammlung folgende Entfchließung an: " Die Mitgliederversammlung der RDK. I brüdt Ihr Befremben aus, daß die Straßenbahn G. m. b.. in auswärtigen Zeitungen technische Beamte für Berlin lucht. Sie erwartet von den städtischen Bertretern im Aufsichtsrat wie pom Magiftrat, daß nur orts. anfällige Tegniter eingestellt werden." anfäffige Leniter eingestellt werden. " Gemeine Verleumdermethoden des Vorwärts". Unter diefer Ueberschrift veröffentlicht die Rote Fahne" eine Berichtigung des Reichsleiters der Union der Hand- und KopfAlfo, er it wirft man die Arbeiter auf die Straße, arbeiter Mar Müller, die dieser dem„ Vorwärts" geschickt habe, weil angeblich feine Aufträge und tein Geld für deren Beschäftigung aber nicht veröffentlicht worden sei. Wir stellen feft, eine derart ge vorhanden seien dann aber wird man im zuständigen Ministerium Berichtigung nicht erhalten zu haben. In dieser Berichtigung streitet vorstellig und fordert dringend die Einführung der verber Müller alles ab. Taß er sich bei verantwortlichen Aktionen längerten Arbeitszeit, meil aufträge in hulle gebrüdt und frant gemeldet hat, ftreitet er allerdings nicht ab. und Fülle unb ebenso Gelb zur Bezahlung vorlägen. Die Marinemerft hat offenbar das Bestreben, den vom Aussperrungsfimmel befallenen Privatwerften und den benachbarten halbschwester lidhen Deutschen Werfen bei der Abmürgung des Acht tundentanes Getundantendienste zu leisten. Das Reichsmarineamt dürfte es interessieren, daß in den Jadeftädten Wilhelmshaven und Rüstringen Tausende von Arbeitern beschäftigungslos find! id in alig ond lehnen ab! Die Rote Fahne" hängt der Mitteilung einen Kommentar von acht Beilen an, in denen fie folgende Stilblüten unterzubringen weiß: Der Vorwärts" wagt dies zu schreiben Die Burschen vom Borwärts " Berleumbeten.. gelogen gen Beschwindelung.. leumbung er feiber niederträchti erbärmliche Ber Auch der felige Sigl und der verstorbene Rochefort haben gefchimpft, was das Zeug hielt. Sie baten es aber mit Geift. Die Rote Fahne" ist nur langweilig. Sie hat soviel Geist wie ein betruntener Helot. e Theater der Woche. Tarifverträge sind nach§ 1 TBD. unabdingbar, tarif widrige Abmachungen in den Einzelarbeitsverträgen find während der Abgeltungsbauer eines Tarifvertrages unwirtsam und wer den durch tarifentsprechende Bestimmungen erfeßt. Die Tarifbe. ftimmungen behalten zunächst nach dem Außertrait treten eines Zarijabkommens Geltung, weil sie Be standteile der in Kraft bleibenden Arbeitsverträge sind( fog. Nach oder Welterwirtung des Tarifvertrages). Den Parteien des Arbeitspertrages steht es jedoch frei, jederzeit die Bestimmungen des ArBeitsvertrages für die Zukunft abzuändern, sobald sie sich darüber einig sind. Die Normen des abgelaufenen Tarifvertrages tönnen demnach nur durch Bereinbarung ausgeschaltet werden. Die einfelfige Erklärung des Arbeitgebers oder feines Berbantes feht die bisherigen Bestimmungen nicht außer Kraft, und ift grund. Die Arbeitgeber der Musikinstrumentenindustrie fählich ohne rechtliche Bedeutung. Dies gilt auch hier. Die Beklagte hat einseitig mit Wirfung vom 26. November 1923 ab bie Löhne Behn bzw. acht Bochen dauert nunmehr die Aussperrung in herabgelegt. Da die Klägerinnen dagegen durch den Border Berliner Musikinstrumentenindustrie. Den Schiedsspruch, der thenden des Arbeiterrates fofort Widerspruch erhoben fchließlich zustande tam und von den Arbeitnehmern angenom haben, haben sie ihr nicht einverständnis von vornherein men worden ist, haben die Arbeitgeber abgelehnt Unter hinreichend zum Ausdrud gebracht ohne daß es noch eines Gin Führung eines gewiffen Dr. Samuele mig, der sich wieder unter spruchs nach jeder Lohnzahlung bedurfte. Sie verlangen nun nicht die Vormundschaft des deutschnationalen Innungsfrauters Baeth ben vollen bisherigen Tariflohn, sondern nur unter Berufung auf ftellt, wollen die Herren weiter fämpfen. Die Holzarbeiter werben die Beftimmung unter B Ib 2 des TB. 75 Bros. des neufestgelegten ihnen die Antwort nicht schuldig bleiben. Wer hier Klaffentampf und Männerlohnes, ftatt der gezahlten 60 Broz, also die Nachah Ratastrophenpolitik treibt, liegt auf der Hand. Som manolosaled Tung des Unterschiedes von 6 Bf. je Stunde für die Zeit vom 6. November bis 29.. Dezember 1923 mit dem aus der Urteilsformel #Tarifftreitigkeiten in der Holzindustrie. ssd sd 22. Bilhelm Tell. Angesichts der Nachwirtung des ab. ersichtlichen Antrage. gelaufenen Lohnabtommens und des Nichtvorliegens Eine Bersammlung der Funktionäre des Holzarbeiterverbandes, einer es befeitigenden Bereinbarung der Klägerinnen mit der die unter dem ehemaligen Reichstarif arbeiteten, nahm einen Bericht Beklagten ist ihre Forderung, welche der Höhe nach nicht bestritten Böses über die Tarifverhandlungen entgegen. Da bisher alle worden ist, gerechtfertigt Die Rechtsmeinung der Beklagten, Berhandlungen zum Abschluß eines zentralen Tarifes gefcheitert daß mangels einer Bereinbarung angemessene Löhne(§ 612 find an der Arbeitszeitforderung der Arbeitgeber, tam BGB.) zu zahlen feien, trifft wegen der besonderen sich aus der TVO. ein Provisorium mit Geltung bis 22 3. d. 3. zustande; das ergebenden Rechtslage nicht zu. Die Rostenentscheidung beruht besagt, daß die Arbeitszeit 48 Stunden beträgt und die bisherigen auf& 91 330. Ueberzeitbestimmungen in Kraft bleiben. Infolge der Berriffenheit Demnach haben nun die Betriebsräte im Auftrage der ge- im Unternehmerlager gestalten sich aber auch die Berliner Lohn schädigten Arbeiterinnen Klage beim Gewerbegericht einverhältnisse äußerst schwierig. Mit dem einen Unternehmerverband waren bereits Lohnverfandlungen im Gange, als Obermeister aureichen, wenn eine Einigung mit der Firmenleitung nicht er folgt. Bevor eine Klage angestrengt wird, müssen allerdings die Baeth im Namen der Tischlerzwangsinnung eine Gerichtsentſchei Klagevertreter sich mit ihrer zuständigen Organisation verständigen. bung erreichte, die dem besagten Unternehmerverband verbot, Durch diese Machinationen will Tarife abzuschließen Herr Baeth feine Machtgelüfte voll zur Geltung bringen. Die Bes legschaften der Betriebe find in der jeßigen tariflofen Zeit mit Lohn forderungen hervorgetreten, deren Regelung auf Schwierigkeiten ftießen, die leicht Folgerungen haben förnen. Alle Forderungen ber Arbeitgeber auf Arbeitszeitverlängerung sind unter Hinweis auf die notwendige zentrale Berabschiedung dieser Frage abzulehnen. Die Kollegen müffen unter tattischer Ausnügung der gegebenen Möglichkeiten versuchen, ihre Löhne auf eine der Zeit entsprechende Höhe zu bringen. Die Marinewerft gegen die Arbeiter. us Wilhelmshaven wird uns gefchrieben: plais Daß gegenwärtig die privaten Unternehmer vielfach sich über die elementarften fozialen Gefeße hinwegfeßen, ist allgemein belernt. Taufende und aber Taufende von Arbeitern stehen zurzeit in ihmerftem Kampfe gegen die privatkapitalistische Gewaltpolitit. Noch mehr zu verurteilen ist es aber daß auch die staatlichen Betriebe mehr und mehr diesem eben gefennzeichneten Geift der Zeit" huldigen. Ein sehr fonderbares Stück dieser Art leistete fich in diefen Tagen das Direktorium der Marinemerft in Wilhelmshaven. Diefer Reichsbetrieb hat in der legten Zeit nach und nach gegen 2000 Arbeiter und Angestellte entlaffen, angeblich, weil weder Arbeit noch finanzielle Mittel zur Bezahlung votharden feien. Alle Verfuche der gewerkschaftlichen und sonstigen Auftändigen Inftanzen, dies zu verhindern, scheiterten an dem Wider. stend der Betriebsleitung. Nun hat die Werftleitung am 11. März Manier e!! öbel Berlin C., Alexanderstr. 31 Tel. Ryst. 1737. Speisezimmer, Herrenzimmer Wohn- und Schlafzimmer, sowie Dezimalwagen Einzelmöbel ab Fabrik zu billigst, Preis. Tafelwag., Gewichte, Besonders wirksam sind die allligste Preise. Großes Lager, Kleinen Anzeigen Georg Wagner Köpenicker Str. 71 in der Gesamt- Auflage billig Kela Ladengeschäft des Vorwärts und trotzdem aus Tuchstoff fesche Bindeform missfomanaltonos 1 Leffing Bom 16. bis 21. Wärs 1924. Bolfsbühne: 46.. 21. und 23. König Hunger. 17. Die Fahrt nach Drplib. Opernhaus: 16, Lohengrin. 18. Don Carlos. 19., 20., 22. und 24. Oftern 17., 21. und 23. Jenufa. 18. Shaggräber. 19. Carmen. 20. Boheme. 22. Tristan. Rroll- Op.r: 16. und 24. Fledermaus. 17. Waffenschmied. 24. Rauberflöte, 18., 19. und 28. Madame Butterfin. 20. Fliegender Solländer. 21. Martha. 22. Bertaufte Braut. Schauspielhaus: 16., 28. und 23. Biel Lärm um nichts. 17., 19., 21. und 24. 11- Berliner Boffenabend. 20. Minna v. Barnhelm. 22. Maria Magdalena. Schiller- Theater: 16. Flachsmann als Erzieher. 17. 19. und 24. Columbus. 18., 21. und 28. Peer Gynt. 20. Stiftungsfest. Deutsches Theater: 17. bis 22. Dantons Tod. 28, und 24. Bom anderen Ufer. Rammerspiele: Balme oder der Getränkte. Theater: 16., 19., 21., 22. und 28. Wie es euch gefällt. 17., 20. und 24. Was ihr wollt. 18. Beer Onnt. Theater in der Röniggräger Straße: Benn der neue Wein blüht. Deutsches Opernhaus: 16. und 19. Die Zauberflöte. 47. Der Freischig. 18. Tosca. 20. Aiba. 21. Der fliegende Holländer. 22. Tann Großes Schauspi lhaus: Boccaccio. bäufer. 23. 1001 Racht. 24. 2ohengrin. Große Boltsoper im Theater bes Westens. 17. Triston und Sfolde. 18. Trou babour. 19, und 23. Boris Godunow, 20. und 22. Siegfried. 21. Carmen. 24. Rodelinde. Die Tribüne: 17. bis 19. Gefchloffen. Bom 20. Magie. Deutsches Rünftler- Theater: Genora. Romöbienhaus: Bis 18. Merifo- Gold. Trianon Berliner Theater: Das Weib im Purpur. Rentral ab 19. Awei umm Cine. Refibenz- Theater: Die junge Welt. Theater: Die nadte Sängerin. Theater: Der bumme Auguft. Theater in ber Rommandantenstraße: Das Komische Oper: Die Belt ohne Schleier. Luftspielhaus: Der Rabiomäbel. Metropol Theater: 16. Mariette. Stebestrant. 21. Borlesung: Karl Kraus. Neues Operetten- Theater: Die 17. Gefchloffen. 18. Rarneval ber Liebe, Thalia- Theater: Frasquita. Theater am Rollendorfplag: Bis 18. 8mei um Cine, 19. bis 21, Gefchloffen, Ab 22. Die Verlen der Kleo Kleines Theater: patra. Renes Th ater am Roo: Meine Tochter Otto. Devisen. Wallner Theater: Madame Pharas. Walhalla- Theater: Bariete, Rofe Theater: Goldschmieds Töchterlein. Rafino Theatet: Die Mali Dom Steinhof. Theater am Aurfürftenbamm: 17. Gefchloffen. Bom 18. Lady Schlofpart Theater Steglig: 16., 18., 19., 20. und 21. Die Ballerina Freberid bes Rönigs. 47. Johannisfeuer. 22, und 23. Glüd im Binkel. 24. Cinfame Menschen. Intimes Theater: Der Binduprina. Der Schrei. Der Diwan Theater im Abmiralspalaft: Drunter und britber. Renaiffance Theater: Folies Capric: Die Revolutionshochzeit.- Apollo Theater: Die Abenteuerin. Beine einer schönen Frau. Ragmittagsrellungen. Roll- Oper: 16. Maria Stuart. Schauspielhaus: 16. Dr. Klaus. Schiller- Theater: 16. Minna v. Barnhelm. 19. Wilhelm Tell. 28. Nora. Deutsches Theater: 23. Alt- Heidelberg. Rammeripi le: 24. Die Büchse ber Bandora. Leffing- Theater: Der Biber. pela. Deutsches Künstler- Theater: Bürger Schipper. Berliner Theater: Figaros Sodaett. Theater in ber Rommanbantenstraße: 21., 22., 28. unb 24. Die Logenbrüber. Reues Theater am Roo: 15, unb 16. Die Jungfrau von Rofe- Theater: 16. und 23. is Orleans. 18. und 22. Flachsmann als Erzieher. Der Schwarzlinftler. 22. Schneewittchen. Schloßpark- Theater Steglig: 16. Der vermunschene Bring. 28. Sohannisfeuer. Eine Aussprache, in der die Fragen der Tarifabschlüsse ein gehend erörtert wurden, schloß sich dem Bericht an. Wie in Berlin abgebaut wird. Die Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten, Berbandsgruppe I, die dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund an gefchloffen ist, beschäftigte sich in ihrer Mitgliederversammlung am Mittwoch u. a. auch mit dem Personalabbau beim Berliner Magiftrat. Mit Entrüstung wurde davon Kenntnis genommen, PFEIFFER OF Sie pfeifen auf alle Mittel zur Vernichtung irgendwelchen Ungeziefers, nöinn 99 wenn Sie Pfeifferol" dit vertagte Stadt. 1 Berantwortlich für Bolitik: Craft Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung:. Chforn; Feuilleton: R. 8. Döscher; Bokales und Sonstiges: Fris Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b.$., Berlin. Drud: Bormärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger- Co.. Berlin SB. 68.. Lindenstraße 3. Hecht Tabakwarend Zigarren Zigaretten, Tabak billig Lindenstr. 81 Trauerfpenden jeder Art fiefert preiswert angewendet haben. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. 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