Abendausgabe anal and Nr. 144 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 72 Bezugsbedingungen und Anzeigenprete find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Cindenftraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Dienstag 25. März 1924 Berleg und Angeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands England und die deutschen Wahlen. Unsere Pflichten für die Jugend. Keine Einmischung. aber stärkstes Interesse. Aus London wird uns aus führenden Kreifen der Ar-| über die französische Ansicht aufzuklären. Er habe möglicherweise beiterpartei geschrieben: geglaubt, daß die französische Regierung fich an die gegenseitigen Allianz- und Garantieformeln halte, während sie im Gegenteil geneigt sei, mit Rücksicht auf die vitalen Interessen Frankreichs Es find in letzter Zeit hier Berichte eingetroffen, wonach die äußerste Rechte in Deutschland dermaßen start zu werden droht, daß ihr Sieg bei den kommenden Reichstagswahlen in den Bereich der Möglichkeiten gerüdt jei. Auf Grund von Aeußerungen der leitenden Persönlichkeiten des jetzigen Kabinetts fönnen wir die Berficherung geben, daß diese Berichte in Downing- Street( die Condoner Wilhelmstraße. Red. d.„ B.") mit Sorge aufgenommen werden. Selbstverständlich wollen die Mitglieder der britischen Regierung unbedingt vermeiden, irgend etwas zu unternehmen, was als eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes angesehen werden könnte; aber ihre Zurüdhaltung vermag natürlich nicht, die Tatsache aus der Welt zu schaffen, daß fie im Hinblid auf diese Entwidlung fehr ernsthaft beforgt find. Das unmittelbare Hauptziel der auswärtigen Polifit Macdonalds ist die Wiederherstellung des internationalen guten Willens und geordneter Berhältniffe in Europa. Macdonald felbst hat wiederholt feine Abficht zum Ausdrud gebracht, die Frage der Reparationen und die anderen damit zusammenhängenden Prodie Sicherheitsfrage von allen Gefichtspunkten aus zu prüfen. Wenn Macdonald lieber einer allgemeinen europäischen Regelung zustimmen wolle, tönne man das begreifen und barin das Gute erbliden, daß er die Notwendigkeiten der französischen Berteidigung zu berüid. fichtigen fuche. Bis zu den deutschen Bahlen werde die Debatte über die Sicherheitsfrage allerdings eines wesentlichen EleDebatte über die Sicherheitsfrage allerdings eines wesentlichen Elements entbehren. Wenn die Wähler eine rechtsgerichtete Mehrheit in den Reichstag jchidten, dann wäre es unnüß, weitergehende Kombinationen in Frage zu ziehen, da man nicht auf den guten Willen Deutschlands bauen tönne, Der französische Botschafter sei nicht beauftragt gewesen, Borschläge zu unterbreiten. Es sei auch zweifelhaft, ob Macdonald folche gemacht habe. Aber soweit hanau. In diesem Jahre rächt sich jetzt, da die herangewachsene Jugend aus der Schule entlaffen wird, besonders schwer die ungenügende Fürsorge für die Heranbil. bung eines tüchtigen Arbeiter Nachwuchses. an mehr oder weniger schönen Bestimmungen auf dem Papier fehlt es freilich nicht. Die Gewerbeordnung enthält eine Reihe von Schuhvorschriften, die Handwerks- und Gewerbefammern betätigen fich auf diesem Gebiete, vor allem aber haben es auch die Gewerkschaften nicht an den nötigen Anregungen fehlen laffen und find in vielen Tarifverträgen für die Lehrlinge und Jugendlichen eingetreten. Auch das Reichsarbeitsministerium fehlt hier nicht. Der Präsident der Reichsarbeitsverwaltung hat im Mai vorigen Jahres Allgemeine Bestimmungen für die Berufsberatung und Lehrftellenvermittlung" bei den Arbeitsnachweisämtern und außerhalb derselben erlassen. Darin heißt es z. B.: Die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung bei den öffentlicher Arbeitsnachweisen hat sich zu erstreden auf a) die planmäßige Borbereitung der Berufswahl Jugenditeer und die Aufklärung der Deffentlichkeit über Berufsfragen; b) die Erteilung von Rat und Auskunft in allen Fällen, welche die Berufswahl sowohl beim Eintritt in das Berufsleben wie beim betreffen; bleme in Angriff zu nehmen, sobald der Bericht der von der Re- tönnten, sei es gut, daß vor den wichtigen Zusammenkünften des Berufswechsel und die Berufsausbildung und Berufsfortbildung parationsfommiffion eingesetzten Sachverständigenausschüffe vorliegen wird. Der Ton der französischen und der englischen Presse während der letzten Wochen wird als ein günstiges Vorzeichen für den Erfolg dieses Wertes angesehen. Allerdings wird hier die Mitwirkung der deutschen Regierung als ebenso wesentlich empfunden wie die Mitwirkung Franfreifs, wenn endlich die Wirren, die Europa seit dem Waffenstillstand heimgesucht haben, beigelegt werden sollen. Aus diesem Grunde hat auch Ministerpräsident Macdonald Jüngst in einer Unterredung mit einem französischen Journalisten ausgeführt, er würde aufs fiefste jeden Schrift bedauern, der geeignet sei, Deutschlands Beteiligung an Berhandlungen zu stören, deren Erfolg ihm für das fünftige Wohlergehen Deutschlands ebenso notwendig erscheine wie für den Frieden und die Wohlfahrt ganz Europas. Nach folchen und ähnlichen Erklärungen von autoritativer Stelle tann ohne Sorge, dadurch etwa ein Demenfi zu veranlaffen, ausgesprochen werden, daß der Ministerpräsident und feine Sollegen einig sind in der ernsten Hoffnung, die deutsche Polifit werde welche Regierung auch aus dem neuen Reichstag hervorgehen tommenden Monats das Terrain geebnet werde. Laut Petit Parifien" ist auch die pfälzische Angelegen. heit, insbesondere die Frage der bayerischen Beamten, berührt worden. Es sei auch sicher, daß der französische Botschafter Macdonald mitgeteilt habe, daß sich die französische Regierung, wenn sie fich auch nicht weigere, einer Aenderung des Befehungssystems im Ruhrgebiet zuzuftimmen, doch zur vollkommenen Räumung dieses Gebietes nicht entschließen fönne. Jedenfalls hätten die beiden Staatsmänner in Berbindung mit dieser Frage auch von dem Pfändersystem gesprochen. Der franzöfifche Botschafter habe, wie leicht zu erraten sei, die Unmöglichkeit hervorgehoben, auf die beschlagnahmten produttiven Bfänder zu verzichten, außer in dem Falle, daß die Alliierten fich barüber verständigten, fie durch ebenfo wirtfame Garantien für die Gesamtregelung zu erfezen. In der Hauptfache aber habe die Unterredung der Sicherheitsfrage gegolten. Ein offiziöser Rommentar. möge von jenem Geist der internationalen Gemein- Paris, 25. März.( WTB.) Ueber die geſtrige Unterredung schaftsarbeit durchbrungen sein, der nach ihrer Ueberzeugung allein die Wiederaufrichtung Europas verbürgt. hit sah Macdonalds Friedensbemühungen. Paris, 25. März.( WTB.) Die Morgenblätter brücken sich äußerst unbestimmt über die geftrige Unterredung des franzöfifchen Botschafters mit Macdonald aus, die anderthalb Stunden in Anspruch genommen hat. Nach dem„ Matin" ist außer über Alge meinheiten nur über eine einzige beſtimmte Frage gesprochen worden, nämlich über die Frage, wann der Bericht der Sachverständigen der Reparationsfommission übermittelt werde. Der französische Botschafter hat von dem englischen Premierminister verlangt, er möge wie Poincaré von den französischen Sachverständigen von den britischen fordern, daß sie die Enquête bald zu Ende führten. Boincaré wolle die interalliierte Diskussion über die Sicherheits- und Reparationsfrage recht bald anschneiden, möglichst im Laufe des April, wo er durch andere Geschäfte nicht behindert sei. Weiter fagt der Matin", die Beröffentlichung des Gelbbuches habe allein nicht genügen fönnen, den englischen Premierminister Verteidigersprüche im Hitler- Prozeß. Bon Gefühlen, Notwehr, Karthago und anderen Dingen. In den letzten Tagen während der Plädoyers ist unter den Angeflagten eine allgemeine Uebermüdungsfranfheit" eingetreten. Bor zwei Tagen ließ sich Brückner beurlauben, gestern Krie. bel, und heute haben sich Hitler und Böhn er beurlauben laffen. Rechtsanwalt Roder sprach von der Uebermüdung der Angeklagten durch die 10 Stunden täglich andauernden Berhandlungen und regte längere Erholungspausen an. Der Vorsitzende aber meinte unter dem Schmunzeln des ganzen Gerichtshofes, die Herren Verteidiger sollten sich bei den in der Tat ungeheuer ausgedehnten Plädoyers lieber etwas beschränken. Dann erhielt Justizrat Schramm für den angeklagten Führer ber Reichstriegsflagge, Hauptmann Röhm, das Wort. Aus seinem ebenso phrasenreichen wie inhaltlosen Bläboner einige Softproben: 1. Die Kahr, Lofsow, Seißer haben ein schweres Verbrechen an„ Seiner Erzellenz" Ludendorff begangen. Man hat sogar Haftbefehle gegen unseren großen Feldherrn erlassen, um den uns die ganze Welt beneidet. Das Blut bleibt einem in den Adern stehen, wenn man denkt, daß der große Feldherr von einem oder zwei bayerischen Soldaten in der Nacht hätte aufgegriffen werden fönnen." W. 2. Das Blutbadam Odeonsplat tommt auf die, die aus tieinlicher und niedriger Rache und persönlichem Ehrgeiz den Befehl zum Feuern gaben. Und aus dem Blut, das dort gefloffen, wird einft der Geist Exzellenz Ludendorffs auffchweben mit der furchtbaren Anklage: Hier ist von bayerischen Soldaten auf mich geschossen worden." Jeder von uns weiß, daß der ganze Norben auf die befreiende Lat wartete. In Berlin war der Marsch nach dem Norden zu einer Rabarettnummer geworden, die stets großen Beifall auslöfte." 4.„ Ein bekannter Rechtslehrer hat den Sak geprägt:„ Es gibt Fälle, in denen das Urteil mit dem Gefühl befolgt, mit dem 3. c) den Nachweis von beruflichen Ausbildungswerkstätten; wandfreie Anlern- und Lehrstellen. d) die Bermittlung in beruflich, fittlich und gesundheitlich einWas die öffentlichen Arbeitsnachweise nach dieser Richtung hin tatsächlich leisten, mag dahingestellt sein. Entscheidend ist vielmehr, daß die augenblicklichen ungünstigen Berhältnisse: Arbeitslosigkeit oder ungenügender Verdienst es vielen Eltern aufs äußerste erschweren oder geradezu unmög= lich machen, ihre Söhne und Töchter so für den zufünftigen Beruf ausbilden zu lassen, wie es nötig wäre und wie sie selbst es wünschen. In solchen Fällen versagt die jetzige Fürsorge so gut wie ganz Aber auch mit der Beschaffung wirklich passender Lehrftellen ist es schlecht bestellt. Nur zu oft haben sich Eltern bereits seit Monaten bemüht, ihr Kind in eine passende Stelle zu bringen, und schließlich müffen sie den Lehrvertrag abfchließen, obgleich fie nicht das nötige Zutrauen zu dem Lehrmeister haben. Außerdem gibt es Lehrmeister genug, die In zunächſt den besten Eindruck machen, fich bald aber als völlig zwifchen dem englischen Premierminister Macdonald und dem unfähig für ihre Aufgabe erweisen. Die Gewissenlosigkeit französischen Botschafter berichtet Havas aus Condon: Die Unterredung habe der englischen Regierung Gelegenheit gegeben, fich da- mancher Betriebsletter in der Ausbeutung jugendlicher Arbeivon zu überzeugen, daß die franzöfche Regierung die Garantie. ter und Arbeiterinnen ist geradezu grenzenlos. Das mögen penfationen aufgeben fönnte. Wenn im Laufe des derdie fiz zurzeit im Ruhrgebiet in der Hand habe, nicht ohne& om- einige Belege aus den letzten Berichten der Gewerbeaufsichtsbeamten beweisen. Aus dem Regierungsbezirf Arnsberg heißt zeifigen Meinungsaustausches neue modalitäten gefunden zirkes wurden jugendliche Arbeiterinnen mit dem Einpaden es: In dem Vorraum einer Beizerei des Lüdenscheider Be werden sollten, so könnten sie ihren Ausdruck in einem kompenzirfes wurden jugendliche Arbeiterinnen mit dem Einpacken fationssystem erhalten, das die Möglichkeit böte, etwas den den austretenden Säuredämpfen ausgefeht fo fleinerer Metallgegenstände beschäftigt. Da sie hierbei produktiven Pfändern Gleichwertiges zu schaffen. Un eine Uende- den austretenden Säuredämpfen ausgefekt rung des derzeitigen Standes der Dinge fel nicht zu denken, folange einer Anzahl Metallwarenfabriten wurden jugendliche Arwaren, mußte die Beschäftigung untersagt werden. Deutschland feine Berpflichtungen nicht erfüllt habe. beiter bei Bedienung der maschinell angetriebenen Pressen angetroffen, obgleich mitunter fogar die notwendigen Schuhvorrichtungen fehlten. Ebenso wurden mehrfach Jugendliche an gefährlichen Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigt. selten wurden Jugendliche bei solchen Arbeiten festgestellt, die Nicht ausdrücklich durch Gesek verboten sind, z. B. in Fabriken feuerfefter Steine bei der Handformerei, in Ziegeleien bei der Beförderung der Rohstoffe, im Steinbruch beim Berladen von Schuttmassen, in Glashütten bei der Herstellung des Gemenges im Gez mengeraum.- 3m Regierungsbezirk Wiesbaden wurden in einem Betriebe zur Berarbeitung von Flachs trok vorausgegangener Bermarnung Jugendliche in der and hechelei angetroffen; und in mehreren Steinbrüchen wurden Jugendliche bei der Herstellung von Kleinschlag beschäftigt. Die Presse unterstreicht die große Bedeutung, die man in polififchen Kreiser dieser Unterredung beimeffe. In diplomatischen Kreisen betrachte man das Ergebnis als ein gutes Borzeichen für die zweite Phase der Unterhandlungen". Man halte diese zweite Phase für bevorstehend, obwohl darauf hingewiesen wird, daß die englische Regierung wiederholt der Ansicht Ausdruck gegeben habe, daß nach ihrer Auffaffung eine Erörterung der Fragen felbft nicht ftattfinden könne, bevor der Bericht der Sachverständigen der Reparationstommiffion überreicht worden sei. Verstand begründet werden muß."§ 53, der von der Notwehr spricht, gibt Ihnen die Möglichkeit, ein Urteil zu fällen, bas dem gefunden Rechtsgefühl des Bolles entspricht. Boltesstimme ift Gottes. ftimme. Und das Bolt hat sein Urteil längst gefällt." 5. Angenommen, in Berlin wird die Entwidlung so, daß über dem Reichstag die rote Flagge weht. Ber würbe dann das Befreiungswerf wagen, wenn der Staatsanwalt mit dem Hochverratsparagraphen hinter ihm steht. Der§ 81 war für die Monarchie gemacht. Mein Rechtsgefühl bäumt sich dagegen auf, daß diefer Paragraph die Verfassung schützt, die das Gesindel, die Verbrecher und Hochverräter sich selbst geschaffen haben." 6. Auch die jungen Männer, die den 2umpen Heinz Orbis abgetan, könnte fein deutsches Gericht verurteilen. Genau fo liegt der Fall hier." 7.„ Der Zusammenbruch von Rarthago hat eine verfluchte Aehnlichkeit mit dem Dolchstoß gegen Deutschland. Greifen Sie in die Speichen des rollenden Rades und verhüten Sie, daß Deutschland das Schicksal Karthagos teilt." Die Börse etwas freundlicher". Heute gestaltete sich die Tendenz an der Berliner Börse etwas freundlicher. Die Spekulation führt die feftere Tendenz auf die jetzt einsetzenden Interventionsfäufe der Banten zurüd. Es tommt hinzu, daß die schwersten Berluste aus der Frantspetulation, soweit es sich um fofort fällige Engage ments handelt, zunächst gebedt sein dürften. Gestern fanden im Ufancehandel nach freiwillige Erefutionen statt. Infolgedessen stieg ber Frant an einzelnen deutschen Börsen gestern bis zu einer Barität von 74 für das englische Pfund. Nach dem Aufhören dieser Deckungsläufe macht sich eine neue Berflauung der franzöfifchen Baluta bemerkbar. Heute wurde in Berlin das englische Pfund mit 79 Frant gehandelt. Auch aus Handmertsbetrieben hört man klagen: In Baden beschäftigte ein Mechaniker fieben Lehrlinge, mit denen er Lehrverträge abgeschlossen hatte. Da ihm ein Befelle nicht zur Seite stand, fonnte von einer geregelten Ausbildung der jungen Leute feine Rede sein.- In Württemberg wurde in einer Buch druckerei auf dem Lande die Arbeitszeit bis wöchentlich 69 Stunden verlängert; auch wurden die Lehrlinge zu Feld- und Gartenarbeiten bis 1210 Uhr abends herangezogen. Endlich noch einige Beispiele aus den faufmänni schen Betrieben. Aus dem Bezirk Nürnberg- Fürth: An einer planmäßigen Ausbildung der Lehrlinge fehlte es recht häufig. Fünf Lehrlinge wurden fast ausschließlich zu gewerb lichen Lager, Reller- und Gartenarbeiten verwendet. In Baden mußten in einem Baugeschäft die taufmännischen Lehr. linge Baumaterialien auslaben und auf den Bauten Abfallholz zusammenlesen. Die meisten Klagen liefen aus Eisenhandlungen ein. Da hier oft fein gewerblicher Arbeiter beschäftigt wurde, mußten die Lehrlinge auch die vorkommenden gewerblichen Arbeiten wie Ausladen verrichten, so daß sie manchmal bis zum dritten Lehrjahre noch kaum mit faufmännischen Tätigkeiten betraut worden waren. Die Sozialdemokraten in dem Reichstage und den Landtagen haben immer wieder auf diese schweren Mißstände hin gewiesen, die sowohl eine unverantwortliche Verfündigung an| poren geöffnet werden, damit die Fülle von Menschen, welche im Saal feinen Raum mehr fanden, sich von oben her mit anhören fonnte, was der Landbund und die naheftehenden Freunde heute einer treuen Mitgliederschar zu sagen hatten." Ja, es war ein wonniger Tag, dieser 20. Januar 1922 mit dem Hohenzollern- Better! Der große Unbe fannte" hätte freilich lieber Wittelsbach- Better gehabt, aber in der Not und in Pommern....! Kurz und gut, die robusten Agrariergestalten gerieten in spiritistische Berzüdung, als der Schleier vom Bild von München fortgenommen wurde: den jungen Arbeitern und Angestellten als auch eine schmere Schädigung der Gesamtheit sind. Insbesondere haben fie darauf hingewiesen, wie notwendig es ist, daß die Groß: betriebe gezwungen werden, mustergültige Lehrwerkstätten für eine angemessene Zahl von Lehrlingen einzurichten. Auch hierfür fönnen wir uns auf die Feststellungen der Gewerbeauffichtsbeamten berufen. So heißt es in dem Bericht über den Regierungsbezirk Magdeburg: Bon beftem Ein fluß nicht nur auf die handwerkliche Ausbildung der Lehr linge, fondern auch auf ihr Benehmen sind die besonderen Als Geheimrat Boigt geendigt hatte und Herr v. Heydebred Lehrlingswerkstätten, die bereits früher in einigen großen als Bersammlungsleiter den Unbefannten mit den Borten Werfen, in neuerer Zeit auch in fleineren Werken eingerichtet begrüßte:„ Und nun, meine Herrschaften, habe ich Ihnen ein erfreu worden sind. Sie sind von dem übrigen Betriebe vollkommen abgeschlossen und ermöglichen es, daß für diesen 3wed be- liches Ereignis mitzuteilen, unter uns ist der bayerische Ministersonders geeignete Lehrmeister die Lehrlinge während der präsident a. D. Dr. v. Kahr erschienen", da war es, als ob der ganze beiden ersten Lehrjahre planmäßig ausbilden und überwachen. Saal wie elettrisiert von einem einzigen Funten, der aus dem Hirn Im Regierungsbezirf Arnsberg ist erfreulicherweise" wieder und aus dem Herzen dieses Mannes unter die Menge sprang, in die um ein größeres Wert in Lippstadt zur Einrichtung von Lehr- Höhe getrieben wurde, und es wird den ganzen Teilnehmern der lingswerkstätten geschritten. Die Dortmunder" union" hat Generalversammlung bis an ihr Lebensende ein unauslöschlicher ihre Lehrlingswerkstatt mit Werkschule durch Vermehrung der Eindruck sein, den Mann sprechen gehört zu haben, auf den noch Lehrkräfte und Aufstellung neuer Maschinen erweitert. In heute ganz Bayern schwört...." der Lehrlingswerkstatt arbeiteten durchschnittlich 130 LehrTinge. Die Werkschule wurde von 489 Schülern besucht. An Lehrkräften standen ein Hauptlehrer( Gewerbelehrer) und 18 nebenamtlich beschäftiate Lehrer zur Verfügung, unter ihnen Werksingenieure, Meister, Lehrer der Maschinenbauschule und Volksschullehrer. Die Leistungen der Lehrlinge sowohl diefer als auch anderer Lehrwerkstätten und Bert Ichulen als auch das Betragen der jungen Leute außerhalb des Betriebes waren nach Mitteilung der Schulleitungen durch weg zufriedenstellend. In dem Bericht über den Bezirf Oberbayern- Land werden als bemerkenswert bie Lehrwerkstätten der Deutschen Werke A.-G., besonders die Berte in Dachau, hervorgehoben; sie weisen hervorragende Lehrlingsleistungen auf. Solche Erfahrungen verpflichten uns, Gesetzgebung und Berwaltung dahin zu drängen, daß alle Großbetriebe ver pflichtet werden, in dem erforderlichen Maße die Einrichtungen zur zweckmäßigsten Ausbildung des Arbeiternachwuchses zu schaffen. Außerdem darf es nicht länger an der Fürsorge fehlen, die es selbst der ärmsten Familie ermöglicht, ihre Kinder gründlich ausbilden zu lassen. Vor allem aber haben die erwachsenen Arbeiter und Arbeiterinnen in ihren Gemertschaften und in den Betrieben für die Arbeiterjugend einzutreten. Ein großer Unbekannter. Der Pommersche Landbund in Etstaje. Es war der Pommersche Landbund, der ganz besonders völkische, der in den kritischen Novembertagen, als der Aus nahmezustand übers Reich verhängt wurde, in die Welt telegraphierte:„ Wir stehen treu zu Herrn v. Kahr!" Was einer Kriegserklärung gegen das fündige Berlin gleichkam. Ach ja, es war eine Freude in den pommerschen Bauernherzen, wenn sie des bayerischen Bismard gedachten! Man erinnert sich heute noch mit geheimem Grufeln jener Stunden, da Kahr als Gast in der dritten Generalversammlung jenes Landbundes erschien und das Organ des Bundes folgender inaßen berichten konnte: Bu prächtigem Hohenzollernwetter zerriß die Sonne am Frei tig, den 20. Januar, die Wolken, als mit dem Zuge von Berlin her ener große Unbekannte einlief, der auf dem Programm der General erfammlung als Redner über die wirtschaftliche und politische age Deutschlands statt namentlich mit*** angegeben war. Mochte es dieses geheimnisvolle Etwas sein, was besonders anziehend wirkte, oder auch der Wunsch der Landbevölkerung, einmal in Stettin fich anzusehen, wie denn nach außen hin die Macht des Landbundes zum Ausdrud tomme, jeden falls war der Saal der Turnhalle für die Generalversammlung bis auf den letzten Platz besetzt, und es mußten die Türen zu den Em. Psychologie der Kinderzeichnung. Bir alle haben folche Jugendwerte geschaffen, mit dem Griffel auf der Schiefertafel, in unbewachten Augenblicken auf den Rändern der Schultücher, mit Buntstift und Tufchläften, noch ehe man uns erzieherisch von Pastellfarben und Aquarellzeichnungen sprach, und oft genug war der Gipfel die Riesenfreidezeichnung am Zaun des Nachbarhauses, die durch den schlichten Hinweis: Friße ist dof" entschiebene Borträtabsichten darlegte. Was früher unbeachtet von den Großen beiseite gelegt wurde, wird heute gesammelt, forg. fältig gesichtet. Wissenschaftler und Forscher bemühen sich um diese primitiven Dokumente fleiner Menschenseelen, " Es handelt sich hierbei nicht um pädagogische Betrachtungen, um den Einfluß des Zeichenunterrichts oder ähnliches. Man versucht nielmehr aus möglichst unbeeinflußten Kinderzeichnungen den einchischen Gehalt herauszufristallisieren und nach den verschieden ften Richtungen hin auszuwerten. Man hofft auf dieser Basis der Lösung von Problemen wie hat das Kind Bhantasie?", Wie ftellt fich der Zusammenhang zwischen Kinderzeichnungen und der Brobuttion der Künstler, vor allem der" Primitiven" dar?"" Bas ergibt ein Bergleich mit den Arbeiten Geistestranter?" näherzutommen. Bon biefem. Gefichtspunkt aus hat das Inftitut für Rulturforschung ein Internationales Archiv für Kinderzeichnungen angelegt. An den Beginn der Samm um gleichzeitig auch weite Kreise für dieses neue Forfchungsgebiet zu interessieren feßte die Leitung eine. Ausstellung Tung non 250 ruffischen Rinderzrichnungen. Das war damals! Und dann fam der fritische Monat des Jahres 1923, als die Herren aus dem Norden", von denen im Hitler- Prozeß so viel die Rede ist, mit Kahr am Staatsstreich schmiedeten, als der Landbund in völliger Ber fennung der Sachlage aus seiner spiritistischen Verzückung heraus in die Welt telegraphierte:„ Wir stehen treu zu Kahr...!" " Inzwischen ist Katzenjammerstimmung eingetreten. In zwischen hat man eingesehen, daß der„ große Unbekannte" nur allzu bekannt geworden ist und jetzt zu den Leuten gehört, die man bittet, nicht unter den Linden zu grüßen. Man dente, was der Sonderberichterstatter des„ Lag" über seine Bernehmung schrieb: Der Parteitag verschoben. Der fozialdemokratische Parteiausschuß hat in seiner heytigen Sigung nach furzer Aussprache einstimmig den Beschluß gefaßt, den Parteitag, der am 13. April in Berlin beginnen follte, bis nach den Reichstagswahlen zu verlagen, Die gestohlene Wahrheit. Stahlhelm" Dotumente melden sich nunmehr die In Sachen der vom Montag- Morgen" veröffentlichten Ertappten. Sie können die Echtheit der Dokumente nicht leugnen. Das Rundschreiben vom 11. November, in dem von der Errichtung des Direktoriums und von Unter redungen mit Seedt und Stresemann die Rede ist, entspricht den Tatsachen. Der Entwurf über die Einrichtung und Handhabung der Diftatur ist gleichfalls echt. Er befand sich bei den Aften der Bundesleitung. Der Stahlhelmbund verfällt auf die naheliegende Ausrede, daß es sich hierbei um das Kon ept eines früheren" Mitarbeiters handle, der seit drei Monaten aus besonderen Gründen" ausgeschieden sei Man fennt derartige Verschleierungsversuche aus ähnlichen Fällen zur Genüge. Die Deffentlichkeit interessieren nur die Tatsachen und die können auch von der Bundesleitung nicht abgeleugnet werden. Interessant ist, was die Bundesleitung des„ Stahlhelms" weiter zu der Sache zu sagen hat. Sie erklärt, der Entwurf fei zusammen mit anderen bei der Bundesleitung als Konzepte" aufbewahrten Atten von einem ungetreuen Angestellten gestohlen worden. Man werde sich demnach wohl auf einige weitere, gleich wertbeständige Enthüllungen" gefaßt machen müssen. des Staatsanwalts, fich für die Sache näher zu intereffieren. Enthüllungen oder nicht, mir meinen, es ist die Pflicht Der Stahlhelm" behauptet, eine unpolitische, überparteiliche Bereinigung zu sein und weist den Verdacht, ähnliches zu beLeise, rauh, manchmal brüchig erflingt eine zitternde Stimme. treiben wie die illegalen geheimen Putschorganisationen, Bas Rahr erwidert, zeigt jo erfahredend geringe politische Einficht, zurück. Wir wissen aber, daß er in verschiedene illegale daß man starr ist vor Schred. Das wäre, denft man, ein Staats.affen affären vermidelt ist und daß er die Beschaffung mann der neuen 3eit? Aufhören, möchte man rufen. Auf- pon militärischen Ausrüstungsgegenständen hören! Es ist genug!" wie Stahlhelmen und Uniformen betreibt. Die Beröffent in sehr aftiver Weise mit Bolitik befaßt, und zwar in lichungen des Montag- Morgen" beweisen, daß er sich auch hoch verräterischem Sinne. Bill man vielleicht diesen Treibereien wieder so lange tatenlos zusehen, bis den Herrschaften wieder einmal ein Butsch gefällig ist? Deshalb.. vember für sein deutschnational- putschistisches Blatt extra nach Und dieser Sonderberichterstatter war doch am 8. No München gereift, um den großen„ Absprung" Kahrs mitzu erleben! Jetzt sind alle von Kahr enttäuscht, die ihn früher in den Himmel erhoben. Aber sie sind alle durch ihren Heros mit blamiert, die völkischen Narren, die an ihn glaubten, und die agrarischen Drahtzieher, die in ihm ein Werkzeug ihrer gegenrevolutionären Pläne erblickten Kahr hatte in Bayern die Reichsgeseze außer Kraft gefeßt. Das glaubten die nord deutschen Agrarier auch in Preußen fertigbringen zu fönnen. Man soll sich deshalb bei der Wahl am 4. Mai diefer sauberen Bundesbrüder erinnern! Sie lebet noch... Nämlich die altpreußische konservative Partei. Nach der Kreuzzeitung" hat am Montag eine Sigung des Engeren Borstandes der Deutschtonservativen stattgefunden, die Jeit der Revolution ihr Eigenleben aufgegeben und sich schamvoll in die Deutschnationale Partei geflüchtet hatten. Man erfährt jeßt, daß der alte Heydebrand aus Gesundheits gründen den Vorfiz niedergelegt hat und daß Westarp sein Nachfolger sein soll. Der Borstand der alten Adelspartei( zweiter Vorsitzender ift Graf Seidlig. Sandreczki) hat auch Richt linien für die Reichstagswahl herausgegeben. Natürlich ganz deutschvölkisch. Geitdem deutsch national fein deutschvölkisch fein" heißt, fehrt in jeder Rundgebung dieser Seite das Wort völkisch wieder. Besonders Die Graefe- Bulle- Henning- Hitler lachen darüber. menn fie an den Brief des Grafen Beftarp über die Bor, züge des Judentums denken! Film" festgehalten. Ebenso wie unsere großen Künstler, Lieber. mann, Slevogt, Corinth, Orlit, Bechstein u. a. ihre Hände hier im wahrsten Sinne des Wories in den Dienst der Wissenschaft stellen, gedenkt das Institut nun auch als streng missenschaftliches Vergleichsmaterial Kinder der verschiedensten Altersstufen beim Beichnen aufzunehmen. Die Zeichnungen der Ruffenfinder sind nur ein verschwindend kleines Material, große und umfangreiche Sammlungen werden nötig sein, um als Grundlage für den Forscher zu dienen. Der Beiter des Instituts für Kulturforschung richtet daher die Bitte an auch jede Menge von Blättern ist hochwillkommen. Benn irgend alle, mitzuhelfen am Aufbau des Archins. Jede Zeichnung, aber möglich, mird gebeten, mit der Bezeichnung J. oder M. zu ner merfen, ob ein Junge oder ein Mädchen der Urheber ist, ferner das Alter und, soweit bekannt, ob die Arbeit aus eigenem Antrieb, ob fie frei erfunden, nach einem Thema oder nach Natureindriden gemacht ist. Bei kleinen Kindern ist es erwünscht, für schwer Ent. differbares die Deutung des Kindes auf einem Zettel beizufügen, Bemerkungen, ob es sich um ein Stadt- oder Band find handelt, am besten mit Nummern an den einzelnen Stellen. Wertvoll find über die sozialen Verhältnisse, in denen das Kind lebt, über seine Begabung, feinen Gesundheitszustand usw. Es muß nochmals hinzugefügt werden, daß es sich um jebe Bifbäußerung des Kindes, auch des fleinsten, handelt, gleichpiel, ob in Farbe oder in Stift deichnung, daß fie aber für die im Institut geförderten 3mede möglicht ohne Beeinflussung durch Zeichenunterricht sein müssen, also möglichst freie Kinderschöpfungen." An einem Wintertag Meine Laute. 1 Der Reichstag muß desorganisiert werden! Der fommunistische Bezirksparteitag Berlin- Brandenburg ers läßt einen Aufruf an fein Bolt. Selbstverständlich und gar nicht anders zu erwarten: Die Sozialdemokratie ist eine bürgerliche Partei, sie hat bewußt und planmäßig, das Bro letariat an die Bourgeoisie ausgeliefert". Die Sozialdemo▾ fratie gilt es heute hauptsächlich zu schlagen, um die Bourgeoisie zu schlagen!" In diesem Ton geht es weiter bis zum Schluß, allmo es heißt: ,, Deshalb schickt in den Reichstag Kommunisten, die ihn so des. organisieren sollen, wie es Liebknecht tat." Run hat zwar Liebknecht den Reichstag nicht desorganisiert. Er hat nur zmeierlei erreicht: Einmal hat er sich selbst unmöglich gemacht, und dann, das ist das Schlimmere, die große Parteider Arbeiter gesprengt und sie in ihrer Schlagfraft gelähmt. Deshalb fönnen Kommunisten nur von denen gewählt werden, die ein Interesse daran haben, daß die Arbeiterschaft in dauerndem Bruderkampf sich zerfleischt. Desalb... Jn Oftoberschlesien soll der deutsche Boltsbund in Katipmig vom Bölterbund als rechtmäßige Bertretung der deutschen Minderheiten rechtlich anerkannt worden sein. Der polnische Bertreter Stirmunt hat diese Entscheidung ausdrüdlich angenommen. Keine Verlegung des Archivs von Aurich. Obwohl eine Reihe Aurich nach Osnabrüd sprechen, hat das Staatsministerium be fachlicher Erwägungen für die Verlegung des Staatsarchivs von fchloffen, von einer Berlegung des Archivs von Aurich abzusehen. in die wenigen, die ein großes Leid mir gelassen hat... und mein eigenes Jch mich wieder hören läßt daß ich schon verforet wähnte..... Horch! Meine Laute flingt! Mein Herz flingt! Alfred Frigiche. Neue Reichsmarten. Für Auslandsbriefe, für den Bert non 0,30 mt., wird jezt eine neue Adlerinarte ausgegeben, bei ber das Reichspoftministerium einen Entwurf von Siegmund Don des Reichskunftwartes das neue Reichsfiegel geschaffen, und dessen eech in München verwandt hat. Der Künstler hatte im Auftrage Adler hat er nun für eine Briefmarke zmedentsprechennd verändert. Diese neue Adlermarke wird demnächst eine Genoffin in der neuan uftpoft morte erhalten. Sie geht auf einen Entwurf von Brof. Sadant, dem Schöpfer unseres Parteiabzeichens, zurüd. Während Schmidt- Rottluff, Beech und die meisten anderen den Reichsadler in Borter ansicht gezeichnet haben, ist der Hadantsche gebreiteten Schwingen, die zum Beginn des Fluges erhoben sind. Adler im Profil, auf einer Felsenspitze niedergelassen, aber mit aus. Das streng linear, aber lebendig umriffene Tier erscheint auf guillochiertem Hintergrunde. Den Rand der Marke nimmt die Be zeichnung Deutsches Reich. Flugpoft 30 Pf." in der Art der alten preußischen Marken ein. Diese beiden nun zur Einführung fommen. den Marten möchte Dr. Rebslob durch eine Folge erweitert sehen, für die er Motive deutscher Architektur in graphischer Hebertragung vorgeschlagen hat. Dafür liegen bereits eine Anzahl Enimürfe vor, 3. B. von Ernst Auffeffer Düsseldorf, mit der gotischen Fassade des Rathauses in Münster, von Hadant mit dem Braunschweiger Löwen, non Herre- Stuttgart und anderen. Die Bohlfahrtsmarte, die fürzlich mit Beschleunigung herausgebracht murde, stammt aus einem Entmurf non Prof. Ernst Bcehm- Berlin, dafür sind Motive aus den Berken der Barmherzigkeit in den Wandgemälden der Wartburg verwandt worden, 17 Man findet in diesen Blättern in Bleistift. Buntstift und Aquarell menia, was man als fpezifisch russisch oder was man als tefonders charakteristisch für das ländliche Sowjettind bezeichnen fönnte. Kähne, Häuser, Blumen. Kleine Darstellungen aus dem als ich in Westfalen auf einem Berg, Leben, insbesondere von jungen Rindern dargestellt weisen faumert arbeitete erhielt ich sie. Bon meinem Vater. Ms Weihnachts: rationales Gepräge auf. Wenn auch hier der Samtowar, die gefchent. Sie lag in einer großen Rifte verpackt wie ein Rindruffische Teemaschine, einmal forgfältig hingezeichnet ist, auf einem lein in einem Sarg. So sagte der Postbote, der ächzend die Kiste enderen Blatt der echt ruffische Kirchturm im Hintergrunde der gebracht hatte. Und war doch kein totes Rindlein. War eine lebenLondschaft auftaucht, so find dieses doch Nebensächlichkeiten in derdige Braut, die fang und rief... Ich hatte die Laute in der Dachgiene" veröffentlicht K. 5. Kiefer bakteriologische Untersuchungen primitiven und, wenn man hieraus einen gewik vorschnellen Schluß ftube an einen Hafen gehangen und an einem Abend„ Else" ge aben möchte.' internationalen Empfindungswelt des Kindes. Ganz tauft. Sa fogar: Goldelse! Sentimental! wird mancher sagen. Mir war es ein tiefes Bedürfnis. Ein goldhaariges Mädchen war geferen Kindern feststellen. Bei der Betrachtung der ruffischen Rin- ftorben. Die hatte ein gutes Herz und hieß Else. Und beinahe. berzeichnungen darf man natürlich auch den wesentlichen Faftor Das Mädel starb also. Wäre es leben geblieben, wäre es meine nid außer acht lassen, daß die fleinen Zeichner in Kinderheimen leibhaftige Goldelse geworden. Nun heißt die Laute Goldelse und auf dem Lande leben und ihnen fo umfangreiche Themen wie ist mir eine liebe Braut neben der richtigen. Und wenn alles 3. B. das geschäftige großstädtische Strokenleben mit seinen Autos, über mich fommt alle Sorge, alle Rot und aller Rummer und Bahnen und was fonit alles in den Gefichtsfreis des Stadtfindes ich vermeine, ganz darin ertrinken zu müssen, dann greife ich zu der Laute und schlage die Saiten. Gine... zmei.. mehr find wohl nicht drauf. Eine fupferne, brummende und eine helle, fin- Bapiergeld brachte, darauf lebensfähig bleiben. Es ergab sich, daß gende, die einen Silberglong hat. Sie ist wie em Rinderlächeln. hnlich Wiedergaben von Natureindrücken fann man auch bei un fritt vöffin fremd find. An Levinsteins Buch„ Kinderzeichnungen" in der Aus steffung bis 1921 non rik Bichert in Mannheim neran ftal murhe. uns in den Arbeiten des eipziger Rultur: Piftorischen Instituts find mit die ersten Schritte auf dem Recessehit der Rinderzeichnungen gemacht worden. Das Ber Tine fitut für Kulturforschung hat sich tiefem Arbeitsgebiet aumomar Rusammenhang mit der Psychologie des manuellen Schaffens", Hier wurden die intereffanten Malerhände im " Gesundheitsschädlichkeit des Papiergeldes. In Archin für Hy über Papiergeld, die die oft befürchtete Gefahr dieses Geldes als Reimüberträger nur bestätigen. Das Papiergeld spielt dabei wahr scheinlich eine größere Rolle als viele andere Gegenstände unseres Gebrauchsgrade sind dafür auf ihren Batteriengehalt untersucht täglichen Bedarfs. 446 Geldscheine von verschiedenem Werte und worden. Zwischen dem Gebrauchsgrad der Scheine und der Zahl und Art der gefundenen Reime bestehen feine Beziehungen. Da haften weniger Batterien an als gerippten. Andere Versuche wollten gegen hat einen Einfluß die Glätte des Papiers: glatten Scheinen feststellen, mie lange Reime, die man zum Experiment auf das verschiedene Krankheitserreger mehrere Stunden bis niele Tage auf Papiergeld ihre Reimfähigkeit behalten. Ich fann heute noch nicht spielen. lind greife doch in die Saiten. Jn die eine, in die beiden und zupfe tiefe und hohe Klänge herbor, hele sie heraus aus Seite und Holz und laffe fiz über meinem munden Herzen flattern wie Edretterlinge über aufgeriffene Frühvelendeten Berghauses stattgefunden. Das Berghaus fit in eine auslingserbe. Und weiß und fühle dann, wie das Beben in meine Brust greift und dort in die Saiten fäßt... in eine in amei... Die Jungfrantaha nor der Bollendung. Sie vom Jungfraujoch ge inclder wird, hat hort in diesen Zagen die Aufschiferer des im Roibau gebrochene Bergftante eingebaut. Mit diesem Bau geht das technisch und fulturell gleich gewaltige Bert der Jungfraubahn seiner Bollendung entgegen Tufar zum Gedächtnis. Ein Normaljahr? Pünktlich hatte der Winter seine Herrschaft angetreten, und man fann heute sagen, daß auch das Frühjahr rechtzeitig nach dem Ra. lender sich eingestellt hat. Welch ein Wandel in wenigen Tagen. Bom blauen Himmel lacht die Sonne herunter; der Wind tommt aus wärmeren Gegenden des Westens und Südens, die letzten Spuren von Schnee und Eis haben sich verflüchtigt. Ehrung im Sozialdemokratischen Parteiausschuß. Die heutige Sigung des Sozialdemokratischen Parteiausschusses wurde von Cen. Wels mit folgender Ansprache eingeleitet: Im Hause der ichechoslowakischen Gesandtschaft findet heute bie Trauerfeier für einen Mann statt, den wir mit Stolz zu den Unseren zählten, und dessen wir in dieser Stunde ehrend gedenken. Genoffe Tusar, ein Mann, der engen proletarischen Verhältnissen Lenzzauber! Wer empfände nicht die Wohltat des Temperaturentsprang hatte sich durch seine hohen persönlichen Eigenschaften schon wechseis, wer fnüpfe nicht an sie Hoffnungen auf ein gutes, frucht in jungen Jahren zu einem Führer der gewerkschaftlichen und polie reiches Jahr! Es tann ja gar nicht wieder falt werden so hört tischen Arbeiterbewegung seines Landes emporgearbeitet. Wenn ihn man die Menschen sprechen, die im schnell eröffneten Biergarten jetzt das Berliner diplomatische Korps als einen Besten feiert fizen und die Wirkung der Sonnenstrahlen durch entsprechende ZuArbeiterbewegung vorhanden sind. Als Ministerpräsident feines die Chancen sind vorhanden, daß die Natur uns mal ein Normalund betrauert, so zeigt das, welche Kräfte in der internationalen fichnahme fühlender Flüssigkeiten zu parainfieren suchen. Gewiß, Vaterlandes hat Gen. Lusar die Zusammenarbeit mit den jahr beschert, in dem nicht im Juni noch die Bohnen und Gurken deutschen Genossen gewünscht, die Kraft der nationalistischen„ hops" gehen, weil ein Nachtfrost über sie dahingezogen ist. Suum Welle hat diesen Plan zum Scheitern gebracht. Als Bertreter der cuique jedem Jahresabschnitt das Seinige: es wäre ein Ideal tschechoslowakischen Republik in Berlin hat er in vorbildlicher Weise zustand; aber wie im preußischen Königtum es mit der Durch gewirkt. Wo wir als Parteivorstand Gelegenheit hatten, mit ihm führung jenes Wahlspruches nur so so lala bestellt war, so ist auch in Meinungsaustausch zu treten, empfanden wir die Stärke feiner die Natur viel zu sehr Selbstherrscherin, um sich an die parlamentari Ueberzeugung, daß gute Beziehungen zwischen den beiden Nachbarschen Regeln, die der Menschenverstand ihr auferlegt hat, immer zu staaten für beide eine Lebensnotwendigkeit seien. Nicht nur die binden. Also noch nicht zu fiegesgewiß auf den milden Frühling, Sozialdemokratische Partei seines eigenen Boltes hat unendlich viel auf den warmen Sommer, auf den goldigen Herbst rechnen- es verloren, auch für den internationalen Sozialismus finfen mit fann noch ganz anders fommen. Aber der optimistische Sinn des fann noch ganz anders kommen. Aber der optimistische Sinn des dem Frühverstorbenen große Hoffnungen ins Grab. * Der Parteivorstand hat der Witwe des Gen. Tufar und dem Berhältnissen heraus, in die unsere Gesellschaftsordnung und das Getriebe des Erwerbslebens die Söhne und Töchter der Proletarierfamilien hineinzwingt. Ueberall ist Jürgen Brand bemüht, in dem Jugendlichen den Geist der Gemeinschaft zu wecken und zu tärfen. Er läßt ihn sich als Blied eines Ganzen fübien, aus dem jeder einzelne feine Kraft zieht und dem jeder nach seinem Stönnen zu dienen hat. Abbau der Sozialpolitik und Wahlen. wirtschaftlichen Hochschule. Der Redner führte etwa folgendes aus: Ueber dieses Thema sprach Dr Heinz Botthoff in der LandDie nächste Aufgabe des deuischen Voltes ist, die eigene Wirts schaft rationeller zu geftalien und mehr Ertrag aus dem Boden her auszuholen. Alles Elend liegt daran, daß man mehr verteilen weite tums und der Ministerien ging und geht man wirklich planmäßig als überhaupt da war. In der heutigen Wirtschaftsfrife kommt man nun mit den Schlagwort Abbau". Bon feiten des Unternehme beim Abbau der Sozialpolitit vor, und begründete diefes Borgehen als eine notwendige Voraussetzung für eine Witchoftsgefundung. In dieser Behauptung stedt ein doppelter Irrtum, der rechtzeitig auf geflärt werden muß, denn tatsächlich besteht ein Abbau auf dem Gebiet der Sozialpolitit trotz aller schönen Reben. Sozialpolitik ist aber fein Lurus, sondern es handelt sich darum, das wichtigste bas wichtigste Boltsgut, die Gesundheit und und vor Schädigung zu bewahren. Das Wichtigste ist aber die BerSchaffenstraft der breiten Massen, zu erhalten. meibung des Raubbaues der menschlichen Arbeitskraft. Gerade das Unternehmertum berücksichtigt nicht die ökonomische Berechtigung des Achtstundentages im Interesse des Gesamtvolkes. Wenn die Unternehmerorganisation auf ihr Programm Freiheit des Borstand der tschechoslowatischen Sozialdemokratie in Prag telegra Oeffentl. Wählerversammlung in Bas verstehen, fie meiter barunter als reftiofe Ausphisch sein Beileid ausgesprochen. Was ist die JAH.? " Auf dem Reichskongreß der JAH., der famosen nach außen hin politisch- neutralen, in Wirklichkeit mur geschidt drapter= ten fommunistischen Wohlfahrtsinstitution" hat Herr Willi Münzenberg, der offizielle Sprecher der JH., in der kategorischsten Weise den kommunistischen Charakter seiner Gründung zu leugnen gesucht. Seine Ableugmung verbarg er unter den übelsten persönlichen. Angriffen gegen den Bormärts", die bei dem dort versammelten fommunistischen Publikum selbstverständlich vollen Beifall fanden. Münzenberg hatte die Stirn, die von uns veröffentlichten Auszüge aus dem Protokoll der JAH. vom Juni 1923 als Fälschung zu bezeichnen. Wenige Tage vorher waren es noch ungenaue Aufzeichnungen" gewesen. Bir möchten Herrn Münzenberg gern den Gefallen tun und auch auf seine aller neueste Tätigkeit zurückommen. In der„ Dres. dener Volkszeitung" vom 17. März finden wir eine eingehende Darstellung eines Bortrages, den Münzenberg dort zwei Tage vor der sächsischen Landeskonferenz der JAH. hielt. Die„ Dresdener Boltszeitung" berichtet auf Grund eines stenographischen Berhandlungsberichtes und schreibt: Dieser Vortrag zeigte deutlich, wohin die Reise gehen foll und welchen politischen Sweden die Arbeiterhilfe dient. Münzen berg erflärte zwar, daß die JAS. eine überparteiliche Organisation" fei. Aber er wiberlegte diese Behauptung durch seinen weiteren Vortrag, der fast ausschließlich gegen die BSPD. ge= richtet war. Seine Rede war eine ausgesprochen politische und fteigerte sich am Schluß zum tommunistischen Wahlrefere Die hauptsächlichsten Aufgaben der JAH. wurden von Mür zenberg scharf und sehr deutlich umrissen: alle Arbeiter umfassend zu einer Selbstschutzorganisation zusammenzuschweißen. Nicht etwa, um dadurch allein die hungeraktion wirksam unterstützen zu fönnen, sondern um politische Ziele zu erreichen und um an die arbeitenden Schichten unverfänglich heranzukommen. Der Plan der Münzenberger geht dahin, eine Organisation unter fommunistischer Leitung zu schaffen, die, nach außen durch das philanthropische Schild ge= fichert, fich die beliebte fommunistische Methode der Zellen arbeit" zu eigen macht. So erklärte Münzenberg u. a., daß sich die Arbeiter industrieller Großbetriebe follettiv der JAH. anfchließen müßten, damit die Organisation die nötige Stoßtrajt wie Nansen, Einstein, Graf Arco usm. angeschlossen. Lieber als erhalte. Der JAH. hätten sich zwar bekannte Persönlichkeiten alle diese Persönlichkeiten sei ihm aber der follettive Anschluß eines Großbetriebs mit 2000 Arbeitern. Der demnächst in Berlin tagende interantionale Kongreß der JAH. werde beschließen müssen, in erster Linie die Opfer wirtschaftlicher Kämpfe zu unterstühen. Schon bei den letzten großen Streifs habe die JAH. innerhalb 24 Stunden eingegriffen. Die JAH. werde dazu übergehen, unterstützt durch ihre starte Organisation in den Betrieben, gegen den Staat Stellung zu nehmen. Staat und Stadt müßten gezwungen werden, mehr zu tun für die Opfer wirtschaftlicher Kämpfe. Der Traum der Räterepublik und die Frage der proletarischen Re volution, von deren unabwendbarem Kommen er überzeugt ist, nahmen in dem Referat Münzenbergs naturgemäß einen befonders breiten Raum ein. Ein Abbrechen der Hilfsaftion tomme noch nicht in Frage, wohl aber die oben gekennzeichnete Umstellung. Man merde die 325. erst in dem Moment auflösen, wo eine gerechte Berteilung der Lebens. miffel burd) ben fommunistischen Staat statt. findet. Schließlich warnte Münzenberg vor den Gefahren der Deutschpöllischen und Deutschsozialen und teilte unter großer Bewegung der Versammlung mit, daß ganze Trupps von radi falen Ermerbslosen zu den Stahlhelmleuten übergetreten feien." Nach diesem Bericht wird es Münzenberg jedenfalls schmer fallen, den tommunistischen Charakter der JH. zu leugnen. Wir wünschen ihm und seiner Gründung von Herzen das aller beste. Wenn sie imftande ist, wirklich etwas zu leisten, um so beffer. Bir möchten nur, daß die Kommunisten ehrlich genug find, unter ihrer eigenen Flagge zu fegeln, und daß sie auf jeden Bersuch verzichten, Mitglieder der Sozialdemo. fratischen Partei por ihren Barteiwagen zu ſpannen. Bir haben gar keine Lust, der kommunistischen Sprengtattik die Arbeit an irgendeinem Punkte zu erleichtern. Das hysterische Geschimpfe über unsere angeblichen Fälschungen entspringt ja nur der Wut darüber, daß diefe Winkelzüge von uns entlarnt werden. Ernste Lage in Jrland. Mittwoch, den 26. März, abds. 7%, Uhr, in Charlottenburg bei Thunad, Wielandstraße 4. Tagesordnung: Die einzelnen Parteien im Wahlkampf. Referent: Genoffe Dr. Freund, M. d. L. Diese Werbeversammlung der 57. Abteilung muß von allen Mitgliedern und den mit unserer Partei Sympathifierenden besucht werden. Menschen gaufelt fich gern folche Idealbilder vor, sei es auch nur, um sich nachher durch Schimpfen auf die Lücken des Schicksals aus toben zu können. Seit Sommer 1921 haben wir unter den Unbilden der Witterung gelitten es wäre also nur eine kleine Abschlagszahlung auf das irdische Glüd, wenn wir nun mal zur Normaltemperatur, zum Normaljahr zurückgeführt würden.... Die Untersuchung gegen Frau Bischur. Belastende Aussagen einer Hausangestellten. In der Untersuchung gegen die ehemalige Krankenschwester Frau Bischur dauern die Ermittlungen der Kriminalpolizei noch an. Gestern haben sich bereits ein Anzahl 3eugen gemeldet, um über das Borleben der Verhafteten Auskunft zu geben. Wer weiter zur Aufklärung beitragen fann, wird ersucht, fich an Kriminalkommissar 3 i'egler im Zimmer 99 a des Präsidiums, Hausanruf 609, zu melden. Eine der Hauptzeuginnen, eine Hausangestellte Anna Nocher, die längere Zeit bei der Familie Körner in Stellung war, ist jetzt in Danzig und dort auch bereits gerichtlich vernommen worden. Mit diesem Mädchen stand die damalige Frau Körner zunächst auf dem besten Fuße. Das änderte sich aber später, als nach Auflösung des Haushaltes das Mädchen zu einem Schwager des Oberinspektors Frenzel gezogen war. In dem Zivilprozeß soll Frau B. versucht haben, fie zu ihren Gunsten zu beeinflussen und dann, als ihr das nicht gelang, fie als unglaubwürdig hinzustellen. Eine Anzahl Briefe, die die Verhaftete mit dem Mädchen gewechselt hat, sind beschlagnahmt worden. Der Raubmord in Hoppegarten. Zwei Zeugen gesucht. 9 Schwindel. beutung der Werftätigen und Schutz ihres Eigentums. Der mirt. liche Menschenschuß muß über diesen Vermögensschutz gestellt werden. Leider hat der 9. November 1918 feine soziale Umwälzung gebracht, und selbst unsere Reichsverfassung hält an der alten Wirtfchaftsgrundlage fest. Wer fein Geld hat, muß seine Arbeitstraft verfaufen, indem er sich in den Dienst der Besitzer der Produktionsmittel stellt. Der Redner erinnert dabei an die Worte August Bebels: Ohne Profit raucht fein Schornstein." Botthoff fam dann auf die ungerechte Steuereintreibung zu sprechen und fand scharfe Worte gegen die Goldmieten. Er schloß mit den Worten: Die Menschen müssen aus den Städten heraus aufs Land. Wir gehen in die Reichstagswahlen und sind überzeugt, daß nur auf der Grundlage der Demokratie der soziale Boltsstaat aufgebaut werden kann. Nach Italien und der Schweiz. Italien ist heutzutage wieder das Sehnsuchts- und Reiseziel vieler. Gesellschaftsreisen werden jezt wieder aufgenommen. Für jeden Italienreisenden ist es aber unbedingt notwendig, sich mit einigen allgemein gültigen Borkenntnissen über Land und Leute zu versehen. Interessantes bot in dieser Hinsicht Genosse Dr. Alfred Guttmann, der im Institut für Meereskunde über Tirol und Oberitalien sprach. Er führte unter anderem aus, daß man niemals als Wandervogel" durch Italien reisen dürfe. Diese Deutschtum und den Deutschen schon schmer geschadet. Man müsse Tracht provoziere die Italiener aus das äußerste und sie habe dem fich in Italien auf das romanische Leben einstellen. In Eüditalien tönnen junge Damen nicht allein reisen. Ueberhaupt ist das Reisen in Italien unbequem. Je weniger man der italienischen Sprache mächtig ist, je weniger follte man von ihr Gebrauch machen. Hinzu fommt noch, daß die Deutschen es gewohnt sind, alle italienischen Ausdrücke falsch auszusprechen. Ruhe ist die erste Tugend und gute Laune die zweite. Das Malerische mancher Gegend besteht in den zerfallenen Häusern und in den in Lumpen einhergehenden aus, verliert es natürlich seinen Reiz. In Italien maß man fich Menschen, betrachtet man beides vom hygienischen Gefichtspunkt vom füßen Nichtstun anstecken lassen und man muß Kunstgeschichte fennen, um voll genießen zu fönnen. Wann immer man aber in dieses Land tommt, muß man sich auf die gegebenen politischen Berhältnisse einstellen und nie und nimmer darf man die getränkte Lebermurst spielen. Will man in die Schweiz reisen, muß man bedenken, daß die Schweiz am Genfer See sehr französisch orientiert ist. Die klimatischen Berhältnisse der Schweiz sind recht verschieden, und man muß beachten, daß Höhenlage und Bergflima durchaus nicht für jederman sind. In der Schweiz hat man bekanntlich Lagen die brei Kilometer über dem Meere sich befinden. Eine Föhn sehr schwer zu, ertragen, Schweizer Reiſe ſoll man unbedingt vorerst mit seinem Arzt befprechen. Für atmosphärisch eingestellte Menschen ist auch der Die Borträge waren durch stehende Lichtbilder, die Zeugnis für gute Photographiefunft ablegen, und durch zum Teil bereits befannte Ufa- Filme illustriert. Auf Hochbahnhof Nordring murde am 13. März ein von der Arbeit heimfehrender und den Bahnsteig verlassender Arbeiter, nachdem er seine Fahrkarte abgegeben hatte, auf der Treppe durch einen Stoß zu Fall gebracht, so daß er hinunterstürzte. Zeugen, die einen Bolizeibeamten holten, machten die Angaben, daß ein Schaffner von der Sperre den Mann gestoßen habe und dann fortgelaufen fei. Der Schaffner erflärte, der Mann habe eine ungültige, Wochenfarte abgegeben, und dieser mußte trotz seiner Erwiderung, daß er gar feine Bochenfarte gehabt, sondern von einem Blod die letzte Karte benugt habe, 3 Mart zahlen. Der Arbeiter, der infolge der erlittenen Berlegungen noch arbeitsunfähig ist, bittet alle Zeugen um Angabe von Name und Wohnung bei M. Kämte, Bantom, Brinz- Heinrich- Straße 4. Die Wegen eines Raubmordes in Hoppegarten ist auf Jahre after ungarischer Maurer Bela Borbely verhaftet und dem Veranlaffung der Berliner Kriminalpolizei in Würzburg ein 23 Landgericht in Frankfurt a. D. eingeliefert worden. Borbely, der aus Arrad stammt und richtig Ferrenc Molnar oder Molner heißen soll, lernte am 6. Oftober 1922 in einer französischen Kaserne bei Köln zwei Landsleute kennen, einen jett 23 jährigen Maurer Anton Müller und einen 21 jährigen Schlosser Johann Ziener, beide aus Bataszeck, die ebenso wie er in die Fremdenlegion eintreten wollten. Alle drei gaben aber diesen Plan auf und fuhren am nächsten Tage über Düsseldorf nach Berlin, wo sie am 10. Oftober eintrafen. Am folgenden Tage begaben sie fich nach hoppe garten, wo sich Borbein bei dem Hofbefizer Georg Bafchte als Knecht vermietete. Müller und Ziener wanderten weiter und nahmen in Fürstenwalde Arbeit an. Bier Tage nach der Trennung von ihrem Landsmann fand man den Hofbefizer Baschte, einen Mann von 72 Jahren, in seinem Ruhstall ermordet auf. Er hatte sich in dem Stall abends zu schaffen gemacht. Ein Verwandter in der Nachbarschaft, der durch das länger als sonst brennende Licht auf den Stall aufmerksam wurde, sah nach und fand den Greis tot neben einer Suh liegen. Mit einem fantigen Holzpantoffel mar ihm der Schädel zertrümmert worden: Aus dem Wohn- Deutschpöltischen hielten gestern abend in den Unionsfälen in der Kommuniffen in einer deutschvölfijchen Bersammlung. zimmer maren für 3000-4000 Mart Anzüge, bares Geld und eine Greifswalder Str. 222 eine Wahlversammlung ab, die von Kommu Taschenuhr geraubt worden. Der Knecht Borbein war vernisten gestört wurde, so daß sich der Bersammlungsleiter veranlaßt schwunden, und fom nicht wieder. Die Ermittlungen ergaben, fah, die Bersammlung durch die Bolizei auflösen zu lassen. Nach Schlesischen Bahnhof im Bartesaal 4. Klasse gewesen war und hier Straße zu einer großen Ansammlung, die sich trotz wieder. daß er in der Nacht nach dem Berbrechen gegen 2 1hr auf dem dem Schußpolizeibeamte den Saal geräumt hatten, fam es auf der einem Unbekannten für 700 Mart eine Uhr verkauft hatte. Seitdem holter Aufforderungen nicht zerstreuen wollte. Die Beamten griffen fehlte jede Spur von ihm, bis Borbely jezt, fast 1½ Jahre nach der Tat in Würzburg ermittelt und feitgenommen wurde. Berschiedene schließlich mit dem Gummifnüppel ein, mobei mehrere Personen Leute aus Hoppegarten, die den Berhafteten beim Untersuchungs richter gegenübergestellt wurden, erkannten in ihm bestimmt den ehemaligen Knecht Baschtes wieder. Er leugnet jedoch, der Gesuchte zu sein, wenn er auch zugibt, Borbely zu heißen. Seine Landsleute Müller und Ziener, die bald nach dem Berbrechen in Fürstenwalde ermittelt wurden und einwandfrei nachweisen fonnten, daß fie mit der Tat nichts zu tun hatten, werden jest dringend gesucht, um Borbely ebenfalls noch gegenübergestellt zu werden. Wer über ihren Aufenthalt etwas weiß, wird ersucht, Kriminalfommissar Dr. Riemann im Zimmer 93 des Polizeipräsidiums Mitteilung zu machen oder die beiden zu veranlassen, sich selbst dort zu melden.. Den Schulentlassenen. Derlegt wurden. Der Zusammenstoß des Schnellzuges Oftende- Basel. Zu dem Eisenbahnunglüd auf der Station Bensdorf bei Straßburg wird gemeldet, daß bisher 11 Tote und 16 Bermundete zu verzeichnen sind. Die Ursache des Unglüds fonnte noch immer nicht völlig geflärt werden. Da die Stredeals frei gemeldet worden war, fuhr der D- 3ug mit großer Geschwindig feit. Der Bostwagen sowie ein Wagen 3. Klasse und ein Bagen 2. Klasse wurden zertrümmert. Die Lokomotive ist wenig beschädigt, dagegen ist der Tender zerstört. Schweres Schiffsunglüd an der Themfemündung. Der Times" zufolge ist an der Themsemündung das englische Frachtschiff fammengestoßen. Hierbei wurden a dit Mann des englischen matatua" mit einem amerikanischen Dampfer usa" zudiffes getötet und sechs verwundet. Ein englischer Belt ug. Heute beginnen brei englische Flieger die Reise um die Welt. London, 25. März.( Ill.) Der heutigen Sigung des irischen Parlaments sieht man in Dublin mit unverkennbarer Besorgnis Für unsere Bierzehnjährigen, die in den nächsten Tagen aus entgegen. Die Gnadenfrist, die die irische Regierung den aufständer Schule heraustreten und ins Leben hineingehen, hat Jürgen dischen Offizieren einräumte, ist Sonnabend abend 6 Uhr abgelaufen. Brand schlichte Geleitworte geschrieben. Sie find zusammengestellt Man hatte den Offizieren versprochen, daß sie gegen Erteilung ihres in einem fleinen Heft( Jugendmeihe, Geleitworte von Jürgen Ehrenwortes auf freiem Fuß belassen würden. Es hat sich indessen Brand. 0,30 M. Arbeiterjugendverlag, Berlin, Lindenstr. 3), bas tein Offizier gemeldet. Am Sonabendabend erklärte der zurüd als ganz billige Erinnerungsspende zur Jugendweihe fich gut eignet, getretene Handelsminister Grath, er beabsichtige bei Wiedereröff- aber auch fonft jeden Schulentlaffenen in die hand gegeben werden nung des Barlaments aus demselben auszufcheiden. Andere Mit sollte. Bon Jürgen Brand, dem der sozialistischen Arbeiterjugend glieder würden seinem Beispiel folgen. Grath beschuldigte die Re wohlvertrauten Freund und Berater, hat man feinen Schulmeister". gierung, den Offizieren zu drückende Bedingungen auferlegt zu Zon zu erwarten. Er versteht die Runst, feine jugendlichen Befer haben. Er erklärte ferner, daß die Regierung gegen die Verein: Handeln führt. Wut 24 Seiten bringt das heftchen nach einer ein zu eigenem Nachdenken anzuregen, das zur Selbständigkeit im barungen verstoße, die sie mit ihm in der Angelegenheit diefer leitenden Darlegung des dem Jugendlichen seftecten Zieles turze Difiz ere getroffen habe. Angesichts der Stellungnahme Graths Einzelbetrachtungen über Schule, freiheit, Anstand und gute, Sitten, redmet man mit der Möglichkeit ernster Unstimmigkeiten innerhalt Solidarität; zweierlei Moral, Alkohol, Einsamkeit, Freundschaft, 130. bt. Tegel, ½ Uhr: Mitgliederversammlung im Zeichenſaal der Mädchenber Regierungsparteien. Natur, Heimat und Vaterland. Das alles ist angeschaut aus den Groß- Berliner Parteinachrichten. Mittwoch, den 26. März. 47. Abt. Die Bezirtsführer werden gebeten, vollzählig in der Arcisverfammlung bei Rabe zu erscheinen und die Sauslisten mitzubringen. 71. ft. Bilmersdorf. 7 Uhz bei Jonas. Duricder, Ede Bruchsaler Straße. Tagesordnung: Der Reichstagswahlkampf und unsere Mafnahmen." fchule, Trestowiz. Tagesordnung: 1. Sozialdemokratie und Reichstagswahl Referent: Gen. Reventlom.- 2. Borbereitung au dan ahlen. Gewerkschaftsbewegung Die erkannten Arbeiterverräter. " Die Rote Fahne" sucht sich, so schlecht fie fann, dadurch aus ber Berlegenheit zu ziehen, daß fie die abgebrochenen Räuber geschichten über die Amsterdamer Verräter" und den„ Lügen Borwärts" ihren Lefern täglich wieder vorfeßt. 3u disem 3wed hat sie zweimal hintereinander die Antwort des Borwärts" auf ben Artikel des Hern von Borsig zitiert, wie eben die Rote Fahne" zitiert. In threr heutigen Nummer schreibt das ausgehaltene Blatt Sinomjews: Im Graphischen Blod" feiert man die Spaltung, gibt| Regierung auf gefeßlichem Bege den gesamten Berrsonenverkehr Dor, neue Wege zu gehen, gebärdet sich überradifal. Aber prattisch versucht man dieselben tariflichen Wege zu gehen, wie die alte Organisation. Diese Schaufler und Phrafenhelden bligen aber immer mehr auf beiden Seiten ab. Die Unternehmer schreiben höfliche Absagebriefe, und die Arbeiter ertennen immer mehr, daß fie beschwindelt und getäuscht wurden. Lohnkonflikt in der Lederwarenindustrie. im Londoner Gebiet einer zentralen Behörde unterstelle. Dies fei die einzige Grundlage für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Angestellten. gestern abend die Lage im Streit der Straßenbahnangestellten mit Vertreter der Arbeitgeber und der Angestellten erörterten dem Premierminister Macdonald und fetten ihm auseinander, wie eine Berständigung erzielt werden könne. Die Verhandlungen sollen morgen wieder aufgenommen werden. Beilegung des dänischen Arbeitstouflifts. Der drohende große Arbeitsfonflift in Dänemart, der über 50 000 Arbeiter umfaßt haben würde, ist gestern beigelegt worden, indem der Vermittlungs. vorschlag des Schiedsmannes sowohl von den Arbeitgebern als auch von den Arbeitnehmer angenommen worden ist. Wirtschaft Der Befehl aus Mostau, die deutschen Gewerkschaften, da man sich ihrer nun einmal nicht bemächtigen" fann, bis spätestens nach Den Reichstagswahlen zu spalten, verursacht ben Kommunisten Leibschmerzen. Seit zwei Wochen brudsen fie nun schon an dem Utas herum und können nicht zu Rande tommen. Eine Reihe von Eine überfüllte Bersammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen tommunistischen Gewerkschaftlern hat der KPD. bereits den Krempel aus der Lederwarenindustrie nahm gestern Stellung zur Lohnbewe vor die Füße geworfen. Mit Schumacher und Raiser allein wird gung in der Branche. Bevollmächtigter Blume berichtete über die aber bem Ginomjew und seinem Propheten Scholem nicht gelegten Berhandlungen, daß, da die Unternehmer ebenso wie der bient fein. Schlichtungsausschuß einen Antrag auf eine 20prozentige Lohn erhöhung ablehnten, beschlossen wurde, in den Betrieben eine Forbe rung auf Erhöhung der Stundenlöhne um 10 Pf. zu ftellen. Die den Schiedsspruch( der also alles beim alten ließ) annehmen zu Arbeitgeber fonnten sich auch dazu nicht verstehen, sondern erklärten, wollen, gegebenenfalls beffen Berbindlichkeit zu beantragen. wollten aber ihren Arbeitern noch weiter entgegentommen und in Fords Absichten in Europa. Die schwedischen Montierungswert. ihrer Bollversammlung am Donnerstag dieser Woche darüber Bestätten des amerikanischen Automobiltönigs find von Malmö nach fchluß faffen, ob sie sich dem Vorschlag des Borfizerben der Schlich, Stockholm verlegt worden und sollen dort zu einer großen tungsfammer, eine Zulage von 5 Bf. zu zahlen, anschließen tönnten. Fabrit für den Export den Ostseeländern Sie wären auch nicht abgeneigt, eine eventuell eintretende Miets. ausgebaut werden. Die dänische Deffentlichkeit, die über den steigerung durch Lohnaufbefferung auszugleichen. Die Berhand. Bruch des Fordschen Bersprechens, das bekanntlich bahin ging, daß lungsfommission machte darauf aufmerksam, daß es den Arbeitern die Ford- Fabriken in Kopenhagen den Export nach den Ditseeländern nicht nur auf eine Ausgleichung ihrer Mehrbelastungen_an- befommen follten, beunruhigt ist, wird von dem Ford- Direttor in fäme, sondern auf eine 2ohnerhöhung zur Verbesserung ihrer Kopenhagen dahin vertröstet, daß Kopenhagen Zentrale für den in Lebenshaltung. Blume gab der Auffassung Ausdruck, daß die Unter nächster Beit zu erwartenden großen Verkauf von Ford- Wagen nach nehmer durch die während der Arbeitszeit abgehaltene Bersammlung Deutschland werden wird. In dieser Woche sind drei Fordin ihren Entschließungen für die Arbeiterschaft günstig beeinflußt Brobemagen nach Deutschland abgegangen. Ford versichert bestimmt, würden und daß die Anwesenden bei der Abstimmung über Annahme daß das deutsche Importverbot für ausländische Automobile in näch oder Streit zu berücksichtigen haben, daß bei den bevorstehenden ster Zeit aufgehoben wird und will alle Maßnahmen getroffen Manteltarifverhandlungen sehr leicht Ronflitte entstehen, die eine haben, um dann sofort einen Maffenabsatz von Ford- Automobilen in Deutschland zu sichern. fampfbereite Kollegenschaft erforderlich machen. Der Borwärts" als Sprachrohr der Reformisten beugt den frummen Rüden noch tiefer und antwortet in seiner SonnabendAbendnummer folgendes: Die Gewerkschaften waren und find auch heute immer bereit, soweit wirtschaftliche Bedürfnisse wirklich vorliegen, Ueber. stunden zu vereinbaren. Diefe Bereitwilligkeit der Arbeitnehmer fann von niemanden bestritten werden.. Die Gewerkschaften haben immer erflärt, und ihre Er. flärungen auch durch die Tat bewiesen, daß sie eine Bereinbarung ohne Rampf einem Rampf vorziehen. Von dieser Auffassung haben fie fich auch nicht durch die Demagogie der von Moskau Ausgehaltenen abbringen laffen. Es war vielleicht der folgenschwerste taftische Fehler der Arbeitgeber, diese Tatsache verkannt zu haben." Das heißt, die Reformisten sind bereit, alle Bedingungen der Unternehmer zu erfüllen und fo eine neue Arbeits. gemeinschaft einzugehen. Energisch weitergehen" im Sinne des Herrn Borsig heißt aber, offen und schamios den Streit bruch zu organisieren. " Die scheinbar wortlich zitierten Säße lauteten in Birklichkeit: Die Gewertschaften haben immer erflärt, und ihre Er. flärungen auch durch die Tat bewiesen, daß sie eine Verein. barung ohne Kampf einem Kampf vorziehen. Bon diefer Auffaffung haben sie sich auch nicht durch die Demagogie der von Mostau Ausgehaltenen abbringen laffen. Es war vielleicht der folgenschwerste tattische Fehler der Arbeitgeber, diese Tatsache perfannt zu haben. Aber wenn die Arbeitgeber heute versuchen follten, ein faudinisches Joch aufzurichten, unter bas bie Gewert schaften sich zu beugen hätten, um von den Arbeitgebern anerfannt zu werden, so fann ihnen jezt schon mit aller Klarheit und in aller Ruhe erklärt werden, daß eine solche Borausseßung" von den Gewerkschaften abgelehnt wird. Der Artikel des Herrn v. Borfig zeigt aber auch allen Arbeitnehmern Ar beitern, Angestellten und Beamten, daß die tatsächliche Bor daß die tatsächliche Bor. ausfeßung der Anerkennung ihrer Forderungen in ihrer Machtliegt. ftellung, b. h. in ihrer Einheit und Geschloffenheit Aber wie steht es denn mit den kommunistischen Gewerkschaft fern, die heute noch der KBD. angehören und gleichfalls, wie die verruchten Verräter", sich im Schweiße ihres Angesichts bemühen, mit den Unternehmern ohne Kampf Bereinbarungen zu treffen, Barum ist z. B. H'ört von den Schuhmachern, der dieselbe„ ver. räterische Taftit der tampflosen Verhandlungen anwendet, noch nicht gebührenb gebrandmarkt worden? Und was machen die Gabel, Raiser und Konforten, die bereits den Trennungsstrich ge zogen haben? Sie laufen den Unternehmern nach and bitten fie mit erhobenen Händen, mit ihren Organisations. fplittern Berträge abzuschließen. Die gewerkschaftliche Arbeit der Sonberorganisationen macht feine Fortschritte. Die Bemühungen, tariffähig zu wenden, find auf der ganzen Linie mißglüdt. In wilden Betriebsbewegungen ber Rartonagenbranche wurde die Forderung ber Anerkennung ihrer Organisation und der Zulassung ihres Berhändlers gestellt, dann aber diese Forderung wieber fallen gelassen. Ihre Lohnforderungen und die Wiederaufnahme der Arbeit in den ausständigen Betrieben mußten dann von dem Bertreter des Buchbinderverbands geregelt werden. Auch in den anderen Branchen versuchten die Sonder bündler, an den Tarifverhandlungen teilzunehmen. So müssen sie fich in einem Schreiben an den Berein Berliner Buchdrudereibefizer gewandt haben; denn uns ging die Abschrift folgenden Briefes zu, ben die Buchdrudereibefizer an Czerny schrieben: Berein Berliner Buchdruckereibefizer. Fr. W. Schm., Br. Mn den Buchhbinder Herrn Czerny, Berlin, den 4. 3. 1924. Berlin SO, Engel Ufer 22. Nach der uns zugegangenen Mitteilung des Berbandes der Buchbinder sind ausschließlich als verantwortliche und geschäfts führende Persönlichkeiten einige Herren dem Verein namhaft gemacht worden, zu denen Sie nicht gehören. Der Verein ist leider nicht in der Lage, irgendwelche offiziellen Aeußerungen Ihrerseits entgegenzunehmen. Hochachtungsvoll Verein Berliner Buchdruckereibefizer E. B. Schmidt, Generalsekretär. Allgem. Oriskrankenkasse Berlin- Lichtenberg. Ruhe- 20. betten Bekanntmachung. 103/7 KlubDer 15. Nachtrag zur Raffenfagung hat garnit. 170w. bes Derversicherungsamtes Berlin gefun- Chaiselong.ben. Danach wird der§ 48 bahin grändert. deeken. bas bie Beiträge von 8 Bros. auf 6 Bros. Neukölln, berabgelegt werben Die Aenderung teltt mit dem Tage der Beröffentlichung in Kraft Berlin- Lichtenberg. 24. März 1924. 6. Bubbe, Schriftf O. Geitel, Borf. Rheumatismus 12M. 2 Anzengruberstr. Gardinen vertauf Str. 66 A. 1. Etage. Bitte, Wilmersborier Rein Laben. Rontur renglos bill. Breife in Gardinen, Stores, Gicht, Ischias, Nerven- und Bettb., Tifch. u. Di wanded., Bettporig. Erkältungsschmerzen finb. fof. Bef.ohne Raufawang miriamite Electricum in Saturnzahlung geftattet Hilfe burch produkt Bon Iräftig durchgreifender Wirtung die Krauseschnell schmerzillende Einreibung. Man nehme nur Blectricum". In Droger Pianos und Apotheken erhältlich, wo nicht, durch Otto Relchel, Berlin 43, SO, Eisenbahnstr. 4. zur Die Diskussion ergab von fast allen Rednern die Ablehnung des Borschlags, sich mit 5 Pf Lohnerhöhung abspeisen zu lassen. Eine Abstimmung. ob event. in den Streit eingetreten werden soll, ergab bei 2035 Abstimmenden nicht die statutenmäßige Dreiviertelmehrheit für den Streit. Die Arbeitgeber haben es also nochmals in ber Hand, durch ein entsprechendes Entgegenkommen den Kampf zu vermeiden. Scharfmacher in der Musikinstrumentenindustrie. sperrung in der Klavierbranche vollzieht sich nicht fo reibungslos, Die Wiederaufnahme der Arbeit nach der elfwöchigen Aus. wie man annehmen sollte, nachdem die Unternehmer den von ihnen zuerst abgelehnten Schiebsfpruch nach einer unwesentlichen ende rung angenommen haben. Bielen von ihnen scheint das lange Feiern doch ein hübsches Loch in den Beutel geriffen zu haben. Das bemeift die starke Inanspruchnahme des Arbeitsnachweises seit Bes endigung des Kampfes. Gerade die größten Firmen find erpicht darauf, ihre alten, eingearbeiteten Leute wieder au betommen. Sie haben große Nachteile davon, daß ein Teil Der feinerzeit brutal aufs Pflaster geworfenen Arbeiter inzwischen andere Arbeit angenommen hat. Auf der anderen Seite halten gewiffe Arbeitgeber die Zeit für gekommen, ihr Mütchen an den Arbeitern und besonders ihren Funktionären tühlen zu können. Sie fordern entgegen dem flaren Wortlaut der Vereinbarung, daß fofort 51 Stunden ge. arbeitet werden soll, was denn auch in einigen fleineren Be trieben von der Betriebsvertretung zugestanden wurde. Bei anderen Firmen versucht man mißliebige Arbeiter, Betriebsräte und Bertrauensleute zu maßregeln und stellt Lehrlinge" im Alter von 20-34 Jahren ein, die ohne Beobachtung der tariflichen Bestimmun. gen herangeholt werden. Die Belegschaften mehrerer Betriebe find deshalb wieber in den Ausstand getreten oder haben die Arbeit erst gar nicht aufgenommen. Sie werden trog ber langen Ausfperrung ben Scharfmachern unter den Unternehmern zeigen, daß diese fein Recht haben, bei der Erfüllung von Abmcchungen und Tarifverträgen gegen Treu und Glauben zu handeln. Die Funktionäre der Branche stellten sich nach einer eingehenden Besprechung dieser Willtüratte auf den Standpunkt, baß von einer generellen Berlängerung der Arbeitszeit feine Rede sein könne, und baß die Kollegen der Betriebe, in denen noch Differenzen bestehen, mit allen Mitteln der Organisation zu unterstüßen find. Nene Löhne für Kinomusiker. Zwischen dem Schuhverband Deutscher Filmtheater und der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Mufiter- Berbandes wurden in freier Vereinbarung die bisherigen Wochenlöhne der Kinomusiker Don 48 auf 65 m. erhöht. Konzertmeister und Tastenspieler erhalten 75 m. Der Zuschlag für Kapellenleiter beträgt 100 Broz. auf den Grundlohn von 60 m. Die neuen Lohnfäße treten mit dem 15. März in Kraft, fie gelten für eine 37stündige Arbeitswoche. Das Abfommen felbft läuft bis zum 30. Juni 1924. Der Londoner Verkehrsstreit. Der Ausschuß zur Untersuchung des Ausstandes der Londoner Straßenbahnangestellten hat der Regierung einen vorläufigen Bericht vorgelegt, in dem er erklärt, daß die Wohlbegründetheit der Forderung der Angestellten nach einer Lohnerhöhung von acht Schilling wöchentlich nicht ernstlich in Frage gezogen merben tönn e, daß aber eine Krisis dadurch entstanden sei, daß die Straßenbahngesellschaften infolge der Konturrenz der Autoomnibusse und der großen Ausgaben zur Erhaltung der Straßenbahnlinien nicht imjande feien, erhöhte Löhne zu zahlen. Der Bericht hebt hervor, daß die gegenwärtige Krisis nicht durch eine Fahrpreiserhöhung geiöst werden fönne. Er empfiehlt, daß die Die Tschechoslowafei erleichtert die Wareneinfuhr. Während in den Vorjahren die Tschechoslowakei sich mit einem außerordents lichen prohibitiven Schusgürtel von Zöllen und Einfuhrverboten umgeben hat, um ihre einheimische Industrie auf dem Inlandsmarfte möglichst vor der Konkurrenz des Auslandes zu schüßen, baut die tschechoslowakische Regierung die von ihr erlassenen Einfuhrberbote jezt allmählich wieder ab. Wie nun dem Konfektionär" aus Prag berichtet wird, erfährt diese dem Freihandel mehr ent mit Wirkung vom 24. März 1924 herausgegeben hat. Die in Frage gegenkommende Bolitif eine weitere Bestätigung durch Erlas einer neuen Einfuhrfreiliste, die das Handelsministerium tommenden Bolliarifpofitionen beziehen fic u. a. auf eine ganze Reihe von Waren, die bisher unter Einfuhrverbot gestellt waren, weil sie speziell Artifel der tf decoflowatifen Industrie betrafen, 3. B. Textilien, Holzwaren, Glaswaren u. a. m. außerordentlich hohen Einfuhrzölle stellen noch immer ein gewiffes Semmnis für den Import nach der Tschechoslowakei dar. unter Die Arbeitslosigkeit und Wirtschaftstonjunttur. Die wissenschaftliche Ronjunkturforschung wird in den Bereinigten Staaten in großem Maßstab und mit fehr beträchtlichen materiellen Mitteln betrieben. Das Nationalamt für Wirtschaftsforschung hat erſt turzem eine vor umfangreiche Arbeit Sem Titel Konjunktur und Arbeitslosigkeit" herausgegeben. In dieser Arbeit wurde unter anderem festgestellt, daß sich während der Krisenzeit die Brodution und die Preisentwidlung nicht deden. In den meisten Industrien wurde der Höchststand der Produktion vor dem höchſtstand der Preise erreicht; auch sehte die Erholung der Produktion früher ein als die der Preise. Die Arbeitslosigkeit trat um so mehr in Erscheinung, je weiter eine Industrie vom endgültigen Berbraucher entfernt ist. Der Detailhandel hat während der Krise den größten Teil feines Bersonals noch beschäftigen tönnen, die Fertigprodukten industrien tamen an zweiter Stelle, während Sie für andere Ge werbezweige arbeitenden Industrien wie Bergbau, Transport und Maschinenbau, die größte Arbeitsfolgteit aufwicfen. Dies wer bereits aus der englischen gewerkschaftlichen Arbeitslosenstatistik zu ersehen. Die Ronjuntturforschung die fich auf eine sehr große Anzahl von Betrieben erstrecte, ergab unter anderem eine sehr wich ige Feststellung: daß nämlich die Beschäftigung in den fleinen Betrieben viel regelmäßiger ist als bei ben großen und bie Unregelmäßigkeit der Beschäftigung mit der Größe des Betriebes wächst. Diese viele überraschende Tatsache er flärt sich daraus, daß die Großunternehmungen infolge ihrer Dr. ganisation und Finanzkraft sich zur Einschränkung oder auch AusBehnung der Produktion rasch entschließen fönnen, während der im Ronkurrenzfampf stehende Kleinbetrieb in diesen Bewegungen viel mehr gehemmt ist. Er wird die Produktion erst nach Erschöpfung feiner Geldmittel und Kreditmöglichkeit einschränken, fann aber die eingeschränkte Probuftion nicht zu beliebiger Zeit wieder ausdehnen. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: F. Eklorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Gonftiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68.. Lindenstraße 3. M. Riethmüller seit 1902 ,, DAS HAUS DER TUCHE" Berlin C 2, Molkenmarkt 15( Ecke Post- Strasse) seit 20 Jahren leistungsfähig! Herrenstoffe far Straße, Sport und Reise von M. 3.50 a Damenstoffe, Gabardine, Ripse, Marocains. 8.50 9.50 Schuhe billiga Dezimalwagen Tafelwag., Gewichte, üller Speisezimmer, Herrenzimmer Berlin C., Alexanderstr. 31 Tel. Rgst. 173% Wohn- und Schlafzimmer, sowie Binzelmöbel ab Fabrik zu billigst, Preis. 0620532 Billigste Preise. Grodes Lager Strickwesten Georg Wagner Unser Geschäftsprinzip ist nicht allein billige Preise zu bringen, sondern bei billigen Preisen gute, reelle Köpenicker Str. 71 Bleyles Kinderkleidung Hecht Tabakware Ware zu liefern. Abgesehen von den ganz billigen Sachen, die zwar gut, aber nicht erstklassig Kein Ladengeschäft sein können, 1ühren wir nur streng reelle, haltbare Ware, so zum Beispiel Echte Boxrind- Herrenstiefel, auf echten Rand genäht, mit und ohne Doppelsohle, 10.90, echt Boxkalf- DamenHalbschuhe, moderne spitze und runde Form auf Rand genäht, 10.90, beide sehr gute Damen Halbschuhe, moderne spitze Form, 6.90, gutes Fabrikat. Bessere Sorten 8.90, 9.50, 10.80. großhandleng Ständig großes Fabriklager in Strickund Wirkwaren aller Art zum Einzelverkaut Fabrik- Niederlage thüring.Woilwaren Fabrikate. Herrenstiefel, echt Chevreaux und Boxrind, sehr haltbare gute Ware 8.90. Zigarren, Zigaretten. Bruno Richter& Co. Weitere Beispiele: Herrenstiefel braun Rindlederspalt...... Herrenstiefel Chevreaux. Rindbox, Chromleder, mod. breit. Form. 590 790 Damen- Halbschuhe mod. Form Damen Halbschuhe 550 700 echt Chevreaux. 1250 braun Chevr aux und Boxrind........... 9.80 Damen- Halbschuhe Lacksch Urschuh, runde Form 7.90 Leder- Kinderstiefel.................... von 135 25 Eleg. Pumps LXV.- Absatz..... 890 Metallbetten Miete Orig. Goodyear- Welt Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Ansbacher Str. 1, Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suh! Thür. Ecke Rarfürstenstraße Wäschepracht Die gute reine Kernseife 66% Fettgehalt. Nur aus besten Rohstoffen! Stets in gleicher Güte! Ohne schädliche Bestandteile! Stark& Co, Seifenfabrik G.m.b.H. Berlin NO 55, Colmarer Straße 8-9. Für ältere Damen Schnür- und Spangenschuhe 490 Wer einmal versucht, ist dauernder Kunde. 5778 Sehen Sie sich unsere 17 Schaufenster an Schuh Lokal Münzstr. 25 Frankfurter Allee Tabak billig Lindenstr. 81 Bln.- Pankow, jetzt Mühlenstr.1 Hosen Ecke Breite Straße Une hört billig! Breeches 3,50 Engl. Leder 4,50 Arbeitshose 3,5 Militärhose 5,50 Anzughose 3,50 Streitenbose v. 5,50 Anzüge v 26,- Knabenanz.1.8,50 Orig. Kieler Anzüge t. 17,50 Spart- Anzüge Regenmäntel München- Gladbach. Hosenzentrale Neukölln, Berliner Str. 18/19 Ecke Reuterstraße Berlin, Küstriner Platz 10 1 Min. vom Schles. Bahnhof Besonders wirksam sind die Volkskleidung Hosen Gummimäntel Sport- Anzüge Manchester u.Loden Hemden, Socken Unterhosen Berufskleidung Gute Ware! Billigste Preise! Gerh. Kohnen Neukölln Kleinen Anzeigen Hermannstr. 76/77. des Vorwärts und trotzdem billig!! in der Gesamt- Auflage