Nr.141 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 70 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig ostans sahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der..Borwärts" mit ber Gonntags Beilage Bolt und Beit" mit..Gieb. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimmelt und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Eonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin. Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille Beile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 0,20 Golde mart( auläffig awei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, fedes weitere Wort 0,05 Goiomart. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Golbmart ein Dollar geteilt burch 4.20. Anzeigen füle bie nächste Rummer milffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet vox 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Herniprecher: Redaktion: Donbon 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Sonntag, den 23. März 1924 Wähler und Wählerinnen! Am 4. Mai soll die Stimme des Boltes die Entscheidung geben für Ziel und Richtung der deutschen Politit. Ein Ansturm sondergleichen richtet sich gegen das alte, tampferprobte Heer der deutschen Sozialdemokratie. Bon rechts und links her wird ihre Front berannt, Rüdschrittler in den verschiedensten Masten und Radikale", deren Kadikalismus sich in Worten und sinnlosen Butschen erschöpft, stürmen mit gleicher But gegen die Partei an, die in jahr zehntelangem Kampf den Aufstieg der Arbeiterklasse Schritt für Schritt erzwang. Die Umwandlung der alten reaktionären Parteien in Bolfsparteien" reichte nicht aus, das Bolt zu täuschen. Neue Namen, neue Gruppen tauchen auf. Heute nennen sich die jenigen Freiheitspartei", die " Wiederaufbau nicht gegen, sondern mit und durch die Werftätigen in Stadt und Land, durch Hebung ihrer materiellen Cage, ihrer förperlichen und geistigen Kräfte, das ist unfer Ziel. Die Sozialdemokratie fordert die Aufrichtung der Herr schaft des Staates über die mächtigen Wirtschaftsgruppen, die Herrschaft der Allgemeinheit über die privaten Ringe und Kongerne, die das Volk ausplündern. Die Sozialdemokratie will Steigerung der Produktion durch Berbesserung der Technik, durch Hebung des Wiffens und der Kultur der arbeitenden Massen. Nicht aber künstliche Erhöhung von Grundrente und Profit durch Schutz- und Lebensmittelzölle. The Ziel ist Volksherrschaft über Volkswirtschaft! Die Sozialdemokratie verteidigt die Republtt gegen ihre Feinde. jede errungene Freiheit wieder rückgängig machen wollen; heute nennen fich diejenigen Nationalsozialisten und Baterländische, die Ludendorff, Hitler, Kahr und Minour zu Diftatoren der deutschen Nation ausrufen wollen, Herrn Milichen noug, den ehemaligen Geschäftsführer von Stinnes, Herrn Ludendorff, der immer floh, wenn die eigene Berson in Gefahr war, Herrn Kahr und Herrn Hitler, die sich gegenseitig schuldigen. Das sind die Helden der neuen Freiheitsparteien. Eine wüste antisemitische Heze soll die Aufmerksamkeit des des Berrats und des ehrlosen Wortbruchs be Boltes ablenten von dem gemeingefährlichen Treiben der Kriegs- und Inflationsgewinner. Bon links her behaupten die Kommunisten, die Sozialdemokratie habe dem Kapitalismus die Steigbügel gehalten. Was ist die Wahrheit? Ueberall, wo die Kommunisten Erfolge errangen, triumphierte die Reaktion. In Bayern, in Thüringen, in Mecklenburg, in Italien, in Ungarn- auf jeden kommunistischen Erfolg erfolgte der Sieg der Konterrevolution. milien in dem Hagel der Angriffe kämpft für die alten Grundsähe der Demokratie, und des Sozialismus die Sozialdemokratische Partei. Sie bleibt die Partei der Völkerverständigung, trotzdem der Weg dahin mit Dornen bestreut ist. Denn es gibt nur die Wahl zwischen Berständigung und Untergang aller Kultur in einem neuen Kriege. Die Sozialdemokratie will den deutschen wieder. aufbau nicht durch Verkümmerung der Menschenkraft und der Menschenleben, sondern durch Opfer des Besizes. Dieser Gegensatz hat sie in Kampfstellung zu allen bürgerlichen Parteien gebracht, die an der Schaffung des Ermächtigungsgefeßes mitgewirkt haben. Die Regierung und die Regierungsparteien behaupten, die Sozialdemokratie wollte mit ihren Anträgen die Wertbeständigkeit des Geldes wieder vernichten. Nichts falscher als das! Die Sozialdemokratie hat seit Jahren die Wertbeständigkeit des Geldes und die Ordnung des Staatshaushalts gefordert. Sie hat 1921 und 1922, lange bevor der schlimmste Verfall fam, Anträge und Vorschläge dafür dem Reichstag unterbreitet. Sie hat die Erfassung der Sachwerte verlangt. Sie stieß dabei aber auf den erfolgreichen Widerstand des lichen Republik zum sozialistischen Boltsstaat. Die Sozialdemokratie erstrebt die Fortbildung der bürgerDie Sozialdemokratie lehnt es ab, in Putschen und finnlosen Generalstreits die Kraft der Arbeiterklasse zu verzetteln. Diese stärken nicht, sondern schwächen das Proletariat. Die Sozialdemokratie verlangt Abschaffung der MietSteuer und ihre Ersetzung durch Zuschläge zur Vermögensfteuer. Renten der Kriegsverlehten, Invaliden und Witwen, um diese vor dem Berhungern zu schüßen. Die Sozialdemokratie fordert die Heraussetzung der Die Sozialdemokratie will den Arbeitslosen nicht Almofen, fondern Arbeit verschaffen, und solange das nicht möglich ist, den Rechtsanspruch auf eine menschenwürdige Unterstützung. Die Sozialdemokratie wird den Kampf um den Achtstundentag fortfeßen. Findet der Achtstundentag im Parlament teine Mehrheit, so wird sie ihn durch ein Voitsbegehren aufs neue erringen. fchaften um die Berbesserung der Lebenshaltung der Arbeiter, Die Sozialdemokratie unterstützt den Kampf der GemertAngestellten und Beamten. Sie wendet sich gegen die Politik der Lohnfenfung durch die Reichsregierung. Sie verlangt die Erhöhung der niedrigen Beamtengehälter, die Beseitigung von Willfür und Härten im Personalabbau. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Poftscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gefellschaft, Depofitentafe Lindenstraße 3 Vlastimil Tufar gestorben. Sozialist und Diplomat. Der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister der Tschechoslowakischen Republit in Berlin, Genosse Blastimil Tusar, ist gestern abend 347 Uhr nach eintägigem Krankenlager einem Herzleiden erlegen. Ein plötzlicher Tod hat ihn aus einem arbeitsreichen Leben geriffen, das den Idealen des Sozialismus ergeben und dem Berk der internationalen Verständigung gewidmet war. Ein durchdringender politischer Berstand und ein tiefes Gefühl für Menschlichkeit gaben seiner Persönlichkeit das Gepräge, und nicht nur für die Sozialdemokratische Partei seines eigenen Boltes, sondern für die ganze Arbeiterinternationale bedeutet das jähe Hinscheiden des faum Vierundvierzigjährigen einen schweren Verlust. Als junger Handlungsgehilfe war Tujar vor etwa 25 Jah ren in die gewerkschaftliche und politische Bewegung eingetreten. Die sozialistische Arbeiterbewegung Desterreichs blieb bekanntlich von den nationalen Wirren nicht verschont. Tusar, geborener Realpolititer, ftellte sich auf den Boden derer, die aus der nationalen Grundlage heraus eine tschechische Sozialdemokratie als selbständiges Glied der Inter nationale schaffen wollten. Die tschechische Sozialdemokratie, die natürlich nicht ohne Irrungen und Reibungen emporwach sen konnte, wurde im Oktober 1918 das Rückgrat der nationalen Revolution, aus der die Tschechoslowakische Republit entstand. Ihr zweiter Ministerpräsident war Vlastimil Tusar. # stehung dem Zusammenbruch der Mittelmächte. Die Entente Aber die Tschechoslowakische Republik verdankt ihre Entund vor allem Frankreich standen an ihrer Wiege. Die Sudetendeutschen wollten von dem neuen Staat nichts wissen, und waren in seiner fonftituierenden Nationalversammlung nicht vertreten. Die Regierung war zudem eine Koalitions regierung. Der Schwierigkeiten waren viele, und Härten fonnten nicht ausbleiben. Wenn die deutschen Sozialdemokraten der Tschechoslowaallereheften von allen tschechischen Staatsmännern zu Vermittlung und Ausgleich berufen war, so ist das das fei auch später noch in Tufar den Mann erblickten, der am allerehesten von allen tschechischen Staatsmännern zu Ber= beste Zeugnis für seine Tätigkeit auch als Ministerpräsident. Am schwersten haben die Frauen, die Mütter unferes Staatsfelbständigkeit mur möglich sein durch polizeiliche NiederVolkes gelitten. Ihnen hat allein die Sozialdemokratie das Wahlrecht gegeben. Jetzt ergeht gerade an sie der Lodruf der Reaktionäre, die früher die Frauen für minderwertig erklärt haben. Die Frauen aber sind die ersten Opfer einer Reaktion, die alle Lasten auf die Massen des arbeitenden Boltes abwälzt. Die Sozialdemokratie tritt für eine volkstümliche Rechtspflege ein, gegen den Rechtsabbau der Justizreaktion. Für das Bolt- gegen Rüdschrift, gegen Bedrudung, gegen Ausplünderung, gegen Rechtsminderung, das ist die Parole unseres Kampfes! Deshalb stehen viele Feinde gegen uns im Streit. Eine von Kapitalisten getaufte Presse besudelt täglich unsere reinen Ziele. Berbitterte, Ermüdete, Gleichgültige gefellen fich zu den bewußten und bezahlten Vertretern fapitalistischer AusBürgerblocks der Steuerverweigerer: Der Mehrheit beutung und erschweren unsere Arbeit des Reichstages. Sie will die Festigung der Währuna. Sie will aber diesen Erfolg nicht nur auf Kosten der Minderbemit telten, der Arbeiter, Angestellten und Beamten, auf Rosten der Rentenbezieher, Invaliden, Witwen und Arbeitslofen: darum geht der Kampf! Sicherung der Währung, Aufbau der Wirtschaft- aber auf Kosten derjenigen, die in Krieg und Nachkriegszeit ihr Cut erhalten und vermehren konnten, nicht auf Kosten derer, die alles verloren, die tief verarmten, nicht auf Kosten derer, beren Frauen und Kinder bitterste leibliche Not gelitten und die ihre letzten Mittel eingebüßt haben. Wir nehmen den Kampf auf! In dunkleren Tagen, in schwereren Zeiten hat er uns von Erfolg zu Erfolg geführt, er wird allen Gewalten und Hindernissen zum Troß uns zu neuen Siegen führen. Für die Republik, gegen die Monarchie! Für den sozialen Fortschritt, gegen die soziale Reaktion! Bor drei Jahren tam Tusar als Gesandter nach Berlin, als Vertreter eines Staates, in dem Frankreich feinen Basallen erblickt und der das nach dem Willen eines Teils feiner eigenen Bürger auch sein sollte. Nach der Theorie der tschechischen Nationalisten soll die Erhaltung ber tschechoslowakischen haltung des Deutschtums im eigenen Lande und durch militärische Niederhaltung Deutschlands und seine dauernde Eintreifung. Diese Theorie hatte feinen überzeugteren Gegner als Tusar. Seinem flaren politischen Blid fonnte die tiefe wirtschaftliche, geistige und geschichtliche Verbundenheit Mitteleuropas nicht entgehen. Daß er die Erhaltung der Republit wollte und für sein Bolt eine Stellung, die ihm feinen fulturellen Aufstieg gewährleistete, ist felstverständlich. Aber der Gedanke schien ihm Wahnsinn, mehr als drei Millionen Staatsbürger, die Sudetendeutschen, in ständige Rebellion gegen den Staat zu zwingen, und für die Idee einer militärischen Gegensäglichkeit zwischen Deutschland und seinem Vaterlande hatte er nur Ausdrücke stärkster Berachtung. Auch hier war es nicht nur das sozialistische Empfinden, nicht nur der selbstverständliche Abscheu vor dem Krieg, fonderen auch die realpolitische Erkenntnis des besonderen Falles, die fein Denken bestimmte. Für die allgemeine Auffaffung, daß der Krieg Selbstmord auf Gegenseitigkeit ist, ftellt ja ein gedachter Krieg zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei den krasfesten Schulfall dar. Tusars stärkste lleberzeugung mar, daß dieser Fall nie Wirklichkeit werden fönnte, und seine ganze Arbeit in Berlin galt dem Ziel, diefer Ueberzeugung Bahn zu brechen. Die Arbeit war nicht leicht. Aus der Tschechoslowakei tamen berechtigte Klagen über Unterdrückungen aller Art, denen die Für die Wirtschaftsdemokratie, gegen die Diktatur deutsche Minderheit ausgefeßt war. Die Nationaldemokraten, der kapitalistischen Monopole! die Koalitionsgenossen der tschechischen Sozialdemokratie in der Prager Regierung, feierten bei jeder Gelegenheit lärmend Für die Völkerverständigung, gegen den inter- die Freundschaft mit Frankreich. Es kam- ein nationalen Militarismus! Auf in den Kampf, Wähler und Wählerinnen! Alle Kräfte angespannt, alle Hände gerührt, alle Geister wach! Es gilt, das Banner des Sozialismus zu neuen Siegen zu führen! Berlin, den 20. März 1924 Der Vorstand der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. schwerer Schlag für Tufars Politit- der Bündnisvertrag vom 24. Januar d. J., und der wachgerufene Argwohn ließ den Glauben an gefährliche und tückische Geheimverträge entstehen, der in den Veröffentlichungen des„ Berliner Lagedadurch verursacht wurden, war die geschwächte Gesundheit blatt" feinen fonkreten Ausdruck fand. Den Aufregungen, die des schwer herzleidenden Mannes nicht mehr gewachsen. Die Dokumente des Berliner Tageblatt" sind Falfchungen. Daran fann heute ebensowenig ein Zweifel bestehen wie an dem guten Glauben derer, die sie veröffentlichten. Tufars Tage waren gezählt, die Politik kann nicht Rüdficht nehmen auf Politiker, deren Herz teine Erregung mehr oerfrägt. Tragith bleibt es �ro�dem, haß jene unseligen Der. öffentl'ichungen unmittelbare Ursache wurden für den Tod eines Mannes, der für die Verständigung zwischen den beiden Ländern in vorderster Reih« gekämpft hatte. * Als vor zwei Menschenaltern die erste sozialistische Arbei» t>er»Lnternationale entstand, zeichnete ihr Karl Marx in der berühmten Jnauguratudresse die Aufgabe vor,„sich der Ge- heimnisi« der internationalen Posttik zu bemächtigen". Aber erst die Zeit nach dem Weltkrieg sah Sozialisten als ver. ontwortliche Leiter der auswärtigen Politik und als diplo- matifche Vertreter ihrer Vaterländer am Sitz fremder Regie» rungen. Sie kamen nicht, um ein behaUliches Erbteil zu über- nehmen, sondern sie sollten eine aus den Fugen geratene Welt wieder einrenken, nach einer Zeit wahnwitziger Selbstvernich- tung dem todwunden Europa wieder Lebenskraft und Auf- stiegsmöglichkeit geben. Noch starrten die Völker einander in Gesichter, die von Haß und Mißtrauen entstellt waren. Und chaß und Mißtrauen hatten denen die Fed«r geführt, die der Welt in den Friedensverträgen ihr neues internationales Lsbensgesetz diktiert hatten. Aus diesem zerwühlten Boden in wenig Fahren schon wieder neue Ernte zu ziehen, wäre ein Meisterwerk gewesen, auch wenn den Männern, die es unternahmen, die volle Freiheit des Schaffens verliehen gewesen wäre. Aber den ersten Sozialisten, die in der auswärtigen Politik Europas verantwortlich schaffend austraten, waren durch die innerpolitischen Verhältnisse ihres Landes, durch die Unent- schiedenheit der Klassengegensätze die.s>inde gebunden. Noch sind wir weit davon entfernt, daß die sozialistische Arbeiter- internationale alle Ministerien des Auswärtigen, alle cnt- scheidend wichtigen diplomatischen Posten besetzen könnte. Die wenigen, die wir bisher an der Arbeit gesehen haben, waren Pionier« in der Wüste. Nur zu oft Hot ihnen die U ebermacht der Naturgeroalten, der sie gegenüberstanden. das Gesetz ihres Handelns vorgeschrieben. Si« haben un» nicht viel mehr geben können als die H o s f n u n g a u f e i n e bessere Zeit. Aber auch dieses wenige ist viel, wenn es richsig ver» standm wird. Das erste Eindringen der Sozialistischen Arbeiterinternationale in die praktische Diplomatie ist das Symptom einer sich vollziehenden wirklichen Revolution. Wer kann sagen, wielange si« dauern wird, wieviel Rückschläge sie aufhasten werden, und doch ist ihr Deginn eine u n w i d e r- rufliche Tatsache der Weltgeschichte, deren Wir- kungen sich auf kommende Geschlechter erstrecken werden. Dieses Bewußtsein soll uns nicht nur Verständnis leihen für die Unvollkommenheiten, mit denen jeder- Anfang ver» Kunden ist, sondern es soll uns auch mit loderndem K a m p s g e i st erfüllen. Die erste Notbrücke, zum anderen Ufer ist geschlagen, und denen, die sie als erste betraten. wollen wir, weitblickend und ge'recht, nicht mit überheblicher Kritik begegnen, sondern mit Dankbarkeit für das, was sie � gewollt, und was sie unter den ungeheuersten Schwierigkeiten vollbracht haben. So wollen wir auch VlastimU Tusar ehren, den Diplomaten der internationalen sozialistischen Völkersolidarität. 'ÜaT; vi.•£'•• Genosse Llastimil Tusar wurde am 23. Oktober 1880 In Pmg geboren: er ging aus kleinen Berhöltrüsien hervor. In seiner Jugend wurde«r bereits Mtglied der Sozialdemokratischen Partei und mit 20 Jahren Parteisekretär. Als solcher betätigt« er sich journalistisch und wurde im Jahre 1903 Redakteur des Brünner Parteiorgans „Rotmost". 1911 wurde er in den österreichischen Reichsrat gewählt und 1913 In d«n mährischen Landtag. In der Kriegszeit spielte er innerhalb der tschechoslowakischen Partei ein« immer größer« Roll«. Er wurde Vizepräsident des österreichischen Abgeordnetenhauses. Als im Oktober 1918 Kaiser Karl sich zu spät entschloß, fem Manifest herauszugeben, In dem er den österreichischen Völkern«ine Föderatio» Verfassung versprach, wurde Tusar vom Tschechischen Rational«»». schuft in Prag bevollmächtigt, als Vertreter de» ins Leben tretenden Tschechoslowakischen Staat«, ln Wien z» ttetve». Nach Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik war Tusar der erst« Gesandt« de« neuen Staate» in Wien. Er führte nachher die Liquidierungsverhandlungen zwischen der«he» moligen Monorchie und der Tschechoslowakei, Nach dem Umsturz wurde in Prag dos Revolutionskabinett K r a m a r s ch gebildet und die Tschechoslowakisch« Nationalversammlung trat zusammen. Bis Juli 1919 blieb Tusar in Wien. Als jedoch Kramarsch hauptsächlich durch seinen Plan, militärisch Rußland anzugreifen und nach ihrer Intervention die in Sibirien befindlichen tschechoslowakischen Legionäre zu verwenden, gestürzt worden war, übernahm Tusar die Bildung des zweiten Kabinett». Da» Allnationale Kabinett Kramarsch ging in Trümmer und Tusar bildete au» der sozialdemokratischen, der Bauern- und der tschechischen sozialistischen Partei ein« Koalition, zu der die Kramarsch-Portel und die Klerikalen in Opposition standen. Seinem Kabinett gehört« Svehla, der jetzige Ministerpräsident, als Innenminister an. Das Kabinett Tusar nahm die grundlegenden Lerfassungsgesetze in Angriff und bracht« sie in der Rattonawer» sammlung durch Nach Annahm« der Verfassung wurden die ersten Dahlen ausgeschrieben und im April 1920 vorgenommen. Nach den Wahlen rekonstruiert« Tusar sein Kabinett in entsprechender Weis«. Damals war aber bereits die Spaltung der sozialistischen Partei in der Tschechoslowakei im Gange. Der link« Flügel der Partei geriet vollkommen unter den Einfluß Moskaus Um nun den Reinigungspro, zeß nicht zu verhindern und die Regierung damit nicht zu belasten, gab Tusar am 16. September 1920 die Demission. Er machte einem Beamtenkabinett Platz. In der Zeit darauf widmet« er sich ausschließlich der Parteiarbeit. Anfang 1921 wurde er zum Gesandten der Tschechoslowakischen Republik In D« r l in ernannt. Tusar erreichte nur«in Alter von 43 Jahren, er hinterläßt«in« trauernde Witwe und zwei jugendliche Töchter. Krieg oüer Zrieüen. In einer großen Berliner Zeitung finden wir folgende Notiz: »Der kürzlich erschienen« Bericht der Leeveskommlffion der französischen Kammer über Bau und Ausnutzung der Eisenbahnen, die die Schieß» und Uebungspiätz« der weittragenden Artillerie bedienen, erwähnt, daß man den Bau von Geschützen mit 150 Kilometer Tragweite nach den voraufgegangenen Studien als sich» annehmen dürfe. Dann fährt er fort: Abgesehen von dieser Artillerie von sehr großer Tragweite gestatten die Ge- schütze, die dazu bestimmt sind, während der Schlacht Sperrfeuer zu legen, sowie diejenigen Geschütze, die zu Zerstörungsfeuer bei wachsenden Distanzen geeignet sind, die ganze Skala der dazwischen liegenden Tragweiten zu erreichen. Wenn wir beispielsweise Feindseligkeiten ins Auge fassen, die dann beginnen würden, wenn Frankreich und, Belgien nach Räumung des Rheinlandes in die endgültigen, vom Dersalll» Vertrage vorgesehenen Grenzen zurückgekehrt sein werden, so stellt man fest, daß die oben gemeinte Artillerie gestattet, nicht ollein dieganzeRheinprovinzunddiegroßenStädte de» Rhein», sondern auch dl« ungefähre Gesamtheit der Ge- biete, die gegenwärtig von un« und unseren belgischen Verbündeten in Westfalen und an der Ruhr besetzt sind, von der französischen und belgischen Grenz« au» unter Feuer zu halten. Man stellt serner fest. daß. wenn Volk». auf deren Eintritt in den Kampf an uns»» Seite wir hoffen können, wie Polen unddieTschechoslowakei, durch Einvernehmen mit un» mit ein» Artillerie dies» Art oersehen werden, sich alle Jndustriegebkete Sachsen» und Schlesien« gleichfalls unter dem Gcschützfeuer der Allii»ten befinden." In welchem Blatt mag diese gewiß interessante Notiz gestanden haben, wird sich jeder fragen. In der»Kreuz- Zeitung"! In demselben Blatt, das»Mit Gott für König und Vaterland" den Taa nicht abwarten kann, an dem unter Ludendorffs Führung die deutschen Fahnen über den Rhein getragen werden. Sinnloser und demagogischer, kurzsichtiger und verbrecherischer ist niemal»«ine Politik gewesen, als die der Deutschnationalen, die wider besseres Wissen und wider bessere Einsicht dem Volke einreden, wir könn- ten Heute oder morgen den Bruch rnst Frankreich provozieren, die mit schwülstigen Redensarten in Volksversammlungen der Regierung vorwerfen, daß sie den passiven Widerstand nicht in einen aktiven verwandelt habe. Der Reichswehr- minister Dr. G e ß l e r hat mit Recht in Braunichweig darauf hiegewiesen, daß man»ohne Waffen einen Freiheitskampf nicht führen kann". So wie das Kräfteverhältnis für Deutsch- land sich nach dem Nervenzusammenbruch Ludendorffs ge- staltet hat. bleibt Deutschland gar nichts anderes übrig, als durch eine vorsichtige und behutsame Politik zu versuchen, langsam wieder zu Kräften zu kommen. Nur ein« aktive Verständigungspolitik, Beteiligung am Bölterbund und demokratische Innenpolitik kann den allmählichen Wiederaufbau Deutschlands sichern. Rur Scharlatans oder ganz gewöhnliche Stammtisch- demagogen können sich und anderen einreden, daß man heute öder morgen die Fahnen über den Rhein tragen könne. Der sichere Untergang wäre das Ende, der zweite Nervenzusammenbruch, den Ludendorff nach einem solchen Experiment erleiden würde, würde dem deutschen Volk noch unendlich viel teurer zu stehen kommen als der erste im Herbst ISIS._ Tirpitz als kommenüer Mann. München. 22. Mörz.(Eigen» Drahtbericht.) Aus zuverlässig« Quelle erhält die»München» Post" folgende Mitteilung: In den engsten Ausschüssen der Dereinigten Vaterländischen Rechten ist man jetzt in d» Frage der Reichspräsidenten- kandidatur zu einem Entschluß gekommen. Man denkt ollen Ernste» daran. Tirpitz zu nominieren. Die Erörterungen seiner Persönlichkeit au» Anlaß des 75. Geburtstag«, bildeten dazu den Austakt. Den zweiten Schritt wird er selbst wn mit ein» demnächst »scheinenden programmatischen Publikation. Tirpitz hat es bisher meisterhaft verstanden, zwischen d» radikalen vater- ländischen Richtung, die seinerzeit von Kapp ihren Ausgang nahm. und der anderen Richtung El aß zu lavieren. Mit Kapp hatte« engste Verbindung. In ähnlicher Weise spielen heute seine Sym- pathien hinüber zu den Kreisen, die den Gedanken des n a t i o« n al en Direktorium» immer noch nicht aufgegeben haben. D» Großadmiral stellt« sich sogar als die natürliche Bekrömmg dies«, Direktorium, vor. Besonder, enge Verbindung hält er zu den Kreisen um und hint» den Generälen o. hutier und v. Below, die ihrerseits wieder zusammen mit den um das.Gewissen" zu scharfen »Ringleuten" in guten Beziehungen zu Justizrat Claß stehen. Di« Bayerische Dolkspartei hat nichts gegen die Kandidatur Tirpitz«in- zuwenden. Bestimmt wird versichert, daß die Verständi- gungsfäden au» ihren Kreisen bereit» zum Aen» trum gezogen seien._ Lanütagsenöe in Württemberg. Skullgort, 22. März.(TU.) T» Landtag hat beute ein- stimmig beichlosseu, daß der am 6. Juni lS2v gewählte Land- tagamlb. Mai 1924 sein Ende finden soll. Aus Gnind des ErmächtigungSgeietzeS werden von der Regierung im Jntcresi« der Vereinfachung der Staatsverwaltung siebe« Oberamt«bezi,ke ausgehoben und benachbarten Bezirken ange- gliedert. Gegenüber einem von den Deutschnationalen gestellten Antrag, daß dies« Verordnung der Regierung wieder a« s g e- hoben oder wenigsten« die Entslbeidung darüber bis zu den Reu- Wahlen zu dem Landtag zurückgestellt werden soll«,«rUärt« Staats- Präsident Hie der, daß die Regierung zurücktreten würde, wenn der Landtag dem Antrag der Deutichnationalen seine Zustimmung geben würde. Di« endgültig« Entscheidung über dreien Antrag der Deutschnationalen wird»st in der letzten Sitzung des Landtages, die aus den 2. April anberaumt ist. fallen. Die Geißel d» Arbeitsloflgkeil. Ein» amtlichen Veröffentlichung zufolg« wurden feit dem Waffenstillstand bis aus den heutigen Tag insgesamt 3 92 2 50 000 Pstünd Sterling, d. h. über 7 Milliarden Boldmart für Arbeitslosenunterstützung in England ausgegeben. Don dies» Summ« hat die Schatztanzlei 170 Millionen aufgebracht. der Herr mit öem Monokel. Von Joseph Roth. Der He» trug In der rechten Augenhöhle«in Monokel. E» hotte den Anschein, als bildete er sich«In, der einzig« in dieser Straß«, in dieser großen Stadt, ja vielleicht im Land« zu sein, der nicht nur ein Monokel trag«, sondern es auch zu tragen«»steh«. Und» trug es, w!« ich Ihm aufrichtig einräumen will, beherrsch und sicher. C» bestand nicht die geringste Gefahr, daß diese» Monokel jemals aus der Augenhöhle fallen und mit keife klagendem Klang aus d«m harten Pflaster zersplittern könnte. Es war so, als stünde der He» nicht lebendig und sehr körperlich am Rande de» Bürgersteigs, um die Straßenbahn zu erwarten, sondern, als wäre er«In« Figur aus dem Modeheft für elegante H»ren. bei deren Anblick wir, wenn sie«In Einglas trögt, auch nicht die nervös« Furcht hegen, daß da» zarte Instrument zerbrechen könnte. Der He» trug einen weichen Filzhut, d» ab» so genau und ernsthaft, so gerade und so minutiös in der Mitte geknickt, auf dem .Haupte saß, daß er aussah, wie«in steifer Zylind» von ein» ungewohnten Form. Di« Hände des Herrn waren mit grauen Leder» Handschuhen bekleidet, weichen grauen Lederhandschuhen, die gleich- sam die Pupille des Betrachter» streichelten. In einem scharfen Bug fiel die Hose auf den Schuh au» Lack und Wildled». Da» Angesicht des Herrn gestand gar nichts. Es war«ine verstockt« Physiognomie, die grundsätzlich alles leugnet« und verschwieg, wie etwa das Antlitz cine» toten Pharvonenkönigs, den man Jahrtausende nach seinem Seligwerden nuimifiziert im Sartophag findet. Das Angesicht diese» Herrn mumifizierte da» Monokel. E» war so, als hätte der He», d» sich im besten Mannesalter befinden mochte, feit seiner Geburt gar nicht, von Bedeutung«riebt-, ja al» märe er als eine bewegungsfähig« Mumie zur Wett gekommen, um ihr Licht durch die Vermittlung eines Monokel» zu erblicken. Diese« bracht nur eine tot« Asymmetrie in das Angesicht. Denn ein Monokel in der rechten Augenhöhle zwingt den Tröger, die ganze recht« Gesichtshälst« zu sttassen, die recht« Schläfenhaut bald zu falten und bald-glatt zu spannen und den rechten Mundwinkel, wenn auch«in wenig, so doch imm»HIn merkbar in die Höh« zu ziehen. Das Monokel dirigiert ferner die Gedanken in eine bestimmte Rich. tung und si« kreisen, wenn auch unterbewußt, stets um die Sorg«. was mit dem Einglas geschehen würde, wenn diese oder jene Heber- raschung sich ereignet«. Deshalb scheint es uns,, daß den Herrn. der«in Monokel trägt, nichts üb»rasche. In Wirküchkeit Ist»«ine ««kund« spät» erschrocken, schmerzlich oder freudig bewegt, al, die and»en. So hindert ihn da» Monokel, die jäh wechselnden Zell- -reigniss« sofort zu erfassen. So ahnt«r zum Beispiel noch nichts von einer Revolutton. weil er inzwischen trat die Sicherheit de» Monokel» besorgt ist. Und» ist»»urteilt,«inen Witz viel spät» zu »echehen, als»ir, Seine Erlebnisse gelangen nicht au» erster Hand. nicht unmittelbar und frisch in fein Bewußtsein, sondern altbocken, ausgekühlt und wirkungslos. Daher kommt es, daß sein Angesicht so leer ist und so vornehm verschwiegen. Ich war gerade mit diesen Bettachtungen beschäftigt, al» ich zu merken glaubte, daß d» Herr mit dem Monokel ungeduldig zu werden begann. Gewöhnlich« Menschen vmaten ihre Ungeduld, indem sie plebejisch«inen Fuß auf den anderen setzen und also ihren Zustand uns, die es gar nicht angeht, g»adezu ausdringlich bemerk- bar machen. Dies» He» ob» begann sein« Handschuh« zu glätten. als wäre ihr« weiche Sanftheit überhaupt noch steigerungsfähig. Er tritt sozusagen von einer Hand auf die andere, wie Plebejer«» mit den Füßen zu tun pflegen. Ab» es kam keine Sttaßenbahn. Statt ihrer kam ein Autobus. Und nun geschah etwa» Un»- wartete»: Da» Gehirn de» Herrn revoltiert« gegen die Diktatur des Monokels, faßte zuerst den kühnen Gedanken, den Autobus, statt d» Straßenbahn zu benützen, setzte die Füße des Herrn in De- wegung, so, daß dieser zu laufen anfing. Ab», wie es nun einmal mit fubordlnierkn Naturen zu fein pflegt: da, rebellisch« Gehirn fiel in seine alte Abhängigkeit vom Monokel zurück, gebar hurtig einen neuen Sorgengedanken, so, daß der He» mitten im Laufen den rechten Arm erhob, mit dem Aermel dos Einglas streift« und es zu Boden fallen ließ, wo es leid» mtt einem wehmütigen silbernen Klirren zerschellt«. Indes fuhr der eilige Autobus ab und der He» kehrte an den Rand des Barg»st«!g» zurück. Jetzt war sein rechtes Auge nackt und der recht« Mundwinkel begann unm»tlich abwärt» zu gleiten, wie ein« austariert« Wog» schal«. Das Angesicht belebte sich. Es wurde traurig und verlegen. Der Blick schweiste gerade aus. mit dem Willen, nichts zu sehn und sah doch gezwungen dl« gegenüberliegende Straßenseite, ihre Men. schen, einen Hund an der Litsaßsäule, einen stürzenden Radfahrer, einen kleinen Zusammenstoß. Das Gehirn des Herrn begann Erlebnisse zu sammeln. Und, weil die Straßenbahn noch immer nicht kam. ereignet« sich da» Allerschtecklichste: d» Herr, dieser vornehme He», begann von einem Fuß auf den anderen zu treten. Es war wie eine sichtbar fortschreitende Proletaristerung des gebildeten Mittelstandes. Don Sekunde zu Sekunde wurde der Herr men'ch. licher. Jetzt sah man auch deutlich, daß er Eil« halte; daß er«in« sterbende Tan'e»reichen wollte; oder sein Mittagessen; oder ein« Pokerparti«; oder eine Verschwörung gegen dl« Republik. Er wurde verständlich, wenn auch noch immer nicht sympathisch. Und, wenn er unterwegs kein neues Monokel gekauft hat, so darf«r hoffen, in zehn Jahren sogar vernünstcg zu werden. njtmnatn Im Reo«» Atnfram. Am Sonntag, den t9. SRStf, tonn. 9'/, Uhr. finden wissenichaftliche Kührunxen durch Direttorialteamt« im Reuen Museum»PadhruSsammlung-— Pros. S ch ub a rt— und Im Mosco« für VSlkertunde.Religion JadonS'— Dr. Trau?, sowie um 11 Uhr vorm. im kel�-ZdeMchOnuseem.Borderafien"— Dr. S h, l» s s statt«ntttttslcheine sind vor vegi»,»er Eührtmge» am«ng-ng des Ottttsalcs*�«>1##» trftiWffA vom /Kbeiter-Samarlterbunö. Dies» Tag« hatte ich Selegenheit, ein» Prüfung de» Ar- beiter-Eamariterbund«,(Kolonne Prenzlau» Berg) bei- zuwohnen, über die ich hi» kurz berichten will. Di« Kursusteilnehw», zirka 40 Personen, wurden zuerst theoretisch üb» die Anatomie unj» Physiologie des menschlichen Körpers geprüft. Di« Anforderungen, die gestellt und erfüllt wurden, zeigen«inen sehr hohen Grad von Ausbildung. Die Kenntnisse in der Anatomie hätten für«ine ärzt. liche Vorprüfung an einer kleinen deutschen Universität ausgereicht. D» Vorsitzende d» Prüfungskommission, Mitglied des Zentral- Vorstandes, Genosse Engelbrecht, sagte mir. daß die Fragen, die von dem Prüfer und Kursusleiter, Genossen Dr. Arnstberg. gestellt wurden, leicht seien im Verhältnis zu denen, die von anderen Prüfenden verlangt wenden. D» praktische Teil bestand ttn Anlegen von Verbänden. Jed» Kandidat bekam einen Zettel, auf dem«ine angenommene Ver- letzung, Verbrennung od» Knochenbruch stand, und mußte dann entsprechend der Loge und Art der V»letzung den Verband anlegen. Dabei wurden die hauptsächlichsten Regeln der Wundverlengung, wie Nichtberübren und NichtausspAen von frischen offenen Wunden, keine Untersuchungen von Brüchen. Verstauchungen oder Bemntun- gen durch Loten Hand imm» wieder in» Gedächtnis d» an- gehenden Samariter gerufen. Der Arbeiter-Samariterbund will kein, Laienbehandler und Kurpfuscher heranzüchten, iondern die Samariter durch Unterricht und Ausklärung über die unendlich« Feinheit des menschlichen Körpers zu verstehender Mitarbeit beim Arzte erziehen. Durch die Kenntnisse, die dem Proletarier in den kurzen Kursusstunden über Bau und Funktionen des menschlichen Körper» Übermittelt werden, soll er das Bewußtsein bekommen, daß nur nn ganz eingehendes Studium d» Medizin die Kenntnisse üb»mitt«ln kann, die für«in wirNIch»sprießliches Helfen und Heilen»ford»lich sind. Je größer unser« Kenntnis von irgendeinem Gebiete wird, um so mehr erkennen wtt unsere Unvollkommenhcit aus diesem Gebiet«. Der Vorsitzende der Prüfunostommtssion führt, In seinem Schlußwort sehr richtig aus, daß die jungen Samariter, die jetzt ihr Prüfungszeugnis«rhalien und damit das Recht, in eine Samariter- kolonne einzutteten. nicht glauben sollen, sie seien vollkommen aus- gebildet« Samariter, die nichts mehr hinzulernen könnten. Gerade jetzt beginne erst ihr« Hauptausblldnug durch die Praxis.„Nicht für die Schule, sondern für da» Leben l«nen wir," sagt schon ein altes lateinisches Sprichwort. Die Arbeiter-Samariterkolonnen bestehen jetzt bald ein halbe» Jahrhundert und sehen ihre Hauptaufgabe in der Hiisel, istung bei Unglücksfällen, die das Proletariat oft mit elementarer Macht über« lallen. Der Arbeiier-Samartterbund bewies sein pro'etcniiche» Selbstbewußtsem, als er da» Angebot, für das zu entlassende Plleae- oerfonal mit seinen freiwillig«« Hilfst rasten«nzu treten, stritt ab- lehnt«. D» Zweck dieser kurzen Zeilen soll sein, die Aufmerksamkeit des Proletariats auf«ine Einrichtung zu lenken, die von der Arbeiterklasse selbst geschaffen, nicht wie dos Rot« Kreuz«ine Wohltätigkeitsinstitutton ist. sondern ein« Hisssorgamsatton im Befreiungskampf« des erwachenden Proletariats von der bürgev, licht» VlVnrvNMdttn».___ Ite, aed, BUtbert SOUtfr j l Gerkchtllcker flagriff auf Sie Pressefreiheit. Herr Semer erwirkt einstweilige Verfügungen. Der Großaktionär der»Germania", Franz Semer, mit dem sich die Presse und auch der»Vorwärts wiederholt besaßt haben, ist. wie erinnerlich, in letzter Zeit auch Gegen- stand der Erörterung in der»Germania" selbst geworden, wo sich der frühere Direktor dieser Zeitung, jetziger Reichspresse- chef Dr. Spieker mit dem seltsamen Verhalten Semers eingehend beschäftigen muf.e. Vor mehreren Wochen schon hatte der»Montag Morgen- schwere Angriffe gegen Semer verössentlicht. Semer wurde beschuldigt, seinen finanziellen Einfluß dahin gel- tend zu machen, daß die»Germania" in ein a n t i d e m o- k ratisch es Fahrwasser gelenkt werde. Diele Wochen hat Semer verstreichen sassen, bevor er auf diese Beschuldigungen antwortete. Erst am Mittwoch voriger Woche verössentlichte er in der»Germania"«ine Erklärung, die sich in dunklen An- deutungen gegen Dr. Spieker und auch gegen das genannte Montagsblatt erging. Damit ihm nun nicht im„Montag-Morgsn" g e a n t- wartet werden kann, hat sich der Herr Zentrums- aktionär zu einem ganz ungewöhnlichen Schritt entschlossen. Er ging zum Amtsgericht Berlin-Mitte und er» wirkte eine einstweilige Verfügung, worin dem g«. nannten Blatte aufgetragen wird, gegen Herrn Semer weder einen Artikel noch eine Notiz aufzunehmen und zu verbreiten i Diese»einstweilige Verfügung" bedeutet«inen ganz un- geheuerlichen Eingrifs in die Presiefreiheit, und wir stnd über- zeugt, daß sie alsbald von dem zuständigen Gericht als i u- ristisch völlig unzulässig aufgehoben wird. Jeden- falls entbehrt das Vorgehen nicht der Originalität. Wenn es Nachahmung fände und die Gerichte dem Beispiel des Ämtsgerichts Berlin-Mitte folgen wollten, so könnte das zu erbaulichen Zuständen führen. Jeder Minister, jeder Bankier, '-der Reichstagsabgeordnete, kurz jeder, der irgendwie be- .urchten müßte, von der Presse kritisch betrachtet zu werden. könnte»einstweilige Verfügungen" gegen jede beliebige Zei- tung beantragen, damit keinerlei Notiz gegen ihn das Licht der Oesfentlichkeit erblicken dürste. Der Fall ist so hane» b ü ch e n, daß wir im Interesse der Pressefreiheit die schleu- nigste Beseitigung dieser einstweiligen Verfügung fordern müssen. Herr Semer selbst soll sich jedoch nicht«inbilden, daß er durch seinen Vorstoß die gesamte Presse mundtot machen könnte. Er erzielt durch dieses gerichtliche Verfahren nur. daß sich auch diejenigen Zeitungen, die bisher nur sehr gelegentlich von ihm Notiz nahmen, in Zukunft diesen seltsamen Aen- trumsmann eifriger als bisher unter die Lupe nehmen werden. • 1 Das Zentrum ist Übrigars in dieselbe Verteidigungsstel- fimg gedrängt, wie die Demokratisch« Partei. Die real- ti onären kapitalkräftigen Kreise, die bisher es darauf angelegt hatten, bürgerlich demokratische Zeitungen aufzukaufen und sie ihren eigenen Rechtstendenzen dienstbar zu machen, greifen jetzt auch in die Zentrums» domänen ein. In einer Zuschrift vom badischen Boden- seegebiet wird in der„Germania" mitgeteilt, daß es einem »Konsortium stark rechtsorientierter nationalistischer Kreise" gelungen ist, das älteste �«ntrumsbiatt im Boden- 'eegebiet. die»Freie Stimme in Radolfzell aufzukaufen. Zu den Geldgebern gehören Teile des kaiholischen Bodenseeadels. Die eigentlichen Finanzier» sind nach der»Germania" Nichtkatholiken, die den Boden für einen Ziölkischen Ilechtsradikalismus vorbereiten wollen. Es wirft«ick bezeich- uendes Licht auf die Rechtsverhältnisse der Presse, daß einer der bisherigen Redakteure dieses ältesten Zentrumeblattes in dem neuen Verlag geblieben ist und nun verbrennen muß, was er anderthalb Jahre long angebetet hat. Einer seiner Kollegen allerdings hat lieber auf feine Existenz einstweilen Die Perlea der Sleopatra"(Theater am Nollendorf. vkafei. vi« Massary ist miede? da. Mossary: das heißt die Inkanmtion aller Heiterkeit. Anmut, Grazie Rhythmik und Schel- -nerei auf der Bühne. Massary: das ist Musik de» Körpers, des 'Neistes und der Seele, ist Tanz vom schwarzen Scheitel bi» zu den kleinen Füßen, ist Vibration aller Nerven und Leidmfchaft aller Sinn« Sie bezaubert di« Verwöhnten und die Blasierten und die Abaehärteten die Frauen und di« Männer, sie macht selbst die Kritik -air C'.aque-' Aber was Hilst das Versteckipiel? Man muß diese Musik gewordene Frau lieben mn des Spiels ihrer schlanken Hände willen und de» Charmes ihres Lachen», um der Keckheit willen, mit der sie Freiheiten wagt, sagt, singt, verschweigt, um ihre» Reich. eum» an Sangesnüancen willen, die jeden Operettenkomponisten zwingen müßten, zu lernen, was Operette ist. Die Massarn als Königin. Liebhaberin und immer wieder schließ- kich als Frau ist der Spielleiter, der Dichter, der Komponist, der Dirigent aller Operetten, die sie spielt. Wa» kümmert uns der In- halt eines Buche»? Dieses hier(von Brammer und Brün- wald) ist lustig und flott geschrieben. Die Perlen, in cyprischen Rotwein gegossen, feuern die Leidenschaft des Trinkenden an. Nun in drei Akten hat Kleopatra«inen Derbrauch von drei Männern, hi- ll-b nach ihrem Mundspitzen bewegen und regen. Alle» steht in ihreni Schatten. Selbst O» k a r S t r a u der die best« Operette leit den lustigen Nibelungen geschrieben hat, mit launigen, schlaaer- ■■asten Einfällen, au, Aegypten. Wien und Bayern, mit einer höchst amüsanten' parodistischen Manier, die heldische» und menschliches S�n mitewander mißt. Illing. Albert. Felix- das -st d�r Liebesskat am H°ft der Kleopatm. Und F« r r y S i k l a trommelt di« Kalauer ontwortlich für unser« Zwerchfell«, w �n��raon. Bei mir— Stadtbahnb�en�e S� Ma�ry. die t�li� Massary. Wc tin�tac üRoffcin?)* Striiif fdjrutnpft$unt I)ymnus jufornfncn. Ä, S. vi« Svdinr wird allersschwach- vi« Sphinx von Stzeh, dies«, Weltwunder, dos fo oft als Sinnbild d� II�erganqlich�tt gefeiert worden ist. spürt doch auch den.Zahn der Zeit Nachdem in den mehr als zy«) Jahren ibres Dasein» die Gesichtszüge vollkommen nerwlttert stnd und die anaewehten Sandmasien ihr« Löwenpranken verfckMtet haben, mach» sich jetzt ein sehr tiefer Spalt in ihrem Nacken bemerkbar. Da» Ministerium der össentlichen Arbeiten in Kairo hat sofort die notwendigen Ausbellerungsorbeiten angeordnet, um zu verhindern, daß der Sprung arößer wird und daß di« altersschwache Sphinx etwa gar zusammenstürzen könnt«. Tltnt«nsnethraaen ,»«ronrriaioipolcl»- Der HuMfBnng jnrn 70 Geburtitag Bon Prof. flurt»errmarm wird in der nächsten Woche im «lionvrinzenpolai« In der modernen Abteilung der Nalionalgalerie ein« Ausstellung der Werke von Rudolf Belltng. dem B-rliner Bild- hguer. folgen. Die Anordnung der neuen Glev-gt- Räume, die. wie wir berichteten, durch di« Ueberlllbruna der Wandgemälde ou» Reu- Dadow mäglich wurde, ist noch nicht„an, abgelchlofsw: die«rässnung der Räume wird mit einer eigenen kleinen Keier erfolgen. Site Hvan fingt am hentt«» Sonntag tat värgersaal de« v«r ltner Rathaus«», abends s UHtTttur«igen« Lieder. chin•annierabenb dessen Reinertrag Kr die von Frau Dr. Schwarz. rÄ-VÄ».Ve.V.f eVl". ist. siude. verzichtet, als seinen Grundsätzen im Dienste eines rechtevrien- tierten rein geschäftlich eingestellten Berlagsunternehmens untreu zu werden. Der Fall bietet einen neuen Beweis für die Notwendigkeit der gesetzlichen Regelung der Rechtsverhält- nisse der Redakteure und Journalisten. Diese geisti- gen Arbeiter sind heute fast ebenso zur Ware geworden, wie die von ihnen hergestellte öffentliche Meinung. Die Reinheit der politischen Atmosphäre erfordert, daß der Gesinnung»- kaufdurchdieKapital gewaltigen gesetzlich unter- bunden und beim Uebergang einer Zeitung in den Besitz eines Sanz anders gerichteten Verlagskonsortiums wenigstens i e m a t e�x i e l l e E x i st e n z der an dem Blatte geistig arbeitenden Iourna'isten sichergestellt wird, um den materiellen Zwang zur Gesinnungslumperei zu vermeiden. Die Nationalliberalen. Di«»Zeit" ist nach wie vor gegen die Rech'tsfnmdeur, sehr energisch. Der auch von uns zitierte Artikel der.vossischen Zeitung" ist ihr zwar unangenehm, sie'möchte nach außen hin gern« den Schein wahren, aber di« Sprache ihre, Leitartikel» gegen die nationallibenlle Vereinigung ist von derselben Schärfe wie die Aeußerungen der.Vossischen Zeitung". Sie versichert, daß bei den Nationolliberalen»an die Stelle der öffentlichen Pressepropaganba die Propaganda unter der Hand getreten sei, die sich der öffentlichen Kontrolle entziehe und es schwer mache, festzustellen. inwieweit die Persönlichkeiten, die die NationaMberole Vereinigung für sich in Anspruch, nehme, auch wirklich auf dies« Gruppe ein» geschworenen seien." Man erfährt aus der»Zeit", daß Dr. Maretzky zu heute ein« vertraulich« Zusammenkunft einberufen hat. die sich nnt der für Maretzky so unangenehm verlaufenen San- didatenaufstellung für den Wahlkreis Berlin 4 beschöf- tigen soll. In dieser Sitzung sollen»mehrer« Mitglieder der Nationalliberalen Bereinigung sprechen". Di«»Zeit" meint: »Es entbehrt nicht«ine, besonderen Reize», festzustellen, daß sich hier die Bemühungen eines nicht wieder aus- gestellten bisherigen Reichstagsabgeordneten in so enge Verbindung mit den Absichten und der Tätigkeit der neu gegründeten»NationaMberalen Vereinigung" gebracht werden. Vielleicht dient das auch dazu, die wirtlichen Ab» sichten dieser Gruppe klarzustellen." All« offiziösen Bannflüche hindern freilich die mit Geldern schwer gespickten»Agenten der Generaldirektoren" nicht«inen Augenblick an ihrer Arbeit. Schon werden»Mitteilungen für die Presse" versandt, in denen dl« Ziel« der Partei(lies Siinnes und die Schwerindustrie) folgendermaßen bezeichnet werden: »Die Zeit der Abwehr gegen die Revolution ist vorbei. Es gilt nunmehr nach dem Wirrwarr der letzten Jahr« zum posi- t i v e n Aufbau(I) zu schreiten. Unsere Versasiung bedarf eines gründlichen Neubaues, auf der Grundlage dervismarck- schen Traditionen. Der Zwiespalt zwischen Preußen und dem Reich muß durch Einordnung Preußen» in die Reichsversassung beseitigt und ein Verhältnis zu Bayern wieder hergestellt werden, wie es Bismarck-? weise Etaatskunst stets auftecht zu erhalten wußte. In der Wirt- s ch a f t muß endgültig mit den Hemmungen des offen en und versteckten Sozialismus ausgeräumt werden, und zwar in der Gesetzgebung wie in der Verwaltung, da e» sonst unmöglich ist. dem deutschen Volte die Lebensyrundloge zu schaf- fen. die es m seiner furchtbar gedrückten Lage zum mindeste� braucht. In der Außenpolitik bedarf es einer«fchlosienen und starten Stellungnahme gegen die fortgesetzten vergewalii- gungsversuch« der Gegner. Auch unsere glorreichen Erinnerungen gilt e« zu schützen und z» pflegen. L!« Kolseride«, die Sehnsucht de» deutschen Volte«»h«vrtt» und von den Ludendörfsern systematisch angelogenen Volkes. Wenn er aber, gestützt auf so mangelhafte Kenntnis de» Volkscharatters, die Staatsumwälzung von 1918 als»frevelhaft und verbrechersch" bezeichnet, so kennzeichnet«r sich selbst als politischen Ignoranten. Er stellt sich damit auf ein« Stufe mit dem völkischen Agitator Holl, der al» Verteldiger im Ludendorff-Prozeß den Zentrumsmann Dr. Bell beschuldigt, er habe den Friedmsver« trag,»ohne daß ihm die Hand verdorrte", unterzeichnet,»weil«in Sieg Deutschland» seinen Parteiinterlssen schäd- l i ch" gewesen sein würde. Soviel man weiß, stand Knillng früher dem Zentrum nah«. Izeut« ist er nur noch bei der bayerischen Dolkspartei! Seüingte Wahlfreiheit. Versawmluugs-«nd Pressefreiheit unter Vorbehalt. Von», LS. März.(Mtb.) In einer Bespreckung mit den Führern der politischen Parteien bat der hiesige Oberdelepipne der Rheinlandkommission, Oberst Gelin, für die kommenden Wahlen völlige BersammlungS- und Pressefreiheit zugesichert unter der Voraussetzung, daß keinerlei«euße- rungen ausreizender oder verletzender Art gegen die Pelotzung und den Bersailler Bertrag sollen und daß die öffentlichen Versammlungen nach den geltenden Bestimmungen ,8 Stunden vorher angemeldet werden. Meinungsaustausch llonüonaparis. Gegensätze in den Sachverstäudigeuausschüssen. Paris. 22. März.(Eigener Drahtbericht.) Der überrafchenda Entschluß der Sachversiändigenausschüss«, das Wochenende zu einer Aussprach« mit den zuständigen Londoner Stellen zu benutzen, hat zusammen mit den Gerüchten von einer sür die allernächste Zeit beabsichtigte Zusammenkunft zwischen Ramsay Macdonald und Poincar« hier und in London zu den gewagtesten Kam- bnatonen und Kommentaren Anlaß gegeben, di««» schwer machen, au» dem Wirrwarr widerspruchsvollster Informationen den wahren Ernst herauszuschälen. Sicher ist jedenfalls dos ein«. daß die erhöhte diplomatische Aktivität der letzten Tage ihren Grund in den Schwierigkeiten hat, auf die die Beratungen de? Ex- pertenkomitee» gestoßen find. Dies« Schwierigkeiten sind meist polt- tisch«? Natur und machen deshalb Entscheidungen der Regierungen selbst erforderlich. Von dieser Notwendigkeit scheint man sich so- wohl in Pari» wie in London nunmehr Rechenschast gegeben zu haben. Der seit Mitte der Woche zwischen beiden Kabinetten gi- führte außerordentlich rege Meinungsaustausch steht damit in engstem Zusammenhang und«s ist wahrscheinlich, daß der Gedanke einer Begegnung zwischen Polncarä und Ramsay Macdonald als Vor- dereitung einer interalliierten oder vielleicht sogar tnter» nationalen Konferenz greifbarere Gestalt als bisher angr» nommen hat. All« dies« Ding« aber sind vorläufig noch im Fluß und die darüber verbreiteten Meldung«« müssen al» zum mindesten stark verstüht bezeichnet werden. Zutreffend ist andererfeiis, daß die englisch-französischen Der« Handlungen nicht allein da» Reparaiionsproblem zum Gegenstand haben, sondern daß di« Frage der französischen S l ch e r h ei t dabei eine sehr gewichtige Roll« spielt. Wenn auch in Frankreich in der breitesten Oefsenttichteit die Bereitschaft zu einer Lösung im Rah- men des Völkerbundes, wie sie am Freitag u. o. vom»Temps" skizziert wurde, jetzt täglich an Boden gewinnt so ist e« doch kei!!esivee< 185 cm 18.50 Eisen- Bettstelle 27 mm stark, weiß m. Patent- Matratze, 80-185 cm 22.00 Kinder- Bettstelle weiß lackiert, | Seite abklappb., 70x140 cm 18.50 Diwanbett mit bunt. Bezug. 39.50 vorzügliche Polsterung Bettfedern und Daunen nur gut gereinigte Qualitäten in großer Auswahl. Gardinen Halbvorhang aus Etamine mit breitem gewebten Fries.. 5.60 Halbvorhang aus Erbstüll mit Bändchenarbeit.. Halbvorhang aus Etamine 11.90 mit handgearbeitet. Filetries 17.50 Garnitur2 Flügel, 1 Querbehang. aus Etamine mit HohisaumZwischensatz. 8.80 Toilette- Artikel Schuhwaren Damen- Halbschuhe z. 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Der Schlachthof steht in engster Berbindung mit dem Biehdie Kochtöpfe der Hauptstadt antreten. Martitage sind an jedem hof; tommt doch der größte Teil des Biehes unmittelbar nach dem Berkaufe durch eine Unterführung zur Schlachtung in die großen Mittwoch und Sonnabend von 8 bis 1 Uhr, der Auftrieb und die Viehschlachthallen, die, genau wie auf dem Viehhof, für die einzei Einstellung des Viehes geschieht an allen Wochentagen. men Arten getrennt sind. Ein großes Areal für sich nimmt hier der neue großzügig angelegte Schweineschlachthof ein. Hier werden in fieben riesigen Hallen die Schweine geschlachtet. Erstaunlich ist die großartige Organisation und Arbeitsleistung, die hier tagtäglich die großartige Organisation und Arbeitsleistung, die hier tagtäglich geleistet wird. Der Weg zur Schlachtbank. Sum Auftrieb dient in erster Linie der 3entralviehbahn hof, der mehr als 12 Kilometer Bahngleise enthält und völlig unter der Berwaltung des Schlachthofes steht, die dafür eine hübsche Ent fchädigung an den Eisenbahnfiskus zahlt. Die Anfuhr der Viehgüterzüge erfolgt, besonders vor den Martttagen, schon in der Nacht, da die Tiere vor dem Martie erst untersucht und in den Marti hallen untergebracht werden müssen. Die Beterinärpolizei fpielt hierbei eine wichtige Rolle. Sie untersucht nicht nur das Vieh Dor der Schlachtung; sondern fontrolliert auch fländig das frische Fleisch. In einem besonderen Observationsraum erfolgt Die Untersuchung verdächtiger Tiere, während auf dem Seuchen. hof alles andere nicht einwandfreie Vieh einer Quarantäne unter. zogen wird. Dementsprechend steht dann auch der Fleischverkauf auf der Freibant unter ständiger ärztlicher Kontrolle. Nur einwand freies Fleisch gelangt hier zum Verkauf. Alles verdorbene oder ver. bächtige wird eingebickt und an die Düngemittelfabriten verfauft. Die Börje ist unbestritten der wichtigste Teil des ganzen Biehhofes. Autos und Wagen in jeder Form drängen fich vor ihr. Kommen bodh an Markttagen durchschnittlich 1000 Schlächtermeister aus ganz Berlin hier zusammen und mindestens ebensoviel an Händlern und Bauern. Der eigentliche Handel geht natürlich gänzlich durch die Hände der Großhändler, von denen ein Teil nur den Eintauf in der Provinz besorgt, während der andere die Bertel. Lung auf den Berliner Martt vermittelt. In dem großen Mittelfaal spielt sich das Geschäft ab. „ Last wohlbeleibte Männer um mich fein" fleht in unfichtbaren Buchstaben hier als Motto. Prachtvoll gemästele Gestalten, Die in ruhiger Würde an den vielen tleinen Tischen ihre Geschäfte abwideln. Riesige Geldpafete wandern mit schöner Gleichgültigkeit, phantastische Zahlen werden genannt. Erregte Dispute über die Borzüge bes lieben Viehs. Mensch, id fage Dir, so'n Ochfe" wie Du eener bift" vollendet freundschaftlich das Gegenüber. Aber man lacht nur dröhnend und das Geschäft tommt erst recht zustande. Kein Wunder, wenn man dabei foich prachtvolle pöfel und Beefsteats verzehrt. Da tann fein Streit auffommen. Es gab allerdings eine böse Zeit, fie liegt noch nicht allzuweit zurüd, da fiel die Mart und die Moral um die Wette. Und die liebe Bucherpolizei fonnte gar nicht schnell genug ihres Amtes walten. Aber jetzt herrscht Ruhe und eitel Freundschaft. Viehmarkthallen und Schlachthof. Die Biehmarkthallen, vier an der Zahl, und zwar fe eine für Rälber, Rinder, Hammef und Schweine, find mit thren Reserveställen das Aufnahmereservoir der Viehmengen, die hier zum Auftrieb und in den Handel fommen. Seit der Stabili fierung der Währung hat die Anlieferung von Bich gewaltig zu genommen, so daß zurzeit im Durchschnitt zirka 10 000 Stud Bich an jedem Martilage gehandelt werden, wobei das Hauptfontingent naturgemäß die Schweine stellen. Bon den Ausmaßen dieser Hallen befommt man vielleicht ein Bild, wenn man sich einmal vorstellt, daß zum Beispiel die Schweinemartthalle 281 Meter la und 66 Meter breit ist. In ihren 1600 Buchten" finden mehr als 15 000 Schweine Blah, während in der nur 217 Meter langen Hammelmarkthalle mehr als 20 000 Hammel untergebracht werden Pönnen. Alle diese Hallen sind mit Steinboden versehen und unter fellert. Eine Warmwasserleitung liefert für den Winter den entsprechend gewärmten Trant. Auf einer großen Wage wird jedes Lier beim Auftrieb in der Halle wie beim Berkauf gewogen, um eventuelle Gewichtsveränderungen festzustellen. Eine Martt polizei forgt für Ordnung und überwacht gleichzeitig das untergebrachte Vich. In die Zehntausende von Zentnern geht das jährlich berbrauchte Futter an Heu, Stroh. Gerste, Schrot und Kartoffeln. 68 fee ( Nachbrad burd Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frant. " Die hoden immer zu Hause, die Alten. Sicher würden auch fie fich hier unterhalten und zerfireuen," fagte Jürgen in den Beifallssturm hinein, während die Tante, unveränderten Gesichtes, bewußtlos auf dem Boden lag. Der Arzt wurde geholt, machte einen Aderlaß. Die Tante erholte sich. Um zehn Uhr lagen alle drei im Bett. Elisabeth stand noch einmal auf, ein frisches Nachthemd anzuziehen. Und als sie aus dem alten herausgestiegen und in das frische heit gespannt wie ein Pferd an die Droschke, die rote Ampel aufleuchten. Am andern Tage, einige Stunden vor ihrem Ableben, bekam die Tante noch Besuch. Auf dem Tablett lagen schon fiebenundzwanzig Orangen. Atembenommen, schon schwarz befchattet vom Tobe, hatte die Tante hocherfreut für die Früchte gedankt. Auf fünf Uhr war der Geistliche mit den Ministranten bestellt, die legte Delung zu erteilen. Die Sterbende überwand ihre tödliche Schwäche und richtete sich noch einmal auf im Bett. Vielleicht spreche ich jetzt das legtemal mit dir, Jürgen." " Du stirbst nicht, Tante, Unsinn!" 11letemal mit dir. Ich habe immer meine Pflicht getan. An dir, Jürgen, und überhaupt. Vor allem an dir! Du bist ein geachteter Mann geworden. Das hast du zum Teil auch mir zu verdanken. Weißt du noch wie das tam?... Ein sehr geachteter Mann!" Alles Blut verließ Jürgens Gesicht. Sie bemerkte feine Blässe und Berwirrung nicht, schilderte, mühsam stammelnd, wo er hingekommen wäre, wenn er das, was er Opferbereitfchaft und Hingabe genannt habe, weiter verfolgt hätte.„ So aber fann ich ruhig sterben." Jürgen hörte nichts mehr. Sie zog seinen Rof neben sich auf das Kissen, nahm ihm das Wort ab, daß er auf dem eingeschlagenen Wege weitergehen werde. Merte dir: was man einem Sterbenden in die Hand verspricht, muß man halten." BerJürgen wußte nicht, was er versprochen hatte. Die Halle des Todes. Der melße Saal tft von den Schlachthallen der größte und modernfte. Durch eine der niedrigen Türen tritt man in den lang geftreten Eaal. Wie ein Bild aus Dantes Hölle ziehen fich dichte ww 11. i feuchte Nebel. Grungen und fairbes Quiefen; Baffer rauscht und zischt. Durch den Nebel laufen blutbefleckte Gestalten mit Beilen und Meffern. An eisernen Halen rollen unaufhörlich aufgehängte tote Schweine. Allmählich unterscheidet das Auge. An ber einen Längsfeite ziehen sich abgetrennte eiserne 2bteilungen hin, die sogenannten Tötungsbuchten. Gedrängt voll von Schweinen, quietend, brüllend, sich schiebend. Ein Mann im Lebermams, ber hauer, unter ihnen. Mit einem Eisenhammer schlägt er rasch und ficher eins nach dem andern. Die Tiere fallen ohne Laut. Giferne Hafen faffen fie, schleppen sie hinaus. Dort warten fdjon bie Stecher. Ein rascher Schnitt in die Rehle. Das Blut ftrömt ab in eiserne Räften. Die Körper werben wieder aufgehoben, fallen in Brühbottiche", werden gefotten, geschält, gleiten fallen in Brühbottiche", werben gefotten, geschält, gleiten weiter auf lange Tische, werden hochgehoben, geöffnet, ausgeweidet. Die Eingeweide nimmt der Mickenmacher und Darm schleimer zur Säuberung. Der gewaschene fertige Körper rollt an Hafen, die auf Schienen unter der Decke laufen, in die Schlächter fammern, von wo das Fleisch entweder in das Kühlhaus fommt oder auch gleich, aber unzerteilt, zum Berkauf. Ju der Rinderfchlachthalle ein ähnliches Bild. In Heimen Buchten warten Kälber und Hammel. Der Schlachter faßt sie, einen nach dem anderen, trägt sie auf einen Tisch. Ein Strid bindet sie. Mit einer Holz Teule schlägt er den Kopf, dann reißt das Messer die Kehle. Alles geht unheimlich schnell, fachlich und ganz ruhig. Die Tiere warten ganz geduldig, ohne jedes Zeichen von Aufregung und Unruhe. Auch die Kinder fallen fast immer auf den ersten Streich mit dem Gisenhammer. Mit bumpfem Brall schlagen dann die schweren Leiber auf den Boden, schon stürzt das rauchende rotschwarze Blut, in furzer Zeit ist das große Tier enthäutet, ausgenommen, zerteilt und aufgehängt. Einen besonderen Blah nimmt das rituelle Schächten ein. Besondere Angestellte der jüdischen Gemeinde fchlach gangenheit und Gegenwart stürzten ineinander. Er hörte auch nicht, daß die Tante von ihren bisher verheimlichten Attien sprach. Diese Wertpapiere darfst du nur dann verkaufen, wenn mein Bantier dazu rät. Vor allem: Laffe die Hypotheken auf den großen Häusern stehen! Und laffe nicht so viel her. richten! Reparaturen und Handwerker fosten Geld!" " Da muß ich ja Hypothekenzinsen bezahlten," sagte Jürgens Mund vom Riffen weg. Ihre Hand blieb auf seinem Kopfe.„ Aber die Grund besigsteuer ist viel höher als die Binfen, die man für Hypothefen bezahlen muß. Deshalb belastet man ein Haus so hoch wie möglich mit Hypothefen," erklärte sie, unterbrochen von Atemnot, legt das Geld in Wertpapieren an und bezahlt mit den Zinsen die Hypothekenzinsen. Dafür hat man teine Grundbesigsteuer zu zahlen, weil einem die Häufer gar nicht gehören. „ Unsere Häuser gehören mir nicht?" nicht." Sie fonnte vor Schwäche nicht mehr sprechen. " Nur scheinbar nicht! Man befigt sie nur scheinbar Bimmer. Jürgen wollte die Tante beruhigen, war aber so Die Flurglode hatte geläutet. Weihrauchduft brang ins verwirrt, daß er fagte:" Alfo mit den infen von den Wert papieren bezahle ich die Grundbesigsteuer." Nein, die Hypothefenzinsen!" PT " Aber es gibt doch viel beffere Rapitalsanlagen. halb soll ich denn.. Laß dir's von meinem Rechtsanwalt erklären." Sonntag, 23. März 1924 ten die ausgesuchten Liere. Man wirft fie, hierbei, was bei Rin dern mit einem Flaschenzuge an Retten geschieht, auf die Seite. Dann öffnet ein furzer schneller Schlag des haarscharfen silbernen Messers die Kehle. Die Nebenräumlichkeiten. Das Rühlhaus nimmt einen großen Tell des frischen Fleisches auf. Außer setnen Vorfühlräumen hat es 227 Kühlzellen, zu denen noch in: Dachgeschoß je 52 Räucherfammern und Trođen fammern tommen. Im Keller befinden sich noch 36 Pöfelzellen. Zufammen befißt das Kühlhaus 4140 Quadratmeter gekühlte Flächen. Man empfindet angesichts der riesigen Fleischmengen un fo paradorer die Tatsache, daß im großen Berlin soviele Taufende von Menschen dem Hungertode entgegengehen. Das Maschinenhaus er zeugt mit seinen riesigen Dampftompressors die nötige Kühltempe ratur für das Kühlhaus. Durch ein sinnreiches Umlaufsystem wird ständig die Luft in den Lagerräumen erneuert. Mammutpumpen h- ben bas nötige Waffer, girta 350 000 Rubitmeter jährlich. während zehn mächtige Cornwallteffet die gesamte Warmwasserleitung für Waschen, Heizen und Schlachtbetrieb liefern. 42 Meter hoher Wasserturm dient als Reservoir. Nebenbei stell: man noch die Kleinigkeit von 200 Zentnern Eis täglich her. Dic Berwaltung arbeitet mit einem Stabe von zirfa 200 Beamten und etwa 800 Arbeitern, bie sämtlich, mit Ausnahme der Polizei, im Dienste der Stadt Berlin stehen. Außer den eigentlichen Bieh und Schlachthallen bestehen hier noch Tischlerwerfstätten, Darmund Hautverarbeitungsstellen, Garderoben und Waschräume für die Schlachter. Ein „ Das Geschid der Rationen wiro dunh ihre Ernährung beftiment" sagt Brillet Savarin. Wenn das wahr ist, braucht einem um Deutschlands Sufunft nicht bange zu fein, denn seine Fleischlammern find gefüllt wie feine Scheunen. Es ist nur nötig, fie auch für has hungernde Bolt zu öffnen. Kinder in der Sonne. Auf den Bänken in den öffentlichen Anlagen fitzt man Ropf on Ropf und trinkt gierig die belebende Wärme. Namentlich aber die Kinder find an diesen Vorfrühlingstagen vof! Ausgelassenheit und Luftigkeit und schwärmen auf allen Wegen und Stegen. Gewiß ein schönes und bunt belebtes Bild. Aber man ftelle fich einmal neben solch eine Kinderschar, die in der Sonne spielt und schaute allen den vielen Knaben und Mädchen prüfend ins Gesicht. Das immer ein wenig ungewiffe, gedämpfte und nur dunstige Lich ber Wintertage gab zu solchen Beobachtungen und Betrachtungen nicht recht Gelegenheit und die unbarmherzige Kälte verhinderte außerdem die Bereinigung vieler Stinder auf einen Haufen zu Spiel und allerlet Sport. Aber die Sonne bringt es an den Tag! Wie schauen diese Kinder aus! 3ft schon die Kleidung und das bis zur Unmöglichkeit schadhafte Schuhwerk viele der Kleiner loufen in Schuhen herum, die aus allen Fliden und Lumpen zu sammengenäht sind beklagensmert, so bleibt man betroffen unh erschüttert stehen, wenn man die jugendlichen Gesichter betrachtet. Alle fast find bleich, und auch die warme Sonne und das Herum. fpringen und tollen in der Sonne vermag die Gefichter tium ſchwad) rot anzuschminken. Alle diese Gesichter zeigen eine ganz ungefunde Gesichtsfarbe. Man braucht fein Arzt zu sein, um zu wiffen, daß die Tuberkulose einst reiche Ernte unter diesen Kindern halten wird, die den Keim der tödlichen Krankheit schon in, fich haben. Die Ge fichter dieser Kinder haben schon Falten und Runzein, wie die alten und von Sorgen geplagten und gezeichneten Menschen. Diese Kin der haben die Not und die Entbehrung, unter der die Mütter wäh rend der Schwangerschaft gelitten haben, als Rainszeichen des Elends mit auf die Welt gebracht. Mangelhafte Ernährung, schlechte Luft der zu engen Wohnung haben nach der Geburt weiter geholfen, und die Gesichter der Kinder find faltig, und runglig geworden, die Haut ist schlapp. faltig und fahl. Wie lange noch, und sie müssen in Arbeit und Berdienst, müssen unter der Knute des Arbeitgebers, und viel Arbeit, aber wenig Lohn lautet die Barole dieser wahren Menschenfreunde. Die Arbeitstiere aber werden frühzeitig aft und verbraucht, die niemals jung und frisch lebendig gewesen sind. Früher sprach man wohl und mit Recht von den Quartieren ber schwacher Weihrauchduft in den Zimmern und erimuerte Jürgen an des Vaters Todestag, an die Seelennot, Unsicher heit, an die Rämpfe der Jugend, auf die er, stehend nun auf bem festen, breiten, gefahrlosen Boden der Gegenwart, lächelnd zurückblidte. Da unten taumelt ein empfindsamer Jüngling umher. getroffen von einem Worte, in Berzweiflung und Leid ver feßt durch einen Blid. In ununterbrochene Qualen gestellt durch das Leben, wie es ist. Durch eine jugendliche Sehnsucht nach unerfüllbaren Idealen und nach der Wahrheit, die es nicht gibt, streift den Jüngling sogar öfters der Tod... Hier sigt der Mann im Seffel. In Sicherheit. Unverwundbar. und nicht eine Setunde der Gegenwart wird ihm, wie früher, vergällt und gestohlen von der Sehnsucht nach dem unerreichbaren. „ Und sogar aus dem Sozialismus, aus dieser grauen gefunden... Jetzt wenn der Bater mich sehen fönnte, er würde nicht mehr figen: Na, du schmähliches Etwas!" An dem großen Gesellschaftsabend des Herrn Papierfabrikanten Hommes, der ersten Festlichkeit, die Jürgen nach früherer Mitschüler, der als naturalifierter Engländer zwanzig bem ereignislos vergangenen Trauerjahr besuchte, ließ ein Jahre ununterbrochen in den englischen Kolonien gelebt und Sadgasse, in der ich vier Jahre stedte, habe ich wieder herauseine große Baumwollegportfirma gegründet hatte, sich dem Bankier Jürgen Kolbenreiher vorstellen, der auch auf diesem Wes- Feste für viele der Mittelpunkt war. soll ich denn unbedingt Hypotheken aufnehmen, wenn ich Geld und Wertpapiere befize, die viel besser..." .Rechtsanwalt," flüsterte die Tante. Der Geistliche und die Ministranten traten ein. Das Weihrauchfaß überquerte dreimal das Bett." Bor der Pforte der Hölle bewahre ihre Seele. Dominus vobiscum. Et cum spiritu tuo." Die ganze Billa roch noch nach Weihrauch, als Jürgen, im Gehrock und schwarz behandschuht, von der Beerdigung zurückkam. Das weiße Taschentuch in der einen, den Zylinder in der rechten Hand, so am Rande gefaßt, daß er eine Gummiball hätte auffangen können, stand er im Sterbezimmer. Auch eine Woche später, nachdem ihm vom Rechtsanwalt schon eröffnet worden war, daß die Tante das Dreifache an erwartetem Barvermögen hinterlassen hatte, stand noch ein " Wie erging es Ihrem Herrn Bruder? Ich habe nämlich zufammen mit Ihrem Herrir Bruder das hiesige Gymnasium besucht Verzeihung, ich weiß ja nichts. Bin ja ohne jeden Kontakt gewesen," feßte der Engländer sofort hinzu. als er Jürgens betroffen fragenden Blid bemerkte, und ent schuldigte sich, da er durch seine Frage offenbar eine schmerz fiche Erinnerung wachgerufen habe. Jürgen hob die Schulter. Seine Augen fuchten.„ Ich habe feinen Bruder." Aber solch einen Streich fönne sein Gedächtnis ihm doch nicht spielen; er fei ja jahrelang mit einem Mitschüler Kolbenreiher in demselben Klassenzimmer gefeffen. Ich sehe ihn heute noch leibhaftig vor mir. Ein schwärmerischer Jüngling, höchst eigenartig! Ein liebenswerter, ein sehr gefährdeter Mensch, dachte ich noch oft in späteren Jahren.. also nicht Ihr Bruder? Offenbar eine Namensgleichheit!" ( Fortfesung folgt.) Er war Armut und des Elends weit draußen im Osten Berlins und hoch oben im Norden. Heute kann man Kinder, ganz gleichgültig in welcher Stadtgegend, immer beobachten, überall dasselbe traurige, trostlose Bild. Man denkt unwillkürlich daran, daß sich diese Kinder eines Tages verheiraten und auch Kinder in die Welt segen werden. Der ewige Kreislauf des Elends, die Kette ohne Ende, aus der ein Entrimmen unmöglich scheint! Im nächsten Monat sollen die Gehälter und Löhne der Staatsangestellten um einen geringen Bruchteil erhöht werden. Der über-| aus tüchtige und rührige Handel aber, diese Notleidenden" haben bereits ausgeredmet, um wieviel mehr sie für alle Waren fordern werden. Und niemand dentt an die Kinder. Ein neues Röntgeninstitut. Bei dem Städtischen Krantenhaus Moabit ist ein Institut für Röntgenforschung und für Rönt genbehandlung entstanden, von dem die Wissenschaft und die Braris der Heilfunbe großen Gewinn zu erwarten haben. Als die Stadt die bei diesem Krankenhaus bestehende Röntgenftation er weitern wollte, regte der Krankenhausdirettor Prof. Dr. Klemperer an, ein mit allen Erzeugnissen der neuesten Technit ausgestattetes großes Röntgeninstitut zu schaffen. Die Siemens u. alste 2. G. wünschte mit einer derartigen Forschungsstätte zusammenzuarbeiten, die der Technik und der Wissenschaft eine wechselseitige Förderung ermöglichen könnte, und sie erklärte sich daher zur Hergabe der Einrichtung auf eigene Kosten bereit. Gestern wurde die neue Anstalt, die den Namen Werners Siemens- Institut für Röntgenforschung" erhalten hat, mit einer Feier eröffnet., Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung und Vertreter der Aerzteschaft nahmen daran teil, und auch die Regierung hatte einen Vertreder entfandt. In der Begrüßungsansprache sagte Stadtmedizinalrat Dr. Rabnow daß hier Wirtschaft und Technik eine Arbeitsgemeinschaft mit der Stadtverwaltung geschlossen haben, aus der ein fegenverheißendes Wert hervorgegangen ist. Karl v. Siemens, der das neue Institut an die Stadt übergab, hob hervor, daß auch die energische Förderung des Werkes durch den Stadtmedizinalrat zum Gelingen beigetragen hat. Er erinnerte daran, daß Werner Siemens es als seine Lebensaufgabe angesehen habe, die Wiffenschaft durch die Technik in den Dienst der Menschheit zu stellen. Nach Ansprachen des Oberbürgermeisters Böß, des Krankenhaus direktors Prof. Dr. Klemperer und des für das Röntgeninstitut ols Direktor auserjehemen Dr. Frid wurde ein Rundgang durch die Räune angetreten. In drei der Krantenhausbaraden find eine Abteilung für Röntgendiagnostif, eine Abteilung für Röntgentherapie und eine Abteilung für Röntgen. forschung untergebracht. Die Ausstattung der Räume ist einfach, fie enthalten aber alle notwendigen Röntgenapparate nach dem neuesten Stande der Wissenschaft und der Pragis. Die Stadt erhält hiermit eine neue Anstalt für Krante, die einer Untersuchung oder Behandlung mit Röntgenstrahlen bedürfen. Für die Wissenschaft ist eine Forschungsstätte gefchaffen worden, für vorliegend und beantragt, ben Angeflagten sum Lobe] zu verurteilen. Nach längerer Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Friedmann das Urteil der Straffammer. Das Gericht hat keinen Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten gehabt. Ueberlegung und Borfab bei der Tat haben sich bei dem Angeklagten nicht nachweisen lassen, so daß meder Mord, noch Totschlag angenommen werden fönnte. Es verurteilt ihn zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Angeflagre blieb bei Verkündung des Urteils völlig unbewegt. Kreis- Mitgliederversammlungen 15. Montag, 24. März, abends 72 Uhr: Kreis( Treptow- Baumschulenweg- Adlershof, Ober- und Niederschöneweide, Johannisthal, Alt- Glienice) im Cofal Zum Einsiedler" am Bahnhof Johannisthal. Referent: Genoffe Friz Jubeil. Mittwoch, 26. März, abends 7 1hr: 1. Kreis( Mitte) bei Haverland, Neue Friedrichstraße 35 ( Eingang Rochstraße). Referent: Genoffe Hugo Heimann. 2. Kreis( Tiergarten) in den Arminiushallen, Bremer Straße 73. Referent: Genosse Künstler. 3. Kreis( Wedding) im Pakenhofer- Ausschant, ChauffeeStraße 64. Referent: Genoffe Dr. Moses, und SchillerCyzeum, Pantstraße, Ede Böttcherstraße. Referent: Genossin Ella Seger. 4. Kreis( Prenzlauer Berg) in der Schulaula Oberrealfdule, Pasteurftraße 40/41. Referent: Genoffin Bohm- Schuch, und Großer Saal vom Cedigenheim, Pappel- 21llee 14. Referent: Genoffe Dr. Lowenftein. 5. Kreis( Friedrichshain) in den Andreas- Festfälen, Andreas straße 21. Referent: Genoffe Aufhäuser. 6. Kreis( Kreuzberg) bei Rabe, Fichtestraße 29. Referent: Genoffe Richard Fischer. 13. Kreis( Tempelhof- Marlendorf), Wilhelmsgarten- Tempelhof, Berliner Straße. Referent: Genoffe Heinig. 14. Kreis( Neukölln) im Schultheiß, Hasenheide( Wintergarten). Referent: Genoffe Crifpien. 16. Kreis( Köpenid) für Köpenid bei Schulz, Müggelheimer Straße 12. Referent: Genoffe Dr. Zechlin. 17. Kreis( Lichtenberg) im Cecilien- Lyzeum, Rathausstraße. Referent: Genoffe Dr. Breitfcheid. 18. Kreis( Weißenfee) im Realgymnasium, Boeldpromenade. Referent: Genoffin Juchacz. Tagesordnung in allen Bersammlungen: die infolge ihrer Berbindung mit dem Krankenhaus das wiffenſchaft- Sozialdemokratie und Reichstagswahl lich Erarbeitete in der Bragis erproben kann. Aber auch für die Siemens u. Haiste A.-G. wird sich aus dieser Schenkung ein Gewinn ergeben, da fie infolge ihrer Beziehungen zu dem Institut von hier aus manche Anregungen zu technischen Vervollkommnungen er halten tann. Der Raubmord in Vaduz. Der Täter zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Der Bater des wegen Morbes angeklagten zwanzigjährigen Kaufmannslehrlings Kurt Weiß, ein höherer Beamter, hatte sein Zeugnis verweigert und war nicht vor Gericht erschienen, indem er die Erklärung abgegeben hatte, daß er sich von seinem un geratenen Sohne losgesagt habe. Die Tatzeugen aus Badus find tommissarisch vernomanen worden, und ihre Aussagen werben verlesen. Nach dem Gutachten des fürstlichen Landesphyfitus ist der Tod burch einen Schuß in den Herzbeutel erfolgt. Sehr interessant waren die ärztlichen Gutachten. Kreismedizinalrat Dr. Kschisch ist zu der lleberzeugung gekommen, daß der Angeklagte zur Zeit der Tat nicht geistestrant war. Gine geistige Störung ist weder jetzt vorhanden, noch hat sie jemals bei ihm bestanden. Der Angeklagte hat die Schule bis Obertertia bejucht; er ist jedoch nicht geiftig zurückgeblieben, sondern nur dentfaui und träge. Schon mit 14 Jahren hatte er ein Berhältnis mit einem Mädchen. Seitdem ist das Erotische bei allen feinen Handfungen und Straftaten ausschlaggebend gewesen. In ethischer Be ziehung zeigt er zweifellos einen Defeft, denn er hat feine Reue über seine Lat. Der Angeflagte ist bei der Tat so planmäßig vorgegangen, daß kein Anzeichen eines Dämmerungszustandes vorliegt. Es ist fein Grund zur Annahme des§ 51 vorhanden. Auf die Frage von R. Bahn, ob der Sachverständige auch berücksichtigt habe, daß der Angeflagte schon im 13. Lebensjahre ben perversen Ausschweifungen verfallen sei, und daß er ein starter Stolainschnupfer war, erklärt der Sachverständige, daß diefe Umstände sein Gutachten nicht beeinträchtigen fönnen. Media zinalrat Dr. Störmer hat den Angeklagten monatelang untersucht und auch die Eltern befragt. Eine gewiffe Degeneration liege vor. Ein Bruder der Großmutter führe felt frühester Jugend- und auch heute noch als alter Mann ein Bagabundenleben. Der Wandertrieb scheine auf den Angeffagten vererbt zu sein. Biel Schuld trage die Erziehung. Die Großmutter habe ihn verzogen. Die ethischen Defette werden übertompenziert durch eine erhebliche Intelligenz. Medizinalrat Dr. Störmer fommt zu dem Schluß, daß der Angetlagte vollständig zurechnungsfähig ist. Staatsanwaltschaftsrat Berger- Landefeld hält einen Raubmorb Alle Bersammlungen beginnen pünktlich 7 Uhr abends. In Anbetracht des Wahlkampfes ist es Pflicht aller Parteimitglieder, dieje wichtigen Mitgliederversammlungen zu bejuchen.- Mitgliedsbuch der Partei dient als Ausweis. Dachakrobaten. Eine neue friminalistische Berufsart" fam vor der 7. Straffammer des Landgerichts I zur Sprache. Es hatten sich der Tech niter Alfred Neuper und der Artist Friedrich Wegmann wegen zahlloser Bodeneinbrüche zu verantworten. Als der Vorfizende, Landgerichtsdirektor Bogt, den Angeklagten Wegmann nach feinem Beruf fragte, erwiderte diefer: Ich bin Dachakrobat! Ich gehe über Dächer und durch Bodenlufen." Die beiden Anges flagten hatten in Gemeinschaft mit einem dritten, der erst jest in einem Strafgefangenen Ehlert ermittelt worden ist, fich die Diebes spezialität ausgewählt, Bodeneinbrüche zu verüben, bei denen sie es ausschließlich auf wertvolle Wäsche abgesehen hatten. Um nicht überrascht zu werden und alsdann Zeit zur Flucht über die Dächer zu gewinnen, verriegelten fie die Bodentür von innen berart, daß sie einen Ragel in das Schlüsselloch einschlugen. Bei ihrem Diebstahl gingen fie fehr wählerisch vor, indem sie sich die wertvollsten Wäschestüde aussuchten. Sie haben immer gleich ganze Häuserviertel ausgeplündert. Der als Zeuge vorgeführte Mitbeschuldigte Ehlert bestritt, mit dabei gewesen zu sein, wurde aber von den beiden anderen Angeklagten mit Bestimmtheit als ihr Komplice be zeichnet. Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit des Treibens, durch das aanz besonders viele fleine Leute um ihre gesamten Wäscheporräte gebracht worden waren, erkannte das Gericht gegen die vielfach vorbestraften Angeklagten auf hohe Strafen. Reuper erhielt 4 Jahre Zuchthaus, Wegmann 5 Jahre Suchthaus. Ehlert wird demnächst ebenfalls zur Verantwortung gezogen. Kampf der Schuhpolizei gegen die Berkehrsunfälle. Die erschreckende Zu tahme der Berkehrsunfälle hat ben Polizeifommandeur Kaupisch zu neuen Anweisungen veranlaßt. Bur gründlichen Durchbildung der für Berkehrszentren in Groß- Berlin als Poften in Frage kommenden Beamten wird in Zukunft diesen Beamten durch erfahrene Polizeioffiziere besonderer Unter. richt über den verkehrspolizeilichen Dienst erteilt merden. Die als Verkehrsposten Verwendung findenden Beamten werden einer verschärften Brüfung auf ihre physische und psychische Beweise Kinder- Turnschuhe prima grau Segeltuch mit starker Chromsohle 88/35 2.75, 30/82 2.50, 27/29 2.25, 25/25 90 Kinder- Spangenschuhe Ia Chrom Chevreaux, breite bequeme Brax billiges Angebot, 190 Grösse 18/21 Kinder- Schnürstiefel prima gran Chevr., m. geringen Farb fehlern, ganz bes. billig, 25/26 8.80, 23/24 4.80, 20:22 8,90, 18/30 290 Kinder- Schnürstiefel la Chrom Chevreaux mit Derbyas, que breite Form, 390 25.6 4.50, 23/24............. 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Es ist das atveite in Berlin feit Abmurfung ber Geschworenergerichte. Das erste betraf die Rugendlicheir Jahnte und Goldbach, die einen Schupomann erschossen hatten. Man schreibt uns dazu: Die Sozialdemokratie ist grundfäßlich gegen die Todes strafe und hat deren Abschaffung verlangt. Sie vertritt mit den fortschrittlichen Strafrechtslehrern die Ueberzeugung, daß der wohlüberlegte Mord durch die Hand des bezahlten Henfers an dem noch so schuldigen Mitmenschen unter allen Umständen unfitilich ist. Sie glaubt auch, daß die Todesstrafe nie zur Verminderung schwerer Berbrechen geführt hat und daß gemeingefährliche Menschen durch andere Mittel unschädlich gemacht werden können. Aber auch bei der Nachprüfung jedes einzelnen Falles ergibt es sich, daß die Träger von Rapitalverbrechen in der Regel Menschen find, die von der Normi abweichen. Nicht durch ihre Schuld erblich schwer belastet, sittlich verwahrlost durch die sozialen Berhältnisse, schleppen sie die Mitfchuld vorhergegangener Generationen und bestehender sozialer misstände mit sich und büßen für sie schwer. Daß es sich in fast allen derartigen Fällen um von der Norm abweichende Menschen handelt, ist ein Troft für die Menschheit. Das Verbrechen des Uhr machers Schaper erscheint um so unerklärlicher, als der Mörder das Kind wirklich gern hatte und das Kind bem Mörder zugetan war. Das Mißverhältnis zwischen Motiv und Tat, ihre graufigen Einzel beiten, das Verhalten des Angeklagten bei der Bolizeivernehmung und während der Gerichtsverhandlung, legen die Bermutung geistiger Anormalität nahe. Die Frage war: Konnte der Mörber im Augenblid seiner Handlung die Ueberlegungsfähigkeit eines normalen Menschen aufbringen oder nicht? Diese Frage hat der Medizinalrat Dr. Störmer, der einzige psychia trische Sachverständige in dieser Sache, mit aller Ent fchiedenheit bejaht: er glaubte mit vollem Bewußtsein seiner Berani wortung erflären zu können, daß die freie Willensbestimmung zur Seit der Tat nicht ausgefchloffen war. Somit trifft den Gerichtsarzt Die Mitverantwortung für das Todesurteil des Berufsrichters. Auf Mord steht Todesstrafe. Mord ist, wenn Ueberlegung vorliegt. Fehlt Ueberlegung, so ist es Totschlag. Es gibt aber fast feinen Totschlag, dem Ueberlegung, wenn auch noch so geringe, nicht vorhergegangen wäre. In die Hand des Gerichtes ist aber die Feststellung gelegt, ob der Grab der Ueberlegung so groß war, daß Mord und nicht Totschlag vorliegt. Es ist jedoch ebensowenig dem Richter ge geben, in dem Innern des Menschen den Grad der Ueberlegung festzustellen, wie dem Arzt, den Grad der freien Willensbestimmung. Des Uhrmachers Schaper Tat ist zu grausig, daß man mit dem Menschen Mitleid fühlen könnte. Abgrundige Tiefen der Seelenverirrung erweden größtenteils nur Schauer vor ihren Rätseln und Angst für sich selbst. Angst fucht Rache und so wird das Todes. urteil ein Ausfluß diefes Rachegefühls. Republikaner! Die reaktionären und monarchistischen Kretse haben im ganzen Reiche ihre Stahlhelm- und sonstigen Bünde gegründet, um die Republik zu bekämpfen. Die Republikaner hatten bisher ähnliche Kampforganisationen nicht. Nun ist in dem Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold ein Bund der.republikanischen Kriegsteilnehmer geschaffen worden, der den Zwed ver folgt: Alle republikanisch gesinnten Kriegsteilnehmer zusammenzufassen. Der Bund wird mit den Mitteln ber Aufklärung und Werbung für ten republikanischen Gedanken wirken. Bei gewaltsamen An griffen ouf die republikanische Verfaffung wird der Bund bie republi fanischen Behörden in der Abwehr unterstützen und die Gegner mit denselben ber Republit niederfämpfen Mitteln, mit denen sie die Republit angreifen. An alle Kriegsteilnehmer, die als Republikaner ins Feld ge zogen, oder als solche zurückgekehrt find, an alle waffentüchtigen Männer und schließlich an alle, die bereit sind, die Ziele des Bundes zu unterstüßen, richten wir die Bitte, unserm Bund beizutreter. Das Banner der deutschen Republik mit den alten deutschen Farben Schwarz- Rot- Gold, ist unser Zeichen. Die Republik den Republikanern? Zuschriften find zu richten an Friß Koch, Berlin D 34. Kopernitusstraße 34, Geldfendungen an die Kommerz- und Brivatban? Berlin, Depofitentaffe Rönigstraße 49, oder as Post, scheckkonto diefer Bant, Berlin NW 7, Nr. 1307, Rontosbanner Schwarz- Rot- Gold". Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold! Bund der republikanischen Kriegsteilnehmer D. B. Der Gauvorstand Berlin- Brandenburg. Frth Roch, Borsigender, Wilhelm Nowad, Schriftführer, Martin Schneider, Raffierer, Ostar Wegner, Frankfurt a. 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Rizfa hatte vor Allard die Waffenkammer unter jim; ber britte Angeflagée Foelz war. Berwalter des Bajjenlagers bei ter Luftfahrtüberwachungsabteilung in Adlershof. Die Anklage gegen die drei Beamten ging dahin, daß sie ein schweres und ein leichtes Maschinengewehr aus den Baffenbeständen heim. lich hatten verschieben wollen, ebenso Munition. Einem Mechanifer God war von Ernst Wille Munition angeboten worden. Zu fällig erfuhr davon ein Erfassungsoffizier der Reichswehr und schöpfte Berdacht, daß die Munition aus staatlichen Beständen herGod, an den Berfäufer Das Schulgeld ab 1. Mai. Anmeldungen find zu richten an den Bezirksschulausschuß 1 bis 6 Das Schulgeld an den staatlichen, den vom Staate verwalteten Berlin. Sprechstunden des Direktors des Köllnischen Gymnasiums und den vom Staate und anderen gemeinschaftlich zu unterhaltenden( Inselstr. 2-5) Montag, Mittwoch, Donnerstag 11-12 Uhr. höheren Lehranstalten einschließlich der Aufbauschulen und Aufbau- Der Umtausch der Dejerahmen der Wannseebahn. Auf der lassen wird vom 1. Mai b. 3. ab auf zehn Goldmart monat Berliner Bannfeebahn besteht schon seit Jahren der Lichtbildzwang, lich festgesetzt an den mit den Oberlyzeen verbundenen Uebungs- und zwar wurden Blechrahmen von der Reichsbahnverwaltung schulen auf vier Golmart monatlich. Das Eintrittsgeld beträgt vom gegen eine bestimmte Gebühr geliefert. Am 1. April tritt der Licht1. Mai d. 3. at fünf Goldmark. Den Unterhaltungsträgern der bildzwang für die Eisenbahnzeitfarten allgemein in Kraft. Auch nicht staatlichen öffentlichen höheren Lehranstalten ist es ge- auf der Wannseebahn wird der neue Aluminiumrahmen eingeführt, ftattet, die staatlichen Faze um 25 Proz. zu überschreiten. Die und die alten Blechrahmen werden ungültig. Sie werden nun entSchulgeldermäßigung beträgt für das zweite der eine weder gegen Erstattung der Unfoftengebühr zurückgenommen oder höhere Schule( einschließlich Hochschule) besuchenden Kinder des gleie gegen die neuen Aluminiumrahmen gebührenfrei eingetauscht. chen Erziehungsberechtigten vom 1. Mai d. 3. ab 25 Proz. Bon dem gesamten Schulgeldaufkommen stehen vom 1. Mai d. I. ab 10 Proz. für Freistellen und Soulgelbermäßigungen zur Berfügung. Schulgeldsätze die nach dem Einkommen gestaffelt find, bedürfen der Genehmigung des Kultusministers. Schulgeld. Berlin schwimmt in Schlagsahue. Wie sich die Wucherabteilung des Berliner Bolizeipräsidiums vernehmen läßt, hat die Her stellung von Schlagfahne überhandgenommen. Der Polizeipräsident weißt wiederholt darauf hin, daß die Berordnung über das Verbot der herstellung von Schlagfahne aus inländischer oder ausländischer Frischmilch, kondensmilch und Dauersahne noch in widerhandlungen mit aller Energie einzuschreiten. Db's was helfen den und biefem zu erklären, daß er für 945 3 reiforp 3 ROeffentl. Wählerversammlung raffi er hat die polizeilichen Drgane angewiesen, bei. Zubach Flammenwerfer das und Maschinengemehre brauche. Bille fegte sich mit Foelz, der ihm schon die Munition ge liefert hatte, in Verbindung, und dieser wiederum wandte fich an Oberwachtmeister Allard. Am 12. März b. 3. holte nun Foelz in Teget von Allard zwei Maschinengewehre, ein leichtes und ein schweres ab. Im Dienstzimmer des Allard wurden de Maschinengewehre zerlegt, in Koffer gepackt und sollen unter Beihilfe Don Rizla über den Baun geschafft worden sein. Foelz brachte mit Ernst Bille die Koffer nach Fürstenwalde, und von dort wurden fie mit einem Wagen, der Anweisung von God entsprechend, nach dem Gut Steinhöfel gefahren. Auch Georg Wille begleitete den Bagen. Bei der Ankunft in Steinhöfel traten plötzlich 30 Reichs wehrsoldaten aus dem Didicht des Waldes und verhafteten die beiden Billes und Foelz. Rigfa und Georg Wille wurden freigesprochen, Allard erhielt drei Monate Gefängnis, die inzwischen verbüht find. Foelz sechs Monate, von denen vier Monate verbüßt sind; für den Reft wurde ihm Bewährungsfrist gegen 200 m. Gelbbuße bewilligt. Ernst 11e wurde wegen Hehlerei und unerlaubten Baffenbefiges zu 3 mei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt, welche Strafe aber auch in eine Gelbbuße von 100 m. angewandelt wurde. ww Zum Ofter- Schulbeginn. Aus dem Kreise der an den weltlichen Schufen Berfins wirkenden Lehrer und Lehrerinnen tommt die an die Eltern gerichtete Mahnung, ihre Kinder zu Ostern diesen Bildungsstätten zuzuführen. In Berlin bestehen zurzeit folgende weltliche Schulen: Bezirk Tiergarten: Schulen 240 und 254, Baldenferftraße 20/21. Bezirk Wedding: Schulen 208 und 283, Gotenburger Str. 2; Schule 308, Leopoldplat; Sayule 223, Butbufer Str.3; Schule 262, Lütticher Str. 4; Filiale der Schule 262, Müllerstr. 48; Echulen 244 und 245, Panfstr. 20,- Bezirk Spandau: Schule 17, Staafen; freie Schule Neustadt, Mittelfer, 21; freie Schule Wilheimstadt, Konkordiastraße. Bezirk Neukölln: Schulen 31 und 32, Rütliſtr. 41; Schulen 15 und 16, Lessingstr. 38; Schulen 27 und 28, Mariendorfer Weg 69, Bezirk Treptow: Schule 3, Adlershof, Radideffr. 10; Schule 5, Oberschöneweide, RottmeierStraße; Schule 7, Oberschöneweide, Wattstr. 69; Lebensgemeinschaftsschule, Oberschöneweide, Kottmeierstraße. Bezirk Lichtenberg: Filiale der Schule 34, Scharnweberstraße; Filiale der Schule 33, Bfarrstr. 7/8 und Kronprinzenstr. 10; Filiale der Schule 36, Fried. richstr. 71 und Friedrichsfelde, Rummelsburger Str. 64; Filiale der Schule 37, Marktstr. 10; Filiale der Schule 38, Holteistr. 7. Be zirf Weißenfee: Schule 8, Wörthstr. 23.- Bezirt Bantom: Lebensgemeinschaftsschule, Niederschönhausen, Bismardstr. 11. Bezirk Reinickendorf: Schule 4a Hoppestraße, Ede Ramete. Straße; Schule 5a, Auguste- Bittoria- Allee 37; Edule 6a, Holländer Straße 25. -Anmeldungen für andere Schulen fönnen, falls fie schon er. folgt find, jetzt noch zurüdgenommen werden. Omide Fran". Frühlingsanfang ist für viele Bölter der Erbe ein Tag, an den fie freudige, hoffnungsvolle Gedanken hegen. Oft ift biefer Tag feftlich begangen worden, und die Perfer, ein Bolt, das an after Kultur und Gitte festhält, feiert noch bis auf den heutigen Tag das Nonruzfest. Der Brauch wurzelt fo tief im Bolte und entspringt so sehr einem inneren Bedürfnis, daß selbst im Abendland die Perser ihn nicht aufgeben. So feierte auch die persische Stubentenvereinigung Omide Iran" im Kaiserhof den 1. Farwardin 5143 Baftani, Omide Iran" heißt ins Deutsche übertragen Die Hoffnung Persiens", und diese studiert in Deutsch land hauptsächlich Medizin, Landwirtschaft und Technit. In den Räumen des Kaiserhofs waren mehrere uralte persische Fahnen an gebracht, die den Löwen mit dem Schwert und hinter ihm ble auf gehende Sonne mit dem Frauentopf im grün- weiß- roten Felbe zeigen. Die perfifchen Studenten, die grün- weiß- rote Schleife im Knopflod), erfüllten in orientalischer Liebenswürdigkeit ihre Geft. geberpflichten. Persische Mufit, die von persischen Studierenden vorgetragen wurde, löfte bei den Söhnen des Sonnenlandes jubelnde Begeisterung aus. Der Europäer steht einer starten Eigenart gegenüber, bie er schwerlich ganz verstehen lann. Doch fommt bei ihm nicht nur das Dhr, sondern auch das Auge auf seine Stoften, denn er sieht ihm unbekannte Musikinstrumente. Rachdem ein deutsches Tänzerpaar moderne Tänze, das heißt verwertete An regungen aus aller Herren Länder, gezeigt hatte, wurben orienta lische Tänze dargeboten, die ob ihrer natürlichen Anmut bezauberten. Montag, den 24. März, abends 8 Uhr, in den Hohenzollern- Feftfälen, Charlo'tenburg, Berliner Str. 105. Thema: Reichstagsauflöfung und Sozialdemofrotie." Referent: Reichstagstandidat Genoffe Franz Künstler. 19 feftfchungen für die nichtstaatlichen öffentlichen höheren Lehranstalten, welche über die vorgenannten Säße hinausgehen und mit geringeren als den für Staatsanstalten vorgeschriebenen Ermäßigungen usw. fönnen nicht genehmigt werden. Für ausländische Schüler darf auch an nichtsbaatlichen öffentlichen höheren Lehranstalten fünftig mehr als das Doppelte des Inlandsages nicht erhoben werden. Die neuen Einäscherungsgebühren. Mit Wirkung vom 1. April 1924 werden von den Berwaltungen der Krematorien Wedding, Wilmersdorf und Treptow an Einäscherungsgebühren erhoben: a) bei der Verwendung eines 55 Zentimeter hohen Sarges( einschl. Fukhöhe): 1. Für die Einäsche. rung der Leichen Erwachsener und von Kindern über 12 Jahre ein. schließlich Lieferung der Afchelapfel. des Draeffpiels und einer einfachen Deloration der Einfegnungshalle 38 Mt. 2. Für die Einäscherung der Leichen von Kindern bis zum 12. Jahre einschl. Liefe rung der Afchefapfel, des Orgelspiels und einer einfachen Dekoration der Einsegnungshalle 34 M. b) bei der Berwendung eines 56 bis 75 Zentimeter hohen Sarges( einschließlich Fuhhöhe): 1. Für die Einäicherung der Leichen Erwachsener und von Kindern über 12 Jahre einschl. Lieferung der Aschekapsel, des Orgelspiels und einer einfachen Dekoration der Einfegnungshaffe 58 M. 2. für die Einäfcherung der Peichen von Kindern bis zu 12 Jahren einschl. Lieferung der Alche fapfel, des Ornelspiels und einer einfachen Deforation der Einfeq nungshalle 50 m. c) für die Einäfcherung Ortsarmer einscht. Liefe rung ber Aichetapfel, des Orgelspieles und einer einfachen Deforation ber Einfegnungshalle 33 m. d) für die Einäfcherung der Leichen derjenigen Berfonen die ihren Wohnfik am 1. Januar 1921 nicht im Deutschen Reiche hatten, einschl. Lieferung der Afchekapsel, des Draeffvieles und einer einfachen Dekoration der Einsegnungshalle 68 t. Die Stadtverordnetenverfammlung bat in biefer Woche am Donnerstag feine Sigung. Dafür findet eine außerordent Tie Sigung am Dienstag( um 6) fiatt. Bu den Resten aus früberen Sigungen find wieder noch neue Vorlagen und An träge nefommen. wird? ist. Für die Jugendweihen, welche heute, Sonntag, den 23. März stattfinden, find noch an den Saaleingängen Eintrittskarten erhältlich. Charlottenburg im Schiller Theater, Grolmannstraße, vormittags 11 Uhr. Karten 60 und 30 f. Lichtenberg in der Aula, Partaue 10, vormittags 10 Uhr und nachmittags 1 Uhr. Karten 50 Pf. Die von Der Bolts- Feuerbestattungsverein Groß- Berlin B. B. a. G. hielt vor furzem fei: e Jahresgeneralversammlung ab. dem Borstand während der Inflationsperiode zur Erhaltung des Unternehmens getroffenen außerordentlichen Maßnahmen wurden einmütig gutgeheißen. Der Verein ist auf Grund seiner guten Dr. ganisationsform und durch seine Eigenbetriebe so gefestigt, daß auch alle alten Bersicherungsverpflichtungen reftios erfüllt werden. Auf Borschlag des Borstandes wurden die Beitragssäge besonders für Kinder und ältere Personen wesentlich herat gefeßt.( Siehe auch Inferat.) Die begrenzte Beitragszahlung( nach 20jähriger Bei tragszahlung tritt Beitragsfreiheit ein) wurde aufs neue festgelegt. Die Fleischausgabestellen des Konfums. Zu unserer Notiz Genossenschaftliche Fleischpersorgung" in der Abendausgabe vom Berlin u. U. mit, daß sie in ihren sechs FleischausgabeFreitag, den 21. März, teilt uns die Konsum genossenschaft stellen: Moabit, Raijerin- Augusta Allee 45, Charlottenburg, Rosinenstr. 4, Berlin N., Schulzendorfer Str. 3a, Reutölin, Siegfriedftr. 33, Neukölln, Liberdaftr. 15, und Berlin D., Kopernitusstr. 1 Gefrierfleisch in vorzüglicher Qualität zu den billigsten Tagespreifen führt. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Im Monat April gelangt ta neuen Theater am Zoo in erfitlaffiger Befehung zur Aufführung Die rote Robe", ein Schauspiel in vier Aften von Eugène Bricup. Wir Bitten ble reise, fofort die auf fie entfallenben Karten in Empfang zu nehmen. Die Typographia", Gesangverein Berliner Buchdruder und Schriftgieker, veranstaltet unter Zeitung ihres Chormeisters Alexander Weinbaum am Dienstag, den 25. März, abends 8 Uhr, im Konzert faal ber Hochschule für Mufit ein Konzert unter Mitwirkung von Paula Weinbaum und Josef Wolfsthal Karten an der Abendkasse. Hans Fuhrmann und Lore Wagner vom Deutschen Theater bringen am Sonntag, den 23. März, in der Grünen Kammer"( Röthener Str. 38, im Hause des. Meistersaals) unter dem Programm- Motto ,, Fromm unb Frech außer modernen Grotesken, Satiren und Barobien die Szene von Christian Morgenstern Egon und Emilie zur Aufführung. Das musikalische Programm bestreiten Agnes Fuhrmann- Ruth mit Schelmen Ilebern zur Lante und Rolf Burthart mit Liebern von Mendelssohn, Schumann und Brahms. Am Flügel: Kurt Riedel. Anfang 8 Uhr. Das Bezirksamt Friedrichshain veranstaltet am Dienstag, ben 25. mars, abenb3 7 Uhr, im Gabon Briebrief e gütiger Mitwirkung ber Berliner Orchestervereinigung. Dirigent 3. MetDie Aufbauschulen des Köllnischen Gymnafiums( Realgymnasium und Realschule) nehmen zu Ostern noch bea abte Gemeinde. Ichüler aus ber ersten Klasse und der Oberklaffe auf. Die Begabtenschulen beginnen mit der Untertertia und führen in 3 Jahren bis zur Oberfefumbo, in 6 Jahren bis zur Uni versität und Hochschule. Freistellen und freie Bernmit- richshain( rmenspeisung) einen Bunten Abend". Karten find tel werden nach besonderen Bestimmungen des Magiftrats gewährt. Das Rundfunkprogramm. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachm. 105 Uhr: 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachrichtendienst. Nachm 2.15 Uhr: Börsenbericht. Nachm. 4.30 bis 6 Uhr: Unterhaltungsmusik. Sonntag, den 23. März. ( Kein Vormittagsdienst.) 4 Uhr: Märchen( lustiger Kindervortrag). 6 Uhr: Szenen aus„ Carmen", 4.30-5.45 Uhr: Unterhaltungsmusik. Oper von George Bizet, Dirigent: Kapellmeister Otto Urack. Don José:( Hendrik Appels, von der Großen Volksoper, Berlin). Carmen: ( Genis Guszalewicz, von der Staatsoper), Micaela:( Charlotte Lindemann, von der Staatsoper). Ein Kammerorchester. Montag, den 24. März. baum, fomie namhafter Künstler zum Besten bes Notdienstes Frieb. sum Breife von 0,50 Mt. und 1 r. im Gesundheitsamt, An der Schillingsbrücke 2, und an der Abendlasse zu haben. Eine Frisurenmodenschau veranstaltet heute nachmittag 6 Uhr ber Berein felbständiger Damenfriseure und Gehilfen, Berlin 1906 im großen Saal des Berliner Clubhaus, Ohmsir. 2. An der Schau werden sich erfie Berliner Fachleute beteiligen. Abbau der Sozialpolitik und die Wahlen" heißt bas Thema, ber das Dr. Heinz Botthoff- München am Montag, ben 24. März, abends 75 Uhr, im Hörsaal VI der Landwirtschaftlichen Hochschule, Invalidenftraße 42, spricht. Eintritt frei. In der Wahlschule Hochstr. 46 findet am Dienstag, den 25. März, ab 10 Uhr bis 8 Uhr abends eine Ausstellung weiblicher Hanb fertigteiten ftatt. Der Besuch biefer lehrreichen Ausstellung ist ber beranwachsenden weiblichen Jugend, auch den Hausfrauen zu empfehlen. Für zwei Jugendgenossen, welche bier in Berlin an einem Rurfus teilnehmen, wird um Ueberlaffung eines möblierten 8immers gebeten. Meldungen erbittet bas Jugendfelretariat, SW., Lindenstr. 3. Eine ungemein rohe Grabfchändung ist auf dem Friedhof beremalde verübt worden. Dort drangen Einbrecher in bas Erbbegräbnis der Familie des Polizeimajors Brodt mit Ges walt ein, erbrachen einen Sarg und rziifen eine Reiche bere um den Sarg nach in ihm vermuteten Wertiachen au untersuchen. erzielen Sie Ichon durch 1-2 maliges Buzen mit ber herrl. erfrischend fhmedenden Bahnpaste Chlorodont. BACH Gegen üblen Mundgeruch 4 30-6 Uhr: Unterhaltungsmusik, 7 Uhr: Sprachunterricht( englisch), 7.30 Uhr: Vortrag Richard Oswald Der deutsche Film", 8.30 Uar: 1. Arie aus dem Oratorium, Paulus", F. v. Mendelssohn- Bartholdy ( Konzertsänger Alfred Wilde). 2. Sonate A- moll für Violoncello und Klavier, op. 36 von Grieg( Orto Urack, Violoncello; Dr. Felix aus, so daß sie in Stücken wiedergefunden wurde, ohne Zweifel, Günther, Klavier). 3. a) Lieber Schatz sei wieder gut von Robert Franz, b) Genesung von Robert Franz( Marianne Fournier). 4. Gedichte von Th. Storm( Dora May, Rezitation). 5. a) Feldeinsamkeit von Brahms, b) Meine Liebe ist grün von Brahms( Konzertsänger Alfred Wilde): 6. Die Teekanne von H. Chr. Andersen( Dora May, Rezitation). 7. a) Die Sonne scheint nicht mehr, Volkslied, b) Ein Schäfermädchen weidete, Volkslied, c) Phyllis und die Mutter, Volkslied( Marianne Fournier). Weiße Zähne wird auch mit Erfolg Chlorodent- Mundwasser verwenbe Zum Frühjahr: Vorteilhafte Angebote!!! beste Verarbeltung 52.0048.00 Herren- Anzüge 35 Herren- Hüte. 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Dresdner Bank Philipp Ellmeyer, Girozentrale Sachsen, F. W. Krause& Co, Bankgeschäft, Kommanditgesellschaft a. Akt. Thüringische Staatsbank. M. M. Warburg& Co. Das Vollkommenste Brunswig's für die Wäsche Nordstern" -Seen- Po Voller Ersatz für Seife J.F.Brunswig Malchin. ist Nordstern mit geschnitzelter Kernseife. General- Vertreter für Groß- Berlin Gottlob Meissner Berlin 0.112 Fernruf: Amt Alexander Nr. 2480. Hochfeine Einsegnungskleider Wollstoffe, Seide, Samt Leopold Gadiel Ganz besonders schöne Besonders vorteilhafte Königstr. 22-26 Unterröcke 1 Treppe Seide, Satin usw. Aussergewöhnlich schöne Frühjahrs- Mäntel Frühjahrs- Angebote Frühjahrs- Kostüme teinstes Tuch, beste Verarbeitung auch in der so beliebten Wickelform 39.- 45.in SO grossen Auswahl die jeden Besucher in Erstaunen setzen wird. aparte Neuheiten, moderne Stoffe 39.- 45.- 75.Elegante Abend- und Nachmittags- Kleider in Seide, Voile, Wollstoffe usw. 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NoDember fam dann Rechtsanwalt Holl auf die Angriffe gegen General Ludendorff zu sprechen: Man ist hier in Bayern gegen den, Breußen Qubendorff vorgegangen und in einer Versammlung ist sogar das Wort„ Sau preuße" gefallen. Urmes deutsches Bolf! Wohin bist du gesunken, daß dein größter Sohn fich so etwas jagen lassen muß.( Rührung und Weinen im Zuhörerraum.) Und noch ein Wort von der Gastfreundschaft gegenüber dem General: Wir fennen mit Ausnahme weniger engstirniger Menschen in Bayern nicht den Preußen, sondern nur den Volksgenossen Ludendorff. Auf die blutigen Zusammenstöße bei der Residenz eingehend, erklärte der Redner: Darin liegt der tiefe Sinn des Zuges. Der Marsch war nicht die Fortsetzung, sondern der Abschluß des Unternehmens und die völkische Bewegung, die sonst untergegangen wäre, ist durch die Mannhaftigkeit und den Mut ihrer Führer und deren Auftreten gerettet worden. Die Angeklagten tragen feine Schuld daran, daß die Straße vor der Residenz im Bolksmund heute das Blutpflaster heißt. Ich fann es auch nicht verstehen, daß General Loffom die Angeklagten hier als seine Feinde bezeichnet hat. Ich fenne nur einen Feind: das ist der Franzose.( Und die Marristen? D. Red.) Diese Männer hier sind unsere Boltsgenossen. Herr v. Kahr hat die monarchische Staatsform in den Bor bergrund gestellt und ich mache feinen Hehl daraus, zu bekennen, daß auch für uns die Monarchie das erstrebenswerte Ideal ist und daß an den Wittelsbachern einst ein furchtbares Unrecht gutgemacht werden muß. Aber der Erbe der Hohenzollern ist vor eini ger Zeit zurückgekehrt, und wenn nicht die Monarchie unrettbar ver. nichtet werden soll, so darf nicht der Ruf ertönen: Hie Wolf, hie Waibling!" Wer ernsthaft die Wiedergeburt unseres Bolles erstrebt, ber darf die monarchliche Frage im Augenblid nicht aufrollen. Die Kronen liegen nicht in der Spree, oder in der 3sar, fie tegen vielmehr im Rhein. Zusammenfaffend frage ich: Gibt es einen Hochverrat gegenüber dem Hochverrat, aus dem die Weimarer Berfaffung emporgewachsen ist? Ich behaupte: Nein! Denn der Weimarer Verfassung, jenem Elabo. rat aus der großen Revolte Don 1918, fehlt die Weihe des Rechtes. Die neue Reichsverfassung hat in Bayern nie Geltung gehabt. So wenig wie ein sozialdemokratischer Parteitag, hatte die Nationalversammlung das Recht, Bayern eine Verfassung aufzuzwin gen. Bayern hat die Weimarer Verfassung bisher stets ich wei gend geduldet. Aber am 8. November hat es die stillschweigende Dulbung zurückgenommen, nachdem diese Verfassung Stein für Stein abgebaut worden ist. Wir leben in Wirklichkeit in abfolut verfassungslosem Zustande, ein Standpunkt, den auch bekanntlich Freytagh D. Lorringhoven teilt. Eine Verfassungsänderung gegenüber dem Reich haben die Angeflagten nicht unternommen, denn es fehlt hierbei an ben Tatbestands merkmalen der Gewalt. Und wenn man im Bürgerbräu den Reichs. präsidenten mit Worten absetzte, so lag hierbei doch noch teine An wendung von Gewalt bei. Für Bayern liegt die Frage des HochDerrates tomplizierter. Aber in Wirklichkeit ist es doch so, daß die gesamte Volkssouveränität auf Herrn v. Kahr übertragen war, daß Landtag und Regierung nicht einmal eine Kritit an den scharfen Maßnahmen sich mehr erlaubten und daß Herr v. Kohr ja gar nicht gestürzt, sondern auf einen noch höheren Boften gehoben werden sollte. Die Angeklagten wollten gegen die legale Staatsform in Bayern nichts unternehmen und so fehlte ihnen hier das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit ihrer Handlung. Machen Sie sich flar, meine Herren Richter, daß Millionen Deutsche von Ihnen den Freispruch erwarten. War es denn nicht ein Finger. zeig Gottes, daß gerade die Führer der Bewegung an dem Blutfonntag unverlegt geblieben find? Bir Deutsche wollen den Frieden, aber wir wollen frei sein in unserem Lande. Und ich sage das mit Rücksicht auf das Ausland. Alle Germanen follen zu einer Notgemeinschaft zusammengeschlossen werden. Ehe man uns das nicht gewährt, gibt es weder Ruhe noch, Frieden. Die Angeklagten haben das gewollt, und Männer, die so etwas anstreben, find feine ochoerräter. Hochverräter find die, die den Muniflonsarbeiterffreit im Jahre 1918 machten, die Oberschlesien und das Ruhrgebiet opferten. Geben Sie durch Ihr Urteil der nationalen Jugend den Glauben an die Heimat zurüd. Wir jedenfalls werden nicht ruhen, bis wir unser Biel erreicht haben: das heilige Reich beutscher Nation!( Beifall im Zuhörerraum.) Sonntag, 23. März 1924 gegenüber niemals davon gesprochen hat, daß der Kampfbund vernichtet werden sollte. Zwischen den Herren v. Kahr, v. Lossow und v. Geißer einer. feits und mir andererseits haben auch feinerlei Bindun. gen" bestanden. Mit dem Plan, ein Reichsdirektorium zu schaffen, habe ich nie etwas zu tun gehabt, fonnte also auch nicht wollen, daß v. Kahr in dies Direktorium tomme. Heinrich Claß." Arbeitersport. Spsbansptele am Sonntag. Minerba 1910 hat aus Anlaß ihres 14. Stiftungsfestes Brandenburg 02 zum Freundschaftsspiel mit 8. Männer und 1, Jugendmannschaft geladen. Beide Bereine haben the Können schon öfter unter Beweis gestellt, es wird sich deshalb ein schöner flotter Rampf um die Ehre des Tages entwideln. Gäfte zum nachfolgenden Stiftungsfefte aus Bruderbereinen find herzlichst eingeladen. Auf dem Sportblat Christianiastraße findet ein großes Fußballwettspiel ftatt. Es fpielt teutonia 09 gegen St. Turn- u. Sportbereinigung Rewa to e s. Anfang 24 Uhr. Borher spielen die unteren Mannschaften. Fnßball: Freie Turnerschaft Charlottenburg I. gegen Lantwis L. That lottenburg und Lankwiz, als faire Mannschaften bekannt, spielen nachmittags 3 Uhr Keplerfstraße, an der Gasanftalt. Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON vollkommenstes Hautpflegemittel Justizrat Kohl: Bir bitten nach dieser Rebe heute nadmittag Creme Mouson Seife* Creme Mouson Rasierseife eine Pause eintreten zu laffen, da jeder Mann, auch das Gericht, über das, was der Kollege Holl fagte, ernsthaft nach denten muß; denn es ist die Zukunft Deutschlands. Borf.: Eine derartige Bemerkung Ihrerseits war splitom. men überflüssig und wird vom Gericht zurüdgewiesen. Da R.-A. Roder jedoch im Namen der Angeklagten Böhner und Röhm, die sich leidend fühlen, um eine Bertagung bat, murde die Fortsetzung des Plädoyers auf Montag morgen 8 Uhr pertagt. Kahr und Claß. Eine Erklärung von Claf zum Hitler- Prozek. Zu den Ausführungen des Berteidigers des Oberlandführers Dr. Weber, Rechtsanwalt HoII, in der geftrigen Gigung des Mün. chener Boltsgerichtes über angebliche Verabredungen zwischen den Herren v. Rahr, v. 2ossow, v. Seißer einerseits und dem Führer des Audeutschen Verbandes, Justizrat Claß andererseits, geht der BS- korrespondenz folgende Erklärung des Justizrats Claß zu: Besonders preiswertes Angebot! Regenmantel- Gabardine impragniert 6.50 Herren- Anzugstoffe Nadelstreifen, moderne Farben, ca. 140 cm breit Meter 5,50 Tuchlager Feuer& Levy Gertraudfenstraße 18-19, Edie Grünstr. 3ch eritäre hiermit, baß Berträge wifchen Grzeltens Rajanol- Zahnpasta Exzellenz v. Rahr und mir weder besprochen noch viel weniger gefchloffen worden sind. Herr v. Kahr fann also die Aufgabe, ben Kampf. bund zu vernichten", nicht in Geneigtheit folcher Verträge" mit mir übernommen haben. Ich halte mich, nachdem mein Name mit dieser angeblichen Aufgabe des Herrn v. Kahr in Verbindung ge. Rajanol G.m.b.H., Bln.- Oberschönewelde, straße 35 bracht wurde. für verpflichtet, zu erklären, daß Herr v. Kahr mir Feinste Pfefferminz- Zahnpasta Hervorragendesz hnreinigungsmittel erir scht und desinfiziert die Mundhonic Zu haben in einschlägigen Geschäften:: Telephon: Oberschöneweide 555 u. 744 Frischen Draußen in Tempelhof, dicht am Kai, lagert des Edeltabaks goldene Last wohlbewahrt, wohlbewacht. Aus den gefüllten Speichern quillt jener würzige, fremdartige Wohlgeruch, wie er nur dem mor genländischen Tabak eigen ist und wie ihn der Kenner an der guten Massary- Zigarette rühmt. Urteilen Sie selbst! MASSARY ORIENT TABAKE CA 2 KLEINE MASSARY S KON LINON Ein Gewinn für Sie fst es zweifellos, wenn Sie beim Lesen Ihrer Sonntagszeitung von Woche zu Woche unsere Angebote verfolgen und uns, bevor Sie Ihren Bedarf in Schuhwaren decken, besuchen. Wir zeigen Ihnen ohne Kaufzwang alles, was Ihnen wünschenswert erscheint und geben Ihnen bereitwilligst jede fachgemäße Auskunft. 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Thalia- Theater Fernspr. Mpl. 4440, 2718 Dresdener Str. 72/73, Untergrundb. Inselbrücke( Ausg. Neue Roßstr.) Täglich 8 Frasquita" Operette von Franz Lehár Albin von Rittersheim a. G. Budap.Staatsop. Martha Serak a.G Vorverk. ab 10 Uhr ununterbr. Neues Operetten- Th. Züglich 7% Uhr: Die Guido Thielscher vertagle Nacht Schvant t. 9 Att. v. FranzArnold u.ErnstBach. Else Back- Claire Rommer- Sibyl Smolowa Camilla Spira Tony Tetzlaff Heinrich Marlow Leo Peakert- Berthold Relig. Konz.- Dir. Hermann Wolff u. Jules Sachs Heute, Sonnt., 4U. nachm., Bechstein- S., Dienst., 25. März, 7% U.: Bürgersaal d. neuen Rathauses, Schöneberg Nach Südamerika Populärer Lichtbilder- Vortrag von Kari Kaupisch( Hamburg): 1. Argentinien von heute 11. V. Hamburg b. Buenos Aires Eine Reise mit einem deutschen Schnelldampf. 230 erstkl.Lichtb. Philharm., Dienst., 1. April, 8 U. 1. Deutscher Gustav- Mahler- Zyklus VII. Konz. m. d. 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Deutscher Eisenbahnerverband Wir erfüllen die trautige Pflicht, das Ableben unseres lieben und treuen Verbandskollegen Paul Kuhnke bekanntzugeben. Der Verstorbene hat mit hingebender Solidarität für seine Berufskollegen gewirkt, bis er, von der Abbaumanie zurStrecke gebracht, durch ein körperliches Leiden auf das Krankenlager gezwungen wurde. Am 20. März erlöste derTod den noch nicht 36 Jahre alten Mitkämpfer. Wir werden seiner immer im ehrenden Sinn gedenken. 131/4 Der Verbandsvorstand. Am Freitag, den 21 März d. J, verschied nach langem Leiben unfer Kollege vom Betrieberat fowie Mitglieb des Betriebsausschusses Heinrich Temme Bergarbetter in Karlshorst. 3mmer hilfsbereit, frei und offen für seine Berufskollegen einzutreien, war thm Herzen bedienis. Sein fester Charakter, seine treue Freund fchaft und Kollegialität sichern ihm bet allen Beru sangehörigen ein ehrendes Andenken. Ein Sabe Dant rufen wir dem I eben Toten in ore Ewigkeit nach. Betriebsrat der Mitropa Groß- Berlin. P. Ruppert. Die Einäscherung findet am Diens tag, ben 25. März, nachm. 6 in Baumschulenweg statt.Uhr, Wir bitten die Kollegen, fich zahl retch au der Einäscherung einzufinden. Treffpunit 6 Uhr Bahnhof Baum fahlenweg. 181/3 Am Mittwoch wurde uns unsere fiber alles geliebte, herzensgute Gattin und Mutter Erna Henny Auguste Franke geb. Bugdahn burch den Tod entriffen. 71/ 15a Bin Mariendorf, den 22. März 1924. Arno Franke, Karl, Friedrich, Erna, Maria. Die Beerdigung findet am Montag, ben 24. März cz., nachmittags 3 Uhr, aut dem Friedhof in der Friedensstraße zu Martendorf statt. Zurückgekehrt Oranien Dr. Zadek straße 139 Tel.: Moritzpl. 3630. v.120 Goldmarkan Renforcé mit Stickerel.... Strumpfwaren Damen- Strümpte Baumwolle. Fuß ohne Naht. 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Schmiede: vorm. 9%, Uhr bel Bittner, Schwedter Straße 23. Montag, den 24. März: Bananschläger: nachm. 5', im Rosenthaler Sof", Rofenthaler Straße 11/12 Ben- nab Gelbfchrantfchloffer: nachm. 4 Uhr im Berbandehause( Arbeitslofensual), Linienftr. 83-85. Chirurgische Branche: nacht. 4 Uhr in den Sophienjälen". Sophienftr. 17/18. Drahtarbeiter: abds. 7 Uhr bei Schneider, Tufiter Straße 77. Eisenformer: abends 7% Uhe im Swinemünder Gefell, chaftshaus", Eminemünder Straße Eisentonstraktionsbetriebe nfw.: abends 7 Uhr im Verbandshause( Arbeitslosenfaal), Linienftr. 83/85. Elektromonteure und Helfer: abends 64 Uhr in den Gophienfälen"( Sängerfaal), Sophtenftr 17/18. Golb- und Silberarbeiter: nachm. 5 1hr int Dresdener Dresdener Garten", Straße 45/46. Graveure und Bifelenre: nachm. 5 Uhr int Allegandriner", Alleganbrinenfte. 87a. 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Gaswerk Oberschöneweide, Wilhelminenhofstr. 88/89 3. Beilage des Vorwärts read as Sonntag, 23. März 1924 shic end his d 6.001 up 371914 Nr. 141 41. Jahrgang Der Reichstag 1920-1924. Die Fehler seiner Zusammensetzung. Der Wahlkampf zum ersten Reichstag der Republik wurde mit ungewöhnlicher Heftigkeit geführt. Die Erregung, die der Kapp- Butsch hervorgerufen hatte, war noch nicht abgeflungen. Die Arbeiterschaft in Deutschland ging mit mehrfach zerriffener Front in den Wahlkampf. Sozialdemokraten, Unabhän- de gige Sozialdemokraten und Kommunisten fämpften gegeneinander. In der Unabhängigen Sozialdemokratie kündigte sich weitere Spaltung an. Gleichzeitig unternahmen die Gegner der Republik immer heftigere Borstöße gegen die Republik. Helfferich entfesselte durch den Erzberger- Prozeß die nationalistische Hehe. Die Deutsche Boltspartei zog in die Wahlschlacht unter der Parole: " Bon roten Ketten macht euch frei Allein die Deutsche Bolkspartei." Hinter den Rechtsparteien stand die finanzielle Wahlhilfe der deutschen Schwerindustrie. Sie gab das Geld für den Feldzug gegen die Republik und gegen die republikanischen Barteien, nachdem sie sich vorher die Mittel durch Aufnahme von Reichsbankkrediten verschafft hatte. Die republikanische Neuordnung Deutschlands sollte rückläufig gemacht werden, die fapitalistische Wirtschaft wollte die Feffein staatlicher Birt fchaftspolitit abwerfen und sich dem kontrollierenden und regulierenden Eingreifen des Staates entziehen. Die starte parlamentarische Macht der Sozialdemokratie wollten die Rechten schwächen, um den Arbeitern den errungenen Einfluß in Politit und Wirtschaft zu nehmen. Die republikanischen Mittelparteien wollten fie treffen, um einer lintsgerichteten Regierung die breite Grundlage zu entziehen. So famen die Su@ *@ verheßenden Wahlen zustande, die ehrliche und fefte bürgerliche al boa Demokraten heute noch mit Entrüstung erfüllen, während leider ein Teil der Mittelparteien diese Kämpfe längst vergeffen hat. Die republikanischen Parteien gingen geschwächt aus den Bahlen hervor. Die Verschiebung im ersten Reichstag der Republik gegenüber der Nationalversammlung zeigt die folgénde Rusammenstellung: en thilgam unt Rationalverf. Reichstag Berluft Gewinn Mit- in% it in% it in% Mit in% glieber b.Size glieder b Gige glteber b Gige alieber b.Gige billion atas do d Sozialdemokraten Unabh. Sozialdem. 22 165 39,0 118 24,2 5,2 81 17,4 Kommunisten Zentrum 2 0,4 69 14,8 Bayer. Bollspartei. 90 21,3 45 75 17,7 22 5,2 42 9,9 20 4,8 9,7 62 13,3 66 14,2 2 一一 1 80 一 1 52 14,8 2,2 8,0 1891 192 59 12,2 2 0,4 l 40 8,1 24 4,3 • 7 1.7 8 17 428 1466| T Denticdemokraten. Deutiche Volkspartei Deuticnationale Berschied. Parteien. Die Barteien, die sich vornehmlich auf die Arbeiterkreise ftüken, Sozialdemokraten, Unabhängige und Kommunisten, hatten ihren Einfluß nach Sigen im Parlament ungefähr be hauptet. Sie verloren nur 2,2 Broz. der Gesamtsize. Die republikanischen Mittelparteien dagegen hatten härtere Berluste: die Demokraten verloren 8 Proz. der Size, und das Zentrum verlor beträchtlich durch die Loslösung der Bayerischen Bolts. partei 7,5 Broz der Gesamtsize. Für die parlamentarische Arbeit und die Regierungsbil bung aber war das Verhältnis noch ungünstiger. Die Ünabhängige Sozialdemokratie verharrte jahrelang in intranfigenter( unverföhnlicher) Opposition. Die Bayerische Bolkspartei enthielt start monarchistische Tendenzen und neigte zur Rech ten. Die Regierungsgrundlage, die in der Nationalversamm lung vorhanden gewesen war, war durch diesen Ausgang der Bahlen zerstört worden. In der Nationalversammlung ver fügten Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum über 330 Site oder 78 Broz der Size, im Reichstag von 1920 bis 1924 bis Ende 1922 nur über 227 Sige oder 48,7 Broz. Es war nicht nur teine Grundlage für rein fozialdemofratische Politit im Barlament gegeben, sondern nicht einmal eine Grundlage für eine ft arte, verfaffungs mäßige, republitanische Roalitionsregie rung mit demokratischer Tendenz. Das Volt haite entschieden. Es hatte an die Stärke der Barteien gegen einander gedacht, aber nicht an seine fünftige Regierung. Die politische Erziehung des Bolkes durch das System der foniti tutionellen Monarchie rächte sich. Eine feste bürgerliche Re gierung wäre nur mit Hilfe der Deutschnationalen möglich gewefen- das war angesichts der großen Gegensäge zwischen ben bürgerlichen republikanischen Parteien, und der Rechten unmöglich. HRüsch sid Ich unterstütze alle Bestrebungen gegen den Marxismus. Ich hab's ja dazu. durch endlich den Zusammenschluß mit der Sozialdemokratie fchen Partei fand, wurde gleichzeitig die Grundlage für die Idee der Regierung Wirth in den Mittelparteien selbst zerftört. Die Durchführung dieser Idee erforderte, die Tatsache des Kriegsverlustes zu einer im Bewußtfein eines jeden leben digen Tatsache zu machen. Sie forderte Opfer aller- unvermeidliche Opfer, die die Folge des Kriegsverlustes waren. Dagegen stemmten sich die Interessentenflügel in den bürgerlichen Barteien. Diesen Kräften gegenüber hätte nur eine starte Regierung, die von vornherein auf breiter par lamentarischer Grundlage stand, durch eine straffe Führung des Parlaments die notwendigen Opfer erzwingen tönnen. Eine starte Regierung mit festem Programm allein hätte die politische Zersehung der Mitte, den Sieg des Interessentums über die allgemeinen Gesichtspunkte verhindern tönnen. Die Zusammenseßung des Reichstages hat die Bildung einer folchen Regierung von vornherein unmöglich remacht. Damit aber auch eine erfolgreiche wirksame Einwirkung auf das Ausland. Die Entwicklung der Reparationsfrage ging des balb qualvoll langsam vor sich, und der fortgesetzte Druck von außen erleichterte wieder den Interessentenflügeln die Sabotage innerer Erfüllungspolitik. Werbt für unsere Ideen! Gebote für die Wahlagitation. Die Parole des Wahlkampfes heißt: Massenaufgebot für die Wahlagitation! Jeder Parteigenoffe hat folgenden Geboten zu folgen: 1. Wo du mit Kollegen zusammenkommst im Betriebe, in der Bahn, auf dem Arbeitsweg dort wirt für deine Partei! Du wirst immer unverhoffte Unterstützung von Genoffen finden! 2. Wenn in deinen Kreisen ein Gegner Wahldemagogie betreibt, fo tritt ihm mit Festigkeit und Entschiedenheit entgegen bedenke, daß du eine gute und gerechte Sache vertrittst! 3. Dulde nicht, daß deine Partei beschimpft wird! Weije energisch jeden zurüd, der diesen Versuch unternimmt! 4. Dulde teine Beschimpfung der Republik! 5. Sage überall laut, daß du Sozialdemokrat bist, und warum du es bist! Auf, an die Arbeit! Kein Genosse, teine Genossin darf fäumig fein. Alle Hoffnungen der Reaktion, alle Hoffnungen der Arbeiter. verführer von linksher müffen zufchanden werden. Worum es geht. Die Hoffnungen der Reaktion. Die Wähler hatten durch ihre Entscheidung den Reichstag non pornherein verurteilt, mit wechselnden Mehrheiten von Fall zu Fall Geleke zu machen ohne einheitlich politische Linie, fie hatten die Führung des Parlaments durch eine feste, auf die Verwirklichung eines flaren Brogramms bedachte Regie runn verhindert. So hat Deutschland in den vier Jahren Der Gefekgebungsperiode dieses Reichstages fünf Regierungen Berfolgt man die Frage der Berantwortung für gehabt, ift von fehen schweren Regierungstrifen erhüttert die heutige Lage Deutschlands rückwärts von der Regierung worden. Und im Grunde genommen fam feine diefer Regie: zum Barlament, vom Barlament zu den Parteien, von den In der Kreuzzeitung" beschäftigt sich Graf rungen auftande auf Grund eines feften, gemeinsamen, auf Parteien zu den Wählern, so fällt die lepte Berantwor estarp mit der Frage, welches zahlenmäßige Ergebnis die Ben Wiederaufbau Deutschlands im Innern nach großen Gestung schließlich auf die Wähler. Die demokratische Ber- Reichstagswahl haben muß, um die Deutschnationalen zur fichtspunkten gerichteten lens einer Barlamentsmehrheit, faffung gibt dem Staatsbürger als Wähler nicht nur politische Herrschaft zu bringen. Er stellt als Biel auf eine Zusammenfondern sie entstanden auf Grund außenpolitischer Rwangs Rechte, fie legt gleichzeitig auch politische Berfehung des Reichstages, die jede Regierungsbildung ohne lagen. Das war das Berhängnis diefes Reichstages, dak ihm antwortung auf feine Schultern. Sie gibt ihm Deutschnationale unmöglich macht. In aller Nüchternheit rech die fefte Mehrheit fehlte, die durch Aktivität und festen Kurs das Recht, politisch an seinem Teile an seinem eigenen Schid net er vor, worum es den Deutschnationalen geht: im Innern den eifernen Reifen des aukenpolitischen Rwanges fal zu arbeiten, fie legt aber auch Verantwortung an seinem hätte sprengen fännen. So entstand die Renierung Fehren Schicksal und dem der Gesamtheit in seine Hände. Es ist unobne Mehrheit, fo entstand die Regierung Wirth gerecht, und vor allem undemokratisch, wenn die Erbitterung -in allen Phasen ihres Daseins ebenfalls ohne feste Barteten eines sich nach demokratischen Grundsägen selbst regierenden Bolkes über ein dunkles Schicksal sich richtet gegen das Barla ment, dessen Zusammensetzung durch das Volt selbst bestimmt wurde. bach mehrheit. Aber die Regierung Wirth bedeutete wenigstens ein Brogramm: angesichts der außenpolitischen Lace Deutschlands die Befreiung herbeizuführen durch ErfülDie Demokratie macht das Bolt souverän fouverän lung. Ihr Kampf um dieses Brogrammum feine Grund- fein, heißt aber nicht nur für eine Partei stimmen, es heißt legung im Innern wie um feine erfolgreiche Durchführung regieren! Das ist es, was das deutsche Bolt aus den nach außen war zugleich Kampf um die fefte Regierungs- Erfahrungen mit dem Reichstage von 1920 bis 1924 lernen grundlage. Es ging um die Staatsgefinnuna und um die muß. Sollen wir nicht wieder ohne eigenen festen Willen hinpolitische Einsicht der Parteien, die die Wirth- Koalition flan- und hergeworfen werden und in verhängnisvolle Berwicklunfierten! Was dabei auf der einen Seite gewonnen wurde, gen verstridt werden, so muß bei den fommenden Wahlen das ging auf der anderen wieder verloren. Während die Unab- off für eine starte, mit festem willen und echt demokratischer hängige Sozialdemokratie durch all ihre inneren Rämpfe hin- Gesinnung erfüllte Regierung forgen! „ Das in erster Linie zu erreichende Ziel ist, die Linke so weit aufammenzubauen, daß sie auch mit dem Zen. trum zusammen nicht mehr für eine Regierungs. bildung ausreicht. Nur wenn das erreicht wird, werden wir gegen eine Politit Wirth gefeit sein. Geht man von der Annahme aus, daß das Zentrum mit feiner jezigen Zahl von 68 Abgeordneten wiederkehrt, und rechnet man damit, daß Bayerische Boltspartei und Bayerischer Bauernbund sich an der Linksregierung unter feinen Umständen beteiligen werden, so dürfte die inte nicht mehr als 170 Sige erreichen. Das er scheint feineswegs aussichtslos. Verlieren die Sozialbemo. traten die Hälfte und tommt hiervon wiederum die Hälfte den Kommunisten zugute, so erhalten die Sozialdemo traten 80, die Rommunisten 55 bis 60 Site, trifft auch die Demokraten ein Rüdgang um die Hälfte von jett 39 auf 20, so hat die Linke über nicht mehr als 160 Stim mtn jb«rfvg«,,»öW ihr« Sflubaf�f Bhisf et! für JJacrÄ Wirch in folg« des starten kommunistischen Ein« ich lag«» selbst doch etwa» gering«? als bisher sein dürste. Es bleiben also, falls die Linke in dieser Weise verringert wird. für die Parteien vom Zentrum an nach recht» 200 Abgeordnete übrig.... Dabei interessiert zunächst die Frage, was geschehen müßte, um die groß« Koalition von Strescmann bis Hilferding und Crispien, aber unter Ausschluß der Kommunisten, unmöglich zu machen. Stellt man die Boyern und Wilden wie bisher, mit 28 bis 30 ein und nimmt man wie oben an, daß Sozialdemokraten mit 80 und Demokraten mit 20 Mitgliedern anrücken, so dürften, wenn die große Koalition un» möglich sein soll, das Zentrum und die Deutsch« Volts» Partei zusammen die Zahl von 100 nicht über- schreiten. Da» Zentrum würde also von jetzt 88 auf 80 bis 80, die Dolkspartei von jetzt 86 auf 40 bi» 80 oermindert werden müssen." .Wird wirklich erreicht, wa» oben zugrunde gelegt ist» daß nämlich die Linke auf 180, Zentrum und Voltspartei auf zusammen 100 zusammenschrumpfen und die Bayern und Wilden den Bestand von 30 wahren, so bleibt rechnungsmäßig für die völkischen Parteien, die Deutschnational« Volkspartei, den Block von Deutschvölkischer Frei- heitspartei und Nationalsozialisten und etwaig« weiter« Splitterparteien eine Zahl von 170 Sitzen."' Ein Block von 170 Deutschnationalen und Bölkischenl Regierungsbildung nur möglich unter der Führung von W e st a r p und chelfferichl Graf Westarp Reichs« kanzler! Diese Hoffnungen der Reaktion müssen jeden Arbeiter aufrütteln. Die'« Hoffnungen haben vor allem zwei Grundlagen: die Hoffnung, daß die Sozialdemokratie zusam- menbrechen werde, und die Hoffnung, daß die Kommunisten den Deutfchnationalen zur Herrschaft verhelfen werden. Die Lauheit der Sozialdemokraten und der Wahnsinn der Kom» munisten sind die Hoffnung der Reaktion! Jedem denkenden Arbeiter muß die Schamröte darüber ins Gesicht steigen, daß ein W e st a r p solche Hoffnungen haben darf! Fort mit aller Lauheit, hinein in den Kampf, weg mit dem kommunistischenSpuk— dann werden Westarp und die Seinen umsonst nach der Macht greisen. Die erste Woche ües Wahlkampfes. D« Sozialdemokratische Partei hat den Wahllampf sofort nach der Auflösung des Reichstags auf der ganzen Lmi« aufgenommen. Die Parteiorganisationen und die Parteipresse haben sich in den Dienst der Wahlpropaganda gestellt. Die Aufstellung der �(Tndidolenlisten in Berlin ist noch nicht völlig abgeschlossen, wird über heute zum größten Teil vollendet werden. In Berlin ist der Wahltamps mit einer großen Funktionärversammlung eröffnet wor- ton. Dem Ansturm der Gegner von allen Seiten auf die Sozial- Demokratie setzt« der Organisationsvorsitzenbe den Kampf, und Mahn« ruf gegenüber:„In der Stund« der Gesahr muh sich die alte brüderliche Treue bewähren, durch die die deutsch« Sozialdemokratie groß geworden ist." Mit geschlossen«? Kraft muß und wird die deutsche Sozialdemo» kratie den Wahlkampf bestehen. Auf der Seite der Gegner haben die Rechtsparteien in der bei ihnen gewohnten Weif« den Wahlkampf aufgenommen. Sie fühlen sich als die kommenden Herrscher Deutschlands. Laut ))aben sie den Ruf nach dem R e ch t s b l o ck m» derRechtsregie- rung in Deutschland ausgestoßen. In diesem Zeichen wollen sie siegen. Sie haben aber in der ersten Woche des Wahlkampfe» bereit» L�hLich erkennen lassen, wa» die Rechtsregierung dem deutschen Volk dringen fall: Abbau der demokratischeepubNkemischeu verfafstmg und Raub de? demokratischen Freiheit; Unteruehmerwillkür statt Arbeiter- wchke; Außenpolitik der Katastrophen mit der Aussicht auf aeueu Krieg; Schutzzölle und Brotverleuerung. Für die» Programm gehen die Deutschnationalen, die Deutsch- Bö fischen und der rechte Flügel der Voltspartei durch dick und dünn. Di« Deutschvölkifchen haben durch ihr Vündni» mit den D.utschnationalen bei der Bildung der Adelsregierung tn Mecklen- barg gezeigt, we» Geistes Kind sie sind, und der Klub der General- birekloren. genannt„Nationalliberale Vereinigung" in der Deutschen Volkspartei, war schon im alten Reichslog der treue Bundesgenosse der Deutschnationalen. Vm die republikanischen Kräfte in den bürgern che» Mittelpar- .Wien steht es schlecht. Statt sich mit beiden Füßen fest auf ein Pro- gramm des größtmöglichsten Forts chrUts der Arbeiterrechte und der S�wlpolitit zu stellen, gibt die Zentrumspartei den nach «echt» wlgaidtu Kräfte« der ZitbuKrte rtr/b der Lautevstkfchust(r ihren Rei�-n nach. Ihr Wahlaufruf richtet« feine Hauptstütze gegen die Sozialdemokratie statt nach rechte. Die Zentrumsarb ei- ter im westlichen Industriegebiet haben das wohl erkannt. Sie rebellieren gegen dl« Haltung de» Zentrums in soziale» Fragen und sogen ihren Abgeordneten bittere Wahrheiten. Die Demotratische Partei wirb ebenfalls durch die großindu- strlellen Kräfte in ihren Reihen davon abgehalten, eine entschiedene einheitliche Haltung gegen den Ansturm der Rechtsparteien und der Schlverindustrie einzunehmen. Wahre Demokratie muß sozial sein— das begreifen die Deutschdemokraten nicht. Die erste Woche des Wahlkampfes zeigt schon, in wie schwerer politischer Krise die republikanischen Mittel Parteien sind. Der weitere verlaus des Wahlkampfes muß die Klärung bringen, ob sie ihr Wesen als republikanische Mittelparteien behaupten werden oder ob sie dem Einfluß der Rechten rettungslos oerfallen sind. » Diese Entscheidlmg über da» Wesen der Demokratischen Partei und des Zentrum» muß in diesem Wahlkampfe fallen. Da» Interesse Arbeiter! Was willst du! Willst Du: Zehustundcntag Hmrgerlvhn Diktatur der Schwerindustrie Sturz der Republik: Van« laufe Sendeutsthnationalen unövölkisthen«ach! Oder willst Du: Tlchtstundeutag Auskömmlichen Lebeusloh« Freie Demokratie Schutz der Republik: dann wähle sozialdemokratisch! der Republik erfordert diese Entscheidung und im Interesie der Re- publik drängt die Sozialdemokratie die Mittelparteien zu dieser Enjscheidung. Da» Drängen auf Entscheidung ist aber in der ersten Wohlwoche auch von recht» her erfolgt! In der„Jimizzeitung" be- zeichnete Graf Westarp als Ziel des Wahlkampfes, den Zen- trumswählern den Weg zur Sozialdemokratie abzuschneiden und da» „Zentrum" zur Entscheidung zu zwingen: „Wer vor der Frage steht, ob er Zentrum wählen will, hat das Recht und die Pflicht Klarheit darüber zu verlangen, wohin die Parte: in Zukunft zu wandeln ge« denkt. Auch dieser Partei kann es nicht durchgelassen werden, wenn sie oersuchen sollte, den Wähler damit abzuspeisen, daß sie weder Rechts- noch Linkspartei sein wolle. Der Wahlaufruf, den die„Germania" oeeössentlicht h«t. schafft darüber kerne volle Klarheit."• So kündigt sich ein« Neugruppierung Oes deutschen Parteion» systemz an. Der Wahlkamps birgt ü, der Tat geschichtlich, Entschei- düngen in seinem Schoßt • Der Rechten gilt unser Hauptkamps. Die erste Wahlwoche hat die gemeinsame Front von Reaktion und Schwer- industri« gezeigt. Das Geld der Schwerindustrie fließt in dl« Kasten der Rechtsparteien und kaust Zeitungen für den Kampf gegen die Republik. Mit den gewohnten Lügen und Phrase« kämpft die Recht« «gegen die Sozialdemokratie, gegen den Marxismus". Die erbärm- liche Dolchstoßlüge wird galvanisiert, um die Aufmerksamkeit von der großen nationalen Schuld der Rechten abzulenken. Alle Verleumdungen aber können uns nicht abhalte«, weiter dies« Schuld der Rechten aufzuzeigen und zu beweisen, daß die deutschen Arbeiter wahre Staatszesinnung bewiesen, während die Deutsch- nationalen die Interessen de» Staats» und der Nation mit Füßen getreten haben. Diese Deutschnattonalen und die Vertreter der Schwerindustrie sind der Hauptfeind. Sie stützen und bezahlen den R«cht»putschi»mu»— wir kämpfen für die Republik. Sie wollen zurück zur Mon- archie und neuer Boltsentrechtnng— wjr wollen Sicherung der Demokratie und der Freiheit. Sie wollen dl« Unternehmerdiktatur in der Wirtschaft— wir den Ein- fluß der Gesamtheit auf die Wirtschaft durch den Staat. Sie wollen durch eine Ka ta strop he n p ol itit Deutschland in eine neue tödliche Krise treiben— wir wollen Deutschland» Befreiung durch DerstSndigung und Erfüllung. das ftuslanö uuö öle Wahlen. Ei« europäisches Problem. Die bevorstehenden Wahlen in Deutschland öffnen dem Ausland die Augen über die tragisch« Verstrickung, in der Europa sich befindet. Man sieht im Ausland, wie notwendig ein demo- kralisches Deutschland für den Frieden von Europa ist. man steht aber auch die Gegenkräfte der deutschen Demokratie. Ein Leitartikel der„Berlingske Tidende" vom 14. März morgens meint, die Nerschiebung der Parteien nach rechts fei sicher. Frühere Wahlen hätten bewiesen, daß für Bolschewismus in Deutschland kein Boden sei. Di« nächsten möchten beweisen, daß auch für die radikale Rechte kem Platz sei. Es würde die Stellung der Regierung stärken, wenn es sich zeigen würde, daß diejenigen, die beständig im Nomen des Volkes sprechen, m Wirklich- keit tn der Minderheit seien. „Politiken" vom 14. März knüpft an«inen Artikel de« „Temps" an, in dem dargelegt wird, baß es die Politik Eng- lands und Frankreichs fein müsse, in Deutschland den demokratischen Geist zu stärken und den Friedens- geist zn entwickeln.„Politiken" führt im Anschluß hteran aus, daß Frankreich mit dieser Erkenntnis zu spät komme. Die mit schwierigen Verhältnissen kämpfende deutsche Demokratie sei durch die französische Politik machtlos gemacht worden, und die Hauptoerantwortung für das Anwachsen der deutschen Reaktion trag« die französische Rheinpoütik. die zur Ruhrbcsetzunq geführt habe. Jetzt sei das Unglück da, der Frank fei in den Abgrund ge- stürzt, Deutschland fei reif zur Revanche und politische und wirtschaftliche Unsicherheit und Ungewißheit lähme den Kontinent. Das Organ Loucheurs in Paris, das„Petit Jour- N o l", bespricht die bevorstehenden Reichstagswahlen und kommt zu dem Bekenntnis:: '„Niemals ist da, Dilemma, das die ganze Nachkriegspolitik beherrscht, klarer in die Erscheinung geirrten. Eine B e r st ä n. digung mit Deutschland auf der Grundlage der Verträge ist nur mit der deutschen Demokratie möglich. Die deutsche Demokratie steht ober im Begriff, zum größten Teil zu verschwinden, weil wir nicht» unternommen haben, um sie zu unterstützen und um sie am Leben zu erhalten. Wenn Frankreich zu einem sehr ofsenmüligen und klaren Cinoerständnis mit dem demokratischen England kommen würde, wäre es vielleicht noch nicht zu spät, um die volkstümlichen Kräfte in jenem Deutschland, in dem sie eher entwafsnet als zer- stört sind, wieder zu erwecken." Damit ist die verhängnisvoll« Wechselwirkung zwischen der französischen Unterdrückungspolittk und dem Anwachsen der Reaktion und de» Chauvinismus in Deutschland offen zugegeben. Run ist es das Problem deutscher Politik, zu vermeiden, daß durch eine Stärkung der deutschen Reaktton bei der Wahl die smnzösisch« anttdemakratisch« Unterdrückungspolittk neue Anstöße erhält. Die diktatoren öer Volkspartei. -- In der„Z e i t" zieht Herr E. Spieß einen klaren Trennung». strich zwischen der Stresemann-Richtung der Volkspartei und den Männern der„Nationalliberalen Vereinigung". Er wirst ihnen vor. daß sie nur die Schrittmacher der„nationalen Diktatur" seien und damit grundsätzlich von der Politik der Volkspartei abweichen:. „Es hat gar keinen Sinn, diese Dinge zu verschleiern. Die Herren der„Nationalliberalen Vereinigung" gehören mit zu dem Kreis, der im Ott ober und November vorigen Jahre« mn den Mttelvimtt der„nationalen Diktatur" araoiüerte. Man braucht bloß detz Namen des Abgeordneten Gelsler zu nennen, um die Zusammenhänge xa erfassen, und man braucht nur an die bekannte Tatsache zu erinner?:. daß einige Herr»« au» dem Kreise der.Nationalliberalen Vereini- aung" damals den Versuch machten, durch einen Besuch beim Reich»präsid«nt«n Ebert auf die Haltung der Reichswehr aufrnerksam zu machen. In dem München er Prozeß sind die Verbindungsfäden und die Druckmittel, die man spielen lasten wallt«, so offenkundig gewor- de:», daß heute auch die damals nicht eingeweihten Kreist: voll- kommen Bescheid wissen. Hier aber ist der Punkt, wo sich die Geister scheiden." Damit ist die Tendenz de» rechten Flügel» der Volkspartei richtig gekennzeichnet. Zur richtigen geschichtlichen Feststellung gehört aber auch die weiter« Tatsache, daß an dem bezeichneten Zeitpunkt dies« Männer zu Diktatoren der Volkspartei wurden, und daß der Vor- sitzende der Reichstagsfraktton der Dolkspartei,'Herr Dr. Scholz. unter ihrem Drucke und pn Sinne ihrer Politik die Große Koalition sprengte— mit anderen Warten, daß die Neichstagsfraktton der Vcckkspartei der van der„Zeit" grundsätzlich bekämpften Politik praktisch folgte. Oer Herr Generalöirettor telephoniert. „Hallo,1 Meter, hären Ete noch— also sofort Prvteststurm mit Telegrammen gegen neu« Steuervorlagen der Regierung arrangieren. ganze anständige Presse mobil machen, alle» heraus zu Kundgebungen:„Die Steuerlasten erdrücke« da» steuerzahlende Volk." Unsere Abgeordneten instruieren, nichts bewilligen— höchsten» Zehnstunden tag und unsere anderen Forderungen— Regierung ernstlich oermohnen, uns nicht zu reizen— sonst fetzt es was.— Uebrigens,«he ich'» v«rgeste, sagen Sie dem Kerl von der völkischen Penk«— Bescheid, er soll nicht soviel soziale Phrasen dreschen, da» macht die Leute für später zu anspruchsvoll— lieber mal wieber 'nen kleinen Iudenrummel inszenieren, das zieht bester.— Na, sthen Sie mal noch, Sie werden schon wa» finden.— Wae, der Bund der eisernen Speckjäger will schon wieder Geld!-- Na, meinetwegen, es ist ja nicht mehr lange bis zur Wahl, geben Sie 80000 M., ober wenn die Kerls dafür nicht sämttiche Sozwersamm- langen hochstiegen lasten, kriegen sie keine« Pfennig mehr— ver- 'tanden.— Trommeln Sie auch genügend Leute für die morgig« große Kundgebung zusammen— Militärmusik« und Freibier nicht orrgestrn.— Saalschutz natürlich, wie immer, ja. es kommen auch ern paar Erlauchte, ziehen Sie das'n bißche« nett auf, so mit Krönungsmarsch—- na, Ei« wisten schon.— Hallo— wir sind getrennt wer ist da? Zentraloerein— sehr angenehm— wies Antisemittscher Charakter unserer nationalen Bewegung— i wo— keine Spur. Einzelne bedauerliche Entgleisungen nur— wir hoffen llart auf Ihre weiterr Unterstützung unserer oaterlänbischen Be- lange— natürkch— empfehle mich— wer Ist baifc- Lisch ja— Tag, Kind, was willst Du denn schon wieder, ich habe jetzt kein« 3fit. ja— heute abend 10 Uhr. Rote Krambambuli— gemacht— Medersehn.— Hallo, Meier— noch ehre, lasten Sie sofort in allen Betrieben anschlagen, billig« Lebensmittel für alle Mitglieder der nationalen Arbeit««hmerverbände— ja, unbegrenzter Kredit dafür bt, zur Wahl— hären Ete, schicken Sie nur noch die schwarzen Listen, will noch'» bißchen zusammenstreichen, merken S?» die roten Bäck« an— hallo, ja— schon Nachricht über die neven Konzessionen von den Bolschewiken— noch nicht— ver- dämmt« Gauner, werden wohl noch mal anständig spicken mästen— na, Sie wissen ja Bescheid— ach, da, Hobe ich ja ganz vergesten, heute abend soll ich über Deutschlands Wiedergeburt und die Auf» gäbe der Wirtschast vor dm Studenten sprechen, machen Ete mal 'nen hübschm Schmiu, zurecht,— so mit richtiger Heldenbruft— schicken Sie dann gleich Abzüge in die Redaktion und auf» Tele- grophenbureau— morgen früh muh e» überall stehen, daß wir alle» für» Vaterland opfern werden und— also machen Sie'nen anständigen patriotischen Schlußsatz— wo» noch— ein Gesuch von den Kriegsblinden um Unterstützung, ablehnen: schwere Lasten, die Industri« tragm muß. Feindbund, Ehrenpflicht de» Staat«, zu sorgen usw. usw.— ja— Schluß." Der Diener tritt«In und meldet Mr. Ponpon vom Cornitö de« Gorgcs. Generaldirektor ihm entgegen:„von ,o!r, mon eher, ich Hab« schon gewarrtet, wa» machen die Geschäfte?" Lorhang. Der Agitator. .Er ist nur«tn Agitator"— meinen auch geschult« Bürger. wenn sie sich über die Erfolge eine« Sozialisten beruhigen wollen, besten Feder und Fehde in fturiaem Wassengang Ihnen den Atem raubt«.„Rur«in Agitator." Man wiegt das Haupt, dreht die Zigarre und schmeckt sein Bier. Der arme Agitator ist abgetan. Auch im wortkargen Gespräch der Arbeitsgenossen weiß man mit dam Wort nichts Rechtes anzufangen. Nun ja,«« ist einer der unseren, der über die Lippen bringt, was uns den Kopf schwer macht. Der auch dafür bezahlt wird und in gefährlichen Tage» hinter Schloß und Riegel sitzen muß. wenn er zu eifrig wider das Verbot agitierte. Aber beide retten ihn njcht, weder der selbstgefällige Dünkel des bürgerlichen Bildungsprotzes noch die zu bescheidene Einschätzung des Genossen. Wa» wären Ideen ohne Agitation? Motten, d?« im Bücherstaub oerendm. Was die Weisheit ohne Verkünder. was die Masse ahne den Erwecker? Die Agitatoren rühren an den Schlaf b?? An solche Tattrost und Wirkung denken die Nörgler nicht, die den Agitator scheel ansehen. Ihnen fiel ein Bild bei, an dem jeder Im Alltag oarüberkam. Ein Mann ohne Hut, den kurzen Bart oer- wildert, Kragen und das bunte Tuch darunter nach der Großeltern Mod.> und. du lieber Hinmiel, die Hasen geflickt, zerfranst. Er hatte so gar nichts von der Aufmachung des Herrn Rechnungsrates oder dem Stehkrsgenstolz des Pastsekretärs, der auch im Hinterhof wohnt. Aber er hatte den Hals freier als alle nnd sprach von aller Leiden. Zahlen, die in die Ohren fielen, und dennoch Tröstungen. Frauen bleiben stehen, das Haupt geneigt. Männer umdrängten ihn. Den Sozi, den Funktionär. Wieoieie warb er für Zettung und Partei? Kein Lohn ward solcher Leistung als der Ehrenname: Agitator. Da» Fremdwörterbuch übersetzt:„Auswiegler, Hetzer." Vergessene Männer, die just vor fünfzig Jahren für di« Arbeiterparteien, die Lastalleaner und Eisenacher, als„stabile Agitatoren" ihr Leben«in- setzten, ehe vor dem Sozialistengesetz im Vereinigungskongreß oon 1878 die Kräfte zusammenwirkten. Die ungenannten SSer haltet in Ehren, die für 8 Toter monatlich in den Berliner Vororten so gut wie in den Provinzstädlen sich einzunisten bemühen.„Mir einem Vein« auf der Rednertribüne und mit dem anderen im Gefängnis". wie ein Parteibericht vor fünfzig Jahren den Agitator charakterisierte. „Heute hat er«in schlechtes Lager, morgen ein weiches Federbett, einmal schlechtes Esten und das andere Mal gutes, heute fährt er vierter, morgen zweiter Klasse, weil er den Kurierzug benutzen muß." Wie hieß er doch, der gestern abend Lastalles Bild im Schützenhaus bekränzte, bei Nacht und Nebel sich von bannen machte und doch den Aufruhr uns im Blute ließ? War es Bebel, Liebknecht, Grillenberger. Auer oder ein anderer prona ender Name? Alle standen sie einmal als„Agttatoren" vor der Mäste. Auch die Sühn« des Heute. Echeidemann so treu wie Fritz Ebert, den Kampffmeyers Schrift mtt tiefoerstehendem Recht in feiner Laufbahn schildert:„Als Former eines emporführenden Mastenwillens folgt er den Fußspuren der großen Meister der beut- schen Arbeiterbewegung. Er wird«in erfolgreicher Agitator." Di« Agitatoren stürmen in der ersten Reihe der Heer« des Proletariats. Das Kapital freilich ist sein eigener Agitator. Seine Macht braucht keine Propheten. Der Sozialismus aber bekennt sich zu den Menschen und dient diesen. Er muß st« zu ihrem Glück« überreden. Die Lehre der Enterbten, von der Wissenschaft bestätigt, muß sich mit Menschenzungen ausbreiten. Die Aermsten werden die Beredtsten sein. Ihr Jammer sammelt Jünger. Agitatoren reichen sich über den Erdball dce Hände. Der Oberst, der auf dem Kasernenhof Rekruten anfuhr, war kein Agitator der Dichter und Denker. Der Pfarrer, der heute mtt reaktionärem Haß die Republik verflucht, ist kein Werber für da» Himmelreich, dessen ewigen Frieden schon der Erde Kant prophezette — ein Agitator de» Guten gleich dem Redner der Bergpredigt. Der Agitator des Sozialismus ist der Eroberer für den Frieden. Er ist der Held des Proletariats. Hört ihnl Ernst Jäger: Der Zeigner- Prozeß. Schluß der Beweisaufnahme. für sich selbst äußerst bedürfnislos war und in Geldsachen wenig praflisch Landgerichtsbirektor Saner fogt bann über seine persönlichen| sehr penibel ist, der Geschenke machte, ohne dabei aber verschwende. Beziehungen zu Dr. Zeigner aus: Er fennt ihn noch von der Studen- risch zu sein, der tenzeit her als fünstlerisch veranlagten Menschen mit wissenschaftlichen und soziapolitischen Interessen. Diese Beziehungen mit Dr. Zeigner wurden dann während der Assessorenzeit wieder aufgenommen. Den Borschlag Dr. Zeigners, ins Minifterium zu ihm zu gehen, schlug er anfangs ab, weil er nicht den Verdacht erwecken wollte, als nuge er feine persönlichen Beziehungen zu Dr. Zeigner dazu aus. Als dann Dr. Zeigner sich bei ihm darüber beklagte, daß er wenig Menschen um sich habe, mit denen er übereinstimme, nahm er die Berufung nach Dresden an. Aus feinen Beobachtungen kann er sagen, daß Dr. Zeigner gern verschenkte, einfach lebte und keinen foftfpieligen Neigungen fröhnle. Bom Hörensagen weiß er, daß er dem Republikanischen Richter bund Zuwendungen machte. Er hatte nicht den Eindrud, daß im Familienleben die Frau die Tonangebende war. Dr. Beigner fann, wenn ihm im Haufe etwas nicht gefällt, seine Ansicht in energischen Worten zum Ausdruck bringen. Diese Antwort gibt der Zeuge auf die Frage des Vorsitzenden, die sich auf die gestrige Aeußerung Dr. Zeigners, daß in der Damenpelzfrage nicht er allein zu bestimmen hatte, sondern auch die Frau, bezieht. Es folgen dann ausführliche Darlegungen Dr. Zeigners zur Begnadigungsfache Mayer und Kühn, die nicht zur Anflage stehen. Mayer, der Fabrikant, soll begnadigt worden sein, während Kühn, der Arbeiter, seine Strafe hat abbüßen müssen, obgleich beide wegen der gleichen Sache zu Gefängnisstrafe verurteilt worden waren. Dr. Zeigner erklärt, daß die Ursache für die verschiedene Entscheidung der Gnadeninstanz die Krankheit Mayers war. Auf Vorhalt des Profigenten erklärt Dr. Zeigner, daß er bereits im August 1923 die Gefahr erkannt hatte, die ihm durch Möbius Indiskretion in Eaten der vernichteten Militärpapiere brohte. Deshalb bat er ihn auch, in der Sache gegen den gestern erwähnten Rechtskonsulenten, gegen den wegen Bestechung Strafantrag gestellt worden war, den Mund zu halten. Dr. Beigner will damals schon sich mit dem Gedanken getragen haben, Deutschland zu verlassen und nach Brasilien auszuwandern. In der Nachmittagssigung wird auf Antrag des Staatsanwalts ein früherer Bizewachtmeister aus dem Erjazbataillon, in dem Zeig ner war, vernommen. Er bestätigt, daß es allgemein hieß, daß der Befreite" Beigner in der Kanzlei des Kommandeurs die juriftische Abteilung leite. Auch er war überzeugt, daß Zeigner Befreiter war, bis er aus den Zeitungsberichten erfuhr, daß das nicht der Fall ist. Der folgende Zeuge Ostar Weichel erledigte vorüber. gehend die Ordonnanz im Borzimmer des Kommandeurs, führte die Statistiken, verwaltete die Kartotheken und wurde von Major Troms. per zu privatgeschäftlicher Angelegenheiten verwandt. Einige Monate por der Revolution nahm dann auch Dr. Seigner im Borzimmer feine Arbeit auf. Eine Drillichjade habe auch niemand von den dreien, die im Vorzimmer beschäftigt waren, getragen. Der Zeuge Weiner wird dem Zeugen Weichel gegenübergestellt, bleibt aber dabei, daß es Dr. Zeigner gewesen ist, der ihm den Vorschlag gemacht hat, die Aften zu vernichten. Rechtsanwalt Dr. Marschner lenft die Aufmerksamkeit des Ge richts darauf, daß der Zeuge Weichel dem Angeklagten 3eigner in Figur und Profil auffallend ähnlich sehe. Dr. Zeigner habe deshalb auch behauptet, daß im Borzimmer bes Rommandeurs ein Goldat gesessen hate, der ihm ähnlich sah. Trog Berbehalt des Borfizenden bleibt der Zeuge Weichel dabei, daß er mit dem Zeugen Weiner nie gefprodjen habe und ihm überhaupt nicht fenne. Der Versuch, durch ein langwieriges Kreuz verhör genau festzustellen, ob Beichel im Borzimmer des Romman deurs zu gleicher Zeit mit Dr. 3oigner gearbeitet habe, bleibt erfolglos. Dr. Zeigner erflärt, daß er nur die letzten paar Wochen vor der Revolution im Borzimmer gefessen habe. Die ganze frühere Zeit habe er nur das Borzimmer mit den Aften paffiert. Bei der Frage der Bereidigung des Zeugen Weichel erflärt Dr. Zeigner nochmals in fichtlicher Erregung, daß hier eine Berwechslung vorliegen müfje, da er mit dem Zeugen Weiner nie gesprochen habe. Der Borsigende macht nochmals den Versuch, den Zeugen Weichel zu veranlassen, falls es der Fall gewesen sein sollte, einzugestehen, daß er sich vielleicht fälschlich als Assessor und Dr. Beigner be. Beichnet habe. Er macht den Zeugen aber gleichzeitig darauf auf mertfam, daß er nicht verpflichtet sei, etwas auszufsagen, was ihn eines Berbrechens zeihen würde. Der Zeuge Weichel bestreitet aber nach wie vor, fich Assessor genannt und mit dem Zeugen Meiner gesprochen zu haben. Weichel und Weiner werden laut Gerichtsbeschluß vereidigt. Landgerichtsdirektor Homm, der bereits morgens seine Aussage gemacht hat, erscheint erneut, um noch ergänzend mitzuteilen, daß Dr. Zeigner wirklich der Partei gewisse Beträge zufommen ließ. Ueber die Persönlichkeit Dr. Zeigners fagt dann Frau Clean aus. Sie schildert Zeigner als Menschen, der in Geldsachen gewesen ist. Sie ihrerseits habe Dr. Zeigner die ihm zur Laft gelegten Handlungen nicht zugetraut, weil sie ihn dazu für viel zu vornehm halte. früheren Innenministers Liebmann, der in der Boruntersuchung Rechtsanwalt Marschner beantragt hierauf die Ladung des ausgesagt hat, daß er glaube, bestimmt behaupten zu können, daß das Telephongespräch mit Dr. Zeigner teinen Einfluß auf seine Entscheidung in der Sache Schmörl gehabt habe und ferner Dr. Zeigner in dieser Angelegenheit keine Amtshandlung nach seiner Ansicht vorgenommen, sondern nur eine Empfehlung an die zuständige Stelle gegeben hate. Der Staatsanwalt bitet um Feststellung, daß der Zeuge Pa. nier wegen Teilnahme an räuberischer Erpressung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt war und der Rest der Strafe ihm auf dem Gnadenwege gegen eine Bewährungsfrist von vier Jahren erlassen wurde. Darauf entfernt sich das Gericht, um über den Antrag der Verbeidigung schlüssig zu werden und von einem Brief, der foeben aus der Schweiz an die Adresse des Borsitzenden eingetroffen ist, Kenntnis zu nehmen. Der Vorsitzende verkündet dann den abschlägigen Gerichtsbeschluß in bezug auf die Ladung Liebmanns und teilt mit, daß der Brief von der Angehörigen einer bekannten Echweizer Familie, einer Deutschen namens Sulzer tomme, die an die Gefühle Ses Gerichts zugunsten Dr. Beigners macht jedoch den Vorhait, daß Dr. Frant I, der die letzten zwei appelliere. Neue Beweisantrage liegen nicht vor. Dr. Marschner Tage abwesend war, eventuell noch Anträge stellen fönnte. Es sollen dann nach Entgegennahme des ärztlichen Gutachtens von Die Sigung wird darauf auf Mittwoch 9 Uhr vertagt. Dr. Echüß die Plädoyers beginnen. Als letter Verhandlungstag ift eventuell der Donnerstag vorgesehen. Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für April noch nicht vorgenommen haben, müssen noch heute das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H, Filmschau. Die Filme der Woche. Jadte Coogan, das Wunderkind des amerikanischen Films, ist einige Jahre älter geworden, aber er hat noch seine findliche Anmut, ben Neiz seines Lächelns und seine rührende Hingabe bewahrt. Er ist in ang lebe der König"( Marmorhaus) zum Prinzen gewoiven, ber lange Hosen und Zylinder trägt, oder in Uniform und schließlich im Rönigsornat auftritt. Aber seine Sehnsucht ist bei dem findlichen Spiel und den luftigen Streichen geblieben, und wenn es ihm im Hofleben gar au langweilig wird, fliehlt er sich fort oder schläft auf dem Throne einfach ein. Die Handlung, die um ihn als Hauptperson herumgeschrieben ift, spielt in irgendeinem phantastischen Ballanstaat und ist mit ihren Hofintrigen, Verschwörungen, Liebesszenen und der Entführung und Be freiung des nunmehr zum Thronerben Avancierten mehr als naiv. Die Soldatenspielerei wobei der Snirps zwischen den Beinen der langen ober die Thronbesteigung, woran Titty Bit( so heißt Rerle verschwindet Seine Majestät mit seinem Kindernamen) sein Hündchen teilnehmen läßt, Ernst zu markieren hat( so bei dem von ihm ausgebrachten Hoch auf den wirten als Barobie sehr luftig. Einige Szenen, bei denen der Jacie König) find ganz gegen seine Natur und wirken gezwungen. Aber wenn er mit einem Spielfameraden Murmel spielt oder Rutschbahn fährt oder die Erzieherin nachmacht, ba ift er in seinem Element. Was wird seine nächste Rolle sein? Bird man ihn nicht durch Frübreifung verderben? Wo Amerita seine große Natur und feine Urwüchsigteit ins Treffen führt, wird es immer siegreich sein. Der Herr der Steppe ( Mozartsaal) führt uns ins rauhe Cowboyleben Nevadas. Vor dem Hintergrunde schneebedeckter Berge tummeln sich in der weiten Steppe wilde und verwilderte Pferdeherden. Der Leithengit Tony" entwidet bie ganze Schönheit des Tieres in Freiheit. Sein Abenteuer bei den Menschen er begibt sich aus Hunger in die Knechtschaft feine Be freiung und Wiedergewinnung und endgültige Bändigung durch Tom Mity der Inhalt des Films, bem eine Blebesgeschichte mit einer Farmer tochter parallel geht. Tom Mir ist der Meistet in allen Künsten bes Schießens und Reitens, von fabelhafter Geschicklichkeit und Пlügster Taktik gegen Menschen wie Ziere. Zwei lustige For- Grotesten eine Verullung des Bergsports und eine von tollfter Laune regierte Aben teuergeschichte ,, Serz über Bord" fügten sich dem Programm aufs Beste ein. In eine andere Wundertelt eröffnete ein deutscher Film Einblide: Der Film bom unbewußten"( hypnose und Suggestion). Er will nicht Propaganda machen wie seinerzeit die jetzt verbotenen öffent lichen Hypnosevorführungen, sondern über das Wesen dieser Erscheinungen aufklären. Dr. Thomalla und Kronfeld haben mit gutem Erfolg ein reidyes und gut gruppiertes Tatsachenmaterial filmisch bewältigt. Da ber Film zusammen mit einem Vortrag geboten wird, ist er außerordentlich geeignet, über diese Gebiete, die auch Spekulationsobjekte des Aberglaubens werden können, wirkliches Wissen zu verbreiten. Besonders Selbsthypnose, zeigte Borgänge, wie sie auch dem Kenner felten unterinteressant find die Kapitel Sypnose und Verbrechen" und ,, Hypnose als Heilmittel. Einige Aufnahmen, z. B. die eines indischen Fatirs in kommen. d. alhambra zu bestreiten. Seine Reflame hat immer so etwas GönnerFox Filme. William For beehrt sich, das ganze Programm der haftes, Herablassendes an sich, und die brei gezeigten Filme sind Blödfinn in filmischer Vollendung. For weiß, der Film ist stumm, man muß ben Augen etwas bieten, bas große Publitum will unterhalten sein. Dementsprechend handelt er. Das Wort wird faum mehr durch den Ge fichtsausbrud, sondern schon mehr und mehr durch die ganze förperlide Gelenfigkeit der Darsteller ersetzt. In Herz über Bord" beginnt die Hauerei bei Anfang des ersten Attes und endet beim glücklichen Abschluß des zweiten, während man in Die 2öwenbraut bie bereits berühmt gewordenen Löwen allerlei Unheil zwecks geschickter Aus nugung ber Situationstomit anrichten fiebt. Ein Wirbelwind von Tollheiten aber durchzieht das Cowboy- Drama mit Tom Mir in der Hauptrolle. Er nennt sich„ Der Blisbeißer, folglich ist es jedem fimplen Deutschen flat, daß ganz Ungeheures geschieht, und dem ist auch so, zumal noch ein Pferd Tony mitwirft. Als Beispiele felen nur angeführt, bak mehrere Häuser abbrennen und ein Liebespaar auf galoppierendem Pferb burch mehrere hundert Filmmeter rottolorierter Flammen jagen muß. Das Publikum schwitzt vor Vergnügen und Aufregung. Eine gewisse Ab ein Drama in Gis und Schnee, das uns die Wiener bescheren. Die Ver fühlung bringt Die Lawine"( Uraufführung Uz. Kurfürstendamm), gleichsmöglichkeiten, die uns die fremden Filme bieten, find immer sehr interessant. Die Hauptdarsteller find, angängig, aber nicht hinreißend. Doch sehen wir zwei reizende Kinder, die trotz des Jackie- Coogan Rummels überall bestehen werden. Die Manuskripthandlung ist unnötig berwickelt, weil sie sieben Arte füllen muß, und die Zwischentitel sind unbeholfen. Die Innenbauten sind so sehr Kulisse, daß sie die Flusion völlig rauben. Aeußerst spannende Momente bringt die Arbeit eines Hundes, und die Wintersportbilder find von frischem Neiz. Ganz vorzüg lich jedoch sind die Aufnahmen aus den Schnee und Eisgefilben der Bergwelt; fie füllen den Film tatsächlich mit Werten. e. b. ein Haus in die Luft gesprengt, ein anderes Haus umgerissen wird, Die beiden Fürsten des Humors Paul Beckers Willy Prager Täglich > mitsamt dem heiteren Hofstaat pünktlich 7hr bei Zielka Varieté Friedrichstrasse 60, Ecke Leipziger Strasse. Kabarett Täglich 4 Uhr Gr.Nachmittags- Vorstellung pünktlich 4 Jogal Jogal rak humans b chas mit Paul Beckers und Fr. Sylvaré. Jogal Bon Rheuma, Gicht, Kopfschmerzen, Ischias und Hexenschuß fowie auch von Schmerzen in den Gelenten und Gliedern, Influenza, Grippe und Nervenschmerzen befreit man sich durch das hervorragend bewährte Togal. Die Togal- Tabletten scheiden die Harn fäure aus und gehen direkt zur Wurzel bes llebels. Togal wird bon bielen Aerzten und Kliniken in Europa empfoblen. Es hinterläßt feine schädlichen Nebenwirkungen. 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Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg Bog. hagener Str. 62. Charlottenburg II: 3oachimi, Raiserdamm 102, Garten Lichtenbera III, riebrichsfelbe: Frankfurter Allee 185. Laben baus: St 1gichtenberg IV: Seymer, Röderstr. 54, Gartenhaus. Reulöln- Brig: Mittag. Brig, Chauffeeftr. 82 Niederschöneweibe: Schindler. Fennftr. 23. Rowawes: Rari Rrobnbers. Ellenbahnfte. 10. Dierichöneweibe: Robert Baul Mathildenste.& Oranienburg: Seint. Loenhardt, Stralfunder Str. Tempelhof:$ arsdorf. Werberstr. 31 v. tempelhof: Ranbiet, Sohenzollerntorjo Sa Erebbin: Göring, Bahnhofstr. 62. Treptow: Regler. Riefholaftr. 18b. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Weißensee: Greunte, Gebanstraße 88. 6. Wilban- Hoherlehme: Rud. Lettow. Bankow: Rikmann blenfte. 70. Rahnsdorf: Teichert, Forftftr. 7. Reinidendorf- Oft Schönbola: 1bert Bable, Brovina. rake 56( Paben). Reinidendorf- Weft: Bendt, Gharnweberftr. 114, Boltshaus. Wilhelmshagen, Beffenwinkel: Schulze, Bilhelmshagen Wilhelmstr. 31. 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Wäscheleinen 30m 350 40m 475 50m 600 Plättbretter bezogen 350 400 475 Aermelbretter bexogen 75PL 65 ...... Brotkörbe malerier 10 weiss Holzwaren Servierbretter Buche 95P. 145 190 Kaffeebretter............ 125 175 265 Rolitischdecken....... 45, 60P Quirlgarnituren. 190 265 325 Fussbänke..... Stack 95PL Bürstenwaren Rosshaarhandfeger 120 145 45PL Rosshaarbesen....... 245 325 Rand25, 28. Tepplehaürsten Kokos besen.... 30 cm Wassergläser Teebecher 10 Teebecher Matt 12P Blumenvasen glatt 10% Teller Moderne glatt. Pt. gepresst... band 15 20 25 9P Weinromer38P 20, 25,30,40PL Bestehend aus 1 Büfett, 1 Rahmen, 1 Tisch, 2 Stahle, Kohlenkasten, Handtuchhalter.. Küchen7750 1 Büfett, 1 Anrichte, Schrubber. 80PL 80 PL 45 PL Teppichkehrmaschinen13501650 Gartengeräte 40 60 80 100 120cm 750 Bestehend aus Blumenkasten 1 12500 an gute Ausführang... 65Pt. Pt.110140175190 Blumenbretter........ Stück 245 Unsere Korbmöbel- Ausstellung ist eröffnet Gartenschlauch 145 245 Leipziger Str. 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Dezember und eine mejentiich Beffere Abschägung der Aussichten des Ausgleichsbestrebens bei den Einnahmen und Ausgaben des Reiches, als wir fie bisher zu geinnen vermochten. Der Gesamtzuschußbedarf des Reiches feit dem 16. Novemberben Termin der Einstellung der Reichsfhagwechseldiskontierungen bei ber Reichsbantbeläuft sich bis zum 10. März auf 779.4 Millionen Goldmart, wobei zu beachten bleibt, daß von dieser Summe auf die Anlaufperiode der Sanierung vom 18. Ro vember bis 31. Dezember allein etwa 615 Millionen Mart entfallen. Die Kurve der eigentlichen Reichsausgaben geht von einem Tagesbedarf im Dezember von 120 Millionen Goldmart auf 8,5 Miltionen im Januar, 74 Millionen im Februar unb 7,9 Millionen in Den ersten acht Zahltagen des März. Bei der letzteren Zahl ist aber tooh! anzunehmen, daß ihre Erhöhung durch die diesmalige us zahlung von zwei Drittel des Märzgehaltes am Erften mitbestimmt ift( oder war diese Zahlung noch im letzten Februarbrittel mitgerechnet?). Sehr wichtig aber ist, daß die Nachweifung mun ein zahlen mäßiges Bild über das seit langem aus den täglichen Börjen. berichten ersichtliche Zurüdströmen der Reichsgolb. anleihen bringt. Die Beträge, welche die Reichsban! an alien Börsenplägen aufzunehmen gezwungen ist, find sehr groß. Im Januar find nicht weniger als 162,2 millionen Goldmark für diese Rückläufe aufgewandt worden, im Februar weitere 120,8 Millionen und in den ersten acht Zahltagen des März ebenfalls 33,8 Millionen Goldmart. Die Gesamtsumme der bisher vom Publikum und den Banten wieder abgestoßenen Anleihen des Reiches, die von ber Finanzverwaltung aufgenommen werden mußte, beläuft sich dem nach auf etwa 315 Millionen Mart, einen Betrag, der inefentlich höher ist als der durch Begebung von furzfristigen Rentenmartschahmehlein bereingeholte. Da die Anlieferung von Golbanieibe bei den Reichsbanfftellen unverändert anhält, ist jeden. falls damit zu rechten, daß auch die nächsten Ausweise emne In anspruchnahme der Reichsfinanzen für die Abdeckung dieser Anleihe. papiere zeigen werden, durch die das Bild der Reichsfinanzgebarung viel ungünstiger erscheint als es dem eigentlichen Berhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben entspricht. Die Tatsache der Berkäufe son Reichsgoldan eihe ist an sich natürlich genug, menn man berüd fichtigt, daß die Anleihe mit einer nicht annähernb der Lage des Geldmarktes entsprechenden Berzinsung ausgestattet ist. Da Die unter ähnlichen Bedingungen emittierten Anleihen von Hopo thefenbanten, öffentlich- rechtlichen Körperschaften usw. gegenwärtig einen durchschnittlichen Börsenfurs von 60 bis 65 roz. haben, während die Goldanleihe bes Reiches immer noch mut 100 Broz. abgenommen wird, ist es natürlich für die Befizer von Reichsanleihe sehr vorteilhaft, ihr mit Bart bewertetes Anleihe. papier abzuftoßen und, soweit sie überhaupt Anlage in feftoerzins fichen Werten suchen, für den Erlös die viel billigeren, aber mindestens ebenso gut fundierten anderen, am Martte erhältlichen Papiere zu erwerben. Es muß also damit gerechnet werden, daß sehr bald der gange Betrag der Goldanleihe an das Reich zurüdgegangen fein wird, d. b. der immerhin er. hebliche Anleihebetrag, der im Herbst 1923 dem Reich aus dem Inland zur Verfügung gestellt wurde, fommt nach und nach wieder in Wegfall, und zwar zu einem Kurs, der meit über dem Morfenwerte steht unb, wenn man bie feinerzeitigen ftanda Isten Bargänge bei der Emission berücksichtigt, auch eine wesentlich höhere Gesamtfum me ergibt als feinerzeit dem Reich als Anleiheerlös zugefloffen ift furs unter diesen Umständen noch im Intereffe der Gesamtheit liegt und ob man nicht, ohne das kaum zurüdgewonnene Bertrauen in die Stabilisierung der Mart zu erschüttern, eine vernünftige Anpaffung an die Bewertung ähnlicher Papiere herbeiführen follte. Bird diese Frage aus Grünben der Währungswirtschaft aber ver. neint, so dürfte die weitere Frage sein, ob nicht die Emission einer ben gegenwärtigen Berhältnissen des Geld marttes besser angepaßten Reichsanleihe mit Umtaufchmöglichkeit für die Besiger der Goldanleihe zu erwägen ist und im 3usammenhang damit die Kurssenfung in einem geim Zusammenhang damit die Kurssenkung in einem gewiffen Umfang anmendbar wäre. Auf diese Weise würden die berechtigten Intereffen der Goldanleihebefizer gefchont werden fönnen und doch wahrscheinlich ein nicht unerheblicher Teil des noch nicht zurüdgeströmten Anleihebetrages im Publikum gehalten werden. Benn auch die Lage des Geldmarktes gegenwärtig sehr ungünstig ist und die Aufnahmefähigkeit für feftverzinside Werte, wie die ftändig fich überbietenden Angebote der Hypothekenbanken beweisen, außerordentlich gering eingefchäzt werden muß, so wird doch über furz ober lang im Interesse der Reichsfinanzwirtschaft ein Appell an den Anleihemarti unvermeidlich fein, und es ist deshalb ernsthaft zu prüfen, wieweit fich jetzt im Zu'ammenhang mit den anormalen Berhältnissen des Goldanleihegeschäftes Möglichkeiten eröffnen, die man später vielleicht nicht mehr hat. Conntag 23. März 1924 unserer Steuergefeggebung oorgenommen wird, durch den die Ber teilung der nach dem verlorenen Krieg unvermeidlichen Baften in einer gerechteren Weise geschieht. Vor allem aber muß die Er. haftung unferes wichtigsten Aktivums, der menschlichen Ar. beitskraft, auch in den Mittelpunkt der Wirtschafts. und Finanzpolitit gestellt werden. Der Kampf gegen die Sozial politit, der in brutaler, aber überaus furzfichtiger Beise eingeset hat, scheint sich nach dem Billen unserer gegenwärtigen Machthaber auf allen Gebieten, auch auf dem des Steuerwefens auswirken git follen. Schwerste Gefahren drohen nicht nur der heutigen Generation, sondern mindestens ebenso sehr für die Zukunft unseres Boltes. Es gilt, diese gefahrbrohende Lage in ihrer ganzen Größe zu erkennen und alle, Kräfte der Arbeiterfdjaft in bem fom. menden Wahlkampf zusammenzufaffen, um ihr erfolgreich zu be 8.. gegnen! Zum Abbau der Wuchergerichte. Die Buchergerichte werden durch eine Verordnung der Reichsregierung mit dem 1. April aufgehoben, die Prozesse wegen Breistreiberei den ordentlichen Gerichten übertragen. Sie werden damit im allgemeinen in die Zuständigkeit der Amtsgerichte, in besonders schweren Fällen unter die Schwurgerichte fallen. Die Marfigerichte bleiben bestehen. Die Aufhebung der Buchergerichte bedeutet, wie von amtlicher Seite versichert wird, nicht etwa die Beseitigung irgendwelcher fachlichen Bestimmungen zum Echuße der Verbraucher. Die hier eitte schlägigen Berordnungen und Gefeße bleiben vielmehr weiter wirt. fam. Die Stellung der Marktgerichte, die zu der Zuständig. teit der Amtsgerichte gehören, wird durch den Abbau der Bucher. gerichte gestärtt, ihre Zuständigkeit erweitert. Berüdsichtigt man, daß die Steuereingänge der letzten Monate unter den Wirkungen der großen Wirtschaftsfrise erheblich geringer find als bei einigermaßen normalen Geschäftsverhältnissen und daß die Steuerleistungen des besetzten Gebietes dadurch, daß dort noch immer nicht die Steuergesetze des Reiches zugelassen sind, fast ganz fehlen, so gibt der Nachweis über die Reichsfinanzgebarung ein rein zahlenmäßig durchaus nicht unbefriedigendes Bild. Es scheint, daß bei entschloffener Einstellung auf das Ziel des Ausgleichs des Reichshaushaltes in verhältnismäßig turzer Zeit volle Erfolge erzielt werden tönnen, wenn eine einigermaßen vernünftige Regelung der Re- die Bestimmungen über die Preis prüfungsstellen aufred Ebenso wie die fachlichen Borschriften der Preistreiberei Bleiben parationsleistungen statthat. Der rein rechnerische Aus erhalten und selbstverständlich auch die Kartellverorbmung. Es wird gleich aber, so wichtig er ist und so sehr wir ihn seit Jahr und darauf verwiesen, daß die Preisprüfungsstellen weniger als polizei. Tag als die erfte Voraussetzung der Währungsstabilität gefordert fiche, bagegen mehr als wirtschaftliche Organe anzusehen find, die haben, fann nicht genügen! Für uns fommt es darauf an, die Aufgabe haben, den inneren Frieden in der Gesamtwirtschaft zu baß diese Etatsgesundung nicht wie es bisher der Fall ist durch eine rücksichtslofe Belastung der arbeitenden Schichten des fördern und Reibungen zwischen den einzelnen Erwerbsstellen zu Bolles bei sehr schonender Inanspruchnahme des Befizes erfolgt, fondern badurch, daß in fürzester Frist ein grundlegender Umbau Zentner fret Haus Berlin. 49,00 beseitigen. werden angewiesen werden, die Preistreibereivorschriften mit Die Behörden der Bucherpofizei und die Staatsanwaltschaften größerer Entschiedenheit anzuwenden. Zur Lage der theinisch- westfälischen Industrie. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Im übrigen schweben bet der Reichsregierung Erwägungen bar über, ob noch andere Verordnungen, die mit dem Bucherrecht zu Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je fammenhängen, aufgehoben werden fönnen, so die Genehmigungs pflicht im Groß. und Kleinhandel, die Berordnung über die Auf 23,00-25,00 Gerstengraupen, lose.. 16,00-17.50| Malzkaffee, gepackt Gerstengrütze, lose... 16,00-17,00 Röstgetreide, lose... 16.00-1,00 faufserlaubnis und das Berbot von Chiffreanzeigen in ben Zei 15,75-16,00 Kakao fettarm Haterfiocken, lose.... 100,00-125,00 tungen. 16,00 16,50 Kakao, leicht entölt 130,00-153,00 Hafergrütze, lose Rogenmehl 0/1.. 12,75-14,0 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-420,00 18,00-18,80 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 Weizengrieẞ 22,00-25,50 Inlandszucker basis met. 40, 42,00 Hartgries 70% Welzenmeh! 14.50-16,00 Inlandszucker Raffinade 42,50- 44 50. 17,00-21,00 Zucker Würfel....... 46,00-48.00 Weizen- Auszugmeh! Auf der Generalversammlung ber Ridder.Werke-G., Speiseerbsen, Viktoris 19,00-22,75 Kunsthonig Speiseerbsen, kleine. 36,040,00 bie die dem Klöckner- Konzern angeschloffenen Montanunternehmun 14.00-17.00 Zuckersirup hell In Elm Bohnen, weinverles. 30,503, Marmelade Einir. Erdb 108,00-13.00 wichtige Mitteilungen über die Lage der westlichen Industrie. Die weiße, 20,50-24,00 Speisesirup dunk. in Eim 33,00- 35,00 gen umfaßt, machte der bekannte Schwerindustrielle Peter Klöckner Langbohnen, 3,00-32,5 Linsen. kleine...... 26,00 35.00 Marmelade Vierfrucht 40,00-55,00 Linsen, mittel... 36,50 42,04 Pflaumenmus in Eimern 45,00 50,00 cum Berträge feien eine schwere, nicht länger zu er Linsen, große. 3,20 3,30 tragende Belasting, fie erforderten monatlich nach seiner Schäßung Kartoffe mehi 4,00 4.60 90 bis 100 millionen Goldmart, die ein fo Meinter Makkaroni 68,00 Makkaronimehi 69,00 69,50 Wirtschaftsbezirk nicht allein tragen fönne. Klödner betlagte fich auch bitter über die Kontrolle ber Entente, bie eine neue 68,50 Papier- und Zettelwirtschaft hervorgerufen habe, wie sie fe'bst: im 46,00-48,00 Striege unter der Zwangswirtschaft des Staates nicht vorhanden 56,10. gewesen wäre. Troßdem ist die Rohlenproduktion auf 90 bis 95 Pro3, die Eisen- und Stahlproduktion 76,00 auf 70 bis 80 Proz. des Friedensstandes wieder ge ftiegen. ... 43 0 49 50 Steinsatz, lose. Schnittnude.n, lose... Bruchreis. Rangoon Reis 16,0 18.00 Siedesalz. lose 40,00-45,00 Brarenschmalz in Tierces 37,00-38,5 Bratenschmaiz in Kübeln 21,00 25.00 Purelard in Tierces 15,25-17,5 Purelard in Kisten 17,00-19,50 Speisetaig in Packung 67,00 68,09 46,00-50,00 Tafelreis, glasiert, Patna 27,00-31,00 Speisetale in Kübeln Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr P.laumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Barl Mandeln, bittere Bari Kümmel, holländischer. 155,00-165,00 Quadratkäse 31,00-36,00 Margarine, Handelsm. 1 105, 0-115,00 desgi II. 43,00-52,00 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. I.. 55,00 60,00 desgl. 11. 60,00-63,00 80,00 85,00 Molkereibutter i. Fässern 195,00 75,00 95,60 Molkereibutter in Pack. 20,00 85,00-95,00| Landbutter in Fässern 165,00 80,00-85,00 Landbutter in Packungen 170,00 .. 140,00-160,00 Auslandbutter 135,00-150.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 120,00-150,00 Speck, gesalzen, fett... Zimt( Cassia) O Schwarzer Pfeffer singap. 98,00-106,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer. 130,00-141,00 Tilsiter Käse, vollfett Rohkaffee Brasil 180,00-215,60 Ausl. ungezuck.Condensmilch 48/16 195,00-200,00 35,00- 36,00 62,00-67,00 40,00 50,00 115,00-125,00 35,00-50,00 23,00 25.00 Für die verantwortlichen Kreise der Reichsfinanzverwaltung Rohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 Röstkaffee Brasil 240,00-280,00 Inländische, desgl. 48/12 18,0-19,50 wird sich bemnach die Frage ergeben, ob die bisherige Bolitif des Röstkaffee Zentralam. 320,00-400,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 28,50-29,5u starren Festhaltens der Golbanleihenotierung am offiziellen Dollar Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Rödner betonte, baß bie Rohlenpreise zu hoch feien, und daß eine Herabsehung der Preise notwendig fei, die jedoch unter der Belastung der Micum- Berträge noch nicht erfolgen fönne. Der Inlandsmarkt habe sich in der letzten Zeit weiter belebt. Die deutichen Werte sind jetzt mit Aufträgen bis Ende Mai ver fehen und machen bereits Anstrengungen, um höhere Breise durch zufezen. Der Exportmarkt jei jedoch noch schwach. Die Zechen und Hüttenwerte arbeiten bereits wieder voll, während die im besetzten Gebiet liegenden Werte demnächst wieder bis auf 70 Broz der Be. schäftigung gebracht werden follen. SH ne WENESTI ORANGE WENESTI ORANGE 90 STAG WENESTI ORANGE Sur 3S unüber trefflich! WENESTI ORANGE Leichte Belebung der Baufäfigfeit. Troß der Schwierigtetten, bie der Bautätigkeit entgegenstehen, wie Materialteuerung, Kreditund Kapitalnot, mangelnde Rentabilität der Miethäuser usw., ist in der letzten Zeit ein leichtes Ansteigen der Bautätigkeit festzustellen. Die„ Bauwelt verzeichnet an veröffentlichen Bauvorhaben: Dezember 1923. Wohnbauten Fabritbauten uft. m November 1928. 296 9. 808 " " Januar 1924. 687 9 675 9 900 ebeuar 1924 1. bis 20. März 1924 183 189 214 153 458 Die Zunahme der Bautätigkeit dürfte vor allem eine Folge der Jahreszeit fein; fie ist jebenfalls längst nicht so groß, daß fie auth nur im entferntesten dem Wohnungsbedarf entsprädje. Infolgedessen muß alle Anstrengung auf die großzügige Entfaltung einer gemeinwirtschaftlichen Bautätigteit gerichtet bleiben. Noch immer große Arbeitslosigteif im Rheinland. In einem Bericht über die Lage des rheinischen Arbeitsmarktes in der Woche Dom 15. bis 21. März führt das Landesarbeitsamt der Rheinprovinz aus: Die Schwierigkeiten, unter denen die Wirtschaft des besetzten Gebietes leidet, würden scharf durch die Tatsache beleuchtet, daß im besetzten Teile der Rheinproving auf 1000 Einwohner drei. mal fo viel unterstügte Bollerwerbslose entfallen wie im unbefeßten Deutschland. Dieses Verhältnis werde noch ungünstiger, wenn man beachte, daß in den Jahren 1920/22 in der Rheinprovinz auf 1000 Einwohner nur ein Drittel und weniger an Erwerbslosen entfallen fei als im ganzen Reiche. Polnische Landarbeiter nach Dänemart. Das dänische bürger. fiche Ministerium fordert die dänische Landwirtschaft auf, den Buckerrübenbau fomeit zu steigern, daß Dänemart in Buder Selbstversorger wird und der Buderimport von Deutschland unnötig gemocht wird. Dazu muß die Zuderanbaufläche Dänemarks um ein Fünftel gefteigert werben. Zu diesem Zwede hat die Regierung beim Barlament bie Aufhebung des Zuwanderungsverbots für pole nische Landarbeiter gefordert." Es follen vorerst 1000 Bolen, aber nach Bedarf der Landwirtschaft mehr eingeführt" werden. Die Annahme des Vorschlags ist sicher, da er Opposition nur bei der däni. fchen Sozialdemokratie findet. Groß- Berliner Parteinachrichten. aller in der tonfumgenoffenschaft Berlin unb Umgegend Beschäftigten Mil glieder der BSD. und deren Freunde. Vortrag der Genoffin Frau Bohm Schuch über ,, Die Bedeutung der Reichstagswahlen für die Arbeiterschaft". Alle in der Konsumgenossenschaft beschäftigten BSPD- Mitglieder und Sympathiflerende müssen erscheinen. 5. Kreis Friedrichshain. Dienstag, den 25. März, 7 Uhr, wichtige Sigung Der Arbeiterwohlfahrt im Jugendheim Tufiter Str. 4-5. Es nehmen daran teil: Arbeiterwohlfahrt, Kommunale und Kinderschußkommission und die Frauenleiterinnen. Tagesordnung: Beschluß der legten Gigung. 14. Kreis Neukölln. Freie Schulgemeinde: Dienstag, den 25. März, 714 Uhr, im Ralfer- Friedrich- Realgymnasium. Kaifer- Friedrich- Str. 210, Bersamm Tung. Dr. Rarfen spricht über Die preußische Schulreform". Freunde der Die Borstandsmitglieder Freien Schulgemeinde als Gäfle willkommen. 2reffen fich bereits um 7 Uhr dortfelbst. Dienstag, den 25. März, nachmittags 2 Uhr, Bersammlung der arbeitslosen Mitglieder der BSPD. im Botal Weichselstr. 8, Bortrag. Heute, Sonntag, den 23. März: 5. Arels Griebrichshain. 32. und 34. bt.: Geselliges Beifammensein bei Schmidt, Fruchtstr. 36a. Die Genoffen und Genoffinnen werden gebeten, für diefen Abend zu agitieren. 21. bt. Broletarische Feierstunde, im Anfchluß gefeliges Beifammensein nachmittags 4 Uhr in den Bharus- Sälen, Millerstr. 142. Ansprache der Genoffin Bohm- Schuch. Morgen, Montag, den 24. März: 5. Abt. Die Bezirksführer werben gebeten, au der am Mittwoch stattfinden. ben Kreismitgliederversammlung einzulaben. 8. bt. 7 Uhr Frauenleseabend und Bezirksführerfignng bet Ridert, Steinmegftr. 36a, und am Mittwoch, den 26. Mära, gahlabenb ebenda. Die Bezirksführer laden ein. 11. bt, 7% Uhr bei Berger, Sevekomste. 2, midhtige Funktionärbung. 22. bt. 7 Uhr wichtige Sihunn aller Funktionäre bei Hänisch. 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Konferenz der Bezirkoführer, der politischen Bertrauensleute und der Droner der Abteilung. 39. Abt. Die für Montag vorgesehene Borstandsfihung findet erit am Frei tag, den 28. März, statt. Die Abtellungsmitgliederversammlung am MittDoch fällt wegen der Kreismitgliederversammlung bei Rabe aus. scheinen bort Pflicht. Ex. 47. bt. Die Bezirtsführer laden zur Kreismitgliederversammlung ein Mitt. woch bei Rabe, Fichteftr. 29, ein. Rommunale Kommiffion und alle in bez Wohlfahrtspflege tätigen Genoffinnen und Genossen besuchen den am Mon tag, den 24. Mäca, 8 Uhr, im großen Gaal des Bezirksamts Kreuzberg, Vordftraße 11, ftattfindenben Bortrag bes Stabtarztes Dr. Bejad. 70. Abt. Schöneberg. 7 Uhr in der Schule Lindenhof Elternversammlung. Bortrag über Die Gemeinschaftsschule". 82. bt. Steglig. 8 Uhr bei Hamburg, Schloßftr. 103, außerordentliche Funt tionärügung. Alle Bezirksführer müssen erscheinen. Reutöln. 90. unb 92. bt. 7 Uhr in der Aula des Kaifer- Friedrich- Realgymnasiums zu Neukölln öffentliche Bersammlung. Genoffe Stadtschultat Dr. Löwenstein spricht über ,, Der Kampf um den sozialen und demokrati fchen Inhalt der Republi". Nach dem Bortrag freie Aussprache. Die Funktionäre laben durch Handzettel ein. Rein in den beiden Abteilungen $ 3. Hot. 7 Uhr Funktionärverorganisierter Genosse darf fehlen. fammlung bei Ginzel, Marefchftr, 1. 102. Abt. Baumschulenweg. Die Genoffinnen und Genoffen nehmen am Mon tag, den 24. b. M., 7% Uhr, an der Kreismitgliederversammlung in Johannisthal, Lokal Cinfiebler, teil. Thema: Die kommenden Reichs tagswahlen". Die Funktionäre faben alle Mitglieder und Sympathifierende gur 1. Bffentlichen Wählerperfainmlung am Donnerstag, den 27. März, im Lyzeum Baumfajulenstraße ein. Konferenz jämtlicher Beamtenfunffionäre der BSBD. und der zichtenberg. 116. bt. 7% Uhr Funktionärkung bei Schulze, Simplonftr. 6.Beamtengewerfiaftsfunktionäre der Partei am Donnerstag, den 27 März, 7, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelu er 24, Saal 3. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Künstler über die Reichstagswahlen und die Beamtenschaft". 2. Vorbereitung der Wahlen. Ref.: Genosse Wäger. Jede Abtellung muß vertreten fein zweds Entgegennahme von Beamtenflugblättern. 8. Rreis Bilmersdorf. Sonntag abend 7 the Seiterer Abenb, unter tit mirkung erstklassiger Kräfte, in der Aula der Hindenburg- Schule am Gee part. Dienstag, den 25. März, 7 Uhr: Alle Genoffen treffen fich an dez berabredeten Stelle. Erscheinen Pflicht. 11. Kreis Schöneberg. Rinderfreunde, Elternbeiräte, Jungfozialisten. Sonn tag, den 23. März, 7 Uhr, im Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße, Ausspracheabend. 6. Kreis Mitte. Montag, ben 24. März, nachmittags 2 Uhr, Bersamanlung der erwerbslofen Genoffen Elfaffer Str. 86-88, Fahrstuhlaufgang, 2 St. Bortrag. 13. Kreis Marienborf, Tempelhof. Sonntag, den 30. März, vormittags 10 Ube, Jugendweihe in der Aule des Engeums Tempelhof, Germaniaftr. 4-5. Harten hierzu 50 Bf. in allen Ronsumverkaufsstellen, bei Genoffen Biel fchowsky, Tempelhof, Raiser- Wilhelm- Str. 21, unb Schwara. Mariendorf. Rathausstr. 96. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, den 24. März, 8 Uhr, Berfammlung ber it. glieder der Wohlfahrts, Jugend-, Kinderschuß- und Kommunalen Rom miffion im Bezirksamt Kreuzberg, Dordstr. 10-11, großer Sigungsfaal, Bimmer 28. Referent Stadtarat Dr. Bejach: Die Fürsorge für bie gefund. heitlich gefährdete Jugend". Fraktionsfigung der Bezirks und Stadt verordneten um 47 Uhr. 8immer. 29. 7. Arris Charlottenburg. Montag, den 24. März, 8 Uhr, allgemeine Mit gliederversammlung in ben Sohenzollern- Festfälen, Berliner Str. 105, Dienstag, den 25. März, 7% Uhr, erweiterte Borstandssigung, Simmer 1. 12. Kreis Steglig. Montag, den 24. Mära, 7 Uhr, im Rathaus Steglit. Fraktionssigung. Gämtliche Stadt- und Bezirksverordneten sowie Birger. deputierten müssen erscheinen. 18. Kreis Tempelhof, Marienborf. Montag, ben 24. März, 7% Uhr, Frat tionsfigung mit der Kommunalen Rommiffion im Rathaus Marienbort, Rimmer 26. 10. Kreis 8chlendorf, Wannfer. Montag, den 24. Mära, 7% Uhr, Kreisvor ftandsfigung in Wannsee, Reichsabler, Rönigstr. 26. Bichtige Tages ordnung. 10. Kreis Pantow. Montag, ben 24. März, 6 Uhr, im Rathaus Bankow, Breite Straße, Fraktionsfigung, zu der die Kreisdelegierten erscheinen müffen. Bersammlung aller BSPD- Beamten und-Behördenangestellten Dienstag, den 25. März. 7% Uhr, bei Bater, Mühlenftr. 12. 18. Kreis Beißenfee. Montag, den 24. März, 7½ Uhr, im Rathaus, Sigungs faal, Rreistonferenz der Abteilungsvorstände, Gruppenführer, Fraktion und Rommunalen Kommission. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 24. März, 6% Uhr, im Rathaus Witte. nau, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes. Wichtige Tagesordnung. Jede Abteilung muß vertreten fein. Achtung, Konsumvereinsmitglieber ber BSPD.! Dienstag, den 25. März, 7% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer( Großer Gaal), Bersammlung 117. Abt. Gruppen 14 und 14a: 7 Uhr Egtrazahlebend beim Genoffen Reumann, Leopoldstr. 17. Alle Funktionäre und der Saalschuh müssen vertreten fein. 141. Abt. Rosenthal. 7 Uhr im Lokal Schmidt, Cinbenallee 43, Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Jangfozialisten. Arbeitsgemeinschaft Dr. Engelhardt: Montag 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde.( Nicht Landtag.) Frauenveranstaltungen am Montag, den 24. März: 12. Kreis. Steglie, Ltdhterfelbe, Lantwie. 8 1hr in Stowaffers Wirtshaus, Subende, Stefanstr. 1: Sereisfrauenabend. Bortrag der Genoffin Stunert, M. b. B. Thema: Staatlicher Mutterschut". 2. Die Verteilung der Frauenmandate. 6. Abt. 7 Uhr bei Dobroblas, Swinemfinder Str. 11. Bortrag des Ge noffen Dr. Detters itber: Die Frauen und die Reichstagswahl. 15. Abt. 7 Uhr bei Dehn- Bintus, Stralfunder Str. 39: Bortrag der Gestoffin Geber: Die Frauen und die Wahlen." 81, Abt. 7% Uhr bei Goldfchmidt, Stolpische Etr. 36: Vortrag des Gentoffen Sorlig über: Die Frau als Führerin im Wahlkampf." Gäfte winfommen. ( often entstehen nicht.) 34. Abt. 7% Uhr bei Nosin, Gubener Str. 19: Vortrag: Die Ronfunt genoffenfchaftsbewegung." 85. t. 7% Uhr bei Drelfe, Schreinerfte. 18: Bertrag des Genoffen Gadt lebert: Disfuffion. Schufentlaffung und Berufswahl. Verschiebenes. Baste willkommen. 88. bt. 7 1hr bei Bartus,& rlebenftr. 83: Bortrag des Genoffen Gäußler: Die Frauen und die Wahlen." 42. bt. 7% Uhr bei sählte, Bergmanufte. 69: Sortfebung des Vortrages bes Genoffen Mietbte über: Geschlechts- und Frauentrantheiten." 48. st. 7 Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26: Vortrag der Genoffin Sanna, M. b. L., über: Gemeinfchaftsgeist als Borausserung für den Sozialismus." " 108. Abt. Röpenia. 7 Ubr Jugendbeim Grünauer Str. 5: Bortrag des Ge noffen Pfarrer Bleier. Uebermorgen, Dienstag, den 25. März: Arbeitsgemeinschaft fos. Beamten und Lehrer! Auf Befluß ber Oblente fant bie für Dienstag angefeßte Gigung wegen der am Donnerstag statt findenden Funktionärtonferenz aus. 13. 7% Ube Funktionärfitung bei Obiglo, Straffunder Chr. 11. 16. Abt. 7% Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei rüger, Suffitenftr. 84. Die Begirtsführer müssen jebes Mitglied einladen. 27. Abt. 7 Uhr Funktionärftzung Schule Sonnenburger Straße. Sämtliche Ordner der Abteilung müssen zu dieser Konferens ebenfalls erscheinen. 42. Abt. Die Bezirtsführer werden an bie am nächsten Dienstag fällige Abrechnung erinnert. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr bei Hamburg, Schloßftr. 103: Sibung ber Agita tionsausschüsse und des Orbnerbienstes. Bichtige Tagesordnung. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Funktionärfibung in der Linde, Werder. Ede Friedrich- Karl- Straße. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 25. März: 20. Kreis Reinidendorf. 7½ Uhr Gigung der Funktionärinnen( Agitation. Kinderschuk, Wohlfahrt) Boltshaus, Soarntveberstr. 114. Jeder Ort muß bertreten fein. 20. Abt. 7 1hr bei Nidel, Schwebenftr. 15: Bortrag: Die Scou imb ber Sozialismus." Besonders günstiges Frühjahrs- Angebot! Herren- Anzug aus strapazier, 24 00/ Gabardine- Mäntel moderne 4500 lange Form Faltes... 36, 33 Herren- Anzug in schönen 4800/ Homespun- Ulster auch 2750 hell. Must., auch feine Nadelstreif. 56, 52 Herren- Anzug die aller. Schlüpferf., sehr hübsche Muster 48, 96 neuestes Modelle, prima Qualitäten, 7500 Covertcoat- Paletots flotte 5400 95, 85 7 Form, gesteppt .... 90, 65 Knab.- Sport- Anzüge bis 1950/ Breeches- Hosen mit doppelt. 950 Jahren, haltb. Qualität mit Breecheshose von 7 Gesäß, in haltbaren Stoffen.... 11.50 Knab.- Sport- Anzüge bis14 2750/ Burschen- Anzüge blan 2250 J., m. 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März, nachmittags 3 Übe, in Stahnsdorf. Trauerfeier durch Pfarrer Bleier. Rege Beteiligung erwünscht. 124. Abt. Mahtdorf. in Dienstag, den 18. maca, berffarb unfer Vorfibender Genosse Leo Gerfonde. Eindscherung Montag, den 24. März, nachmittags 1½ Ubr, trematorium Baumfoulenweg. So. Abt. Mariendorf. Genoffin Erua Frante, wohnhaft Ralferfir. 1, ist berstorben. Beerdigung Mittwoch nachmittags 3 Uhr Friedhof Griebenstraße. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 23. März: Karlshorst: Befuch der Mexikanischen Ausstellung. Treffpunkt 10 Uhr Bhf. Startshorft. Moabit 11: Elternabend im Jurgendhaus Rathenower Straße, Ede Gendligstraße. Schöneberg 1: Abends 7% Uhr im Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße, Bottrag: Jm Berein". Werbebezirk Prenzlauer Berg: Abends 7 Uhr im Altersheim, Dan. siger Str. 62( Parade), 2. Literaturabend. Bum Bortrag gelangt, Rurt Sennide". Eintritt frei. Gäste willkommen. Werbebeairt Kreuzberg: Abends 8 Uhr im Jugendheim Linden Straße 3, Gebächtnisabend der März- Revolution 1848. Werbebezirk Westen: Abends 7 Uhr im Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße, Aussprache mit den Kinderfreunden. Margen, Montag, den 24. März, abends 7% Uhr: Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Disfuffion: Burschen und Often( Petersburger Biertel): Schule EckertMädel unserer Bewegung". Dfien( Etralauer Biertel): ftraße 16, Distuffion: Die politische Lage". Chule Naglerftr. 3, Vortrag: Die Lehren des Chinesen Ronfuzius". Treptow: Neues Jugendheim, Riefholzstr. 18b, links ptt., Generalversammlung. * Ortsausschus für Jugendpflege Reutöfn. Dienstag, den 25. b. m., abends 7½ Uhr, in der Rathenau- Schule, Rinoabend. Burr Aufführung gelangt der Film Abfeits vom Wege der Menschen". Starten für Erwachsene zu 50 f. und für Stinder zu 25 Pf. find nod) am Saaleingang zu haben. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Vereinigung für Schul- und Erziehungsfragen Berlin Treptow. Montag, ben 24. März, 8 Uhr, im Reichensaal der 6. Treptower Gemeindeschule, Bilder bruchftr. 53, 3 r., Borttag: ,, Natrliche Gefeße der Wirtschaftsentwidlung". Dienstag, ben Berein der Freibenter für Feuerbestattung. Bezirk I. 23. März, abenbs 7 Uhr, Mitgliederversammlung in den Sophien- Sälen ( Großer Gaal), Cophienftr. 17-18. Wichtige Tagesordnung. Ohne Mitgliebstarte feinen Einlak. Briefkasten der Redaktion. awei Bettenbe. Millerand ist der Präsident von Frankreich, während Poincaré franzöfifcher Ministerpräsident und zugleich Minister bes Aeußern ift. Nextöln 1. Das Entfernen von chinesischer Tufche aus der Wäsche ist äußerst schwer, da es keine Lafurfarbe ober chemisch angreifbare Farbe ist, fondern als feinverteilte Floden auf ben Gewebefafern feffigt und eigentlich nur durch den normalen Waschprozeß, der in diesem Falle bis zur gerstörung des Gewebes gehen tann, zu entfernen ift. Geschäftliche Mitteilungen. Die große bekannte Mañary- Sigarettenfabrik A.-G. Beweist durch ihre eine 2- Bf. Manjary, daß auch file wenig Geld Gutes geboten werden lann. Wir veriveifen auf das Inferat in der heutigen Ausgabe. Die Berliner Städtischen Gaswerte beröffentlichen in ber borliegenden Nummer ein Breisausschreiben, auf welches wir befondere hinweisen. Kalte Füße. Gegen naffe unb falte füße und bie baburch Bebingtent Saadigungen fann fich jeder wirffam fchüßen durch bas Eragen von Gummifoblen. Diefelben fchten ben Guß gegen Näffe von unten und halten ihn angenehm warm. Unlibertroffen find Calmon Sanfa" Gummi fohlen, benn fie find ebenso wie bie Calmon Sanfa" Gunmmiabfäße beste Qualitätsware. Säle Sophien- Säle für Vereine und Nord 9296 Versammlungen Sophienstr. 18 Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! Billigste Preise! Bl. Gabardine reine Wolle, Kost- Ware, 130 breit.. Manielfache 130 br, prima Qualität, in vielen Farben 695 850 Herren- Gabardine 150 breit.... 1350 1. Geschäft: Warschauer Str. 79 2. 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Bei einem Eintrittsalter: bis zu 17 Jahren Klaffe 1 monatl. 0,10 St. 18-20 0,20 40-50 Jahren Klaffe 6 monatl. 0,60 Mr. 50-55 7 8 0,70 20-30 0,30 80-40 040 55--60 60-65 0,90 1,10 40-45 0,50 Nach zwanzigjähriger Beitragszahlung tritt Beitragsfreiheit ein. Bersonen über 65 Jahre fönnen nur durch Leiftung eines Rildrechnungsbeitrages dem Berein beitreten und haben dann laufend den Beitrag der höchften Klaffe, zit zahlen. Diese Aufnahmeanträge milffen der Hauptgeschäftsstelle dirett eingereicht werden.- Mitglieder, welche einem anderen Feuerbestattungsverein ein Jahr ange hören, haben beim Uebertritt schon nach einer Bartezeit pon brei Monaten Anspruch auf bie toftenlofe Bestattung, auch find fie von der 8ahlung des Eintrittsgelbes befreit. Was leiftet der Verein dafür? Der Berein übernimmt sämtliche Befor gungen fir die Einäscherung und Beifegung nach den gefeglichen Borschriften. Der Berein besorgt und bezahlt also die vollständige Eindscherung als: Amtsärztliche Attefte, gefehlten beforierten Garg mit Innenausstattung, Ueberführung nach dem Rrematorium mittels eigener Bestattungsautomobile nebft Begleitern, Blettpflanzene und Blumen dekoration in der Feierlichkeitshalle, Orgelspiel unter Begleitung von Cello und Geige, auf Wunsch Biarrer oder freien Rebner, Gesangsquartett, bie Gin äfcherung, Aichentapfel, Belfegung derfelben und die Stelle. Der Beretu nimmt damit den Angehörigen die schwierigen Wege und alle Roften, die eine pietätuolle Feuerbestattung verursacht, ab. Für Mitglieder, welche bem Berein nod fein Jahr angehören, übernimmt der Berein die Bermittlung und stellt den Pfarrer oder freien Redner. Die anderen Roften tragen die Hinterbliebenen. Wie und wo tann ich Mitglied werden? a) durch Beitrittserklärung, Beibringung der geftempelten legtwilligen Berfligung und der Bahlung des Eintrittsgeldes im Betrage von 1 M.; b) in allen Sahlstellen und in der Hauptgeschäftsstelle ( man verlange tostenlosen Prospett mit Berzeichnis). Jm Monat Januar und Februar verstarben 890 Mitglieder, bavon gehörten bem Berein 669 fiber ein Jahr an, waren alfo vollberechtigt und wurden auf Roften des Bereins beftattet. Der Borstand: gez. Milhahn. Neue 65 m. am Neue Fahrräder Fahrräder marte Brandenburg mit Schußblechen u. 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Einmal, dachte ich, muß man die Leute gesehen haben, die heute noch, nach dem Weltfrieg, nach der Enthüllung aller faiser- und töniglichen Schweinereien, für Gott, Raiser und Baterland schwärmen. Und ging in eine Monarchistenversammlung. ,, Bilder, bitte! Schöne Bilder von den faiserlichen Hoheiten, den Kindern Ihrer Majestät." Es waren aber nicht acht oder neun( wer fönnte sich die Zahl merten), sondern nur drei Kinder auf dem Bild. Drei Kinder und drei geistliche Herren. Hinter jebem Kind einer. Sozusagen drei Schutzengel, schwarze Schußengel. Fürwahr: ein schönes Bild. Es toftete leider dreitausend Kronen. Ein dicht gefüllter Saal. Freilich ein leiner Saal. Aber was tut's! Immerhin war der Saal mit Menschen gefüllt, mit faifertreuen Menschen. Ihre Majeftät hat noch Anhänger in Wien. Gin General! In der alten, guten Uniform. Er sonnt sich, der Arme, zwei Stunden im Glanze der roten Hosenstreifen. Offiziere in Zivil. Im schäbigen Zivil. Der bort mit dem oter edigen Schädel war sicher einmal Hauptmann. Man möchte Sabt Acht" stehen und falutieren. Und glaubt, jeßt und jetzt wird er rufen: Sie Schwein! oder so. Aristokratiet Bielleicht hocharistokratie! Schmale Schädel, Rassenschädel, bitte! Lange Nasen, trübe Augen. Und Damen der Gesellschaft". Sie find gefommen wie zu einer Soiree: in Belzmänteln und kostbaren Abendkleidern. Sie minten und niden( leicht und vornehm" natürlich) einander zu. Ab und zu führen sie ein Taschentüchlein zum Mund. Bon wegen des Duftes, den es ausstrahlt. So eine Bersammlung mit Plebejergeruch ift feine Kleinigkeit. Ja, auch Plebejer find da. Der General, die Grafen und die Damen" gehören hierher. Man müßte nach ihnen schicken, wenn sie nicht da wären. Aber die andern? Diese Frau mit dem Hut aus Großmutters Zeiten, dem verschliffenen Kostüm und dem typischen blutleeren Armeleutegesicht? Und alle die anderen Frauen( fie sind in der Mehrzahl) mit den schlechten Kleidern und blaffen Gefichtern? Was haben die hier zu- tum? Freilich, Rührung ist hier billiger zu haben als im Kino. Aber Rührung über das Unglüd" der fremden, hoch mütigen Raiserin", wo das eigene tausendmal größer ist? Es sind vielleicht Frauen, die da fagen, in der Monarchie fei cine schöne Zeit gewesen, weil die Raiferfemmel zwei Kreuzer foftete, während fie für die republikanische Gemmel 500 Kronen zahlen müffen. Wobei fie nicht gleich daran denken, daß die 500 Kronen ungefähr dasselbe sind wie die zwei Kreuzer im Frieden und daß die Zahl nur gestiegen ist infolge der schlimmen Nachwirtungen des Krieges, der geführt wurde zur größeren Ehre Habsburgs, die feine Chre war, des Krieges, in dem Gatten, Bäter, Söhne und Brüder erblindeten und verkrüppelten, mißhandelt und erschossen wurden. Es find nur wenige, vereinzelte, die so vergeßlich find. An ihrer Seite figen Jünglinge, bleiche Jünglinge mit funkeln den Augen und langen Haaren. Sie haben sichtlich die Geschlechtsreife noch nicht überwunden und find ameifellos eifrige Mitglieder des fatholischen Jugendbundes. ,, Mich hab'ns net d'ran friegt, do Jub'n," schreit ein Invalide und schlägt wild mit den Händen in die Luft. Ich war Matrose auf Seiner Majestät Schiff.... Der Name des Schiffes geht im Lärm unter. Armer Mann! Sie haben ihn doch d'ran gefriegt", zwar nicht dö Jud'n", aber die, denen er es zu danken hat, daß er förperlich und feelisch gebrochen ist. Roch andre sind da. Dunkle Geftalten. Hafenfreuzler, bie den Revolver griff- und schußbereit in der Tasche haben. Arbeitslose vielleicht, die die Not dazu getrieben hat, sich für wenig Geld und viele Bersprechungen zu Beschüßern ihrer Beiniger von gestern herzugeben. Sie brängen fich an den Türen und senden mitunter mißtrauisch prüfende Blicke in den Saal. Es erginge wohl jedem übel, der es Sonntag wagte, einem Redner entgegenzusprechen oder auch nur den Mund bahnhof ab. Welche Mühen hatte sie nicht zu ertragen, ehe fie an's zu einem Lächeln zu verziehen. Ziel tam! Strapazen, Zollpladereien, Kälte. Sie ertrug alles gerne. Und doch ist es schwer, ernst zu bleiben. Erhebt sich doch eben Herr Bense, der Abgeordnete der Monarchisten von Leipels Gnaden, und flagt voll Trauer, daß die Geele des österreichischen Volkes frant fei. Denn dieses Bolt gebe noch immer feinem„ Raiser" nicht, was des Kaisers ist, nämlich die Schlösser Schönbrunn, Baden, Ischl, Innsbruck und alle übrigen faiferlichen Schäße, die die Republit für Staatsgut erklärt hat. Uns dünft, die österreichische Seele ist gesund geworden. 21 Der Herr Baron" ist ein feiner Mann. Das ständig gefchloffene Jadett fist gut, der Kopf hat eine vornehme" Haltung, die Hände, die jeden Gaß mit einer stolzen Bewegung einleiten, sind schmal und gepflegt. Aber am Ende jedes Sazes finten die Wangen in die Mundwinkel ein und erdrücken die letzten Worte. Bergebens fpitzt der Plebejer die Ohren. Der adelige und öffnet sich erst wieder zum nächsten Saz, der wieder nur ein halber wird. Nein, anstrengen wird er sich, wo ja doch auch misera plebs ( armes Bolf) da unten sizt! Da ist der Schaper schon ein anderer Mann. Er schreit feine Entrüstung laut in den Saal und schleudert Blige unter buschigen Brauen hervor. Heraus mit den Schäßen, die dem Haufe Habsburg gehören! Das fordern wir vom Parlament." Nun ja! Es ist nicht gut für Berufsmonarchisten, wenn Habs burgs Einfünfte etwas magerer find. Aber die Sensation des Monarchistenabends ist etwas anderes. Die Sensation ist die Frau Urban. Einfach Frau Urban. Denn ob ein„ Don", ich weiß nicht sie möge es huldvoll verzeihen! auch nur ein bescheidenes„ von" vor Seiten ihren gut bürgerlich flingenden Namen schmückte, Die Dame hat( id) muß es gestehen) die Blüten der ersten Jugend schon einem zarten Rauhreif zum Opfer gebracht. Aber die Gestalt ist noch immer jugendlich schlank; bas schwarze Seidenkleid gereicht ihr zum Vorteil. Aber, um die Augen find nicht mehr zu verbergende Falten und die Nase ist ein wenig zu lang und ein wenig zu fpig. Auch die Zunge, wie wir hören. Als die Kunde von Frau Habsburgs Not" ergreifend durch die Lande und das„ Neue Biener Journal" ging, da stieg Frau Urban rasch entschlossen in das Auto und fuhr von Geschäft zu Geschäft und schmorrte nach Kräften. Wer wird sich fnauferig stellen, wenn eine vornehme Frau gar für die Kinder der Kaiserin" bitten tommt. Das ist zumindest eine andere Sadye, als wenn ein Angestellter eine Gehaltserhöhung verlangt. | Denn was tut man nicht alles, um von Ihrer Majestät mit einem bankbaren Händedrud beglückt zu werden. Mit einem Händedruck, der allen hochherzigen Wiener Spendern galt. Aber ein wenig ist sie auf die Wiener böse, Ihre Majestät näm lich.. und hat sie nicht allen Grund dazu?" ruft Frau Urban in heiligem Borne aus und ftampft ein wenig mit den Lacstiefelchen auf den Boden. Gott! Wie ärmlich lebt die faiserliche" Familie. Nicht einmal Fleisch gibt es täglich( wenigftens fagt es Frau Urban); mandymal müssen es auch Fische tun; aber die kleinen„ Hoheiten" sehen dabei doch gut aus. Nur müssen die armen Kerlchen gar auf geflicten Bettlaken schlafen. Dringt es nicht wie unterdrücktes Schluchzen aus dem Saal her. auf? Weinen etwa die Frauen, die einst um Habsburgs Willen nicht einmal zwei Lot Fett in der Woche hatten und deren Kinder vielleicht heute noch nicht einmal genügend geflicte Bettlaten befizen? „ Es ist rührend, zu sehen," erzählt Frau Urban, nachdem sie sich mühsam gefaßt hat, weiter, wie Ihre Majestät die Kinder zur Frömmigkeit erzieht. Vor dem Frühstüc müssen sie schon in die heilige Messe gehen. Die„ Kaiserin" selbst geht zweimal täglich):" Und was für gescheite Kinder das sind! Ganz aus der Art geschlagen, fönnte man nach Frau Urbans Erzählung meinen. Und diese Kaiserin!". Als ich die zweiunddreißigjährige verhärmte Frau sah," bricht Frau Urban plöhlich los, hätte ich alle Republifaner ohrfeigen fönnen." Nun ja, Südländerinnen welken rasch. Wer wird das, schöne Frau, fo unzart die Republifaner entgelten faffen. Aber Ohrfeigen, die andere erhalten, find überhaupt nach der reizenden Monarchistin Geschmad. Ermahnt sie doch die Herren, alle zu ohrfeigen, die an Frau Habsburgs Not zu zweifein wagen. Dann wird sie wieder elegisch. Ich lebe noch im alten Desterreich", feufzt fie. 27 Nun wird sie aufs neue trozig. Bekennen! Bekennen müssen wir unsere monarchistische Ueberzeugung!" Das soll freilich in der allzu langmütigen Republit um vieles ungefährlicher sein als im schönen alten Desterreich" das Bekenntnis zur Republik. Nachdem sie genug gemeinet und gefeufzet hatten, machten sie Schluß. Natürlich mit einem dreifachen Hoch auf unseren aller gnädigsten Kaiser Otto! Nämlich den elfjährigen Otto Habsburg. lind sangen andächtig und falsch das Kaiserlied: Snnig bleibt mit Habsburgs Krone Desterreichs Gesáid vereint." Na, das fonnte ich mit vergnügtem Grinsen( natürlich durfte ich nur innerlich grinsen) mitfingen. Wie alt find die Buben( Buben bitte!)" fragten fie und dann gaben sie den Auftrag, Stoff für drei und vier Kleider für jeden herunterzuschneiden. Das alles erzählt Frau Urban mit allen Zeichen inniger Bermag Und noch mehr. Mit fieben Riften fuhr fie vom Wiener Weft genug bezahlt. tuung. CALMON Colmon „ Spenden, bitte!" Beim Ausgang standen wieder edle Jüng finge und hielten den Hut auf. Ich blechte tausend Kronen. Für wen weiß ich nicht. Biertausend Kronen! Der Spaß war teuer Verlangt die guten CALMON Hanfa- Gummiabfätze g. Preisausschreiben! der Berliner Städtischen Gaswerke A. G. Da über die volkswirtschaftliche Bedeutung und Vorteile des Gasverbrauches fellweise eine unbegreifliche Unkenntnis herrscht, haben sich die Berliner Städtischen Gaswerke A.G., um weltesten Kreisen der Bevölkerung Anregung zum Nachdenken über diese Fragen zu geben, entschlossen, folgendes Preisausschreiben zu veranstalten: Ueber folgende Fragen: 1. Warum ist das Gas von so hoher Bedeutung für Gewerbe und Industrie? 2. Welche Vorteile verschafft das Gas dem Haushalte beim Baden, Kochen, Heizen, Plätten, Braten, Backen etc. gegenüber festen Brennstoffen?" ist in leicht verständlicher Form ein Aufsatz zu liefern. Die Aufsätze können sich auf die erste oder die zweite, oder auch auf beide Fragen beziehen. Auch kann jedes einzelne Geblet des Gasverbrauchs, sei es Kochen, Heizen, Baden, Backen, Braten, Plätten, Warmwasserbereiten mit Gas, gesondert behandelt werden. Jede Haustrau, überhaupt jeder Gasverbraucher, sollte nicht versäumen, seine Erfahrungen auf dem Gebiete des Gasverbrauchs auf diesem Wege zur Verfügung zu stellen. An Preisen für die besten Arbeiten sind ca. 300 sehr wertvolle Preise, gestiftet von ersten Firmen der Gasindustrie, ausgesetzt worden. Unter anderen: Kocher Askania Werke, Dessau 5 L. und 5 II. Preise( Gasherde Badehelzöfen- Plätten), Askania Werke vorm. Bamberg Werk, Berlin- Friedenau, Präzision Mechanik Optik, 10 II. Preise( Operngläser), A. E. Bautz, Berlin 3 1. Prelse( Lucullus), Bing- Werke Akt. Ges., Nürnberg 3 1. Preise( Gasbadeöfen), Abteilung Clasenbrenner der Richard Kahn A. G., Berlin 150 II. Preise( je 2 Clasenbrenne), Junker& Ruh- Werke Akt. Ges., Karlsruhe 5 1. und 7 II. Preise ( Gasherde- Kocher Plätten), Junkers& Lessing, Berlin 3 I. und 10 II. Preise( Gasbade- und Heizöfen), Kiesewelter& Co, Berlin, 15 II. Preise( Gaskocher), Liebig's Dampfwaschautomaten- Zentrale, Berlin- Wilmersdorf 1 I. und 4 II. Preise, Meurer Akt. Ges., Cossebaude bei Dresden 1 1. und 3 II. Preise( Gassparküche Wende- Gasplätte- Wundertöpie), Mu tiplex- Gasternzünder G m. b. H., Berlin 20 II. Preise( Asca- Gasplätten), M. G. Nolte, Berlin 12 II. Preise( bewegliche Schlauch brausen), Schulz& Sackur, Berlin 2 1. und 18 II. Preise( Gasbratofen- Kocher- Plätten Heizofen- Kaffeeröster). Senking- Werk Akt. Ges., Hildesheim 3 I. und 3 II. Preise( Gasherde- Kocher), Deutscher Lehrmittel- Verlag( Delvag), Berlin, 9 II. Preise( Wunder- Back, Brat- und Kochapparate). Die Einsendungen müssen mit der Aufschrift Preisausschreiben" bis 1. Mal cr. 12 Uhr Mittags bel der Propaganda- Abteilung der Berliner Städtischen Gaswerke A. G., Berlin C 2, Stralauer Strasse 57 eingegangen sein, woselbst auch die Preise vom 1. April er. ab werktäglich von 12 bis 5 Uhr in der Gaslehr- und Musterküche besichtigt werden können. Die Veröffentlichung der Preisträger erfolgt am 18. Mal 1924 In der Berliner Tagespresse. Nicht preisgekrönte Arbeiten werden nur zurückDie preisgekrönten Aufsätze sind Eigentum der Berliner Städtischen Gaswerke A. G. und wird eine Publikation derselben vorbehalten. geschickt, wenn Porto und Briefumschlag beigefügt ist. Die Entscheidung der Preisrichter ist endgültig und nicht antechtbar. Preisrichter sind: Tremus, Direktor der Berliner Städt. Gaswerke A. G. Frau Charlotte Mühsam, Vorsitzende der Zentrale der Hausfrauen, Mitglied des Reichswirtschaftsrats/ Dr. Richard Treitel, Rechtsanwalt und Notar Stadtv. Dr. Paul Michaelis/ Stadtbaumeister Kohl BERLIN, den 23. März 1924 Berliner Städtische Gaswerke A.G. Es wäscht bleicht und desinfiziert gleichzeitig Jedes Wort 0,10 Goldmark. Das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmark ( zuläss.2 fette Worte). Stellengesuche das 1. Wort( fett) 0,10Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmark. Worte mit mehrals 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Eine Goldmark ein Dollar getei't durch 4,20 2680. ftraße 55. Verkäufe . 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