/lusIade A Nr. 64 BczuaSvretSi BSch-miiq 70(6ali>pienmj voran» joDlbat- Unter Kreujoand iür Deutschland Dan�ig, Saar- u. Remetgebiet Oesterreich. Litauen. Luxemburg mart, Mr da» übrige Ausianb SM Gvldmor uro Monat. Der..BorwSrt,' mit der Sonntag». beilage..Boll und kieif mit..Sied» lung und RlciRgartcn* low!« der Untehaltungoveiiage.�eunwelf nndterFrouenbetluge„Zrouentvelf erscheint wocheniäglich zweimal, Eonntog» und Montag» einmal. Teiegramm-Adresfez »Sozialdemolrat Berlin� Sonntagsansgabe c lZ iss kZÄisrae» Serlinev Volksblatt Anzclilcnprctse: VI«« 1 n I p a I t i g e Nonpareille- feile 0,70 Goldmart. Neklamezeile M Oioldmari. Kleine Anzeige»' das teltgedrmtte Wort V.20 Wold- Marl lzulälsig zwei fettnedrmtle Worte), Icöc» weitere Wort 0.10 Woldmarl. Stellengesuche das «rite Wort 0.10 Woldmart Icdes weitere Wort 0.05 Woldmart. Worte übet 15 Luchstaben zählen sür zwei Worte, �amilienanzeigen sür Abonnenten Zeile 0.80 Woldmarl. Eine Woldmart— ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die n Schür Nummer müssen bis 4M! Uhr nachmittags IM HauptgeschSf!. Berlin SW SS. Linden- ftrahc 8 abgegeben werden. Deössnet von 0 Uhr srüh bis 5 Uhr nachm. �enwalorgsn der"Vereinigten Bozialdemohratifcben Partei Deutfchlandö NeSaktion und Verlag: SW 6$, tinöenstraß« 3 • Wföafiiün. Xounofi«»Ös» .°er-s. Wremer.«506«507 Sonntag, den 16. März 19«4 vorwarts-verlag G.m.b.H., SW bS, LinSenstr. Z Voftscheckkontot Berlin Z?» 3t»— Bankkonto: Direktion der Diskonto-GeseNschast, Devositenkaiie Vindenstraize 3 Das Urteil öes Staatsgerichtshofs. Schwere Zuchthausstrafen. telpzlg, 15. JIWrj-(Eigener vrahtbertcht.) Aach mehr- skünbiger Vcrciiung wurde heute abend vom Staatsgerichlshos zum S6)llhe der Republik folgendes Urteil im parchimer Riordprozeh g-fäSi: Wegen schwerer SSrperverlehung and vollende. »en Totschlage«: HSH l0 Zahre Zuchthaus, pseisser 6'A Zahre Zuchlhaus, Zabel S Zahre 6 Monate Zuchthaus. Z ens 6 Zahre 6 Monate Zuchthaus, W i e m e y e r zwölf Zehre 6 Monate Zuchlhaus, Z u r i s ch(unter Zubilligung mildernder Umstände wegen geistiger Minderwertigkeit) ä Zahre b Monate Gefängnis. Zedem dieser Angeklaglen werden ö Monate Allicrsuchungzhasi angerechnet mit Ausnahme von Jens, der erst vor zehn Tagen oerhastet wurde. Wegen v e i h i l f e sowie vezünstizung: Vor ma n» l Zahr Gefängnis(1 Monat Untersuchungshaft angerechnet). Wegen Vegänstiguag der Täler: Ar icke i0 Monate, Ltn. a. D. h o s s m a n n, Oberleutnant a. v. Thomse». Ober- lcutnani a. D. Mackensen, Wulbrede und Richter je S Monate Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchung! Haft. Nach der Urteilsverkündung beantragte der Oberreichsonivalt Eber in eye r, den noch auf freiem Fuß befindlichen Bormann sofort in Haft zu nehmen. R.-A. Dr. Sack widerspricht und stellte seinerseits den Antrag, die Begünstiger aus der chast zu«nt- laffeu. Der Oberreichsanwalt widerspricht desem letzten Antrag mit den Worten, daß man heutzutage allzu leicht in das Ausland oder in das sogenannte Ausland entkommen könne. Dies« letzten, offi 7> sichtlich aus Bayern gemünzten Wort« im Mund des höchsten deutschen Staatsanwalts rufen lebliafts Bewegung hervor, zumal sie ein« deuttich« Anspielung auf die Fälle Ehrhardt und Roß- dach darstellen. Das Gericht beschließt, sowohl den ersten Antrag de» Ober- reichsanwalts wie auch den Gegenan'rag des Berteidigers der Be- günstiger zurückzuweisen. Die Inhaftnahme des Bormann könne der Staatsgerichtshof n a ch der Verkündung des Urteils nicht mehr vornehmen. Daraufhin läßt der Oberreichsanwalt selbst Bormann verhafte». Leipzig, 15. März.(Eigener Drahtberlcht.) Die Sonnabendsitzung des Parchimer Mordprozessts wurde mit dem Plädoyer des Obmeichsonwolts Dr.Ebermeyer eingeleitet. Er betrachtet die Bezeichnung„Fememord* für den Fall Kadow nicht als ganz passend, sondern glaubt, daß man Kadow sür sein« Ber- räterei bestrafen wollt« und die Täter den Entschluß zur Tötung erst nach den schweren Mißhandlungen ihres Opsers faßten. Immerhin habe der Prozeß zum erstenmal eindeutig di» Vcleiligung der oölklschen Organisationen an Mordtaten ergeben. In diesem Zu- saninienhang gibt der Oberrrichsanwatt der Aufsasfung Ausdruck, daß viele leite nde�Versoyeu ba. sölliichca QrqaaijgUousw»»�die, und die Mörder geschützt haben. Er bezeichnet diesen Tatbestand als ein Zeichen des sittlichen Tiefstandes und mangelnden Rechtsempfindens dieser Kreise. Auch die betonte kameradschaftliche Solidarität könne nichts entschuldigen. An«ine übermäßige Sauferei im Luisenhose zu Parchim glaubt Dr. Ebermeyer nicht, obgleich die Angeklagten große Trunkenheit vorschützen. Im übrigen hrt er den Eindruck, daß W:« m e y e r gleich nachdem Kadow vom Wcrnen herunlergeivorfen worden ist. den Halsschnitt ausführt« und erst später die Schüsse gegen das Opfer abgefeuert wurden. Als feststehend betrachtet er. daß Z a b e l den ersten Schuß abgegeben hat. tB r die anderen Schüffe abfeuerte, ließe sich ujZzt genau feststellen, wahr'chcinlich seien es aber Haß oder Zen s gewesen. Jeder einzelne der Angeklagten habe jedenfalls den Willen gehabt. Kadow gemeinschaftlich zu töten, nachdem er bereits halb zu Tode geprügelt war. Infolgedessen �et jeder mitverantworlllch sür die Tal des anderen. Da anläßlich der Tat bei den AngeNagten ein« starke Erregung herrschte, glaubt der Oberreichsanwalt nicht auf Mord, sondern aus gefährliche Körperverletzung und Totschlag erkennen zu müssen. Die AngeNagten F r i ck c, B o r m a n n ,md Hoffmann beschuldigt er einer weitergehenden Be- günstig« ng der Tat. Das gleiche erNart er von den Ange- Nagten Mackensen. Thomse n, Wulbrede und Richter. Bei Jurisch glaubt er nicht an«in« Unzurechnungssäbigkeit. Schließlich stellt der Oberreichsanwalt die tn unserer gestrigen Abend- ausgäbe bereits gebrachten Strasanträge. Sodann ergreifen die Berieidiger das Wort, zunächst Justizrot Hahn für Höh der ,n längeren juristischen AuMdrungen die These des Olierreichsanwalts bezüglich der gemeinschaftlichen Mittaterschaft angreift. D.'r Verteidiger von Jurisch Dr. Horowitz. unterstreicht in diesem Punkt die Auesührungen Hahns. Der Halsscknitt durch Wiehmeyer sei ein Schttlbsispiel des Erzestes Dieser allein schließe die p'an- niößin« Tö'ung bei den übrigen Beteiligten erst recht aus. Sodann heleucktet er die Persönlichkeit des Jurisch. der bis kurz vor dem Vorfall oon Anstalt zu Anstalt gewandert und ein durchaus kranker Mensch ist. Die wiederholten Avffordernnnen der Eltern cn ihren Sohn, sich nach kiner Entlassung aus Dalldorf u n t e r die Elektrisch« oder in den Main zu werfen, widersprechen rnchi nur allen mensch'ichen. sondern sogar allen animalischen Gefühlen. Nicht al» Denunziant ist er zum„Vorwärts* gekommen, sondern als«tn jtu Tode gehetzws Tier, er wollte sich unter den Schutz des Geletzes -- Er polemisiert daw» sehr«ntschiede« gegen da» p s y ch i a» irisch« Gutachten des Dr. Schütz und hebt die in verschiede- nen Punkten abweichenden Ansichten des zweiten Sachverständigen Quendel hervor. Die aktive Beteiligung des Jurisch an der Schlägerei sei in keiner Weise erwiesen, ihre Annahm« beruhe ledig- lich aus widerspruchsvollen Angaben der Mitangeklagten. Aber selbst wenn man sie annähme, müßt« man aus Grund des sj 51 Jurisch freisprechen. Der Wismarer deutschvölkische Rechtsanwalt Schräder bestreitet entschieden die Existenz einer Feme bei den Deutschvölkischen. Diese existier« nur im Gehirn von linksgerichteten politischen Redakteuren. Dennoch bemüht er sich, die Beseitigung des Kadow mit„nationalen* Argumenten zu entschuldigen. Er bezeichnet die Strasanträge gegen Wiemeyer. Zobel und Pfeiffer als viel zu hoch. Letzterer Hab« sich höchstens der Körperverletzung, di« beiden ersten des versuchten Totschlage» schuldig gemacht. Der den Deutschvöl tischen sehr nahestehende Rechtsanwalt Dr. Sack erklärt, daß er mit den Methoden der Rechtsradi- kalen nicht einverstanden sei und er die Tat ebenfalls als ein« grausige empfinde. Gegen Zens könne man aber nur auf ge- meinschastlich« schwere Körperverletzung erkennen. Dr. Sack plädiert sodann für die Begünstiger. Er bezeichnet F r i ck c als einen„kleinen Gernegroß in der Westentasche' und den geistig minderwertigen, vom Flugzeug abgestürzten Leutnant Hoffmann als«inen Men- schen, der buchstäblich„aus den Kopf gefallen* sei. Das Vergehen beider Angeklagten fei durch die 9 Monate Untersuchungshaft genügend gebüßt. Für Mackensen, Thomsen, Richter und Wulbrede beantragt er Freisprechung. Der Oberreichsanwalt erwidert auf die Ausführungen der Rechtsanwälte und hält seine Behauptungen insbesondere bezüg- lich der gemeinschaftlichen Mittäterschaft ausrecht. Um 1 Uhr mittags zieht sich das Gericht zur Beschlußfassung zurück. Um 6 Uhr abends wird das eingangs mitgeteilte Urteil»er- kündet. In der Vegründnng des Urteils heißt es u. a.: Der Parchimer Mord hat seinerzeit im Volk« große Beunruhigung hervorgerufen. Auf der einen Seit« wurde in der P r e si e die Ansicht vertreten, es handi« sich um einen wohlvorbereiteten Mord. Von anderer Seite hin- gegen wurde der Vorfall lediglich als«in« Rauferei mit blutigem Ausgang nach schwerer Sauferoi hingestellt. Nach den viertägigen Verhandlungen ergibt sich, daß weder di« ein� n o ch die andere Austastung ganz zutristt. Es bleibt die Aeststelluug eine» außerordentlich schweren Verbrechen», da, de» pollllschen Hintergrunde» keineswegs entbehre. Di« Angeklagten sind sämtlich auf deutschvöltis chem Do. den organisiert gewesen. Ihr Verein bildet eine Fortsetzimg der Roßbach- Organisation. Der Verdacht der Spitzelei gegen K a- dow scheint zum Teil begründet zu sein. Die Houptangeklagten haben den gemeinsamen Entschluß gefaßt, ihn zu verschleppen und zu verprügeln und sie haben alle an der schweren Mißhandlung Kadow» teilgenommen. Als Kadow nach dem schweren Schlag« mit dem Baumstamm, den Höh ihm aus den Schädel versetzt hatte, einem Zustand allgemeiner Hinsälligkeit, die zum dauernden Siechtum geführt hatte, versallen war, ist der gemeinschaftliche Eni- schluß gefaßt worden, ihn zu täten. Zu diesem Zwecke ist man von der Wiese weiter mit dem blutüberströmten Kadow in den Wald gesahren. Hier hatte Wiemeyer, wie er angibt, im Blutrausch. dem Kadow die Kehle durchgeschnitten und Zabel habe aus ihn geschossen. Wer die weiteren Schüsse abgegeben habe, konnte nicht festgestellt werden. Jedenfalls sei bei allen Houptangeklagten aus gemeinschaftlich ausgeführt« schwer« Körper- Verletzung und Totschlag erkannt worden, nicht aberaus Mord, da das Gericht nicht angenommen hat, daß die Tat mit Ueberlegung ausgeiührt wurde. Angesichts der Schwere des Verbrechens mußte das Gericht mildernde Umstände den Angeklagten versagen mit Ausnahme von Zurisch, der zwar nicht unzurechnungsfähig im Sinne des � 51, jedoch hochgradig geistig minderwertig ist. Bei Bormann wurde auf Beihilfe erkannt, weil er den Wagen zur Ausführung der als Verprügelung gedachten Bestrafung de» Kadow zur Verfügung gestellt hatte. Die Schuld sämtlicher der Begünsti- gung Angeklagten ist erwiesen. Das Urteil«ttspricht im allgemeinen den Anträgen de» Ober- reichsanwalts. Allein bei I u r i s ch ist es infolge der Zuerkennung von mildernden Umständen erheblich milder(älb Jahr« Gefängnis statt 7 Jahr« Zuchthaus). Entgegen den, Antrag des Oberreichs- anwaits aus 10 Jahr« Ehrverlust für die Hauptangeklagten sind di« bürgerlichen Ehrenrechte im llrtell nicht aberkannt worden. die französische Spionage. Prozeft vor dem Reichsgericht. Am 20 März beginnt vor dem Reichsgericht in Leipzig die Hauptverbandlung gegen den fronzösifehen Hauptmann D'Armont wegen Spionage. D'Armont ist der Leiter der franzäsi. schen Spionagezentral« in Basel und wurde verhaftet, als er auf deutschem Gebi«, mit seinen deuh'chen Agenten zusammentraf. Die Franzosen haben versucht, ihn frei zu bekommen und den Prozeß zu verhindern, indem sie gegen alles Recht den Senatsprösiden» ten Lenzberg in Düsseldorf als Geisel oerhasteten. Lenzberg ist ein älterer Herr, der eine lang« Hast m einer engen Gefängniszelle nicht überlebt hätte. Er wurde nach sechs Wochen freinetosten und statt seiner setzten die Franzosen den Landgerichts. direktor Migde-Vochum den Staatsanwalt Schulze-Pelkum-Esten und den Oberbürgermeister Wedelstädt�elseatirche» al» Geiseln fest. . Verbrecher. Die Meister in München— die Schüler in Leipzig. Es war an einem Märztage, dem 13. des Jahres 1920, als in der Frühe die Briganten Ehrhardts von Döberitz auf Berlin zu marschierten. Es war am gleichen Tag in gleicher Frühe, als General Ludendorff zufällig in voller Uniform, die er feit langem nicht mehr getragen, in der Nähe des Brandenburger Tores seinen„Spaziergang" machte. Zu- fällig, wie ein neugieriges Kind, ging er in die„Schieber- börse", als welche Kopps Reichskanzlei später bezeichnet wurde. und dort gab er mit grimmem Feldherrnblick Obacht, wie sich eine neue„nationale Regierung" etablierte. Der gleiche Zu« fall, der oft sein wundersames Wesen treibt, hatte auch den Zagow, den Traub und andere ehrenhafte Gestalten zu einem Morgenspaziergang in die märzfrische Luft veranlaßt. Sie alle waren— wie sie mit frommem Augenaufschlag später versicherten— in den Kapv-Trubel hineingeschlittert, wie die Maus in die Falle oder wie Wilhelm in den Weltkrieg. Wer die teutschen Recken vor dem Hochverratssenat des Reichs- gcrichts gesehen.— die Iagow, die Wangenheim, die Schiele, die Traub und Ludendorff— der weiß, wie ängstlich sie den Verdacht von sich wiesen, etwa einen gewaltsamen Umsturz, ein Verbrechen des Hochverrats beabsichtigt zu haben. Nur eine Verkettung widriger Umstände, ein Zufall hatte sie in so bedenkliche Lage gebracht. Und nur ihrem patriotischen Herzen waren sie gefolgt, als sie die Kapp-Rebellen unter- stützten, bis der Generalstreik der Arbeiter und Angestellten sie zu Paaren trieb. * Der Kavp-Putsch halte eine baldige Reichstagswahl zur Folge. Unter dem Eindruck der offenen Rebellion erfolgte der erste große Kurssturz der Mark. Der neue Reichstag, berufen, die Verfassung der Republik zu festigen, hatte gleichzeitig die schwere Aufgabe eine außenpolitische Atmosphäre zu schaffen, die einen Neubau deutschen Lebens und deutscher Wirtschaft ermöglichte. Der Einbruch der be- waffneten Banden in die kaum gesetzmäßig gewordene Re- gierungspolitik hatte das bißchen aufdämmernde Vertrauen zur deutschen Demokratie jäh erschüttert. Zum zweiten Male war unter Mitwirkung Ludendorffs eine politische Schlacht verloren. Der Reichstag aus dem Kapp-Iahr ist am vierten Jahres- tag des Kapp-Putfches zu Grabe getragen. Sein„marxisti- scher" Präsident hat in einer würdigen Schlußrede darauf ver- wiesen, daß dieser Reichstag das Schicksal fast aller curo- päischen Parlamente teilen mußte, angegriffen, gescholten, ja sogar geschmäht zu werden. Geschmäht freilich baben ihn zumeist jene Gesellen, die einst in der Gefolgschaft Kopps sich befanden und heute den Troß der„Vaterländischen" von Helfferich-Geisler-Bauer bis Hitler-Graefe-Ludendorif bilden. Diese„Völkischen" aller Färbungen haben dem Parlament der Republik und der Republik selbst den Krieg erklärt. Aus ihren Reihen kamen die Mordbuben, die Erzberger und Rathenau„killten" und damit den politischen Kredit des Reiches abermals aufs schwerste gefährdeten. * Wiederum im März gehen die Berbandlungen vor dem „Volksgericht" in München und dem Staatsgerichtshof in Leipzig vor sich. Staatsverbrecher dort und Mordgesellen hier— erwachsen aus derselben Erde, vereinigt in fana- tischer Feindschaft gegen das neue Reich, da? doch in vollem Ausmaß jedem ernftbaft Strebenden die Möglichkeit bistet, in aller Freiheit am Aufbau mitzuarbeiten. S'e bekämpfen das Reich, die Republik und ihre Vertreter. Sie find ans der alten militaristtfchen Zeit mir das Niederschlagen gewöhnt. Nur mit Mitteln der brutalen Gewalt glauben sie ihre ideen- losen Ziele erreichen zu können. Deswegen organisieren sie fene bewaffneten Banden, die sie Kampfbünde nennen, um Berlin zu erobern und dort die Flaaae der Renktion wieder aufzupflanzen. Deswegen üben die Schüler der Luden- dnrff-EKrharM-Roßbach. wenn sie unter sich find, den g e- meinen Mord, wübrend die Meister den großen poli- tischen Mord an der deutschen Freiheit praktizieren. In Leipzig sprach der Oberreichsamvalt aus, was mancher empfunden: Hier im Prozeß über den Parchimer Fememord ward einwandfrei in aller Klarheit die innige Beziehung der deutschvölkischen Freiheitspartei zu den Mord- Huben festgestellt, die in„vaterländischen" Verbänden zu- sammengefaßt, auf das Land bei deuttchnaiionalen Agrariern verteilt oder in den Betrieben reaktionärer Srhwerindustrieller als Lohndrücker und Gewerkschaftssprenger untergebracht und '«den Augenblick bereit sind, s e d e Tat zu begehen, die von solchen Landsknechten gefordert wird. In München streitet man sich darum, wer von den großen Verbreck�rn der größere sei. wer an dem Rorember» Putsch von 19S3 der intellektuelle und der tatsächliche Urheber sei. In München vor dem Dolksgericht... ★ In München ist es entweder zum Totschießen oder zum Davonlaufen! Im Bürgerbräu rief Hitler mit Revolver und Maschinenpistolen putschistische Begeistierung hervor. Im G». Missaal liefen erst die Staatsanwälte mit» Sann der Zeuge Lossow davon. Die ersteren kamen wieder, der letztere nicht. Er hat gemlg von dem grausamen Spiel. Da sitzen drei Bcrufsrichter und einige Laien als Volks» gericht deisainmen Sie sollen eine Tat aburteilen, die nur unter Bruch des klaren Rechts vor ihr Forum kommen konnte. Eigentlich müßt« auch der Staatsgerichtshof in Leipzig sich mit den geheimnisvollen Dingen beschäftigen» die vor nnd nach dem Putschabend sich abspielten und die das Licht der Oeffentlichteit so sehr zu scheuen haben, daß sie zum guten Teil in der Dunkelkammer verhandelt werden. Die letzten Tage haben gewisse Schleier ein wenig geliiftet, die bisher noch über den Vorgängen lagerten. Man hat sich nicht nur unterhalten über die Teilnahme der Kahr-Loflow- Seißer und der anderen. Man hat auch versucht, den„Nor- den" zu durchforschen, von wo den Staatsstreichlern in Bayern Hilfe winkte. Wo waren die Kräfte, die in Berlin ein„Di- rektorium" bilden sollten, die die„neue Verfassung* schon fertig in der Tasche hatten, die nur darauf warteten, daß die Reichswehrgcneräle nach Losiows Beispiel dem Reichs- Präsidenten den Gehorsam aufkündigten und ihn zum Ec» fangen des Z 48 machten? Der„Ziviladjutant* Kohrs hat ja genug verraten, als er von den„vaterländischen Verbän- den" des Abgeordneten Geisler und dem Mitwirken des All» deutschen Claß sprach. In diesen Konventikeln kamen die Personen zusammen, die das neue Licht anzünden wollten, und wenn es den furchtbarsten Bürgerkrieg gegeben hätte. Der Professor Bauer rühmt, in Berlin selbst an den Bor- bereitungen dessen teilgenommen zu haben, was er vielleicht Staatsstreich nennt, was andere aber juristisch als Berbrechen des Hochverrats bezeichnen. Der Staatsanwalt ließ weder ihn noch die anderen Teilhaber der Verschwörung verhastenl Ludcndorff aber, der„große Feldherr*, hat von nichts nie etwas gewußtl * In diesem Zusammenhang taucht die Erinnerung an die Zusammenkünfte in der Redaktion der„Eisernen Blätter* des Pfarrers Traub auf, Zusammenkünfte, an die gerade jetzt der Ehrhardt zu crmnern geruht. Damals, vor dem Kapp» Putsch, ließ sich Ludendorff seelenruhig das Versprechen ab- nehmen, daß er als„Chef der Heeresleitung* den„natio» nalen" Männern bei all ihrem Tun zur Berfügung stünde und daß e r den Befehl zum Bormarsch geben werde! Und dann schwor er ebenso seelenruhig, daß nur der Zufall ihn ans Brandenburger Tor geführt. Jetzt aber war gerade er, auf den alle die Verschwörer ihre Hoffnung setzten, von allem überrascht, wie damals? Und er ließ sich mittels Auto ins Bürgerbräu holen, wie die Maid zum Hochzeitsfestl m Wenn das Münchener Volksgericht Jnkereste für die Wabrheit der Zusammenhänge hat, dann mag es nur den im Gerichtssaal anwesenden Sonderberichterstatter der Scherl» presse und der„Kreuzzeitung", Herr Job Zimmermann, ver» nehmen. Er könnte vielleicht Mitteilung darüber machen, wie es kam, daß gerade er von seiner Redaktion für den 8. November von Berlin in die Bürgerbräuversammlung geschickt wurde, von deren Veranstaltung doch sogar der Kohr überrascht sein will. Er könnte vielleicht auch sagen, warum in den Redaktionen der Berliner Blätter der Rechtsparteien für den Abend des 8. November verlängerter Nachtdienst an» geordnet war in Erwartung der Dinge rn München, von denen alle wußten, nur nicht Ludendorff, Lossow und Kahr. Er könnte...1 Zlber vor dem Münchener Gericht wird die Wahrheit nicht voll an den Tag kommen. Dort sind zu viele Kresie daran interessiert, gewisse Dinge verschwiegen ,zu balten. Und deshalb wird weiter unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit verhandelt. Zusammenhänge mit Küstrin und der» gleichen Ding« dürfen nicht berührt werden. * In Leipzig sprach am Schlüsse des völkischen Mordprozes. ses der Oberreichsanwalt ein Wort, das die Situation be» leuchtet Er beantragte die Verhaftung und Jnhastbehaltung der völkischen Begünstiger der Roßbach-Mordbuben und fügte wirtfthast, Wirtschaft. Don Heinrich Goeres. Das Mädchen lief zum Fleischer mn Koteletten. Blee und Schrrwzerkäse gab«s im Nebenhause. Unmöglich, dem geschätzten Freund« das für unseren Alltag ausreichende Abendbrot anzubieten — mit Zwiebeln geschmorte Kartoffeln, Blutwurstscheiben und obli» gaten Kaffee, nach der Versicherung des Händlers mit 20 Prozent echten Bohnen. Beim Heimgang traf ich den Freund. Bekannter von der Schule her. Cr hatte Juristerei und Nationalökonomie studiert, war in das Handelsfach echappiert, Syndikus gewesen, Börsentundiger. In der Politik verriet er starte Kenntnisse, Tummelfeld war ihm die Wirt- schaftslage. Erhöhung der Produktion, Aktivität, Export, Import fertigte er verblüffend ab. Gerade das reizte mich. Keine Zeitung Nest man, keinen Der» fammlungs- und Parlamentsbericht, ohne von der Wiederherstellung der unbedingt, auf alle Fülle, um jeden Preis notwendigen Gesund- heit der Wirtschaft zu vernehmen. Bleibt st« aus, stürzen Boll, Staat, Vaterland, Europa in den gebührenden Abgrund. Es Hilst nichts, immer nur von der Wirtschast zu hören, man mutz auch etwas davon verstehen. Der Freund würde mich aufklären. Des» halb bat Ich ihn zu mir. Nach dem Essen gingen wir w mein Zimmer. Das treu« We!d schickte Kaffee und kam dann selbst Eigentlich nur, um sich wieder zurückzuziehen. Sie wolle die Herren nicht stören und fühl» sich nicht ganz wohl. Dabei versandte ste ihr bekannies hinreihende» Lächeln. Wenn sie so lächelt, steckt immer etwa» dahinter. Sicher berechnete sie heimlich, wieviel sie mir w der Früh« für das unver» mutete Souper an außerordentlichen Haushaltungskosten ankreiden könne. Zum Kaffee trat die Weinbrandflasche in Erscheinung, die der Vorsorge gegen plötzliches Unwohlsein ihr Dasein verdankte. Der Nationalökonom hatte die Gewohnheit, Kaffee und Weinbrand in gleichen Quantitäten zu sich zu nehmen. Doch langte der Dorn» für ihn. „Ja* sagte er,„die Wirtschast. Das ist das Problem. Es gilt, positiv einzugreifen. Einzel- und Gemeinwirtschost müssen sich decken, ergänzen. Gut« Einzelwirtschaft darf die Ausgaben nie über d!« Einnahmen stellen. Niemals mehr verbrauchen, als man oer- dient.* „Ich gebrauche immer mehr, als ich oerdiene,* warf ich ein. Zum Geburtstag erhielt ich drei Bouteillen Burgunder vom Schwiegervater. Zum erstenmal wieder nach acht Jahren. Sie standen hinter dem Bücherregal. Eiserner Bestand Warum sollt« man nicht eine probieren? Man muh doch«ine Kleinigkeit vorsetzen. Mein Freund erklärte die Sorte für pasiabel und nahm die dritte Zigarre au» der für Sonn- und Feiertage reservierte» Kiste, � ■\■' 1 r v. zur Begründung iftnM„Es ist Heukzukage gar zu kelchk. kn» Ausland oder in das sogenannte Ausland zu fliehen!* Im„sogenannten Ausland* sitzt der meineidige Ehrhardt, der Roßbach, der Ludcndorff. Im sogenannten Ausland sitzen die Berschwörer, die der Republik ein Ende machen wollen, fitzt der Kahr, der mit dem Ehrhardt Brudertüsse tauscht, kurz im„sogenannten Ausland* Bayern gehört der Hochoerrat zum guten Ton. Wie nach dem Kapp-Putsch von 1920, soll auch nach dem Rovember-Putsch von 1923 das deutsche Boll in neuer Reichs- tagswahl über die politischen Ereignisse sein Urteil abgeben. Wäre politischer Sinn sin Lande verbreitet, wie wir es wün- schen, dann müßte der 4. Mai 1924 ein wirkliches Loltsgericht werden über olle, die in München um die Urheberschaft des Verbrechens keifen, und über jene, die ihnen Hilfe leisteten!_ volkisther Iuöenfreunö. Ein Brief ans alten Zeiten. Im alten Wahlkreise Mcseritz-Bomst fand im Jahre 1908 eine Nachwahl zum Reichstag statt. Der Kandidat der Kon» servatioen ging in seinen Wahlreden den Evangelischen und Katholiken gleichermaßen um den Bart und triefte nur so von religiöser Toleranz. Denn er brauchte doch Stimmen. Nun geschah es, daß ein jüdischer Lehrer, Bäcker, den Herrn Wahlwerber schriftlich befragte, welche Stellung er denn eigentlich zum Judentum einnehme. Und prompt erhiell er eine sehr höfliche Antwort, in der es wörtlich hieß: „Wenn ich aus die sogenannte Zndensrage eingegangen wäre, so würde ich etwa folgendes haben sagen können: Der religiöse Unterschied, der mich als Evangelischen von dem Judentum trennt, kann für mich ebenso wie derjenige zur katholischen Kon» session niemals eia Anlaß fein, die jüdisch« Bevölkerung zu be- kämpfen oder z» ihr in Gegensatz zu treten. Die versassungsmäßige Gleichberechtigung der Zudeu erkenne ich vollkommen an und beabsichtige nicht, zu einer gesetzlichen oder sonstigen Einschränkung der- selben meine Hand zu bieten. 3m übrigen weiß ich und erkenne gern an, daß die Zuden de» Wahlkreises trotz mancher geschäftlicher Schwierigkeiten, die ihnen das einträgt, in oerdienstovller weise sich zur deutschen Sache gehalten haben und an der Selbswerwaltungs» Pflicht getreu teilnehmen.* Im Zusammenhang mit einer Darlegung seiner Stellung- nähme zur katholischen Konfession führte der Herr Kandidat weiter aus: „Ich sagte da, die von mir ausgesprochenen Grundsätze restgiöser Toleranz seien mir so In Fleisch und Blut übergegangen, daß ich es eigentlich für überflüssig gehalten habe, so ausführlich darüber zu reden.* Der damals so tolerante Mann war niemand anders als — Graf Westarp, der heutige Führer des„völkischen* Flügels der Deutschnationalen, der Verbindungsmann zur Wulle-Gruppe, Freund Ludendorffs und Hitlers, ein Juden» fresser, wie er im Buche stebt. Damals galt es in Meferitz- Bomst Stimmen und Mandat' zu erlangen. Heute glaubt man mit antisemitischen Rafletheorien bessere Wahlgeschäste zu machen. Es bleibt nur wie alte deutsche Eichen bestehen: die deutfchnatwnal-tonservativ-semitiich-antisemitische Grund» satzfestigkeitl_ Späte Einsicht. StegerwalbS Organ gegen die Dozialreakklon. Seitdem dl« Mittelparteien dem ständigen Drängen der Schwerindustrie zunächst in der Volkspartei, dann aber auch im Zentrum und bei den Demokraten nachgegeben und unter dem Ermächtigungsgesetz ganz nach dem Herzen der Wirt- schaftsgewaltigen eine Last nach der anderen auf die Schultern der breiten Volksmassen gelegt haben, sind die großen Organisationen der Unternehmer immer frecher geworden. Die lautesten Schreier gegen den Marxismus, die lautesten Bußprediger gegen den Klassenkampf haben sich als die energischsten Verfechter einer zielbewußten, rücksichtslosen, sozialen Reaktion erwiesen. Ihr Wüten wäre nicht möglich gewesen, wenn die Mlttelpar- „Das ist falsch ganz falsch* erwidert« er auf meinen letzten Ein» wand.„Du mußt aus jeder Unternehmung, jeder Aktion, jeder Arbeit mehr herausholen, mehr als an geistigen und körperlichen Kräften, an Materiol, Unkosten, Anlagekapital hineingesteckt Ist Wenn Du das begreifst und danach handelst, entwickelst Du Dich zum vor- züglichen Wirtschafter. Nicht anders Ist es in der Volkswirtschaft. Mit geringem Aufwand möglichst viel leisten, Ueberschuß erzielen.* Herrlich dacht« ich, das muß ich mir merken. Er leerte das Glas, schnalzt« mit der Zunge und sah durch die leere Flasche. Do» Entkorken des Ersatzes besorgt« er liebenswürdigerweise selbst und brannte eine neue Zigarre an.„Nicht ganz«cht, aber zu rauchen,* bemerkte cr anerkennend. Ich fragte, wie der erzielte Ueberschuß in de? Gemewwirtschaf» sich verteile.„Da» ist Sache der Intelligenz,* war die Antwort „Wer stumpfsinnig bleibt, vor sich hinarbeitet, wer Maschine ist oder Werkzeug, vielleicht gar zum eigenen Vergnügen so hinbrödelt hat über den Unterhalt hinaus keinen Anspruch. Dem Bohrer und dem Sägeblatt gibt der Tischler ja auch nur einen Tropfen Oel oder einen Strich mit der Speckschwarte. Di» blühende Volkswirtschaft — man könnt« sagen B e wirtschaftung—- bringt dem genialen Be» meisterer Segen, dem Gesellen Brot, dem großen Haufen der Zu. arbeiter Existenz. Aber sie durchdringt die Gesellschaft mit höherer Sittlichkeit, sie gießt Ethik in den menschlichen Betrieb, belohnt Klug- hell und scharfen Blick für Konjunktur und Geiegenheit* „Wie kommt es eigentlich,* fragte ich wieder wissensdurflig,„daß sich so viel« Wirtschaften fortwährend bekämpfen? Da gibt es Jnter» essen oder neuerdings Belange— warum sagt man nicht ebensogut „Detrefse*— also Interessen des Handels, der Industrie, der Land- Wirtschaft der Halisbeptzer. der Filmerzeuger und tausend andere. Alle schreien sie durcheinander und behaupten, wenn gerade thre Spezialität um einen Deut geschädigt würde, bräche die gesamt« Wirt« schaft unfehlbar und in kürzester Zeit wie ein Kartenhau» zu» sammen. „Darauf darfst Du nicht» geben. Ich muß wiederholen, was ich schon vorher erwähnt«— einen Ueberschuß für sich erzielen, so umfangreich, wie es geht, da» ist die Hauptfache. Mögen die an- deren sehen, wo sie bleiben. Berdienen» gewinnen. Substanz an sich ziehen.* Aha, wie einfach, schoß es mir durch den bewundernden Sinn. Bisher oerlangten all» Leute, bei denen ich als Käufer auftrete, fast da» Doppelte der Preis« von 1914 von mir unter Hinweis auf die leidende Wirtschaft Den gleichen Grund führt der Herr an, dem ich die von mir ziemlich hoch geschätzten Erzeugnisse meine» Können» anbiete, wenn er mir das halb« Honorar gegen stüher zahlt Da» ist also krank« Wirtschaft Ich werde von heut« ab auf Umkeh- rung dies«, Derhältnissts besteh««, und uut«ine« Schlag« haben wir die gesund« Wirtschaft Bei der dritten und letzten Flasche doziert« mein Freund über »estwirtjchajllichk Zujommenhinge, Ich Härte wrntger i* j* ich| tese» ehrlich mstderSozkardetn-krattezufamme»' gehalten hätten. Stegerwald» Organ veröffentlicht jetzt Aeußerungen bekannter Sozialpoiitiker. So schreibt der Kieler Uni» versitätsprofessor Ferdinand Tönnies: „Der Versuch,«ine völlig neue Regelung und westntllch« Verlängerung der Arbeitszeit bei tiefgesunkenen Reallöhnen durch Aussperrungen zu erzwingen, bedeutet ein« Rückkehr zu jenen vorkriegsmelhoden, die eine dauernde Feindseligkeit, einen Slassenkrleg zwischen Kapital und Arbeil zur Voraussetzung haben.... Es darf Äs sehr wahrscheinlich bezeichnet werden, daß schon recht bald, nicht erst nach Ablauf von zwei Menschenaltern. die gegenwärtige Unternehmerpolitik als ein verhängnisvoller und schwerer Fehler so offenbar sich herausstellen wud, daß man sich wiederum gezwungen sieht dies ebenso offen anzuerkennen, wie heute der genannte und so wie ander« politische Fehler anerkannt und bereut werden müssen.* Ein« Reihe ba bisch er Nationolökonom» veröfftntkicheu «ine gemeinsame Erklärung, in der es heißt: „Es oerletzt unsere Auffassung von dem Gerechten und Sitt- kichen in dem Zusammenleben des Volkes, daß der Ruf zum „freien Spiel der Kräfte*, der in Wahrheit ein Allstuf zum wäri- schaftlichen Machtkampf ist, am lautesten von denen erhoben wird, die sich in der Rot von Staat und Volk unerhörte Machtposi- tionen geschossen haben.* Daß der„Deutsche* diese Stimmen zum Abdruck bringt und sich jetzt gegen die oerhängni«oll« Sozial reaktion wehrt, ist gewiß erfreulich. Die erfreuliche Tatsache kann aber die andere Wahrheit nicht aus der Welt schaffen, daß gerade Stegerwald einer der Hauptschrittmacher der schwerindustriellen Sozialreaktion in Zentrumsreihen gewesen ist. Mit welchen Mitteln man den stühe- ren Reichskanzler Dr. Wirth gerade in Zentrumsreihen bekämpft hat, weil er der Träger einer demokratischen und sozialen Politik war, das wird„Der Deutsche* noch viel besser wissen als wir. Stegerwatd war der erste, der Wirths bekannten Brief gegen die Sozialreaktion In der abfälligsten Weise krittsierte. Stegerwald war der präsumtive Relchstanzlertandidat für einen Bürgerblock, der nichts anderes als die Durch. führung und Legalisierung der unter Ausnutzung der schweren Not- läge der Arbeiterschaft mit Gewalt erzwungenen sozialpolitischen Reaktion sein sollte. Stegerwald wird im Zentrum, wenn die Wahlen ein« Stärkung der Rechtsparteien bringen, gerade der Mann sein, der die Brücke zwischen dem Zentrum und den Rechts» Parteien, den Trägern dieser Sozialreaktion, zu schlagen hat Stegerwalds Organ sollte deswegen nicht verheimlichen, wer eine? der Hauptfchrittmacher des Rückschlages gewesen ist, über den man jetzt Tränen vergießt_ Eine öeutjchnationale Lüge. «öl«. 13 März.(MTB.) Durch die deutsche Presse ist«e Mst» teflung gegangen, daß Frau Anita Augspurg und Fräulein Gustava Heymann bei einem Dortrag in London die Ruhr- besetzuna als durch die Schuld der deutschen Industrie gerechistrtigt erklärt hätten, und daß englische Frauen daraufhin von der kxob» sichtigten Propaganda gegen die Ruhrbcsetzung in Amerika Abstand genommen hatten. Der Bund deutscher Frauenvereine hat darauf» hin be! der Organisation, di« den Dortrag veranstaltet hatte, den, englischen Zweig der internationalen Liga für Frieden und Freiheit,: nach dem Tatbestände gefragt und von ihr eine Aufklärung betom» men, die besagt:„Frau Dr. Anita Augspurg und Fräulein Heymann werden beschuldigt, die Ruhrbcsetzung verteidigt zu haben, und es wird hinzugefügt, daß daraufhin die englischen Delegierten erklärt hätten, nun nicht zum Kongreß nach Washington gehen zu wollen. da sie nicht weiter für die Räumung der Ryhr eintreten könnte», wenn ihre deutschen Kolleginnen sie nicht unterstützten. An dies«» gehässigen Erfindungen ist k« t n W o r t w a h r. Di« deutsch« Press« ist offensichtlich irregeführt worden. Der britische Zweig der inter. nationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit schickt«ine starke Abordnung noch Washington, dk wie bisher für den europäische» Wiederaufbau eintreten wird. Di« oben erwähnten deutschen Frau«, haben immer loyal zu diesem Zweck mitgearbeitet und immer mit der internationalen Frauenliga in ihrer Verurteilung der Ruhr besetzung übereingestimmt. Gez. H. M. Swanwick, Vor» standsmiiglied der britischen Sektion der internationalen Frauenlig« für Frieden und Freiheit* mich über den verdammten Schneider ärgerte, dem ich aber alsbald gehörig zu imponieren gedachte. Da kein Wein mehr vorhanden war, verabschiedet« sich der g«. lehrt« Besucher. Die letzte Zigarre gab ich ihm mit vielem Dank für seine Aufklärungen auf den Weg mit---— „Schöne Wirtschaft," sagte meine Frau am andere»- Morgen, als sie das Zimmer betrat .Gpfernacht" von Hans Iran«?. Ein Herr Otto Krauß hat den Berlinern ewe neu« Bühne, dl« „Deutsche Szene*, beschert, weil, wie er in feinem Prospekt ausruft, es sich„auf den ursprünglich wahrhast religiösen Sinn der Schaubühne, auf den heldenhaft aufwärts treibenden Sinn de« Dramas zu besinnen gelte*. AK erste Aufführung wählte sich di« „Deutsche Szene*„Opsernacht* von Hans Franck, ein Drama in dret Akten und zwei Zwischenspielen. Ueber Hans Franck wäre zu sageiv daß er etwa IM Jahr« m spät auf die Welt gekommen ist.Opfer» nacht*, ebenso wie sein vekanniestes Bühnenwerk„Godioa* bewege» sich auf Hebbels Spuren. Franck scheint über das Problem der weiblichen Keuschheit und Reinheit, wie auch sein neueste» Werk „Martha und Maria* zeigt, offenbar durch Hebbels„Gyges und sein Ring* angeregt, nicht hinwegkommen zu können. In der „Ovfernacht* bewegen sich aus der Bühne leoendige Hirngespinste seldstquälerisch und den Zuschauer quälend. lvtahodasena, die eben dem Braymanen Dhanodatta angetraut ist, trogt ein« Art Keulchheitsgürtel mft einem Zauberschloß: e« öffnet sich nur einem. Mann, der noch kein Weib besessen hat Natürlich geht in der Hochzeltsnacht dieses oerzwackle Schloß nicht auf, und Mahadasena macht ihrem Gatten den sonderbaren Bor- ichlag, sie wolle e« sich von einem anderen Mann, der darauf schon warte, öffnen lassen. Merkwürdigerweise geht er darauf ein — es ist eben ein Brahman«—, und Mahadasena zieht in die „Opsernacht*. Unterwegs schürzt sich der dramatisch« Knoten, intem ihr«in Strauchdieb den Keuschhcitsgürtel raubt Wo» Wunder, wenn der sehnsüchtig wartend« Geliebte nun kein Interesse mehr l für Mahadasena hat. Nachdem sie noch oersucht hat, dem Dieb ihre Jungfräulichkeit zu opfern, kehrt sie trotz alledem„rein* ge» blieben, zu ihrem geduldig wartenden Gatten zurück, seelisch ge.> läutert, da sie dem Dieb den Gürtel geschenkt und damit dem Zau. der für immer sttn« Macht genommen hat. Ein entzückenden Stoff für«inen leichtblütigen Dichter wi« etwa Otto Julius Bierbaum, der mit seiner Grazie aus ihm ein« reizend« Frivolität gemocht hätte. In der getrogenen, schwermütigen Form Hans Francks ist da» ermüdende Gerede von Reinheit, Keuschhett und Unschuld nichts als geschmacklos. Sein« dichterisch« Sprach» scheint nur poetisch und ist bei näherem Zusehen langweilig geschwätzig. Mit ihren unzureichenden Mitteln und dem»erfehkten Stück konnte selbst die sorgsamst« Inszenierung nicht über den Mißerfolg der.Werbevorstellung* für dst„Deutsche Szen�* hinwegtäuschen. �_ Ernst Degener. Fürst dtfntnmzU. Der König von Italien hat nach einer tefe» gmphlsche» Meilntng an» Na» Gabriele H Aananzto zu» Fürjte» .......'-..■ l der Aekgner-drozeK. Leipzig, IS. März.(Eigener Drahtdericht.) A»«hm unerwarteten©enfation Sam es im Zeigner-Prozeß iturch das Auftreten eines Kaufmanns Norbert Weiner, eines ehemaligen Unteroffiziers der Train-Erfatzabteilung. Er ist von der Staatsanwaltschaft zum Beweis dafür geladen, daß während Zeigners Wilitärzeit noch mehr Akten von ihm vernichtet worden find. Dr. Zeigner bestreitet dies entschieden: er kenne Weiner überhaupt nicht. Trotz des Protestes der Verteidigung wird der Zeuge vernommen. Er fagt aus. daß er eines Tages im Zimmer des Kommandeurs in dessen Abwesenheit vom Gefreiten Aeigner empfangen worden sei, der ihm initgeteilt habe, daß eine Straffo.che gegen ihn, Weiner, aus der Welt geschafft werden müfse. Da Zeigner in den nächsten Tagen nach Dresden fahr?, um dort im Äriegsminiftenum die Akten eines Leutnants Olen- dorffs verfchwinden zu lassen, bestände die Möglichkeit, auch feinim Akten das gleiche Schicksal zu bereiten. Er müsse dafür 3000 bis 5000 M. springen lassen. Davon habe er am nächsten Tag seinen Wachtmeister in Kenntnis gesetzt. Im Knegsministerium sei ihm aus Erkundigung initgeteilt worden, daß seine Akten einge- fordert seien. Darum sei der Zeuge sehr empört gewesen, als er erfuhr, daß Zeigner Ministerpräsident werden solle. Seine Be- kannten und politischen Freunde rieten Ihm jedoch, zunächst nichts zu unternehmen, sonifcrn es nur feiner Partei mitzuteilen. Das habe ep getan, er nahm Rücksprache mit dem Sekretär der Deut» scheu Poltspartei und dem jetzigen Iustizminister Dr. B ü n g e r. Auf wiederholte Fragen der Verteidigung und des Vorsitzenden erklärt der Zeuge daß für ihn kein Zweifel darüber bestehe, daß es sich um Dr. Zeigner gehandelt habe. Dieser habe ihn später auch in Leipzig gegrüßt. Demgegenüber stellt Dr. Zeigner fest, daß er nie Gefreiter gewesen sei, n>e, wie der Zeuge von der Begrüßung in Leipzig behauptet, einen Pelzkragen getragen habe und er ihn bei seinem schlechten Personengedächtnis erst recht nicht noch so langer Zeit wiedererkannt hätte. Die Bertcidigung ver- langt daraus, daß alle vom Zeugen Deiner genanalen Personen gelade« werden. Nach der Mittagspause wurden zahlreiche Aktenvermerke verlesen, die von der Staatsanwaltschast, von Referenten und De« zernenten des Justizministeriums und von Dr. Aeigner selbst in verschiedenen Stadien des Begmcdigungsverfahrens gemacht worden sind. Dann wird Geheimrat Kunz vernommen, der Letter der von Dr Zeigner geschaffenen Gnadenabteilung. Durch Einsicht« nähme in sein Tagebuch bestätigt er die Ausführungen Dr. Zeigners über die Handhabung der Begnadigung. Er bestätigt ebenfalls, daß die von Dr. Z-igner angegebenen Gründe tatsächlich ausschlaggebend waren. Der Gang des Gnadengesuches von Brandt sei ordnungsmäßig gewesen, die zweimalige Ablehnung durch das Wirt. schaftsministenum und der Umstand, daß der Justizminister dem Ministerpräsidenten einen Brief in dieser Sache geschrieben habe, besage nichts. Nicht ungewöhnlich sei ebenfalls gewesen, daß im Fall P r i b o r s k y das Gnadengesuch vom Bittsteller dem Minister persönlich übergeben wurde. Ihm selbst sei die Strafe von vier Monaten in diesem Fall zu hoch erschienen: in diesem Sinne !»abe er auch vorgetragen. Es habe auch der Grundsatz bestanden, die Gnadeninstanz nicht zur Eröffnung neuer Strafverfolgungen zu mißbrauchen. Auf diese Aussage legt Dr Zeigner besonderen Wert, weil die Anklcqe ihm zur Last legt, daß Bestechungsversuche doii ihm nicht zur Anzeige gebracht worden sind. Im Falle Tromm er entsinnt sich der Zeuge, daß Dr. Zeigner seine Unzu- friedenhcit darüber geäußert habe, daß Entschietzungen, die das Mimsterium noch nicht verlassen haben, draußen bekannt geworden sind. Der nächste Zeuge. Mimsterialdirettor Dr. Wulfen, eben- falls in der Gnadenabteil'ung, äußert sich auch dahin, daß der Gang des Gnadengesuchs Priborfti keine Abweichung von der Regel dar. stelle, auch nicht das dreifache Vorlegen der Akten. Brandt hätte schon wegen seines hohen Alters von 65 Jahren begnadigt werden »nüssen. Der Zeug« bestätigt, daß eine generelle Verordnung be- stand, über die Sachen, die dem Minister vorgelegt werden mußten, Dem Zeugen schienen manche Begnadigungen De. Zeigner» zu weit zu gehen: daß sie tatsächlich zu weit gegangen sind, kann er nicht behau plen. Suveauletter Jrrstizamtmann Oppelt, der für Dr. Zeigner dl« Registrawr führte bestätigt daß mir der Uebernahme des Ministe- riums durch Dr. Zeigner sich die Gnadengesuche außerordentlich ver- mehrten. Der Mi-nlster habe oft bis tief in die Nacht hinein über der angehäuften Arbeit gesessen, und wenn er die letzte Straßenbahn verfehlte, die Nacht auf einem Feldbett zugebracht. von Monte N-evoso ernannt.»Wegen femer während des Krieges und des Friedens geleisteten Dienste, fügt der Bericht lakonisch hinzu. Ein Dichter, der schließlich ein militärischer Dilettant war und e, vielleicht nur bis zum Dizefeldwcbel gebracht hätte, Fürst— das muß in dem Deutschland, das immer noch wilhelminisch empfindet, ungeheures Aufsehen erregen. Denn es ist gegen alle preußische Tradition. Zunächst hatten solche Leute bei uns überhaupt nichts dreinzureden. Dichter galten, wenn st« nicht direkte Hurrapatrioten waren, als unsicher« Kantonisten. Dm preußischen Königen waren sie gleichgültig, wenn nicht penetrant. Reden wir nicht von Lessing oder Goethe oder Schiller. Aber Friedrich Wilhelm III. hatte 1813 sozusagen eine ganze Kompagnie von nationalen Dichtern in seinem Lano«. Hat man je davon gehört, daß sie von ihrem König geehrt wurden? Und Kleist, den»vir für einm größeren Dickster und einen mindestens so starken nationalen Agitator wie d'Ännunzio halten, welche Rolle hat er in seinem Vaterlande gespielt? Es ist niederschmetternd davon zu reden. Und später hat es ein deutscher Dichter weiter gebracht, als bis zum Piepmatz vierter Klasse, selbst wenn er ein noch so guter Patriot war. Nein, Dichter zu feiern hat man bei uns nicht geliebt. Fontane? Hauptmann? Und selbst stn Weltkrieg, al» man dies Genre zur Bearbeitung der Volks- stimmung auszunutzen gedacht«, blieb der Dichter immer der Sub- altern«. D'Ännunzio war vor dem Kriege ein Dichter der Dekadenz, der, «wiß dem braven und spieherlichm italienischen König nicht sonder- sich gefiel. Aber daß dieser Mann des Wortes, der die Pose und die Reklame immer leidenschaftlich liebte, im Krieg« als nativna'er Heros diese Rolle überhaupt spielen konnte, das ist dos für deutsche Verhältnisse'Unerhörte. Und der König muß nachträglich diese Rolle sanktionieren, die d Annunzto in Fiume bis zum Hochverrat Da,�Deütschland, da» uns von dm Feinben der Republik als das mustergültige Kulturland fl-priesm wird, hat feine Dichter nicht zu Prinzen ernannt. Der bloße Gedanke daran wäre tme Ma- sestätsbeleidigung gewesen! Tut aach fimoa. tat anch«man ist der groß« Schref. Tut stch was mit Aman auch.« wer! Da lebenÄ« Könige schwer zu haben. Tut manch Amondkalb sich ouders labm�_ Noch dazu, wenn solch ein Glanz von Ixameeow— Tut anch Aman. Gott, wie nett sind alt« Kömgsmumwr. Wavcns auch vor Zeilen kleine Dummche«: Ruht ein Floh ,n einer Pyramide, Feiert ihn die Welt im Heldenlied«: Nach Johrtausmden ruft ganz Potsdam«: Tut anch Aman. Tut anch Amon. konfenstert« Leiche, Steig empor aus deinem Schattenreich«. König. Herr der Wüste, dir«siel« Unfre Wüste so wie die am Rne. Und Kamele gibt es: Herren und Denn««— Tut auch Anu»— hamn.„ von der Lcstmng der vom Zengm Wewer geucnntm verfemen wird abgesehen, zumal der Staa.sanwalt die Auskunft darüber ver- weigert, von wem er auf die Person des Zeugen Weiner aufmerksam gemacht worden sei. Das Gericht zieht sich dann zurück und verkündet nach längerer Beratung«inen Beschluß folgenden Inhalts: Die Ladung des Majors Promper, des damaligen Kommandeurs Dr. Zeigners wird abgelehnt, well aus den Militärakten feststeht, daß Dr. Zeigner nicht Gefreiter gewesen ist und der Major sonst auch nichts Wich iges aussagen kann. Ebenso wird die Ladung des Leutnant Olendorfs abgelehnt, dessen Akten angeblich auch zum Verschwindm gebracht worden sein sollen. Geladen werden soll der Zeuge Seiffert. der gemeinsam mit Dr. Zeig. ner im Vorzimmer des Kommemideurs gewesen ist, der ehemalige Krieg sgenchtzrat Rechtsanwalt Schmidt, der dem Weiner Aus- kunft über seine Gsrichtssache im Kriegsgericht gegeben haben soll und der Umversitätspedell Marten, den» Wewer sofort nach der angeblichen Unterredung mit Dr. Zeigner von derselben Mitteilung gemacht haben soll. Außerdem sollen die Akten in Sachen Wewer herbeigeschafft werden. Um%8 Uhr wird die Sitzung geschlossen. Die nächste Sitzung findet am Dienstag statt, der Montag bleibt ebenso wie der Donnerstag sitzungsfrei, so daß man mit der Be- endigung des Prozesses gegen Zeigner kaum vor Sonnabend rech- nen kann._ Neue Saarkommisiare. Der Kandidat Frankreichs berufe«! Genf, 15. März.(Eigener Drahtbericht.) In geheimer Sitzung bestimmte der Völkerbundrat am Sonnabend die neuen Mitglieder der Saarregierung. Als saarländisches Mitglied wurde der ehemalige Zentruwsabgeordnete K o ß m a n n, Präsident des Landesrats, als Nachfolger des Dänen Mollke-Huitfeld der Spanier Estinosa ernannt. Koßmann und Efttnosa find die Kandidaten Frankreichs. Die Wahl wurde gegen die Stimmen Lord Par- moors, Brantings und I s h i i s durchgesetzt. Damit unter. lagen die Vorschläge Schwedens und Italiens. Italien wurde ent- schädigt, indem sein Kandidat für die Donau komm-ission gewählt wurde. Die saarländische Bevölkerung steht nicht hinter Koßmann. Der Spanier Estinosa war früher Militärattache in Wien. Im Laufe der Debatte ersuchte Lord Parmoor abermals, den saarländischen Landesrat zu hären. H a n o t a u x(Frankreich) erklärte, das sei wider den Friedensvertrag, konnte aber gegenüber Lord Parmoor dies« Behauptung nicht beweisen. Schließlich wurde beschlossen, bei der nächsten Ratstagung darauf zurückzukommen.(Das faarkändssche Zentrum lehnt bereit» jede Verantwortung für Koß« mann ab. Red.) Am Sonnabend erledigte der Rat noch die Entschädlgungsfrage für die deutschen Solonisten in Pole»» Polen erkennt im Prinzip die Entschädigungsnotlvendigkeit an. Es wurde beschlossen, daß der Sonderausschuß für Wiedergutmachung uneingeschränkte Vollmachten habe, die gesamten Fragen sowohl materiell wie technisch bis zum 15. April im Einvernehmen mit der polnischen Regierung zu regeln. In der Aussprache oerlangte Lord Parmoor, daß weitere Maßnahmen zur Vertreibung deutscher An- siedler unterbleiben. Kosminsky erklärte das lm Namen der polnischen Regierung ausdrücklich Weiter verlang'e Lord Parmoor. daß die bereits vertriebenen Ansiedler mit dem Geld, da» sie als Entschädigung erhalten, sich von neuem ansiedeln dürfen Auch damit erklärte sich Kosminsky ausdrücklich einverstanden. Reichstagswahl unü vöikerbunö. Aeusternngen Brantings. Genf, 15. März. lCigener Drabiberick».) Nack Sckluß der am Sonnabend beendeten Tagung des VölkrtbundratS batte de» Vertreter des„BonväriS" eine kurze Unterredung mit dem Vertreter Schwedens, dem Genossen v r a n t i n g. Dieser erklärte u. a.,»S sei jetzt und in der Zukunft für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands günstig,»venu sie mutig und bestimmt iür einen .Eintritt Deutschland» in den Völkerbund ohne Vorbehalt kämpfe. Unwahrscheinlich sei, daß Deutschland bei eigener Initiative außerhalb de» Völkerbundrais bleibe. Ein« Aenderung des Völlerbundpakts in dieser Hinficki sei in der Völker- bundverkammlung leicht zu erreichen. Es hänge jedoch außer- ordentlich viel von der Wahl eines guten Vertreters Deutsch« landS im Völkerbund ab. Der deutsche Vertreter dürfte in keiner Weise an das a l t e N e g i in e erinnern, weil die sonst auftauchenden Erinnerungen viele Ansichten zerstö-en würden. Der praltischste Weg iür Deutschland seien vertrauliche Verhandlungen mit Eng- l a n d. England werde alle» tun, um da? Mißtrauen Frankreich», das noch immer bestehe und da« ein große» Hindernis gegen einen Eintritt Deutschlands bilde, zu beseitigen. Gerade in diesem Punkt halten die bevorstehenden deutschen Wahlen große internationale Bedeutung. Branling erklärte zum Sckluß, von dem Verantwortungsbewußtsein der deutschen Wähler hänge eS ab, ob Deutschland eine Politik der Verständigung treibt oder ob von neuem vier Jahr« nutzlos vergehen werden. Die sozialöemokratifthen Geiseln. Aussagen im Hitler-Prozeß. ____ BS. München. 15. März. Nach Wiederherstellung der veffentlichkeit wurde der Stadt- kommandant von München, General'v. D a n n e r, vernommen. Er leugnete, absprechende Bemerkungen über Lossow gemacht zu haben und«rktärts im übrigen, die Befehlshaber feien schon am Tage vor dem Putsch von Lossow orientiert und alle V o rH« rei tu n gen getroffen worden. Er glaube nicht daran, das Lossow ernstlich mitgemacht habe. Noch am 7. Jto- vember habe Lossow bei etner Ossizirrsbesprechung erNSrk. e» fei. zwar ziemlich sicher, daß kein Putsch stattfände, aber die Gefahr sei noch nicht vollständig beseiiigt, und die Reichswehr werde ans alle .?Slle dagegen sein. Er glaube, die Reichswehr hätte ihre Pflicht getan, auch wenn Lossow in die neue Regierung eingetreten wäre. (Bewegung.) Zu den blutigen Ereignissen vor der Feidherrnhalle erklärt der Zeuge, die Reichswehr habe immer noch der befehls- mäßigen Einstellung gehandelt:»Erst einschließen, und dann ver- handeln." Ein Blutvergießen habe man auf all« Fälle vermeiden wollen, und da» Maschinengewehr habe das Feuer erst eröffnet, als zwei Reichswehrleute von der(Begenpartei durch Schüsse ver» wundet worden sind. Vke verhastnag See SozkolSemokrakeo. Als nächster Zeug» wurde der sozialdemokratische Ebadtvot, R.-A. Nußbaum vernommen. Als bei seinem Eintritt in den Sackl einige Angeklagten, die bis dahin sehr aufmerksam den Zeugen- aussagen gesolat waren, ostentativ Zeitungen hervor. zogen und anfingen, darin zu lesen, erklärte der Borsitzende schroff: »Ich bitte dt« Zeitungen zu entfernen, ich halte das nicht für an- gängig." Stadtrat Nußbaum war am Vormittag des 9. November, so erklärte er,«ine Sitzung des ltestenausschusses im Rathause einberufen, lim 11 Uhr drangen plötzlich B«- w a f f n e t e in den Sitzungssaal und erklärten, die Siad träte zu oerhaften. Dann hieß es, nur die Demokraten und Sozialdemo. traten sind oerhastet, und schließlich sagt« man, nur die Sozialdemo. traten seien oerhaftet. Dann erfolgt« das Kommando»Sozialisten auf!" Wir haben uns ober nicht von unseren Plätzen erhoben. Einzelne von uns wurden aber erkannt und aufgerufen. Der Erste Bürgermeister Schmidt wurde von feinem Platz auf. gerissen, mich packle einer am Handgelenk und am Rockkragen und"gleichzeitig erhielt ich mik einem Gewehr einen Schlag über die sinke Schläfe. Ich wollte mit meiner Frau lelephonieren. rvas mir aber verboten wurde. Man erklärte«n». e» fei«in nationales Tribunal eingerichtet und Erschießungen könnten binnen 24 Stunden vorgenommen werden. Dann wurden wir zum Marienplatz hinuntergeführt, wo«in« zahl- retche Menschenmenge unglaublich zu johlen anfing, wir wurden bespuckt und geschlagen während unseres ganzen Weges. Im Lastauto schaffte man uns dann zum Bürgerbräu, wo wir zunächst nach Waffen untersucht und unter Bewachung stehengelassen wurden. Als hikler kam, rief lh« einer der Bewaffneten an:»Da haben wir a seines Bröckerl erwischt, den NußbaumI" Hitler, jagte ober nichts. Dann sah ich den früheren Iustizminister Roth. Ich möchte hier gleich feststellen, daß Roths Behauptung im Landtag, er habe sich damals stark im Gedränge befunden, unwahr ist. Außer Ihm waren nur zwei Personen im Raum. Ich hielt es für ausge- schlössen, daß er stch unserer nicht annehmen würde. Obgleich uns das verboten war, rief ich ihn an: »Herr Minister, halten Sie das für rKhsig?" Sr zuckle aber uur mit den Achseln und ging welter. Es ist auch nicht wahr, wie Roth im Landtag erklärt hat, daß er auf«ine Anzeige von mir vernommen sei. Ich Hobe keilte Anzeige erstattet. Em Stadtrat, d«r einen schlimmen Fuß hatte, wurde dann gefragt, ob er mitntarschieren könne, und als er das veraeinte, wurde er herausgenommen. Dann wurden wir in den Eingangsraum hinunkerqesührk. wo plötzlich Ludendorsf erschien und fragt«, wer eigentlich die Ver- hasteten seien. Man antwortete ihm. da» wären die Stadträte. und darauf sagte Ludendorsf:»Ach so." und znmr w einem Ton. al» ob er sagen wollte:»Dona hat ja weiter nicht, zu geschehen." Auf der Straße wurden wir dann unter die Truppen gestellt, die in die Stadt marschieren sollten. Man erklärte un«:»Menü die Reich,wehr schießt, dann nrerden die Gefangenen auch niederge- schössen." Nach einiger Zeit kam ein anderer Ojsizier und erklärt«: »Leute, Obacht!" Neuer Befehl: Wenn dl« Reichswehr schießt, werde» die Gefangenen nicht niedergeschossen, sondern mit dem Gewehekolben niedergeschlagen oder mit dem Sellengewehr niedergestochen. Da» ist da» Einfachste." Daraufhin wurde sofort da» Seite». «ewehr Uusgepslanz«. Ich möchte hierzu bemerken, daß ich vor 14 Togen in der Polizeibirektioii jenem Mann, der diestn Befehl übermittelt hat und der setzt verhaftet ist, gegenübergestellt wurde. Er bestritt ansäng- sich, daß dieser Befehl gekommen sei, erklärte dann aber:»Wenn ich es gesagt habe, dann habe Ich es nur auf Befehl getan." Ein« halb« Stund« standen wir dann auf her Straße uyd wurden ent- sprechend beschimpft. Schließlich nahm man uns wieder herauf und verlud uns dann auf einem Lastauto, wo wir weiter 1% Stunden standen und uns nicht hinsetzen durften. Ein Bewaff- neter erlaubte, ein anderer oerbot es wieder. Inzwischen marschierte der Zug mit Hitler und Ludendorff an der Spitze in die SÄbt. Ich versuchte, mit einem Bewaffneten ein. Gespräch anzuknöpfen. Da kam ein kleiner Vsfizler. riß den. Revvloet hercyls, richtete ihn aus mich und rief:»Ein Wort, und ich schieße Sie und den. Posten herunter." Dann wurden wir zu einem anderen Lastauto gebracht, aus dem sich 20 Bewaffnete befanden, die anscheinend große Eile hatten. Auf einen Anhänger wurde Munition geladen, und dann ging die Fahrt nach außerhalb, nach dem Perlacher Forst. Unterwegs hieß «», Ludendorff sei gefallen, von Rosenheim würden Geschütze kommey, dann werde man die ganz« Etadt»zudecken". In Perlach an» gekommen, mußten wir mit den Bewaffneten in den Wald mar. schieren. Bürgermeister Schmidt sagte:„Ich gebe nichts mehr für unser Leben." Und wir haben es auch garnicht anders aufgefaßt. Da sagte der Führer, rmd zwar, wie ich glaube, der Hauptmann Berchthold:»Ich muß Ihnen eine sehr unangenehme Eröffnung machen." Wir dachten, daß man uns jetzt«riedigen würde. Er erklärte aber, »Wir müffen einig« Lenke ln dle Stadt schicken, nm Geid zu hole» und die Lage anszukundschasten. Dazu brauchen wir Zivilkleider." Mir hat man meinen Rock. Kragen und Hut ge» n o M m« n. Inzwischen erinnerte mich einer der Bewaffneten daran. daß ich in der Rätezeit seinen Stiefbruder, der bei den Kommunisten war, verieidigt hatte. Im Lastauto ging« schließlich wester zum nächsten Ort, wo die Munition abgeladen und wir im Wirtshaus üntergebvacht wurden.' Auch dort wurde uns erklärt, bei den» ersten Schritt an» de« Lokal würden wir niedergeschossen. Nach einiger Zeit erschien dann plötzlich der Führer in Deglei- tung eines städtischen Beamten und eröffnete uns, wir mükten die Erwerbslosen, und kletnrentnerbezüge auszahlen, da sonst die Er- werbslosen auf die Straße kommen würden. Wir seien deshalb frei. wir dürsten aber aus Ehrenwort nicht erzählen, wo wir zuletzt waren und wer unser Führer war. Kieses Ehrenwort habe ich bis zu meiner Vernehmung gehalten. Ich möchte noch verschiedenes richtig- stellen. Ein Angeklagter hat hier gesagt, er wäre befonder» befrie- oigt gewesen, die schwarzweißrote Fahne aus dem Rathaus zu sehen, weil da» Rathaus bei der Beisetzung des Königs nicht geflaggt hätte. Ich stelle fest, daß bei der Beisetzung des Königs das Rathaus, wie die meisten städsifchen Gebäude schwarz geflaggt hatte, daß ein Kranz gesandt worden war, daß beide Bürgermeister an der Bei« setzung teilgenommen haben, und zwar mit Zustimmung der sozial- demokratischen Fraktion Ich hebe das nicht besonders hervor, ich stelle das nur fest. Beim Tode des Reichsrats Kühles hat dann der Magistrat bei der Polizeidirektion angefragt, ob ein Nachruf am Platze sei, was wohl nicht der Fall wäre, wenn es sich tatsächlich um einen Landesverräter handelte. Es wurde uns aber erklärt, der Nachrpf könne erfolgen, dos Verfahren sei längst eingestellt. Und schließlich ist noch behauptet worden, wir hätten nach unserer Frei- loffung mit den Httlerleuten das bei Parcus beschlagnahmt« Geld »versiffsen". Daran ist natürich kein wahres Wort. Vors.: Die Ihnen zuteil geworden« Behandlung war also nicht schlecht? Zeuge: Abgesehen von den Aeußerungen und von dem Schlag, den ich erhalten Ho.be, haben wir weiter keine körperlichsn Miß» Handlungen oder direkt« Beschimpfungen zu erdulden gehe' Der Zeuge wird daraufhin entlassen. Darauf verliest der Vorsitzende einen Brief Lossows� in dem der Generat den Borwuff Hitlers, Lossow habe am 1. März 1923 sein Ehrenwort gebrochen zu entkräften sucht. Hitler nimmt daraufhin seine beleidigenden Ausdrücke zurück, Hütt aber seinen Bor- n urf ausrecht. Die Verteidigung beantragt, Lossow nicht nur w Gelh. strafe zu nehmen, sondern gegen Ihn im Interesse der Staats- und Iustizhohett einen B or f ü hr u n g s be f e hl für Montag vor. mittag zu erlassen. Die Verteidigung könnte auf die weitere Ber- nehmung Lossows nicht verzichten., Der Vorsitzend« schließt die Sitzimg. Damit ist die Verhanigung um IX Uhr nachmittags auf Montag vormittag 8H Uhr vertagt, ohne daß das Gericht feine Stellung zu einer etwaigen Vorführuäg Lossow» mitgetorlt hätte. VeweMhastsbewegung 40 Jahre Schuhmacher-verdanS. fim 81. Oktober 1869 trat in Leipzig der erste Kongreß der Cchuhmochergehilfen zusammen, gebildet au» 18 Delegierten, die 10 Ort« mit 620 Organisierten oertraten. Es wurde eine I n t e r» national« Gewerksgenoslenschaft begründet, deren Eitz 1871 nach Zürich verlegt ein Jahr darauf aber zunächst nach Nürnberg, dann nach Dresden kam. Bereit» im September 1868 war in Berlin ein Allgemeiner deutscher Schuhmacher» verein der Lassolleaner in» Leben gerufen worden, besten Mit- gliedcrzahl bei Ausbruch des Krieges 1870/71 4000 bis 5000 Mit» gsieder betragen haben soll. Dieser Berein ging später im Allge» meinen Deutschen Arbeiterunterstützungsbund aus. Da auch die Hirsch-Dunckerschen eine Schuhmachcrocreinigung geschaffen hatten, standen sich drei Richtungen gegenüber. Ein Bereinigung«» t o n g r e tz vom 17. bis 20. November 1872 in Berlin schuf einen „Allgemeinen Schuhmachervereiu", dem fedoch die Internationale Gewerksgenossenfchast entgegenstand und der nicht recht zur Entwicklung kam. Im August 1874 wurde der Berein aukgelöst. Die„Internationale"' der Gewerkschaft wurde ge» opfert, so daß sie der Auflösung entging. Ein neuer Einigung»» t o n g r« ß wurde dann im Mai 187S in K o b u r g abgehalten. nachdem inzwischen die Lostalleoner und die Eisenocher Sozialdemo- kraten sich vereimgt hatten. Aus Grund de» Sozialistengesetze» wurde die Schuhmachergewerkschaft am 2. November 1878 verboten. Sie hatte es auf SVOY Mitglieder gebracht, ihr von Bock in Gotha geleiteter„Wecker" auf 2500 Abonnenten. Man half sich mit örtlichen Fachvereinen und der bisherige Der- bandsvorsitzende Bock hielt die geistige Verbindung durch ein neues Fachorgan, den„Schuhmacher", aufrecht. Erst im August 1888 wurde in Gotha der Grundstein einer neuen Zenttalorganisotion, de» Unter st iitzungsverein» deutscher Schuhmacher, gelegt, der mit dem Sitz in Nürnberg im Frühjahr 1884 feine Tätigkeit ausnahm Bon Ansang an bis heut«, seit 40 Iahren, fungiert der Genosse Georg Reuh al» Berbandskossierer, während der 78>Shrig« Genoste Wilhelm Bock noch nach 45Iöhriger Tätigkeit als Redakteur der Schuhmacherprcsfe tätig war..Diel» leicht nur wenige Kollegen mehr werden es noch wissen, was es vor 40 Iahren bedeutet� noch während de, Bestehens des Sozialisten» gesetzes einen Arbeiterverein in» Leben zu rufen... Es gehört« persönlicher Mut dazu, den Kampf auszunehmen gegen di« mächtigen und wirtlichen Gegner. Da galt es noch, die persönlich« Existenz der Familie auf» Spiel zu setzen, um als Pionier der Arbeiterbewe- gung tätig zu fein. Wer unter den schwersten Opfern jahrzehntelang am Aufbau unserer Organisation mit tätig war, wer die vielen er- folglosen Anläufe kennt, die gemacht wurden, um die indifferente Arbeiterschaft aufzurütteln, wer die Mitzersolge und Rückschläge mit durchgekostet hat. der kämpft auch heut« verzweifelt für die Einigkeit der Arbeiterschaft weil er voll ermessen kann, was auf dem Spiele steht." Was wissen die kommunistischen Schreier von alledeml Di« Arbeiter zu zersplittern ist weit leichter, als sie zusammenzufosten. »Kollegialität und Geschlossenheit" ist die Losung, w die der Iubiläumsartikel de».Schuhmacher" ausklingt. Au, den 572 Mitgliedern nach der Gründung de« verbände» waren ein Jahr später etwa 4000 geworden, heute sind es über 100 000. Mögen die jüngeren Mitglieder aus der 40jShrigen Ge- schichte de» Verbandes die rechten Lehren ziehen, dann ist auch die weiter« Zukunst de» Zentralverbandes der Schuhmacher gesichert. Schiedsspruch i« Baugewerbe. von den Vorständen der baugewerblichen Arbettnehme» ovgani» sativaen wird uns geschrieben: Am 28. Januar ist unter dem Borsitz de» Herrn Magistratsrats Dr. Cell, ein S ch i«d» s p r u ch gefällt worden, der die Löhn« vom 30. Januar bis 26. Frbruar für Maurer und Z i m m e re'r auf 63 P f. und für Bauarbeiter «uf 56 Pst festsetzte. Diesem Schiedsspruch wurde von beiden Par- teisn zugestimmt. Anschließend daran haben die Parteien auf dem Wog« freier Vereinbarung da» Lohnabkommen über den 26. Februar maus bis auf weitere» verlängert. Der Baugewerks- und. der Verband der Zimmerer und der Verband der Maschinisten und Heizer haben da« Lohnabkommen am 11. März ordnungsgemäß gekündigt und eine den Verhältnissen entsprechende Lohnerhöhung gefordert, vi« Verhandlungen am 13. Mörz führten zu keinem Er- gelmis. Di« Unternehmer verhielten sich ablehnend, worauf das B e. zlrkslohnomt angerufen wurde, da» am 14. März unter Borsttz de» Magistratsrats Dr. Seil folgenden Schiedsspruch fällt«: „M.t Rücksicht daraus, daß der bisherige Stundonlohn von 68 Pf. für Maurer und Zimmerer 75 Proz�des Friedenslohne» b«- trägt, während dieser Prozentsatz in der Mehrzahl anderer Großstädte erheblich höher ist und für den 1. April«ine wesentliche M i e t pr e i» st« i ge r u n g mit Sicherheit zu er- warten ist, wird für di« Zeit vom 19, bis 31. März 1924 eine Er- höhung dos Lohnes um durchweg 5 Pf. für die Stunde vorgeschlagen. Erklärongsfrist der Parteien bis Dienstag mittag, den 18. März." »Höhere OrtSzuschlSge für BerNn«. Zu der Notiz mit dieser Ueberfchrtft in Nr. 121 de,„vorwärts" verbreitet die Pressestelle des Reichsfinanzministerüuns folgende Erklärung: „Es ist unzutreffend, daß v e r M n gegenüber den anderen größeren Städten besonders hohe Teuerung»- zifffrn aufzuweisen hat. Berlin hat vielmehr niedrigere Teuerungszissern als die Mehrzahl der übrigen Großstädte. Dabei soll nicht verkannt werden, dcß das Leben in einer Stodi von mehreren Millionen Einwohnern manche Erfchwernisie. z. B. Fahrt. kosten, mit sich bringt, die in kleineren Städten nicht oder nicht in dem Maß« in die Erscheinung treten. Dafür erhalten jedoch die POS7 ABONNENT EN Der Vorwärts ist Jetzt movatfiS zu fiesfe/fcn und zu fezatfen. Wer auch tm ttäcbsien Monat Vrert au/ ttne rrgetmäßige Zustellung des Vorwärts legt undeiaeUnterßrediungder Zusteüung vermeidem mSdte. muß die Erneuerung des Postbezuges so' fort Bei seinem zuständigen Postamt vornehmen. Vorwärts- Verlag G. m. ß. H. B e r liner Beamten einen Sonderzuschlag, der tm Per- hältnis zu den übrigen Großstädten nicht als zu niedrig de- zeichnet werden kann." Ob damit der vom Magistrat Berlin befürwortete An- trag des Ortsausschusses des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes an den ReichsfinanMinilter auf Erhöhung der Ortszusck/äge für Berlin erledigt sein soll, sei dahingestellt. Wir wollen es der Ben» liner Beamtenschaft selber überlassen, sich zu dieser Erklärung zu äußern. Köchestreik im Hotel Adlon. Unter de« Linde». Seit Januar bestehen bei der Firma Hotel Adlon Differenzen wegen� der Bezahlung der Köche. Seit drei Iahren erhalten die Köche in diesem erstklassigen und lukrativen Unternehmen mit Recht«ine übertarifiiche Bezahlung. Seit Januar versucht die Firma mit allen Mitteln, diese höhere Bezahlung zu beseitigen. Eine von der Organisation beim Gewerbegericht anhängig ge- macht« Klage ist zugunsten der Köche entschieden. Das Ke- werbegerich» hat in feinem Urteil zum Ausdruck gebracht, daß der Rechtsanspruch der Köche auf dies« Gelder nach wie vor besteht. Die Firma weigert sich trotzdem, das Urteil an- zuerkennen und die in Frage kommenden Beträge zu zahlen. Sie ist anscheinend von einem ganz bescrider« schlauen Rechtsberater in den Glauben verfetzt, gegen ein nicht berufungsfähiges Urteil des Gewerbegerichts beim Landgericht vorgehen zu können. Trotz aller Verhandlungen hat die Firma nicht gezahlt. Die Köche haben daraufhin am Sonnabend abend auf Grund Z 124 der Gewerbeordnung, weil sich die Firlna mit ihren Zahlungen In ver- zug befindet, die Arbeit eingestellt. Wenn der Konflikt nicht im Laufe de, heutigen Sonntag beigelegt wird, sf?ht zu er- warten, daß da, gesamt« Personal, zirka 500—600 an der Zahl, sich der Bewegung anschließen wird. Ein« heute nacht 12 Uhr in den German ia-Sälen, Chausseestraße, stattfindend? Betriebsoers anunl uny wird die weitere Entscheidung treffen. Streit der Thcatermusiter? Der zwischen dem Deutschen Bühnenverein und dem Deutschen Musikerverband seit 1920 bestehende Reichstarifvertrag Ist von den Arbeitgebern gekündigt worden. Verhandlungen über emen neuen Tarifvertrag fanden bisher nicht statt, obwohl der Tarifver- trag bereits am 30. April abläuft. Die Ortsvcrwaltung Berlin des Deutschen Musiterverbandes hat dem Verein Berliner Bühnenleiter kürzlich«inen Antrag unterbreitet zur Regelung der sozialen Arbeitsbedingungen der Berliner Theatermusiter für die kommende Sommerspielzeit und auf Erhöhung der Gehälter. Berhandlungen über diesen Antrag blieben ergebnislos. Die Orchestermitglieder haben einen Gegenvorschlag der Arbeitgeber, der sich lediglich aus die Geholtsfrog« bezog, einmütig abgelehnt. Di« Forderungen der Musiker stich nunmehr den einzelnen Bühnenleitern überreicht war- den. Sollte auch dieser Schritt zu keinem die Musiker befriedigende» Ergebnis führen, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß heut« Sonntag mindesten» in«inigen Theaterbettieben kein« Musik zur Verfügung steht. Ausgenommen von dieser Be- wegung sind die Etaatsoper und das Deutsche Opern» hau»._ Der Kampf der Klavierarbeiter geht weiter« Die Arbeitgeber m der Musikinstrumentenindustrie haben am Freitag den Spruch, den die Arbeiter annahmen, abgelehnt. Ihnen scheint die Bestimmung des Spruches, daß für jede U« b e r» arbeit über 48 Stunden �n Zuschlag gezahv werden muß. hinderlich und unangenehm zu sein. Zie strenge TeÜuirg zwischen normaler Arbeitszeit und zuschlagpflichtiger Ueberarbett macht ihre Arbeitszeitverlängerungsabsichten Zunichte. Der Kamps ttitt nunmehr in eine neue Phase. Der Haupt- vor st and des Holzorbeiterverbandes wird sich jetzt an die Spitze der Bewegung setzen, um sie nicht nur finanziell, sondern auch in Hinsicht auf die Auswirkungen im Reiche m geeignete Bahnen zu führen. All« Berjuche der Arbeitgeber, die einzelnen Arbeitnehmer von der Unzweckmäßigkett des Kampfes zu überzeugen, müssen von den Ausgesperrten energisch zurückgewiesen werden. Die not» wendigen Berhandlungen im Kampfe fuhrt nur die Organi- s a t i o n. Die Musikinstrum«>it«narbciter sind fest entschlossen, den Kampf bis zum siegreichen End« zu führen. »Revolulionäre Selbstenthüvung" mar ein uns aus Bochum zu» gegangener eigener Drahtbericht überschrieben, den wir in Rr. III des„Vorwärts" vom 5. Mörz veröffentlichten. Es handelte sich dabei um den Streit der von der KPD.-Zentrale abgesägten Leitung der Union in Gelscnkirchen und der neuen Unionsleitung in Bachum. Der neue Reichsleiter der Union, Max Müller in Essen, bestreitet in einer uns inzwischen aus Berlin unter Einschre'ben zugegangeuen Berichtigung, daß er sich an das.Bochumer Volksblatt" gewandt und die in dem Bericht«nthaitencn Angaben gemacht Hobe. Di« Richtigkeit der tatsächlichen Angaben des Dcri'üs über die Auseinandersetzungen zwischen den Unions-Leiwngen be» streitet auch Herr Müller nicht, er übergeht dl« Sache. Vasgewerl-bu»,. gachgrspp« Ltvck. End(dineStra. Tlne MitxNederner» graurliinfl motfien Montaq. abend»tb Uhr, lsn Vmbtntt Stafiro Sttobcnet Siran- 96, sllr dos Einck- und Eipsbaugewrrbe wird sich mit den von d«» Arbeitaclxrn deanlraatrn Abilnderungsoarschläqrn zum Tarlfvrrtrog dtsiföftifl-n. Da dirsrlbrn von w-ittragcnder Bedrutuna sind tPcrlSngerung der Arbeiszcil. Serobsetivn» der LZHne), ist es Pflicht i« d e s« o l l e<> e n, dl« B-rsammlunq»u desnchen gutritt nur unter Vorzeigung des Mitglieds. buches. is-tfenrg-diileM. Morgen. Montag, abend von 8 dis t Uhr. finden im «affenlokal, Cfjitiftr. 2. die Delegiertcnwahleu zum«u-fchub statt. Rege Be- teilianna notwendig...... � m,_....... Polier-,«ert. und Schach tenetsterbund. Morgen. Montag, T/, Uhr, in der Schulanla»losterstrahe 74 Veisammstmg, an der seder Polier, Werk- und Schacht. Meister teilnehmen kann Milgiiedsbuch oder Ausweis ist vorzuzeigen. «auorwer»bund, Fachgruppe Glaser. Morgen Montag, 7 Uhr. im Gewert- fchastsda»» Milgliederversammlung. Da wichtige Beschlüsse gesaßt werden, muß jeder«ollege erscheinen Sewertschatte.klnterkomMlfston de, 18. Bezirks. Mittwoch 19. Msirz. 5 Uhr, Im Priilaien, Weißen see. Berliner Allee. Versammlung sämtlicher Vrlredsrii-r, Bertrauensleme und Sewerkschaslslunktionäre.»Warum mllssen wir Mitglirder der AUgemeinen vrtskrantenkaffe sei« 7» Mitglledsduch und FunNtonllrlarte iegitt» Mieren. gentralverbond der AnoestcHten. Bezirksoerfainmlunaen morgen. Montag, adend: Wilmcrsdorf.HalenIec.Echmargendarf.Vruncwald: Bestaurant rtuilo, Wilmersdors. Lauenburqrr Str. 2t. Lichtenberg. Friedrichsfelde: Logen-Kasino, Lichtenberg.«nvrr.Promenade 2. Deutscher Solzarb-lterrerband. Bergolder. Versammlung aller in den reinen Leistenbelrieben Beschäftigten und derjenigen, welche die lehte Z'hn. prozentige Lohncrhähuna nicht erhalten haben, am Mittwoch, den 19. März, S Uhr, in de» Andrcnsfestsälen. Andv:ass>r. 2l. Stellungnahme zum Konslikt In der Branche.— Solzarbeiter der Filmindustrie. Morgen, Montag, abend 6 Uhr, Bersammlun« im Berbondshau», Rungestr. 80 Arbeitsloscnfragen. Berontwortlich fllr Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Soternu»; Gewcrischaftsbewcgnna: F.»hkoru: Feuilleton:«. S. Tifcher: Lotales und Sonstiac«: Frih«arftadt: Anzeigen: Tii. Slsche; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts-Berlag G. m. d. H.. Berlin. Druck: Lorwärts.Buchdruckcrei und BeriagsanftaU Paul Singer u. Co.. Berlin ES. 68.. Lrndenstrahe L Hirrz» 4 Beilagen. Verlan�f die �ufen CALMON-KANSA Sbescnders preisurcri Damenkleid ang Ml____>tu weiBem Voll-Voil« q 7 Ii vlUSe mit piu,e«-J.bot..... O.lD JumpcrV�r"�'" 12.50 Kleid aus vonügl. reinwoll. Stoff. Kragen tt. Manschetten 4Q ri A plissiert.. �eJn\ß\ß Kostüm TOtxögl Donegei, aa Jacke mit hnlhmeiii Futter»Wv/ Kostüm aua reinwollenem Gabardine, Jacke mit halb--TA AA •eidenem Futter........... 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Wo ißt Berlin? Nicht bei Hiller und im Esplanod«. wo Ober Kellner mit Gesichtern wie englisch« Herzöge aus silbernen Plotten servieren und der gewöhnlich« SVrbliche schon vor dem kritischen Blick« de» Portiers nicht standhalten würde. Außerdem.ißt' man dort auch gar nicht, dort.speist' man. Dort ist das, was das Volk essen nennt,«in« sakral« Handlung, dl« über jeder Profaniieung steht. Nein, in dies«.Freßkirchen' kommt der arbeitende Mann nicht hin«in— der befrackt« Cherubim mit dem Klingelbeutel st«ht vor dem Eingang« di«s«s Paradieses. Auch nicht in jene Volks. dächen jeden Grades, wo sie im löblichen Wetteifer der amtlichen, privaten, politischen und konfessionellen Organisationen den Aermften der Armen jenen schon historisch gewordenen.Lössel Suppe' verab- reichen, di«, so verschieden gesinnt ihre Verabreicher auch sein mögen, doch überall die gleichmäßig« herzstärkend«.Dünne' aufweist— und doch das einzig« Existenzmittel jener zur Hungerkur Verurteilten ist. Es sei hier auch nicht jener gedacht, di« zu Haus« bei Muttern speisen. Wir denken hier an all« di« Berufstä'igen, di« auf das Wirtshaus angewiesen sind, an jene ganz« unübersehbare Schar, denen nur die Strohe gehört und die nun wahllos, bald hier, bald da ihren Hunger stillt. Das Spiegelbild der Straße. Wo? In erster Linie natürlich bei A s ch i n g« r, der mit seinen »Bierquellen' noch immer den Siekord in der.Massenfütterung' hält. Hier ist das Essen«in sachlich« Angelegenheit, man siht nicht mit Behagen, den Taseljreudcn hingegeben, sondern man steh» und sättigt sich: Kurz, schnell und nüchtern, im amerikanischen Stil Jeder kann sich selbst bedienen und so das Trinkgeld sparen. Alles ist praktisch, aus das Unpersönlich« abgestimmt, ganz auf Massenverkehr berechnet: die kleinen, runden Stehtische mit den Besteckkörben, Glaskästen mit den Speisen zum Aussuchen. Und Heil uns! Di« frei« Schrippe,«in Stück pro Person, ist wieder da. So heißt«z wenigsten». Aber wo sind jene seligen Zeiten, wo«in Mann mit gutem Appetit und mangelndem Kleingeld hier sich stillschweigend fünfzehn Schrippen und mehr als Mittagessen zu Gemüt« führen konntel Diese Lokale gehören ganz dem Slroßenverkehr. und so haben st« auch wie er ihren ununterbrochenen Betrieb von morgens «m acht bis um zwölf Uhr nachts. Dos Publikum ist deshalb auch «in getreu«» Spiegelbild der Berliner Straße. Der Bummler, das kleine Straßenmädchen, der einfache Arbeiter. Studenten mit kleinem tortemonvai«. Provinzonkels, der eilig« Geschäftsmann, der im orübergehen«in paar heiße Würstchen sich genehmigt, und selbst der Schieber im Gehpelz der abends nach dem Theater hier noch schnell«inen Kognak trinkt, sie oll« sind hier friedlich ver- saminelt zu löblichem Tun. Hier herrscht wahr« Demokratie, und dieser wacker« Llchinger ist in seiner Art ein besserer Ueberwinder der Klassengegensätze, als die.überparteiliche' völkisch« Ideologie. Der Hackepeter. Ander, ist das Bild in den Hackepeter-Nestaunmt». Hier läßt man sich Zeit, hier beansprucht da» Essen den ganzen Menschen and ist kein eiliges nur so nebenbei. Das zeigt schon das äußere Bild. An den Schaufenstern, an denen sich alte und junge Hungernd« die Nasen plattdrücken, wa» bekanntlich für den glücklich Schmausen- den immer besonders appetitanregend wirkt, hängen riesige Schweine-, Kälber- und Hammelbraten. Speckseiten schimmern. Köst. liche Pasteten mit brauner Kruste locken. Unzählige Würste jeden Kali. der» erfreuen das Gemüt. Im Borraum stehen die hochgetürmten §chüsieln mit Gehacktem und di« Nickelkestel mi! Würstchen, die für t Laufkundschaft bestimmt sind Aber der«igenlliche Betrieb ist im Restaurant mit gedeckten Tischen und eilenden Kellnern. Und «in« Kapell« schmettert von Tosca bis zu den Bananen die Begleit- mufik für den Schmausenden. Alles hat hier«inen üppigeren An- strich, ist sozusagen in Rubensschen Farben gemalt, mit saftigem Fleische und prachtvoll duftenden Saucen und Pasteten, denen«ine andächtig« und behagliche Tischgemeinschaft huldigt. Wenn auch bier kein eigentliches Stammpublikum verkehrt, so ergebe� doch die Preis«, di« fast all« über der 1-Mark-Gr«nz« liegen, schon von selber ein« gewtfl« sozial« Auslese, und mancher, den sein sehnsüchtiges herz nach Kotelett und Filet hierherzog kehrt erbleichend wieder um nach einem Blick auf di« Preistafel und wendet sich wieder zu seinem gewohnten Teller Erbssuppe für 25 Pfennig bei Aschinger oder sonstwo. Sei öer ttübenpaftete. In den vegetarischen Restaurants hingegen huldigt man nicht der Wollust des Fleisches, hier ist olles Askese und Kastei- ung— so denkt wenigftens der normal« Erdenbürger, der nach der Speisekarte Schnitzel und Beefsteaks bestellt und sie dann als ein Potpourri aus Rüben. Linsen. Bohnen und bansend anderen Neckereien entdeckt. Die Zahl dieser Gericht« ist Legion, aber man kann die ganz« Speisekar'« herunteressen und bleibt doch ungesättigl. Für ein Geld, das einem schon«in ganz anständiges Gabelfrühstück anderswo gewährleistet hätte. Aber di« wahren Gläubigen des Vegetarismus schwören auf di« Heilsbotschaft des Gemüse». Und so sieht man denn auch in diesen Lokalen immer wieder dieselben Typen der vertannien Philosophen und Wassertrinter, der neuen Religionsgründer und jener strengblickenden Damen mit der über- reifen Jugend, die sich in Philaniropie, Ethik und sonst noch betäti. gen. Auch Leute, die ihrer Gesundheit zuliebe von nun an bis in all« Ewigkeil gehackt« Rübenpastete essen und mit vornehmer Ler- achtnng auf den zurückgebliebenen Fleischejser herabsehen, findet man dort— auch manche, di« der.Billigkeit' wegen hier ihre Mahlzeiten halten und so versuchen, ihrem Magen ein üppiges Diner auch ohne Fleisch vorzutäuschen. Sie all« sitzen an ihren Tischen, essen Rumpstück aus Sauerkohl, und die Wasserslasche mit Limonade kreist. Fried« fei mit ihnen allen!— Die prioatmittagslijche bestehen nach wie vor in großer Zahl. Sie haben alle ihre Dauerbesucher, deren finanzieller Leistungsfähigkeit sie sich anpassen, hier essen mil vor- liebe die beqissinäßigen Zunggesellen beider Grade— vielleicht in dem Empfinden, hier«in« Art von Heimersatz zu haben. Man sitzt hier auch mehr unter sich wie in der guten Stube: mit Familien- Photographien an den tapezierten Wänden, mit behaglich durch- gesessenen Sofas, auf den«, Häleldecken ruhen, und meistens steht auch ein altersschwaches Klavier in der Eck«, auf dem nach dem Essen ein lunstbeaeisterter Jüngling den.letzten Walzer eines Wahn- sinnigen' der Tafelrund« vorträgt. Auch di« Besteck« und da» Ge- schirr wirken durch langjährig« Abnutzung angenehm vertraulich, fast wie persönliches Eigentum der Gäste, die mit ihnen tagaus, tag- ein den traditionellen Küchenzettel erledigen: Suppe, Braten. Speise. Große Abwechslung gibt es nicht. Man knurrt zwar manchmal über den immer gleichen.Schlangenfraß'. Aber im Grunde ist man ganz zufrieden, weil man an diesen ganzen Betrieb schon gewöhnt ist und jede Aenderung nur störend wirken würde. So schmaust man hier für SO. 75 Pfennig oder für eine Mark. Während der Inflation mußten viel« dieser Familienlempel schließen, aber jetzt haben sie zur Freude ihrer Stammgäste den alten Betrieb wieder ausgenommen, so daß diel« Idyll« stiller und bescheidener Ernährungskuktur Berlin hossentlich noch lang« er- halten bleiben. Im öannkreks öer Suöike. Da» eigentliche Heim aller derer, die gern einen guten Happen essen, ist und bleibt ober die viel bcsungene, ewig ju.ig« und ewig schöne B e rli'n e r B u d i t«, wie man sie an jeder Straßenecke findet.„Hier ist des Volkes wahrer Himmel.' hier bekommt man für billige» Geld alle die schönen Sachen, wie Eisbeine. Schnauzen und Pfoten, Rollmöpse, Pfannkuchen, heißen Kasse« und Schinken. speck, alles in gehörigen Portionen und zur besten Bequemlichkeit der Gäste. Hinter der Tonbank residiert der Wirt, der last immer seine gewohnte Kundschaft hat, die sich aus den oerschieoenstsn Berufen rekrutiert und di« er als persönliche Freunde begrüßt. Und deshalb hat wohl auch hier dieser selbstr-eerständliche. berüstmie»rauhe, ober herzliche Ton" seinen eigenstichen Ursprung' und seine beste Pflege. statte.— Wo aber oerkehrt dos Lumpenproletariat? N�en einigem.obskuren Winkeltneipen gibt es in Berlin einige Lotale, die der richtige Mittelpunkt aller dieser unkontrollierbaren, dunklen Ele- ment« bildet wi« sie der Strudel der Großstadt als Gescheiterte ans Uferavirft. Da sind zum Beispiel die Easö» Reese und Dalle». Das lRackidruck durch Mollk-Berlaq, Berlin.) Der Dürger. von Leonharö Krank. Luch sie wollte leben. Und wurde nur ein einziges Mal vom Leben gestreift, dachte er auch jetzt, wie er die Tonte an- sah, die einer uralten, zähen, endlich zerfallenden Eichdaum- wurzel glich..Wie hat sie mich gepeinigt! Wie ganz und gar ist das Geschöpf, ist der Mensch, der sich damals von dem Ge> liebten umfangen ließ, versunken und ertrunken. Welch Da- sein!' Seit dem Schlage, den sie selbst der Familienehre zu« gefügt hatte, war die Kraft der Tante gebrochen gewesen. Ihre zwöls Fragezeichen waren weiß geworden..Bald erbst du alles,' sagte sie. flackernden Blickes, richtete den gelben Totenschädel auf. Und Jürgen dachte: Wenn nicht das Kind eines Tages doch noch erscheint und sagt: Da bin ich. Der Erbe bin ich. Er stieg in den Lift, der eingebaut, fuhr in den zweiten Stock hinaus, der ausgesetzt worden war. und dachte dabei an �" Immer wenn er an den Sohn der Tante erinnert wurde — und dies geschah häufig, denn Elisabeth brach auch jetzt noch oft in Lochen unvermittelt aus—. dachte er an den Sohn Katharinas, der Geld zu schicken er nicht wagte. „Zu dem Sohn der Tante, der wahrscheinlich gar nicht mehr lebt. und. lebte er noch, n,cht die leiseste Ahnung hätte. wessen Sohn er ist. eine Verbindung herzustellen, wäre leichter als zu meinem Sohne, der eine Gehstunde von hier entfernt im Waschkorb liegt... Oder kann er schon lausen?... Sie lebt ja tatsächlich auf einem anderen Planeten.'„Merkwür- tiige» Mädchen.' murmelte Jürgen und trat, da er Elisabeths belle Stimme vernahm, in den Salon, besten Tapete farbig schmetterte. Zwischen ornamental geschwungenen, riesigen Schwert- lilien und Wasterrosen— blau, rot, violett— und giftgrünem Schils aus Goldgrund, der den See darstellte, versuchte alle Quadratmeter derselbe Faun dieselbe Nnmphe zu fangen und konnte sie nie erwischen. Dreiunddreißig Nymphen hatte Jürgen gezählt. Der Salon erinnerte Ihn an den der Frau Knopffabritant Sinsheimer, wo ihn die Furcht vor der Leiche des Vaters an- gesprungen hatte. Denn außer den reichgeschnitzten schwarzen, unverrückbar schweren Eichenholzmöbeln— zum Platzen dicke schwarzgebeizte Putten schleppten, himmlisch lachend, ohne jede Anstrengung riesige Füllhörner von links nach rechts. oben um die Prachtstücke herum, und die in der Mitte oben- aus sitzenden Putten spielten dazu die Flöte— standen und lagen auch hier viele singende, musizierende, miauende, tan- zende Hochzeitsgeschenke und Gebrauchsgegenstände, die nicht benutzbar waren, darunter ein Riesenkäfig, in dem ein aus» gestopfter Papagei saß. der alles hatte, was er zum Leben brauchte: Wassernapf, Futternapf, gefüllt mit Wicken aus Holz, und— beladen mit nagelneuen Birnen, Trauben, Akpsein und Pfirsichen aus farbigem Tuch— die zwei silbernen Tafelaufsätze in Eifselwrmsorm, von Frau Sinsheimer als Hochzeitsgeschenk geschickt, genau so gut erhalten, wie sie sich bei ihrem eigenen Hochzeitstag«ingestellt hatten. Zwei große künstliche Palmen, auf Ständern mit gelben Storchen» deinen, verdunkelten das Fenster. „Ich wiederhole: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul,' erklärte gekränkt Frau Wagner, die, während die Neuvermählten aus der Hochzeitsreise gewesen und die Tante, wegen der unaufhaltsamen Verbreitung des Klatsches sterbenskrank geworden, im Bett gelegen war, ganz allein das Einrichten der Wohnung besorgt hatte. „In dieser Wohnung gibt es vielerlei Tiere und eine große Anzahl Fabelwesen, aber keinen Gaul,' versicherte launisch Elisabeth und sah umher: Bom nie benutzten Kohlen- kästen, schwarz lackiert, aus dem die heilige Familie aus der Flucht nach Aegypten gemalt war, bis zu dem zwei Meter hoben seidenen Wandschirm, auf dem ein gestickter, lebens» großer Storch das Wickelkissen mit den drei Säuglingsköpfen aus dem Teiche zog, schwang der Elefant den Rüssel feierlich- longsam hin und her. Das Ziflernblatt in seiner Stirn stellte Afrika dar. Diese Uhr hatte Frau Wagner, nachdem sie bei Frau Sinsheimer zu Besuch gewesen war. telegraphisch in der Fabrik bestellt. Arm in Arm verließ das Ehepaar den Salon. Und dos Bewußtsein, das binter Jürgen herschritt, in gleichem Schritt und Tritt, sah Katharina, die, in der Hand einen weißen Teller voll Brei, vom Gaskocher zum Waschtorb ging, in dem der Sohn lag. Katharina befand sich in weiter Ferne, aber überaus deutlich sichtbar: nicht so verblaßt wie damals, als Jürgen gesundend im Liegestuhl gelegen hatte.„Das wechselt.' „Mas wechselt?' fragte Elisabeth. „Die Stimmungen wechseln. Einmal ist man ernst, dann Sonntag, lö.März 1924 Hecht, das letztere wurde vor einigen Wochen geschlossen. Aber in dem ersteven besteh» nach wie vor der gleiche Betrieb. Hier ver- kehren all die Straßenmädchen mit ihren Freunden und„Bräuti- gams' Taschendiebe und Zuhälter, Bettler und elternlos« vagabon- dierende Kinder Hier sitzen sie alle ount durcheinander und wäh- rend auf der einen Seide um ei.i« Portion Essen oder ein« Loge Bier aewürsell wird und hier und da einzelne Glücklich« sich etwa« Warmes leisten können, ist die große Mehrzahl zu unsreiwilligem Aasten verurteilt und oerkaust nur zu gern bereitwillig das letzt« Paar zerlöcherte Stielet oder das einzige verlumpe Hemd für einen Teller Suppe oder ein Stück Wurst, vorausgesetzt, daß sich überhaupt jemand zu diesem Tauschgeschäft bereit erklärt.— Im Koscheren- restaurant. wie man sie ganz besonder» im Berliner Ghetto fmdct, ißt das jüd sche Proletariat nach seiner besonderen Küche, die streng rituell geleitet wird. Da gibt es die verschiedensten und merkwürdigsten Ding«: gesüllien Darm, Rindfleisch, aus die»er. schiedenst« Art zubereitet, geleeartige Sülze. Fisch in jeder Form. Zwiebeln Meerrettich und Knoblauch als Beigerich!« sind sehr de- nebt: dazu g.bt es Brot. Mohnbrötchen und groß« wettze Laibe in Gestalt von Kugeln und natürlich Mazzen. Hier essen die armen Juden für billiges Geld— die preise sind Im Durchschnitt 20 ps. bis höchsten» l M. für eine Portion— in den kleinen, durchweg sehr ärmlich eingerichteten Lokalen. Di« Speisekarte ist in deutschen und hebräischen Buchstaben geschrieben. » Da» find bei weitem natürkich nicht alle Stätten, ia denen Bertin seinen Hunger stillt. E» mag hier und da in einem Mnket ver- krochen noch einen ganz vergessenen Typus des Speisehauses geben, von dem keine Kund« in die Oeffentlichkeit dringt, da die Gäste au« Furcht, Neugierige anzulocken, über die Qualität de» Speisetisch«» Stillschioeigen bewahren. Wer gut und billig ißt, will kein« Zeugen haben, sintemalen die Erfahrung gelehrt hat, daß die Wirt« und Wirtinnen nur so lange„billig und gut' liesern. als sich«n enger Kreis von Gästen um sie schart, wahrend die Masse oft die Quantität verrmgert bestimmt ater die Qualität. Die WärmehaUe. Ilm den IS. Mörz herum wird sie geschlossen, diese einzige Ber- liner Wärmehalle in der Dircksenstraße, gegenüber dem Polizei- Präsidium. Mit dem schmelzenden Schnee schmilzt auch di« Zahl der Besucher zusammen— und gleich den Echneeresten, die in tausend kleinen Rinnen in die Erde hineinsickern, zerftreuen sich in unzähligen Konölchen die Stammgäste der Wärmehall« über ganz Deutschland. 4000 Menschen waren es, die«m den kalten Wintertagen hier tagsüber ihre kalten Glieder wärmen kamen. Die ein« begeben sich jetzt aus di« Wanderschaft, fechten, arbeiten vorüber- gehend, klauen sich unter Umständen durch als Landstreicher, um im Herbst wieder in der Wärmehalle und im Asyl für Obdachlose zu landen: die ander«— Landarbeiter, Schnitter, Schweizer— gehen nach Mecklenburg, Oldenburg, wieder andere finden Arbeit iu Braunkohlenbergwerk«, Torfstechereien, der größte Teil hofft irgend- wo Arbeit zu finden____ Di« Wärmehalle ist vor dreißig Jahren entstand«. Sie untersteht einem privat«„Komitee der Wärme- hallen'. Ihre Geldgeber sind in der Hauptsache einige Handels- firm«. Früher waren es zwei Räume im Stadtbahnbogen, die die Wörnrebedürftigen beherbergten, durch den Krieg ging ein Raun: verloren: jetzt ist dort eine Stadtküche untergebracht. Zwei Schuh- wacher und«in Schneider besorgen für ein« gering« Entschädigung di« Reparaturen. Das Ledek hat ein junger Kaufmannssohn gespendet. W«n doch andere sunge Kausmannssöhne. di« in Tanz- dielen und Schlemmerlokalen ihr Geld vergeuden, seinem Beispiel folgen würden____ Von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags gibt es ein unaufhörliches Konunen und Gehen. Hier werden Bekanni- schoften gemacht. Freundschaften geschlossen, Verabredungen ge- troff«, P'äne geschmiedet. Im Asyl für Obdachlose werden die aufgenommenen Fäden weitergesponnen. Hin und wieder stattet der böse Nachbar vom Polizeiprösidium hier«inen Besuch ab und nimmt die ganze Gesollschaft bei dieser Gelegenheit mitt Ein großer Teil bleibt dann auch gleich da: einige werden aus der Stadt verwiesen, die anderen haben etwas auf dem Kerbholz, den drittm fehlt jeglicher Ausweis usw---- Sie werden bald zutraulich, wieder heiter. Ein andermal, ich möchte sagen: in gespaltener Stimmung.' „Das Leben würde ja auch zu langweilig sein, wäre dies anders.' Frau Wagner durchblätt«rte noch das in gepreßtes Schweinsleder gebundene und mit einem winzigen goldenen Hängcschiößchen versehene Aibum, das die repräsentablen Ahnen der Familie Wagner enthielt. Herren ließen den Schnurrbart, Bräute dos Hochzeitskleid bewundern. Die Photographieaugen blickten. Wünsche waren erfüllt. Männer standen aufrecht im Leben, die Faust auf der Kante des zer- brechlich zarten Tischchens. Damen, die Frisuren schulterwärts geneigt, Augen halb geschlossen, zeigten, doß sie ohne Ideale nicht leben konnten. Kinder standen noch im Kamps mit der Natürlichkeit. Frau Wagner schloß das Albunt: Das zerhackte Gesicht eines degenüberquerten Studetitcn in Wichs kam aus das Ge- ficht einer alten Frau im Totenbett zu siegen.„So viel Geld und so viel Mühe, und jetzt sind sie nicht zufrieden mit der Einrichtung.' Frau Wagner sah umher, den Kopf aufgestützt. Eine halbe Stunde später, als Jürgen vorbeiging, sah er Frau Wagner noch immer sitzen im Salon, den Kopf gestützt wie vorher, reglos und traurig. Der kostbore Reiherhut hatte sich etwas verschoben. „Das würde ein zu schwerer Schlag für sie sein. Wir werden uns eben an die tausend Zentner schwere Einrichtung und an die Menagerie gewöhnen müssen: haben uns ja schon daran gewöhnt. Das ist ja auch unwichtig. Das Leben stellt andere Aufgaben.' Ganz andere Aufgaben! dachte er. Und fand sie nicht. Fand nichts, das wert gewesen wäre, sich dafür einzusetzen. Auch heute hatte die tote Einsamkeit, die um und in ihm stand und das ganze Haus durchdrang, ihn eine Stunde früher als nötig fortgetrieben. Die Tante war ins Bett gebracht worden. Sinnend blickte sie in die Richtung der Mutter Gottes: die gelben, dünnknochigen Finger hielten die geöffnete Schatulle, in der sie das Verzeichnis ihrer Wertpapiere aufhob. Jürgen liebte es, in die Schreinerwerkstatt neben der Haltestelle einzutreten und, plaudernd mit dem alten Meister, den Gesellen bei der Arbeit zuzusehen, bis der Trambahn- wagen kam. Eine Schreinerwerkstätte, die Hobelspäne, der Holz- und Leimgeruch waren für Jürgen der riechbare und sichtbare Ausdruck eines einfachen, lebenswarmen Daseins, wie er es, seitdem er Teilhaber war. für sich gewünscht hätte. ..(Fortsetzung joigt.) V \ ) disse Leute, wenn mjährlger Bäcker aus Dresden, hier seit August, Flüchtling aus polnischem Gebiete. Pfälzer, Rheinländer, Artisten, Bauarbeiter, Schlosser, Kaufleute, ehemalige Fllrsorgezögtlnge in Menge, aus Struweshof, Sieversdorf, Strausberg, vielfach Bor- bestrafte und Neulinge, die erst vor kurzem von Hause weggekommen sind, weil sie sich mit den Eltern nicht vertrugen oder ihnen nicht zur Last fallen wollten.... Niemand scheut sich, seine Geschichte zu erzählen, sein Borleben und seine Borstrafen einzugestehen. Abgründe menschlicher Der- irrungen offenbaren sich, mehr noch als aus den Worten aus den Gesichtern... Es sind übrigen» zu einem großen Teil dieselben Leute, aus denen der Leuwant Roßbach seine nationalen Arbeits- gemeinschaften formierte. An kalten Tagen war der klein« Raum so dicht von Menschen besät, daß man sich kaum hindurch zu bewegen imstande war. Bon einer sozialen Arbeit konnte hier kein« Rede sein, und wie nötig wäre sie doch hier. Gerade hier sollten amtlich bestellte, soziale Fürsorger gemeinsam mit freiwilligen Helfern die Neuankömmlinge heraussuchen, um ihnen Hilf« zukommen zu lasten. Es wäre um so leichter, als die beiden Beamten, die fast zwei Jahr» zehnte hier ihr Amt versorgen, ein erfahrenes Aug» für ihr« Leute haben. Di? Wärmehalle ist ein Werk� privater Wohltätigkeit, könnte st« nicht erweitert und zu einem wahrhaftig sozialen Werk aus- gebaut werden? Könnton sie nicht außer physischer Wärm« auch seelische diesen wärmebedürstigen Menschen zuteil werden lasten? „Großfürstin� flnnl Sanneck. Sie lügt schneller, als sie laufen kann. Vvr der 8. Strafkammer des Landgerichts I begann ein auf drei Tage berechneter Prozeß unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor T o l t, der stch gegen die vielfach vorbestrafte Hochstaplerin Ann! Sanncck. jetzige Frau Wernicke, richtet. Als Mitangeklagter erschien ihr früherer Liebhaber, der Schlächter Max Cohn. Die AngeNagte Wernlcke-Sanneck hat durch ihre Betrügereien seinerzeit großes Aufsehen erregt und ist in zahlreichen Fällen bereits verurteilt worden, darunter auch schon einmal mit IX Jahren Zuchthau». Die Gerichtsverhandlungen gegen st« spielen stch immer sehr stürmisch ad. Di« Angeklagte tritt höchst exaltiert aus, unterbricht den Vorsitzenden und selbst ihre Verteidiger fortgesetzt mit langen Reden und drückt sich In den derbsten Ausdrücken aus In denselben Bahnen bewegte sich auch die gestrige V/?rhandlung. Der Vorsitzende hatte keine leichte Aufgabe, die Verhandlung weiterzufübren. Die Angeklagte Hot es jahrelang oerstanden, durch Ihr selbstsicheres Auf- treten zahllose Schwindeleien zu verüben. Nicht weniger a's 39 Fälle von Betrug und Urkundenfälschung werden ihr jetzt zur Last gefegt. Aus ollen Bevölkerungsschichten rekrutieren stch die Geschädigten. In einer Reihe von Fällen ist sie als die Frau .. WWW..' Jpa* des Professors Dr. Michaelis aufgetreten. Auf irgendeine Weis« Holle sie erfahren, daß Professor Mlchae'is ein Safe bei der Reichs. dank Halle. Sie stellte stch nun dort als die Witwe des in Indien plötzlich verstorbenen Mannes vor und oerkangte die O e f f n u n g des Tresors. Beinahe war es ihr auch geUrnaen, ihr Ziel zu erreichen. Schließlich kamen den Beamten jedoch Bedenken, da olle Unrerlagen sehlten. Inzwischen hätte sie sich aber ein derartiges Venrnuen erworben, daß man ihr aus Prioatmitteln 20CIÜ Mark zur Verfügung stellte. Der Angeklagte Cohn war der Mittäterschaft in drei Fälle» beschuldigt. Er hatte mit der Sanneck in Hotels in Berlin, Breslau und Hamburg gewohnt, und beide hatten sich von den Wirten Rachtwäsch«, Geld usw. geliehen. Ueberall hatte die Sanneck es oerstanden, sich den Anschein zu geben, als ob sie ein großes Berrnögen'resitze oder ein« Erbschaft zu«r- warten habe oder große Warenlager im Freihasen Hamburg logern habe. Mir den erschwindelten Beträge» hat sie jahrelang aus großem Fuße gelebt. In der Verhandlung wollte sie sich a» f nichts mehr besinnen können, erklärte aber, daß sie vielleicht, wenn sie eine Morphiumspritze bekäme, ihr Gedächtnis wiedererlangen könnte. Trotzdem Meoizlnalrat Dr. Thiele Ihr die Morphiumspritze gab, wollte sie sich doch an nichts mehr erinnern können. Der Angeklpgte Cohn behauptete, daß er ang«. nommen habe, die Scmneck iverde in den Hotels alle« bezahlen. Als der Angeklugien vorgehalten wurde, daß sie sich Nachtwasch« geliehen habe, rief sie aus:„Wot, ich habe ganz« Koffer mit Spitzen- wüsche: soll ich Ihnen meine Spitzenhöschen zeigen?" Bei einer anderen Gelegenheit rief sie:„Ich habe mehr Brillanten als irgendein« Dame in Berlin." Irrenarzt Dr. Hasse von der Irrenanstalt Herzberge hielt die Angeklagte nicht für aeistes- krank. Sie ist allerdings eine stark minderwertige Persönlichkeit. btach Ansicht des Sachverständigen ist sie eine geborene patho- logische Schwindlerin, man könne nicht eine Minute mit ihr sprechen, ohne daß sie eine Lüg« ansspräch?. Die Angeklagte rief dazwischen:„Ich lüge schneller, als ich laufen kann." Die Verhandlung wurde auf Montag vertagt. Die Neichsiagswahl ist nun endgültig auf den 4. Mai festgesehk worden. Die Reaktionäre von recht» sowohl, a<» auch die verblendeten von link» müssen mit erhöhter Energie bekämpft werden. Da» erfordert große Geldmittel. FreilviMge SeitrSge Berlin Jlr. 48713 an Alex pagel». Berlin SD 68, Lindenflrahs 3. > Offene Hände für die Nsthilfe! DI« S a m m c l w o ch e des Berliner Aueschustes der Deutschen Nothilf« hat am Freitag begonnen. Sie erreicht am hentiaen Sonntag einen Höhepunkt mit den auf neun öffentlichen Plätzen veranstalteten Freltonzerten bei denen Spenden einqe- sammelt werden. Or» und Z?:!t der Konzerte baben wir bereits am Freitag in der Morgenai'saads mitgeteilt. Am Montag beginnt dann in ganz Berlin die Einsammlung von Kleidern, die an Bedürftige verteilt uvrden sollen Fünltaufend Sammler emd Sammlerinnen, die durch Armbinden legitimiert sind und auch einen schriftlichen Ausweis vorlegen können, werden in den Hänsern vor- sprechen und um Hergäbe noch brauchbarer Kleidimg bitten. Wir haben bereits am Donnerstag In der Morgenausgabe die Einzel- heilen dieses Sammelunternehmens mitgefeilt und dabei erwähnt, daß dfe wohlhabenderen B-llrke des 9*. ,„r n�c�rnahme von.Patenschaften" für die ärmeren Bezirke des Ostens und des Nordens erboten haben und denen begreiflicherweise aeringk Erträge durch Hergabe ihrer eigenen reicheren Erträge aufbessern werden. Da«.Kleidereinlammli'ra sirtv' am Mantaa. Dfen. v, Lilienoron(Doris Kackwitz, von der Volksbühne, Berlin, Rezitation). 4. a) Chont polonais(Des Mädchens Wunsch) von Chopin'Liszt, b) Eccoaaisen von Beethoven- Busoni. 5. a) Lied ohne Worte von F. v. Mendelssohn- artholdy, b) VnJ.se triste von F. v. Veosey(Rudolf Demen. 1. Konaert- yyi flf*. Af— M Ox.. a..— TT!.. I r_ t a..\"VI.. w.« A mußt« vor. ffcreti BeliragseinnaHmen im Januar 42 Proz. und im Februar 35 Proz. für Ärztkosttn aufwend-zn. Für Gehälter, über deren Höhe die Aerzte so sehr zu schreien belieben, brauchten»ur 6 Proz. der Beitragseinnahmen gusgewendet zu werden. Den Aerzten, dfe bisher die Strejtkosten den Kassen und ihren Mitgliedern aufzupacken verstanden haben, dürfts das Ambulatorium sehr unerwünscht sein. Die Krankenkaste hosst, bald ein zweites einrichten zu können. Der wlrkfchafiliche Ruin der kleinen Mieter steht durch die kom» mendsn unerträglichen Goldinieten und die Mielsteuer bevor. Sfer Berliner Mererbund. Bezirk Mitte, deruft deshalb zu Montag, den 17. März, abends 7 Uhr, im großen Saal der Sophiensäle. Sophien- straße lö'l?,«in« öffentliche Mieterversammlung ein, in der Landgerichtsrat Genosse Rüben über Mietsteuer uwd G o l d m i e t e und der Bcrsitzend« Langenberg«? über: ,.W a s bedeutet die Aufhebung der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen?" sprechen werden. Mirier. Wohnungsuchende und Wohnungs'ofe, es geht um enre Rechte, erscheint in Masten, wenn ihr dazu beitragen wollt, das schlimmste zu verhüten! Der Sonzertadend für die arbeitende Znaend, der heute abend. 7 Uhr vom Verein„S o z! a' i st i sch« Arbeiterjugend" Grvß-Berlin im Frirdrich-R�< imnastum, SW. Müfenwa'der Straße 34'37. vtranflaltet wird, verspricht ein autes Proaramm. Mitwirkende: Männercßor„T y v o g r a p H ia". Chormeister Alcan- der W« i nb a u m, Berliner Tr!-o-Vere!n!qung. die Lverrm Kurt Vogel(Violine). Mar Schui�-Fürstenberg(C«<'o) und Willi Jäger(Flüael). Gesang: Frau Agnes S ch u l z- L i ch t« r- seid. Korten zu 50 Pf. sind an der Aberdkaste zu haben. Zur Ivgendmeih? Frirdanan, Sif'Zncberg. Wilmersdorf ßrute, Sonntag, den 16. Mmz vormittags 11 Uhr, In der Aula des�Rml., gnmnasiums, Liomuthstraßc. sind' Sallkarten für Erwachsene zum Preis? von 75 Pf. und 40 Pf. für Kinder noch am Saaleinganz erhältllch. Schmargendorf. Vom heutigen Tag» an befindet stch nnfere dorllge„Vorwärts"-Ausgabcst«lle bei Mann Breit« Str. 44 v. l. luaevdpstegesursu,.Irlrtr'üeta'n. Am M-mtae. 17. Mär,. ftevilrMmg dr« ttmli»."rUrndfr Rtir'orcr Tbeet iprfgd iif>rr.Buncnb und Kriminalität'. 916 gfortna finden H« Vorträge dülilttich 8 Uhr abends in: nrutroffneten Jugendheim. Tilfiter Str. 4/5, statt. KIne Schn'enllrstnvgs'eler In viltmersdorf findet heute. Sonntag, den 18. März. nachm'ltanS 4 Ubr. im PMori' Einlage:« statt, stolarnde Ardeiter-Sdort. und Kulwroraauilationcn laden da«: rln: ßreie tJiirrrilidnft VdmriSdoil, Artritr.illnbla�rerbiitib Solidarität, flrBrifpr-�nMeibmib Nglulltrnndr. kozialiltiich? Arbr'ters' gtnd. OllS- griidhr W'lmerSdois der Ktudersreunde, Freie Elternverrinigung und WilmerSdorsrr Männerchor. Die Grüne Kammer(Im Daufe drS Mrlfiertaales. Kitbeuer Str. 88) bringt tn tdrrm nrnen Programm am Sonntag(beule) Vorträ'« der Vlollntfitn Ellen?>, k. Ka-l Wagner vom Teufichen Tdeater tdricht Wedetind und Peter Altenbera. Roi! Burkbart fingt hellere Lieder, Dan« Fuhrmann lvrich« MroleSken und Anna guhrmann- R n h 1« fingt heitere Lieder von Mozart zur Laut«. von Rackwitz.| II von Jo.B.ahms, b) Ständchen von Joh. Brahms(Konzertoänger Alfred Wilde, am Flügel: Kapollm ister Otto Uraok). Das ursprünglich für Dienstag, 18. März, abends, festgesetete Programm kommt in Fort fall. Statt dessen gibt der Berliner Rundfunk die vollständige Uebortragung des Repertoirestückes des„Thali athoaters", die Operette.Jrasquita" von Franz l.ebär. Beginn der Ansage uud Inhaltserklärung um 7 Uhr 20 Beginn der Operette um- Ubr 30.----- 6rof�6cr*fncr partemachrsckten. Vezirksausfchuh für Arbelterwohlfahrt und kinderfchoiz. i Grabe cllonnelne per leren. I am Mtttwoai, den IS. Mdrz.«drad« 8 Uhr. Im Vürgerfgal des SVHm'l". Tageeardnunq: Di««erardnanq Uber dle i illentlich-ret�Iiiden gilrsargecufKidrn und die Auswirkungen auf:»1 die ' Wahlfrhrtsnflege M dl» Eariataerfiideruna. Siekerenten: Senosfin Wasen- > Hehn(>u»I ckenoss« Dr. firiedlSnder(zu d). 14. Krel» ÄenkSIln. Oell-nM-t» Versammlung Dienstag, den 18. Mirz. 7 u.ie, im BoTlsgortcn, gorlsgartenNrafi«. Tagesordnung:„Sdntlnat, Enjül- adbau und 6rtuItKi(tlon" Siekeeent: Ken. Stadtrat Dr.«Swenttel» U. Neei» Sttilnebera-treietriiftu. Montag, den H, SAHrj, 8Vj Ullt, SiSUC-d de» enaeren Kreisuarltande» mit den Abtelinngskritern bei Will. M,rt!t'.. Lutber-Gtr. Ott.— Veuli Sonntag, den ttt. MSrz. naidm. tiv Udr. ahreng der Onfcr des Rgpr-Di'lfrtta.- tSemeinlamer»mannlaser Sngziergiaq.nach dem firieddof In der Sn'bd-gfie. Di«»envlsinnen und GdTwgru' t-rifrir sick unt 2 Ubr am nenrn Rath»:«. at. Breis Sie"!-?. Wen'g«. den 11. MZnt 7 Uhr. Sitzung de, K-?I«varN«ndes tn Etawasser, V'rleh-ns. Sildend». Etelanltrab« t. Di« Mitglied-- der Abteilnnosvordände. die vorfitzerd-n d«r Agitation», nnb veiten'-e�'e. fchüffe sowie di, Obleute der Ordner aller drei Abteilungen ntilsfit: deren teilnebmkn. lZ..Beel» Tcmarlbos. Mariendorf. Montag, den 17. Mklr>. 7H Uhr. graftion». llbnng mit koimnnn-'ler Bommlllion Im Rathau» Mariendorf, tzimmer 2g. — Zempelbos. Marl-ndors. Marienscld««ad Lichtenrade. Dienat'q, den 18. März, 7', Uhr, ifcler ztrr Srinneruna an den 18. März 1�8 im ssrktsao! de» Dnmnafi'tm», Martendorf. Ban'erlle. 21. ltzritreb«: aiengsse Selitriä' StrSbel. Desano: Karnel-Lichienherq. Blaoier: Sllo Stoghgfsan, Deia«: Loni» van Laar, Eelto: Walter Eckntl». eintritt 1 M. armrrbelase, auzgekverrt« nnd streikend« Kenolseu und tSenosttnnen Slntritt Irrt. ItttrindUthe zahlen dle SBlfte. Barten find bei den Dezlriawhrern und In deit Bonsnmaerkartfsstellen zu baden. Di« Denollen werden gebeten. iL: die Beranbaltiing zit werben.__ 14. Brei» Aeukllln. 7 Uhr Eraltionofitzun» im Aolhau» NeukZlli� Answer» mitbringen. 17. Brei» Lichtenberg. Montag, den 17. März. 7 Uhr. Bibliothek. Wein sei- (trabe 28, auberordentlltl-e Vgrstandsfitzung. stell!, ngnabm« zu den letzten Boriornntnlllen ln der ttreisfnnktlonä'-versammliing. ». Brei» Weddl», nnd»»>ni«enb»rs. Dienstag, den 18. MSitz. 7 Uhr, Rrf». rentenlursus de»©ettoslen Breuer. yeuke. Sonnkag. den IS. ZNSrz: ». Abt. Bon 8—1 Uhr finden dle Bahlen der Delegterten ln»er Bon htm. genolsenschaft statt. Dao WahNokal fUr dl» 55. Verkaussstelle, Irehrdelliner Strafie. befindet stch Bastanienalle« 55. Etimnizettel„Eenassenschftsaufban' wählen. 71. Abt. DI« Funktionäre treffen stckt 8dd Uhr sräh zur Bonsumgenossenschalts- wähl bei Broll. Ulrechler Sit. 21. 81. Abi. firiedeno». Gemeinsamer Spaziergang»u he» Gräbern der Nirz- gefallenen. Treffpunkt%2 Uhr bei Bloh«. Ehr Mmi B mlrh entkieM durch häßlich verfärbt« ""«e. 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Morgen, Montag, den 17. März: «. AH. Ni, M>? wichiige KunktionälMun-l dei Dvirohlar», Swinemündrr Straß« zr. Di« Vczirtosllhrcr laden Sie Genossen zur Mitglied« rversamln» Inns ein. Vi. 7>bt. VA Ud: Sitzung de» Abtetlungsvorstande» bei Eohlke, Friedrichs- d erger Str. ti. llebermorgen, Dienstag, den IS. März: 74. Abt. Iehleudorf. Erinnerungsfeier für die MZrzg«. fallcnen der Jahre lS4 Uhr. Frai,«nlcscad«ild de! Mees. Berliner Ttratze. Ecke Lindenvromenad«. Vortragender: Genosse Horlih. U. Abt. 7 Uhr bei©illwald, Puthnser Str. 24, Wahl der Abteilungsleiterin, Alle Frauen müssen vertreten sein. Zl., 22. und 23. Abt. 7 Vi Uhr bei Sönisch Pormärt». Utvechter Str. Thema: „Die sag ich es meinem KindM" Gäst« willkourmen. 39. und 43. Abi. 7>.. iurnzciten: Männer- und Iugendabieilung Dienstag und Frsikbg von 8 bis n Uhr, die Schüierabieiluna an denselven Abenden in der Zeit von 3—8 Uhr. Dienstag, den 18. März. Biedere. oijnuna der Abteilung Fichte. Ost, Turnhalle Elisabethstr. 66, abends 8 Uhr. Sonntag, den 13. März Schauturncu der 12. Männerabteilung, Turnhalle Sleimftr. 58, nachm. 2 Uhr, Pezirksdlldungsausschnß Sroß-Perlin. Heute, pünktlich 3ä Uhr nachmittags, im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Straße, großes Oicheftcrkonzert. Da» Philharmonische Orchester unter Leitung von Dr. Heinz Ungcr. Etnzelkarten»um Preise von l,25 Äoldmark sind noch am Eingang de» Saales zu haben. Der Zuschlag beträgt für Abonnenten l Eoldmark. Die Kreise werden ersucht, schnellstens die Karten sür die nächst« VorsttUuug im Schiller-Theater vom Bureau ahzu- holen.___ Arbeitersport. de» Acht«»», �Mitglieder! Heute, abend» 7 Uhr, w der Aula sZ Friedrich»Si«aIgi>mnas!ilMZ. Mittenwvlder Str. 84/37«»„ert-Abend -Z für die arbeitend« Jugend. Mikrirtend«: Männerchor Tqpogrophia, : Ehsrmcister: Herr Alexander Weinbaum. Berliner Trio-Berelnlguna > Frau Agnes Schulz-Lichterfeld lGefangj. Am Flügel: Herr Willi Jäger. f i Karten an der Abendkasse. Eintritt 60 Pf. Werbefest der Turnerinnen. vre Turnerinnen der„Freien Turnerschast Groh-Berlin' halben heute in der Zentralturnhalle Prinzenstr. 70 fMoritzplatz), nachmittags 3 Uhr, ihr 2. W e r b e f e st ab. Wie das erste, so wird auch dieses Fest alle Zweige unseres schonen Turnens umfassen. D>« lunwrlnnen wollen mit ihre» Darbt-? tnnaen foder Vorführungen) ihren Geno'sinnen den Weg der vernünftigen Körperausbtldung '.eigen. Im Sommer wird dieses Gebiet bedeutend erweitert durch schöne Wanderungen, freies Boden und Svielen in sonniger Natur. Die choffnung geht dahin, durch intenstae Arbeit auf diesem Gebiete für die spätere Zelt, wenn die Sorge und die Not nicht mehr die Sinn« in ihren Bann halten, den Boden gepfieg« zu haben sür die allgsmetn« Aufwärtsentwicklung des Arbeiter- und Volkssportes. Der Gefanaverein„T p p o g r a p h i a* und der„S p r e ck> ch o r für Vroletarrsch« Feierstunden* werden mitwirken. Pünktliches Erscheinen v o r 3 Uhr ist notwendta, da während der Darbietung des Sprechchor» die Saaltüren geschlossen bleiben. Ausführliche, Pro. gramm am Eingang.___ «rbel«rr.F»ßb»»wettf»4el te«cuktzl». C p« o O,«KteubeeE. 1, M„ gegen..R 0 st l g- v o? w« r« s" 18. ReuNtlln, l. Mannschaft. Am Sonn» tag. den 13. März, nachm. 3.30 Uhr. treffen lich die Verein» aus dem Städtischen Sportplatz I» Renivlln in der«renzall«» fnech« Ewidrteplatz) zu» Frrund. schaftsspiel. Freie«chwim»»,„»erde»" Berlin 1898. Sit alljährlich, finde« da» dir». IShrige Schwimmfeft am Sonntag, den 13. Mär», nachmittag» 8 Uhr, t» Stadtbad Webding.SiSerichtsrraße 89/69, statt. Da Meldungen von den —- � dei, iShmAetunHle. UER.DINOEN A• fi-H- M. E. F.-Sioffe dnroh Qiiie und Preis«U-diokalt solt Jahren bekannt Täglich Eingang«on Frühjanrsneuhelten iQf Herren Gabardine In den vornehmsten M n e t e r u n fic n füt Damen: N'»»». Gabardine, Tuche, Velour de lalne in allen Preis'acen Tuchhaus M. 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Für die viel«,»ttveif, Irdjcr Teilnahme ßmlüklia, h/« �.Insche den» unleres irden Sa. 1979.«»wieger- u»raßvaier« Keorg üiedsrsller ragen wir nhen BerwanOten, .?eeit>iden vnd Bekannten un- ,eren herzlichste» Dank,(sootä EdniiiBd Limbecker nebst brau und kindern. hundert Krankheiten in einer. -Ein Mensch, dessen Nerven angegriffen sind, hat Hunden Kranksteiien und doch nur eine," sagt ein berühmter Rervenatssi. Der Mann bar recht! Wenn man Hunderl Nerventranle fragt, worüber sie am meisten zu klagen baben, so wird man Hunderl ver« «chtedene Äntworten erhallen, so daß der Laie ntwmermehr glauben würde, hast diese Hunderl Perionen all« an derselben ttran'.keit leiden. Der Arzt aber weitz, dah»in Nervenleiden in den ver- schiedensten Formen auftreien kann Kopfschmerzen, Gltederreisfe«, Zuckungen, Kücken« Ichmerzen, Gesichtsschmerzen. Schnrerzen tu tzaill tlrmen und Gelenken, Lugenstimmern, Blut» Wallungen. Herzklopsen. Schlaslviigkett. sehr lebhafte oder ichwere Träume. Beklemmungen, Sckwindelanfälle,»ngstgefüble, übermäh i�e Empfindlichkeit gegen Geräusche, Ketzbarkei belonderS trüh nach dem Aul stehen, Unruhe, liaunriihaftigkeit. vertagen de» Gedächtnisse», :elbe Hautsleck«, s l o p f e n i« den A d e r n. Krämpfe fauch Lach-, Wein- und Gähnkrämpfe). Gefühl von ! a u b h e i l i n d rn G l i e d e r n. Z i t t ern der Hände und Fniee bei Erregungen, blaue Ringe um die«ugen, Ohrensausen, sonderbare Gelüste und Abnei- gungrn, Schreckhasitgkeit. Neigung zu Trunksucht und anderen AuSichweikungen und viele weniger ausfälige-Erscheinungen treten einzeln oder, u- lammen aus und lind sichere Zeichen, datz die Nerven angegriffen sind. Der baiivtiächfichste Teil de» Nervensystem» bestehi aud Gehirn and Rückenmark. Bon diesen geben die einzelnen Nerveniaiern aus, die den ganten Körper duichzieben. Darum sollte man auch leichte N-rvostläl sehr ernst nedme«, fie niemals fick selbst über- lassen, sondern sofort etwas dagegen tun, denn man weiß nie, was daranS werden kann. Jede Arbeit, die geleistet wird,»erbroncht Stoff, die Dampf» Maschine verbrauch! Kohlen, die Muskeln Erweist, die Arbeit der Nerve»I, u. 2 Jahreskursen sowie in oinielnen kaufmännischen Fächern Auskunft and Prospekte: Berlin C. 2, Neße Frledrichstr. 53/56 II. Krause- Pianos IUI Miete Ansbacher Str. I 1 ju KirUntwitra». liizi wie nach Mafj gearbeitet. 5elbsi bei den«pftzen modernen Formen Hegen die Zehen mollig gebettet.„Er" wandert aus der Fabrik nach acht Vochcn sorgtältigstcr Behandlung direkt in unsere eigenen 1 1 4 Verkauisslellen. arEr" ist unerhört billig. Hosen Infttm- bmikut vom 5-11 Januar trtslklwn-». S«.is Umdlirt«»..«JO-. Ootr. nwa 'jü-Ensti» 13.56». WltrlmtzB.WS.. «WmkM.SJJ.> KuiutMin 3,50„. Ellili HrniindB;.. 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Kohnen Neuktllu Hermirnnstr. iS/77. n�ri iHaarT� n)adilenld.r sonstigen Steuerbelastunq dem Hausbesitz dem Staat und den Gemeinden als zusätzliche Leistung zu opfern haben. Da sie hierzu nicht imstande sind, muffen die Gehälter und Löhne um die Miet- ftsuer erhöht werden. Wenn mit der Erhöhung de, Einkommens ober nicht«in« Erböhung der Produktivität unserer Wirtschaft ihre Produktivität vlötzlich um mehr als 2 Milliarden Goldmark gesteigert wird. Wir haben heute bereits auf vielen Gebieten die Weltmarktpreise überschritten. Somit muß die Erhöhung der Ge- hälter und der Löhne die Wirtschostskris« nur noch o er st ä r k e n. Wir haben also nicht nur mit einer erneuten Erschütterung unserer Währung, sondern auch mit einer Vergrößerung der Ar. b e i t s l o s i g k e t t zu rechnen. Di« Verantwortung für Wirtschaft und Währung hat die Reichsregierung aber von sich abgewälzt und den Landes- regierungen übertragen. Schon diese Verschiebung der Ver- antwortung birgt für die deutsche Wirtschaft erheblich« Gefahren, da jede Landesregierung ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik nach eigenem Geschmack treiben wird. Zu keiner Zeit war eine Stärkung der zentralen Einflußnahme auf unser« Wirtschaft notwendiger als heut«, wo die Arbeitslosigkeit— trotz aller schöngefärbten Stalistit— die größte Gefahr für die Gesun- dung unserer Wirtschaft ist. Di« Gewerkschaften hatten sich in ihrer Eingab« an die Reichs- regierung und an den Reichstag auf den Standpunkt gestellt, daß konsumgeoossensch afismitglieöer l Parteigenossen l heule. Sonntag, von vormittag» S blv mittag» 1 Uhr: VMleMln zur SmlMljgWlW Unsere Stimmzettel»ragen da» aean««rt: Genossenschastsaufdau. Jedes Mitglied erscheine rechtzeitig an der Wahlurne. Da die Mandate nach dem VerhSltvi» der abgebeneu Stimmen auf die Wahlvorschläge verteilt werde«, kommt e» auf jede»in, eine Stimme an. AI» wahtlegitlmattoq, gilt da» Sonsvmgeaossenjchostsmitglledsbuch. Die Mitglieder üben ihr Wahlrecht an» entweder Im Wahl- lokal ihrer Vei koufsstelle oder im Wahllokal ihre» Wohnsitze». Arbeitsausfchuh der VSPD.-Sonsumgeuossenschaftsmitglieder. parallel läuft, geht die Stabilität der Währung in die Brüche, und�sie muß in die Brüche gehen, weil di« deutsche Wirischast bei drei Millionen Arbeitslosen nicht damit rechnen kann. die Mietsteuer al» allgemein« Finanzsteuer au» wirtschaftlichen und sozialen Gründen abgelehnt werden müff«. St« haben sich in- dessen bereit erklärt, sofern das Reichsmielengefetz und der Mieter- schütz aufrechterhalten bleiben, für eine Wohnungsbauabgab« in beschränktem Umfange einzutreten, wenn diese Abgabe dazu ver- wandt wird, durch ein« Belebung des Baumarktes di« Arbeits- losi gleit und di« Wohnungsnot zu bekämpfen. Dieser Standpunkt wäre aus sozialen wie au» wirtschastlichen Gründen vertretbar aemesen. Auch Staatssekretär Scheidt hatte sich bei der Begründung zu den Maßnahmen seines Mnisteriums diesem Standpunkt angeschlossen und betont, daß unser« Wirtschaft nur durch stärkste Belebung des Baumork t«s gesunden könne. So sehr wir dem Wohlfahrtsministerium, gegen dessen bis- herige Miecholitik«in Kesftttreibe-n der Interessenten, d. h. der Hausbesitzer, Bodenspekulanten und Bauunternehmer«Ingesetzt hat, unsere grundsätzliche Zustimmung zu seinen Plänen geben können. so sehr müssen wir befürchten, daß dieses Ministerium dank der völlig oerfehlten S'euerpolittk des Herrn Dr. Luther auf ein« ab- schüfsige Bahe gedrängt wird. Wenn Staatssekretär Scheidt unter dem Druck der Jntereffenten dem Hausbesitz über die 33 Proz. der Friedensmiet«, die für die Bewirtschaftung des Wohnhauses völlig ausreichen, noch 10 Proz. h i n z u bewilligt, und dem preußischen Finanzministenum 22,5 Proz. der Friedensmieten zur Deckung des allgemeinen Finanzbedorfes abgeben muß, dann bleiben für di« Be- lebung des Baumark'es sage und schreibe 2,5 Proz. der Friedens. miete, d. h. für Preußen rund 50 Mill. Goldmark übrig. Selbst wenn für Preußen 50 Mill. Goldmark für Wohnungsbauzwecke flü'sig ge- macht werden könnten, so bedeutet dies« Summ« aar nichts im Ver- hältttls zu der Arbeitslosigkeit, die wir heute in Deutschland hoben. Di« Erwerbsloftnunterstützung beträgt in Deutschland pro Tag allein schon etwa 4— 5 Millionen Goldmark, und der durch die allgemein« Arbeitslosigkeit erzeugt« Produkttonsousfall ist auf mindestens 20 Millionen Goldmark pro Tag zu schätzen. Was will man da mit 50 Millionen Goldmark zur Belebung und zur Ankurbelung des Baumartles anfangen? Der Mißerfolg einer sachlich unmöglichen und zersplitterten Wirtschaftspolitik, wie sie Dr. Luther eingeleitet hat, tritt schon heute klar zutage. Das Skandalöse dieser Politik wird aber dadurch gekennzeichnet, daß di« Mittel, die di« Mieterschaft in unerhör'em Umfange aufbringen muß. erstens dem privaten H a u s b e f i tz, zweitens einem unproduktiven Verwaltungs. a p pa ro t der Länder und Gemeinden und drittens privaten Bau- Herren zugeführt werden sollen, die aus eigenem Bermögen 5—7000 Goldmark zum Bau einer Wohnung aufbringen können. Di« Mittel, die di« Mieterschaft ausbringt, sollen nicht dazu ver- wandt werden, um minderbemittelten Wohnungslosen«ine Wohnung zu beschaffen, sondern wiederum nach dem Grundsatz ver- teilt werden: wer da h a t, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird genommen. Aus diesen wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Gründen muß' die Mietsteue von dem arbeitenden Volk auch mit allen Mitteln bekämpft werden. Di« Reichsregierung hat sich über die Berbesserungsanträg« der sozialdemokratischen Partei hinweg- gesetzt. Di« Entscheidung über das Schicksal der Mietsteuer scheint damit in di« Hände der Landesregierungen gelegt zu sein. Aber nicht nur in di« Hände der Landesregierungen, sondern auch in di« Hände der Wähler, die bei den bevorstehenden Reichstags- wählen ihren Willen nach sozialer Wirtschast, nach einer Wirtschaft der moralischen Gerechtigkeit, zum Ausdruck bringen muffen, und durch di« Abgab« ihres Stimmzettels darüber entscheiden werden, welche Wirtschaftspolitik, welche Steuer- Politik und welch« Wohnungspolitik in den nächsten Jahren in Deutschland getrieben werden soll. Dr. ing. Mariin Wagner. Starke Sreditausprüche an die Reichsbank— unwirtschaflliche Kredit ge bacung. Der Reichsausweis vom 7. März zeigt eine starke Anspannung der Kreditaniprüch« an die Reichsbank. Das tritt u. a. darin in Erscheinung, daß die Reichsbank bei der Rentenbant ein weiieres Darlehen von 50 Millionen Rcn'enmart aufnehmen mutzte und damit den Gesamtbetrag der Schulden an die Rentenbank auf 450 Millionen erhöht hat. Außerordentlich stark— nämlich um 91,9 Millionen Goldmark— hat der Bestand an Rentenmarkwechseln und Schecks zugenommen. Di« Reichsbank hotte davon am 7. März für 759 Millionen Goldmark in ihrem Portefeuille. Weitere 26,7 Millionen Goldmark wurden an Papiermorkwechfeln neu ausgegeben. so daß in einer einzigen Woche di« an die Privatwirtschaft vergebenen Wechseltredit« insgesamt um rund 118 Millionen Goldmark zugenommen haben. Der Umlauf an Papiermark ist wieder um rund 25 Millionen Goldmark gesteigert worden. Diese starke Zunahm« der Kredite an die Privatwirtschaft ist um so be- denklicher, als jetzt sogar an amtlicher Stelle ermittelt worden ist, daß die Kredit« zu einem großen Teil durchaus unwirtschaftlichen Zwecken zufließen. Obwohl die deutsch« Kaufkraft sehr geschwächt Ist, wurde an der Leipziger Messe«in starker Bedarf an Luxus- waren bekundet, große Summen werden für Einfuhr von Tex- ttlien ausgegeben, die man ebenso gut im Inland fabrizieren könnte, und«» ist bezeichnend, daß Deutschland auf der Lyoner Messe mit starten Austrägen für die Schuh- und Spieiwarenbranch« ver- treten war. Gewiß trug daran auch der Niedergang des Franken, der zum Emkaus französischer Waren anreizte, wescntlich Schuld. Trotzdem beweis! der Umstand, daß di« geschwächte deutsche Kauf- kraft sich um nicht lAenswichtiger Waren willen a n das Ausland wendet, daß für gewisse Teil« der Produktion und Warenverteilung bereits zuviel Kredite vorhanden find, während sie an anderer Stelle fehlen. Es ist höchste Zeit, dos, man sich aus. die Zusammenhänge von Kredit- und Wirtschaftspolitik besinnt und da- für sorgt, daß di« ohnehin knappen Kredite auch der Volkswirtschaft lich besten Verwendung zugeführt werden. Andernfalls muß die Gefahr einer Inflation immer näher rücken. Die Geslalwng der Reichssimm, en. In der ersten Dekade des März war die Lag« der Reichsfiuanzen wesentlich günstiger als in der vergangenen Dekade. Di« Einnahmen wurden von den Ausgaben nur um ll,9 Millionen Goldmark übertroffen, während in der letzten Februardekade 47,6 Millionen Goldmark Defizit vor- Händen waren. Das Defizit würde sich in emen Ueberjchuß ver- wandeln, wenn nicht in der ersten Märzdekade voll« 33.8 Millionen Goldmark zum Rückkauf von Goldschatzanweisungen und anderen Papieren zwecks Kursstützung gebraucht worden wären. Im übrigen hätte auch der Rückstrom von R« n ten m a r k s cha iz- anweisungen an, von denen di« Reichshaupikaff« für 1,66 Millionen Goldmark einlösen mußte. Auch in der letzten Dekade also war dos Reich dazu verurteilt, erhebliche Beträge zur Tilgung von Schulden aufzuwenden und damit dos lausend« Defizit de? Reichshoushalts zu vergrößern—«in« Erscheinung, die auf die Be- urtei'ung der Reichsfinon.zrn durch di« kapitalkräftigen bürgerlichen Kreis« ein grelles Schlaglicht wirft. bringen die grttUtc Auewahl! Gabardine.imprägniert' �0" 5- für Regenmäntel,„reine Wolle".. Mtr. Damenstoffe-neue Farben" Velour* de lalne, Tudie, 130 droit. Mir. Eine neue Hbteilnna in unserem Hanse Vielfachen Anregungen unserer werten Kundschatt folgend, haben wir eine umfangreiche Spezialabteilung Kinder- WWMeit-WM im 1. Slock meines Hauses mt neu einaerlcbtetl"»s Wir führen hierin eine unerschöpfliche Auswahl in jedem Geschmack u. jeder Preisstellung und bitten erg. um zwanglose Besichtigung I Kouiliaus fte Giesen, Honbit, Turmstr. 52 Eck« Oldenburoer«traB« VtrtrSge, Verekne nnö Versammknnaen« litte iu der Freidenker für Fcucrbestattiinri e. D. Momcg. bc.t 17. 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Jeder Parteigenosse ist verpflichtet, seine ganze Kraft im Wahlkampf für die Partei einzusetzen. Jeder muß zu jeder Stunde und an jedem Orte für seine Partei zeugen und werben. Man ist nicht Sozialdemokrat, um seine Ueber- zeugung für sich zu behalten, sondern um sie weiterzutragen. Sollen wir zurückstehen hinter den Kommunisten oder hinter den Deutschvölkischen, die überall laut ihre Lehren verkünden? Sollen wir weniger überzeugt, weniger entschieden, weniger mutig sein wie sie? Sollen wir schweigen, wo andere fal'che Lehren predigen? Sollen wir dulden, wie ander« durch Demagogie, durch falsche Lehren suchende Massen, suchende Arbeiter Irrwege führen? Diese Wohl geht an die Lebensinteressen des Volkes, wird den Ansturm des gesamten Unternehmertums gegen die Sozialdemokratie bringen. Da gilt es das Massen- aufgebot aller Sozialdemokraten! Jeder Sozialdemokrat ein Agitator! Die brennenden Fragen des Tages und der Politik werden überall erregt besprochen. Keine Straßenbahnsahrt, obne daß nicht über die Nöte der Zeit diskutiert wird, keine Ar- beitspaufe im Betrieb, kein gemeinsamer Weg zur Arbeit oder von der Arbeit, ohne daß nicht politische Fragen mit den Kollegen besprochen werden. In den Markthallen und Läden reden die Frauen über ihre Sorgen, vor den Unterstützungs- ömtern— Arbeitslose, Sozialrentner— erregte Diskussionen, bittere Urteil«. Verzweiflung und chossnungen, überall aber die Frage: wie wird es besser, was ist zu tun? Hier, wo die Not nach einem Ausweg ruft, wo tastend die Massen Be- frciung suchen, wo noch verschwommen und unklar aus der bitteren Erfahrung das Gefühl für den richtigen Weg sich herausarbeiten will— da ist der Boden, auf dem die Betrüger des Volkes ihr Wtrkungsfeld suchen. Da wecken Deutsch- völkische und Kommunisten trügensche Hoffnungen und suchen die Not auszubeuten für ihre Parteizwecke, da reden die Deutschnationalen von den besseren Zeiten des Kaiserreiche», da sucht die Lüge, die Irreführung des Volkes, die Massen- berauschung durch falsche Schlagwort« sich einzuschleichen. Dort müssen wir werben, dort müssen wir die falschen Lehren, die Wahllügen der Gegner bekämpfen! Jede Straßenbahnsahrt, jede Stadtbahnfahrt gibt Anhaltspunkte, um eine Aussprache über das zu eröffnen, was unsere Partei getan hat und was sie will. Im Betrieb und in der Stadtbahn, in der Markthalle und in den Läden fällt die wahre Entscheidung dieses Wahl- kamptes! In den Abteilungsverfammlungen und in den Zahl- abenden müssen die Genossen sich gegenseitig für diese Form der Agitation schulen und ihre Erfahrungen austauschen. Der .Vorwärts"' wird sie dabei unterstützen. M a s s e n a u f- gebot für die Wahlagitation! Jeder Parteigenosse hat folgenden Geböten zu folgen: t. Do du mit Kollegen zusammenkommst— im Betriebe, in der Lahn, auf dem Arbei'sweg— dort wirb für deine Partei! Du wirst immer uuverhoffte Unterstützung von Ge. nosseu finden! 2. Denn in deinen Kreisen ein Gegner Wahldemagogie betreibt, so tritt ihm mit Festigkeit und Entschiedenheit entgeaen— bedenke, daß du eine gute und gerechte Sache vertrittst! Z. Dulde nicht, daß deine Partei beschimpft wird! weise energisch jeden zurück, der diesen versuch unternimmt! 4. Dulde keine Beschimpfung der Republik! 5. Sage überall laut, daß du Sozialdemokrat bist, und warum dn es bist! Auf. an die Arbeit! Kein Genosse, keine Genossin darf säumig sein. Alle Hoffnungen der Reaktion, alle Hoffnungen der Arbeiterverführer von linksher müssen zuschanden werden. Es lebe die Sozialdemokratie! §ür Üen Achtstundentag! Die Verordnung über die Regelung derArbeitszeitistder für die Arbeiterschaft wie für die Gcsmntheit wichtigste Teil de» Sanierungswerkes d«r Regierung der bürgerlichen Koalition. Sie gibt den Unternehmern die Hönde frei zum rücksichtslosesten Kampse gegen die sozialen Errungenschaften der Arbeiter. Durch Aus- fperrung und Diktat, mit den schärfsten Mitteln des sozialen Kampfe», trachtet das Unternehmertum die Forderung der Stinne», Thyssen und K l ö ck n e r zu verwirkllchen,„d a fj das deutsch« Volt ein« Reihe von Jahren— 10 bis ZS Jahre sicherlich— zwei Standen pro Tag ohne Mehrbezahlung werde arbeiten müssen". Auf- Hebung des Achtstundentages und Herabminderung des Reallohnes bedeuten eine völlig« Neuregelung der Stellung der Arbeiterschaft in der Gesellschaft. Sie nehmen den Arbeitern die wichtigste Vor» bedingung für ihren kulturellen Ausstieg. Sie zerstören ober auf die Dauer auch die wichtigsten Voraussetzungen für eine Steigerung der Gesamterzeugung. Die Sozialdemokratie will die Steigerung der Gesamt- Erzeugung als Voraussetzung der Hebung von Wohlstand und Kultur de» ganzen Volkes. Ei» wirkt auf dl« Hebung der Leistung des einzelnen Arbeiters hin. Deshalb bekämpft sie den Abbau des Acht- pundentages. Im Wodlkampf ringt sie um den gesetzlichen Schutz der Arbeitenden gege» Unternehmerwilltür. Für den Achtchundentag: da, bedeutet für sie Wieder- «rlangung und Sicherung der Grundlag« für den. Wiederausstieg der Wirtschaft und des Volkes. Gegen den Achtstundentag: da, bedeutet Vernichtung de» Leistungswillens und der Leistungsfähigkeit der Arbeiter, b«. deutet Verhinderung der technischen und organisatorischen Berbess«. rung der Produktion. Die Aufrechterhaltung de, Achtstundentages muß das Kernstück jedes von sozialem Geiste getragenen Sanierung-- werkes fein— einmal um seiner Wirkung auf Arbeitsfreude und Arbeitsintensität willen, dann aber vor allem, weil feine Durch» führung einen mächtigen Antrieb zur Hebung der Produktion in technischer und organisatorischer Hinsicht bedeutrt. Diese Funktion des Achsstundentag«» beruht aus der Ersahrung, die in der Per- gangenheit mit ihm gemacht worden ist. Es ist die Funktion des Achsstundentages, daß der techissch« und organisatorische Fortschritt um so größer und um so rascher ist, je höher der Lohn und j e kürzer die Arbeitszeit ist Der Achtstundentag bewirkt Die Hoffnung öer Reaktion. Hitler at»«de» Nachfolger:.... Und hiermit ist die erste Sitzung de» ueuea Reichstag» eröffnet!" ein« Steigerung de, Antrieb«, zur verbessern«,»er Technik. Er bewirkt ein« viel besser« Ausnützung de» fixen Kapitals und dadurch eine Verringerung der General- Unkosten. Die Aufrechterhaltung des Achsstunden tage» bedeutet Wirt- schaftspolitik im höheren, gemeinwirtschaftlichen Sinn« treiben, ihn aufheben, heißt die Augenblicksintcressen einer dünnen Schicht der B«. völkerung in einer vorübergehenden Konjunktur über die Interessen der Wirtschaft als Ganzes stellen. Di« Behauptung de» Achtstunden. tages sst darum nicht nur eine soziale Notwendigkeit für die deutsche Arbeiterklasse, st« ist eine Lebensnotwendigreit für die Erhaltung der deusschen Volkswirtschaft und die voraus- setzung Ihrer tünstigen Entwicklung. Wer den Wiederaufftieg des deutschen Volke» will, tritt für den Achtstundentag ein und wählt sozialdemokratisch! veryeßt nicht üie Gelüentwertung! Sie hat die Reichen noch reicher gemacht, sie Hot die Arbeiter, Angestellten and Beamten ihrer Existenzmittel beraubt, den Mittel- stand und die kleinen Gewerbetreibenden von ihrer Substanz entblößt. Die Sozialdemotrotischc Partei forderte immer und immer wieder die Sloblllsierung der deutschen Mark. Aber erst al» auch die besitzenden' Klassen bei der Geldentwertung Schaden zu nehmen bea rmncn. schufen sie die Rentenmart. Wer die jämmerliche Zelt der Papiergeldüberschwemmung nicht noch einmal erleben will» der wähle sozialdemokratisch! Kämpft für Sie Partei öer Republik! Tie wahre StaatSpartei— die Sozialdemokratie! Die deutsche Republik ist von zerftörenden Kräften bedroht. An ihrem Bestände rütteln im Westen der Separatis- mus. im Süden die Bandenführer und Banden der man» archistifchen bayerischen Vendöe, Im Innern die nach der Diktatur strebenden extremen Parteien von rechts und links. Die Deutschnotionalen arbeiten an der Schwächung der Republik, um die Demokratie zu vernichten, die S ch w e r» i n d u jt r i e und ihre Vertreter in den rechten Flügeln der bürgerlichen Parteien wollen die Ohnmacht des republikani- fchen Staates, um sich von den Staatslasten und von den Re- parationslasten zu befreien und um freie Hand zu erhalten zum Kampse gegen den Aufstieg der Arbeiterschaft. Schwer ist die Schuld der bürgerlichen Parteien, die die Kräfte gegen den Staat gestärkt, schwer auch die Schuld derer, die weder w Bayern noch im Reich« noch aus dem Gebiete der Wirt- schasts- und Soziakposiik die zerstörenden und schwächenden Kräfte mit Energie bekämpft haben. Die Sozialdemokratische Partei hat ihre Pflicht dem republikanischen Staate gegenüber erfüllt— im Interesse des Staats, im Interesse der Ar- beiter. im Interesse des Sozialismus. Ge- waltige Konzerne verfügen in Deutschland über die Wirt- schaftsmacht, die sie ohne Rücklicht aus Leben und Wohlfahrt des Volkes und den Bestand des Staates ausnützen. Diese Wirtschaftsmacht zu fesseln und dem Einfluß des Staates zu unterwerfen, ist die erste Boraussetzung für die Sicherung des Wiederaufftiegs des Voltes. Die Macht, die der Wirtschaft- lichen Macht der Konzerne entgegengestellt werden kann, ist die Staatsmacht. D-e demokratische Verfassung gibt der Ar- beiterschaft die Möglichkeit, den Kurs des Staates und die Anwendung seiner Macht zu bestimmen. Am Wahltag ent- scheidet sie, ob die Staatsmacht gegen sie oder nach ihrem Willen angewandt werden soll, ob sie weiter untergraben oder ob sie gestärkt werden soll. Die demokratische Verfassung legt die Staatsmacht in die Hände der Mehrheit des Volkes. Die Arbeiter sind die Mehrheft. Erkennen sie die Macht, die ihnen gegeben ist, so sind sie im Bunde mit dem sozial einsichtsvollen Teile des Bürgertums imstande, dem verderblichen Wirken der sich von staatlicher Beeinflussung loslösenden Wirtschaftsmächte die Politik des Gemeinwohls entgegenzusetzen. Sozial- Politik erfordert brutaler Unternehmerwillkür gegenüber einen starken Staat. Schutz der Arbeiter, Durch- iührung des Achtstundentags gegen reaktionäre Urtschaftsmächte fetzt einen starken Staat voraus. Schutz der wirtschaftlich Schwachen gegen die Vampqre des Großbesitzes ist ohne starken Staat nicht möglich. Und eine von gemeinwirtschaftlichen Gedankengängen getragene Wirtschaftspolitik, die den Weg zum Soziolism«s ebnen soll, ist nur zu führen aufderGrundlageeines § arken, von demokratischen und sozialen deen erfüllten Staates. Deshalb bekämpft die Sozialdemokratische Partei alle Bestrebungen, die auf die Zerstörung oder die Schwächung des Staates hinauslaufen. Sie ist die Trägerin des Staats- oedankens. Sie will der reaktionären und brutalen Wirtschaftsmacht der großen Konzerne die Macht der von sozialem Geiste erfüllten demokratischen Republik entgegen- setzen. Sie kämpft für einen starken demokratischen Staat wie für seine Erfüllung mit sozialem Geiste. Sie ist die wahre Staatsparteil*_ flrbeiterschast und Zentrum. Arbeiterinteressen und schlverinduftrielle Reaktion. Der große Gegensatz zwischen den sozialen Interessen der Ar» beiterschaft und der bürgerlichen Sanierung der Regierung Marx tritt auch in der Zentrumspartet hervor. Während dt« Re- gierung Marx die Unternehmerwilltür gegen die Arbeiterschaft «ttfesselt, heißt e» im Wahlausruf des Zentrums: .Wir wissen, daß die Arbeitstrast de» werktätigen volles da» wertvollste, unersetzlich« national« Gut und die Grundlage des Wiederaufbaue» ist. Darum muß auf Hebung der Lebenshaltung der breiten Massen de« Voltes«nsschieden hingewirkt werden. Die Zenttumsportei wild bleiben, was sie immer gewesen: Der zuoerlässiaft« Sachwalter der Schwachen und Hilfsbedürftigen, ihrer menschlichen und sittlichen Würde und ihrer unveräußerlichen Rechte Wir bleiben rücksichtslose Gegner sowohl des sozial! st ischen Materialismus und seiner unmöglichen Ziel« wie des neuheidnischen Mammonismus." Einige beruhigende Worte für die Zentrumsarbeiter, die im vollen Gegensatz zu den Taten der Regierung Marx stehen, ver- bergen die wahre Zielrichtung: den Kampf gegen die Sozialdemo. tratieDdi« die Arbeiterwteressen verteidigt. Da» Zentrum möchte an seinem Teile von dem Schlagwort»Gegen den Marxts- rnusl" profitieren. Di« Zentrumsarbeiter denken ander» und wolle« an- der». Am Beginn der Woche beschloß in Dortmund«in« Konserenz von Ivo in der Zentrumspartei tätigen Führern aus der christlichen Arbeiterbewegung: »Inhalt und Charakter der Regierungsverordnung über T r- b« i t s z e i t und Schlichtungswesen wurden den staats- und wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten gerecht. Die Art der Ausfübrung derselben durch da« Unternehmertum, sowie die Behandlung und Entlohnung der Arbeitnehmerschaft aber, hat starte Verärgerung hervorgerufen und an manchen Stellen ein« bisher nichtaetannte Verbitte- rung erzeugt. Eine Entspannung muß mft allen Mitteln herbei- geführt werden." Ob Herr K l ö ck n e r, der Führer eine» der größten deusschen Konzern, der tätigen Anteil an den Vorstößen gegen die Arbeiter- schaft hat, an solcher Ensspannung gearbeitet wird? Herr K l ö ck n« r hat den Zentrumswahlaufruf unterschrieben. Er kämpft praktisch gegen die Arbeiter, möchte aber von ihnen gewählt sein. Die Zentrumsorbelter jedoch erklären sich gegen chn. gegen die Schwer- industriellen und gegen da» Schlagwon»Kampf dem Marxismus": „Gleichzeitig werden unter dem Schlagwort„Kampf dem Marxismus" Bestrebungen propogien, unter denen sich' A n- griffe gegen die sozialen, politischen und wirt- schaftlichen Interessen der Arbeiterschaft so» wie des demokratischen Gedanken» überhaupt verdecken. Wir erwarten von den zuständigen Parleiinstanzen, daß sie solchen Bestrebungen entschieden entgegenwirken und klar und eindeutig diese Auslegungen zu- rü ckw« i s« n. damit die Zentrumsorbeiterschaft das Aertrouen nicht verliert und die Möglichkeit hat bei den be- vorstehenden Wahlen für die Zentrumspartei mit Erfolg zu ar- betten." Ob den chrsstllchen Arbeiterführern, die diesen Beschluß faßten, der gentrumswahloufruf gefallen wird? Ob die Zentrumsarbeiter das Vertrauen auf Herrn Klöckner bewahren werden? Sie werden durch ihn �.nd die Regierung Marx belehrt, daß die wahr« Ver- tretung ihrer sozialen und politischen Interessen durch dt« Sozial» demokratische Partei«folgt. was ist am Reichswahlgesetz geändert worden! Zur Information für die Parteifunktionäre. �uzscdneiden! . Seit der R«ichstagzwahl vom 6. Sinti 1920 sind dreimal Aenderungen des Reichstagsmahlgesetzes«rsolgt. Das«/st«- mal vor den(1S20 ausgesetzten) Wahlen in Ostpreußen und Tchles- wig-Holstcin, die am 20. Februar 1921 stattfanden. Dabei handelt« es sich lediglich um die Berechtigung, auf den Stimmzettel.an Stell« der Namen oder neben ihnen auch die Parte i� anzu- geben und außerdem bei einer Verbindung von Reichstagswahlen mit Landtag», und Gemeinderoahlen die Bezeichnung.Reichs» tagswahl" auf den Stimmzettel zu setzen. Dies« erste Aende- rung ist durch die zweite Aenderung des Wahlgesetzes wieder überholt worden, da die Stimmzettelhcrstellung nunmehr nicht mehr Sache der Parteien, sondern der Wahlbehörde ist. Die dritte Aenderung erfolgt« am Tage vor der Auflösung des Reichs- tags. Sie ändert lediglich«ine Zahl im 8 IS des Wahlgesetzes, wie es durch die zweit« Aenderung gestaltet worden war. Di« Haupt- änderungen hat die zweite Novelle gebracht. Die zweite Novelle zum R e! ch s w a hlges« tz ist von der Reichsregierung am 2. November 1322 dem Reichstag vorgelegt, von diesem aber erst noch einem Jahre, am 8. Dezember 1923, er- ledigt worden. Di« durch diese Novelle herbeigeführten 2lenderun. gen betreffen oor allem das Wahlgesetz selber, zum kleinen Te-l auch die Wahlkreiseinteilung. Im Anschluß daran ist auch die Wahlord- nrmg geändert worden. , I. Aenderungen im Wahlgesetz. Um sicher schreibgewandte Wähler als Schrifisührer Im Wahl. vorstand heranziehen zu können, braucht der Schristsührer jetzt nicht mehr Wähler de» Wahlbezirks zu sein, in dem er amtiert(§ 10 Als. 2 des Wahlgesetzes). Nach Abs. 1 des 8 10 gehört der Stell» vertrete? dts Wahlvorstehers jetzt auch dann dem Wahl- vorstände als stimmberechtigtes Mitglied cm, wenn der Wahlvor- fteher selbst die Geschäfte leitet, der Stellvertreter arbeitet sich da- durch bester ein. Zur Ermöglichung früher Wahlen sind durch die zweite No- vrile zum Reichs Wahlgesetz die Dauenvählerlislea eingeführt, d. h. die Gemeindebehörden haben die Wählerlisten laufend zu vervoll- ftäkdigen. Der 8 11 des Wahlgesetze« spricht das im Prinzip au» durch die Bestimmung, daß die Wählerliste.g« führt' wird: vor- her hieß es, die Wählerliste werde.angelegt'. Die Brstimmungen über die Ausstellung von Wahlscheinen sind au» der Wahlordnung ins Wahlgesetz übernommen worden, wo sie im 8 12 zusammengefaßt sind. Dadurch ist eine Uederein- stimmung mit dem Gesetz über den Boltsentscheid herbeigeführt worden. Zur weiteren Crmöglichung früher Wahlen ist durch die zweßte Aenderung des Wahlgesetzes eine Abkürzung der Fristen vorgesehen. Die Fristen für die Listenauslegung sind nicht mehr wie bisher im Wohlgesetz selber festgelegt, sondern in die Wahlord- nung verwiesen worden. Der 8 13 dez Wahlgesetze, enthält nur noch«wen Hinweis auf die Pflicht der Gemeindebehörden zur Be- kanntgabe der Auslegungsfristen. Die Wahlordnung heißt jetzt.Abstlmmungsordnung'. Sie«nt- ? hält einheitliche Bestimmungen für die Reichslagswahi, die Wohl des Reichspräsidenten, für den Bolksentfcheid und für Abftimmun- gen über Neugliederungen im Reich. Wöhrend die Wählerlisten früher mindesten» vier Wochen vor dem Wahlrage ausgelegt wurden, erfolgt d!« Auslegung fetzt eventuell später, aber wie bisher acht volle Tag« lang«nfchließlich des »sten und letzten Sonntag» der Frist. Während früher die K r« i« wo h lv o rfchlä g e und die Zu. stimmung»ertlSrung der Kandidaten spätesten» am ZI. Tage vor der Wahl eingereicht sein mußten, ist dieser Zeitpunkt etzt im 8 13 de» Wahlgesetzes näher an den Wahltag her angelegt oorden. Kreiswahlvorschläge und Kandidatenertlärungen müsten ctzt spätestens am 17. Tage vor der Wahl eingereicht sein. Dieser Paragraph enthält insofern«ine weitere Erleichterung für die Wahlkomitees, als nicht mehr 50. sondern nur noch 20 Unter- chriften von den Wählern unter die Zbreiswahlvorschläg« ge- .»ordert werden. Diese Bestimmung ist am Tag« vor der Reichstags- auflösung durch die dritte Aenderung des Wahlge- f« tz e s wieder dahin modifiziert worden, daß zum Schutz« gegen die Anreichung völlig aussichtsloser Kandidatenlisten 500 Unterschriften gefordert werden. Wie der dadurch gestaltete Wortlaut des§ 15 tes Gesetzes zeigt, bleibt es für die polltischen Parteien praktisch bei 20 Unterschriften. In 8 16 ist als Konsequenz au« dem Vorhergegangenen al« letzter Tag, bis zu dem die Verbindungserklärungen - im Wahlkretsverband abgegeben werden müstan, statt de» l4. der zwölfte Tag vor der Wahl festgesetzt worden. Im Z 17 ist bestimmt, daß die Reichswahloorschläge und die Zustimmungserklärung der Kandidaten für die Reichs- Wahlliste künftig spätestens vierzehn Tage(früher 16) oor der Wahl sjngeroicht werden müssen. Die A n s ch l u ß e r klär u ng für die Reichsliste muß nach 8 19 spätestens am achten Tage (früher am 10. Tag«) vor der Wahl erfolgen. Der Fall des früheren sozialdemokratischen Reichstag»- abgeordneten Dr. Eohn-Nordhausen, der 1320 bei der Ausstellung der Kandidatenlisten in Polen weilte und wegen fehlender Berkehrsverbindungen sein« Zustlmmungs- erklärung zu seiner Ausstellung als Kandidat der USPD. für Thüringen nicht rechtzeitig«insenden konnte, weswegen er von der Kandidatenliste gestrichen wurde, Hot zur Folge gehabt, daß setzt im 8 20 de» Wahlgesetzes«In Zusatz eingefügt Ist, wonach bei Abgabe der Zustimmungserklärung für Kandidaten. auf den Kreisroahworschlägen(8 15 Abs. 4) und auf der Reichslist« (8 17 Abs. 2).Stellvertretung zulässig ist, wenn der Bewerber nach- weislich verhindert ist, die schriftlich« Erklärung rechtzeitig«inzu- senden'. Schriftliche Vollmacht und amtliche Beglaubigung stnd nicht vorgeschrieben, jedoch sicherer. Mündlich erteilte Bollmacht muß durch Zeugen nachweisbar fein. Für den Wahlausschuß, der für jeden Wahlkreis zur Prüfung und Festsetzung der Kreiewahlvorschläg« gebildet wird, waren bisher vier Beisitzer vorgesehen. Damit möglichst alle Parteien herangezogen werden können, sollen künftig vier bis acht Beisitzer fungieren(8 21). Di« beim Reichswahlleiter«ingereichten Reichswahloorschläge werden(8 23) künftig spätestens am elften Tage(früher 12.) vor der Wahl veröffentlicht. Eine der wichtigsten Lenderungen des Dahlgesetze» bringt der 8 25, der die Einführung de» amilichen Sammel- Stimmzettel, noch amerikanisch-englischcm Muster vorsieht. Die Regierung hatte in ihrem Entwurf fakultativ die amtliche Herstellung der Stimmzettel vorgesehen. Auf Anregung des Demotraten Bahr wurde mit Zu- stimmung aller Parteien— mit Ausnahme der Deutschnationalen und der Kommunisten— der obligatorische amtlich« Sammel- Stimmzettel beschlossen, der bereits bei der Landtagswahl 1320 in Anhalt mit gutem Erfolge verwendet worden ist. Der Stimmzettel wirt» bei der Wahl jedem Wähler mit dem Wahlkuoert vor dem Betreten der Wahlzell« überreicht. In der Wahlzelle bezeichnet der Wähler durch«in Kreuz das Feld der Partei auf dem Stimmzettel, deren Kandidaten er wählen will. Bei 6 Parteien in einem Wahl- kreise.sieht der Stimmzettel etwa so aus: Eozialöemokratifche Partei deutfchlanö« Müller Vogel Simon Seide» Da» Verfahren ist sehr einfach. In der Agitation Ist e« Sache der Parteien, in ihrer Press«, in ihren Flugblättern und auf ihren Wahlplakaten ihren Stimmzettel den Wählern nach Nummer, Parteibezeichnung und Namen so betanntzumochen, daß jeder Wähle? ihn genau kennt. Nur der amtlich« Stipunzettel darf bei der Wahl verwendet werden. Neu eingefügt sind in den 88 38—40 Bestimmungen, die die Pflicht zur Uebernahme von Ehrenämtern bei der Reichstagswahl regeln. Weitere kleine Aenderungen des Wahlgesetze» betreffen lediglich Formalien oder Verhältnisse der Behörden zueinander, wie in den 88 41— 43 dl« Derteilung der Wahlkosien zwischen dem Reich, den Ländern und den Gemeinden. II. Aenderungen der Ivahlkreiselnieilung. Roch unwesentlicher al» die meisten Aenderungen de» Wahl- gesetze» sind die durch die zweit« Novelle zum Wahlgesetz erfolgten Aenderungen der Wahltreiseinteilung. Bei der ersten Beratung im Rechtsausschuß de» Reichstags im Januar 1323 wurde von mir beantragt, statt der großen Wahlkreise mit den langen Kandidatenlisten kleinere Wahlkreise von insgesamt drei b!» fünf Sitzen zu schaffen, so daß normalerweise von den Listen der größeren Parteien nur der Spitzenkandidat«in Mandat erhalten würde. Abg. Graf Westarp für die Deutschnationalen, Abg. Kempkes für die Deutsche Volkspartei, Abg. Bell für da» Zentrum und Abg. Kopfch für die Demokraten erklärten jedoch übereinstimmend, die bürger- lichen Parteien hätten sich mit ihren Organisationen und Partei- sekretariaten bereit» so sehr auf die großen Wohlkreise eingestellt, daß bei ihnen kein« Neigung zu einer Aenderung vorhanden fei. Die Regierung hatte in ihrem Entwurf folgende— fast restlos abgelehnten— Aenderungen der wahltreiseinleilong vorgeschlagen: 1. Die inzwischen gebildet« Einheitsgemeinde Groß-Berlin bildet einen einzigen Reichstogswahlkreis, d. h. die früher zu Nieder- barnim und zu Teltow-Beestow gehörigen Teil« des jetzigen Groß. Berlin kommen zum Wahlkreis Berlin, der auch zugleich Wahlkreis- verband für sich ist.(Abgelehnt.) 2. Der Rest von Niederbarnim und Teltow-Deeskow bildet einen selbständigen Wohltreis Potsdam, und dieser mit dem Wahlkreis Frankfurt a. d. O. den Wahlkreis o e r b a n d»Brvn. denburg'.(Abgelehnt.) 5. Der dem Reich« verblieben« Teil von Oders chlefien bleibt als selbständiger Wahlkreis.Oppeln' bestehen, wird aber mtt den Wahlkreisen Breslau und Liegnltz zu einem Wahltreis- oerband.Schlesien' vereinigt.(Angenommen.) �ukkeden! 4. Der Wahlkreis W estfaken-Rord wird m zwei Wahl- treffe, den„Wahlkreis Münster' und den„Wahlkreis Minden' zer» legt und als Wahlkreis verband.Westfalen-Nord' wieder für die Verwertung der Reststimmen vereinigt.(Abgelehnt.) 5. Der Wahlkreis Westfalen-Süd wird ebenfalls in zwck Wahlkreise, in den„Wahlkreis Arnsberg-West' und den„Wohl- kreis Arnsberg-Ost' zerlegt und dann gleichfalls wieder für die Reststimmen zu einem Wahlkreis verband.Westfalen-Süd' zu- sammengeschlossen.(Abgelehnt.) 6. Der Wahlreis Hessen-Rassau wird zerlegt w„Wahl- kreis Wiesbaden' und„Wahlkreis Eaffel', beide Wahlkreis« bilde» dann mit dem Wahlkreffe Hessen-Darmstadt de» Wahlkreis o er» band.Hessen'.(Abgelehnt.) 7. Aus den drei Wahlkreisen de, recht»? h«l»ische» Bayern werden folgend« vier Wahlkreis« gemacht:„Ober- bayern',.Niederbayern-Oberpsalz',.Mittelfranken-Schwaben' und „Ober- und Unterfranken': die ersten drei dieser Wahikyeife bilden den Wahltreisverband..Bayern-Südost'. der letzter« Wahlkreis mit der bayerischen Rheinpfalz den Wahlkreis v« r ba nd„Bayern- Nordwest'.(Abgelehnt.) 8. Die drei sächsischen Wahlkreise— Dresden-Bautzen. Leipzig und Chemnitz-Zwickau— werden In Uebereinstimmung mit der Wahlkreiscinteilung zur Landtagswahl an die Kreishauptmam»- schaften angepaßt.(Angenommen.) Don all diesen Aenderungen wurden trn Reichstage nur die unter 3 und 8(Oberschlesien und Sachsen) angenommen, all« and«. ren von allen Parteien abgelehnt. Für Grvß-Veriin wurde von mir statt eine» Riesen wohlkreise» von 4 Millionen Einwohnern, der geradezu einen Anreiz für all« möglichen Organisationen zur Aufflellung eigener Kandidaten bilde« würde und damit die deutsche Parteizersplitterung noch steige?« müßte, eine Dreiteilung in folgende Einzelkreffe vorgeschlagen: Wahlkreis Berlin I: Verwaltungsbezirk« 2 Tiergarten, 3 Wedding, 7 Eharlotte» bürg, 8 Spandau. 9 Wilmersdorf, 20 Reinickendorf(1 228 000 Em» wohner). Wahlkreis Berlin II: Verwaltungsbezirk« 1 Mitte, 6 Hallesche, Tor, 10 Zehlendorf. 11 Schöneberg, 12 Steglitz, 13 Tempelhof, 14.Neukölln(1397 000 Einwohner). Wahlkreis Berlin III: Berwattungsbezirt« 4 Prenzlauer Tor, 5 Friedrichshain, 15 Treptow, IS CSpenick, 17 Lichtenberg, 18 Weihensee, 19 Pankow (1 112 000 Einwohner). Dieser sozialdemokratische Vorschlag wurde im Rechtsausschuß von den Demokraten unterstützt, er siel aber mit Stimmengleichheit (18 gegen 13 Stimmen), weil«in demokratischer Vertreter(Abg. Woch-Weser) eben vorher das Zimmer verlassen hatte. So blieb e» auch für Berlin bei de? bisherigen Ivahlkreiseinleilung. durch die dl« Einheitsgemeinde Groß-Berlin als nicht vorhanden behandelt wird. dank der erbitterten Gegnerfchast der Rechtsparteien gegen die» kommunalpolitisch« Gebilde. Wenig« Tage vor der Äufiösung de» Reichstag» hat die Reichs» regierung dem Reichs r o t«ine dritte Novelle zum Reichs- Wahlgesetz unterbreitet. DI« Novell« sah vor allem«in« V«r- rmgerung der Abgeordnetenzahi von 459 auf 399 und gleichzeitig di« Vermehrung der Wahlkreise von 85 auf 156 vor. Die jetzt für ei« Mandat maßgebende Stimmenzahl von 60 000 sollte auf 75000 er» höht werden. Der Entwurf ist jedoch von der Regierung zurückgo- zogen und im Worttaut gar nicht veröffentlicht worden, nachdem die Fraktionsvertreter im Aelteftenausfchuß de» Reichstage» erklärt hatten, die Wahlvorbereitungen der Parteien seien bereit« soweit vorgeschritten, daß tiefgreifende Aenderungen des Wahlversahren» für di« bevorstehende Wahl nicht mehr gut möglich seien. Di« Erfahrungen, die all« Porteten dann aber bei der Auf» stellung der Kandidatenlisten hoben machen müssen, dürften da» Schicksal der großen Wahlkreis« mit den langen Kandi- datenlisten für die Zukunft enffchleden hoben. Berufs- und Inter- essengruppen aller Art bedrängen die Parteien, ihnen sichere Plötz« auf ihren Kandidatenlisten einzuräumen, persönliche Einflüsse suchen bei der Kandidatenaufftellung zur Geltung zu kommen, so daß die Parteien gerade in der Zeit, in der sie einig und geschlossen dastehen müßten, zur Zeit de» Wahlkampses, von lähmenden Einflüssen durch- wühlt und zersetzt werden. Im neuen Reichstag dürft« sich bald ein« Mehrheit aus allen Parteien zusammenfinden, um«ine Wahl- r« f o r m zu schaffen, di« zwar an den Grundlagen des gegenwär- tigen System festhält, aber feine bisher zutage getretenen Hebel- stände möglichst beseitigt. Wilhelm Dittman«. * (In einigen Tagen erscheint im Lorwärts-Berlag eine Neuausgabe de» Reichswahlgesetze« mit der Reichsstinuw- ordnung zum Handgebrauch für die Porteifunktionäve.) Tabletten hervorragend bewährt bei Rheuma, Kopfschmerzen, Sicht, Nervenschmerzen, Ischias, Hexenschuß. Keine schädlichen Nebenwirkung»«. Stark Harnsäure- lösend, geht Togal direkt zur Würz»! deS Uebels. Seine schmerzstillende Wirkung tritt sofort ei». Auch Schlaflosigkeit wird mit Togal erfolgreich bekämpft. In allen Apotheken. 0e»t. 64 3'/» Acid, acet saiic, 0406»/» Chinin, l2,6, Uhr u 81 Heute WM W»2 Nachm. halbe Pr.f Rsuchjen Rcstaltci! Volksbühne /'/a- Külitz; Junger LessSas• Tb. Vit Uhr; Wie es euch gefüllt I°»!„*c ihr nlK Sll!. MM-Ill. 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BdlincobUder• Hermann Krehan und Impekoven/ Tänze i Bruno Am* «~~PEKSONEN:.............. vrflhiMi... Lori Leoi Prinz Nanael.... 0(tO SlOriO, rheat« d.wien Im* Callatra, ober« FfflnZ LiWitKÄ lÄ PSPttl, seine Prsu..»»»»,. IlBÜü ftÜrtj Paolo SSramsdau.......... FlliZ SülHtlZ lOlbl, Reporter............ E. SCcläGitlliCr Zelt« Gegenwart Dekoradooeai Theaterktmstge« erbehaot Impekoven Stenger/ Kostflmei Theaterkunst Hcnxx. J. Vorverkaui 10-2 Uhr an der TbeatcrbasM «J i'iVh iT iil/Iii/Hili/i iTiuiT oiiu � i ä» n i*i l ♦ Di IrTTi V< I r iTui»i»i« 1 1» n r DeiitsdioiMllailiMiM Die Berichterstattung vom Brrboudstag findet in nachsteiiendeit Lofaien zu den angegebenen geilen iiatt: Sonntag, den 10. März. norm. 1? Ahe, in Itallbeege, üotal Rettingcr, Am Marie Montag, dm 17. März: L Bcjitl: abenb« 7 Uhr in We tzense« .Zum Prälaten-.LeHderftr 122. 2,. abends 7 Uhr in Schmidts Eelellschaftshans.Fruchlst 3«». OL. abends 7 Uhr in Lichtenberg bei Bürger, Frankst, ruAlleeLW L. abends 7 Uhr in Lichtenberg im(Sefang» aal der Knaben» Milteischilie, Marultraße. 8. r abb» 7 Uhr im»Reichen bergt» Hol-. Reid'enberger Ein 147. »,» abrnbs 7 Uhr in der Kiniii» Brauerei, Neukölln, Hermann» steche. Ecke Jügerliratze, 7. m abends 7 Uhr in den.Hohen» stanseu. Täicu". Kottbusee Damm 78, IL. abends 7 Uhr bei Prall«», Michaeikirchltraße 2ga. 0»» nachm S Uhr in GUefing» Feftsaien, Wassertorstrahe. rh.i�Vdmiraisiiaiatl Aladendiich Tl, U.: Mei QQdiiriliei l'/s U. b. kl. Preisen Bin Wnlzertraum Deutsch. Opernhaus DieWiöie .__ l Isttin*. Owmtj. Iblnsns, Bsrg, lerer. PsU Intimes Thsattr i: DerHInduprlnz Oer Schrei usw. Metropal-Theater Letzte Vurstellunp l'i, Uhr: Mariettn Neues Thea!».Zoo 7'/s Uhr: LILLY PLOHR in Meine Tochter Otto Neues Volkstheat. i U: Die Tragödie der Familie Stahl Thalia-Theater V/t U.; Prasqnita -am.-S, Jsdl&wker, Martha Serak i'lieiln I.d. Osmnnuisiilciistr. a'OasRaiiioiQäiiel Operettev.P Weinei Surf tesscrams, Edith Drio. innqr» Xrusi, Lyi Cihms J'/,: Logenbrüder Wailner-Theater ZU; Johannisfeuer VI, Uhr:. Kad.?liärao Lustspielhaut Der Liebeüraok Böse-Theater Vi,: Schwarzkdntil 7 V.U.; Goldschmieds Töchterlein Komische 6 per " Allabendlich 71;s Die prööle Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier UFA-PALASTamZOO Calt 14. Februar, demTag dor UrauflUhrung des Nibelungen• Filme. 20001 SHzplätze JEDE VORSTELLUNG pf ausverkhuftW SONNTAGS VORVERKAUF 11-1 UHR EHREN- UNO FREIKARTEN UNGÜLTIG I URANIA T-ü4b8%Tr Am Sonnt, 16 3., 11 Uhr vorm. 5. 7 8 Unr. 17. 5 Uhr, 18. 19 Zu. 5. 7. 9 U, 41. 9 U., 22. u. 23. 5, 7,9U Im Theater Letzte An!» MltKIS Iftf lührungcn von Ea r* Di iri Ein Natur- u Kuiturdokument aus d EsKimolande. Einleitender Vortrag Or. v. Leszcl. Direktor der Urania. London, New York, Paris sprachen monatelang davon Jngendllche zugelassen Vorvetk.: Wertheim, K d W.u.Uranlak Trabrennen JSariendorf Sonntag, den 16. März >1,1 Uhr Ute Jakthfr. 3i>— 32 Dfahofl 2047 Centrai-Theater 3 Ssiitii- Däohsff 2041 Olreklloni Carl Heina Wölfl Allabendlich 8 Uhr Der grobe Operetten-Erfolg I Der tonte Hupst i Operette in 3 Akten mn Dr. Bruno Decker und Rob. Pohl Musik von Rudi Gfaller Voraiier dieses Inserats zabtt an der Abendliasse auf alieo Plätzea ein Drittel des Kasseipreisesl .[■, Vr§ht:i WWMM, Pabrlknlederlagcn t O. Bendlx. Königsgraben 9 St. Waurlch, NiederwalistraBe 3 Theater am Kottbuscr Tor Tagst l'/.u öonn- lag naenm 3 U.; Elite-Sänger i. neuer liesetzung OerBombencrfolc du neun Pnjruu» mit f Beethovsnsaal Montag, den 24. März, 8 Uhr Liederabend Gabriele Joachim Am Flügel: Prot. Roh. Kahn HBndol, Schumann, Brahms j 1 lolies Caprice 8 Uhr: Sie Beine einer Schöten Tran Zwischen 12 u.l Walhalla Theater | Weinbergsweg| |5 Welt- | attraktloneo 1 Gasino-Theater Lothringer Str. 37, lillisitn Thtaler Berlin Volksiüml. Preise von SO PI. bis 1 Su M. Tagl.8 Uhr: Derlnuliimsidrintr: Die Kaiiv. Steiihoj Lindenstr MM Potsdamsr Str. 19 Ed» HarjuKtenttr, Hrosi toschsn Von Richard Voss Femer: Rsdio Jugendliche haben Zutritt Beginn 7 uid 9 Sannt.$, 7 und 9 Uhr Hecbt Zigarren.ZIgarettcn. Tahilwaren- jroUaadiDog 'Sie lacben Tränen! .Worum soll«r nich mji Ihr mal wackeren aehn- .Hätt Franz doch bloß lern Freund man nich- .Warum Nelfie mir denn immer uff die Beene- ,Wat bot'n da der Brdulsam von de Braut» singt dllabendlich Ciaire Waldoff im Mefropol»Variet6 1 dazu 8 weiter« Attraktionen S Uhr Kleine Preise l«. IL 12. 13. 15. IS. 17. 18. 19. 20. 2L abend» 7 Uhr. Lolal AnaNst Schulz, Slafischreibeislr 28. nachm. 6 Uhr im„Tlexan 2» 23. 24. btlne«*, Alrrandrinrnlir 37a, abend»«>., Uhr in LchSne. berg im Lokal.WUHrlmshost'. Edrrsstr.»0, 1 Tr nachm. 5 Udr in Strgttß km Realgomnasinm, Henestroße. abend» 7 Unr Im„Jiirtlichea JJTt*, Tharlottcnbg., Berliner etrnßc 53, abend» 7 Uhr im.Moabit« «esrllschastshauo'.Wirieiftr.iS abend» 7 Uhr im Lo eil von «orowsN.Rrinickrndors.ZVeft. 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S Ahr. im Sophirn-ivgmnosluua.©lemllroße »iiLsMsilillie OroppesversaiQilQiio der in der orihopSdischen Gruppe br- Ichästlglen Aibeilcrinnen und Arbeiler. MUglledsbuch legitimierL 2<*MgBnft8eiB8rtie«*12222 WiNwoch. den 19. März. nachm S«Hr. im Lokal Reitling, Waflerlorsteaße 71: Wichtige Sitzung der verlrauenaleule au, drn Seh leben de» verbände, verlin« Laast- griveedebeklrd«. Zeder Betrieb Muß verirrten sein. Wr! VMWWMr WUi Oonnerstag. den 20. März, obeiiba 7Uhr.imGcw..Ncha,-ohau,.i©-ak� Branchenversammlung der wertzeugmachrr. Tagesordnung: 1 Neuwahl der Branchenleitung. 2. Verschiedene». IS4/4 vi« 0rl«VO»uanItNMg. Sport-Palast PotsdamerStr. 72. Hittwoeb, 19. 3iarm, 8 dar abdik: lohann-Strauss-Abend Johann Strauss dirigiert das verstärkte Blüthncr-Orchestcr Eis« Knep«!/ Bernhard Bötel (Staatsoper)(Deutschas Opernhaus) Bellen der Slaatsoper. ElnheUnpreln SU.— Wlrtnchnftsbetrleb. 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