Abendausgabe Nr. 16441. Jahrgang Ausgabe B Nr. 82 6qu ndo Bezugsbedingungen und Anzeigenprefe find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: SW. 68, Cindenfirage 3 Ferufprecher: Dönhof 292-295 Tel- dreffe: Sozialdemokrat Berlia Horwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarten Sonnabend 5. April 1924 Berlag and angetgenabteilung Geschäftszett 9-5 Uht Berlager: Borwärts- Berlag GmbH Berlin SW 63, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2500-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Ministerkrise in Württemberg. Regierung Hieber- Bolz zurückgetreten. Stuttgart, 5. Aprpil.( TU.) In der heutigen Sigung des Landtags ett ärte die württembergische Regierung ihren Rüdtrift, da ein vom Zentzum eingebrachler Antrag, die Eatfcheidung über den Abbau der Oberämter erst nach den Wahlen zu treffen, von der Rechten unterstüßt, mit Stimmenm.hrheit angenommen wurde. Stutgart, 5. April.( WTB.) In der heutigen Landtagsfizung wurde ein Zentrum santrag, nach dem der Vollzug der Ber orbnungen über die Aufteilung nen fieben Oberämtern und bes Banbraisamis Hall bis zum 15. Juni verschoben werden soll, mit ben Stimmen der Rechten, bes 3entrums und der Deut. ichen Boltspartei angenommen. Darauf erflärte Staats präsident Sieber für sich und für den Finanzminister ben Austritt aus der Regierung. Dieser Erklärung schloffen fich der Minister des Innern und der Juſtigminier an. Die nächste Sigung des Bandtags findet Dienstag vormittags statt mit ber Tagesordnung: Wahl eines Staatspräsidenten. * Die Vorlage, über die Sieber- Bolz schließlich stolperten, ist seit längerer Zeit schon Gegenstand heftigster politischer Auseinanderlegungen. Die Regierung hatte in ihrem Reformprogramm eine große Staatsvereinfachung" angekündigt. Jedoch ist nicht viel mehr davon übrig geblieben, als die Aufhebung von vier Kreisregierungen etwa preußische Regierungsbezirke Aber schon im Jahre 1911 hatte das Ministe. Die Streitgefahr bei der Reichsbahn. 13089 Die bayerischen Prozeßwahlen. F. B. München, 4. April. Am 6. April wählt das bayerische Bolt einen neuen Landtag. Man sollte meinen, daß ihm diesmal die Entscheidung leichter fiele als je; denn die Bilanz der Regierungs. politit des verfloffenen Landtags ist in ihren Ergebnissen fo eindeutig und einfach zu durchschauen, daß für jeden, der nicht in ganz engen Parteidogmen befangen ist, diese Wahl nichts anderes fein fann als die Abrechnung mit den bayerisch volfsparteilich deutsch nationalen Regierungsmethoden. Am Anfang dieser sogenannten vaterländischen Regierungskunst stand ein großes phrafenreiches Lippenbetenntnis zur Bolitik der Mitte, der liberaliten Demokratie und der freiesten Volks gemeinschaft, am Ende aber eine noch nie dagewesene 3 er. sichtlüftung des ganzen Boltes, Haß gegen Hak und lüftung des ganzen Boltes, Haß gegen Hak und tieffter fozialer und politicher Un rede. Der Weg zu diesem troftlosen Ende ist überreich an Marffteinen brutalster Unterbrückung. Die Staatsautorität wurde nicht aufgerichtet im Geiste des modernen Rechtsstaates, fondern nach den Ideen des reaktionären Kloffenhaffes; der Staat wurde ein Herr schaftsinftrument zur Niederhaltung und gewollten Ausroltung der einen, zur Sicherung der politischen Mach t für die anderen; es gab feine rechtliche Gleichheit, feine Unparteilichkeit der Verwaltung; schwere Gewalttaten blieben instematisch ungefühnt, wenn fie gegen mißwaren. Daß in dieren liebige S'aatsbürger gerichtet waren. wüften staatlichen Trümmerfeld schl'ehlich kein anständiger Men'ch mehr feines Lebens sicher ist, haben minmehr auch dieienigen ausdrücklich erkannt, die die unabwälzbare Berantwortung für diese Zustände zu tragen haben. rium Beizäder- Fleischauer eine Neuaufteilung des Landes und die Einsparung von 20 Oberamtspermal. tungen( etwa preußische Landratsämter entsprechend) vorgesehen. Die von Zentrum und Demokraten gemeinsam gebil. bete Regierung Hieber- Bolz stand aber bisher schon so start unter dem politischen Drud der Rechten, bas ber 3entrümler Bolz es nur noch wagte, den Abbau von sieben Oberämtern auf dem Verordnugswege vorzunehmen. Es sind dies Blau beuren, Brackenheim, Neresheim, Spaichingen, Sulz, Weins. berg und Welzheim. Die als sicher vorausgefagte Aufhebung des Oberamts Tettnang ist in Anbetracht dessen, daß es sich bort um eine 3entrumsbomäne handelt, nicht erfolgt. Mit diesem Borgehen der Regierung war nun feine Bartei zufrieden. Die Sozialdemokratie wün'cht eine weit. gelende, den finanziellen und organisatorischen Bedürfniffen entsprechende Renaufteilung auf dem Wege der ordentlichen Gesetzgebung. Die Bürgerlichen jedoch beliebten das System, von dem einmal im Reichstag das schöne Wort geprägt wurde, man müsse dem Hundeschwanz das Lebenslicht stückweise ausblasen". Aber selbst der unzus längliche Versuch des Zentrumsministers Bolz ist dem Zentrum und den Deutschnationalen schon zu weitgehend. Sie bringen durch ihren Rechtsblod das Kabinett und damit auch ihre eigenen Bertrauensleute im Ministerium zu Fall. Bielleicht wollen sie noch vor der Wahl eine reine Rechtsregierung bilden. amten gezahlten Hungerlöhne zu verewigen sucht; sie läuft aber jeder volkswirtschaftlichen Einsicht zuwider, nach der die Hebung der Produktion und damit der Wiederaufbau der Wir schaft mur möglich ist, wenn die Kauftraft der breiten masse der Bevölkerung durch Erhöhung der Löhne und Gehälter gesteigert wird. Konn es da für jeden einigermaken denfenden Bürger diefes Staates noch einen weifel geben. ob er fein Wohl und Wehe w'ederum diesen schiffbrüchigen Männern und Parteien anvertrauen kann?... Aber Barern ist zum Land der unbegrenzten Möglichfeiten geworden. Die fortgefekten inneren Mirren, Die mehr als einmal zum Vergleich mit den meritanischen Wild. west tänden herausforderten, baben aueht burh ben verDas Reichskabinett immer noch unschlüssig. Wenn die Streitbewegung der Eisenbahner bis jekt feinen größeren Umfang angenommen hat, so nicht etwa deshalb, weil die Eisenbahner, die sich bisher noch nicht daran beteiligten, mit ihren Löhnen vollauf zufrieden wären. Vielmehr ist dies dem Einfluß der Organisationen zuzuschreiben. bie ihre Mitglieder auf den Berhandlungsweg verwiesen, den Die Gewerkschaftsvorstände zunächst gehen müssen Wahr Icheinlich wäre die Bemegung schon beigelegt, wenn das Reichsfabinett den Bereinbarungen fofort zu gehrtelfreifen große Berlufte zufügen wird. In der Barnsfer una ber Boitsfeele ge chafen. daß weiten Kreisen timmt hätte. Doch fann sich die Regierung offenbar nur sehr schwer dazu entschließen. Das Reichsverkehrsminifterium hat die Verbandsvertreter zu heute nachmittag 8 Uhr nochmals zu Berhandlungen eingeladen. Borüber jetzt noch verhandelt werden soll, ist den Verbandsleitungen unbekannt. Der Deutsche Eisenbahnerverband hat zu morgen Sonntag feinen Beirat aus dem Reiche zufammen berufen, um je nach dem Stand der Dinge zu entscheiden. Auch die übrigen Berbände sehen sich nor entscheidende Beschlüsse gestellt. Es wird also wesentlich von den neuesten Berhandlungen im Laufe des heutigen Nachmittags abhängen, ob der Friebe im Betriebe der Reichsbahn wieder hergestellt oder aber die Streitbewegung eine erhebliche Ausdehnung erfahren wird. Die Gefahr einer fatastrophalen Auswirkung der Streitbewegung ist noch feineswegs beseitigt. Der Stand des Streits an den einzelnen Orten ist unverändert. Kurz vor Redaffiousschluß traf noch folgende amfiche WTB.Meldung ein: Das Reichstabinett hat sich heute in längerer Beratung mit dem vorläufigen Verhandlungsergebnis ter Schnregelung bei der Reichsbahn befaßt. Der beabsichtig en Cohnerhöhung tonute aus waytungspolififchen und allgemein wirtschaftlichen Gründen nicht zugeftimmt werden. Auf Grund eines neuen Vermittlungsvorschlages, der den Wünschen der Arbeiter, for it es die Rüdficht auf die allgemcine Cage irgend gestattet, entgegenkommt, follca die Verhandlungen mit den Gewerkschaften fortgefeht werden. Hamm über die Wirtschaftslage. Der Reichswirtschaftsminister Sam m äußerte fich gegen. über dem Berliner Bertreter der Kölnischen Reitung" über den Wiederaufbau unserer Wirtschaft. Er führte hierbei u. a. aus: Da und dort glaubt man in- und außerhalb Deutschlands, daß bie deutsche Wirtschaft wieder einmal einen Gefahrenpunkt über schritten und eine Aufwärtsbewegung eingeschlagen habe. Ich sehe die Lage sehr viel ernster an. Wir erleben zwar gegenwärtig einen gewissen Aufschwung der Geschäftslage in manchen Industrien. Wir haben im An'and gesteigerte Nachfrage nach Tertilien und Echuhwaren; das erklärt sich einmal aus dem Notbedarf von Millionen Faustalturgen, die das Allernotwendigste verloren haben, zum anderen aus einer verständlichen Kauf uft breiter Schichten die auch über den Notbedarf hinaus nun wieder an Dänemark und die deutsche Selbstblockade. Kopenhagen, 4 April.( Tul.) Die enorme Befteuerung ber deutſchen Auslandsreisenben hat hier bas größte uflehen erreg. Alle Zeitungen bebauern die Maßnahme, bie besonders den dänischen Zibende" schreibt, man: Es ist zu beflagen, weil eine jede Ein fhränkung in dem Verkehr zwischen den Bölfern ein fulturelles Minus ist. Wir sind überzeust, baß die deutschen Touristen mit einem guten Empfang bei uns hätten rechnen fönnen. Das englische Mieterschutzgesetz. Condon, 4. April.( WTB.) Unterhaus. CInnes gab heute eine Erklärung in der Angelegenheit der Bestimmungen über die Mietzahlungen Arbeitslofer ab, die cm 2. April erörtert worden war. er fagte, die Regierung habe beschteffen, den Abfaß, gegen den Ein wendungen erhoben würden, in dem Sinne abzuändern, daß die örtlichen Behörden zunächst die Kosten tragen sollen. Die Frage, ob die örtlichen Behörden dann aus Staatsmitteln Erfaß erhalten jollen, werde später erwogen werden. Diese Erklärung wurde von Konservativen und Liberalen mit Zurüdholtung aufgenommen. Seitens der Arbeiterpartel erhob sich einiger Protest, da die örtlichen Behörden solche Lasten nicht zu tragen vermöchten. Die Frage wird am 7. April weiter verhandelt werden. brecherifchen Hoherrat vom November 1923 und feine fomsbienhafte Liquidation eine fo allgemeine Berwildes jebe Fähigkeit für ein nüchternes, nerftandesmäßiges Urteil abhanden gekommen ist. Der Prozeß gegen die Ho hverräter hat nicht etwa flärend und reiniger gewirkt, wie das in iebem anderen Land der Welt der Fall gewesen wäre, im Gegenteil: die atentreuzler sind rabiater und unternehmungsinstiger denn je, die Schiffbruchspartet der Berantwortlichen durch die politischen Sans wur Hoden eines Ludendorffs cerettet, während der Masse der Mitläufer durch die sich übertürenden Ereigniffe jeder Ausblick ins Freie rerbunfel tit. Fo fann es denn auch nicht Wunder nehmen, das nicht weniger os 18 Wahlvor= fchläge auf die farm 4 Minnen Wahlberechtigten losgefaffen find. 15 Barteien und Gripphen haben eine geradezu babrlonishe Berwirrung unter den Bürgerlichen angerichtet, während die sozialistische Arbeiterschaft infolge der vier Jahre erbuheten Unterbridna in her optioche pon Periplittering fre geblieben ist. Gegenüber her feltehenden Sozialdemo fratie vermag der Moskauer Radikalismus nur fchwer Rnden zu gewinnen, während dem fünfmänninen Mahlvorschlag der Unabhängigen in München und in Mürnberg faum e'n anderer Erfofa els ein nousnügbarer Stimmenraub am Soz'aliemis beschieden fein dürfte. Die Nachgiebigkeit des Ministers Cimes in der Frage bes Mieterichutes wird am heftigsten von der fchottischen Gruppe der Arbeiterfraktion angegriffen. Vor allem ist es der Abgeordnete ofs David Kirkwood, der sich durch sein radikales Auftreten be. reits im vorigen Unterhaus bekannt gemacht hatte und von dem es bereits verschiedenlich hieß, er werde zu den Kommunisten über gehen, der der Regierung vorwirft, sie unterscheide fich in nichts von einem fenfervativen Kabinett und fapituliere bei jeder Gelegenheit vor der bürgerlichen Mehrheit. Markgefährdung im Ausland. na Die Börse sucht Auslandswerte. Umlaufende Gerüchte von einer Unterminierungstätig teit gegen die Rentenmart haben sich als ziemlich aufge bauscht herausgestellt. In Börsentreiſen ſteht man diesen a richten sfeptisch gegenüber Ziemlich besorgt dagegen betrachtet man die Bewegung ber Papiermart im Ausland, wo auch am gestrigen Tage ein weiterer Rüdgang zu verzeichnen war. Man bringt dielen Rüdgang in Zusammenhang mit den geringen Butellungen am deutschen Devisenmarkt und weist darauf hin, daß bei einer Butellung ven nur 1 Prozent die Industrie usw. 99 Pro gent ihres Geldes nuglos bei der Bant liegen lassen müsse und häufig tazu übergehe, die dadurch entstehenden Zinsverlufte ufm. in einer Höhe von 7-10 Prozent auf die Waren aufzufchlagen. Tiefe indirette Erhöhung ber Depisenturie fönne felbstverständlich nicht ohne Auswirkungen auf die Kursgestaltung der Mark im Auslande bleiben. Nach den Berichten aus a" en Landesteilen ist die Stim murg unter der Parteigenossenschaft eire ranz rorzügliche; die Verfammlungen waren zum allerarösten Teil sehr gut befucht. ia im renktionär perechten Oberland oft genug geradezu überfüllt. In der Disfusion ftefften fih in der Hauptsache nur Hafenkreuzler und da und dort ein Kommunist, ohne daß es ihnen nich nur in einer e'ntigen Berfammlung gelungen wäre, Stimmungserfolge a erringen. Freilich wird man sich bever hüten müffen, diese Situation zu überschäken; denn bei affer Besinningstreue und aufopfernder Mitarbeit der Parteinenoffen wird auch der Erfolg bei diefer Wahl durch das Heer der Mitläufer entfchieden. Dabei ist wohl damit 2 rechnen, bak in gewiffen Landesteilen diefe Mitläufer dem Bölfifchen Bloc zufallen werden, nämlich dort, wo eben bie Bölkischen seit Jahr und Tag ihre Hauptagitation entfaltet haben, so vor allem in München selbst, denn im Chiemgau, in Nürnberg und in ienen Teilen von Oberfranken, die für den Mar'ch nach Berlin" ofs Aufmarsch und Etoppengebiet dienten. Diefe Sorte von Mitäufern refritiert fich aus allen Schichten der Tenöfferung, her grösere Teil entstammt aber doch wohl dem Gehene der Bayerischen Bolts. partei und der Deutsch nationalen. Beonders die " Ware und Befit fich freuen wollen. Beides fann nicht lange nach. Devisenmärtt ctmas zurüd. Sm übrigen wies der Devifen Ehe mit den Baterländischen Verbänden bes fomnromittierter ha'ten, und es ist zu wünschen, daß die über die Kauftraft hinausgehende auf lust alsbald wieder ber auch für die Produktion notwendigen Spartuft Play macht. Immerhin hofft man von der nun für die nächste Woche unmitte bar bevorstehenden Gründung der Goldkreditbant eine Besserung und Entspannung und hält mit den Ansprüchen am marit heute trine nennenswerten Veränderungen auf. Die Lage am Effettenmartt am beut gen börsenfreien Tage gefta'te: fich verhältnismäßig günftig. Die Kaufaufträge bes Bubl fums haber sich wohl im Hinblick auf die am Montag in Nach diesen Aeußerungen zu urteilen, scheint der Reichs. Kraft tretende Erhöhung der Börsenumfassteuer temerkenswert ge wirtschaftsminister der Ansicht au sein, bak der innere Markt ftei ert, während die Berkaufscrores auf ein Minimum zusammen. geschmolzen find. Auch die Spekulation nimmt in Erwartung einer noch zu tauffräftig sei. Diese Ansicht fiimmt zwar mit festen Montarsbörse shon heute im Berfehr von Bureau zu Bu ber Aushungerungspolitik ber Reglerung überein. reau einige Stäufe vor. Befenderes Interesse herricht im Zusammen. die alle Lasten der„ Sanierung" der werf äligen Bevölkerung hang mit den schwächeren Markmeldungen für Auslands. auferlegt und die den Arbeitern, Angestellten und unteren Bewerte. Auch rheinische Werte waren start gesucht. lehteren werden darunter am meisten au leiten haben un es wird ihnen taum gefingen. diefen Berluft durch ihre wide Brofeffors Pauer wettzumachen. Die Gefahr. ble der Bayerischen Volkspartei aus der nölfifhen Agitation gedroh hat, wurde durch die tölpelhafte Kulturkampfparole des Breußen" Ludendorff teilweise wieder gebannt. Kaum war Diese aus dem Gerichtssaal in der Infanterie chule hinausge brungen, als es auf den bekümmerten Gesichtern der volksparteifihen Wahlregiffeure aufleuchtete und alsbalh eine Propagandaffut fondergleichen in die mantenden Reihen der Kleritalen fich ergoß. So wurde in legter Stunde das Gleich " gewonnen. = gewicht der Bayerischen Volkspartei einigermaßen zurüd-| zusammen im neuen Reichstag eine beherrschende Stellung| wurden Handgranaten geworfen, wodurch eine große Anzaht einnehmen und„ bie Margisten von Stresemann Schwerverletzter entstand. Die Schuhpolizei räumte unter Marr bis zu den kommunisten die Rebensart scharfen Schüssen ben Eaal. Unterdessen ging der Tumult ist bezeichnend- in die Minderheit drängen fönnten. Er will noch weiter. Zahlreiche Verwundete wurden forttransportiert und im Reichstag einnöllisches Kartell", das freilich zur Voraus- mehrere Verhaftungen vorgenommen. fegung hat, daß die Deutschnationalen fich für eine„ grundstürzende soziale Neuordnung" erklären und großfapitatistische Führer wie ergt und Helfferich faltgestellt werden. Ein anderer Gegner, der ihr aber in gemissen Landbezirken Oberbayerns, Niederbayerns und Schwabens diesmal wieder schwer zu schaffen macht, ist der Bayerische Bauernbund des ehemaligen Roalitionsbruders Buglhofer, der von jeher auf große staatspolitische Ziele verzichtet und sich beschränkt auf die engbegrenzten Sonderinteressen gewiffer flein und mittelbäuerlicher Kreise antiflerifaler Färbung. Die zusammen mit dem in Franten etwas eingebürgerten Deutschen Bauernbund zum Deutschen Bloc vereinigten Demokraten haben zweifellos einen sehr schweren Stand, trozdem sie durch die Schaffung zweier Tageszeitungen( Morgenpresse" in Nürnberg und geAlgemeine Zeitung" in München) noch im legten Augenblid einen anerkennenswerten Kampf gegen die bayerische Reaktion aller Schattierungen aufgenommen haben. Interessant ist, daß Dinter in diesem Zusammenhang eine scharfe Erklärung gegen den Putschismus und für die Legalität abgibt. Er schreibt nämlich: Darüber aber find sich alle Führer der beiden vereinigten Bar teien( Bölkische und Nationalsozialisten) klar, daß nachdem der Versuch, das völkische Großdeutschland im Verein mit den legalen Staatsgewalten Bayerns in einer einzigen Nacht aufzurichten, gescheitert ist, daß nunmehr die Zeit für eine gewaltsame BerwickDer alte Landtag zählte insgesamt 158 Abgeordnete, lichung der völfifchen Großziele ein für allemal vorbei ist. Die unwährend der neue befanntlich nur mehr 128 umfaßt. Diese geheure Energie der bayerischen Nationalsozialisten wird sich nunBerminderung ist bei dem Vergleich mit dem Ergebnis vom mehr in rein geistige streng legale Kräfte umfezen, ohne daß fie des= kommenden Sonntag natürlich zu berücksichtigen. Ein unverwegen auch nur im geringsten den praktischen Wehrgedanken auffälschtes Bild ergibt sich wohl am besten dadurch, daß man geben wird: fie wird nach wie vor der Träger der Wiederbelebung unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung die Zahl der deutscher Wehrhaftigkeit sein und bleiben. Auch die banerischen Stimmen bzw. den Prozentsatz der für die einzelnen abge Nationalsozialisten werden nunmehr in die Parlamente einziehen. gebenen Stimmen einander gegenüberstellt. Bei der Wahl Diese Tatsache im Verein mit der Tatsache, daß nunmehr auch die 1920 erhielten von insgesamt 2 967 869 Wahlbeteiligten Deutschnationale Bolfspartei sich rein völkisch einzustellen beginnt, .1 168 896( 39,4 Pro3.) Stimmen u. 65 Abg. eröffnet ganz neue Aussichten zur Verwirklichung der deutsch. völkischen Großziele. Bayr. Volkspartei. Sozialdem. Partei. 11SP. Kommunisten. Mittelpartei( Deutichnat.) 1 Deutiche Volkspartei Demokraten Bater. Bauernbund " 486 528( 16,4 383 614( 12,9" 51 602( 1,8 401 936( 13,5" 240 375( 8,1 234 918( 7,0 :) ) 41 7 20 # 13 " 12 SP " , zu berücksichtigen ist außerdem noch, daß in der Pfalz auch für den Landtag erst am 4 Mai gewählt wird. Im legten Landtag war die Pfalz mit 17 Abgeordneten, nämlich Sozialdemokraten 5 Deutsche Volkspartei, 4 Bayerische Volkspartei und 2 Demokraten vertreten. 6 Am 6. April entscheiden die bayerischen Wähler aber nicht Diese neuen Aussichten erblickt Dinter eben in der erhofften Möglichkeit einer„ völkisch" eingestellten Reichstagsmehrheit. Wenn er sagt, alle Führer seiner Partei feien in diesem Punkt seiner Meinung, so steht das in offenkundigem Widerspruch zu seiner neulichen Ertlärung gegen die„ Unbesonnenheit der gegenwärtigen Berliner Leitung". Es wäre sehr unvorsichtig, an die Bekehrung der Völkischen zur Legalität, das heißt zur Verfassungs- und Gefeßestreue zu glauben. Immerhin zeigt der Borstoß Dinters, daß das Problem Putschismus oder Legalität?" auch für die äußerste Rechte afut geworden ist. | Reichsbahn und Reparationen. Eine Rede des Reichsverkehrsministers Oefer. Reichsverkehrsminister Deser sprach gestern in der Handels: hochschule über die Entwicklungsfragen der Reichsbahn und ging dabei auch ausführlich auf die Reparationsfrage ein. Er erflärte, die Reichsbahnverwaltung habe ihre Politik stets so eingestellt, daß die Reichsbahn im Mittelpunkt jeder Lösung der Reparationsfrage stehen werte. Boraussetzung dafür sei aber, daß die Reichsbahn die Berantwortung für ihre Maßnahmen voll tragen fönne und von jedem äußeren 3mange frei bleibe. Die zweite Borbedingung fei, daß die Verwaltung der Rhein. und Ruhrbahn wieder frei in die Hände des Deutschen Reiches über. gehe. Ohne Rhein und Ruhr, so fuhr der Minister fort, wird die deutsche Wirtschaft niemals reparationsfähig werden. Das haben auch die Sachverständigen, sogar der französische Vertreter, zugegeben. Wenn die Reichsbahn aber reparationsfähig werden soll, gebraucht fie auch ihrerseits ein Moratorium. Schon die Notwendigkeit, die Reichsbahn mit den Rhein- und Ruhrbahnen wieder zu vereinigen, macht hnische und betriebliche Vorgänge notwendig, die ohne eine Atempause nicht vor sich gehen können. Da die Reis bahn in vollendetem Maße ein Ronjuntturgewerbe ist, muß Sie ferner die Möglichkeit haben, einen Ausgleichsfonds zu bilden, um so mehr, als Zeitungsmeldungen zufolge die Reparations. fommission eine Verkehrssteuer plant, die sich auf den Berfonen und Güterverfchr erftredt. Diese Verkehrssteuer wäre für die Reichsbahn ein ausgleichender Faftor gewesen, sie ist für den Reichsfinanzminister unentbehrlich, um sein Budget in Ordnung zu halten. Wenn von der Reparationsfeite her diese Verkehrssteuer so beansprucht wird, fo muß dafür in irgendeiner Form ein Aus. gleich in einem anderen Ausgleichsfattor geschaffen werden. nur für den Landtag, sondern auf Grund des bekannten Bolts Wer Preußen zerschlägt, zerschlägt das Reich nur auf Reparations tonto quigeschrieben würde und teine begehrens auch für oder gegen den Willen der im bisherigen Landtag vereinigten Reaktionsparteien, ob nämlich der neue Landtag die Aenderung der Bamberger Berfassung mit einfacher Mehrheit vornehmen soll. Die reaktionären Ziele dieser Berfassungsänderung sind bekannt: Einführung des Staatspräsidenten und einer zweiten Kammer. Soll dieser Bolts entscheid von Erfolg sein, so müssen verfassungsgemäß zwei Drittel der abgegebenen Stimmen dafür lauten. Rechnet man also mit einer Wahlbeteiligung von 75 Broz., so müßten nicht weniger als 2 Millionen mit Ja stimmen, eine Zahl, die die Bayerische Volkspartei und die Vereinigte nationale Rechte" in Gegnerschaft zu sämtlichen übrigen Parteien bestimmt nicht aufbringt. Das ergibt sich auch schon aus dem Resultat des Boltsbegehrens. Dieser voraussichtliche Mißerfolg dürfte der Bayerischen Volkspartei im übrigen nicht einmal so ganz unwillkommen sein; denn bei der voraussicht lich bunten Zusammenſekung des neuen Landtags, dessen Tätigkeit von einer unberechenbaren Gefühlspolitik beherrscht fein dürfte, könnte die Möglichkeit einer Berfassungsänderung mit einfacher Mehrheit die Bayerische Boltspartei por recht unangenehme Ueberraschungen stellen. Putsch oder Parlamentarismus? Die Völkischen am Scheideweg. Der Führer der Völkischen in Thüringen, Dr. Artur Dinter, der jüngst eine Kriegserklärung gegen die Unbefonnenheit der gegenwärtigen Berliner Leitung" veröffentlichte, entwidelt heute in der alldeutschen Deutschen Zeitung" fein Programm. Herr Dinter hat große Rosinen im Kopf, er glaubt nämlich, daß die Deutschnationalen und die Bölkischen „ Geysir". Der Kriegsgott schläft zurzeit. " Schläft und träumt. Und in seinen Träumen tanzen Blausäure gafe, 50- iometer- Geschütze, Panzeraeroplane mit Maschinengeschützen einen rasenden Reigen. Und dann kommt der Höhepunkt seines Traumes: Phosphor. und damit Schweden, das der Welt das Dynamit schenfie unendlichen Segen und unendlichen Fluch, schenkte der Welt nach dem Kriege die Phosphorbombe. Und Amerika, das Land Wilsons und der Bethlehem Steel Works, das Land der Friedensvermittlung und der Steigerung der Gaskampftechnik zur Hölle, bemächtigte sich der neuen Ausgeburt des Mordsinnens. Und seine Journalisten verkünden als neuefte Sensation: Eine Phosphorbombe verbrennt eine ganze Kompagnie Phosphor brennt durch alle Körper hindurch, durch Fleisch und Knochen Phosphor ist unlöschbar- 1000- Kilo- Phosphorbomben in Anfertigung- ein Flugzeuggeschwader vernichtet in einer halben Stunde mit Phosphorbomben eine Stadt wie New York! Die Kriegsminister der Welt hören es und ordnen an: Sofortige Versuche mit Phosphorbomben find anzustellen. Der Kriegsgott lächelt im Schlaf und träumt weiter von Phosphorbomben, 1000, 2000, 5000 Silo fdywer. Seine Träume heißen Broben auf den Militärübungsplätzen der Welt. Aber als er sich im Triumph seines Phosphorrausches regte, hieß es, daß eine lebung ernst wurde das war die Geysirfatastrophe. Im Kopenhagener Marinehospital liegt ein rundes Dußend Menschen, Marineingenieure und Marineoffiziere, Pionieroffizier und Gemeine. Liegen da mit Gesichtern, denen das Fleisch von den Gebeinen gebrannt ist, init ausgelöschten Augen, mit tiefen Brand: wunden an den anderen Gliedern. Liegen nun bald ein Jahr und ein englischer Spezialist für Ansetzung neuen Fleisches bemüht sich zurzeit in 1-2ftündigen Narkosen, ihren Gesichtern wieder eine Spur von Menschenähnlichkeit zu geben. Der Kriegsgott hatte sich nur bewegt, im Traum, nur eine 10Kilo- Phosphorbombe war es, vor einem Zuschauerkreis uniformeleganter Offiziere, die im Mai vorigen Jahres auf dem dänischen Kreuzer Geysir die Wirkung einer Phosphorbombe zur Einnebelung" bewundern wollten. " " Der Kriegsgott aber lächelte im Traum und die Bombe explodierte, die Zuschauer mit brennendem Phosphor besprigend. Weber 100 Menschen erlitten Brandwunden, einer quälte fich in at pein. vollen Lagen zu Tode und fast ein Dutzend liegen noch im Marinehospital von Operation zu Operation. Der Kriegsgott träumte nur von den Waffen des nächsten Krieges, er rührte fich nur im Schlaf- aber die Militaristen aller Länder arbeiten fieberhaft, feine Träume zu verwirklichen. Jene fürchterlichen Augenblide auf dem Kreuzer Genfir" waren ein„ BerEine Rede des Ministerpräsidenten Braun. Hannover, 4. April.( WTB.) In einer vom Ortsverein Hannover der Sozialdemokratischen Partei am Freitag abend in der Stadthalle veranstalteten öffentlichen Bersammlung erklärte der preuStadthalle veranstalteten öffentlichen Versammlung erklärte der preu Bische Ministerpräsident Braun u. a., der jetzt bestehende Dualismus des großen preußischen Verwaltungsförpers und des Reiches könne nicht aufrechterhalten bleiben. Eine Neuregelung sei dringend, dürfte aber nicht geschehen durch eine Aufteilung Preußens. Es sei ein ganz falscher Weg, durch die Zerschlagung Preußens zur Einheit des Reiches kommen zu wollen. Wer Preußen zerschlage, zerschlage damit auch das Reich. Wer einer Aufteilung Preußens das Wort rede, bringe uns wieder in das Elend der Kleinstaaterei und der wirt. fchaftlichen und politischen Ohnmacht. Er verstehe und würdige durch aus die Gefühle der Althannoveraner und Niedersachsen. Was aber war, gehöre der Geschichte an. Wer am Abstimmungstage den parti fularistischen Eigenbrötfern folge, besorge, wenn auch ungewollt, die Geschäfte der erbittertften Feinde Deutschlands, die ja in der 3er ftüdelung Preußen Deutschlands ihr Endziel sähen. 800 Völkisch- kommunistische Wahlschlacht. D Stuhlbeine, Handgranaten und scharfe Schüffe. Frankfurt a. M., 5. April.( Eigener Drahtbericht.) Gestern abend fand im hiesigen Hippodrom eine deutschvölkische Wahlversammlung statt, in der Wulle eine Rede hielt. Der Bersammlungsleiter unterbrach die Diskussion, worauf im Saal ein großer Tumult entstand. Kommunisten und Deutschvölfifche gingen fich bewaffnet zu Leibe. Im Augenblick war der Saal in ein wüftes Kampffeld verwandelt. Von der Galerie wurden mehrere Stühle in den Saal hinuntergeschleudert; auch fehen" " wehe der Welt, wenn sie dieses Versehen" zur bewußten| Tat erhebt, wehe, wenn die Weltgeschichte mit Blausäure und Phosphorbomben geschrieben wird der Weltkrieg wird eine einzige Humanitätsdufelei" gegen diese Schrift sein. Saulus. Der Fall Ceo Blech. Die Generalversammlung der Deutschen Opernhaus- Gesellschaft, die am Freitag stattfand, hat die erhoffte Klärung über den Abgang Leo Blechs Dom Deutschen Opernhause nicht gebracht; die Verwaltung und die hinter ihr stehende Majorität der Aktionäre, die vom Großen Opernverein gebildet wird, verschanzte sich hinter den formalen Borwand, daß die Differenzen mit Blech nicht in das abgelaufene Geschäftsjahr fielen und daher eine Debatte darüber nicht zulässig märe. Auch der dunkle Bunft, weshalb der Generaldirektor Gruder Guntram gehen mußte, wodurch Blech zu seiner Demission veran laßt wurde, blieb ungeflärt. Die opponierende Minorität der Aftionäre, die im Intereffe des weiteren Gedeihens des Deutschen Opernhauses immer wieder versuchte, eine Klärung herbeizuführen, wurde niedergeftimmt und mußte sich mit zu Protokoll genommenen Proteften begnügen. Der Generaldirektor Gruder- Guntram, von dessen weiterer Mit wirkung Leo Blech fein Bleiben abhängig macht, ist mit 66 500 m. abgefunden. Leo Blechs Kündigung ist nicht angenommen, da die Gesellschaft nicht anerkennen will, daß fünstlerische Gründe dafür vorliegen, fie vielmehr ihn in allen feinen Vollmachten bestätigt. Der Generalmusifdirektor ist anderer Ansicht, und so wird ein Prozeß die Streitfrage erledigen müssen. Die Deffentlichtett aber hat ein Intereffe daran, daß diefe ganze Klüngelwirt. schaft aufhört. Das Deutsche Opernhaus gehört bekanntlich der Stadt Charlottenburg, die gegen die Betriebsgesellschaft auf Räumung geflagt hat, weil sie die Vertragsbedingungen nicht innehält. Der Prozeß kann natürlich noch lange hingezogen werden, und inzwischen kann der Bergwerksdirektor Littmann, der die Mehrheit der Attiven hinter sich hot, weiter als Vorsitzender des Aufsichtsrats wirfen, obwohl Herr Blech( wie vorher schon Herr Hartmann) außerordentlich belastende Angriffe gegen ihn gerichtet hat. Es ist ein betrübendes Schauspiel, daß die Stadt Charlotten burg fich dergleichen in ihrem eigenen Hause bieten lassen muß, weil sie sich ihre Rechte darin nicht genügend gewahrt hat. Das weitere Schicksal des Deutschen Opernhauses ist also vorläufig dunkel, so dunkel wie das merkwürdige Ausscheiden und die Rolle des bisherigen Generaldirektor Gruber oder das geheimnisvolle Walten des Herrn Littmann hinter den Kulissen. Da auch die Butunft der Großen Boltsoper" bedroht ist, weil sie gegebenenfalls ihr Haus verliert, sprechen die Konjetturalpolitiker bereits von einer Fusion des Opernhauses und der Volksoper' unter der Leitung Klemperers, der ja bereits für die Bolksoper engagiert ist. .Die Tribune" brachte gestern das Lustspiel des Dänen Beter Nansen Eine glüdliche Ehe" in so ansprechender Form her. aus, daß auch hier wieder das oft an anderer Stelle gespielte Stück zu einem vollen Erfolg wurde. Die Geschichte von dem liebes, und Unerträglich wäre es, wenn die gesamte Arbeit der Reichsbahn Möglichkeit gäbe, daß das Deutsche Reich aus der Reichsbahn noch einen Rest von eigenen Einnahmen haben würde. Man müsse auf alle Fälle für den technischen Fortschritt und für Investitionen einen Fonds übrig behalten. Das ist auch im Interesse der Gläu biger der Reichsbahn erforderlich. Wenn die Reichsbahn Obli gationen im Betrag von 11 Milliarden Mart ausgeben soll, so ist das eine Summe, wie sie noch niemals in der Welt Das ist nur möglich, wenn der Zinsenuntergebracht wurde. dienst der Obligationen dauernd gesichert ist. Bei einer schwanfenden oder unsicheren Zinszahlung würden die Obligationen unver färflich bleiben. Auch aus diesem Grunde muß das Reich verlangen, daß die Laften und die Leistungen der Eisenbahn in einem erträg lichen Berhältnis gehalten werden, damit eine Dauerlösung gelingt. Der heutige Zustand der Reichsbahn, so äußerte der Minister, ist an sich gefund. Wenn die Reparationsfrage der Reichsbahn diese Gesundheit nicht wieder nimmt, dann fann man der nächsten Zukunft mit einiger Zuversicht entgegensehen, und die Reichsbahn fann ihr Teil zur Lösung der Reparationsfrage beisteuern. Das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale hat die Einberufung des fünften allgemeinen Kongreffes zum 5. Junt dieses Jahres beschlossen. Als Ort der Tagung ist Mostau be ftimmt. Vorher wird eine Blenarsizung des Erefutipfomitees, und zwar am 25. Mai, stattfinden. Die Tagesordnung des Kongresses enthält u. a. folgende Buntte: Die Frage des Programms der Kommunistischen Internationale, die Stellung des Kommunismus zur Nationalitätenfrage, die revolutionäre Bewegung in den afiatischen Kolonialländern. Wauchopes Ernennung für Berlin. Offiziell wird mitgeteilt, daß der Generalmajor Wauchope zum englischen Vertreter für die interalliierte Kontrollkommission in Berlin ernannt worden ist, abwechslungsdurstigen Weibchen, das ihren verliebten Mann in dem Augenblick froh und zufrieden macht, wo es ihn zu betrügen beginnt, ist von Nanfen mit leichtester Strichführung in liebenswürdiger Kleinmalerei zu einem schalthaften Genrebildchen dramatisiert, das auf billige Effekte verzichtet und doch Wirkung erzielt. Dabei spielen sich die heiteren Vorgänge wie aus dem Augenblick geboren ab. Dieser Vorzug des Lustspiels hatte den Regisseur Emil Geyer bei seiner Inszenierung geleitet. Nichts schien gemacht oder fonftruiert. Die Darsteller waren feine Schauspieler, sondern natürliche Menschen. Allen voran die reizende Käthe Haad, die als unbefriebigte, gereizte und maulende Gattin ebensoviel Anmut und Schel merei entwickelte wie als übermütiges, sprühendes Frauchen, das sich alljährlich mit entzüchdender Unbefangenheit einen neuen Liebhaber zufegt. Jakob Tiedtke war der glücklich gewordene hintergangene Ehemann, ein Urbild der dümmlichen Gutmütigkeit, forglichen Be. tulichkeit und hausbadenen Gemütlichkeit, Arthur Schröder, der erste Liebhaber feiner Frau, mit meltmännischer Eleganz und meltfchmerzlichem Lächeln, und nicht zu vergessen Eugen Reg, der Schan fpieler, ber die Herzen der Zuschauer sofort gewinnt. Hier spielt er einen lauten, paßigen zweiten Hausfreund, deffen Schmerz, als auch er seinen Blaz einem Nachfolger überlassen mußte, komisch und erschütternd zugleich mar, furz, ein lieber, herziger Junge. Dgr. Ihm mar DON Eine Ursache der Blinddarmentzündung. Einen bemerkens. werten Beitrag Blinddarmentzündung zur Entstehung der liefert ein junger Arzt in der Deutschen Medizinischen die Häufung Fällen in Wochenschrift". gewiffen ländlichen Bezirken Hannovers und Oldenburgs aufgefallen. Er vermutete, daß die Blinddarmentzündung durch eine Schädigung zustandekomme, der die Bevölkerung gemein am ausgefeßt sei. Er ließ sich daher die aus dieser Gegend stammenden, bei der Operation gewonnenen Wurmfortfäße zur Untersuchung zu jenden und entdeckte in den meisten ein Samenforn der Kornblms, mit der das Getreide in Hannover und Oldenbury starf verunreinigt ift. Die Semenförner sind sehr spig und haben am vorderen Ende fleine, nach hinten gerichtete Borsten. Gelangt ein solches Korn, das sich im Schwarzbrot oft unzermabten vorfindet und unverdaulich ist, einmal in den Burmfortjat, fo fann es infolge der Borsten nicht mehr zurück. Es wird durch die Darmbewegungen nur noch weiter vorgeschoben, bohrt sich mit der Spize in die Schleimhaut ein und verursacht so die Entzündung. Der junge Forscher ist der Ansicht, daß diefem Gebilde viel mehr die Schuld an der Entstehung der Blinddarmentzündung beizumeffen ist als Spulwürmern, Bahn bürstenborsten, Kirschfernen und anderen organischen und anorgani schon Fremdförpern. Erstaufführungen der Woche. Mont. Künstlertbenter: Drei Ein after". Dienst. Luftipielbaus:„ Der scharfe Löw e. Freilag. Sonnab. Deutsches Theater: Die Residenztbeater: intemann. Jüdin von Toledo". Schloßvarktheater: Raiserpla 3. Staatsoper: Die tote Stadt". Uraniavorträge. Theater. Sonnt. 11, 5, 7 u. 9 Uhr:„ Der Galilaer. Dienst, Mittw., Donn. 5, 7 u 9 Uhr: Nanut, der Estimo". Mont, rett, Sonna b. 5, 7 u. 9 Uhr: Hypnose und Suggestion. Dienst. 9 Uhr: Friedrich II.". Mittw. Das Wandern der Jugend". Hörjaal. Sonnt. bis Sonnab.: Die deutsche Nordsee. Donn 8 lor:„ Königsgrab". Sonnab. 8 Uhr: Die malerische Mar!". Deutschland am Scheidewege. Ein Appell an die Funkzaungäste. Durch den Berliner Rundfunk wandte sich gestern abend Staatssekretär Dr. Bredow in einer Ansprache an die Funkzaungäste. Sie find, so führte er aus, an Zahl fo bedeutend, daß es nicht möglich ist, ihnen Auge in Auge gegenüberzutreten wie in einer Versammlung. Deshalb wähle er diesen Weg, auf dem er sicher Gehör bei ihnen finde. öffnet, und so dem deutschen Faschismus erst auf die Beine ge hofen. Das einzige, was der Roten Fahne" hr noch vor Geifte Rosa Luxemburgs geblieben ist. find die Kopfworte Gegründet von K. L. und R. 2. Aber ihres Geistes habt ihr feine: auch verspürt. Medlenburger KPD in einem Beschlusse R. Luxemburg al: Das fann auch weiter fein Wunder nehmen, wenn z. B. di pertappte Sozialdemokratin hinstellt Fall eine Leninistin sei. die auf feine1. London, 5. April( WTB.) Jn einem„ Deutschland am Scheidewege" überschriebenen Leitartikel führt„ Daily News" zu den bevorstehenden deutschen Wahlen aus, eine der schlimmsten Wirkungen ds schlechten Friedens fei gewesen, daß er die Hoffnung auf eine wirkliche deutsche Demokratie fast getötet habe. Hätte die erfte deutsche demokratische Regierung von den Alliierten eine Lebensmöglichkeit erhalten, so hätte man Hoffnung haben können. Man habe den günstigen Augenblid vorübergehen laffen. Man habe zugelassen, daß das deutsche Volt sich selbst überredete, daß die einzige Möglichkeit der Befreiung in der Vorberei ang für einen neuen Freiheitskrieg gegen seine Verfolger liege. News", die an einen durchschlagenden Sieg der Rechten die Weiterentwidlung der edlen Funkerei, der meine Lebensarbeit Eigenschaft als Rommunift und Staatsmann zu unterscheiden mußte! „ Da glaufieht die Gefahr darin, daß unter schweren Berlusten der Sozialdemokratie die folide Truppe verantwortlicher öffentlicher Meinung, die die Grundlage sein müßte, auf der eine vernünftige Friedensregelung aufgebaut werden fönnte, dem wahnsinnigen Fanalismus der Kommunisten und dem Nationalismus anheimfällt. Die einzige Hoffnung für Deutschland und für Europa jei gegenwärtig, daß Ramsay Macdonald Poincaré überredet, Bedingungen zuzustimmen, die eine unter dem Einfluß der denischen Industriellen und Konservativen stehende Koalition annehmen würde. Mac Kennas Hoffnung. Paris, 5. April( WEB.) Einem Berichterstatter des Petit Parifien erklärte Mackenna: Unsere Aufgabe ist beendet. Außer einigen noch zu erledigenden Paragraphen ist unser Bericht fertig. Er ist furz und enthält höchstens zwanzig Seiten. Auf die Frage, ob man das deutsche kapital wieder nach Deutschland zurückführen könne, antwortete Mac Henna: Sie fragen mich zuviel. Wir haben aufrichtig zufammengearbeitet, mit der einzigen Sorge und dem festen Wunsch, die Wahrheit zu suchen. Heute wie vor zwei Monaten habe ich immer noch die Hoffnung, daß wir zum wirtlichen Frieden gelangen und daß unsere Arbeiten und unfire Mühen nicht umsonst gewesen sein mögen. " Vielfach schon haben sie sich bemertbar gemacht, teils in Briefen und 3eitungsartiteln, teils burch Pfeifen mit Rüdtopplungsempfängern, immer gerade dann, wenn ich mir den täglichen Rundfunfärger durch Musik vertreiben laffen wollte. Aber ich bin nicht nachtragend, im Gegenteil. Es verbindet uns ja alle ein gemeinsames Intereffe, gilt, und ihres jüngsten Zweiges: des Unterhaltungsrundfunks. Wenn wir uns dahin verständigen, daß das Funkwesen ein ernstes Berkehrsmittel bleiben soll, das dem deutschen Bolt fulturelle und wirtschaftliche Werte bringt, dann werden wir in Bufunft gute Freunde sein. Wer den Rundfunk erhalten will, muß das Seine dazu tun und ihn schühen und unterstützen; einrichtung ist nur möglich auf dem Grundfah von Leistung dann nüßt er sich und der Allgemeinheit. Der Rundfunt als Dauerund Gegenleistuna; die Rundfunkgesellschaften müssen ver pflichtet sein, hochstehende Darbietungen zu liefern und mit zu nehmender Teilnehmerzahl immer mehr zu leisten, und der Zuhörer muß wie jeder Konzert- oder Theaterbesucher fein Eintrittsgeld bezahlen. Der Rundfunkempfang ist teine Sache, die nur den Besizer des Empfangsapparates angeht; denn wenn dieser Empfangsapparat mit Röhren arbeitet und durch zu starke Einstellung der Rückkoppelung Sendeschwingungen erzeugt, so treten bei den Empfängern in der Nachbarschaft Ueberlagerungs tone auf, die bei Verwendung hoher Luftdrähte oft filometerweit den Empfang stören. Der Funtzaurgast, der eine falsch gebaute Empfangsarordnung befit oder nicht die technischen Kenntnisse hot, um eine Rüdtoppelung richtig einzustellen, ist also eine Gefahr für seine Nachbarschaft. Alle diejenigen, die über gewisse Fachkenntnisse verfügen, dürfen auch Empfänger benutzen, die den technischen Bedingungen der Laienempfänger nicht entsprechen, wenn sie sich einem Funtliebhaberverein anschließen, der feine Mitglieder prüft und, soweit rötta. technisch ausbildet und für Paris, 5. April.( WIB.) Pelit Parifien" teilt mit, daß der hat also fein Befizer eines nicht zugelassenen oder selbstgebauten die Innehaltung einer gewissen Disziplin Sorge tragen foll. Es französische und der englische Text des Sachverständigenberichts ge- Röhrenempfänge.s Veranlassung, sich zu verstecken und den Zaun misse ungenauigkeiten in der Ueberlegung haben, so daß jetzt nicht gast zu spielen. Besizern von einfachen Detektorempfängern ist mehr angenommen wird, daß das umfangreiche Schriftstüd Sonntag, ohne weiteres das Mithören des Rundfunks gestattet, wenn sie sondern erst am Montag der Reparationsfommiffion übermittelt sich bei der Post als Rundfuntteilnehmer einwerden könne. General Dames und Owen young hätten betragen lassen. Alle Mithörer, die wegen der Kostenersparnis reits ihre Pläge für die Heimreise nach den Bereinigten Staaten sondern felbst zusamengebaute Detektorapparate benutzen, brauchen oder aus anderen Gründen nicht die amtlich zugelassenen Apparate, für den 22. April belegt. Inzwischen werde Dawes nach Neapel und Owen Young nach Spanien reisen. sich also ebenso wenig wie die Mitglieder der Funtliebhabervereine zu versteden, zumal die vom 1. April ab festgesette Teilnehmergebühr von 2 M. monatlich wohl von den meisten ohne weites res aufgebracht werden kann. Ich weiß, daß zahlreiche Hörer bei oeringem Einkommen schwer zu arbeiten haben, und es ist unser Bestreben, die Teilnehmergebühren so niedrig an zusehen, wie es überhaupt nur möglich ist. Aber jede Arbeit ist ihres Lohnes wert und auf jeder Sendestelle müssen dern es müssen auch die auftretenden Künstler und Vortragenden nicht nur die Verwaltungs- und Sendekosten gedeckt werden, sonreben und schließlich auch die berechtigten Ansprüche des Verbandes der Autoren, deren Werke aufgeführt werden, berücksichtigt werden. Die dazu notwendigen Aufwendungen find sehr groß. Die fürzlich erfchienene Notverordnung droht jedem mit schwerer Strafe, der ohne behördliche Genehmigung einen Funtapparat verwendet. Diese Verordnung war unbedingt nötig, um endlich einmal reinen Tisch zu machen; aber die Verordning bietet gleichzeitig auch denen, die bisher unberechtigtermeife Funkempfang ausgeübt haben, die Hand, indem fie allen denen Straffreiheit zusichert, die bis Telegraphenverwaltung hofft, daß jeder von diesem Angebot freuzum 16. April nachträglich um eine Genehmigung einfommen. Die dig Gebrauch machen wird, denn es enthebt ihn jeder Unannehm lichkeit. Wir find Gegner jeder Spigelei und haben auf die Unzahl von Anzeigen, in denen uns Adressen von Geheimanlagen mitgeteilt wurden, bisher nichts veranlaßt. Wir wollen es jedem ermöglichen, offen teilzunehmen; das ist die Absicht der neuen Bestimmungen; aber auf der anderen Seite hoffen mir. daß sich jetzt allgemein die Anschauung Bahn bricht, daß es unanständig ist, fich Vorteile auf Kosten anderer zu verschaffen." Hoesch bei Poinraré. Die gestrige Unterredung des deutschen Botschafters in Paris, v. Hösch, mit dem Ministerpräsidenten Poincaré hatte den 3wed, die Zeitspanne zwischen dem Ablauf der Micum- Berträge und der auf Grund der Sachverständigengutachten vorzunehmenden Regelung der wirtschaftlichen Verhältnisse im befehten Gebiet für die Bevölkerung erträglich zu gestalten. Die Unterredung hat leider, fo Die Unterredung hat leider, fo wird von zuständiger deutscher Stelle erklärt, ein pofitives Ergebnis nicht gezeigt. Botschafterkonferenz und Kontrollnote. Paris, 3. April.( WTB.) Die Botschafterfonferenz tritt heute Dermittag zur Prüfung der am Dienstag übergebenen deutschen Ant. wortnote in der Frage der Militärfontrolle zusammen, Havas zu folge wird wahrscheinlich nur ein Meinungsaustausch zwischen den verschiedenen Delegationen stattfinden. Die Antwort auf die deutsche Note wird aber erst später festgesetzt werden. Die Haussuchungen im Ruhrgebiet. Paris, 5. April.( 2.) Echo des Paris" erfährt aus dem besetzten Gebiet, daß auf Grund der am 4. April unternommenen franzöfifchen Polizeioperation bereits 61 Berhaftungen erfolgt find. Insgesamt wurden 240 Haussuchungen vorgenommen. In Gelsenkirchen und Effen habe man hochinteressante Geheim= dokumente zutage gefördert. Die Rheinlanbtommiffion berät zurzeit im Einverständnis mit dem Oberfommandierenden der belgischen, britischen und franzöfifchen Befagungsarmee neue Maßnahmen, die der eingeleiteten Operation zu höchster Wirksamkeit verhelfen sollen. „ Gayo de Paris" behauptet, daß zwischen den alliierten Bertretern der Rheinland kommission über die eingeschlagenen Wege Einverständnis bestehe " Echo de Paris" melbet weiter, daß von den neuen Maßnahmen der interalliierten Rheinlandkommission insgesamt 30 natio nalistische Geheimbünde betroffen feien. Die Unterdrückung der nationalistischen deutschen Umtriebe und die anderen Zwangsmaßnahmen feien am 21 März von den Vertretern des französischen, englischen und belgischen Sicherheitsdienstes beschloffen worden. Aus der Partei. Gustav Scholich Hoffentlich tragen die von Entgegenkommen und fachlichem Verständnis getragenen Ausführungen des Staatssekretärs, die wir mur gefürzt wiedergeben konnten, dazu bei, endlich erträgliche Zustände auf dem Gebiete des Rundfunkwesens zu schaffen. Die Wählerversammlungen am Freitag. Berrätergeschrei aufhören solle. mo doch die NPD. feit Jahren nicht: Bersönlich bemerkte Gen. Lepi noch, daß man endlich mit den weiter tue, als immer neue Verrätergarnituren von Führern aus findig zu machen und zu illuminieren. Im übrigen verwies er au das Beispiel Rußlands, wo Lenin z. B. sehr wohl zwischen seine reichen Macht der sozialistischen Idee, die über alle Personenfragen Die groß angelegte Rede schoß mit einem Befenntnis zur sieghinweg unwiderstehlich ihren Weg nimmt. Billiger Betriebsstoff. „ Erfolgreiche" Autobesitzer. schaft aufgedeckt. Die Chauffeure K. und B., die dort angestelli Große Beruntreuungen wurden bei einer hiesigen Gasgesell maren, hatten unter anderem den Transport von Gasbenzoljässern zu besorgen. Troß scharfer Kontrolle verstanden sie es wiederholt, unter die leeren Fässer. die sie abzutragen hatten, auch volle einzu schmuggeln und hinauszuschaffen. Ständige Abnehmer fanden die Ungetreuen in einem gewissen Buhrich aus Neukölln und dessen Schwager Bostert. Diese beiden haben in Lichterfelde eine Gabroschke. Bei der ,, Billigkeit" des Betriebsstoffes brachten fie es aber rage. Sie betrieben zunächst ganz bescheiden nur eine einzige Autorajch weiter. Zulegt hatten sie schon 7 Autodroschken. Nebenbei begannen sie auch noch einen Handel mit ihrem überfüffigen Gasbenzol Das Treiben wäre vielleicht noch nicht allzu sehr gedrückt hätten. Je mehr sie sie in der Hand hatten, weiter gegangen, wenn sie ihre Lieferanten, die beiden Chauffeure, desto weniger bezahlten sie ihnen. Darüber gab es zuletzt heftige Auseinanderseßungen, die sogar in Lätlichkeiten ausarteten. So wurden die Machenschaften des Betriebes ruchbar wurden verhaftet. Bei den Ermittlungen ergab sich ferner, daß die und famen auch zur Kenntnis der Kriminalpolizei. Die Beteiligten beiden Chauffeure auch mit Angestellten eines großen Kohlenhofes bungen, zum Teil Austauschgeschäfte mit Gasbenzol und Kohlen, in Schöneberg in Verbindung standen. Auch hier wurden Schie für Rechnung der Ungetreuen vorgenommen. Samson Körner Punktsieger. warteten interessanten Schwergewichtskampf zwischen Samson Der gestrige Borkampfabend im Sportpalast brachte den erKörner und dem englischen Er- Schwergewichtsmeister Franf Goddard. Der Engländer, bedeutend schwerer als Samson Körner, fämpfte mit viel Bravour, mußte aber von seinem Gegner sehr viel einstecken. Seiner außerordentlichen Härte hatte er es zu verdanken, daß er einen Niederschlag vermeiden konnte. Es tam schließlich zu einem Punktsieg Samson Körners, der für den deutschen Meister einen schönen Erfolg darstellt. Der Kampf Grimm Funke endete nach der elften Runde mit einer Disqua wichtsgruppe ist. Der Ausscheidungskampf für die deutsche Leichtlifizierung Grimms, so daß Funke jetzt Meister dieser Gegewichtsmeisterschaft zwischen Gustav Runge und dem Kölner Ensel entschieden blieb auch der Kampf um die deutsche Bantam- Gewichtsendete nach der zweiten Runde mit einem guten Siege Ensels. Unmeisterschaft zwischen Graß und Bolfmar. Ungarische Sozialdemokraten. Sonntag, den 6. April, vormittags 10 Uhr, findet für die ungarischen Parteigenossen im Botal Schulze, Elisabethstr. 30, eine Versammlung statt. Die Varteigenossen, die aus der Heimat angekommene Liebesgaben zu erhalten wünschen, die ihnen bekannten ungarischen Genossen auf diese Versammlung müssen sich dort melden. Die deutschen Genossen werden gebeten, aufmerksam zu machen. Besichtigung des Segelflugzeuges mit einem Vortrag für die Arbeiterfegelflieger! Die für Sonntag nach Adlershof anberaumte Mitglieder fällt umständehalber aus. Einen Naturfreunde- Abend veranstaltet heute die Abt. Tegel des Touristenvereins Die Naturireunde". Geboten wird Musif, Gesang, Regis tation, Vollstänze usw. Der Reinertrag wird zum Bau eines Arbeiter jugendheims Berwendung finden. Beginn der Veranstaltung 8 1hr. Eintritt 50 Pf. Die Berliner Liederfreunde( M. d. DAS B.) veranstalten Sonntag. 6. b. M.) opel ein Konzert. Mitwirkende: Cello Trio, Arnim Liebermann, Friz in der Singafademie, nachmittags 4 Uhr, unter ihrem Chormeister Alfred Hoppe, Karl Lenzetti; am Flügel Elli Brandenburg. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. Kreis. Webbing. Sämtliche Ordner des Kreises treffen sich morgen, Sonntag den 6. April. um 3/8 Uhr. Binetaplas. 17. Kreis Lichtenberg. Die Ordner treffen sich auf Bahnhof Stralau- Rummels burg, Bahnsteig F( Bollring). 27. Abt. Sonntag. den 6. April, abends 6 Uhr, im Lebigenheim, Pappel. allee 15, Frühingsfeier. Programm: Rezitationen, Lieder zur Laute, Tang. Mitwirkende: Hans und Agnes Fuhrmann. Eintritt 40 Bf. Gäste will. Tommen. 106. Abt. Johannisthal. Die Genoffen treffen fich Sonntag vorm. 9% Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6, zu einer wichtigen Besprechung. Jungfozialli ren, Gruppe Friedrichsenin. Sonntagsjahrt. Treffpunkt: Bahn Theater der Woche. Vom 6. bis 14. April 1921. Oftern Boltsbühne: 6. Und das Licht scheinet in der Finsternis. 7., 8., 11. und 13. 9., 12. und 14. Rönig Sunger. 10. Don Carlos. Opernhaus: 6. Tiefland. 7. Elettro. 8. Ariadne auf Nagos. 9. Der Barbier von Sevilla, 10. Salome. 11. Walfüre 12.( außer Abonnement) zum 1. Male: Die tote Stadt. 13. Figaros Hochzeit. 14. Die tote Stadt. Kroll- Oper: 6., 7., 10., 11., 12. und 14. Barbier von Sevilla. 8. und 13. Tiefland. 9. Gianni Schicchi. Susannes Geheimnis. Schauspielhaus: 6., 9. und 14. Beer Gynt. 7. und Im größten Saal von Spandau sprach gestern abend Genoffe Breitscheid. Der Gaat und die Galerie waren gedrängt voll und immer noch strömten neue Scharen herein. Die zweistündige Rede unferes Geofsen Breitscheid aber fand die volle Aufzeugte von großer Zuversichtlichkeit, der auch die törichten Zwischenmerksamkeit der Bersammlungsbesucher. Die garze Beranstaltung rufe der Kommunisten teinen Abbrust tun fonnten. Genosse Breitfcheid zeigte zunächst das Biel auf, um das es bei diesen Wahlen geht: Krieg oder Frieden. Monarchie oder Republik! Dann setzte hof Gesundbrunnen, 7% Uhr, Richtung Bernau. er sich mit wirkungsvollen Worten mit den Gegnern der Sozial demofcatie von rechts und links auseinander und zerpflückte das Märchen von der Schuld der Sozialdemokratie an den zerfahrenen außen und innenpolitischen Berhältnissen Deutschlands. Lauter Beifall belohnte ihn als er den Helden von der deutsch- nöllischen Freiheitspartei den Spiegel vorhielt, und allgemeine Heiterkeit entfeffelte er, als er die furiofe Bauern und Arbeiterregierung fritifierte, die die Kommunisten propagiert haben, als er von dem zu fünftigen Reichstagsabgeordneten Ludendorff sprach und den großen Moment malte, wenn Ludendorff zum ersten Mal den Sigungsfaal betreten werde. Nicht minder flar und überzeugend waren seine Wie uns aus Breslau gemeldet wird, ist dort Genoffe Ausführungen über die Währungsfrage und die Rentenmart, über Gufan Scholich, der Bezirksvorsitzende der Sozialdemokratie die Quertreibereien der Helfferich und Hergt, fomie über die BiderMittelschlesiens, Mitglied des preußischen Landages und des Vorstände Havensteins, auf dessen Leichenstein die Worte stehn:„ Das standes unserer Landtagsfraktion, am Freitag abend einem beutsche Volt hat viel an ihm verloren!" In der Debatte meldeten Herzschlag erlegen, als er gerade aus einer Sigung im fich mehrere Kommunisten, deren Phrasen vom Genossen Breitscheid Breslauer Gewerkschaftshause fam. Der Verlust bedeutet einen mit Leichtigkeit abgetan wurden. Schweren Schlag im Wahlkampf, da Scholich der Leiter der Wahlagitation, vor allem auf dem Lande und in den fleinen Städten Der Berstorbene, von Hause aus Holzarbeiter, hat sich in jahrzehntelanger Tätigkeit um fast alle Zweige der Arbeiterbewe gurg Schlesiens verdient gemacht. Er war nicht nur in der Partei und der Gewerkschaft zu Hause, er hat auch lange Jahre an vorder= fter Stelle in den Krantentafsen und in den anderen sozialpolitischen Organisationen gestanden. Nicht vergessen ist seine anregende und fördernde Tätigkeit im Genossenschaftswesen. Seit 1906 wirfle Scholich als Parteisekretär für Mittelschlesien, nachdem er vorher mehrere Jahre als zweiter Cauvorsitzender im Holzarbeiterverband tätig gewesen war. Bei den Wahlen von 1919 und 1921 wurde Scholich, der feit Jahren der Breslauer Stadtverordnetenversammlung ange: hörie, auch in das preußische Parlament gewählt. Dort hat er als Borsigender des Kommunalpolitischen Ausschusses führend an der Neugestaltung der Gemeind verfassung mitgearbeidet. Im Kampf gegen die rechtsradikalen Umtriebe in Sdyleften hat Genosse Scholich an erster Stelle gestanden, und er hat viel dazu beigetragen, daß nach den oberschlesischen Kämpfen die Selbstfchußorganisationen" zum größten Teil verhältnismäßig ruhig aus einandergingen. war " Sein plöglicher Tod bedeutet einen schweren Berlust für die Partei in Schlesien. Aber auch in der Gesamtpartei wird man sich des charakterfesten und unermüdlich tätigen Genossen gern erinnern, ber nur ein Alter von 51 Jahren erreichen tonnte. In der öffentlichen Wählerversammlung in Niederschöne weide hatte Genosse Ed. Bernstein das Referat. Seine reiche Erfahrung und Sachkenntnis gestatteten ihm, den Anwesenden ein lückenloses Bild der Politik der Sozialdemokratie der letzten fünf Jahre zu geben. Er schloß seinen mit großem Beifall aufgenomme nen Vortrag mit der Aufforderung. für unsere gerechte Sache mit Werden wir geschlagen, Begeisterung in den Kampf zu ziehen, theater: Die vertagte Nacht. die Niederlage ist die Republik geschlagen, unfere Niederlage wäre der BGBD., der Arbeiterschaft. Darum am 4. Mai alle Stimmen Einige mit Störungstie nie ihre Grundsäße verleugnet hat." Einige mit Störungs. absichten in die Versammlung abfommandierten Moskauanhänger tamen bei den fachlichen Ausführungen Bernsteins nicht auf ihre Rosten und verließen vorzeitig den Saal. In einer überfüllten Wahlversammlung in Stegliz sprach gestern abend Gen. Paul Levi. Das Referat gab in erster Linie, nach einer fozialfritischen Betrachtung der völkischen Bewegung, eine treffende Auseinandersetzung mit den Kommunisten, deren angebliche Verdienste um die deutsche Arbeiterschaft einer vernichtenden Kritik unterzogen wurden. Die KPD. wird mit allen revolutionären Bhra en die Tatsache des Versailler Bertrages nicht aus der Welt fchaffen und fich schon damit abfinden müssen, daß die Weltrevolution in den nächsten drei Monaten noch nicht aus bricht. Sie hat durch Annahme der radikalen Revanchephrase non den Völkischen, mit denen sie mehr als nur eines verbindet, der nationalistischen Agitation unter den Arbeitern erst die Tore ge 11. lt- Berliner Bossenabend. 8.( neu einstudiert) Die Nibelungen. 10. und 13. Dasselbe. 12. Candibo. Schiller Theater: 6., 9. und 11. Fauft, I. Teil 7. Die Räuber. 10. Minna bou Barnheim. 12. Das Stiftungsfest. 18. Rabale und Liebe. 14. Ein Bollsfeind. Deutsches Theater: 8. und 11. Samlet. 9. Der lebende Leichnam. 10. und 14. Der Graf von Charolais. 12. und 13. Die Jüdin von Toledo. Kammerspiele: 8., 9., 12. Unfere fleine Frau. 10., 11., 13., 14. Bom anderen Ufer. Leffing- Theater: Rolportage. Theater in ber Königgräger Straße: Wenn der neue Wein blüht. Deutsches Opernhaus: 6. Tosca. 7. Der Mantel. Cavalleria rusticana. 8. Carmen. 9. Tristan und Jfolde. 110. Tiefland. 11. Der Troubadour. 12. Der Zigeunerbaron. 13. Aida. 14. Zannhäuser. Großes Schauspielhaus: Boccaccio. Theater bes Westens: 7. Der Wildschig. 8. und 13. Ein Maskenball. 9. Carmen. Große Bolksoper int 10. Boris Godunow. 11. Euftige Weiber. 12. Die Fledermaus. 14. Robelinde. Renaissance- Theater: Sommer. Die Tribüne: Eine glückliche Che. Komödienhaus: 8mei um Eine. Berliner Theater: Das Weib im Purpur. Trianon- Theater: Die nadie Tänzerin. Residenz- Theater: 6. bis 10. Die junge Welt. Ab 11. Sintemann. Rentral Theater: Der dumme August. beater in der Sommandantenstraße: Das Radiomädel. städtisches Theater: Der Rabbi von Nazareth. Friebrich- With Im. tanzende Brinzeffin. Komische Oper: Ab 8. Die Luftspielhaus: 5., 6., 7. Geschlossen. 8. bis 13. Der scharfe Löme. Metropol Theater: Karneval der Liebe. Reues OperettenThalia- Theater: Frasquita. Theater am Rollendorfplag: Die Perlen der Kleopatra. Tochter Otto. Aleines Theater: Die Gegenlandidaten. Neues Theater am 300: Meine Wallner- Theater: Madame Pharao. Walhalla Theater: Bariete Borstellung. Nose- Theater: Robert und Bertram. Rafino- Theater: Die Mali vom Steinhof. Theater am Aurfürstendamm: Lady Frederik. Schloßpart Theater Steglih: 5., 6., 7., 8., 9., 10. Die fünf Frankfurter. 14. Rinder der Könige. 12., 13. Raiferplat 3. Folies Caprice: Ontel Cohn. Theater im Admiralspalast: Drunter und brilber. Apollo- Theater: Die Abenteuerin. Intimes Theater: Crepe Georgette. Sotelabenteuer. Der Herr mit der grünen Krawatte. Botans Ab schied. Schaubühne im Neucn Theater am 800: 5. Medea. 9. und 12. Raub der Gabinerinnen. Rachmittagsvortellungen. Boltsbühne: 6. Cine Abrechnung. Der Heiratsantrag. 13. Vater und Sohn. Azoll- Oper: 6. und 13.( nachm. 2½ Uhr) Dr. Klaus. Schauspielhaus: 6.( nadm. 2% Uhr) Nathan der Weise. Schiller- Theater: 6 und 8( nachm. 2% Uhr) Nova. 12. und 13.( nadm. 3½ Uhr) Flachsmann als Erzieher. Deutsajes Theater: 6. und 13. It Rammerspiele: 6. und 13. Frühlings Erwachen. Großes Schau Spielhaus: 6. Rönig Oedipus. Berliner Theater: Figoros Sochzeit. Theater: 6. und 13. Der Raub der Schinerinnen. Role- Theater: 18. Der gee Stiefelte Rater. Theater im Admiralspalast: 6. und 13. Ein Balzertraum. Apollo- Theater: 6. Johannisteuer.-Leffing- Theater: 6. u. 13. Bürger Schippel. Seidelberg. Deutsches Künstler- Theater: Der Biberal Wallner. Gewerkschaftsbewegung Lohnpolitik und Wohnungswirtschaft. Mietfteigerung zahlen zu müssen, und zwar den feit Jahren einbehaltenen Mietanteil an den Löhnen, der vor dem Kriege aufzubringen war und nun endlich wieder aufzubringen ist, fabotiert das industrielle Unternehmertum die Brobuftion, insbesondere auf dem ungemein weitverzweigten Im Wirtschaftsteil des" Borwärts" Nr. 157 wurde bereits auf Gebiete des Wohnungsbaues, von der eine ganz wesent. ee Abhandlung von Prof. Dr. Heinrich Sommerfeld, Mannliche Steigerung der Produktion auf anderen Gebieten abhängig ist. heim, hingewiesen, die in der Zeitschrift für Betriebswirtschaft" Die Redensart der Unternehmeranwälte von der Steigerung ( heft 1) erschlen und„ Die Wohnungsmiete des Arber Produktion", mit der alle Maßnahmen der Unternehmer Betters als Betriebskosten faftor" behandelt. Ob der begründet werden zur tiefsten Senkung unseres Lebenshaltungs. Berfasser auch zu jenen badischen Hochschulprofefforen" gezählt wird, niveaus, insbesondere der unerhörte Lohnbrud und die Berlängerung denen Herr v. Borfig auf der Industrietagung fein Mijfallen be der Arbeitszeit auf zwölf und mehr Stunden, hat ihre Wirkung tundete, entzieht sich unserer Kenntnis. Jedenfalls nimmt er auf die verfehlt von Dr. H. Meisinger in der„ DA3." entwickelte Lohnpolitif der Unternehmer gegenüber der Miersteigerung, vielmehr der Woh nungsfrage, worauf bereits in Nr. 161 des Vorwärts" ein gegangen wurde, keine Rüdsicht. Sommerfeld tommt vielmehr zu dem Schluß, daß dem Niedergang unseres Wohnungs. wesens nur dadurch begegnet werben fann, daß ber Arbeitslohn wieder auf eine höhe gebracht wird, die es dem Arbeiter ermöglicht, die Miete in ausreichender Höhe zu entrichten." " it das ereicht, dann wird auch der Bauunternehmer wieder gewillt sein, die Finanzierung des Wohnungsbaues für die In dustrie zu übernehmen, eine Entlastung, die vom Stand. punkt der Produktion aus durchaus wünschenswert er. scheint." Der Verfasser betont bie glatte Selbstverständlichkeit: der Bohn muß die Aequivalente enthalten für den Lebens, unterhalt, die Kleidung die Wohnung, für Kulturbedürfnisse und für die Vorbereitung zur Erzielung der Fertigkeiten, furzum, wie es Karl Mart ausdrüdte, für die Produktion und Reproduktion der Arb.itstraft. Davon ausgegend zeigt Sommerfeld, daß die Unter. nehmer den Mieteanteil im Lohn infolge der künstlichen Micderhaltung der Mieten bisher auf Dritte abgewälzt haben, die sich natürlich weigern, diese zwangsweise Belastung auf die Dauer zu tragen und deshalb zur Erhaltung der Mietfasernen wenig mehr tun und die Herstellung neuer Wohngebäude längst aufgegeben haben. Die Arbeitnehmer haben non ten nieder gehaltenen Mietpreisen nicht nur einen Vorteil gehabt, sondern all die Nachteile in Kauf nehmen müssen, die sich daraus notwendigerweise ergeben mußten. Die Unternehmer hatten und haben diesen Vorteil, der nach der Untersuchung von Süß Stuttgart und den darauf zurückgehenden Beröffentlichungen in der Wirtschaftsturve der Frankfurter Zeitung" den Betrag von fünf Pfennig pro Stunde ausmacht. " Diese Bereicherung gefchicht auf Kosten des Hausbesites, in neuerer Zeit auch auf Kosten der A11 gemeinheit, die durch Wohnungsbauabgaben unter ftactlicher Führung den Miethausbeu finanziert.( Auch die hygienischen und fittlichen Schäden dürfen dabei nicht vergessen werden. Red. d. V.) Die Billigkeit würde erfordern, daß die Miettoften wieder wie vor dem Krieg als 2ohnbestandteil Dom Betrieb getragen werden." Es handelt sich hier nicht nur um eine Billigkeit, sondern um die Notwendigkeit, in absehbarer Zeit aus dem Woh nungselend herauszukommen, die Lohnpolitik darauf einzustellen, daß die erforderlichen. Mieten gezahlt werden fönnen. Dr. Meisinger jedoch, der die Lohnpolitit der Unternehmer terficht, erblidt gerade barin ernstcfte Gefahren für Währung und Wirtschaft", denen er durch Preisabbau und Steigerung ber Probuftion" vorbeugen will. Die Unter nehmer glauben gar nicht, wie ungemein groß das Intereffe ber Arbeitnehmer an einer Steigerung der Bro. buktion ist. Abie Abgebauten" warten sehnlichst darauf. Benn die Unternehmer die Steigerung der Probuftion" nicht nur als Schlagwort gebrauchten und nicht nur die Steigerung ihrer Profite darunter verständen, wenn fie irgend etwas zur Steigerung der Produktion getan hätten, außer der Berlänge. rung der Arbeitszeit und der Kürzung der Löhne, dann könnten sie mit einer gewiffen Berechtigung verlangen, daß einige Rüdsicht darauf genommen würde. Doch anstatt der gebotenen Maßnahme auf betriebstechnischem Gebiete, sind sie lediglich bemüht, die deutsche Arbeitnehmerschaft so weit zu bringen, um felbft mit der chinesischen Kultwirtschaft bie konturrenz aufzunehmen. Auf dem Gebicte der Wohnungswirt fchaft soll die total 3erelendung stabilisiert werden. Aus der Befürchtung heraus, bei rascherer Anpassung der Mieten an die notwendigen Wohnungskosten eine Lohnzulage für bie Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl. dem Verò, sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller ..elektrischer Bedarfsartikel.. Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Frage. Wo kaufe ich billig Schokoladen? Antwort: Nur bei Eisen& Diamant Kaiserstraße 4, Abtellung: Zigaretten- Engros- Vertrieb Andreasstr. 13( Schles. Bahnh.) Möbelbiling Herren-, Speise-, So lafzimmer. Küchen, Klubgarnituren, Einzelmöbel, Teppiche. günst. 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Von einem Angestellten, der seit Jahren regelmäßig über Gin nahmen und Ausgaben Buch führt, wird uns folgende Aufstellung der Anegaben einer viertövligen Familie in Berlin während der Monate Januar bis März 1924 zur Verfügung gestellt: Januar Februar März Ausgaben für: Wobnung. Feuerung und Beleuchtung Ernährung Kleidung, Wäide, Schuhe Körperpflege, Reinigung Sonale Ausgaben Stulturelle Ausgaben. Haushaltungsgegenstände Sonstiges. Buiammen: " 02. SD2. 9,84 26,72 9.78 26.95 134 05 104,79 02. 9,95 1848 127,06 24,43 82,20 19 15.82 12.47 27,45 34 65 12,53 10,20 38.55 12.40 7,93 3.6, 3,55 37,48 4531 61,65 525 811 10 280,12 287,47 Obgleich Ausgaben für Kartoffeln nicht zu machen waren, ba Einbeckung im Herbst erfolgte, betrug der Prozent as für Er nährung im Januar 43,9, im Februar 37,4 und im März 44,2. Under den Ausgabn für Sonstiges" befindet sich Fahrgeld für met erwerbstätige Berfenen und einen Lehrling, während unter Soziale Ausgaben die Einkommensteuer nur für eine Person mit entha'ten it. Trotz der im Bergleich zu anderen mäkq günftigen Einkommensverhältnissen biieb für Kleidung, Wäsche und Schuhe nur ein minimaler Betrag, der lediglich für Reparaturen verausgabt werden mußte. " verhältnis ein Stundenlohn Für diefen, noch immerhin sehr dürftigen Lebensunterhaft ist volle Be'chäftigung vorausgefeht pon 1,45 m. erforderlich. Mag diese Aufstellung der Ats beiter'chaft els Anfporn zur Stärfun ihrer Droonifation dienen, damit der Verdienst mit den erforderlichen Ausgaben in Einklang gebracht werden kann. Achtung, Arbeiter der chemischen Industrie. Das Haupttarifamt Chemie fälle am 3. April d. 3. folgenden endgültigen Spruch: Der Lohn des über 21 Jahre a' ten männlichen Betriebsarbeiters in Fachruppe II Ortsflaffe I beträgt für die Zeit vom 2 April bis einschließlich 20. Mai 1924 51 f. pro Stunde. Die Löhne ber übrigen Fachgruppen, Dristlaffen,' terst'affen und Die Löhne ber übrigen Fachgruppen, Dristlaffen,' terst'affen und weiblichen Arbeitnehmer merben in der bisherigen Form errechnet. Da die Frage des Handwerferlobes nicht vor dem Haupt'arifamt verhandelt worden ist, bleibt fie cffen. follen ble Barteien im Bezirk verhandeln. leber bie eventuelle Zweiteilung und Fachgruppenunterteilung Verband der Fabritarbeiter. Prügelnde Arbeitgeber". So war ein Bericht über eine Berhandlung des Kaufmanns. gerich's Berlin in Nummer 136 des Vormärts"( Abendausgabe vom 20. Mar 3) überschrieben. Die Firma Wilhelm Göbel, Große Frankfurter Straße 137, teß uns durch ihren Rechtsanwalt unterm 2 April folgende preßae'eßliche Berichtigung zugehen: 1. Es ist unzutreffend, daß die Fa. Göbel durch das Urteil des Kaufmannsgerichts verurteilt worden ist, der flagenden Angestellten das reftliche Gehalt, sowie die ihr einbehaltenen Kleidungsftüde und sonstigen Gegenstände herauszugeben. Butreffend ist vielmehr. baß ein bedingtes Endurteil des Kaufmannsgerichtes ergangen ist, Inhalts dessen die Entscheidung von Ein Anzug und Kostümstoff in guter, haltbarer Qualität liefert zu enorm billigen Preisen das Tuchhaus Süden, Kotthuser Damm 4 2.90 M., 3.50 M., 4.25 M., 5.50 M., das Beste 7.50 M. b. per Meter Großes Lager in allen Qualitäten Achten Sie genau auf die Firma Tuchhaus Süden Rottbuser Damm 4 Fahrgeld wird vergütet einem Eide der f'agenden Angestellten abhängig gemacht ist, daß das Urteil bisher nicht rechtskräftig ist und daß der Eid bisher nicht geleistet ist. 2. Es ist unzutreffend, daß das im Termin überreichte ärztliche test bescheinigt hat, daß die festgestellten Verlegungen ble Folge schwerer Mißhandlungen durch Fauftschläge waren. hat, ohne feststellen zu können, woher diese Berlegungen resulteren und wann diese Berlegungen beigebracht sind." Nicht berichtigt wird, daß die Angeftelte während einiger Stunden in einen Raum eingesperrt worden war und ihr drei Schriftftüde über B: rzich leistungen vorgelegt wurden, die zu unerschreiben sie gezwungen wurde. Nicht berichtigt wird, daß die im Termin vom 14. Januar persönlich erschienenen Inhaber der be. fagten Firma, Hans und Günther Göbel auf das Gericht einen menig glaubhaften Einbrud ge. macht haben. Nicht berichtigt wird, daß die Klägerin Berlegungen aufwies, worüber die Betlagten zunächst jede Erklärung abge ehnt und schließlich nur ihre schriftliche Erklärung wörtlich vor getragen haben. Rach allem scheinen die Herren Hans und Günther Göbel trek dieser Berichtigung feine empfehlenswerten Arbeitgeber für An gestellte zu sein. Idealzustände für reaktionäre Unternehmer. Su unserer Notiz in der Abendausgabe vom 2. April fchreibt uns Herr Queißsch: In meinem Betriebe wird meder aus Profibgier noch aus Auss beutungssucht mit 11stündiger unb enent längerer Arbeitszeit gearbeitet, fondern auf Grund wirtschaftlicher Zwangslage. Es ist der schematische Achtstundantag durchaus nicht beseitigt, sondern ist dieser als normale Arbeitszeit bei mir nach mie Dor anerkannt und nicht, wie in Ihrem Artikel behauptet wird, der, 10- Stunden- Arbeitstag. Die über die achtstündige Arbeitszeit hinaus geleisteten Artritstiftungen werden mit entsprechendem Aufschiag bezahlt, ganz abgesehen davon, daß die Arbeiter selbst in der nor malen Arbeitszeit nicht nach dem starren Tariflohn, sondern nach Leistungen selbstverständlich über Tatif entlohnt werden. Ebenso ist es nicht mein Prinzip, gewerkschaft iche Grundsäge mit den Füßen zu treten, und ist noch tein Arbeiter, der Ueberstunden nicht leisten Die Leistung ber wollte, aus diesem Grunde entlassen worden. Mehrarbeit gefchicht ohne Zwang, lediglich auf Grund freier Ber einbarung mit meinen Arbeitnehmern. Daß eine ge'egliche Be triebsvertretung nicht vorhanden ist, dürfte niht meine Schuid fein. Ich habe die Arbeiter noch nie an Bildung einer solchen gehindert, stehen einer solchen erübrigt, da meine Arbeiter noch nie nötig hatten, fih ihre Lohnforderungen erst zu erstreifen, sondern sind biss her die Lohnvereinbarungen, die, wie bereits eingangs erwähnt. zum größten Teil über dem Tariflchn liegen, stets auf gütlichem Wege getroffen worden. Sie dürften sich wohl im großen und ganzen einen Betrieb juchen, wo ein derartiges gegenseitiges Verständnis im Arbeitsverhältnis besteht nie in meinem Betrieb, und dürften wohl tie Arbeiter sehr zufrieden sein, wenn die Bahamanieren rüdständiger Unternehmer sich in dieser Art wie bei mir nur zeigen Herr Queißsch bestätigt also im wesentlichen die Angaben der von uns veröffentlichten Zuschrift. boch möchte ich bemerken, daß sich in meinem Betrieb wohl das Bewürden." Kommunistischer Schwindel. Der ADGB. und die ihm angeschlossenen freien Gewerkschaften find bekanntlich aus der Arbeitsgemeinschaft der gewerblichen und industriellen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgetreten. Darüber sollten eigentlich die Kommunisten besonders befriedigt sein, denn gerade sie haben die Arbeitsgemeinschaft stets getadelt und die Ge mertschaften angeflagt, Arbeitsgemeinschaftler" zu sein. Aber auch jetzt sind sie noch nicht zufriedengestellt. In ihrem Agitationsdrang gegen die Gewerkschaften lassen fie deshalb die tote Arbeitsgemeins schaft wiederaufleben. Das geschieht, indem fie frisch, fröhlich, frei behaupten: die Gewerlichaffen verhandeln wieder über eine neue Arbeitsgemeinschaft. Zwar wissen auch die Kommunisten, daß diese Behauptung plumper Schwindel ist, aber sie halten es mit Lenin, der einmal erklärte: Es fommt nicht auf die Wahrheit, sondern auf die Wirkung an, wer wirfen" will, muß auch fchwindeln Pönnen." Also in der Annahme, daß ein überzeugend vorgetragener Schwindel immer noch Gutgläubige findet, wird den Massen erzählt: die bösen Bonzen" bauen eine neue Arbeitsgemeinschaft. Und warum dieser Schwindel? Er soll dem Don Mostau be. fohlenen Rampf gegen die Gemertschaften dienen, also die Position der Schmerindustrie gegen die Arbeiterschaft erleichtern. Denn praktisch bedeutet die Zer ftörung der freien Gewerkschaften nichts anderes. Berantwortlich für Bolitik: Craft Renter; Wirtschaft: Artur Sateraus; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S.. Berlin. und Sonstiges: Frik Rarflabt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin S. 68.. Lindenstraße 8. -Gabardine130 hr.. r Wo'le soweit Vorrat 6.75.9.10 Kostüm, KleiderFutterstoffe bedeutend unt.Preis. Haarpuder Pähne 1..2M. Teilzahlung auf gestattet b. l. Anzani u. wöcne.tl. Abzah ung von 1 G.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an. rsatzkronen v. 3 U- M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v. 3 G.-M. an. Zahnz. mit Betäub 1 G.-M., b Bestetig. von Gebissen gratis. Rat und Munduntersuchung gratis. 3 Jahre weitgehende Garantie. Ueber 20 000 Gebisse zur vollsten Zufriedenheit geliefert. Ecke SchönSchöneberg, Goltzstr.2 Hatvani, Danziger Strasse 1, hauser Allee. a d.Grunewaldstr. Vorzeiger 10% Rabatt. ST AusQuittungs- Marken schneiden! 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