Str. 137 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 68 Bezugspreis: Böchentlich 70 Golbpfennig søraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 450 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Golbmar! pro Monat. Ser., Borwärts" mit der Conntags beilage Bolt und geit" mit..Gied. lung und Aleingarten". sowie ber Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Abrene: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreife: Die etnisaltige Ronpareile geile 0.70 Goldmart Reflamesetle 8.50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedrudte Bort 0.20 Golb. mart( auläfig amet fettaedruckte Worte), iebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche tas erte Bort 0.10 Goldmari iedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt barch 4,20. BUS Angelgen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin G 68. Linden. ftcake 8 abgegeben werden. Gröffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nach. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Tonhoff 292-293 Verlag: Tönjoff 2306-2507 Freitag, den 21. März 1924 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Banffonte: Direktion der Diskonto- Geiellichaft. Devoitentaie Lindenstraße 3 Deutsche Bedenken gegen den Dawes- Bericht. Die Entwicklung in Belgien. | Eine deutsche Delegation soll angehört werden. Paris, 20. März.( Eigener Drahtbericht.) Die bisher befann gewordenen Grundzüge, der von den Sachverständigen in Aussicht genommenen Mahnahmen zur Bilanzierung des deutschen Budgets hat die deuifdhe Regierung veranlaßt, das komitee Dawes zu ersuchen, vor Faffung endgültiger Beschlüffe ciner deutschen Delegation Gehör zu geben. Das Komitee Dawes hat diesem Erfuchen flatigegeben und wird am Freitag dem Präsidenten der Ariegslaftenfommiffion, Staatssekretär Fischer, und dem Minifteria.bircfior Popis vom Finansministerium Gelegenheit geben, die deutschen Bedenken und Einwände gegen die von den Sachverständigen in Aussicht genommene Cösung vorzutragen. Dr. Schacht, der am Donnerstagnachmittag erneut mit der Bantenfommission des Komitee Dawes verhandelt hat, hat zu dem ihm.am Mittwoch bekannigegebenen Statutenentwurf der Deufchen Goldemissionsbant eine Anzahl Gegenvoridläge in Form eines Memorandums überreicht, über die voraussichtlich am Freitag disEisenbahnen für eine internationale Anleihe, beren Ertrag teilweise als Rapital und Reserve der fünftigen Goldnotenbant, teilweise zur Finanzierung der Sachlieferungen Berwendung finden foll. 4. Einführung von Zabat, 3uder, Altohol und 3ünbholzmonopolen, beren Einnahmen zur Begleichung der Reparationen Verwendung finden sollen. 5. Rontrolle der Erhebung gewisser Einnahmen, sowie der Tätigkeit der Notenbank und des Betriebs der Eisenbahnen. fuflert werden wird. Beide Expertenfomitees haben sich am Mittwoch dahin geeinigt, ihren Bericht und ihre Vorschläge zu gleicher Zeit mit der Ueberreidung an die Reparationstommiffion der Oeffentlichteit zu übergeben. Dr. Schacht ernent vor dem Dames- Ausschuß. Paris, 20. März.( BTB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat heute nachmittag von 8 bis 5 Uhr mit den Mitgliedern des ährungsunterausschusses über die Gründung der Goldemissionsbant verhandelt. Er überreichte eine schriftliche Aufzeich mung über die gestern an ihn gerichteten Fragen. Sachverständige werben bie Angaben Dr. Schachts in den nächsten Tagen prüfen und am fommenden Montag hierüber wiederum mit ihm verhandeln. Nach dem Temps" werden die Anhänge zum Bericht des Romitees Dames folgende Fragen zum Gegenfiand haben: 1. Errichtung einer Colonotenbant. 2. Deutscher Haushalt, Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben für das Faushaltsjahr 1924/25 und die nächfifolgen den Jahre. 3 weijähriges Moratorium für die Re parationsleistungen in bar, Forijegung der Sach Iteferungen und deren Bezahlung an die deutschen Industriellen. 3. Neorganisation ber deutschen Eisenbahnen. Eine neue Berwaltung für das gesamie Reß, in bas die zurzeit von der franzöfisch- belgischen Regie betriebenen Streden der Rheinlande und des Ruhrgebiets wieber einbezogen würden. Nutzbarmachung der Churchill abermals geschlagen. Condon, 20. März.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch erfolgte im Stadtteil Westminster die mit Spannung erwartete nach wahl. Der Konservative Nicholson fiegie mit 43 Stimmen Mehrheit gegen Churchill( 8144), den Kandidaten der unabhängigen Arbeiterpartei Jeuner Brodway, der 6146 Stimmen, und den Liberalen Duders, der nur 791 Stimmen erhielt. Churchill, der diesmal als„ Antifozialift" tandidierte, wurde damit zum dritten Male geschlagen. Dagegen fonnte die Labour Party als Reglerungspartei im Vergleich zu der vorletzten Wahl mehr als 4000 neue Stimmen buchen. Bei der letzten Wahl war in Westminster der Konfervative ohne Gegenfandidat gewählt worden. Durch seine Serie von Niederlagen wird Winston Churchill au einer tragikomischen Figur der englischen politischen Welt. Die englischen Arbeiter werben sich aber über diesen neuen Reinfall Churchills um so mehr freuen, als er diesmal eine Etikette gewählt hat'e, die sich ganz besonders gegen die Regierung Macdonald richtete und mit der er hoffte, die fapitalistischen Stimmen beider bürgerlichen Parteien auf seinen Namen zu vereinigen. Bei den Novembermahlen von 1922 hatte der Ronfervative mit 13 200 Stimmen gegen 2444 für den Arbeiterparteiler und 1950 für einen Unabhängigen gefiegt. Einem Londoner Telegramm der Tl. zufolge hatte die erste Zahlung eine Mehrheit von 33 Stimmen für Churchill ergeben, der bereits Glüdwünsche von allen Seiten empfing. Mitten in bicje Gratulationsftimmung tam jedoch die Meldung, daß eine Nache zählung eine Mehrheit für den Ronservativen ergeben hatte. Churchill verlangte baraufhin eine dritte Zählung, die jedoch an dem Endergebnis nichts änderte. Ultimatum Sowjetrußlands an China. Mostau, 20. März.( Eigener Drahlbericht.) Da China den zwischen dem Sowjetvertreter star ach an und Wang gefchloffenen Bertrag unter dem Druck der ausländischen Diplomatie nicht ratifiziert hat, fiberreichte die Sowjetregierung der chinesischen ein Ultimatum, welches den Abbruch der diplomatischen Beziehungen anfündigt, falls China binnen jweier Tage den Bertrag nicht afzeptiert. Trinifprüche in Wien. Gestern abend gab Bundeskanzler Dr. Seipel ein großes Festessen zu Ehren von Dr. Marg und Strefemann. Seipel und Marg tauschten fehr herz'iche Trint fprüche aus, in benen fie den Dant ihrer Regierungen für die ge genfeitige Hilfe der letzten Jahre nacheinander aussprachen und die enge Solidarität Deutschlands und Deutschösterreichs betonten. 6. Organisation eines Systems von hypotheten auf die deutsche Wirtschaft", d. h. den industriellen, kommerziellen und landmoirischaftlichen Besitz Deutschlands, die als Pfand für die Aus. gabe von Obligationen dienen würden. Unbehagen in Paris über Macdonalds Erklärung. Paris, 20 März.( Eigener Drahtbericht.) Die Erklärung Mac. donalds, wonach die englische Regierung die Legalität der Ruhrbesehung ebensowenig anerkennen tönne wie die Auf faffung Frankreichs und Belgiens, daß sie berechtigt feien, die Kosten der Otkupation von den Einnahmen zurückzuhalten, hat hier leb. haftes Unbehagen hervorgerufen. In politischen Streifen nimmt man an, daß Poincaré darauf bei nächster Gelegenheit in einer offiziellen Ertiärung antworten werde. Der Neuaufrollung dieser Frage, die bereits im Sommer vergangenen Jahres zu einer scharfen Spannung zwischen Paris und London geführt hat, sieht man hier mit großer Besorgnis entgegen. Die Lasten der Micum- Verträge. Im Hauptausi& nb des Landtags brachten Limbers und Genoffen einen Antrag ein, der die Etaatsregierung eriut, fineliftens und bringlich auf die Reicheregierung einauwirfen, daß diele für eine Verteilung der Laften aus den icum Bertzagen auf die gesamte beutiche Wirtschaft Gorge trage, weil das Ruhrgebiet( und legten Endes feine Arbeiterschaft) diefe Lasten unmöglich länger tragen fann. Alle bürgerlichen Barteien stimmten gegen den An trag, den Ausschlag für ieine Ablehnung gab aber der som munist Charpentier, der mit den Bürgerlichen gegen den Antrag ftimmte! Im Rubigebiet find fich dlle Arbeiter einig, daß im Sinne des Antrags gehandelt werden muß, im Landtag ftimmt der Kommunist mit den Deutsconationalen! Die tschechischen Dokumente. Prag, 20. März.( WTB.) Im Zusammenhang mit den Ber. öffentlichungen des Berliner Tageblatts" stellt die offiziöse Brager Breffe" folgende zwei Tegte einander gegenüber: PP 1. Zitat aus dem Protokoll Andrassy Bismard über die Borbereitungen des Bündnisses vom 24. September 1874, abgedrudt im Buch des Professors A. Brzibram Die politilchen Geheimverfräge Desterreich- Ungarns 1874 bis 1914": Oraf Andrassy hat fig mit bem biefem Bertrage zugrunde liegenden Gebanten einverstanden erflärt, dagegen wider den Abschluß eines Uebereinkommens in der vom deutschen Reichsfang'er vorgeschlagenen Form und Ausdehnung Bedenten geltend gemacht, über welche hinauszugehen, ihm nicht möglich wäre, und die es ihm nicht geflatten würden, seinem Allerhöchsten Souverän die Annahme des gemachten Borschlages in der erwähnten Jaffung zu empfehlen." " 2. Vergleich. Zibat aus dem Geheimprotokoll der Bet graber Ronferenz vom 10. Semuar 1924", abgebrudt im Berfiner Tageblatt" vom 19. März 1924: P „ Der Herr Minister Dr. Momcil Mintschitsch hat sich mit bem diesem Bertrage und dem vorgelegten ab schriftlichen Ronzeptvertrage zugrunde liegen. ben Gebanten einverstanden erklärt, bagegen ben Abfcy uß des neuen Beritares in ber von dem Herrn Dr. Eduard Benesch vorgeschlagenen Form und Ausdehnung gegenüber Bedenten geltend gemacht, aber weláje hinauszugehen ihm nicht mögfich wäre, und die es ihm nicht geftalien, feinem Allerhöchsten Herrn bem Rönig der Vereinigten Königreiche S..., die Annahm bes gemadten Vorschlages in der erwähnten Faffung zu empfehlen. B Anm. des„ Borwärts": Tanach ist bas ,, B. I." offenbar einem Fälscher zum Opfer gefallen. gefelifchaft für Bährungs- und Finanzreform erklärte Die Kartellverordnung. In einem Vortrag vor der Studien ber Borsigende des Kartellgerichts, Geheimrat Dr. Lucas, daß man erwartet babe, der Hauptteil der Streitfälle aus der Kartellverorb. nung würde durch Richtigkeitserklärungen von Rartellen herbei. geführt werden. Tatsächlich ist tein einziger Fall cirer Nichtigkeits. erflärung zur Sprache gekommen. Dagegen hat sich das Kartell gericht mit 128 Ründigungen von Kartellen befaffen müffen, die fich auf 70 Kartelle erstrecken. Bon diesen 128 Fäilen find 38 zur Entscheidung gekommen. Davon ist in 30 Fällen die Kündigung als zulässig und in 8 Fällen als unzulässig erklärt worden. Dr. Lucas erklärte weiter, daß die Durchführung der Kartellverordnung nur dann möglia fei, wenn sie einer von allen politischen und wirtschaft lichen Einflüssen freien Stelle anvertraut würde. Bon Joseph Wauters, ehem. Arbeits- und Ernährungsminister. Brüssel, 18. März 1924. Die belgische Regierungstrife ist endlich, wenigstens vor läufig, gelöst. Am Dienstag hat sich das dritte Kabinett Theunis dem Parlament vorgestellt. Allgemein herrscht die Ansicht, daß sein Leben schwer und vielleicht furz fein wird; vielfach wird angenommen, daß die erst im Mai 1925 fälligen Neuwahlen vielleicht schon in einigen Monaten stattfinden müßten, aber allein die Sozialisten wünschen dies und drängen danach. Das belgische Abgeordnetenhaus zählt 186 Mitglieder, und zwar 68 Sozialisten, 33 Liberale, 80 Katholiken und 5 ehemalige Frontkämpfer, darunter vier attivistische Flamen. Mährend aber die Sozialisten einen einheitlichen Block bilden, zählen die Liberalen, die mehr und mehr zu Stüßen des Kapitalismus geworden sind, noch einige Elemente mit forts schrittlichen und firchenfeindlichen Anschauungen. Diese Elemente ertragen nur schwer die von den Führern ihrer Partei mit den Katholiken getroffene Vereinbarung zwecks Regierungsbildung. Auch bei den Ratholiten mangelt es immer mehr an Einheitlichkeit, von dem sehr mächtigen fonfessionellen Band abgefehen, wegen der sehr verschiedenartigen Interessen und Strömungen, die in dieser Partei vertreten find: Neben etwa 40 Bertretern des Adels und der tonservativen Bourgeoisie gibt es eine Gruppe von 40 Abgeordneten, die ihr Mandat den arbeitenden und demokratischen Schichten des Kleinbürger tums, Kleinbauerntums, Angestelltenschaft und Bauernschaft, die allein ihr Glaube in den Reihen der katholischen Partei festhält, perdantt. Aber auch diese lettere Gruppe gerfällt in zwei Teile: diejenigen, die sich längst ben fonservativen Anschauungen genähert haben, und diejenigen, deren Namen nur unter dem Drud her christlichen Arbeiterverbände auf die Kandidatens liften gelegt wurden; das sind vor allem etwa 20 Abgeordnete, die in Antwerpen, in Flandern und sogar in Brüffel im offe nen Kampfe gegen die traditionelle fatholische Richtung seinerzeit gewählt wurden Schließlich darf nicht außer acht gelassen werden, daß, wenn auch alle belgischen Parteien Meinungsverschiedenheiten im Sprachenproblem aufweisen, die flämischen Elemente der Katholischen Partei so ziemlich identisch sind mit den aktiviten demokratischen Elementen dieser Partei. Aus allen diesen Gründen ist auch die neue Regierungstonstellation recht to m pliziert und jedenfalls sehr gefährdet, so daß man sagen fann, daß fie einem chronischen Krisenzustand verfallen ist. Die erfte Regierung Theunis, die nach den Wahlen vom November 1921 gebildet wurde, stützte fich auf die Statholifen und die Liberalen und entsprach so ziemlich dem damaligen Willen der öffentlichen Meinung. Die Sozialisten waren aus der Regierung ausgefchieben, nachdem es ihnen gelungen war, einen wesentlichen Teil des unmittelberen Programms der Arbeiterklasse zu verwirklichen: Arbeitslofenversicherung, oftenlose literspensionen, Achtstundentag, Stipendien für begabte Stinber, paritätische Lohntommiffionen, Herabjegung der Militärdienstpflicht auf 10 Monate usw. Die verängstigten fapitalistischen Interessen hatten mit Hilfe der Berblendung des Mittelstandes einen Generalangriff gegen die Sozialisten unternommen, die jedoch nur zwei Sige im Barlament ver leren. Andererseits befand man sich damals mitten in einer schweren Industriekrise, die Arbeitslosigkeit hatte bis 200 000 gemertschaftlich Organisierte von insgesamt 800 000 betroffen, wodurch die letztere zugleich eine Schwächung ihrer Bestände bis auf etwa 600 000 erfuhr. Dennoch stellte sich das erste Kabinett Theunis dem Parlament mit der Beteuerung vor, daß es gewillt sei, eine demo kratische Politit zu betreiben und sogar die Politik des früheren Ministeriums fortzusehen, in dem die Sozialisten einen so starten Einfluß ausgeübt hatten. In Birtlichkeit unter nahm dieses Kabinett zwar nichts offen gegen die foeben durch geführten Reformen, aber es versuchte sie auf verwaltungs. technischem Wege zu durchlöchern und zu sabotieren, zumeist unter dem Bormand notwendiger Ersparnisse. War doch Herr Theunis an die Macht gekommen mit dem Ruf, diejenige Finanzkapazität" zu sein, die fähig wäre, das Gleichgewicht der öffentlichen Finanzen wiederherzustellen und Deutschland zum Zahlen zu bringen. Allmählich verstärkte sich der reattionäre Charat. ter der neuen Regierung; auf finanziellem Gebiete zeigte sie feinerlei Rühnheit, fondern begnügte fich mit oft widerlichen Ersparniffen; feinerlei wichtige Reform tonnte zustandegebracht werden, hingegen sah man sich vor allem vor ein großes politisches Problem gestellt, nämlich die Flamisierung der Benter Universität, wo die Unterrichtssprache seit einem Jahrhundert die französische ist. Ein heftiger Parteitampf entbrannte, der sich auch auf das Kabinett selbst übertrug. Ein von der Rammer angenommener Rompromißentourf wurde vom Senat abgelehnt. Die Regierung trat zurüdum sich dann neu zu bilden auf der Grundlage einer Kompro mißformel. Damit hatte Belgien fein zweites Rabinett| Theunis, das so ziemlich dem ersten entsprach, das aber sich auf Barteien ftüßte, in denen mit den demokratischen Elementen übel verfahren worden war. geachteten Namen zu machen gewußt hat. Der gegen fhn ge führte Streich wird dazu beitrasen, die ersten schwachen Anfäße der unserem Baterlande günstigeren Shimmung in jenen Staaten wieder zu vernichten. Er ist Wasser auf die Mühle aller Feinde Deutschlants. Wie kann, so wird man sagen, Deutschland von der Welt Gerechtigteit erwarten, wenn es im eigenen Hause fchmählichstes Unrech dauernd duldet? So wächst sich der Fall Quidde aus nicht nur zu einer innerpolitifchen, sondern auch zu einer außenpolitischen Gefahr ernstester Art. Und ernsteste Sorge um das hier schwer bedrohte Wohl von Land und Volt ist es, die die Unterzeichneten als Borsigende des Deutschen Republikanischen Richterbundes treibt, sich an Sie, Herr Reichsfanz'er, zu wenden. Lassen Sie sich nicht hemmen durch die angebliche Unzuständigkeit des Reiches in einem Falle, der die Ihrer Obhut and rirauten Reichsinteressen so start gefährdet wie der Fall Quidde. Ein Band, dessen Behörden den rechtmäßigen Haftbefehlen. der zuständigen Reichsorgane widerrechtlich den schuldigen Gehorsam verweigern, dagegen in blindem Parteihas offenbar unsinnige Ver haftungen zum Echaden des Baterlandes vornehmen, erfüllt nicht die ihm nach der Reichsverfassung und den Reichsgesehen obliegenden Pflichten. Da ist es nach der Berfaffung Sache des Reichs, ein folches Land zur staatlichen Ordnung 3urüdzuführen. erneut zu bilden. Dies ist vor allem bem fapitalistischen Einfluß der Liberalen und der katholischen Konservativen zu verdanken. Es sind zwar einige Personenveränderungen vor genommen worden, es wurde viel gefuhhandelt, um die flamis schen und wallonischen, die liberalen und die flerifalen AnAllein, die finanziellen Schwierigkeiten dauerten fort. Die fprüche ins Gleichgewicht zu bringen; man wird sich wahr Dreiftigkeit des Unternehmertums wuchs immer mehr. Sehr fcheinlich in sozialpolitischer Hinsicht etwas vorsichtiger zeigen - aber schon jetzt nehmen einzelne demokratische Katholiken scharfe reaktionäre Feldzüge wurden gegen die sozialen Reformen geführt. Die Regierung gab dem selbstver dem dritten Kabinett Theunis gegenüber eine wenig freund felbstverliche Ständlich nach. Dann kam die Ruhr belegung, bei der liche Haltung ein. Man fühlt bei allen bürgerlichen Barteien bie Regierung Theunis sich zum Partner Boincarés machte. eine große 3erfahrenheit. In der auswärtigen Die Sozialisten allein erhoben Brotest; der demofra- Politik wird sich Belgien vermutlich England nähern, das tische Flügel der Katholiken, obwohl feineswegs begeistert, ver- innerpolitische Brogramm dürfte fehr unbestimmt und vor hielt sich stumm; übrigens schien der Nationalismus in der allem auf die Wiederherstellung der Finanzen gerichtet sein. Allein die sozialistische Bartet bietet eine öffentlichen Meinung die Oberhand zu haben. Selbst in den Reihen der Sozialisten gab es vereinzelte Schwankungen, er gefchloflexe front; die Ereignisse haben auf sie wie flärlich durch die Erinnerungen an den Krieg und durch die ein Beitfchenhieb gewirkt; die Gewerffchaften Bersuche der deutschen Schwerindustrie, sich ihren Reparations- verzeichnen Neuaufnahmen in großer Bahl. Der Elan der verpflichtungen zu entziehen. Arbeitermaffen ist prachtboll, die Arbeiter'chaft ersehnt so bald wie möglich eine aroke Wahlfchlacht. Die öffentliche Mei nung erwartet baldige sozialistische Erfolge. Die demokratischen Katholiten werden zweifellos jene entschiebe. nere Saltung einnehmen, die ihre Wähler ron ihnen verHandeln Sie, Herr Reichstanzler und handeln Ele langen. Das neue Minifterium Theimnis fann nur vor übergehend am Ruder fein; Belgien geht erneut einer rash! Der Borstand des Deutschen Republitanischen Reichsbundes. Regierung der Demotratie, bes internatio= nalen Friedens und des sozialen Fortschritts gc3: Dr. Ronrad Haenisch, Staatsminister a. D., 1. Berf. gez Dr. Hugo Preuß, Reichsminister a. D., 2. Borsigender. entgegen. Man darf gespannt darauf sein, was die Reichsregierung auf diese Eingabe zu ermidern hat und wie sie es rechtfertigt, daß sie sich der skandalösen Angelegenheit nicht sofort anMit der Befeßung des Ruhrgebietes perfchlimmerte fich die wirtschaftliche Lage des Lardes. Die Finanzen waren feineswegs gerettet, der belgische Frant, der noch vor zwei Jahren 40 Centimes wert war, fiel allmählich unter 20 Centimes; die Lebenshaltungskosten legen, die Beamtenschaft wurde unruhig, die Forderungen der Eisenbahner wurden von der Regierung abgelehnt, was einen wunderbar durch geführten Eisenbahnerstreit zur Folge hatte, gegen den sich alle Parteien mit Ausnahme der Sozialisten erhoben; es gab mehr als 200 Maßregelungen, darunter viele Männer, die sich während des Krieges ausgezeichnet hatten. Diese verlorene Schlacht hinterließ viel Bitternis in den Herzen der Arbeiter und war das Signal eines Erwachens des Proletariats. Die Verstridung der Gewaltpolitik veranlaßte das Kabinett, eine Berlängerung der Militärdienst. zeit um vir Monate während der Zeit der Ruhrbefehung zu fordern. Ein Teil der Abgeordneten der Regierungsmehrheit stimmte dem nur widerwillig zu, zumal manche demofratische Katholiten feinerzeit, ganz wie die Gozialisteit, die Herablegung der Militärdienstzeit auf sechs Monate in ihr Wahlprogramm aufgenommen hatten. Es folgten fodann immer. deutlichere Angriffe gegen die fozialen Reformen, bis schließlich der ehemalige liberale Kriegsminister Depèze einen Gefehentwurf einzubringen wagle, der die Rüffehr zur neunstündigen Arbeits zeit bezweckte. Der neue fatholische Arbeitsminister brachte baraufhin einen eigenen Entwurf der gleichen Tendenz, wenn auch etwas porsichtiger ein. Aber unter dem Drud her Sozia liften und der Gewerkschaften stimmten die katholischen Arbeiterabgeordneten gegen den Regierungsentwurf, der somit init 90 gegen 66 Stimmen abgelehnt murde. Diese erneute Herausforderung der christlichen Arbeiter zugleich mit ber machfenden Teuerung und mit der Tatsache, daß der Fehler der Ruhrbesehung immer deutlicher erkannt murde, erzeugte eine immer feindseligere Stimmung gegen das Kabinett Theunis. Als der franzöfifch- be! gifche Handelsvertragsentwurf zur Beratung fam, bei bem das schutzöllnerische Frankreich feinerlei Ronzessionen der Industrie und dem Handel bes freihändlerischen Belgiens machen wollte, vielmehr die Wirtschaftspolitik Belgiens an die gegen Deutschland gerichtete Wirtschafspolitik Frankreichs zu teffen versuchte, da entlub sich die Erbitterung all der Ele mente in der Regierungsfoalition, die schon bei früheren Gelegenheiten verärgert worden waren. Zusammen mit der gefloffenen sozialistischen Frattion erlangte die Opposition gegen den Entwurf der Regierung 15 Stimmen Mehrheit, und bie Regierung wurde gestürzt. Und trobem, wenige Tage nach einer Abstimmung, bie offenfundig ein Mißtrauensvotum gegen die meisten Regierungshandlungen von Theunis auf militärischem, inner politischem und sozialpolitischem Gebiete darstellte, ist der felbe Theunis damit beauftragt worden, die Regierung Münchener Bilderbogen. Tegernfee. Bon Marinus Gantner. Gegenüber Tegernsee liegt Wiessee, dort steht am Ufer ein Bohr turm, dahinter ein Kurhaus und dahinter eine Pension. Dort wohnt oft ein alter Herr mit spärlichem grauen Bart, großer Stirn und langer Raje das ist der Erzar von Bulgarien. Vor der Bension ein Auto mit der Krone S M. des Königs Rupprecht von Bayern; ber ist oben auf Besuch beim alten Bulgaren. Noch ist die entcilenbe Staubwolte feines Fahrzeugs nicht vermeht, ba erzählt auch schon die ftrah ende Bensionsbefizerin, baß der Bar jagt, daß es jetzt endlich bald losgeht mit der Revolution: Die muß fein. Sa. Dann 4chen die Leute aus der Stadt heraus aufs Land. Hier ist's schön fill und mein Haus wird voll. Go fan mir gefföllt." Ministerpräsident. Ber trägt die Verantwortung? Herr s. Rnilling, ziemlich fchlant, trägt im Semmer eine meiße Piquémeste, eine go.bene Uhr, einen festen Etrohdeckel, hat ein schmales rotes Beamtengesicht mit 3wider, einen schwänzelnden Gang und einen Cut. Den hat er auch im Winter und dazu eine furze Belzjade. Stolz geschwell: geht er durch die Straßen; es schaut ihm auch wirklich alles nach( weil näm. i bie Cut- oder Fradschwärze unien herausbaumein). Im Bürgerbräufeller sprach man ihm Mut zu:„ Erzellenz, laffens fich doch nicht so ohne weiteres verhaften!" Er flehte leis:„ Davon reben wir päter." Da warb er ergriffen. Dazu riefen drei Stimmen: Heil." Das wurmt ihn noch heute. Man esfortierte ihn in die elegante Harlachinger Billa des alldeutschen Berlegers Behmann Am nächsten Morgen erscheint der Lehmannsche Rwangsmieter und setzt dem Ministerpräsidenten kein Kind auf den Schoß. Während es draußen enallte, machte der Ministerpräsident mit dem Kind: Duzi, buzi. Üm 12 Uhr er chien die Hafentreuzwache: Jeht ham's auf uns g'schoffen; jest fan's nimmer in Schubhaft, fett fan's Geiset. Im Borgefühl biefer Qualität blieb Knilling bis 8 Uhr bei Lehmann. Um 3 Uhr bale fich die Wade dapongemacht. Als der Staatsminister und der Mitgefangene Landwirtschaftsminister Bugethefer die Billa verfie zen, brachte der Verleger Lehmann mit höflicher Berbeugung das Fremdenbuch. Die Herren schrieben fich ein. Snilling hat ble Ges wohnheit, am 8. November gestürzt zu werden. 1918 ist er tönig. licher Stultusminister gewesen. Candwirtschaftsminister Wuhelhofer. Am nächsten Morgen ftand eine fünfzehnjährige Jungfrau Dor ber Villa Lehmann: 3 bin die Tochter vom Herrn Minister Wuzel hofer. Sie, mein Bater hat in der Bibliothek g'lefen und a Familien andenten liegen laffen." Was hat er gelesen?" Im Storm," Nach längerem Suchen fand sich in Theodor Storms gesammelten Werfen ein Bädchen Dollar.( Damals hatten wir noch Inflation.) Stadträte. Während in der Stadt Hitler- Trupps mit vorgehaltenem Gewehr durch einige Duhend Häuser liefen, fich im Zimmer 80jähriger Damen nieberließen, während dort Messer und Gabeln verschwanden und Vertrauenspotum für Theunis. Brüffel. 20. März.( WIB.) Die Deputiertenfammer hat mit 92 gegen 69 Stimmen bel 65immenthaltungen eine Tagesordnung angenommen, die dem Kabinelt das Vertrauen ausspricht. Reichsregierung und Fall Quidde. Protesteingabe des Republikanischen Reichsbundes. Der Borstand des Republikanischen Reichs. bundes hat zum Fall Quidde folgende Protefteingabe an den Reichskanzler gerichtet: Die Verhaftung Ludwig Quiddes hat in allen Schichten des republifan fchen Deutschland Empörung und Erbitterung hervorgerufen. Der Berdacht. Landesverrat betrieben zu haben, ist einem Mann von der Art Quiddes gegenüber finnlos. Ein Politiker, der seit mehr als drei Jahrzehnten im öffentlichen Leben Deutschlands eine auch bei feinen Gegnern geachtete Stellung einnimmt, eine Persönlichkeit, an Seren reiner Gesinnung nie jemand zu zweifeln gewagt hat, wird nicht über Nacht zum Landesverräter. Wessen ganzes Handeln von leher von lauterfter Liebe zu Bolt und Bater lanb getragen war, der begeht nicht tas schimpflichste Verbrechen, das sich denken läßt! genommen hat. Reichskanzler marg hat noch vor kurzem öffentlich erflärt, daß ihm der Schuß der schriftstellerischen Tätigkeit besonders am Herzen liegt. Wie das Berhalten der Reichsregierung zum Fall Quidde mit dieser Erklärung in Einklang gebracht werden kann, bleibt ein Rätsel. Der kleine Hitler- Prozeß. Gefängnis für Ausschreitungen der Putschiers. München, 20. März.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag be gannen vor dem Boltsgericht in der Au die sogenannten fleinen Hitler Prozesse, d. h. die Aburbelungen der Ber gehen und Berbrechen, die im Anschluß an die Komödie im Bürger. bräufeller von einem Telle der Gefolgsleute Hitlers verübt wurden. Einige Leute vom Bund Oberland, der Kaufmann Weinziert und der Bo'izist Tröger, brangen mit Gewehr und Pistole bewaffnet in die Wohnung eines Direttors ein, um Devisen zu be. fchlagnahmen. Weinzierl erhielt 3 Monate Gefängnis, Tröger 100 Mart Geldstrafe. In einer weiteren Verband lung hatte sich der Bantbeamte Hübner zu verantworten, der in jener Nacht in öffentlichen Lotalen nach Juden fuchte und schließlich Boltends unerträglich ist das Borsehen gegen Ludwig auch den Genossen Auer in seiner Wohnung verhaften Quidde in Tagen, da in dem gleichen München, in dem wollte Hübner und der ihm angeschlcffene Trupp von Hafenkreuz feine Verhaftung erfolgte, ganze Scharen überführter hochlern hatten fich in Auers Wohnung im allgemeinen torreft be. verräter frei herumaufen und vielfach immer noch hohe nommen, nachdem sie gefehen hatten, daß bereits vor ihnen ein Staatsämter betreiben. Der fleffende Gegenfah in der Trupp Gesinnungsfreunde geradezu vandalisch gehauft hatte. Dieser Behandlung des politischen Idealisten Ludwig Quidde zu der Beerfte Trupp war angeführt von ben berüchtigten Hafenkreuzfern handlung diefer Hochverräter muß dazu führen, das Rechtsbe. Maurice und Berthold, die seitdem flüchtig find. Der Trupp mußtsein des deutschen Volkes bis auf den Grund zu er des Bantbeamten Hübner drang übrigens in der gleichen Nacht euch Thüffern und der Rechtspflege in Deutsch and, fomelt politische bei einem bieberen Echneidermeister ein und ließ eine goldene he Proz ffe in Frage tommen, auch noch den Rest ihres Ansehens zu und andere Wertsachen mitgehen. Die Angeklagten fud ten fich rauben. Ein Staat aber, in dem die Begriffe von Recht und Ge- darauf hinauszureden, daß fie auf Befehl eines Führers gehandelt rcchigfeit vor die Hunde gegangen sind, kann nicht bestehen das hätten, der aber nicht ausfindig zu machen war, so daß der Staatsbrauchen wir gerabe Ihnen, Herr Reichskanzler, nicht erst zu fagen. anwalt mit Recht bemerkte, deß Fa die Herren Führer in der Justitia fundamentum regnorum, die Gerechtigkeit ist die Grund. Infanterieschule auch in bie'er Beziehung von der Verantwortung fage der Reiche; dies Wort gilt für die Republik mindestens ebenso brüdten. Hübner erhielt 7 Monate Gefängnis, sein Hauptfehr wie für bie Monarchie. mitarbeiter, ein Kaufmann Beiß, 3 Monate. Besonders verhängnisvoll erscheint uns die neuefte Ungeheuer. lichkeit der sogenannten bayerifdyn. Justiz mit Rücksicht auf ihre Birtung im Auslande, zumal in den angelfächsischen Län. Sern, in denen sich Ludwig Quidde feit Jahrzehnten einen weithin Gottfried Feder, Autor des Manifests zur Zerbrechung der Zing fnechtschaft, die Hitlersche Finanzpo itit durch Beschlagnahme von Bantguthaben eröffnete, war es gelungen, einen stat'lichen Trupp Juden und die Münchener Stadträte mit dem Bürgermeister Schmidt im Bürgerbräu zusammenzusperren. Die Stadträte, alsbald im Auto in einen Wald vor der Stadt gebracht, wurden dort an Bäume.pers teilt, mit geladenen Gewehren gefizeit und sollten eben erschossen werben, als aus einem weiteren Auto mit lautem Schreien zwei Männer herbeistürzten:„ Laßt's uns die Leut' fehn; die ganzen Ar bei sfo en stürmen grad's Rathaus, weil mir's net auszahln fenna. Die Banten aber geen foa Gölt ret her, ball net der Bürgermoafter und'd Stadträt' unterschreibn. Bum Erschießen is noch allweil Zeit gua. Aber erst müssens z'ruck und unterschreib's! Da war auch schon der Butsch zusammengebrochen. Der Mann in Uffing. In Uffing am Staffelsee steht ein elegantes Haus Billa Hanfftengel und hier im Bett fag am Morgen nach dem Butsch Adolf Hitler. So ist er gefunden worden. im feidenen Pyjama Der Mann in Solin, Solln und Ludwigshöhe find Gartenstädte vor München. Ihre Bewohner, die fich gegenseitig durch die Gartenzäune guden, beob. achten in der Frühe einen älteren Herrn von massiver Gestalt, der fchwihend in offener Lodenjoppe nach Regenwürmern gräbt, während ihm die windverwehte Schmugwäsche das grüne Hütchen oor die Schaufel wirft. Dann unterhält er sich übernächtigen Gefichts mit der Haushälterin des rechtsgelegenen Nachbargarten. Gebermann weiß, daß Herr Ludendorff wieder einmal bis zur Helligkeit bei einem Corps drinnen in Münden gefneipt hat. Seine Bierreben stehen in der Morgenzeitung. Aulturfampf. Die Böllischen find fast alle Protestanten. Der Defan Bembert aus der Marcusfirche, eines ber evangelischen Häupter mit blondem Bollbar, erscheint, auf den alten Baron Tautphoeus geftügt, in Rahrs Borzimmer, um dielen evangelischen Glaubensgeroffen( der mider bie Regel zur fatholischen Bollspartei gehört) ob feiner Treu lofigkeit gegen Hitler zurechtzuweisen. Kahrs rechte Hand, Freiherr von Auffeß, mit dem 3wirbelfart, tritt aus dem Kabinett:„ Die Herren wünschen?"" Ich tomme im Namen des protestantischen Gewissens. Wie heißt die Organisation?" Das Gericht. Wenn mich die Bilder bes 3eichners Fobor nicht täuschen, fo fibt auch diesmal wieder einer der Herren als Belfiger zu Gericht, der im Fecherbach- Brozeß fortgefeßt heimlich Pfannkuchen gegeffen hat. Die Beisiger find in der ganzen Stadt befannt, fie stehen in allen. Beitungen mit Physiognomie, Namen und Adresse. Wehe ihnen, wenn das Gericht einen scharfen Spruch fällt! Den gegnerischen Bor. figenden Haß, von Anno Fechenbach, ber seinem Namen alle Ehre machte, hat man zum Zwede diefes Brozeffes abgefägt. Und der Staatsanwalt? Nachdem er abwechselnd die Türen zugeschlagen und das Bublifum ausgeschlossen hat, geht er in der Pause auf einen der Angeklagten zu: Na Pönerchen, schmedt die Zigarre?" Franzöfliche Wahlen eine Woche nach den deutschen! Der Ministerrat bat gestern vormittag den 11. Mai als Termin für die Stammerwablen angelegt. Otto Erichs, Denkmal". Bor einiger Zeit lief durch eine Reihe von Blättern bie Nachricht, daß von alten Freunden Otto Erich Hartlebens eine Sammlung veranstaltet werden sollte, damit an einem Haus, in dem der Dichter längere Zeit gewohnt, eine Gedenktafel angebracht werden fönnte. Wir sind nun in der Lage, zu den„ Denkmälern" Otto Erichs euch einen Beitrag zu Hefern in der Form des folgenden Briefes, den die Freundin des Dichters, Frau Elfen Birr, vor geraumer Beit an einen Freund ihres Gatten gerichtet hat. Lieber Doktor! Alfo Sie wollen von mir etwas über Dito Erichs„ Denkmal das ist wohl die erfahren? Nun, Sie fannten ihn ja. Lapidar treffent fte Rennzeichnung feines Wesens. Und so war auch die fdmere, schwarze Tafel aus edelstem italienischen Marmor, die über bem schmiedeeiserren Gittertor der Billa altŋone in Salo einge afsen war und noch aus dem 13. Jahrhundert stammte. Vive ut post yivas!" hatten die alten Römer in muchtigen Buch staben in die mächtige Blatte eingemeißelt, und somit hatte Dito Erich eigentlich schon zu Lebzeiten sein Denkmal", und zwar durch aus in feinem Sinne. Bis irgend jemand auf die Idee verfiel, daß es doch eigentlich fehr schön und zwedmäßig wäre, in, an, oder um die Billa Halkyone eine Gedenktafel ober etwas Aehnliches anzubringen, fpornstreichs hinlief, und unter den jeweiligen Hotelgästen bes Gardafces( die Dito Grich bekanntlich so innig liebte!) eine Sammlung für den„ guten 3wed" veranstaltete. All mein Sträuben half nichts; es wurde luftig weitergefammelt. Als aber eines Tages ein Abgesandter der Dent mais emeinde bei mir erschien, um mir zu eröffnen, daß die erforder. liche Summe nun endlich glücklich beisammen fci", da riß mir doch die Gebulb, und ich wurde grob. 3h erklärte ihm furz und bündig, das Dentmal möge entstehen, wo immer es wolle, nie und nimmer cber in der Billa Haltyone, und daß ich nur im Sinne Olto Erichs handele, wenn ich mich einer Beränderung feines Hauses widerseze. Als ich dann längst vom Gardasee fort war und tie Dentmois. geschichte fest schon vergessen hatte, da erfuhr ich eines Tages fol gendes: Otto Erich hatte doch noch fein Denkmal" erhalten. In den Golf von Calo faufen die Dampfer nämlich ein, wenden um, und laufen dann wieder aus. In der Mitte des Golfes wurde nun eine Tonne verantert, und auf dieser Zonne stand in Lebensgröße Dito Erich, in Ebenholz gefchnigt, das Geficht aus irgendeiner weißen Maffe, und sonst, wie es sich gehört: in Peerinenmanter und Schlapphut, einen naturalistischen schwarzen Kneifer auf der Nale. Da nun bie Wasseroberfläche des Golfes, felbst bei ruhigem Better, infolge tes Dampferverfehrs ftets recht bewegt ist, so versinkt Dito Erich von Zeit zu 3cit fpurlos in die Tiefe, um nach einer Weile feehunds. gleich wieber aufzutauchen, während ihm das Wasser von Mantel und Schlopphut trieft. Der Boseidon des Gardasees! Als ich soweit gelesen hatte und meiner Enne wieder mättig mar, brach ich in ein schallendes Gelächter aus, tenn ich sah ganz deutlich das Geficht vor mir, das Otto Erich gemacht hätte, hätte er fich felbft so auf der Zonne im Gardasee gesehen. Sie wissen ja, er liebte Wige und fonnte selbst so herzhaft lachen. Ihre Ellen Birr „ Germania"-Aktien. Der Sandel mit politischen Gesinnungen. Die inneren Zustände in der Zentrumspartei werden gefennzeichnet durch einen Kampf um die„ Germania", der sich diesmal in den Spalten des Blattes selbst austobt. Der Hauptaftionär des Unternehmens, Herr Semer, hatte am Mittwoch eine Zuschrift veröffentlicht, in der er von Bersuchen sprach, ihm die Germania" Attien mit List und Lücke zu entreißen. Nun veröffentlicht aber in der Donnerstagausgabe der „ German'a" Ministerialbirektor Spieder eine Buschrift, aus der flipp und flar hervorgeht, daß Herr Semer die Aktien Herrn Spieder angeboten hat. Herrn Semer wurde die Sache nämlich zu mulmig, denn in einem Berliner Mon tagsblatt waren ihm die ehrenrührigsten Dinge, wie SalvarfanSchiebungen, Protokollfälschungen und Unterschlagungen nach gesagt worden. Herr Semer ist durch Erzberger in den Besitz der Germania"-Aktien gekommen, der dadurch glaubte, eine chriftlich- demokratische Politik des leitenden Zentrumsblattes gesichert zu haben. PP Aber Erzberger war ein schlechter Menschenfenner. Semer techtelmechtelte bald nach Erzbergers Tobe mit Schwer= industriellen und sabotierte so die Absichten Erzbergers. Ob dos mit bewußter Absicht geschehen ist, fann man freilich nicht sagen, denn aus seinen verschiedenen Berlautbarungen, mit denen er die Deffentlichkeit beclückte, geht hervor, daß Herr Semer ein höchst fonfuser Herr ist, der offenbar selbst nicht richtig weiß, was er will. Wenigstens nicht politisch. Geschäftlich scheint er allerdings auf der Höhe zu sein, wenn auch nur ein Zehntel deffen wahr ist, was ihm das Berliner Mon tagsblatt vorgeworfen hat. Aus den Fingern scheinen die Borwürfe nicht gefogen zu sein, denn das Montagsblatt wieder. holte in einer feiner legten Nummern die Vorwürfe und erflärte, noch nichts von einer Klage gehört zu haben. 式 Um fo auffälliger ist die Tatsache, daß Herr Semer in seiner Buschrift an die Germania" fich auf eine Art Ber trauensvotum berufen fann, das ihm der Aufsichtsrat der Germania" ausgestellt hat. Das hat Herrn Semer offenbar Mut gemacht, erneut einen Borstoß in der Deffentlichkeit zu wagen. Unterstützt wird er dabei von einem tatho Iischen Geistlichen, der im vorigen Jahre von der Germania", an der er Redakteur war, entlaffen und dann von einem schwerindustriellen Berlag gekauft wurda, wo er jetzt im Auftrage des Herrn Hugenberg Sentrums politit in pöllischem Sinne macht. Dieser Herr wäscht Herrn Eemer in langen Denkschriften von seinen Salvarfangeschäften rein und fabriziert für ihn Erklärungen, die Gemer dann unter feinem Namen veröffentlicht. Was uns veranlaßt, uns mit diefem merkwürdigen Salvarsan- Theologen etwas näher zu beschäftigen, ist die Tat feche, daß derselbe Herr auch die berüchtigte Korrespondenz des Herrn Sontag speist, die vor kurzem als alberne Berleumdung he fogenannte Finanzierung der Sozialdemokratie in die Welt schleuderte. Jezt liefert der geistliche Herr dieser Sudelfüche Material nicht nur gegen eigene Parteifreunde, sondern auch gegen andere katholische Geistliche. Aus firchlichen Kreisen wird uns mitgeteilt, daß über diesen Theologen eine ein gehende Beschwerdeschrist an die geistlichen Behörden unterwegs ist. Landtagsferien in Sachsen. Auflösungsantrag abgelehnt. Dresden, 20. März.( Eigener Trabtbericht.) Der Landtag Iebnie am Donnerstag den deutschnationalen Antrag auf Land taas auflösung mit 49 gegen 42 Stimmen a b. Der linke Flügel der VSVD.- raftion ftimmte zusammen mit den Rom munisten und Deutschnationalen für die Auflösung. Ein Antrag auf Vertagung des Landtags bis zum 6. Mai wurde mit dem gleichen Stimmtenverhältnis angenommen. Während der Wahl ferien wird ein Zwischenausschuß die notwendigsten parlamen tariften Arbeiten erledigen. fein Zusammenschluß der Berliner Künstlergruppen. Bor furzem murde durch eine hiesige Sorrespondenz die anscheinend aus offiziöser Quelle stammende Nachricht verbreitet, die Berliner Künft'erorgani sationen hätten beschlossen, sich auf der alljährlichen Großen Berliner Snstausstellung& fammenzutun und auf größere Sonderperan ftaltungen hinfort zu verzichten. Nachdem inzwischen fchon die Ber liner Eezession erklärt hat, ihre Frühjahrsausstellung werde trok dem stattfinden, erhalten wir jetzt folgende Mitteilung der Jury freien Runstschau: Entgegen den in der Presse erschienenen Notizen über das Berliner Kunstausstellungswesen tetlen wir mit, daß die Bereinigung Bildender Künstler" sich nicht an der Großen Berliner Rurstausstellung beteiligt und daß die Jury freie Runst chau" im Herbst dieses Jahres wie alljährlich als rein fünftlerische Veransta tung unter schärffter Ablehnung des Charatters einer reinen Bertaufsausstellung" stattfindet. 3. A.: Herm. Eandfuh!, Fr. Windler- Tannenberg, Gertrud Meinhold. Wir haben stets die Meinung vertreten, daß neben der Aus. ftellung der Akademie die Jurnfreie die einzige große Berliner Runft. fchau ist, die heute noch Eristenzberechtigung hat. Es ist daher zu begrüßen, daß fie sich ihre Selbständigkeit nicht nehmen laffen will. Interessant wäre es aber, zu erfahren, von welcher Stelle die jeder talfächlichen Unterlage entbehrende Nachricht über den erfo'gten Busammenschluß der Berliner Künstlergruppen ausgegangen ist. Schnee in Medina. Im sonst so heißen Arabien ist der Winter trena, und in Medine, der Stadt des Prophe! n, die der bedeutendste Wallfahrtsort des Islam ist, hat es fogar geschneit, ein Naturschau fpiel, das man in Arabien feit Menschengedenken nicht erlebt hat. raber, die nicht wußten, was Schnee ist blickten auf das weiße Leichentuch, das über die heilige Stadt gebreitet lag, mit Entfeßen und ergriffen panitartig die Flucht. Man hat in der berühmten Mefchee El Haram( die Unverleßliche), deren Besuch für die Metta. pilger eine religiöfe Pflicht ist, Bitt ebete angeordnet, bie vor dem angeblichen Grab des Bropheten in der Moschee gesprochen werden. Das Bolt glaubt, der Schneefall sei das sichtbare Zeichen, mit dem der Prophet seinen Born über die gottesläterlichen Neuerungen der jungtürlichen Machthaber zum Ausdrud bringen will. Die deutsche Szene muß ihre ursprünglich auf ben 23. März festgelegte Aufführung von Goethes Pandora" und Prometheus" hinaus schieben. Die Direktion des Theaters.Die Tribüne wurde für die Sommerspiel. zeit( April- September) von Friedr. Lobe und G. L. Kupfer übernommen. Die Dritte Schulmusifwoche des Zentralinftituts für Erziehung und Unterricht findet vom 24.- 30. Abril in Breslau im Festsaal der Univerfität tait. Es werden Vorträge balten die Herren Staatssekretär Prof. Dr. Beder, Kellenberg, Schering, Schünemann u. a. Die Nachmittage find praktischen Vorführungen gewidmet, abends find Konzerte und eine Obernborstellun geplant. Am Sonntag soll ein Ausflug zum Aloiter Grüssau unternommen werden. Alles Näbere durch das Zentral institut für Erziehung und Unterricht, Berlin W 35, Potsdamer Str. 120. Der dänische Rundfunk ist bisher von der großen Station in Lyngby Berfolgt worden, mas jedoch Schwierigkeiten mit sich brachte, da die Wellen. längen dort sich nicht für ben br baten Verkehr eigneten. Negt wird in Kopenhagen eine eigene Station errichtet, die teilweise von dem banischen Radioklub" finanziert wird. Hochverrat oder Landesverrat? Material für einen neuen Prozeß. München, 20. März.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Ber.| in Berbindung setzen. Das Eingliedern der Bitingleute in unser hältniffe in den deutsch völlischen Rampfperbänden Regiment hat unser Ordensansehen schwer geschädigt. Ich habe mich unterrichtet ein sehr interessantes, streng vertrauliches Rund. über das Berhalten von Offizieren wie Mannschaften bei kapi. schreiben, das der Jungdeutsche Orden in Bayern, gez. tän Ehrhardt beschwert. Die Unterbringung der vorhan Johnsen, am 1. Dezember an alle Grofmeister und Gefolgschafts- denen Flüchtlinge ist nicht Sache des Ordens. Nur flüchtigen und meister feines Ordens verschickt hat. Dieses Rundschreiben wird am arbeitslosen Ordensbrüdern mit Ordensausweis bitte ich Unterkunft Donnerstag in der Münchener Post" im Wortlaut veröffentlicht. und Verpflegung zu gewähren. Eine Ausnahme macht allein die Sein wesentlicher Inhalt ist folgender: Batterie Augustin. Das Ordensgebiet ist teine Bersorgungs anstalt für Leute, die rauben und plündern. Ich bin es fatt, die Berantwortung für Taten zu übernehmen, die nicht von Drbens. brüdern getan worden sind. Die militärischen Führer haben sich den Ordensführern willig unterzuordnen. 1. Die völkische Bewegung ist mit dem unglücklichen 8./9. No Dember 1923 in einen neuen Abschnitt getreten. War fie bisher die treibende Straft, die den nationalen Gebanten im Staate wieder zur Herrschaft brachte und besonders in Bayern der Regierung die not. wendigen Machtmittel zur Berfügung stellte, so wird jezt von verschiedenen Seiten versucht, den Einfluß der völkischen Verbände auf die staatlichen Belange auszuschalten. Daß man mit dem Gedanken umgeht, alle völlischen Verbände zu entwaffnen, halte ich nicht für sicher, dagegen sind leilende Perfönlichkeiten der Ansicht, die völkischen Bereine und Bünde zu rein militärischen Borbereitungsanstalten für den Krieg nach außen" umzugeftalten. Das würde das Ende unserer Hoffnungen auf eine Wiedererstarkung unseres Bolles von innen heraus darstellen. Diese rein reaffionäre Gefahr zu beseitigen, muß unfere nächste Aufgabe sein. Auf eine Unterstüßung durch den Staat haben wir nicht mehr zu rechnen. Wir Völlischen befinden uns jetzt in der Opposition. Ob wir in allernächster Zeit Gelegenheit haben, mittels Waffengewalt unfere Ziele zu erreichen, halte ich für nicht wahrscheinlich. Gleichwohl heißt es auch in militärischer Beziehung bereit zu sein, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Der Ausbildungsdienst geht weiter. Möglicherweise aber werden wir auch gezwungen werden, unfere Pläne auf rein legalem, derfaffungsmäßigem Wege zu verwirklichen. Neue Bahlen stehen vor der Tür. Diese Wahlen müssen der völkischen Bewegung einen überwältigenden Sieg bringen. 2. Es ist mir gesagt worden, daß Major Kühne, Führer der Befehlsstelle Coburg der Ehrhardt Brigade, im ge heimen beabsichtige, sämtliche gedienten Leute aus den Orden heran. zuziehen, zu einem Ehrhardt- Sturmbatalkon zusammenzufaffen. Dieser Plan wird auf meinen stärksten Widerstand stoßen. Ich erwarte, daß sämtlid Brüder sich ihrer Ordenspflicht bewußt find und bleiben und treu zum Orden und ihren Führern halten. Bis zur Klärung dieser Angelegenheit ordne ich an, daß die Befehls gewalt sämtlicher Wiking Offiziere mit dem heutigen Tag aufhört. Damit ist natürlich das Verhältnis, in dem wir zur Marinebrigade Ehrhardt stehen, in feiner Weise gelöst. B Der Wiking- Bund ist, wie vielen noch bekannt sein dürfte, lebiglich eine Unterorganisation der Brigade Ehrhardt, wie z. B. der Blücherbund, Frankenland usw. er von den Wifing- Offizieren das Bedürfnis hat, für den Jung. deutschen Orden und das Regiment tätig zu sein, möge sich mit mir Auslegung der Wählerlisten 6. bis 13. April. Der Reichsminister des Innern hat bestimmt, daß die Stimme listen und Stimmfarteien für die Meichstagswahl vom 6. April bis einschließlich 13. April auszulegen find. Jm rechtsrheinischen Bayern, wo am 16. April die Landtagswahlen ftattfinden, und also im allgemeinen nur eine Ergänzung der für die Landtagswahl aufgestellten Listen in Frage fommt, ist die Auslegeftist auf die Zeit vom 1. bis 7. April festgefegt. Näheres über Ort und Zeit der Auslegung geben die Gemeindebehörden noch befannt. Einiprus gegen die Stimmlisen müssen bis zum Ablauf der Auslegefrist erhoben werden. Wählen kann nur, wer in die Stimmlisten eingetragen ist oder bei Abwesenheit vom Wohnort am Wahltage einen Stimmschein sich rechtzeitig hat aus stellen lassen. Die Gemeindewahlen in Preußen. Die Bemühungen der bürgerlichen Parteien, bie preußischen Gemeindewahlen zu verschieben, find bisher nicht geglückt. Bekanntlich beschloß der preußische Landtag schon vor mehreren Wochen, die Gemeindewahlen am 4. mai vornehmen zu lassen. In zwischen hat der Reichspräsident den Termin für die Reichstagswahl ebenfalls auf den 4. Mai festgelegt. Die Deutschnationalen, Bolts parteiler und das Zentrum des preußischen Landtages vertreten nun die Auffassung, daß die gleichzeitige Erledigung der Wahlen unratsam ist, während Demokraten und Sozialdemokraten an dem schon früher festgesetten Termine festhalte. Bratti che Gründe sprechen bei der Haltung der bürgerlichen Barteien nicht mit. Sie wollen mit der Berschiebung des Wahltermins erreichen, daß die in verschiedenen Teilen des Reiches geplante bürgerliche Ge. meinfchaftstifte gegen die Sozialdemokratie zustande fommt. Das ist unmöglich, wenn die Reichstags- und Gemeindewahlen an einem Termin stattfinden. Die Sozialdemokratie wirb bie Bofition der Bürgerlichen nicht erleichtern. Gie nimmt schon jetzt ben Kampf auf und hat deshalb im preußischen Landtag die Anwendung der letzten geschäftsordnungsmäßigen Mittel zur Verhinderung der Absicht des Zentrums, der Boltspartei und der Deutschnationalen angedroht. Am Donnerstag hat sie davon bereits Gebrauch gemacht. Als z. B. der Abg. v. Campe beantragte, auf die nächste Tagesordnung die„ Verschiebung der Landtagswahlen auf ben 1. Juni" zu sezen, widersprach die Sozialdemokratie. Der Antrag konnte infolgedessen nicht mit der nächsten Tagesordnung beraten werden. Von dem gleichen Recht oder ähnlichen parlamentarischen Abwehrmitteln dürfte die Fraktion auch in den nächsten Tagen noch Gebrauch machen. Wichtig ist, vorläufig folgendes festzuhalten: Am 18. Mai erfolgt in der Brovinz Hannover die Welfen Abstimmung. Alle Barteien sind Gegner eines felbständigen Hannovers und werden deshalb ihre Anhänger auffordern, einen entsprechenden Stimmzettel abzugeben. Wenige Tage später aber beabsichtinen die bürgerlichen Parteien gemein am mit den Welfen gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen. Der Feind von gestern wird also ihr Bundesgenoffe, weil es gegen die Sozialdemokratie geht. Und die'e Moral foll die Sozialdemokratie unterftüßen, indem sie die Annahme des Antrages auf Berschiebung der Gemeindewahlen ermöglicht? Bayern gegen die Reichspost. München, 20, März.( Eigener Drahtbericht.) Der Beschluß des Reichsrats zum Reichs postfinanzgefeß, der bekanntlich gegen die Stimmen Bayerns und Württembergs gefaßt wurde, hat in bayerischen Regierungsfreifen sogenannte erhebliche Erregung" hervorgerufen. Man sieht sich einer brutalen Bergewaltigung gegen Die Gewehre bleiben Elgenfum des Ordens, Kein Mensch hat über sie zu verfügen als ich und Leute, die einen mit meinem Namen unterschriebenen Ausreis haben. Ich bitte die Meister, mir ein Verzeichnis der Waffen einzureichen. 3. Unser Berhältnis zu den anderen völkischen Berbänden, be. sonders zu den aufgelöften, ist ein günstiges. Bor allen Dingen ist mit den Nationalsozialisten Freundschaft zu halten. Mit dem Bund ,, Bayern und Reich" zusammenzuarbeiten, ist fürderhin für mich ausgeschlossen. Die Sammlung der Bölkischen Berbände droht zu scheitern an der Führerfrage. Kapitän Ehrhardt begegnet in den verschiedenen Berbänden dem größten Mißtrauen. An dieser Führerfrage darf aber die völkische Bewegung nicht scheitern. Meine Arbeit ist rein politisch auf Grund ben ein Mann noch gefunden werden muß, zu. eines völlischen Mindestprogramms zu einem völkischen Blod, für den ein Mann noch gefunden werden muß, zu sammenzufassen. ** Das Schreiben des Jungdeutschen Ordens ist ein Bendant zum Hitler Prozeß und zu der Hochverratspraris der Reichs. regierung. Ein bewaffnetes Unternehmen war nicht beabsichtigt, beteuern die angeklagten und nichtangeklagten Hochverräter in München. Alle geheimen friegerischen Vorbereitungen galten dem Krieg nach außen". veröffentlicht werden. Wer es doch tut, begeht Landes. Ueber geheime militärische Vorbereitungen darf nichts Derrat. So sagt die Regierung. Wir völlischen Kreise und Bünde sollen fortan nur noch Vorbereitungsanstalten für den Krieg nach außen" sein? Das reaktionäre Gefahr, die beseitigt werden muß! So läßt sich ist das Grab unserer Hoffnungen, das ist eine der Jungdeutsche Orden vernehmen. Und die Moral von der Geschichte? Wahrscheinlich ein neues Hochverratsverfahren gegen Münchener Post" und „ Borwärts". Denn aus dem Dokument geht hervor, daß die Butsch. brigade Ehrhardt lustig weiter blüht, und daß der Jungdeutsche Orden", der sich das gute Recht auf Hochverrat nicht nehmen laffen will, Waffen en masse hat.... über, bie gegen Treu und Glauben verstoße. Die bayerische Regierung hat daher durch ihren Gesandten bei der Reichsregled rung erklären laffen, daß fie fich alle aus dem Staatsvertrag von 1920 hervorgehenden Rechte vorbehalte, womit ausgesprochen wird, daß Bayern nicht gewillt ist, das Reichspoftfinanzgefeß als un. abärderliches Faktum hinzunehmen, soweit bayerische Interessen in Frage tommen. Nach einer Information der Bayerischen Volks. partei- Korrespondenz" wird die bayerische Regierung nunmehr in ben aller ächsten Tagen zur Wahrung der bayerischen Ansprüche in Berlin Schritte unternehmen und mitteilen lassen, daß diese Anfprüche auch durch eventuellen Reichstagsbeschluß nicht annulliert werden können. " Der Reichsrat hat in seiner geftrigen Gizung auf Grund des neuen Boftfinanzgesetzes in den Verwaltungsrat der deut schen Reichspoft fieben Mitglieder und sieben Stellvertreter gewählt. Bon den Hauptsitzen entfallen 3 rei auf Preußen, je einer auf Bayern, Sachsen, Württemberg, Hamburg und Braunschweig, von den Stellvertretersitzen entfällt je einer auf Preußen, Bayern, Thü ringen, Hessen, Mecklenburg- Schwerin, Oldenburg und Bremen. Der Spionageprozeß d'Armont. Celpzig, 20. März.( Eigener Drahtbericht. Vor dem Reichs. gericht begann am Mittwoch ein Spionageprozeß gegen den fran zösischen Generalstäbler Sauptmann d'Armont, ben Leiter bes franzöfifchen Spionagebureaus in Basel. Bereits in der ver gangenen Woche waren mehrere seiner Agenten, die nach seinen Anweisungen in Deutschland reisten und Material über die Reichswehr usw. aufzutreiben fuchten, zu hohen Buchthausstrafen verurteilt worden. Einer von ihnen, ein Schweizer Biens, erzählte als Zeuge, wie d'Armont sein Bureau aufgezogen hatte. Er arbeitete mit einer angeblichen Friedensliga, die in New York mit 50 Millionen Dollar gegründet fein und dort ihren Gig haben sollte. Den deutschen Opfern, von denen man Material zu erhalten hoffte, wurden die Satzungen diefer Liga übergeben. Hier wurde rücksichts. lofefter Pazifismus nach der Richtung betrieben, daß diese Liga ber Tat" Kriege dadurch verhindern wolle, daß sie im Falle einer Kriegsgefahr dem Gegner das Rüftungsmaterial enthülle. d'Armont und mit ihm die französische Regierung haben sich ihre Spionage aber auch etwas foften laffen, wie ebenfalls die Aussagen des Zeugen Biens beweisen. Er hat nicht nur felbft innerhalb zwei Monaten 1000 Schweizer Franten bezogen, sondern auch in den Kreisen, in benen er Zutritt fuchte, sich nicht fnauferig gezeigt. So gelang es ihm 3. B. in nähere Beziehung zum Bischof von Bamberg zu treten, indem er ihm eine Spende von 20 000 M. übersandte. Diese Bekanntschaft fuchte er, weil einer feiner Aufträge dahin ging, au erfunden, wie der bayerische ferus zu einer Trennung Bayerns vom Reich und zur Königsfrage stünde. Biel Intereffanter ist aber die Tatsache, die ebenfalls am ersten Tage diefes Prozesses bekannt wurde, daß dieser Slon Blens ein oft und gern gefebener Besucher des Münchener Bureaus der nationalsozia fiichen Bartei war. Die Vermutung liegt nahe, daß er sich auch dort durch eine hochherzige Spende den Zutritt zu gewinnen wußte, zumal man weiß, daß gerade im ver. gangenen Jahre zu der Zeit der größten Inflation die Nationalsozia listen in München über ausgiebige Balutaquellen verfügten. Bor bem Reichsgericht scheint am Mittwoch eine dieser dunklen Quellen flargelegt worden zu sein. 12 Jahre Zuchthand. Celpzig, 20. März.( WTV.) Das Urteil im Spionageprozes gegen den franzöfifchen Hauptmann d'Armont lautet auf 12 Jabre Buchthaus unb 5000 m. Geldstrafe. Die Geldstrafe wird durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Gewerkschaftsbewegung Neue Politik der englischen Gewerkschaften. Die politischen Bestrebungen der britischen Arbeiterbewegung fpiegeln fich auf rein gewerkschaftlichem Gebiet wieber. Neben der allgemeinen Berschmelzungsbewegung, die in neuester Zeit, wenn auch langfam, jo doch gleichmäßig ihren Fortgang nimmt, fann ein starkes Streben nach einem Zusammenarbeiten der verschiedenen Instanzen innerhalb der Bewegung festgestellt werden. Es werden beshalb zurzeit nachstehende Biele verfolgt: 1. engerer Kontakt zul diyen der zentralen Körperschaft, d. h. dem Generairat der Gewerkschaften und den einzelnen Berbänden; 2. engere Zusammenarbeit zwischen dem Generalrat und den Ortsgruppen. Was den ersten Punkt betrifft, wird vorgeschlagen, daß die anges fchloffenen Organisationen den Generalrat regelmäßig über alle Menterungen der Arbeitsbedingungen und ihren Auswirkungen auf dem Laufenden halten sollen, ferner foll regelmäßig ein Vertreter des Generalrats Spezialfonferenzen, Jahresversammlungen usw. beiwohnen, falls bei dieser Gelegenheit wichtige Fragen zur Behandlung gelangen. Zur Erfüllung der im zweiten Bunft aufgestellten Forderungen wird zunächst eine Konferenz von Vertretern des Generalrates und der Delegierten des Verbandes der Gewerkschaftskartelle einberufen werden. Diese Konferenz wird folgende vom Generalrat ausge arbeitete Borschläge besprechen: 1. Es soll ein aus Vertretern der beiden Organisationen zusammengesetztes beratendes Remitee gebildet merden, um zwischen den beiden Organisationen engen Kontakt zu fchaffen. 2. Die Gewerkschaftskartelle sollen dem Generaírat regel mäßig Berichte über ihre Gizungen usin. einsenden, ferner Infor mationen über alle Bestrebungen, an denen der Generalrat intereffiert ist. 3. Den Gewerkschaftskartellen sollen read mäßig Berichte über die Tätigkeit der Exekutivorgane, ihre Zirkulare usw. unter breitet werden. 4. Gemeinsame Rundgebungen betreffend die Gemerffchaftspolitik unb bie allgemeine Bolitik der Arbeiterbewegung follen unter den verschiedenen Körperschaften allgemein bekanntge. geben werdeni. Der Programmentwurf, welcher dem nächsten Gewerk. fchaftstongreß( Trade Union Congress) vorgelegt werden soll, um faßt 12 Forderungen zur Veränderung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse. Diefe find: 1. Sozialisierung des Bodens, 2. der Eisenbahnen, 3. der Bergwerte und Metallgruben. 4. Arbeitszeitregelung, gefeßliche Höchst arbeitszeit von 44 Stunden pro Woche, 5. Gefeßliche Mini. mallohne für jede Industrie und jeden Beruf. 6. Alters. rente für jeden vom 60. Lebensjahr ab. 7. Renten für Mütter mit unmündigen Kindern. 8. Entsprechende Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit mit ausreichender Bersorgung der Arbeitslofen. 9. Einrichtung von Gewerbeschulen für arbeitslose Jungen und Mädchen; während der Zeit der Depression Unterricht auch für Erwachsene. 10. Borsorge für gute Wohnungsver hältnisse. 11. Bom Staat zu staffelnde Erleichterungen für die Studien von der Boltsschule bis zur Universität. 12. Ausdehnung der staatlichen und Gemeindeanstellungen zur weiteren Entwicklung der sozialen Fürsorge. Die neuen Beamtengehälter. Das Reichskabinett hat sich in seiner vorgestrigen Sitzung bekannt. fich erneut mit der Beamtenbesoldung befaßt und folgende Be amtengehälter mit Wirtung vom 1. April ab beschlossen: I. Grundgehälter: Gruppe I Schaffner, Anfangsgehalt 684 M., Endgehalt 912 M.; Gruppe II Bostbote 750 bis 1002 m.; Gruppe III Schaffner 822 bis 1092 m.; Gruppe IV Lokomotiv heizer 942 bis 1260 M.; Gruppe V Bugführer 1104 bis 1470 M.; Gruppe VI Lokomotivführer 1702 bis 1734 m.; Gruppe VII Oberfetretär 1590 bis 2130 M.; Gruppe VIII Inspektor 1830 bis 2430 M.; Gruppe IX Oberinspektor 2160 bis 2850; Gruppe X Regierungsrat 2550 bis 3390 M.; Gruppe XI Regierungsrat 2940 bis 3930 m.; Gruppe XII Oberregierungsrat 3480 bis 4620 M.; Gruppe XIII Ministerialrat 4200 bis 5610 m. B 1 Reichsgerichtsrat 6000 M.; B 2 Präsident 6600 M.; B 3 Ministerialdirektor 7590 M.; B 4 Botschafter 7950 M.; B 5 Staatsfefretär 10 200 M.; B 6 Minister 15 300 m.; B 7 Reichstanzler 17 100 m. II. Ortszuschlag, Ortsklasse A: Tariftlaffe VII bis 810 M. Grundgehalt 252 m., davon ab 1. April 80 Broz, 200 M.; Tariftlaffe VI bis 1092 m. Grundgehalt 390 m. 312 M.; Tarif flaffe V bis 1734 m. Grundgehalt 540.432 Tarif tlaffe IV bis 2850 M. Grundgehalt 720 m.= 576 D.; Tariftaffe III bis 4620 M. Grundgehalt 960 m.= 768 M.; Tarif flaffe II bis 6600 M. Grundgehalt 1260.= 1008 M.; Tarif. tlaffe I über 6600 M. Grundgehalt 1560 m. 1248. Die Kinderzuschläge betragen bis zum 6. Lebensjahr 13 M., bis zum 14. Lebensjahr 15 M. und bis zum 21. Lebensjahr 17 M. Der Frauenzuschlag ist auf 8 M. monatlich festgesetzt worden: Der örtliche Sonderzuschlag für Berlin beträgt 6 Proz. Dom Grundgehalt, dem Ortszuschlag und der Kinderzulagen. Die Er höhungen des Gesamteinkommens liegen zwischen 20 und 25 Broz. Der Reichsrat hat sich in feiner gefirigen Giung mit diesen Be schlüssen einverstanden erklärt. Die Vorschriften über Betriebsstillegung. Ein Erlaß des preußischen Handelsministers. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, weist der Minister für Handel und Gewerbe zur Behebung einiger Zweifel, bie bei der Handhabung der Stillegungsverordnung auf getreten sind, u. a. auf folgendes hin: von den Stiflegungsvorschriften erfaßt werden, fo find baher als Arbeitnehmer nur solche Personen anzusehen, die in einem Betriebe der genannten Art beschäftigt werden. Für eine weitere unterschied liche Behandlung der Arbeitnehmer etwa in der Richtung, ob ihre Tätigkeit mehr gewerblicher oder mehr kaufmännischer Natur ist, besteht weder eine rechtliche Möglichkeit noch ein praktisches Bedürfnis. Die Auffassung einiger Demobilmachungskommissare, daß Berhandlungen gemäß§ 3 der Stillegungsverordnung dann nicht er forderlich seien, wenn die angezeigte Betriebsstillegung erst nach Ablauf der vierwöchigen Sperrfrist durchgeführt werden soll, entspricht weder dem Sinn noch dem Wortlaut dieses Paragraphen. Bielmehr sind hiernach in allen Fällen von Betriebsstillegungen, auch wenn ein Antrag auf Abkürzung der Sperrfrist oder auf Genehmigung von Entlassungen während der Sperrfrist nicht vorliegt, Verhandlungen zur Aufklärung der Umstände, welche die beabsichtigte Maßnahme veranlassen, zu führen. Die Be triebsvertretungen find auf Grund des Runderlaffes vom 29. Oftober v. 3. unter allen Umständen zu den Verhandlungen heranzuziehen. Streik in der Schürzen und Unterrockbranche. Für die Heimindustrie der Schürzen und Unterrodbranche beftebt seit 21%, Jahren ein Tarif, der am 9. Januar von den Verdieser Branche am 8. zum 15. März gekündigt wurde. Neue For bänden der Werkstätteninhaber und der Hausgewerbetreibenden derungen wurden eingereicht, die Löhne für die Näberinnen von 42 his 50 Pf. vorſehen und auch eine Erhöhung der Zuschläge für Zwischenmeister und Heimarbeiterinnen enthalten, da dieie für die bisherigen Buschläge nicht die darauf entfallenden Abgaben, Un foften, Steuern u. f. w. tragen fönnen und ihnen sonst für ihre Arbeiten fein Verdienst verbleibt. Der Arbeitgeberverband Ber liner Schürzen. Unterrod und Kinderkleider- Fabrikanten bat ohne Verbandlung schriftlich alle Forderungen rundweg abgelehnt. Die Mitglieder beider Verbände haben am Mittwoch, den 19. Mära, einstimmig befchloffen, am Donnerstag, den 20. März, in den Streit zu treten. Der Streit ist in vollem Umfange aufgenommen worden. Bis auf weiteres sind alle 130 Firmen davon betroffen. Nenordnung der Betriebsräte bei den preußischen Behörden Im Preußischen Staatsrat ist der Entwurf einer Verordnung zur Abänderung der Ausführungsverordnung zu§ 61 des Betriebs rätegesehes in den dem Finanzminister und dem Minister des Innern unterstellten Zweigen ber S'aatsverwaltung eingegangen. Danach gelten als Betriebe im Sinne des Betriebsrätegefezes das Finanzministerium und das Ministerium des Innern als Zentralbehörden, die Oberpräsidien, die Bezirksregierungen und die Bou- und Finanzdirektion in Berlin als Provinzialbehörden, die Kreiskassen, die Ratasterämter, die Hochbauämter, die Landratsämter, die staat ichen Bolizeiverwaltungen einschließlich der Grenzfommiffariate, die Dienst stellen der Schuhpolizei, die Zucht- und Abrichteanstalten für Polizeihunde bei Grünheide, die Distriftskommissariate, die Verwaltungs direktion der Landjägeret und die Landjägereischulen als Lofalbehörben. Die Zahl der Bezirksbetriebsräte soll auf fünf Mitglieder herabgesetzt werden. In der Begründung wird darauf verwiesen, daß. da voraussichtlich die Zahl der Arbeitnehmer wesentlich einge schränkt werden wird, sich der Er'aß einer besonderen Betriebsräteverordnung für die dem Ministerium des Innern unterstellten 3weige der Staatsverwaltung mit polizeilichen Aufgaben im negen wärtigen Zeitpunkt nicht mehr rechtfertigen lasse Im Interesse der Bereinfachung und aus Erfnarnisgründen erscheine daher nur der Weg ganabar, die Dienststellen der Schuh- und Grenzpolizei sowie der Bandjägerei, die bei der feinerzeitigen Zusammenfassung aus permaltungstechnischen Gründen ausgenommen mar, nunmehr in Die Berordnung vom 7. Februar 1921 einzubeziehen. Sektionsverfammlung der Handelsarbeiter. Die Delegierten- Generalversammlung der dem Deutschen Berfehrsbund angeschlossenen Handelsarbeiter am Montag nahm nach cirem furzen Geschäftsbericht der Sektionsleitung und einem voraufgegangenen instruktiven Referat des Genossen Dr. Mieren. dorf über:„ Die wirtschaftliche Lage und der Klassenkampf der Unternehmer" zu den Wahlen der Sektionsleitung und Bezirksver waltung Stellung. Zum Geschäftsbericht hob Wolter hrror, daß die Sektion nach den Beiträgen errechnet zirka 27 000 Mitglieder zählt. Er forderte zu reger Agitation auf, um den in der Inflations. periode erfolgten Mitgliederverlust. dem nur 7655 Neuaufnahmen gegenüberstehen, wieder wettzumachen. 3 Menn es aber weber einer Denunziation noch des Scharffinns eines Sherlock Holmes bedurfte, um N. in der Versammlung des 22. Bezirks zu verhaften, so ist es recht eigenartig von der Polizei, daß sie monatelang nichts unternahm, um dann in einer ge. fchloffenen Mitgliederversammlung einer Bewertschaft eine Verhaftung vorzunehmen. Ein derartiges Vere halten muß verbitternd wirken. In diesem Falle sind die Umstände noch besonders zu verurteilen. Die Rote Fahne", die uns seit einiger Zeit mit allerlei Klagen por bürgerlichen Gerichten bedroht, benutzt die Verhaftung, um ihren Lesern zu erzählen, N. fei von unseren Genossen im Deutschen Metallarbeiterverband der Rolizei denun ziert morben. Hier übersteigt, wie gewöhnlich bei der„ Roten Fahne", die Dummheit die Niedertracht. Denn, wie wir schon eingangs fagten, sprach N. auf Beschluß seiner tommunistischen Fraks tions geneffen im 22. Bezirk. Wenn man also annehmen müßte, daß die Polizei nur durch eine Denunziation davon Kennt nis befom, dann täme als Denunziant in erster Linie ein Mitolied der KPD. in Betracht, das nebenbei im Dienste der Polizek steht. So etwas soll ja vorformen. Der Berfolaunaswahn, der offenbar bei den Kommunisten grassiert, hat vielleicht die bewußte Methode, sich den Arbeitern gegenüber in Ermangelung von Laten und Leistungen in der Rolle des Martyrers aufzuspielen. Der Reichsbeamtenfag der BSPD., der ursprünglich für den 28. und 29. März d. J. nach Berlin einberufen worden war, findet mit Rüdücht auf den bereits für den 4. Mat angelegten Wahl. termin borläufig nicht statt. Der genaue Termin wird erst befonntgegeben, wenn das Datum des Reichsparteitages endgültig feststeht. Die Schwachstrommonfeure und Helfer der Berliner PrivatTelephon- Gesellschaft, Rofenthaler Str. 40, nebit Filialen Chauffee ftraße, Marlgratenfraße. Widmannstraße, Waigstraße, Morigplay, haben nach mehrtägigen refultatlofen Verbandlungen die Arbeit niedergeleat. Monteure in der ersten Lobnklaffe verdienen bei diefer Schwerverdienerfirma 58 Bf. die Stunde. Die Streifenden erfuchen, fie in diesem Stampfe durch solidarisdes Verhalten zu unterftügen. Die Allgemeine Deuffche Poffgewerffchaft( Bezirksverband. Berlin) erfucht uns, mitzuteilen, daß die Verfamr lung, die tie ichließung über die Gebälter der Post- und Eisenbahnbeamten von uns in unferer geftriaen Morgennummer veröffentlichte Ente annahm, von ihr einberufen worden ist. Jm Aachener Steinfohlenbergbau ist der im Januar d. Js. abgeichloffene Lohntarifvertrag vom Arbeitgeberverband gekündigt worden. Die Kündigung wird begründet mit den schweren Lasten, welche der Steinfoblenbergban, insbesondere durch das Micum Abkommen, zu tragen hat. Neue Verhandlungen sollen in der nächsten Woche stattfinden. lungen zu feiner Einigung geführt. Die technische Nothilfe foll Jm Bremer Hafenarbelterstreit haben die peftrigen Berhande Rausreißerdienste tun. Der Streif der Rotterdamer Hafenarbeiter hat, wie uns aus Rotterdam gedrahtet wird, weiter an Ausdehnung gewonnen. Ins gefamt streifen 4000 Mann. 86 Echiffe warten auf Löschung. Die Southamptoner Hafenarbeiter haben gleichfalls, wie uns aus London gedrabtet wird, am Mittwob plöglich die Arbeit ein geftellt, weil sie mit den Löhnen unzufrieden find. Wenn die be gonnenen Unterhandlungen nicht zum Ziele fübren, wird eine alle aemeine Aussperrung aller Hafenarbeiter Englands be fürchtet. Achtung, treifende Gummiarbeiter! Sonnabend vormittag 10% Uhr im Gaal 4( Großer Saal) des Gewerkschaftshauses, Enaelufer 24-25, Branchens Derfammlung der streitenden Gummiarbeiter. Restloses Erscheinen wird zur Bflicht gemacht. Die Streiffeitung. BSPD.- Buchbrader, 5. Tezirk. Rufammenkunft Gonnabend, ben 22. März abends 8 Uhr, in den Dranien- Feftfälen, Oranienstr. 180. Sympathisierende Rollegen find eingeladen. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: F. Chlorn; Feuilleton: R. S. Söscher: Lokales und Sonstiges: Frip Karfläbt; Anzeigen: Th. Glede; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin G. 68., Lindenstraße 3. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet Hierzu 2 Beilagen. Die beiden Fürsten des Humors Wiederwahl der bisherigen Funktionäre. Genen wenige Stim. Paul Beckers Willy Prager Die Wahl der Sektionsleitung ergab die einstimmige Wieberwahl der bisherigen Funktionäre. Gegen wenige Stim men wurde beschlossen, für die Befehung der Bezirksverwaltung des Berkehrsbundes, in der Generalversammlung für die Wiederwahl der Kollegen Ortmann, Klose, Böhmer, Fromte und Breßte einzutreten. Als unbefoldete Bertreter der Handelsarbeiter in der Bezirksverwaltung wurden die BSPD.- Mitglieder Biewandt, Schutz, Düll, Eichler und Otto gewählt und für die Revisionskommission die Kollegen Schade und Mag Schulz vorgeschlagen. Kommunistischer Verfolgungswahn. Gegen den kommunistischen Stadtverordneten und Funktionär des Deutschen Metallarbeiterverbandes Na wrodi liegt schon seit mehreren Monaten ein Haftbefehl megen Beteiligung bei einer Waffenschiebung vor. Bisher hat die Polizei merkwürdigerweise N. nicht finden fönnen. Auf Beschluß der( femmunistischen) Delegier ten zur Raffeler Generalversammlung war N. beauftragt, im 22. Bezirt, deren Bezirksleiter er ist, am Montag Bericht zu erstatten. Wenn dieser Beschluß auch nur von einem fleinen Bersonenfreis Für die Begriffsbestimmung des Arbeitnehmers im Sinne gefaßt wurde, konnte es der Polizei nicht schwer sein, anzunehmen, ber Stillegungsverordnung sind die Bestimmungen der§§ 10-12 bag. in dem Bezirt, wo er Bezirfsleiter ist, auch erscheinen des Betriebsrätegeseges maßgebend. Danach fallen auch die Lehrwürde. Wir sind nicht so unbedacht, ohne weiteres nach der Art Iinge unter ihr Geitungsbereich. Da nach§ 1 der Verordnung nur der Roten Fahne" zu behaupten, N. wäre von einem seiner die gewerblichen Betriebe einschließlich des Verkehrsgewerbes engeren Parteifreunde der Polizei„ ans Messer geliefert worden". feciferrin CIBULKA anager Avramiko Kapwill ages Panagi Apramiko Nervenstärkendblutbildend → mitsamt dem heiteren Hofstant 730 Tänktlich 7 Uhr bei Zielka Kabarett Varleté Friedrichstrasse( 0, Ecke Leipziger Strasse. Täglich Uhr pünktlich 4 B Gr.Nachmittags- Vorstellung mit Paul Beckers und Fr. Sylvaré. ei spröder Haut rauhen. roten, aufgesprungenen Händen verblüfft KOMBELLA- CREME durch die schnelle, wohltuende, heilende. verjüngende Wirkung. Es gibt nichts Wirksameres als KOMBELLA KOM3FLLA CREME Sophien- Sale Sale Nord 9296 für Vereine und Versammlungen Nervöse Zustände KOMBELLA- SEIFE Sophienstr. 18 finden sich jetzt allgemein, da die Ernährung viel zu wünschen übrig läst. Es ist Klugheit und Pflicht eines jeden, dem Körper neues frisches But zuzu ühren, wodurch die Nerven ekräftigt werden und die nervösen Zustände dann verschwinden, hierfür wird Leciferrin ärztlich gerne verordnet. Preis M. 3.-. 3 Galenus Chemische Industrie G.m.b.H., Frankfurt a. M. Panagiotis Avramikos VIRGINIA- ZIGARETTEN sind seit Jahren anerkannt als QUALITAT 100 Figarettens Letamiles ginia Man achte auf Packung und Namenszug Pf tr. 137 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Um die Straßenbahn. Freitag, 21. März 1924 plinarverfahren schwebt, deffen Ausgang abgewartet werden müſſe. Bergeblich hielt Dörr( Komm.) dem Dr. Caspari entgegen, daß noch heute, nach 6 Monaten, fein Berhandlungstermin angefeßt sei. Die Borlage wegen vorläufiger Regelung der Haushalt. wirschaft für 1924 ging an den Haushaltausschuß. Bon ben zur Beratung stehenden Anträgen führte derjenige ber Stommunisten wegen Gewährung eines Lohnzuschlages für bie in der städtischen Blindenanstalt beschäftigten Blinden wiederum zu einer längeren Aussprache, an der sich Rintorf ( Komm.) und Genoffin Frau Fahrenwald fowie Genoffe Stadts Hinge beteiligten. Der Antrag verfiel angesichts der Unzu fänglichkeit der städtischen Mittel der Ablehnung. Die Dringlichkeitsvorlage wegen vorläufiger Feftfegung der Berat werbesteuer ging an ben Steuerausschuß; der Berufsschulgelder beitrag für die Zeit vom 1. Oftober 1923 bis 31. März 1924 murde auf 10 Broz. der Gewerbesteuer festgelegt. Für die städtische Straßenbahn In ber Berliner Stadtverordnetenverfammlung noch nicht über genügende Unterkunft für die Pflegefinder. Der wurde gestern flott gearbeitet. Weber Kommunisten noch Deutsch Inhaber sei lion mehrmals verwarnt worden; bie nationale hatten diesmal Luft, zu frateelen. Ueber den deutschnatio. Anstalt werde jährlich einmal revidiert und stehe zudem unter Aufnalen Antrag, der Stadtverordnetenmahlen auch für Berlin fordert, ficht der Regierung. murde auf Wunsch der Antragsteller noch nicht verhandelt. Um die aus dem Ausschuß zurückommende Magistratsvorlage betreffend die Bildung einer Straßenbahn.Betriebsgesellschaft m. b. 5. enifpann sich nochmals eine Debatte Ausschußbeschluß, Die Straßenbahn zu einer A.-G. zu machen, befämpfte Genosse euter. Die fozialdemokratische Frattion forderte die G. m. b. 5. linfer Redner beleuchtete dabei die Straßenbahnpolitik und zeigte, nie recht wir Sozialdemokraten baran getan haben, die Straßen. bahn vor der Auslieferung an das Privattapital zu bewahren. Genosse Reuter betonte aber, daß wir nicht daran benten, alles gutzuheißen, was inzwischen bei der Straßenbahn geschchen ist. Gegen die rücksichtslose Behandlung der früheren Straßenbahner, denen bei der Personalvermehrung betriebs. fremde Neulinge vorgezogen werben, richtete sich ein Antrag der fozialdemokratischen Fraktion. Der die G. m. b. H. fordernde Antrag murde angenommen und hiermit ging die Vorlage an den Ausschuß zurück. Auch mit dem Antrag über die früheren Straßenbahner mird er sich beschäftigen müssen. Die geftriae Sigung erledigte zunächst einige Anfragen. Die Deutschnationalen fragten am 5. Februar an, in welchem Berhält nisse in Berlin der Ertrag der Wohnungsbauabgabe zu den Roften gestanden hat, und berufen fich dabei auf die im Haupt. ausschuß des Landtoos erfolgie Mitteilung, beß in Breußen die Abgabe im Jahre 1923 zwanzigmal faviel gefojtet als eingebracht Hauptsteuerdirektor Bange gab die Auskunft, daß schon 1922 die Beraniaqungstoften den Ertrag zur Hälfte verfchiungen haben: 1923 fei das Mikverhältnis fo star? geworden, daß der Magistrat im September die Erhebung gänzlich sistieren mußte. Die Fragesteller verzichteten hiernach auf eine Besprechung der Anfrage. hat In einer Anfrage vom 7. Februar bringt die Deutsche Bolts. partei zur Sprache, daß laut Beschluß der Neuköllner BezirksschulDeputation die sechsten Klassen der Mittelschulen zu Oftern nicht wieder aufgemacht werden sollen; man hält diesen Be fchluß für gesegwidrig. Stadtschulrat Bauffen erklärte die An= frage für gegenstandslos, da es sich nicht um einen Neuköllner Beschluß handle, sondern um einen Aniraa, der ans Brovinzialschut follegium gerichtet, von diesem aber abgelehnt sei. Bon einem Ab bau" sei feine Rede; stber die Umwandlung von sechsklassigen Mittel schulen in fünfflafsige lasse fich reden. Die Deutschnationalen und die Deutsche Bolkspartei haben ben Gemeindezuschlag zur staatlichen Grundffeuer zum Gegenstand von Anfragen gemacht; entgegen dem Ausschuß und Berfammlungsbeschluß würden auch bei unbebauten Grundstücken 100 Proz. Zuschlag erhoben. Nachdem der Haupt Steuerdirektor Lange den Nachweis geführt hatte, daß die städtischen Steuertoffen mit ihrer Auslegung zu Recht verfahren und daß ambere Rommunen noch viel höhere Einheitsfäße erheben, führte Senoffe Dr. Lohmann den Anfragern zu Gemüte, wie seltsam es set, daß sie erst jetzt diese Rwiespältiafeiten der Auslegung wahr nehmen, jeht, dicht vor den Wahlen, plötzlich ihr landwirtschaftliches Herz entdecken, nachdem man feinerzeit im Ausschuß stunden'ang Darüber biskutiert habe, was ein bebautes und was ein unbebautes Grundstück fei; damais hätten die Sozialbemotraten ge rade mit Rücksicht auf die fleinen Befizer eine bee fondere Festlegung des Begriffes der bebauten Grundstüde beans tragt, damals aber hätten die Interpellanten den Erflärungen bes Hauptsteuerdirektors vorbehaltlos beigepflichtet! Eine weitere Anfrage der Deutschen Bottspartei betraf bie Bobe sche Anstalt Lindenberg, in der Berliner Pflegefinder in pöllig verfrägtem und verwahriostem Zustande vorgefunden worden find. Frau Stabträtin Genofsin Beni stellie feft, daß nicht etwa ein zu geringes Pflegeverb an diefem be. Plagenswerten Faltum schuld fei; die Stadt verfüge leider immer 36] ( Stambru burd Malil- Berlag. Berlin.) Der Bürger. Bon Leonhard Frank. Im Schlafzimmer hing über dem Doppelbett eine rote Ampel, auf der ein gläserner Amor fniete. Den Bogen hielt er noch in den Händchen. Den Glaspfeil Richtung Liebes der bei brennender roter Ampel blauleuchtend gepaar worden war, hatte Jürgen schon vor Jahren, gleich nach der Rückkehr von der Hochzeitsreise, in der ersten Nacht abge brochen. Es gäbe Grenzen. Elifabeth lag schon im Bett, Hände unterm Kopf, als Jürgen aus dem Bade fam. Lächelnd fo im Spiel des Lebens drehte sie die hellleuchtende Nachttischlampe ab, fächelnd er die andere. Die Ampel glühte rot auf. hat der Ausschuß entgegen dem Magistratsvorschlage auf Bildung einer Betriebs.G. m. b. H. als Betriebsform die Bildung einer Attiengesellschaft vorgeschlagen. Er feat den Entwurf eines Gründungsvertrages und eines Bertrages der Stadt mit der Straßen bahn- A.- G. vor. Genosse Reuter: Seit die Versammlung eine bürgerliche Mehrheit hat, tommt die Frage der Betriebs. form nicht zur Ruhe. Man sekt alle Hebel in Bewegung, um Das Privatfapital irgendwie an den städtischen wirtschaftlichen Unter nehmungen zu beteiligen. Wir haben ein solches Borgehen stets als verwerflich und für die Maffe der städtischen Bevölkerung verhäng. risvoll befämpft. Jekt, nachdem die Schwierigkeiten der Inflation ziemlich überwunden find, müffen wir erst recht darauf sehen, da B die Stadt ihre wirtschaftlichen Unternehmungen fest in der Hand behält. Außerordentlich bedauern wir, daß es bei der Straßenbahn immer noch nicht möglich war, diese topita. liftifchen Attacken zurückzumeifen. Natürlich gehört es zum Rüstzeug dieser demagogischen Herode des Kapitals, den Berliner Magistrat als total unfähig hinzustellen. Es ist gewiß zutreffend, daß die Stadt Arebit braucht; aber ebenso richtig ist, daß die Stadt gerade gegene wärtig fehr wohl baran tut, Krebite nicht aufzunehmen; nach zwei, brei Jahren wird man uns für diese Lattik dankbar sein. Die Umbildung in eine M.-G. wird hoffentlich mit uns die Mehrheit für die städtische Straßenbahn ablehnen. Die Gm. b. S. die sie jetzt verwaltet, ist ja feineswens frei von Tadel Mit dem Berfonal wird aus angeblich wirtschaftlichen Gründen höchst willkürlich umgesprungen; wir sehen die G. m. b. H. fich überhaupt äußerst unfozial und reaffionär gebärden. Wir bringen zur Abstellung der bösesten Weißstände entsprechende Anträge ein. Berlin hat die Pflicht, auch verfehrstechnisch an der Spike au marschieren; dazu gehört eine einheitliche Berkehrspolitik, mit der fich eine monopoliftische Stellung der Straßenbahn- Direktion nicht verträgt. Auch dieses Unternehmen muß irgendeiner Kontrolle unterstehen, die nur von einem Verkehrsamt oder einer Berkehrs deputation wahrgenommen werden fann. Wir stimmen also für den gegenwärtigen Zustand und lehnen den Zufallsbeschluß des Auschuffes ab. Dr. Michaelis( Dem.) legie fich mit dem befannten Gifer für die Aktiengesellschaft ins Zeug. Auch Schwarz( D. Bp.) wollte den prinzipiellen Widerstand der Sozialdemokraten gegen die A.-G. nicht begreifen. Dr. Steiniger( Dnat. Bp.) sprach sich für die Form der G. m. b. 5. aus, ber es gelungen fei, das Unheil von der Straßenbahn abzuwenden und das Unternehmen folide zu ge ftalten; für die nächste Zeit brauche die Straßenbahn auch feinen Kredit. Nadybem auch Dr. Alexander( Stomm.) fich für den Antrag der Sozialdemokraten erflärt hatte, fam dieser mit erheblicher Mehrheit zur Annahme, worauf die Vorlage mit allen Anträgen an den Ausschuß zurüdging. Den Antrag ber Kommunisten betr. Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte und Gewährung von Abfindungssummen beim Ber lonolabbeu überwies die Versammlung auf Antrag Caspari mit 100 gegen 88 Stimmen dem Personalabbauausschuß. Ein Dringlichkeitsantrag der Deutschnationalen, der im Inter effe des wirtschaft'ichen Friedens in Berlin und um der Arbeits. lofiglett mit allen Mittein entgegenzuarbeiten", Maßnahmen zur Berlängerung der Polizeistunbe empfiehlt, tief große Heiterfeit heroor, tommt aber infolge Widerspruchs Don fints erst in der nächsten Sigung zur Berhandlung. Die Genehmigung des Ausscheibens des tommunistischen un besoldeten Stadtrats Leg, der fein Amt niedergelegt hat, lehnte die Bersammlung mit 91 bürgerlichen gegen 80 Stimmen der Linfen ab; für die Bürgerlichen war entscheidend, daß gegen Leh ein Diszi die älter find, als er selbst, oder foftbare Werte alter oder hervorragende neuer Kunst, oder macht Bastelarbeiten, die im Laufe von Jahren ein fouftgroßes Schweizerhäuschen mit Alm, Sennerinnen, Rüben und fensterinden Burschen werden," fagte er zu einem befreundeten Fabrikanten, der eine Riefen villa voll alter, gotischer Holzplastiken bejak. Ja, mein Lieber, etwas muß der Mensch doch haben. Außerdem: ich faufe billig," rief der Fabrikant. Dann macht's Freude. Wer nicht aufs Geld sieht, der natürlich befommt heutzutage eine tadellose Sammlung, ganz gleich, melcher Art, auch fir und fertig ins Haus geliefert. Einer macht Buddhas Wort:„ Geh an der Welt vorüber, es ist nichts", zu seiner Weltanschauung, und bleibt in feiner Brachtwohnung mit Bad, Warmwasser, Dampfheizung und allem Komfort. Ein anderer gibt, vielleicht gar, um das Stimmchen zu beruhigen, Suntmen für Wohltätigkeitszwede oder unterstüßt begabte junge Künstler. Ich tue beides und fammie obendrein, schloß er in Selbstironie. Was ist ein Jahr, wenn jeder Lag dem anderen gleicht und das Leben ohne Härten ist... Ein Tag nur! Gin un bewußter Atemzug! dachte Jürgen nach einem Jahre, bas, ausgefüllt mit Arbeit im Bureau, mit Theaterbesuchen, Bilder, tant, Mahlzeiten, roter Ampel, Bureau, im Fluge vergan. fäufen, die Menschen gen war. Die Zeit stand, so schnell verging fie. Das Bermögen wuchs. Jürgens Ansehen flieg. " Du fizt im Lehnstuhl oder liegst im Bett, und über Nacht bist du um sound'o viel reicher gemorben, fagte Jürgen fcherzend zur Tante, die antwortete: Du erbft alles. Herr Wagner erschien wieder jeden Tag pünktlich im Bureau. Grund zum Klagen gab ihm fein Teilhaber schon fange nicht mehr. llnser Schwieger ist ein braver, tüchtiger Menfch. Die Intereffen des Hauses und der Kunden gehen ihm über alles," fonnte er oft zu feiner Frau fagen, die immer wieber erwähnte: Aber, daß sie mit der Wohnungseinrich tung nicht zufrieden find, bas ift... alfo das versteh ich nicht. Nun, wenn er nur wenigstens im Geschäft tüchtig tit." Und dies hatte sich wie von selbst gemacht. Allmählich und unversehens war das Geben zum Gleis geworden, auf bem Jürgen durch die Jahre rollte. L Er war befannt als großzügiger Philantrop und Mäzen, hatte mit unfehlbarem Siilverftande fchon eine ganze Anzahl Antiquaritäten und Bilder gesammelt und sie einstweilen in einem unbewohnten Raum der Villa verwahrt, benn er wollte das alte Palais, das auf dem stillen, größten Plak der Stadt stand, erperben und nach feinem Geschmacke einrichten. Einer fammelt, fein leeres Dasein auszufüllen, Pfennige, Und wenige Monate später fogte er zu demfelben Fabrifanten:„ Die Lebensauffaffung des Bürgers ift folgende: Jeber tue feine Pflicht. Dadurch arbeitet jeder für jeden. Das Reichtum Kultur greift ineinander. So entstehen Reidun yeniden feber, Canbes, mumerierte Häufer, in benen bis antierte tragen, Küchen, Geschirr, Schränke voll Wa'che, asphaltierte Straßen, Schulen, Ruhe und Ordnung. Beil jeder seine Pflicht tut. und Obdachlosenheime, Bolizei, Gerichtshöfe und Buchthäuser find ba für diejenigen, die ihre Pflicht nicht tun... Schön. Mag sein, daß er recht hat. Unfereiner aber unterscheidet fich von denen, die geradezu plaken vor Selbstgerechtigkeit. Denn Biffen und Geift und Befis verpflichten zu mehr." Und er legte die Hand auf die Krokodilledermappe, in der die Notizen zu feinem geplanten Werte„ Bolfswirtschaft und Einzelleale" fagen. Nach dem Effen las er die Abend zeitung. Seine Tage rüdten auch weiterhin, gesichert und getragen von Gewohnheit und Achtung, ohne schmerzliche Ereignisse durch ihn durch und hinter ihn, wie eine verfehrsreiche Straße vorbeirollt und zurückbleibt. Nur noch in den Träumen stand manchmal das verge waltigte Ich auf, schrie seine grauenvolle Drohung, die nicht mehr bis in das neue Bewußtsein vordringen fonnte. Die Entfernung war schon zu groß, und zwischen dem drohenden Ich und dem Inneren Dhre Jürgens stand das Erleben vieler Jahre, bas, zusammen mit der Millionenfähigkeit des unaus gesetzten Strebens nach Erfolg, Genuß und Abtung, das neue Bewußtsein gebildet hatte. Ein fugenloser Schuhwall. Zurückgestellt wurden die Anträge der Kommunisten betr. Ente fegung des Staatsfommiffars Dr. Weismann, der Deutschnationa'en betr. Erneuerungswahlen der Versammlung und der Demokraten betr. den überschnellen Autoverfehr. Ein weiterer Aniraq der Kommunisten, den Sellheim begründete, verlangt statistische Angaben über die Zahl der nach Aufbebung des Belagerungszustandes noch in Schuhhaft befindlichen Berliner Urbeiter; auch soll der Magiftrat fofort für ausreichende Unterftüßung der Familien der Inhaftierten forgen und sich bei der Regierung für bie sofortige Freilassung aller volitischen Ge fangenen verwenden. Zur Unterstukung bes Antrages wurde u. a. angeführt, daß 6000 bis 7000 Schuhhäftlinge in Konzentrationslagern untergebracht worden feien; auch auf die Berhaftung von Nawrodi wurde hingewiesen. Der Antrag murde angesichts der sehr gelichteten Besetzung der rechten Seite in seinen beiden ersten Sägen angenommen, die britte Forderung abgelehnt. Schluß gegen 19 11hr. R. E. W. O. 6. In der Erfenninis, baß die gesetzgeberischen Maßnahmen auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft eine Entwidlung genommen haben, die auf eine starte Belastung ber Gehalts- und Lohnempfänger hinausläuft, die Wohnungsnot nicht findert und den Wohnungs neubau völlig zum Stoden gebracht hat, wurde von dem Allgemeinen Deutschen Gemertschaftsbund( ADCB.), dem Allgemeinen Freien Angestelltenbund( Afa) und bem am 1 Allgemeinen Deutschen Beamtenbund 14. März 1924 eine Reichswohnungsfürforgeattien. gesellschaft, genannt Re wog", gegründet, deren Aufgabe es fein foll, die wirtschaftlichen Interessen der gewerkschaftlichen Mita glieder auf dem Gebiete des Wohnungswefens zu vertreten. Die neue Aktiengesellschaft ist als eine wirtschaftliche Zentrale telle sämtlicher auf dem Boden des gemeinschaft. tichen Eigentums tehenden Baugenossenschaften und Siedlungsgesellschaften gedacht, bie vorzugsweise die Wohnungsfürsorge ber Beamten, Angestellten und Arbeiter be treiben Die Rewog verfolgt fagungsgemäß ausschlieklich ge. meinnügige 3wede und hat zum Gegenstand die Förderung des Wohnungswesens durch Beschaffung gesunder und zwedmäñig eingerichteter Wohnungen für Beamte, Angestellte und Arbeiter. Die Tätigkeit der Ge'ellschaft erstreckt sich auf das ganze Reich. Im befonderen bat fich die Remog" zur Aufgabe gestellt: 1. die Förderung der Gemeinwirtschaft im Wohnungs- und Siedlungswejen, 2. Die Bertretung der Intereffen der Beamien, Angestellien unh Arbeiter gegenüber den Organen des Reiches, der Länder und Ges meinden in alien Angelegenheiten des Wohnungs- und Siedlungs wefens, 3. die Beschaffung und Erschließung von Baugelände für Klein mohnungsamede sowie dessen Beräußerung und Bergebung gum Erbbaurecht, 191101 4. die Beschaffung von Baufopital, burch Vermittlung von Hypotheken und Zwischenkrediten, die Ausgabe zentraler Anleihen, bie Beschaffung von Bürgschaften und Baufostenzuschüssen sowie die Organisation von Kapital, das zum Zweck des Wohnungsbaues ge. [ part mirb, 5. die Bearbeitung von Bau- und Siedlungsplänen sowie die Förderung der Normalisierung und Enpifierung des Kleinwohnungs baues, 6. die Bermittlung und Beschaffung von Baustoffen und Bau tellen aller Art fowie die Beschaffung von Hausrat. Die Repog" wurde zunächst mit einem Stammkapital von 50 000 Go'dmer? gegründet. Zum Geschäftsführer der neuen Gesell schaft wurde Stadtbaurat a. D. Dr. Ing. Martin Bagner und Das Ich drohte. Der Träumende stöhnte. Sah die graue Straße, auf der die Millionen dem Fabrittore der Welt zu schritten, grau und ge'penstisch- lautlos. Sah pen Gastocher, neben dem Ratharina steht, faum bemerkbare Ironie im Blid. Und fleht sie an: Baß deine Haare wieder wachsen. Was ist dir denn geschehen, fag mir, was ist dir geschehen." Elisabeth blickte topfschüttelnd das wildverzerrte Gesicht an, hinter dem das vergewaltigte Jch erfolglos um se'n Da fein rang und Tränen durch die geschlossenen Lider schickte, medte den Stöhnenden, der nicht mehr wußte, was er ges träumt hatte. Erleichtert aufatmend, lächelte er das Leben an, das neben ihm lag. Im Garten schrien die Vögel. Auch die tau. fend Tapetenvögelchen des sonnigen Schlafzimmers zwits scherten. den Augen." Was bist du für ein Mensch, du lächelft mit Tränen in Und Jürgen, wie er ihren durftenden Kopf sanft zu sich 30: So ist das Leben: zum Lachen und zum Beinen in einem." Der Drud war ganz gewichen. Nach dem Frühstück und dem Bade ging er in ben Garten, fog genießend die marme, aromatische Luft ein, be trachtete über den Zaun weg des Nachbars frisch gegoffene Salatbeete, die funkelnd unter der Sonne lagen, blieb vor jedem Rosenstämmchen stehen, freute sich über die topfgroßen, farbigen Glaskugeln, die, von der Sonne cetroffen, fein Ge flcht baumengroß widerspiegelten, und bekam Luft, an der Wafferleitung weiterzuarbeiten, die auzulegen er vor einiger Zeit begonnen hatte, um seinen Garten mit einer Wasserkunft zu schmücken. Der Arzt hatte Jürgen förperliche Arbeit anempfohlen. Das Graben und Schaufeln tat ihm wohl. Die zwölf auf Stongen stedenden Glasfugeln bildeten einen Kreis, it deffen Mitte die Wafferkunft steigen follte. Die Brunnenfigur, ein lebensgroßer Jüngling in Bronze, erworben von einer jungen, unterstügungsbedürftigen Bildhauer, kniete schon, Kopf gene'gt, Hände im Rüden, als wäre er gefesselt, unter dem Schneeballenbusch. Im Garten nebenan sang ber Nachbar die National hymne. Elisabeth, in leichtem Sommerfleide, sah vom Liegestuhl aus ihrem gefunden, starken Manne zu. Bhinchen servierte Butterbrote auf dem Tisch unter dem Nußbaum, unter dem die Tante häkelnd gefeffen hatte. Sie lag im Bett und fonnte nicht sterben. ( Fortseßung folgt.) Beter Graßmann ernannt. Die Gefchäftsräume der Remog" 14 bz, Rene Bel befinden sich in dem neu erbauten Bundeshaufe des Allgemeinen ber Neuen Welt. Deutschen Gewer!.haftsbunbes, Berlin S 14, Inselstraße 6. Bau genoffenfchaften, Siedlungsgesellschaften, Städte, Gemeinden und Gemeindevertreter, aber auch Siebler und Baul ftige aus den Reihen ber Genossen und Kollegen mög' n sich an die Rewog" wenden, wenn sie Rat und Hilfe in allen Fragen der Wohnungs- und Bauwirtschaft benötigen." Der Mann mit den drei Frauen. Ohne Scheidung dreimal verheiratet. Die Drbner treffen fich Sonntag 7 hr morgens in Die Jugendwelhen der BSDD. in Weißenfee finden am Sonntag, ben 23. März, in der Gemeindezenhalle, Pistoriusstr. 23, ftatt, und zwar 1. Abs tellurg vorm. 8. Uhr, bie 2. Abteilung vorm. 11 Uhr. Mitwirkende find die Kammermusifer Fr. Bilh. Grosse, Hans Diesel und Frit Groffe, ber Mozart Augenbdor und die Rezitatorin Genoffin Traute Neumann. Die Beibereben hält Genoffe Abell Soffmann. Dir Rinber erhalten das Birch Ton unten auf von Frans Diederich als eldent. Gaftfarten a 60 Pf. find beim Genoffen Hetni, Gäblerfir. 7, zu haben. Boltsbildungsamt Reinidendorf. Freitag ben 21. März, abenbs 8 1hr, in der Aula tes Realgymnafiums Berner Straße. Bortrag des Ing. Stafleit: Der deutsche Munbjunk mit bem Sundfuntprogramm des Bogbauies Brlin. Eintrittskarten in den befannten Bertaufstellen forale an der Abendtaffe. Lieber zwanzig Jahre ins Zuchthaus, als daß ich mit meiner erften Frau wieder zufammengehe". fo erflärte der Kaufmann Quirin Hardt, der sich gestern vor der ersten Straftammer des Land gerichts III unter der Anflage der Doppelehe in ameia Fällen zu verantworten hatte. Der Angeflagte hatte vor dem Krieg in Rußland gelebt unb bort eine Sübin geheiratet, mit der er sich römisch- fatholisch trauen ließ. Er war furz vor dem Kriege mit seiner Frau und einem neugeborenen Kinde nach Deutschland zurückgekehrt und hatte auch den Krieg mitgemacht Nach dem Krieg schien ihm die a'te Che nicht mehr zu gefallen. Er ließ Frau und Kind im Stich und beiratete sich von neuem, ohne die erste Ehe idei ben zu lassen. Auf dem Standesamt verschwieg er die in Ruß lond erfolgte Cheschließung. Die neue Ehe war auch nicht von langer Dauer und endete mit einer Scheibuna. Nunmehr heiratete er zum brittenmal. Eeiner neuen Braut verschwieg er wieder die Eheflickung in Rukland und erzählte ihr nur von der zweiten The und deren gerichtlicher Scheibung. Nunmehr meldete fich aber bie erste Frau und bestand auf ihrem Recht. Dadurch tam die Sache zur Anzeige. Der Angeklagte führte zu feiner Berteidigung an, dah er nach der Revolution genlaubt habe, das Recht zu haben, ohne weiteres wieder heiraten zu können. Das Gericht be'ehrte den An geflagten aber eines anderen und erkannte auf eine außerordentlich harte Strafe. Obwohl nämlich ber Staatsanwalt nur Gefängnis beantragt hatte, erkannte das Gericht auf einein. halb Jahre 3uchthaus, indem es betonte, daß der Angefarte durch fein gewiffenloses Berhalten drei Frauen un alüdlich gemacht habe. Als das Urteil verkündet und die fofortige Berhaftung verfügt wurde, fuhr dem Angeklagten der Schred derart in die Blieder, daß er in Krämpfen zu Boben fiel Mun mehr erhob sich ein Wehgeschrei auf der Zeunenbant. Die fämt. lichen brei Frauen des Angeflagten fühlten ihre Liebe zu ihm mteber erwachen und stürzten unter lauten Berwün fungen gegen die ungerechten Richter vor, um vor dem am Boden Liegenden niederzuinien und ihm Hilfe angedeihen zu lassen. Raubüberfall mit tödlichem Ausgang. Der 55 Jahre alte Raufmann Adolf Friese de aus der Bart. burgstraße 35 zu Schöneberg, der mehreren Echizengilden angehörte, war am Dienstag mit mehreren Rameraten unterwegs, um Bor. bereitungen für das bevorstehende Frühjahrspreisschießen zu treffen. Er hatte es übernommen, Breife in Rahrungsmitteln unb bergleichen zu be effen. Nach dem Besuch mehrerer Lofa'e mar Friefede in der Nacht noch in der Wohnung eines Freundes in der Wilhelmstraße zu Wilmersdorf, wo auch noch gezecht wurde. Bon bort ging er mit einem Bekannten weg, von dem er sich später trennte. Am Mittwochfrüh um 4 Uhr wurde er im Flur feines eufes mit einer schweren Beriegung an der rechten Schläfe und feiner goldenen dreifrapfelinen Uhr mit Ravalierfette, einer schwarz'edernen Brieftasche mit Papieren und jeiner Barschaft von 400 Goldmart beraubt, besinnungslos aufgefunden. Man brachte ihn nach dem Augufta- Bittoria- Krantenhause, und hier erlag er feiner Berlegung, ohne das Bewußtsein wiebererlangt zu haben. Wie der Mann unter die Räuber gefallen ist, und wer biefe find, fonnte noch nicht ermittelt werden. Mitteilungen zur Aufflärung nimmt Kriminal tommiffar Werneburg im Simmer 80 bes Bolizeipräsidiums ent gegen. Einen Ichredlichen Tob fand der 37 Jabre alte Chauffeur Friedrich v. Webrden, der in der Triftftr. 60 wohnte und in den Bergmann- Elektrizitätswerfen in Berlin- Rosenthal beichäftigt war. Als er feinen elektrischen Wagen aus der Halle der Modelltichlerei rid värts steuern wollte und neben seinem Wagen stand, bewegte fich diefer plöglich allem Anicein nach infolge falicher Gebelstellung borwärts. Che noch v. Wehrben aur Seite zu springen vermecte, batte ihn der Wagen gegen einen olaftapel ge brudt und ihm ben Bruitfaften derart zusammengepreßt, baß Der Tod auf ber Stelle eintrat. Schwerer Zusammenstoß zwischen Kraftwagen und Motorrad. Auf der Kreuzung der König und Chauffeestraße in Behlendorf ftießen ein 2a fttraftwagen und ein Motorrad, gefübit von dem 24 Jahre alten Paul Bailling aus der Beuffelstraße 16 aufammen. Das Motorrab wurde erheblich beschädigt. Barlling und die auf dem Rückfis befindliche Begleiterin stürzten auf das Blafter und blieben besinnungslos liegen. Man bradte beibe nach bem Krantenbause in Rowawes. Der Name der Begleiterin fonnte noch nicht ermittelt werden. Neuanmeldung von Milchfarten. Die von den Bezirksämtern an die Milchbezugsberechtigten inzwifchen ausgegebenen Milchlarten für das Bierteljahr Avril- Junt 1924 follen bis zum 24. März 1924 in den Milchtleinhandelsgeschäften und in den Abmelfwirt ibaften( Rubitällen) neu angemeldet werden. Da von der Milch fartenausgabestelle bes Bezirksamte mitte, alegander play 4, bisher die Mildfarten für die Kinder im 1. big 4. Lebene jabre und für werdende Mütter im 7. bis 9. Monat der Schwanger fait nur in geringem Umfange abgeholt worden find, so wird die #cift für die Abholung bis zum 29. März 1924 verlängert. Die Ausgabe erfolgt nur an den Weritagen in der geit von 8-3 Uhr und an den Sonnabenden von 8-12 Uhr. Für die Jugendwelhe in Stegli am Sonntag, ben 28. d. M., bormittags 11 Uhr, in der Aula des Lyzeume, Rothenburgftr. 18, find an der Kasie noch Eintrittstarten zu haben. Karten für Erwagiene fosten 75 Bf. und für Kinder 40 Pf. Jugendweihe in Oberschönewelde. Am Sonntag, den 23. März, bormittags 10 Uhr, findet in den Räumen des Film- Balastes, Haffel. werder Straße, die Jugendweibe start. Eintritt 60 Bf. Rarien find au baben in allen Stoniumber faufsstellen, bei Bader, Wilhelminenhof ftrage, Groner, Wilhelminenhofstr. 44. und Schulleiter Dombey. br im Caalbau Friedrichshain einen Beetboben Brahms. Das Beltsbildungsamt Prengfaner Berg veranstaltet beute Freitag, abenbs Abenb; ausgeführt vom Emphonie- Berein, 60 Künftler, Dirigent Brof. Leo Srattenbols, Solistin Berta Taubmann. Zur Aufführung gelangen: 1 Duvertüre Die Wetbe bes Hauses und Konzert für Klavier mit Drefter, G- dur, son Beethoven, 3. Eymphonie Nr. 3, F- dur, von Brahms. Eintrittsfarten gut 80 P. an der Abendlaffe. Jugendveranstaltungen. Aiang, Mitglieber? Wir möchten apmels bazouf Sinubeijen, beg bid amelounge Jugendleiterfurfus in biteen angehend singesandt wesha milffen. Heute, Freitag, den 21. März, abends 7% Uhr: Brit: Sugendbeim Chauffeefte. 48 Bottrag: Geguelle Fragen", 2. Seff. Charlottenburg: Augenbheim Rofinenftr. 4, Bottrag: Entstehung der Erbe". Gaffezberg- ul- liexide: Am Faltenberg 117, Bortrag:..Boltswirtschaft", 8. Zeit. Balensee: Gemeinbeschule Seachim- Friedrich- Giz.$ 5. Bortrag: Sozialismus und Kommunismus", Entfeustebt: Babsanstalt Bärwalbftz, 56, Sreiligrath- Abenb. sabit 1: Cute Balbenferfir. 20, Bortrag: Religion und Sugenb". Moabit II: Ratholische Ghule am Stephanslag, Bortrag: Ursprung der Familie. Renton III: Bei Subte, Richarrbitr. 110, Fant Honorfgung. Riebetfchinemelbe: Schule Berliner Str. 1, Diskussion: Die Stellung der G. in ber beutschen Jugendbewegung". Rieberthankaufens 1. Gemeinbefchule, Blenfenburger Str. 60. Borteag: Unfere Gegner". Rechoß 1: Shule Georgenfirftr. 2. Balt- withmann- Abenb. Rocket II: Schule Danaiger Str. 23, Borttag: es war Lenin dem Proletarial?" Rofenthaler Borflabt: Earbogemeinbrhaus Sophienftr. 23, Borttag: Das Welt Schöneberg I: Sugendheim Rubens.. Ede Hauptstraße, Burtrag: ni Achung des coletariats". Schöneberg II: Shule Franfenfit. 10, Glasbrenners Abenb. Gt glig 11: Jugendheim Boffteinifde Str. 8, Bortrag: Die Revo Intionen von 1848, 1910 und der Rapp- Butsch.. Gabon( Ripenider Viertel): Jugenbheim Marianutraufer 1a, Bortzag. Berbebezirk Diten: Sugenbheim 2htenberg. Beraue 10, Werbebeşirts mitgliederverfammlung. C Arbeitersport. Die Boxkämpfe im AAB. Der 4. Rreis des Arbeiter Athletenbundes erDer Cufimorb in Dresden, bem, wie fon mitgeteilt wurde, am vergangenen Sonntagmittag die 18 Jahre alte Schülerin Charlotte Erner in der Marichalstraße zum Opfer fiel. beschäftigt auch die Berliner Kriminalpolizei. Unter dem Ber at der Täter foaf: wird ein Mann gefucht, ber etwa 80 bis 40 Jahre alt und 1.75 Meter groß ift. Er bat abfallende Schultern, dunkles Saar, einen aufwärtsgebürfteten Schnurrbait und trua. als er mit bemöffnete im Moabiter Gesellschaf'shaus, Wiclefstraße, mit der ersten Mädchen zufammen gefeben wurde, einen Militärmantel. eine graue Müge und wahrscheinlich gelbe Schufiricube. Mit teilungen an Striminalfommisfer Bünger, der mit den Ermittlungen in Berlin betraut ift. Groß- Berliner Parteinachrichten. Zur Beachtung für die Kreise. Barrunde feinen diesjährigen Bogwettstreit. Die zahlreichen Wels bungen und der Berlauf der Kämpfe zeigten, daß der Borsport in Arbeiter fann im allgemeinen noch nicht bie bürgerlichen Bereine ber Arbeitersportbewegung immer weiter vorwärts fhreitet. Der Don feinen eigenen unterscheiden, benn der größte Teil der Besucher ber bürgerlichen Beranfialtungen find Arbeiter. Deshalb achtet auch auf die Beranstaltungen der Arbeitersportorganisationen und unter ftüßt diese im eigenen Interesse. Am Dienstag, den 1. April, finden in Berlin fünf affentliche bellerfindes. Alles Nähere hierüber wird noch befannt gegeben.hing rant( Berl. Boz Club) Sechler( Spanbau) in bez britten unbeate Berjammlungen statt mit der Tagesordnung: Die Not des MrDie Organisationen werden ersucht, diefen Tag von allen anderen Besuch der angekündigten Bersammlungen Propaganda zu machen, Berarftaltungen freizuhalten und ichon jeht für einen ffarten 2. Areis Tiergarten. Sonnabend 7% he ermeltette Kreisvorstandssitung bei ritmpes, Flensburger Str. 8. 3. Rreis Webbing. Arbeitsgemeinschaft bez Rinderfreunde: Belfersikung Sonnabend ben 22. Märs, 74 Uhr, in der Schule Bant-, Ede Biefenstraße. &. Kreis Friebrid shein, Sonnabend, den 22. März, 6 Uhr, Gigung ber Beamtenmerbeausfdülfe bei Wittfuß, Petersburger Str. 5. Dienstag. Den 25. März, 7 Uhr, Sigung der aufammengelegten Arbelterwohlfahrt im Jugendheim ifiter Str. 4-5. Es nehoren daran teil: rbeiterwohlfabri, Rommunale und Kinderfchukommiffion und die frauenleiterinnen. Tagesordnung: Beschluk bez lekten Gigung. 8. Kreis Kreuzberg. Bidasaseusius: Gennabent, ben 22. mars 7 ur, 7. Kreis Charlottenburg. Die Abteilungsvorfihenden werden bringend er fumt, bie Flugblätter für die#ffentliche Berfammlung am Montag som Genoffen Bilt, Chillerstr. 40, abzuholen. Sigung bef Bieler, Dieffenbachstr. 76. brechnung. 14. Kreis Reutölia. Die für heute anberaumte Glkung der Schlebskommiffion muß ausfallen. Sie mith an biefer Stelle erneut einberufen. Arbells gemeinschaft bez Kinderfieunbe: Sonntag, den 23. Mära, nachmittags 21 Uhr, furae wichtige Fahrtenbesprechung bei Guth, Fulbaftr. 55-56, Hufgana 12. Alle Selfer erscheinen. 20. Rreis Reinickendorf. Laut Beschluß bes Kreisvorstandes finden am Mitt. woch, ben 26. Mära, Abteilungsmitglieberverfammlungen ftatt. Einladung erfolgt durch befonberen Handzettel, ble den Abteilungen om Gonnabend zefp. Sonntag zugeben. Montag, ben 24. Mära, 615 Uhr, ine Rathaus Wittenau, Sigung des erweiterten Areisvorstandes. Heute, Freitag, den 21. März: 35. 961. 8 Uhr Sigung des Beamtenwerbeausfchuffes bei Selfriegel, Rigaer Straße 54. teutal. 90. bt. The Funktionärverfammlung bei Schittler, Beichfet ftraße 5.96., 97. nub 98. Ust. 7 Uhr Vorstandsfihung in der Soule Mariendorfer Weg. Erscheinen der Bezirksführer it Blicht. Morgen, Sonnabend, den 22. März: 25. st. 7 Uhr bei Cramer, Cotheniusftr. 3. Sigung ber Bezirksführer mit den Ordnern und sonstigen Funktionären. Wichtige Tagesordnung. 27. 5. 7% Uhr bei Bietsch, Gleimstr. 50, Vorstandsflzung mit den Gruppen führern. 31. t. 7% Uhr Funktionärkonferenz der Bertel- unb Betriebsfunktionäre bel Goldschmidt, Stolpische Str. 86. Cheristtenburg. 52. st. 8 1hr Funktionärssung bet Babe, Raiferin- Auguñaee 52. 54. bt. 8 Uhr FuntHonärhigung im Jugendheim Rofinen fraße 4. 57. t. 7% Uhr Funktionärtonferens bei Rapschinsto Krumme Str. 47. 97. Bt. Menton. 7 Uhr beim Genoffen Rohr Gihung der Funktiondez. Bertel und Gewerkschaftsausweife find mitzubringen. 119. bt. Lichtenberg. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Giede, Rölendorff, ede Rittergutftraße. Alle fid an ber Wahlarbett beteiligenben Genoffinnen find ebenfalls eingelaben. 131. bt. Rieberid anbaufen. 7 Uhr außerordentliche Funktionärfung im 138. Lotal Rubaich. Alle Funktionäre muen erfcheinen. bt. Reinidendorf- Oft. T½ Uhr im Jugendheim Geebab, Refidengite. 49, Funktionärigung. Die Ritglieder bes engeren Borstandes treffen bafelbft un 6% Uhr. 0 h 21. bt. Sonntag, ben 28. März, nachmittags 4 Uhr, in den Bherus- Galen, Müllerstraße, Broletarife Feierstunde, im Anschluß gemütliches Bet fammensein. Anspreche der Genoffin Bohn- Schuch. Eintrittsterten à 00 Bf. finb beim Genoffen Kroll, Utrechter Str. 21, au haben. Gäfte willkommen. 8. Kreis Friedrichshain. Die Genoffinnen dez 32. und 34. Abi. baben Sonntag, bea 23. März, gefelliges Beifammenfein bei Smibt, Fruchtstr. 86a. Die Genoffen und Genoffinnen werben gebeten, file biefen Abend an agitieren. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 80. st. Am 16. Mära nerflatb unfere Genoffin Selene Mars, Greifen 12% Uhr im Krematorium Gerichtftrahe. hagener Str. 28. Einäscherung Sonnabend, den 22. März, nachmittags Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Bereinigte Berbände helmatizenez Oberschleier, Ortsgruppe Berlin Storben 3 ( E. B.). Am Sonntag, den 28. März, nachmittage 4 Uhr, im gofal ber Ber fuchs- und Lehrbraueret, Amrumer, Gde Seeftraße, Abstimmungsgebentfeier mit anschließendem geselligen Beifammensein. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 21. März. Tageseintellung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens, Nachm. 105 Uhr: Nachrichtendienst Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. Nachm. 4.80 bis 6 Uhr: Unterhaltungsmusik. Die Jugendweihe in Neulölln findet am Sonntag. ben 28. Märs, bor mitia s 10 br, im großen Festsaal ber Renen 23 elt ftatt. Abends 8.30 Uhr: Ore esterabend. Dirigent: Kapellmeister Otto Mitwit tende: Sammerfänger Waldemar ente, das optrio, Urack. 1. Ballettmusik zu„ Orpheus" von Gluck- Mottl. 2. Allegro Alle Fischer Mamin, Arbeiter Kinderchor Reulöfn. Genoffe Stadtrat con grazia von P. Tschaikowsky. 3. Fackeltans Nr. 1 von G. MeyerSchneider. We brede. Gitprobe: Freitag, den 21. März, nachmittagsbeer. 4. Ballettmusik aus der Oper La Gioconda von Ponchielli. Refultate: 3m tegengewidt mang Rabbag( Siegfried 09) feinen Gegner Gräf( Siegfrieb 22) bereits in der erfien Runde aur Aufgabe. mebergewicht schlug in! ler( Siegfrieb 22) feinen Bereinskollegen Boigt in ber zweiten Munbe to. Schola( Eberswalde) tonnte Schmidt( Gieg feteb 23) nach Runber nur nach Buntien fchlagen. Jm 2eichtgewicht während Stärte( Berl. Bog- Club) nur einen Enappen Bunitfieg über. Drewste ( Siegfried 09) Regie in ber erften unde über Leuchter( Borwärts) burch to.. ( Berolina) erreichte. Sittgewicht wang Ruffas( Easdorf) Bierab:( Borwärts) in der britten Runde zur Aufgabe. Abamtiemies ebenso folus san Gebeten( Siegfrieb 22) Rable( Spanbau) in der ersten Rumbe to. aller( Berl. Bez- Club) zwang Arab( Spandau) in der fünftex Runor aur Aufgabe. 3m Mittelgewinimuste Raczmared( Siegfried 09) in der vierten Runde gegen Bogt( Fasdorf) aufgeben. Die nächste Borrunde findet am Freitag, ben 21. März, Es 7% Uhr, in Seiß' Bestfälen. Spandau, Schüßenftr. 2-4, ftatt. fämpfen dort: Fliegengewicht: Rabbah( Siegfried 09)-Bezel( Berl. Ber- Club); Bantamgewicht: Schrepp( Siegfried 09)-Rynaft( Span bau); Jebergericht: Behni( Siegfried 22)-Schulz( Walhalla); Beicht gewicht: Hechler( Spanban)-Binfier( Spandau), E. Drewste( Bero fina)-Bietfched( Stegfried 09), F. Dremste( Berolina) Frant( Berf. Bor- Club); Bellergewicht: Gierabt( Borwärts)-Rahle( Spandau), Leuchter( Bormaris)-Rroh( Spandau). Müller( Berl. Bor- Club) Adamfiewicz( Siegfried 09). Crjagpaar gedergewicht: SchmidtBoigt( Siegfried 22). Die Rämpfer haben fid) fpätestens 7% Uhr zu melden. Magerarbenllider Streistag bes 1. Rreifes vom Arbeiter- Turn- und Eports bund am Sonntag, ben 23. Mära, 8½ or, im Bürgerfaal bes Rathaufis, Berlin, Eingang Rönigftrahe. Tagesordnung: 1, Berichte. 2. Spartenein teining, 3. Rreisfeft. 4. Bundestag. 5. Reuwahl des Areisvorstandes. 6. Anto träge. 7. Bezschiedenes, Beid; tathletik- Bereinigung. Affe Delegierten aum Kreistag von Bereinen, Die bet Bereinigung angefchloffen Anb, treffen fios am 28. März, mo gens 148 b pünktlich, in Lelal von Emil Brandenburg, Berlin, Stralauer 6.r. 3 Ede Bailenstraße, am Bahnhof Sannewinbrüde, au einer Furzen Besprechung. Freie Schwimmer Rentals, am Sonntag, den 30. dza, nachmittags Ubz, veganfalten die telex Swimmer im Stadtbab ReutBII. Ganghoferstroke, ein iniabungs- Saufhwimmen. Beteiligt fin bie brien Mannschaften der Berliner Vereine: Borwärts, Belle, Chwimm- Union. Bon auswärtigen Vereinen erscheint Gärlig und Breslau Das in der Hauptfade aus Gtaffeln aller laffen bestehende Felt wird bevrore zagenden Spott bieten. 3nteresant werden auch bie Wafferballspiele fein. Eintrittsfarten find im Borverlauf zum Breife von 50 Bf. im Sporthaus Fichte, Raifer- Friedrich- Stt. 61, und im Lokal von, Frant, Ganghoferstraße, aut haben. Wthletik- Sport- Club, t. B. Leichtathletik, Boden. Sandball, Rubern. Jeden Freitag, abends 7 Uhr: Sallentraining der männligen Sugend in der Turn babe Gtaliger Str. 53-66; abends 8 Uhr: Sallentraining bez weiblicher Superb in der Kuenhalle Laufher Blag 9. Jeden Sonntag, vormittags 10 Uhr: Waldlauf im Bianterwald. Umkleibelotal: fichte- Blag, Baumschulenweg. Eichs bufdallet. Ghriftführer ber hodenabteilung bans Jogszat, Berlin D. 17, Caprioifts, 4. Geschäftsstelle Alfred Behrends, Berlin 23. 87, Ringendorfftr. 7. Touristenserein Die Raturfreunde. Sonnabend, den 22. Mära, vere enfeltet die Abt. Gesundbrunnen einen Lichthilbervertrag von Brafeffor D. Bafhin: Die Bochgebirge ber Erbe" um 7% Uhr in der Aula bes Schiller Lngeums, Bettger, Ede Banfftrage. Eintritt 25 f. 1. Streis,. 9 sirt. Gamtliche Delegierte gum Kreistag am Sonning, bex 23. März, müffen am Sonnabend abenb 8 Uhr bei Linsener, Mühlenfte, 58, unbedingt anwesend fein. Sport. Rennen ja Mariendorf am Donnerstag, den 20. März. 1. Rennen: 1. Zumpt( 3. Regal), 2. Ming( M. Mogesit), 3. Mate fönigin( B. Misler). Zete: 18:10 Plas: 11, 11: 10. Ferner liejen Bimiene, Herstönig. 2. Rennen. 1. Sitran( R. Sattfeil), 2. Cilade( J. B. Allen), 8. Doline (. Lohmann). Toto: 20: 10. Dist: 12, 19, 21: 10. Ferner liefen: Saftans, Coriefanus, Terazzo, Flattenore, Beinitod, Musical Girl. 3. Rennen 1. Ludmill I( A. Rogowski), 2. Bañontönigin( B.Triphan), 3. 211en( m. Echleusener). Xoto: 64: 10. Blek: 15, 16, 20: 10. Ferner Hefen: Bring Magowan, Alpenfeg, Dollyja, Erna Bingen, Rinon L, Cobra. 4. Rennen. 1. Baran Riatawab( b. Geldschmidt), 2. Handleft ( Ridert), 3. Wafander( D. Rieinan). Xats: 30: 10. Blas: 15, 14, 18:10. Berner Itefen: Berries jr., Freb Sites jr., Karneval, Sauletin, als 2. bisqualifiziert, 80 Bros, der Blabwetten gurid. 5. Rennen 1. Fimbive( rerbera len.), 2. Bärbel( Großmann), 3. Albatros( M. Baner). 2010: 34:10. Blat: 14, 14, 20:10. Ferner Helen: Durchbruch, Febernelle, Crich I, Exfter Dolfersomer, Mit Gregor, Mertons. 6. Rennen. 1. Ebeltochter( 2. Beiß). 2. Monarchist( Knöpnabel), 3. Eglips( 8, Siddert). Zoto: 11:10. Blay: 10, 11: 10. Ferner liefen: karshall Hindenburg, lett( anges.. 7. Wennen. 1. Michel ingelo( R. Mingius), 2. Bek( Großmann), 8. Graffus(. Schaber). Toto: 31: 10. Play: 10, 10:10. Seiner liefen: Beter Harvester, Blofa bed, Fels. 8. Rennen. 1. Teufelsbart( Gm. Schleusener). 2. Mataber I(& Errubers),& Paul B.( 3. Mitas). Zoto: 25: 10. 3lat: 15, 18: 10. Berner liefen: Berde, Erbgraf. Geschäftliche Mitteilungen. ärliger Bahnhof, bringt in der Werbewoche infolge großer Abschlüffe günstige Das allbekannte Stoffgeschäft Sans Brange, Berlin 60., Bienerfz. 15, am Angebote in Berren, Damen, Blufen- und Wäscheftoffe. Bir verweifen auf bie Anzeige in vorliegender Nummer. Diese Marke Johnt einen Versuch. Jn der 28 Preislage ist sie entschieden ein Fall fúr sích.Urteilen Sie selbst! Kleine Massary 28 Wirtschaft teht der Finanzminister Reinhold, bem als fteffvertretende Bor. I meinschaft wirtschaftlicher Intereffen zwischen den fizerde Ministerialdirektor Dr. Ing. Just und Oberberghauptmann Dr. Ing. Fischer zur Seite stehen. Ferner gehören dem Aufsichts rat hervorragende Vertreter des Handels und der Industrie somie jenigen herbeigeführt wird, die täglich sozialdemokratische Arbeiter als Stinnes- Knechte" hinstellen und denjenigen, die mit Antibollchemistenpropaganda durch die ihnen ergebenen Blätter das Bürgertum dauernd in Spannung gehalten. Das Organ der KPD. In dem preußiscdyen Staatshaushalt für 1924, der soeben fertigZur Durchführung des geplanten Ausbaus foll eine Anleihe hat natürlich auf diese Feststellungen mit ebenso unwürdigen Unter Don 50 Millionen Goldmart aufgenommen werden, die durch erst ftellungen wie inhaltlofem Schimpfen geantwortet, nur dabei sich gestellt ist, interessiert besonders die Entwicklung der Staats- stellige Hypothefen auf den Sohlendorfommen und dem Grund- Mühe gegeben, die Haltung der sowjetrussischen Behörden zu decken. betriebe und zwar aus zwei Gründen: einmal weil jetzt, wo besitz der Gesellschaft gesichert wird. Als erste Auflage wird ein Jezt tommt die Meldung einer bürgerlichen Telegraphenagentur, wieder ein Haushaltplan in Goldmart aufgestellt ist, ein Ber- Teilbetrag von 10 Millionen Goldmart in Stüden von 50, 100, wonach Stinnes fein Exportmonopol von Rußland gegeben wor gleich mit den Vortriegsetats möglich ist, dann aber auch deshalb, 200, 500 und 1000 Goldmart in den nächsten Tagen aufgelegt werden sein soll, ein großer Lieferungsvertrag mit ihm jedoch well die fortgefchten Anschläge des Privateigentums den, die vom 1. April 1924 ab mit 10 Prog. verzinslich sind. abgefchloffen worden ist. Dadurch fühlt sich die Rote Fahne auf den Staatsbesig toirt am nur bekämpft werden können, wenn bemüßigt zu der Mitteilung, es sei wieber eine Borwärts"-heze der Nachweis gelingt, daß der Staatsbetrieb, in eine geeignete zusammengebrochen. Man tommt also zu dem Schluß, daß SowjetForm gebracht, dem privatapitalistischen Betrieb durchaus ebenrusland zwar vollständig recht hat, wenn es mit Stinnes bürtig, wenn nicht überlegen ist. pattiert, daß aber die deutsche Rote Fahne" es als eine Heze empfindet, wenn man aus derartigen Tatsachen die notwendigen mehr und nicht weniger wert, als die von Stinnes felbst Schlüſſe zieht. Im übrigen ist das Dementi aus Mostau uns nicht durch die D.A.3. verbreitete Nachricht, daß er tatsächlich das Exportmonopol für Deutschland, die Tschechoslowakei und Standi mätts" ist zusammengebrochen. Spricht nicht schon aus dieser Gegennavien erhalten hat. Der Nachricht der D.A.3." widerspricht die der KPD., als sie die„ Rote Fahne" sich selbst eingestehen möchte? überstellung eine startere Berwandtschaft bes Stinnes mit Rote Fahne" mit teinem Wort. Nur die Hehe des Bor Die preußischen Staatsbetriebe im Staatshaushalt. des gesamten Wirtschaftslebens an. Der Etat enthält einige bemerkenswerte te uregelungen: Wie bekannt, wird die Umstellung der preußischen Bergverwaltung, d. h. die llebertragung der Verwaltung und Ausbeutung des staat Bie bekannt, wird die Umstellung der preußischen Bergverwaltuna, Eichen Bergwerksbefizes an eine Aktiengesellschaft bis zum 1. April b. 3. erst zum Teil durchgeführt sein. Die Einnahmen und Aus. gaben der auf die Attiengesellschaft übergegangenen Werte sind nun ist das von der Atiengesellschaft zu entrichtende Entgelt und der hm vorliegenden Haushalt nicht mehr veranschlagt. An ihre Stelle Im vorliegenden Haushalt nicht mehr veranschlagt. An ihre Stelle erwartende Gewinnanteil getreten. Für die erst im Rechnungsjahr 1924 auf die Aktiengesellschaft übergehenden Staatswerte wird ein Uebergangshaushalt in vereinfachter Form vorgelegt, der nur ben Reinüberschuß und die auf die restlichen Werte entfallenden Beamtenstellen und einmaligen Ausgaben enthält. zu Dem Netto- Boranschlag feien bie nachstehenden wichtigsten Zahlen entnommen: Es sollen erbringen die Domänen 4,8 Millionen Gold mart gegenüber 15.7 millionen im Jahre 1913. Hier machen sich insbesondere auch die Folgen der Gebietsabtretungen bemerkbar. Die Forffen dagegen bringen 142,8 Millionen, d. h. 78,7 Millionen mehr als im Jahre 1913 Die Lotteriererwaltung tann nach der infolge verminderter Nachfrage nach Losen herabgefeß'en Losezahl nur noch 0,1 Millionen gegenüber 12,4 millionen gegen früher ab. werfen. Bei der Preußischen Staatsbank wird der Geschäftsgewinn nicht eingestellt, sondern zur Berstärkung des burch den Bährungs. verfall entwerteten Geschäftsfapitals verwendet. Der Ueberschuß betrug 1913 5,1 Millionen. Die Münze bringt 07 Millionen, d. h. 500 000 Mart mehr als 1913. Der Ueberschuß des Betriebes der Bern, Sülten- und Salinen- Berwaltung war für 1913 auf 20,2 Millionen veranschlagt, dem für 1924 nur 5,1 millionen gegenüber. ftchen. Diese Verschlechterung ist darauf zurückzuführen, baß die ertragreichsten ftaatlichen Gruben an der Saar und in Oberschlesien ber staatlichen Ausbeutung entzogen und nur die schon in der Bortriegszeit als wenig ertragreich geltenden Bergwerke des Bezirks Redlinghausen dem Staate vorläufig verblieben find. Weitere Einnahmen in Höhe von 46 Millionen Goldmart werden aus den auf Die Breußische Bergwerfs- und Hütten- Attiengesellschaft übergange nen Werfen an Bachizins und Dividende und 0,1 Millionen als Anteil an dem Reinüberschuß der mit Schaumburg- Lippe betriebenen Steinkohlenbergwerfe bei Oberntirchen erwartet. Die Porzellanmanufaktur wirft 0,1 Millionen und der Reichs- und S'aats anzelger" 0,7 Millionen, b. h. 0,5 millionen mehr als 1913 ab. Im ganzen machen die veranschlagten Reinerträge der Betriebsverwaltungen 148,7 millionen gegen 127,1 Millionen im Jahre 1913 aus. Sie find also wesentlich größer als im letzten Borkriegsetat. Zu diesen erhöhten Beträgen der Be triebsverwaltungen tommen noch Steuern und Abgaben im Betrage von 984,2 Millionen gegenüber 498,3 Millionen direkte Steuern und Zölle und indirette Steuern im Jahre 1913; insgesamt also 507,5 Millionen Mehreinnahmen der Betriebsverwal tungen und Eteuern als 1913. Die Gründung der„ Sächsischen Werke A.-G. Der fächsische Landtag hatte in seiner Sigung vom 17. Januar Ser Umges altung der staatlichen Elektrizitäts- und Braunkohlenunternehmen und des staatlichen Steinfohlenwertes in eine Attiengesellschaft unter der Firma Sächsische Berte zugestimmt. Nach Erledigung der notwendigen Borarbeiten für die Ueberführung dieser faatlichen Unternehmungen in die neue Aktiengesellschaft tonnte biefer Tage deren tonstituierende Generalversammlung abgehalten werden. Un die Spizze ber Gesellschaft wurden als Borstand Dr. Wilhelm Hörle und Kaufmann Hille aus Dresden berufen. An der Spiße des Aufsichtsrats Reparationszahlung durch Einfuhr. Als einzige Möglichkeit der Reparationsleistung wurde immer die Ausfuhr deutscher Waren tezeichnet. Eine englische Zeitschrift, The New Statesman", wirft die Idee auf, einen Teil der Reparationslaft durch Einfuhr handelspolitische Freihei. im nächsten Jahre wiedergewinnen und seine Zölle frei bestimmen fönnen. Es ist zu befürchten, daß es abtragen zu laffen. Wie ist dies möglich? Deutschland wird feine Stelle ber bisherigen Einfuhrverbote und Beschränkungen- zu industrie ist immer für Hochschutzzoll, wenn auch dieses ihr Interesse einem hochschuhgollinstem übergehen wird. Die Schwer. schwächt wurde. Die Landwirtschaft verlangt stürmisch hohe Schuh durch ihre neuerworbenen ausländischen Verbindungen etwas abge industrie ist immer für Hochschutzzoll, wenn auch dieses ihr Intereffe dölle auf Agrarprodukte. Der Staat aber wird auf die Einnahmen aus den Zöllen aus finanziellen Gründen nicht verzichten wollen. Nun geht der erwähnte Borschlag dahin, Deutschland einen Teil der Reparationszahlungen in Form des Freihandels( oder ermäßigter Bölle) zah'en zu lassen, derart, daß die fapitalisterten Bölle von der Reparationssumme in Abzug gebracht werden. Eine solche Lösung würde sowohl den internationalen Berkehr fördern, wie auch den deutschen Berbrauchern zugute tommen. Gleichzeitig wäre sie eine wirksame Propaganda für den Freihandel und für die Niederreißung der Schranken zwischen den europäischen Ländern. Die Rote Fahne und Sfinnes. Kürzlich wiesen wir darauf hin, daß durch den Vertragsabschluß zwischen dem russischen Naphthasyndikat und dem Stinnes- Konzern über Betroleumlieferungen nach Deutschland und der Tschechoslowakei eine eigenartige Ge Ein neuer Zollvertrag mit der Micum. Zwischen den am Ver. fand ins befeßte Deutschland interessierten Bierbrauereien und der Rheinlandtommiffion wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, nach der die bisherige Ausfuhrabgabe von 10 Broz auf 4 Broz, her abgelegt wird. Ein Refordjahr für den Wollhandel. Die Statistiken des internationalen Landwirtschaftsinfutute in Rom stellen laut Kone fettionär" feft, daß das Jahr 1922 im ollbandel ein stet ordjahr war, deffen Ziffern weder in den Jahren vor dem Striege auch nur annähernd erreicht wurden. Die Weltwollindustrie fonzentriert sich nur auf 5 Länder der Erde, nämlich Eng land, Frankreich, die Bereinigten Staaten, Deutschland und Belgien. Die fünf Staaten baben im Jabre 1922 86 Proz. der Gesamte wollproduktion verbraucht. Bon der Weltwollproduktion wiederum entfallen 87 Bros. auf Australien, Neuseeland, die südafrikanische Union, Argentinien und Uruguay. Für 1928 werden entsprechende 8ablen erst frühestens im Herbst 1924 zu ere langen fein. Nach den bisherigen Schäzungen werden jedoch die Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Ergebnisse des Sabres 1922 faum erreicht werden. Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haterflocken, lose Hafererütze, lose Ro genmehl 0/1 Weizengries Hartgrieß 7%, Weizenmehl Weizen- Auszugmehi Speiseeibsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Perl Langbonnen. handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffe meh! Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Plaumen 90/100 Pflaumen, entsteint. Cal, Pflaumen 40/5 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Zentner frei Haus Beri n. 23,00-25,00 16.00-1,00 16,00-17,25| Malzkaffee. gepackt 16,00-17,00 Röstgetreide, lose 15,75-16.00 Kakao fettarm ... 100,00-125,00 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt 130,00-153,00 12,75-14,0 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-420.00 18,00-18,80 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 40, 42,00 Inlandszucker Raffinade 42,50-44 50 Zucker Würfel Kunsthonig 14.50 16,00 17,00 21,00 19,00-22,7 14.00-17.00 Zuckersirup hell in Eim. 20,25-24,00 Speisesirup dunk. in Eim. 30-32,5 Marmelade Einir. Erdb. 26,00- 35,00 Marmelade Vierfrucht 36,50-42,06 Pflaumenmus in Eimern 43 0-49 50 Steinsalz, lose.. 16,0 18,00 Siedesalz. lose 46,00-48.00 40,- 45,00 49,00 33,00- 35,00 108,90-130,00 40,00-55,00 46,00- 50,00 3,414,00 4.20- 4,80 40,00-45,00 Bratenschmalz in Tierces 37,00-38,5 Bratenschmalz in Kübeln 21,00-25.00 Purelard in Tierces 15,25-17,5) Purelard in Kisten 17,00 19,50 27,00- 31,00 68,00 69,00 67,00 68,00 Speisetalg in Packung Speisetale in Kübeln 46,00-50,00 46,00-48,00 9 desgl. II... 48,00-52,00 60,00-65,00 31,00-36.00 Margarine, Handelsm. 1 56,0 110,0-120,00 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 55,00- 60,00 desgl. II. 80,00-85,00 Molkereinutter i. Fässern 200,00 75,00-95,00 Molkereibutter in Pack. 210,00 85.00 95,00| Landbutter in Fässern 170,00 80,00-85,00 Landbutter in Packungen 175,00 145,00-160,00 Ausland butter 135,00-150 00 ... 110,00-120,00 Kümmel, holländischer. 155,00-165.00 Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil 200,00-210,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00- 36,00 Speck, gesalzen, fett... Quadratkäse 130,00-141,00 Tilsiter Käse, vollfett 180,00-215.00 Ausl, ungezuck.CondensRohkafiee Zentralamerika240,00-300.00 milch 48/16 Röstkaffee Brasil 62,00-67,00 40,00-50,00 35,00-50,00 115,00-125,00 23,00-25,00 240 00-28,00 Inländische desgl. 48/12 18,0-19,50 Röstkafiee Zentralam. 320,00-400,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 28,50- 29,50 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Continental Regenmäntel für Damen, Herren, Kinder. In einschlägigen Geschäften erhältlich. Achten Sie bitte auf diese Schutz marke! & Continental Regenmäntel So gut wie Continental- Reifeni UNLICH SUSTEIGHT Bega SEIFENPULVER von Bei Anwendung Bega Jeifenpulver rein! wird Ihre Tasche Garantiert ohne Chlor Bega Br 28 Prozent Fettgehalt Verlangen Sie nur Bega, wo nicht erhältlich erfrage man Bezugsquellen belm BEGA- VERTRIEB Berlin S. 14 Merkur 8191 Alie Jakobstraße 93 Merkur 8191 gesehen gekauff gewaschen- zufrieden! Heute Freitag nachmittags von 4 bis 7 Uhr Extra- Angebot gefüttert. Gabardinokleider reine Wolle in vielen Farben, modernen Formen 26.50 19.50 Dunkelblaue hovio kostüme moderarbeitet, reine Wolle, gans 24.50 Jumper aus Kansiseide und Wolle zum Tell Handarbeit... 7.80 Spor jacken für Herren und Damen aus prima Wolle.... 11.90 Sportlars. Cheviot Kindermaniel Lace Stoppere 90-105 11,50 Farbige Damen- Trikothaudschane Paar. Angestaubis Hemden u. Beink eider. mit farbiger Gr. 60-70 75-85 7.50 9.50 0.50 2.30 1.80 Großer extra billiger Verkauf von Teppichen, Gardinen, Läuferstoffen. Diwandecken 150 200 moderne 13.75| Felle gefüttert.... 9.75 8.25 n. Perser Muster ENGEL LANDSBERGERSTR. 85 86 87. Allgemeine Ortstrankenkaffe Bureaumöbel! für Berlin- Steglit. Bekanntmachung. Der burch den Raffenausschuß am 22 Februar 1924 be Welche Tischlerei liefert mir laufend? fchloffene 14 Stachtrag zur Sagung tit von Angebote an Gerhardt, Schlesische Str. 35, dem Oberversicherungsamt Berlin mit Aus nahme des§ 114 am 26. Februar 1924 unter BK 122/24 genehmigt worden und am 1. März b S in Strait getreten. Co ändern fich fomit nur bie 89 49 betr. Festlegung Der Beiträge auf 7% vom Hundert des Grundlohns und 95 betr. Berminderung| 103/6 ber 8abl ber Ausschußmitglieder. Der Borstand. toedel. Borsigender. Berlin- Steglty. ben 18 März 1924 Kapilän- Kaufabak Leder- billig! Siegener Sohll.- Croupons. Freudenberg- Lad. Rote u. braune Oberleder. unerreicht im Wohlgeschmack. Nur echt Berthold Kuttner schäften käuflich Für Wiederverkäufer mit Firmerzettel! in den meisien Gedurch C.Röcker, Berlin, Lichtenbergerstr. 22( Kst.3861) Reichenbergerite. 14.( 1-3 geschl) .Garderobe auf Teilzahlung HerrenAnzüge, Schilpier, Pa etots, Smoking. DamenKleider, Mäntel, Kostüme. Röcke, Cutaway m. gestr. Hose Str.dij di. u. Westen Regenmäntel Große Auswahl Täglich Eingang von Neuheiten Kleinste Anzahlung Billige Preise Käufer erhält sofort die Garderobe ausgehändigt Gebr. Kassner, Bülowstraße 6 Dezimalwagen Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. Großes Lager Georg Wagner Köpenicker Sir. Kelo Ladengeschäft 71 Wurmer vertreibt reft os alle schädlichen Eingeweidewürmer 1,75, Rinder M.1.40 Speziell gegen Magen-( After-) Würmer noch nötige WurmexSalbe Mart 075 in Drogerien, sonst bes Otto Relehel, Berlin 43, 04 am Nollendorfplatz DOO, Gisenbahnite.& Tiefz BILLIGE Lebensmittel Verkauf soweit Vorrat Frisches Fleisch Kalbskamm Kalbskeule Hammelkeule Pland 60Pt. Pfund 80P Hammelvorderfleischand 65PL .Pfund 85PL Schweinefleischfund 90PL Eisbein gepökelt... Pfand 80PL ......... Pfund Schweineköpfe gepökelt... Pfand 38Pf. Gefrierfleisch Ochsensuppenfleisch Prim 50P. Ochsenschmorfleisch P 65PL Pfund Kn., Pfd. Zwiebelleberw. P. 55P. Rotwurst Pfand 60. Landleberw.... Pfand 75P. Sülzwurst....... Pund 80PL ... Pand 80PL Fleischwurst Pfand 110 Grob.Mettwurste. 110 Teewurst Pfand 145 Pfand 145 Freitag und Sonnabend Prd. Makrelbückl. Prand 24P. Kieler Sprotten P. 75 Anchovis Anchovis.Glas 45. Bismarck- Heringe 60 Oelsardinen Portug 42P Oelsardinen Portug 80PT. Oelsardinen Portug. 240 Klubdose Dese niedr. Dose ca. 1 kg Camembert.. Schachtel 16P Landkäse...... Btack 18P Faustkäse....... Pfand 48PL. Spitzkäse. Pfand 50Pt Rinderfett..... Pland 48p. Feinste TafelPrand Margarine 60P. Molkereibutter's P105 40 Molkereibutter's 105 Malta- Kartoffeln Matjesheringe Harzer Käse Pfund 20 Pt. prima fette Originalkiste 110 Plund 220 Verkauf soweit Vorrat Haferflocken..P Prand 12P Weizenmeh!.... and 15PL Malzkaffee1- Pfd- Paket 22Pt. Kalif. Backobst P. 75PL Kalif. Ringäpfel Pond 110 Kalif. Aprikosen Pfand 110 120 Kalif. Birnen.....Pfund Gefr. Kaninchen Pfund 36 PL 65 P Suppenhühner Corned Beef Fr. gebr. Kaffee Kaffee- Ers.- Misch. Pfund 170 Stück 15 PL ausgewogen Pfund 58 Pr 400 20% Bohnen Pfund 1921" Trabener Kräuterhaus 1922 Edenkobener Sonder- Bernard Massard 5 Flaschen 1922 Dürkheimer Rotwein Roter Johannisbeerwain Flasche 325 Flaschen 3000100 Natargew. Siebener 21 10 Flasche Preise ohne Flasche Theater, Lichtspiele usw. ဒဏ Staats- Theater Volksbühne Opernhaus 7: Konig Hunger 10 Flaschen goo Angebot! Traubenschaumwein.......... im Theater Große Volksoper des Westens 7%, Uhr: Carmen Täglich 8 Uhr: Kammer- Oper Lützow str. 112 Regie: Dr. Georg Droescher- Mas. Leit.: Dr. Ludwig Mis. Pr: Jenuta Lessing- Th. Täglich wechselnder Spielplan! Opernhaus am Königsplatz Heute b. Sonnt. 7: 7 Uhr: Martha Wie es euch gefällt Schauspielhaus 7% D. Fest d. HandMontag 1/2: Was ihr wollt werker/ Guten Mor- Deut. Künstler- Th. gen, Herr Fischer! Schiller Theater 72 U.: Peer Gynt Allabendl. 7: Señora Nenes Operetten- Sh. Täglich 7% Uhr: Die Guido Thielscher Deutsch. Theater Kleines Theater verfagle 7 Uhr: Tägi. 8 Uhr: Dantons Tod Die Gegenkandidaten Kammerspiele 8 Uhr: Palme oder: Nacht Schwank i. 3. o. FranzArnold u.ErnstBach. Komödie v. L. Fulda Else Bäck- Claire Remmer- Sibyi Smolowa Tony Tetzlaff Heinrich Trianon- Theater Camilla Spira Leo Peukert Berthold Relaig. Tägl. 8 Uhr: Der Gekränkte Die nackte Tänzerin Theater i. d. Lustsp. v. R. Lothar KöniggrätzerStr. Residenz- Theat. 8 Uhr: Wenn der Tägl. 8 Uhr: neue Wein blüht Die junge Welt Komödienhaus Komöd. v Wedekind 7: Zwei um eine Berliner Theater 7.30 U.: Das Welb Rose- Theater 7%, Uhr: im Purpur Goldschmieds Theater am Töchterlein Hollendorfplatz Folies Caprice Abshi: Gastspiel 8 Uhr: Fritzi Massary Die Beine einer Sbd 7U. zum 1.Male Die Perlen d. Cleopatra schönen Fran Musik v. O. Straus Fritzi Massary Zwischen 12 u.1 Hans Albers Th.i.Admiralspalast 73 Allabendlich 7% U Casino- Theater Drunter u drüber Lothringer Str. 37. Ste 8 U. b. kl. Pr.: Billigstes Theater Berlins Ein Walzertraum Volkstüml. Preise von 50 Pf. bis 1.50 M Tagl. 8 Uhr: Deutsch.Opernhaus 7: Derfilegende Der Sensationsschlager: Die Holländer Bora, Maucher, Dr. Schipper. Mali v. Steinhof Zohsal, Schützendorf intimes Theater 8: Der Hinduprinz Der Schrei usw. Metropol- Theater 7 Uhr: Karneval der Liebe Lari Leux, Hella Kärly, Otto Storm, Franz Glawatsch, Fritz Schulz, E. Schönfelder Neues Theat. a. Zoo 7 Uhr: LILLY FLOHR in Meine Tochter Otto Neues Volkstheat. 8 U.: Theater am Kottbuser Tor Tägl. 1u Sonntag nachm, 3 U.: Elite- Sänger i. neuer Besetzung Der Bombenerfolg das aseen Programms mit Otto Reutter Die Kinokönigin Reichshallen- Theater Thalia- Theater Täglich 8 Uhr, 7 U.: Frasquita Sonnt nachm. 3Uhr Martha Serak Alwin v. Rittersheim Theateri.d.Kommandantenstr. 7% Das Radiomädel U. Stettiner Sänger Operette v.P.Weiner Komponisten im Olymp Vespermann, Krain, v. Krauss, Dönhoff- Brettl Bahms, Heißer, Krupp, Ewald Anfang 8 Uhr Stg. 3, U.: Die Logenbrüder Jeden 1. u. 16. neues Wallner- Theater 7 Uhr Programm! Marlow Neu renoviert! Central- Theater Direktion: Karl Heinz Wolff Alte Jakobstr. 30-32( nahe Spittelmarkt) Täglich 8 Uhr Der dumme August Musik von Rud. Gfaller ' Sie lachen Tränen! Warum fol er nich mit ihr vor ber Titre fteh'n." Sätt Franz doch bloß teen Freund man nich" Warum fetste mic denn immer uff die Beene" Bat hat'n ba der Bräutjam Don de Braut fingt allabendlich Claire Waldoff im Metropol- Varieté dazu 8 weitere Attraktionen Kleine Preise 8 Uhr Nen renoviert! Etablissement Cafe ielka Friedrichstr. 60, Ecke Leipziger Str. in beiden Sälen Gr. Konzertsaal u. Margaretensasi Warleté- Kabarett 7% Ubr Täpitch pink fich 7% Uhr Das Programm der Ereignisse: Fürsten des Humors Die beiden Paul Willy Beckers Prager mitsamt dem neiteren Hofstan Fr. Svivare Melitta Kiefer eber- Fletture Bascha Eura Mantred Kassir Henry Erichser Leni Bowitz und res Resize Meridia Heise Stimmungs- Gesang im Auditorium". 2 Kapell.: W. Crain ann u. V. Homann. 4 Uhr: läglich 4% Uhr Mad. Pharao RIEN Große Nachmittags- Torsiellapo Lustspielhaus 8 Uhr: Vorlesung Varieté- Spielplan KARL KRAUS auchen gestattet aus eigen. Schriften Komische Oper Alabendlich 71/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Alte Jakchstr. 30-32 Dönhoff 2047 mit Paul Beckers und Fr. Sylvare 4 sillardsale! Central- Theater Direkilon: Carl Heinz Wolff Freitag, 21. März 24 und täglich 8 Uhr: Mäbe Spitter markt Donboff 2048 Zum 50. Male! Freitag, 21. März 24 und täglich 8 Uhr: SCALA Der dumme August Täglich 8 Uhr: ein ausgezeichnetes VARIETEProgramm! Sonntag 3.30 zu halb Preisen das volle Programm Operette in 3 Akten von Dr. Bruno Decker and Rob. Pohl. Musik von R. Gfaller in der Premièren- Besetzung. Vorzeiger dieses erhält Ermäßig. Vorzugskarten haben Gültigkeit. Neu renovier Flasche Prels einschl. Flasche. 45%, Steuerzuschlag Apollo- Theater Täglich 7% Uhr Die Abenteuerin Stelzenberg, Hesterberg, Gerda Müller( m Staatstheater), Sabo, Hirsch( vom Staatstheater), Kistenmacher Walhalla Theater Weinbergsweg 15 Weltattraktionen efonders 1900 175 Flasche 110 16⁰⁰ silss 00 Flasche 10 Flaschen 00 10⁰⁰ 10 Flaschen Auf Weine 25% Steuerzuschlag Krebithaus zu Zavenpreisen. Damen- Schrankapparate, Tiichapparate, et und Herrengarderoben, Damen- und Elaffigste Tischlerarbeit mit Lugusause 30 Brozen unter Badenpreis, Gardinen, Steppdeden in bequemer Ab. Grügmann, Markgrafenstraße 16, III Tr. fchlagszahlung. Kaufhaus Hirschberg Klaviere ab 175-. Albrecht, Ora u. Co., Turmstraße 57, 1. Etage. nienstraße 63. Zahlungserleichterung. Thalia- Theater Serrenschuhe, Bälde, Betten, Belze, feitung, Fernspr. Mpl. 4440, 2718 Dresdener Str. 72/13, Untergrundb. Inselbrücke( Ausg. Neue Roßstr.) 79 Täglich 8 Frasquita 66 Operette von Franz Lehár Albin von Rittersheim a. G. Budap.Staatsop. Martha Serak a.G Vorverk. ab 10 Uhr ununterbr. Verkäufe !! billig!! paratur- Berkstatt für alle Fahrräder Anzüge, Baletots, 25, 32, 36 Goldmart, Regenmäntel, Einsegnungsanzüge enorm billig. Modellanzüge nach Maß aus modernsten Qualitätsstoffen, ersttlaffige Tourenfahrräder 70.-, Fahrradhänd Berarbeitung, garantiert guter Sig, ler Ermäßigung. Schlawe, Weinmeister 182/1 rätfelhaft billig. Auf Wunsch tommt ftraße vier. fachmännischer Bertreter ins Haus. Teil- Brennaborräder, Görideräder, Bil zahlung gestattet ohne Auffahlag. Scher- toriaräder, Waffenräder, Eraelsiorräder, ser u. Broh, Andreasstraße 5, am Schle- Preisapbau! Kaufawanglofec Sagerbe fifchen Bahnhof, Ede Andreasstraße. fuch erbeten! Geldersparnis! Schlawe, 182/3 Fahrtvergütung. Weinmeisterstraße vier. Kaufgesuche Deutscher Metallarbeiter- Verbandene oberbe und transportable verkauft erfitlaffige Servenanalige 17- Lethbaus, riebrichitraße 2, am Belie ware. Riefenauswahl. Möbel Qualitätsmöbel! Gegen bar und Teil. Pianos Rollens Autozubehör Angellager, Autozubehör kauft Gol wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der GesamtHerren, Damen laufen auf Kredit Fahrräder, Motorräder fauft Araus, 91/6 auflage des Garderobe jeder Art, auch Gummi- Große Frankfurterstraße 52. ,, Vorwärts" Raumann- Nähmaschinen für Hausgemäntel, Konfirmanden- Anzüge, bequeme und trotzdem brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re- An- und Abzahlung, nur im SpezialSnfteme. gefchäft für Bekleidung, Luft Rrieger, Emil Salbarth, G. m. b. S., Friedrich Blücherstraße 20, Nähe Hallesches Tor. ftraße 55a. Merkur 6268. Kleiderfabrik Brunnenstraße 9, 1 Trp., Höchste Beleihung jeder Wertface. Rochherbe billigst im Ofenhof, Char- an, Burschenanzüge, Prüfungs-, Ein- alliance- Blag. Dönhoff 1554. lottenburg, Savelstraße 5/6, am Wil- fegnunasanzilge 15.- ant, geftreifte Fahrräder kauft Linienftrake 19. Branchenversammlungen helmplak. Wilhelm 2680. Rammgarnanzüge, Cutawayanzüge, TailBianos bringend gesucht. Rachelzeng, erftet fächsischer und lenpaletots, Sportpaletots, QualitätsSonntag, den 23. mars: magazin, Barbaroffaplag 2. dorf 5397, 1154. Autogenfchweißer: vorm. 9% Uhr im Beltener Fabriten, besgleichen Chamotteausbaumaterial, Töpferplatten, Gewerkschaftshause( Gaal 1), Engelufer. Lehm, Stoften, Ofenrohr, Brattaften, Cinrichter: vorm 10 Uhr im Verbands. Rochplatten, fomie fämtliche Töpferhause( Jugendfaal), Linienftr 83/95. Elfendreher: vormittags 9%, Uhr in den materialien billigst im Ofenhof, Charaahlung liefert preiswerte Speife, SerWuitterſälen, Kaiſer- Wilhelm- Straße 81. lottenburg, Hapelstraße 5/6, am Wilren, Schlafzimmer, Küchen und Einzel- bem, Schönhauser Allee 127. Emaillierer: vorm. 10 Uhr im Verbands belmplag. Wilhelm 2680. möbel. Vertriebsstelle deutscher Möbelhaufe( Sigungsfaal), Linienste 83/85. Töpferarbeiten für Neubauten, Aus- fabriten, Hugo Gerholdt, Landsbergerim Berbandshause( Arbeitslofenfaat), fomie Reparaturen führt gebiegen und Badengeschäft. Berlaufslager Dof. Ct. Verschiedenes Schlafzimmer, Eiche, drejteiliger AnRefselsomiebe: vorm. 10 Uhr bei Sachse. burg, Saveiftraße 5/6, am Wilhelmpias: leibefchrant, aparte Ausführung, tom- Auskunft, Untersuchungen. Sebamme Bindower Straße 26. Dieffenbachstraße 54. plett. nur 450.-, Speisezimmer, Cidje, Bottig, Schmiede: vorm. 9½ Uhr bei Bilttner, Kachelofen, transportable und feft- mit Standuhr, fomplett nur 525.- Gräfestraße, Rottbufer Britde. Schwedter Straße 23. ftehende, billigst im Ofenhof, Chat Gelten günstige Angebote. Nur einmal 136 000 Ratfuchende! Die große Rechts lottenburg. Sanelstraße 5/6. Bilhelm vorrätig. Möbelausstattungen Drimmer austunftei Friedrichstraße 127, Unter u. Halpern, Brunnenstraße 33, Elfaffer grundbahn Oranienburger. Вколеб Bananfchläger: nachm. 5, im Rosen- 2680. zentrale. Ununterbrochene Sprech thaler Hof", Rofenthaler Straße 11/12 Rähmaschinen extra billige Breife.raße 37, am Oranienburger Tor. Bau- und Gelbschrankschloffer: nachm Fabrit neuer Maschinen eritflaffiger Rehfeld, Badftraße 84, Schlafzimmer flunden. 4 Uhr im Verbandshause( Arbeits- Fabrikate. Gelegenheitsfäufe wenia 350, Spelfezimmer 495, Herrenzimmer 475. lofenfaal), Linienftr. 83 85. gebrauchter Maschinen mit voller GaRehfeld, Badstraße 34, moderne AnEigene Chirurgische Branche: nachm. 4% Uhr in rantie. Reparaturwerkstatt. richtetiden 98, gebrauchte Küchen 30. ben Sophienjälen", Gophienftr. 17/18 Fischer, Potsdamerstraße 103. Drabtarbeiter: abbs. 7 Uhr bet Schneider, Tilfiter Straße 77. Gifenformer: abends 7 Uhr im„ Gwinemünder Gefell, chaftshaus", Gwinemünder Straße Linienftr. 88/85. Montag, den 24. Märg: Gifenkonstruktionsbetriebe nfw.: abends billig aus Der Ofenhof". CharlottenWilhelm 2680. Etg. Arbeitsmarkt Stellenangebote Ecs Rehfeld, Badstraße 34, Diplomaten, Teppichverlauf, Brüden, Diwandeden, Eiche 75, Tische, Rohrstühle, neu, 4.95. äußerst billiger. Stein, Anklamerstr. 20. Rehfeld, Babftraße 34, große Aus Rudfäde, Roffer, billige Gelegenheit. wahl gebrauchter Einzelmöbel. Berfand Gilbergifelenre, tüchtige, fuchen für fo Rommissionsverkauf, Schmidstraße 35.* auch außerhalb. fort ober fpäter Körner ut. Broll, Beze 36115 Febezbedbett, neues, rotes, 430 Zenti- Rehfeld, Babstraße 34, Ankleide- lin, Brinzessinnenstraße 16. 7 Uhr im Berbandshause( Arbeitslosen- meter breit, nahtlos, weiche Füllung, schränke, Eiche, Nußbaum, mit Garniererinnen auf feinste Damens faal), Binienftr. 83/85. 20.-, Federtiffen 4. Steflameangebot: Spiegel 95. wäsche im Saufe verlangen Carstens Elettromonteure und Selfer: abends Ganzer Stand 25.-. Theumer, Inva Klubgarnituren, Tischdecken 7.90, u. Bachmann, 8immerstraße 29, Quee 62 Uhr in ben Gophienfälen"( Sänger- lidenstraße neun. $ 6225 Diwanbeden 9,50, Rorbieffe! 7,50, Säufer- gebäude 3 Treppen. faal). Sorbienftr 17/18. ftoffe 1.75, Teppiche, Brücken. Siebert, Junge Mäben bis 17, aud unge Gold- und Silberarbeiter: nachm 5% Uhr Große Frankfurterstraße 33. Ternte, für leichte Klebearbeiten, Luguse Dresdener im Dresdener Garten", Straße 45/46. Möbel, Speisezimmer, Herrenzimmer, papierbranche, fowie eine Maschinen Schlafzimmer, Einzelmöbel billigt näherin per fofort gesucht. Guter Bez Wichert, Elfafferstraße 20. dienst. Nord- Süd Spiel- und Kurz waren 6. m. b. S., NW. 87, Erasmus Speisezimmerstühle fpottbillig Bichert, straße 14/15. 71/13 Elfafferstraße 20. Graveure und 8ifeleure: nachm. 5 Uhr im Alegandrinet", Alexandrinenfte. 37a Gürtler, Kronenschloffer usw.: nachm 50 Former flir Buntguß fucht Speck, 48/13 Litgooftr. 2 Justierer für optische Pyrometer gesucht. Dr. R. Hase, Spezialwerk für Pyrometerbau, Hannover. 195/3 Ber sofort wird ein erfahrener, umfichtiger Meister Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Dauerwäsche, Reparaturen. Reichen 89/18 bergerstraße 7. Beihhaus Spiegel, Chauffeeftraße 7, 5 Uhr in den Arminsälen", Romman- pertauft erftlaffige Anzüge und Ulfter bantenitraße 58/59. von 25.-, Füchse aller Art 12.-, Belz Silfsarbeiter: abenbs 7 Uhr im Berbanbe jaden 50.-, Beizmäntel 130.-, Gport Metallbetten, Auflegmatragen, Batent Ele- matragen, Chaiselongues Walter, Starpelze 60.-, Gehpelze 150.- an. hause( Jugendheim), Sinienftr. 83.85. Klempner: nachmittags 5 Uhr in den gante Maßanfertigung. Garantie tabelaarderstrake achtzehn. Andreas- Feftfälen, Andreasfte 21. lofer Sig. Reine Lombardware. Meffingbetten, Doppelbetten, Metall. Maschinenschloffer: abends 7 Uhr im Leibhaus Friedrichstraße 2( Sallesches better mit Auflage 29.50. Rinderbetten Berbandshause( Sigungsfaal), Linien- Tor) verlauft fpottbillig erittlaffige mit Auflage 25. Chaifelongues 12.Teilsahlung. Lieferung ftraße 88/85. Serrenanzüge. Uifter, Taillenmäntel. Deden 15.-. Mechaniter: abends 7 Uhr im Dresdener Gelegenheitsfäufe: Sportpelae, Geh. fofort. Weide. Auguftstraße 32a Stafino", Dresdener Straße 98 pelae, Belamäntel, Belajaden, Schals, Ränmungs Berkauf wegen Umbau, Metallformer ufm.: nachm 5% Uhr im dife aller Art. Reine Lombardware. elegantes Speifezimmer. Eiche, komplett. Gemertschaftshause( Gaal 4), Engelufer Zeihhans Bringenstraße d05, nahe 750 Mart, elegantes Serrenaimer, Eiche, Metall- und Revolverdreher: nachmittags Complette In feinsten komplett, 758 Mart, Hochbahn Prinzenstraße. 5 Uhr im Gewertschaftshause( Saal 1). Werkstätten maßmäßig hergestellte An- Rimmer zu weit herabgefekten Breifen. Engelufer 24/25. Rohrleger: abends 7 Uhr in der Brauerei üge van 25 Mark an, Eaillenmäntel Möbelgeschäft Hutfchneder, nuz Sürn45 an, Cutawane 35 an. Fühle aller bergerstraße 24a. Königslabt, Schönhauser Allee.( Ber Metallbetten- Wenger, Doppelbetten, trauensmännertonferenz eine Stunde Art 12 an. Gelegenheitstäufe in Sportpelzen, Gehpelzen. Befichtigung lohnend. Rinderbetten, Rüchen billig, Auguf vorher) Straße 63. Schnittarbeiter ufw.: nachm. 5 Uhr in Reine Lombardware. der Schulaula( Simmer 82), Weinmeister- 6: hpelze, Sportpelze. prima Aus. Rundfunk! Kleiderschrank 15.-, Ber. ftraße 16/17. führung fett 75, elegante Belamäntel tilo 14.50, Gefa 15.-, Schreibtisch 28. für autogene u elektrische Faz- Schweißerei Schraubendreher: nachmittags 5 Uhr im 150, Belajadea 60. Silberwölfe, Maul Büfett 35. Rühen 22, Betistellen, gesucht. Es wollen fich nu S.rren, die Reichenberger Sof", Reichenberger wurfimals Breife legt bedeutend er- tomplett 15., Waschtolletten 12.50. burch Reugnisse nachweifen tönnen, daß fie besondere Erfahrungen in berdhmelzerei mäßigt. Goldmann, Rottbufer Tor, Riefenauswahl in Ginzelfiilden fowie haben und eine große Beristatt mit mehr Straße 147. Schleifer unb Galvaniseure: nadhm. 5 Uhr Eingang Dresdenerstraße 186. Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenin den Hohenstaufenfälen", Rottbuser Monatsanzüge, Sommerpaletots, Ge- simmer, komplette Einrichtungen vom schichtigem Be rieb zu leiten in der Lage Damm 76. feufchaftsangige, torpulente Figuren, Einfachsten bis zum Aparteften. RabSchwarzblechschloffer: abends 1 Uhr bei itaunend billig. Raß, Gormannftr. 25/26, lungserleichterung. Gottlieb, Rügener Wolf Netter& Jacobi, Emald, Staliger Straße 120. frither Muladftraße 14. 81/5 ftraße 18, Bahnhof Gesundbrunnen. Adlershof, Oppenstr. Bidler: abends 7 Uhr Grünthaler Str. 5 Kreuzfilase 8.- Opluntari. Wolfs. Frellieferung. ( im Uebungsraum der Zimmerer). Chaiselongues, Diwandeden, Bolster 3igarettenmaschinen ührer: nachin. 5 Uhr alegen 12.- Anzüge 17.-, uifter 17.Alle auflagen. Ratenzahluna. Vappelallee 19 Gummimäntel 13.-, Sofen 4.-. in den„ Sophiensäten".( großer Saal), waren 20 bis 50 Brozent herabgefekt. Direkt ab Fabrik Küchent in jeber Sophienftr. 17/18. Neuwaren. Leihhaus Rosenthalertor, Preislage, roh und gestrichen. SchlafGinienstraße 203/204, Ede Rofenthalerzimmer, Speifezimmer, Herrenzimmer, ftrage. Rußbaunmöbel an Händler und privat Bionstiraplag zehn, Flichfe 8, Wolfsiegen 12, Sofen 4, Neu- Reutuch, Ede Sonntag, den 30. März: Leihhaus, Reinidendorfer Swinemünderstraße. Balzwerfarbeiter: vorm. 9% Uhr lun waren. 100 Kitchen!!! entzüdende Ausführung, Verbandshause( Gigungsfaal), Linien- ftraße 105, Rettelbedplag. ftraße 83.85. Elegonte Herrengarderobe tauft ieder weißladiert, farbig und lakiert. Tagesordnung in allen Bezmann noch au billigsten Grundpreifen. flamerng bot: Große Anrichterliche. 7teiiammlungen: 1. Bericht der Branchen- Anzilge, Eutamans, Ulfter, Sporipelse, lig, Ausnahme- Preis nur 100 Mart. leitung. 2 Diskussion, 8, Neuwahl der Gummimäntel, Sofen, Şoppen arößte Große Auswahl. Enorm billige Breife. Auswahl. Fahrgeld wird Branchenleitung. vergütet. Möbelhaus Often, 30, nur Andreas. In Anbetracht der Wichtigkelt Bindel, Invalidenftraße 20, am Stet fraße 30. Bitte auf Hausnummer 30 achten. der Tagesordnung ist das Erscheinen tiner Bahnhof. aller Rollegen unbedingte Pflicht. 164/ 10° Dienstag, den 25. März: Drüder: nachm. 5 Uhr im Gewerkschaftshause( Saal 1), Engelufer 24 25. Anzüge 17, Gummimäntel 12, Streus billig und gut. Rahlungserleichterung t ReMonatsanzüge, neue Joppen, Jadeit Musnahmeangebote. Ankleibeschränke, Die Ortsverwaltung. anzüge verkauft. Friedenspreife, Alexan- Rleiderfchrant, Bertito 65, Trumeau, Derftroke 28a, hochparterre. Gefell- englische Bettstellen. Nachttische, Apofchaftsangilae feihweife. thefen, Spiegelmaschkommoden. Sofa. Möbelhaus Bersuch mat Hug. Berrauf hoch umbau noch preismert. wertiger Anzüge, Baletots, Cutaways, Kamerling, Raftanienstraße 56. Gmotinganzilge, zum Teil in feinster Maßwerkstatt hergestellt, fomie SportMöbell üllerö Musikinstrumente Berlin C., Alexanderstr. 31 Tel. Kast. 1737 pelse, Gehpelze, Füchse aller Art, Pianos preiswert. Klaviermacher Speisezimmer, Herrenzimmer Damenmäntel, Roftime, darunter eindelne Modelle, weit unter Breis. Reine Link Brunnenstraße 35. Wohn- und Schlafzimmer, sowie gombardware. Leihhaus, Brunnen Flügel, Bianos, Sarmoniums ftänbig Binzelmöbel ab Fabrik zu billigst, Preis, ftrage 5. Firma achten. Gelegenheiten. Rabenstein. Münaftr. 10' find, schrif lich melden bei Aenderinnen, tellenangebote perfekte, für Kleider and Kostüme verfinden im Vorwärtslangen per sofort beste Beachtung Lindemann& Co., Moabit, Turmstr. 76. Selbständige Jackerarbeiterinnen sowie Zuarbeiterinnen für englische und tranzösische Sachen verlangt HERRMANN GERSON Werderscher Markt 3/6 Rockarbeiterinnen selbständige, sowie Zuarbeiterinnen für iranzösische Sachen ver angt HERRMANN GERSON Werderscher Markt 5/6 Nr. 137 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Zentrum und Mietsteuer. Bei den Beratungen über die dritte Steuernotverordnung im Reichstage hat die Sozialdemokratie von Anfang an mit dem größten Nachdrud ihre sachliche Gegnerschaft gegen die Mietsteuer dargelegt. Zugleich hat sie darauf verwiesen, daß mit der Uebertragung der Mietsteuer an die Länder die Schwierigkeiten ihrer Berwirklichung nicht abnehmen, sondern erheblich zunehmen. Die Erschrungen, die jest bereits vorliegen, haben das bestätigt. In Preußen, wo mit Hilfe der Mietsteuer ein Defizit im Etat von fast einer halben Milliarde Mark gedeckt werden soll, haben bis her die Verhandlungen über die Mietsteuer noch fein greifbares Ergebnis gezeitigt. „ Es wäre also z. B. zu erwägen, ob die Steigerung zur vollen Höhe der Friedensmiete auf noch größere 3eiträume zu verteilen ist" Wie gnädig doch das Zentrum ist, wenn es sich um die Belastung der Mieter handelt! Die volle Friedensmiete foll nicht auf einmal erreicht, sondern auf größere Beiträume verteilt werden. Das ist alles, was das Zentrum für die großen Schichten der minderbemittelten Bevölkerung übrig hat. Als es sich in der Borwoche im Reichstage darum handelte, die Neuwahl zum Reichstag am 12. April abzuhalten, da ist vom Zentrum ein Gefeßentwurf eingebracht worden, durch den die Unternehmer gezwungen Die„ Germania", die feit dem Wechsel in ihrem Auf- werden sollten, den Arbeitslohn für diesen freien Tag zu fichtsrat zu einem Organ geworden ist, das dauernd schmerzahlen. Das Zentrum hat damit eingestanden, daß es ge= industriellen Einflüssen Vorschub leistet, nimmt nun zu dieser eggeberische Möglichkeiten gibt, um durch Frage Stellung. Bei allem Bestreben, die Mietsteuer zu recht den Staat hervorgerufene aften auf die fertigen, kann sie doch nicht umhin, ihre Wirkung als fo- Unternehmer abzuwälzen. Warum handelt das zial geradezu revolutionär" zu bezeichnen. Trotz- Bentrum bei der Mietsteuerbelastung nicht ebenfo? Warum erklärt es sich nicht bereit, dafür einzutreten, daß die durch dem verlangt sie, daß die Mietsteuer gefchluckt werde. Die Art, wie sie dieses Berlangen, das nach den eigenen Morten der Germania" sozial geradezu revolutionär" wir fen wird, begründet, erfordert aber schärfste Zurückweisung. Sie bezichtigt die Sozialdemokratie, die Frage unter„ wahltechnischen Gesichtspunkten" zu betrachten, und verlangt, daß unter Zurückdränguna agitatorischer Gesichtspunkte" gearbeitet werde. Das sind niedrige Unterstellungen. Für sie findet man nur dann eine Erklärung, wenn man berücksichtigt, daß das Zentrum für ſei. unsoziale Politit eine Entschuldigung vor den minderbemittelten Schichten seiner eigenen Wähler braucht. Böllig haltlos sind die fachlichen Argumente, die die „ Germania" ins Feld führt. Sie schreibt: „ Die Frage der Mietzinssteuer hängt bei der gegenwärtig schwierigen Finanzlage des Reiches aufs engste mit der Frage zusammen, ob die Maffen wieder eine Inflation haben wollen oder nicht!" Die„ Germania" möge die Frage beantworten: Wann haben die Massen jemals eine Inflation haben wollen? Die Inflation haben die tapitalistischen Kreise unseres Bolkes herbeigeführt und geduldet, solange es ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen dielich war. Sie haben dabei die Unterstüßung gewisser Teile des Zentrums gefunden, die mit schuld daran sind, daß es nicht früher zu einer Beendigung der Inflation gekommen ist. Die Massen wollen selbstverständlich auch jetzt feine Inflation. Und der versteckte Vorwurf der „ Germania", daß sie durch die Ablehnung der Mietzinssteuer herbeigeführt werde, ist absolut unbegründet. Warum hat die Germania" nicht diesen Vorwurf erhoben, als unter der Führung des Zentrumsagrariers Herold die preußische Grundsteuer ausgehöhlt werden sollte? Warum erhebt die ,, Germania" die en Borwurf nicht gegen diejenigen agrarischen, industriellen und Börsenfreise, die in immer stärferem Maße gegen bestehende Reichssteuern Sturm Iaufen? Für diese Kreife gilt anscheinend der Satz des Zentrums- Wahlaufrufs nicht, der da sagt:„ Rein Opfer darf uns zu groß erscheinen, um einen neuen Berfall der Währung vorzubeugen." Das gilt anscheinend nur für diejenigen, die durch jahrelange Opfer an die Leistung von Lasten gewöhnt sind. 41 Der„ Germania"-Artikel verwahrt sich ferner dagegen, daß die Mietzinssteuer lediglich zu einem Agitationsmittel gemacht wird, ohne gleichzeitig mit einem anderen Plan zur Behebung der allgemeinen Not des Staates zu kommen". Dieser Plan liegt vor. Die Sozialdemokratie hat im Reichstag die Ersetzung der Mietsteuer durch Zuschläge zur Bermögenssteuer verlangt. Daß dieser Blan jetzt nicht zur Verfügung steht, ist mit Schuld des Zentrums, bas, um seine Beratung zu verhindern, die Auflösung des Reichstages herbeigeführt hat. Damit ist aber die Frage der Erfegung der Mietsteuer durch Vermögenssteuern noch lange nicht erledigt. Die Sozialdemokratie wird dafür sorgen, daß Der neue Reichstag die Entscheidungen trifft, denen die bürgerlichen Barteien durch die Auflösung des Reichstages ausgewichen sind. Die Germania" behauptet ferner, in der Mietsteuer seien noch soziale Gesichtspunkte enthalten. 10 Proz. des Gesamtauffommens follen zur Herstellung neuer Wohnungen verwendet werden, und die mit der Mietsteuer verbundene Erleichterung der Wohnungszwangswirtschaft werde zu einer Belebung des Baumarktes führen. Es ist zunächst das Eingeständnis festzuhalten, daß die Mietsteuer der Anfang der freien Wohnungswirtschaft darstellt. Sie wird feineswegs zu einer Belebung des Wohnungsbaues führen und vor allen Dingen werden feine Kleinwohnungen gebaut werden, an denen der größte Mangel besteht. Denn felbst die lächerlich geringen Beträge, die aus der Mietsteuer für Wohnungsbauzwede abgezweigt werden sollen, werden els Hypothefen für Bauluftige gegeben. Das heißt: die Maffe der Mieter muß für folche Personen, die über nennenswerte Mittel zum eigenen Wohnungsbau verfügen, die Zuschüsse aufbringen. Und das heißt dann in der Zen trumssprache fozial"! Schließlich fetzt sich die„ Germania" dafür ein, daß die Belastung so erträglich wie möglich" gemacht werde. Wie soll das aber erreicht werden? Held und Jungfrau R Ludendorff am 8. Novbr. 1923| Derselbe am 18. März 1924 im Bürgerbräufeller: vor dem Volksgericht: ICH führe Euch zum hell'gen Krieg, Ach nein, ach nein, ich bitte sehr, Mit Hakenkreuz und Bumsdada! Ich bin de Jungfrau tugendfam, und ob ich auf dem Bauch auch lieg', Ich hatt ein einz'ges Kindchen nur Auf nach Berlin! Marich, marich! Und weiß noch heut nicht, wie es Hurra! . kam! die Mietsteuer den Arbeitern, Angestellten, Beamten und Rentnern auferlegten Lasten von der Wirtschaft und den öffentlichen Körperschaften getragen werden? Aber gerade das will man ja nicht. Die Mietfteuer soll eine Belastung des Arbeitseinkommens und der Renten ſein, damit eine Belastung der leistungs: fähigen Schichten der Bevölkerung vermie= den werde. Und für dieses Ziel machen das Rentrum und die übrigen bürgerlichen Parteien die großen Anstrengungen, die immer ausgeblieben sind, wenn es sich um Lasten für den Besiz gehandelt hat. Deutschvölkische Schutzzollpropaganda. Zuchthaus für billiges Brot. In der Deutschen Zeitung" findet sich ein Artikel, der in erfreulicher Offeriheit die geheimsten Wünsche der deutschvöttischen Agrarier in der Brotversorgungspolitik aufbeckt. Börtlich steht da zu lesen: " Der marristische Reichstag ist nach Hause geschicht; es fann also niemand die bürgerliche Koalitionsregierung hindern, ihr Wort:„ Schutz der heimischen Erzeugung einzulösen. Sie, die so schöpferisch in Notverordnungen auf Grund der Ermäch tigung ist, muß unverzüglich anordnen:„ Wer ausländisches Freitag, 21. März 1924 Getreide einführt, zahlt je Tonne 20 bis 50 m.- je nach Art Sonderumsa zsteuer. Verkäufer und Käufer haften ge= meinschaftlich. Auf umgehung und hinterziehung steht neben Geldstrafen in unbegrenzter Höhe und Zuchthaus bis zu schn Jahren Forinahme des gesamten Vermögens. Eine zweite Bera ordnung müßte die Reichsgetreidestelle von den Bei fungen des Deutschen Landwirtschaftsrates aba hängig machen zwecks Anbahnung des Getreideeinfuhrmonopols der Landwirtschaft." Man beachte: Die Getreideeinfuhr soll unter schwerste Strafe genommen werden! Nichts anderes bedeutet die Belastung der Getreideeinfuhr mit Sondersteuern bis zu 30 Brez. des gegenwärtigen Preises. Besonders pikant ist es, daß man ganz im Geifte des Antrages Kaniz des Alteren die Reichsgetreidestelle dem Deutschen Landwirtschaftsrat, einer reinen Intereffenvertretung der Großagrarier, überantworten will. Das schönste aber bedeutet die Androhung von 3uchthausstrafe und Bermögenstonfistation gegen solche Leute, die es wagen sollten, dem dertschen Volk billiges Brot oder billige Semmeln anzubieten. Gegen die Leute, die mit der Mark Schindluder getrieben haben, brachten die Deutschvöltischen ebensowenig wie die Deutschnationalen ähnliche Maßnahmen in Vorschlag. Während die deutschvölkischen Helden auf der einen Seite gegen die Juden toben und dabei vorgeben, den Bucher bekämpfen zu wollen, fordert man hier ganz unverblümt die wucherische Verteuerung des Brotes ohne Rücksicht auf die Folgerungen, die sich daraus für die Mehrheit des deutschen Volfes, insbesondere für die Industriearbeiterschaft, ergeben. Bucher für die eigene Tasche scheint im veutschvöllischen Ehrenkot er eine ebenso erlaubte Sache zu sein, wie der Mord an politischen Gegnern. Orakelsprüche der Volkspartei. Nationale Einstellung Positive Mitarbeit. In der Zeit" stellt der Fraktionsvorsitzende der Volkspartei Dr. Scholz Betrachtungen über den verflossenen und den kommenden Reichstag an, die, was ihre Inhaltslosigkeit anbelangt, an die be rühmten griechischen Orakelsprüche erinnern. 3wed dieser Uebung ist es, folgende Grundfäße" für die kommende Regierung aufzustellen: ,, die nationale Einstellung des Volkes unter Abfehr von ben internationalen Bestrebungen, die sich in den verflossenen Jahren als völlig unfruchtbar erwiesen haben und andererseits die Ueberzeugung, daß nur positive Mitarbeit am Staate, die für jede Partei Pflicht ist, uns einer besseren Zukunft entgegenführen fann". Herr Scholz hat schon einmal bewiesen, was er unter pofitiver Mitarbeit versteht. Er trat von seiner Partei eifrig als Fache mann gepriesen- als Wirtschaftsminister in das abie nett Fehrenbach ein. Die Erfolge waren so hinreißend, daß das Kabinett Fehrenbach sehr bald wieder in der Versenkung verschwand. Und was die nationale Einstellung des Herrn Scholz betrifft, so darf daran erinnert werden, daß er einer der eifrigften Akteure hinter den Kulissen der ersten Krise des K abi. netts Wirth war. Was damals übrigens sehr gegen den Willen des Führers der Boltspartei Dr. Stresemann für Unheil angerichtet wurde, ist bekannt. Sollte Herr Scholz mit feiner„ nationalen Einstellung“ und„ positiven Mitarbeit" jetzt ähn liches beabsichtigen, so liegt das ganz auf der Linie, die die Nationalliberale Bereinigung verfolgt und die Außenminister Dr. Stresemann bekämpft. In der Tat eine nette Mitarbeit am Staate im nationalen Sinne! Außenpolitisches Verantwortungsgefühl. Eine Kriegsrede von Hergt. Der Ruf der Deutschnationalen und der Nationallibe ralen Vereinigung" in der Deutschen Volkspartei nach einer Rechtsregierung in Deutschland bedeutet eine schwere Schädigung der außenpolitischen Stellung Deutschlands. Er galvanisiert die chauvinistischen Bestrebungen in den Ländern der Alliierten. Er liefert denen, die feine vernünftige Verständigung mit Deutschland wollen, die Borwände, hinter benen sie ihre eigenen machtpolitischen Absichten verdecken. Er stört die Versuche, zu einer vernünftigen Regelung der Reparationsfrage zu kommen, auf das empfindlichste. Er offenbart statt eines ehrlichen Berständigungswillens die Gesinnung der Feindschaft und des Haffes, die nicht Berständi gung, sondern Konflift will- jene Gesinnung, die den Sach verständigen des Dawes-Ausschusses von einem Teil der dentschen Schwerindustrie entgegengebracht wurde, die namentlich bei den amerikanischen Vertretern nach ihrem eigenen Urteil tiefe Enttäuschung hervorrief. Wer die Verständigung will, der muß den Chauvinisten jenseits der Grenze alle Borwände entziehen. Der muß dem Bloc national in Frankreich das Argument nehmen, daß eine einigermaßen vernünftige wirtschaftliche Lösung der schwebenden Fragen unmöglich sei. Der darf nicht das Schwert im Munde führen und die deutsche Außenpolitit auf Bluff aufbauen. Was aber wollen die deutschen Rechtsparteien und was tun sie? wwwww Wollen sie die Verständigung in Europa auf der Grunddas heißt: lage einer vernünftigen wirtschaftlichen Lö'ung wollen fie Erfüllungspolitik treiben? Das ist die Kerna frage. Die deutschen Rechtsparteien weichen der klaren Be antwortung dieser Frage systematisch aus. Sie geben statt eines flaren außenpolitischen Programmes unbestimmte natio. nalistische Phrasen. Was ist ihr außenpolitisches Programm? Im Lokalanzeiger" von gestern abend steht zu Herr Poincaré besorgt von einer Rechtsregierung in Deutsch lesen: B MAGGI'Suppen helfen Kohlen und Gas sparen. Denn je nach Sorte geben sie in 10 bis 20 Minuten mühelos, ohne weitere Zutat, wohlschmeckende, nahrhafte Suppen. Viele Sorten wie: Eiernudeln, Eiersternchen. Erbs, Erbs mit Speck, Ochsenschwanz, Reis, Pilz usw. tragen jedem Geschmack Rechnung. Man achte auf den Namen MAGGI und die gelbrote Packung. MAGGIE SUPPEN ERBS and, daß er sein bisheriges Spiel der Rechisbrüche und der Drohungen nicht mehr so erfolgreich werde weiterspielen fönnen, beil cine nationale deutsche Regierung nicht so Billig in die knie brechen wird wie die bisherigen remotratifchen." Das Jugendwohlfahrtsgeseh. fungierte. Die gestrige Sitzung des Bandings eröffnete Bräfident Ceinert mit einer Ansprache an den Bizepräsidenten Dr. Barsch, der vor 40 Jahrom am 20. März 1884, für den Wahlkreis Breslau zum Diese Auslassung spiegelt die allgemeine Stimmung der ersten Maie in die preußisch Boltsvertretung gewählt wurde und Rechten wider, an Stelle einer klugen Verständigungspolitie feit dem 27. März 1903 ununterbrochen als erster Bizepräsident sine Politif bes Widerstandes zu treiben. Wie aber, wenn Bei Forsehung der zweiten Beratung, des Ausführungsgejeges eine derartige Bolitik neue Represalien der Gegenseite hervorzum Reichsjugendwohlfahrtsgefeh wird der 2 über § ruft und Poincaré Anlaß zu neuen militärischen Abenteuern die Bezirtsabgrenzung, wonach für jeden Stadt- und für gib:? Was soll bann geschehen? Auf diese Frage sind die iden Landkreis ein Jugendamt zu errichten ist, in Berlin für jeden Barteien der Rechten bisher immer ausgewichen. Nun aber Berwaltungsbezirt, unter Ablehnung eines kommunistischen Abändehat Herr Hergt, der Parteichef der Deutschnationalen, auf rungsantrags unverändert in ber Ausschußfaffung angenommen. Nach§ 6 in der Ausschußfassung gehören dem Jugendamt jem oftjächsischen deutschnationalen Parteitag fich auf diese an ein bis vier leitende Beamte des Gelbstverwaltungsförpers, imter Fraze deutlicher geäußert. Nach einem Bericht der Tele- denen sich der Borsitzende und der leitende Fachbeamte des Jugendgrophen- linion fagte er: amts befinden müssen, dann höchstens die fünffache Zahl von in der Jugendwohlfahrt erfahrenen und bewährten Männern und Frauen, zwei Fünftel dieser Zahl werden vom Gemeindevorstand auf Grund von Vorschlägen ernannt, die von freien Vereinigungen zur Förderung der Jugendwohlfahrt zu machen sind; unter dem Rest müssen sich befinden je ein evangelischer und fatholischer Geistlicher und „ Das deutsche Volt habe schon clumat unter der Regierung eine Belegenh i gehabt, attive Augenpolitik zu treiben. Der afflee Widerstand hätte damals bis zum aktiven wider kand und wenu nötig, bis zur Offensive ausgedehnt werden müssen." eventuell ein Rabbirer. Das ist die Außenpolitif, die eine tommende Rechtsregierung in Deutschland betreiben foll! Statt der Verständi gung in Europa neuen Krieg! Man weiß nicht, worüber man mehr erschrecken soll: über die Berantwortungslosigkeit, die so leichtbergig von aftivem Widerstand, ja von Offensive redet, oder über die Naivität in militärischen Machtfragen, die aus Dieser Aeußerung spricht. Rechtsregierung beint also Herr schaft der Deſperatopolitiker, die das deutsche Wolf in endgütigen, blutigen Untergang reißen wollen. Wahrhaftig, Hindenburg, der trotz der furchtbaren Bedingungen des Waffenstillstandes Ende 1918 auf den Abschluß drängte, um L'enden von Deutschen das Leben zu erhalten und um in aüge Opfer zu vermeiden, dachte menschlicher und politisch tiger als Herr Hergt, der Hekatomben uhloser Opfer aufblüffen Ehren der falschen Politik der Deutschnationalen barbringen will. zu Das aber, was erat in Ditfachfen fagte, ist gerade bas, mas Poincaré hören will. Herr Hergt liefert bem Rationalen Blod das Wahlprogramm. Und wenn der Nationale Block bei den französischen Wahlen siegt, mird Herr Hergt, der ihm geholfen hat, in Deutschland nun erft recht Ratastrophenpolitit betreiben. Am Ende folder Entwicklung steht ein neuer europäi'cher Brand, der Untergang des deutschen Boltes, ja Europas! Eine Bartei, bie wie die Deutschnationalen, solche Wege betritt, ist bar jedes außenpolitischen Berantwortungsgefühls - aber auch bar jebes Berantwortungsgefühls gegenüber dem eigenen Bolke. Gegen die Nationalliberale Bereinigung" wendet sich ein Befluß der Ortsgruppe Dortmund der Deutschen Boltspartei, der die Muflösung der Bereinigung und den Ausschluß widerstrebender Mitglieder aus der Partei verlangt. Im Wahlkreis WestfalenSüd( Dortmund) ist auf der Liste der Deutschen Volkspartel die dritte Stelle, die bisher mit dem 21bgeordneten Qua ab, dem Geschäftsührer der Nationalliberalen Bereinigung, besezt werden sollte, veräufig nod freigelassen. Das bedeutet zugleich eine Abfage an den Stinnes- Randidaten Dr. Bögler, der die Besetzung der britten Stelle mit Dr. Quaaß dringend verlangt hatte. 1 Nach§ 6a sind zur Teilnahme mit beratenber Stimme berechtigt der Kreisschulrat, der Kreismedizinalrat, der Gewerberat, der Bormundschaftsrichter, ferner zwei Bertreter der Lehrerschaft. Vom Zentrum, der Deutschen Volkspartei und den De mofraten ist beantragt, auch die Bertreter der Lehrerschaft zu ftimmberechtigten Mitglieder des Jugendamts zu erklären. Ein An treg der Kommunisten schlägt den Ausschluß der Geistlichen und im übrigen ein Wahlverfahren vor, welches den Bartelen in den Gelb pcrwaltungstörpern sowie den Gewerkschaften und Jugendorgani fationen ein Mitbestimmungsrecht gibt. Die Sozialdemokra ten beantragen bie obligatorische Mitgliedschaft und Stim mberedytigung der Ber reter der Lehrerschaft. Rach furzer Debatte werden die Anträge der Kommunisten und Sozialdemokraten abgelehnt, die$$ 6 und 6a mit dem Antrag des Sentrums, der Volkspartei und der Demokraten angenommen. Der Rest des Gefeßes wird ohne Debatte nach den Ausschußbefchlüffen angenommen. Das Gesetz soll am 1. April 1924 in Rraft treten. In der sofort sich anschließenden dritten Lesung bestätigt das Haus durchweg die Beschlüsse zweiter Beratung. In der Schluß. abstimmung wird der Entwurf gegen die Stimmen der Sozial bemetraten und Kommunisten genehmigt. Staatsfetretär Meber verlieft mehrere gestern som Dinifterium herausgegebene Erlasse, durch die den Beschwerden der Grunt befizer hinsichtlich ber na prüfung der Steuermette nach Möglichteit Rechnung getragen werde. Die Boriage geht an den Hauptausschus. Die Borlage der Staatsschuldenordnung wird in. allen brei Lesungen genehmigt, nachdem Abg. Weikermel( Dnail.) bemängelt hat, daß diefe Borlage auf dem Wege der Berordnung erlassen ist und die Erhaltung der preußischen Staatsschuldenver waltung empfohlen hat. Der Bericht des Rechnungsausschusses über die Staatseinnamen und Ausgaben für 1919 mird genehmigt. Es folgt der Ausschußbericht über Aenderungen bar Geschäftsordnung im Iniereffe ber Rostenersparnis. Da nach fann in besonderen Fällen von der allgemeinen Verteilung der Borlagen abgesehen werden. Berordnungen werden nur im ganzen beraten. Die Redezeit darf für den einzelnen Abgeordneten eine Stunde nicht überschreiten. Die Aenderungen werben ange nommen. Das Haus verlagt sich. Bei Feststellung der Tagesordnung für die nächste Sizung fordert Abg. Dr. v. Campe( D. Bp.) erneut die Beratung des An trages über die Berfchiebung der Gemeindewahlen. Abg. Grzefasti( Soz.) widerspricht mit Unterstützung von 15 Abge ordneten. Taher fann dem Antrag nicht entsprochen werden. Freitag 12 Uhr: Beamtenbezüge, Justizabbau, Ostjudenfrage. Schluß 5% Uhr. Aus der Partei. Zur Kondidatur Noste. Der Parteivorstand schreibt uns: In der Enischeidung, weiche der Parteivorstand, nachdem er auf Grund des Organisations ftatuis angerufen war, in Eachen der Randidatur Roste für den Wahlbezirk Hannover- Ost getroffen hat, ist ausdrüdlich bemerkt, daß die frühere Tätigkeit des Genoffen Roste als Reichswehrminister für die Entscheidung des Parteivorstandes ganz außer Betracht bieibe. Wir stellen das feit, weil in parteigenöfifchen Kreifen die Bermutung. ausgesprochen wurde, baß bie politische Stellungnahme arter Nostes für die Entscheidung maßgebend gewesen sei. Der Partei vorstand hat sich in foiner Entscheidung lediglich den Gründen angestoffen, die auf den Konferenzen in Hannover unb Uelzen und in dem Schreiten der Bezirksorganisation Hamburgs Nordwest, zu der der Stader Bezirk gehört, gegen eine Kandidatur des Genoffer Noste geltend gemacht wurden. Er hat deshalb auch teine Regel aufgestellt, fondern nur in dem fonkreten Fall ge prüft und entschieden. In Hannover hat nach Auffassung der be Hochschwerdeführenden Instanzen der Oberpräsident in nächster Zeit besonders schwierige Aufgaben zu erledigen. Es wurde beson ders auf die Tätigkeit der Welfen hingewiesen, die für einen eigenen Beffenstaat im Rahmen des Reis eine Bolfsabstimmung herbeiführen wollen. Deshalb vertraten die Gegner der Kandidatur Noste die Auffassung, daß in einer solchen Zeit der höchste Berwal tungsbeamte ber Provinz mehr als je in Hannover tätig zu sein verpflichtet sei. Im Hannoverschen Boltswillen" vom 14. März 1924 find Sie Gründe des Bezirksvorstands Hannover eingehend dar gelegt. Der Richtungsstreit in der Partei hat bei der Ent Bei Beratung der Uebersichten über die Fortschritte der Rufti vierung und Besiedlung der domänenfistalischen ( S03.) an den Hauptausschuß überwiesen. moore wird die Materie auf Antrag des Abg. Peters Hochdonn Das Haus tritt ein in die erste Beratung des vom Etaatsrat vorgeschlagenen Entwurfs zur Menderung des Gesetzes über die Erhebung einer vorläufigen Steuer vom Grundvermögen. Abg. Dr. Kaufhold( Dnatt.) verlangt volle Klärung in diefer Frage und endliche Beruhigung in den Interessententreisen, die vom Landtag am 1. Februar beschlossene Notverordnung habe die Släfcheibung des Parteivorstandes feine Rolle gespielt. rung nicht geschaffen. Abg. Bergmann( 3.): Bei der Beranlagung und Erhebung der Steuer find tatsächlich zahlreiche Uebelstände hervorgetreten, welche dringend der Abhilfe bedürfen. Abg. Dr. Waenlig( So.): Benn wir so prozedieren wollten, Fäme schließlich überhaupt fein Gesetz mehr zustande. Die Staatsratsvorlage lehnen wir ab; gegen die Berweisung an den Hauptausschuß haben wir nichts, nachdem eine große Bartei fie gemünscht hat. Schluß Die grosse Werbewochel abend. 22. März anf der gestatten mir während der WerbeMeine gunstigen Abr Leipziger Messe woche den Verkauf aller Arten Damen-. Herrenstoffe enorm billigen Preisen Sprechende Beispiele: Gabardine 055 r. Wolie, 130 cm brelt.... Meter Rips Meter.. reine Wolle 850 zu einzig dastehenden, Hochwertige Qualitäten für wen's Geld wenn Sie dieses Inserat mitbringen, erhalten Sie 10% Extra Rabatt Herren- Anzüge Nähr Dich mit Barath! einreihige Sakko- Form, aus gemusterten Stoffen 38.00 2900 58.00 4300 e Mark Eiweiß Nähr Kakao- spart Milch und Zucker Puddings und Soßen auch ohne Milch vorzüglich Herrenstoffe 95 Meter...... Kanterleichterung Alle Einkäufe werden lei Anzahlung längere Zeit resor vlert StaffSpezialhausk Crepe Maroquin Wolle mit Seide Mod. Frottés 10 Woll- Masselin Meter.. Meter... in 300 Lephyr Meter GrosseAuswahl Meter 710 am Gorl Bahnho Hans Prange Berlin 80.36. Wiener Strasse 15, mon Strassenb- Lin en: 4, 44, 49, 91, 191, Hochb.- Stat. Oranienstr. Rauchs Kaffee Händler u.Cafés Riesen- Bohnen Engrospreise Mocca- Mischung Gewürze, ganz und gemahlen. Rauch, Invalidenstr. 164, Eckhaus Brunnenstraße Rohhaare, Filme fauft Sorn, Grüner| cg 24. Teppichie Brücken, Läufer, Läuferstoffe, Linoleum- Läufer n.-Teppiche Gardinen Ha bstores, Bettdecken, Diwandecken, Steppdecken Fertige Betten auf Teilzahlung bei kleinor An- und Abzahlung Gr Auswahl billigste Preise BEISER Letbringer Str. 67 3 Min. v. Untergrab. Schön.Ter Bandwurm m.Kopf verloren nach 1 Stunden burch Reidel's Bandwurmmiltel, Fort- ist- er", Bitt fett 7 Jahren an Bandwurm und hatte chon fechs andere Mittel erfolglos gebraucht." So wurden Taufende befreit. . 8.00, für Kinder( nach Alter) M 240 Sn Drogerien und Apotheten, fonit bet BLUTARMEN. KRANKEN ärztlich Empfohlen FEURIG SÜSSER StärkungsWein Santa Lucia Otto Reichel, Berlin 43 SO.Cisenbahnstr.4 Käuflich in Apotheken, Droguen und Gagründet 1876 Gegründet 1876 Delikatesgeschäften. Möbelfabrik Rob.Seelisch Berlin 0.112, Rigaer Str. 71/ 73a Bahnstation: Frankfurter Allee Telephon: Amt Alexander Nr. 4161 Gunst. Angebot in kompl. Wohnungseinrichtungen: I kompl. eich. Schlafzimmer 600.! Aurichteküche. 1 kompl. Schfafzimmer Speisezimmer 29. 1 Anrichteküche 1100. 1 kompl. Schlafzimmer, 1 kompl. Speisezimmer 1800.1 Merrenzimmer und Anrichteküche Besuch lohnend! Geschäitszeit 8-7 Uhr. Besuch lohnend! Vorteilhafte Frühjahrs- Kleidung Herren- Anzüge einreihige Sakko- Form ans gaten gem Stoffen Herren- Anzüge ein and sweireihige Form. in bellen und dankien, sehr guten Qualitäten, feine 5900 Streifenmuster.... 88.00 Herren- Anzüge erprobte Qualitätes. me. dernste Form a. Ausmuste rung. Als Ersatz für Maß su tragen.. 108.00, 93.00 7600 Herr.- Sport- Paletots Covertoont, die große Mode 4900 76.00, 63.00 Herren- Mäntel die enganliegende, lange, moderne Form, mit Gurt € 3.00, 59.00 MARKE cherchier Sitz dandel Form Vereinigte Spezialhäuser 4900 Gummi- Mäntel baltb.Qual genähtu geklebt. 1900 mod. weite Form 28.00 23.00 Herren- Hosen schöne Streifen, vorzüg Heber Sitz, mit Gesäßtasch. 450 12.00 8.00 7.00 6.08 bis zu den elegant. Qualität Manchester- BreechesHosen für Herren gefällige Form Windjacken 13.78 aus imprägniert Stoffen, in Farben 1350 Terschiedenen Formen und 1350 18.50, 10.50 Einsegnungs- Anzüge gute Stoffe, beste Verarbeisang. ein- und sweireihig 2300 39.00, 33.00, 29.00 Knaben- Anzüge in besonders schön. Formen und haltbaren Stoffen 18.00. höher, 12.00, 10.90 700 Beachten Sie unsere Schaufenster und besichtigen Sie gefälligst unsere Läger ohne jede Kaufverpflichtung Chulze Co. Haupiste 10 Brückenste11 Gr. Frankfurtersin Schöneberg Ecke Rungesin Ecke Koppenstre Fabisch Co. Rosenthaler Str. 3. Ecke Linienstr.