HbtnöavÄgabe Kr. 16$ ♦ 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. �4 e«t«s!>AtegttBgai an»«-j-I�apr-q, Gad i» bn Satstsameotit-»«><,«d« ÄaOatnoa: SS>. M, CiDSeaHxfl�f« 9 Semfpr*(2)*t: Viahost 292— ,'»8 SaU.tUcefleSojUUXraaftal BnO« Sevlinev Volksblstt 5 Golöpfennig 50 Mlliarüen Dienstag $. fipril 1924 Battag an« anjetgenabtniBno Sef(bSft*i«ll 6—6 Ulli Verleger: vorisSrl». Verlag Smby verlin SA> 66, Clnttenflrob»» ?ernwre«i,er vönhost 2900.2501 Zentralorgati der Vereinigten 8ozialdemokratifdien Partei Deutfchlands Der �vorwärts� ein tanöesverräter! Großer Unfug oder deutsche Gerechtigkeit? Ministerium stattgesunden haben, erklärte der Reichsverkehrs' minister, daß er nochmals den Versuch machen werde, das Kabinett zur Annahme der getroffenen Lohnvereinbarung zu bewegen. Die Kabinettssitzung. in der die Entscheidung fällt. findet heute mittag statt. Wie uns kurz vor Redaktionsschluß mitgeteilt wird, hat das Reichskabinelt dem Antrag des Reichsverkehr sministers stattgegeben und der Lohnverein- barung vom Freitag zugestimmt. Jedoch g«h«n die VerHand- hingen über den Mantelturif noch weiter. die Abstimmung in Hannover. Der»Reichsanzeiger" veröffentlichte dieser Tag« ein« Berord- nung des Reicheminister» des Innern über di« Dorabstimmung in Hannover. Aus den von den Vertrauensmännern der Deutsch- Hannov«rlch«n Land«spartki eingereichten Antrag wird folgend«, zu? Abstimmung zu stellend« Frag« zur Borabstimmung in der prrußi schen Provinz mit Ausnahme de» Regierungsbezirk» Aurich zu gelassen: »Soll die Provinz Hannover mit Ausnahm« de» Regierung». bezirk» Aurich au» Pr«ub«n ausichsidsn. um ein selbständige» Land zu bilden?" Die Bcrabstimmung findet am 18. Mai statt: durch sie wird fest» gestellt, od«in Drittel d« wahlberechtigten Einwohne? die Ab- stimmung über die zuge'assen« Frag« verlangt. Zum Abstimmung»- l«it»r ist der Präsident d«» Landesfinanzamt», w Hanno»« bestellt. die Krise in Württemberg. Rechtsschwenkung des Zeutrums. Die württembergisch« Regierung ist. wie berests mstge- teilt, infvige der Ablehnung ihrer Staatsvereinfachungspläne durch den Landtag, zurückgetreten. Unser Stuttgarter Korre» spondent schreibt uns über di« dadurch entstandene Lag« noch ielgendss: Der Kampf um die württembergi�che Staatsvereinfachung ist all. Es handelt sich dabei in erster Linie um die Verrin- gerung der Zahl der Oberämter, die, seit mehr als 100 Jahren in die heutige Zahl und Form eingeteilt, einen riesenhaften, kostspieligen und unnötigen Apparat darstellt. Schon 1911 hc-tte die königliche Regierung Weizsäcker- Fleischhauer einen Plan vorgelegt, nach dem die 0 3 Ober- ämter um 20 vermindert werden sollten. Auf Grund des Ermächtigungsgesetzes hatte dann die republikanische Minder- hellsregierung Hieoer-Volz glücklich den Mut aufgebracht, eine Verminderung der Oberämter um 12 anzuregen. Selbst dieses bescheidene Projekt wurde nicht Wirklichkeit. Die skrupellose Agitation der Rechtsparteien sab in dem KampfumKan- tönliinteressen einen günstigen Wahlspeck, und das Zentrum stimmte erst leise, dann immer lauter in den Chor dieser Saboteure aus Parteisgoismus ein, weil es sich in seinem ländlichen Besitzstand durch den Bauernbund bedroht sah und sich nicht auch noch hier den Rang ablausen lassen wollte. In der Miiiderheitsregierung. in der neben einem Be- amten, der provisorisch. dzs Arbeitsminister um verwaltet. zwei Demokraten und zwei Zentrumsleute saßen, setzte sich di« Fovze/sisnspolitik des Z e n t r u m s durch. das sich innerhalb der würstsmbergischen Regierung bisher stets als der stärkere Teil erwiesen Hai. Da'edoch über- baupt etwas geschehen � mußte, ordnete die württembergffche Regierung auf. dem Verordnungswege. die Aufhebung von? Oberamtsbez i.r£ e n und des Landgerichts Hall an. Man sah bei der Regierung wohl ein, daß eine derart jammervoll ungenügende Maßnahme weder den Sozialdem?- kraten genügen, noÄ die nach Agit�ionsstoff lüsterne Recht? bsfriedrcen werde. Man glaubte aber mit der Verordnung den Boden gestinden zu haben, von dem aus die Regierung ihren vor 14 Tagen durch den Staatspräsidenten feierlich vor- kündeten Beschluß, wonach sie zurücktreten werde, wenn der Landtag die Auflösungsverordnung ablehn«, durchführen könne. In der Hoffnung auf die Wirksamkeit dieser Drohung mußte sich nun die Regierung getäu'cht sehen. Der deutsch- nationale Bauernbund, der sonst nicht genug über den kost- spieligen Apparat von„vollgeiresienen Beamten" wettern konnte, und d:e ebenso deutschnatiorale Bürgerpcrtei, die stets als Prediger der Sparsamkeit glänze, sehten sich an die Sp'tze eines raffiniert inszenierten Entrüstungsrummels derInteressenten. Im Landtag und im Jnnenminfte- rium gab eine Deputation der bedrohten Oberämter der anderen die Tür in die Hand. Am letzten Mittwoch wurde dann in einer großen Demonitrat-onsveriammtung im Stntt- garter Bürgerm'ffeum unter dem Jubel der Jntsresienten die deut'chnationale Parole in alle Welt binausgeschrien. Der Der- such, die Szene des Landtages zum Tribunal deutschnationaler Demagoge m machen, mißlang allerdings gründlich. Der Ruhm der Bürgerpariei und des Bauernbundes aber ließ das Zentrum nickt schlafen. Am Mittwoch, den 2. April, überraschte der Präsident den Lendtag mit der Mst- teilung, daß das Zentrum durch einen Jmtiaffveesetzentwvrf d«n Termin des Inkrafttretens der Verordnung auf den 15. Juni hinausschieben will. Es würde also erst der nächste Landtag in den ersten vier Wochen seiner Tätigkeit vor die Frage gestellt werden, ob er es bei der Auchebung der 7 Ober- ämter belassen oder den Beschluß der heutigen Regierung zunichte machen will. Dieser Vaestoß bedeutet einen bewußten Sa botage- akt des Zentrums, da man in seinen Krei'en auf das dringlichste hofft, die nächste Regier"ng zusammen mit der Rechten bilden zu können. Schon di« Wahlen von 1920 hatten ein Ergebnis ge-eitigt, das dem Zentrum ermöglichte, je nach Bedarf mst der Rechten oder mit der Linken eine Mehrheit zu bilden. Das württemberaifche Zentrum hatte sich durch seine immer stärker bemerkbar machende Rechtsentwick- l u n g in völlige Abhängigkeit von der deutschnationalen Agi- totwnsphraseologie begeben und es darum mehr als ein- m a l an der notwendigen staatsvolitischen Zuver- l ä s s i g k e i t fehlen lassen. Jedenfalls hat es sich in den letzten Jahren durch se'nen Charakter als Regierungspartei niemals di« Händ« für agitationstaktische Schiebungen binden lassen. Das zeigte sich bei dem Zentrumsantrag vom Mittwoch. Die agitatorischen Wahlrücküchten verleiteten die Zentrums- partei. nicht nur dem zuständigen Zentrumsminister Bolz, sondern auch der ganzen Regierung rücksichtslos einen Schlag in» Gesicht zu versetzen Die Demokraten als andere Regie- rungspartci antworteten darauf mit der Drobung. daß für den Fall der Annahme des Zentrumsantrages die demokratischen Minister zurücktreten werden. Mit 43 gegen 42 Sstmmen bei 2 Enthaltungen blieb der Zentrumsanirog in der Minderheit. Dieses Resultat war nur möglich durch dieHaltung der Deutschen Volkspartei, von deren 4 Vertretern «lnerabwesend war. zwei fichderStimmeent- hi«lt«n und einer dem Zentnnnsantrag zustimmte! Man hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Rechtsparteien wiesen gefchäftsordnungsmäßig darauf hin, daß es sich hier nicht um einen Antrag, sondern um einen Ge- sesientwurs handle. Am Sonnabend fand dementsprechend die Zweite und dritte Lesung statt. Das Zentrum hat bewußt zur Katastrophe getrieben. Es hatte alle abwesenden Mitglieder herantelegraphiert und mit Hilfe der Rechten eine Mehrheit non 51 gegen 39 Stimmen für seinen Antrag bekommen. Die Kommunisten, die am Mittwoch mit an der Rettung der Regierung beteiligt waren, hatten den Saal verlassen, und die Deutsche Volkspartei war, ihrer alten nationallibe- r a l e n Tradition folgend, im letzten Augenblick nach rechts umgefallen! Daraufhin erklärte der Skaatspräsideut Hieber für sich und den Finanzminister Sckiall den Rücktritt. Unter Hinweis auf diese Erklärung traten dann auch die Zentrumsminister Volz und Beyerle zurück. Auf diese Weise hat Württemberg vier Wochen vor den Landtagswahlen eine R e- gierungskrise bekommen. Die Schnelligkeit, mit der die bürgerliche Demokratie mit .der Drohung und mit dem tatsächlichen Rücktritt bei der Hand war, läßt darauf schließen, daß sie durch diesen taktischen Zug eine Verbesserung ihrer Wahlaussichten zu erreichen hofft. Dos ist allerdings eine eitle Hoffnung, denn die Demokraten haben vier lange Jahre hindurch sich unter das Joch des Zentrums gebeugt und können die Politik dieser Zeitspanne nicht durch . ein taktisches Manöver vergessen machen. Das Zentrum hat nun die Lahn frei für die von vielen Zentrumsmännern ersehnte Regierungsbildung mit den Deutschnationalen. Ob diese Regierung aber noch kurz vor Toresschluß zustande kommt, erscheint fraglich. Es ist leicht möglich, daß man sich bis nach den Wahlen mit dem Provisorium eines Gcschäftsministeriums behelfen will. Die endgültige Antwort darauf gibt wahrscheinlich die Land- tagssitzung, die auf heute vormittag 11 Uhr angesetzt ist mit dem Thema:„Wahl eines Staatspräsidenten". Die bayrischen Wahlen. Vorläufiges Endergebnis. München, S. April.(BS.) heule oormifi'ag um 11 Uhr 30 Minuten lag folgendes amtliches Ergebnis über die tandiogswahlen im rechtsrheinischen Bayern vor: Bayerische Bolkepartei....... gl»5S7 Bölk. Block........... 431862 Sozialdemokratie...... 413862 Bauerubund.......... 207 422 Kommunisten.......... 203 017 Bereinigte Nationale Rechte..... 197 50D Dtsch. Block(Demokr.)...... 73 818 Naliona'liberale Landespartei.... 29 41ö Christlich-Soziale Partei...... 22 929 Bcamtengruppe Äratosicl...... 19 460 Dtsch. Bolksparlel......... 5 635 Beamtsnpartei.......... 4 504 USB-............ 2 393 Ilnterfränk. Gewerbevorschlag.... 11022 „ Heimattreue üoburger....... 7 833 »Iii; Mieterliste........... 389 Republik. Partei......... 265 idi>i& Der B olksen lscheid halte folgendes Ergebnis(es stehen nur noch wenige Bezirke aus): Für den Entscheid stimmten 1 224 017. dagegen 1 263 892. Die genaue Berleilnng der Mandate wird sich zunächst noch nicht aufstellen lassen, da die Mahlen am 4. Mai in der Pfalz nicht un wesentliche Beränderungen bringen können. Die Bölkischen werden von diesen Wahlen allerdings keinen Bortest haben, da sie in der Pfalz nicht kandidieren. Dagegen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Bayr. Bolkspartei. die Sozial- demokrolen und die Deutsche Bolkspartei aus einen Mandatszuwachs in der Pfalz rechnen können. Räch den jetzt vorliegenden Zahlen mürde sich für die e i n st w e i l i g e M a n d a t v e r t e i l u n g folgendes Bild ergeben: Bayr. Bolkspartei 35. Bölk. Block 20, Sozial- Moderne Plastik. Von John Schikowski. Die Direktion der Nationalgalerie hat den sehr dankenswerten Versuch unternommen, in einer Ausstellung des Kronprinzen- Palais«inen Uekxrblick über das Schaffen Rudolf Bellings Zu geben, eines modernen Plasttkers. der nichr nur zu den aller- ersten schöpferischen Genie- unserer Zelt gehört, sondern in seinem Entwicklungsgange zugleich den Weg kennzeichne!, den die moderne Plastik gegangen ist, als sie sich aus dem Namralismus zu dem freieren Geiste und der reineren Formsprache einer neuen Aus- druckskunst durchrang. Der menschliche Körper hat als Schöpfung der Natur seine eigene Schönheit. � Der Anblick seiner Formen kann im Künstler Empfindungen erwecken, denen er durch ein plastisches Kunstwerk Ausdruck verleiht. Damit dies« Empfindungen aber zur reinen, restlosen Gestaltung kommen, ist es nötig, daß die Formen des natür- lichen Körpers in dieser oder jener Weise umgewandelt werden. Es � geschiebt das nicht nur durch die genau abgewogen«, dem künstleri- scheu Zwecke dienende Stellung des Modells, sondern auch durch das betonende Hervorheben von bestimmten Einzelheiten, denen gegenüber andere in ihrer Wirkung zurücktreten müsien, durch die 'Wahl des Materials und desien technische Bchandlmig. Durch das Bestreben, einem gefühlsmäßigen inneren Leben mittelst der Form Ausdruck zu geben, wird das Naiurbild bereits mehr oder weniger verändert. Da der Ausdruck aber zum Kunstwerk sich gestalten soll, so ist außerdem ein folgerichtig durchgeführter rhythmischer Ausbau des Ganzen von nöten. Der menschliche Körper baut sich nach seinen eigenen organischen Gesetzen aus, das Kunstwert aber folg! anderen Gesetzen, und zwar umerliegt jedes einzeln« Kunstwerk seiner beionderen, aus seinem Geiste notioendig erwachsenden Norm. Der Anatom vermag aus«inein einzigen kleinen Knochen die ganze Gcstal! des Tieres zu konstruieren, weil er die organi- schen Gesetze kennt, nach denen die Natur bei ihrem Aufbau ver- fährt. Der Plastiker, der einen einzigen kleinen Teil seines Werkes gebildet hat. Hai damit ebenfalls bereits die entscheidende Farm für das ganze Werk geschaffen. Denn aus der Größe. Gestalt. Lage usw diese- Tet's ergibt sich nach dem ihm innewohnenden rhythmischen Gesetz die Größe. Gestalt und Lage aller übrigen Teile mit zwingen- der Notwendigkeu. Dieser Nottuendigkeit müsse» sich die Formen. die das Naturbild bietet, unbedingl iügen, wenn ein Kunstwerk entstehen soll. Anatomisch« Korrektheit darf daher von keiner plasti- schen Gestaltung eines menschlichem Körpers verlangt wer»en, und alle großen Plastiker sind von dieser Korrektheit ohne Bedenken abgewichen, sobald künstlerische Zwecke eine solche Abweichung ver- langten. Der Grad der Abweichung, das Maß, in dem das Naturbild zugunsten des reinen rhythmischen Formenaufbaus umgestaltet ws Renten- markkredite von der Wirtschaft bis auf einen Trinen Rest in An- spnich genommen sind und daß eine eigentliche Ruckzahlung dieser Kredit« bis auf weiteres kaum möglich, ist, so daß mit forigesetzten Prolongationen gerechnet werden muß. Der heute veröffentlichte Reichsbankausweis vom Quartals- ultimo bietet sa auch bereits«in außerordentlich trübes L:!d des allgemeinen Geld- und Kreditverkehrs. Wesentlich trug zur Ber- l�chterung der Stimmung die Veröffentlichung des Pariser --Mölln" über den Inhalt des Sachverständigenberichtes bei. -er sranzöslsche Frank liegt unverändert. Im Tausch- verkehr wurde heut« das«nglische Pfund mit 74,45 Frank bezahlt. Im offiziellen Devisenverkehr ist di« Lage unverändert. Am Ke amarkt macht die Versteifung rasche Fortschritte. Tägliches Geld nt fium noch zu bekommen; man nannte heute einen Satz von *s P10 �c9. Monatskredite werden anscheinend überhaupt dicht mehr abgeschlossen. Das Zeftfignal. Der Berliner Rundsunksender gibt jeden Tag von 12.55 bis 1 Uhr nachmittags das Zeitzeichen von Nauen wieder. Es besteht aus einer Reche sinnvoll geordneter Morse-Zeichen, die dem Kenner ermöglichen, sein« Uhr nicht nur täglich fast absolut genau zu stellen, sondern auch durch sorgsames Vergleichen den Gang seines Zeitmesiers so zu regulieren, daß er„richtig", also weder erheblich vor noch nachgehl. Die Großstation Nauen gibt das Zeitzeichen zweimal täglich. Einmal eine Stunde nach Mittag und dann wieder«in« Stunde nach Mitternacht. Beide Mal« setzen um 12.55 die ersten Bor- signal« ein. In der Minute von 12.55 bis 12.56 wird 20mal der Buchstabe v,...__ gefunkt. Dann folgt eine Pause von etwa 15 Sekunden, auf die dann das Anrnszeichen____, das Kennwort der Station Nauen F O Z.--.-----.. und die Bucbstaben Ml G Z, d. h. Mittlere G««NWlcher(sprich Grienitscher) ¥«0191* 2*' -*1' •fl 5» Zeit----.--.. durchgegeben wird. Nach einer kleinen Pause bis zum Ende dieser Minuten setzt Pimkt 12.57 das Senden des Buchstaben x.—..—«in, der 50 Sekunden lang ertöm. Drei Striche--- beenden diese Minute, nach Verhallen des letzten Striches ist es genau 12.58. Von 12.58 ob wird 5mal das Zeichen n,_. gegeben, und zwar so, daß der Punkt genau am Schlüsse jeder 10. Sekunde ertönt. Das fünfte a beschließt also die 50. Sekunde. Es folgen wieder di« drei Schlußstriche, deren letzter diesmal anzeigt, daß es genau 12.59 ist. Nun folgt wieder in Abständen von je 10 Sekunden 5mol das Zeichen g,___ dessen Punkt ebenfalls jedesmal die 10. Sekunde beschließt. Endlich tönen wieder drei Striche, deren letzter genau um 1 Uhr verhallt. Zur Bestälrgung der Richtigkeit der Zeitmeldung folgt sofort dos international« Schlußzeichen Punkt, Strich, Punkt, Strich, Punkt. Ein« Minute noch 1 pflegt dann der Sprecher des Berliner Rund- funksenders noch besonders anzusagen. Einen wirtlichen Nützen wird man jedoch nur haben, wenn man di« Zsichenfolg« des Zeit- signals zu deuten und danach zu handeln weiß. Das Zeitfignal von Nauen wird von. der Hamburger See- warte belötigt, die durch eine befondeve Kabelleitung um 12 Uhr 56 Minuten 55 Sekunden, also 5 Sekunden vor dem Beginn der Borssgnal« einen Stromstoß nach Nauen gibt, und 5 Sekunden später setzt sich dann das Zeitpendel in Nauen in Bewegung und gibt automatisch die geschilderten Zeichen. Die Abgabe der Zeit- signal« wird außerdem vom geodätischen Institut in Potsdam und dem Marineobservatorium in Wilhelmshaven beobachtet, die rcgel- mäßig durch Telegramme der Seewarte in Hamburg das Ergebnis ihrer Beobachtungen mitteilen. Die Abweichungen von der absolut richtigen Zeit sollen nicht größer als'/,« Sekunde sein. Die£rche mit öem Slumenstrauß. Mutmaßlicher Frauenmord im Südwesteu Berlins. Ein Kapitalverbrechen liegt, wie die Polizei annimmt, einem Leichenfund zugrunde, den am Freitag voriger Woche Schutz» polizeibeamte des 31. Reviers gegen 4 Uhr morgens in der Aloenslebenstraße machten. Man glaubte zunächst an einen Unfall, die Obduktion ergab jedoch ein anderes Bild. Auf einem Rundgang sahen, di« Beamten in der Hauslürnische des Grundstücks Alvenslcbenstr. 23 ein Mädchen auf dem Rücken daliegen. Der Körper war noch warm und die Beamten glaubten noch Lebeuszeiehen in ihm zu erkennen. Sie brachten dcsfalb di« Bewußtlose sofort mit einem Automobil nach dem nahegelegenen Elisab-th-Krankenhaus«. Hier konnte der dienst- tuende Arzt aber nur noch den Tod fe st st eklen. Sein« Ursache war durch di« Besichtigung der Leiche allein nicht zu erkennen. Spuren äußerer Gewalt waren zunächst nicht zu sehe». Die Tote wurde �festgestellt als eine am 4. April 1900 geborene Händlerin Rosa S ch a k y s. di« früher im Norden Berlins wohnt«, sich seit einigen Monaten aber unangemeldet in der Schwerin st raße aufhielt. Beim Aufsinden hatte sie einen Blumenstrauß in der Hand. Die Leiche wurde bsscblognahmt und zur Fest- stellung der Todesursache noch dem Schauhause gebracht. Di« O b- d u t t i 0 n, die Eerichtsarzt Professor Dr. Strauch gestern nach- mitiag vornahm, hatte das überraschende Ergebnis, daß die junge Händlerin erdrosselt worden ist. Nach Spuren am Gesicht scheint es, daß die Händlerin zunächst mit dem Gesicht auf der Siraße gelegen bot und ein Stück Weges geschleift worden ist. nach- dem ibr ein« Schlinge um den Hals geworfen worden war.— Rosa Schal ys handelte in den Lokalen des Westens mit Zigaretten und war dort ziemlich bekannt. Sie soll auch Kokain vertrie- den haben. Nach dem Ergebnis der Nachforschungen, di« die Mordkommission mit ihren Beamten die Nacht hindurch betrieb, ist d'e Händlerin zuletzt in den Morgenstunden in einem Lokal in der Aloenslebenstraße gesehen worden, wo sie aus Anlaß ihres Ge- burtstages zechte. Nach ihrem Fortgang hörten andere Gäste non der Straße her Hilferuf«. Sie gingen hinaus und iahen mehrer« Personen, die sich stritten. Alle gingen nach der Richtung, in der später die Tote gefunden wurde. Die Gäste dachten an eine Schlägerei Betrunkener und kümmerten sich nicht weiter um den Austritt. Es ist anzunehmen, daß die 5)ändl«r!n beim Schleifen mtt einer um den Hals geworfenen Schlinge den Tod gefunden hat. Auf di« Ermittlung der Tater wird ein« Belohnung ausgesetzt wer- den. Mitteilungen zur Aufklärung nehmen die Kriminalkommissare Trettin und Ouoß im Zimmer 103a des Polizeipräsidiums«niqe- gen. Ob etwas geraubt worden ist. steht noch nicht fest. Die Händ- lerin soll etwa IVO Geldmark bei sich gehabt haben. In ihrer braunen Ledertasche wurde jedoch nichts mehr gefunden. » Ermordet und beraubt wurde am Sonntagmorgen um 8 Uhr in Hamburg die 41 Jahre alte Brot- und Schokoladenhävdlsrin Minna H i n n r i ch s. geborene Schwebe, Am Malzweg 20 auf- gefunden. Sie ist durch einen Stich durch den Hals ge- tötet worden. Die Wohnung war durchwühlt, einig« Schmuck- stichen fehlen. Auf die Ermittlung der unbekannten Täter ist eine Belohnung von 1000 Goldmark ausgesetzt. Die Berliner Kriminal- polizei ist um Mitwirkung ersucht worden. Mitteilungen an Ober- Wachtmeister Brumm«, Streif« L 1, im Polizeipräsidium. Ein Reinfall der Tchöneberger Reaktion. Seit einigen Tagen macht« sich in Steglitz, F r i e d e a u, Schöneberg sowie in einigen anderen westlichen Vororten eine besonders heftige Propaganda für di« Versammlung des Jung- deutschen Ordens im Helmholtz-Reformgymnasium in der Rubensstraße zu Schöneberg bemerkbar. Jedem Bewohner dieser Vororte, der einigermaßen unverdächtig aussah, wurden Hand» zettel zugesteckt, an den Bahnhöfen wurden Werbeplakoie ange» schlagen, selbst di« Bäume blieben nicht verschont. Lei dem starken bürgerlichen Charakter dieser Vororte hätte man nun mit einem großen Erfolg rechnen können, doch es kam anders. Die ohnehin nicht übermäßig große Schulaula des Helmholtz-Riformgvymuo- siums war am gestrigen Abend nur etwas über ein Drittel gefüllt. Das Pub'ikum bestand hauptsächlich aus Frauen, die hier — wie übrigens auch in Bayern— bei den bürgerlicheu Parteien das vorwiegend reaktionär, Element bilden.€• tonnte der Vortrag unbehelligt von irgendwelchen Störungen vor sich gshen, und der tsxrcmiercnde Eindruck des schlechten Besuches war offenbar so stark, daß es auch nicht zu einer Diskusston kam. Der Jungdeutsche Orden kann den gestrigen Abend in Schöncberg als einen schweren Miß- erfolg buchen._ Mieöer eine paßfälscheeaffäre. Ein deutscher Beamter in den Händen russischer Erpresy. Ein helles Licht auf die Schleichwege, auf denen uns imu wieder neue unerbetsne Gäste aus dem Osten zuwandern, wirft d Aufdeckung von Paßfäljchern im großen, die der hiesigen Krimina! polizei in den letzten Tagen gelungen ist. Der Fall hat insofern eine gewisse Aehnlichkeit mit einem anderen vor einigen Togen berichteten Fall, als auch hier leider wieder ein deutscher Beamter schwach genug gewesen ist, sich durch abgefeimte ausländische Gauner verführen zu lassen. Schon seit einiger Zett fiel es hier auf, daß außerordentlich viele Leute niit Pässen, di- in Frankfurt n. d. O. a u s a« st e ll l worden waren, nach Berlin zugereist kamen. Sluch Einreiseerlaubnisse, Aufenthaltsbescheinigimgen, Sichtvermerke stammten in auffallend großer Zahl aus jener Stadt. Kriminalkommissar Lobbes und feine Beamten kamen einer russischen Band« auf die Spur, die in-zroßem Umienq« fäi'chen li-h und dann auch selbst fälschte. Ein Russe namens Bienkowfki war der erste Ur- h e b e r des ganzen T-eibens. Seine Fra lernte in Frankfurt a. d. O. einen dort auf dem Paßbumau beschäftigten Beamten kennen und zog ihn in ihre Netze, obwohl er Frau und Kinder hatte. Ihrer Ber- führung und Uebemdungskunst gelang es, diesen Mann zu der ersten Paßfälschuaq zu bewegen. Nach iiescr..Gefälligkeit" hatte Bienkawski den Beamten in der Hand. Durch Drohungen mit der Aufdeckung seiner Straftat zwang er ihn seit- dem fortwährend, ihm alles zu fälschen, was er verlangte. In einem Pensionat in der Neuen Königftraß«, in dem er mit feiner Frau wohnte, richtete er ein förmliches Bureau ein. von dem aus er feine Fälschergeschäfte im großen und mit reichem Ertrage betrieb. Die„Geschäfte" gingen so gut. daß dos Ehepaar aut großem Fuße leben konnte. Von dieser„Zentrole" und ihrem Betriebe erfuhren aber auch nockz andere Russen namens Rubinlicht, Sauke, Petrefoff. Lunin und v. Keuchel. Diese Herr- schaften wurden dem Frankfurter Beamten gegenüber noch dreister, sorderien den Mann kurzerhand unter den üblichen Drohungen wiederholt auf, mit Formularen, Stempeln usw. nach Berlin zu kommen. Sie unterhiellen in den westlichen Vororten Neben- zentralen und ließen hier den Frankfurter Beamten alles ausfüllen, stempeln und unterschreiben. Jetzt gelang es der Polizei, Bienkowfki, Sauke, Petrefoff und Lunin festzunehmen. Rubinlicht und v. Keuchel find verschwunden und werden noch gesucht. Der ungetreue Beamte ist ebenfalls verhaftet.____ In der Baubude verbraunt. Heute morgen gegen sechs Uhr wunde der 65 Jahre alte Wächter Franz P a g« l aus der Wiechertstraße 53 in einer Baubude, di« der Akiiengesellschaft stir Bauausführungen gehört und die vor dem Haufe Bclle-Alliance-Str. 51 aufgestellt war, auf einem Koksofen liegend verbrannt aufgefunden. Ein Arzt stellte fest, daß der Tod infolge der schweren Brandwunden ein- gelreten war. Nach den angestellten Ermitllungen scheint Pagel durch ausströmend« Gase betäubt worden zu sein. Er ist dann auf den Koksofen gefallen und hat dort den Tod gefunden. Potsdamer Stadtvcrordnetensitzmig nach der Neuwahl. Nach dreiviertel Jahren fand kürzlich wieder die erste Stadtverordnetensitzung im a'tcn Stadtschloß statt. Bürgelmr ister Ra u s ch e r erössnete die Sitzung und begrüßte die neugewählten Stadtverordneten. In feiner Rede führte er aus, daß die Stadt Potsdam gut durch die Inflationszeit hindurchgekommen fei. In der Plesfe leG man soge-r, daß England der Stadt Potsdam englisches Kapital augeboten hätte. Bei der Verleihung der goldenen Amisketten lehnten die acht Links- Vertreter geschlossen diese Ehrung ab. Die Tagesordnung war nur sehr kurz. U. a. wurde die Wahl des Stadtverordneten- Vorstehers vorgenommen. Wieder fiel die Wahl auf Rechtsanwalt Rosbund.. Die Verhandlung gegen die Giftmifchcrin Rose Genlschow wurde heute morgen fortgefülirt. Beka.inliich hatte die Angeklagte am Schluß der gestrigen Sitzung infolge einer sie belost-mden Aussage einen körperlichen Zusammenbruch e-i'itten, doch war es den Aerzten gelungen, sie soweit wiederherzustellen, daß die Ange- klagt« heute der Berhär.dlung wieder folgen kann. Zunächst wurde die gestern abgebrochene Vernehmung der Gastwirtin Frau Weymor über die Vergiftung des Händlers Hempel fortgesetzt. 3n einer republikanischen Rlasseokuudgebung gegen dos Luden- dorsf-Urteil, für die Freilassung der politischen Gefangenen der Linken sprechen Mittwoch, den 9. April, abends 7 Uhr, in der Stadt- halle, Klosterstraße(Unterarundbahnhof Klosterstrob�), Reichstags- abgeordneter Genosse Dr. Paul Levi, Landtagsabgeordneter Otto N u s ch k e und der bekannt? Vorkämpfer für die Revision des Fechenbach-Urtei's, Senatspräsident A. F r e i m u t h. Di« nationa- listischen Organssationen haben mtt einer Sprengung der Kund- gebung gedroht. Republikanisch« Arbeiter erscheint in Massen rmd beweist den Nationalisten, daß ihr eure Kund- gedungen zu schützen wißt. Oskersonderzug versin— Ostpreußen. Am Donnerstag, 17. April, verkehrt ein Sonderzuq zu ermäßigten Fahrpreisen von Chariottenburq ab 6.11 abends, nach Königsberg an 10.37 vormittags. Fahrkarten nacb Marienburg, Elbing, Braunsberq und Königsberg werden vom Mittwoch, 9. April, an bei der Fahrkarten- ausgab? Zoologischer Garten in der Zett von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends ausgegeben. Die besonderen Bestimmungen und die Fahrvreise sind durch Aushang auf den Bahnhöfen be kern n ig em acht. Deutsch« Reichsangehörige brauchen bei Benutzung diese» Zuges für die Fahrt durch polnisches Gebiet weder Personalausweis noch visierten Paß. Zollabfertigung an den Grenzen unter- bleibt. Unter gleichen Bedingungen verkehrt am 17. April auch ein Sondcrzug von Insterburg über Königsberg nach Berlin. Arbeit, gemttnfchast sozlaldewolcatsscher Lehrer. Fn der Generaloerlamni» lung wählte die«erllner Ort»gruvve der«rbeitseemeinlchaft iozialdrmoiratiichcr Lebrer und Lehrerinnen Teutschland? zum Poriidendc» den Genossen Dr. E. Witt e. Groft-öerliner partejnaGri<»cen. Lichl-ubirg. 114.-117.«bt. Heute. Dicnslap, den S. April, abbs 7Vi Ubr. In der Aula des Iohn-Realsymnasium«. Msr'tstr t/S, grobe gemeinsame Mttglieder. Versammlung. Tagesordnung:„Wir und der lommmde Sieichs, ag». Rcterenl: tSeuoge Hermann M Ul i er.Lich'en der«. All- mit der s°,iald-m°kr-tie �"liich«lchtmitgliedcr sind eingeladeii. Genossen! Sorgt>iir guten Mittwoch, den g. April: SS.«dt. TV, Uhr: Mitgliedewersammlunz. Echulaula Ccnef-lderstr. S. Tage, ordnuug: Wahltcchniichc Ausklärung. � I1' bei Busch. TUsiter Str. 27, Biebemanie Zonrdorser Slr». Willschnb. Petersburger Sir. ä. '4. Abt, Sharlotteuburg. 7>. Uhr Zahtadlr.d« Brudvs S: Jugendheim. Rosinen- sbruppc 1: Lotal Scheu! ach. Spreestr. l. Siuppeai Donners, ag. 10, April. i'/jUbr, Lokal BUHnemann. Helmhclllsir. W, S ogcsordnung tu alle» Giuppen: Stellungnahme zur Reichswgswahb • SchSucorrg. 7'/, Uhr gahlab-nd-. I. Bez: Milbe. Rollendorsstr IS, 2. Bez.: ZUraen». Baibarosiastr öS. 3 Bez.: WiUlomoN, Marlin-Lulher-Sw. TS. 4. Bcz: W'U, Martin-Luther-Str. 69 ,1.«dt. Fried« nou. S UHr BqnTaabcnd«. 1.-9. Bee: Schulz, Wiesbaden«- ™ �ubacher Str 4-6. Bez.:«lade. Handjerqftr 60/81. 92. Abt. Sieglitz. 71/, Uhr siahladeude in im bekannten Lokalen. .01. Abt Treptow. 7'/, Uhr Elnzelzahlabend«. 2 Bez.: S-lli-tz,«iefhoiM: ja S. u. 4 Bez.: Ztlinger. Nie, holz- E-k-«lsensir üBcv: Trugmann. Zäger- h anschien, am Trentower Park. 1. Bez: Donnerstag, J0. ilpril, bei Brlichner. Sriitz. Ecke«rillitr.' 125. Abt. Rot OD. 8 Uhr gahlabend bei Klir, Panlgro'en'tr. Tagesortmung! Keichstagswahle» und Maifeier. GeVekLschafisbswesurrg Angestellte, wahret eure Rechte! Vom Ortskcirtell Berlin des AfA-Aundes wird uns geschrieben: Slus den Kreisen derjenigen Funktiemar«� die praktisch mit Är> bestsstreitigkeiten zu tun haben, wird Mmeldst, daß Arbeitnehmer, welche vom Arbeitgeber fristlos entlassen werden, zu ihrer Eullasjung schweigen oder dem Arbeitgeber vielleicht erwidern: .Na. es ist schön!" oder ähnliches. Erst nach«inizen Tagen beginnen sie dann wegen ihrer frlstloleu Entlassung Maßnahmen einzuleiten. Manchmal ist zuguusteu der Velroffenen noch etwas zu erreichen. Es gibt aber viele Fälle, in denen die fristlos« Entlassunq unberechtigt ausgesprochen ist, die Entlaffcsen aber sich durch Aeußerungen, wie die vorerwähnten, nach der Spruchpraxis der Ger cht« die Verfolgung ihrer Rechtsansprüche unmöglich ge> macht haben. Es sei darum an dieser Stelle betont, daß in Kündi- guftzs- und Entlafsungzfällen, die für unberechtigt gehalten werden, Einspruch nicht nur beim Gruppenrat l Arbeiter- oder An- gestelllenvct). sondern auch dem U n t e r n e h m e r gegenüber i n klarer Form erhoben werden muß. Recht häufig unterschveiben Arbeitnehmer etne Ausgleich?« Quittung, obwohl sie beabsichtigen, noch weiter« Ansprüche an den Arbeitgeber zu stellen. Ein Arbeitnehmer, der entlassen wird. ist in keinem Falk verpflichtet, eine Quittung.zum Ausgleich aller Forderungen" zu erteiten. Er hat lediglich die Lohn- oder Gehalts- summe sowie den Empfang seiner LcgiNinationspapiere zu quittieren. Unterzeichnet er trotzdem ein« Ausglsichsquittunq. so hat er nach der Rechtsprechung nur in Ausnahmefällen Ausficht auf Erfolg, falls er noch weiters Forderungen gegen den Arbeitgeber geltend machen will. Oft bietst verspätet« Entschuldigung bei Fichten wegen Krankheit oder anderer Gründe Anlaß zur Entlassung. Wir raten deshalb jeden Arbeitnehmer, im Fall« der Unterbrechung der Arbeitsleistung, sofort brieflich oder tele phonisch durch Angehörige oder persän- lich dem Arbeitgeber Kenntnis von den Gründen des Fernbleibens zu geben. Bei telephonischer Benachrichtigung ist es zweckmäßig, sich den Namen desjenigen geben zu lassen, der die Entschuldigung«nt- �sgennimmt. Es ist zu empsehkn, daß sich der Angestellte zum iidach- weis feiner Krankheit baldmöglichst in ärztliche Behandlung begibt. Zusammensoffend empfehlen wir den Arbeitnehmern: Nehmt nicht jede Kündigung oder Entlassung durch euren Arbeitgeber wider- fpruchslos hin. Besicht ein Srupvenrat �Arbeiter- oder Angestellten- rat) bei der Firma, so erhebt auch b?i diesem sofort Einspruch auf Grund des Detriebsrätegefeße». Unterschreibt niemals eine Quittung zum Ausgleich unter Verzicht auf weitere Forderungen aus eurem Arbeit? Verhältnis. Entschuldigt euer Fernbleiben von der Arbeits- stelle sofort._ Tie NachkZufer. Seit die KPD. sich unter der g'orreichen Führung von Scholen: und Ruth Fischer befindet, benimmt sie sich bei vllm Kämpfe» m der Arbei'erbewegung wie ein altes Weiberl, das schimpfend hinter einem kkartofselwogen herläuft und darauf wartet, daß irgendwo«in« Kartoffel für sie herunterfällt. Manchmal vergreist sich da? alte Weiberl und nimmt etwas für etne Karttfsel, was in Wirklichkeit der Gaul verloren hat. So nimmt jetzt auch die KBD..Stellung" zum Kampf der Cistnbahner. Henk kann die.Rot« Fahne" schon einen Aufruf des kommunistischen Freien Eisenbahner-Berbands veröffentlichen, in dem dieser die Eisenbahner auffordert, schnelle und gründliche Borbereitungen zum Kampfe zu treffen.... Na olfo. Wir wagen zu hoffen, daß die kommunistischen Vorbereitungen nach Beendigung des Kampfes getroffen fein werden. Wenn sie sich sehr beeilen, kann es bis dahin noch klappen. Neber diesen Punkt werden wir nach dem Kampf erbauliche Dinge zu berichten haben. Borläufig stellen wir fest, daß die Kommunisten bisher nichts getan haben, und im Augenblick des Kampfes zur Ilne ini g bei t und indirekt zum Streikbruch auffordern. gegen den Willen der Verbandsleitungen zu handeln k De Anhänger der KPD. werden also zu Streikbrechern dressiert. Die Lohnkampfe in der MctaHiudnnrie. Di« Direktion der Knorr-Bremse in Lichten- b«? g hat heute morgen um 7 Uhr das ganze Werk still- gelegt, weil«in Teil der Belegschaft die Arbeit nicht aufgenommen hat. Die Direktion hat beschlossen, sämtliche Arbeiter zu entlassen, wenn sie nicht bis Donnersrag früh an ihre Slrbcitzstctte zurück- kehren. Da aber die Direktion schwerlich ausreichen wird, die Arbeit ollein zu bewältigen, wird sie die Entlassenen wieder ein- stellen. Bei der Firma S. S. A. Schulze. F eh r belliner- straße, hoben die Arbeier, nachdan ihr« Lohnforderungen nicht bewilligt wurden, die Arbeit niedergtlegr. Bei Iörst. Adlershof, sind die Arbeiter in den Streik getreten, nachdem ihre Forderungen abgelehnt worden sind. Bei der Firma Riebeberg, Weißens»«, ist es in- folg« Nichtbewilligung von Lohnerhöhungen zum Ausstand der Belegschaft gekommen. Zur BerSiudlichkeitserklarmrq in der Metallindustrie. Eine LfA-Funktionärversammlung de? Metall- mdustrie nahm am Montag Stellung zu der durch die Verbind- lichkeitserklärung des Schiedsspruches geschaffenen Situation. Günter vom Butab berichtete, daß der VBMJ. ver- sucht, von neuem die Angestelltenschatt zu spa'ten, in dem er durch Aipschläge seiner Miigliedsfirmen in den Betrieben bekanntgibt, daß alle Angestellten, di« dem AfA-Bund und dem EDA, angehören, sich durch Aorzeiqung der Mitglieosbücher ausweisen sollten. um in den Besitz der Gehaltsbezüge und Arbeitsbedingungen des verb.ndlich erklärten Schiedsspruches zu gelangen. Redner teilte mit. daß für die Neuorganisierten das Gedaoabkommen in Anwendung kcmmen soll. Dieses Vorgehen des DBMJ. ist mit der Koolitions- freiheit der Arbeiter und Angestellten n i ch t im Einklang zu bringen. und es soll sicherlich in erster Linie anderen Zwecken dienen. Dieses Borgehen der Unternehmer muß nun durchkreuzt werden, indem die Angeftelltenräts in den Betrieben Listen auslegen, wonach alle Angestellten di« EehaltsbezaUung auf Grund das Schiedsspruches fordern. Nach Möglichkeit fit für den Kopf der Erklärung ein ein- heiAiches Muster zu wählen:.Die unterzeichneten Angestellten fvr- dem die Bezahlung ob Monat März auf Grund des Schiedsspruches vom S. März 1924, desgleichen di« Arbcitszeitbsstimmung mit Dir. kung vom 6. Februar ab. Begründung: Auf Grund des Z Z des Tarifvertrages vom IS. Mai 1923 erklären wir, daß wir im AfA- Bund bezw. im GDA. organisiert sind eventuell sein könnten. Wir versichern, daß wir dem Gedag nicht angehören." In der Aussprache wurde die einheitliche Auffassung vertreten. daß die Bertrauensleute alle Veranlassung haben, den großen finan- zielten und moralischen Erfolg des Af2l-Bundes organisatorisch aus- zmverten.__ Die Lage Im Kleiderstoffgroftkzandcl. In der Mitgliederversammlung der Angestellten Im Daumwoll-, Leinen- und Kleidcrstoffgroßhandkl gab Gen.csstn Frieda Licht den SitlMtitmsberichh Sie behandelte die außerordentlich« Rechtsimsiber. heit in den Betrieben. Die Herren Arbeitgeber hatten zum Sl. März den Tarif gekündigt und find der Meinung, daß sie nur den Toris- rerrrag zu kündigen brauchen, um ihre bekannten Verschlcäzterungen zuungunsten der Angestellten durchzusetzen. Sieue Verhandlungen haben noch nicht stattgesundev. denn diese werden planmäßig von k>«n Unternehmern hinausgezögert. Sie habe» die Absicht, sich an den Schiedsspruch für den Tcxtilgrvßhaudel anzulehnen, welcher vor einixen Togen vor dem Schlichter gefällt wurde und bedeutende Verschlechterungen für die Arbeitnehmer vorsieht. Die Arbeit, geber im Vaumwoll». Jemen, und KleiderstoffzrcßhandA tragen sich serner mit dem Gedanken, irgendwelchen Enficheidungen pvrzrmreifen und Zugeständnisse innerhalb der Betrieb« von den Arbeitnehmern zu erreichen und st« von der.Notwendigkeit' einer längeren Arbeits- zeit zu überzeugen. Die Römerin warnte dringend in Fragen der Arbeitskit Zugeständnisse zu machen. In fcer XKsfufflcri polemisierte ein Kommun.jt gegen die vom chaupworstand de? ZS'tl. geforderte Unterze.chnung der dekannten Erklärung. Genossin Licht wies die Angriffe zurück und betonte den rein gewerkschaftlichen Kern der Organisation. Sie appellierte besonders an die weibliche Angestellte!!- schalt, am 4. Mai zur SUichstezgsaMhl miüuhelfen, daß eine starke Arbeiterpartei ms Parlair-ent geht. Jede Kollegin, di« eine bürger, liche Partei wählt, schadet sich damit nur selbst. Geuerawscfammiung dtt Srauereiacbe'tter. Aciufall der Kommunisten. In der am Sonntag im Gewerkschoftshauf« abgehaltenen Jahresversammlung dar Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Lebensmittel- und Geträn koarbeiter gab chodapp den Geschäfts- ! berlcht für 1923. Die gesamten Arbeiten der Organisartonsleitunz waren durch den Abschluß von Lohnabkommen in An- spruch genommen. Allein für die Mühlenardeiter mußten 31 Lohn. bewegungen geführt werden, die im November und im Februar zur Verhaftung der Streikleitung geführt haben. Die De- fürchlungcn der Behörden, durch die Streiks der Mühlenardeiter. könnte die Mehlverforgui»? der Bevölkerung in Frage gestallt werden, wurden durch die Mühlenbcsitzer widerlegt, die stets behaupteten, ihre Läger seien bis unter die Dächer»oll. chodapp erwähnte die Einführung de? Jndexlöhne und der Goldlöhn«, wobei die Brauereiarbeiter bei den letzteren, infolge ihres ungestümen Drän- gens, goFenüber den Mühlenarbeirecn, die länger an den Papier» löhnen festhielten, stark ms chimertreffen gerieten. In allen Lohn- bewegungen zeigte sich das Bestreben der Arbeitgeber, ohne Ar- beitszeitverlängerung keine Lohnerhöhungen zu bewilligen. Die Beschäftigung in den Branchen war stark durch d« allgemach« Wirtschaftskrise beeinflußt. Arbeitszeitoerkürzun» gen und Entlastungen kamen in Anwendung, die besonder» die alten Leute betrafen. Die Mitgliederbewegung bewegt sich wieder in a u f- steigenher Linie', die Lücken, die die Inflationszeit �schlagen hat. sind voll ausgefüllt. Der Kaffenboricht zeigte das durch d!» Geldentwertung ver- ursachte Bild. Leider wurde die Mahnung chodapps, bei der Se- urteilnn« des Wirkens der Orisverwaltung nur sachliche Srwä- gungen sprachen zu lasten, von den kommunistischen Rednern nicht beachtet. Es fit bedauerlrch. daß heute noch ein« geistig so tief stehende„Rede", die von Verunglimpfungen der eiaenen Organisation strotzte, gehalten werden kann, wie es einer d«„Oppo- sitionellen" tat. Zur Ehr« der großen Mehrheit der Derbandsang«. hörigen sei aber festgestellt, daß. abgesehen von einer maulst«? ken Minderheit, diese.Reden" keinen Eindruck auf die Versammlung machen konnten. Die Redner der Amsterdamer Gemerk- schaftsrichtung erkannten die Schwierigkelten voll an, die die Orts- Verwaltung In Ihrem Bestreben, für di« verbandsangehörigen da, Beste zu erreichen, hinderten. Sie beantragten, bfi der llieuwahl der Ortsverwaltung, die bisherig« Leitung mit chodapp an der Spitze wiederzuwählen. Di? von den Kommunisten eingereichte List« enthielt nach den Bekundungen mehrerer Diekustionz- redner keinen Kandidaten, dem man die Fähigkeit zur Verwaltung so verantwortungsvoller Posten zutrauen könnte. Zu her Abstimmung wurde bis Liste der Amsterdamer Rich- tung mit großer Mehrheit gewählt. Da, Ergebnis wurde von der Opposition mit einem solchen Tumult beantwortet, daß chodapp die Versammlung schließen mußt«. Sehaliabeweguug in der Berliner Holzindustrie. Wie un» vom Deutschen Wcrkiveisterverband mitgeteilt wird, habcn die VerHand- lungen, über die wir in unserer Abendausgabe vom Montag be- richteten, nicht allein für die Werkmeister stattgefunden, säubern für die kaufmannischen und technischen Angestellten, sowie Werkmeister in der Berliner Holzindustrie. —~!»-giu--jui-L____ i___ i.i.... ,.i. uj�gaagge-i�L-�-ij__»—-u-i iu—» Serantwortli» fte Potitir- 4t*8«tattt; Bittschakt: ttthu Satetwi«: Q«!£r;r(t5fi5l>eE>:(n-'iM: 9.«tein«; Ke-lÄtt-»: Dr. Sich» SchS»»«: Lokales und e-nsti«-,.' Sfti» tesuXt;«wctatB; ib. Swcke: iaaSlii i» Snlin. Berlaz:«--rw-ws-Ltrlaa S. b. K.. Berlin. Druck: Ssr?zr:-.Luchdrua-r-» und Sirlaaia-ittatt Baut Llngrr n. Ct.. Berlw 6SB. 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