Abendausgabe Nr. 138 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 69 Bezugsbedingungen und Enzeigenaretle nb ta bez Morgenausgabe angegeben Sebaftion: S. 68, Cindenstraße 3 geenipredjer: Dönhoff 282-295 Sel- More Segialbemetrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Freitag 21. März 1924 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszett 9-5 4hr Berleger: Vorwärts- Betlag GmbH Bertin$ 68, Cindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Strafanträge im Hitler- Prozeß. Hitler 8 Jahre Festung.- Ludendorff 2 Jahre Festung. München, 21. März.( BS.) 3m Hifler- Prozeß be antragte der Staatsanwalt für Hitler 8 Jahre Festung, für Kriebel, Pöhner und Dr. Weber je 6 Jahre Feftung, für General Ludendorff 2 Jahre Feftung. für Frid und Röhm 2 Jahre Feftung, für Brüdner und Wagner je 1 Jahr 6 Monate Festung und für Pernet 1 Jahr 3 Monate Feftung. Bei den ersten vier Angeklagten hatte der Staatsanwalt gemeinsamen hochverrat nach§§ 81 und 82 StrGB. angenommen, bei Ludendorff und den übrigen Angetlagten Beihilfe bazu. Der Staatsanwalt beantragte weiter, bei jedem Angeklagten die Untersuchungshaft voll aufzure hnen. Das Plaidoyer des ersten Staatsanwalts. Darauf nahm Erster Staatsanwalt Stenglein bas Bort: Ueberblidt man die Ereignisse vom 8. und 9. November, fo fieht so man vom vater ändischen Standpunkt tief bebauerliche Lat. fachen: 1. Die Spaltung zwischen den rechtsstehenden Linie Dom Stanbpumtt tes anberen abweicht. Den zweiten schäb. Organisationen, bie Berurteilung des einen, der nur um eine lichen Standpuntt fehe ich in dem brennenden Eifer der Jungen, die fann. Das gilt für die Jugend befonders. Sie braucht Geduld glauben, daß man das Reich mit einem Schlag wieder aufrichten mit aufammengebiffenen 3ähnen, fie muß warten, bis die Stunde reift. Ein Staat, in bem Beine Achtung vor den Gefeßen besteht, ist schweren Erschütterungen ausgefeßt, und felbft ein hohes Biel rechtfertigt nicht verbrecherische Mitt. Die Gegnerschaft gegen die Verfassung, mag fie auch in den Kreisen der Die Anträge des Etaatsanwalts find für Münchener Berführen. Gewiß war die Berdrängung der Fürsten durch die Boits. Angel'agien te.echtigt er, cheinen, tarf niemals z. m Berbrechen hältnisse schon ungewöhnlich hoch, wenn fie rein fachlich auch beauftragten ein hochverrat, aber das Gefeß, das bis dahin die wie eine Prämie auf den Hochverrat ausschauen. Man weiß, monarchistische Steatsform schüßte, ich üßt auch die republi. daß noch immer im Gefängnis zu Niederschönenfeld fo- tanische. Hiller selbst hat ausgeführt, daß der Hochperrat stets genannte Festungs" häftlinge aus der Rätezeit fizen, die den nur bestraft wird, wenn er nicht rest.os gelingt, und das ist hier unglaublichsten Quälereien unterworfen sind Erich Mühsam, der Fall. ber alles andere als ein Politiker ist, soll dort volle fünfzehn Zuerst das Problem Kahr, Colfo und Seißer. Ob die Herren Jahre verbringen, Ernst Toller foll in diesem Sommer ent fich an diesem Unternehmen beteiligt haben, ist für das Urteil faffen werden, nachdem er seine volle Strafzeit von 5 Jahren belanglos. In dem eingehenden Ermittlungsverfahren wurde abgesessen hat auch das Verhalten der drei Männce geprü t. Eine öffentliche Antlage gegen fie ergibt sich daraus nicht. Ihre Recht ertigung, dak fie nur beigeftimmt hatten, um dann den Pusch nieder-: schlagen zu fönnen, war a ubwürdig. Zu einer Aus ührung der Verfassungsänderung ist es bei Kahr, Cossom und Sier nicht gefommen. Es wird neuerdings die Straffälligkeit der drei Herren geprüft. Borausgesetzt, daß das Boltsgericht überhaupt zu einem Schuldigspruch fommt, so find wir doch überzeugt, daß keiner der Lu endorffer nach Niederschönenfeld gebracht werden wird. Bielmehr wird man sie behandeln wie den Eisner- Mörder Arco, der feine Festungszeit zur Sommerfrische ausgestalten fonnte. Daß Fechenbach noch immer im 3uchthaus fizt, trotzdem das auf 11 Jahre laufende Urteil des Bolts geri hts" längt als en trajies Fehlurteil erwiesen ist, fei hier nur der Bollständigkeit halber erwähnt. Die Juftig steht eben auf dem Standpuntt, ben der befannte Berliner Rechtslehrer Heilfron in der DA3. entwidelt: dag nämlich der Hochverrat als Gentleman Ber. brechen anzusehen sei. Freilich bedroht das Strafgesetzbuch im§ 81 das Unternehmen der gewaltsamen Aenderung des Reichs oder eines Landes mit lebenslänglichem Buch haus oder lebenslänglicher Festungshaft, aber ein folches Urteil ist in München schon deshalb nicht zu erwarten, weil die Angeklagten unter Führung der Erzellenz" Ludendorff fteben und, mit Ausnahme Hitlers und Frides, fämtlich frühere Offiziere find. 97 Was den Fitter- Brozek befonders intereffant machte, war die Tatsache, daß dort dauernd zwischen gesetzlichem und ungefeglichem Hochverrat unterschieden wurde. Die Angetlagten behaupteten, sie hatten geglaubt, an einem gefeß fichen Hochperrat mitzuwirken, ba ja der Inhaber der Staatsgewalt in Bayern und der Wehrfreistommandeur auf ihrer Seite flanden. Nun gilt zwar im gewöhnlichen Leben ber Grundfak, daß der Fehler so gut fei wie der Stehler. Aber die Ludendorffer haben ja schon einmal die Erfahrung gemacht, daß man sich mit Winkelzügen aus der Affäre ziehen fann, fie haben es fogar vor dem Reichsgericht im JagomBrozek fertig gebracht. foft elle frei auszugehen. Und was ihnen vor den roten Roben des Reichsgerichts gelungen ft, ist, Das werden sie fo ist ihre Hoffnung schließlich auch vor ben sogenannten Volksrichtern in der Münchener Kriegsschule fertig bekommen. Bis zum 31. März foll sich die Sache entschieden haben. Denn vom 1. April ab hören die Voltsgerichte auf zu eriftieren. en her Treinruh her has Urteil his dehin nicht nefällt ist, müßte der Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit ein. Und das ist für die ganze Hitlergesellschaft das Schlimmste, das in ihrem Vorstellungsfreise lebt. B5. München, 21. März 1924. Der Beginn der heutigen Sigung, die bas Plädoyer der beiden Staatsanwälte bringt, verzögerte fich wieber, da das Gericht fich zurädst über die Frage schlüssig werben wollte, ob man die us führungen der Berteibiger in ber Deffentlichkeit 3faffen soll ober nicht. Der Grund zu biefer Borsichtsmaßregel ist, wie wir hören ,. tarin zu fudgen, baß tas Volksgericht das Tempe rarent einzelner Anwälte fürdtet, um fo mehr, als ein Verteidiger wiederholt Fragen gestellt hat mit dem Qu'az:" Nun tann ich auch hierüber pläbleren. Corläufig it biele Frage noch nicht akut, ba in der heutigen Sigung außer den Bertretern d'r Anflage nach den Prozeßbifpofitionen fein Verteidiger mehr zu Wort tommen wird. Um 9 Uhr 20 Minuten begann die Verhandlung. Der Bor. herbe perlas zunächst einen Artikel der Frantfurter Beitung", bie fich bagepen wendet, baß der Vorfi nde in den Yugenbl'den, in welchen Kronpring Rupprecht auftauche, bie Deffentlich felt ausschließe Der Borfikende erklärt hierzu, daß an teiner Stelle des Brozesses Kronprinz Rupprecht als handelnde Berson aufgetreten fei, und daß infolgebeffen auch des Kronpringen wegen nie die Deffentlichteiz ausgeschloffen gewesen fei. Femer teilte ber Borfigenbe mit, daß für die Plädoyers zu nächst die Deffentlichkeit nicht ausgeschloffen wird. Das gefchleht mit aller Sorgfalt. Stahr, a's Inhaber der Staats. gewalt, Bosfor und Seißer hatten bie wichtigsten Aemter und Rechte im Staat. Während die übrigen vaterländischen Organisationen fich hinter Kahr stellt n. suchte der Kampfbund unter Hitler eine Sonderstellung zu erringen. Man trat Hitler nicht scharf genug entgegen und ficigerte fo feine Aktionsluft. Die Bonalitätsauficherung des Kampfbundes" war nicht ausreichend. Hitler hat die drei Männer in die schwerste Verantwortlichkeit mit Gewalt hineingeftoken. Hitlers bewafine es Auftreten im Bürgerbräu bewies, daß es ein Zurüd für ihn nicht gab. 3rm Schein haben Kahr. Lossow und Seißer ihre Zustimmung ge. geben. zur Rettung des bedrohten Staares. Hierüber wird das Er mittlun sverfahren Aufklärung bringen. Mag man die drei Herren beurteilen, wie man will. Die Berantwortung ruht auf der Bewal tot, der Angeflegten. Wie stand es nun mit dem Marsch nach Berlin? Es follte er Ginsehung der Machtmittel Bayerns und der norddeutschen Faktoren ein Reichsdirettorium ge schaffen werden. Ohne 3utun von Rahr, Lossow und Seißer war der Ruf in den nationalen aktiven Kreisen" Auf nach Berlin" zu einem Kampfruf geworden und es mag sein, daß wohl berübergehenb bie führer des" Starpbubes eine breiten Kampfbundes" Uebereinstim mung mit Kahr. Lossow und Seißer annahmen. Nach den ersten Novembertagen war man flar, tas das Ziel auseinanderging. Man brauchte aber die Narren Kahr Lossow und Seizer. Hitters Name war in Norddeutschland zu wenig wirkham, der Name Ludendorffs aus anderen Gründen unerwünscht. Kahr fonnte als ernstlicher Mitarbeiter für die Angeklagten nicht in Frage fommen. Hitler gewann die lebrzeugung, daß die brei Herren mit ihm nicht mit. modten, hielt fich zur Tat berechtigt und fühlte sich durch die aufs höchste gesteigerte Attien luft seiner Freunde dazu gedrängt. Ar Buch blutia ni berschlagen würden, und einen Tag später ert'ärte 6. Noven ber hatten Kahr und Lossow mitgeteilt, daß sie jeden Kriebel im Kampfbund, daß er sich trobem neben Sitter stelle. Tas ist nicht fortzuleugnen. Hifler hat im Bürgerbran die nationa'e Revolution und den Marsch nach dem Sündenbabel Berlin verkündet, er hat die Minister feffnehmen laffen. Seine 2rt des Auftretens war auf die Brechung des Widerstandes der drei Männer Kahr, Coffow und Seißer eingestellt. Den Urhebern ber Attion war am 6. und 7. November klar, daß Kahr, Lossow und Seißer eine gewaltsame Lösung der deutschen Frage nicht wollten. Sch räume ben Angeklagten ein, daß fie die Zustimmung Rahrs, Lossows und Seißers im Bürgerbräu ernst nahmen. Aus einfachen Berhältnissen ist Hitter der Begründer einer großen Bartei geworden leber feine Parte politik habe ich nicht and das Nationalgefühl zu erweden, bleibt fein zu ur eilen. Sein Bestreben aber, in einem unterdrückten Berbienst. Go ift er fein Demagoge im schlechten Sinn des Bortes Anfänglich hielt er sich frei von persönlichem Streben nach fich befinnurgslos über feinen zugewiesenen Kreis hinausreißen Macht. Später aber, unter Berhimmelung gewisser Kreise, hat er laffen. Er hat sich als Ditiator aufgespielt, Aemter verteilt und sich die Leitung der Reichspoli.it angemaßt. Er hat Geifen festgenommen und Kaf.rnen befeht. Er hat Gelder befch.agnahmt, er und Ludendorff gaben den Ausschlag zu dem bewa, fneten Zug in tie Stadt, ter blutige Zusammenstöße auslöfte. Der Zug war der lehte Versuch, tas Unternehmen zu halten. Hitler hat sich dadurch des Hochverrates fchuldig gemacht und schwere poliische Jolgen heraufbeschworen. Derlufte an Menschenleben sind enthitter ift hochbegabt und gibt sich seiner Idee bis zur Selbstaufflanden. opferung hin Ich glaube, daß Eigennut ihm fern lan. Auch bei ter Tat gab ech e Begeisterung den Ausschlag Als Menschen tönnen wir Hitler unsere Hochachtung nicht versagen. Nun zu General Ludendorff: Am 8. November haben wir Ludendorff vernommen; ich faffe meinen Eindruck so zusammen: Ludendorff hat sich auch da, wo er gegen das Gefeh verstieß, als ganzer deutscher Mann er. wiefen. Sein Feldherrnruhm bleibt unberührt. Er stellte sich an die Spitze des Zuges. um sich den Kugeln zuerst auszusehen. Ein großer Mann! Aber das Gesetz hat auch er verletzt. Bon der Absicht bs Putsches will Ludendorff nichts gewußt haben, und das fann ihm nicht widerlegt werden. Aber Ludendorff hat vorher deuflich zu erkennen gegeben, daß er eine vöfflite Erhebung mitmache, und er wußte, daß es fid) um eine Gewaltat handelte. Er stellte fich fofort auf Hitlers Seite und r dele Kahr, Coffow und Seißer zu, und übernahm das Amt als Führer der nationalen Armee. Ludendorff wußte um t'e Festnahme der Minifter. Bei der Infanterieschule wurde offenbar mit Cudendorffs Name Mißbrauch getrieben, aber er hat die Offi- iere dann doch verwandt. Er gab Befehl zur Belehung des Wehrtreistommandos. Ausschlaggebend ist seine Willensrichtung. Er trat nicht in die neue Regierung ein, sondern er wollte nur die Armee befehligen. Er hat sich allo hertn. der Beihilfe schuldig gemacht. Demgegenüber steht bie Reinheit feines Bollens und die Dantesschulb des Baterlandes gegen den großen Feld. Die Nebenangeklagten. Hierauf beschäftigte fich Staatsanwalt Ehardt mit den Nebenangel arten. Er führte u. a. aus: Kriebels Einstellung ist durch sein Rundschreiben klar. Er hat am entschiedensten auf eine gewaltsame Lösung der deutschen Frare gedrängt. Er hat militärische Befehle gegeben und war Ludendorfs Stabschef. Kriebel ist der Mittäterschaft des och verrats schuldig. Seine Verantwortlichkeit ist besonders Hochverrats groß. In seiner Berson find strafmildernde Gründe gegeben. Er war ein tüchtiger Offizier im Feld, seine Teilnahme am Unternehmen war aus ehrlicher Begeisterung und er gibt alles zu. Pöhner war der Posten eines Ministerpräsidenten angeboten. Er nahm an. Er überrumpelte Rahr. Lossow und sich weiter an politischen Besprechungen, versuchte das Bolizeipräsi Seißer, rebete dann in feinem Sinn auf sie ein. Er beteiligte bium zu nehmen und hat sich somit des och verrats schuldig gemacht. Böhner glaubte ehraich an den Sieg der völlischen Sadje. Er hat sich in Krieg und Frieden bewährt. Zu seinen Gunsten spricht, baß er die Blünderungen zu verhindern suchte. Aber als Beamter hatte er sich dem Freistaat Bayern verpflichtet und es ist unschön aufgefallen, daß er als oberster Richter sich des Hochverrats noch rühmte. Frid hat sich, da er eine Alarmierung der Polizei und Reichs. wehr unterlassen hat, der Beihilfe zum Hochverrat schuldig ge macht. Weber, der die Mitglieder des Freikorps Oberland alarmierte und sich am Demonstrationszug beteiligte, ist des ho ch Zu den Eingeweihten rechne ich dabei Hitler, Weber. Porhner Derrats schuldig Röhm besetzte das Wehrtreistommando und und Kriebel. Die Angeklagten wukten, dah Herr Kahr nicht ließ es gegen die Reichswehr mit der Waffe verteidigen. Er hat die Reichsregierung abfehen fonnte, ohne Hochverrat zu begehen. fich der Beihilfe schuldig gemacht. Brüdner hat Beihilfe Herrn v. Kahr, Loffew und Seißer ift fo'che Abficht auch nicht nach zur Verfaffungsänderung geleistet. Auch ihm wird zugestanden, daß rewiefen, wohl aber ben Angeklagten. Die Einstellung der An er nicht unedel gehandelt habe. Wagner war Angehöriger der get aqten ift antimarritisch und antire publifanif. Infanterieschule. Er wurde in den Buisch mit eingeweiht und war Der Marsch nach Berlin follte die Ungeftaltung im Reich bringen bereit, mitzuhelfen. Er gemann die Infanterieschüler für das Unterund damit auch eine Wenderung ber banerischen Bernehmen. Wagners Berhalten bedeutet Beihilfe zum Hochverrat. faffung. Das ist in der deu'schvöltischen Breffe und von Hitler Bernet bat als Stiefsohn Ludendorffs Beihilfe zum Hochauch offen augegeben worden. Man hat ja auch alle banerifchen verrat ge'eiflet tactichen Stellen beim Butsch ausgeschaltet und so die Ber. faffung berlebt. The nerfalen behaupten, daß in Bayern die Reichsverfaffung nicht mehr bestand. Das it falsch. Auf Grund die Reichsverfaffung nicht mehr bestand. Das I falsch. Auf Grund Des Arillet 48 der Reichs er afinnq war der Ausnahmezustand vierfängert und der Generalfattskommiffar eingefeht, der aber nicht dit aforische Befugniffe ha to, sondern dem Gesamtminifterium unterfellt war. Der banerische Ausnahmezustand bestand neben bem Reichsausnahmezustand zu Recht. Es ist unzutreffend, daß Rahr fich alle Staatsgewat angemast habe. Der 2offomiche Konflitt war ein politifer Konflitt und die Inpflichtnahme der Truppen ist nicht von Herrn D Rahr an. geordnet worden, niemand kann also behaupten, baß die Reichs berfoffung hier ausgeschaltet war. Die Angeflagten wollten auch nur Banern als Sprungbrett für den Sturz der Reichsverfaffung beaufen. Hierauf erhob sich Erfer Etaatsanwalt Etenglein und stellte den eben wiedergegebenen Strafanirag. Hierauf wurde die Ber handlung auf 4 Uhr nachmittags vertagt. Stinnes kandidiert nicht mehr. Im Anschluß an ihre neuliche Mitteilung von Hugo Stinnes Ertrantung, die fich dieser var vier Wochen zugezogen hat, er. fährt bie Telegraphen- Union heute, daß seine Gefundheitsstörung boch fo nachhaltig ist, daß es ihm nicht möglich sein wirb, fich in nädofter Seit mit parlamentarischer Tätigkeit zu be faffen. Eine erneute Standidatur für die Wahlen zum Reichstag scheidet damit zurzeit aus. Der Kampf um die Dokumente. Eine Fälschung zu Spekulationszwecken? In der Preffe ganz Europas wird der Kampf um die angeblichen tschechisch- französischen Geheimdokumente mit großer Heftigkeit weitergeführt. Außerhalb Deutschlands fcheint, fo weit zu sehen, nur in Italien der Glaube an ihre Echtheit weite Berbreitung gefunden zu haben. Das ist ein politisch nicht uninteressantes Symptom. Denn im all gemeinen fann man sagen, daß die reffe in der Frage der Echtheit der Dokumente das glaubt, was fie glauben will. Wenn man in Italien die Echtheit für möglich hält, so ist das jebenfalls ein Zeichen für das starte Mißtrauen, das bort gegenüber der französischen Politik besteht. In diesem mit großer Leidenschaft geführten Kampf hat auch der Leitaufsatz in der Morgenausgabe des Bor to arts" am Donerstag viel Beachtung gefunden. Leider ist fiellenweise mit ihm auch Mißbrauch getrieben worden, indem er so ausgelegt wurde, als ob er ein Plädoner für die Echtheit der Dokumente darstelle. In Wirklichkeit hat der Artikel diese Frage vollkommen offengelaffen und nur die Gründe dargelegt, warum in Deutschland der Glaube an das Vorhanden. fein tschechisch- französischer Geheimverträge so weit verbreitet ift. Tatsächlich fündigt ja gerade der veröffentliche echte Bertrag eine ganze Reihe von Bereinbarungen zwischen Frank reich und der Tschechoslowakei an, und dadurch ist er zu einer Quelle der Unruhe und des Mißtrauens geworden. Das Berl. Tagebl." behauptet nach wie vor die Echt heit seiner Veröffentlichung, ohne jedoch für sie neue durch schlagende Beweise erbringen zu fönnen. Solche Beweise fcheinen ihm auch nicht zur Verfügung zu stehen, wie aus feinen folgenden Ausführungen zu schließen ist: Zunächst sei, da Herr Benesch und seine Gehilfen so eifrig und ausführlich bei einzelnen Ausdrüden und formalen Wendungen der veröffentlichten Dokumente verweilen und aus diplomatischen Formfehlern die Urechtheit beweisen wollen, noch folgendes bemerki: Die Dokumente mußten offenbar haftig, in möglichst furzer Frist Topiert werden, und infolgedessen hat die abschreibende Ber: für die Fälschung soll es sein, daß einmal R. Boincaré" statt des offiziell üblichen Raymond Poincaré" in der Abschrift steht. Nun, cs stand statt französisch" auch nur ein„ frz." und statt slowakisch" nur ein flow." barin. Solche Beweise" sind, ebenso wie das triumphierende hindeuten auf ein paar Uebersetzungsfehler, doch wirklich nur Kindereien. Daraus geht hervor, daß dem„ Berl. Tagebl." die an geblichen Originale oder ihre Photographien nicht vor gelegen haben und daß es nicht einmal den französischen Urtert der Dokumente fennt. Was ihm vorlag, war nur eine Ueberfegung ins Deutsche, deren Flüchtigkeit und Fehler. haftigkeit es jetzt selbst zugeben muß. Da müffen wir allerdings sagen, daß uns das nicht als die richtige Art erfcheint, in der ein großes, feiner Beranwortlichkeit bewußtes Blatt eine Angelegenheit von solcher Tragweite behandeln soll. Das Problem fpißt sich jetzt auf die Frage zu, wer die abschreibende Person" gewesen ist. War diese„ abschreibende Berson" so beschaffen, daß fie auf Glaubwürdigkeit Anspruch erheben konnte, oder ist sie nur einer gewinnbringenden Be fchäftigung à la Anspach nachgegangen? Die Aufklärung dieser Frage liegt jegt im deutschen Interesse Fälscher und Betrüger hätte feinen Anspruch auf Schonung und Diskretion. ein In einem Teil der französischen Bresse wird hartnädig behauptet, es handle sich bei den Beröffentlichungen des Berl Tagebl." nicht um eine felbständige Handlung der Redaktion, sondern um ein Manöver der deutschen Regiernug". Die deutsche Regierung fann den Vorwurf, sie betreibe ihre diplo matischen Geschäfte abfichtlich und bewußt durch Verbreitung gefälschter Dokumente, nicht auf sich fizen lassen. Entweder fie hat mit dieser Veröffentlichung etwas zu tun, dann muß fie auch ihre Echtheit beweisen können, oder sie hat mit ihr nichts zu tun, und muß das gegenüber den französischen Interstellungen erflären. Der Volksopern- Siegfried. Die fogenannte Große Boltsoper ist die einzige Opernbühne Berlins umb Umgebung, die zielbewußt an sich selbst und für ihr Publikum arbeitet, bas leider nicht das Bolt ist. In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat sie fünf neue Werte herausgebracht und sich ein Repertoire von ca. 25 Opern der in- und ausländischen Literatur zufammengestellt. Dabei fämpft sie noch immer um ihr Haus, hat Rapellmeister und Orchestersorgen und spürt dennoch nichts von Krisen. Herr Lange ist rührig, fleißig und findig; er scheint aud Ehrgeiz zu haben, der ihn allerdings davor bewahren mag, fich für einen Musiker zu halten. Das Gastspiel Urlus nußt er aus, um den zweiten Teil der Trilogie Wagner, den„ Siegfried", feinem Repertoire einzuverleiben. Die Aufführung ging nicht ohne Müdigkeit vonstatten, aber welche Siegfried- Aufführung außerhalb Bayreuths täte das! Am Orchester fizt Frig 3 weig, der die Einheit zwischen Bühne und Begleitung schafft, sich in symphonischen Zwischenspiel( Siegfried Idyll, Feuerzauber) aber noch nicht ganz den eigenen Gefang und die temperamentvolle Losgelassenheit zutraut. Er traue sich ruhig; bei der Sicherheit seines Dirigierens darf er, ohne at zulenfen und ohne dem Kunstwert unrecht zu tun, auch für sich einmal einen Lorbeer pflüden. Hans Strohbach hat die Deforationen gefchaffen. Das eine Problem, das des Drachen, blieb wiederum ungelöst, an der Grenze des Wiẞigen. Es wälzte sich da etwas aus der Höhle, das nicht Fisch und nicht Fleisch, nicht Tier und nicht Maschine zu fein schien, jedenfalls in der Bewegung stumm blieb und mit einem Ranapee verdammte Aehnlichkeit hatte. So wurde der Kampf sinnlos, denn Siegfried ist ja tein Don Quichote. Man laffe das Ungeheuer ganz verschwinden und erzeuge nur durch Düfter keit und Lichteffekte die Illufion eines übergroßen Fabelwefens vor der Höhle. Erda war ein Riefentopf, eine ägyptische Sphing mit geschlossenen Augen. Wenn der Wanderer mit ihr dunkle Dinge spricht, so wird die Antwort hinter dem Versteck nicht gerade deut lich, und eine mittelgroße Weibesstimme widerspricht akustisch dem Riefendentmal( to gut und pastos auch Frau Schloßhauer fang). Der tiefe Bald mit der Linde war strahlend beleuchtet, die Jaden des Hintergrundes nicht recht verständlich, der Gipfel des Brünh ldensteines hielt die Mitte zwischen Schauer und Anmut. Es mar meist recht dunkel auf der Bühne und nur Scheinwerfer te leuchteten die Eingenden. Das ist eine ökonomische Methode, die, bauernd gepflegt, doch zur Manier wird. Urius und Melany Kurth find Bayreuth- fichere Sänger und Spieler, groß in der Stimme und in der Ruhe ihrer Bewegungen. Wie Urlus fein het, disches Material spart, um noch nach vier Stunden im Duett mit Brunhilde strahlend zu sein, das ist allein schon bewundernswert. As Spieler trifft er das Tumb- jungenhafte gut; ein wenig mehr natürlicher Frohfinn wäre zu wünschen. Nissens Wanderer ist 17 Das„ Berl. Tagebl" veröffentlicht heute morgen ein neues angebliches Geheimdokument, das vom 28. Oktober 1918 da tiert ist und die Anerkennung. des tschechoslowakischen Staats durch Frankreich sowie den Abschluß einer Militärfonvention betrifft. Wie uns dazu aus Prag gemeldet wird, veröffent licht die dortige regierungsoffiziöse Prager Preffe" einen vom B. T." noch nicht gebrachten Anner zu diesem Dokument, der aus zwei Nachträgen besteht. Im ersten verpflichtet sich die Tschechoslowakei angeblich zur militärischen Besetzung Defterreichs für den Fall, daß die Anschlußbewegung überhandnehmen sollte, das zweite spricht von einem pol nisch- franzöfifchen Geheimvertrag, dem sich die Tschechoslowakei angeschlossen haben soll und der feine Spiße gegen Deutschland richtet. " Die Prager Presse" will durch diese Veröffentlichung den Beweis dafür erbringen, daß die gefälschten Dokumente auch in Prag unter der Hand verbreitet worden find. Als intellet fueller Urheber der Fälschung wird ein österreichischer Groß spekulant vermutet, der durch sie einen Feldzug gegen die tschechische Krone einleiten wollte. Die jüdische Großmama. Aufregung im Hause Wulle. versucht. War es doch Herr v. Brandenstein und sein Landbund, der dem Rebellen Rahr in einer längeren Rundgebung das Vertrauen aussprach zur Stärkung der Staatsautorität. Beim Rapp- Butsch stellte sich v. Brandenstein sofort an die Spitze der Hoch verräter in Mecklenburg. Auf seinem Gute wurden damals med. lenburgische Arbeiter von den Kapp- Rebellen erhoffen und ohne Sarg verscharrt. Nichts hat Herr v. Branden. ftein, der sich heute als Erneuerer der Sittlichkeit aufspielen will, damals getan, um diesen politischen Mord auf seinem Befigtum zu verhindern. So sieht der Mann aus, den die Reaktion an die Spize des Dreimänner- Kollegiums berufen hat, das Mecklenburg die„ mos ralische Gesundung und Erneuerung" bringen soll. Seit dem ersten Tage des Zusammentritts des neuen Land. tages laufen fich übrigens die Deutsch nationalen und Deutschvölkischen, diese ausgesprochenen Antiparlamentarier, den Rang ab, um sich auf parlamentarischem Bege die Gunst der Junter und der reattionären Spießer zu erwerben. Beide Partelen haben fofort Anträge auf Aufhebung des ersten Mat als gefeß lichen Feiertag eingebracht. Die Deutschpöllischen verstehen es aber, die Konkurrenz der Deutschnationalen bei weitem zu übertrumpfen. Bisher war das Landtagsgebäude an Sigungstagen in den Farben der Republit beflaggt; fie fordern, daß das in Zukunft unter. bleibt. Für den Beamtenabbau verlangen sie die Entlassung aller Beamten und Angestellten, die seit dem 9. November 1918 eingestellt Im Hause Wulle herrscht Aufregung. Man denke: ein Couleur. wurden. Alle Republitaner sollen also hinausge bruder des ehrbaren Teutonen Bulle, kraft höherer Bestimmung worfen werden. Aber auch für den Zulauf, den die Deutschvöl deutschsozialer Agitator, hat es gewagt, zu behaupten, Bulles fifchen aus Arbeiter- und Angestelltenfreifen gefunden haben, werfen Der Landlag foll auf ihren Antrag beschließen, Großmutter fei eine 3 din, er selbst sei mit jüdischem Gelbe fie Röder aus. bestochen. Der deutschvölkische Kämpe Bulle versendet aus diesem Löhne und Gehälter der staatlichen Arbeiter, Angestellten und Be Anlaß an alle weit empörte Dementis. Allen guten Freunden, gesamten jo auszubauen, daß ein Gristenzminimum gewährleistet wird; treuen Nachbarn und dergleichen teilt er zur Beruhigung mit, daß bis dahin sollen die Zahlungen an den Feindbund eingestellt bleiben. haupt ein Glieb seiner Familie, der er entstammt, jüdisch pölkischen in Demagogie und Heuchelei ihr Geschäft verstehen. Um weder seine Großmutter noch Urgroßmutter oder über. Was dann kommt, fagen sie nicht. Man sieht also, daß die DeutschDie Behauptung, er fei mit fo ergöglicher dürfte das Zusammenarbeiten in der Regierungswaren oder jüdisch versippt waren. jüdischem Gelde beftochen, werde dem deutschsozialen Agitator noch foalition werden, zumal ein weiterer volfischer Antrag verlangt teuer zu stehen kommen. Ein gerichtliches Verfahren sei bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß der AchtDas„ Deutsche Lageblatt, großbeutsche Warte und Kampf- beitsleistung nur zu einem verschärften Frondienst gegenüber dem sein hafentreuzgeschmücktes Schild und läßt sich also vernehmen: blatt der deutschpöllischen Freiheitsbewegung, schlägt dröhnend an internationalen Rapital führt". Da kann man der neuen Regierung nur zurufen: Auf, frisch ans Wert! troz Jufiizabbau Die Behauptung, Bulle sei mit jüdischem Gelde beftochen, ist nichts anderes als eine Riebertracht, de sicherlich sogar bei den Gegnern Wulles nur als eine solche aufgestellt werden wird. Bas aber die Behauptung der jüdischen Abstammung Bulles betrifft, fo fann man dazu nur sagen, daß jener Redner sicherlich niemals Gelegenheit gehabt hat, Bulle zu sehen. Denn hätte er Gelegenheit gehabt, auch nur von weitem Wulle fehen zu können, er hätte sich wegen jeiner törichten, albernen Behauptung fchallend ausgelacht oder geohr'eigt. Im übrigen aber wird auch diese Angelegenheit, die auf die Kampfesweise der Deutschsozialen ein trauriges Licht wirft, dazu beitragen, daß die volfische Bewegung weiterhin auch aus den Reihen der Deutschsozialen gestärkt wird. Wir raten Herrn Wulle, noch ein weiteres zu tun und beim Zusammentritt des neuen Reichstags eine Haar. und Blut probe feiner so schändlich beschuldigten Großmutter auf den Tisch des Hohen Hauses zu legen. Denn dort soll man über Bulles Stammbaum feine eigenen Gedanken haben.. **** Wenn die Reaktion regiert... Die Rechtsregierung in Mecklenburg. Aus Schwerin wird. uns geschrieben: In der ersten Sigung des neuen Schweriner Landtages ent. wickelte der neue Ministerpräsident und Landbundjunker Freiherr von Brandenstein das sogenannte Regierungsprogramm der neuen Junterherrlichkeit im. Obotritenstaate, das austlang in einem Bekenntnis nach Aufrichtung der alten Herrlichkeit. Ausgerechnet von Brandenstein verkündete dabei als Aufgabe des neuen Kabinetts von Brandenstein verfündete dabei als Aufgabe des neuen Kabinetts die Wiederherstellung einer starten Staatsautorität. Dabei hat in Mecklenburg in den letzten Jahren niemand mehr als der Land b und die Staatsautorität fabotiert und unterwühlt und im politischen Leben und Kampf das Ethisch- Sittliche im Bolte auszurotten Pessimismus an der Börse. Obwohl man gestern felbft in Banktreifen angenommen hatte, das das Kursniveau für Effeften seinen tiefsten Stand erreicht habe, setzte sich heute die Abwärtsbewegung noch weiter fort. Die Ursachen dieser anhaltenden Schwäche des gesamten Effettenmarftes find einmal in der herrschenden Geldtnappheit in der Wirtschaft, dann aber vor allem in den Besorgnissen zu suchen, die man an die fommende Entscheidung der Sachverständigen fommission fnüpft. In diefer Beziehung ist der Beffimismus noch weiter start im Wachsen. Jm Devisenverfehr macht sich erneut eine beffere hab tung des französischen Franten geltend. Paris gegen London stellte sich im hiesigen Tauschverkehr auf 83. Im übrigen bleibt bie Nachfrage der Wirtschaft nach Devisen unverändert start. Die Repartierungen und die Kurse zeigten teine wesentlichen Verände rungen. Die Lage des Geldmarties ist, soweit es sich um turzs fristige Börsengelder handelt, flüffig. Der Reichsjuffizminiffer hat die bisher bestehenden Befonterem 28uder gerichte aufgeboben und mit der Wuchergerichts barleit wieder die ordentlichen Gerichte beiraut. Ronkordat zwischen Bayern und dem Papft. Die Korrespondenz Hoffmann meldet, daß das zwischen der bayerischen Regie rung und dem Bafitan vereinbarte Kontordat abgeschlossen ist. Die Reichsregierung hat keine Einwendungen erhoben. Blufige Zusammenstöße in Teheran. Dem Matin wird ge meldet, daß es in Teheran zu ernsthaften Zusammenstößen zwischen Republikanern und Monarchisten getommen ist. Eine Reihe von Personen find verwundet worden. Der perfifche Kronpring foll aufgefordert sein, so fdhnell wie möglich den föniglichen Balaft zu verlaffen. Max Hochdorf. flanglich großartig, doch noch zu fehr auf schöne äußere Wirkung| gewesen wäre. Man engländerte, ohne englisch zu sein. Es war gestellt. Es fehlt die heroische Innerlichkeit und das menschlich Er- auch auf der Bühne eher ein Barenhaus als ein englisches Landhaus. greifende( etwa im Moment der Speersplitterung). Das 3ant- Duo Mimes( Albert Reiß) und Alberichs( Otto Gorit) war so heftig wie föftlich. Die ſprach- melodischen Akzente Reiß sind musterhaft und partiturgerecht; ein Lieban- Ersatz. Auch das anmutige Waldpöglein Frizi Jol und Fafner Franz Sauer erfüllten gut ihre Aufgaben. Eine würdige Gesamtaufführung. K. G. Magie" in der Tribüne. Chesterton ist ein Magier und redet daher den Menschen zu, fie follen sich gut mit ben Geistern vertragen. Chesterton ist auch ein Tronifer. Darum läßt er einen Herzog einen Taschenspieler fragen: Sie find doch für Fort fchritt?" worauf der Profeffor Hotuspofus erwidert: Ich bin für jede Art Illusion." In diesem Doppelstile geht es weiter. Bald Binferton auf dem Theater, bald ein wenig Bernhard Shaw. Bange zu legen, er entläßt aber auch den nachdenklichen Kopf so schnell, Chesterton unterhält, er weiß sogar die Gedanken ein wenig in die baß sein Problem feine Geistes- und Leibesbeschwerden verursacht Die Mischung bekommt der englischen Komödie ganz gut. Man fühlt sich bald durch eine Detektiofache angezogen, bald durch eine etwas verfüßte Liebestendelei. Wird von Liebe gesprochen, so geschieht es allerdings am schwächsten Chesterton be'aftet eine amu fante Geschichte: Ein spleeniger Herzog, der bald für Fortschritt, bald für Rückschritt ist und beides fubventioniert, läßt seinen Neffen aus Amerita fommen. Der Junge ist drüben smart geworden, er glaubt nachts im neb'igen Garten spazieren geht und sich mit Elfen und Feen an nichts, nur an den Dollar, Aber er hat ein nettes Schwesterlein, das unterhält, weil es bei ihm irgendwo im Blute fingt. Da begegnet der jungen Dame Batrizia ein Befen, das sie für den Geift aus dem Jenseits hält, und die beiden besprechen sich mit magischer Träumerei. Das Wesen aus dem Jenseits war aber nur der Farenmacher und Talchenspieler, den sich der Herzog eingeladen hatte. Herzog und Neffe und Leibpfaff und Leibdoktor bilden sich ein, dieser Heren meister madhe alles nur mit der Geschwindigkeit und nicht in Kumein Stüd von einem Heiligen ist, der nun alles brangibt, damit er panei mit den Geistern. Das empört den Taschenspieler, der auch die ungläubigen Leute zufammentridt Der Herenmeister tut irgend wie ein Wunder, der ganz gottlofe Amerikaner wird verblüff, ha'b wahnsinnia, und er ist nur von dem Magier zu heilen, der aber nicht fein Geheimnis preisgibt. Das fouft spannend über die Bühne. Außerdem entpuppt fich der Herenmeister als Gent'eman. So wird. das engli che Anstandsgefühl befriedigt. Troßdem Herr Brefin einen außererbentlich düsteren, bei, nahe fanatischen jeder Schredenkammer hochwillkommenen Prof for Hokuspokus spielte, trotzdem sehr gewande, ernsthafte Schauspieler um den Magier herumftanden, tam nur eine flache, verwischte Aufführung zustande. Die einzelnen hingen zu sehr an ihrem Heimat bialeft. Man traf nicht die internationale, vom Risch durch eiren scharfen Strich sorgfältig ge, chiedene Gefälligkeit, die hier am Paz Das Solidaritätsgefühl der Mäufe. Ein Bergmann aus Cardiff sah auf dem Heimweg auf der Straße zwei Mäuse, die einen Zweig im Maul hielten und nebeneinander langsam dahintrottcten. Mit einem Hieb feines Spazierftodes tötete er eine der Mäuse und sat zu feinem S'aunen, daß die andere mit dem Zweig im Maul wie an den Boden gebannt stehen blieb. Als er näher hinsah, bemerkte er, daß es sich um eine blinde Maus handelte, der der getötete Kamerad als Führer diente, und die, des Führers beraubt, ihren Weg nicht fortfehen fonnte, Gerührt über dieses Gemeinsamfeitsgefühl, das er, ohne es zu wollen, verlegt hatte, trug der Bergmann die vers faffene blinde Maus nach Hause. Ein Seitenstück zu dieser Geschichte erzählt der Pariser„ Excelsior". Einige Arbeiter hat'en Zuf ucht in einer tief im Walde verstedten Köhlerhütte gefunden, fonnten aber in der Nacht fein Auge schließen, weil ein Rudel Mäufe in der Su te tie ganze Nacht hindurch ein tolles Treiben velführte. Bütent über die Störung, warf einer der Gesellschaft zwischen die umber. wundete. Die anderen waren im Handumdrehen in ihren Löcherr springenden Mäufe einen Sein, der eins der Tierchen schwer ver. verschwunden. Nicht lange darauf aber fam eine Maus aus dem Loch herausgetrochen, sah sich vorsichtig um, beschnüffelte den ver wundeten Gefährten und troch dann in das Loch zurück, um bat darauf mit einer anderen Maus wieder zu erscheinen Die beider Lierchen schoben und zogen nun mit unendlicher Borsicht das ver mundete Tier in der Richtung nach dem Loch, und es gelang ibner unter großen Schwierigtei'en auch, den verwunde'en Kamerater durch das Lech hindurchzubringen. Am folgenden Tage aber hatte die ganze Mäufegesellschaft die Hütte geräumt. Der amerikanische Weltilug. Der amerikanische Militärffug rund um die Welt hat von Cloverfield in Kalifornien feinen Aus gang genommen. Drei Flugzeuge starteten am 17. März mit den ersten Biel Secremen'o, von wo sie nach Seattle und Alaska wolken Ein vierter Flieger wird noch zu ihnen ftoßen. Der Weltflug. desser Dauer auf vier Monate berechnet ist und auf dem mehr als 50 000 Kilometer zurückgelegt werden sollen, geht über Alasta nach Japar und Korea, von dort nach Thingtau, Shanahai, Honotona Scicon die Route über Delhi durch Versien noch Bagdad, von dort nach Sar Indo- China, Bangkok, Ranoun und Kalkutta Von Kattutta führt Stephano über Belgrad nach Wien, Straßburg, Paris, London; von Londen über die Drtney und Faroer Inseln nach Island, Grön land, Labra rr. nech Quebec.. Washington und von dort über der nordamerikanischen Kontinent nach Los Angeles. Einen Heine- Abend veranstaltet die gitera fiche Vereinioung del Berliner Lehrenvereins am Montag, 24. März, abends 8 Uhr, in der Aule Niederwallstr. 12. Frau Else Beyer spricht Balladen, Viosa, Leşt Gediate. bringt Dafar Bolle am Sonntag, 23. März, 74, Ubr, in feinem Vortrage Märfi'che Vorträge. Im Kunstgemerbemufem, Bing- Albrecht- Str. 7a Marfilcher Frühling" 120 2id to Iber mit den schönsten Landschaften untere Mart Brander burg. Karten vorher bei Wertheim, Bote u. Bod usw. und ar der Abendkasse. Zeugenvernehmung im Zeigner- Prozeß. Leipzig, 21. März.( Eigener Drahtbericht.). 3 Polizeimelder in den Straßen. Die Schlagfertigteit der Schutzpolizei ist in Berlin bisher Sadurch beeinträchtigt worden, daß die Polizeiposten und Polizeistreifer sich nicht leicht von der Straße aus mit der nächsten Wace in Berbindung setzen fönnen. Noch schwerer ist es für die Wache, die Bosten und Streifen in den Straßen zu erreichen und fie an Stellen einzusehen, wo sie plötzlich gebraucht werden. Diesem Mangel foll eine elektrische Polizeimelderanlage abhelfen, die für das Gesamtgebiet Berlin geplant ist zunächst ist sie für das Polizeiamt Berlin- Mitte fertiggestellt worden, in dessen Be. ict die wichtigsten öffentlichen Gebäude liegen. Sofort nach der Eröffnung der Freitagfizung beantragt R.-. Dr. Marschner die Ladung von fieben zeugen zum Beweis dafür, daß Dr. Beigner im persönlichen Leben äußerst be. bürfnislos war, freigebig und hilfsbereit gegenüber fremden Menfchen, von einer gewissen Weltfremdheit, besonders in petuniären Dingen. Zunächst wird jedoch Dr. 3eigner selbst zu diesem Bunft gehört. Er erflärt, daß er wirklich von seinem Miniftergehalt be tändige Zuwendungen der Sozialistischen Ar beiterjugend, der Sozialistischen Studenten organisation und dem non ihm gegründeten Republita nischen Richterbund gemacht habe und daß er auch z. B. eine Gestern gab das Polizeipräsidium den Berirctern der Presse Broschüre, die zu Propagandazwecken unter den Beamten verfaßt Gelegenheit, die vor furzem in Benugung genommene Melder morden war, aut feine Resten babe berftellen laffen. Borbe straf. cnlage tennenzulernen. Telegraphenbirettor Dr. Tramm vom zukommen, brache sie auch unter Umständen in Stellungen unter. Polizeipräsidium schilderte die Entwicklung der für Berlin geschaffe. Er fei organisierter Alkoholgegner, Nichtraucher, feine einzige Leis für die Feuerwehr gebaut wurde. Das Telegraphennes der Feuernen Meldeeinrichtungen, beren erfte nach 1851 von Werner Siemens denschaft sei seine Bibliothet. Benn er Geld in der Tasche gehabt babe, to will er es entweder für andere ausgegeben oder feiner wehr, die ja eine Abteilung ber Polizei war, wurde dann auch zur Frau usgehändigt haben. Letztere sei äußerst haushälterisch, höch- Uebermittlung von Polizeibepefchen benutzt. Später aber erhielt ftens, daß sie sich die Garderobe etmas fofien ließe. Der Staatsanwalt widerspricht der Badung der Zeugen im großen und ganzén, da nach der Erklärung Dr. Zeigners die von Dr. Marschner genannte Lafache als wahr unterstellt werden könne. Das Gericht behält sich die Entscheidung vor. Die is erster Zeuge wird dann der auf Antrag ber Staatsanwaltschaft geladene Bürgermeister Neumann vernommen. Er hat sich durch ein Schreiben an die Staatsanwaltschaft in der Absicht darüber auszusagen gemeldet, daß einer schon zu einer Zeit, als Dr. 3.igner noch nicht Minister geworden war, fiber feine Unterredung mit letterem gesprochen habe. Er ist Schulfamerod des Zeugen Weiner und schildert ihn als urteilsfähigen und wahrheitsliebenden, jedoch rechthaberischen Menschen. Unter dung Weiners mit Dr. Beigner im Borzimmer des Rom mandanten hat Weiner in Wirklichkeit so dargestellt, mie Zeuge es in in Prozeßzberichten gelesen hat. Der Ausgangspunft Don Beiners Erzählung sei ein altoholischer Erzeß gewesen. Als dann Dr. Zeigner Justizminister geworden war, habe einer darüber feine 3erwunderung zum Ausdrud gebracht. Er felbft glaubte bama's, baß es feine moralische Pflicht sei, die Sache der Deffentlich. feit zu unterbreiten, unterließ es aber, ba er befürchten mußte, die Cozialdemokratische Partei würde bie Mitteilung ais politische Attion auffaffen, und, da er als Bürgermeister fehr gut mit der faziastemokratischen Mehrheit austam, Unannehmlich. feiten entstehen. Er hat aber den Rechtsanwalt Bethel, der mit glied des Landtages ist, fchon im Jahre 1921 Davon in Kenntnis gefeht, der versprach, die Sache in Auge zu behalten. Dr. Marschner teilt dem Gericht mit, daß er aus der Irrenanstalt von einem Menschen zwei Schriftftide er halten habe, das eine sei an die Berteidigung adressiert, das andere an den Borsitzenden. Darauf gibt Dr. Schüß, der den Auftrag hatte, den Zeugen Weiner zu unterfuchen, sein Gutachten ab. In der Entwidlung des Zeugen fei nichts Bemerkenswertes zu verzeichnen. Der objeftine fund meist höchstens auf eine gewisse Nervosität hin, fonff liegt nichts Berdächtiges vor. Der Zeuge ist als psychiatrisch einwand frei zu verzeichnen. Die Erinnerungsfähigkeit ist von ihm nicht geprüft worden. Die Fahnenflucht an und für sich fönnte ben Berdacht einer gewissen Binchopathie auffommen laffen, aber nach dem Eachverhalt würde das in diesem Falle nicht zutreffen. Auf die Bernehmung der Frau Brand, die über die abgehackten Gänf latschen aussagen foll, wird vom Staatsanwalt und von der Berteidigung verzichtet. Ebenjo verzichtet man auf die Aussage des Arztes Dr. Schminte. Darauf wird die Erörterung des Falles Friedrichsen fortgesetzt Der Beuge Priborsti, äußerst harthörig, bleibt wie wie alle anderen Zeugen, die im Berbacht stehen, Bestechungsgelder gegeben zu haben, unvereidigt. Er war mit Möbius nach Dresden hinübergefahren, und in seiner Anwesenheit ist damals auf dem Neustädtischen Bahnhof das Gesuch an Dr. Zeigner überreicht wor b: n. In Bezug auf die Schmudlachen fagt der Zeuge aus, daß Möbius die Sachen für fich und nicht für den Minister verlant habe und es ihm, dem Zeugen, auch einerlei mar, mas er mit ihnen machen würde. Dem Zeugen wird vorgehalten, daß er in der Bor untersuchung ausgefagt habe, daß Möbius die Sachen verlangt habe, Damit er" in Dresden fich einen Gegenstand aussuchen könne, der ihm" dann zum Einlaufspreis abgetreten werden folle. Dieses er" fommt dann wiederholt in Möbius Bernehmungsprotokoll vor. ( Forifegung in der Morgenausgabe.) Der russisch- chinesische Konflikt. Condon, 21. März.( WIB.) Reuter meldet aus Peting: Das am 15. März durch den Sowjetgefandten Karachan an die chinefische Regierung übersandte Ultimatum hatte eine Antwort binnen drei Tagen bezüglich des chinesisch- ruffischen Bertragsentwurfs gefordert. Gestern ist die Frist abgelaufen. Barachan fandte eine neue note, die befagt, die Verhandlungen feien beendet und fönnten nur dadurch wieder aufgenommen werden, daß China die Beziehungen zu Rußland bedingungslos herstellt. Das Kabinett wird die Angelegenheit heute erörtern. Reuter erfährt, daß in maßgebenden britischen Kreisen teine Deftäägung der Meldung eingetroffen ist, wonach die chinesische Regerung den Sowjetgefandien Karachan ersucht habe, Peking zu verlaffen. Macdonalds Friedenspolitik. Neue Vorschläge an Poincaré. Condon, 20. März.( TU.) Zu dem neuen Schriffwechsel zwischen Macdonald und Poincaré verlautet in eingeweihten Kreisen, Macdonald habe an Poincaré ein Schreiben gerichtet, in dem er sick die Polizei ihre eigene telegraphische Meldeeinrichtung, die entsprechend dem Fortschritt der Technik immer mehr vervollkommnet wurde. Auch die Borteile des schreibenden Telegraphenapparats, Auch die Vorteile des schreibenden Telegraphenapparats, des Inpendruders, wurden für die Polizei nußbar gemacht. Eine große Ferndruderonlage ermöglicht, von einem gemeinsamen Geber aus an alle 200 Bolizeiftellen oder an eine Auswahl davon Nachrichten in Typenbrud zu senden. Die neue Melberanlage, die jetzt hinzugekommen ist, bedeutet einen weiteren Fortschritt. Direttor Bügler von der Siemens und Halste A.-G., die sie gebaut hat, erläuterte sie bei der Besichtigung. Die 3entrale ist beim Polizeiamt Berlin- Mitte am Moltenmarkt untergebracht. Die zu diesem Bolizeiamt gehörenben 25 Polizeireviere haben jebe einen Empfangapparat, und über den Bezirk find zunächst 30 Boli zeimelder verteilt worden. Die Melberta sten sind in den Straßen tells an Häusern, tells an Beleuchtungsmaften ange bracht. Man findet sie z. B. am Spittelmarkt, an der Ede Friedrich ftraße und Unter den Linden, an der Ede Wilhelm- und Leipziger Straße. Melder und Wachen sind mit dem Polizeiamt durch ein Leitungsneg verbunden. Bon den Meiderapparaten, die mit einem Schlüffel zu öffnen find, fönnen Alarmsignale nach dem Polizeiamt gegeben werden. Diese sind von verschiedener Art, je nachdem polizeiliche Hilfe( Streife, Bereitschaft, Ueber. fallfommando) oder sanitäre Hilfe( Arzt. Strantenwagen) her beigerufen werden soll. Die Meldungen werden auf bem Bolizei. emt beim Eingang burd) automatischen Zeitaufbrud registriert und sofort an die dem anrufenden Melderapparat nächstgelegene Polizeiwache weitergegeben, damit von dort aus die erforderliche Siffe gebracht merten fann. Eine Verbindung von der Bache aus zuinem Straßenposten fann bewirft mer. den durch Weckerp den( am Tage) und durch elektrische Lampen ( bei Dunkelheit). Die über dem Melber angebracht sind. Die Bloden oder Lichtsignale alarmieren den in der Nähe stehenden Boften. Eine Fernfprecheinrichtung im Meldekasten ermöglicht es dem Poften, Informationen entgegenzunehmen. Es fann nötig werden, die unterwegs befindlichen Sicherheitsmann schaften von wichtigen Bortommnissen zu unterrichten oder sie auf ihren Rundgängen zu fontrollieren. Sie selber müffen in der Lage fein, weitere Hilfe zu ihrer Sicherheit herbeizurufen oder ihre Beobachtungen an die Dienststelle zu melden. Der Mangel einer eige nen Einrichtung, fich telephorisch mit Straßenvosten zu verständi gen, wurde bisher von der Polizei als eine Erfdwerung empfun ben. Die Straßenposten hatten nur die Möglichkeit, in Schant wirtschaften und Ladengeschäften die Fernsprecher zu benutzen. Auf diesen fragwürdigen Rotbehelf tönnen sie jetzt verzichten. Melderanlagen, wie die hier geschilderte, gibt es in Amerika schon seit längerer Zeit. In Europa ist eine so vollkommene Anlage bisher nicht gebaut worden Berlin hat hier die erste Anlage dieser Art erhalten. Sie bleibt der Bolizei zum Gebrauch Berlin hat hier die erste vorbehalten, aber mittelbar nügt sie auch der Bevölkerung. Polizei melder können nicht, wie Feuermelder, von Privatpersonen aur Herbeirufung von Hilfe benutzt werden. Jeber hat aber die Mög lichkeit, durch den in der Nähe eines Melders stehenden Bosten in türzester Frist die zuständige Bache zur Entsendung ausreichender Hilfe zu alarmieren. Im übrigen bedeutet felbstverständlich auch das einen Gewinn für die Bevölkerung, daß durch diese Melderanlage die Schlagfertigteit der Polizei er. höht wird. Die Hundesteuer. Nach der vom Oberpräsidenten genehminten Hundesteuerord nung gelten für das Steuerjahr 1924 folgende Hundesteuerfätze: für den ersten Hund 30 m., für den zweiten Hund 60 m., für den dritten hund 90 m. und für den vierten und jeden weiteren Hund 120 M. Die Besteuerung der Wachhunde ist vom 1. April b. 3. ab für ganz Groß- Berlin auf folgender GrundTage neu geregelt: Auf Antrag bleiben steuerfrei Hunde. die zur Bewachung von Gebäuden, Gehöften, Blägen und Klein gärten gehalten werden, sofern sie hierzu geeignet sind, und am Tage im Freien an der Rette liegen. Dergleiden Befreiungsanträge finb bis zum 31. März 1924 an das zuständige Bezirkssteueramt einzureiden. Daneben bleibt der Gemeindebeschluß vom 30. Mai 1923 in Kraft, wonach in den am Ronde der Stadt gelegenen Orts teilen mit ländlicher Eigenart die Steuer für den ersten Hund als Wechbund nur mit ein Biertel des Steuerfakes erhoben wird. foweit nicht für die Kettenhunde völlige Eteuerfreiheit eintritt. In Fort fall fommt daaegen die bisherige Steuervergünstigung für Machhunde in Gewerbebetrieben, die nicht mit einer Wohnung verbunden find. Für finderlofe Ehepaare und alleinftehende Berfonen über 50 Jahre, die ein Jahreseintommen unter 600 Goldmart haben. wird auf Antrag die Steuer für einen einzigen Hund auf ein Fünftel ermäßigt. In den nächsten Tagen wird mit der Ausgabe des neuen Fern. Das neue Fernsprechbuch für Berlin und Umgegend. Vorschläge nach den nachstehenden Gesichtspunkten entwidelt: Frant. fprech buches für Berlin und Umgegend begonnen rich habe das Recht, cine Regelung der Frage der Sicherheit werden. Da nicht affe Teilnehmer gleichzeitin beliefert werden können, zu fordern, da es jetzt in der Luft hänge, nachdem Großbritannien erhält jeder Teilnehmer, fobald ein Buch für ihn zur Verfügung steht, und Amerita bas Sicherheitsabkommen verworfen habe, das fcinet- eine Benachrichtigunesforte, die zur Empfangnahme berechtigt und zeit von Wilson unterzeichnet wurde. Ferner entwidelle Macdonald Ort und Zeit für die Abholung des Buches angibt. Das alte Fern tie 2insicht die deutsche Gefahr möge für Frankreich in der fprechbuch der lebten snabe ift beim Empfang des neuen Buches ftben Weise best hen nile tie franzöfifche Gefahr für Deutschland nach abzugeben oder ftatt deffen eine Gebühr von 1.50 m. fonleich zu 1:73 bestand, und daher müffe man gegen diese Gefahr Borteh- entrichten. Die Inhaber neuer Anfeflüsse, denen bei der llebergabe des Apparates ein Ferrfprechbuch nicht ausgehändigt werden fonnte, rungen treffen. Sodann legt Macdonald Elafpruch gegen en bas neue bei Borlegung der vom Bauführer ausneftellten Militärverträge der Vorkriegsari ein, weil er glaube, diese Bescheinigung. Das Fernsprechbuch wird gegen eine Gebühr, von erzeugen neue Kriege, und er schlägt daher vor, daß Deutschland 30 Bf. ins Haus gebracht, wenn es der Teilnehmer beantragt oder In den Botterbund aufgenommen werde, damit es sowohl wie bas Buch innerhalb 5 Tagen nicht abgeholt worden ist. Das neue Frankreich durch den Bälterbund die gleiche Berficherungsdedung Fernfprechbuch weist zwei wesentliche Menberungen Finet. Wenn dies geschehen ist, schlägt er eine britife Gagemenüber dem fekten out. Trok feiner arößeren Seitenzahl( rund rantie vor, in der Großbritannien zusagt, alle feine Streifträffe 1575 gegen 1400) ist es infolae der Verwendung der Normal zu Lande, zur See und in der Luft gegen das Land anzuwenden, größe A4( 210 297 Millimeter) handlicher geworden. Sodann wie die Erfahrung lehrt das einen konflikt provoziert, ohne den Streitfall zuerst dem Völker zeiren die Vorbemerkungen, die bisher leider immer nur von menig Teilnehmern gelefen werden, bunde unterbreitet zu haben. Die weiteren Borich'äge Macdonalds beziehen sich auf die endgültige Regelung der Reparations affuman alles für den Zeilnehmer über den Fernsprecher und feine in wefertlich andere Gestalt. In ihnen ist in neuer Form und fragen. Benukung Wissenswerte aufgeführt. Besondere Beachtung verdient die Zahlenaussprache und die Benuzungsanweisung. Die lektere enthä't auch Erläuterungen über den Verkehr mit den Teil nehmern des schon bestehenden Selbstanschlukamtes Zehlendorf und denen des in nächster Zeit zu eröffnenden Selbstanschlußamtes Potsdam. Im Berkehr mit diesen Aemtern ertönt ein Freizeichen, wenn der gewünschte Teilnehmer angerufen wird. Dieses Zeichen ver wechseln viele mit dem Befehlzeichen; nähere Erklärungen enthalten Bejchießung der amerikanischen Truppen in Honduras. Nach Meldungen aus Washington hat bas amerikanische Marineamt Renntnis davon erhalten, daß die Truppen der Republik Honduras cuf amerikanische Soldaten, die zum Schuß amerikanischer Bürger in der Nähe der Hauptstadt gelandet waren, Gewehrschüffe abgegeben haben. bie Borbemerkungen, deren Beachtung allen Teilnehmen zu ihrem eigenen Vorteil empfohlen wird. Der übliche rote 3ettel, ber auch dem neuen Fernsprechbuch wieder beigegeben ist, gibt Hinweise über die bevorstehende Inbetriebnahme der neuen Frnsprechver mittlungsstellen Bismard und Oliva, sowie über die Einführung des Selbstanschlußbetriebes für Botsdam und Nowawes. Es wird dringend empfohlen, die Anweisungen des Zettels genau zu beachten. Die Frau in der Notwehr. Berzweiflungstat einer unglüdlichen Mufter. Das Martyrium einer unglüdlichen Ehe entrollte eine Ber. handlung vor der 5. Straffammer des Landgerichts, unter Borsik von Landgerichtsdirektor Bandmann. Angeklagt war eine junge Frau, Anna Breest, die unter Tränen schilderte, wie sie zu ber Berzweiflungstat getommen war, ihren Ehemann durch drei Revolverschüsse zu töten. Mit erschütternden Worten schilderte die Angeflagte ihre Ehe, der drei Kinder entsprossen sind. Der Mann arbeitete faft nie und war dem Trunk ergeben. Zuerst hatte er ein Berhältnis mit der Schwester der Angeklagten. Wenn seine Frau ihm Borha'tungen machte, mißhandelte er fie auf das schmerfie. Ebenso erging es ihren Kindern. Schließlich trennte sie sich von ihrem Mann, aber er tam täglich mit der Bitte, ihm wieder aufzunehmen. Mit Rücksicht auf meine Kinder habe ich das getan, so erklärte die Frau, er hiel aber sein Wort nicht. sich ordentlich zu betragen. Ja tam bald dahinter, daß er ein Verhältnis mit einem Mädel hatte, und durch eine anonyme Buschrift wurde ich an eine bestimmte Stelle bestellt, Ich hatte auch eine Aussprache mit der betreffenden Dame und habe mo ich meinen Mann mit dem Mädel au jedem Lage treffen tönnte. ihr, was mein Mann ihr verschwiegen hatte, eröffnet, daß er vera heiratet und Vater von drei Kindern fei. Als mein Mann das ere fuhr, hat er mich in fürchterlicher Weise mishandelt. Auch die Kinder wurden von ihm ständig geschlagen und er hat ihnen die Kleider vom Leibe geriffen und die Wäsche vera brannt. Das Leben war unerträg'ich. In den letzten Tagen hat er förmlich geraft. Mein Körper war immer blau und grün ge schlagen. Am 30. Mai, Sonntags früh, tam er um 5 Uhr nach Haufe. Er schlug mir gleich ins Gesicht, schleifte mich an den Haaren und warf mich auf das Bett. Die Kinder schrten, die Tür hatte er abgefchloffen. Schon vorher hatte ich mir aus Verzweiflung einen Revolver getauft, denn ich war das Leben überbrüffig und wollte mit meinen Kindern aus dem Leben gehen. Da padte mich die Berzweiflung. Ich ariff nach dem Revolver und habe auf ihn geschoffen. Bors: Ihr Mann hat im Krankenhaus gefagt, daß Sie erft, nachdem er von Ihnen abgelassen hatte, der Revolver entsichert und dann gefchoffen haben. Sie hätten auch, als er auf dem Boden lag, zwei Schüsse auf ihn abgegeben. Angefl.: Das weiß ich nicht, mein Mann war wie ein Rasender. Ich weiß nicht, wie das gekommen ist. Ich bin dann zu den Nachbarsleuten hinuntergelaufen und habe mich ber Polizei geftellt Mein Mann hat lange Zeit im Krankenhaus gelegen, ich habe ihn besucht und wir haben uns auch verföhnt. Er wollte dann auch in das Haus zurück und ich habe ihn wieder aufgenommen. Er ist dann nac ( echs Wochen gestorben. Bors.: Hatten Sie sich nicht gea Angefl: Jas fürchtet, daß Ihr Mann auf Sie losgehen würde. wohl, er fam ja wieder auf mich zu. Er hatte auch die Tür abe Die Polizeiärztin Dr. Ca fchloffen, sonst wäre ich hinousgelaufen. now Fälsch hat die Angeklagte am 1. Suni, zwei Tage nach dem Borfall, untersucht. Ihr ärztliches Attest stellt zahllose blaue und grüne Flede an Körper, Hals und Kopf, fomie Schrammen und ichorfbedeckte Berlegungen fest. Am Kopf find Stellen von ause geriffenen Haaren vorhanden. Eine Nachbarin will beobachtet haben, mie der Mann 20 Pf. auf den Tisch legte und zu seinen beiden älteften Kindern fagte:„ Du hast hier ein Beil und Du ein Meffer. un geht aufeinander los, bis das Blut fommi -Auf Befragen von Rechtsanwalt Dr. Puppe bezeugt die Zeugin, Rinber saubergehalten habe. Auch die Flurnachbarin, Frau Hellwig daß die Angeklagte immer fleihin war und ihren Haushalt und die stellt der Angeklagten ein ähnliches Reugnis aus und äußert sich in gleicher Weise. Staatsanwalt Latté hielt Notwehr nicht für vors liegend. Die Angeflagte habe sich mit dem Gebanten den Revolver getauft, entweder er oder ich. Ste hätte fich ja scheiben lassen fönnen. Der Staatsanwalt beantragt wegen Körperverlegung mis anwalt Buppe vertrat den Standpunkt das unbedingt not Todeserfolg die Mindeststraße von drei Jahren Gefängnis.- Rechtsmehr vorliege. Auch in der Ehe müsse das Recht zugestanden werden, fich gegen widerrechtliche Anar ffe zu wehren. Die tleine schmächtige Frau sei den schwersten Mißhandlungen des großen, fräftigen Mannes ausgesetzt Gewesen. In einer folchen Situation gebe es? eine juristische Tiftelei, cb nicht die Notmehr übera schritten werden könnte. Jedes Schwurgericht würde die Angefagte ohne weiteres freisprechen. Er fei überzeugt, daß auch die Straf fammer aus juristischen Erwägungen Notwehr annehme und die Angeklagte freispreche. Das Gericht fam nach kurzer Beratung zu einer Frei. Ange flagt.e n. Wie Landgerichtsdirettor fprechung der Bandmenn im Urteil ausführte, müffe man fich auf eine Notwehr auch vorbereiten.. ,, Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Bostauflage bei. Der Preis für Bollmilch beträgt, vom Kleinhändler an den Bera braucher abgeben, 31 Pf. pro Liter, vom Kuhftall an den Ber braucher abgegeben 34 Pf. Der Preis für Megermilch beträgt 12 Bf. Diese Preise gelten vom 22. Mär 1924 ab. Bom aleichen Tage ab treten bie bisherigen Breife außer Kraft. Auf die A- Milch farten wird ein breiviertel Liter und auf die B- Karten, sowie für werdende Mütter( C- Karten) ein halber Liter Vollmilch abgegeben. Gasdiebe hatten fich in einer Berufungsverhandlung in Moabit zu verantworten. Ein Klempner Sch. aus Niederschönhaufen und feine Geliebte S. waren wegen unberechtinter Gasentnahme zu 7 Monaten bzw. 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden, ein anderer Gasdieb. aus Weißensee hatte 4 Monate Gefängnis erhalten. Die Bea rufung wurde verworfen und die Angeklagten müssen nun ihre. Strafe antreten. Es muß immer wieder darauf hingewiesen werden, welches Berbrechen diese Diebstäble in ihrer Gefahr für die Mitbewohner der in Frane tommenden Häufer darstellen. Deshalb sollte es jeder für seine selbstverständliche Pflicht halten, rücksichtslos gegen solche Mitmenschen vorzugehen. Für die Jugendwelhe in Treptow am Sonntag, 23. d. m, vorm. 11 Ubr, In der Aula des Realgymnafiums, Neue Kruaallce 6, find am Saaleinaang noch Eintrittstarten zu baben. Rarien für Erwadiene 75 Vf., für Kinder 40 Bj. Radio rif vo'tsfümlichem Vortrag. Eine Radioftunde mit vollstümlicher Einleitung findet auch am Freitag, den 21. März, wiederum in der Schul aula Ederfir. 16, halt. Cintritt für Erwachsene 30, für Kinder 20 Bf. Die Gesamteinnahme wird zur Speisung der notteidenben stinder bes Berliner Ditens verwandi. Noch immer deutsche Kriegsgefangene in Rußland? In Tilsit ist der deutsche Kriegsgefangene Reiff aus Rürnberg eingetroffen, dem es gelungen ist, in mühevoller Fußwanderung aus der russischen Gefangenschaft zu entweichen. Er berichtet, daß in Grtowizfn noch weitere 17 deutsche Kriegsgefangene gewefen feien, als er den Ort verließ. Ein ehemaliger Kriegsgefangener aus baß in Samar a im Lazarett fich eine große Anzahl friegsbe dem Kreise Wehlau fagte bei seiner amtlichen Bernehmung aus, Schädigter deutscher Kriegsgefangener befindet. Groß- Berliner Parteinachrichten. 56. Abt. Charlottenburg. Sonnabend. den 22, 18 Uhr, Funitionärsigung bei Cler Rantftr 63 Die Funktionäre der 2. Gruppe find befonders bazu ein ex 108. Abt. Röpenid. Sonntag, den 23.. Kranenieberlegung an den Opfer des Kapp- Butsches. Treffpunkt 9 Uhr früh am Kölnischs& Part Gewerkschaftsbewegung werden, um den Kampf möglichst in die Länge zu ziehen, um die Gewerkschafts- Ausnahmegeseh in Jtallen. Das Defret vom 24 Januar 1924 unterwirft die Arbeiterorganifationen der Aufsicht der Präfeften. was an der Rommunistischen Bartei liegt, muß affes aufgeboten Stimmung der streifenden und ausgesperrten Arbeiter auf den Siebepunkt der Berzweiflung zu treiben, damit die fommunistische Partei. juppe zum Kochen tommt. Nur darum dreht es fich für die Mos fomiter bei allen Lohnfämpfen der Arbeiterschaft, in Hamburg, in Ludwigshafen a. Rh., wie überall Das Dekret läuft auf die vollständige Abwürgung Die reformistische Gewerkschaftsbureaufratie", ble bemüht ist, ber Gemertschaftsbewegung und jeder Koalition von die wirtschaftlichen Kämpfe so zu führen, daß bet möglichster Ber. Arbeitern hinaus, indem es ihnen die Berfügbarkeit über meibung unnüßer Opfer der größtmöglichste Erfolg erzielt wird, steht ihre eigenen Gelder nimmt. In der heutigen Lage in Italien den kommunistischen Be trevolutionsstrategen im Wege und wird mag bas teine praktische Bedeutung haben: unter dem einen oder beshalb in tollster Weise von ihnen beschimpft. Das wird jedoch bem anderen Vorwand hat die Regierung längst hand gelegt an die reformistische Bureaukratie nicht von der Notwendigkeit ab. allen Befiz der Arbeiterschaft, z. B. durch die Bernichtung der Ar halten, den„ revolutionären" Phrasenheden immer wieder auf die beitsgenossenschaften von Molinella und Einziehung ihres Vermögens, Finger zu topfen. Die Ausschlachtung der gewertschaftlichen durch die Berschleuderung der Millionen ihrer Konfumpereine, buram pie au fommunistischen Parteisweden ist ein unzählige Beschlagnahmungen, von den durch die Regierungspartei Berbrechen an der Arbeiterschaft.. porgenommenen Berwüstungen, Bränden, Blünderungen ganz zu schweigen. Aber das Gefeß der legierung des Wiederaufbaus" Derhindert auf alle Zeiten die Bildung neuer Rampf fonds, und die Regierung des freien Spiels der Kräfte", die nich schnell genug alle Staatsbetriebe der Privatindustrie ausliefern fann, ftellt alles was die Arbeiter getan haben, tun und tun werden, unter eine beft anbige eritidende Schußauffight. As Anlaß des Geleges wird das Vorliegen begründeten Berdachts" angegeben eines Mißbrauchs des öffentlichen Bertrauens oder uns rechtmäßiger Verwendung und Umgestaltung des Vermögens zum Schaben des Mitglieder und zu Zweden, die nicht die des wirtschaft. fichen und moralischen Beistandes der Arbeiter find". Generalversammlung des Baugewerkbundes. Dr. Bagner som Berband sozialer Baubetriebe einen inftruttiven In der Gerneralversammlung ant Donnerstag hielt Genoffe Bortrag, dem eine Distuffion im zustimmenden Sinne folgte. Thons berichtete bann über die örtlichen Bohnverhandlungen und die zentralen Reichelarifverhandlungen. Das Bohnabtommen ist am 11. März von ben freien Berbänden gekündigt worden, während die chriftlichen Gewerkschaften sich dazu nicht verstehen fonnten. Nachdem tie Berhandlungen zunäcyft gefcheitert weren, be chäftigte fich das Bezirtslohnamt am 14. März unter Bor. i Dr. Sells mit der Sache und fällte einen Sprud, der bis zum März 31. arz eine Lohnerhöhung von 5 Bf verfieht. Da die Arbeit geber diefer Spruch abgelehnt haben, ist dessen Verbindlichkeitserklärung beant.ogt worden. Die Verhandlungen zum Abschluß eines Reid starifs gehen nur langfam vor sich. Diefer Tage gelang es erst wieber burch Bermittlung des RAM. die Par telen an den Berhandlungstisch zu bringen. Es wurde dort der Vorschlag gemacht, ben alten Tarif bis zum 15. Mai meiterlaufen zu laisen, mit Ausnahme der Arbeitsze bestimmungen, die in den Begirten geregelt werden sollten. Diesem Vorschlag konnten sich die Arbeitnehmerorganisationen nicht anschließen, so daß bis zur Berichterstattung an ben Minister die Angelegenheit wiederum ruht. Die Versammlung nahm dann die Kandidatenaufstellung für die Ortsverwaltung vor. Beschlossen wurde, bak bie Stantibaten für die engere Berwaltung 10 Jahre Mitglied der Sammlung und Beröffentlichung bes wichtigsten Waterials, son bez Berpflichtung der kommunistischen Parteimitglieder, fofort thren Austritt aus den Gewerkschaften zu vollziehen. bis zur Einberufung eines Gewerkschaftstongresses, die nach der Erklärung von Loopsti zmcifellos bie Spaltung der Gewertschaften bedeutet, hat der Vorstand des Holzarbeiterverbandes fich um die beutsche Gewerffchaftsbewegung verdient gemacht. Die PD.- Zentrale mb thr Mitteleuropäisches Bureau für die Verbreitung ruffifcher Barbien in ben beutschen Gewerkschafen mögen sich brehen und wenden, wie sie wollen, fie fönnen die bokumentarischen Beweise für die verbrecherifde tommunistische Bühlarbeit in den Gemertaflen nicht abstreiten. Die Zeit des Bapierens und der Ronzeffionen ist vorbei, die Dinge drängen zur Entscheidung. Die Auftlärung unserer Ge wertschaftsgenossen ist daher eine der wichtigsten Aufgaben. Jeder Gewerkschafter, der ein flares Bild über die fommunisti chen Treibe. reien gegen bie Gewerkschaften gewinnen und fich ein objetfives Urteil bilben will, lefe die fleine Broschüre Wer sie nicht durch seine Gewertschaft beziehen fann, wende fich an die Berlagsanstat des Deutschen Holzarbeiterverbandes G. m. b. 5., Berlin SD. 16, Anit Röllnischen Bart 2. Bereinbarung in der Maßschuhbranche. Mit dem Verein Berliner Magichumachermeister fam, borbe haltlich der Zustimmung der beiderseitigen Bollversammlungen, folgende Vereinbarung zustande: Der bisherige Zarifbertrag behält seine Gültigkeit bis zum 31. März 1925. Der Stundenlohn beträgt vom 24. bis 29. März 70 f. bom 31. März bis 26. April 75 3., für Arbeiterinnen und als Atfordbafis für Reparature 5 Biog. weniger. Tritt im April eine Steigerung der Inderziffer für bie Bebenshaltung ein, mindestens jedoch im Auemage box betipieleweife 1.076 au 1,08, fo finden neue Verbandlungen statt. Die Arbeitszeit und die Ferien bleiben somit wie bisher bestehen. Berordnung über Gewerkschaften in China. Das Gesez bezeichnet als der Aufsicht unterworfen, bte Bereinigungen( Affociazioni) und Korporationen jeglicher Art und jeglichen Namens, auch wenn sie den Charakter der Rechts fähigkeit haben, die die finanziellen Mittel für die Ent faltung ihrer Tätigkeit ganz oder teilweise aus Beiträgen von Arbeitern ziehen, feien es wechselnde oder feste Beiträge, frei willig oder durch das Statut ausbedungene oder anderweitig obli gatorische, von Mitgliedern oder von Dritten, zu dem Zwede, den Arbeitern wirtschaftlichen und moralischen Beistand unter irgend welcher form auch in direfter Selbstverwaltung zu gewähren". ' s biele Lesart im vorigen Jahre im Ministerrat distutiert wurde, murde der Abgeordnete Genoffe D'Aragona als Generalsekretär ber Konföberation der Arbeit bei Mussolini vorstellig und erhielt die Berficherung, daß es nicht 2bsicht des Gejeges fei, bie Arbeiterbewegung in ihrer gewerthaftlichen Tätigkeit zu hemmen. Organisation fein müssen. Neben ben bisherigen Funktionären follen Arbeiter eines jeben Berufs befugt fein, zur Sogar ber und ihrer gemeinschaft. einzuleben sei, warum die von Arbeitern aufgebrach. ten Gelder in ihrer Verwertung tontrolliert werden fofften, wenn die Finanzgebarung der Unternehmer organisationen von jeder Kontrolle frei bleibe. Heute haben sowohl Muliolini sein Bersprechen als der Reffaggero" feinen Einwurf längst pergeffen. Die leberwachung über die Gelder der bezeichneten Körper. schaften fibt der Bräfeft aus, der höchste Regierungsvertreter der Brovinz. Gegen feine Entscheidung bann man appellieren.. an bas Ministerium des Innern, also an die Behörde, in deren Namen er handelt; im Klagewege fann die vierte Sektion des Staatsrates angerufen werden. Die Ueberwachung erfolgt durch Inspektionen und Erhebungen über die Tätigkeit der betreffenden Körverschaften und kann zu folgenden Maßnahmen führen: zur Aufhebung ihrer Beflüsse und in schweren Fällen zur Auflösung ihrer Berwaltung und Ernen. nung eines Kommiffärs ber Bräfettur zur Berwaltung des Bermönens der Organisation; dieser Kommiffär sollte eigentlich nur ein Jahr im Umte bleiben, tann aber auf einen motivierten Antrag des Kommisjärs um ein weiteres Jahr verlängert werden; es fann fchließlich bie& iquibation des Bereinsvermögens perfügt werden, mit Beräußerung des unbeweglichen Befihes und Aufteilung des Erlöses unter die Mitglieder oder durch lleber meifung an andere Bereine und Institutionen(!), bie den Smeden wirtighaftlichen und moralischen Schutzes der den Vereinen angehörigen Arbeitergruppen beffer entsprechen. Das Gefes lähmt tatsächlich jebe Bewegungsfreiheit der Arbetter, foweit fie fich in Girne bes Slaffenfampfes betätigt, es ftempelt den Arbeiter zu einem Bürger zweiter Drbnung und reißt gleichzeitig bem falchistischen Grundfaß der Autonomie und freien Betätigung aller Kräfte die Maste ab: ber Arbeiter ist ber ewig Unmündige, er weiß nicht, wie er fein einenes Gelb am besten ver menbet: ihm das von Fall zu Fall zu zeigen, ist der Präfekt da und der Minister des Innern. Die Arbeiter dürfen feinen Kampf fonds bilden; zum„ Rämpfen" haben wir die faschistische Miliz und für die bezahlt der Staat... Kommunistsche Suppenkocherei. Die kommunistische Partei schürt jeden gewerkschaftlichen Kampf, um ihre Parteifüppchen daran zu kochen. Da diele ohnehin ungardeßbar sind, verfchlägt es ihr weiter nichts, ob sie geraten der nicht, da nicht ihre Bonzen, sondern die Arbeiter ihre Suppen aus. Löffeln müssen. In Hamburg hat die revolutionäre Gemert fchaftsopposition" zum Kampf der Hafen- und Werftarbeiter in einer felbstverständlich gewaltigen" Rundgeburg Stellung genominen und babe nichts weiter gefordert als die„ Freilaffung aller proletari'den politischen Gefangenen", die Rüdgängigmachung des Ausschluffes der kommunistischen Vertreter aus der Bürgerschaft, die Aufhebung des Berbots des fommunistiden Barteiblattes und bamit die Sache, um die es fich für die Safen und erft. arbeiter breht, nicht vollständig außer Betracht bleibt die Burüdziehung ber Leno" und der Sipo" aus dem Hafen. Es gilt die Abwu gungsversuche der reformifti en Bureautratie zu pereiteln" fagt die Rote Fahne". Mit anderen Borten, Bosten ber Schriftführer, Revisoren und für die Schiebskommission weitere Borschläge gemacht, so daß am Sonntag, ben 30. März, eine Neuwahl erfolgt. Nach em die Generalversammlung noch eine Sähifommission für die Wahl bestellt hatte, beschäftigte sie fich am Schluß mit einigen Ausschlußanträgen. Generalversammlung des Verkehrsbundes. Der Berkehrsbund hielt am Donnerstag im Gewerkschaftshaus feine Delegierten- Generalversammlung ab. Drtmann gab den Jahresbericht. Das Jahr 1923 ift, so führte ber Rebner aus, das schwärzeste in der Arbeiterbewegung gewesen. Besonders während leben. Damit verbunden war auch eine große Arbeitslosig. des vierten Quartals hatte die Organisation unter der Inflation zu telt, die durch den Abbau bei den Kommunal- und Staatsbetrieben weiter auf bie mitglieberbewegung ein und betonte, daß befonters froß in die Erscheinung trat Der Redner ging dann es der Kraft der Organisation dennoch gelungen fei, bie verbert lichen Bläne der Unternehmer zunichte zu machen. Mit der unbedingt notwendigen Einmütigkeit müsse de Organisation ben geraden Beg weitergehen, um den Wiederaufstieg der Gewerkschaften 3u fördern In der Diskussion hießen die Kommunisten ihre wahien zur Drisverwaltung benorstanden. Der Gipfel üblichen Reben Dom Stapel, besonders deshalb, weil die Neu ber Gehässigkeit aber wurde erfionumen mit einer von den Rapedisten eingebrachten Resolution, bie wegen ihrer unf.äligen Ausfalle gegen die organisation und deren Zeitung von ben Berammen fast einmütig abgelehnt wurde. Von unseren Rednern wurde bie unter den schwierigsten Verhältnissen von der Ortsverwaltung geleistete Arbeit anerkannt. Die Abstimmung ergab gegen menige Simmen die Wiederwahl der bisherigen Drisper maltung mit Ortmann als Leiter. Beschlossen wurde, at 15. April die Erwerbslofen unterstigung wieder einzuführen. Da noch eine Reihe Anträge der Erledigung harrten, wurde die Generalversammlung in Anbetracht der vor. gerüdten Zeit vertagt. " Die Kommunisten in den Gewerkschaften". Der Borstand des Deut'den Holzarbeiterverbandes hat foeben eine Broschüre von 32 Seiten zum Preise von 20 Pf. unter vorstehendem Titel herausgegeben. Den Gewerkschaftsmitgliedern wird hier aus der Fülle des Materials, das die kommunistischen Inftanzen in ihren Schriften, in ihrer Breffe, in Rundschreiben, Auf rufen, Leitfäßen und Beschlüssen gegen die Gewerkschaften geliefert haben, eine charateristische Auslese geboten zur Beurteilung ber fogenannten Gewerkschaftsoppcft ion und ihr Abhängigkeitsverhältnis zur Kommunistischen Bartet. Auch der eifcigste Zeitungslefer, ber fich nur neben kiner Berufstätigkeit mit all ben tagtäglichen Erschei» nungen befaffen fann, vergißt balb die gelegentlich veröffentlichten Berichte aus den kommunistischen Quellen über die Feindschaft der Rommuniften gegen die reformistischen" Gewerkschaften eine Feind fchaft die fich nach außen hin in forin einer maßlofen Beschimpfung der Gewerffchaftsführer äußert, um das Vertrauen der Mitglieder auf ihre Gemerffchaften fyftematisch zu untergraben. Durch seine Die chinesische Regierung hat fürzlich den Entwurf einer Berordnung bekanntgemacht, welche bezwedt, die Gewerk. fchaften auf eine rechtliche Grundlage zu stellen. Dieser Schritt ist ein neuer Beweis für die großen Wandlungen, die sich in China auf wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiet pollziehen. Die Zeitschrift Industrial and Labour Information"( herausge geben vom Internationa'en Arbeitsamt) bringt eine 8ufammenfeffung der Bestimmungen des Berordnungsentwurfs. Danach lichen Intereffen Gemert haften zu grünben, welchen bie echte juristischer Be erfonen zuftehen. Zu den Aufen der Gewerffchaften gehören: Die gegenseitige Unterstüßung der Mit glieder, die Berbesserung. der Arbeitsbedingungen, die Ausführung Don Untersuchungen über die Arbeitsverhältniffe, die Erstattung von Borschlägen an die Regierung betreffend die Sozialgesez ebung und die Erteilung von Antworten auf Anfragen von Behörden. Die Gewert'chaften find zur Errichtung von Zweigvereinen berechtigt. Zur Gründung einer Gewerkschaft ist erforderlich, bak min. bestens zehn Arbeiter einen bahingehenden Antrag stellen, welchem die Eagung beigegeben sein muß. Er ist bei Arbeiter in öfder zuständigen Drtsbehörde einzubringen. fentlichen Betrieben oder im öffentlichen Dienst bedürfen Antragsteller müssen mit dem Antrag auf Gründung einer Gewerk auch der Zustimmung der vorgefekten Behörde. Die schaft ihre Namen sowie Angaben über Alter, Geburtsort, Beschäfti schaft und die Ergebnisse der Vorstandswahlen müſſen der zu gung und Wohnort einreichen. Die Beschlüsse einer Gewerk ständigen Behörde betannt gemacht werden. hörden tönnen die Auflösung anorbnen, wenn Beschlüsse gefaßt oder durchgeführt werden, die sich gegen die bestehende Staatsform richten oder die den öffentlichen Frieden zu stören drohen oder bie greirnet find, das normale Leben der Gemeinschaft zu gefährden, ben Berfehr zu unterbinden oder sonst den Staat oder die Nation zu bebrohen. Die Bes Die Berordnung bebeutet affo eine Art Roalitionsrecht unter Bolizeiaufficht, wie wir es in Deutschland hatten. Für China mus diese Verordnung immerhin noch als Fortschritt gelten, als Dos tument bes Erwachens der Arbeiter. beerbigt. Die Abstimmung über den Schlebsspruch ergab teine Der Metallarbeiterfireit in Leipzig ist nach fiebenmähiger Dauer Mehrhei für den Streit. Der Berband der Metallindustriellen hat den Schiedsspruch ebenfalls angenommen. Mit der Wiederaufnahme der Arbeit wird am Montag früh gerechnet. Gewerkschaft deutscher Boltslehrer im AD B., Brovinzialverband Berlin. Gigung Sonnabend 7 Uhr Berlin, Rathaus. Simmer 109. Deutscher Bertmeister Berband. Bertmeister der Gummi- Industrie! Ber fammlung morgen Sonnabend, nachmittags 8 Uhr, in unserem Bureau, Giralauer Straße 56 Die Berordnung über bes Schlichtungswesen, bie in Stiltes Rechtsbibliothet als Nr 22 erfien, hat Dr. Bengel Goldbaum tommentier, repor noch die Ausführungsbeftimmungen hierzu herausge.ommen waren Lettere firbe Induftrieveriaa von Spaeth& Binbe ist eine von Obermaniftrats at Paul Wölbling unb Dr. Niest, Borikende beim Gewerbe- und Raumannsdann als Nachtrag erschienen. Der Preis o ejes Rommentars beträgt 1 2. m gericht Berlin. tommentierte Ausaabe ber Berordnung herausgekommen, die dee ersteren vorzuziehen ift. Breis, gebunden, 3 Mar Der Berlag des Gemertfchaftstartells Leipzig hat den Tert bez Berordnung über Erwerbslosenfürsorge vom 13. Februar 1924 in einem Gondes abbrud ausgereben. BSPD. Bach bruder Neuköllns. Morgen Sonnabend. atenbs 7%, Uhr, beim Der Fraktionsvorstand, Rollegen Wilhelm, Hertfurthplay& Erscheinen ist Pflicht jedes Genossen Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: R. Chlorn: Feuilleton: R. S. Döscher: Lokalos und Sonstiges: Fris Rarftabt; Anzeigen: Zh. Glede; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Be.fin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Berlin GB. 68., Sindenstraße 3. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Siezzu 1 Beilage. 1 Waggon buntes Porzellan Nur solange Vorrat reicht. eingetroffen. Beachten Sie jede Zeile dieses Angebots. Nur solange Vorrat reicht. 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S bezogen und auf Grund vorteilhafter Ein faufsmölichkeit maren die Konjumpereine in der günstigen Lage, Be. frierfleisch um etwa die Hälfte tilliger verlaufen zu fönnen als die Ronkurrenz, bie angeblich nur Frischfleisch führte, modurch das Anfehen der Geschäftsleitung bei den Mitgliedern erheblich stieg. Die Ronfumpereine haben in einer Zeit außerordentlicher Fleisch teuerung durch ihre Einrichtungen außerst fegensreich gewirft und ihren Mitgliedern den Genuß von Fleisch ermöglicht. Darüber hinaus haben sie in außerordentlichem Maße werbend für das Gefrier. fleisch gewirkt, so daß sie von ihren Mitgliedern gedrängt werden, meiter Gefrierficifch zu führen. Ueberall, wo Konsumvereine den Terlauf des Gefrierfleischs aufnehmen gehen die privaten Fleischer febr iduell ehenfalls zum Bezuge des Geirierileifths über und bieten ss auch als solches ihrer Kundschaft an. Auch in der Breisgestaltung fuchen sie möglichst den Breifen der Konjumpereine nahezutommen Die Großeinfauisgefelichaft lauit möglichst große Boften diret: von den bladern, bring: dicke aus löschenden Dampfern entweder direkt an die Vereine oder an die betreffenden Inlandlager. de unnötige Bewegung hes Fleifdies wird vermeden, wodurch die Breisgeftaltung äußerst günftig beeinfluß wird Die Belieferung der einzelnen Bereine, die feine geeigneten Kühl. oder Gefrierräume befizen, erfolgt von ben inland agern Berlin Leipzig oder Köln aus. Cie Fachberatungsstelle der Großeintaufsgesellschaft ist außerdem bemüht, den Bereinen, die Gefrierfleisch verkaufen, bei der Einrichtung von Berteilungsstellen, bei der Aufmachung von Staltu. lationen und bei der Preisfeststellung für den Steinverkauf behilflich zu fein. Japans Wiederaufbau mit englischem und amerikanischem Kapital. Wenn es sich um die um internationalen Intereffe notwendige Reparationsanleihe hanbelt, so heißt es immer, daß die Lage des amerikanischen, besonders aber des englischen Geldmarktes die Bergebung von Anleihen in größerem Umfange nicht erlaube. Freitag, 21. März 1924 Run wandte sich Japan für den Wiederaufbau der durch bas Erdbeben zerstörten Gebiete um Anleihen an die Geldmärkte von merita und England Es hat große Summen beansprucht: in England wurden 25 Miu onen Pfund, in Amerika 150 millionen Dollar zusammen bemnach 1100 Millionen Gm., zur Zeichnung aufgelegt 3n einigen Stunden waren diefe Beträge um des Vielfach übergine: es war Geld in Hülle und Fülle porbanden. Auch ließ die japanische Regierung fich feine Bevormun. dung gefallen: von Berpfändung von Zöllen oder Monopolen oder von einer Kontrolle der Geldgeber ist teine Rede. Dagegen find die Zinsen. dic Japan bezahlen muß recht hoch, und da Japan traft feines Reichtums ohne Zweitel pünktlich zu zahlen vermag, war der Anreiz zur Zeichnung außerordentlich groß. Ein Teil dieser Anleihen wird zu Warenbeschaffungen aus diesen Ländern verwendet was zum großen Erfolg der Anleihen beigetragen hat Die Micum erschwert die Eisenausfuhr aus dem Ruhrgebiet. Die Ausfuhrabgabe für die Eisenindustrie des beiegten Gebietes war belanntlich von der Micum auf/ des borgei benen Sages ermäßigt worden, folange die Produktion fich unter 50 Proz. der Erzeugung des Jahres 1922 hielt. Durch eine neue Verfügung it jegi rüdwirtenb vom 1. März die Erhebung der vollen Ausfuhrabgabe angeordnet worden, die 4 bis 5 Broz. bes Bertes ausmat Besonders billige Angebote Verkauf soweit Vorrat Porzellan gross.. Kaffeeservice stellig 275 Kompottschüsseln Rosendek. 75 Brotkörbe durchbrochen, bunt.... 193 Kaffeebecher bant.... 25Pt. 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Sats 150 Brotkasten lackiert Stck. 275 Becken bunt... Stück 350 Brotkorb laek.dek.Stek.95 Pt. Nachtgeschirr 20 95110 Kannen bunt... Stück 210 Leitungsschoner stack 125 Eimer Bratenplatten..Stck 95 Pr. Spülbürstengarnitur.st 250 Gemüseplatten Stück 70P: Brotmesser Stack 90 Pt Teegläser. Waschgarnituren stell. 650 Springformen 70 80 85 38 P Kompott- Teller Stek 10 PL Milchtöpfe tarb.. Sats 1-500 Kaffeesiebe Stück 10 Pt. Butterglocken. Stack 60 PL. ... Stück 95 Pt Universalsiebe. Stuck 100 Salats Stick 100 Salats 150 PL 90 PL. em Porzellan Reiben...... Stück 20 PL Aluminium Mokkatassen. Paar 10 PL Pressen..... Stück 125 12 Kasserollen 70 Pt100 Iristassen.... Paar 45 P. Deckelhalter weiß. Stück 70 Pt. Obertassen.... Stack 30 PL Besteckkasten 2 tell, St. 70 PL. Küchengarnituren lig 2750 Kaffeekannen blan Rand 95 Pt. S. S. S. Konsole. Stück 125 Büchsen Kaffee, Zucker usw. 160 Teller Wien. 19 cm ... 85 P. Zwiebelbehälter Stack 40 Pt. Löffel u. Gabel Almstr. 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