Abendausgabe Nr. 132 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 66 Bezugsbedingungen und Angeigenvretle Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Serafprecher: Dönhof 282-295 Tel- dreffe: Sozialdemotrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Dienstag 18. März 1924 Berlag and Angetgenabteilung Gefchäftsgett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag Gmb Berlin$ 68, Cladenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2308-250? Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Ludendorffs politische Träume. Gegen Faulhaber und die Katholiken Ludendorffs Diktaturgelüfte im Kriege Hitlers Marsch auf Berlin. BS. München, 18. März. Der Beginn dre heutigen Berhandlung verzögerte sich längere Beit, da das Gericht über die gestrigen Anträge der Staats. anwaltschaft auf Bernehmung des Majors Hunglinger beriet. R.-A. Rober schnitt noch anfangs den Fall Schraubenbach an und erf'ärte, daß er in diesem Fall falsch informiert worden sei. Hierauf nahm General& dendorff das Wort: 1. Es ist eine unrichtige Behauptung, menn Kardinal Faul. haber 3tert, ich hätte ausgeführt: Kardinal Faulhaber fiche hinter den Plänen, Bayern und Desterreich zusammenzuschließen." Davon steht in meiner Aussage nicht ein Wort. 2. Cin autentischer Wortlaut der bekannten Rede des Kar. binals in New Dort ist trop verschiedener an den Kardinal herangetretener Bemühungen in der deutschen Presse nicht veröffent. licht worden. Darum find Mißverständnisse über einige Redewenbungen selbstverständlich und an und für sich nicht ausgeschlossen. Kardinal Faulhaber hat sich mit dem Lusitania Fall" und dem deutschen Einmarsch in Belgien befaßt. blach der New Dorfer Staatszeitung" hat Kardinal Faulhaber diese beiden Fälle, den Lufitanio- Fall" und den deutschen Einmarsch in Belgien" als„ Berbrechen" verurteilt. Diese Zeitung schreibt unter Bezugnahme hierauf: " " Und was den Eindrud feiner Keulenschläge noch erhöhte, war die Tatsache, daß er nicht anstand, auch seinem eigenen Bolte offen und unverbfimt die volle Wahrheit au foaen. Der Kardinal nerarteif... die eingangs erwähnten utte militärischer Natur als Vertredy n Der Kardinal felbft bezeugt in einem Brief vom 30. Juli 1923 an die Münchener Augsburger Abendzeitung", daß er über diese beiden Fälle gesprochen habe. Er sagt:„ Die Zwischenbemerfung über den Einma: fch in Belgien und die Bersentung der Bufitania" habe ich in meiner Rede in New Dort- Broofinn mit Doller Ueberzeugung und in flarer Boraussicht der üb. Tichen Nachreden gemacht Leider fann ich die Borgeschichte diefer Bemerkung aus Gründen der Diskretion nicht veröffentlichen. Die Gruppe Deutschvöltifer, bie Ihnen von New York Brooklyn aus einen Protest fandte, Ieiftete dem Deutschtum in Amerite schlechte Dienste. Daß evangelische Fonntersblättchen aus meiner enderthalbstündiren Rede nur diese Beilen abbruden und politische Säuglinge meine Rede in Widerforuch mit Admiral Eiems bringen, beweist mir aufs neue, daß den Deutschen nicht mehr zu raten und darum nicht mehr zu helfen ist. Mit Demgegenüber steht fest, daß die Rede des Kardinals in Amerita und Europa als deutsch- abträgig empfunden worden ist. Der Lufitania"-Fall und der Einmarsch in Belgien" haben die öffentliche Meinung in den Bereinigten Staaten aanz besonders gegen Deutschland errent. Die Versenfung der Lufitania" war getote von tem amerikanischen Atmiral Siems endlich als nicht völferroch'sw.brig bezeichnet morden Wenn sich nun Kardinal Jaulhaber in irgendeiner Form gegen die Versenkung wendet und das ist eben gefchehen so wird damit die Rechtmäßigteit der Versenkung von neuem in Zweifel gezogen und wieder als„ völkerrechtswidrig abgestempelt. in ers vermag ich mir auch heute nicht, felbft nach der Erklärung des Kordinals, den Fall zurechtzulegen. Dem Einmarsch in Belgien wird bekanntlich in der Welt die Schub an dem Eintritt Englands in den Kreig beigemessen. Er wird überdies noch als eine besonders schwere volterrechtswidrige Handlung angesehen, mit der die Entente. dank der Unfähigkeit des Herrn v. Bethmann, in den Tercinisten Steaten eine besonders beftiae Propaganda trieb, flbst als emeritenische Edriftsteller in tiefem Verständnis für die Eelenge Deutsch lents diesen Einmarsch als notwendig und rechtmäßig erklärten. Wenn nun Kardinal Faushaber diesen Einmarich in Belgien als Verbrechen oder als Frhler bezeichnet. fo fpricht er damit eine Ansicht aus, die die überwieq- nde Mehrheit im deutschen Bolte als nicht gerechtfertigt empfindet. 3. Nicht richtig ist es auch, wenn Kardinal Faulhaber ausführt, ich hätte gesagt, er halte die Versenkung der Lusitania" für volfer. rechtswidrig gegen elle naträalichen Berdrehungen einiger Zeitungen aufrecht. Davon ist nichts gefaat. mit fremder Hilfe geführt werden fönne und deshalb die fepara. tistische Gefahr bringe, und 3. Aufrollung der deutschen Frage von Bayern aus, Durchführung des Kampjes in ganz Deutsch and unter der Hakenkreuzfahne, Hiffung der schwarz- weiß- roten Hafenkreuzfahne auf dem Reichstag. Eie haben erklärt: Wir werden auf diesen drillen weg marschleren. Das war also das völlische Bro. gramnt, bas am 8. November durchgeführt wurde. 66 Hitler: Meine erste Einf.ellung war die, daß ich den Schritt Coffows als Meuterei ablehnte. Erst als ich die Mög lichfeit Jah, daß Loffow ein zweiter Jord werden könne, famen die Maßnahmen, die bann später zu dem Unternchmen führten. Borf: Die Gegenüberstellung des zweiten und dritten Weges ergibt aber auch, daß fie sich schon damals gegen die Zauberpolitit Kahrs gewandt haben, denn Sie haben auch u. a. von der Abfehr von der Schmoll. intelpartei" gesprochen. Hitler: Ich war von Anfang an überzeugt, daß Kahr wegen bis zur legten Konsequenz zu führen. Die Schaffung unserer ge feiner politilen Echwäche nicht imftande war, den Kampf waltigen Bewegung war unser Wert, nicht das v. Kahrs, und wir fonnten die Bewegung nicht in die Hand eines Mannes geben, der m. E. tein Bismard, sondern nur eben Exzellenz v. Kahr mar. Bir waren nur unter der Bedingung bereit, mit ihm zu gehen, daß der begonnene Kampi nicht in der Richtung Paris, sondern in der Richtung Berlin laufe Die verfäumte Diftetur. Borf zu General Bubendorff: Sie haben am 3. Novem. ber um heimanand" einen Artitel„ Die pöltije. Bewegung ver. öffentlicht? Bubendorff: Der Artikel ist nicht nur im Heimatland erschienen Ich war am 14 Ottober in Breslau und sprach dort mit mehreren Herren über die nöllische Bewegung. Als man mich nach dem Wesen der Bewegung fragte, habe ich feine richtige Definition geben tönnen. am 1. Movember u. a. im Bölkischen Beobachter". Ludendorff: Aber mehr von der anderen Seite, als von unserer Seite Bori: Persönlich hohen Sie also nicht an einen militä. rifchen Marich nach Berlin geglaubt? Ludendorff: Nein, nein. Das war für mich fein feststehendes Brogramm, fondern nur eine Unterhaltung. Borf: Haben Sie auch an den Marsch nach Berlin nicht ges glaubt, als am 8 Remember abends Hitler im Bürgerbräu von dem Marsch nach dem Sündenbabel Berlin Sprach? Ludendorff: Nein. Bor: Sie glaubte allo nur an eine Lösung durch politischen Druck auf den Reichspräsidenten. Sie haben von dessen Absetzung gar nichts gewußt? Ludendorff: Rein Bors: Ist denn etwas davon gesagt worden, daß in Bayern eine Reubildung der Reichsregierung mit Ebert als Reichspräsidenten erfolgen würde? Ludendorff: Bon seiner Absehung habe ich jebenfalls nichts gehört. Borf.: Sie glaubten also an die Möglichkeit einer neuen Reichsregierung mit bertan der Spize? Ludendorff: Das mußte jedenfalls der Zukunft über. laffen bleiben. Borf.: Sie werden einsehen, Exzellenz, daß in dieser Darstellung ein gewisser Widerfpruch zu Ihren früheren Angaben besteht. Wie tommt das? Ludendorff: Meine erste Aussage wird meiner damaligen Auffaffung entsprochen haben. Ich habe tamals so vieles gehört. Hute ist meine Auffassung so. Es ist mir nicht möglich, etmas anberes zu faaen. Ich habe jebenfalls nicht an einen militärischen Marich noch Berlin geolaubt. Borf: Hier hat doch aber im Bürgerbräu die Bildung ber neuen Reichsregierung verfündet. Bubendorff: In seiner Rede ist aber nichts von Ebert gefagt Borf: Die Regierung war bodh aber schon gebildet. Es fonnte boch also fein Drud mehr in Frage kommen. Ludendorff: Ich habe in meiner Erregung nicht so genau auf die Worte Hitlers gehört. Im übrigen fam ich genau so plöglich in diefe Situation hinein wie die anderen Herren. R.-A. Dr Luetgebrune: Haben sich denn Ew. Erzellenz in dem Artikel irendwie bedacht, wie die Diftatur einzurichten ist? Ludendorff: Darüber habe ich nicht nachgedacht. einen Artikel, der an viele Beitungen gefandt worden ist. Er stand Deshalb fegte ich mich nach meiner Rückkehr hin und verfaßte verliest dann die en Artikel und interpretiert auf Wunsch des Bor izenden den Hauptfaz des Artikels:„ Die volfische Bewegung führt burd Stampfgemeinschaft zur Boltsgemeinschaft, eie mußte ebenso wie die Monarchie cus dem freien Willen zunächt unter volfischer Dittatur. Die völfilde Bewegung ist des Boltes entstehen. Rampf." Ludendorff erklärt hierzu, daß die völfi'che Gemeinschaft, wie er fie auffaffe, die Zusammenfassung aller Deutschen bedeute, die bereit feien, zur inneren Gefund ng und deutschen Freiheit zu Ruhm und Ehre des Baterlandes zufanimenzustehen. Leider traf diese Boraussekurg bisher nur auf einen Teil tes Bolles zu. Dittatur in Frage Ich bin Monarchist, erklärte Ludendorff. Borübergehend tommt hierfür die volfische aber bie Monarchie tann erst tommen, wenn das Bolf es mill Borher kommt die völkische Diffafur. Ich habe mich während des krieges wiederholt mit der Diftaturfrage teschäftigen müssen. In Frankreich, Eng'and und Amerika ftanden Diftatoren an der Spize. Mir wurde der Vorwurf gemacht, daß ich nicht die Diftatur übernommen habe. Ich hätte es fun müssen, und das ist der Vorwurf, den ich mir madhe. Bors.: Bei Ihrer ersten Vernehmung hatten Eie erflärt, daß die Dittatur nur gewaltsam burch bas 3usammenwirten des Bayerischen Staates und den Norddeutschen Fattoren tommen tönne. Ludendorff als Naiver. Ludendorff: Ich habe mich dauernd mit diesen Fragen be4. Wenn endlich Kardinal Faulhaber aus den zeitlichen 8ufchäftigt. Wenn ich das damals gesagt habe, fo entsprach es meiner fammerhängen feiner Ameritareise mit dem damaligen Auffassung. Bors: Sie haben die Errichtung eines Fuchs Machaus- Prozeß Schlüffe zieht, bie ich nicht gezogen nationalen habe, obschon ich mich im vaterländischen Intereffe offen und sopumeslos aus elprochen habe, so bedauere ich das. Mir lag daran, festzustellen, daß " tie ultramontane Boffit gleideifig in Deutschland und Amerita unserem Vaterlande abträgig wielt, um damit recht deutlich zu erklären, wie ich in diefes Unternehmen hineingefommen bin. Ich habe geglaubt, baß in der Nacht pont 8. zum 9. November S. Majestät der König auf Herra v. Kahr eingewirkt habe. Ich erkläre ausdrücklich, deß ich heute nicht mehr baran glaube. Ich nu dann noch auf eine auferung des Herrn v. Lossow über den rerstorbenen Herrn n. Scheubner- Richter zurüfommen und diese euerung zurüdweilen. Herr v. Scheubner- Richter iff an meiner Seite ben Heldentod gestorben und die sämtlichen Angeklagten halten den Ehrenschild über ihn. Kahr war fein Bismard. Borfihender zu Hitler: 3h habe hier das Nachrichtenblatt Des Oberkommandos Threr Sicherheitsabteilung. Darin heißt es, Daß Sie in der Belprechung vom 23. Oktober brei Beze für Banern ent videlt hätten. 1. die argisierung Bayerns und damit Zusammenbruch des legten Bollwerts gegen den Bolschewismus. 2. Rampf Bayerns gegen den Margismus, ein Kampf, der nur Reichsdirektoriums als Patenflösung Dr. Quetgebrune: Waren sich denn Exzellenz barüber flar, bak mit Hitlers Reden gesagt werden sollte, die neue Regie. rung fei schon gebildet. Ludendorff: Nein, ich habe Hitlers Borte nicht so genau verfolgt Borf.( unceduldig): Na, wie haben Sie es fich denn gedacht? Bitte fagen Sie das furz, das ist wichtig. Berfügung gestellt Diese Regierung war für mich ein Ludendorff: Ich habe mich der neuen Regierung zur Rumpfgebilde aus Männern aus dem Norden, die dann zusammen mit der bagerischen Staatsgewalt und den Baterländischen Berbänden einen Drud auf Berlin ausüben wollten. Bor.: Es war alfo für Sie teine endgültige Bildung, sondern nur eine Borbereitungsmaßnahme? Ludendorf: Selbstverständlich. Staatsanwalt Ehardt: Erzellenz haben den Standpunkt ver treten, daß es sich um eine Umwälzung handelte. die nicht von vorne herein mißglüdt war, um eine völtische Revolution, deren erster tt gelungen war, weil am 8. November abends alle Macht in den Händen der neuen Regierung lag. Ludendorff: Ich fann mich dieses Standpunkts nicht ent. finnen. R.-A. Dr. Luetgebrune: Sch bitte feststellen zu wollen, nh Ludendorff darüber ins Bild gesetzt worden ist, in welchem umfange er dittatorische Bollmachten ausüben sollte." General Ludendorff: Das ist vollständig richtig, ich sollte boch die nationale Armee überhaupt erst übernehmen, menn Reichs. wehrminister" Loffom fie ins Leben gerufen hatte." Ungeflagter Hitler:„ Ich betone, ich fannte damals und fenne General Ludendorff. aufgefaßt. Haben Sie noch am 8. November abends an diefe heute noch feinen anderen militärischen Führer für Deutschland als Lösung gedacht? Lubendorff: Einzig und allein. Bor: Sie wußten bod) aber von der Berhaftung der banerifchen Minister?- Ludendorff: Rein, das mußte ich noch Borf.: Doch, doch, Exzellenz, gas haben Sie ja schon zugegeben. Sie haben es ja im Borzimmer des Bürgerbräus erfahren ung Sie haben auch gewußt, daß Reichspräfigent Ebert abge let war. Tann war doch die Batentlösung nicht mehr möglich. udendorff: Nein, bas habe ich nicht gewußt. Borf. Eie behaupten al'o, daß Sie noch am 8. Nopember abends weiter an die Patentlösung geglaubt haben, und daß Sie nicht an einen militärischen Marfch nach Berlin, sondern nur an einen politischen Drud auf Berlin gedacht haben? Lubendorff Seibtperfta nbtich, felbstverständ lich! Dr. D. Scheubner- Richter erflärte mir ja auf der Fahrt zum Bürgerbräu, baß Sifler den Herren Kahr, Lofsom und Geißer in ber Richtung ihrer Wünsche zum Abiprung verhoffen habe. Im Neberzimmer des Bürgerbräus stand ich bann ebenso unter moralischem Swang wie jene Herren. Borf.: Es wurde boch aber immer von einer Diktatur Hitler Ludendorff gesprochen. ( Fortsetzung auf der 3. Seite.) München, 18. März.( WEB.) Um% 1 Uhr war die nicht. öffentliche Sigung, ohne daß die Oeffentlichkeit wiederhergestellt worden wäre, beendet. Es wurde bekanntgegeben, daß die nächste öffentliche Sigung am Freitag vormittag 9 Uhr stattfindet. In diejer Sifung werde tann auch der Gerichtsbeschluß darüber betann gegeben werden, ob die Plaidoyers in öffentlicher oder nichtöffentlicher Sitzung abgehalten werden sollen. Der fozialistische Bund nennt sich bie Organisation, mit beren Silfe ber alle Bebebour bei ben nächsten Wahlen in den Reichs. tag einzuziehen hofft. Rabolb, Rufch u. a sollen biefem Bunde", ber alfo wieder eine neue Bartei wäre, nabestehen. Es macht eben jeber feinen eigenen Laben" auf. Die Deutschnationalen halten ihren Barteitag am L. April in Hamburg ab. Abbau der Reichsjugendpflege. Dem Ansturm der Bernunft ist es gelungen, das Reichsjugendwohlfahrtsgefeß( RING.) vor dem allgemeinen Scherbenhaufen zu bewahren, den die Regierung vermittels des Ermächtigungsgefeges fabrizierte. Aber zu welcher Gestalt? Die Verordnung über das Infrafttreten hebt zunächst den Abschnitt V Die öffentliche Unterstützung Minder jähriger", der, wie mir oben bemerften, den Jugendämtern Unterſtügungsverpflichtungen über das Eriftenzminimum auferlegt, auf und gleichzeitig Nr. 3 des§ 3, die den Jugendämtern die öffentliche Unterſtügung Minderjähriger zur Bflichtaufgabe macht. Die Unterstützung der hilfsbedürftigen Minderjährigen wird auch nach der Berordnung über die Fürsorgepflicht also von den Ländern geregelt. Borläufig = gelten für Maß und Art der Fürsorge noch die Bestimmungen des RIMG., wonach bei Bedürftigkeit Erziehung und Erwerbsbefähigung und rechtzeitige dauernde und gründliche Abhilfe zu gewähren ist. Dann treten die ohne Reichstag von der Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats aufgestellten Richtlinien an Stelle gefeßlicher Bestimmungen, die von einer fiberwältigenden Mehrheit der Nationalversammlung beschlossen wurden. Die Berordnung bestimmt dann weiter, daß die oberste Landesbehörde, alfo in der Regel die Wohlfahrts oder Arbeitsministerien der Länder, den Gemeinden die Befugnis erteilen können, die Aufgaben der Jugendämter anderen Stellen zu übertragen. Die Mitwirkung der freien Wohlfahrtspflege muß nach dem Maßstabe des RWG. auch dann gewahrt sein. Die Errichtung von Landesjugendämtern wird den 2 än dern überlassen. Die Landesregierung bestimmt, wer ihre Aufgaben übernimmt. Ein Reichsjugendamt wird nicht errichtet. Es wird ausdrücklich betont, daß eine Verpflichtung zur Uebernahme der sogenannten freiwilligen Aufgaben des§ 4, Mutter- und Säuglingsschutz, Jugendpflege, für die Jugendämter nicht besteht, ja es fann die oberste Landesbehörde die Jugendämter von einem Teil der Pflichtaufgaben befreien, nämlich von der Jugendhilfe, der Mitwirkung bei der Beauf fichtigung arbeitender Kinder und Jugendlicher, der Kriegsopferhilfe und den Polizeibehörden. Entwicklung, insbesondere die Parlamentarisierung damit| tommunistischer Abgeordneter. Mit den Kommunisten, Sozialisten ausdrücklich zu perhorreszieren. stimmten, zur Berblüffung der Deutschnationalen und Bolksparteiler, auch die Böltischen" für den Antrag. 2. Dr. Hergt war auch nach der Abgabe feiner Demiffions erflärung unter gewissen Voraussetzungen bereit, unter der neuen Schweine wirtschaft" als preußischer Finanzminister weiter mitzuarbeiten. Als Beweis dafür führe ich folgendes ar: Dr. Hergt hat sich in der Tat am 8. November bereit erklärt, feine Demiffion einzu. geben. Die Situation war damals so, daß man in den maßgebenden preußischen Kreisen bereits einfah, daß selbst beim Festbleiben des Militärs( worauf man aber faum noch rechnete) bei dem erwarteten Austritt der Sozialdemokratie aus dem Kabinett des Prinzen Mar und dem folgenden Generalstreit auch im allerbesten Fall ein weit gehendes Entgegenkommen gegenüber den Wünschen der Links. parteien auf Barlamentarisierung der Regierung und Berwaltung Platz greifen müsse. Dr. Hergt, der heute in der Parlamentarisierung Deutschlands das größte Unglück erblickt, machte tein Hehl daraus, daß er hoffe, daß die Sozialdemokratle fich mit einer Parlamentarisierung begnügen würde, an der er bereit sei, mitzuarbeiten. Insbesondere wolle er auch zur Erleichterung dieser Situation, also zur Herbeiführung der Parlamentarisierung, feine Demiffion eingeben. Nun aber die Hauptsache: Dr. Hergt hat erklärt, so wieder holen wir, daß er die neue Schweinewirtschaft" nicht mitmachen wollte. Gegenüber diefer unrichtigen Darstellung sei hier festgestellt, daß Dr. Hergt noch am 11. November, das heißt bereits zwei Tage nach der amtlichen Bekanntmachung des Reichskanzlers Prinzen Mag von Baden über den Thronverzicht des Kaisers und Königs der Ansicht war, daß die preußischen Reffortminister ihre Geschäfte weiterführen sollten, selbst unter der Voraussetzung, daß die neuen Machthaber sich ein gewiffes Aufsichts- und Einspruchsrecht sichern würden Ja, Dr. Hergt hätte an diesen Tagen fogar noch, wie mir positiv bekannt ist, einen Unterstaatssekretär afzeptiert, den ihm die neuen Männer gestellt hätten! Das heißt mit anderen Worten, Dr. Hergt wäre, wenn man ihn im Amt belaffen hätte, etwa mit einem parlamentarischen Staatssetretär, zum mindesten zunächst durchaus bereit gewesen, ungeachtet seiner am 8. November gegebenen Demiffion, die neue Schweinewirtschaft mitzumachen. All dies sei lediglich zur Gedachtnisstärkung Dr. Hergts dargelegt, und um zu zeigen, daß eben auch führende Politiker leider in entscheidenden Momenten nicht immer so handeln und denken, wie sie später als Oppositionsführer wünschten, gehandelt zu haben." 99 Die oberste Landesbehörde fann weiter die Altersgrenze Diese Feststellungen werden Hergt natürlich nicht hinvon 14 Jahren für den Pflegefinderschutz herabsehen, wenn bern, in schönen Volksversammlungsreden seinen heldenmit der Einführung des Schuhalters nach dem RIWG. eine haften Widerstand gegen die Schweinewirtschaft vom Novemwesentliche Erweiterung bestehender Aufgaben verbunden ber 1918 weiter rühmend zu preisen. Seiner deutschvölkischen wäre, und sie fann die gefeßliche Vormundschaft für die Un- Konturrenz wird er freilich damit nicht imponieren ehelichen auf Antrag von Gemeinden aufheben. fönnen. Die wahre Abrechnung mit der Schweine Damit werden die wichtigsten, wirklich modernen Bewirtschaft der Novemberverbrecher ist und timmungen des Reichsjugendwohlfahrtsgefeges in das Er bleibt das Privileg nicht der deutschnationalen Kapitamessen der jeweiligen Landesregierungen gestellt, und bei listenknechte, sondern der deutschvölkischen Freiheitshelden nahe alles, was nun endlich auf dem Gebiet der Jugend- unter Adolf Hitlers Führung. wohlfahrt geschaffen, in Frage gestellt wir sehen den Schuh der Gefährdeten, der Pflegefinder und der Unehelichen, abgebaut und stehen wiederum vor einer bunten Musterkarte des Jugendschutzes in Deutschland. Hergt und die Schweinewirtschaft". Was man alles vergessen kann. Theatralisch, mit großer Geste erklärte der Herr Staats isminister a. D. Hergt auf die Angriffe des Genoffen Adolf Hoffmann im Reichstage, er habe seinerzeit den preußischen Dienst vor dem 8. November quittiert, weil er die Schweine wirtschaft nicht mehr habe mitmachen" wollen. Unglüdlicher weise gibt es offenbar Leute, die imstande find, dem Gedächtnis des Herrn Hergt etwas nachzuhelfen. Das Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Buschrift aus Freifen, die unmittelbar an den Borgängen in der preußischen Regierung beteiligt waren. In der Zuschrift heißt es: " Dr. Hergt wird gestatten, daß ich sein Erinnerungsvermögen in zwei fehr wesentlichen Bunften berichtige: 1. Dr. Hergt hat seine Demission nicht gegeben, um die neue Der neue Landtag in Mecklenburg. Schwerin, 18. März.( Eigener Drahtbericht.) Gestern trat in Schwerin der neugewählte Landtag zusammen. Nach den erbitterten Wahlkämpfen, die den Nationalisten und Bölfischen den faum gewünschten Erfolg brachten, ist sein Gesicht mil dem Hafenfreuz verziert worden. Das Hakenkreuz ist offiziell eingezogen auf den Heidenbrüften der Hitlerjünger und jungen. Echon nach außen hin waren die Bölfischen" bestrebt, sich das An. sehen einer Döllischen" Partei zu geben. Denn fie schienen auf die Bläge am meitesten lints" Anspruch erheben zu wollen: doch hat man diesem Wunsche nicht stattgeben fönnen, fchon im Hinblick auf ihre Aehnlichkeit mit den Deutschnationalen, dennoch aber hat man sie zwischen Demokraten( 2 Size) und Boltspartei( 5 Size) geflemmt. Also Partei der Mitte"( 13 Size). Die„ völtische Arbeitsgemeinschaft" hat sich von den Deutschnationalen getrennt und selbst eine Graftion( 4 Size) aufgemacht. " Das erste agitatorische und freundnachbarlichste Bekenntnis legten die„ Bölkischen" ab bei der Abstimmung über einen Antrag der Kommunisten auf Haftentiaffung dreier noch in haft befindlicher Der Opern- Geist von gestern. bung des Orcheſters wiirde aber auch aus der primitiven Sprech Zur„ Jenufa"-Premiere in der Staatsoper. Ein Runstwert darf nach Form und Inhalt primitiv sein; aber Brimitivität macht noch keine Dichtung zum Kunstwert. Profa in gehobener, gefühisstarter Sprache fann starter, innerlicher wirken, als ein gut gereimtes Gedicht. Nur die prosaische Allerweltssprache taugt nicht für die Dichtung, besonders nicht, wenn im Vorwurf fein großer Gebante, feine entscheibende Lebensibee wirft. Beiben Einmänden gegen ein dichterisches Runstwert erliegt bie Oper Jenufa" von Gabriele Breiß. Und selbst in der veristisch naturalistischen Zeit ihrer Entstehung hätte jedes unbefangene Gemüt verlangt, daß in diefem schlecht begründeten Wirrwarr von Liebe und Sinnlichkeit, Güte und Mordtrieb, Schicksal und Nache durch die trüben Wolfen ein einziger heller Sonnenstrahl geschienen märe. Nichts davon in diesem traurigen Boltsspiel, dessen Opfer ein unschuldiges Rind. eine ehrbare Mutter, ein sehnsüchtiges Weib sind. Barum das alles? Bei der„ Jenufa" der Gabriele ist man geneigt, an eine der Moritaten zu denken, die auf Meffen und Jahrmärkten monoton ablaufen. Stewa Burnja, ber Flatterhafte, liebt Jenufa. Sein Stiefbruder Laca, der zunächst einen wilden, ungebändigten Eindrud macht, erfennt, daß Stewa nur die äußere Hülle diefer Jenufa liebt. Er fticht ihr mit einem Meffer die Wange entzwel. Und wirklich: Stewa menbet fich ab, flirtet mit anderen Mäbchen, verlobt fich der bürgerlichen Karolta und läßt sich im Haus der Küsterin( Jenufas 3leb mutter) erst lehen, als diese ihn an die Wiege des vor acht Tagen geborenen Rindes, Etewas Sohn, ruft. Hier, unter den herzzer relißenden Bitten der Küsterin, enthüllt sich Stewa als gefühisrober, minderwertiger Patron. Er verläßt bas Haus, da er durch Heirat der entstellten Frau nicht die Ehre zurüdgeben will. Die Rüfterin, entfeht und verzweifelt, tötet das Kind. Warum tötet die fromme Frau, fragt man? Baca hätte Kind und Mutter zu fich genommen. Während die Hochzeit bereitet wird, findet man unter dem Eis die Rindesleiche. Das Bolt erhebt sich gegen die Kindesmörderin, die es in Jenufa ahnt. Die Küfterin stellt sich selbst dem Richter. Und Baca, deffen größere, innerliche Liebe endlich erkannt ist, wird Jenufas Seelenqualen lindern. Dieses glanziose, unfrohe, fchmerblütige und ungefteigerte Buch blaffer Bolfscharaftere hat Beos Janaced tomponiert. Das Sujet loďte den Tschechen. Das fleine Hochzeitslied, das Soldatenfied und die Jenufa- Weise sind in ihrer einfachen Struftur gute Boltsmufit. Große Arien fennt Janaced nicht. Den Spuren der Mort- Melodie folgend, oft ihren tiefften seelischen Kern treffend, formt er, fühlt er nur teine Perioden, bie wiederholt, nuanciert, variiert, ben Sprecher zu charatterifieren scheinen. Das dürftige Melos flingt bann im Orchester echohaft nad), allzu oft nad). Die Deflamation in Deutschen ist gut, aber fie fönnte in ber Driginal sprache einheitlicher, psychologisch martanter fein. Eine besondere tyrische Begabung hat Janaced nur für das Wort, nicht für die Beriode, das Lied. Ein Gebet, vor der Mutter Beites etwa, scheint ohne melodische Seele, nicht Demut, nicht Glaube, nicht Hymnus. Bei einer gefchickteren, bunteren, fagen wir raffinierteren Berwenmelodie mehr Leben und Ausdrud geboren. So bleiben die dra matischen Akzente. Sie sind so gedrängt, gehäuft und gespannt, daß etwa Moufforgfti nur ein ganz Genialer in einem fortgefeht unruhigen, geheizten Spiel noch Licht und Schatten, hebung und Senfung hätte verteilen fönnen. Die große Leidenschaft, wie sie gelegent lich in den Schlußszenen der drei Afte losbricht, ist äußerliche Laut heit, ein Schret, ein Alarmruf an die Sinne. Wirkliche innere Be wegung spürt man so wenig wie gesunde Bauernerotif. Für die falfche wie die echte Liebe, für Glaube und Bigotterie, für Offenheit und Sünde sind nicht genug Differenzen der musikalischen Sprache gefunden. So lastet eine Monotonie der Partitur auf Stimmen und Instrumenten. Als Vorzüge fallen ins Gewicht: jeder Mangel an Schwulst, ein geisterhaftes Berharren in der Pause, ein stilles Unter malen des Schmerzes, in Zuden des gepeitschten Orchesters in Momenten des Graufens, Konzentriertheit der Stimmung ohne Blid auf Sinfonisches, Sinn für theatralische Wirkung. Die letzte Gnade fehlt, der große inspiratorische Gedanke liegt im Dunkeln. Um eine Generation zu spät bringt die Staatsoper diefes Wert und führt es mit Kleiber scher Energie zu einem respektablen Erfolg. Schwer ist diese Partitur nicht zu handhaben, und wir hätten gewünscht, daß Kleiber als erste Novität sein Temperament an tom. plizierterem Bormurf erprobt hätte. Stubiert war glänzend, und die bäuerlichen Aspekte rochen förmlich nach Echtheit. Die tschechische Kolonie foll an der Beschaffung von Gelbern für die Kostüme nicht unbeteiligt gewesen sein. Fris Soot( Baca) und Karl Jöfen ( Stewa) fangen und spielten große Oper mit gutem Können. Aber fie spielten eben. Die Jwijewitaja aber lebte, lebte still wie eine leidende Geliebte und eine entwurzelte Mutter, echt, berzbezwingend in jedem Ton ihrer rührenden Stimme. Frau Arndt Ober fchritt wie ein Schicksal durch die Szene, ein Willensmensch und doch von Geistern genarrt, die sie Gott nannte. Sie betet im Namen der Kirche, sie tötet im Namen Gottes. Ein fanatisches, von Trieben und impulsiven Leidenschaften gequältes Weib. Ihr Schrei und ihr stolzes Schreiten zum richtenden Bolt, ihr letztes mütterliches Lächeln, als die Tochter ihre Sünde mit Liebe straft, bleibt unvergeßlich. Oper von gestern war in einem seelischen Spiel von heute geadeít. Dr. Kurt Singer. Sprengung des Kohle- Atoms? Bei einer ganzen Reihe von Grundstoffen ist es, mie befannt, dem englischen Physiker Rutherford gelungen, die früher als unteilbar angesehenen fleinsten Teilchen der Elemente, die Atome, durch eine Beschießung mit den Alphastrahlen des Radiums, die nichts weiter find als Heliumatome, zu sprengen. Diese Versuche haben mesentlich dazu beigetragen, unsere Borstellungen vom Aufbau bes etnem Planetensystem im fleinen gleichenden Atoms zu cr flären. Bemerkenswert war es, daß dieser Sprengungsversuch nur bei Elementen gelang, denen im periodischen System der Elemente eine ungerade Ordnungszahl zukommt. Nun ist es zum erstenmal Professor Hans Pettersson von der Universität Göteborg gelungen, 9 " Das Präsidium wurde besetzt Präsident: Iven, Forstmeister, Ludwigsluft( Dnat.), Stellvertreter: Schröder, Roflod( VSPD.), Gieje, Amtshauptmann, Doberan( BFP.) Auf die Erklärung der Demiffion der bisherigen Regierung Stelling wurde von den Deutschnationalen ein Demonstrationsantrag eingebracht auf Verminderung der Ministerzahl von 4 auf 3. J der verfloffenen Seffion des Landtags haben die Deutschnationalen einen intrag der Sozialdemokraten auf Verminderung der Ministerzahl abgelehnt. Die Wahl der Minister ist bis zur nächsten Sitzung ( Dienstag) verschoben worden, da sich anscheinend die Rechtsparteien über die Personen noch nicht einig geworden sind. Als Erjaz brachten sie den oben genannten Antrag ein. Die Reichsbahn maßregelt. Sozialdemokratischer Vertreter auf die Straße gesetzt. Aus Schwerin( Medlb.) wird uns geschrieben: In der Hauptwerkstatt der Reichsbahn in Malchin war der Abgeordnete zum Mecklenburgischen Landtag, Heinrich Klasen, feit dem 13. März 1919 als Glafer tätig. Klafen ist Kriegsbeschädigter ( 20 Broz.) und wurde bis 1921 als Angelernter und dann als Blafer beschäftigt. Klafen hat zwei Kinder im Alter von 4½ und 3 Jahren und ein Krüppeltind von 18 Jahren in Pflege. Genosse Klafen ist seit 4% Jahren Vorstandsmitglied im Deutschen Eisenbahnerverband und Stadt- und Kreisverordneter. Außerdem war er bis zum 12. März Landtagsabgeordneter. Zum neugewählten Landtag steht er als erster Erfagmann auf der BSPD Liste. Am 13. März hat ihm die Eisenbahndirektion seine Arbeitsstelle gekündigt. Ar Tage zuvor hat die Dienststelle Malchin acht Arbeiten in Einvernehmen mit dem Betriebsrat gefündigt. Die Direktion hat her. ausgefunden, daß ein Glaser zuviel fei, und deshalb verfügt, daß lafen zu entlassen sei, weil er als Glafer zuletzt angefangen hat. Die Kündigung auf Grund der Personal abbauverordnung erscheint formell als forreft. In Wirklichk it iſt fie nichts anderes als eine Maßregelung aus politischen Grünben! Die Hurenpartei". Die Franff. 3tg." berichtet: Der deutschnationale Reichstags abgeordnete für Hessen- Nassau Lind. einer der führenden Männer des Landbundes, hat vor einiger Feit vor der Genossenschaft des fure hessischen Kreises Biegenhain in Irenja eine Rede gehalten, über die eine Reihe von Blättern berichtet hat, daß fie in der demago gischsten Weise gegen das Zentrum und die Deutsche Volks partei polemisiert habe. Insbesondere habe der Abg. Lind die inzwischen im Reichstag zurückgewiesenen Berleumdungen gegen Dr. Stresemann vorgebracht( der Minister sei Aufsichtsrats mitglied in tschechoslowakischen und französischen Konzernen usw.); außerdem habe er ausgesprochen: Der Abg. Scholz und die Volkspartei sind schuld an allen Steuern. Die Deutsche Boltspartei hat den Bauernstand glatt verraten. Die ganze Reparationsfrage ist eine Judenfrage hüben und drüben. Das Zentrum ist eine hurenpartei, es hurt mit allen Parteien." Die Zeitschrift..Deutscher Bauernbund", der Abg. Lind ein Dementi gesandt hat, in dem er bestreitet, solche Aeußerungen getan au haben, erklärt, daß ihr Gewährsmann dabei bleibe, Lind habe jene Säße gefprochen, und eine größere Anzahl Bersammlungs. besucher sei bereit, das unter Eid zu bestätigen Ablehnung eines Abrüstungsantrages. London, 18. März.( WTB.) Das Unterhaus hatte mit 347 Mann forderte. Die Regierung erflärte, einer Politif internationaler der die Berminderung des britischen Heeres von 161 000 auf 100 000 gegen 13 Stimmen den Antrag einiger Arbeitermitglieder abgelehnt, Abrüstung durch gegenseitige Uebereinkommen zu vertrauen. müffe fich aber einem Antrag widerseßen, der die britische Abrüstung inmitten einer bewaffneten Welt befürworte. Sie auch das Atom eines Elements mit gerader Ordnungszahl zu teilen, nämlich das des Kohlenstoffes. In einem Vortrag in der Physikalischen Gesellschaft zu Stockholm hat Pettersson über die Methoden und die Ergebnisse seiner Arbeiten berichtet. Die Untersuchungen Rutherfords hatten ergeben, daß man aus den Atomen einiger leichterer Grundstoffe Wasserstoffterne heraussprengen fonnte, wenn man fie mit den schnellen Alphateifchen bombardierte, die vom Radium C und vom Thorium C ausgefandt merden. Diese Teilchen stellen die höchfte bis jetzt bekannte zu fammenballung von Energie bar. Am Radiuminstitut in Wien, das über besonders starke Radiumpräparate verfügt, hat nun Pettersson zusammen mit Dr. Kirsch und anderen Mitarbeitern die letzten Jahre hindurch Versuche gemacht, die darauf abzielten, durch Anwendung verbesserte Methoden eingehendere Kenntnis über den Bau des Atomferns und seine Verwandlungen zu gewinnen, also über das Hauptproblem der modernen Atomphyfit. Dant dieser neuen Arbeitsweise war es möglich, Atombruchstücke von bedeutend fürzerer Reichweite mahrzunehmen als die von Rutherford beob achteten. Es wurde auch als sicher nachgewiesen, daß diese Atomt bruchstücke bestimmt Wasserstoffteilchen sind, die von den Atomen abgesprengt waren. Dr. Pettersson ging dann daran, mit seiner Methode, die die Beobachtung von Atomstüden geringster Reichweite gestattet, das Rohlenatom anzugreifen. Er untersuchte Kohlenstoff in Form von Baraffin, als reiner Graphit und als pulverisierter Diamant, und er erhielt stets die gleichen Ergebnisse. Es zeigte sich mit einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit, daß das Kohlenstoffatom unter bem Anprall der Alphatelchen zersprengt wird und dabei Wasserstoffpartitel von etwa 6 Zentimeter Reichweite abgibt. Dieses Ergebnis fteht zwar in Widerspruch mit den bisher geltenden Ansichten, stimmt aber mit der eigenen Auffassung Petterssons über den Aufbau des Atoms und über den Mechanismus des Atomzerfalls übercin. Bettersson betonte, daß seine Untersuchungsmethode eine eingehende Erforschung der Struktur des Atomferns ermöglicht. Hans Balufchet, der Berliner Maler, hat den Vorsitz der Kommiffion für die diesjährige große Berliner Runitausstellung übernommen, als Nas folger von Prof. M. Schlichting. Balufchet hat nun die Aufgabe, in der neuen Form bas Berliner Ausstellungswesen im Glaspalast zu organisieren. Gertrud Eyjoldt- Gafiipiel. Die Schaubühne gibt den Totentang von Strindberg mit Gertrud Eisoldt und Baul Mederom am Mittwoch, ben 19., und am Sonnabend, den 22. März, nachmittags 1,4 Uhr. Große Boltsoper. In der Boris- Auffübrung am Mi woch singt der Betersburger Heldenbariton Gregor Birogoff. Die Aufführung wird ges leitet von fai Dobrowen, dem musikalischen Zeiter des Boris" an der Dresdner Staatsoper. In der Berliner Psychologischen Gesellschaft spricht am 20., abends 8 Ubr im Institut für praktische Biychologie, Kurfürstendamm 45, Prof Dr. Hennig leber musttaliige 3nspiration" und leber feclifde Mitarbeit bei der Lefiüre bon Dightwerten". Gäste werden, soweit der Raum reicht, zugelassen. Das neue Ameritafiugschiff. Das in Friedrichshafen am Bodensee er Baute Luftschiff.3. R. 8" wird in allernächster Zeit mit seinen Probefahrtent beginnen. Der Flug über den Dzean nach Amerita wird Ende April ober Anfang Mai las medes Hitlers Marsch nach Berlin. Borsigender zu Hitler: Haben Sie mit Exzellenz Ludendorff über militärische und diftatorische Befugnisse gesprochen?" Hitler: Ich habe mit Erzellenz Ludendorff über diese kontrete Frage vorher nie gesprochen. Das war ja auch nicht möglich, da Exz. Ludendorff zu Anfang völlig gegen Lossow eingestellt war. Exz. Lossow hat ja General Ludendorff erst nähere Aufklärungen über Die angestrebte Patentlösung gegeben. Ich bedauere, daß die Herren Ebert und Stresemann nicht hier als Zeugen vernommen worden sind, ob jemals an sie wegen der Frage des Reichs Direktoriums herangetreten worden ist. Der Marsch nach Berlin war doch so gedacht, daß in einem Augenblid die große Lawine einsehen sollte, damit die Herrschaften in Berlin gar nicht erst sich nachfolger fáaffen konnten. Es ist doch auch wohl klar, daß wir nicht mit einem Mann vorher verhandelt haben, der noch 1918 Führer einer Streitfommilfion war und dann Reichspräsident geworden ist. Das Programm stellte fich für mich so dar, daß erst die Tat tommen mußte, und hinterher fonnte man noch Männer für das Diretforium juchen. Zuerst mußte eine ungeheure politische Propaganda cinsetzen. Hätte sich unsere Bewegung durchgefeht, fo hätten wir sofort eine Volfsabftimmung darüber in die Wege geleitet, ob das deutsche Bolt die aus der Revolution 1918 gefchaffene Republir anerkennz oder nicht. Erkannte das Volk jie an, jo follte die Republi für ewig bleiben. Undernfalls konnte fie selbstverständlich keinen Tag länger bestehen. Staatsanwalt Ehardt: Die Folgen des Butsches sind dem Gericht und auch der Deffentlichkeit ja wohl bekannt. Trotzdem wäre es sehr erwünscht, wenn ein Vertreter des Auswärtigen Amtes hier über die Wirkungen gehört werde, die der Puts h außenpolitisch hatte. Justizrat v. 3efch wit: Eine folche Aussage würde wohl für' tas Gericht nicht allzu großen Wert haben, denn wir können nicht die politischen Fäden, die in der Nacht zum 9. November noch Mainz gingen, erörtern. und alle Dinge würgen sich öffentlich auch gar nicht aufrollen lassen. Hitler: Selbstverständlich hat das Ausland auch unsere Bewegung wie alles andere zum Schaden Deutschlands ausgelegt. Deswegen verlohnt es sich nicht der Mühe, hier einen Vertreter des Aus. wärtigen Amtes zu hören, denn Sachverständige in politischen Dingen hat es nicht. Staatsanwalt hardt: Nicht nur außenpolitisch, sondern auch Innerpolitisch hat der Putsch schwere Folgen gehabt. Ich will mich hier nicht näher verbreiten. Hitler: Selbstverständlich hat der Putsch schwere Folgen gehabt, das war ja auch die Absicht. Unser Butsch sollte die Regierung hinwegfegen, bie feit fünf Sahren zur Freude des Auslandes im Bunde mit dem Marrismus Deutschland zu Tode regiert. Wir haben gerade die Absicht gehabt, unserem Land die Freiheit wiederzugeben und es von der Knechtschaft zu befreien. Hätten wir andere eigennützige Zwede im Auge gehabt, dann würde es für uns alle nur hier eine Strafe geben, nämlich den Tod. Hierauf wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Staatsanwalt Stendglein stellte dann den Antrag, daß das Gericht in geheimer Sigung fich über die Frage einig werden soll, ob die Plaidoners der Berteidiger und die Schlußworte der An geflagten in öffentlicher oder nichtöffentlicher Sizung verhandelt werden follen, weil in den Aeußerungen der Verteidiger und der Angeklagten felbstverständlich auch alle die Dinge berührt würden, die in den geheimen Sigungen erörtert worden sind. Die Berteidigung erbat sich eine Pause von 30 Minuten, um ihrerseits zu der Frage Stellung zu nehmen, während das Gericht sich zurüd zog, um feinerseits Beschlüsse zu fassen. Der Zeigner- Prozeß. Der Staatsanwalt hat kein Glück." Die heutige Sigung beginnt mit der Erörterung des Falles Brandt. Der Angeftante Möbius gibt dazu feine Erklärungen. Die Bekanntschaft mit Brandt hat ihm ein gewiffer Göze vermittelt. Der Angeklagte bestreitet jetzt bie von ihm beim Untersuchungsrichter gemachten Angaben, die da hin gehen, taß er von Brandt für Dr. Seigner ein gefchloffenes Kuvert mit dem Gesuch und mit 5000 mart erhalten habe. Das Geld foll in einem offenen Ruvert gewesen sein und ist vom Angeklagten selbst behalten worden. Auf Brandts Vorschlag fuhren fie beide später nach Dresden, um bei Dr. Zeigner persönlich vor stellig zu werden. Brandt blieb im Café Lippold, Möbius fuchte Dr. Beigner in dessen Wohnung auf und bat ihn, ins Café zu tommen. Dr. Beigne: weigerte fich anfangs, ließ sich dann aber ein. Als der Möbius ins Café zurückam, zeigte ihm Brandt das Kuvert mit dem Gesuch, in das er auch Geld hineingetan hatte, um es Dr. Zeigner zu übergeben. Der Angeklagte will Brandt von feiner Absicht, das Geld 3eigner zu übermitteln, abge. raten haben Er meinte aber dazu: 3ch verschenfe das Geld, wenn Dr. 3eigner es nicht nimmt, fo behalte Dues." Als Dr Beigner einige Minuten später eintrat, übergab ihm Brandt im geschlossenen Kuvert Gesuch und Geld. Möbius will darüber sehr bestürzt gewesen sein und ist Dr. Beigner nachgelaufen und hat ihm mitgeteilt, daß im Rupert Geld sei. Dr. Zeigner öffnete nun das Ruvert und gab ihm 10 000 Mart. Als er dann Zeigner in dessen Wohnung in Leipzig aufsuchte, gab ihm dieser noch 7000 Mart mit dem Auftrage, das Geld zu Brandt zu schaffen. Beide Summen Geldes hat aber der Angeklagte Möbius für fich behalten. Vis nun Brandt verhaftet wurde und Frau Brandt darüber ganz verzweifelt war, erklärte fie, sie würde ihre Wirtschaft verfaufen, Möbius folle nach Dresden fahren und mit Dr. Zeigner sprochen. Das tat er auch. Dr. Zeigner verfertigte den Entwurf cines Gefuches, das Frau Brandt bann umschreiben ließ und es hinterher Dr. 3eigner überreichte. Den Entwurf verbrannte er. Nachdem Brandt auf freien Fuß gefeht war, gab er ihm zwei Zentner Mehl, einen Zentner für ihn und einen für Dr. Zeigner. Möbius verkaufte aber den für Zeigner beffimmten Zentner Mehl en Frau Beigner für 320 M. Hinterher erhielt er noch 10 Zentner Mehl. Dr. Zeigner sollte eine Gans befommen. Als Brandt dann eines Tages den Wunsch äußerte, Dr. Beigner wieder persönlich zu sprechen, paßte Möbius Dr Zeigner ab, als er nach Leipzig fam, holte ihn vom Bahnhof ab und vermittelte so eine Begegnung Dr. Zeigners mit Brandt. Hier übergab Brandt dem Dr. Zeigner auf der Straße das Patet mit der Gans. mit den Worten: Hier, Herr Doktor, eine Weihnachtsgans." Dr. Zeigner weigerte fich aber, die Gans anzunehmen, und sagte zu Brandt: Machen Sie feinen Unfinn." Um fein Aufsehen zu erregen, nahm schließlich Dr. Zeigner die Gans doch zu fich, übergab fie aber hinterher sofort dem Angeflagten Möbius. Da diese Aussage des Angeflagten mit seinen früheren Aussagen nicht übereinstimmt, werden ihm der Reihe nach alle seine frühe. ren Aussagen vorgehalten. Aus diesen geht hervor, daß Dr. Zeigner beide Male das Geld behalten und ihm davon nur fleine Eummen gegeben haben soll, daß ferner auch die Gans bei Dr. Zeigner geblieben war. Auch foll Dr. Zeigner ihm befohlen haben, den Eninurf zu verbrennen. ( Fortseßung in der Morgenausgabe.) Eine Heimat- Schulfammlung. " Was war uns Alten, als wir jung waren, der Unterricht in der Heimatkunde? Sur Qual machte ihn uns die Belastung des Gedächt nisses mit totem Wissenstram, der auswendig gelernt wurde und tot blieb. Manches ist da im Laufe der letzten Jahrzehnte besser geworden, aber die gedächtnismäßige Aneignung behauptete sich als das Beherrschende. Erst die neue Schule, die dem Rinde alles zum Erlebnis werden lassen wili, stellt den Heimat fundeunterricht auf eine ganz andere Grundlage. Das Wort Unterricht", das gegenüben der Religion schon immer als ein Unfinn hätte gelten sollen, will auch zur Heimatkunde nicht mehr recht passen. Gibt nicht die Schule dem Kinde auch darin ein Stück Religion", daß fie ihm die Heimat als Erlebnis näher bringt und mit dem Heimatverständnis in ihm die Heimatliebe gewect? Mit welchen Mitteln heute das Schulkind in die Kenntnis der Heimat eingeführt wird, zeigt eine Heimat Schulsammlung, die in Berlin in dem Gemeindeschulhaufe der Ibsenstraße aufgestellt ist. Die vor 12 Jahren gegründete Heimatkundliche Ber einigung des Berliner Lehrervereins hat in jahrelanger planvoller Arbeit diese Sammlung geschaffen, und was sie von ihren heimatkundlichen Fahrten als Ertrag heimgebracht hat, wird jeht nicht nur der Lehrerschaft als Hilfsmittel für die Arbeit der Schule übergeben, sondern auch der ganzen Bevölkerung als Quelle der Belehrung zugängig gemacht. Bei der Eröffnung, die am Sonnabend mit einer fleinen Feier vollzogen wurde, wies Schulrat Nydahl darauf hin, daß die aus dem neuen Geist heraus entstandene Sammlung bei der bevorstehenden Einführung des neuen Heimatkunde- Lehrplanes zu der ihr gebührenden Geltung und Bedeutung kommen wird. Lehrer Ratthey, der Vorsitzende der Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuß. Große allgemeine Konferenz Mittwoch, den 19. März, abends 7 Uhr( nicht 6 Uhr) im Bürgersaal des Rathauses. Tagesordnung: Die Verordnung über die öffentlich- rechtlichen Fürsorge aufgaben und die Auswirkungen auf a) die Wohlfahrtspflege b) die Sozialversicherung. Genoffin Wachenheim( zu a), Genoffe Dr. Friedländer( zu b). Referenten: Heimatkundlichen Bereinigung. fonnte in Aussicht stellen, daß dieser erften Heimat Schulsammlung Berlins in nicht zu ferner Zeit eine zweite folgen wird. Die Sammlung wird den Lehrer bei seinen Bemühungen, vor dem Kinde die Heimat in all ihrer Lebendigkeit erstehen zu lassen, wirksam unterstützen. Von dem Bezirk, in dem die Wohnung des Kindes und das Haus der Schule liegt, geht die Erkundung der Heimat aus, und schrittweise verbreitet sie fich über die ganze Stadt und in die nähere und fernere Umgebung. Führungen und Ausflüge durch Bezirk, Stadtgebiet und Umgebung sind dabei unentbehrlich, aber auch die in der Heimat- Schulfammlung gebotenen Anschauungsmittel helfen dem Kind, sich die Heimat erarbeiten, Land und Leute, Boden und Siedlung, auch die Siedlung der Borzeit, werben gezeigt in Karten, in Ansichten und Modellen, in Reliefs zur Veranschaulichung der Oberflächengestaltung, in Holz und Steinproben und vielem anderen, was aus Feld und Bald heimgebracht worden ist. eingebracht werden. Bekanntlich haben Wetter und Inflation den 300 im Borjahr sehr bedrängt, so daß an Ueberschüsse gar nicht zu benfen war. Dazu tam seit dem Herbst das Verfagen der Zuschüsse von Staat und Stadt, die beide schmer mit sich selbst zu kämpfen haben. Aus allen diefen Gründen ist eine Rückkehr zu den früheren billigen Eintrittspreifen im Intereffe der Erhaltung des 300 tm Augenblid völlig un. möglich. Für das Frühjahr wird eine Herabseßung der Preise geplant. Db freilich jemals wieder die alten Friedenspreise erreicht werden, läßt sich heute noch nicht sagen Diese Antwort ist wirklich nicht tröst ich. Wir können nur ers neut unser Bedauern darüber ausdrüden, daß die breiten Massen der Bevölkerung von dem 300 durch die Höhe der Eintrittspreise ferngehalten werden. Ob nicht bei dieser Preisbemessung, die den Minderbemittelten eine Quelle der Belehrung entzieht, auch der 300 troh hoher Eintrittspreise schließlich einen Rüdgang der Einnahmen haben wird, das sollte die Direktion sehr sorgfam erwägen. im Am Friedhof des 18. März. Berlin scheint seine Märzgefallener vergessen zu haben. Draußen Friedrichshain, dort, wo die Kämpfer von 1848 und dis Novembergefallenen von 1918 Ichlummern, war es am heutigen Bor. mittag so still wie immer hier. Wohl famen einige Besucher zu den Gräbern, doch die üblichen Krang eputationen blieben, wenigstens am Bormittag, aus. Mit einer gewissen Bitternis muß festgestellt werden, daß bis zur Mittagszeit nur drei Kränze die verfallenn Graber der Freiheitstämpfer schmückten Auch die Kommunisten hatten bis zur Mittagszeit den Weg zum Friedhof im Friedrichshain nicht finden fönnen! Und die Demofra en und die übrigen rabifal- republikanischen Gruppen und Brüppchen? 18 Verlag und Redaktion des Borwärts" ließen in den Vormittagsstunden einen Kranz niederlegen, deffen Schleife die Worte trug: Der Schrei nach Freiheit, einst in Blut erstickt, G'arb nicht mit Euch! Es wuchs sein wild Begehren! Das Boll ward frei. Es hält fein Schmert gezücft, Um jedem Feind Jer's tnechten möcht, zu wehren! Dann bemerkte man noch einen Kranz vom Bezirksverband der Berliner Partelorganisation und von der Berliner Bewert Ein Strauß von Weidenfätzchen ruht auf einem verwitterten Denkschaftstommission und dem AfA- Bund, Drtskartell Berlin. stein. Schwarzrotgoldenes Band ist um die Stiele gewunden.. Der geheimnisvolle Kurier. Das Abenteuer eines Unbekannten. Eine mysteriöse Affäre beschäftigt die politische und die Kriminalpolizet. Gestern abend wurde in der Gegend von Freiberg in Sachsen von einem Automobilführer auf der Chauffee ein Mann hilflos aufgefunden und nach dem Krankenhaus in Freiberg gebracht. Hier gab er an, daß er von Schmettow heiße, Kurier der lettländischen Gesandschaft in Berlin sei, und am Kurfürstendamm wohne. Gestern nachmittag fer er mit feinem Schwager, einem Freiherrn Alexander von Laudon aus der Potsdamer Straße, in dessen Privatauto mit noch zwei Russen namens Gutschow und Gadrion von Berlin nach München abgefahren. In Freiberg habe man turze Raft gemacht, und gegen 8 Uhr sei man dann weitergefahren. Bald darauf sei er im Auto betäubt, Die Heimat- Schulfammlung fann im Schulhause bien Straße 17 an jedem Mittwoch von 4 bis 7 Uhr beschaft einen Mann namens von Schmettom oder gar einen Sturier höchstens 20 Berfonen fönnen an anderen Tagen stattfinden, müffen sichtigt werden. Gemeinschaftliche Besichtigungen durch Gruppen bis aber vorher unter Angabe der gewünschten Zeit( möglichst mehrere Lage zur Auswahl) bei der Heimatkundlichen Bereinigung( Ibsen Straße 17) angemeldet werden. Es erfolgt dann Benachrichtigung über die Zeit, auch wird eine Führung besorgt. Der Mörder einer Siebenjährigen. Eine erschütternde Szene im Gerichtssaal. Eins der scheußlichsten Verbrechen gelangte heute vor der 5. Straffammer des Landgerichts III unter Borsiz des Landgerichtsdirektors Friedmann zur Verhandlung. Am 16. Oktober v. J. wurde die siebenjährige Schülerin Lucie Conrad von ihrer Mutter, als diese nach Hause kam, mit Bürgemal und zertrümmertem Schädel unter Decken gefunden. Die Einzelheiten der Bluttat erweckten damals allgemeines Entfezen, um so mehr, als sich dann herausstellte, daß das Verbrechen an dem unschuldigen Kinde verübt worden war, um an der Mutter Rache zu üben. Der Täter stellte sich selbst der Polizei und machte mit einer kaum dagewesenen Ruhe und Kaft blütigkeit die Angaben über die scheußlichen Vorgänge. Der Täter, ein Uhrmacher Schaper, wohnte seit 1921 bei der Witwe Conrad in der Dudenarderstraße 3 und war auch zu der Mutter in nähere Beziehungen getreten. Dieses Verhältnis hatte sich aber in letzter Zeit abgefühlt. Die Frau wollte nichts mehr von ihm miffen und es kam zu Eifersuchtsszenen. Da er auch arbeitslos geworden war, hatte ihm Frau Conrad zum 15. Oftober gefündigt. Als er am 15. abends heimkehrte, wurde ihm der Eintritt verweigert. Erft den Bemühungen des Hausverwalters gelang es, Frau Conrad zu überreden, den Angeklagten noch eine Nacht zu beherbergen. Das Zimmer war aber vollkommen ausgeräumt, so daß der Angeklagte nicht schlafen konnte. Am nächsten Morgen ging Frau Conrad um 7 Uhr zur Arbeit. Der Angeklagte hatte dann das Kind in fein Bimmer gelockt und die Bluttat verübt. Eine erschütternbe Szene spielte fich gleich bei Beginn der Verhandlung ab. Als beim Zeugenaufruf die ebenfalls vorgeladene Frau Conrad des Mörders ihres unschuldig hingeschlachteten Kindes ansichtig wurde, brach sie in Schreifrämpfe aus, so daß fie aus dem Gaale geführt merden mußte. Das ganze Gebäude schallte noch lange von dem Geschrei der armen Mutter wider. Medizinalrat Dr. Storm empfahl dem Gericht, die Bernehmung der Frau Conrad in Abwesenheit bes Angeklagten vorzunehmen, um eine neue Erregung der Zeugin zu vermeiden. Der Angeklagte blieb bei diesem Vorfall, ebenso wie bei seiner weiteren Bernehmung, vollständig ruhig und faltblütig. Nicht eine Mustel bewegte sich in feinem Geficht. Der jetzt im 52. Jahre stehende Angeklagte wird vom Vorsitzenden über sein Borleben vernommen. Borf.: ,, Sie haben schon einmal ein Mefferattentat auf ein Mädchen zu machen verfucht, daß Sie nicht heiraten wollte." Angefl.:„ Das war meine Nichte. Ich bin auf sie lesgegangen, habe sie aber nicht verlegt." Der Angeklagte fagte über sein Verhältnis zu der Frau Conrad aus: Wenn ich gefagt haben follte: Ich werde dir eins auswischen, dann kann ich nur gemeint haben, daß ich der Polizei Anzeige machen wollte über ihren Lebenswandel. Ste besuchte Witwenbälle und brachte Männer nach Hause. Ich habe sie heiraten wollen. Ich wollte das fleine Kind, das ich liebe und das auch an mir hing, an mich fesseln." Die Verhandlung geht bei Schluß des Blattes weiter. Der teure 300. Zu der in Nr. 122 wiebergegebenen Klage eines 300. freundes, der mit seiner Familie den Besuch des ihm lieb ne mordenen 300 wegen der Höhe des jezigen Eintrittspreises( 2 M. an einem Gonnteg!) unterlassen mußte, erhalten wir eine Gegen. äußerung. Die Direktion bes 300 schreibt uns: " Der Poobetrieb ist im Winter stets ein Verluftbetrieb. Die recht hohen Fehlbeträge müssen entweder durch Ueberschuß aus dem Sommerbetrieb oder durch Zuschüsse vom Staat oder der Stadt her wichtiger Geheimatten der Tettlän. dischen Gesandschaft und feiner ganzen Barschaft beraubt und hierauf aus dem Wagen geworfen worden. Er müsse etwa eine Stunde auf der Chaussee gelegen haben, bis bus andere Automobil ihn fand und aufnahm. Einen Ausweis über seine Person besitzt der Mann nicht, irgendwelche Mittel hat er auch nicht. Die politische Polizei erkundigte fich fofort bei der lettländischen Gesandt fchaft Hier fonnte aber nur festgestellt werden, daß die Gesandtmit Geheimatten abgefandt, unterhält überhaupt feinen Kurierdienst biefes Namens nicht fennt. Sie hat gestern auch keinen Kurier zwischen Berlin und anderen deutschen Städten, sondern nur zwischen hier und der Hauptstadt Riga. Man dachte nun an eine etwaige Berwechslung mit der litauischen Gefandifchaft, aber eine Nachfrage dort hatte das gleiche negative Ergebnis. Auch die littauische Gesandschaft tennt feinen Kurier von Schmettow und hat auch niemanden abgeschickt. Bon einem Ueberfall aus politischen Beweg gründen fann also sicher feine Rede sein. Ob es sich um einen Raubüberfall gewöhnlicher Art handelt, müssen erst die weiteren Ermitt lungen ergeben, die jetzt der Leiter des Raubbezernates, Kriminal tommissar Berneburg aufgenommen hat. Die Nachforschungen nach dem angeblichen Freiherrn von Laudon, feinem Chauffeur und den beiden Russen, die etwa 35 bis 40 Jahre alt sein sollen, find eingeleitet. Die Einführung der Sommerzeit, die infolge der ablehnenden Haltung des Reichstages in den letzten zwei Jahren nicht zur Durch führung gelangt ist, steh im Augenblid wieder im Vordergrund. Bon der preußischen Regierung wurde an die Reichsregierung mit der Anregung horangetreten, es fell in diesem Jahre wieder die Sommerzeit eingeführt werden. Die Reichsregierung hat gegen. über der Sommerzeit grundsätzliche Bedenken nicht. Ob es tatsäch lich zur Wiedereinführung der Semmerzeit tommen wird, dafür dürfte wesentlich die Stellungnahme des neuen Reichs. tages von Bedeutung sein. Deutsche Nothilfe, Abteilung Treptow. Am Mittwoch, den 19. März, wird in den Ortsteilen Treptom und Baumschulenweg eine Sammlung von Kleidern und Wäsche, Stiefeln usw. zum 3mede ber Unterstützung bedürftiger Familien vorgenommen werden. Dio Bagen beginnen ihre Rundfahrt um 10 Uhr vormi.tags, Kutscher und die begleitenden Helferinnen sind durch Binden mit dem Aufdrud Deutsche Nothilfe" fenntlich gemacht. Außerdem werden Spenden der bezeichneten Art auch auf der Polizeiwache in der alten Kaserne Bouchéstraße entgegengenommmen, wo sich das Depot für die Bblieferung beindet. Die Deutsche Nothilfe richtet an die Bevölkerung die herzliche Bitte, für diese Sammlung entbehrliche Sachen herzugeben, damit den dringendsten Motstand abgeholfen werden kann. Zu den Landesverratsprozessen. Jm Jabre 1928 über 1800 Landesverratsproдeffe, auch in den Vorjahren sicher eine sehr große Bahl! Dabei findet sich in der amtlichen Sammlung Der Strafentscheidungen des Reichsgerichts io aut wie nichts über diefe fo umfangreiche und bedeutsame Die„ Deutsche Liga für Menschenrechte". Rechtsbredung. Berlin W 66, Wilhelmstr. 48 III, will daher von sich aus diesen rechtlich und politisch ungemein wichtigen Stoff fammeln und fichten. Sie bittet darum, alle in solchen Prozessen ergangenen Urteile ihr zuzusenden. Jeugen gelucht, bie am 25. Drober, 1923 gefehen haben, wie in der Schönbaufer Allee anläßlich der Beerdigungsfeierlich feit des Schuhmacher's St ein junges Mädchen von der Schubpolizet verhaftet wurde, als sie den Beamten bat, von einem zu Boden geichlagenen jungen Mann abzulassen, weil dieser schon start blutete. Der junge Mann felbft, fowie der Herr im Selbstroller werben besonders gebeten, ihre Adressen gegen Erstattung der Unkosten einzusenden an Frl. Martha Dtte, Berlin N., Pappelallee 43. Jugendliche als Maffenmörder. Aus Brüssel wird ein Fall unerhörter Berrohung gemeldet. In Landclies in Wallonien( Belgien) wurde ein 18jähriger junger Mann verhafiet, der mit einem 15jährigen Freund nicht weni ger als acht Menschen getötet hatte. Die Opfer waren Boute, die an den Ufern der Sambre spazierten und dort von den beiden niedergeschossen wurden. Nachdem die Leichen ausgeplündert waren, wurden sie ins Wasser geworfa Gewerkschaftsbewegung Die Löhne in den Reichsbetrieben. In der am Montag im Gewerkschaftshaus stattgefundenen Boll. Dersammlung des Post, Telegraphen- und Fernspred perfonals und der Reichs- und Staatsbetriebe Mitgliedschaft im Deutschen Berfehrsbund erstatteten Scherff und Ballenthin Bericht über die an demselben Tage im Reichsfinanzministerium stattgefundene Berhandlung der Epihenverbände über die Erhöhung der Bezüge Berhandlung der Epihenverbände über die Erhöhung der Bezüge der Beamten und Angestellten. Nach diesem Bericht hat die Regie rung vorgeschlagen, eine zehnprozentige Erhöhung der Grundgehälter und eine grundfäßliche Benderung des Systems der bisherigen Ortszuschläge mit der Birkung vorzunehmen, daß die Ortszuschläge für die höheren Beamten um 100 bis 200 mehr erhöht werden follen, wie die der unteren Besoldungsgruppen. Bon den Gewerkschaften wurde dieses Angebot mit Entrüstung abgelehnt, da dieses nicht in Einklang mit den Bersprechungen der Minister und den Beschlüffen der Ausschüsse des Reichstages ftand. Außerdem murde für die zweite Hälfte März eine Berdoppelung des aur Auszahlung vorgesehenen ein Drittel des Monatsgehalts gefordert. Auch diese Forderung wurde abgelehnt. Trok stunden langer Berhandlungen, während der die Gemertschaftsvertreter eingehend ihre Forderungen begründet hatten, beharrten die Regie. rungsnertreter auf ihrem Angebot und lehnten jede weitergehende Erhöhung ab. Die Gewerkschaftsvertreter gaben darauf die Er. flärung ab, daß fie das Angebot der Regierung ebenfalls abfehren müßten, da es nach feiner Richtung hin den Teuerungsverhältnissen und der furchtbaren wirtschaftlichen Rotlane der Beamten, Arbeiter und Angestellten Rechnung trüge und behielten fich alle weiteren Echritte vor. Gielehnten jede Berantwortung wegen biefer Regelung ab. Nach dem Bericht nahm die Versamm. lung folgende Entschließung an: Die Bollversammlung des Boft, Telegraphen- und Fernfprech. perfonals und der Reichs- und Staatsbediensteten nimmt mit Ent. rüftung Kenntnis von den Borschlägen der Reichsregierung bezüglich ber Reurenelung der Bezüge der Beamten und Angestellten ab 1. April, wie fie von der Renierung vorgesehen ist. Sie erblickt in diefem Borschlag eine direkte Berhöhnung ihrer wirtschaftlichen Not, ba das Angebot nicht einmal die bereits vorhandene und noch am 1. April eintretende Mietssteigerung und die in den lekten Wochen erfolate Erhöhung aller Breise der notwendigsten Lebensmittel berücksichtigt. große fangandauernde Arbeitslosigkeit ist ein Teil der Mitglieder abgeſtumpft, der andere verbittert, fo baß die Kommunisten leichtes Spiel haben und auch bei den lehten Wahlen am 2. März das Heft in der Hand behielten. Doch in dieser kommunistischen Ortsverwaltung war bisher immer noch ein reformistischer Amsterdamer geblieben, der Genosse Weisom, der seit 23 Jahren die Raffengeschäfte führte. Auf feinem neutralen Gebiet hatte er alle Stürme überdauert und war immer wieder als 1. Kaisierer gewählt worden. Der neuen radikalen Scholem- Richtung, der selbst Brandler und andere BD. Leute nicht mehr rabital genug find, mußte der vergessene SBD.Bonze" weichen. Es war nicht leicht, einen Anlaß zu finden, boch man brauchte ihn. Der Vorsitzende Repichläger bezichtigte Wellow einer abfäuigen Aeußerung. gegen den famosen Nachweisleiter Schiff. Alle Bemühungen, den Urheber dieser Berleumbung zu stellen, schlugen fehl. Vielmehr ftellte sich heraus, baß es auf irgendeine Berleumdung abgesehen war, um die Abfägung Beljoms durch irgendeinen Scheingrund vor den Mitgliedern zu rechtfertigen. Der 3wed wurde erreicht. Bei der Neuwahl unterlag Bellow mit 19 Stimmen einem Rommuniften. Der Hinauswurf des alten Staffierers fonnte nicht schnell ae nug gehen. Obwohl nur noch 14 Tage bis Quartalschluß fehlten, lies man Belson nicht einmal mehr Zeit zu ordnungsgemäßem Ralienabichius. Swei Tage nach der Vorstandssigung, die der Wahl folgte, mußte er das Feld räumen. Gute Kommunisten, auch wenn sie ungeschichte Gewerkschaftler sind, ist die Richtlinien- Parole. Die legte Borstandswahl hat immerhin gezeigt, daß die BEPD. Fraktion der Zimmerer noch einen starten Anhang hat und daß es lebiglich darauf antommt, die refigniert abfeits stehen. den Kameraben wieder zur Mitarbeit heranzuziehen. Affle Sräfte müssen mobil gemacht werben, um bie Bahlstelle aus einer 3elle der KPD. wieder zu einer 3 ahlstelle des Ber bandes zu machen. Das geht nicht von heute auf morgen, erfordert vielmehr Belennermut und Ausdauer. schädigt wird. Diefe felbstverständliche Anordnung wurde von den fommunistischen Drahtziehern dazu benutt, im Haus einen furcht-? baren Standal aufzuführen, wobei sie auch dazu übergingen, die Kollegen 3ista und Knaad tätlich anzugreifen. Sich mit folchen Menschen herumzuschlagen, hat die Verwaltung gar feine Beranlassung. Die JAH. muß sich deshalb nach einem! Raum umsehen, wo sie fdhalten und walten fann, wie es ihr beliebt. Unter den Lobenten befanden sich übrigens unseres Wissens feine BSPD- Metallarbeiter, erstens, weil sie von der Essen ausgabe systematisch ausgenommen werden, und zweitens, weil sie es ablehnen, mit Leuten, die den Standal auf führten, auf eine Stufe gestellt zu werden. Aus der Galanteriebranche. Dittatur der Kommunisten. Die im Eaftlervcrbant und im Buchbinderverband organisierten Arbeiter diefer Brandje nahmen am Montagabend zur Kündigung Des Mante tarifs durch die Arbeitgeber Etellung. Bevollmächtigter Blume vom Sattlerverband berichtete über die Stellungnahme des Zentralvorstandes zum Manteltarif: Beschlossen wurde, baß die Ferien fich nach der Zahl der Berufsjahre richten und der LehrAls Werkzeugentschädigung wird ein bestimmter Prozentsag gefordert. Das bisherige Lohnlingsurlaub verlängert werten foll. hüsselsystem habe sich als unbelibor erwiesen, meil die Arbeiterinnen dabei benachteiligt werden. Die Richtlinien des Referenten wurden in der Diskussion gutgeheißen. Da die Berliner Arbeitgeber Lchnverhandlungen als zmedlos ablehnen, wurde der Schlichtungsausschuß angerufen. Nachdem als 2. Branchenleiter Genoffe Pintowsti gewählt war, an, wenn die neue fündigte die temmunistide Oppofition Ortsverwaltung fich nicht auf den Boden der Wei. Sur Zusammenfassung der Gewertschaftskameraden fei fchon marer Beschlüsse fielle, würde sie ihre Maßnahmen treffen iegt auf bie Berjammlung am 23. mar 3, vormittags 9% Uhr, und Neuwahlen durchfehen. Befonrtich hat die Opposition" in der im Gemertschaftshaus hingewiesen, in der Genoffe Ellinger überlegten Generalversammlung der Sattler ihren Weimarer Beschlüssen - Es mer en ao bol ole G verijchaitse die Lage im Baugewerbe spricht, unter Berücksichtigung der Miets zur mening verho fen. gefeggebung und des Reichstarifvertrages. Alle auf dem Gewerf mitglieder, die auf gemertidaftlichem Boden stehen, von fchaftsboden der Amsterdamer Internationale stehenden Kameraden der SPD.- Oppofition ausgeschlossen, wenn sie gegen die tommunistischen Richtlinien verstoßen. müssen hierzu erscheinen! » Zista und Genoffen als Vandalen." Unter diefer Ueberschrift veröffentlicht die ,, Note Fahne" in ihrer r. 14 eine Notiz, in welcher die Tatsachen auf den Kopf gestellt werden. Die Berliner Drisverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes schreibt uns dazu: Die Berliner Drisverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes hatte der JAH. einen Raum zur Speiseausgabe zur BerDie Bersammlung stellt sich hinter die Erklärung der Spiken. verbände und erwartet von ihnen, daß sie nichts unversucht faffen merden, die Bezüge des Berfonals den tatsächlichen Leuerungsver hältnissen anzupassen. Die Versammlung macht es allen Mitgliedern des Deutschen Berkehrsbundes zur Pflicht, den fepten Beamten, Ananstellten und Arbeiter der Berkehrsbetriebe der Draanisation zuzufügung gestellt. Dieses Gastrecht wurde derart mißbraucht, daß aus führen, damit im Kampfe um die Hebung der materiellen Lage diefer Arbeitnehmergruppe eine geschlossene Front dem kapitalistischen Gegner gegenüber vorhanden ist. Kommunistisches Bravourstück bei den Zimmerern. Die Berliner Zahlstelle der Zimmerer ist längst in den Händen ber Kommunisten. Sie haben den Apparat" und spielen da mit ganz nach Wunsch der fommunistischen Parteileitung. Durch Mensch, sei helle: Trink Hartwig- Quelle! Alle tünftlichen Selters aber Mineralwafier, wozu meist nur Leitungs- oder gewöhnliches Brunnenwasser Berwendung findet tommen genen Hartwig- Quell nicht auf." Sollen gefunden Rieren. Zeber, Blase und Herz Und foll Dein Gei stets bleiben bell Folge dem Rat es fit fein Scherz Unb triufe ftets nur Hartwig- Quell! Die natürliche ,, Hartwig- Quelle liefert jede Menge bes refunden im Bohlgeimad unübertroffenen" Hartwig- Quell- Tatclwassers, welches megen feiner guten Eigenschatten in allen Restaurants, Safés, Hotels, Gartenlotalen, Fabrifkantinen, Sanatorien und Sport- Bereinigungen ufm. iets vorrät a fein muß. Durch Abschluß auf Abruf( Aahlbar ft niz jede Abruf Seillieferung) fichern Sie sich Borangspreise und bet Zahlung bes gesamten Abschlusses auch noch% Raffa Stonto. Bianb beträgt 10 Bf. pro Flasche. 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Die Berwaltung war deshalb damit einverstanden, daß die Blafate entfernt mer. den, weil fie der Sachverwalter des Berbandshauses ist und nicht zulassen fann, daß, das Eigentum des Verbandes systematisch beLäuferstoffe Teppiche in Velour, Bouclé, Kokos Diwan- Decken als Zimmerbelag, Läufer, Teppiche in großer Auswahl Linoleum Kokos- Matten in allen Qualitäten und Größen Ausführung jeglicher Linoleumarbeiten G. Bargende, Charlottenburg Windscheidstr. 11( Eke Pestalozzistraße) Wilmersdorfer Str. 19( Hihe Kurfürstendamm) Fernsprecher: Wilhelm 2750 Strickwesten Gest ,, Ein neuer ? Dies. bst. Verdienst Fernsprecher: Ste: platz 4194 Geben Sie uns rechtzeitig 3hren eo. Auftrag schriftlich bzw. 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