Abendausgabe Nr. 166 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 83 Bezugsbedingungen und Anzeigenprette find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Cindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhof 292-295 Tel- breffe: Sozialdemotrat Berlia Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Montag 7. April 1924 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Bering Gmb Berlin S 68, Cindenficaße 3 Ferniprecher: Donhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Wahlen in Bayern. piloti sic Zusammenbruch der Bayerischen Volkspartei.- Mißerfolg der Marristenheze. Die Völkischen sind auf die Dauer feine Gefahr, denn sie Aschaffenburg. SD 3321, Komm. 650, Bay. Bolfsp. 5658, selber werden feine Dauer haben. Für den Augenblid aber Bött. 1180, Chrift. Soz.( 3tr.) 563. Demofr. 872, Ber. Nationale tönnen ihre Erfolge für Deutschland nach außen hin geradezu Rechte 1475. Bo.fsentscheib: 4755 Nein, 6713 Ja. lebensgefährlich werden. Bielleicht aber öffnet feht der Fall Nationalliberale Landespartei 109, Bauern und Mittelstandsbund Paffau( S: ab: und Land vollständig). Bayr. Boltspartei 4676, Bayern auch breiteren bürgerlichen Kreisen die Augen dar- 931, Dtsch. Block 75, Bölt Blod 945, USPD. 1120, KPD. 851, Chrift lichsoziale Bartei 64. Die Nachrichten über das Ergebnis der bayerischen Wahlen sind noch unvollständig. Soweit sie ein zusammenfassendes Urteil zulassen, lautet es dahin: Bernichtung der alten Rechtsparteien( Deutschnationale und Deutsche Boltspartei), tata Strophale Schädigung der Bayerischen Volkspartel durch die Boltisen, geringere Schädigung der Sozialdemoüber, pohin das blödsinnige Antimarristengeschrei führt. tratte durch die Kommunisten. = Die bürgerlichen Barteien fämpften fast ausnahmslos unter der Barole:„ Gegen die Marristen, gegen die November perbrecher!" Sozialdemokraten und Kommunisten werden damit, trog ihrer scharfen Gegensäge, miteinander in einen Topf geworfen. Geht man von den eigenen Voraussetzungen der Gegner aus, dann ist das Ergebnis für sie ein Miß erfolg. Denn Sozialdemokraten und Kommunisten zu fammen haben, nach den bisherigen Zählungen, nicht viel weniger Stimmen erhalten als bei den früheren Wahlen. Stellenweise haben die Kommunisten den Sozialdemokraten erheblichen Abbruch getan: hier besteht der Erfolg der Marristenfresser lediglich darin, daß sie an Stelle der ernstzunehmenden fozialdemokratischen Gegner weniger ernstzu nehmende Kommunisten eingetauscht haben. Aber, davon abgesehen, ist der Erfolg des Antimargiften. fturms geradezu kläglich zu nennen. Die Sozial bemokratie hat sich tapfer gefchlagen und ausgezeichnet gehalten. Auch die B. 3. am Mittag" bestätigt in einer Münchener Eigenmeldung, daß sich„ bie Sozialdemokratie überraschend gut gehal. ten hat". Mit der Marristenvernichtung ist es also Effig. " Dagegen hat die Antimarristenparole auf die bürgerlichen Barteien etwa fo gewirkt, wie wenn Giftgaße vom Bind in den eigenen Schüßengraben zurücgetrieben werden. Den Marristen" hat diese Parole nichts anzuhaben permocht, bei ben Rechtsparteien, einschließlich der Bayerischen Volkspartei, hat fie geradezu vernichtende Wirkung gehabt. Der Bartikularismus ist entscheidend aufs Haupt geschlagen. Seine Anhänger, eben die Banerische Volkspartei, merben im Landtag nun eine Minderheit bilden. Mit er. brückender Mehrheit hat bas barerische Bolt in dem Bolts entscheid, der mit den Wahlen vereinigt war, das Berlangen der Bayerischen Boltspartei abgelehnt, der neue Landtag folle bevollmächtigt werden, mit einfacher Mehrheit die Berfassung zu ändern. Sachlich lief diefer Antrag auf die Abficht hinaus, neben dem Landtag ein Oberhaus zu errichten und einen bayerischen Staatspräsidenten als„ Statthalter der Monarchie" zu mählen. Als bie Bolkspartei diesen Bolfsentscheid beantragte, glaubte fie an einen sicheren Erfolg, glaubte sie an eine parti fularistische Mehrheit im neuen Landtag, glaubte fie, ihr ahr werde zum Staatspräsidenten gewählt werden. Kahr ist davongelaufen, mit der partikularistischen Mehrheit ist es nichts, der Bolfsentscheid ist gegen die Antragsteller ausge fallen. Eine gründlichere Niederlage läßt sich nicht vorstellen. Und diese Niederlage ist im Interesse der Reichseinheit ein erfreuliches Ereign's. Denn fo groß auch die völkische Gefahr vom außenpolitischen Standpunkt aus er fcheint, innenpolitisch war die banerisch- partitularistische Gefahr die größere. Ging der zweitgrößte Einzelstaat zur Monarchie, fo ging er aus der Deutschen Republik hinaus und Derursachte damit ben schwersten inneren Rufammenbruch Diese Gefahr ist bis auf weiteres gebannt Rupprecht muß fich bescheiden. Wie die neue banerische Regierung aussehen wird, läßt sich noch nicht sagen. Jedenfalls befindet sich die bisherige Hauptträgerin der Regierungsgemalt, die Bayerische Boksvartei, in einer fürchterlichen Situation, die durch die Offensive des Reichszentrums bei den kommenden Reichstags wahlen nur noch schlimmer wird. Wenn man denft, was für eine flug manchmal überklug- geleitete Bartei das Reichszentrum ist und das banerische Bentrum früher einmal gewesen ist, dann begreift man faum, wie fich die Rechts. nachfolgerin des bayerischen Rentrums, die Volkspartei, so plump und toricht in den Dred hineinreiten fonnte. Welche Schlüffe find aus den Bayernwah fen für die Reichstagswahlen zu ziehen? Bor allem ber, bag bie Sozialdemokratie mit befter 3uperficht in den Rampf ziehen fann. Natürlich muß alles ge'an werden, um jebe Schäbi. gung der sozialdemokratischen Kraft burch den Kommunismus 21 verhindern. Auch diese Aufgabe bietet günstige Aussichten. Denn darf man Bayern als fymptomatisch nehmen, dann hat die Sozialdemokratie von den Kommunisten viel geringere Shädigungen zu befürchten als die bürgerliche Rehte und Mit'e von den Bölfi'chen. Wenn sich die Sozialdemokratie als die Partei bewährt, der pie allgemeine Tendenz zur Berfetzung und Auflösung am wenigsten anhaben fann, dann wird sie am 4. Mai bie eigentliche Siegerin sein. Alles in allem: Wenn jemand Anlaß hat, nach dem 6. April ben Schredensruf auszustoßen: D meh, mir find verloren!" dann ist es ganz bestimmt nicht die von allen Seiten angegriffene und gehegte Sozialdemokratie. Sie ist aus den Bayernwahlen als ein in seiner Beständigkeit gesicherter Machtfaftor hervorgegangen, als solcher wird fie erst recht auch aus den Reichstagswahlen hervorgehen. An uns ist es, nun dafür zu sorgen, daß unsere Gegner am 4. Mat eine noch viel stärkere Enttäuschung erfahren als am 6. April. München: Bon 408 772 Wohlberechtigten haben 300 875 abgeftimmt. Davon erhielten: Bereinigte Sozialdemokraten 71 489( 134000), Rommun. 47 986( 24 418), 5ltische 104 972, Teutige Bolkspt. 4155, Demofr. 7642, Natlib. 2055, Nationale Rechte 12 721, Chrift!. Boltsgemeinschaft 2319, Beamtengruppe 3039, Unabh. 1583, Bayer. Boltspt. 59 636( 1920: 108 000), Rieter 278. Boltsentheid: 91 016 a. 182 193 Nein. Nürnberg( fehlen 12 Bez.) Bspp. 57 500( 93 000), 25ft. 55 000 ABD 34 000( 3800), Demofr. 9400, Mitt: Iftandspartei 11 000, Ra tonallıb. 12 300 Nat. Rechte 3500, usp. 580, Chrifti. Soz. 7000. Bayr. Bolfsp. 12 000. 23oIfs entscheib: 31 800-3a, 127 500 Mein Augsburg: SPD. 17 518( 34 000), Bayer. Boltspt. 20 770 ( 27 999), 3 STEL 16 P, 8338( 91), Not Rete 4989 Boltsenischeid: 26 797 Ja( 38,4 Brog), 42043 Rein( 61,6 Broz.) Wahlbciigung 75,4 Bro. 3ngolftatt. Bayr. Voltspartei 8390, Nationalliberale Landes. partei 157, Bauern und Mittelstandsbund 15, Dtsch. Block 26, Bolt. Blod 4146, SPD. 1395, PD. 1732, Chriftlichsoziale Partei 513. Boltsentscheid 3833 für und 7274 gegen. Landshut. Baner. Nat. Rat. ttft Go% Böll. APD. Dem. Voltsp. Rechte Lib Bund 1150 4470 1090 50 4450 Regensburg 4000 3690 2680 2100 10800 1600 Amberg Erlangen . 3280 2440 428 4166 544 2900 1715 547 283 882 370 651 1200 1600 1480 463 3680 196 192 1100 690 901 287 824 407 300 500 857 85 96 211 250 240 920 290 252 227 635 760 Weiden Schwabach Neustadt a. Aifch 1280 100 780 Roth b. Nürnba. 1460 Rothenbg. ob. T. 1020 Selbstanklagen der Volkspartei. Münden, 6. April.( TU.) Würzburg: BSPD. 4827( 12 000), BD. 1735, Deut' der Blod ( emate) 2180. Notionale Rechte 4037, Baner. Botnarti 12 163 ( 17 719), Böltische 4927, Chriftifoziale( 3ir.) 2566. 3olfs sich entfcheid: 17 811 Sa, 15 004 Mcin. Sof: VSPD. 7510, APD. 996. Potische 9872, Demofr.. 706, Bayer. Boltspartei 752, Nationale Rechte 874. Schweinfurt: BSPD. 4209. Böltische 2697, Christlichfoziale 752, RBD. 3064, Demofr. 1307, Baner. Boltspartei 8006, Rationale Rechte 3337. Fürth. VSPD. 14 000, KPD. 5000, 23812. 8500, Demotr. 2000. Bolfsentscheid: 8000 2a, 24 C00 ein. 8480, Demofr. 541, Mittelstanbsp. 738, Nat. Rechte 757. Bamberg. BSPD. 3554, RPD. 738. Bölt. 7940. Bayr. Boltsp. Bayreuth. VSPD. 5385, Romm. 1098, Demof. 484, National lib. 414, Böllische 7827, Barr. Bolt- part. 607, Beamtenpartei 27. Deutschynat. 1831, Boltsentscheid: 3250 Ja, 12 743 Jcin. Soburg( Bez rt des ehemaligen Freistaats). BSPD. 11 091, Stomm. 1462, Bayr. Volksp., Bölt. 12 161, Heimattreue Roburger 6006. Die Versammlung der Bayerischen Boltspartel; in der die Wahlergebnisie bekanntgegeben wurden, s'and unter dem für diese Partei sehr bebrüdenten Einbrud des Wahlergebnisses. Der Münchener Parteipot szende, Abg. Giehrl beubete an, daß man die Wahlniederlage elgenti felbit verschuldet habe, indem gewisse Stellu jahrelang nilt den voifischen Areisen gellebäugelt hälen. Dieses Pattieren habe fich heute gerät Dann sprach der abgebaute Sozialminister Oswald. Gr meinte, die Regierung, tie nun zustandekominen merde in Barern, werte nicht nan langer Davor sein. Das Wahlresultat in München habe sia längst voraussehen lassen. Daß die Rationalsozialisten jo start in den Bandtag cinziehen werden, habe bas Gute für sich, daß sie nun Farbe befennen müssen und bie Bevölkerung sehen werde, woh'n die Reise gehe und was die Böltis.hen eigentlich verhoben.. Dic Bayerische Bolkspartei hebe von vornherein mit einem Stimmenverlust von 40 proj. geredinst. Die Völlischen würden gleich von Anfang an in Gestalt des Kontorbates eine harte Ruß zu beißen betemmen, wobei sie flar Farbe bekennen müßten. Der christliche Bauerrführer Direttor Melch ner führte die Wahlniederlage der Bayerischen Volkspartei besonders auf die schwere Belastung der Partei mit Herrn v. Kahr zurück und mcinte, der jewerste Schlag werde erft noch temmen bei der Reistagswahl, und zwar auf Grund des heutigen Wahlerfolges der Vol. fi'chen, und dann, weil sie gegenüber der Nelchepolitit viel größere Aussichten auf Wehlerfelge hätten wie gegenüber der barerischen Bolitif. Es sprach dann noch der Reichstagsabgeortnete auch. Die Eisenbahner lehnen ab. Ab ft rich e machte, und zwar das ist der Stardal- gerade bei den unteren Gruppen. Wenn die Reichsregierung der art die ausgehungerten Eisenbahnarbeiter zur Berzveiflung treibt, dann wird die Deffentlichkeit mit ihren Sympathien auf Seite der Eisenbahner stehn. * Bie uns vom Allgemeinen Eisenbahnerverband( HirschDunder), Bezirk Berlin, mitgeteilt wird, hat eine am Sonntag tagende Funktiorärversammlung des AEB. mit größter Erregung davon Kenntnis genommen, daß das Reichskabinett dem Verhandlungsergebnis zwischen den Berbänden und dem RBM. nicht zugestimmt hat. Falls die Bereinbarungen nicht durchgeführt würden, müßten die Funktionäre das Dittat des Reichstabinetts als einen Angriff auf die Ehre der Verbände ansehen und verlangen, daß diese mit allen mitteln verDer Beirat des Deutschen Eisenbahnerverbandes nahm gestern und heute in eingehender Beratung Stellung zu dem Berhandlungsergebnis bzw. dem Gegenvorschlag der Reichsregierung. Obwohl bie Abstimmung über das Berhandlungsergebnis zur Stunde uns noch nicht vorliegt, fann doch bereits festgestellt werden, daß der Gegenvorschlag der Reichsregierung von allen Diskussionsrednern mit Entschiedenheit und Ent rüstung abgelehnt worden ist. Andererseits ist flar zum Ausdrud gekommen, daß der Borstand des Deutschen Eisen bahnerverbandes, bevor er zum legten Mittel greift, alle Verhandlungsmöglichkeiten erschöpfen soll. Der Borstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes wird deshalb beauftragt werden auch das ging aus der Debatte in un zweifelhafter Klarheit hervor, an den Bundesvorst and des ADG B. heranzutreten und ihn zu ersuchen, bei der Reichsregierung auf das dringendste vorteidigt wird. itellig zu werben, damit diese den nur zu berechtigten Forderungen der Eisenbahner Rechnung trägt. Bon der Antwort der Reichsregierung allein wird es abhängen, ob die Berhandlungen morgen fortgefeht werden oder ob die Eisenbahner zum letzten Kampfmittel greifen werden. Wir fönnen nur nochmals die Reichsregierung bringend vor den Folgen warnen, die unweigerlich eintreten müssen, wenn fie auf ihrem feither eingenommenen Standpunkt perharrt. Bir erinnern nochmals daran, daß man die Eisenbahner entgegen dem früheren Brauch, mo ihre Löhne gleich zeitig mit denen der Beamten geregelt wurde, wochenlang ver gebens auf eine Neuregelung marten ließ. Wir erinnern weiter baran, daß die gewiß immer noch unzureichenden Beamtengehälter um etwa 25 Broz. aufgebeffert wurden, daß nach der Lohnvereinbarung zwischen dem Reichsverkehrsminifterium und den Eisenbahnergewerkschaften eine nicht unwesentlich ge ringere Aufbefferung der Löhne vorgenommen wurde, daß aber die Reichsregierung selbst von diesem Abkommen noch *** Am Sonnabend hat der Ausstand der Eisenbahnarbeiter an Ums fang zugenommen. In Nürnberg stellten zwei Betriebswertstätten die Arbeit ein. Außerdem trat das Bahnbetriebswerk Haltingen in den Streif Dadurch ist der Grenzverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz in seiner Aufrechterhaltung ernsthaft bebroht. In Elberfeld( Direktionsbezirt) hat der Ausstand eine erhebliche Erweiterung erfahren. Bis Sonnabend standen ins gesamt 10 000 Eisenbahnarbeiter im Streit. Außer Mitaliedern des freigewerkschaftlichen Deutschen Eisenbahnerverbandes find Ange. hörige der chriftlichen und Hirsch- Dunderschen Organisationen an dem Streit beteiligt. Zur Bewegung der Eisenbahner ist zu melden, daß ble Lage in Groß- Hamburg unverändert ist. Die Reichsbahnbirektion teilt mit, baß sich die Lage in Neumünster infofern verschärft hat, als bort die Güterboden- und Gepädarbeiter die Arbeit niebergelegt haben. Irgendwelche Zwischenfälle sind nicht zu verzeichnen. welcher meinte, München habe heute ein Debacle erlitten. Wenn die Nationalsozialisten in den Reichstag in großer Stärte einziehen mürden, so werde Bayern staatlich und wirtschaftlich cuf das schwerste gefährdet sein. Ein Teilergebnis. München, 7. April.( TU.) Bis Montag Vormittag 11 Uhr waren aus 57 bayerischen Wahlbezirken einschließlich München gezählt: für Bayerische Boltspartei 296 348, Sozialdemokraten 141 439, kommunisten 77 593, völkischer Blod 185 943, deutscher Blod( Demofr.) 24 771, christlichsoziale Partei 12 089, vereinigte nationale Refte 57 275, nationalliberale Landespartei 4862, Deutsche Volkspartei 4478. Boltsentscheid 275 132 Stimmen mit Ja, 445 678 Stimmen mit Nem. Die ersten Pressestimmen. München, 7. April.( TU.) Das erste Blatt, das zu dem Ergebnis der Landtagswahl Stellung nimmt, ist die München- Augs burger Abendzeitung", die in ihrer heutigen Montagsausgabe schreibt, der völkische Blod habe in München einen unbestreitbaren Erfolg errungen, denn es sei kaum anzunehmen gewesen, daß er fast doppelt so viel Stimmen wie die bayerische Bolkspartei auf sich vereinigen würde. Note über die militärische Kontrolle zu beschäftigen hatte, werden von der Presse in starkem Masse ausgebeutet. Das„ Echo de Paris" meldet bezeichnenderweise, es sei schon gestern ein Aftenbündel über das Ergebnis der Haussuchungen dem englischen Premierminister Ramsay Macdonald übermittelt worden. Kritischer Tag im Unterhause. R Um die Mietzinsvorlage. London, 7. April.( WTB.) Im Unterhause findet heute die zweite Debatte über die Mietzinsvorlage der Regierung statt. Der Parlamentsberichterstatter des„ Daily Telegraph" spricht von einem„ tritischen Tag für die Regierung" und schreibt, nur eine energische Behandlung der Lage könne die Regierung heute vor einer neuen Schlappe bewahren.„ Daily Chronicle" zufolge ift das Kabinett geteilter Ansicht über die Klaufel, bie der Wohlfahrtsminister Wheatin selbständig in die neue Borlage eingefügt hat. Gestern abend fand eine eilig einberufene Ministerfon ferenz in Downing Street statt, die sich, wie die Blätter melden, mit den Schwierigkeiten befaßte, in denen sich die Regierung befindet, und heute vormittag tritt ein Rabinetts. rat zusammen, der die gleiche Angelegenheit erörtern will. Republikanischer Parteitag. Die neugegründete Republikanische Partei Deutschlands" irat am Sonntag in den eigenen Räumen in der Wilhelmstraße zu ihrem ersten Parteitag zusammen. Der Parteitag am Sonntag wurde ein geleitet durch ein Referat des Oberregierungsrats Dr. Hans Simons über" Deutsche Außenpolitit". Die RPD., fo führte er aus, habe mit vollem Bewußtsein ihren Namen durch die Idee der Republik bestimmen lassen. Es werde der Tag kommen, an dem über die Schranken der Friedensverträge hinweg das Großdeutschland entstehen werde, das alle wahren Republikaner er sehnen. In allen Parteien fei jetzt eine Rebellion der jungen der Weimarer Nationalversammlung bot ein erschütterndes Bild. Dort sah man zu vier Fünfteln die alten Gesichter aus den Reichstagshandbüchern, Bertreter einer Welt, die in dem furchtbaren Erfeben des Krieges zusammengebrochen war. Wir sind ein Land ohne Jugend geworden, jetzt wollen wir eine Partei der Jugend sein. ( Lebhafter Beifall.) Bir wenden uns gegen die Leichtfertigkeit, mit Die Vorschläge der Sachverständigen. Stabilisierung der Währung. Finanzkontrolle. Monopole. Besteuerung der Juflationsgetvinne. Paris. 6. April.( Eigener Drahtbericht.) Der New York Herald" veröffentlicht am Sonntag folgendes über die voraussicht lichen Vorschläge der Sachverständigen. Als das direkte Ziel werde die Stabilisierung der Währung bezeichnet, da diese die Boraussetzung nicht nur für das Gleichgewicht des Budgets, sondern auch für die Reparationszahlungen bilde. Die Stabilisierung der Währung fönne in vier bis fünf Monaten durch die Gold. emissions bant erreicht werden, die über 400 millionen Affienfapital und Goldreferven in dreifacher Höhe verfügen soll. In dieser Bank foll sowohl die Reichsbank als auch die Golddiskontbank aufgehen. Sowohl die neue Bank als auch die Eisenbahnen sollen einer scharfen internationalen kontrolle unterliegen. Die Ueberwachung der Bank soll sich auf alle finanziellen Transaktionen Die italienischen„ Wahlen". des Reiches erfireden, sie soll vor allem eine neue Erschütterung des Enttäuschung der Faschisten Starke Opposition. Devisenmarktes durch das plötzliche Auftauchen großer Mengen Goldmart verhüten. Die Kontrolle der Eisenbahn soll sich auf die finanMailand, 7. April.( EP.) Der Ausgang der Wahlen in zielle Führung des Unternehmens beschränken. Der technische Betrieb Mailand hat die Faschisten am meisten überrascht und großes Er soll davon unberührt bleiben. Eine äußere Anleihe in Verstaunen hervorgerufen. Die Faschisten hatten ein bedeutend gün. bindung mit einer Erhöhung gewiffer Steuern, der Zoltarife und ftigeres Ergebnis erwartet. Sie zweifeln nicht daran, daß viele mit der Eisenbahnfrachten soll dem Reich die Mittel liefern, sein Budget der Oppositionspartei gestimmt haben, die sich öffentlich als Faschi- ins Gleichgewicht zu bringen und nach und nach die Einnahmen für ften ausgegeben haben. Wenn auch die Faschistenliste mit rund die Reparationen flüssig zu machen. Auf diese Weise sollen bereits 58 000 Stimmen durchgedrungen ist( dank einem schamlofen Wahl- vom ersten Jahre ab die Besatzungskosten und die Aufweninftem, das eine Minderheit der Stimmen in eine Mehrheit der Man- dungen für die Sachlieferungen finanziert werden. Boni date verwandelt. Red. d.„ B.".), so stehen ihr doch über 90000 sechsten Jahre ab rechnet man mit einer Gesamtleistung von 2,5 Mil- der in ganz Deutschland vom fünftigen Krieg gefafelt wird. Ein Stimmen der Oppofitionsparteien gegenüber, darunter allein rund 75000 Stimmen der drei sozialistischen Mailand, 7. April.( TU.) Bei den gestrigen italienischen Mailand, 7. April.( TU.) Bei den gestrigen italienischen Kammerwahlen haben die Faschisten den erwarteten Sieg" daponge tragen. Ihre Kandidaten, etwa 220 an der Bahl, können als gemählt gelfen. Eine ziemlich starte Bertretung werden von der Opposition die gemäßigten Sozialisten in der neuen Kam mer aufweisen, während die Demokraten, Liberalen und die Maximal- Sozialisten nur eine geringe Vertreterzahl errangen. Die Mandate der Katholischen Bolfspartei werden start verringert. Zahlenmäßig liegen bis jetzt nur unvollständige Teilresultate vor. Parteien.. liarden, die später auf Grund eines Inder für die Prosperität der deutschen Wirtschaft eine Erhöhung von 4 bis 5 Proj. pro Jahr bis Einnahmequellen dürften von den Sachverständigen geschaffen werden: zum Höchstbetrage von etwa 3 Milliarden erfahren könne. An neuen die Monopole auf Tabat, Alkohol und 3uder sowie die Besteuerung der Inflationsgewinne von Landwirtschaft und Industrie. Aus der lehteren werden 10 Milliarden erwartet, die in Form einer Obligationsanleihe mobilifiert und zur Hälfte dem Reich und zur andern den Reparationsgläubigern zugute tommen sollen. Paris, 7. April.( WTB.)„ Echo de Paris" erflärt, die neue Verzögerung der Fertigstellung des Berichts der Sachverständi. Blutiger Wahlzwischenfall in Italien. gen habe feinen jachlichen Grund. Am letzten Donnerstag Rom, 7. April.( TU.) In Sarno ist es zwischen Faschisten fei das Hindernis beseitigt. worden; es habe sich um die wirt und Bertretern der Opposition zu einem Zusammenstoß gefchaftliche Freiheit des deutschen Voffes gehandelt, tommen. Letztere feuerten Revolverschüsse auf die Faschisten und man habe das übliche Kompromiß geschlossen. Seit dieser Zeit Programmpunkt ist nicht der Krieg, sondern der Frieden. Für ihn republikanisches Deutschland foll uns die Wege weiſen zu einer Be Außenpolitik angelegt find. Dr. Adolf Grabowski sprach dann freiung Großdeutschlands aus den Fesseln, die ihm jetzt noch in der über Deutsche Einheit". Es wurden dann mehrere Entschließungen gefaßt, nachdem sie von den Antragstellern eingehend begrünber maren. Sodann teilte Professor Westphal aus einem Briefwechsel mit Friz v. Unruh mit, daß F. v. Unruh die Uebernahme der Spizenkandidatur in der Reichsliste der RPD. habe ablehnen müssen. Es wurde beschlossen, an die Spitze der Reichslijte nunmehr den Redakteur Karl Better zu stellen. Bei der Vorstandswahl wurde in den engeren Borstand gewählt Better, Simons, Westphal, Spers ling. Damit fand der Parteitag seinen Abschluß. werden mir weiter-mirfen. Die Arbeit für ein neues, wirklich Die Depression an der Börse. ab.( Oder umgefehrt? Red. d.„ B.") Die Polizei hat fünf Ver französischen Tegt, die beide Gülfigkeit haben sollen, in Einklang zu gemeine Depression und schwerste Sorge um die weitere Gestaltung haftungen vorgenommen. Arbeit für Poincaré. Paris, 7., April.( Eigener Drahtbericht.) Nach Meldungen der hiefigen Blätter sollen die von der französischen Militärpolizei im befetzten Gebiet durchgeführten Haussuchungen sehr belastendes Material über die Tätigkeit der militärischen Geheim organisationen zutage gefördert haben. Das„ Journal" will wissen, daß auch das Reichswehrministerium dadurch fhwer fompromittiert werde. Die französischen Behörden hätten neue Beweise dafür erhalten, daß die Reichswehr zahlreiche junge Leute zu mehrmäßigen Uebungen einberufe. Um die alliierten Rontrollorgane zu täuschen, müßten die Einberufenen Kontrafte mit zweijähriger Dienstverpflichtung unterschreiben, mürben aber meist nach drei Monaten wieder entlassen, so daß auf diese Weise hundert taufende junger Leute im Widerspruch mit dem Friedensvertrag militärisch ausgebildet würden. Die bisher schleichende Börsentrise nimmt nunmehr a futere und den Heute den als der Lage des Bankgewerbes. Es verlautet von neuen Zahlungs. fchwierigkeiten. In diesem Zusammenhang wurden nicht nur fleinere Firmen, sondern auch Häuser, die bisher als recht sicher galten, genannt. In einem derartigen Falle soll bereits eine Stügungsa? tion stattgefunden haben. Das Material, das durch Erefutionen an den Markt fommt, übt daher einen erheblichen Druck auf die Kurse aus. Die Situation wird dadurch verschärft, daß auch die Reichsbank starte Krediteinschränkungen por nimmt. Auch die erneut aufflatternde Streitbewegung fewie vor allem die Ungewissenheit über den Ausgang der Berhandlungen mit der Micum lähmen jegliche Unternehmungsluft. Die heute begonnene Woche ist ja überhaupt voraussichtlich reich an schwer. wiegenden Entscheidungen. Man braucht nur auf den für die nächsten Tage zu erwartenden Bericht der Sachverständigen hinzute weisen. Im Zusammenhang mit diesen Borgängen steht auch die etwas unsichere Haltung der Mark im Auslande und im besetzten Gebiet. Der französische Frant liegt etwas fefter. Das englische Pfund wurde heute mit 74% Frant bezahlt. Im offiziellen Devisenverkehr waren die Anforderungen mieder fehr groß. Kurse und Repartierungen sind unverändert. Der Geldmarkt liegt angespannt bei geringen Umjägen. Tägliches Geld 1½ Bromille, Rentenmarktredite 3-3% Prozent monatlich, jedoch sehr schwer zu erhalten. bringen. Ziemlich genaue Berichte über den Inhalt des Berichts seien in der Presse bereits erschienen. Große Ueberraschungen feien also nicht mehr zu erwarten. Nur eine wichtige Frage fei etwas außer Acht gelassen worden, nämlich die: welche Haltung würden die Sachverständigen hinsichtlich der politischen Durchführung ihrer Pläne einnehmen? Theoretisch stehe es ihnen nicht zu, darüber eine Ansicht zu äußern, nur die allierten Regierungen feien berechtigt, sich über Sanktionen und Garantien auszusprechen. ber die Sachverständigen hätten die Frage doch nicht unbeantwortet laffen tönnen, weis gewisse Empfehlungen, unter anderem die der Wiederherstellung der finanziellen Einheit der Reichseisenbahnen, eine Kenderung der augenblicklich in den besetzten Gebieten geltenden Regimes in fich schließen. Man fönne serfichert sein, daß die Sachverständigen, in allgemeinen Redewendungen Abänderungen des heutigen 3ustandes in dem Maße anempfehlen würden, in dem er die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Deutschlands verhin dert. Ferner werde der Bericht wahrscheinlich festlegen, daß jede abfichtliche Berfehlung Deutschlands die Rückkehr zu der von Frankreich und Belgien seit 15 Monaten geschaffenen Garantie wiederum gegen die Empfehlungen der Sachverständigen aus und stellt die Frage, ob die militärische Besetzung, wenn sie einmal von der wirtschaftlichen getrennt sei, fich überhaupt werde halten können. Paris, 7. April.( WTB.) Die in dem besetzten Gebiet veranstal- instem nach sich ziehen würde. Das Blatt spricht sich schließlich teten Haussuchungen, die Beweise für das Bestehen von Geheininer bänden abgeben sollen und die am Vorabend des Tages erfolgten, an dem die Botschafterkonferenz sich zum erstenmal mit der deutschen Im Takte. Von Hans Wesemann. An einem niedlichen Sonntagnachmittag, der außerdem im Berliner Westen stattfindet, fizen viele freundliche Leute auf der Terraffe eines Cafés, und vergessen bei Schlagsahne und Lokalanzeigerleftüre für ein Weilchen ihre Pflicht, nationalstaatsbürgerlich und auch sonst orientiert sein zu müssen. Ein strenger Herr, mit einem Bologneserhündchen an der Leine, rührt gedanken schwer in der Taffe. Eine pompöse Dame, wogt auf ihrem Busen eine Brillantbrosche auf und nieder, und etliche Liebesheute halten sich verstohlen an den selig transpirierenden Händen. Es ist also nichts besonderes los. -O Aber da gehts plöhlich los und hier muß ich schon Liliencron bas Wort lassen Um die Ede brausend brichts wie Tubaton des Weltgerichts", und schon kommen vaterländische Verbände an- und vorbeimarschiert. Zuerst der Zivilversorgungsscheinberechtigtenverein. Flott gebrehte Schnurrbärte. Energisch geschnittene Gehröde. Gut ausgerichtete Zylinderhüte. „ Klapp klirr, Klapp klirr", im Tafte dazu die ordenen Ehrenzeichen. So stell ich mir das eherne Zeitalter vor. Die Turner fommen an im Schritt. FF- hurra! Prachtvoll entblößt und gestrammte Waden. Leicht zum Anlauf erhobenes Schreiten. Die gewölbten Bufen, die ganz sächlich, wertheimschaufenstermodellhaft aussehen, strafft das nationale Hochgefühl. Und die pompöse Dame wogt heftiger mit den Brillanten und vergleicht im Stillen die verschiedenen Wadenmuskulaturen, und gedenkt vormurfsvoll- verachtend des fernen Gatten. Und dann die kleinen Mädchen. Ganz weiß, von erschreckender Unschuld, mit wasserfestpomadisierten Haaren. Melodisches Schreiten. Veilchenblaue Augen, fanftes Feuer. Eine selbstgestickte und außer dem schwarz- weiß- rote Standarte weht über ihnen her. So ziehen fie ihrem teutonischen Ziel entgegen. Klingling bummbumm. Und alles geht im Takte im Takte tee. Das ganze Rublikum tritt auf der Stelle mit. Da kann man halt nig machen. ,, Das ist die Macht des Rhythmus, " daß unwillwürlich jeder mit muß." Vom sechsten Sinne der Tiere. Daß die Tiere gewisse Sinnesfräfte befizen, die schärfer find als die des Menschen, ist eine bekannte Tatsache. Es gibt aber auch hier geheimnisvolle Vorfälle, die der Wissenschaft ein Rätsel find und ein außerordentliches Ahnungsvermögen mancher Tiere offenbaren. In einer englischen Zeitschrift werden einige folche erstaun liche Geschichten vom fechsten Sinn" der Liere, erzählt. Bei dem Untergang des fanadischen Dampfers Raiserin von Irland", der infolge Zusammenstoßes im St. Lawrence- Fluß fant, wurde die folgende Tatsache bekannt: Als das Schiff eben Quebec verlassen wollte, kam die Schiffstage, mit ihren Jungen im Maul, über die Landungsbrüde gelaufen, während man diese gerade emporziehen wollte. Man suchte das Tier, das seit langem zum Schiff gehörte und es noch niemals verlassen hatte, zurückzutreiben. Aber die Kaze war nicht dazu zu bewegen, wieder an Bord zu gehen; man ließ sie an Land, und sie rettete damit ihr Leben. Der weifler mag dies als bloßen Zufall bezeichnen, aber es gibt andere ähnliche Zufälle", die auf das Vorhandensein irgendwelcher Sinnesfräfte bei den Lieren hinweisen, die wir nicht haben. Man denke nur an das Geheimnis des Vogelzuges, an die Wanderungen der Fische.„ Ein 5 Monate alter Kuckuck findet seinen Weg von Europa nach Afrika ohne Führer. Die Heringe kommen jahraus jahrein auf ganz demselben Weg nach ihren Laichgründen. Die Wanderungen Die Wanderungen des Lachses hat man in jüngster Zeit genau durchforscht und be obachtet, daß der Lachs, auch wenn er zwei oder drei Jahre im Meereswasser verbracht hat, doch immer den Weg nach der weitentfernten Mündung des Fluffes zurückfindet, in der er einst das Licht der Welt erblickte. Tausende von Kilometern zieht er über die Meere, von seinem unbeirrbaren Instinkt geleitet. Die Feinfühligkeit der Tiere im Vorausahnen von Erdbeben und der Witterung ist schon lange und oft beobachtet worden. Manche Tiere sehen das Wetter nicht nur auf Tage, sondern auf eine viel längere Zeit voraus. Der Haubentaucher, der sein Nest direkt über der Oberfläche des Fluffes baut, erleidet doch niemals durch eine plötzliche Flut Schaden; es scheint, als ob der Bogel genau weiß, wie hoch der Fluß während der Brutzeit steigen wird und die Menge der Niederschläge genau voraussieht. An wolkenlosen Tagen hat man rote Ameisen beobachtet, ie ihre Nester verlassen, ihre Eier heraustragen und nach einem höher gelegenen Terrain auswandern. 48 Stunden später hatten Regenoüsse die alten Nester zerstört, aber die klugen Ameisen saßen in Sicherheit. Die Florelle hört viele Stunden vor Eintritt von Regen auf, ihr Futter zu suchen, und Diele Angler sehen darin ein untrügliches Zeichen für schlechtes Better, auch wenn das Barometer noch nicht das Geringste anzeigt. Der feine Instinkt der Bienen zeigte sich einmal auf hoher See. Der Dampfer Tintagel Castle" war pon Kapstadt auf der Fahrt nach England begriffen, und man fand unter der Ladung einen Bienen schwarm verborgen. Es wurde ein roher Bienenstod aufgestellt, in dem sich der Schwarm niederließ. Eine Woche später erhoben sich plöglich früh am Morgen sämtliche Bienen in die Luft und flogen nach Often. Das Schiff, befand sich zu dieser Zeit auf der Höhe der Kapverdischen Inseln, die aber noch weit außer Sicht waren. Die Bienen müssen auf irgendeine Art gemerkt haben, daß Land so nahe war, um von ihnen erreicht zu werden, und sie flogen sofort piele Kilometer über das Meer dahin. hat vor einiger Zeit Richtlinien aufrestellt nach denen die preukiDie neue preußische Hochschulverfassung. Das Kultusministerium fchen: Universitäten mun felbst ihre Verfassungen beschließen. Während andere Hochschulen auf diese Weise schon zu einer neuen Bers faffung gelommen sind, hat die Berliner Universität, Sa Berhandlungen nötig wurden, ihre Verfassung bisher noch nicht er. halten. Es wird sich dabei fast durchmeg um geringe grundfäßliche | -" Neuerungen handeln. Die Zusammenfassung aller Lehrkräfte in so urteilt Prof. Dr. der neuen Vollversammlung der Universität Wilhelm Kähler- Greifswald, M. b. L., im neuen Heft der Berliner wird weder die Betätigung in den Fakul Hochschulnachrichten" täten, in denen weiter der Schwerpunkt liegt, noch den Wirkungs freis des Universitätssenats wesentlich beeinträchtigen. Der Genat als Zusammenfassung der Fakultätsvertreter und der auf breitester Grundlage gewählten Vertrauensmänner muß gegen die Sonder wege der Fakultäten die Einheit der Universität herstellen. Bedeutsamer ist, daß die Verfassungen an den Universitäten außer Berlin nur ordentliche Professoren grundsäglich fennem. außerordentlichen Professoren haben nur noch etatrechtliche Bedeutung. Daß der Univerfitäisrichter sich in einen„ Universitä.srat" als örtlicher Vertreter des Minifteriums geblieben ist, ja daß seine verwandelte, ist weniger wichtig, als daß der Universitätsfurator Verwaltungsstelle gestärkt wurde. Die alten Funkverbindungen mit dem Offen. Ueber den Ausbau der Funk. telegraphie von Deutschland nach den Ostländern macht Bostinfpetfor Sebastiani in der deutsch- russischen, von dem jetzigen Reichswahltommiffar Prof. Bagemann herausgegebenen Halbmonaisfchrift Germansfij Export" nähere Mitteilungen. Es bestehen gegenwärtig folgende Funkverbindungen von Deutschland nach den Ländern Offeuropas; von den Großfunkstellen in Berlin nach Bulgarien mit der Gegenstation Sofia, nach Eftland mit Gegenstation Hapfa', nach Jugoslawien mit Gegenstation Cerajewo, nach Lettland mit Gegens ftation Riga, nach Rußland mit Gegenstation Moskau. wickelte fich der Verkehr wie auch bei den übirgen Funkverbindungen mit dem europäischen Auslande in bestimmten. fest vereinbarten Berfehrszeiten ab. Doch ist eine Ausdehnung der Verkehrszeiten, ja jogar die Einführung eines ununterbrochenen Tag- und Nachtdienstes in Aussicht genommen und wird schon in abseh= barer Zeit durchgeführt werden können. Bisher Eine neue Brüdenkonstruktion. Eine Brückenkonstruktion nach neuartiger Methode hat der amerikanische Ingenieur Henderson zu Bittsburg entworfen. Da der Fluß Allegheny, über den die Brücke führt, bisweilen Hochwasser hat, so müßte wenigstens die mittlere Brüdenöffnung eine ziemlich erhebliche Höhe haben. Die ohnchin hohen Auffahrtsrampen an den Ufern müßten um weitere 5 Meter erhöht werden. Nach einem Bericht der Umschau" wird dies. nun auf folgende Weise vermieden: Die Brücke hat zunächst die Höhe, die nötig ist, um den Schiffsverkehr bei normalem Wasserstande gut zu bewältigen. Die Auf'ager der beiden Bogen auf den Strompfeilern können aber hydraulisch gehoben werden. Diese Hebung der Brücke um annähernd 5 Meter gewährt den Schiffen auch bei Hochweiser freie Durchfahrt. So hoch braucht aber die Brücke, wie ſtatiſti'ch fest estellt ist, nur an vier Tagen gehoben werden. In den meisten in ihrer normaken Bane bleiben kann. Fällen genügt eine geringere Hebung, mährend sie an 185 Tagen Ueber Die Eisriesenhöhle im Tennengebirge", die größte Glassble der Erde. spricht Studienrat Satow am 10., 11. and 12., abends 8 Uhr, in der Zeonisen soiule Sörsaal 301. Zugleich findet dort die Vorführung clues in der Eishöhle aufgenommenen Filme statt. Die Galerie Groß, Köthener Str. 38, zeigt Berfe von Rudolf Schlichter und Frans Maserel Der demokratische Parteitag.. Weimar, den 6. April.( Tul.) Am Sonntagmorgen wurden die Verhandlungen fortgesezt. Zur Debatte stand wiederum das Thema ,, Staat und Wirtschaft", über das der Gewerkschaftsführer Gustav Schneider sprach. Der Redner ging davon aus, daß alle Arbeit die Befreiung Deutschlands zum Ziele haben müsse. Deshalb sei eine Bersöhnung der Klassengegensäße notwendig. Die steigende Auswanderungszahl sei ein Warnungszeichen. Die deutsche Industrie hat ihren Weltruf durch Qualitätsarbeit begründet. Ohne Qualitätsarbeiter muß sie ihre Wet= bewerbsfähigkeit verlieren. Die wichtigste Frage fei und bleibe die Steigerung der Prodution. Die Arbeitsgemeinschaft habe in den den okratischen Arbeitnehmern die stärkste Stüße. Aber die Arbeitsgemeinschaft dari teine Form annehmen, die feinen Inhalt hat. Auf beiden Seiten muß der Wie zu gemeinsamer Arbeit vorhanden sein. Tatkräftige Sozialpolitik ist die notwendige Ergänzung der privaten Wirtschaft. Die Invaliden- und Angestellenversicherung müsse umgestaltet werden. um so durch verantwortliche Mitarbeit in der Wirtschaft die feste Grundlage für die moralische Verpflichtung und gemeinsame Lebenshaftbarkeit des ganzen Volkes" zu gewinnen. Das Referat über„ Bolf und Boden" hielt der Braunschweigische Staatsminister Rönneburg. Er gab zunächst einen Ueberblick über die Verteilung von Grund und Boden, deren Ungerechtigkeit auf die Dauer nicht aufrechterhalten werden könne. Hier eine Gefundung zu erwirken, sei daß Ziel der demokratischen Bodenpoliit. Wir müssen uns von dem falschen Bodenrecht lösen, daß der Boden nur dem gehört, der ihn bezahlen fann, nicht dem, der ihn braucht. Die Nationalversammlung hat neue Wege gewiesen. Gesekentwürfe liegen vor und werden dem neuen Reichstag beschäftigen. Wir müssen soviel erzeugen, daß die Einfuhr vermindert werden fann. Stca'spolitisch ist für die Zukunft des Reiches der Wille der Landwirtschaftlichen Bevölkerung ausschlaggebend, sich als Träger des Staates zu fühlen und zu betätigen. Zu dem Thema: Die Erhaltung der Kultur im verarm'en deutschen Staat" führte die Referentin, Oberlehrerin Emmy Beckmann, Hambura, folgendes aus: Auch der verarmte Staat hat die Pflicht der Erhaltung der Kultur. Wir wünschen, daß in Deutschland das Reich bestimmenden Einfluß auf fulturelle Bestrebungen behäl. Der neue deutsche Staat hat die Aufgabe, die Kultur unferes Boltes zu demofratifieren, er muk alle Sorgfalt der Schule, Fortbildungsichule, Volkshochschule, den Boltsbüchereien zuwenden, aber auch die Pflege des fünstlerischen und religiösen Heimatgutes sich angelegen sein lassen. Ebenso notwendig wie diese breite Volkskulur ist dem demokratischen Deutsch land tie Pflege der Wissenschaft. Damit waren die Referate beendet. In der Aussprache wider soraden Professor Dr. Baumgarten Kiel unter lebhafter Zustimmung dem Gedanken an einen tein bürgerlichen Regierungsblod. Nachdem noch einige andere Redner zu Worte Nachdem noch einige andere Redner zu Worte gefommen maren, fakte.der Barteitag das Ergebnis ber Besprechungen in folgende Willenskundgebung zusammen: In Weimar, an der Geburtsstätte der deutschen Demokratie und Republik, an der Stätte, an der das deutiche Geistesleben seine höchste Entwicklung fand, erflär die DVP.: Im Zeitalter des Materialismus und Nüglichkeitslebens bekennt sich die DBP. zum deutschen Idealismus. Aus diesem Idealismus fließt der unerschütterliche Glaube an Deutschlands nationale Sendung, an Deutschlands nationale Zukunft. Wir fämpfen und ringen für Deutschlands Freiheit nach außen und Deutschlands Gleichberech Miguna unter den großen Völkern der Welt. Deutschland und die Welt müssen aus den Fesseln des Bersailler Dittats und aus den Barden der Schuldlüge befreit werden. Das Selbstbestimmungs. recht der Bölker muß auch bei uns Wahrheit werden! Wir kämpfen für eine vernünftige Regelung der Reparationen, die Deutschland und Eurova aus dem 10jährigen Kriegszustand befreit. Wir wollen und Girona aus bem a naprigen Reitter Demetratie, Der Repubiit. Die Kundgebung wurde einstimmig angenommen. Mit dem Gelang von Deutschland, Deutschland über alles", schloß der offizielle Teil des Parteitages. TM Ministerwahlreden. Je näher der Wahltag heranrüdt, um so mehr werden wir Sonntags mit Bahlreben der verschiedenen Minister beglüdt. Gestern sprachen der Reichskanzler Marg in Barmen, Dr. Stresemann in Kiel, Dr. Jarres in Elberfeld. In den Reden aller Minister werden bezeichnenderweise die außenpoli tischen Fragen am eingehendsten behandelt. Der Ablauf der Micum- Verträge, die bevorstehende Veröffentlichung des Gutach tens der Sachverständigen zwingen die Regierung, sich gegen die deutschvöltische Agitation zu wenden. Dr. Marr sprach in Barmen von der Zwangsläufigkeit der Außenpolitik" und betonte: Gerade weil wir uns in tiefster Scele deutsch fühlen und nationale Gesinnung nicht nur auf den Lippen tragen, darum muß imuner wieder betont werden, daß Politik nicht eine Sache des Herzens sondern Sache ruhiger Ueberlegung und falter Vernunft ist. Und fühle Ueberlegung muß uns sagen, daß nach dem Berlust des Weltkrieges auch die durch den Friedensschluß uns auferlegten Lasten getragen werden müssen, soweit es in den Grenzen unserer Leistungsfähigkeit liegt. Diese Bolitik wird am schärfsten von völkischer und deutsch nationaler Seite angegriffen. Man wirft uns Mangel an nationaler Gesinnung vor, weil wir auf Berständigung init dem übermächtigen Gegner bedacht gewesen sind und jede Möglichkeit benutzt haben, um zu Verhandlungen über unsere Leistungen aus dem Friedensvertrag zu gelangen. Der Friedensvertrag foll zerriffen werden, wir sollen jedee Leistung aus dem Fredersvertrag verweigern! Wahrhaftig, es tönnie Herrn Poincaré fein größerer Gefallen geschehen, als wenn einmal eine deutsche Regierung so töricht wäre, diefer Aufforderung Folge zuleiffen. Die Herrschaften hüten sich auch wohl, die Folgen eines folchen Tuns darzulegen. Es ist geradezu Wahnsinn, ein wehrloses Boll zum Widerstand gegen eine hundertfach überlegene Armee, ausgerüstet mit den modernsten Kriegswerkzeugen, anzustacheln. Es ist Verbrechen am Baterland, durch Aufveifschung nationaler Leidenschaften Zwietracht in unjer Bolt hineinzufragen, wo uns allein einmütiges und entfchloffenes Auftreten eine gewiffe Stärte nach außen zu verleihen vermag. Es würde den Zerfall des Reiches, bie völlige Zerrüttung des deutschen Volkes zur Folge haben, wenn wir dem wahnwißigen Berlangen rechtsradikaler Kreise nach tommen wollten" Herr Stresemann war in seinen Aeußerungen auch gestern wieder vorsichtiger. Es ist Wahlkampf, und die Partei der ,, Rettensprenger" glaubt, ohne Verbeugunger gegen die Rechtsparteien nicht auszukommen. So legte er ein gutes Wort für die Baterländischen Verbände ein, betont, daß die Franzosen fein Recht hätten, Demonftrationen der Deutschvölkischen und Deitschnationalen für ihre Politik auszunuzen und versichert, daß auch ergt für Erfüllungspolitik eingetreten ist.( Bielleicht hofft er mit Hergt bald in einer Regierung zu fizen. Dr. Jarres bekämpft die Schuldlüge und verlangt die Wiederherstellung der Staatshoheit im besetzten Gebiet. Ludendorffs Hochverrat und Deutschlands Justiz Um gegen das Münchener Hitler- Urteil ihre Stimme zu erheben, fand sich die Berliner Arbeiterschaft in großer Menge am Sonntag Dormittag in der Brauerei Friedrichshain ein. Das Referat hielt Genosse Dr. Paul Levi. Seinen anderhalbstündigen Ausführungen wurde mit höchster Spannung gelauscht. Der Redner führte u. a. aus: durch eine andere! Nicht allein durch Gewalt geschieht dieses. Auch Es ist ein eigentümliches Ding um die Beherrschung einer Klaffe geistige Fesselungen sind es, die feit jeher ununterbrochen an der Unterdrückung des Volkes mit am Werke sind. In erster Linie die Mythe von der Göttlichkeit des Königtums. Diese Gnade Gottes breiict es auch auf die anderen Unterdrückungs- Institutionen aus, insbesondere auf die Justiz. Die behauptet aber, über dem Tagesfampf, über der Politik zu stehen. In Wirklichkeit jedoch war sie ftets nichts anderes, als das unbewußte Werkzeug in der and der Klasse, deren Angehörige die Richter selbst sind. Indes sie glaubten, göttliches Recht zu sprechen, waren sie tatsächlich nur der lebendige Ausdruck der bestehenden sozialen Verhältniffe. Die Justiz in Deutschland hat aber schon seit langem aufgehört, nur ein unbewußtes Werkzeug der Klassenherrschaft zu sein. Die Richter wissen nur zu gut, daß sie die Waffe nicht des Staates, sondern eines Teiles der Staatsbürger gegen den anderen Teil führen. Die Justiz ist politisch geworden. Sie war es, als das außerordentliche Gericht die Mörder Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs frei ausgehen ließen, sie war es auch, als im Jahre 1920 zum ersten Male auf Anregung des Oberreichs: Landesverräter stempelte. Mit diesem Richterspruch begann der anwalts das Reichsgericht in Leipzig einen deutschen Bürger zum Berfall des Reiches. Wie sah nun der Mann aus, der im Mittelpunkt der völkischen Bewegung stand Ludendorff! Man hätte ihm, als einel geschlagenen Feldherrn, mitfühlen können, dern in dem Schicksal eines solchen Mannes liegt eine tiefe Tragit. Es ist auch nicht immer der äußere Erfolg, den die Geschichte mit Lorbeeren bedenkt. So ist der Nachwelt nicht der Namen eines Scipio, fnodern des von ihm geschlagenen Hannibals geläufig, nicht Größe dieser Männer ist nicht so sehr in ihren Siegen zu suchen der eines Hamiltons, fondern der des besiegten Napoleon. Die als darin, wie sie ihre Niederlage zu tragen verstan den haben und ſich ſchweigend zurüdzogen. Und Ludendorff? Cr hat das Schicksal des deutschen Boltes auf niesen Schultern ge= tragen, hat mit ihm gespielt und es verspielt; und dann stellte in die Schuhe. Er sprach vor den Münchener Richtern, daß er er fich wie ein feifendes Weib hin und schob anderen die Schuld Tannenberg und andere Siege verförpere, daß er in der Stille feiner Studierstube im Gene: alstabshause am Königsplak um die Seele des deutschen Boltes gerungen" habe; er vergaß aber zu er Unter dem Hakenkreuz. verzählen, deß er es war, durch dessen Schuld das deutsche Heer auf Sm Gipfel des militärischen Glücks die Marneschlacht ver= loren hat und daß durch seine Schuld, als ihm das Glüd 1917 nach dem Zusammenbruch der rumänischen Armee und nach der Februarrevolution wieder einmal winfte, er es war, der in feinem. Welteroberungswahn die deutschen Armeen im Osten und im Nor schuldet hatte, warf er das Schwert beiseite und floh nach den Rußlands verftreute, anstatt fie rach dem Westen zu bringen. Und als er Deutschlands Zusammenbruch Schweden. Und in ihm dem eitlen Narren im Glück und dem fahwächlichen Hypochonder im Unglück, fieht ein gewisser Teil des deutschen Volkes jetzt den Befreier Deutschlands". Das Gericht in München hat ihn freigesprochen, weil er nur das, gewollt haben soil, was Sie bayerische Regierung wollte. Was hat aber die gewollt? Hochverrat hat er begangen, als er, trotz der vor feinen Augen vorgenommenen Verhaftungen der bayerischen Regierung, Führer der nationalen Armee geblieben war. Es gab eine Zeit, wo deutsche Richter Eingriffe in die Wehrverfassung des Reichs anders beurteilten. Karl Liebknecht war es, der nur für die Verbreitung einer Broschüre, die die Agitation unter dem Militär zum Inhalt hatte, 2% Jahre Gefängnis erhielt, und der jeßige Parteifreund Ludendorffs, Sepp Derter, wurde wegen Hochperrat zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ludendorff ging aber frei aus. Man fann wahrlich von ihm, dem Millionen Toe geopfert worden sind, mit dem griechischen Historiker Plutarch sagen: Als Feldherr hat er seinem Vaterland nichts genuht, aber den Feinden gegen sein Vaterland viel. Die vom Genossen Künstler eingebrachte und begeistert aufgenommene Resolution hat folgenden Wortlaut: ,, Das Urteil des Boltsgerichts gegen Hitler- Ludendorff bedeutet Die Kapitulation der Staatsgewalt vor den deutschvölkischen Bandenführern. Innen- und außenpolitisch bedeutet es den beginnenden Zusammenbruch der Republik, die ihre inneren Feinde. freiläßt, während sie Tausende von Arbeitern, die für die Sache der Repu gedenk aller Opfer für die Sache des Proletariats rufen wir die blik gefämpft haben, in Gefängnissen und Zuchthäusern hält. EinArbeiter Deutschlands auf, im Kampf für den Sozialismus sich zusammenzuschließen und so aus höchster Not das zu retten, was für ihre Sache in Deutschland zu retten ist. Hitler- Banden fönnen uns niederringen." nicht retten, nur ein einiges Proletariat wird alle feine Feinde Mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemo fratie schloß die Versammlung. Die zahlreich anwesende Polizei zu Fuß und zu Pferde hatte feinen Anlaß einzuschreiten.. frau des Führers Matthes wurde auf der Stelle getötet. Eine andere Infaffin, Frau Marie Priebe aus der Novalisstraße 14, trug einen schweren Bruch des linken Oberschenkels davon und mußte nach dem Hedwigs- Krantenhaus transportiert werden. Die übrigen Infassen sind mit Hautabschürfungen davongekommen. Nach Zeugen aussagen dürfte die Schuld dem Führer treffen, der übermäßig schnell gefahren ist. Die Leiche der Frau Matthes wurde nach der Friedhofshalle in Tegel gebracht. Neue völkische Beerdigungsdemonstration in Eichwalde. Die Beisetzung des Ruhrgefangenen Wilhelm Dreyer in Eichwalde wurde erneut von den nationalistischen Berbänden zu einer politischen Demonstration ausgenutzt. In Sonderzügen wurden die Abordnungen der einzelnen Ber: bände befördert, die zum größten Teil militärisch unifor miert waren und zahlreiche Fahnen mit sich führten. Waffen Am Sonntagnachmittag erfolgte an der Ede der Pfauen= waren, außer den zahllosen Handstöcken und Knuppeln, zwar weiter infel- Chaussee und der Königstraße in Bannsee nicht zu sehen. Daß aber die Herren fich für alle Fälle porbereitet ein Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem hatten, beweist der Befehl eines Führers auf dem Bahnsteige:" Die Radfahrer, dem Assistenzarzt Dr. Bonsbach- Westend. Hierbei fuhrGummiknüppel unter die Jackel"" Das. Mitführen von her hagenführer- Richard, Krüger aus 28umersdorf auf der aus Hakenkreuzfahnen hatte der Kriegerverein Eichwalde als Beranſtal gegenüberliegenden Bürgersteig und gegen einen Bargarten, wobei ter der Trauerfeier ausdrücklich abgelehnt. Deshalb fah man auch drei weitere Berfonen verlegt wurden, darunter der 16jährige als acht große Hatenkreuzfahnen urt Dreßler aus Friedenau, der auf dem Transport nach deme nicht weniger wehend im 3uge, ganz abgesehen von den zahlreichen Hafen städtischen. Krankenhause in Potsdam verstarb. Der angefahrene Preuzarmbinden und dergleichen neben einer Unzahl von Radfahrer erlitt einen doppelten Schädelbruch und mußte nach dem schwarzweißroten und blauweißen Bannern. Eine Ab- Krankenhaus Westend gebracht werden. Der Führer des Autos soordnung der„ Baltifumer" erschien mit zwei Totenkopffah wie dessen Ehefrau und seine Tochter, die im Wagen faßen, wurden nen! Die in Preußen verbotenen Nationalsozialisten und herausgeschleudert. Die Frau erfitt hierbei eine schwere Rüdenverdas reitorps Lühow tamen besonders zahireich, in millegung: die Tochter blieb unverlegt. Das Auto selbst wurde start tärischer Gruppenkolonne formiert. Ebenso start erschien der berüch beschädigt. tigte bayerische Faschistenbund Oberland" mit einer besonderen Offizierskompagnie. Der Bismardorden, der Deutsche Herold" und die zahlreichen deutschnationalen Jugendverbände jeder Art wurden von Offizieren in Friedensuniform und mit ge chultertem Degen geführt, die Mannschaften" diefer Berbände waren halb wüchsige Jungen und Mädchen von 13 bis 17 Jahren. Die Farben der Republik waren nirgends zu jehenfie hätten fich auch dieser Umgebung fämen müssen. Nach der Trauerfeier in der evangelischen Kirche wurde der Sarg unter dem Borantritt eines Musikkorps der ehemaligen Gardepioniere nach dem Friedhof übergeführt und dort unter militärischen Ehren beigesetzt. General v. d. Golg hielt eine fu.ze Gedächtnisrede, in der Trener mit Schlageter verglich und den baldigen Radbefrieghe& heater infolge Kurzschlusses cin Bühnenbrand, bei tem er verkündete. Die Schupo hatte umfangreiche Schuhmaßnahmen getroffen, fo Daß es zu feinen Störungen fam. Am Görlizer Bahnhof wartete vorzogen, unter polizeilichem Schuße einzein und mit eine große empörte Menge auf die Hakenkreuzler, die es aber eingerollten Fahnen zu verschwinden. Der Prozeß der Giftmischerin Gentschow. Die erste Verhandlung des neuen Schwurgerichts. Zum ersten Male trat heute früh das Schwurgericht in der neuen Besetzung zusammen, in dem drei Richter und sechs Geschworene zusammen das Richterfollegium bilden und gemeinsam über Schuldfrage und Strafmaß beraten Die bisherigen Geschmorenenbänke bleiben unbesetzt. Der erste Straffall, den das Schwurgericht des Landgerichts II heute abzuurte len hat, betrifft die Giflmi cheraffäre der Rose Gentschow. Sie ist beschuldigt, im Jahre 1922-23 in vier Fällen Männer an fich relockt zu haben, ihnen Betäubigungsmittel, teils Opium, teils Morphium, in die Getränke gemischt und die dann Betäubten ausgeplündert zu haben. Dabei ist der Tod eines ihrer Opfer, des Kaufmanns Hempel erfolgt. Die Anklage vertritt Staatsanwaltschaftsrat Loch. Der Vorsitzende des einer längeren Ansprache an die Deffentlichkeit. Darauf wurden die Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor Duft, eröffnete die Sigung mit Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor Duft, eröffnete die Szung mit Geschworenen vereidigt. Dann erhob R.- 2. Brandt Einwendun gen und Bedenken gegen die Rechtsgültigkeit des neuen Schwurgerichts Diese Bedenken seien nicht nur von der Anwaltschaft, sondern auch von Kreisen des Reichsgerichtes erheben worden. Nach kurzer Beratung wies das Gericht den Einwand der Verteidigung zurück und trat in die fachliche Verhandlung ein. Die Angeklagte Rose Gentschow ist eine schlanke, blonde Frau mit start verlebten Gesichtszügen, fie steht im 33. Lebensjahr und ist ftarfe Morphinistin und Kotainistin. Sie befindet sich, da sie von den Gerichtsärzten für haftunfähig erklärt worden ist, seit einiger Zeit auf freiem Fuß. Der midizinisch hochinteressante Fall hat die Buziehung eines ganzen Kollegiums von Sachverständigen erforder lich gemacht. Es find anwesend: Professor Dr. Strauch, Prof. Dr. Fränfl, Dr. Thiele, Dr. Straßmann und der Gerichtschemifer Dr. Brüning. Schweres Automobilunglück bei Tegel. Am Sonntagabend um 7 Uhr fuhr ein Opelwagen von den Kem. erich- Werken, Karlsbad, der mit sechs Berforen befezt war und von Hennigsdorf kam, in der Nähe der Försterei Tegelgrund gegen einen Baum. Der Anprall war so start, daß sich der Was die Reichsregierung wirklich will, fann man freilich aus den Ministerreden nicht entnehmen. Es ist fraglich, ob die Undurchfichtigkeit der Regierungsabfichten nur Politik nach außen hin ift oder ob nicht alte Gegensäge darin zum Ausdruck fommen. Die schönen heroifchen Reden, in benen fich Dr. Stresemann neuerdings gefällt, werden aber auf die Außenweit kaum Eindruck machen und Dor allen Dingen die deutsche Regierung nicht von dem 3wang besagen überschlug und sämtliche Infassen samt dem Führer freien, au fagen, was fie eigentlich will: Phrase oder Bolitik? auf das Chauffeepflaster geschleudert wurden. Die 28 Jahre alte Che glücklich eine erste Sigung abgehalten, in der von den vorliegenden Der Unterausschuß zur Vorbereitung der Bürgermeisterwahl hat 48 Bewerbungen 19 von vornherein ausgeschaltet wur den. Die restlichen Bewerbungen find auf die Mitglieder des Unterausschusses zur Bearbeitung und Berichterstattung verteilt. In der zweiten Sigung soll eine weitere Aussiebung stattfinden, bis schließlich vielleicht ein Duhend übrig bleibt, die in die engere Wahl tommen. Die ganze Arbeit wird im Interausschuß mindestens zwei Lesungen erfordern. Man wird also noch lange warten können, bis ein Bericht an den Hauptausschuß fällig wird. Theaterbrand. In der Nacht zum Sonntan enistand im Deut. verschiedene Vorhänge und Kulissen vernichtet wurden. Das Feuer wurde mit dem Haushydranten gelöscht. dem Hause Schillerstraße 102 gerufen, wo in dem Atelierge Großfeuer. Am Sonnabend abend wurde die Feuerwehr nach bäude des Maters und Bildhauers Professor Frid durch Kurzschluß Feuer ausgebrochen war, welches feine Wohnungs- und Ateliereinrichtung vollständig.. Dernichtete. Der Sachschaden ist bebeutend. Bahnhof Gneisenaustraße. Heute vormittag fand eine erste Besichtigungsfahrt der neuen Strede der Nord= füdbahn vom Bahnhof Gneisenaustraße, Ede Mittenwalder Straße über Bahnhof Belle- Alliance- Straße bis zum Halleschen Tor statt. An der Besichtigungsfahrt nahmen der Oberbürgermeister Mitglieder des Magistrats, der Liefbau- und Verkehrsdeputation, des Verkehrsamtes und des Aufsichtsrats der Nordsüdbahn teil. Die Besichtigung fand in einem der neuen agen statt, mit denen der Betrieb der zwei neuen Bahnhöfe am 15. April aufgenommen. werden soll. Besonders der neue Bahnhof Belle- Alliance- Straße erregte allgemeines Aufsehen durch seine wirkungsvolie architektonische Ausgestaltung. Der Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh verLehrgang für Allgemeine und Jugendwohlfahrt. Heute spricht Dananstaltet zusammen mit dem Jugendamt Brenzlauer Berg einen Lehrgang für Allgemeine und Jugendwohlfahrt. Heute spricht Danziger Straße 64 um 6% Uhr Genosse Ra chow über die sozialen Aufgaben der Schule. Humboldt Hochschule. Die Etbit der Weltreligionen behandeln in einem Surjus Dienstag, abends 8 Uhr, Dorotheenstr, 12, Pfarrer Nitbad Sta hn.( Protestantismus), Kaplan Fahse!( Statholizismus), Rabbiner Dr. Beiße( Judentum), Dr. Herbert Benzel( Buddhismus und Flam). Deutschland" in New York eingetroffen. Wie die HamburgAmerikalinie mitteilt, ist der neue Dampfer Deutschland" nach einer glänzend verlaufenen Reise bereits am Sonnabend in New York eingetroffen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 4. Kreis. Prenzlauer Berg. Dienstag abend 6%, Uhr: Wichtige furze Besprechung mit den Abteilungsleitern bei Burg, Brenzlauer Allee 189. 4. u. 5. Kreis. Dienstag, den 8. April, atends 8 Uhr: Gigung der Bildungs ausschüsse bei Gott, Anibrobe Ede Barbelebenstraße. Tagesordnung: Matteier. 21. Abt. Dienstag abend 7 Uhr: Funktionärversammlung bei Kroll, Utrechter Straße 21. Sämtliche Betriebsvertrauenslente miffen zur Sigung erscheinen. 98. Abt. Mitimo, den 9. April: Abteilungsversammlung, abends 7 Uhr, Schule Mariendorfer Weg. Genosse Stadtrat Schneider spricht über: Stunft und Proletariat". 108. Abt. Röpenid. Dienstag, abends 7 Uhr, Treffpunkte: Dammvorstadt: Boka Schulz; Röllnische Borstadt: Rajajte, Rudower Str. 21; Riegborstadt: Btigk Müggelheimer Str. 42. Gewerkschaftsbewegung Gewerkschaftswissenschaftliche Monatsschrift. Rachdem bekannt war, baß ab 1. Mai ber Genoffe Karl 3 ming un Jena eine wissenschaftliche Bet' schrift für die Gewerkschaftsbeme gung herausgeben will( siehe aud) Berwärts" Nr. 134), bemerfte Ber Borstand des ADGB. in den Bundesmittellungen der Ge mertichafts- 3eitung" folgendes: Dem Bundesvorstand des DGB. wurde in der diesjährigen Januartagung des Bundesausschusses ein Antrag Larnow über miefen, betreffend die Herausgabe einer misjenschaftlichen Monats schrift zur Schulung eines erfiflassigen Führernachwuchjes. Es liegt nabo, zwischen diefem Auftrag des Bundesvorstandes und dem Jenaer Unternehmen auf einen gemiffen 3ufammenhang zu hließen. Eine folche Annahme märe aber Döllig unzuireffend. Der Bundesvorstand steht nielmehr bem Jenaer Unternehmen völlig fern und hält es auch nicht für geeignet ,, eine Vermirtlichung Les Antrags Tarnow zu bringen. Sowohl bar Antragsteller als auch der Bundesvorstand find ter Auffaffung, daß eine solche Zeit fchrift ihr Ziel nur erreichen fann, wenn fie vom ADGB. in feiner Gejamtleitung felbft herausgegeben wird." Zu die'er Situation nimmi nun die Metallarbeiter Zeifung Steffum. Es erscheint ihr einleuchtend, baß, wenn ber Borstand des Bundes ber Träger des Unternehmens ist und die Gesamtheit ftüßt, mehr Aussicht vorhanden ist, cimas Lebensfähiges und Birtfames zu schaffen. Ueberbies faffen sich die Mitarbeiter, moran wir wahrlich teinen lieberfluß haben, zusammenbringen, und bie Befer finden ben Stoff an einer S'eller Anderfeits wollen wir freilich nicht verhalen, daß eine non xicht beamteten Genoffen gegründete und geleitete wissenschaft liche Zeitschrift gewichtige Borzüge jener voraus haben fann, die un'er der Obforge des Bundesvorstandes steht oder, anders aus gedrückt, die fich in den etwas starren Rahmen der Organisation gefügt sieht. Die Zeitschrift der nichibeamteten Genossen fann ungehemmter schaffen, braucht auf 3wischenrebe und fubalterne Bebentlichtei'en feine Rüdsicht zu nehmen; fie fann das Bestehende und Ueberlebte schärfer mustern. bas notwendig Gewordene nach ha'tiger preifen, fann einen fühnen Geistesflug magen. ohne be fürchten zu müssen, daß ihr von Instanzen, die dadurch eine Störung ihrer Streise mitlern, der Lebensedem pedrosselt wird. Freiheit im Schaffen wie in der Kritif und in der Ideenentfaltung fit eine ber obersten Borauslegungen für die Milderung und fchießliche Beseitigung der fchlimmen geistigen No, in bar wir nun feit Jahren steden " In der Herausgabe von 3 wat berartigen Zeitschriften ficht ber Rebatteur der Metallarbeiter- Beitung" fein Ung üd. Zwischen Unalid und etwaigen ständigen Unzutränlichteilen, die sich aus dem Rebeneinander ergeben, ist aber der Un'erschied nicht immer allzu groß. Deshalb haften wir eine Berständigung zwischen dem Bundesverstand und dem Berlag des angekündigten Gewerkschaftsarchios" für notwendig. Der Kreis der von diesem gewonnenen Mitarbeiter steht auch dem ADGB: nicht so aar fern, als daß aus einem Nebeneinander ameier gewerffchaftswissenschaftlicher Zeitschriften ohne weiteres Differenzen zu befürchten wären. Schließlich steht ten la Klaffe bezahlt zu werden. Da die Direttion jedes Entgegen-| wendeten Materialien oder von den erzeugten Waren ausgehen; Comunen ablehnte, traten die Arbeiter in den Streit. Die Bertzeugmacher des Kabelwertes und des Metallwertes Siemens- Konzerns stellten eine Forbes rung auf Erhöhung ihres Lohnes auf 85 Pf. 20s die Firma ablehnte, traten die Arbeiter in den Streif. Während die Arbeiter des Meetallwertes schon am nächsten Tage ihre Forderung erfüllt be. famen, lehnt die Betriebsleitung des Rabelwerfes jebes Entgegen fommen ab. Bei Schwarztopff affet in Bildau traten am Sonnabend 150 Mann ber Belegschaft mit Santiion der Drisverwal. tung des DMB. in den Streit. Die Digeftion setzte daraufhin die reftierenden 850 der Wertes auf die Straße. Bei der Firma F. F. 2 Schulze, Fehrbelliner Straße, stehen die Arbeiter und Arbeiterinnen megen abgelehnter Bohnjorde rungen feit Sonabend im Streit. Konflikt in der Kronleuchterinduftric. Den Arbeitern und Arbeiterinnen in der Kronleuchterindustrie wurde nach voraufgegangenen ergebnislojen Berhandlungen durch einen am Sonnabend gefällten Schiedsspruch eine generelle Lohn erhöhung von 15 Broz. zugesprochen. Die Löhne würden sich also in der Spike von 67 Pf.( 56 P. plus 20 Broz Zuschlag) auf 77 f. erhöhen. Eine Branchenversammlung am gleichen Lage lehnte den Spruch einstimmig ab. Heute findet nummehr eine l r abstim mung über ben Streit in der Betrieben statt. Gehaltsbewegung der Werkmeister in der Holzinduftric. Die am 4. April do: dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin zur Regelung der Märzgehä'ler und Abschluß eines Tarifvertragos und Berlängerung des alten Rahmenvertrages stattgefundenen Berhandfungen find an dem Wiberstand der Arbeitgeber gefcheitert, da diese auf dem Standpunkt sichen, baß eine Notwendigkeit zur Regelung dieser Angelegenheiten nicht vorliegt. Es wird nun vom Edlichiungsousschuß ein neuer Termin feftgefeßt. Die Kommunisten im 3.b.A. Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: mit der Ueberschrift:„ Eine neue Niederlage des 3d2.- Borstandes". Die Rcie Fahne" bringt in ihrer Sonningsausgabe eine Notiz Rible, ber als Gaft anwesend war, auf Wunsch der Bersammlung In diefer Notiz wirb u. a. berichtet, daß der ausgefch'offene Rollege das Mert bekam. Der wahre Sachverhit ist folgender: Mühle gehört zu den Personen, bie wegen ihres gemertschafts. ben find. Bor Beginn der erwähnten Funktionärver'ammlung er. zerstörenden Berhaltens aus ber Liste ber Mibg'ieder gestrichen wor flärte Mühle, baß er zur Unterzeichnung des Reverses, hält, bereit fei. Er unterzeichnete biele Erklärung und ber den Kampf gegen bie Mostauer Gewerkschaftsinternationale ent Rote Fahne" benutt oljo derjeninen als Kronzeunen. Der in einer murde daraufhin a's Gast zit der Bersammlung zugelassen. Die schriftlichen Erklärung versichert hat, die Moskauer Gewerkschaftsbat. feiner Institution crzugehren. Der Most r Gewerf cha isinternationale befämpfen zu wollen und der außerdem versichert auch die Titiateit des Bundes nicht über jeder Kritik. Allein die Noten Fahne" hat allerdings in der Funktionärversammlung, internationale angeschlossen ist. Dieser selbe Gewährsmann ber innere Gefchloffenheit der Gewerkschaften, die schon von der RBD. durchbrochen ist erfordert etnine Rüdficht. Die aftiven na dybem er eine berartige Erklärung abgegeben hat, im genau Gemertschaftsmi'a ieber, für die doch eine folde Beitschrift in erster entgegengefekten Sinne gefprofen. Wenn sich die Rete Linie bestimmt ist, müßten bei Erfcheinen zweier wissenschaftlichen Fahne" immer auf Perfonen, die berarkig gradlinig" ihre Politik berfolgen, beruft, dann wird felbft die größte Demagogie nichts Organe beide bezahlen, was fie im Hinblick auf alle möglichen nügen. Unwahr ist es, daß erst auf Berlangen ser BerSonstigen Verpflichtungen nicht ohne weiteres fönnen. Hinzu kommt, daß die neue wiffenfchaft iche Monats chrift der Partei„ Die Gesammlung Mühle bas Bort teftam. Der anwesende Vorsitzende feltschaft", den Gewertschaftsfragen ebenfalls einen ziemlichen der Orisgruppe Groß- Berlin erflärte von vornherein, daß er gar Raum läßt und schon deshalb auch von den Gewerkschaftsgenossen feine Bebenten tagegen habe, daß Mühle als Geft das Wort ergreift. nicht unbeachtet bleiben tann. Zum Studium wissenschaftlicher Beite Die„ Rote Fahne" behauptet, daß mehrere Personen, die sich fabriken neben der Lettüre der Tagespreffe und Tagesliteratur gehört als Sozialdemokraten ausgaben, die Erklärung abgegeben aber auch Beit. bie gerade ben tätinen Genrifen nicht unbeldbrönti hätten, den Revers nidt zu unterschreiben. Biel intereffanter dürfte zur Berfügung steht in Buviel auf dem Gebiete der Gemertschafts. bie Tatsache feit, daß vor allen Dingen biejenigen Berfonen, die sich willerſchaft an Sei ſchriften mit einem Male märe der Sache wenig kommunisten barstellen. Sur Stärung bes ganzen fei noch gejagt, cls pois un organisiert beiden, die Hilfstruppe für die is potisch unorganisiert beiden, die Hilfstruppe für die dienlich. Es führte mehr zum Durcheinander anstatt zur Klarheit. Deshalb halten wir es wie gefagt für besser, menn zwischen bem daß die Versammlung non no, nicht einem Biertet aller Funktionäre ber Gettion beucht war. Die fommunistische Frattion war ge. nenen Perlan und dem TGB. eine erständinung über be heraus fchloffen erschienen. Daß sie tein Interesse an den Gewert gabe einer gewertschaftswissenschaftlichen Zeitschrift erfolgt. fattsfragen hatten, ging fchon daraus hervor, baß ein Zelf dieser Kamper" den Bersammlungsraum verließ, als zu Puntt 2 ber Tagesordnung über die Tarifverhandlungen Bericht erstattet tourde. Im übrigen empfeh'en wir der„ Roten Fahne", sich immer folche Gewährsleute mie Herrn Mühle 3 fuchen. Gegenwärtig ist er titglied her fommunistischen Bertei. In Unterhaltungen äußerte ( Snippeftunge), des andere Met, toß ibm hes Broaromm der neu gegründeten republikanischen Partei gut erideint. Wenn das die Größen der neu zu gründenden oppoftionellen Gewerkschaften" find, dann fann man ja auf allerlei gefaßt sein. Zächerlichkeit tötet nicht. Bei den kommuniften. Wir haben die Räubergeschichte der Roten Fahne", daß der Bundesvorstand des DGB. ben 1. Mtal befeitigen wolle, entsprechender manchmal, daß ihm das Brogramm der Deutschsozialen Partei ploffiert. Macbem nun der gemeinsame Aufruf bes ADGB. und bes Af Bundes zur perftärften Maifeier aufruft, fonnte man gespannt fain, mie fich bis Rote Fahme" aus der Affäre ziehen würde. Sehr einfach. Ele crtlärt bummbreift. daß der Aufruf, der überall zur Arbeitsruhe auffordert, die Breisgabe des 1. Mai ber beutet! in betanntes franzöfifches Wort fagt, daß Lächerlichkeit tötet. Bei den Kommunisten ist das offenbar anders. Das führt bort zu den höchsten Ehren. " In dem Kommentar, mit bem das Blatt Sinowiems ben Aufruf begleitet, wird mit besonderer Entrüstung gesagt, baß der Bujah. am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen, wo es ohne ernste Schädigung der Arbeitnehmerschaft möglich ist", ben offenen Berrat" bes DGB. flarege. Die jungen Leute, die im Auftrage Sinowjews fogenannte Gewertschaftspofitif in ber Roten Fahne" zu machen haben, brauchen nicht zu wiffen, daß diese Einschräntung in allen Aufrufen feit 35 Jahren gemacht worden ist. " Die Lohnkämpfe in der Metallindustrie. Die Dreher der Deutschen Werte, Wert Spandau, stellten die Forderung, als qualifizierte Arbeiter nach der sogenann Verkäufe Wir betonen zum Schluß, daß Hauptnorstand und Ortsverwal tung des Zentralverbandes der Angestellten gerablinig ihren Beg gegen bie Gewerkschaftszerstörer gehen werden, und daß sie hierin Don der Mehrzahl aller Seffionen und Funktionäre im Gegen'az zu den Lügen ter Roten Fahne" tatkräftig unterstügt werden. So hat sich vor einigen Tagen eine Mitgliederversammlung des Tertugrokhandels, eine der größten Fachgruppe, geschlossen hinter die ergriffenen Maßnahmen gestellt. Statistikschema der Berufe und Industrien. Domgemäß fann die Schuhfabrikation als ein Zweig der Lederinduftrie wie auch als ein 3mcig der Bekleidungsindustrie aufgefaßt werben. In dem erwähnten Bericht wird über die derzeit in den verschiedenen Bändern bestehenden Systeme ber Gliederung der Wirtschaft für statistische Zwede Auskunft gegeben. In der Unter scheidung großer Wirtschaftsgruppen bestehen verhältnismäßig wenig Abweichungen, um fo größer aber find biele in bezug auf die Einteliung der Erzeugungsgewerbe; es tit erforderlich, daß eine gewiffe Bereinheitlichung stattfindet, um internationale Bergleiche burchführbar zu machen. Der Schiedsspruch in der Seeschiffahrt. Die Berhandlungen des Zentralvereins deutscher Reeder mit dem fcemännischen Berufsverband, die am Freitag ppr einem Dom Reichsarbeitsministerium bestellten Schlichter in Hamburg begonnen haben, haben am Sonntag thren Abschluß gefunden. Nach Einigung Der Bartelen füllte der Schlichter mit den Stimmen der feemännischen Berufsverbände und der Barireier des Sentralpereins deutscher Recer einen Schiebsspruch, her folgende Heuern vorsicht: Für Vollmatrofen in großer Fahrt jowie in Nord und Ofteefahrt 75 ml., für Heizer in denselben Fahrten 85 Mt. Die Dffiziersgebälter der großen Fahrten bewegen sich beim Deck zwischen 240 und 110 Mr., bei der Maschine zwischen 350 und 140 m., in ber Nord unb Oftfeefahrt beim Ded zwischen 180 und 110 mt., bei der Maschine zwischen 230 und 135 Mt. Der Ueberstundenfag für Bollgrabe ist auf 0,50 mt. Fejbefeht. Die Säge des Heuertarifs haben ab 1. April Gültigkeit. Offiziere und Mannschaften, die am 8. April noch int Dienste einer Reederei stehen, haben Anspruch auf die durch den Schiebsspruch festgelegten Heuern rüdmirfend ab 1. März, soweit bia betreffenden Berbände bis zum 8. April 1924 mittags ben Spruch angenommen haben. Die Bollversammlung der freigemerschaftlich organisierten Seeleute, bie gestern mittag abgehalten wurde, ftimmte biefem Schiedsspruch zu Ablehnung des Schiedsipruchs im Buchbcudergewerbe auch in Leipziger Buchdrudereibetriebe hat im Einvernehmen mit den Beleg schaften dem Dom Reichsarbeitsministerium gefällten Schiedsspruch nicht zugestimmt. Sie nahm mit Genugtuung Kenntnis von der Ab lehnung des Schiedsspruchs durch den Zentralvorstand. Es wurde Das Lohnstreites abzulehnen und die Forderung von 35 Marf beschlossen. Mehrstundenleistung und Ueberstunden bis zur Erledigung Wochenlohn aufrechtzuerhalten. Sport. Rennen zu Strausberg am Sonntag, den 7. April. 1. ennen. 1. Sonnenschein Quate), 2. Duelfennomphe( Effer), 3. Jduna( Miela). Toto: 24:10. Plas: 14, 14:10. 4- Beile, Feri ez lief: Alterrose. 2. Rennen. 1. Faun( A. Lüneburg), 2. Dro( B. Streit). Toto: 15: 10. 6- Beile. Ferner lief: Hella. 3. Stennen. 1. Glarbas Baron( Ebert), 2. Fefcher Teufel( H. Schmidt), 3. Aftra( Torte). Toto: 17:10. Pla: 11, 12: 10. 1-2-2 Lg. Ferner liefen: Bartet, Ed. 4. enne 1. 1. Lilienstein( Bröschel), 2. Turfball( Mesa). Toto: Zolo: 14:10. Buch: 13:10. 3- Weile. Ferner lief: Lanbemar. 13: 40. Bla: 11, 11: 10.-10 2g. Ferner liefen: Blauschwarz, La. 5. Rennen. 1. Puppenfee( B. Lewidi), 2. Cifterne( Lüneburg). 6. Rennen. 1. Donnerwetter( 2über), 2. Gebeimbund( St. Chler), 8. Atalanta( Sardel). Zoto: 19:10. Blas: 11, 11: 10. 3- Beile, 7. Rennen. 1. Herbststurm( Quabe). 2. Balhire( Staljer), 3. 8pirn ( Sths). Foto: 52:10. Blay: 19, 55, 87: 10. 1-2 Längen. Ferner liesen: Wind, Laugenichts, Ananas und Modepuppe. Der große Frühlingspreis in Treptow. Miquel ehrt die gefallenen deutschen Rennfahrer... Das herrliche Frühlingswetter perfchaffte ber fleinen Bahn in Treptom einen Maffenbesuch, der ein gut zufammengeftelltes Bro brachte leider nicht bas, mas man erwartet hatte. phi gah es gramm enigegennehment follte. Der Große Frühlingspreis einige intereffante Momente, die aber dieses Rennen nicht mertlich herporhoben. Wegmann führte por Rruptat, Miquel und Lewanow. Der Schweizer hat balb motorfgaben und muß fo feinen Blah an Rruptat abgeben. Trp wiederholter Angriffe Miquels auf Aruptat, mußte dieser anfangs bie Spige zu halten. Die gute Arbeit feines Schrittmachers Meichner foll hierbei be fonders betont werben. Jedoch balb schlägt ruptats Stunde. In ber 77. Runde geht Miquel unter startem Beifall des Bublifums an Kruptat corbei. Im scharfen Tempo mill der Franzose Sema now überrrunden, boch perteibigt Emil" feinen Blag in glänzender Form. Erst als er von der Rolle gerät, wird er überholt. Kruptat erleidet ebenfalls Reifenschaden. Miquels Gegner hatten ausgespielt. Struptat war 10. Lemanom 23 und der Schweizer 40 Runden zurüd Im 20- Kilometer Dauerrennen führte Aruptat bis zum Schluß. Miquel, der alles daran feßte, den Führenden zuz schlagen, veraeudet aussichtstos feine Straft. Dit 10 Meter Borfprung ging& r upfat als Sieger por Miquel durchs Ziel Swei Meter hinter folgte Lewanow. Miquel erhielt einen vom Motorrennfahrer Schirmer( Deutschlandfahrt) geftifteten& ran& ben er unter Beifallsrufen bes Bublitums am Dentma! bergefallenen beutschen Rennfahrer zieberlegte. Resultate. roger Frühingspreis, 50 stilometer hinter Mo. toren: 1. Riquel 43 Min. 45.1 Set, 2. Strublat 8060 meter,&. Lemansr 7110 Meter, 4. Beginann 11360 Meter gurid 20 kilometer. Dauerrennen: 1. rupiat 18 in. 05,9 Set., 2. Miquel 10 Meter, 3. Lewanom 12 Meter, 4. Wegman 580 Meter zurüd Malfabren über 900 Meter: 1 Senjen, 2. Sawab, 8. ausler, 4. Maler. Borgabefahren über 1500 Meter. 3 Vorläufe und 1 Enblauf. Endlauf: 1. Bingelberg, 2. Gubler, 3. Schwab, 4. Sulz. Endlauf: 1. Smibt. 2. Dobe, 3. Renias, 4. Beber. Ento adigungsfahren über 1500 meter. Borläufe, 1 Enblauf. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter; Bitfoaf: Gaternus; Gemertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Gilswsti: Lofales Berlag: Borwärts- Berlag. m. b... Berlin. Deud: Borwärts- Bucbruderet und Sonstiges: Friz Karstadt; Unzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin und Berlaasunftalt Boul Ginger u. Co.. Berlin S. 68. Lindenstraße 3. Sophienstraße 18 * Sophien- Sale Sale frei Nrd. 9296 NERVOSE Gemüts- u. Sexualleiden Dr. med. ROECKERATH Sprechzeit 3-4 Das Internationale Arbeitsamt hat einen Bericht über die einheitliche Gruppierung der Berufe und Industrien veröffentlicht, Daß eine Arbeitsruhe am 1. Mai 2. B. im Eisenbahnbetrieb, in her ursprünglich für die Konferenz der Arbeitsstatistitor verfaßt Krantenhäusern usp. zu einer ernsten Schädigung der Arbeitnehmer worden mar, bie im vorigen Herbst in Genf tagie. Eine derartige schaft führen müßte, scheinen die Gewerkschaftsrebatteure ber Roten Gruppierung bilbet bie Grundlage der ganzen Arbeitsstatistik, da Fahne" nicht zu missen. Oder steht in Sowjetrußland am 1. Mai die ohne fie Sie internationale Bergleichbarkeit von Angaben über Gisenbahn stuf und werben bert am 1. tai bie Kranten nicht ge- Söhne, Beistung, Arbeitslosigkeit usw. nicht möglich ist. Als Grund. pflegt? Aber bie Entrüftung der Roten Fahne" ist durchaus ver lage der Einteilung der wirtschaftstätigen Personen tann der Beruf ftanblich. Leute, bie berufsmäßig die Schädigung der Arbeitnehmers tes einzelnen oder der Betrieb, in dem die Berson beschäftigt ist, fchaft zu betreiben haben, tönnen es natürlich nicht verstehen, wie gelten. Gin 3immerer 3. B. tann im Häuferbau oder Schiffbau man irgendwelche Rüdsicht auf die Intereffen der Arbeitnehmerschaft beschäftigt sein; er fann als Zimmerer tlaffifiziert werden, ebenso nehmen fann. So etwas fönnen natürlich nur Amsterdamer Beraber auch als Bauarbeider oder Schiffbauarbeiter. Die Einteilung räter", aber feine maschechten Kommunisten tun. nach Berufen geht mehr ins eingelmo als bie nach Industrien, Sodh ist die legtere vom Standpunti der Arbeitsstatistik wichtiger, da im modernen Wirtschaftssystem die Arbeiter in Betrieben gruppiert find nb nicht, wie in früheren Seiten, ihre Berufe felbständig ausüben. Die klassifizierung der wirtschaftlichen Betriebe wird je nach dem erstrebten Zwed verschieden sein. Sie tann von den ver Berlin C19, Grünstra e 20. Leihhaus Brunnenstraße 5, Stofene Beihhaus Spiegel, Chauffeeftr. 7, ver- Melfingbetten, Doppelbetten, Metal Spottbillige Stühle, henstühle 2.50, thaler Soz, betannt butch erftfiafiige fauft erftzlaffige Anzüge und Unter Don betten mit Auflage 29.50 Rinderbetien bittene Rohrstühle 6.50, sidene Stile Bazen in prima Selbstverarbeitung. 23.-, Taillenmantel 35.-, filchfe aller mit Auflage 23.-. Chaifelongues 12.1750. Bichert, Clafferstraße 20. 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