Abendausgabe Nr. 16241. Jahrgang Ausgabe B Nr. 81 Begungsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: Sm, 68, Cindenficaße 3 Feraiprecher: Donhoff 292-295 Tel.- Moreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Freitag 4. April 1924 Berlag und Angetgenabteilung Gefchäfte gett 9-5 Uh Berleger: Dorwärts- Berlag GmbH. Berlin SW 63, Cinbenficaße 3' Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Auf zur Maifeier 1924! Arbeiter und Angestellte! mirb non Tag zu Tag troft loser. Die Rorarbeiten für ein einheitliches Arbeitsrecht sind zugleich eingestellt. Die deutsche Auswanderung hat einen riesenhaf ten Umfang erreicht weil ber arbeitende Mensch in unserem Baterland nichts mehr gilt. Des halb muß am 1. Mai die und Angestelltenfchaft eingeschränkt, bie Lage ber Jahrzehntelang haben mir für die Erringung des Kriegsbeschädigten und Arbeitsunfäbigen Achtstundentages demonstriert, bis die November- Um wälzung 1918 diese Forderung verwirklichte. Fünf Jahre haben die Gewerkschaften diese Errungenschaft gegen alle Angriffe verteidigen fönnen. Im Dezember 1923 ist es bem Unternehmertum gelungen, mit dem schweren Geschüß ber Inflation die gewerkschaftlichen Bastionen zu über winden und die äußere Befestigungslinie, den gesetzlichen Schutz des Achtstundentages, zu durchbrechen. Das organisierte Unternehmertum wurde wieder einmal Nut. nießer der allgemeinen Roilage von Reich und Roch aber ist ber Rampf nicht völlig ent. fchieden. In vielen Berufen steht die Entscheidung noch aus. Bon der Haltung der Arbeitnehmerschaft, von der Kraft ihrer Gewerkschaften hängt es ab, Bolt. ob der Achtstundentag wiederhergestellt und gesichert merben fann, oder ob er als eine Episode, als wirtschaftsund sozialpolitisches Erperiment beiseite gelegt wird. 4 Bon euch, ihr deutschen Arbeiter und Angestellten, erwartet die Welt, daß ihr den Achtstundentag nicht preisgebt, sondern für seine dauernde gefeßliche Aner fennung eintretet. Deshalb ist es für die deutsche Ges werkschaftsbewegung eine Ehrenfache, am 1. Mai diefes Jahres mit besonderer Einmütigkeit und Entschlossenheit für den Achtstundenfag zu demonftrieren. lnb nicht für ihn allein. Sein Schicksal hat die ganze Sozialgefeggebung geteilt, die von der Inflation hinweggeriffen ift. Ueberall wird abgebaut und schließlich bleibt von dem Schutz, den die Reichsverfoffung der Arbeitstraft zufichert, nichts mehr übrig. Die Besigenben, die jebes weitere Opfer fcheuen, üben die kontrolle über bie Ausgaben des Reiches aus. Die Erwerbs. lofenfürsorge wird trog eigener Beiträge der Arbeiter 1. Mai und Reichsregierung. Die Regelung des Dienstes. Amtlich wird gemeldet: Entsprechend der Regelung des Dienstes am 1. Mai im Vorjahre hat das Reichstabinett beschloffen, auch in bie'em Jahr den Dienst am 1. Mai dahin zu regein, daß in den Ländern, in denen der 1. Mai als gefeßlicher Feiertag Landesrechtlich anerkannt ist, auch in den Reichsbehörden unb • betrieben auf die Landesgesetzgebung Rüdlicht zu nehmen ist. In den Ländern, in benen ber 1. Mai nicht als gefeglicher Feiertag gilt, haben Beamte, Angestellte und Arbeiter, welche zweds Teilnahme an einer Feier am 1. Mai dem Dienst oder der Arbeit fern bleiben wollen, rechtzeitig bei ihrem Dienſtvorgefehten um Befreiung vom Dienst nachzusuchen. Solchen Anträgen ist grundsäglich überall fomeil zu entsprechen, als badurch die not wendige Fortführung des Dienstbetriebes nicht in Frage gestellt wird. Bei der Entscheidung über derartige Gesuche soll night eng herzig verfahren werden. TO Die hiernach beantragte und bewilligte Freizeit ist bei Beamten und Angestellten auf den Erholungsurlaub anzurech ren Das gleiche fann auf Wunsch bei Arbeitern geschehen. Wird son Arbeitern nicht ausbrüdlich um Anrechnung auf den Erholungs urlaub nachgesucht, so wird für die Dauer der Arbeitsversäumnis Bohn nicht gewährt Bon der Anrechnung auf den Erholungsurlaub oder der Bohn. fürzung fann abgefehen werden, went die Nachholung ber verfäumten Arbeitsstunden anderweit sichergestellt ist. In Be trieben, in denen Dienstbefreiung zur Befriedigung religiöser Be. bürfniffe an staatlich nicht anerkannten Feiertagen ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub und ohne Lohntürzung gewährt wird, gilt. Das gleiche auch für Dienstbefreiungen am 1. Mai. Volksgericht gegen Volksgericht". Der Münchener Justizskandal, Breslau, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Münchener Schandurteil hat der sozialistischen Wahlagitation in Schlesien einen neuen starten Antrieb gegeben. In einer überfüllten Maffenversammlung in Breslau nahm gestern Landtagsabgeordneter Genoffe Heilmann zu der bayerischen Juftiz und der Gefahr ihrer Ausbreitung nach Norddeutschland Stellung. Er stellte feft, daß für den Butsch, der Deutschlands Einheit aufs schwerste ge fährdete, vor dem Ausland bis auf die Knochen blamierte und Dugende von Toten toftete, im ganzen vier Herren auf je fechs Monate in die Festung tommen. Die angeblich besonders deutsche Befinnung der Hitler- Beute bestand barin, baß fie ben paffiven Widerstand im Ruhrgebiet beschimpften und durch ihre Dynamitettentate nur Deutsche bedrohten und sie aufs schwerste gefährbcten. Das nenne man heute nationale Politit, ebenso wie man die Breisgabe beutschen Bandes durch die burger. lige Rigterfüllungspolitit als national anpreift, Sie uns bisher die Belegung von Düsseldorf, Duisburg und Rubrort unter bem ersten bürgerlichen Kabinett und die Belegung des Ruhrgeblets unter dem zweiten bürgerlichen Kabinett einbrachte. Als Hermann Müller und Adolf Köfter die deutsche Außenpolitik führten, fei es ihnen gelungen, die Belegung von Frankfurt a. M. in furger Bett rüdgängig zu machen. Die Liquidation des Ruhraben.1 Wiederherstellung der Sozialgesetzgebung und ihr weiterer Ausbau gefordert werden. und ihr weiterer Ausbau gefordert werden. die deutsche Republik, ift bedroht. Die Berhand. Aber auch die letzte Errungen'chaft der Novembertage, Lumgen über den Hitler Lubendorff Butsch haben gezeigt, daß die Feinde der Republif nicht nur offene, fondern noch mehr geheime Anhänger haben, die nur deshalb den Tag des Verfassungsumfturzes noch nicht für ge. fommen halten, weil die große Maffe des Volkes treu zur Republik steht. Die Arbeiterschaft wird am 1. Mai ihr Gelöbnis zur Berteidigung der demokratisch- republikanischen Verfaffung erneuern und diesen Tag zu einer heerfchauder repu blitanischen Kräfte gestalten. Deutsche Arbeiter und Angestellte! Der 1. Mai muß in diesem Jahre zu einer besonders ausbrudsvollen Rundgebung gestaltet werden. Wir fordern euch daher auf, an diesem Tag überall dort, wo es ohne ernste Schädi gung der Arbeitnehmerschaft möglich ist, die Arbeit ruhen zu laffen. Gorgt aber in jedem Falle dafür, daß der 1. Mat in diesem Jahre ein würdiger Festtag der Arbei: merbe. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Der Bundesporstand. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Der Borstand. 1 Notwendigkeit des Völkerbundes. Bon Karl Kautsty. Der Böllerbund hat von seinen Anfängen an in Deutsch land teine großen Sympathien gefunden. Er mußte selbst. verständlich von vornherein verhaft sein bei den Revanchepolitikern, die von einem neuen Weltfrieg träumen, in dem natürlich Deutschland siegt und die Bergewaltigung, die ihm angetan worden, durch eine Vergewaltigung der Gegner Deutschlands ersetzt. Aber auch die fühleren und friedlicheren Elemente der Nation, die ihre Mehrheit bilben, standen dem Bölferbund mit Mißtrauen oder doch ohne großes Intereffe gegenüber. Begeisterung im deutschen Bolf hervorzurufen. Und doch ist as er bisher geleistet, war auch nicht geeignet, besondere es bringend notwendig, daß gerade das deutsche Bolt dem Bälterbund reges Intereffe entgegenbringt. Die englische Arbeiterregierung hat jest erneut die Frage des Völkerbundes zu einer Frage der praktischen und aktuellen Politif gemacht. Der englischen Arbeiterregierung liegt daran, den Völkerbund zu einer wirksamen Institution zu machen. vor allem dadurch, daß die drei Großmächte, die sich ihm bisher fernhielten, beitreten: Amerita, Deutschland, Rußland. Vor allem muß Deutschland erwarten, daß es näch stens aufgefordert wird, sich dem Bölkerbunde anzuschließen. Es wäre aufs tieffte au beflagen im Interesse der Welt wie auch Deutschlands selbst, wenn es die Bedeutung des Momentes nicht verstünde und durch sein Fernbleiben bei den übrigen Völkern die Ansicht bestärfte, als finne es in seiner Mehrheit auf neuen Krieg und blutige Revanche. Nichts ist leichter, als an dem Bälterbund, wie er ist, Kritik zu üben. Noch trägt er die Eierschalen feines Ursprungs, und der war fein glücklicher. Der Völkerbund hätte von vornherein ein gebeiblicheres Aussehen gewonnen, wenn der Weltkrieg durch einen frieben der Berständi gung beendigt worden wäre. Das wurde unmöglich, nicht 3m meniaften dan? ienen, die von leiten der Mittelmächte bie Kriegführung bestimmten. Der Frieben wurde zu einem Diftatfrieben ohne jeglichen Großmut, ohne jeglichen Weitblit des Siegers. Und durch diefen entfeklichen, greuelnollen Frieben wurde auch der Bölferbund ins Leben ge rufen. Bon feinem Beginn an eine Shipfung der Entente. blieb er in hohem Grade bisher ihr Werkzeug. Indeffen hat der Ausgang des Krieges den Grund beStaaten vor dem übermächtigen Deutschfond. Dem besiegten Deutschen Reiche gegenüber hat ieder der Sieger andere Intereffen und eine andere Politik. Je mehr die Einheitlichkeit der Entente schwindet, befto freier wird ihr gegenüber der VölkerInhalt au geben, die ihm zu einem wahrhaften Erhalten des Bund, desto eher wird es möglich werden, ihm Formen und Weltfriedens gestalten fönnen. Weltfriedens gestalten können. teuers, bie mieber ber Sozialbemotratte sufiel, fel von ben Hitler Beuten für ihre Sonbergmede aus genugt morben, ein Berbrechen an der nationalen Einheit, in der ber Staatsanwalt meglief, meil er nicht genügend gegen bie Ange flagten geschügt wurde, in der dann der Zeuge Loffam deswegen ebenfalls weglief und der Staatsanwalt zum Schluß die Anfeitigt, der die Entente erzeugte: hie gemeinsame Furcht affer geflagten politisch wegen ihrer Berbrechen perteibigt, fet eine Komödie, wie sie in der ganzen Welt noch nicht dagewesen fet. Im Gegensah hierzu stehe das Beigner- Urteil, das Fechenbach- Urtell und zahlreiche andere Justiz- und Berwaltungsschifanen gegen Sozialisten und Arbeiter. In Hannover aber empfahl selbst der Außenminister Dr. Stresemann ber voltspartellien Jugend in die nationalen Berbände hineinzugehen, unter deren Diftatur in Bayern folche Rechtszustände herrschen. Das bebeutet Baffer auf die Mühlen Poincarés und aller franzöfifchen Gewaltpolitiker. Nach einer scharfen Abrechnung mit Kommunisten und Deutschvöllischen wies Heilmann darauf hin, daß in Breußen eine bayerische Berwaltungsmethode bisher durch den sozial. demokratischen Innenminister noch aufgehalten worden sei, beswegen gelte der Reichstagswahlkampf der Rechtsparteien nicht zuletzt dem Ziel, die sozialdemokratischen Abgeordneten aus der Reichsregierung fernzuhalten und ste in Breußen aus der Regierung hinauszubrängen. Für diesen Preis hatte ergt auch seine Zustimmung zur Erfüllungspolitit und feine Zustimmung zur Weimarer Berfassung schon vor Monaten festgelegt. Es gibt teinen besseren Bewcis dafür, daß nur die fozialistischen Einflüsse in Deutschland noch Rechtssicherheit und Volksfreiheit zu wahren vermögen und nur durch ben fozialbemo tratischen Einfluß auf die Regierung in der jetzigen Reaktionsperiode wenigstens die Republik und damit die Zukunft der Arbeiterklasje und der Sozialismus zu retten ſei. Die zweistündigen Ausführungen riefen in der Bersammlung stürmische Rundgebungen für die Republit hervor, während Deutschnationale und Kommunisten unter Hohngelächter abtreten mußten. Das Ludendorff- Urteil wird auch in ben übrigen Städten Schlesiens eine neue Belebung unseres Kampfes bedeuten. Der Termin für die Gemeindewahlen. Der Landtag stimmte gestern über den Urantrag des Zentrums und der Deutschen Bollspartei ab, die Gemeindewahlen an. statt am 4. Mai 1924, dem Tage der Reichstagswahlen, am 1. Juni 1924 ftattfinden zu lassen. Auf Antrag der Sozialdemokraten findet eine namentliche Abstimmung statt, wobei sich die Beschluß. unfähigkeit des Hauses herausstellt. Präsident Beinert be raumt darauf die nächste Sigung auf den 24. April, nachmittags 3 Uhr, an. Auf der Tagesordnung steht erneut der Antrag über die Gemeindewahlen sowie der Notetat. Seine polnischen Arbeiter nach Deutschland. Das volnische Seine polnischen Arbeiter nach Deutschland. Das volnische auswanderungsamt warnt Ban arbeiter, während der Sommer monate Arbeit in Deutschland zu suchen, da angeftatis bes Mangels eines entsprechenden Ablommene ihre Rechte in Deutfch land nicht geichüst feien. Diese Stellungnahme der Behörden ist auf die Ausweifung polnischer Arbeiter aus Medtenburg zurüd auführen. Hans Reimann ist gestern aus der Haft entlassen worden. Wir müssen ihm gegenüber die gleiche Haltung einnehmen wie gegenüber dem Staate. Der war bisher nicht nur nich nach unserem Geschmad, er war zunächst unser größter Gegner, der Schüker der Klassenherrschaft der Bourgeoisie. Die Anarchisten wolfen daher nichts von ihm wiffen. Sie wollen, daß die Sozialisten ihn ignorieren oder zerstören. Bir Marristen aber faben im Staate nicht nur das, was er war, fondern auch das, was er werben fonnte, sobald das Broletariat ftart gena murde, fich feiner zu bemächtigen. Wenn Marr 1880 im Programm der französischen Arbeiterpartei erklärte, bei entwickeltem Proletariat merde das allgemeine Wahlrecht aus einem Mittel der Nasführung der Arbeiter au einem Mittet ihrer Befreiung, so tann man in gleichem Sinne sagen, daß der Staat burch ein machtvolles Proletariat mus einem Mittel der Niederhaltung der Arbeiter zu einem Mittel ihrer Befreiung verwandelt werden kann. So dürfen wir auch den Bölferbund nicht blok nach dem beurteilen, was er heute ist und leistet, sondern nach dem, was mir aus ihm maben fönnen, wenn die Sozialisten der Welt ihm ihr vollites Intereffe zuwenden und ein Programm für ihn entwerfen, an dessen Durchführung fie ihr ganze Kraft fezen. Ueber eines müffen wir von vornherein flar sein: ohne Bölkerbund geht es nicht mehr. Er bildet die einaige rationelle Methode, die internationalen Streitpunkte aus der Welt zu schaffen, die der Krieg hinterlassen oder der Friedensvertrag neu gefchaffen hat und die das Leben allent Falben schwer bedrücken, es vielfach unerträglich machen. Selbst wenn eine Weltrevolution möglich wäre, die binnen wenigen Jahren alle bestehenden Regierungen umftürzen würde natürlich mit Ausnahme der ruffifchen-, fo tönnte sie nicht alle Streitpunkte zwischen den Nationen beseitigen. Und wenn man nicht als ihr Ergebnis ienen schönen Rustand betrachten will, den ehedem die russischen Baren erftrebt, daß die Herren von Moskau die Schiedsrichter der Welt find, mird auch dann ein Bölferbund notwendig fein. Wir aber dürfen uns durch diese unbestimmte und nicht allzu verfodende Aussicht nicht davon abhalten laffen, uns mit dem Bölkerbund zu beschäftigen, der einmal da ist, und unser Programm des Bölferbundes, wie wir ihn brauchen und wollen, in der fonkreten Arbeit an der Umgestaltung des Bölkerbundes, wie er sich zunächst noch darstellt, zu entwickeln. Spaltung der Volkspartei. Der Klub der Generaldirektoren pfeift auf Stresemann. Die Telegraphen Union, deren gute Beziehungen zu beiden Flügein der Deutschen Volkspartei bekannt sind, ist in der Lage, über die Verhandlungen zwischen dem Borstand der Partei und den Schwerindustriellen der sogenannten„ Nationalliberalen Bereinigung" folgenden Lagebericht herauszugeben: Hart, aber gerecht. Der Manchester Guardian", das führende liberale Organ Englands, das sich stets durch eine besonders objektive und freundschaftliche Sprache Deutschland gegenüber ausgezeichnet hat, bespricht in seiner Nummer vom 2. April die Tragödie Deutschlands" im Zusammenhang mit dem Reichstagswahltampf. Und da schreibt das Blatt wörtlich: Es sind nicht allein die Parteien der äußersten Rechten, die sich Der Borstand der Nationalliberalen Vereinigung der Deutmaßlos gehen lassen mit ihrem unverantwortlichen Schrei nach einem schen Bolkspartei" hat heute dem Vertreter des Barteivorstandes Bruch mit Frankreich um jeden Preis und nach einer inneren Reinie mitgeteilt, daß die Bereinigung weiter bestehen bleiben gung", unter der fie die Juden- und Sozialistenverfolgung verstehen, wird und die Anerkennung ihrer Organisation for fondern auch nüchterne Polititer wie Dr. Strese dert. Die im Anschluß daran abgehaltene Besprechung zeigte mann und Dr. Marg fehen sich gezwungen, ihre teine Möglichkeit einer Berständigung. Die formelle wohlerwogenen Reben mit blöden und gewalttätigen Antwort des Parteivorstandes wird am Montag erfolgen. Die Ber-( stupid and violent) Agitationsphrafen zu fpiden, um das Ohr ihrer einigung hat diejenigen ihrer Mitglieder, die als Reichstagskandidaten eigenen Parteien nicht völlig zu verlieren. Das ist ein furcht der Deutschen Volkspartei in Frage fommen, gebeten, aus der Ber- barer Geist es zustand für ein Land, das in einem Monat seine einigung auszutreten, um ihnen Gewiffensbiffe zu eriparen. Bertreter für ein Barlament zu wählen, das vielleicht die ich mer leber die Stellungnahme. der Bereinigung zu dem Wahlkampfften Aufgaben auf dem Gebiete der internationalen Bolitif zu, ift ein endgültiger Beschluß bis zur Stunde noch nicht gefäßt. Dá- lösen haben wird, vor der je eine Bolksvertretung gestanden hat." nach scheint die Spaltung endgültig erfolgt zu sein. Dieses harte Urteil über einzelne Stellen in den letzten Reden der genannten Reichsminister ist leider nur gerecht fertigt. Daß es gut gemeint ist, wird Dr. Stresemann, der die mustergültige Haltung des„ Manchester Guardian" Deutschland gegenüber ebenso gut fennt wie wir, selbst nicht bestreiten fönnen. Aber, nicht wahr, es ist entsetzlich schwer, gleichzeitig als Außenminister zu der gesamten politisch urteitsfähigen Welt zu reden und als Führer der Deutschen Bolts partei zu den Anhängern des Herrn Marezfy.... Diese Rücksichtnahme auf den Gewissenstonflikt her Reichstagskandidaten ist wirklich nicht von Pappe! Die Generaldirektoren wissen, daß diejenigen Mit glieder ihres Klubs, die auf den Krücken der Volkspartei in den Reichstag ziehen, auch weiterhin die Pioniere des Klubs spielen und die Beziehungen zu ihren alten Freunden vom Klub sicher nicht abbrechen werden. Sie sind also auf jeden Fall ihres Erfolges ficher und können den Groß mütigen spielen. Was ist ihnen die Partei"? Nur ein Mittel zum Zweck, den Einfluß der Schwerindustrie zu sichern. Und diefer 3wed ist auch erreicht, wenn nur einige wenige in der Fraktion find. Im übrigen macht sich ihr Schwergemicht auch außerhalb des Parlaments bemerkbar. " " Während so die Nationalliberalen" ihren deutschvolfs parteilichen Genoffen den Fehdehandschuh hinwerfen, müht fich die Zeit" ab, den Parteiführer" gegen den Verdacht zu verteidigen, daß er in Hannover eine Rechtsschwenkung voll zogen habe. Zwar hat der Wahlaufruf die. Bhraje nom ,, Boltsfaiserbim" und von den schwarzweißroten Farben, aber sagt die Zeit"- das ist ja nur eine Wiederholung liebgewordener Redensarten, die nichts zu bedeuten haben. Die Deutsche Bolkspartei ist, was sie war, und wird sein, was fie ist, nämlich-nationalliberal! Im Volksmund nannte man das früher:" Fraktion Drehscheibe!" -Wie die TU. heute weiter mitteilt, ist an der vorausfiátlichen Spaltung selbst ein Zweifel nicht mehr möglich, Dr. Bögler, Quanz und Dr. Maretti werden bei ihrem Beschluß, nicht mehr für die Deutsche Bolfspartei zu fandidieren, beharren, während Dr. Gildemeister und Dr. Pieper voraussichtlich die Spitzenkandidaturen in ihren Wahlfreifen übernehmen werden. Ludendorff beseitigt den Kapitalismus. Die Industrie gibt ihm das Geld dazu. Die Völkische Freiheitspartei, Reichsliftenführer Luden dorff, veröffentlicht programmatische Leitsäge. Darin heißt es über die foziale Frage: Die Kunst des Möglichen. Unerlaubte Kampfesweise. Zeit" gegen Vorwärts". Vor einiger Zeit wurde hier das Treiben des Düsseldorfes Nachrichtendienstes" gekennzeichnet, einer pon der franzö fischen Invasionsarmee ausgehaltenen Zeitung, die sich in der uns verschämtesten Weise in die inneren deutschen Verhältnisse einmischt, Dieses Blatt wurde hier als das schmutzigste der Welt" gekenna zeichnet. Seif Tagen wälzt sich nun durch die deutschnational völkische Presse eine Notiz, in der zuerst das Urteil des Bormäris" über den Nachrichtendienst" abgedruckt, dann aber in verdächtigender Weise die Bemerkurtg hinzugefügt wird, diefes„ Nachrichtenblatt" habe in letzter Zeit mehrere Aufsäge aus dem„ Bor. wärts" abgedruckt. Dieses Manöver schien uns zu verächtlich, als daß wir Neigung empfunden hätten, uns mit ihm zu befassen. Dem offiziellen Organ der Deutschen Volkspartei, der Zeit", schien jedoch diese Notiz nicht zu unsauber, um nicht von ihr Ges brauch zu machen. Das gibt uns Anlaß, folgendes zu bemerken: Jebem journalistischen Fachmann ist bekannt, daß der Bars wärts" eine der im Ausland meist zitierten deutschen Zeitun gen ist. Außerdem will der Nachrichtendienst" auf die deutsche Industriebevölkerung des Ruhrgebiets wirken. Rein Bunder alfa, daß das von ihm meistbestohlene Blatt der„ Vorwärts", das führende Arbeiterblatt Deutschlands, ift Ebenso dürfte bekannt sein, daß uns jedes Mittel fehlt, dieſe militärische Beschlag. nahme unferes geistigen Eigentums zu verhindern. " Eine deutsche. Journalistit, die Ehre im Leibe hat, und in deren Mund die nationale Würde" fein leeres Wort ist, müßte gegen ein Brefféerzeugnis, mie der Nachrichtendienst eins ift, folida risch sein, Daß uns die Rechtspresse bei unserem Angriff auf dieses Blatt in stumpfsinnig- gehässiger Beise in den Rüden fiel, wunderte uns nicht. Daß sich auch die Zeit" an diesem ,, nationalen Manöver beteiligt, muß festgehalten werden. Sicherung der Wahlvorbereitungen. In einer Verfügung des preußischen Innenministers werden die ausführenden Drgane angewiefen, ihre volle Aufmerksamkeit dem Schuh der Wahlversammlungen in bedeckten Räumen zuzuwenden. Bestehe auch nur der geringfte Anlaß zu der Besorg. nis erheblicher Störungen, fo haben die Bolizeiverwalter alle zur Aufrechterhaltung der Ruhe, Sicherheit und Ordnung gebotenen Maßnahmen zu treffen. In der Verfügung wird weiter darauf hingewiesen, daß der Wahlkampf nicht mit irgendwelchen terro ristischen Mitteln geführt werden darf; aus diesem Grunde find Störungsversuche, die in der Versammlung selbst entstehen, mit allen Mitteln abzuwehren. Ein bewaffneter Saalschutz und eine, durch einen solchen geschützte Bersammlung ist ohne weiteres verboten, jedoch richtet sich der Erlaß nicht gegen die Verwendung unbewaffneter Ordner. Am Schluß der Verfügung werden die zuständigen Stellen ersucht, rechtzeitig alle Vorbereitun gen zu treffen, um auch die Wahlhandlung selbst mit ge nügenden Kräften sichern zu können. Mary gegen die völkischen Seher. des„ Bestfälischen Boltsblattes" in Paderborn zu einigen Fragen Reichskanzler Mart hat sich gegenüber dem Berliner Bertreter geäußert, die neuerdings im Wahlkampf eine Rolle spielen. Er fagte ua.: Wenn die Opposition sagt, die bisherige Politik mit ihrer chwächlichen Nachgiebigkeit sei ein Fehlschlag gewesen, es müffe jest einmal mit anderen Methoden gearbeitet werden, fo fann das nur bei denjenigen verfangen, die das perhütete größere lebel nicht zu würdigen wissen. Es ist ja begreiflich, daß aus dem unmut über die Drangfalierung des deutschen Boffes durch einen Teil unserer ehemaligen Kriegsgegner der Wunsch nach einer Politik der Auflehnung entspringt, aber diefe Politif des Irrealen, wie ich fie einmal nennen möchte, würde ins Verderben führen. In unserer Matlosigkeit tann uns nur eine Bolifit der Geduld und des langfamen mühsamen Durchfämpfens vorwärts bringen. Wir sollten doch die trüben Erfahrungen des Jahres 1923 nicht ungenutzt laffen. Da hat das deutsche Bolt einmal einmütig und geschlossen ein geJagt, aber feiner heroischen Auflehnung gegen den Ruhreinbruch war trotzdem der Erfolg versagt, obwohl die Ententeftaaten bei diefem Konflikt unter sich uneins waren. Aeußerungen aus den Kreifen der Rechtsoppofition beweisen, daß sie selbst mit Bedrudungen als Antwort auf die von ihr empfohlene Politik rechnet. Sie verabreicht als Troft die Versicherung, das würde nur eine vor Durch den Minister der Volkswohlfahrt find die bisber mit übergehende Erscheinung sein. Das deutsche Boll mag selbst be die Fürsorgeleistungen weiter zugewähren. Die Regierunge der öffentlichen Fürforge betrauten Stellen angewiefen worden, urteilen, ob es denjenigen, die sich in fo gewagten Rombinationen präsidenten und Hauptfürsorgestellen find mit ausreichenden ergehen, das Heft in die Hand geben will. Es mag. auch darübermitteln verfehen, um etia auftauchende finanzielle Schwierigkeiten zu bebeben. Es ist daher, obwohl die Ausführungsbestimmungen zur Fürsorgepflichsverordnung bie pom Erlak der Ausführungsverordnung zur 8. Steuernotberordnung abhängen, bisher no. nicht erlaffen werden konnten, für eine Fortführung der öffentlichen Fürsorge ausreichend gesorgt. Ihre ernsthafte Lösung ist vornehmste Aufgabe der Deutschvölkischen Freiheitpartei und muß fofort in Angriff geurteilen, ob die Argumentation viel für fich hat, daß eine sogenannte nommen werden. Sie fann nur gelöst werden im großen Rahmen ft arte oder nation are Regierung und Regierungsntehr des völkischen Gedantens nach Befeftigung des Rapitatis heit dem Auslande imponieren und Frankreich nachgiebiger ftininen mus. Alle derzeit befiehenben, parlamentarisch eingestellten, würde. auch die der Deutschnationalen Boltspartei, find nicht in der Lage, die foziale Frage ernstlich zu lösen, da diese nicht gemit find, mit dem fapitalistischen Syftem zu brechen. Also im Kampf gegen den Kapitalismus übernimmt jet Exzellenz Ludendorff das Kommando, und die Industriellen füllere ihm die Kriegstaffe. Hingegen find Marrismus und Klaffenkampf ein für allemal abgeschafft und erledigt. Gegeben in München, zwei Tage nach dem ersten April 1924, und wahrhaftig! tein Aprilscherz. Spuren kleiner Tragödien. Bon Karl Fischer. Rational ist in Deutschland derjenige, der eine gute Politik im Interesse des deutschen Boltes macht. Eine gute Bolifit fann nur machen, wer nicht pergißt, daß Politit die Kunst des mög lichen ist. Dem deutschen Bolte fann ich nur immer wieder die Mahnung zurufen: Wähle nicht durch Verstärkung der Extreme einen affionsunfähigen Reichstag, der deine Hoffnungen enttäuschen muß. Caß dich nicht von der Modefrankheit anstecken, indem du dich von dem parteimäßig verstandenen deutschvolfischen Schlagwort einfangen läßt! Nur ein paar leere Startons haben fie zurüdgelaffen. Fortführung der öffentlichen Fürsorge. Die Abgeordnetenzahl in Frankreich. Der französische Senat hát gestern endgültig bem von der Kammer bereits angenommenen Gejeg über die Zahl der Abgeordneten zugestimmt. Die Abgeord netenzahl erfährt demnach die von der Kammer beschlossene herab fegung von 629 auf 584. Die Landwirtschaftskammer in Memel ist on der litauischen Be hörde aufgelöst worden, weil sie fagungswidrig Polifit ge trieben habe. wie einst beim Lichtspiel, im Begriffe ist, dem bloßen Unternehmere Jeht, am Morgen, ist die Kriminalpolizei im Laden, prüft und tum ausgeliefert und badurch auf lange Zeit hinaus verdorben zu protokolliert. werden. Das fulturelle Intereffe an einer geistig und feelisch gefunden Die Wittwe figt daneben und weint faffungslos.. Entwicklung ist sogar noch bringender als beim Lichtspiel, da es sich Sie weiß, daß sie von den gestohlenen Waren niemals etwas hier um ein Mitteilungsmittel handelt, dessen technische und wirtDer Großstadtlärm ist noch nicht lebendig, Scharen haftender wiedersehen wird, daß sich keiner findet, der ihren Laden wieder schaftliche Borbedingungen noch viel größere Breitenwirkung erlauben. auffüllt. Man geht in früher Morgenstunde durch die Straßen. Menschen überqueren noch nicht die Straßen, man ist noch nicht umquirlt von der Gefahr des großen, bunten und verwirrenden Lebens, das gebieterisch die ganze Aufmerksamkeit verlangt und für ruhiges Betrachten von Nahem und Nebenfächlichem teinen Raum läßt. Man erblidt in der Nische neten einer Haustür Biut, dunkelrotes, gerommenes Blut, das gewiß aus dem Körper eines Men schen geriefelt ist. Und plötzlich entsinnt man sich, vor ein paar Tagen dieses in ber Zeitung gelesen zu haben: Gestern in den ersten Morgen stunden fand ein Schupobeamter in der Ecke eines Hauseingangs in der X- Straße einen Mann in feinem Blute. Der Unglüdliche, der seit langem arbeitslos ist, hatte versucht, sich mit dem Taschen messer die Pulsabern aufzuschneiden, Nach Anlegung eines Notverbandes auf der nächsten Unfallstation wurde er in das Kranten verbandes auf der nächsten Unfallstation wurde er in das Krankenhaus gebracht, wo er bald nach der Einlieferung verstorben ist." mo Und unwillkürlich denkt man, wenn man das Blut in der Nische neben der Haustür steht: ob sich hier auch jemand still aus dem Leben gestohlen hat?! Im Kanal schwimmt ein Hut. Er schaufelt ganz gemächlich auf der fanft bewegten Slut, die Wellen tragen ihn talb hierhin, bald dorthin, und der Wind fehr ihn um und um, so daß es ausschauf, als ob der Hut mit der letzten Koketterie an die Menschen am Ufer appelliert: seht ihr nicht, wie schön ich bin und wie schade es ist, wenn ich im Wasser verschimmele? Die Menschen am Ufer reden aufgeregt durcheinander: „ Da! Eich! Da schwimmt sein Hut." Ja richtig! Den hab'n sie vergessen aufzufischen!" ,, Na hab'u fie denn den Mann gereitet?" Ja, rausgezog'n hab'n fie ihn, aber er war wohl schon tot!" Ja. Der hatte schon zu ville Wasser geschutt!" Der Wachtmeister sagt, es ist ein Obdachloser." Ein fleiner Laden in einer Seitenstraße. 4 Die Inhaberin, eine afte Bittme, handelt mit Strümpfen, Trifotagen, Web. und Bollwaren. Das Geschäft brachte gerade das bischen ein, was sie zum Bebensunterhalt brauchte. In der Schaufensterscheibe ein großes Loch. Diebe haben in der verflossenen Nacht die Scheibe zerschlagen, find in den Laden geschlichen und haben alles geraubt. Sie geht ins Finstere. Menschenleben verschwunden, Gristenzen verschüttet. Und doch eine Tragödien für die Satten und im Besiz Sichern, bie nicht fentimental" find, die niemals gebarbt haben, Sie nicht denken an die Arbeitslosen und sich nicht scheren um das Scherflein für die arme Wittwe. Sowjetruffische Kunst. So tömmen die Dinge nicht meiter geben; dieser ganze scheinbare Wohlstand droht jeden Tag zusammen zubrechen. Mit diesen Worten fennzeichnet der russische Boltstommiffar für Bildungswesen, Lunaticharsti, die Bilanz feiner fechsjährigen Tätigkeit auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft. Er schildert weiter den Umfang der drohenden Katastophe: Die russische Bildhauerei durchlebt gegenwärtig die heftigste Krise. Die Malerei egiftiert, hält sich aber kaum auf recht. Unsere besten Künstler wollen ins Ausland gehen und fönnen fich nur durch ausländische Bestellungen ernähren. Sie find völlig vergessen, da der Staat nichts bei ihnen faufen fann. Ein wenig besser gestellt sind die Graphifer, die für die illustrierten Zeit schriften arbeiten tönnen. Das Platatwesen, das eine Zeitlang bei uns im Aufschwung war, ist jetzt vergeffen. tionärer Richtung festzustellen. Der Staat ist nicht in der Lage, Auf dem Gebiet der Mufit ist teine Verschiebung in revolu burch Brämien und Bestellungen, die mit großen Ereignissen und Festlichkeiten verknüpft sind, fördernd auf diesem Gebiet einzugreifen. Die Lehranstalten stehen jeden Tag vor der Gefahr der Schließung. In dieser Lage befinden sich die Konservatorien und Musikschulen. Kann man in nächster Zukunft darauf rechnen, daß die materielle Lage der staatlichen Drgane, die über das fünfilerische Leben des Landes entscheiden, sich beffern wird? Ich weiß es nicht." . Wiedereröffnung von Hagenbeds Tierpart. Hagenbeds Tiers part in Stellingen bei Hamburg, bei weitem der größte und reich haltigste Zoologische Garten der Welt, der von 1920 bis jetzt ge schloffen war, wird mitte Deai wieder eröffnet werden. Hagenbeds. Tierpart wurde 1907 eröffnet und blieb auch während des Krieges dem Bublifum zugänglich. Infolge Mangels an geeigneter Nahrung find in dem Bark während des Krieges eingegangen: 74 Löwen, 19 Tieger, 40 Bären, 19. Eisbären, 14 Elefanten, 28 Kamele, 10 3 bras, 17 Känguruhs, Hunderte von Affen, Robben usw. Die Uns ficherheit der Währungsverhältnisse und die allgemeine wirtschaftliche Lage machten es Hagenbed unmöglich, den Tierpart weiter geöffnet zu halten. Inzwischen haben die Gebrüder Hagenbed für Auffrischung des Tierpartes gesorgt. Im Laufe der nächsten Boche treffen weitere große Tiertransporte in Hamburg ein. Der efizstand des Partes umfaßt jezt schon 17 Eisbären, 18 Löwen, 21 Liger, 17 Renntiere, 23 Elefanten, 150 Affen, 60 Binguine usw. unterwegs befinden sich 50 Antilopen, 12 Leoparden, 3 Elefanten, 10 Löwen usw. Hagenbeds Agenten und Jäger sind in der ganzen Welt damit beschäftigt, für die Vergrößerung des Tierbestandes zu forgen. Hagenbed versorgt nicht nur die Zoologischen Gärten Europas, sondern auch die aller Welt mit Tiermaterial. Der Vater der radio- attiven Forschung. In diefen Tagen hat es sich zum 100. Male gejährt, daß in Bonn ber berühmte Physiker Wilhelm Hittorf das Licht der Welt erblickte. Als Sohn eines Kurzwarenhändlers geboren, wuchs der junge Bonner in schlichten Sein Studium führte ihn an die Universiten Berhältnissen auf. in Bonn und Berlin. Rasch war sein Aufstieg. Erſt 23. Jahre war er alt, als er sich in Bonn als Hochschullehrer mit einer Arbeit auf dem Gebiet der Elektro- Chemie habilitierte. Elettrochemische Unterfuchungen waren feine ersten größeren Arbeiten, und er hat damals in diefes noch unklare Gebiet manches Licht gebracht. Niemals in Bergessenheit fann es fommen, daß er die Kathodenstrahlen entdeckte, die es seinem größeren Nachfolger Röntgen erst ermöglicht haben, euf biefem Gebiet bis zum endgültigen Erfolge weiter zu arbeiten. Er ist somit letzten Ende. überhaupt als Bater der radio- aftiven Forschung zu bezeichnen. Die Universität Münster hat seinen 100. Geburtstag durch eine Universitätsfeier geehrt. anstaltet eine Vorlesung von Tollers Komödie Der intemann Ein Hintemiann- Standal in Jena. Die freie Bolfsbühne in Sena vere Da in Jena bekannt wurde, bak die Borlesung durch einen Theaterifandal unterbrochen werden sollte, wurde vor der Vorstellung darauf bingen elen.. daß man bei Störungen energisch vorgehen werde. Als wästens des zweifen und britten wittes in der at einige Berlonen versuchten, ale Be lelungen zu stören, wurden etwa 15 Bersonen geralfjam aus dem entfernt; dann wurde die Vorlesung fortgeführt. Unterhaltungsrundfunk und Bildungspflege. In der Zeitdrift Bücherei und Bildungspflege" weist der auch als Lichtspielreformer. bekannte Stettiner Stadtbüchereidirettor Dr. Aderknecht auf die außerordentlichen Gefahren hin, die der jetzt aktuell gewordene Unterhaltungsrundfunk für die deutsche Volksbildung heraufbringen fann, wenn nicht rechtzeitig von bildungspfleglich, sachverständiger Seite aus ein planmäßiger Einfuß auf den Radiofunt gewonnen und er jo zu einem hochwertigen Boltsunterhaltungsmittel entwickelt wird. Von der ersten offiziösen Anfündigung der Bläne des Unterhaltungsrundfunks ausgehend, weift. Aderknecht nach, daß hier Die Londoner Nationalgalerie, der Borläufer und das Borbild vieler eine ungeheure Entwidlungsmöglichkeit deutscher Bildungspflege, I feftländischer Mufcen, beging gestern die Feier ihres 100 jährigen Bestehens dale Die deutsche Selbstblockade. 500 Mt. Ausreisegebühr. Die vom 3. April 1924 datierte Berordnung über Ausreise gebühren ist auf Grund des Artifeis 48 der Reichsverfassung er gangen und hat folgenden Wortlaut: §1. Für Erklärungen, die ein Finanzamt über die steuerliche Unbebentlichkeit den Ausiandsreisen ausstellt( Unbedenklichkeitsver merte, Unbedentlichkeitsbescheinigungen), wird bis auf weiteres e in a Gebühr erhoben( Ausreisegebühr), soweit es sich um Angehörige des Deutschen Reiches handelt. §2. Die Ausreisegebühr beträgt für jede Person 500 Goldmart. Die Reichsregierung kann den Gebührenfag ändern, insbesondere bei Reifen von längerer Dauer. § 3. Bon der Ausreisegebühr find befreit: 1. Rrante, die durch eine amtsärztliche Bescheinigung nad weisen, daß sie nach der Art ihrer Erkrankung nur an einem Blaze außerhalb Deutschlands heifung oder Besserung erwarten fönnen; 2. erholungsbedürftge Kinder unter 14 Jahren, fofern es sich um Reisegruppen handelt, die mindestens fünf Kinder unter 14 Jahren umfassen; die Befreiung gift auch für die Transport führer; 3. Auswanderer; 4. Telbständige Gewerbetreibende und ihre Angestellten, sofern die Handelskammer schriftlid erflärt, daß es fich um eine aus gefchäftlichen Gründen notwendige Reife handelt; 5. Arbeitnehmer, die fich vorübergehend in das Ausland begeben, um nachweislich dort ihrem Verdienst nachzugehen; 6. Beamte, sofern die vorgesezte Behörde bescheinigt, daß die Reise zur Erledigung von Dienstgeschäften im Auslande erforder lich ist: ferner Geistliche und Mitglieder religiöfer Orden oder ordensähnlicher Kongregationen, sofern die kirchlichen Aufsichtsbehörden oder die geistlichen Oberen bescheinigen, daß bie Reise ins Ausland im firchlichen Intereffe liegt; Waffenstillstand im Aerztestreit. Der Streit zwischen den Kranfenfajfen und den Kaisenärzten geht seinem Ende entgegen. Nach längeren Berhandlungen ist jetzt ein Waffenstillstand zustande gekommen, der in absehbarer Zeit den Friedensschluß erwarten läßt. Die Bedingungen. unter denen der Waffenstillstand zwischen Kassen und Aerzten zum Abschluß gelangt ist, find die folgenden: 1. Die von den Kassen eingerichteten Ambulatorien bleiben bestehen. Damit ist die Einführrung und der Ausbau der Familienversicherung gewährleistet. 2. Der Berliner Raffenarzt- Berein wird von der mit allen Rechten in die Behandlung der Rassenmitglieder ein. ärztlichen Organisation anerkannt. Seine Mitglieder treten 3. Es wird ein numerus clausus( begrenzte Zahl) eingeführt, für den Eintritt in die faffenärztliche Bragis zur in der Form, daß ein fünfjährige Ortsanfäffigteit Bedingung gemacht wird. 4. Es findet ein Präftiger Abbau der zur Kaffen pragis augelaffenen Aerzte insoweit statt, als zunächst mal alle diejenigen, die im Dienste der Stadt, des Staates, des Reiches usw. in voll befoldeten Stellungen find, aus der Kaffenpragis auszuscheiben haben, ebenso alle diejenigen, die nur aus formalen Rücksichten Mitglieder der wirtschaftlichen Abteilung des Groß- Berliner Aerztebundes gewesen sind, ohne sich an der Behand. lung der Krantenfassenmitglieder zu beteiligen, endlich diejenigen, bie nicht ein gewisses Mindestmaß laffenärztlicher Tätigkeit im Jahre erreichen. 5. Die Kassenärzte nehmen sofort die Behandlung auf. Das Honora: wird ihnen nicht mehr von den Mitgliedern, ber Kaffenmitglieder zu gewiffen Mindestsägen sondern von den Kaffen gezahlt. sondern von den Kassen gezahlt. eines neuen Bertrages bis zum 1. Juli 1924 ein. 6. Die Parteien treben in Verhandlungen über den Abschluß Die Anerkennung dieser Bedingungen durch die Aerzte bedeutet, 7. Bertreter inländischer Zeitungen oder Beit daß nunmehr der bisher von den Aerzten befämpften Familienner. schriften, sofern die Berufsvertretung bescheinigt, daß die ſicherung die Wege geebnet sind. Sie bedeutet weiter im Sinne einer planmäßigen lassenärztlichen Bersorgung gegen: Reise ins Ausland im journalistischen Intereffe liegt, ferner Ber. über dem bisherigen anarchischen System einen erheblichen freter ausländischer Zeitungen oder Zeitschriften, die sich durch eine Fortschritt. Wichtig ist auch das Zugeständnis des Beiter Bescheinigung der Preſſeſtelle des Auswärtigen Amtes als folche aus- bestandes der Ambulatorien, in denen nach Wiederauf. Der Reichsminister der Finanzen fann weitere Befreinahme der faffenärztlichen Tätigkeit nun auch die Abfertigung der Hilfesuchenden sich rascher abwideln wird. Dieser Rampf hat von ungen zulassen. den Kassenmitgliedern große. Opfer gefordert. Er endet jegt für sie hinsichtlich der fünftigen ärztlichen Versorgung mit einem be. deutenden Erfolg. weifen. $ 4. Gegen Verfügungen der Finanzämter, die sich auf die Er. § 4. Gegen Verfügungen der Finanzamter, die sich auf die Er feilung von unbedenklichkeitsvermerken oder Unbedenklichkeitsbe: fcheinigungen beziehen oder die Ausreisegebühr zum Gegenstand haben, findet die Beschwerde nach den Vorschriften der Reichs abgabenordnung( zu vergl. insbesondere§§ 224, 281, 282 der Reichsabgabenordnung) staff. § 5. Auf Sumiderhandlungen, die sich gegen die Bestimmungen fiber die Ausreisegebühr richten, finden die Borschriften entsprechende Anwendung, die für die Steuerzuwiderhandlungen in den§§ 355 bis 443 der Reichsabgabenordnung gegeben find. § 6. Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 2. April 1924 ab in Kraft. Unbetentlichkeitsvermerte und bescheinigungen, für die eine Ausreisegebühr nicht entrichtet morden ist, behalten ihre Gültigkeit bis zum Ablauf des 10. April 1924. Nach dem 10. April 1924 fann auf Grund solcher Unbedenklichkeitsvermerke oder be. scheinigungen Ausreise nur angetreten werden, wenn das Finanzamt die Entrichtung der Ausreisegebühr oder die Gebührenfreiheit bescheinigt. Berfin, den 3. April 1924. silag Der Reichspräsident: bert Der Reichskanzler: Marg Der Reichsminister der Finanzen: Dr. Luther. Der Reichsminister bes Innern: Dr. Jarres. Die offene Hand. Die Paßfälscherzentrale Grenadierstraße- Kurfürstendamm. in das auch zahlreiche Polizeibeamte mit verwickelt sind, beschäf Ein Ermittlungsverfahren wegen ausgedehnter Baßfälschungen, tigt feit langem die Behörden. Die Boruntersuchung ist jetzt abgeschlossen und der Staatsanwalt ist mit der Ausarbeitung der Anklage beschäftigt. An der polnischen Grenze mor es aufgefallen, daß viele Ausländer mit deutschen Reisepässen von Deutschland ins Ausland und auf dem umgekehrten Wege die Grenze passierten. Gelegentlich einer Festnahme wurde festgestellt, daß der vorgezeigte pas nicht ordnungsmäßig ausgestellt fein konnte, da der Inhaber ein Ausländer und nicht naturalisiert war. In Berfolgung der Spuren ergab sich, daß in Berlin eine Baßfälschungsfabrik bestand, an beren Spize ein gewiffer Adolf Feldmann aus Rumänien und ein Mar Tennbaum aus Bolen standen Die Paßfälschungen mur den im großen Stile teils in der Grenadierstraße, teils am Stur. fürstendamm vorgenommen. Die Fälscher gaben prdnungsmäßig Bapiere auf einem bestimmten Polizeirevier ab, wobei nur der De Berordnung wird in erster Linie mit wahrungspoliachweis der Nationalität gefälscht war. Auf Grund der Beziehun tischen Rüdsichten begründet. Noch ämtlichen Feststellungen follen zurzeit nicht weniger als T20 000 deutsche Vergnügungsreifende in Italien fich aufhalten und im Monat Januar 6000 deutsche Gäfte in Schweizer Kurorten gewesen sein. Nach den geltenden Vorschriften förnen ohne besondere Genehmigung 500 Rentenmart ins Ausland mitgenommen werden; zur Mitnahme von ausländischem Gel ist die Bewilligung bes Finanzamtes erforderlich, ohne die man aus: ländisches Geld nicht erwerben darf. Diese Bergnügungsreisenden, so meint die Regierung, hätten nun die Einholung dieser Geneh migung gescheut, da sonst die Finanzämter pielleicht ihre ganze Lebensführung aufmerksamer geprüft hatten, als diesen Leuten lieb fein fonnte. Diese Reisenden hätten also entsprechende Mengen von Rentenmart mitgenommen und fie im Auslande auf den Marft geworfen, was dezu geführt habe, daß in Italien für eine Rentenmart nur 3 Lice geboten werden, während der normale Kurs 5,6 bis 5,8 Lire fei, und während z. B. in Holland die Rentenmark durchaus ihren normalen Aurs: habe. Eine derartige Gefährdung des Kurses der Rentenmark müffe vermieden werden. Auch sei der Lurus, den die Bergnügungsreifenden treiben, von übler Wirkung für Deutschland, und es sei jogar vorgekommen, daß solche Personen unter dem Einfluß des Alkohols in Italien von der Berräterrolle Staliens" im Weltkriege gesprochen hätten. Die Regierung bedauert sehr, daß ihre Verordnung auch den jahrelang vom Ausland ferngehaltenen Intellektuellen und dem Mittelstand, der sich vielleicht nur im billigeren Ausland einen Erholungsurlaub leisten fönne, unmöglich gemacht wird, aber die Regierung stellt in Aussicht, daß Ausnahmen liberal gehandhabt werden und die ganze Berordnung nicht länger als unbedingt nötig aufrecht erhalten werden soll. Die Berordnung begegnet sowohl in rechtlicher wie in sachlicher Beziehung start sten Bedenken. Ob ein Fall erheblicher Ordnungsstörung vorliegt, auf den der Art. 48 angewendet werden fann, ist zum mindesten sehr zweifelhaft. Sachlich ist zu bemerken, daß die Verordnung nur die Lurusreifen treffen will, aber ihren 3wed nicht erreichen wird. Großverdiener lassen sich durch 500 m. Gebühr nicht schreden. Dagegen werden allen übrigen Reifenden die ärgsten bureautratifchen Scherereien auferlegt. Es ist erstaunlich, daß die Regierung auf einmal auf dem Gebiet des Personenverkehrs so zwangswirtschaftsfreudig geworden ist, während alle an Zwangswirtschaft erinnernden Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher abgeschafft werden. Das einzig gute an der Berordnung ist, daß fie fich sicher in dieser Form als unhaltbar erweisen und bald verschwinden wird. Von der Börse. 3m Devisenverfehr zeigt sich eine gewiffe Erleichterung. Die Industrie stellt verhältnismäßig geringe Anforderungen im Hin blid auf die in der lommenden Woche beginnende Tätigkeit der Golddistontbant. Auch die erneute kurssentung des fran. zöfifchen Franten, die in der Hauptfache auf den ungünstigen Wochenbericht der Bant von Frankreich zurückzuführen ist, trägt wesentlich zur Erleichterung der Situation bei. Man handelte heute englische Pfunde mit 74% Bis 75 Frant Die Berordnung gegen ble Auslandsreisen dürfte nach Meinung der Börse teine allzu starbe Wirkung auf den Devisenverkehr ausüben, da es sich angeblich in der Regel um gering fügige Beträge handelt, die nicht dem offenen Markt, sondern privaten Beständen entnommen werden. I Ben zu Beamten des Reviers wurden die Bapiere mie ordnungsmäßige Bazanmeldungen behandelt und in einem perfchloffenen Um schlage der Paßausgabeftelle Tiergarten in der Klopstockstraße ütergeben. Sodann wurden dort von zwei bei der Baßstelle feit langem tätigen Bolizeibeamten ordnungsmäßige deutsche Bäffe aus gestellt. Nachdem die auswärtige Festnahme erfolgt war, befamen Sie Fälscher Angst und beftürmten die beiden Beamten, die bei der Ausgabestelle zurückbehaltenen Unterlagen und Bilder zu vernich ten. Um die Stameraden auf dem Bolizeirenier zu beden, ließen sich die Beamten bestimmen, den Wünschen Folge zu leisten und haben cuch einen Teil der Unterlagen vernichtet. Sie tamen aber n.it diefer Hilfe zu spät, denn sofort nach dem Auftauchen des ersten Berdachtes hatte sich Kriminalfommissar Gennath nach Schluß der Dienſtſtunden in den Räumen tagelang einschließen, laffen und die Durchsicht der zurüdbehaltenen Unterlagen für die ausgestellten Bässe vorgenommen. Als Folge dieser Ermittlungen wurden ver schiedene Beamte festgenommen. Dasselbe Schidfal ereilte mehrere Ausländer, die zum Teil als Schlepper, zum Teil als Mitfälscher verdächtig erschienen. Feldmann und Tennbaum erhielten rechtzeitig Wind und fonnten sich ins Ausla 1b in Sicherheit brin gen. Tennbaum hatte vor der Flucht noch die Frechheit beseffen, daß er, als er schon stedbrieflich verfolgt wurde, sich bei den Behörden wegen Erlangung neuer Bäffe bemühte. Ferner wurde festgestellt, daß Filialen der Fälscherzentralen in ähnlicher Weise auch an anderen Orten, so in Charlottenburg, Magdeburg und mehreren anderen Städten gearbeitet haben. Die verhafteten Be amien find inzwischen auf Grund von bestellten Rautionen wieder auf freien Fuß gefeßt worden. Die Mieter beim Wohlfahrtsminister. 1 Gine starte Abordnung aus der Mieterbewegung wurde dieser Tage vom Wohlfahrtsminister empfangen. Sie betonte nochmals eindringlich die schweren Gefahren, die aus vorzeitigem Abbau der Zwangswirtschaft und weiterer Herauffehung der Wieben oder der Mietsteuer entstehen müßten. Im einzelnen murde darauf hingewiesen, daß schon jetzt der Betriebskostenzuschlag von 15 v. H. der Friedensmiete nicht nur ausreiche, fondern vielfach erhebliche Il eber hüffe abwerfe. Diese Ersparnisse sollen zwar zur Verfügung der Mieter gehalten werden, um bei den späteren Miebezahlungen in Anrechnung zu kommen, aber sie wandern zunächst in die Tasche des tiche Nachprüfung der Betriebskosten entzogene Kontrollrecht erst Bermieters. Die Mietervertretung erlange das ihr für bie monat zurüd, sobald der Bermieter mehr als 15 v. 5). Betriebskostenzuschlag forbert und die Berechtigung dieser Forderung durch Belege nachweisen muß. Soweit bekanntgeworden, fordern die Vermieter bis jezt feinen Nachschuß, um sich nicht in die Karten lehen zu lassen. Damit bleibt aber feine gefegliche Möglichkeit, Er. fparniffe an Betriebstoften ben Mietern zu sichern. Der Wohlfahrtsminister fagte die bekannten wohlwollenden Erivägungen zu, die jede Deputation mit nach House bringt. 430 Röhren mit Morphium beschlagnahmt. Bei einem Arbeiter G. in der Werneuchener Straße hielten gestern Kriminalbeamte eine Haussuchung ab, weil er sich der Hehlerei verbächtig gemacht hatte. Da erschien ein Kraftwagenführer, der ein Pädchen bei fich trug. Nach seinem Begehr ge fragt, erwiderte er den Beamten, daß er den Bohnungsinhaber zu sprechen wünsche. Es stellte sich heraus, daß er ihm das Bädchen, bas er für eine Schulb in Bahlung erhalten hatte, zurüdgeben wollte, weil er es nicht verkaufen fonnte. Es enthielt 430 Roh ren mit Morphium, wie sie für ärztliche Swede hergestellt werden. Sie waren schon burch mehrere hande gegangen; imb fegt follte der Wohnungsinhaber sie zurüdnehmen und statt ihrer das verrechnete bare Geld geben. Er behauptet, fie von einem Unbekannten gekauft zu haben. Die Röhren find einmal an die frühere Heeresverwaltung geliefert worden. Sie wurden bes schalgnahmt, Unsere Wählerversammlungen. Eine In einer sehr gut besuchten Wählerversammlung im BismardGymnasium in Bilmersdorf( prach gestern abend Genoffe Seeger über das Thema: Reichstagsmahlen und Sozialdemo frafie". Genosse Seeger charakterisierte eindrucksvoll die zielbewußte Politif der Sozialdemokraten, er geißelte bie Zustände in Bayern und forderte die Anwesenden auf, am 4. Mai durch Abgabe sozialbemokratischer Stimmzettel dafür zu sorgen, daß die Republik gestügt werde. Genosse Seeger schloß mit einem Appell an die Befucher, zahlreich dem Kampfbund Schwarz- Rot- Gold beizutreten. In der Diskussion sprachen auch mehrere Kommunisten, die aber unter allgemeinem Gelächter mieder abtreten mußten. ebenjo zuversichtliche Stimmung herrschte in der öffentlichen Wählerversammlung in Buchholz, in der gestern Genosse Bempert sprach. Der Redner zeichnete ein Bild der Kriegsschuldigen und betonte unter dem Beifall der Bersammlung die Aufopferung und die zähe Arbeit der Sozialdemokraten am Wiederaufbau. Mit einem hoch auf die Sozialdemokratie schloß der Redner. Die tom. unistischen Diskussionsredner wurden von der zahlreich besuchten Bersammlung energisch abgelehnt. Bor einem pollen Saai sprach in Wittenau Genosse Lüdemann. Seine temperament. vollen Ausführungen, in denen er mit der verlogenen und schein heiligen Politik der Rechtsparteien abrechnete, und seine wirkungsvolle Widerlegung der kommunistischen Angriffe wurden mit allgemeinem Beifall aufgenommen. Kommunisten und Deutschnationale. Messerstecherei im Anschluß an eine Wahlversammlung. Hohenzollernfälen" in der Baudelstraße in Moabit einberufene Sommuniffen machten gestern abend den Versuch, eine nach den partei zu stören, doch wurden sie schließlich zum Abzug gezwungen. Wahlversammlung der Deutschnationalen Volts. so daß die Bersammlung ungehindert durchgeführt werden fonnte. Nach Schluß der Kundgebung fam es dann an der Ede der Stromund Turmstraße zwischen Versammlungsleitung und Mitgliedern der Meffertecherei ausarteten, in deren Berlauf mehrere Perfommunistischen Jugend zu prügeleien, die schließlich in eine fonen verwundet wurden. Die herbeleilende Polizei nahm acht der Beteiligten, die aufcheinend beiden Parteien augehören, feft. Zwei schwerer Verletzte mußten in das Moabiter Krantenhaus eingeliefert werden. Es handelt fich um einen 19jährigen Gerhard Schlüter und einem 23 Jahre alten Walter Boigt, von denen Stig in die Leber davongetragen hatte. Ob die beiden Berder eine einen Meiferstich in den Rüden, der andere einen wundeten der Deufschnationalen oder der Kommunistischen Partei angehören, fieht noch nicht feft, ebensowenig wer den Anlaß zu dem Zusammenstoß gab. ,, Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Bei einem Einbruch angeschossen wurde in der vergangenen Ein Nacht ein 23 Jahre alter Arbeiter Paul Kirchhahn. Wächter, überraschte ihn in der Fabrit von Müller in der Stalizer Etraße 5 und wollte ihn festnehmen. Kirchhahn ergriff jedoch die Flucht und blieb auf wiederholten Anruf nicht stehen. Wächter schoß hinter ihm her und traf ihn schwer, so baß er als Bolizeigefangener nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. Der Der Trid der Wohnungsjchwindler. Zu der unter dieser Ueber. schrift veröffentlichten polizeilichen Mitteilung teilt uns der darin genannte Herr Richard Henfel mit: Der gegen mich und Herrn Bugenhagen veröffentlichte Artikel entspricht nicht den Tatfachen. Es ist nicht mahr, daß ich Leuten gegen Zahlung von 200 m Eintragungsfarten gezeigt hätte, Ich bin nebft Herrn Bugenhagen nie verhaftet gewefen." Die Preise für Vollmilch betragen bei Abgabe der Milch vom Kleinhändler an den Verbraucher 26, bei Abgabe der Milch aus Ruhställen an den Berbraucher 28 Goldpfennige; der Preisve für Magermilch beträgt 8 Goldpfennige. Die festgesetzten Preise gelten ppm 5. April ab. Mit dem gleichen Tage treten die bes stehenden Breisfeftfegungen außer Kraft. A- Milchfarten werden mit Liter, die B- Milchfarten sowie die Karten für werdende Mütter( C- Karten) mit 1 Liter Bollmilch beliefert. Die Gewerbesteuerveranlagung ist vom 1. April d. I. ab auf die Finanzamter übergegangen. Die Gewerbetreibenden Groß- Berlins werden darauf aufmerksam gemacht, daß vom 10. d. M. ab die Gewerbeab- und-ummeldungen bei den zuständigen Finanzämtern bewirkt werden müssen. Sein Tollwuffall in Mariendorf. Bom Polizeipräsidium wird uns mitgeteilt, daß es sich bei dem Fall in Mariendorf um feine Tollmut handelt. Der Botanische Garten in Dahlem ist infolge Personalverminde rung an Sonntagen von 10 bis 7 Uhr, die Gewächshäuser sind von 2 bis 46 Uhr dem allgemeinen Bejuch geöffnet. GO., Mariannenstr. 46, ist am 28. März von ihrem Fortgang aus Bermißt. Die 12 Jahre alte Charlotte Feldt, Berlin der Schule in der Reichenberger Straße nicht 3urüdgefehrt. Sie war befleidet mit dunkelgrün gefärbtem Tuchmantel, schwarzem Samtkleid, schwarzen Strümpfen und Schuhen. Mitteilungen an die Eltern sowie jedes Polizeirepier erbeten. Der Arbeiter- Mandolinen- Klub Presto", Neukölln, M. d. A.-M.-B., vers anstaltet am Sonnabend, den 5. April, feine 27. Konzertauffüorung im großen Saal des Bewertschaftshauses, Engelufer, unter Leitung des Tirigenten G. Rudolph. Nach dem Konzert: Ball. Einlag 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. habe aus verschiedenen Teilen der Belt Telegramme erhalten, mo Schiffe in Seenot. Die Londoner Lloyd- Agentur meldet, fie nach insgesamt fieben englische Schiffe zum Teil in Flammen stehen, zum Teil untergegangen find. Ameritas Kampf gegen den Alkohol. Aus New Dort wird ge je 1500 Dollar Geldstrafe verurteilt wurden, weil in meldet, daß 7 Matrosen des Baffagierdampfers Megantic" zu le 1500 Dollar Geldstrafe verurteilt wurden, weil in amerikanischen Gewässern in ihrem Befiz alkoholische Ges tranfe vorgefunden worden sind. Groß- Berliner Parteinachrichten. 2. Kreis Ziergarten. Sämtliche Bildungsausschußmitglieber und die von den Abteilungen bestimmten Helfer zum 1 Mai haben bestimmt am Sonnabend, 5. April, abends 8 Uhr, bet Trümper, Flensburger Str. 3, zu erscheinen.( 8 Abt. Theaterfarten fofort bei Erümper abholen.) 11. Reels Schöneberg. Elternabend der Schöneberger Kindergruppen hente Freitag ( nicht Sonnabend), 8 Uhr, im Rinderhort Feurigstraße Referent Schmidt:„ Die Selbsterziehung des Kindes" 17. Kreis Lichtenberg. Sonntag, 6 April, früh 7 Uhr: Treffpunkt der Ordner des Areifes auf Bahnsteig F( Vollring) De Abteilungsleiter werden gebeten. dafür Gorge zu tragen, daß die Ordner ihrer Abteilungen besonders darauf hingewiesen werben. Nachzigler 84 Uhr Gaalbau Friedrichshain. 107, Abt. Alt- Glienice. Sonnabend, den 5 Agril, abends 7, Uhr: Sigung sämtl 181. t. Niederschönhausen. Sonnabend, den 5. April, 7%, Uhr, Lotal Rubasch Funktionäre und Wahrhelfer. Uhlandstr.: Wichtige Funktionärversammlung. Sungisztaliften, Gr. Friedrichshain. Seute abend 7%, Uhr, Jugendheim Sulfiter Straße 45: Bortrag des Gen. Studienrat Marquardt Das Beltbild im Mittelalter". Gäfte willkommen: Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 01. Abt. Neukölln. Am 2. April verftarb der Gohn tes Genoffen Herman Dülfener Die Bestattung findet Sonnabend, den 5. April, früh 10 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ſtatt Berantwortlich für Politik: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemettschaftsbewegung: 3. Steiner; Fenileton: Dr. John Schitowski; Sotales und Sonstiges: Fris Karstadt; Anzeigen: Sh. Glode; jämtlic) in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. nt. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Buchbruceret und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co.. Berlin GB. 68., Sindenstraße& Sieran 1 Beilage.. A Leineweber Berlin C, Köllnifcher Fifchmarkt 4-6 Unsere Herren Frühjahrs- Ulster sind modern gehalten in Formen und Stoffen, von vorzüglicher Paßform und äußerst preiswert! med. 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Wenn das Privattapital heute mit tiefem Schlage gegen die arbeitenden Boltstlassen ausholt, dann zieht es feine Kraft für diefe Der Vorwurf, dem DEB. gehe das Wohlbes tapitalisti Dittatur aus der wirtschaftlichen Schwäche der Gehalts- und Lohnchen Staates über das Wohl der Arbeiterschaft, weshalb er empfänger. Befennen wir offen, daß wir zum Teil selbst schuld unter allen Umständen einen gefchloffenen Eisenbahnerkampf" perbaran sind, wenn wir uns wirtschaftlich nicht wehren können. hindern wolle, ist zwar erklärlich vom Standpunkte der kommunisti Haben wir das Arbeiter& apital ebenjo organisiert zum Rampf fchen Agitation und Quertreiberei, in Wirklichkeit ist er findisch. Wir gegen das Brinattapital wie die Arbeits fraft? Nein, wir tragen leben einstweilen noch in diesem tapitalistischen Staat und würden auch heute noch Arbeitergroschen auf private Banken. Wir haben die ersten sein, die die Folgen eines allgemeinen Eisenbahner. auch heute noch nicht erkannt, daß das Arbeiterfapital eine lebenstreits zu spüren befämen. Um sie ohne weiteres in den Kauf zu bige Kampffraft enthält, und steden es in den Strumpf, annehmen, müßten schon ganz andere Dinge auf dem Spiele statt es durch die Hand gemeinwirtschaftlicher, von den Gewerkschafftehen als die Aufträge aus Mostau, in Deutschland für Bewegung" ten fonirollierter Organe und Gesellschaften in den Rampf gegen zu sorgen. Daran wird es ohnehin nicht fehlen. In diesen Kämpfen Ausbeutung und Wucher zu werfen. Methoden verfahren, ben größtmöglichsten Erfolg mit dem geringst möglichsten Aufman dan Kräften und Opfern zu erzielen. Das Phrasendreschen überlassen mir Leuten, die genügend Zeit dazu haben und sonst nichts weiter zu tun haben. Wenn die KPD.- Lohgerber nicht wollen, daß ihnen die Felle forfschwimmen, dürfen sie nicht soviele mit einmal in den Bach hängen. aber werden mir auch weiterhin nach unseren gewerkschaftlichen Stellen mit dem Ruf heranzutreten: Hände meg von der deutfchen Reichsbahn!" Scharfschwerdt ging im Schlußwort auf die Ausführungen der Redner ein. Ei geißelte das Berhalten der RPD. in den Räteförperschaften nach der Revolution. Die geforderte gemeinsame Front fonnte nicht fommen, weil der DBB. amiliche Aufforderung erhielt, mit dem ADB und der RG. feine Arbeitsgemeinschaft zu bilden. Er unterstrich die Ausführungen Zacherts. Die RG. werde meiter bestrebt sein, die gemeinsame front zu erweitern. Bei bea jegigen Verhältnissen kann dies leider nur schrittweise geschehen, Es steht zu befürchten, daß der neue Reichstag daselbe Bild auf: meist, wie der Landtag in Mecklenburg. Er führt als Beispiel an; mie sich ein RG.- Mitglied in politischer Beziehung gewandelt hat, der nach der Revolution sein Heil bei der äußersten Linfen perfuchte und fic nicht radikal genug stellen fonnte, und jetzt and tagsabgeordneter der deutscpöitischen Barist geworden ist! Zum Schluß trat er ein für eine Verschmelzung der RG. mit der ADPG., wozu die Berhältnisse hindrängen werden. erfordere starte Organisationen, und die Kollegen der Post wat Die Privatisierung und Internationalisierung der Berkehrsbetriebe Eisenbahn werden bald genug einsehen, daß sie ihr Heil nur von einer flarken Organisation erhoffen dürfen. Aus Oberschlesien. Breslau, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Bergarbeiter Streit in Bolnisch- Oberschlesien, der um die Aufrechterhaltung des Achtstundentages geführt wird, muß von heute ab als mißglidt bezeichnet werden, nachdem die Polnische Be fchaften nicht daran beteiligt hat. Es streiben durchschnittlich nur rufsvereinigung sich im Gegensatz zu den Freien Gemertnoch etwa 20 Broz. der Belegschaften. Dagegen ist auf deutscher Seite die Rabitalisierung der Berg- und Hüttenarbeiter in Oberschlesien als Folge der bürgerlichen Bolift in den lezten Monaten ähnlich angeschwollen wie im Ruhrgebiet. So erhielten bei den Betriebsratswahlen die Unionisten über 1000 Stimmen, die Freien Gewerkschaften dagegen weniger als 600, während die übrigen Gruppen( hirich- Dunder, Gelber Bergwerts. Derein) unter 200 Stimmen blieben. Ihr werdet entgegnen: Wir haben nicht einmal einen Strumpf, geschweige denn Rapital Gewiß, daß ist eine ehrliche Antwort der mirtich Mittellofen und Aermsten. Unsere Aufforderung richtet sich aber nicht an diejenigen, die über wirtschaftliche Kampffraft nicht perfügen, sondern an diejenigen, die in Arbeit und Brot stehen und fich für bestimmte Zwede Entbehrungen auferlegen und Spargroschen zurüflege n und diese fortlaufend vermehren. Aus Hunderten von Zuschriften wissen wir, daß wohnungslose Lohn- und Gehalisempiänger nicht nur die Absicht haben, sich für den Erwerb eines Die Eisenbahnbeamten zur Privatisierung der Reichsbahn eigenen Heimes oder für die Beschaffung einer Wohnung oder zum In einer Bersammlung der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisen: Ankauf von Hausrat Spargrofchen zurückzulegen, sondern Kapitalbahnbeamten und Anwärter am 30. März berichtete Scharfauch zurückgelegt haben. An diese Bolksgenoffen richten wir die Aufforderung, sich mit ich werdt über die Berhandlungen des Reichsverkehrsministers der von dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Allge mit dem Organisationsausschuß, dem nach und nach fünf Entwürfe Er ging bann meinen freien Angestelltenbund und dem Allgemeinen Deutschen Be eines Eisenbahnfinanzgefeges vorgelegt wurden. amtenbund meiter darauf ein, was die Sachverständigen, der Franzose Le gegründeten Reichswohnungsfürsorge attiengesellschaft für Beamte, Angestellte und fepre und der Engländer. Acworth iegt aus der Eisenbahn zu Arbeiter", abgefürzt Remog", in. Berbindung zu sehen. machen gebenten. Nach dem Urteil dieser Kommission ist der. Realwert der Reichseifenbahn 28 Milliarden Goldmart und mürbe so Die Rewog" will Euch beim Einsparen des Kapitals behilflich mit als Garantie für eine Anleihe von 10 Milliarden gelten fönnen. fein. Sie will, Euch dieses Kapital in Verbindung mit der Ge Die Leitung der Reichsbahn foll in die Hand eines Berwaltungswertihaftsbant treuhänderisch verwalten. Sie will es rats gelegt werden, der zur Hälfte aus Ausländern besteht. Als durch Zins und Zinjeszins vermehren. Mehr noch, sie will diefes Unterlage für seine weiteren Ausführungen gelten die veränderten Kapital fofort nubber machen und in die Wohnungspro Verhältnisse in Desterreich. Er streifte kurz die Verhandlungen Unternehmer lehnen alle Unterhandlungen ab. Der größte Teil der Der Malerstreit in Zürich geht unverändert weiter, die buttion steden. Sie will es den privaten Unter= im Reichsverkehrsministerium mit dem Staatssekretär Vogt, das nehmern und den privaten Banten entziehen und Arbeitszeitgefeß, den RG.- Streif 1922, bas Koalitionsrecht für Be- Streifenden ist abgereist. Es besteht noch keine Aussicht auf baldige es zu einer wirtschaftlichen Macht gegen Eure wirtschaftlichen Gegner werden lassen. Sie will mit RBM., Farbe zu bekennen, wie sich die Regierung zur Privatifies und warnen wir nochmals vor jedem Zuzug. Die Gipser in amte und die Forderung der RG. an den Reichskanzler und das Beendigung des Streits. Die Unternehmer geben sich die größte diejem Kapital Wohnungen für Arbeiter, Angestete und Beamte bauen. Sie will Euch Euren eigenen Zielen und Wünschen näher abzulehnen sei, glauben jedoch nicht die Kraft zu haben, fie noch unternehmer Berhandlungen ab. Mit diesen Streits mußten in verrung stellt. Beide sind davon überzeugt, daß die Privatisierung Zürich find ebenfalls in den Streit getreten, auch hier lehnten die bringen, indem sie die Schwäche des einzelnen zu einer abzuwehren. Aufgabe der Gewerkschaften muß es fein, ebenso wie schiedenen Bauten sämtliche Bauarbeiter die Arbeit einstellen. Die Macht der Masse werden läßt. tungsrat geworden ist auch vom Personal jemand in den Berwal- allgemeine Lage ist äußerst unsicher. Berhandlungen der Maurer tungsrat zu entsenden. und Bauhilfsarbeiter verliefen bis jetzt refultatios. Eine allgemeine Arbeitsniederlegung steht bevor. In der Aussprache tam zunächst Meyer als offizieller Bertreter der KPD. zum Wort, der die BSPD. in der bekannten Beise angriff, so daß der Versammlungsleiter sich genötigt fah, einzugreifen und ihn barauf zu verweisen, daß hier feine poli tische Schlacht geschlagen werben soll, sondern daß er zum Referat Habt Ihr kein Bertrauen zu Eurer eigenen wirtschaft lichen Macht? Dann flagt nicht über Eure Schwäche. Habt Shr mehr Vertrauen zu dem Brivatkapital und seinen Unter nehmungen? Dann wundert Euch nicht über deren Stärte und Brutalität. Der Sieger nimmt feine Kraft aus Eurer Macht. Ber foll Sieger fein? Der Brofitgeist oder der Ge meingeift? Darüber die Entscheidung zu fällen, liegt bei Euch. Wollt Ihr die Gemeinwirtschaft in der Wohnungswirtschaftsprechen möge. fördern, dann müßt Ihr auch Eure Spargroschen den Organen zu= führen, die für Euch geschaffen sind. Wollt Ihr Euch Heim und Hausrat ersparen, so wendet Euch an die Remog, Berlin S. 14. Infeftr. 6. und verlangt von ihr die Bedingungen, zu denen Jie Sporlapitol entgegentiimmt und treuhänderisch verwaltet. Betrübte Lohgerber. Genoffe Künstler wurde zeitweilig stürmisch unterbrochen. Er mies indeffen darauf hin, daß die fozialdemokratische Reichstags frattion tapfer für die Eisenbahner im Parlament eingetreten ist. Zum Schluß gab er als offizieller Parteipertreter die Erklärung ab, daß bie Partei alles tun mürbe, die Eisenbahn als Staatsbefiz zu erhalten. Bauarbeiter, meidet Zürich! Mühe, um Streitbrecher in Deutschland anzuwerben jeden Tag zu einem Ernstfampfe tommen. Auch die Zimmerleute stehen am Aeußersten und es fann arbeiter, gleich welcher Berufsart, 3 ürich und Umgebung Wir vermeisen deshalb nochmals darauf, daß alle Bau unter alten Umständen zu meiden haben. In Bern ist die Situation nicht viel besser. Unsere Unternehmer und Behörden verlassen sich darauf, in Deutschland und Desterreich Arbeiter anzuwérben, und haben bereits ihre Agenten ausgefandt. Möge niemand denselben Gehör geben. Zentralvorstand des Bau und Holzarbeiterverbandes Der Schweiz. Genoffe 3 a chert pon ber DPG. führte aus, baß Poft und Eisenbahn eng zusammengehören, meil fie bas gleiche Schidsal haben. Seine Organisation wird mit der RG. alles tun, um Unheil tigung des Gasmerts Zegel. Treffen 9 Uhr vorm. Bahnhof Tegel b Gefund von den Mitgliedern abzuwenden. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: Die am 30. März in Berlin, Brauerei Königstadt, mir schwach besuchte Bersammlung erkennt nach dem aufklärenden Referat die große Gefahr, welche für das deutsche Volk in der beabsichtigten Internationalisierung und Brivatisierung der deutschen Reichsbahn liegt. ,, Ein allgemeiner Rampf der Eisenbahner auf ber ganzen Linie", das wäre so recht etwas nach dem Herzen der PD- Zentrale. Weil aber der Deutsche Eisenbahnerverband den Kampf um beffere Löhne so führt, wie alle Reformisten und Amsterdamer", d. h. nach den einfachsten Regeln gewerkschaftlicher Tetit, anstatt nach den Agitationsbedürfniffen der RBD. 3entrale, da außerdem der DEB. die Allgemeinintereffen nicht ftrupellos hintanjeßt, stimmt die Eisenbahnerabteilung Sie sieht darin nicht nur eine Gefährdung der Interessen des der KPD. in der Roten Fahne" ein bewegliches Alagelied an. Es Eisenbahnperfonals durch Beseitigung des Berufsbeamtentums und fei schließlich nur den kommunisten und Angehörigen der anderen Rechte, sondern auch eine Bebrohung der Interessen des FEB. zu danten, wenn jetzt überhaupt eine Bewegung zu der Minderbemittelten, wie es in der Tarifgebarung der Privat ffande fam. Lediglich um zu verhindern, daß die Reaktion diese gesellschaften zum Ausdrud tommt. Die größte Gefahr liegt darin, Behauptung aufgreift, mit der sie sich über die tiefgehende Gärung baß durch die Beseitigung des staatlichen Charakters der Reichs unter den Eisenbahnern hinwegsehen fönnte, ist es notwendig, daraufbahn das letzte große, starte Band, welches unser Baterland zuhinzuweisen, baß dies feineswegs zutrifft. Die einzelnen Arbeitsnieder fammenhielt, zerriffen wird. Aus allen diesen Gründen rufen wir legungen sind meist an Orten erfolgt, wo die Kommunisten an die Euch deutsche Boltsgenossen auf, mit uns an alle verantwortlichen H HEIZ MA N N Deutscher Bertreifter- Berbanb. 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