Abendausgabe Nr. 16041.Jahrgang Ausgabe B fr. so Bezugsbedingungen Anzeigenprette Find in ber Morgenausgabe angegeben Rebaftion:$ w. 68, Cindenfieage 3 gernsprecher: Dönhoff 292-295 Sel- dreffe Sozialdemokrat Berlis Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Donnerstag 3. April 1924 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr' Berleger: Vorwärts- Berlag Gmh. Berita S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Der Konflikt in der Reichsbahn. Die Regierung berät. Der Konflikt bel der Reichsbahn befindet sich im Stadium der stufen krije. Die gewertschaftlichen Bertreter der Eisenbahner haben nach langen Beratungen der Regierung gestern ein äußerstes Angebot gemacht. Ein Heruntergehen unter dieses Angebot, das wesentlich hinter den heute in der Privatinduficie üblichen Löhnen zurüdbleibt, ist ganz ausgeschlossen. Das könnte der Deutsche Eisenbahnerverband nicht nur feinen Mitgliedern gegenüber nicht verantworten, es liegt auch nicht im Intereffe der Aufrechterhaltung einer geregelten und wirtschaftlichen Fortführung der Reichsbahn selbst. Mit den heute bezahlten Hungerlöhnen, zu denen noch die verlängerte Arbeitszeif fommt, tönnen die Eisenbahnarbeiter unmöglich eine normale Arbeitsleistung aus führen. Wenn man nicht auf einen fatastrophalen Zustand in der Reichsbahn hinarbeiten will, dann muß das Los der Beschäftigten 3am mindesten erträglich gestaltet werden. arbeiter, die einen schweren und verantwortungsvollen Dienff haben. Die Löhne der Handwerker im Eisenbahnbetrieb betragen heute vielfach nur die Hälfte der Handwerkerlöhne in der Privafindustrie, obwohl auch diese nicht unerheblich hinter den Borkriegslöhnen zurückbleiben. Derartige Zustände find einfach unhaltbar. Wenn die Reichsregierung fich heute nicht entschließt, eine gründliche Aufbesserung der Löhne vorzunehmen, dann bedeutet das praffijch, daß fie teine geregelte Fortführung des Betriebes der Reichsbahn will. Der immer wieder vorgeschobene Borwand der Wirtschaftlichkeit der Reichsbahn ist hinfällig. Was in der Privafindustrie möglich ift, muß in einem monopolifierten Großbetrieb, wie es die Reichsbahn lf, erst recht möglich fein. Die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes hängt wefentlich ab vom Ceistungsgrad der Beschäftigten. Wie tann man erwarten, daß die Leistungstraft der Eisenbahnarbeiter ausgenußt und gesteigert wird, wenn man ihnen Löhne zahlt, bei denen fie buchstäblich mit ihren Familien hungern müssen. Die Reichsregierung nimmt heute zu diesen Borschlägen Stellung. Wie man uns mitteilt, besteht die Absicht, von dem lehteu Angebot der Eisenbahner noch weitere Ab ft riche zu machen. Wenn die Reichsregierung diefen Abfichten Rechnung frägt, übernimmt fie die Verantwortung für eine Enfwiflung, die unverzeit meidlich ist und die aufzuhalten teine Gewerkschaft und teine Reglerung imflande fein wird. Die Dinge liegen heute fo, daß 3. B. in Berlin Reinemachfrauen beffer bezahlt werden als EisenbahnDer Micumkonflikt. Vorbereitung von Repreffalien. Baris, 3. April.( WTB.) Havas meldet aus Düsseldorf: Le Crocquer sute früh in Düsseldorf eingetroffen. Er hatte fofort eine lange Unterredung mit General Degoutte und dem Präsidenten der Micum, Frangen. Der Minister begab fich fodann in das Ruhrgebiet, um an Ort und Stelle mit den Bejazungsbehörden die bis zum 15. Upril zu ergreifenden techni en Maßnahmen für die Sicherung der Repara tionslieferungen zu prüfen, für den Fall, daß vor diesem Zeitpunkt die Bedingungen für die Ausführung dieser Lieferungen nicht in freundschaftlicher Weise mit den Industriellen geregelt morden find. Das vierjährige Moratorium. Baris, 3. April.( WTB.) Nach dem Pefft Parifienfchlagen die Sachverständigen die Gewährung eines vierjährigen Moratoriums vor, nach dessen Ablauf Deutschland im ersten Jahre angeblich 2% Milliarden Goldmart zahlen soll. während des Moratoriums hätte Deutschland Sachlieferungen zu vollziehen und die Befehungsloffen zu bezahlen. Im ersten Jahre würden diese beiden Ausgabepoften durch eine internationale Anleihe auf der Garantiegrundlage ter Ellenbahnen gebedt werden. Die Leiffungen Deutschlands würden nach und nach ansteigen während der lehlen Jahre bes Moratoriums, falls die Finanzlage Deutschlands es geftatte, vielleicht Jogar Barzahlungen umfaffen. Militärkontrolle und Völkerbund. " P Eine offiziöse französische Antwort. Paris, 3. April( IB) Nash dem„ Betit Barifien" med ble weue beutsche Robe in der Frage der Militärkontrolle heute in einer Dertraulichen Sitzung im Sekretariat der Botschaftertonferenz und oin Gannabend wahrscheinlich in der Botschafterfonferenz selbst zur Eprache tommen. Da die Frage biesmal in rein politischer Gestalt vorliege, werde das Interalliierte Militärfomitee in Bersailles zweifellos nicht in Anspruch genommen werden. Unter dem Drnd der Schwerindustrie hat die bürgerliche Reichsregierung das Experiment verfucht, durch Berlängerung der Arbeitsund Herabdrüfung der Löhne die Wirtschaftlichkeit der Reichsbetriebe herbeizuführen. Diefes Experiment muß über turz oder leng zu einer Batastrophe führen, wenn Ihm nicht ein halt geboten mird. Es ist die höchste Zeit! Ruffisch- rumänische Spannung. Abbruch der Wiener Konferenz. 4 Bien, 2. April.( WTB.) In der heutigen Sigung der ruffisch rumänischen Konferenz gab der Chef der Sowjetdelegation Kre. stinsti namens der ruffifchen Delegation eine längere Erklärung ab, in der er feststellte, daß Rumänien Bessarabien entgegen dem Willen der erdrückenden Mehrheit der Bevölkerung in feiner Macht halte, und die Forderung der rumänischen Regierung, die Sowjet regierung folle Beffarabien als Bestandteil Rumäniens anerkennen, entschieben ablehnte. Die Sowjetdelegation fchlägt vor, an eine gemeinsame Beratung der Boraussetzungen der Organi. fierung einer Boltsabstimmung in Bessarabien heran zutreten, benn nur fo werde die rumänische Regierung imftande fein, fich von der Anflage zu befreien, daß fie Bessarabien ebenso gewalt jam und ebenso gegen den Willen der Bevölkerung in ihrer Macht halte, wie es mit det in der Mehrheit von utrainischen Bauern be öfferten Bukowina der Fall sei. Sodann wiederholte die rumänische Delegation ben schon in der letzten Sigung bekanntgegebenen Stand. punkt der rumänischen Regierung. Da die Standpunkte der beiden Delegationen nicht mit einander in Urbereinstimmung gebracht merben fonnten, wurde die Arbeit der Konferenz für be. en det erklärt. Die Delegationen verlassen in den nächsten Tagen Bien Truppenanfammlung in Bessarabien. Mostan, 3. April( DE). Rumänien hat, wie die Prawda" berichtet, in den legten Tagen zahlreiche Truppen aus Transinl panien und der Balachei nach Bessarabien verlegt; die Zahl der rumänischen Gendarmen an den beffarabischen Grenzen ift bedeutend verstärkt worden. Wie beffarabische Flüchtlinge berichten, habe die Siguranza( rumänische politische Bolizei) einen Ueber. wachungsdienst eingerichtet, deſſen drückende Beſtimmungen die Er. regung und Erbitterung der Bevölkerung immer mehr steigern. Es fällt in Beffarabien anf, daß auch die oppofitionelle rumänische Breffe, die bisher die scharfen Maßnahmen der Regierung mißbilligte, plöglich umgefchwenkt ist und in der Tonart der Regierungspresse fhreibt. Der Chef des rumänischen Generalftabes in Polen. Warschau, 3. April.( DE) Auf Einladung des polnischen Kriegsministers ift der Generaladjutant bes Rönigs, Florscu, der stellvertretender Chef des rumänischen Generalftabes und Leiter der Operationsabteilung in demselben ist, in Warschau eingetroffen. Der rumänische General will sich mit den Einrichtungen der polnischen Armee bekanntmachen und wird auch noch die Städte Bilna, Krakau und Bosen besuchen. Die Saarfrage im Oberhause. In einem fichtlich beeinflußben Leitartikel bemerkt der Bett Parifien zu ber Angelegenheit, die ganze Welt habe vorgestern er. fahren, daß Stresemann vorschlage, bie Untersuchung des Standes der Rüstungen in Deutschland dem Böllerbund zu übertragen. Dagegen habe sie nicht erfahren, baß diefe Unter suchung gewissermaßen abhängig gemacht werde von der Durch führung eines allgemeinen brüstungsplanes, wohin gegen der Friedensvertrag Deutschland die Beachtung der in Ber failles festgesetten militärischen Bestimmungen zur Pflicht mache, die Borausfegung einer allgemeinen Einschränkung ber Rüstungen fei. Die Alliierten und insbesondere die franzöfifche Regierung seien von einem zu lebhaften Wunsche beseelt, den Bölkerbund wachsen und gedeihen zu sehen, als daß sie sich nicht bereits mit der Möglich. Condon, 3. April.( BTB.) Im Oberhaus erklärte Lord Bar feit einer 3nanspruchnahme des Böfferbundes moor auf eine Anfrage Lord Burtons über die legte Gigung des in ber Militärfontrollfrage beschäftigt hätten. Aber die Fragen dürf Bölfertundrates in Genf u. a, er hoffe, daß die Bereinigten sen nicht durcheinandergeworfen merben. Die technische und die Staaten, bie viel für die notleidenden Rationen Europas getan hätten, in nicht ferner Zeit Mitglied des Bölkerbundes werden juristische Frage sei eins, die politische Frage elmas ganz anderes. würden. Er fei ftets der Ansicht gemefen, daß bezüglich bes SaarCondon, 3. April.( TB.) Die Breffe enthält bisher keine An- gebietes an bem bisher Geschehenen viel zu tritifieren gemefen gaben über ben von englischer Seite gegenüber der deutschen Antei. Obgleich eine endgültige Lösung noch nicht erzielt worden fei, wortnote in der Frage der Militärtontrolle eingenommenen Stand fei mit Bezug auf das Recht der Saarbewohner, sich nach Wunsch zu punti unb besdyränti sich darauf, aus Baris mitzuteilen, baß bie bemegen, ferner mit Bezug auf die Stärte der örtlichen Gendarmerie beutsche Mote bort einen un günstigen Einbrud gemacht und auf die Wahl eines geeigneten Bertreters der Einwohner als habe. Bon amtlicher englischer Seite wurde gestern abend erklärt, eines ber Mitglieder der vom Bölferbund ernannten Saarfommifein Kommentar zu der deutschen Note sei nicht möglich, da der for, bas befte Berfahren, das unter den augenblicklichen Umständen möglich sei, angenommen worden. Lord Barmoor erklärte weiter, Wortlaut hier nicht vorliege. es fei unmöglich, in angemessener Weise die größeren Fragen zu be handeln, die vor die Kommiffion tommen würden, bevor Deutsch land nicht Mitglied des Böllerbundes fei. Uebertritt eines fommunistischen Abgeordneten zur Sozial demokratie. Genoffe Beus teilte als Präsident des Anhaltischen Landtags bei der Eröffnung der Sigung mit, daß der fommuni frische Abgeordnete Bu! zur Sozialdemokratischen Partei und Landtagsfraktion übergetreten ift. Lord Cecil erklärte, der Nachteil der Saarregierung sei amei. fellos, daß sie zu sehr nach einer franzöfifchen Regierung ausfehe. Je eher die franzöfifche Besatzung zurüdtomme oder vermindert werde, um[ a besjer fei es. Bruderkampf im Zentrum. Der Ritt nach Bayern. Der Beschluß des Reichszentrums, bei den kommenden Reichstagswahlen der Bayerischen Volkspartei mit eigenen Kandidaten entgegenzutreten, wird im heutigen Morgenblatt der Germania" in ausführlicher Darstellung begründet. Daraus geht hervor, daß der Borsigende der Zentrumsfraktion im Reichstag, Fehrenbach, am 12. März an den Bors fizenden der Bayerischen Volkspartei, Leicht, ein Schreiben gerichtet hatte, in dem sich das Zentrum bereit erklärte, auf die Aufstellung eigener Kandidaten im rechtsrheinischen Bayern zu verzichten, menn 1. der Zentrumskandidatur des bisherigen Abgeordneten Hof. mann( Ludwigshafen) für die Pfalz feine Schwierigkeiten be reitet werden, sondern Unterſtügung zuteil wird und wenn 2. im Gegensatz zu den letzten Wahlen etwaige Gegenfandidaturen aus dem bisherigen Zentrumslager( chriftlichfoziale usw.) im übrigen Deutschland dortsfeits teine Förderung finden. Für diesen Fall mar auch eine Listenverbindung in Ausficht gestellt. Die Bayerische Volkspartei ließ jedoch dieses Schreiben unbeantwortet und erließ am 19. März in ihrer Korrespondenz eine öffentliche Erklärung, daß sie die Listen Derbindung ablehne und daß sie dem bisherigen Zentrumsvertreter der Pfalz im Reichstag, dem Abg. Hof= mann Ludwigshafen, einen eigenen Kandidaten entgegenstellen werde. Diese Kriegserklärung ist nun vom Reichszentrum mit dem Beschluß beantwortet worden, in allen vier bayerischen Reichstagswahltreisen eigene Kandidaten aufzustellen. Die„ Germania", die begreiflicherweise den offenen Ausbruch eines solchen Bruderkampfes im Lager des katholischen Deutschland bedauert, benutzt die Gelegenheit, der Bayerischen Bolkspartei ihre Sünden am Reich vorzuhalten: Es ist die besondere Schuld der Bayerischen Volkspartei, wenn sich in München das Zentrum aller rechtsradifalen hochverräterischen Bestrebungen bilden fonnte. Heute möchte sie zwar diese Geifter des Hochverrats wieder gerne loswerden, weil sie sich auch als Gegner der Bayerischen Sonderbestrebungen entpuppt haben. Aber das fann nichts daran ändern, daß fie diese hochuerräierischen Bestrebungen in grober Fahrlässigkeit groß werden ließ, daß sie mit Schuld daran trägt, wenr der Bestand des Reiches und sein Ansehen nach außen außerordentlich gefährdet worden ist. Aber diese Asylgewährung an die Urheber und Mitverbrecher des Rapp- Butsches war nur eine Begleiterscheinung, eine Frucht der bösen partitularistischen Politit, welche von der Baye rifchen Bolkspartei seit ihrer Sezession eingeschlagen wurde. 3entrumspartei fann nicht mehr länger geduldig zusehen, wie die Bayerische Boltspartei mit ihrer Politit, die in dem Grundsatz gipfelt:„ Bayern den Bayern!", den Reichsgedanken weiter schädigt. gewesen, nie aber für einen Föderalismus", der das Reich, im Die Zentrumspartei ist immer für einen organischen Föderalismus günstigsten Falle, zu einer Dienstmagd Bayerns herabwürdigt, wie es von der Bayerischen Bolfspartei ohne Zweifel ge. mollt wird. Innerhalb der Bayerischen Bolfspartei haben Kräfte Einfluß gewonnen, die vor der November- Revolution 1918 im liberalfonservativen Lager standen, und die ihre Haupttätigkeit darauf anlegten, die bayerischen Ratholiken und früheren Bolkspartei ist ja bekanntlich schon vor der Revolution im Ro Zentrumsleute dem Reichszentrum zu entfremben. Die Bayerische vember 1918 als neue Partei von den Herren Dr. Heim und Dr. Schlittenbauer fonzipiert worden, und zwar als eine Partei, bie aus allen Lagern außerhalb der Sozialdemokratie die christlichen Elemente vereinigen sollte, um unter Abstreifung der früheren Bariei. form den Sozialismus zu bekämpfen und den Stammesgedanken zu pflegen. Die alte Bayerische Zentrumspartei hat am 13. November 1918 in München das Programm diefer neuen Bayerischen Volks partei" angenommen. der programmatischen Erilärung: Das Berliner führende Zentrumsblatt schließt mit folgenDem kommenden Reichstage stehen gewichtige Aufgaben bevor, die die Bildung einer starten verantwortungsfreudigen Mehrheit zu einer unbedingten Notwendigkeit machen. Es besteht feinerlei Gewähr mehr dafür, daß die Bayerische Bolkspartei die Reichsgefinnung aufbringen wird, die notwendig ist, um an der Lösung dieser schwierigen Aufgaben unter hintansehung ihrer partitularistischen Sonderbestrebungen mitzuhelfen. Die Zentrums partei aber fann das bisher von ihr geleistete Wert nicht gefährden laffen, fie muß selbst so start wie nur möglich aus dem Wahlkampfe hervorgehen, es muß ihr daran liegen, eine Regierung der Mitte zu ermöglichen, die einen breiten Boden im Reichstag findet. Und barum wird es ihr Gewissenspflicht sein, in Bayern als werbende Barbei wieder auf den Plan zu treten, bei allen denjenigen Bayern zu werben, die die Schädlichkeit der BayerischenBolts partei.Politit erkannt haben, und ihnen Gelegen beit zu geben, in und durch die Zentrumspartei für die Förderung bes Reiches und des deutschen Boltes positin zu mirken. Das Reichszentrum ist also zunächst nicht gewillt, fich int die Gefolgschaft der deutschnationalen Partei zu begeben, die foeben erst auf ihrem Parteitag dem Spizenfandidaten der deutschvölkischen Reichsliste, Herrn Ludendorff, eine ftür. mische Huldigung bereitet hat. Um einen Rechtsblod unter deutschnationaler Führung zu verhindern, geht es fogar gegen feinen losgesprengten bayerischen Teil, die Bolkspartei, in den Kampf. Bleibt das Zentrum bei dieser Haltung, so tann man fich taum vorstellen, wie die Blütenträume der Deutschnationalen in Erfüllung gehen follen. Denn daß Bölkische, Deutschnationale, Deutsche und Bayerische Bolksparteiler zu fammen im neuen Reichstag die Mehrheit gewinnen fönnten, baran denkt fein vernünftiger Menfch, und außerdem würbe eine solche Mehrheit feinen Tag lang zusammenhalten. Diese Rechtsmehrheit wäre in fich vollständig brüchig und zersplittert und feinen Tag regierungsfähig. 3eriplitterung also rechts, 3ersplitterung auch in der Mitte. Sie drückt sich schon darin aus, daß die Deutsche Boltspartei mit dem einen Flügel eine Rechtspartei, mit dem anderen aber eine Mittelpartei ist. Aber der stärkste Beweis für die Kraft der Zersplitterungstendenzen ist doch die Tatsache, daß felbst der Zentrumsturm ihnen nicht standgehalten hat, von dem es doch hieß, er stehe fester nach jedem Sturm". Die Bayerische Boltspartei ist durch die grauenhaften Blamagen, die sie in der legten Zeit erlitten hat, so geschwächt, daß das Zentrum von ihrer Gegenoffenfiveim Reich außerhalb Bayerns offenbar wenig befürchtet. Aber sicherlich wird es sich auch darüber klar sein, daß von jetzt an die Gefahr besteht, die bisher regionale Spaltung fönnte fich in eine politische und soziale durch das ganze Reich hindurch verwandeln. Denn wenn es in der Bayerischen Boltspartel stets Elemente gegeben hat, die innerlich dem Reichszentrum verwandt waren, jo fehlt es im Reichszentrum auch nicht an Leuten, die sich der Bayerischen Bolkspartei feelisch außerordentlich nahe fühlen. Die starte Parteidisziplin mag einstweilen Gezeffionsgelüfte im Reich außerhalb Bayerns verhindern, daß fich aber die Deutschnationalen und die Schwerindustrie ihre Förderung ganz außerordentlich angelegen lassen sein werden, darüber wird auch in führenden. Zentrumstreifen nicht der geringste 3meifel bestehen. Die Borgänge im Zentrum find auch nur ein Symptom der ungeheuren Berwirrung, die seit dem unglüdlichen Ausgang des Weltkrieges in allen Kreifen rechts von der Sozialhemofratie eingeriffen ist. Auf der einen Seite dämmert die Einficht, daß eine neue Zeit gekommen ist und daß diese neue Zeit auch neue Aufgaben stellt, die mit neuen Mitteln zu lösen find. Auf der anderen Seite flammert sich ein unflares Denten desto verzweifelter an die Jdole der alten Zeit, Throne und Parademärsche. Auf der einen Seite wächst die Er tenninis, daß ein freies Staatsbürgertum auch nach der sozialen Seite hin feine Auswirkung und Fortsetzung erfahren müffe, auf der anderen Seite verteidigt das Großfapital hinter Gelbfadbarrikaden ben alten Standpunkt der Herren im Haufe". Die Arbeiter, Angestellten und Beamten sehen dieses Treiben. Und gäbe es einen Gott, der ihren Blick erhellte mit einem Schlag müßte ein Gebante alle Hirne durchzucken: biefem Wirwarr, dieser Zerfplitterung im bürgerlichen Lager eine gefchloffene Macht ente gegenzustellen. Was fönnte die Maffe des mit Kopf und Hand arbeitenden Bolles morgen politisch bedeuten, wenn sie sich heute noch entschlöffe, eins zu fein! Leider gibt es noch allzuviele, die glauben, sie fönnten die Position der Ar Arbeiter im Klaffenkampf dadurch stärken, daß fie im Arbeiter fager hasselbe Durcheinander anrichten, wie es bei den Bürgerlichen besteht. Splitter und Trümmer, Trümmer und Splitter, rechts und fints, links und rechts. Eine ftarfe, einbeit liche Sozialdemokratte ist die Trägerin ber 3utunit! Deutschnationale Lügenbeutelei. Drhander behauptet und Eneift dann. In der Berliner beutfchnationalen Breffe veröffentlicht ber Sanbtagsabgeordnete unb„ Geheime Oberregierungsmat a. D." Dr. B. Dryander folgenden Briefwechsel, den wir als Dolumenie deutschnationaler Wahrheitslebe hier vollständig widergeben: Der Breuß. Ministerpräsident. Berlin W. 8, den 17. März 1924. Wilhelmftr. 63. GEM. II, 766. In Ihrem in Nr. 84 bes Tag" enthaltenen irtifel„ Die Berrüttung der preußischen Berwaltung" haben Sie Aeußeruren, die ein der Deutschen Boltspartei, ein bem Sentrum angehöriger und ein zurzeit sehr fintsgerichteter preu sischer Ministerialbtrettor Ihnen gegenüber getan haben follen, zum Ausgangspunkte Ihrer Ausführungen gemacht. Auf Befchluß bes Slaatsministeriums hot megen biefer angeblichen Reußerungen eine Rundfrage bei sämtlichen preußischen Unerhört! Bon Erna Büsing. Es regnet. Unaufhörlich flatschen die Tropfen auf den Asphalt der Tauengienfiraße, die Schaufenster befommen einen Behang von diden, muddigen Schmußlprigern, Fahrdamm und Fußsteig werden ein brauner, breiter, schmieriger Brei. Die Menschen geraten in einen fröftelnden Temperamentszustand, imb bie Füße treten bebachtfam auf, als ob der Schuh Angst vor den Tatsachen hätte. Eine Filmbiva enttrippelt ihrem Auto. Sie trägt braunfeibene Sühchen mit Granatagraffe. Geht vorsichtig und taucht fle boch tief Sühchen mit Granatagraffe. Geht vorsichtig und taucht fie doch tief in den Schmuß. Dieses Mobepüppchen hat sich selbst sehr verzogen und nennt das Künstlereigenwillen, ftaret entfest auf die Schühchen und überlegt angestrengt, wem fie die Schuhe wohl schenken fann, denn sie bann fie boch nicht wieder anziehen. Ministerialbirettoren flattgefumben. Ihr Ergebnis mer negatis: 1 jämtliche Ministerialbirettoren haben inhaltlich ertiärt, daß sie zu Ihren Ausführungen bzw. den von Ihnen gezogenen Schlüffen feine Beranlaffung gegeben hätten. Ich bitte ergebenft, hierzu Stellung zu nehmen und Ihre Stellungnahme mir gefälligft bald mitteilen zu wollen. In Bertretung ges. eismann. An bas Mitglied bes Bandtags Herrn Geheimen Oberregierungsrat& D. Dr. n. Drŋander Abgeordnetenhaus.. Darauf hot Dr. v. Dryander folgenbes geantwortet: Preußischer Lanbieg. Berlin 23. 11, den 28. März 1924. Brinz- Albrecht- Str. 5. Bei Rüdfehr von einer Bahlreise erhalte ich die gefällige, etwas vertlaufulterte Mitteilung vom 17. d. m. St. M. II. Str. 766 nach der fämliche Ministerialbirettoren in balt lich" ertlärt hätten, daß fie zu meinen Ausführungen bzw. ben von mir gezogenen Schlüffen teine Beraniaffung ge geben hätten". treffen, trotzdem Hergt die jüdischen Geber, earp ble fibifcher wähler nur gar zu gern nahm. Bei ben Baltischen finden fie Zeing Gnade. Sie sind die leefentos gewordenen Bartzien der Retten" und müssen sich zudem bescheinigen laffen, daß fie- fosial rücftändig find! Auch die Deutschnationalen haben es nicht leicht im Kampi um die Diäten! Freunde der Hakenkreuzler. Die Münchener oft hatte vor einiger Zeit behauptet, be bagerische Industriellenverband habe der Böl fifchen Großbeutschen Arbeitsgemeinschaft unter ber Bebingung 100 000 Goldmert angeboten, baß sie ben Berband von den zu erwartenden Mandaten mei Sige über last Rach langem Schweigen muß der Berband nunmehr zugeben, bas bie banerische Industrie ihr nahestehende Parteien im Bab lampf mit Geldmitteln unterstützt. Einer Meldung der Boffischen Seihung" zufolge hat sich bie .Deutschpoltische Freiheitspartei" in Medienburg für Die betreffenden Aeußerungen sind in meinem Artikel worthie Reichstagswahlpropaganda die Reichswehrmusit aus fich wiebergegeben. Sie enthalten Urteile, zu benen jeber Staats- Bajewalt mit Dauervertrag engagiert beamte berechtigt ist und die eine Befugnis bes Staats. minifteriums au inquisitoris en Maßnahmen nicht begründen. Indem sie das Beftehen einer Mißwirt schaft und eines empörenden Hemterfchachers behaupten, fouftafieren sie Tatsachen, ble notorisch find, und die bel affen in ben Traditionen des Ordnungsstaates wurgelnden vorgebilde. ten Beamten ohne Unterschieb der Partei und bis in die höchften Member hinauf eine von Jahr zu Jahr gestiegene Empörung aus 18fen. Sum Hafenfreugrummel bel ber Feier file den fm fran sösischen Rerter verstorbenen Billi Drener bemerkt das Berliner Tageblatt:„ Böllig unbegreiflich ist es, daß drei Minister der Republi?, die Herren Jarres, Geßler und Graf Samig, nicht rechtzeitig verlangt haben, eine Feier, an der sie sich mit Recht be telligten imb bem Toten den Dant des deutschen Bolles überbrachten, bürfe nicht zu einer Demonstration für ben overrat verzerrt werden, und baß man, tross ber Beteiligung diefer den res publitanischen Staat vertretenden Minister, bie bzeichen Uniformen und Fahmen der Staatsfeindlichfeit überhaupt Die bemnächst zu erwartende grundlegenbe mgestaltung diefer bankrotten, flaatszerstörend wirkenden Berfonalpolitik wird übrigens nicht nur von berufsmäßig vor gebildeten Berwaltungsbeamten, sondern von einer großen Wehr helt des preußischen Bolles als bringlich empfunben. Bielleicht trägt es zur Beschleunigung bei, menn ich auch diesen Anlaß beugelaffen hat. Engar bas grotest milde Münchener Urisil hat fone nube, auf bis fort greitenbe Untergrabung unb ftatiert, daß Hitler ein hoch verräter unb brei Reidys fchmere& ompromittierung bes preußischen Staates in minifterein Demotrat barunter haben gestern, unier ameifen, weshalb ich auch 3hr gefälliges Schreiben mit meiner ben Mugen der Welt, zwischen den Symbolen bes papere Antwort der Deffentlichkeit übergebe rats geftanben, als fei folche Nachbarschaft die hormiofeste Selbsta verständlichkeit. Genehmigen Sie, Herr Ministerpräsident, den Ausdrud aus gezeichneter Hochachtung. Thüringer Justiz. Die Fahnenspite des Kriegervereind. Zu der Zeit, als bas Bayerische Boltsgericht h München zeigte, wie heute Hochperräter behandelt werden, bewies ein thüringisches Gericht, die Straffammer beim Amts, gericht in Sondershaufen, in einer Gerichtsverhandlung, welche in Rottleben stattfand, welchen ganz anderen Rechtsschutz als die Bere fassung die Fahnenipige eines Kriegervereins und fein swargweißrotes Fahnentuch genießen. gez. Dr. von Dryander, M. b. 2. Abgesehen von dem anmaßenden Ton diefes Schreibens- der deutsamationale Abgeordnete wieberholt einfach Behauptungen, die ihm foeben als erlogen nachgewiefen sind, Entweder iſt fich der Herr Abgeordnete und Geheime Oberregierungsrat a. D. sich ber Birtung feiner Borte nicht bewußt, bann fann er einem leidtun; oder aber er i ft sich darüber klar, dann hat er drei führende Beamte des preußischen Ministeriums ber elige besichtigt! Benn alle preußischen Ministerialbirettoren erflären, fe hätten dem Dryander feinerlei Anlaß zu seinen Behauptungen gegeben, fo hed entweder Dryander gelogen aber die brei mini. terialbirettoren, bie auf dienstliche Anfrage falsche Ausfunft gaben. Dryander nenni die Namen derer nicht, die ihm an gebliche Mitteilungen machten. Er tann fie augenscheinlich nicht nemen, meil er sie nicht weiß, das heißt, weil sie von ihm erfunden in. Denn wenn sie eriftierten, müßte er ste nennen, benn mit Beuten, die ihm solche Mitteilungen machen, fie machher aber ab leugnen, tönnie doch selbst Dryander nichts anfangen, menn er, ber Sohn des Oberhofprebigers, etwa in Bälbe an Stelle des Herrn, und außerbem empfanben die Arbeiter bas Seigen ber Farben Bölig preußischer Ruftusminister werden follie, Die„ Seelenlofen". And dem deutschvölkischen Wahlankenf. Sorben wird der Wahlaufruf der Deutschvölkischen veröffentlicht, ber die schon hinlänglich bekannten Bhrafen gegen Judentum und Margismus enthält. Nur ein Bunft ist von aktuellem Intereffe. Die Freiheitspartel" versichert, baß sie in Front stehe gegen A Am 13. September 1923 murde in Rottieben ein Mitglied des dortigen Kriegervereins beerdigt, und an der Beerdigung nahm ber Berein mit Mufit und dem fchwarzweißroten Banner tell Diefe Sahne, melche einem 1912 aufgelöften Kriegerverein gehörte, war nach einer in Rohileben melinerbreiteten Auffaffung nichtigen. tuin bes neuerdings gegründeten Kriegervereins, pielmehr der Rizde zur Aufbewahrung übergeben. Is ber Kriegernerein bei der Beerdigung bie Bahne trug, fab man bies als unberechtigt bes Stailerreidys als Berit pß gegen bas Gefes zum Shuge ber Republif: infolgedeffen forderten fünf Arbeiter, baß bie Fahne zum Ortsfhuizen gebracht werde. Die Mitglieber bes Rrieger. nereins wiberfeßten fich dem, und es fam zu einem Bedränge und Gezerre, bei dem ein Angeklagter die Fahnenspie ab machte und ein 3ylinderhut herunterfiel und eine Beule belam. Auf Grund dieses Tatbestandes wurde wegen schweren Land. Die fich national nennenden, aber von den Hemmungen ihrer josial tidfländigen und überBapitalistisch wirtschaftlichen Borstel. fungen feelentos gemachten allen Parteien der fogenannten Rechten, denen auch tausend völkische Fanfaren tein pöllisch oder Berteidiger, Genoffe Dr. Rurt Rosenfeld Berlin, gegen aiales era einblasen fönnen.... Da geben sich nun Hergt und Bestorp gleichermaßen Mühe, zu beweisen, daß sie an Antisemitismus die Genzvälfischen noch über Christus im Velodrom. Sn ben Ausstellungshallen am Raiserdamm, an ber Stätte, bie einft eine Musstellung herrlicher Delifabewürfte und Rollschinken beberbergte, wo sich diefe ladierte Zeit im lange Taufender von mübe iraten, geht jeht ein geistliches Schaufplet vor fich. Die reis Automobilen( piegelte, wo zuleht fich die Sechstagefahrer die Beine burger Bottspaffion wird dort unter Beitung des Chriftus 2. Faßnacht und feiner Familienmitglieder in einem prunfvollen Rahmen unter Aufwendung eines großen zenischen Apparates und einer Stomparferie von 2000 Berliner Fräulein und Männlein ge( pielt. Auf einer ungeheuren Stufenflucht, bie nach hinten anfteigt, erhebt fich eine palaftartige Tempelfront mit Kusblicken in die Stadt Berufalem und im Mittelbogen auf den Delberg und Golgatha Es ist alles sehr schön und fest aufgebaut, und die Waffen sind bemüht, fo amangios mie möglich sich in der Rolle des Boltes von Jerufalem zu bewegen. Die Freiburger Bassionsspieler haben von Reinhardt imb Jeßner gelernt, fie arbeiten mit Borhängen fehr gefchickt und wiffen bie Beleuchtung in ihren Dienst zu stellen. Bom alten Bolls faufpiel, wie es Oberammergau pflegt und wie es ble Freiburger auch in ihrer Heimat gut und eindrucksvoll vor Augen führen, ift nur sehr selten verstehen, den Zuschauer aus der Bangeweile zu faft nichts mehr übriggeblieben Mittelmäßige Darsteller, die es reißen, die ihn bel ben breiten abbonblungen unwolderstehlich über fällt. Sm großen und ganzen verläßt man fidy allzu fehr auf den großen Apparat, der allerdings zur Zufriedenheit funktioniert, aber das Ursprüngliche und Echte, das vielleicht in biefen Menschen lebt, völlig unterdrückt. Der Chriftus daßnadys ift gut im Bildhaften, gut in ber Gefte, aber seine Borie erschüttern nicht. Die stärkste Leistung gab der Jubas eines ungenannten Darstellers. Der tragische Höhepunkt der Leidensereimiffe, bie Streuzigung, brachte es nur gang furs au einer farten wirtung. Die Dame, die nur auto fährt, das heißt, wenn es jemand be zabit, stelzt auf engen, tiefausgeschnittenen Schuhen und hohen Haden hin und her, wie der Kranich im Zologischen Garten, wenn im Raub tierhaus die Bören brüllen. Sie verspürt den Straßenfchmug im Schuh und durch den hauchfeinen Strumpf hindurch unter den Fuß fohlen. Sie geht hin und her, tritt abwechselnd hin zuerst mit den Zehenspitzen und her zuerst mit den hacken auf und erwartet, tätte fchaudernd, mit 51 Brozent Aussicht auf Erfolg, den Anschlich. Das junge Ding, das durchaus nobel fein will, hat zwar ein märts gedrehte Gelenke, trägt aber dennoch niedrige Schuhe, unter denen es die Haden bald wegläuft. Die Schuhe haben, infolge des anormalen Drudes, fich feitlich geweitet, fle fchlürfen das Regen maffer auf und werden innen zu einer Straßenschmugablagerungs. stätte Aber, mas macht's, bas junge Ding fommt fich nobel nor gegenübersteht. nh gleiset mit naffen, falten Füßen über das Tauenhienpflaster. Die Naturfreundin, nicht aus Naturtrieb, fanbern aus modischer Radhaffungsmanier, schiebt in Sanboten mit Bochmuster einher. Quill, qualfo dringen Schlamm und Regenmaller ein. So macht die Naturfreundin mit her Naturgemalt Belannifchoft, fet es auch nur auf der Tauengienstraße. Die vernünftige Frau geht felbstbemust. ficheren Schrittes; fie trägt hohe, derbe Leberstiefel, die weber Regen noch Straßenschlamm durchlaffen. Daher tommt eine Belle der Entrüftung über die zivilisierten, tulturbewußten Dämlichkeiten. Und die Filmbina, bie Dame, die nur Auto fährt, das nobel sein wollende junge Ding und die Natur freundin find allesamt geld aufgebracht, gefchloffen in der Abmehr bewegung; le muflern die nernünftige Frau, und in ihren Cesichtern steht das eine Bert: Unerhört". Es geht eben nicht an, diese Baffionsspiele pon der Stärke, we fie geboren, in eine Belt zu verpflanzen, die ihr fremb umb tühi 9. friedensbruchs Antiage erhoben und der Staatsanwalt beantragis gegen denjenigen, der die Fahnenfplge abgenommen hatte, 1 Jahr Gefängnis, gegen brei andere Angeflagbe 8 Monate und gegen den fünften Angeflogten 6 Monate Gefängnis. Bergeblich protestlerie bie Anwendung des Bandfriedensbruchsparagraphen und gegen dies enorme Strafmaß. Das Gericht ging jogar noch über ben te trag des Staatsanwalts hinaus und verurteilte einen Angeklagten zu gefreffen. Wir fehrten nach Bunta Gorda zurüd und verfudyten num zu ferbe ben bichten Walb zu burchbringen. Die Bierbe janten öfters im Sumpf bis an den Beib ein. Wir erreichten endlich ein Indianerdorf namens San Pedro. Die Bevölkerung fteht auf einer sehr tiefen Rulturstufe, die Frauen iragen nur oberhalb der Taille erbe fomie lange Meffer milführten, schnitten wir uns buchstäblich Kleider. Mit unseren vier Führern, die Maja- Indianer waren imd den Weg durch den Busch, famen an einen Fluß, den wir im Boot überquerten, und bahnten uns bann wieder mehrere Rilometer meit den Weg durch das Dschungel, bis wir ganz unvermutet nor einem ungeheuren Schutthilgel ftanben. Die Indianer fällten bier Bäimme und suchten den Urmald zu lichten. Run erfannten mit, daß es eine riesige Erbpyramide war, von mächtigen Blöden aus Sandstein und Stalfitein umrahmt. Die Stelnaufbauten erhoben sich zu einer Höhe von 300 Fuß über dem Tal. Mis wir weiter im Buch vordrongen, fanden wir eine Reihe von Terraffen, die fich treppenartig aufrichte ten, alle auf einer ungeheuren Terraffe stehend, auf der fich fechs mächtige Steinpyramiden befonden. Die Terraffen allein umfassen einen Raum non etwa 2 Quadratkilometer. Es mar unmöglid), die gange Ausdehnung der Ruinen zu beurteilen. Aber es tömmen ins ganzen mehr als hundert Duadrattilometer sein. Epäter bie hinaufführte zu dem Gipfel einer Steinanlage von 182 Fuß Bänge gelangten wir zu einer mächtigen Steintreppe von 55 Fuß Breile, und 36 Fuk Brelte. Auf dem Gipfel biefes Baumerts entbedten mir Die Ueberrefte eines steinernen Grabgewölbes, das eingefallen war. nach Dr. Ganns Anficht waren alle diese riesigen Bauten Grabe gem8tbe der Briefter und Könige und gehören wahrscheinlich ber ersten Dynastie des Maja- Reiches an. Die augenscheinliche Abwesens heit von Steintempeln bestätlat diefe Anschauung. Dan wird baburdy ganz neue Austlärung über die Anfänge der Maja- Kultur erhalten. nach den Berichten der eingeborenen Indianer erstrecken sich diese Ruinen piele Kilometer nach jeder Richtung und stellen wahrscheine lich bie größte Rieberleifung der Ureinwohner auf dem amerikanischen Sontinent bar. Bir tauften die Stadt Bubaantun mas in der Maja- Sprache fopiel bebeuiet mie Berfallene Steine" Trifolge des Berluftes unferer Bferbe nußten mir die dreile non mehr als 80 Rilometern nach Bunia Garba auf dem Bluß machen. Bir fitten sehr unter Nahrungsmangel Stadhbem bie Entbeder in Belize ber Regierung Bericht erstattet hatten, erhielten fie eine turse grobungserlaubnis und wollen schon in diesem Bahr bie Forschungse arbeiten aufnehmen, die infolge der Lage ber Fuinenftabi im bicy festen Urwald natürlich große Schwierigteiten bieten und große Rosten derurfachen werden. Die Bunde sollen, soweit es möglich ist, nach England übergeführt werden. Die Entdeckung einer Ruinenstadt im Urwald. Gine Ruinenstadt her alten Raja- Ruttur, mie fie größer noch niemals auf bem ganzen amerifenischen Routinent aufgefunben murbe, ift non dem englischen Archäologen Dr. Gann und bem Forschungsreifenden Mitchell Hedges in Herzen von British honduras entdeckt worden. Die romantischen Umstände, unter bennen biefer großartige und in feiner Ausbehnung eingig daftehenbe Fund gelang, werben von Mitchell Hedges in einem Telegramm aus Mafit. Sichte Georginia gibt Sonntag nam. 3%, Uhr Belize in Britisch- Honduras geschildert. In zwei Kanoes waren bieber Bhilharmonie ein Konzert Frühling und Rhein. Solifters Reisenden mit faribischen Indianern den Rio Grande hinaufgefahren, find Ellen Ham Burger( Sopran) und ans snschel Aschaffenburg( Cello) als Dr. Banns Boot infchlug und die Reifenden sich an Band retten Der Chor hat ein neues Brogramm einftubiert; mehrere Schöpfungen bes mußten unter Berluft ihrer Borräte. Sie waren nun gezwungen, Dirigenten Mufidirektor Bil. Senschel erleben the Uraufführung. im undurchdringlichen Urwald porzubringen. Der Ürmald war von Ungeziefer verpeftet, schreibt ber Forscher, ,, und mir wurden joft bei lebendigem Leibe von den Mostitos auf Die neue Reinhardt- Bühne in Wien, das alte Jofepastabter Theater, bas prächtig renoviert ist, murde mit Gelbonis Romable Der Diener gweing Serren eröffnet. Reinhardt hatte einen großen Erfolg. einem Jahr, brei zu je neun Monaten und einen Ungetlagten zu fieben Monaten Gefängnis. Der Haushalt Berlins 1924. " Binterlegung und der Mitverwaltung fei tatsächlich erst burch bes Schiedsipruch vom 11. März erzielt worden. Berlin founte Das Nachrichtenant des Magiftrais tett milt: fagt das Hauptgefundheitsamt, auf ein Mitberwaltungsrecht ichoi Der Berliner Haushalt für 1924 legt fegt im vorläufigen b. deswegen nicht verzichten, weil ber Strete feineswegs be. fchluß vor. Es ist gelungen, Einnahmen und Ausgaben ins Gleichreit war, Berliner& tante und& rante aus dem gewicht zu bringen. Allerdings ift dabei die 3. Steuernotverordnung Banbein. tit biefer von der Stadtverwaltung tommendes ble Streis Zeltom bezüglich ber kosten gleich zu bes ( Mietzinssteuer und Megfall der Zuschüsse zu den fozialen Baften) wis nicht berüdsichtigt Ebenso nidn bie Erhöhung, welche Behälter, Berichtigung ber Berichtigung bes Streisausschusses schließen wu die Distuision. Bergütungen und Löhne vom 1. 4. 1924 ab erfahren. Ob bie Mietzinssteuer in der fürzlich beschlossenen Höhe ausreichen wird, um diese Mehrausgaben zu beden, steht noch nicht fest. Im übrigen ist der Haushalt aufgebaut auf dem Preisstand des perfloffenen Bierteljahres. Er schießt im Ordinarium in Einnahme und Ausgabe mit rund 314 Millionen ab, während im Extra- Ordinarium( Anleihen) nur 3 Millionen Goldmart vorge: fehen find. Das völlige Berfagen des Anleihemortbes macht cinft wellen jebe außerordentliche Wirtschaft unmöglich. Das Urteil ist um fo ungeheuerlicher, ots bie Fahne in der Bere handlung vorlag unb jestgestellt murhe, daß nicht nur nicht die Fahne und ihre Spige unbefäbigt mar, fondern daß fogar nicht einmai der Trauerflor, der an der Spige befeftigt mar, Schaben genommen hatte. Charakteristisch für diese moderne Thüringer Juftig war in der Berhandlung folgender Swoffejenfall: Die Angeklagten hatten be. hauptet, daß der Borsigende des Kriegervereins bei dem Zusammenstog mit den Arbeitern gerufen hatte: Wir fönnen die Fahne tragen, die Republik ist gestürzt. Die Kriegervereinfer bestritten bies, ein Arbeiter aber befchwor es. Daraufhin erklärte der Staatsanwalt den Zeugen augen Meinsibes für verhaftet. Infolgedeffen beantragte Genosse Rosenfeld vor der Urtellsverkündung, nochmals in die Verhandlung einzutreten und noch einen Zeugen darüber zu vernehmen, daß die Worte nom Sturz der Republit gefallen felen. Das Gericht gab biefem Antrage statt und in der Tat beschwor nun ein welterer Bon den Ausgaben entfallen rund 134 millionen auf 3ruge, baß der Borsigende des Kriegervereins in der Tat gerufen bie 3entrale Berwaltung, runb 180 millionen habe: Die Republif ist gestürzt. Der Staatsanwalt fonnte nun auf die Bezirksverwaltung. Bon diefer festeren 3aht mehr nicht umhin, ben schon für verhaftet erflärten Zeugen wieder wiederum entfallen rumb 76 MiDioran auf die 6 Sunenbezirte, runba freizulassen; natürlich erlebte man aber nicht, daß jehl der Bor- 104 Millionen auf die 14 Außenbezirke. Unter den Einnahmen er gende bes Kriegervereins verhaftet wurde. Bei den jetzt in Thi fcheinen die Steuern mit 187 Willionen, die Ueberschüsse der Berke ringen herrschenden Justiznerhältnissen dürfte er vor einer Anflage mit 7 Millionen. Im Vergleich zur Borkriegszeit ist der Anteil, der ficher sein. Berfe gering. Sie werden fünftig in erheblich stärterem Umfange Schließlich sei noch bemerit, daß das Gerlegt euf den Antrag die Rämmeret entlasten müssen, Bon ben Steuern entfallen rund her Berteidigung, ben Berurteilten Strafaufiqub zu gewähren 67 Millionen auf den Anteil an der Einkommensteuer und Rörper ganz anders als das Boltsgericht gegenüber ben Hitlerleutenschaftssteuer, rund 14 Millionen auf den Anteil an der Umfassteuer. gar nicht einging Die Grundsteuer ift bel 100 Bros. Suschlag wie bisher mit 31 mi fionen, die Gewerbesteuer bei 1 Proz. Lohnfummensteuer und 5 Bros. Ertragsteuer mit 40 Millionen eingestellt. Banken in Zahlungsschwierigkeiten. Die Unsicherheit, die erneut in den Börsenverkehr geformsmen ift burch die Zahlungsi mierigteiten persiebener Sentgeschäfte in ber Broving, erotterifiert die Tendenz ber heutigen Effettendorfe. Die Stimmung mar filos, e Ruris brödelten meiter eb. Es perfaucie an der Börse, bas noch mit weiteren 3abfungsschwierigkeiten im Banfgewerbe bestimmt zu rechnen fei. Außerdem wirkt auch die inzmifchen eingetretene Bersteifung des Gefbmarktes einer Geschäftsbesserung entgegen. Heute wurde für täglich Gelb 1% pro Mille täglich, und für valorifierte Monatstrebite 3 bis 34 Broz geforbert. Staturgemäß spielen auch politische Momente eine Rolle. Die wider sprechenden Melbungen der Parifer Breffe über den angeblidhen Jn halt bes Sachverständigenberichts tragen wesentlich zur Erhöhung Fer Nervofität bei. Auch die weitere Steigerung des franzöfifchen Frant, die gestern nachmittag eintrat und die fich beute noch behauptet, gibt Anlaß zu der Annahme, daß die deutsche Geschäftsmelt, besonders des besetzten Gebietes, durch die ftarten Schymanfungen der französiDer Magistratsabbau. Im Großen Stadtverordnetenausfuß, der die Neubelegung der Bürgermeisterftelle und den Abbau des Berliner Magistrats zu regeln hat, munde heute vormittag für bie telle bes Stadt baurats für das Bertehrswefen unb über die Stadtmedisinalrats it efle beraten. Mit einer 8ufe11s mehrheit von einer Stimme wurde der Abbaubes Stadt baurats für bas Bertehrswefen befchloffen, mäh rend eine Mehrheit fich für die Beibehaltung ber Stabi mebiginalratsstelle entschied. In der nächsten Sizung wird über bie Stelle bes Stabtfchulrates entschleben werben, um die zweifellos ber eigentliche Rampf geht. Im übrigen sind alle diese Beschliffe als Beschlüffe erster Befung des Wus chulfes zu betrachten. Der Blobfinnanders fann man es wirklich nicht bezeichnen ber ohne jede Ueberlegung ba au fammenbeschtoffen wird, ist in der Zat berartig, daß eine Korrettur unvermeidlich ift. Bir riefen ja schon barauf hin, daß bie„ Ger. mania" von den ersten Beschlüssen deutlich abrückte, und es ist offenes Geheimnis, daß auch in anderen bürgerlichen Berteien man bas einliebt, daß Berlin nicht gut zu einem Strähminkel mit 8 Stadiräten gemacht werden kann. Der Unterausschus, der die Aussiebung bz eingegangenen Bewerbungen für die Bürgermeisterstelle vornehmen soll, tritt erst morgen zusammen. Bei einer solchen Gejajätislage ift jet icon in gut wie fiches, baß mirtliche Enteibungen vor den Reichs tagswahlen, bie natürlich in den nächsten Wochen auch den Geschäfts gang ber Stabiverorbnetenverjanniung beeinfiulfen merben, nicht Die Wählerversammlungen am Mittwoch. Sin 1. Wahlkreis sprach Genosse Hirsch vor einem prah Regierungsmaßnahmen, feine treffliche Charatteristerung ber Li vollen Scal. Seine ruhigen Ausführungen, feine Rritif an bes tendorff, Hitler, Hergt und anderer nationaler Seiden, feine emifin Bornung an die Arbeiterschaft, dafür zu sorgen, daß rechts und realtionar nicht Trumpf wird im neuen Reichstag, fanden allge meinen Beifall. In der Debatte fprachen zwei Rommunisten als bann plöglich, wie wir im heutigen Morgenblatt bereits mis eine geteilt haben, ein fommuniftifer Stoßtrupp blutige Schlägerei infzeniecte, die eine treffliche Zllustration was ben Worten der fommunistischen Debatterebner, daß das He für die Arbeiterschaft nur von den Ronimuniften fomme! In einer Riefenversammlung im Schultheiß in der Hafem beide sprach Genoffe Eduard Bernstein. Die Kommunistes hatten es von Anfang an auf eine Störung der Bersammlung ab ecfehen. Eine doppelte Dronertette hielt aber den Eingang vom Garsen nach dem Bersammlungsraum befeft. Einige befannte rateefer wurden bereits nor Beginn an die frische Luft gefetzt Trotzdem erhob sich gleich nach Eröffnung, noch ehe Genoffe Bern fein feine Rede begommen hatte, ein Tumult, um den Redner gas nicht erft beginnen zu lassen. Unsere Ordner machten diesem Sdaufpiel ein schnelles und unsanftes Ende, indem sie diefs Rabaubrüber hinauswarfen. Genoffe Bernstein tonnte sein 1%. stündiges Referat unter Spannung nicht nur zu Ende bringen, Redner provozierenb sprachen ohne Swischenfall fonbern auch bie Diskussion vertief, of wohl einige tommunistische leber das Thema" Der neue Reichstag referierte Gen. Bartels in einer Wählerversammlung in Friedenau. Der Rehner behondells bie Chellung der Partei sur politischen und wirtschaftlichen Enb mielung ber legten Jahre und mandle fich scharf gegen die Dittatury bestrebungen von rechts unb fints. Besonders fennzeichnend ist bas Bestreben intereffierter Streise, den Reichstag in feber Weise vor der Deffentlichkeit herabzusehen was allerdings im Gegenfaj zu ihrem eigenen Wombathunger steht und beweist, wie fehr diese Herrschaftes den Reichstag als politisches Instrument zu schäben willen vor ausgelegt, daß er ihren eigenen ünschen entspricht. In der Dis. fuffion( prach ein Anhänger ber republikanischen Betterpar. tei, fomie mehrere Kommunisten, die aber gegen die fachlichen Ausführungen des Referenten nichts Entsprechendes vorbringen fonnten. Grundvermögenssteuer und Kleingartenpachten. fchen Bafuta erhebliche Berlufte erbeidet. Es handelt sich dabet nicht um Frankfpefulationen, sondern um die nunmehr zu erhöhtem Franfturs erfolgende Abnahme her in Grantreid bestellten Ware. Heute wurba an ber Berliner Börse in Tauschnertehr für das eng The fumb 72 bis 78 Grant bezahlt no nichten, insbesondere bietet die Bestimmung der genannten Ber Die Nachfrage ne Denifer bleibt ziemlich start. Immerhin scheinen die induftriellen Streife nicht mehr so große Ansu erwarten find. forderungen zu stellen, da ste hoffen, in absehbarer Zeit Depisen burch die Gelbbisfontbant zu bekommen. Ermäßigung der Börsenumfasstener. 30ti Birtung vom 7. April tritt gleichzeitig mit der herab febung der Bantprovifionen eine Ermäßigung der Börsenumfassteuer bei Attien und Balutaobligationen in Kraft. Die Steuer beträgt fünftig regelmäßig 1,5 Bros. für Kundengeschäfte unb 0.4 Bros. für Händlergeschäfte, bei Balutaobligationen der deutschen Länder und Gemeinden 1,2 Bros. für Kundengeschäfte unb 0,2 Bros. für Händlergefchäfie. Im Intereffe der Kleinaftien wird abweichend Don her bisherigen Regelung die Stener bei Attien nach einem Gruntbeirage von 10 Golemart berechnet. Die vorstehende Rege fung ist enthaiten in der Berordnung über die Umstellung der Wert papiersteuer und der Börsenumfaßfteuer auf Gold vom 2. April 1924, abgedrudi in Mr. 80 des Reichsanzeigers vom 3. April 1924. Die Berordnung bringt außerdem noch die Zusammenfassung der Börfest umfagfeuernerordnungen. Der Achtstundentag in England. Condor, 3. April.( EP) Der Arbeitsminister teilte im Unterhaus mit, daß ble Regierung demnächst im Unterhaus eine War. lage über ben Achtundentag einbringen werbe, und gmar unabhängig davon, ob die ausländischen Regierungen eine Challahe Mahnahme ergreifen. Konservativer Antrag gegen die Kapitalsabgabe angenommen. London, 3. April.( WIB.)( Unterhaus.) Sun Berlauf der Beratung iber einen fonferpatinen Antrag, in bem erflärt mird, die Erhebugn einer Kapitalsabgabe mürbe perhängnis hoff in her Frage der Beschaffung von Arbeit für die Arbeitslofen fein, jagte Cignes, die Regierung fänne teine Kapitalsabgabe var schlagen, bevor sie nicht die große Mehrheit des Landes hinter fich habe. Inbeffen gebe es tein anderes Mittel, die nation ale Sdulo, beten Zinfen eine Billion Pfund Sterling betrügen, wesentlich herabzusehen. Das Land würde binnen furzem begreifen, daß die Rapitalabgabe eine ernste Notwendigkeit fei, ble vam Bar tament behandelt werden müsse. Der Confervative Antrag urbe Parauf mit 223 gegen 160 Stimmen angenommen. Nichts ist für eine Sweldrittelmehrheit leichter, als von Seft 3 Zeit ihr zahlemmäßiges llebergewich: zu demonstrieren. Die nahme des tonfervollven Antragen, der eine Berurteilung bervon der Regierung gar nicht eingebrachten- Rapitalabgabe. enthielt, bezwete offenbar, die Arbeiterregierung zu bemütigen De indessen bie bürgerlichen Barbeien felbft fein eigenes Rezept miffen, um das brüdenbe Broblem der schwebenden Schuld zu lösen, dürfte ble Wirtung bieter Demonstration auf die englischen Wähler maffen eina gang mibere fein als es ihre Urheber münschen. Das Geständnis eines zum Tode Verurteilten. Nachdem durch Berfügung des Finanzministers vom 14. So muar b. 3. über die Nachprüfung und Berichtigung der Bewertungs grundlage der Wertvermögensfteuer biefe Prüfung insbesondere für die unbebauten, in der Umgebung non Städten und Industrie. orten belegenen Grimbitlide" angeordnet ift, dürfte sich, heißt es in einant Criaß das Ministers für Boltswohlfahrt, ein Weg finbes Ieffen, um auch das Rieingartenland vor fibermäßiger für le reingärtner untragbarer Grundsteuerbelastung au fügung hierzu einen Weg, in ber es heißt, baß Grundstüde her ermähnten Art nicht mehr in bem Umfang mie por bem Sriege als Baugelände angesehen werben tönnen, meil bie Bebauungsmöglich Mufflärung des Mordes von Hohenneuendorf? feit nicht mehr in bem Maße mie in der Borfriegszeit besteht. Der Morb von Hohenneuendorf, bez por ungefähr zwei Jahren Diele Beurteilung wird auf bie meisten Steingarten großes Aufsehen erregte, beschäftigt non neuem bie Kriminalpolizet. flächen autreffen, unb Heberloftungen biefer Flächen dürften am 14. Juni 1922 murden aus der Sägetute", einem an der Straße um fo eher zu vermelden fein, als es in der genannten Verfügung oben neuendorf- Bergfelbe mitten im Walde gelegenen welter heißt, baß auch in Zweifelsfällen es zur Bermeidung Do tieinen See, zwei Batete mit verschiedenen Zeilen einermenich Steuerhärten zweckmäßig fein werbe, bie Grundstüde nach Lichen Beiche gefunden. Nach ärztlichem Gutachten handelte es dem Ertragswert zu bewerten". Bei einer Bewertung nach diesen fich um einen mittelgroßen, etme 30-40 Jahre alten Mann mit Gefichtspunkten besteht fein Zweifel, daß die Grundvermögenssteuer vollem langem dunkelblondem Haar und vermutlich einem dunkel teigen wird. In einer gemeinsamen Berfügung des Minifters bes eine den Kleingärtnern felbft tragbar erscheinende Höhe nicht über, blonden Schnurrbart. Die Berlon des Ermordeten, ber an feinend aus der Landbevölkerung flammte, ift bisher noch nicht Innern und des finanzininisters wird ausgeführt, baß bei Grund frücken, die bauernb lanb ober forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen festgestellt. Nun wurde im pergangenen Jahre in Durlach ein 3weden zu dienen bestimmt find, und beren Gesamtwert bis zw frbeiter Affens 2011 heim festgenommen, nachdem er seine Ge lichte, eine Frau Hedwig Ruz geborene Hampel, mit ben Händen dieses Jahres ab herabgefest morben ift. Demnoch werben 200 000 m. beträgt, der Steuerfas mit Wirkung vom 1. Februar erwürgt, fich mehrere Tage bei der Enten in der Wohnung aurige bie Gemeinben, bie Sufchläge sur faallidh veranianten Grund halten und dann bie Leiche zufammengepreßt und in einen Sad genermögenssteuer erheben, bei Beitererhebung der Zuschläge aut ftedt hatte, um fie au pergraben. 3um Tobe verurteilt, er flärte biefer Mörber, bas er jegt gleich noch einen anderen Word mitobbiben molle, hen von Hohenneuendorf bei Berlin. Hier habe er einen Mann umgebracht, um sich in den Befig eines Betentes zu lesen, bas biefer befeffen habe. Den Namen des Crmorbaten zu nennen, meigerte er sich. Wilhelm wurde jetzt nad Berlin gebracht und bereits mleberholt perhört nunmehr hat er fein Getänbnis widerrufen und behauptet, daß er mit bem zweiten Morde nur habe prahlen wollen. Die Kriminalpolizei ftellte aber feft, daß Wilhelm zur Zeit des Hohenneuendorfer Morbes in Borgsdorf bei Oranienburg gewohnt hat. Dort lernte er auch feine Geliebte, die Frau Hedwig Kuz, fennen. Mit ihr zog er hann nach Bilhelm in Berlin viel in Berbrechertreifen partehrte und daß bei Durlach, weil sie bort Berpandie hatte. Es ist ferner erwiesen, bas ihm das Meiler sehr foder job. Der Verhaftete bat nerfchiebenilich unter folichem Namen gelebt, so bestimmt unter dem Namen Delar Döring. Ate, die ihn aus seiner Berliner und Borgsdorfer Bait unter feinem richtigen Namen ober auch unter dem Namen Dslar Döring fennen und über sein Tun und Treiben Auskunft geben fönnen, werden erfucht, sich unverzüglich bei Kriminalfommiffer Trettin im Simmer 103 des Bolizeipräsidiums melden. " Indenschilder." Ein Aft von ungewönlichen Bandalismus und außer ordentlich roser Befunung befäftigte des Amtsgeriet Schöneberg. Wegen Sachbefchädigung waren ber aufmann Donats, bet Oberregierungsfetretat quis und der kaufmann aar angeflagt. Ble printerlich, tourden im Juit vorigen Jahres nachts eine ganze Anzahl Silber bon Reto anwalten und Berater mit jüblich flingenden tamen in der Umgebung bee Bayerischen Blages gerirümmert. Donath foll am nächsten Tage geäußert haben: Mit biefem Sted bat mein Freund Schuls bie Judenfaliber gerichlagen, Bechts anwalt Dr. Artur Brandt hielt als Vertreter ber gefchäbigten Bergte und Rechtsanwälte bie Angeidulbinten uts und Donath für überführt und beantragte beren Bes xatung, bat jeboch, tras ber Roheit der Gefinsung bon einer Gefängniszafe barb au nehmen. Die biegerliche Wahrhelt hat übrigens in ber gleichen Sigung Das Gericht erkannte gegen Souls und Donath auf eine Gelb einen Gelegentwurf bes Gefumaheitaminifters 23heaten au Ball geftrafe son je 100 g an einer Gefängnisftrafe warbe nur mit bracht, her be rbeitstalen por ber Cymittierung en nacht auf beren bisherige Unbeidholtenheit Abftanb genommen. follte. Der Entwurf mußte angesichts bes Cinfpruchs ber Biberalen Der britte Angeklagte wurbe mangels Beweises freigesprochen. zurüdgezogen werben. Auch diefer Steg ber Bürgerlichen mag ihnen teurer zu stehen kommen als der Arbeiterpartei ihre„ moralischs Niederlage". Stabt Berlin und Kreis Teltow. Ueber den im Vorwärts mehrfach erörterten Streit ber Stadt Berlin und des teises Teltow um bas reietranten Louben, 3. April.( TB.) Das Unterhaus tehnte mit 207 baus au Bidterfelbe äußerte fich noch bas Berliner gegen 188 Stimmen einen Antrag mehrerer Arbeitermitglieder Sauptgefundbeitsamt. Bu ber bom Kreisausschus bem ab, bie Todesstrafe für militärische Bergehen abzuschaffen. Barmaris fiberfanbten Berichtigung( val. Str. 148 vom 25. März), Ferner wurde mit 193 gegen 120 Stimmen ein Antrag abgebie fich in Wortlauberei erging, ftebi bie Darstellung des Haupte lehni wonach Berurteilte das Recht erhalten sollen, bei einem sipilen Gerichtshof Berufung einzulegen. Alle Sobesurtelle im Hoers irerden von sechs militärischen Steffen it a dhgeprüft. undheitsamtes in Biberspruch. Anfänglich fet die Einigung in ber at beswegen nicht zustande gelommen, weil der reis auf ein witverwaltungsret ber Stabt nicht ein gehen wollte. Cine Cinigung über die Form der Soften Grund der bisherigen ftaoilichen Beranlagung gegebenenfalls mit erheblichen Ridzahlungen an bie Gleuerpflichtigen au rechten haben. Es wird ihnen beshalb empfohlen, von der no Sinongminifies in feinem Erlaß som 7. Gebruar getroffenen vo fäufigen Regelung bei der Erhebung der in diesem Monet fälligen Steuerrate Gebrauch zu machen. Der gestrige vöttische Radau ist nach Ansicht besotalonzeigers" feinesfalls durch die Bulle- Loutonen verursacht morben. Die mahrheit Ghuldigen find vielmehr die Republitaner, benn blefe unverschämte Gefellschaft wollte die Fahnen ber Republit auf den Straßen zeigen, während die onterrevolutionäre ihre meifellos gang unerhört, daß in der bouffchen Republik die schwarze hyparamelßroten Hodyperräterbanner nicht entfalten follten. Es is entgalbenen Fahnen überhaupt noch irgendwo entfaltet werden dürfen. ber blefe infiellung bes reaktionären Blottes fann nicht wimber nehmen, wenn man sieht, wie felbft Bertreter der Reichsregierung nicht die Energie zu einem ridhotilojen Befenntnis zur Republi aufbringen. Man stelle fich einmal sor, zu helm von Doorns Zeiten hätten Sozialdemokraten fich an einer offiziellen Rundgebung mit roten Bahnen beteiligen dürfen und sie hätten bann in sehr handgreiflicher Welfe gefordert, daß bie schmarzweißroten Fahnen eingerollt merben! Die ganze reaktionäre Meute wäre ob solcher Handlung in bysterische Schreiträmpfe verfallen. So zart wie mit pöllischen Hochverrätern in München wäre man mit den Trägern der roten Fahnen gweifellos nicht verfahren. 16 Proj. Hansjinsftener. Bie der Umtliche Breußische Bresse dienst mitteilt, hai bas Staatsministerium in feiner Sigung am Dienstag befchloffen, der Sausainefteuer in der som Ständigen Ausschus des Preußlichen Bandtags feftgelegten Baffung anzue ftimmen, a fit fomit bie aussinestener auf 16 Broz feftgelegt. Die Straßenbahnfinie 70, Friedrichsfelde- Nieberschönemeide, wird ch 3. April bis Johannisthal verlängert Die Schlußigung des foglalmiffenschaftlichen Seminars findet heute abend 735 1hr im Stonferensfaat ber Borwärts Rebattion statt. Senoffe Hugust Mothes. Dicbenhafener Str. 5, beging am 1. april_fet sojabrige Centellabildiren. Gen. Maibes it as feines tiers worüftig bis Bartel tätig. Gin folgen draerer Sturzschluß. Aus Merito with gemeldet, daß eine feuerabrunst in minent Rinotheater non Tucobay City ausbradh, bei ber sablreiche Zuschauer durch den elektrischen Strom einer Hochspannungsleitung getötet wurden. Andere wurden auf der Straße non her Menge zertrampelt Man zählt über 20 Sete und fast 60 Bermundete. Ursache des Unglüds war turafluß. Groß- Berliner Parteinachrichten. Kreis Vreuglener Berg. Zeller bes Orbrerblentes bez singelnex hteilunger 4. mit je vier bis fünf Manx! Außerordentlich wichtige Cigung Freitag, 4. April Lebends 7 Uhr bet Burg, Brenalauer Alee 180 6. fedlung Steltes, hr: htige Funktiondefihung het Dobroblar, Swis minder Str. 11. Der Abteilungeporfiand bafelbft eine Clube früher. Gewerkschaftsbewegung Der Konflikt in den Pflegeanstalten. Einffweilen wieder Achtffundentag. Kommunistische Betriebsratspraxis. In her städtischen Krantenanstalt in Buch war balb nach bem Kriege das ganze Pflegepersonal, wenigstens das männliche, gut fonunumistisch Schließlich trat eine Spaltung ein zwischen Kommanisten und Anardriften. Nun wird auch in Buch abgebaut Der Betriebsrat, der bisher rein fommunistisch war( zwei BSPD.. Bie uns mitgeteilt wird, hot ber Oberbürgermeister gestern die Mitglieder sind bei der Neumabl hineingetommen), hatte den läb. Berfügung, monoch in den städtischen Pflegeanstalten ab 1. April bielichen Beschluß gefaßt, darauf zu achten, daß bei Entlassungen infolge 10# tündige Arbeitsgeit eingeführt werden foll, einstweilen des Abbaues die Familienverhältnisse und die Leistun. gen der Pfleger berüdsichtigt werden. Am 28. März verhandelte bis zur weiteren Regelung außer Kraft gefeßt. Bis dahin die Anstaltsdirektion mit bem Betriebsrat, wobei lepterer jedoch bleibt also als regelmäßige Arbeitszeit Die 48 Stunden. meniger nach feinem Beschluß, sondern nach der Parteizugehörigkeit Boche bestehen. Da infolge der Entiaffungen ein Personol gefragt haben foll. In den Fällen, in denen der Betriebsrat feine mangel eingetreten sollen jedoch bis auf weiteres Ueber Suftimmung nicht geben wollte, empfahl er andere Pfleger zum Abbau, ohne Rücksicht auf deren Familienverhältnisse und Leistungen. ft un ben gemacht werben. So wurde denn auch einem Pfleger, ber feit fünf Jahren in der Anstalt tätig ist und an der Grippe erfranft war, die Rünbi gung zurgestellt. As Entlassungsgrund wurde die Ertranfung an gegeben, die brei Rachen währte. Der auf Abbau gesetzte Pfleger erfundigte sich bei dem Betriebsrat, ob er seine Zustimmung gegeben habe zur Kündigung gegen ihn. Hohnlächelnd habe man ihn auf feine Krantheu als Kündigungsgrund verwiesen, fo daß er die volle Ueberzeugung gemann, man habe nicht feine Berhältnisse und Leistun gen, die lange Dauer feiner Tätigkeit berüdfichtigt, fondern ihm wegen feiner nichtkommunistischen politischen Einstellung zum Abbau verhoffen Mit dieser Verfügung ist der Konflikt in den städtischen Pflege. cafholten vorläufig befeitigt. Das Bersonal erklärt sich bereit, einstweilen die notwendigen Ueberftunden zu machen. Bom Gemeinde und Staatsarbeiterverband werden dem Magiftrat fonfreie Borschläge zur Regelung der Arbeitszeit unterbreitet werden. Wir fönnen nur wünschen, daß der Magistrat und die Stadtver artnetenersammlung diesen Vorschlägen Rechnung trägt ichis mare mehr bebauerlich, als ein Ronflift in den städtischen Pflegeanfialten. Daß es einfach ausgeschlossen ist heute in her Reichshauptstadt ben Zehnstundentag wieder einzuführen, tarüber merben sich Magiftrat und Stadtoerordnetenversammlung hoffentlich im lanen fein Schon tein psychologisch ist das unmöglich. Der Berfuch allein ift für den Ruhm der Stadt Berlin tief be.. schämend. Betriebsrätewahlen. 7 Bom Lohnkonflikt in der Berliner Metallindustrie. Ueber die Teilstreits umb Aussperrungen infolge ber betriebs weise erhobenen Lohnforderungen in der Berliner Metallindustrie fiegen uns heute folgende Nachrichten vor: Siemens- Schudert, Autobau, Abteilung Karofferieban. Hier stellten die Tischler Lohnforderungen, die nicht bewilligt wurden, morauf die Arbeitsniederlegung erfolgte. Darauhin nahm bie Berfsteihmg 200 Entlaffungen vor. Alinger, Tempelhof. Infolge der Nichtbewilligung von Lohn forderungen haben 50 Arbeiter bie Arbeit niedergelegt. abgelehnt August Reufer. Wie wir aus dem Barijer„ Beuple" entnehmen, i ant Sonning in Baris Auguft Reufer gestorben. Bon Geburt Elfäffer, war Reujer 35 Jahre Sekretar des franzöfifchen Bucharbeiterverbandes. Er hat diefe Drganisation nach dem Muster der deutschen Gewerkschaften aus: gebaut. Als Reformist" war er, seitdem die Anarchosyndikalisten Ende des 19. Jahrhunderts die Führung der französischen Geweri haften in die Hände befamen, den heftigsten Angriffen ausgesetzt, was ihn aber seineswegs in feiner Ueberzeugung beirrte. Reufer war es bereits im Jahre 1906. gelungen, den Buchdrudern, ganz Frankreichs den Neunstundentag zu sichern. Das wurde ihm als Berrat" angetreidet, weil damals die herrschenden Anarchofyndikalisten beschlossen hatten, den Achtstundentag zu erobern. Es blieb aber beim Zehnstundentag infolge der Schwäche der Organtia tonen. Heute hat fich die große Mehrheit der franzöfifchen Gewerb schaften zu den gewerkschaftlichen Anschauungen Keufers befehrt. Lohnabkommen für das Konditoreipersonal. Die Arbeitgeber im Ronditoreigemerbe hatten bisher alle Lohne erhöhungsanträge, die vom Bersonal durch ihre gewerbschaftliche Dr ganisation eingereicht wurden, abgelehnt. Grst durch den Drud ber betriebsweise gestellten Forderungen erklärten sich die Arbeit geber bereit, in neue Berhandlungen zu treten. In einer Bersamme ung des Konditoreipersonals gab Thieme vom Verband der Bäder und Konditoren die Ergebnisse der Verhandlungen bekannt. Danach erhalten ab 31. März: Badstubengehilfen 32 bis 36 m. je nach Alter, Hausdiener und Hilfsarbeiter 28 bis 82 M, Kutscher 34 M., Ber fäuferinnen und Staffiererinnen 23 bis 25 R., weibliche Hilfskräfte für Küche und Badstube 19 bis 24 M. Die Erhöhung der Spiken Löhne beträgt gegenüber ben bisherigen Löhnen eine Aufbefferung Don 15 bis 18 Broz. Es sind Wochenmindestlohne für eine 48 stündige Arbeitszeit. Berantwortliches Personal erhält 10 Broa. mehr; der Abzug für Rost beträgt. 40 Broz., für Woh nung 10 Proz Die Bersammlung nahm nach eingehender Aussprache, in ber die Löhne als zu niedrig bezeichnet wurden, das Berhandlungserg nis ant. Schumann machte noch auf die am 9. April stattfindende Bahl des Gefellenausschusses der Innung aufmerksam und betonte die Notwendigkeit der Wahl von freigewertschaft lidh organisierten Gefellen, die allein die Gewähr für eine im Intereffe des Personals liegende Tätigkeit bieten. Unternehmer gegen Betriebsrat. Arbeitsgericht, den Db mann thres Betriebsrates feines Die Firma Deutsche Metallwerte beantragte beim Boftens zu entheben und seiner Entlassung zuzustimmen. Die Klägerin beruft sich auf§ 39 BRG. inbem fie behauptet, der Obmann des Betriebsrcis habe seine Pflicht gröblich verletzt, denn er habe die Arbeiter des Betriebes zum Streit aufgebezi baburch, daß er gegen die von der Firma angeordnete neun. fündige Arbeitszeit agitiert habe. leber die Betriebsrätemahlen am 26. und 27. März im Ruhr. bergbau liegen die endgültigen Resultate noch nicht vor. Bis heute ergibt fidh folgenbes Bild: Die freien Gewertschaften haben ihren Mandatbesig, im allgemeinen behauptet, in einigen Bezirken find jogar Zunahmen zu verzeichnen. In dem Nördlichen Bezirt des Ruhrgebietes( Redlinghausen Gelsenkirchen) und auf den fintsrheinischen Zechen haben die zabitalen Berbände Berschärfter Streit in der Gummi- Industrie. der Unionisten und Synditalisten an Boden gewonnen. Die Gummiarbeiter Groß- Berlins, die in einem Rampf um bie Das macht sich besonders da bemerkbar, wo die Polen einen Beibehaltung des Achtstundentages stehen, hörten am größeren Prozentlah der Belegschaft bilden. Dieselbe Erscheinung Mittwoch einen Situationsbericht über die Streillage. Nach den fit in den vpn, ber Regie betriebenen Anlagen zu beobachten. Auf Ausführungen des Branchenleiters Krüger vom Fabritarbeiterver her Regiezeche König Ludwig erhielten& B. die freien Gewert band brachten die Berhandlungenn am Montag voriger Woche einen feaften 391, die Chriftlichen 339, bie Il ni onisten aber 1512 Stim. Bergleichsvorschlag des Inhalts, daß die Arbeit zu den Bedingungen men. Im Bochumer Bezirt, der etwa 25 Schachtanlagen bes Schiedsspruchs wieder aufgenommen werden follte und untfast, ist bie Mandatsverteilung im allgemeinen unverändert bei der Firma erg vom 31. März ab neun Stunden gearbeitet Bon ben Mandaten entfallen auf die freien Gewerkschaften 105, auf Die Chriftlichen 41, auf die Unionisten 50. Auch im Effener Bezirt werden müsse. Die Streifenden haben diesen Borschlag ein mütig haben die Gewertschaften der Arbeitsgemeinschaft in großen und Inzwischen ift eine Henberung der Lage insofern eingetreten, ganzen ihren Mandatsbefib gehalten. Gruben, beren Belegschaften bei der vorigen Wahl die gelbe Richtung bevor. als die Norddeutschen Gummiwerte sich schriftlich ser zugten, fino jekt ins tommunistisch- fynditalistise pflichteten, auf die feit der Geltung des Schiedsspruches eingeführte Wie die Verhandlung ergab, liegt der Riage folgender TatLager libergegangen. So haben auf den Bechenanlagen Bictoria Berlängerung der Arbeitszeit zu verzichten und auch die Wasch bestand zugrunde. Matthias( Guftav, Helene, Bollverein) die Uniponisten und Syndila eit meiter zu bezahlen. Die Arbeit wurde daraufhin wieder auf. Nach dem Januarabfommen in der Metallindustrie darf der Die Unternehmer gingen mit Repreffalien gegen Unternehmer eine Mehrarbeit von einer halben bis einer Stumbe fiften einen ftarten Stimmenzuwachs. Im un belegten Ruhr. genommen. gebiet ift teilweise eine Stärtung der freien Gemert. Die abtrünnige Firma vor, erklärten aber gleichzeitig der Streit täglich anordnen, wenn es im wirtschaftligen Interaften, besonders im Hammer Revier, zu verzeichnen. Allerleitung, daß die liegengebliebene Arbeit während des Streifes eine effe des Betriebes notwendig ist Die Firma hat aber bings gibt es auch hier Belegschaften, die ftart radikalistert find. Berlängerung der Arbeitszeit in allen Betrieben notwendig macht. den Arbeitern gedroht, sie würde die verkürzte Arbeitszeit Da damit die Unternehmer ihre Auslegungsabfichten gegenüber den also weniger als acht Stunden einführen, wenn freie Gewerkschaften 878, Chriftliche 446, Unionisten 431 Stimmen: Arbeitszeitbestimmungen des Schiedsspruchs offen dargelegt haben, fich die Arbeiter weigern sollten, neun Stunden zu arbei n. Dembie entsprechenden Manbate finb: 7, 5, 2, 2. Die Wahlrefultate hat sich der Borstand des Fabritarbeiterverbandes entschloffen, nun nach lag alfo feine wirtschaftliche Notwendigkeit zur minden badurch beeinflußt, daß nur 88 Broz. ber Belegschaft wahl mehr die Streifenden und Ausgesperrten auch finanziell zu Berlängerung der Arbeitszeit vor, fondern die Betriebsheredtigt waren, weil 17 Broz noch außer Arbeit fiehen. Die unterstützen. leitung wollte den Arbeitern ihren Willen auf. Wahlbeteiligung beträgt durchschnittlich 75 Broz. Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage erfannt und verzwingen. Sie handelte also, wie der Bertreter des Beflagten fuchen mit allen Mitteln, Streitbreder für die Betriebe an betonte, tarifwidrig. Dagegen hat der Obmann nichts weiter sumerben. Gie wenden fich dabei besonders an die alten Arbeiter, getan, als daß er die Arbeiter befragte, ob fie mit der Berlängerung also diejenigen, bie por nicht zu langer Zeit von ihnen abge. Der Arbeitszeit einverstanden seien. baut werden follten, um die Rentabilitat ber Betriebe heben zu tönnen. Die wenigen Streifbrecher, die fich gefunden haben, find nicht aus den Reihen der Streifenden gekommen, fonbern laffen von weitem schon die Berufsmäßigkeit ihres Tuns ertennen. Strüger mie auch die Diskussionsredner betonten, daß die Front der Streifenden birch Gewohnheitsstreitbrecher nicht zu erschüttern i. Der Rampf der Gummiarbeiter geht verschärft weiter. " Nach einem Tll. Bericht ist die Betriebsratswahl auf den im Ceable und Bandtreife Essen Begenden Bechen abgefchloffen. Mit Ausnahme von drei fleinen Schachtanlagen liegt bas Stimmenver hältnis vor, Es erhielten: Gemertverein hriftlicher Bergarbeiter 10 183, er Bergarbeiterverband 10 280, Union 13 321, Hirsch Dunderscher Verband 464, Wirtschaftsfriedliche 3317. In der Metallindustrie ist ein Sieg der freigemertschaft lichen Betriebsräte unverfennbar. Bei dem Hüttenmert Rote Erbe, bas ber Dortmunder Union angehört, wurden von 10 Betriebsräten 9 Freigemerffchaffer gewählt gegen 4 vor ben Neumahlen. Mehn Fiche Erfolge erzielten die freien Gewerkschaften an den Klöckner Merten. * Aus Hamburg wird uns gemeldet: Chnen wollfommenen Sieg der Amfterdamer Richtung brachte die Wahl zur Bertreterverfamin fung des Metallarbeiterverbandes in Hamburg. Die Rommunisien, bie den Boden für fich infolge der langen Aussperrung auf den graßen Hamburger Seefchiffswerften besonders günftig glaubten unb eine gerabezu maßlofe hehe gegen die Berbandsführer entfafteken, blieben in allen Bezirten in der Rinderheit, so daß fich ble Bertreterversammlung in der übergroßen Mehrheit aus Genoffen der Amfterdamer Richtung zufammensetzen wird. Sticici und Halbschuhe Lohuregelung für Handangestellte in Geschäftshäusern, Für die Zeit vom 30. März bis zum 26. April wurden am 1. April vor dem Schlichtungsausschus Groß- Berlin mit dem Verband Groß Berliner Industrie und Geschäftshausbefizer, dem Berband der Geschäfts- und Industriehausbefizer und dem Bund Berliner Haus- und Grundbestgervereine Lohnfäße für männliche Housangeftelte von 24 bis 31. und für Fahrstuhlführerinnen von 20 D. pro Boche feftgelegt. Die neuen Lohnregelungen find gegen Borzeigung des Mitglieds ausweises im Bureau des Deutschen Bortierverbandes, Berlin. 62, Bayreuther Str. 31, oder Engelufer 24/25, Simmer 26, zu haben. Die neuen Modelle in Braun, Lack. Sdiwarz, mit u." chne Doppelphlen, die estan Modeschlager Für Herren: Stiefel, echt Chevreaux, Rindo. and brass Fahlleder... dto. beavere Serten, sehr haltbar and solide...... 9.80, 10.80 dia. Braun Spalt- Rindleder moderne breite Form bai ne große Auswahl, billig Gran u. belge Sämischleder 2 Spangen& Pumps mit Quar lasche, mod. halbh. Absatz, halbspitze Form, sehr reelle, gute Ware, a. erstkl. Fabrik. Alle Größ. 6% ⁰ Feine Musterpaare und Modelle www cher erstklassigen Labuhfabrik Lack, sowie gr., br., schw. 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Absatz, erak 1280 do bram echt Chevreaux, 950 at L- XV- Absats. Hedeschafistiefel 7.90 Der Bertreter der Firma behauptete vor Gericht, ber Betriebs rat habe in biefer Hinsicht nichts zu sagen und nicht zu fragen, bie Arbeiter feien nach dem Tarif verpflichtet, neun Stunden zu arbeiten. Das Gericht erfannte wie der Borsitzende, Magiftratsdat Schulg fagle einstimmig auf Abmeifung ber Rlage Es möge dahingestellt bleiben, ob der Beflagte seine Auf gabe fehr gefchidt erfüllt habe, aber daß er zum Streit ge. hebt habe, bapon fönne teine Rede sein. Daß er fich vont ben Arbeitern Auskunft holte über ihre Haltung zur Berlängerung der Arbeitszeit, das fei fein Recht als Obmann bes Betriebsrats. Er habe nicht zur Ablehnung des Neunstumdentages aufgefordert. Berantwortlich e Bolitik: Cenk Renter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung:. Ektorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; fotoles und Sonstiges: Fris Karkabt; Anzeigen: Th. Glade; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderci und Berlagsenfalt Baul Ginger u. Co., Berlin SB. 68., Lindenstraße& Sierzu 1, Beilage. Sophien- Sale Sophienstraße 18 Für das Frubjabr Schuhsfokal Bernd Detail G * Münzsiz. 25 0 Säle frei Nrd. 9296 Frankfurter Allee 54. Rottbusserdamm 13 Nr. 16041. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Maschine der Gerechtigkeit. • Die Gerichtsmühle mahlt, mahlt: immer schneller, schneller und ihnen miderstehen? Dann andere, jetzt.llmverbefferfide, bant verfhneller drehen sich ihre Räder, so manches Menschenschidial bleibt antwortungsloser. Bernachlässigung durch die Gesellschaft; Geift es en ihnen hängen 12 Uhr 10 Strafe angetreten, 12 Uhr 25 frante, Schwachsinnige, Morphinisten Rotai Strafe angetreten, 12 Uhr 35, 12 Uhr 50, 1 Uhr 08, 1 Uhr 17 Strafe nisten, Alkoholiter mie in einem Kaleidostop jagi ein Bild entgetreten in einer Zeitspanne von 6 Stunden 25 Sachen, Bereicherung- nicht auf Konto des Barenhauses, sondern auf Konto das andere. Der Warenhausdiebstahl die beliebteste Form der 25 Menschen erledigt. Das ist das fummarische Verfahren: Men- bes Käufers, der das Risiko des Kaufmanns bezahlt. Wie einfach schen werden zu Nummern, die man summiert; fie werden zu Rullen scheint es doch, an den Ladentisch heranzugehen, einen Gegenstand gemacht, die in der Endsumme ein Nights ergeben. Unabwendbar verschwinden zu lassen und sich zu entfernen wie das Schicksal stürmt die Gerichtsfizung über sie dahin, feine zugleich: aus irgendeiner Ede schauen ein Paar Augen, ein Baar und wie gefährlich Atempause gönnt fie ihnen, läßt fie taum zur Befinnung tommen, hände fassen ben Uebeltäter. Tiek, Wertheim, das Kaufhaus des, Gühne" folgt der Tat auf dem Fuße. Die Zeit, die Alltrösterin, Westens, Cords überallhin muß die Bhantasie des Zuhörers mit fommt hier nicht zu ihrem Recht. Wozu auch die Galgenfrift? Hier ein Arbeitslofer, die Frau in anderen Umständen, hat ganze Burden etwa das Gefeh dadurch milder, die Richter weniger an diese fechs Baar Sporthosen im Gesamtwerte von 63 Mart an fich ge Gesetze gebunden, die Hoffnung größer. Höchstens, daß man sich niftin geworden, schon in Dalldorf gewesen, nimmt im Kaufhaus des nommen. Eine Konforiffin, durch ihr Gallensteinleiden Morphie aum tausendften Male irgendeine ausgeflügelte Erklärung durch den Westens ein Stüd Eeide zu fich, um sich Morphium zu verschaffen. Ropf geben ließe, die doch feine Rettung bringt oder burch einen Behn Tage Gefängnis. Bewährungsfrist. Ein Kaufmann, der gut Rechtsanwalt einen trügerischen Hoffnungsschimmer erkauft. Die verdient, hat ein Paar Stiefel bel Wertheim verschwinden laffen. Gerichtsmaschine tut do dh ihre Arbeit mit derselben Genauigkeit wie Dreimal ist er wegen Warenhausdiebstahls vorbestraft. Beint, bejebe andere Ausbalbomert, eingebrochen, gefaßt, vorgeführt, abge. greift nicht, weshalb er stiehlt, will untersucht werden, ein Rechts urteilt, Strafe angetreten. Mes in 48 bis 72 Stunden. anwalt foll feine Intereffen vertreten. Die Sache wird vertagi. Ein 35jähriger arbeitslojer Kutscher, vorbestraft, hat bei der Firma Tieß eine Dede megnehmen wollen. Ein 22jähriger ehemaliger Für jorgezögling, arbeitslos, bis 1920 in der Fürsorge gemelen, 1923 wieder zum ersten Male bestraft, erhält jeßt megen Diebstahl von drei Hemden bei Tieh drei Monate Gefängnis. Tafendiebe. Die Kleinsten der kleinen. Reine Beurte, fleine Freuden, feine Lüfte Arbeitslosigkeit, Freubbefigtett, ringsum Reichtum, Lodungen, Bersuchungen. Wie Bilder aus Uruguay. Bon Rart Arthur Bollrath RC gile! vornehm in diesem Lande. Die Fassaden sind mit Marmor und mit Fayancefliesen bedeckt, so wie der bescheidene Mann, auch wenn er feinen Centavo in der Tasche hat, dennoch einen Anzug von neuestem Schnitt, feidene Strümpfe und glitzernd blanfe Stiefel zu tragen pflegt. Die Glanzpunkte der Statt find die Bläge, die Barks, die Babebuchten. Man hat hier den Sinn für üppige, verfomenterische Gartenarchitekturen. Für sie spendet die Natur gratis und franko die herrlichsten Palmen, Eukalyptusbäume, die roundersamsten Blumensträucher mit glühenden Farben und beläubenden Dufte in der Nacht. Das alles ist von tropischer Ueberfülle doch ohne Seele, wie jegliche Bandschaft hier unten. Hier ist nur Reichtum, herzloser Reichtum. Man fchafft längs der uruguanischen Küste eine Riviera mit einer pompösen Autostraße( armfelige Aous" im Grunewald dagegent). Man hat vielleicht alles Zeug dazu, ein Fremdenzentrum zu merden. Denn der Menschenschlag hat von Natur eine uns übernervösen Europäer verblüffente Liebenswürdigkeit, eine von Herzen tommende Gastfreundlichkeit. Es ist das die starke Tugend dieses Bolles, mit der andere Berzüge paralle laufen. Bet alledem haben fich diese Südamerikaner so sehr von Spanierlante emanzipiert, daß sie neuerungsdurstig find um jeden Preis. Donnerstag, 3. April 1924 mie er erflärt Die einen befreunden sich im Restaurant mit einigen älteren Beutei an, fpendieren Alkohol, faffen fie beim gemeinsamen Trinten zärtlich) um und entmenden ihnen die Brieftasche. Ein Händler zieht einer Frau, die an feinen Barenstand steht, zum ersten Maie das Gelb früher feit dem 18. Jahre in der Fürsorge, jetzt Taschendieb, erhält aus der Tasche, weil er feine Geldhafte macht. Ein 22jähriger, für den Diebstahl von 5 Mart 1 Jahr 9 Monate Zuchthaus, ninunt die Strafe nicht an.- kollidiebe: Ein noch unverdorbener, 20jähriger arbeitslofer Schloffer mit unbedeutenden Borstrafen für HolzdiebBagen, um auf jo eigentümliche Weile flahl und Unterschlagung, holt einen karton Sognatbohnen vom Geburtstag zu feiern. Erhält brei Wochen Gefängnis.in feinen 48jähriger Cangentranter, auch Frau und Kinder find frank, orbeitsfängnis für zwei Aluminiumfamnen, bie er nom agen genominen fos, begeht 1922 feine erste Straftat, erhält diesmal 9 Mongie Ge hat.- Sachbeschädigung. Ein Zwanzigjähriger, unbestraft, aus einem Lofal verwiesen, zerschlägt die Fensterscheibe, dhe 400 Mart foftet. 5 Wochen Gefängnis.-Hausaugeftellte, die ihre Herriotten und einander bestehlen; Hontrollmädchen, bie fich nicht zurzeit hei der in Ru ihre Suchthausstrafe abbekommen, oder Neulinge, bie mit Polizei melben oder den Gästen das Geld abnehmen; Einbrecher, die tausend Aengsten an die Tat berangehen. Ein Monteur, der nach fangem Zaubern endlich mit einem geübteren Freunde mit Hilfe eines, einem noch offenen Blid bleibt nach der Rinovorfiefung in ber Bohnung eines Schlächtermeisters begeht, wo er gearbeitet hat, erhält 9 Monate Gefängnis. Ein 20jähriger Fräfer aus Jera mit einem offenen Bid, bleibt nach der Rinovorstellung in der Schauburg und wird beim Erbrechen der Raffe ertappt. Grhält 6 Monate Gefängnis. Eine 22jährige, offenfitli geistig Minderwertige, die einem 80jährigen Invaliden einige Sochen gestohlen und andere, die sie dem Sohn besfelben bringen fo unterschlagen hat, erhält 1 Monat Gefängnis ufw. ufm. M Summa Summarumt. Die schnelle Aburteilung, das fummarische Berfahren, aus den anglosächsischen Ländern übernommen, ist an und für fich ein Fortfchritt Es bedeutet Aufräumung mit nußlofem Bureaufratismus. Kürzung der Untersuchungshaft, Begfall der quälenden Ungewißkeit für den Angeflagten Gelbersparnis, Erinnerungsfrische der Zeugen; fie birgt auch Gefahren in fich, benen fagar die anglosächsischen Ge richte nicht entgangen find. Die Schnelligfeit, die nur 3wenmäßig feit erstrebt, fann zum Selbstzmed auf Kosten der Angelle zien und der Sicherheit der Gesellschaft ausarten: Auf Koften ber Sicherheit, indem durch ungenügende Nachprüfung gemeingefährliche Micnfcen zu milde beurteilt werden; auf Kosten des Angeflogien, und bas ist das nea) viel Gefährlichere, durch ungenügende Individualifiering des Falles. Der Mensch tommt noch meniger als früher zur Orturg. die Tat wird noch mehr als früher ausfdaggebend. Der noch fo milde Staatsanwalt, noch so einfictige Richter( den Richtern unb dem Staatsanwalt, bie im fummarischen Berfahren Berlin- Pie ihr Umt ausüben, fann im großen und ganzen Mide und Menschlic feit nachgefagt merden) find aber nachtlos, da sie nur ausz führende Organe der Gefeße sind, die fich längst t haben und auf einen Strafvollzug angewiefen find, der feina ghe nicht erfüllt und nicht erfüllen fann. Es ist das alte Probleni: Was soll es mit den furzfristigen Fret heitsstrafen, die, wie schon längst anerkannt, den Angeflogen nur fj digen und der Gesellschaft nichts nügen. Was foll die Bewährungs frist, roenn denen, die sie erhalten, tein Mensch zur Seite fieht, Der fie stigt, wenn Arbeitslosigkeit und Not mächtiger wirten els gutte Wille. Des gedrängte Sulammenfließen unzähliger Menfcherich 1fale ir der feinen Spanne Belt bes fummerlichen Berkehrens idag Das Gewiffen der Gesamtheit erneut vor die Frage: en. merden wir pon, Amerika auch das Enftem der freiniligan Ci und Entlassenenhilfe übernehmen? Dann wird endlich cifte geh fich vorgeschriebene fezfafe Fürsorge für Menschen entstehen, die i dem Strafgefeß in Ronfiift geralen, eine Fürsorge, die allerdings nur durch die Tätigkeit freiwilliger Heffer aus allen Gefellichofishchichten und insbesondere aus Arbeiterfreißen erft zur lebendigen Zat werden wird. Erst wenn, wie beim Jugendgerich, dem fuumarifdjen Ver fahren die faziale Fürsorge zur Seite stehen wird und es möglich merden wird, im Angeklagten den Menséen zur Geltung fommen zu laffen, wird dieses Berfahren zum Eegen der Gemeinschaft unb zum Ausfluß der Gerechtigkeit werden. Eine gewisse Berlangsamung ber Maschinerie, aber auch einen höheren Grad von Menschifcit... merden die am 1pril wieder in Funktion tretenden Schöffen mit sich bringen. größten Zeitung, El Dia", befämpfte fie. So fchidi ihm der Krieg inister eine Forderung auf Bistolen. Und fie wird mit Bravour angenommen. Es tommt zum Duell. Dr. Brum, der Zeitungsver leger, ftellt sich hin und schießt nicht. Will nur zeigen, bag er wor bem Schießelfen des Kriegsministers feine Angst hot. Und tr Kriegsminister steht ba und wartet und schießt bana in die Buit. Denn er will nicht uaritterlich sein und auf einen Gegner ansehen, der fich nicht mehrt. Slasher nerföhnen sich die beiden Gegnerna. denu es wäre schade um den pofitischen Kampf, ber toch weit. gehen muß.. So fonderbar geht es zu in diesem Bande der bisarriten fprüche am La- Pleta- Streme, der breiter ist als die Ditfee. Die Wohltat des Verwandten. Bon Franz herzog. Ein armer Junge fom einft in bas Haus eines reichen Berwandten, um ihn um eine Unterfügung zu bitten. Dieser ließ ihn, ohne ihn auch mir enzuhören, burd) einen Diener hinausjusifen. ber Fremde fein Glück zu suchen. Durch Fleiß im SpajotherDies tränkte den Jüngling so tief, daß er die Heimat verließ, ir in marb er ein großes Bermögen amb fehrte, viele Jahre( per, Pis reiher, angefeherrer Mann in seine Heimmat jurid. Inzwischen hatte der einst so reiche Berwandte, fein Bermögen verloren, und Almosen zu bitten. Dieser fuhr ihn zornig on: nun war er es, der den Heimgelehrten aufluchte, um ihm um ein Die Republit filich des Uruguay- Flusses", einfach Uruguan yesammt, fächelt ein wenig überlegen über uns. Sie hat in hundert Jahren achtundfechzig Revolutionen burchgemacht, und wir haben nn nicht einmal eine einzige richtig fertiggebracht. Die Repubiit hat Striege geführtgegen Spanien, Bortugal, England, Brasilien, Argentinien, Bardguay und gegen fich felbft fo furchtbar, daß bis vor furzem auf acht Frauen ein Mann fam. Bor fiebzig Jahren hat Montevideo eine regelrechte Belagerung von zehn Jahren durch gemacht. Dafür hat nun bas Landl fo groß wie Preußen Fen legten Europafrieg glänzend überstanden: es tricft von Wohl Band. Mit seinen eineinhalb Millionen Einwohnern leistet es sich mehr Minifterien, als wir im Deutschen Reiche haben, und darunter teins für Radiotelephonie. Auf jede dritte Familie fommt ein Auto und ein Klavier. Jede Straße der quadratischen Stadtanlage wird von einer Straßenbahn turchfahren. Läuft sie nicht elektrisch, lo ist sie von Bferben bespannt. Bei den Elektrischen wetteifern zwei Gesellschaften. Die englische ist noch schlechter als die deutsche. Aber das hat gar nichts zu jagen gegen das Telephon von Monte. vibeo, das franzöfifch ist. Die Schreden von Dantes Inferno ver Blaffen gegen die Sdyreden des Telephonierens in Montevideo. Diefes Montevideo ist eine herrliche Stabt. Die Bucht, um die es sich schmiegt, ist eine Miniaturausgabe der von Reapel, auch ein Keines Befudlein ist da, der Cerrers. Es spendet nur ein bißchen Scheinwerferlicht zum Besten der Ba- Plata- Schiffahrt. Im übrigen ft die große Tugend der Stabt ihre Rauchfreiheit. Bir Europäer werben völlig flugig, wenn wir zum erstenmal Straßen ohne Ruß und Staub, Säufer in Weiß fehen. Das macht, tos Land und die Stabt haben seine Industrie, und die paar Schornsteine, die rauchen, gehören zu jenen Schlachthäusern weit mag non der Stadt, mo tanjeno inber täglich erledigt und verfandfähig gemacht werden. Sie vermenbels fich entweder in Gefrierfleisch oder in Liebigs Fletcheriratt Die Chaht ist ein te son Redteden, uth be die Häufer ein. Bodig finb, hädens meiftidig a Steal aller unferer Sieblungsfreunbe! fo ist die Stadt mit ihrer Halbmillionenbevöferung größer als Berlin. Das häusliche Leben in den Bändern spanischer Ruitur fpielt fich im Hofe ab, bem Patio", während ringsum die die in ber dritten und vierten Generation hier find, nicht der Reich Hier ist Reichtum im Lande, aber es ist der Reichtum derer, Saylafzimmer fenfterio Alfoven zu sein pflegen. Diese Höfe find tum der Eingewanderten Und diese alten Geschlechter biben eine sierliche Dalen mit Fächerpalmen, Springbrunnen, Marmorfiejen nd Singvögeln, wie einst bei den arabern und Mauren, deren heimliche Aristokratie, eine fefte, still und verbiffen zusammenhaltende Kultur die Spanier geerbt haben. Nur bam bier bei den Ameri- berrschende Klaffe. Diele Klaffe macht ihre Bolitit unter fich, und fann tut bas ein wenig handfester, als mir has wohnt sind. Hier fanern im Falle des Regens ein Glasdach darübergeschoben werden. Gewiß, erwiderte der reich gewordene Bettfer, und weil es müßen auch die ihrer R Auch die Fassaden der Häuser sind schön, nach den Begriffen wir mit e Bi ift. Bohat mit Wohltat zu sergelten, mill ich auch dir Geber Einheimischen. Zu uns spricht die Aesthetit dieser meerschaum öffentliche Interesse mit ter Gurung der eigemeine Dienstlegenheit geben, in der Ferne durch Fleiß und Sparsamtéit bein ertigen Whitether chenfowenig wie die Schönheit einer rufijten pricht. Der Kriegsminister, Herr Riveros, unterbreitete der Deffent. Glid zu versuchen!" Sprach's und ließ den Buffeller durch seinen Mia, wer sa ben gelehrt if i ri sab feit eine entsprechende Boeloge, der Expräßbent und Berleger bee| Diarier selfex( ar ken garen o noen ibi arken Isgarn To Fm) Ater lieber deutscher Auswanderer, glaube nicht, daß dir hier die gebratenen Hühner in den Mund fliegen! Jede Auswanderung bedeutet zunächst einen Zwang, um eine Stufe hinabzusteigen. Ber diefes Opfer nicht bringen will, ber bleibe in Deutschland und unter. ernähre fich redlich Lieber deutscher Auswanderer, madje dich gefaßt Farm liegt von der einzigen Großstadt Montevideo vielleicht so weit auf fümmerliche Wellblechbaraden fernweg aller Kultur, Senn deine entfernt wie Rönigsberg in Breußen von Effen an der Ruhr. Made dich gefaßt auf ein sähes Rubfleisch, das du mit deinen Zähnen nicht zerbeißen fannst, mache bich gefaßt auf Maisbrot, mie es bie gab, mache bich gefaßt auf das Nationalgetraut, den Matthe, der fo österreichische Armee im vierten Kriegsjahre ihren Böllern zu teißen bitter fhmedt mie die Galle des Tintenfisches. Diache bish gefaßt unb überall an Bedürfnistofigteit unterbieten wird der Gerbe, der barauf, daß der italienische, der spanische Auswanderer dich immer Stomate und der Stroate. Und wenn du den ut host, dieses Opfer u bringen, bann fann beinen Kindern, vielleicht erft beinen Sindes findern ein fein wenig Behaglichkeit blühen. Du felbft mußt sich opfern. iele Wie kannst du dich erbreiften, mich um Hilfe zu bitten, der da mich durch deinen Diener hinausweisen feßeft. Mit welchen Redt fonimft du zu mir?" " Sch tomme zu bir, weil ich dein Wohltäter mar. Du mein Bahltäter?" hätte, mert da sin Bettler und Weißiggänger gebliebes und hätteft , Gewiß, mein Lieber, den wean i hidh bomsols uniering: wie bazen gebod in her Serne dein Glud zu suchen: folglich bin es, bem bu Bohlergehen und Erfolge su hanten haft i Der Heimgelehrte bachte eine Beile nach, benn fagte er: „ Du hast recht; die Unterstügung der reichen Berwandten macht uns zu faulen Schmarohern, während beine Zuridineifung mir mein Selbstgefühl und meine Tattraft wiedergegeben hat." voll, So fiehst du es endlich also ein." rief der Bittsteller hoffnungs bah ich in Wahrheit bein Bohltäter bin?" Jar Briefmartensammler. Das Reichspoffminifterium eröffnet| Guftem bie Grundlage für das Einhetssystem abgebe. Man barf| Blah). Anmeldungen dort, Dienstag, d. 1, Mitiwod, b. 2, Donnerstag, om 15. April bei der Versandstelle für Sammlermarten in Berlin hoffen, daß auf diesem Wege bas beutfche Bolt eine Einheitsturz b. 3. April, von 6-8. Auch schriftlich. C2, Bostrednungsamt, einen freihändigen Berlauf gebrauchter drift erhält, bie bem gegenwärtigen Stande der ftenographischen Briefmarken von Deutsch- Dstafrita( ohne und mit Wafferzeichen), Wissenschaft entspricht. fomie ungebrauchte Bostwertzeichen der deutschen Bostanstalten in Der Türkei( barunter Brobebrude) und ber Marshall- Infein( Briefmarten mit Schiffszeichnung ohne und mit Wasserzeichen und Boftforten, darunter Brobedrude) zu festgelegten Goldmartpreisen. Die Preisliste weift eine größere 2inzahl Bertaufslofe mit Sägen von je 1 Stüd auf, die für Cammiersmede befonbers geeignet sind. Die räheren Bezugsbedingungen mit dem Bos- und Preisverzeichnis und einem Bestellvorbrud fönnen bei jeder Bostanstalt eingesehen merben, auch werben sie gegen Einiendung von 20 Big, von ber Befiamtlichen Berwertungsstelle für Sammlermarten in Berlin W 66, Reichspoftminifterium, zugefandi. Einheitsfurzschrift. Der Bildungsausichuß des alten Reichstages Fat fura por feiner Auflösung eine Eingabe des Reichsbundes für tionalstenographie angenommen, wonach die verschiebenen Kurzfchriften miteinander durch Bergleisturse in Wettbe. werb treten sollen, Dainit bas sich am besten bewährende Das Herz. Von Rott, Reffer bes fünt. Höhenfonnenbabes, Aftis. Sie wichtig ein geiunbes hers ift, zeigt wieber ble fest berridende Grippeepidemie. er ein gesundes Herz Eat, fiberstebt bie Grippe berbältnismäßig leicht, wer aber lein intaltes hers bat, gerät in die größte Lebens gefahr, wenn es bem urgte nicht gelingt, ihn burch bejontere Mittel über die Rille hinwegzubringen. Es ist noch gar nicht lange Fer, bak bie medizinische enschaft ben Sergirantbetten febr bilflos gegenüber. Stanb. An bas bera konnte man nicht heran, und bie fimien Gifte( Digitalis ufto.), bie man gebrauchte, um Sergizen entpegrnguarbeilen, tönnen als heilmittel rich bezeichnet werden. Auch bei den 2a en gelten Seigfraniteiten allgemein als unbeilbar. Das hat fich Nicht irren, auf Firma achten! Das billige Warenhaus des Nordens Ury Gebr, A.-G. Beratungsstelle für Geschlechtstrante. Die Sprechstunden finden tm Charlottenburger Krankenhaufe, Kirchstr. 19/20, fowohl für Männer wie für Frauen( nach Geschlechtern getrennt) Montags und Donnerstags von 8 bis 9 Uhr abends und Mittwochs und Sonnabends von 12 bis 1 Uhr mittags statt. Beratungsbedürftige werden unentgeltlich untersucht und beraten. Rennung des Namens nicht erforderlich. Eine Behandlung findet in der Beratungsstelle felbft nicht statt. Die Lungenhellftätte Grabowfee bel Oranienburg der Landesbersicherungsanstalt Brandenbung wird Ende April toieder eröffnet. Anträge für Versicherte und Selbstzahler( 50 Bläge) find wegen des vermutlich großen Andrangs möglichst balb zu stellen. Eugüsch für Profetarier. Anfang April Beginnen neue Anfängerhurie für Kinder von 12-14 abren( nachmittags) und für Erwachsene( abends) bei Genoffin Seß. W, 50, Spichernstr, 16, Gartenbaus( am Nürnberger nun glüdilcherweise alles geändert, besonders feltbem bie elettropbyftalichen Gelmetboben auftamen, s Epezifita gegen Herzfrantbeiten, felbft ben batiradigften, find zu nennen bie Diathermie und die Antonentherapie ober ble ellmethode der olaillierenben Strome des Professors Rumpf. Die Diathermie ist die Behandlung mittels bodfrequenter Strome, bie fich im Rörper in Bärme verwandeln. Sch lann alle mit diesen Strömen dur enfbrechende Lagerung ber Glettroben bas Herz bizett bebanteln und beburch glänzende Hellerfolge erzielen, und zwar Braut man bazu nicht Monate, fonbernur wenige Eitungen. Das fo laftige Derg aflbuta. B. beffert sich meistens fofort. Echon während bes erfien Dialbermierens sertieft fih in ber Regel bas Aimen, und die Anfalle boren nach wenigeneigungen auf. Sch fann bie zahlreichen Bergfrantbeiten hier nicht alle auf aahlen, bei denen Diathermie inbigiert.ift, felbst der erz Swinemünder Straße 86 Ecke Lortzingstr. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Am Sonning, den 6. April pünktlich 8 Uhr nachm, im eu en Theater am 300 Die rote Robe. Schauspiel in vier Aften von Eugène Brieg, in esttlaffiger Belegung. Karten zum Breise von 0,80 Goldmart im Bureau des Bezirksbildungs Am Freitag, den 4. April, abends ausschusses, Lindenstr. 3, 2, Hof II. 6% Ubr, legte Filmvorführung im Wissenschaftlichen Theater der Urania. Zur Borführung gelangt der Bildstreifen Was uns die Nordsee erzählt. Ratten find noch zu haben im Borraum des Theaters beim Gen. Bruno Lache. Am Sonnabend, den 5. April, pünktlich 5 11hr nachmittags, im Sigungsfaal des Barteivorstandes, Lindenstr. 3, 1. of IV, Borführung des Films Der 4. Mai bringt die Entfeibung und des Licht bildervortrages en toàğlen wir". Eingeladen find die Mit glieder des Barteivorstandes, des Bezirksborstandes Groß- Beriin, hes engeren Bezirisbildungsausschusses, die Kreisvorsigenben und die Dbleute der Streisbildungsausschüsse. Urbeiter- Seele. Unter biefem Titel findet am Donnerstag, 3. April 1924. abende 8 Uhr, in der Schulaula, Langeftr. 31, der legte literarische Abend bon Dr. Drach, Leftor an der Universität, statt. Zum Bortrag gelangen: Chamiffo, Freiligrath, Seine, Dehmel, Engelfe, Zech, Bartbe, Bröger. Gin trittsfarten zum Preise non 20 Pfennig find im Bezirksamt Friedrichshain, Markusstr. 49. Bimmer 40, beim Bförtner und an der Abendkasse zu haben. flappenjebler gehört dazu, auch wenn er schon jahre lang bestebt. Die Antonentherapie ober die Bebandlung mit ofallierenden Strömen bes Brofeffors Rumpf erfttedt ft bagegen hauptsächlich auf das Gefäßfyftem bes Herzens und der Hauptarterien, besonders bei der vertaltung, Hortenermetierung ufo., aber auch bei ber fest to fehr verbreiteten Herzneurofe, bie durchaus nicht leicht genommen werben barf, benn fie fann fwere Störungen des Ngemeinbefindens verurfachen. Ueber. banpt foll man eltvas mehr auf sein Herz achten, bann wird auch ber Paie oft merken, daß etwas an seinem Bergen nicht in Drbnung ist. Man soll nicht warten, bis ber erite Schlaganfall eingetreten ist, denn dann ist es schon reichlich spät. Stiche in der Herzgegend, unregelmäßiger Buis, au schnell oder langfam, zu hart obcr faft unmerklich. Ausiegen des Pulses nach einigen Elägen, Anaftzuflände, Schwindelanfälle und anderes dienen als Warnungssignal. Man muß etwas für feist Herg tun. Man muß es zunächst unterjuden laffen, und bas ist so leicht und mit geringen Koften verknüpft. Bei der Röntgenburchleuchtung fann man genau das Herz fehen, feine Größe, Lagerang, sein Arbetten usw. Bei der Bichtigkeit der Durchleuchtungen und bei den geringen Mitteln, die heute manchem zu Gebote fiehen, habe ich die Einrichtung getroffen, bak für wirklich Minderbemittelte Montags von 7 Uhr abends ab im Aünftl. Höhensonnenbadultis" Belle Alliance- Blag 6a, Röntgendurchleuchtungen zur Hälfte des an und für fich fchon niedrigen Anstaltspreises ausgeführt werden. ( Für Bemittelte finden die Durchleuchtungen statt: Montags und Freitags 6-7 lbr und Mittwochs 12-1 Uhr, während für Herzbehandlung die An ftalt täglich von 10-1 und 4-7, Uhr, Sonnabends 10-4 Uhr geöffnet ift.) 14a/ 121 Grosser Konfektions- Verkauf Gute Stoffe, solide Verarbeitung, trotzdem billige Preise! 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