Abendausgabe Nr. 170 41.Jahrgang Ausgabe B Nr. 85 Bezugsbedingungen und Angelgenpzette fab tu ber Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW, 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhof 292-295 Sel- Moceffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Mittwoch 9. April 1924 Berlag und Angetgenabteilung Geschäftsgett 9-5 ht Berleger: Vorwärts- Berlag Gmbh. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Der Sachverständigenbericht überreicht. Wiederherstellung der deutschen Wirtschaftshoheit. Paris, 9. April( WIB.) Der Bericht der Sachverständigen,| nationale Geltung zu verschaffen und die es verfteht, zu bem der heute vormittag 10 Uhr der Reparationskommiffion unterbreitet Berstand und zum Herzen auch der fremben Bölfer zu wurde, besteht aus einem Begleifschreiben des Generals Dawes. fprechen, es braucht eine Regierung, die im Geiste der Interaus einem Juhaltsverzeichnis, dem eigentlichen Bericht sowie neun nationalität und der gerechten Berständigung das Intereffe Anhängen. Der eigentliche Bericht ist in 3wel Telle gefchicden und des deutschen Boltes und seiner arbeitenden Maffen wahr. umfaßt 57 Seiten. In den Anhängen werden folgende Fragen be- haft zu vertreten imstande ist. handelt: die Organisation der neuen Emiffionsbant, der WohlstandsWenn von den großen Verheißungen, die die Sachper inder, der Bericht der Eisenbahnfachverständigen, die neue Eisenständigen ihrem Bericht voranschicken, auch nur ein Teil wirf bahngesellschaft, die Juduficieobligationen, die Ueberführung von Re- lichkeit würde, so wäre das schon ein großer Fortschritt. Ob parationszahlungen deutscher Währung in fremde Devisen, die in dieser Fortschritt möglich wird, das wird vom Ausgang Deutschland zirkulierenden Geldforten, das proviforische Budget für der deutschen Reichtagswahlen abhängen! 1924 und eine vergleichende Aufstellung der verschiedenen Einnahmen aus Dividenden. Die wichtigsten Kapitel des Gutachtens find diejenigen über die Notwendigkeit der wiederherstellung der wirtschaft. lichen Einheit des deutschen Getiefs und über die Schaf fung einer neuen Emissionsbant, die auf der bestehenden Reichsbant aufgebaut oder neugeschaffen werden könne. Don befonderer Bedeutung find das Kapitel über die Schaffung einer pri. vaten Eisenbahngesellschaft und die Feststellungen über die Höhe der jährlichen Belastung Deutschlands auf Grund der Reparationsverpflichtungen. Das Begleitschreiben. Paris, 9. April.( WTB) Das Begleitschreiben des Vorsitzen den Dawes, mit dem der Bericht des Komitees der Reparations fommission übereicht wurde, hat folgenden Wortlaut: Baris, 9. April 1924. Ihr Sachverständigenfomitee hat einstimmig einen Bericht angenommen über die Mittel, den Elat Deutschlands ins Gleich gewicht zu bringen, und über die zweds Stabilisierung feiner Bäh Ehre habe, Ihnen zu überreichen. rung zu ergreifenden Maßregeln, welchen Bericht ich hiermit die Tief durchbrungen von dem Gefühl feiner Berantwort. In den Beträgen, die für die einzelnen Jahre vorgefehen find, find alle Leistungen einbegriffen, die Deutschland auf Grund des Berfailler Bertrages auszuführen hat. In die Summe find also einzu- lichfeit gegenüber Ihrer Kommiffion und gegenüber dem Welt. rechnen außer den Besakunastoffen und den verschiedenen Bergütungen an die inferallierten Kommiffionen zweifelsohne auch die güfungen an die Inferaffiierten Kommiffionen zweifelsohne auch die Koffen aus dem Schiedsgericht und Ausgleichsverfahren. Bemerkens Koffen aus dem Schiedsgericht und Ausgleichsverfahren. Bemerkens wert ist, daß das Gutachten der Sachverständigen einen Unterschied macht zwischen der Möglichkeit, bestimmte Beträge für Reparationen in deutscher Währung zu leisten, und der Möglichkeit, diefe Beträge in fremde Deoljen überzuführen. Auch ist vorgefchen, paß alle zu 1- iffenden Zahlungen einer befonderen Saffe bei der neuen Bant überwiesen werden, und daß ein befonderes Komitee darüber zu entfchelden hat, inwieweit es möglich ist, die eingegangenen Be träge zu inveffieren. Für den Fall, daß eine Ueberführung der deuffchen Geldbeträge in ausländischen Devisen nicht möglich erscheint ist Borforge dafür getroffen, daß die in der Kaffe angefammelten Beträge eine bestimmte Höhe nicht übersteigen dürfen. Ein abschließenbes Urteil über den Bericht der Sachver ftändigen wird erst auf Grund eines eingehenden Studiums feines gesamten Inhalts möglich sein. Dieses Studium wird ergeben müffen, inwieweit es den Sachverständigen gelungen ift, die hohen Grundsäge zu verwirklichen, von benen fie ausgegangen find. Für heute fann nur ge'agt werden, daß es in Deutschland feinen vernünftigen Menschen geben kann, ber diese Grundsäke nicht billigt. Schon ihre Aufstellung allein bedeutet einen ungeheuren Fortschritt, da jeber Strafcharafter ber beutschen Reparationsschuld aufgegeben und der Anspruch bes deutschen Boltes auf gleiche Höhe der Lebenshaltung mit ben anderen Kulturvölfern anerkannt wird. Wenn der Bericht die Notwendigkeit betont, bie deutsche Souveränität und Wirtschaftseinheit vor äußeren Eingriffen zu schüßen und jeder Politit gewaltfamer Santtionen ein Ende zu machen, so ist das nur eine logische Schlußfolgerung aus feinen eigenen Boraussekungen. ben Frieben. Die Zurüdweifung dieser Vorschläge durch die deufche Regierung bedeutet die wohl überlegte Wahl einer Fortdauer der wirtschafilichen Demoralisation, die als Endergebnis das deutsche Bolt in ho faungsloses Elend verstrict.( Soll wohl heißen: Die zurückweisung... mürbe bedeuten usw. Denn eine Zurüdmeifung ist selbstverständlich nicht schon vor der Be fannigabe der Borschläge erfolgt. Red. d. B.) Bei der Borbereitung dieses Berichtes hat das Romitee forg fältig und mit vieler Mühe das ausgedehnte Feld der Untersuchun gen durchadert. Es hat sich der ständigen Mitarbeit fähiger Sach verständigenstäbe erfreut, die Material zusammentrugen, es verarbeiteten und darboten. Es hat an Ort und Stelle Beamte der deutschen Regierung und Vertreter der deutschen Arbeiterschaft, Landwirtschaft und Industrie angehört. Es hat von der deutschen Regierung und ihren Bertretern in Beantwortung eines Fragebogens umfangreiche und zufriedenstellende Antworten erhalten. An fäßlich verschiebener Buntte seines Berichtes hat das Komitee fo wohl zweds Zusammentragung von Material, wie auch zweds Einholung von Rat außerhalb des Romitees stehende Sachrerstän dige von interionalem Ruf zu seiner Unterstügung herangezogen. Die veröffentlichten Berichte und Darlegungen weltberühmter Nationalötonomen haben in seiner Hand gelegen. Es hat aus dem von Ihrer Kommission früher zugetragenen und angehäuften Material Rugen gezogen. Bei Durchführung seiner Arbeit hat bas Romitee feit dem 14. Januar 1924 54 Sigungen abgehalten. Der Unterausschuß für die Stabilisierung der Währung hat seinerseits 81, der Unterausschuß für den Ausgleich des Budgets 63 Gigungen abgehalten. General Dames zollt in diesem Zusammenhange feinen sämt gewiffen gründet das Komitee feine Bläne auf jene Grund läge ber Gerechtigkeit, der Billigkeit und des wechsel feitigen Interesses, an deren Borherrschaft nicht nur bie Gläubiger Deutschlands und Deutschland selbst, sondern die ganze Welt ein vitales und bauerhaftes Satereffe haben. Nachdem diefe Grund fäge einmal in jenem Gemeinschaftsglauben, ber bie Grundlage aller Geschäfte und die beste Gemähr für ben Weltfrieden ist, feftlichen Mitarbeitern Anerkennung. gelegt und angenommen worden sinb, müssen die Empfehlungen bes Stomitees nicht in bem Sinne betrachtet werden, als legten fie Strafen auf, bielmehr in dem Sinne, daß fie Mittel in Borschlag bringen zur Förderung der wirtschaftlichen Erholung aller Bölfer Europas und des Das Begleitschreiben schließt: Bei ihrer Suche nach der Wahr. heit und nach Ratschlägen, die zu ihr führen fönnten, waren die Sachverständigen nur ihrem eigenen Gemiffen verant wortlich. Mit der Gemährung dieser Freiheit sind die Regierungen zwar nur ihrem eigenen Geiste und ihren eigenen Absichten bei der Einschätzung dieser Kommssion gefolgt, doch haben sie dabei gleich. zeitig ben höchsten Tribut gezollt, den Regierungen vergeben fönnen, volles Bertrauen in den Geift der Menschendinge. Durch ihren scharfen Blid, durch die Unabhängigkeit ihres Dentens und vor allem durch ihren Get großen un aufrichtigen Strebens, der fich über die Kleinigkeiten erhebt, über die die Kleinen so oft ftrauchein, haben meine Kollegen fich dieses Vertrauens würdig erriefen. Daß ihre Arbeit, die ich jezt in Ihre Hände lege, Ihnen dabei behilflich sein möge, Ihrer großen und schweren Ber antwortung Genüge zu tun, ist ihre aufrichtige Bitte, und späterhin zu erfahren, daß es so gewefen ist, wird Ihre volle Be lohnung sein. gez. Charles G. Dames. Eintrittes in das neue Zeitalter eines nicht vom Kriege bedrohten Glüdes und Gedeihens. Da als Ergebnis des Krieges bie läubiger Deutschlands bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit Steuern zahlen, so muß auch Deutschland von Jahr zu Jahz bis zur Grenze feiner Leiftungsfähigkeit Steuern zah'en. Dies steht in Uebereinstimmung mit dem gerechten und fundamentalen Grundsatz des Versailler Bertrages, der von Deutschland in feiner Note Dom 29. Mai 1919 gleidfalls ausgesprochen genau ebenso schwer sein müsse, wie die irgenbeiner ber in der Rommiffion vertretenen Mächte". Mehr als diese Grenze war nicht zu erwarten, und weniger als dieje mürbe Deutschland non ben gemeinschaftlichen Schwierigkeiten befreien und ihm in bem inter nationalen Wettbewerb der Zukunft einen unbilligen Borteil verschaffen. Diefen Grundsatz fetzt ber Plan in bie Wirklichkeit um. man hat in den Blan elastische Berichtigungen hineingeftimmigkeit sämtlicher Mitglieber abgegeben worden Es wird zunächst betont, daß das Gutachten mit Ein. arbeitet, die darauf abzielen, ben höchsten Grad von Leistungen zu fei. Es stellt dann seinen Borschlägen die folgenden allgemei erzielen, ber mit der fortdauernden und steigenden Produktivitāt nen Leit föße vorauf: Deutschlands vereinbar ist. Der Inhalt des Berichts. Die mäßigen Schägungen der in der nahen 8ufunft zu leistenben Zahlungen, welche von einem Geifte geschäftlicher Borich, daraus einzelne der Borschläge anzunehmen und andere ab ficht bei der Festlegung der Die Sachverständigen betonen die Einmütigkeit ihrer Be fchlukfaffung, was angefichts der Tatsache, daß auch Franzofen und Belgier ihr angehören, von großer Wichtigkeit ist. Sie Grundlagen einer Anleihe menden sich an die beteiligten Mächte mit der stärksten mora bittiert worden sind, follten nicht einen Augenblid törenb lifden Beschwörung, indem fie für den Fall, daß ihre Bor mirten auf die Gesamtheit der fünftigen Zahlungen, bie von Jahr fschläge angenommen werden, ein neues Beitalter bes Daverfriedens und des allgemeinen wirtschaftlichen Gebeihens zu Jahr steigen werden. Wenn erst einmal normale wirtschaftliche in Aussicht stellen. Die Böller haben folche Heilsbot'chaften Berhältnisse und die normale Produktivität Deutschlands wieder freilich schon zu oft vernommen, als daß fie ihnen ohne eine bergestellt fein werben, wirb man sich überzeugen, daß höchft hoff gewiffe Stepfis begegnen fönnen. Aber sicher ift, bak hier nungsvolle Schähungen betreffs ber schließlich als erzielbar fich herausstellenden Beträge gerechtfertigt find. Ohne eine solche ein 3iel gezeigt wird, deffen Erreichung den Schweiß der wiederherstellung aber werden die Zahlungen, wie man sie jett Edelſten wert ist. Von der deutschen Regierung ist zu ver- erzielen fann, von geringem Werte fein, um bie bringenden Belongen, baß fie in glaubhafter, poffig überzeugender Weife bürfnisse der Gläubigernationen zu befriedigen. Um die Dauer thre Bereitwilligkeit zu erkennen gibt, das Ihre zur Erreichung eines neuen wirtschaftlichen Friedens zwischen den biefes Rieles beizutragen, und daß sie das nicht bloß mit Dillierten und Deutschland zu sichern, ber bie in dem Blan vor. Morten tut, fondern auch mit entsprechenden Handgeschlagenen lungen. In diesem Geist muß fie an die Prüfung der Bor- geschlagenen Randjufierungen impliziert( Wiederherstellungen mit einbegreift), ift das Gegenftud zu jenen gewöhnlichen wirtschaftlichen ichläge herantreten. Borfidytsmaßregeln gegen Richtinnehaltung von Berpflichtungen Bon der gegenwärtigen Reichsregieruma darf man bei barin vorgesehen, daß in allem die ausdrücklich insolvierenden Be einigem Optimismus trok der nationalistisch flingenden ahltiraben Stresemann, tros Jarres und Emminger- niel beziehungen als wesentlich anerkannt werden. Das Borleicht doch noch hoffen, daß fie fich der Stimme ber politi'chen Belse ble Ausführung gewöhnlicher Ge'chätsverträge. Die volle handensein von Sicherungen hemmt oder behindert in feiner Bernunft und des Gewissens nicht entziehen wird. Aber itur mirtiamfeit besagter Sicherungen foll bie normalen wirtschaftlichen mit tieffter Sorge fann man baran benfen, was werden sollte, Funttionen Deutschlands nicht behindern, und das ist von grund wenn burch die Reichstagswahlen ein weiterer Rud nach rechtsfäßfiber ichtigkeit für die Gläubiger Deutschlands, wie für Deutsch er olgen follte und bie Linte durch Runahme der Kommu lanb febit. niften außenpolitisch aftionsunfähig würde. In biefer Beit, in der die Schidfalsfragen Deutschlands und ganz Europas zur Entscheidung heranreifen, wäre eine rechtsorientierte, in fcheinpatriotischem Bhrafenrausch ver funtene deutsche Reichsregierung nicht mehr und nicht weniger als eine nationale Ratastrophe. Deutschland braucht jeht mehr denn je eine Regierung, die imftande ist, sich interGroße Sorgfalt ift darauf verwenbet morben, die leber. wachungsbedingungen über bie innere Entwidlung Deutschlands so festzulegen, daß sie ein mit gehörigem Schuß nech Der Plan ist ein untellbares Ganges. Es ist unmög zulehnen. In diesem Falle oder auch im Falle ungebührlicher Ber. zögerung in der Ausführung des Planes überhaupt lehnen bie Sachverständigen jebe Berantwortung für den Erfolg ab. Der Plan hat ferner die Wiederherstellung der deutschen Wirtschaftshoheit zur unbedingten Borauslegung, da der Ausgleich des Budgets, die Stabilisierung der Währung sowie Wiederherstellung des inneren und äußeren kredits Deutschlands nur unter dieser Vorauslegung möglich ist. Es müssen deshalb auch alle Gant. tionen, die die wirtschaftliche Produktion hindern, zurüdge. 30gen oder entsprechend geändert werden. Werden biefe Boraussetzungen hinausgeschoben oder verzögert, so ändern fich entsprechend auch alle übrigen Daten des Zahlungsplans. Die Eachverständigen betonen ferner, daß fie bestrebt gewesen feien, die Laften so zu gestalten, daß dadurch die Lebenshaltung des deutschen Boltes nicht unter bas Niveau der Lebenshaltung in den alliierten und feinen europäischen Nachbarländern herabgebrüdt wird, welche auch ihrerseits schwere Laften aus bem Kriege zu tragen haben, bie höchstleistungen fefizustellen, die Deutschland jährlich in Der gesamte Zahlungsplan ist auf den Gebanten aufgebaut, feiner eigenen Währung zahlen fann. Er sieht davon ab. ein für allemal die Totalbelastung für Deutschland zu figieren. Er foll beshalb auch nicht eine Lösung des gesamten Reparations. problems sein, vielmehr nur eine Regelung für eine genügend lange Zeit, um bas allgemeine Bertrauen wieder herzustellen. Der Plan sei aber gleichzeitig fo gefaßt, daß darauf eine endgültige und vollstänbige Lösung des gesamten Reparationsproblems und aller der damit barstellen. Falls angenommen. führt diefer allgemeine Blan feiner verbundenen Fragen aufgebaut werden kann, fobalb bas bie Um natur nach billig und vernünftig schließlich zu einem bauernstände gestatten, erträgliches Minimum an Elamischung 1. Stabilität der Währung, Notenbank. Der Bericht führt aus, daß die durch die Rentenbant er reichte Stabilität nicht bie endgültige Regelung darstellen tann. Zur Erreichung einer dauernden Stabilität schlägt der Bericht alternativ vor, entweder die Schaffung einer neuen Notenbank in Deutschland oder eine Reorganisation der Reichs bant. Die Möglichkeit der Aufrechterhaltung der Reichsbank ist also vorgesehen. In jedem Falle soll ein einheitliches Wäh rungsgeld in Deutschland geschaffen werden. Die Notenbant foll für die Dauer ihres Notenausgaberechtes ( 50 Jahre) das ausschließliche Notenprivileg haben( jedoch unter Beibehaltung der Privatnotenbanken und vorerst auch der Rentenbank). Alle auf Papiermarf lautenden Zahlungsmittel sollen aus dem Verkehr verschwinden. Die neuen Banknoten sollen zu wenig stens einem Drittel mit Gold oder Golddevisen ge= deckt sein, dabei ist im wesentlichen an Guthaben bei ausländischen iift im wesentli bei au Banten gedacht. Der Bericht sieht vor, daß die auszugebenden Noten normaler weise in Gold einlösbar find, betont aber, daß nach Ansicht der Er. perten bei Errichtung der Bank die Berhältnisse die Noteneinlösung noch nicht gestatten werden, die Einlösung soll aber Platz greifen, sobald die Verhältnisse es gestatten. Die Notenbank ist im wefentlichen gedacht als „ Bank der Banten", tie nur sichere turzfristige Wechsel zu dem von ihr festzusehenden Diskontsatz diskontiert und im übrigen Girogelder annimmt. ausüben. Goldmart dieser Borzugsaftien für die eigenen finanziellen Zwede der Reichsbahngesellschaft verwendet werden können. Der Generaldirektor der Reichsbahngesellschaft ist deutsch, ebenso der Borsigende des Verwaltungsrats. Der Verwaltungsrat besteht im übrigen aus 18 Mitgliedern, von denen je die Hälfte von der deutschen Regierung und von einem Treuhänder der Obligationäre bestellt wird. Von den vom Treuhänder zu testellenden 9 Mitgliedern sollen 5 Deutsche sein, so daß also im ganzen der Verwaltungsrat aus 14 deutschen und aus 4 nichtdeutschen Mitgliedern besteht. Die Reichsbahngesellschaft soll in ihrer Geschäftsführung voll ständig frei sein. Die fannt. Rechte der Reichsregierung hinsichtlich der Tarif- und Betriebsaufsicht sind grundsätzlich anerZur Wahrung der Intereffen der Obligationäre wird ein be: sonderer Eisenbahntommissar bestellt. Solange der Zinsendienst nicht not leidet, wird sich seine Tätigkeit im wesentlichen darauf beschränken, den Stand des Unternehmens. namentlich in finan zieller Hinsicht, zu beobachten und darüber zu wachen, daß die Inter effen der Gläubiger nicht gefährdet werden. Dem Bericht ist als Anhang das Gutachten der von dem Komitee beauftragten besonderen Eisenbahnfachverständigen beigefügt. Dieses Gutachten, auf das der Komiteebericht sich stützt, bezeichnet an verschiedenen Stellen die betriebliche Vereinigung der Rhein- Ruhr- Bahnen mit dem übrigen Reichsbahnnetz als eine Vorauslegung für den Erfolg seiner Borschläge. Ein bei Hitler. Befreiungs- Besuch" bei Hitler. Verhaftung seines Gehilfen. München, 9. April.( TU.) Der„ Oberbayerische Generalanzeiger" in Landsberg am Lech meldet: Gestern nachmittag fam hier ein Auto mit vier Herren des Völkischen Blods an, um einen Bejuch bei Hifler im Gefängnis zu machen zweds Einholung von weiteren Direttiven für die Wahlen. Als die Herren nach dem Besuch bei Hitler im Hotel„ Goggel" einen Jmbiß zu fich nahmen, tamen Beamte der Münchener Staatsanwaltschaft in Zivil und verhafteten einen Herrn, den schon längst wegen Hochverrats gesuchten und seit längerer Zeit flüchtigen Hermann Esser, den sie sofort per Bahn nach München brachten. Nach diesem Vorfall hatte sich in Landsberg das Gerücht verbreitet, auch Ludendorff fei hier gemesen und von der Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Das stimmt aber nicht! Jarres verordnet. Seine Zuständigkeit gibt er teilweise ab. Der Reichsminister. des Inner Jarres hat folgende Ber ordnung erlassen: Die mir durch§ 2 der Berordnung des Herrn Reichspräsidenten über die Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes und die Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen vom 28. Fe bruar 1924 erteilte Befugnis zu Beschränkungen des Brief, Posts, Telegraphen und Fernsprechgeheimnisses, zu Anordnungen von zu Beschränkungen Cigentums übertrage auf ſoll auch furzfristige Darlehen an das Reich geben, aber die Beträge III. Finanzielle Bestimmungen. Haussuchungen und Beschlagnahmen sowie de Bendessentral. und die Art dieser Darlehen( höchftens 100 Millionen Mark für längstens 3 Monate) sollen im Bankgefeß genau festgesetzt werden. Das Reich foll an den Gewinnen der Bank Anteil haben, die Bank soll aber von jedem Regierungseinfluß frei fein. Die Bant foll ein Rapital von 400 millionen Gold. mart haben, movon 300 Millionen in Deutschland und im Ausland durch Zeichnungen aufgebracht werden sollen. Sie wird verwaltet von einem deutschen Präsidenten und dem nur aus Deutschen be stehenden Direktorium, das einen fenfultativen Beirat( gedacht ist wohl an die Aufrechterhaltung des Zentralausschusses) haben kann. Neben dem deutschen Direktorium ist ein„ General Board"( Generaldirektion) eingefeßt, das aus fieben Deutschen und sieben Ausländern besteht. Es faßt seine Entscheidungen mit einer Majorität von zehn Mitgliedern. Diefer" General Board" hat gewiffe Bollmachten in denjenigen Fragen, die die Interessen der Gläubigerstaaten berühren. Ein ausländisches Mitglied dieses General Board" soll der Commissioner( bevollmächtigter Kommissar) sein. Er hat darüber zu wachen, daß die Vorschriften, die sich auf die Notenausgabe und die Aufrechterhaltung der Notendedung beziehen, beachtet werden. Der General Board" fann auch mit einfacher Majorität beschließen, wenn der Präsident und der Commissioner in dieser Majorität enthalten sind. Für seine Aktionsfähigkeit ist daher eine Kooperation zwischen der deutschen und der ausländischen Gruppe stets notwendig. Ein umfangreicher besonderer Nachtrag enthält einen bis ins einzelne detaillierten Plan über die Bank. " vor: Das Gutachten der Sachverständigen schlägt folgende Leistungen behörden, in Preußen außerdem auf die Oberpräsi denten und den Polizeipräsidenten von Berlin. Meine unmittelbare Zuständigkeit zu solchen Maßnahmen wird hier burch nicht berührt." a) für die Moratoriumszeit: 1. Jahr 1924/25 1000 Millionen Goldmart, und zwar 800 Millionen aus einer auswärtigen Anleihe und 200 Millionen aus dem Dienst der Eisenbahnobligationen. Die 800 Millionen dienen zur Finanzierung der Sachleistungen und der Befagungsfoften. Soweit Anleihen nicht zustande tommen, tönnen Leistungen von Deutschland nicht gefordert werden. 2. Jahr 1925/26 1220 Millionen Goldmart, bestehend aus dem Dienst der Eisenbahnobligationen, der Industrieobligationen und 500 Millionen aus dem Verkauf von Vorzugsaktien der Eisenbahn. b) für die Uebergangszeit: 3. Jahr 1926/27 1200 Millionen Goldmart, bestehend aus dem Dienst der Eisenbahnobligationen, der Industrieobligationen, der Beförderungssteuer und aus Haushaltsmitteln. ( Schluß in der Morgenausgabe.) Die Börse in übler Stimmung. Der Verlauf der Micum- Verhandlungen, die gestern zu feinem Ergebnis führten, gibt der Börse Anlaß zu ernsten Besorgnissen. Man ist sich in Banffreisen darüber flar, daß es der Industrie unmöglich ist, aus eigener Kraft die bisherigen Laften aus dem Micum Bertrage auch weiterhin zu tragen, sieht aber auch nicht, woher die Regierung die Mittel nehmen sollte, um in den Vertrag einzutreten, ohne das mit Mühe aufgestellte Budget umzustoßen und damit die Stabilität der Währung in Frage zu stellen. War schon deshalb an eine durchgreifende Befferung der Stimmung im heutigen Effettenverkehr nicht zu denten, so brückt die immer fühlbarer werdende Einschränkung der Kreditgemährung der Reichsbank und die damit verbundene Berknappung des Geldmarktes immer weiter auf die Tendenz. R II. Die deutsche Reichsbahn. Aus den Reichsbahnunternehmen soll eine Aktiengesett. fich oft gebildet werden. Diese Aktiengesellschaft wird vorweg mit einem Betrage von 11 Milliarden Goldmart erftſtelliger Obligationen telaftet, die mit 5 Broz. jährlich zu verzinsen und mit 1 Broz. jährlich zu tilgen sind. Die jährliche Leistung von 660 Milan, lionen Goldmark ist in die Reparationstaffe zu bezahlen. In voller Höhe ist diese Zahlung erst vom vierten Jahre ab zu leisten; fie beträgt im ersten Jahre 330, im zweiten 465, im britten 550 Millionen Goldmark. Das Attienkapital der Reichsbahngesellschaft von insgesamt 15 Milliarden Goldmark soll in 2 Milliarden Goldmark Vorzugs aftien und 13 Milliarden Goldmark Stammattien zerfallen. Dem Reiche gehören die gesamten Stammattien sowie 500 Millionen Goldmark der genannten Borzugsaktien, während 1,5 milliarden Anne Marie Happenpappen. Und ihr Landesverrat. Bon Hans Wesemann. E is dnd Das ungehpure Verbrechen war geschehen. Nie wieder gute zumachenden Bérrat an den heiligsten Gütern der Nation hatten feile Schurten begangen: die Sachverständigenfommission hatte festgestellt, wieviel Maz Bier von den völkischen Verbänden bei ihrer Arbeit für die Befreiung Deutschlands verbraucht worden war, und Poincaré hatte in der Kammer verlangt, daß dieses Bier auf das Reparationsfonto anzurechnen fei. Für den Weigerungsfall hatte er mit Sanktionen gedroht. Die nationale Volksfeele fochte. Es hagelte Protesticlegramme. Die völfifche Bresse forderte den Kopf aller Novemberverbrecher und inszenierte schnell ein paar Pogrome, um dem beleidigten Nationalempfinden Genüge zu tun. Die Justiz aber handelte wie immer mit eiserner Energie. Sämtliche marristisch verfeuchten Blätter von der„ Germania" bis zum Roten Fahne" wurden im Geiste in Schuzhaft genommen, und 1586 743 deutschnationale Horchposten wurden im Nachtragsetat bewilligt zur permanenten leberwachung des öffentlichen Lebens. Wer ist's? war die allgemeine Frage, auf die alle Wettbureaus schon im voraus Unfummen einfaffierten- natürlich hatte die Mehr zahl auf einen margistischen lebeltäter getippt. Endlich piaßte die Bombe. Die politische Polizei verhaftete als Berbrecher die 64jährige Anne Marie Happenpappen, ihres Zeichens Toilettenfrau im Adlon. Ein Zufall hatte die Spur auf sie gelenkt. Ein Besucher ihres Domizils hatte nämlich beobachtet, wie sie mit einem Herim der Ententekommission ein vertrauliches Gespräch hatte und daraufhin Geld von ihm in die Hand gebrüdt betam! Daß dies des öfteren vorgekommen war, bestätigten auch andere Besucher von einwandfrei nationaler Gesinnung. Nun griff man zu. Und alles wurde furchtbar klar. In den geheimen Räumen fand man cufgehängt ganze Bündel von Zeitungspapieren, die fast sämtlich aus saterlandslosen Blättern geschnitten waren. Daher also hatten die Spipne der Entente ihre Kenntnisse über unsere patriotischen Belange gezogen. Daß die elende Berräterin auch gut nationales Zeitungs papier dazwischengenischt hatte, bewies nur, mit welchem Raffine ment sie zu Werte gegangen war. Da gab es fein Zögern mehr. Juftitia fat ihre Pflicht. Frau Happenpappen wurde wegen Landesverrats zweimal zum Tode und 3u Lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurden ihr tie bürgerlichen Ehrenrechte und die WC.- Pensionsberechtigung ab erkannt. Ganz Deutschland jauchzte dem höchst gerechten Richter zu. Maurenbrecher aber schrieb in der Deutschen Zeitung", daß nun Auch die Gerüchte van drohenden Insolvenzen dauern wenn sich auch einige dieser Schwierigkeiten als gergfügiger herausgestellt haben als zuerst verlautete. Immerhin wirften Käufe des Publikums und Käufe der Baissespekulation zur Erledigung dieser Engagements zu Beginn der Börse etwas belebend auf den Markt. Doch fonnte diese Stimmung nicht lange anhalten, da die Spetulation alsbald zu neuen Verkäufen schritt und auch einzelne Erefutionsverkäufe, zum größten Teil freiwillige, fich wieder bemerkbar machen.) Die Lage am Devisenmartt bleibt unverändert, wenn auch die Anspannung des Geldmarktes hier zu einer gewiffen Erleichte rung geführt hat. Im Tauschverkehr stellte sich gemäß feiner Entwidlung an der New Yorker Börse der französische Franken etwas höher und wurde gegen englische Pfunde mit 72 gehandelt. endlich die große Reinigung der politischen Atmosphäre in Deutschland begonnen habe. Der militärische Oberbefehlshaber verhängte die Zensur über fämtliches Toilettepapier. Die Bölfischen aber, damit nicht zufrieden, forderten kategorisch, deß in Zukunft nur völlisch einwandfreies Bapier verbraucht werden dürfte, um jeden etwa neu geplanten Berrat schon im Reime zu erstiden. Das geschah denn auch, womit einem tief gefühlten patriotischen Bedürfnisse endgültig abgeholfen wurde. „ Die Nibelungen im tod Die Niebelungen- Trilogie Friedrich Hebbels ist die monumentale Tragödie einer hiftorischen Zeitenwende. Brunhild ragt noch in die alte Götterepoche und aus ihr in die christliche Zeit. Siegfried ift der fubjektiv- unschuldige Verräter der alten Welt, die er, indem er sie verrät, gleichzeitig mit der neuen verbindet. In ihr lebt Hagen als der Repräsentant der Vergangenheit und als ihr Rächer an Siegfried. Ginem unerbittlichen Weltgesetz gemäß tommen sie alle um, die Uebergangsmenschen, die Dämmerwesen der Zwischenzeit, die Star fen und die Degenerierten, und übrig bleibt der Bertreter des neuen Lebens, des Christentums, der die Laft des letzten Hunnenkönigs übernimmt, um fie im Namen dessen, der am Kreuz erblich" zu tragen. Wäre das Abzeichen unserer modernen Rasse- Heiden nicht das Produkt einer borniert tändelnden Phantasie, sondern ein wirt. fiches Symbol des alten Germanentums, man fönnte fagen: in Hebbels Nibelungen" fiegt das Kreuz über das Hakenkreuz. Diese Weltanschauung manifeftiert sich in der gehämmerten, un erbittlichen Tragit. der Charattere und der Schicksale, die vonein ander abhängig, ineinander übergreifen und wie die Räder eines Mechanismus von komplizierter Logik mit tödlicher Konsequenz gegenseitig ihre Ursachen bilden und ihre Wirkungen auslösen. Es gibt nicht viele solche Trilogen, in denen nichts willfürlich, nichts lose, nichts schwebend ist. Die Nibelungen bilden einen Guß in drei Teilen. Jürgen Fehling wollte alle drei an einem Abend im Staatstheater spielen. Es gelang ihm: eine einheitliche Regieleistung. Es gelang ihm nicht: die Einheit des Werks zu wahren. Er mußte in 6 Stunden komprimieren, wozu 10 gerade ausgereicht hätten. Infolgedessen mußte er Höhepunkte geben, statt der Entwidlung mit höhepunkten. Es war, als zeigte man von einem univerfalen Weltbrand nur die ragenden Stichflammen und die bannernden Explosionen. Dafür entschädigte allerdings die künstlerische Defonomie der Szene. in der aus den sparsamsten Mitteln der Farbe, der Kleidung( Kostüme von Birchan), der hori zontalen und vertikalen Treppe", bie einzelne Plateaus" bildete, Die Nibe ungen" Hebbels starte Wirkungen herausgeholt waren. Die Nibe ungen" Hebbels maren zerrissen, um den" Nibelungen" Fehlings trop der kurzen Dauer zu einer regietechnischen Einheitlichkeit zu verhelfen. 17 Dennoch wäre auch diese nicht fühlbar geworden ohne die Kriemhild der Agnes Straub. Die vertrat als Einzige des Dich. ters Rechte an diesem Abend. Wo fie stand, war die Lockerung des Werts nicht vorhanden. Wenn sie sprach, schmiedete sie zerbröckeln. des bramatisches Gemäuer zusammen. In der Entwicklung von der | | Deutschnationale Verlogenheit. Auch sie müssen erfüllen. = Breslau, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) In einer deutsch nationalen Wählerversammlung machte in Breslau der befannte Staatsratsabgeordnete und jetzige Reichstagskandidat, Professor Freiherr v. Freytag 2orinhoven, der aus dem Baltikum stammt, einige bemerkenswerte Geständnisse. Nachdem er zunächst auf die Freikarten der Abgeordneten geschimpft hatte, denen er die Verbindung mit ihren Wählern offenbar erschweren will, und nach dein er versucht hatte, die sozialdemokratische Minderheit im Richs= tag für alle Handlungen der Reichstagsmehrheit verantwort.iá zu machen, wandte er sich gegen die bisherige Erfüllungspolitif. Auf Borbehalt eines jozialdemokratischen Diskussionsredners, dağ auch der deutschnationale Parteivorsitzende, Hergt, fich bereits für die Fortsetzung der Erfüllungspolitik festgelegt habe, antwortete v. Freytag- Loringhoven, der als Vorfämpfer des völfischen Ge danfens innerhalb der deutschnationalen Partei gilt, gleichfalls mif einem bemerkenswerten Bekenntnis für die Fortsehung der Erfüllungspolitik. Wenn die Deutschnationalen zur Regierung tommen würden, würden sie die bisherige Außenpolitit fortführen, aber in anderem Geiste", nämlich dem Geiste der Wahri afugkeit. Die Opfer der Erfüllungspolitit follen also auch nach der Memung der völkisch- deutschnationalen Richtung weiter gebracht werden, aber gleichzeitig soll ihnen durch Waffengeflirr jede verföhnliche Wirkung im Auslande genommen werden. Der von den Deutschnationalen zum Reichstag aufgestellte Arbeiterfekretär Röser fuchte seine Aufgabe darin, als Arbeiter gegen den Achtstundentag zir sprechen, wobei er sich im wesentlichen auf Renegaten berief, die aus der fozialdemokratischen Bartei herausgeworfen wurden, wie Winnig, Frante, Kloth usw. Wer also bei der Sozialdemokratie als Schädling der Arbeiterinteressen herausfliegt, fann bei den Deutschnationalen immer noch zu hohen Ehren tommen. Wahlerfolg in Finnland. Helsingfors, 8. April.( Eigener Drahtbericht). Bei den Reichstagswahlen erhielten hier der finnländische Bled 21000, die Sozialdemokratie 18 000, die Kommunisten 10 000, die Fortschrittspartei 9000, die Schweden 8000, die Agrarier 4000 Stimmen. lächelnden liebenden Unschulb bis zur rächenden hassenden Schuld bewahrte sie die von Hebbel beabsichtigte Darstellung einer ganzen Generation und einer ganzen Epoche. Sie lächelte, wie ein Mädhen, fie meinte, wie eine Mutter, fie schrie, wie eine Megäre. Gie und glaubhaft und erschütternd auf den Mienen ihres Gefichts, den steigerte ein weiches Antik zur grauenvollen Grimasse und sichtbar Schwingungen ihrer Stimme, den Bewegungen ihrer Hände und den Linien ihres Körpers lag ihre Entwicklung dem Zuschauer gleichfam dargeboten. Sie allein überzeugte. Ihre Träne war echt und ihr Haß machte zittern. Sie lieferte endlich die Erklärung für die angebliche Unverständlichkeit des Weibes. Heinrich George war ein polternber, nur am Ende überzeugender Fast alle anderen zeigten mehr Eifer, als können und Berständnis. Hagen, tein finsterer Höllenmensch, sondern ein schlauer, nervöser und ungeduldiger Bösewicht. Robert Taube- gab einen Günther, der nicht schwach und nicht gütig, nicht Werkzeug in der Hand der Geschichte war. Im zweiten Teil gelang es ihm, seine Tragit an ein. zelnen Stellen durchzusetzen. Er hätte mehr an das Mitleid appellieren sollen. Der Siegfried Carl Eberts betonte mehr die jugendlich- reckenhaft- sonnige Seite des Charakters, als die heldenhafte, männliche. Er fönnte um einen Grab brutaler werden. A'erander Granach war nur in der Erscheinung als König Ekel überzeugend ein christlicher Heide unter heidnischen Chriften, ein fultivierter Barbar. Er schrie nur zu viel; wie übrigens alle, mit Ausnahme Leo Reuß'( als Volfer). Von den Männern sind noch zu erwähnen: Georg August Koch als Dietrich von Bern und Kraußned als Rüdiger. Bon den Frauen: Rofa Bertens als Ute und Elia Wagner als Frigga; übrigens die Einzigen, die edel und einfach sprechen fönnen. Ida Maria Sachs als Brunhild ist, obwohl fchwarzhaarig, feine waltürenhafte Jungfrau. Ihre Fülle ist nicht Straft, sondern glatte Weichheit. Die Männer überschrien fiches war ein unaufhörliches Gepolter und man hatte doch kein Bardengefchrei zu liefern! Es war ein Mißverständnis. Die Aufführung war vielleicht äußerlich veranlaßt durch den Erfolg des Nibelungenfilms. Ihre innere Notwendigkeit entscheidet nur die Frage: finden wir eine Beziehung zu Hebbels Gestalten? finden wir sie, die neuen Menschen, die von unten kommen, finden die Arbeitenden eine Brücke zu den Fürsten der Legende? Durch die Vermittlung Hebbels finden wir sie, und durch die der ihm ebenbürtigen Straub. Auch unsere Zeit ist ein Untergang, ein Uebergang und ein Aufstieg. Auch heute, morgen oder übermorgen fann der und jener Chel seine fönigliche Laft, die blutige, friegerische Krone feinem Erben übergeben, einem im wahrsten Sinne christlichen Dietrich, der das Zeitalter der Humanität einleiten wird. R- th. Die Bolfsbühne veranstaltet am Starfreitag, mittags 1,12 Uhr, in ber Oper am Königsplaß ein geintliches Konzert, bei dem Gertrud Bindernagel( Staatsoper) Arien und Lieber von Berdi, Hugs Bolf und Schubert mit Orgelbegleitung zum Vortrag bringen wird. Prof. Wolfgang Reimann spielt Digelwerke von Bach und Neger, der Staats- und Domchor bringt unter Leitung von Prof. Hugo Rüdel Chöre zu Gehör. Am 25. April, abends 7 Uhr, gelangt in der Alten. Barniſonfirche dia matt bauspassion mit dem Philharmonischen Orchester und dem Chor der Singalademie unter Leitung von Prof. Georg Schumann zur Aufführung Ein Warnruf. Notwendige Wirtschaftsbereinigung. Die fritischen Verhältnisse am Devisenmarkt und die Gefahr einer neuen Geldentwertung infolge der Ueberschwemmung der Wirtschaft mit Renten- und Papiermark erfordern die fchärffte Aufmerksamkeit aller Finanz- und Währungspolitiker. In der heutigen Morgenausgabe der„ Bossischen Zeitung" nimmt nun der frühere Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium, Prof. Dr. Julius Hirsch, Stellung zu den aus der bisherigen verfehlten Kreditpolitik sich ergebenden Problemen. Sein eindringlicher Barnruf gipfelt in folgenden Forderungen: Wollen wir bei der offensichtlichen Falschleitung, in die wir hineingeraten find, die allzu spät begonnene Gefundung von Wirtschaft und Währung nicht erneut gefährden, so ist das Entscheidende, was schleunigstt geschehen muß, dieses: 1. Richt nur feinerlei Bermehrung von Reichsbant- und Rentenmark- Kredit mehr, sondern planmäßige Ber: minderung. Die einzige Stelle, mo eine Verminderung nicht volkswirtschaftlich zweckmäßig ist, sind die Kredite für landwirtschaft liche Betriebs, insbesondere Düngemittel. An allen anderen Stellen planmäßige Verminderung der auf Privattredit hinausgegebenen Zahlungsmittelmenge. Diese kann nicht durch Rationierung" zwischen wichtigen und weniger wichtigen Industrien, sondern durch scharfe 3ins. erhöhung( Distonierhöhung) gefördert werden. Eine solche zwingt insbesondere unser Bankwesen, höhere Kreditzinsen zu geben, nachdem bei den Debetzinsen die obere Grenzen eben wegen mangeinden Angebots an Kredit bereits zu hoch ist. Ich denke zunächst an die baldige Berdoppelung des Reichsbant Dis= fontfages. 3. Bei der Reichsbant und allen gemeinwirtschaftlichen und privaten Spareinrichtungen sollten Devisentredite gegen Einzahlung in Devisen und fremden Noten aufgenommen werden unter Zusicherung der Rückzahlung in solchen. Diese DeDisentredite sollten den Einlegern so hoch wie irgend möglich verzinft werden( Mobilisierung der Noten- und Devisenbestände der Briveten). 4. Schleunigste Umstellung unseres gesamten Geldwesens, dessen Ausdehnbarkeit sich jetzt bereits fo bedentlich geltend macht, auf Goldgrundlage. Nur diese kann gegenüber den rein quantitätstheoretisch- chartalistischen Methoden, zu denen unser jegiges Kreditgeld zwingt, auf Sie echte Basis des Go'des zurückführen, die metalliſtiſche, die einen Wertträger in fich schafft. Dann fann baldigste Aufhebung aller Beschränkungen des Devisenverkehrs erfolgen. 5. Der Abbau der unwirtschaftlichen Betriebs formen muß außer von der Kreditfeite her gleichzeitig auch von der Seite der Wirtschaftspolitik erfolgen, insbesondere a) durch baldige Nachprüfung der Haltbarkeit der Umfassteuer. Sie verteuert im Inlande alle waren um durch schnittlich 10 Broz., bei der Einfuhr um mindestens 7% Broz, stärkt die Bortruftung und hermt im Handel die wirtschaftlich vorgeschritte nen Großbetriebe gegenüber der Unzahl von Klein und Mittelbetri ben. Statt dessen b) gründliche Nachprüfung der bisherigen ablehnenden Stellung gegenüber den Handelsmonopolen, die von wichtigen Stellen zugleich eine Bereinigung der Wirtschaft und gefündere Finanzie. rung des Reiches herbeiführen fönnten. Segünstigung der gemeinwirtschaftlichen, profitos arbeitenden Betriebsformen, insbesondere des Genoffaftswefens. d) Verminderung der Spanne zwischen Lohn und Preis durch allmähliche planmäßige Staigerung des Reallohnes und Vorminderung der unproduttiven Zwischenkosten zwischen Lohn und Preis. Dadurch wird Steigerung der Maffentauftraft gegenüber dem Lurusverbrauch, natürliche Beebung der Produktion und beste innere Wirtschaftssicherung der Währung erreicht. Wir stehen vor der Frage, ob wir durch Weitertreiben der bis herigen Kreditpolitik in eine neue Erschwerung unseres Gelbwertes " hineinschliddern", oder ob wir endlich die Wirtschaft bereinigen wollen, indem wir das Mißverhältnis in unserer Preis höhe zwischen Arbeitslohn, Zins und toten Kosten der Wirtschaft durch bewußte, auch gegenüber mächtigen Birt schaftsintereffen rüdsichtslose Wirtschaftspolitit beseitigen." Zu der Durchführung derartiger Forderungen, die wir in weitem Umfange teilen, ist allerdings Boraussetzung eine fchöpferische Wirtschaftspolitik, die nicht gerade dann in die bewährten Formen" des freien Spiels der Kräfte zurücverfällt, wo die Gefahr für die Gesamtwirtschaft infolge der wirtschaftlichen Anarchie im Wachsen ist. Von den Freunden der Inflation im bürgerlichen Lager wird freilich eine planmäßige und entschlossene Abwehr der Inflations gefahr nicht zu erwarten fein. Dazu haben die ihnen naheftehenden Finanz- und Produzententrise seinerzeit an der Inflation der Papiermart viel zu gut verdient. Scholichs letzte Fahrt. Breslau, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Leichenbegängnis des plötzlich einem Herzschlage erlegenen Genoffen Scholich, wurde zu einer feierlichen Kundgebung der schlesischen Arbeiter. Im schön geschmückten Saale des Gewerkschaftshauses war die Leiche aufvahrt, als sich die Vertreter der Partei aus ganz Schlesien, ferner er Gewerkschaften der Krankenkasse und alle anderen Zweige der Arbeiterbewegung zur Trauerfeier verfammelten. Mit dem sozial demokratischen Oberpräsidenten von Schlesien waren auch bürgerliche Vertreter der Staats- und Selbstverwaltung, an der Spize der Oberbürgermeister und der Polizeipräsident von Breslau, erschienen, ferner der Bizepräsident des Preußischen Landtages, Zentrumsabg. Dr. Porsch. Die Trauerrede hielt Reichstagpräsident Genoffe Löbe, ber einen Ueberblick über Schelichs Lebensweg, vom Bauernhof über den ländlichen Handwerferberuf und die Industriearbeit zur politischen Bewegung und zur politischen Führerschaft schilderte. Organisationsleistungen und Arbeit in der Verwaltungsreform, wie sie der Dahingeschiedene aufzuweisen habe, sei Arbeit an den Fundamenten der Gesellschaftsordnung. Für die Preußische Landtagsfraktion sprach Genosse Grzeszinsti, der besonders auf die Berdienste Scholichs um die Reform der Gemeindeverfassung hinwies. Dann setzte sich nach bem Gesang von Arbeiter- und Frauendhören ein riesiger Leichenzug in Bewegung, der durch die ganze Stadt zum Friedhof führte, voran zahlreiche fozialdemokratische und republikanische Fahnen. Am Grabe sprachen noch Bertreter des Parteivorstandes, der Be zirfsorganisation des Holzarbeiterverbandes und der Krankenkaffe. Die Stadt Breslau hat seit Jahren teine so eindrucksvolle öffentliche Trauerfundgebung mehr gesehen, wie diese Dantesbe zeigung der schlesischen Arbeiterbewegung für ihren verstorbenen Führer Das Ergebnis des Aerztestreits. Zur Beendigung des Kampfes zwischen Aerzten und Kaffen wird uns von neutraler Seite geschrieben: Erbitterung geführt wurd Nach viermonatigem Kampfe, der auf beiden Seiten mit großer zwischen Aerzten und Kaffen abgeschlossen worden. Der Regierung ist der Waffenstillstand war es, troj reblicher unparteiischer Bemühungen, nicht möglich gewesen, die Parteien zur Einigung zu bringen. Den Anstoß zu ben Waffenstillstandsverhandlungen gab Anfang März eine private Besprechung zwischen Dr. Stüdgold, einem der Bertrauensmänner des Groß- Berliner Aerztebundes, und Dr. Weyl, einem der Führer des Berliner Rassenärztevereins. Dr. Stückgeld hatte schon vorher in großen Aerzteversammlungen Bersicherten" mar in Aerztefreisen geschwunden; man hatte gemertt, die Idee der Einigung vertreten. Die Hoffnung auf den Bund der daß diese Allianz nur eine fommunistische Parteimache war. Die Aerzteschaft tonnie genau so wenig wie die Krankenkassen ein Interesse daran haben, die Sozialversicherung zu zerschlagen und aus ihren Trümmern tommunistische Neubildungen zu konstruieren. " Was ist nun durch die zwischenparteiliche Arbeit erreicht worden? Den Parteien wurde der Boden für einen Frieden ohne endlich die seit Jahren von Dr. Weyl und Dr. Moses geforderte Sieger und ohne Besiegte geebnet. Dieser Frieden wird Blanmäßigkeit in die tassenärztliche Versorgung der Groß- Berliner Raffenpatienten und darüber hinaus vielleicht der gesamten deutschen Staffenpatienten bringen. Groß- Berlin wird auf Jahre hinaus für neue Raffenärzte gesperrt. Festangestellte Aerzte im Dienste der Stadt, des Staates, des Reiches usw. dürfen keine Raffenpragis betreiben. Den Kapazitäten und den wenig beschäftigten Saffenärzten, besonders im Weften, wird nahegelegt werden, auf hre Kassenpraris zu verzichten. Durch diese Maßnahmen werden Öffentliche Wählerversammlung Heute, Mittwoch, abends 7 Uhr Wedding( 15. Abt.): Schulaula, Strelitzer Straße 41 Tagesordnung: Die Bedeutung des 4. Mai Referent: Karl Dressel ohne daß ein beschäftigter Brattifer gestrichen zu werden braucht. einige hundert Kaffenärzte ohne Gewaltanwendung ausfcheiden, Es wird dafür gesorgt werden, daß der ärztliche Nachwuchs über das Reich verteilt wird, nicht zum Schaden dieses Nachwuchses und der Bevölkerung. Durch eine einigermaßen stabilisierte, ver ringerte Aerztezahl und eine Erhöhung des Pau scales, werden die ewigen Honorarstreitigkeiten beendet und eine beffere ärztliche Arbeit für die Kassenpatienten wird ermöglicht werden. Den Versicherten bleibt die Möglichkeit, weiter unter der nach obiger Methode zugelassenen, unbedingt ausreichenden Herzbezahl frei zu wählen, und auch Rassen ambula torien, von denen einige bestehen bleiben werden, aufzusuchen. Auch die Lösung des Problems der Familienversicherung ist erheblich näher gerüdt. Die Frage der Nothelfer wird ohne Gefühlsmomente im Wege ruhiger. juristisch fundierter Erörterungen gelöst, der von ihnen gebildete Verein bleibt bestehen und wird vein fach ich für seine Ideen eintreten. Jezt ist es Aufgabe der Regierung, diese sozialpolitisch sehr wichtigen Fragen, deren Erledigung die Beteiligten untereinander durch konzessionspolitik gefördert haben, in jeder Weise zu überwachen und zum Wohle der Allgemeinheit zu unterstützen. Der Mord in der Alvenslebenstraße. Umfangreiche Zeugenvernehmungen. Der Mord in der Alvenslebenstraße ist auch jetzt noch nicht weiter aufgeklärt. Die Schlägerei, die man zuerst mit dem Ber: brechen in Zusammenhang brachte, hat auch nach den weiteren Ertommission Trettin- Quoß fuchte in Verbindung mit der Streife B. 1 mittlungen damit höchstwahrscheinlich nichts zu tun. Die Mordin der vergangenen Nacht die ganze Gegend des Bülowbogens eingehend ab und ermittelte babei 20 Personen, die die ermordete Händlerin Rosa Schatys mehr oder weniger gefannt haben. Alle diese Leute werden im Laufe des heutigen Tages auf dem Revier 32 in der Alvenslebenstraße 26a, wohin die Mordkommission vorläufig ihren Sitz verlegt hat, über ihre Wahrnehmungen während der Nacht zum vergangenen Freitag vernommen. Die Bernehmung anderer Zeugen hat bisher nur ergeben, daß die Ermordete zuletzt um 1 Uhr nachts von dem Wurstmar gesehen worden ist. Sie hatte zu dieser Zeit ihren Nelkenstrauß in der Hand. Wohin sie sich von hier aus gewandt hat, weiß man noch nicht. Es ist nicht unmöglich, daß fie auf der Straße eine Bekanntschaft gemacht hat und dann in einer Wohnung ermordet und schließlich als Leiche nach der Haus türnische in der Alvenslebenstraße 23 gefchleppt worden ist. Wie der Gerichtsarzt Professor Dr. Strauch, der gestern noch einmal gehört wurde, festgestellt hat, muß zur Erdrosselung des Mädchens eine Schnur gebraucht worden sein. Weitere Mitteilungen zur lohnung von 500 Goldmart entgegen. Aufklärung nimmt die Mordtommiffion unter Hinweis auf die Be= Berliner Turn- und Sportwoche 1924. Wie im Vorjahre, so soll auch in diesem Jahre eine Berliner Turn- und Sportwoche, und zwar in der Zeit vom 22. bis 29. Juni, stattfinden. Durch großangelegte Veranstaltungen soll der Berliner Bevölkerung vor Augen geführt werden, daß Turnen, Sport und Spiele als Lebensnotwendigkeiten anzufehen sind. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen ver aichtet für sich auf eine Sonderveranstaltung, da er in der Berliner Turn- und Sportwoche den allgemeinen Spielplatz- Berbetag gestern abend alle beteiligten Berliner Turn- und Sportverbände, der Reichshauptstadt erblickt. Oberbürgermeister Böß hatte zu bie Berliner Preffe, die Sportgeräteindustrie und den Handel sowie die Bertreter der Bezirke zu einer Aussprache im Stadtverordneten figungsfaale des Rathauses geladen. In seinen Begrüßungsworten an die Erschienenen hob der Oberbürgermeister hervor, daß die Sportwoche 1923 eine Tat war. In diesem Jahre foll ihr grofzügiger Charafter noch mehr hervortreten. Direttor äus ler vom Jugendamt Berlin verlas darauf die Zusagen der einzelnen Sportverbände und bemerkte, daß im Anschluß an die Sport woche eine Anzahl neuer Sportplätze der Deffentlichkeit über geben werden sollen. In der Aussprache gaben Bertreter einzelner Sportorganisationen noch ihr Programm ab. Dehlschläger als Vertreter der Arbeitersportverbände erklärte, daß die Arbeiter. sportler auch in diesem Jahre eine Beteiligung an der Berliner Lurn- und Sportwoche ablehnen müssen. Nach einem furzen Schlußwort des Oberbürgermeisters Böß, in dem er seinen Dank für die Bulage der Sportvereinigungen aussprach, hatte die Sigung ihr Ende erreicht. Ser Menschenleben in Gefahr schweben sollten, rüdten auch mehrere Wagen des städtischen Rettungswesens und eine hundertschaft der Schupo zur Brandstelle aus. Es ge. lang der Feuerwehr, die angrenzenden Betriebe zu schützen. Der Kampf um den neuen Reichstag. Sechs große und zahlreich besuchte öffentliche Bersammfungen der Sozialdemokratischen Partei beschäftigten sich gestern abend mit den bevorstehenden Wahlen. In allen Versammlungen war die Stimmung eine ausgezeichnete und die Zuversicht der Verfammlungsteilnehmer groß. In der Hohenzollernschule in Schöneberg sprach Genosse Dr. Löwenstein. Er fennzeichnete in der Einleitung flar, wo rum es in diesem Wahlkampf geht und betonte, daß es sich darum handle, ob die Republik erhalten und besser ausgebaut werden fönne oder ob das deutsche Volt unter einem neuen Krieg das schlimmste erleiden soll Genosse Löwenstein geißelte sodann die Justizschmach in Deutschland, die im Hitler- Ludendorff- Prozeß den Höhepunkt erreicht habe, aber auch bereits in früheren Jahren dazu führte, daß stets mit zweierlei Maß gemessen wurde, je nachdem VerZum Schluß rechnete der Redner in wirkungsvoller Weise mit den treter der Cinks: oder Rechtsparteien vor den Schranken standen. nationalen" Parteien ab, die immer nur und namentlich in Steuerfragen die Ausbeutung der Arbeiter im Auge gehabt haben. Die Ausführungen unseres Genossen Löwenstein waren so überzeugend, daß von einer Debatte abgesehen werden konnte. Die im Saal an wesenden Kommunisten machten zwar ein paar 3wischenrufe, font ten aber gegen die Rede Löwensteins nichts Stichhaltiges ins Feld führen. In Marienfelde referierte Genoffe Zechlin, der das Treiben der Deutschvölkischen brandmarkte und auseinander. setzte, welche verhängnisvollen Folgen es für Deutschland außen und innenpolitisch haben müsse, wenn diese Herrschaften an die Regierung fämen. Genoffe Zechlin wandte sich sodann scharf gegen die Zersplitterung der Arbeiterschaft und fertigte dabei ein paar törichte Zwischenrufe der Kommunisten deutlich ab. In Frie denau sprach Genosse Künstler. Er beleuchtete grell die stets verlogene Haltung und Handlung der Schwerindustrie, die immer nur bereit sei. Opfer zu bringen auf Kosten der Arbeiter, und stellte demgegenüber die positive Arbeit der Sozialdemokraten, die vor Jahren schon die Stabilisierung der Währung verlangt haben. Inflationsgewinnler aber und Spetulanten haten es immer wieder verstanden, die Anträge der Sozialdemokraten zunichte zu machen. Am 4. Mai müssen alle Arbeiter, Angestellten und Beamten dafür forgen, daß die Unterdrückten und Enterbten wieder einen Aufstieg erleben, den nur die Sozialdemokratische Partei herbeiführen fam. Ein deutschnationaler Diskussionsredner trug viel zur Heiterkeit der Versammlung bei. In Die Kommunisten erschienen mit Berstärkung aus den umliegenden In Johannistha! hatte Genosse Bartels das Wort. Ortschaften und ließen ihre Tyraden vom Stapel. Dabei konnte festgestellt werden, daß sie durch Dauerreben dem Referenten bas Schlußwort zu vereiteln suchten. Dieses Borhaben mißlang jedoch. um 11% Uhr war die gutbesuchte Versammlung zu Ende. Rosenthal sprach Genosse Breuer. Die Ausführungen auch dieses Redners, die die große Gefahr aufzeigten, die dem Seutschen Bolk droht, wenn die Rechtsporteien ans Ruder fommen, wurden mit lautem Beifall aufgenommen. in den Sophienfälen. Die wichtigste Aufgabe der Arbeit Genosse Aufhäuser sprach nehmer wird die Neuordnung der heute total zerfahrenen Wirt schaftspolitit fein. Mit den bequemen Methoden der Lohndrückerei und einer unangemeffenen Preisfalfulation, die in Wahrheit mur Spefulation ist, können die trennenden fozialen und ökonomischen Probleme nicht mehr gelöst werden. Unsere Industrie muß endlich an einen rationellen Ausbau ihrer Betriebe herangehen, wenn sie für den Export. fonfurrenzfähig bleiben will und wenn sie heute noch für sich Risitsprämie und Entwertungsfaftor in Anspruch nimmt, wo die Inflation längst vorüber ist, aber andererseits der Arbeiterschaft einen Entbehrungsfaktor zumutet, so bleibt demgegenüber nur als einzige Antwort: stärffter Atwehrkampf der geschlossenen Ara beitnehmerfront. Der neue Reichstag muß uns den Blod der Nichtfachwertbefizer bringen. Gleich zu Beginn der Rebe mußten plan mäßige fommunistische Störungsversuche durch den Saalschuß unterdrückt werden. Genoffin Minna Todenhagen über das Thema:" Die ReichsIn einer Wählerversammlung in Weißenfee fpradh gestern tagswahl und die Frauen." Gerade die Frauen sind es, die noch nicht anerkannt haben, wer ihnen das Wahlrecht gegeben hat. Die Behauptung, die Sozialdemokratie hätte nicht vermocht, die soziale Frage zu lösen, fennzeichnet sich als dumme Redensart. Die Mehrlichen Parteien haben kein Berständnis für die Bedürfnisse der heit hatte bisher immer das Bürgertum, aber die bürgerarbeitenden Menschen gezeigt. Kernpunkt unseres Programms, das wir im Wahlkampf vertreten ist Vernunft und ein ungebrochener Idealismus.- Genoffin Bod aus Wien richtete an die Versammluna hoffnungs- und ficqeszuversichtliche Worte und betonte, daß ein wirtschaftlicher, moralischer und kultureller Aufstieg der Arbeiterschaft ohne eine starke Sozialdemokratie unmöglich ist. Die Stadtverordnetenverfammlung hat ihre nächste Sizung am Donnerstag um 45 Uhr. Das Arbeitspensum ist wieder sehr reichlich, weil aus der Tagesordnung vom vorigen Donnerstag das meiste unerledigt mit hinübergenommen werden mußte. In der vorigen Sigung konnte wegen des Kommunistenspettafels fehr wenig gearbeitet werden. Auf die Verhinderung der Arbeit kam es den Kommunisten auch nur an. Der neue Berliner Sender. Während des Umbaues des VorHaus- Senders wird ein neuer Sender, der von der Huth- Gesellschaft am Magdeburgischen Plaz errichtet wurde, an seine Stelle treten. Der Sender hat bereits seine Versuche aufgenommen und zu. friedenstellende Erfolge erzielt. Borträge ergaben hinfichtlich der Laut- und Abstimmschärfe vorzügliche Resultate. Sobald die Versuche, und zwar auf der Belle 500, zu einem Abschluß gediehen sind, wird der regelrechte Dienst des Senders aufenommen werden, der auch dann beibehalten werden soll, wenn der Bor- HausSender in seiner neuen Geſtalt hergerichtet ist. Beide Sender werden dann, von zwei verschiedenen Gesellschaften bedient, glei 3eitig tätig sein. Ein Großfeuer auf der Bulfanwerft in Hamburg vernichtete einen Schupen und 40 D- 8ug- Wagen, die fich in dem Schuppen zur Reparatur befanden. Da in dem Schuppen außerdem noch nicht vollständig entleerte Stoblenfäureflaichen lagerten, erfolgten außerordentlich heftige Detonationen. Die Feuerwehr fonnte sich in ftundenlanger Arbeit nur darauf beschränken, ein Ueberspringen des Feuers auf die Nachbargebäude zu verhindern. Leider find bei der Bekämpfung des Feners drei Feuerwehrleute ver unglüdt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. Kreis Webbing. Donnerstag, 10. April, abends 7 Uhr Werbefeier der Rinder gemeinschaft der weltlichen Schule im großen Saal der Pharusfäle, Müllerstr. 142. Musikalische Darbietungen, Kinderchor. Enzelgejänge usw. 6. Kreis. Der wegen Betriebsstörung ausgetallene Filmabend der Soz. Arbeiter Jugend Jch fahre in die Welt", findet nunmehr am Donnerstag, den 10. April 1924, in der Aula, Reichenberger Gtr 67-70( Ede Forster Str). statt. Bisher gelöfte Karten behalten ihre Gültigkeit. Die Abteilungsleiter werden gebeten, in den Berfammlungen auf diese Werbeveranstaltung der Jugend heute abend hinzuweisen Eintritt 40 B1. Einlaß 7 Uhr, Beginn 1, 8 Uhr 17. Areis Lichtenberg. Bildungsausschuß- Siseng sanerstag, 10. April, abends 8 Uhr, in der Bibliothet, Weichfelftz 28 Bortrag ges Genoffen Dr. Beffer über Toller und feine Berte". Gäste sind eingeladen. Großfeuer fam am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr in den Bergmann Elettrizitäts Werten Hennigsdorfer-, Sce- und Dudenarderstraße angeblich durch Fahr. A.-G. in Seiten alarmiert. Baurat 3ilius, der mit dem 23. Löschzuge als läffigfeit zum Ausbruch. Die Feuerwehr wurde von mehreren erster einiraf, ließ, Mittelfeuer" melden, worauf fofort die Züge 21, 124. Abt. Mahlsdorf. Heute, Mittwoch, 3. März, abends 8 Uhr, Sokal Anders, 24, 15 und 19 folgten. Da es fich um eitt Großfeuer handelte und 38. Abt. Mittwoch, 9 März, abends 7 Uhr, Sahlabende 185-188. u. 195. Be zirt: Mogwig. Barnimftr. 13 161. Bezirk: Rose. Gr Frankfurter Str. 16 189 Bezirt: Albrecht, Wilhelm- Stolze Ede Straßmannstr. Bahnhofstr.: Mitgliederversammlung. Gewerkschaftsbewegung Nach dem Kampf. Im Hauptmaterialienlager in Röpenis besteht infolge der Bersonalverringerung eine folche Arbeitsanhäufung, daß man neuerbings einen Privatunternehmer mit einer Anzahl Arbeitern herangezogen hat, der diesen Arbeitern einen Stundenlohn von halten, felbst aber von der Bahnverwaltung pro Arbeiter und 53 Bf. zahlt, alio 17 Bf. mehr, als die Eisenbahner er. Stunde nicht weniger als 75 i. erhält. angeführt wird, zeitigt der planlos vorgenommene Abbau unter| abtommen zum 8. April gekündigt Die Unternehmer lehnten den Eisenbahnern die tollsten Blüten. 20prozentige Lohnerhöhung. Die Unternehmer lehnten diese ab und glaubten, auf Grund der in der vorigen Woche in Goslar ftattgefundenen Tagung der Arbeitgeberverbände für das Baugewerbe mit Gegenanträgen aufwarten zu müffen. Eine Berlängerung des Bezirtstarifvertrages fann auf Grund der in Gostor gefaßten Beschlüsse nicht in Frage fommen. Die Unterneh mer miegen fich in der Hoffnung, daß später ein Reichstarifvertrag zustandekommen merde und möchten vorderhand eine gewiffe Uebergangszeit schaffen. Die Gegenanträge der Unternehmer gipfelten in der Hauptsache darin, die tägliche Arbeitszeit auf 9 Stunden festzulegen; alfo fiatt Bohnerhöhung Bers längerung der Arbeitszeit. abgebauter Arbeiter, von anderen Dienststellen a blomman Bei anderen Dienststellen ist man dazu übergegangen, an Stelle bierte zu beschäftigen. Man schredt dabei nicht banor zurüd, bie bann außer der Arbeitszeit nog Fahrzeit und Fahrgeld aus den entlegenfien Bororien Berlins Arbeiter abzufommandieren, erfekt belommen, fo baß für einen einzelnen Arbeiter oft bas bie bann außer der Arbeitszeit noch Fahrzeit und Fahrgeld Doppelte an Bezahlung nötia ift. als ein abgebauter erhalten ihr verfolgten Absichten Schindluber treiben. Die Pfennige, bie hätte. Das heißt denn bog mit der Abbauverordnung und den mit Martbeträgen wieder aus." man auf ber einen Seite spart, gibt man auf der anderen Seite in Man fonnte einigermaßen gespannt sein, wie die„ Rote Fahne", gestern nachdem sie geft ern ben lächerlichen Aufruf ihrer tommunistischen Organisation, Borbereitungen zum Rampfe zu treffen, vet. öffentlicht hat, heute zu dem abgefchloffenen Konflikt in ber Reichsbahn Stellung nehmen werde. Die unter der Diftatur von Moskau stehenden Eisenbahner haben, wie wir in unferem heutigen Morgenblatt bereits feststellten, überall, wo die foci gewerfschaftlichen im Berein mit den driftlichen und Hirsch Dunder. fchen Eisenbahnern im Rampf standen, sich gebrüdi und teilweise offen Streitbruch getrieben. Was schreibt nun heute die Rote Fahne"? Sie leiftet sich einen Beltartikel und außerdem auf der vierten Seite fünf Ueberschriften, von denen man fagen fann: gelogen wie gebrudt. Der Beitartifler bat offenbar von den Tingen, um die es fich dreht, nur einen dunflen Begriff. Er fann also ruhig barauf Losschreiben. Er erzählt, daß die 6 Bf. Lohnerhöhung nur mit Intaufnahme ungeheurer Ber. fchlechterungen in Bezug auf Arbeitszeit, Urlaub ufm. erreicht wor ben fei. Bozu zunächst zu bemerken ist, daß die Frage, ber Urständigen laubszeit gegenwärtig fich noch im Stadium der Berhandlung befindet und baß bezüglich ber Arbeitszeit nicht nur feine BerSchlechterung eingetreten ist, sondern insbesondere für die Ober. bauarbeiter eine Berbefferung. Für diese fonnte ber Bohnbetrug, ber darin bestand, daß man den Saisonarbeitern im Sommer für zehn Stunden nur achteinhalb zahlte, beseitigt merben. Den Bogel hat die Rote Fahne" aber zweifellos mit folgendem Den Bogel hat die„ Rote Fahne" aber zweifellos mit folgendem Gaz abgefchoffen: Nur bie gewerfchaftliche Opposition und die burch die refermiftischen Führer aus dem DEB. Ausgeschloffenen, bie fich im freien Eisenbahnerverband pereinigt haben, ftanten un eridyroden an erster Stelle, wiesen unermüdlich den Beg. Sie fagten ben Waffen der Cisenbahner, baß fie nur durch den scharfsten Rampf auf der ganzen Linie von den Vertretern des tapitalistischen Staates irgend etwas erreichen fönnten. Und foviel weiß heute jeder Eisenbahnarbeiter, baß, wenn die Brüber in Gütbeutschland, un Beften, im Magdeburger Bezirt, in Hamburg nicht unter Führung der Opposition in ben Streit getreten mären, nicht einmal Berhand lungen um die lumpigen 6 Bennige erreicht worben wären." Es ist eigentlich überflüssig, diese hanebüchenen Lügen nochmals zu widerlegen. Wir haben festgestellt, wie fich bie Opposition in biefem Stampfe in Birtlichkeit verhalten hat. Nachdem der Kampf nun ohne fie fiegreich beendet worden ist, stellen sich die jungen Leute Sinomjems hin und erzählen ber staunenden Mitmelt, Daß fie bas Rennen gemacht hätten. Diese Drüdeberger von Beruf find nur noch lächerlich. Wie die Reichsbahn wirtschaftet. Während sich die Regierungsstellen mit den Eisenbahnerorgani fationen in ungezählten Berhandlungen um einige Pfennige Lohn erhöhung streiten und dabei vom Verkehrsministerium ebenso wie vom Gesamtfabinett die bedrohte Wirtschaftlichkeit der Reichsbahn Echt R'Chevreaux mod., ganz spitze Form, gutes Fabrikat. Runde, moderne Form R'Chevreaux und Chromleder 90 5° 90 7% Für Damen: Beige Sämischleder, Pumps mit Querlasche, ha'bsp Form. mod, halbh. Abs, aus erstklas iger Fabrik, alle Gr. 690 Braun, echt Chevreaux, spitze Form mit Louis XV. 980 Absatz und braun Rindbox mit amerikanisch. Absatz Braun, echt Chevreaux, lange spitze Form, halbdurch den Bersonalmangel in gefährlicher Weise vernachläffigt. Die Selbst die Bahnunterhaltungsarbeiten werden ständigen fleinen Reparaturen an den Bahntörpern und Gleis. anlagen werden nicht mehr regelmäßig ausgeführt. So waren bei ( pielsweise zwischen den Stationen Hohenzollerndamm und Schmargendorf auf dem Gütergleis nicht weniger als 42 zerbrochene Baschen festzustellen, was zur Folge hatte, daß die Schienen da, wo die Lasche gebrochen war, ohne Berbindung mit der Schwelle maren und frei in der Luft hingen. Auf der Strecke nach Ertner fchüttung gebrochen Es ist als ein Bunder zu bezeichnen, baß nicht find fogar die Schienen infolge ungenügender und geloderter Stein größere Eisenbahnunfälle vorkommen. Für die Arbeiter felbft bedeutet bar instemlose Abbau eine leichtfertige Gefährdung ihres Lebens während der Arbeit. Auf unterhaltungsarbeitern 16 für anderweitigen Dienst ablommandiert. einer Bahnmeifteret im Gebiet bes Sibrings find von 28 Bahn Die verbleibenden 12 Mann nerteilen fidh auf 8 Rottenführer, so bag eigentlich über Aufsichtspersonalmangel nicht geflagt werden daß Anspruch genommen. Die Arbeiter find bann gezwungen, ohne fönnte, würden die Rottenführer nicht oft anderweitig dienstlich in Sicherheis poften auf befahrenen Streden zu arbeiten. in feiner Weise zur Rentabilitätserhöhung der Reichsbahn beiträgt. Aus all bem ergibt sich zweifelsohne, daß der Berfonalabbau Schönen Spruch von früher her durchgeführt: Was befohlen ist, Der non oben verfügte Abbau wird von den Dienststellen nach dem wird gemacht und wenn es auch Quatsch ist. Den Schaden haben Arbeiter und Beamte, Reichsbahn und Reichsfaffe. Konflikt im Berliner Baugewerbe. Bon den Borständen ber baugewerblichen Arbeitnehmerverbände wird uns geschrieben: Die gestrigen Berhandlungen im Berliner Hoch, Beton. und Tiefbaugewerbe find refultatios verlaufen. Am 1. April haben die baugewerblichen Arbeitnehmerverbände das auf dem Wege freier Bereinbarung unter Mitwirkung des Schlichters getroffene LohnUnsere Preise: ..... 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Unterschrift unter einen Repers zu verweigern if beitnehmerverbände weisen ausdrücklich darauf hin, daß jebe Die baugewerblichen Arbeitnehmerverbände werden zu ber neuge fchaffenen Situation Stellung nehmen. Zwölfftundenschicht in den Deutschen Werken. Mitte Februar wurden( wie wir in Nr. 95 bes Bormärts" be richtet hotien), die Arbeiter im Stahlwert der Deutschen Werte in Haselhorst entlassen, weil sie es ablehnten, sich mit der von der zu erflären. Die Entlaffenen flagten jetzt beim Gewerbegericht Direktion verfügten Einführung der zwölfftundenfchicht einverstanden auf Wiedereinstellung oder Entschädigung. Sie machten geltend, daß die Direktion durch ihr Vorgehen verstoßen habe gegen ben Tarifvertrag, gegen die Arbeitszeitverorbung und gegen bie Still 3wölfftundenschicht bereits erfolgt mar, habe die Direktion die Ges legungsverordnung. Erst als die Stillegung nach Ablehnung der nehmigung des Demobilmachungstommiffars zur Stillung einge holt. Als die Berhandlungen vor dem Gewerbegericht femeit feftftellte, zeigte ich, daß bie Rlager bie im BRG. vorgesehene gefommen waren, und der Borfizende bie Daten ber Entlassung Frift zur Einreichung der Klage nicht inne gehalten haben sei, mie der Vorsitzende Magistratsrat Sul bemerkte, zu be Aus diesem Grumbe mußte bie Rlage abgewiefen werden. Das erhebliche Bedenten vorliegen. Aber an den Frifthe. dauern, da fachlich gegen die Schritte der Deutschen Werte febr ftimmungen des BRG. fönne bas Gericht nicht vorübergehen, Dieses Mißgeschid mit ihrer Klage haben die entlassenen Arbeiter unferes Erachtens dem Umstande zuzuschreiben, das sie gemert. fchaftlich nicht organisiert sind und wohl glaubten, fie fönnten ihre Angelegenheit ohne die Hilfe einer Gewerkschaft durchführen. 1 Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter; Wirtschaft: Wetur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Sailowski; Lotales Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet und Sonstiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode;( ämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin 628. 68.. Sindenfirake 3. Hier nur einige Beispiele, Seh'n Sie sich unsere 17 Schaufenster an Für Kinder: 190 Echt Chromleder- Stiefel, bequeme breite Form, gute Leders., Größe 20-22 2.60, 23-24 2.90, 18 20 derselbe, getäkste Sohlen.... Größe 18-21 1.25 Stiefel Stian Fahlleder, se ha thare 490 Größe 31-35 5.90, 27-30 Kinder Halbschuhe u. Haferlschuhe sowie Turn schuhe u. Sandalen, entzückende Sachen in großer Auswahl billig, doch gute Ware Herren- Socken u. Damen- Strümpfe, viele 65 PE moderne Farben Pa. kunstseidene Damen- Strümpfe ( in allen Modefarben 2.10) hoher Absatz, erstklassiges Fabrikat. 1250 Honfirm.- Sticici u. Halbschuhe mit u. ohne Ladkappen sewic Lack billig Die neuesten Modeschlager grau, braun und weiß, Nubuk mit braun Boxkaf und Lackverzierung etc. etc. in großer Auswahl billig! 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