Nr.171 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 35 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch Land. Danzig, Gaar- u. Memeigebiet, Defterreich, Litauen, Lugemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der., Borwärts mit der Sonntags beilage ,, Bolt und geit" mit..Gied. Iung und Rieingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage..Frauenwelt erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- prefe: Bezialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldplcnnig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die etxipaltige Ronpareille geile 0,70 Goldmart. Retlamezeile 4.- Goldmart.., Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Bort 0,20 Goldmart( auläffig amet feitgedruckte Borte), tebes weitere Wori 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart jebes weitere Bort 0,05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für amei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Cine Gelbmart ein Dollar geteilt burch 4.20. Anzeigen fr bie n& difte Summer milfsen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgefchäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet son 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhof 292-295 Verlag: Döuboff 2506-2507 Donnerstag, den 10. April 1924 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boftfcheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devontentaie Lindenstraße 3 Annehmen oder ablehnen? Die Regierung studiert den Bericht der Sachverständigen. Das Reichst abinett hat gestern nachmittag die Prüfung des Sachverständigenberichts, der ihr noch nicht voll ständig vorlag, begonnen. Eine endgültige Stellungnahme tann natürlich erst erfolgen, wenn der ganze Bericht vorliegt. Besprechungen mit dem Sechserausschuß über die Micum verträge wurden begonnen und auf heute vertagt. soll. Kanonen find durch Maschinengewehrschnauzen nicht| Beträge aus Reparationszahlungen für den eigenen Hauszu erfezen; nationalistische Redereien bringen uns feinen Millimeter weit vom Fled. Die Ablehnung des Sachverständigenberichts wäre eine tatastrophale Dummheit, auf die zwar die Unent wegten der französischen Gewaltpolitit hoffen, die uns aber die übrige Welt faum zutraut. Rann es unser nationaler haltsplan zu veranschlagen. Demgegenüber muß jedoch festgestellt werden, daß der Borschlag eine gewisse Elastizität zur Anpassung der Höhe der Raten an die tatsächliche Zahlungskraft Deutschlands für unentbehrlich hält. Das Studium des Sachverständigenberichts ist zeitraubend hrgeiz fein zu zeigen, daß wir dümmer find, als irgendein Goldmark vorgesehen, von denen 300 Millionen in Deutsch und mühsam. Man fann es sich ersparen, wenn man erflärt, daß alles, was von Deutschland gefordert wird, unerträglich ist, daß jedes Eingehen auf diese Borschläge schmachrolle„ Er. füllungspolitit" bedeutet und daß man sich mit dem blanten Schwert den Weg in die Freiheit bahnen müsse. Man fann es sich ebenso ersparen, wenn man sich auf den Standpunkt stellt, daß die ganze Reparationsfrage nur ein Kapitalisten'chwindel ist, den die nächste Welle der Weltrevolution schon hinwegschwemmen werde. Indes beschäftigt sich der Sachverständigenbericht mit der Frage, was in den nächsten Wochen werden und was in den nächsten Jahren gelten soll. Und da weder der Revanchetrieg noch die kommunistische Weltrevolution für diesen Zeitraum mit unbedingter Sicherheit zu erwarten find, ist für ernste Leute eine eingehende Beschäftigung mit diesem Bericht unerläßlich. Bas sind, kurz zusammengefaßt, die Folgen, wenn das von den Sachverständigen vorgeschlagene Regime zur Anwendung gelangt? Mensch glaubt? Den Sachverständigenbericht ablehnen, ist unmöglich. was man nicht ablehnen fann, das muß man annehmen. Was wird gefordert, was gewährt? Der von dem Sachverständigenkomitee ausgearbeitete Reparationsplan, der nach der Meinung der Kommission felbst ein unteilbares Ganzes vorstellt, unterscheidet sich bereits in feinen Boraus fegungen von allen ähnlich gearbeiteten Reparationsvorschlägen, die bisher auf der Seite der Entente vorgelegen haben. Einmal sieht er die Wiederher stellung der deutschen Wirtschaftshoheit und die Beseitigung der produktionshindernden Santtionen als Borbedingung der inneren Santerung und der Stabilisierung der Währung und der Wiederherstellung des deutschen Kredites vor; ferner dürfen die Lasten in keinem Falle die Lebenshaltung des deutschen Bolles unter das Niveau der Lebenshaltungen der benachbarten Staaten herabdrücken( aus dieser Formulierung spricht die deutliche Sorge vor einem neuen Lohndumping und einer Auf der Plus- Seite: Die deutsche Wirtschaftseinheit Bedrohung anderer Staaten durch Schleuderkonkurrenz); und wird wieder hergestellt. Die Zollgrenze zwischen dem besetzten schließlich seht der Plan ein System von geschäftlichen und dem unbesetzten Gebiet fällt. Es werden von der Wirtschaft und fistalifchen Sicherheitsleistungen für die der besetzten Gebiete teine besonderen Abgaben erhoben. Es einmal als nötig anerkannten Reparationen an Stelle der bis werden keine gewaltsamen Eingriffe von außen her mehr vorherigen unproduktiven, den Wiederaufbau hemmenden Santgenommen. Es gibt feine Reparationsprovinz mehr, die wie tionspolitit. eine Zitrone ausgequetscht wird, sondern der Druck wird auf die ganze deutsche Wirtschaft gleichmäßig verteilt. Ob die ausländischen Soldaten stehen bleiben, wo sie sind, ist eine politische Frage, die die Sachverständigen nicht interessiert. Aber das fremde Militär soll mit der deutschen Wirtschaft nichts mehr zu tun haben, und was es foftet, wird in die allgemeinen Leistungen Deutschlands mit eingerechnet. Die Gläubiger Deutschlands haben somit ein eigenes Intereffe, die Besazungsfosten so nahe wie möglich an den Nullpunkt herabzudrücken. Infolgedeffen tritt bestimmt menigstens zunächst ein Zustand der allgemeinen Ent Spannung und Beruhigung ein, der sich vor allem dem besezten Gebiet fühlbar machen wird, der aber auch dem ganzen Deutschland die Aussicht erschließt, seine Währung halten und seine Wirtschaft entwickeln zu können. Auf der Minus- Seite: Deutschland muß erneut die Berpflichtung zu Leistungen übernehmen, die im Verhältnis zu seiner Leistungsfähigkeit hart sind, und die möglicherweise wenn sich die Dinge ungünstiger entwickeln als die Sachverständigen annehmen eines Tages nicht mehr vollständig erfüllt werden könnten. Deutschland muß bestimmte Einnahmequellen als Garantie für seine Leistungen zur Verfügung halten und gewisse nicht leicht zu tragende Kontrollen feiner Wirtschaft auf jenen wirtschaftlichen Quellgebieten dulden. Die Abwägung der Vorteile und der Nachteile ergibt nach unserer lleberzeugung ein Ueberwiegen der Bor teile. Aber dazu kommt noch, daß die Frage der Annahme oder der Ablehmung fein faltes Rechenerempel ist, sondern eine nationale und eine internationale Frage von höchster Bedeutung. Darf das unbefegte Gebiet über haupt irgendwelche Opfer, und schienen sie noch so hoch, ablehnen, wenn durch sie die Befreiung des befegten Gebiets von unerträg. lichem Drud erfauft werden tann? Nein, das darf es nicht! Die Bevölkerung des besetzten Gebiets hat ein Recht, von uns zu verlangen, daß wir gemeinsam mit ihr auch das Schwerfte auf uns nehmen und jedes Risiko eingehen, um sie von der Qual zu befreien, unter der sie leidet. Jede deutsche Regierung steht jekt vor der Frage: Will fie, fann fie fofort- da gibt es fein Moratorium- ins besetzte Gebiet einmarschieren und die Franzosen verjagen?" Will oder fann sie das nicht, nun dann bleibt ihr nichts anderes übrig, als den anderen Weg zur Befreiung zu gehen: eben den, den der Bericht der Sachverständigen zetgt. Ganz nadt und brutal stellt sich nur die Frage, ob die Befreiung, die wir den besetzten Gebiet schulden, durch Ranonen oder durch Zahlungen erreicht werden Das Moratorium, von dem die Rede ist, ist fein eigent licher Zahlungsaufschub, sondern lediglich eine Schon frist, innerhalb der der wesentliche Teil der Reparationszahlungen aus dem Ertrag der Anleihe, dem der Industrieobligationen und aus dem Berkauf von Aktien der Reichsbahn geleiftet werden foll. So find im ersten Jahre Zahlungen in Höhe von 1000 Millionen Goldmark vorgesehen, von denen 800 Mil lionen aus einer Auslandsanleihe und 200 aus dem Ertrag der Eisenbahnobligationen aufgebracht werden sollen. Ebenso sollen die 1220 Millionen, die im zweiten Jahre fällig werden, durch Zinszahlungen der Bahnen und der mit einer Bfandhypothek belegten Industrie fomie aus dem erwähnten Attienverkauf gezahlt worden. Erst in der Uebergangszeit im dritten Jahre fetzen die Zahlungen aus Haushalts mitteln ein, die dann im vierten Jahre bis auf 1750 Mil lionen steigen sollen. Im fünften Jahre soll dann hauptsäch lich durch stärkere Anspannung von Steuermitteln zu Repara tionszahlungen der Betrag von 2500 Millionen Mart erzielt werden, der dann als Normalrate anzusehen ist. Je nach der Befferung der deutschen Wirtschaft, der Steigerung des Außenhandels, der Erhöhung des Konsums und des Güter verkehrs sollen auf diese Normalrate noch Zuschläge erhoben werden können. Zur Wiederaufrichtung der Währung ist die Gründung der Notenbank mit einem Rapital von 400 Millionen land, das übrigen im Ausland aufgebracht werden soll. Die gefürchtete Ueberfremdung der deutschen Zentralnotenbank durch Auslandskapital hat man zu vermeiden gesucht, ohne auf eine internationale Kontrolle zu verzichten. Deutsch bleibt der Präsident und das Direktorium. Ueber ihn steht ein paritätisch aus Deutschen und Ausländern zusammengesetzter Generalrat, der aber in der Regel seine Beschlüsse nur mit 3weidrittelmehrheit fassen darf. So ist eine Majorisierung der deutschen Interessen ausgeschloffen. Ein erhöhtes Kontrollrecht hat lediglich der Beauftragte der Gläubigerstaaten bei der Beaufsichtigung der Notenausgabe. Als Grundpfeiler der Reparationszahlungen find anzusehen: die in eine Aftiengesellschaft umzuwandenbe Deutsche Reichsbahn, eine hypothefarische Belastung der Industrie, eine Beförderungssteuer und die Einfünfte der Zölle sowie der indirekten Steuern auf Alkohol, Tabat, Bier und Buder. Die Brivatisierung der Reichsbahn auf Borschlag der internationalen Sachverständigen ist ein be'on deres Verdienst des Reichsverbandes der deutschen Industrie, die seit fast drei Jahren öffentlich gleiche Forde rungen verficht. Auch hier fann von einer eigentlichen Internationalisierung nicht die Rede sein. Der Generaldirektor der Reichsbahngesellschaft und der Vorsitzende des Verwaltungsrates find deutsch und von den 18 Mitgliedern des Verwal tungsrates, deren eine Hälfte die Regierung benennt, sind nur vier Ausländer. Die Konstruktion der Aktiengesellschaft ist in mehrfacher Beziehung interessant. Das Aktienkapital joll 15 Milliarden Goldmark betragen, von denen 13,5 Milliarden, nämlich die 13 Milliarden Stammattien und ein Biertel der zwei Milliarden betragenden Vorzugsaktien dem Reiche gehören sollen. Die übrigen 1,5 Milliarden Vorzugsaktien verbleiben der Reichsbahn zur Befriedigung ihres eigenen Finanzbedarfs. An den Reparationszahlungen wird die Reichsbahn durch jährliche fünfprozentige Berzinsung und einprozentige Tilgung von einer Obligationsanleihe beteiligt, die insgesamt 11 Milliarden Goldmark beträgt. In den ersten drei Jahren beträgt die Berzinsung einschließlich Tilgung nur 3 bzw. 5 Proz. Nachdem die Industrie, die jetzt Gelegenheit erhält, sich an der Reichsbahn zu beteiligen, an diesem Punkte ihr Ziel erreicht hat, wird sie nicht umhin fönnen, auch die ihr zugedachte Reparationshypothef in Höhe von 5 Milliarden Goldmark anzuerkennen. Da diese Hypothef zugleich den Handel und den Verkehr erfaßt, ist die jährliche Belastung für die Industrie allein durch fie etwas geringer oder annähernd gleich hoch wie die Reparationssumme, die im Industrieangebot vom 25. mai 1923 der Regierung zur Verfügung gestellt und im Memorandum der Regierung Cuno vom 7. Juni 1923 der Entente unterbreitet worden ist. Die Belastung der Reichsbahn stellt indirekt eine Belastung des Berbrauches dar. Ebenso wird ein großer Teil der übrigen Reparationszahlungen nach dem Vorschlag der Sachverständigen durch Verbrauchsabgaben sichergestellt. Ob diese Verteilung, die einen schweren Eingriff in die deutfche Souveränität darstellt, sich nach dem Moratorium als 3 med mäßig erweisen wird oder nicht, läßt sich heute ebensowenig wie die finanzielle Leistungsfähigkeit Deutschlands in fünf Jahren überhaupt voraussehen. Ob die deutschen Reichsfinanzen imftande sein werden, die Normalrate oder gar noch zuschläge dazu aufzubringen, läßt fich selbstverständlich noch nicht heute übersehen, während Deutschlaros Wirtschaft und Finanzen noch zu start unter dem Eindruck der Inflationskrise stehen. Zudem lassen sich die Wirkungen der Wiederherstellung eines deutschen Kredits im Auslande und der Wirtschaftshoheit im Inland nicht in Bahlen abschäken. Der Plan der Sachverständigen enthält aber wirt. fame Sicherungen gegen eine Ueberspannung der deut fchen 3ahlungskraft. Im Gegensatz zu allen bisherigen Betrachtet man die Vorschläge unter dem Gesichtspunkt, Formen der Reparationszahlungen soll nach dem Sach- wie sie auf den gegenwärtigen Haushaltsplan wirken würden, verständigenurteil für die kommenden Leistungen die 3abfo ergibt sich die überraschende Feststellung, daß sie zunächst lung in Devifen nicht mehr vorgeschrieben tatsächlich eine Erleichterung für den Etat des fein. Es genügt, wenn der deutsche Gegenwert der Rate dem Reiches vorstellen würden. Das Reich mußte nämlich 640 Mildafür bestimmten Kommiffionär der Entente, dem Agenten lionen Mart für Reparationsleistungen vorsehen, davon nicht für Reparationszahlungen" übergeben wird. Dieser hat mit weniger als 388 Millionen für Besagungskosten. Da der Reeinem Gremium von Finanzsachverständigen dafür zu sorgen, parationsplan der Sachverständigen die Befagungsdaß aus der Uebertragung dieser Zahlungen an die Entente Posten als Reparationsleistungen ansieht ein teine Erichütterung der deutschen Währung Standpunkt, der von der Regierung immer verfochten erfolgt. Träte diese dennoch ein, so wäre die Borbedingung wird und von Rathenau bereits unter der Regierung Wirth hinfällig, unter der das Sachverständigenfomitee die 3ah gegenüber der Reparationstommiffion durch gefeßt wurde, fungsfähigkeit Deutschlands überhaupt anerkannt hat. würden diese Besagungskosten aus dem Etat gestrichen werden fönnen und damit der vorgesehene Fehlbetrag des Etats von 437 Millionen Mart auf einen winzigen Betrag zusammenfórumpfen. Dasselbe gilt für das nächste Jahr. Inwieweit Nicht zu verkennen ist, daß eine derartige Regelung auf der Gegen'eite Bedenten erregen kann, da es dadurch dem Finanzminister der Entente schwer wird, die zu erwartenden bie Binszahlungen der Reichsbahn, bet beren Ausfall unter Umständen Berbrauchssteuern zur Dedung herangeholt werden fönnen, den Etat beeinfluffen, das läßt sich natürlich nicht Doraussehen. und finanziellen Forderungen von einer intensiven Arbeit, Alles in allem zeugt die Formulierung der wirtschaftlichen deren Erfolg nicht verkannt werden soll, obwohl je de deutsche Regierung bei ihrer Durchführung auf Schwierigteiten Sachleistungen. Die Sachverständigen sehen die Einfegung je eines Rommiffars Budgets und nötigenfalls für die Industriebelastung vor, für die Noten bant, für die Eisenbahn, für die zur Finan zierung der Reparationen dienenden Einnahmequellen des stellen hat und den Kommissaren allgemein gültige Richtlinien geben außerdem den Agenten für Reparationszahlungen, der zugleich die Verbindung der Kommissare mit der Reparationskommission herzukann. Die Kommissare und der Agent sind Mitglieder eines KolRichtlinien zu beraten hat. Endlich sind Treuhandgesellschaften für die Berwaltung der Eisen- und Industrieobligationen vorgesehen. stoßen würde. Es darf nicht übersehen werden, daß auch die Einfuhr nach Deutschland erfordert, werden für unwirtschaftlich erklärt. legiums, das den Agenten bei der Ausarbeitung der gemeinsamen Forderungen des internationalen Komitees die Grenze des Möglichen hart streifen; aber jeder Berjuch zu Repara tionszahlungen wird ein Experiment fein, über dessen Erfolg Deutschland allein nicht entscheiden kann. Dazu ist die wirtschaftliche und finanzielle Zukunft Deutschlands noch zu ſehr im Dunkeln und von Faftoren der internationalen Wirtschaftspolitit abhängig. Diejenigen aber, die voreilig ihr llner üllbar" wieder ertönen lassen, werden vor die Frage gestellt sein, ob sie es verantworten fönnen, daß 6 Millionen Deutsche weiter zum Objett imperialistischer Ausbeutung gemacht werden oder ob die wirtschaftliche und nationale Freiheit nicht einige Anstrengung wert ist. Für die Arbeiterschaft jedenfalls gibt es darin feinen Zweifel. ständigen für notwendig. In ber finanziellen Auswirkung fehen sie Die Fortführung der Sachleistungen halben bie Sachperfeinen Unterschied zwischen Sach- und Goldleistungen. Beide müssen währung zerstört werden soll. Alle Sachleistungen, die nicht auf aus dem Ausfuhrüberschuß gedeckt werden können, wenn nicht die Rohstoffe beschränkt sind oder deren Durchführung eine vorherige Die Sachverständigen legen ein Hauptgewicht darauf, daß der Ausgleich des Haushalts nicht bloß hergestellt, sondern auf bie Dauer erhalten wird. Sie erörtern in großen Zügen das Steuersystem unter besonderer Berücksichtigung der Steuer. Deutschlands stellt der Sachverständigenausschuß ausdrücklich fest, daß Am Schluß feiner Ausführungen über die Leistungsfähigkeit ergebnisse während der Inflationszeit, sowie die Frage gleichmäßiger Deutschlands stellt der Sachverständigenausschuß ausdrücklich fest, daß Steuerbelastung in Deutschland und den alltierten Staaten. bie von Deutschland zu fordernden Summen alle Roften ent Nur durch den dauernden Ausgleich des Haushalts und die Auf- halten, die aus dem Kriege entstanden sind, insbesondere die Nerechterhaltung der festen Währung kann nach Ansicht der Sachver. parationen, die Reftitutionen, alle Ausgaben für die Befagungsfländigen das Vertrauen in die deutschen Verhältnisse wiederkehren. armeen, die Ausgleichszahlungen, die Ausgaben für die Kontrollfom. nur dann wird mit einer Rückkehr der im Auslande investierten vorgehoben, daß, wenn in dem Bericht des Komitees oder in seinen beutschen Rapitalien gerechnet und kann ein Anreiz für aus tändische Rapitalien zur Investierung in Deutschland geboten Anhängen von Bertragszahlungen die Rede ist, damit alle und eine ordentliche Steuerleistung erwartet werden. Der Zuflußaft en gemeint find, die Deutschland von den Alliierten und aſſoausländischen Rapitals für die Schaffung der Notenbant und bie ziierten Mächten für die Kriegstoften auferlegt find. Durchführung der Sachleistungen während der Uebergangszeit wird für notwendig erachtet. Der Sachverständigen- Bericht. ( Schluß aus der Abendausgabe.) 4. Jahr 1927/28 1750 Millionen Goldmart, bestehend aus dem Dienst der Eisenbahnobligationen, der Industrieobligationen, der Be förderungssteuer und aus Haushaltsmitteln. Die Leistungen für das 8. und 4. Jahr fönnen sich um bis zu 250 Millionen erhöhen oder ermäßigen, je nach der Höhe des dritten Teiles des Betrages, um den die kontrollierten Budgeteinnahmen im Jahre 1926/27 1000 Millionen und im Jahre 1927/28 1250 Millionen Goldmark übersteigen oder unterschreiten. 5. Jahr 1928/29( Normaljahr) 2500 Millionen Goldmart, be stehend aus dem Dienst der Eisenbahnobligationen, der Industrie. obligationen, der Beförderungssteuer und den Haushaltsmitteln. Zu den Jahresleistungen, die vom 5. Jahr ab( Normaljahr, bas ift das Reparationsjahr 1928/29) in Höhe von 2500 Millionen Gold marf zu übernehmen sind, follen in den darauf folgenden Jahren Zusazbeträge gezahlt werden, die sich nach einem fombinierten Inder errechnen. Die Romponenten des Inder sollen fein: a) die Gesamtsumme der deutschen Ein- und Ausfuhr, b) die Gesamisumme der Einnahmen und Ausgaben des Staatshaushalts des Reichs, von Preußen, Bayern und Sachsen, wobei auf beiden Seiten die Zahlungen auf Grund des Friedens. vertrages abgezogen werden sollen, c) die Güterverkehrsleistungen der Eisenbahn, Die Sachverständigen halten es für ausgeschlossen, daß Deutschland im Jahre 1924 25 in irgendeiner Weise aus seinen Haushaltsmitteln zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen an die Alliierten Bahlungen würde nach Ansicht der Sachverständigen den Aufbau Beträge leisten fann( Moratorium). Jebe Forderung von solchen des Haushalts und die Stabilität der Währung gefährden. Die Fi nanzierung der Sachleistungen soll daher im Jahre 1924/25 durch eine internationale Anleihe erfolgen. Diese internationale Anleihe missionen, andere Ueberwachungen usw. Es wird ausdrücklich her. Wirtschaftliche und finanzielle Hoheit. Die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Ho heit Deutschlands im besetzten Gebiet wird von den Sachverstän digen an verschiedenen Stellen ihres Berichts als Vorbedingung der gleich im Eingang, ob es möglich ist, für das heutige Deutschland, Gesamtheit ihrer Vorschläge bezeichnet. Wir haben eingehend erwogen," sagen die Sachverständigen d. h. bei den gegenwärtig bestehenden fiscalischen und wirtschaftlichen Beschränkungen in den besetzten Gebieten das deutsche Budget zu balanzieren und die Währung dauernd zu stabilisieren. Wir müssen erflären, daß es uns nicht möglich gewesen ist, unter diesen Um betrachten die Sachverständigen als integrierenden Bestandständen einen Weg zu finden. tett ihres Borschlages. Nach Ansicht der Sachverständigen ist es erforderlich, die Be. förderungssteuer bis zu einem Betrage von 250 Millionen Goldmart im Jahre 1925/26 und bis zu 290 Millionen Goldmark in den folgenden Jahren aus dem Haushalt herauszunehmen und für die erfolgreiche Durchführung des Blanes über die Behand. Tung der Eisenbahn zu verwenden. Belastung der Industrie. Der Industrie, dem Handel und dem Berfehr wird eine Belaftung von 5 Milliarden Goldmart auferlegt, die in sogenannten d) der Gesamtverbrauch von Zuder, Tabat, Bler unb tobol, Industrie- Schuldverschreibungen mobilisiert werden soll. Die Schulb berechnet nach den Berbraucherpreisen, verschreibungen find nach einer geringeren Berzinsung in der lleber. gangszeit vom 4. Jahre ab mit 5 Prozent zu verzinsen und mit 1 Prozent zu tilgen. e) die Bevölkerungszahl, f) der Kohlenverbrauch auf den Kopf der Bevölferung, wobei die Steinkohle zugrunde gelegt wird und die Braunkohle aus Steinkohle umgerechnet werden soll. Geldübertragung. Bei der Bemeffung der Leistungen unterscheiden ble Sachper. tändigen scharf zwischen den Summen, die Deutschland für Repa rationszwede überhaupt aufbringen kann, und den Martbeträgen, die an das Ausland übertragen werden können. Sie stellen fest, bağ Zahlungen nach außen nur aus dem Ueberschuß der Wirtschaftsbilanz bewirkt werden können. Die Sachverständigen schäßen die Summen, die Deutschland aufbringen fann zunächst lediglich unter Berücksichti▪ gung. der Möglichkeiten seines Haushalts, schlagen aber gleichzeitig Sicherungen gegen die Berbringung der Markbeträge ins Ausland Dor, soweit eine solche Berbringung die Stabilisierung der Währung zerstören und dadurch die fünftigen Reparationsleistungen gefährden würde. Alle Barzahlungen follen in Goldmart oder zum Gegen. wert in deutscher Währung erfolgen. Die Bestimmung darüber, welche Beträge ins Ausland übergeführt werden fönnen, trifft ein Agent für Reparationszahlungen" mit fünf Währungs- und Finanzfadjperständigen aus den alliierten Ländern. Mit der Abführung der Markbeträge an den Agenten" gilt die Verpflichtung Deutsch lands als erfüllt. Kontrolle. Die Reparationsleistungen follen durch bestimmte Ein fünfte gesichert werden. Bon der Empfehlung einer mittelbaren oder unmittelbaren Kontrolle der gesamten deutschen F. nanzgebarung wird Abstand genommen, es sei denn, daß ein bea b fichtigter Berstoß Deutschlands gegen die jetzt über. nommenen Verpflichtungen vorliegt. Ms Sonderpfand sollen die Einkünfte der Zölle und der Abgaben auf Alkohol, Tabat, Bier und Zuder dienen, und zwar soll die wirksame und unparteiische Kontrolle" in der Weise ausgeübt werden, daß von dem Gefambauf. tommen feitens der Rontrollstelle zunächst die an die Alliierten ab. zuführenden Leistungen abgezogen werden und nur der Rest Deutsch. fand zur Verfügung steht. Die Kontrolle soll alsbald beginnen. Bon der Umwandlung der Verbrauchssteuern in neue Monopole wird ab. gefehen, nur werden für den Tabatvertauf gewiffe Neuregelungen empfohlen. Die Kontrolle wird einem besonderen Rommiffar über. tragen, dem Unterfommiffare für jede zur Sicherung dienende Steuer beigeordnet find. Die Befugnisse des Rommiffars follen, folange die Einfünfte zureichen, zurüdhaltend ausgeübt werben, gestatten aber im Falle eines verringerten Ertrages der Einnahmequelle Eingriffe jeder Art eigenen Weltanschauung zu spüren? 8u wiffen, daß die Ideale ber Freiheit, Die Wiederherstellung des deutschen Kredits im In- und Auslande ist die Grundlage der deutschen Zahlungsfähigkeit. Diefer Kredit aber tann nicht wiederhergestellt werden, solange der jetzige Zustand im Ruhr- und Rheingebiet fortdauert. Wir haben uns deshalb gezwungen gesehen, davon auszugehen, daß die finanzielle und wirtschaftliche Einheit des Reiches wiederhergestellt wird und alle unsere Vorschläge sind auf dieser Annahme bafiert." Und an anderer Stelle:„ Nur wenn die wirtschaftliche und fi. nanzielle Hoheit des Reiches für sein gesamtes Gebiet wieder her. gestellt ist, kann Deutschland aus eigener Kraft sein Budget ba langieren." Ferner:" Der Erfolg unferes Planes hängt unbedingt ab von der Wiederherstellung der deutschen wirtschaftlichen Hoheit und es muß darauf hingewiesen werden, daß auch die Durchführung des Planes hinausgeschoben werden muß, wenn die Wiederherstellung dieser Hoheit verzögert wird. Alle Fristen des Zahlungsplanes haben nur unter dieser Voraussetzung Geltung." Aus dem Wortlaut des Berichtes. Aus dem wörtlichen Bericht der Sachverständigen, der gestern in später Abendstunde einzulaufen begann, feien fol gende Stellen wiedergegeben: Deutschlands Wirtschaftseinheit. Das Romitee hatte zu erwägen, wie weit der Ausgleich des Staatshaushalts und die Stabilisierung der Währung in Deutsche land bei der Lage, in der es sich gegenwärtig befindet, wo seine Steuerhoheit und seine wirtschaftlichen Rechte in Teilen feines Ge biets beschränkt sind, dauernd wiederhergestellt werden kann. Wir müssen schon von vornherein sagen, daß wir nicht imftande sind, unter diesen Bedingungen irgendwelche praffischen Mittel zur Sicherstellung einer dauernden Stabilität in Staatshaushalt und Währung zu finden, und wir halten es für unwahrscheinlich, daß es derartige Mittel gibt. Die Lösung der uns obliegenden doppelten Aufgabe fchließt tatsächlich die wieder. herstellung von Deutschlands äußerem wie innerem Der„ Büchmann" der Freiheit. Gerechtigkeit, Menschlichkeit in den beſten Seelen aller Zeiten fenbet uns die Deneraldirettion der Staatsbibliothek folgende Richtig Bon Mag Ed Troll Büchmann" ift für uns das Schlagwort für ein Nachschlagebuch für Sprichwörter, Sinnsprüche und Aussprüche mehr oder minder berühmter Männer und Frauen geworden. Aber haben alle diese Nachschlagebücher uns Sozialisten befriedigt? Bohl keinen, der als Rebner oder Schriftsteller zur Stüße feiner Gründe ab und zu ein gutes Zitat braucht. Die bisherigen Büchmänner" sind gut bürger. liche Kompromiffe. Sie werden fast allen politischen und religiösen Riátungen mit einziger Ausnahme der Sozialisten gerecht: von den Deutschvölkischen bis zum Liberalismus, wobei jedoch fest. zustellen ist, daß die wahrhaft echten Worte der Freiheit, Gerechtig feit, Menschlichkeit allzu dünn gefät find. Worte unserer großen Borfämpfer findet man faum. Ein gutes Zitat, zu richtiger Zeit und am richtigen Ort richtig angewandt, überzeugt oft beffer als stundenlange Ausführungen. Benn man zitiert, muß man richtig zitieren! Wer aber fann alle die trefflichen Worte im Kopfe behalten? Selbst wenn man weiß, das und das Wort steht im Kapital" oder im Edermann, loftet das Nachschlagen viel Zeit. Nun hat Ernst Breezang, der proletarische Dichter, im Berlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker in Leipzig einen Büchmann der Freiheit", wie ich ihn nennen möchte, unter dem Sammeltitel Freie Gedanken" herausgegeben. Curt Reibetang hat prächtige Vignetten in Holzschnittmanier für das Buch gezeichnet. In einem trefflichen Vorwort bezeichnet Preczang als Zweck der Sammlung dieser Aphorismen, unter Fortlassung des leberlebten eine Gedankenleje zu geben, die wie ein vertrauter Freund zum sozialen Bewußtsein des erwachten Gegenwartsmenschen spricht. Bestimmend war immer die innere Berbindung des Gefagten mit jener Weltanschauung, die heute mehr oder minder flar in vielen Millionen Geelen lebt und einen Ausweg aus den peinigen den Nöten unserer Zeit sucht. Nicht der Name eines Autors gab den Ausschlag, und auch nicht bas Alter oder die Jugend irgendeiner Sentenz, fondern lediglich ihr Inhalt, ihre Form, ihre Bedeutung für uns. Uns", damit meine ich alle, in denen das foziale Gewiffen lebendig ist, alle, die irgendwie der Höherführung des Boltsbafeins Dienen," Beiter heißt es:" Nicht jeder hat die Zeit, nicht jeder die Straft, didleibige Berte zu studieren. Dies aber fann jeder: in ftillen Stunden einen Spruch, einen Bers lefen. Zum Nachdenken oder Nachfühlen. Bligartige Helligkeit wird ihm häufig aus wenigen Zeilen entgegenfchlagen, weil sie vollendeter Ausdrud eigener dunkler Empfindung sind. Das Leben wird reicher und schöner durch klare Bewußtseinsinhalte. Froher wird der Tag, den edle Wahrheiten burchleuchten. Und ist es nicht ein erhebendes Gefühl, in den Aus fprüchen längst begrabener Denter und Dichter den Herzschlag der glühten?" Zum Schluß noch einen Wunsch. Möge bas treffliche Buch in feinem Arbeiterheim fehlen. Vor allem aber müßten die Freien Gebanten" ständiger Begleiter der politischen und gewerkschaft lichen Agitatoren der Arbeiterbewegung fein. Hier möchte ich nur einige wenige Sitate aus bem Buch anfügen, besonders für diejenigen, die nicht sofort in der Lage sind, fich das Buch anzuschaffen. Bemerkt sei, daß die Sammelüberschriften von mir sind und nicht von Preczang, der seine gesammelten Worte unter Sammeltitel stellt wie„ Die Laft"," Schaffer und Raffer"," Kriegs. gefühl und Bettgefühl"," Revolution"," Gozialismus", Menschheits. aufstieg", Bachende Borte" usw. Zum Hitler- Prozeß und gegen Klaffenjuftiz. Eine Handvoll Junter, die nichts gelernt haben als ein bißchen Roßtäuscheret, Bolteschlagen, Becherspiel und sonstige plumpe Schelmentüde, womit man höchstens nur Bauern auf Jahrmärkte übertölpein tann- biefe wähnen bamit ein ganzes Bolt betören zu fönnen, und zwar ein Bolf, welches das Bulver erfunden hat und die Buchbrucerkunft und die Kritit der reinen Bernunft. Heinrich Heine Das Recht darf nicht zur Bogelscheuche werden. Shakespeare. Nichts erhält die Gefebe fo wirtfam als ihre Anwendung gegen hochgestellte Perfonen. Tacitus( römischer Geschichtsschreiber, geft. 117 n. Chr.) müden innen bleiben henten, die Welpen aber und Hornissen hin Die Gesetze find Spinneweben gleich, da die kleinen Fliegen und durchdringen. Christoph Lehmann. Wer seine Ansicht mit anderen Waffen als denen des Geistes verteidigt, von dem muß ich voraussehen, daß ihm die Waffen des Geistes ausgegangen sind. Gegen die Kriegsheher. Bismard. Es ist verfehrt, den Mord im Frieben zu bestrafen und den Mord im Krieg zu belohnen. Es ist verfehrt, den Henter zu verachten und felbft, wie es bie Soldaten tun, mit einem Menschenabschlachtungs. instrument, wie es der Säbel ist oder der Degen, stolz herumzulaufen. gebung und Liebe, als Staatsreligion zu haben und dabei ganze Bertehrt ist es, die Religion Christi, diefe Religion der Duldung, Ber Bölker zu Menschenschlächtern heranzubilden. Gerhart Hauptmann. Mut und Geschicklichkeit trifft man sowohl bei traßenräubern wie bei Helden an. Der Unterschied ist nur der, oaß der Landes. eroberer ein vornehmer und berühmter Räuber, der andere aber ein geringer und unbekannter Räuber, und daß der eine für seine Gewalt tätigkeit Lorbeerzweige, der andere den Strang davonträgt. Friedrich II.( genannt der Große".) „ Die Staatsbibliothet als Zensor." Zu unserer Notiz in Nr. 157 stellung: Die Staatsbibliothet entzieht die schöngeistige Literatur nach 1850( nicht 1830) auf Grund des§ 23 ihrer Benugungsordnung nicht jeglicher, sondern lediglich der schrar fenlofen Benugung. Sie jeben aus, der den schriftlichen oder mündlichen Nachweis liefert, daß leiht die gesamte schöngeistige Literatur bis zum heutigen Lage an er fie für wissenschaftliche, schriftstellerische oder ernste Berufsarbeit benötigt. Diese Einschränkung ist nicht zum Schaden, sondern im Intereffe der Benutzer in die Benugungsordnung aufgenommen wor. den, weil fonft die Werke der schöngeistigen Literatur bauernd aus. geliehen wären, so daß die wirklich ernsten Benutzer sie in der Regel nicht befämen und außerdem ihre Erhaltung für spätere Generationen start gefährdet wäre. Die Meffung deutscher Schulkinder. Die Körpermessungen und Wägungen an deutschen Schulkindern", die vom Reichsgesundheits. amt veranlaßt sind, werden systematisch und in großem Umfang fortgefcit. Die neueste Veröffentlichung darüber enthält die Meffungen an 4000 Münchener Boltsschulkindern aus dem Jahre 1921, an mehr als 16 000 Berliner Gemeindeschulkindern aus dem Jahre 1923 femie von über 24 000 Schülern höherer Lehranstalten Berlins. Die Messungen werden mit besonderer Sorgfait nach den von dem Münchener Anthropologen Martin aufgestellten Richtlinien vorgenommen und berechnen für jede Altersgruppe in Höhe und Gewicht die mittleren Abweichungen vom arithmelischen Mittel und die Bariationsbreiten. 3m Deufschen Opernhaus findet am 10. anläßlich des 60. Geburt tages bon Eugen d'Albert eine Aufführung von Tiefland" statt. Anfang 7%, Uhr. Jm Kupferflichtabinett der Staatlimen Museen find awei neue Ausstellungen eröffnet worden: Schab- Kunstblätter des 17. und 18. Jabr 2 Uhr, eröffnet. bunderts und: Radierungen und Steinbrucke der Meister von Barbizon. Die Frühjahrsausstellung der Berliner Sezeffion wird am 12., mittags Humboldt- Hochschule. Bur Feier des 200. Geburtstages Rants hält Dr. Apel am 10., abends 7-8 Uhr, im Falf- Realgymnasium, Lütowſtr. 84d, eine allgemeinverständliche Vorlesung über Stants Leben, Berfon. lichkeit und Philofopbie. Wanderausfunftsstelle Friedrichshain. Für die bevorstehenden Ofter. fabrten wird jede Auskunft erteilt. Auch ist die Zusammenstellung einzelner Fahrten möglich. Neues Kartenmaterial aus der weiteren Umgebung Berlins in Fünffarbendrud ist jetzt wieder zu auner ordentlich günstigen Preisen erhältlich. In Jugendberbergs- und Fabr. preisermäßigungsfragen wird im Jugendamt Friedrichshain, martusfraße 49, Zimmer 33, jede notwendige Auskunft erteilt. chemisches Institut, das den Namen der Radiumentdederin Frau Curie Ein Curie- Jaffifut in Krafan. In Kralau wurde ein physikalisch trägt, eröffnet. Das Institut gehört zu den größten und bestausgestattetsten in Europa. Eine Columbus- Karte gefunden. In der Bariler Alademie der Biffen aften machte Charles de la Roubière die auffebenerregende Mitteilung, baß er in der Bariser Nationalbibliothe! eine Karte gefunden habe, die man bisber für eine portugiesische Arbeit aus dem 16. Jahrhundert gebaiten batte. Nach seinen einwandfreien Feststellungen handelt es sich bler indessen um eine Starte, die Christoph Columbus in Genua vor Antritt jeiner Fahrt angefertigt hat. Arebit ein, und es ist uns anmöglich erschienen, diefe Wiederherstellung unter den erwähnten Bedingungen zu unternehmen. Aus dizjem Grunde sahen wir uns gezwungen, davon auszugehen, daß die steuerliche und wirtschaftliche Einheit des wirtschaftliche Einheit des Reichs wiederhergestellt wird, und auf dieser Boraussehung beruht unser ganzer Berigt Militärische Gesichtspunkte. Etwaige Strafmaßnahmen und Sicherheiten. Falls politische Sicherheiten und Sanktionen für wünschenswert gehalten werden, um die Durchführung des vorliegenden Blanes ficherzustellen, so liegen diese außerhalb der Zuständigkeit des Komi tees. Ebenso liegen Fragen der militärischen Beseßung außerhalb unferes Auftrages. Es ist jedoch unsere Pflicht, deutlich hervorzuheben, daß unsere Borschläge auf der Annahme beruhen, daß die wirtschaftliche Täfigfeit durch teine andere fremde Organisation als die hier vorgesehene Ueberwachung behindert und beeinträchtigt wird. Folglich beruht unser Vorschlag auf der Borausseßung, daß die bestehenden Maßnahmen, insoweit sie diese Tätigkeit behindern, rüdgängig ge macht oder hinreichend abgeändert werden. sobald Deutschland zur Ausführung des vorgeschlagenen Blanes schreitet, und daß sie nur im Falle einer offenkundigen Bersäumnis in der Erfüllung der allseitig angenommenen Bedingungen wieder angewendet merden Liegt ein solches Berfäumnis vor, so ist es offenbar Sache der Gläubigerregierungen, im Bewußtsein des gemeinsamen Amtes eines Treuhänders für die eigenen finanziellen Intereffen und die finanziellen Interessen derjenigen, die auf der Grundlage dieses Blanes Geld hergegeben haben, die Art der anzuwendenden Straf maßnahmen und die Art und Weise ihrer schnellen und wirksamen Durchführung festzusetzen. Hierbei möchten wir jedoch zugleich hinzufügen, daß nach unferer einstimmigen Meinung, falls das augenblicklich im befeßten Gebiet geltende Wirtschaftssystem abgeändert wird, eine Regelung der Reparationen durch angemessene produktive Bürgschaften verstärkt werden muß. Wir schlagen zu diesem Zwed ein Kontroll. system por, von dem wir erwarten, daß es wirksam sein wird und bas zugleich derart ist, daß es die Rückkehr zur finanziellen Stabilität nicht behindert. Ueber die Notwendigkeit einer gefunden Handelspolitik sagt der Bericht: Soll die Wiederherstellung Deutschlands von Dauer fein, so Soll die Wiederherstellung Deutschlands von Dauer fein, fo müssen auch die anderen Bölker zu Zuständen zurückkehren, bie für thr finanzielles und wirtschaftliches Bestehen unerläßlich find, und es muß ihnen ebenso ermöglicht werden, den normalen Warenaustausch fortzusetzen, von dem ein allgemeiner Wohlstand abhängig ist. Arbeiterschaft und Inflation. Auch die Arbeiter merden ihren Vorteil dabei finden, denn Ihre Interessen sind vor allem von der Stabilität abhängig. Einige Boltsklassen mögen einen Ausgleich in den erstaunlichen Vermögensumwälzungen finden, welche die Inflation mit fich bringt- manche ziehen ihren Borteil daraus, andere haben darunter zu leiden. Aber für die arbeitenden Klassen ist die Unbeftändigkeit der Verhältnisse nur vom Böfen; fie bietet teinerlei Aus gleichsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhange wollen wir auf die Ansichten verweisen, die der Vertreter der Arbeiter in Berlin uns gegenüber zum Ausdruck brachte. geregelt worden sind. Die Reparationstommiffion foll bie Bebin| Offenen Briefe" am Stresemann erhoben. Und Stresemann and gungen und die Durchführungsmodalitäten dieses Kontraktes feft mortet jetzt in einem gleichfalls Offenen Briefe", den er in ber fezen. Wir werden nur auf die Stimme unseres Gewissens hören, " Beit" veröffentlicht: in dem der leyale Wunsch vorherrscht, der Welt die doppeite Wohltat des Rechts und des Friedens zu verschaffen, nach der sie sich sehnt. Die Reparationsfommission hat in ihrer heutigen Bormittags. fizung über das nach Ueberreichung der Sachverständigenberichte einzuschlagende Verfahren feinen Beschluß gefaßt. Havas zufolge werden die Delegierten jedoch noch in dieser Woche offiziös darüber verhandeln und vielleicht am nächsten Montag in offizieller Sigung die verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit dem Abschluß der Sachverständigenarbeiten, darunter auch die Anhörung der deutschen Vertreter, regeln. Der britische Standpunkt. Schluß mit dem Ruhrzwang! Sie behaupten in diefem offenen Briefe, daß ich pläne und Hoffnungen deutscher Boltsgenoffen vor der ganzen Welt dem Feinde preisgegeben hätte. Das ist glatter Unsinn. Der Saz wir wollen die schwarzweißrote Fahne über den Rhein tragen" ist von Herrn Hitier in der Berhandlung vor dem Volksgericht in aller Deffentlich feit gejagt worden, wurde also nicht durch mich, sondern durch Herrn Hitler in die Deffentlichkeit gebracht. Der Rüflischiour der 60 000 Gewehre ist ebenfalls nicht von mir öffentlich mitgeteilt worden, sondern diese Unterschrift befindet sich unter einem Bild in einem Hitlerbewegung herausgegebenen Buch, das öffentlich zu kaufen ist. Gegenüber dieser Art der Agitation habe ich auf das Unsinnige solcher öffentlichen Betanntgate hingewiesen und betont, wie sehr dadurch vernünftige Außenpolitit erschwert wird. DON der Ihr unerhörter, auf feinerlei Sachkenntnis beruhender Bor. wurf, ich hätte irgendwelche Pläne von deutschen Bolksgenossen verraten, zeigt nur die Strupellosigkeit Ihrer Agitation und die Berantwortungslosigkeit, mit der Sie Behauptungen aufstellen. Was Herr Stresemann von fich sagt, gilt in vollem Umfange auch für den Borwärts". All die Hitlerei, all das Waffengeflirr ist seit Jahr und Tag bekannt, ist in München und cndernorts auf offenem Markte von den Putschisten aus geschrien worden. Es ist deshalb ein besonders underLensch- Organs dem Vorwärts" unterstellt, er wolle irgend etwas frorenes Berhalten, wenn die Rechtspresse einschließlich des Stinnes. dem General Nollet verraten, was dieser nicht längst wüßte. Condon, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) In offiziellen Regierungskreisen wird erklärt, daß, sobald unter den alliierten Mächten über die Berichte und Borschläge der Sachverständigen volle Einmütigteit erzielt sei, die erste persönliche Begegnung zwischen Macdonald und Poincaré stattfinden könnte. Alles liege jeht an der Haltung Frankreichs gegenüber den Borschlägen der Sachverständigen und an der französischen Bereit. schaft, die als Pfänder betrachteten deutschen Wirtschaftsanlagen überlassen. Das auf den Wiederaufbau der Wirtschaft Europas geim besetzten Gebiet der unbeschränkten Berfügung Deutschlands zu richtete Ziel der englischen Politik und der Politik anderer Länder finde in den Vorschlägen der Sachverständigen Unterstützung. Worauf es der reaktionären Kumpanei antommt, ist lediglich, Die englische Politik stimme mit den Schlußfolgerungen der Sach- dem ernsthaftesten Vorfämpfer des republikanischen Gedankens, verständigen überein. Wenn Frankreich seine bisherige Polifif gegen- der deutschen Sozialdemokratie, die Hände zu über Deutschland fortsetze, würde Frankreich allein die schweren binden. Daß diefer Plan nicht gelingt, dafür werden die Folgen, die daraus entstehen müßten, zu tragen haben. Die offi- ahlen am 4. Mai zu sorgen haben! ziellen Kreife sprechen ihre Genugtuung darüber aus, daß die britischen und amerikanischen Sachverständigen in allen bedeutungsvollen Einzelfragen des Reparationsproblems übereingestimmt haben. Diese Tatsache werde auf die Bereitschaft der amerikanischen Finanzkreise, Anleihen zugunsten Deutschlands flüssig zu machen, eine starke Wirkung ausüben. Es fel jedoch unmöglich, eine solche Anleihe in Amerita flüffig zu machen, wenn Deutschland feine ökonomische Freiheit nicht wiederbefäme oder wenn die Ruhr bejehung nicht aufhöre Der Bericht der Kapitalfluchtkommission. Der Landesverrat" des„ Vorwärts". Wirkung in die Ferne. London, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Landesver ratsverfahren gegen den„ Borwärts" erregt in hiesigen politischen Kreisen erhebliches Aufsehen. Die Bresse beschäftigt sich lebhaft mit ihm. Die Times" bemerkt: Die Strafverfolgung des sozialdemo fratischen Zentralorgans lasse die ganze Angelegenheit in neuem Lichte erscheinen; dadurch sei die Richtigkeit der Enthül. lungen des Borwärts" offiziell zugegeben.„ Daily Tele. graph" sagt: Die deutsche Justiz habe damit offenfundig für die Reaktion Partei ergriffen. Die Verfolgung des wärts zeige erneut, daß die Staatsanwaltschaft Friedensliebe als Landesverrat betrachte. Nach der Freisprechung Ludendorffs und dem Benehmen gegen Ehrhardt sei die Verfolgung des„ Borwärts" ein typischer Fall zur Beurtei sei die Verfolgung des„ Borwärts" ein typischer Fall zur Beurtei Jarres berichtigt. Paris, 9. April.( WTB.) Der heute der Reparationsfommiffion übergebene Bericht des Komitees umfaßt nur sieben Seifen. Dazu kommen furze Annege über das Guthaben im Ausland im Jahre 1924, während des Krieges und nach dem Kriege. Das deutsche Gut. haben im Ausland wird, wie bereits gemeldet, ouf 5% milliar. den Goldmart geschäßt, der Bejiz der Ausländer in Deutschland auf 1 bis 1% Milliarden Goldmart. Als einziges Mittel, die geflüch- lung der deutschen Justiz feten Kapitalien wieder zurückzuführen, wird die Beseitigung der Gründe betrachtet, die die Abwanderung verursacht haben, d. h. die Indem Herr Graßmann nicht für die Gesamtheit des deutschaffung einer stabilen Währung. Als Beispiel wird schen Boltes, sondern nur für die Klaffe sprach, die er vertrat, Desterreich angeführt. Zum Schluß wird zur Erwägung gestellt, tellte er fest, daß die deutschen arbeitenden Klaffen während einer Uebergangsperiode denjenigen, die unter der augennicht eine zweite 3nflationsperiode aushalten tönnten. Sie müßten an die Welt für eine wertbeständige blidlichen Gesetzgebung der Gefahr einer Strafe bzw. Kapitalflucht Währung appellieren, die es ihnen ermöglichte, auch noch vier unterliegen, Straffreiheit zu gewähren und ihnen bei der Zeichnung von Anleihen für die Bezahlung in fremden Devisen befondere Bedingungen zu bieten. Auf diese Weise würde die Rüdführung des geflüchteten Kapitals die endgültige Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts in Deutschland beschleunigen. Wochen nach Empfang des Lohnes etwas dafür zu kaufen." Es ist klar, daß eine fünftige Inflation faum zu befürchten ist, wenn die Banfftatuten streng eingehalten werden. Einer der zu er wartenden Borteile ist, daß in Deutschland außer Berkehr gefehte ausländische Zahlungsmittel, die augenblidlich wirt. schaftlich unfruchtbar find, in der Form von Zeichnungen oder auf Einlagen in die Bant wieder in Berkehr gebracht und zu wirtschaft. licher Berwendung zurückgeführt werden. Die Ueberreichung der Berichte. Paris, 9. April.( WTB.) In der heutigen Sigung der Repa rationstommiffion überreichte General Dawes den Bericht des Eachverständigenausschusses und erklärte, eine Rede zu halten, fei überflüssig, alle Kommentare feien in dem Begleitschreiben enthalten. Dawes dankte den Mitgliedern der Reparationstommission für bas Bertrauen, das sie den Sachverständigen gegenüber befundet hätten. Alsdann überreichte im Namen des zweiten Sachverstän digenausschushes McKenna ber amerikanische Sachverständige Robinson den zweiten Bericht; er wies auf den Begleitbrief von Mc Kenna hin, ber genötigt gewesen sei, schon heute vormittag Paris zu verlassen. Hierauf hielt der Borsitzende der Reparationstommiffion Barthou folgende Rede: Meine Herren Sachverständigen! Die Reparationstommiffion empfängt aus Ihren Händen mit aufrichtigster Dankbarkeit die beiden Berichte, die sie mit unbedingtem Bertrauen erwartet. Als ich in ihrem Namen vor nahezu drei Monaten bie Ehre hatte, Sie ein zuführen, habe ich der Hoffnung Ausbruck gegeben, daß wir das Biel, das wir uns gefeßt hatten, erreichen. Sie haben die Hoffnung übertroffen durch eine stetige Arbeit, der die Welt, die die Schwierig. feiten und die Mühen Ihrer schweren Aufgabe fennt, ihre Anerfennung nicht entziehen kann. Es ist natürlich nicht zu erwarten, daß Ihre Entschlüsse, obwohl sie einstimmig gefaßt worden sind, bei der schon so leidenschaftlichen Belemit und her durch viele Gegen fäße der Interessen zerstörten öffentlichen Meinung einmütige Zu ftimmung finden. Aber niemand wird den technischen Wert der be. beutungsvollen Arbeit verkennen, auf die desinteressierte Männer, beseelt von dem einzigen Streben, durch die gebührende Achtung vor dem Friedensvertrag den Frieden zu sichern, all ihre Bemühungen, all ihre Kompetenzen und all ihren Pflichteifer angewandt haben, mit einer Unparteilichteit, die sich durch nichts hat beirren lassen. Ihrer Berantwortung bewußt, haben Sie, meine Herren, fein Mittel der Information, der Untersuchung und der Nach prüfung vernachläffigt. Sie wollten nicht übereilt zu Ihren Schlußfolgerungen gelangen, bevor Sie nicht alles, was Sie in Erfahrung bringen fonnten, untersucht und berücksichtigt hatten. Mit einer Tätigkeit, die sonst durch Ihren Beruf oder Ihre Arbeit in Anspruch genommen worden wäre, haben Sie sich an das ungeheure Werf herangemacht, wir wissen Ihnen höchsten Dant dafür. Die Mitwirkung der amerikanischen Sachverständigen es wird niemand überraschen, daß ich an sie den Ausdruck eines besonderen Dantes richte ist ein Ereignis, dessen Bedeutung von jedermann begriffen worden ist, von der Zeit aber noch unterstrichen werden wird. Ihre Arbeiten haben eine neue Aera in der bewegten Geschichte des unsicheren Friedens gefchaffen, in der die Menschheit auf der Suche nach ihrem Gleichgewicht ist. In dem Augenblid, wo Ihre große Mission zu Ende geht, wird die. jenige der Reparationstommission, die durch den Bersailler Bertrag festgelegt ist und die beratender Art ist, wieder beginnen. Wir wissen, mit welchen Schwierigkeiten wir zu tun haben werden, wir fennen unsere Berantwortung, und wir werden an sie herantreten mit der bona fides und dem guten willen, von dem Sie sich bei Ihren Entschließungen haben leiten laffen. Wir find ein Gerichtshof, vor dem es weder Sieger noch Besiegte, sondern nur Gläubiger und Schuldner gibt, beren Rechte und Berpflichtungen durch einen öffentlichen Kontraft Amtlich wird mitgeteilt: Bor. Sozialdemokratischer Landeshauptmann. törperlich zu ertüchtigen, und dabei offen ertiärt, es tönne Gesandter Otto Landsberg für Sachsen gewählt. Halle a. d. S., 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Provinzial landtag der Provinz Sachsen nahm in seiner heutigen Sigung die Neuwahl des Landeshauptmanns vor, die erforderlich wurde durch den Weggang des jezigen Reichsverkehrsministers Deser. Es fandidierten drei Bewerber: der frühere Regierungs. präsident v. Gersdorff als Vertreter der Deutschnationalen und der Deutschen Bolkspartei, der jetzige stellvertretende Landeshauptmann Geh. Regierungsrat Dr. Hübener für die Demokraten. Die sozial demokratische Fraktion hat den früheren Gesandten in Brüssel, Genossen Otto Landsberg, in Borschlag gebracht. Im zweiten Wahlgang fiegte der Kandidat der Sozialdemokraten gegen den Be. werber der Demokraten mit einer Stimme Mehrheit. Die Boving Sachsen hat also neben dem sozialdemokratischen Oberpräsidenten nunmehr auch einen sozialdemokratischen Landeshauptmann. Die Wahl erfolgte auf fechs Jahre. Landesverrat Stresemanns. Auch der Reichsaußenminister wird verdächtigt. Die für das Reich so außerordentlich blamablen Landes. verrats prozesse gegen Republikaner wachsen sich zu einem allgemeinen Standal aus. Die Hochperräter von Profeffion freuen sich ihres Lebens, aber gegen die Verteidiger der Republik bieten die Juftizbehörden all den Scharfsinn auf, den sie gegen Ehrhardt, Roßbach und Konsorten nicht auswirken lassen fönnen, weil ja Bayern sogenanntes Ausland" ist, wie Oberreichsanwalt Ebermayer in grimmer Resignation versicherte. Die Nachricht, daß auch gegen den" Borwärts" wieder ein Landesverratsprozeß eingeleitet worden ist, gibt der ganzen Rechts preffe Veranlassung, ihre unverhohlene Freude über das Borgehen des Staatsanwalts der Republik auszudrücken. Nur das Blatt Stegerwalds,„ Der Deutsche", flagt beklommen:" Dem Borwärts" ist Heil widerfahren: es ist für neuen Agitationsstoff gesorgt. Und das ist ja gegenwärtig unsere Hauptforge,... daß der Agitations stoff nicht ausgehe." Ganz besonders bösartig aber benimmt sich die„ D. A. 3." des Baul Lensch. Dieser Biedermann hat von seiner Tätigkeit an der Leipziger Volkszeitung" her immerhin einige Kenntnis in politi schen Prozessen, und unter seiner Leitung hat so mancher Redat tionsfollege die königlich sächsischen Richter und königlich sächsischen Gefängnisse tennen lernen müssen. Er selber freilich ist schon damals eine feltene Erscheinung mit Feftungshaft davon gekommen, als er wirklich einmal fich den Richtern stellen mußte. Bielleicht haben sie die in ihm schlummernde Größe schon erfannt, als er noch glaubte, ein waschechter Marrist zu sein. Immerhin jetzt besißt die D. 2. 3." den besonderen Geschmad, den Immerhin jetzt befißt die D. A. 3." den besonderen Geschmad, den Borwärts" außer wegen Landesverrats auch noch wegen Ber. böhnung der Justiz" zu denunzieren. Grund: Wir haben bie infriminierten Teile des Göy- Briefes unseren Lefern wieder in Erinnerung gerufen, damit sie selbst sich ein Urteil bilden fönnen. Nun ist es zwar für den Gang der Dinge völlig belanglos, was das Organ der Stinnes- Lensch- Rompagnie schreitt. Aber es ist nicht uninteressant, daß gerade jetzt sich der Reichsaußen. minister Dr. Stresemann geichfalls gegen den Vorwurf bes Landesverrats verteidigen muß! Der Landesvorstand bez beffischen Deutschnationalen hat diesen Borwurf in einem -112 Ueber die Rede des Reichsministers Dr. Jarres in Hildesheim den. Der Minister hat sich sowohl in seiner Rede in Hildesheim am 7. April find entstellende Nachrichten verbreitet wor wie in Elberfeld mit großer Entschiedenheit gegen diejenigen reise gewandt, welche mit den affen flirren und starten Worten das Volk über unsere Ohnmacht hinwegzutäuschenma versuchen, sowie gegen die tendenziösen Nachrichten, als ob in Deutschland große Waffenlager vorhanden wären. Er hat zur Wahr haftigkeit ermahnt gegenüber unserer heutigen Lage und namentlich die Jugend aufgefordert, fich innerlich wehrhaft zu machen und sich das deutsche Bolt durch die Politik der Gegner auch zur Ver zweiflung getrieben und wider seinen Willen vor die Notwendigkeit gestellt werden, das zerbrochene deutsche Schwert wieder zusammenzuschweißen. Der Grundton der ganzen Ausführungen war eine Warnung vor jeder Unbesonnenheit und eine Mahnung zur innerlichen Festigung und Einigkeit Es muß auffallen, daß dieses Dementi mit feiner Silbe den Fall Quidde erwähnt. Jarres hat nach dem TU.Bericht Professor Quidde, gegen den ein Landesverratsverfahren schwebt, des Landesverrats bezichtigt. In dieser Richtung läßt die amtliche Richtigstellung alles im unflaren. Das läßt darauf schließen, daß Minister Jarres die Aeußerung tatsächlich gemacht hat. Es wäre unverzeihlich und uner hört, wenn es damit sein Bewenden hätte. Schließlich hat die Reichsregierung immerhin einen Ruf zu verlieren, mag auch die bayerische Regierung dafür gesorgt haben, daß er nicht über all so ist, wie er es sein sollte. Man wird also eine weitere Aeußerung der Reichsregierung erwarten müssen. Die Erwerbslosenunterstützung. Jebe Erhöhung von der Reichsregierung abgelehnt! Die Reichsregierung hat eine Erhöhung der Unterstützungsfäge für die Erwerbslosen abgelehnt, obwohl das zuständige Reichsarbeitsministerium eine Erhöhung vorgesehen und beantragt hatte. Die Reichsregierung wird nicht umhin fönnen, diese unglaubliche Haltung vor der Deffentlichkeit zu begründen, weil sie selbst zugeben muß, daß die den Erwerbslofen gewährte Unterstützung durchaus unzureichend ist. Denn mit 3 bis 10 Mart wöchentlich, je nach Ort und Familiengröße, kann fein Erwerbslofer fich felbft, viel weniger seine Familie ernähren. Würde nicht die Wohlfahrtspflege helfend eingreifen, dann müßten die Arbeitslosen, insbesondere in den Großstädten, mit ihren Angehörigen verhungern, da selbst ein Familienvater mit Frau und zwei Kindern nur etwa 7 M. wöchentlich bezieht. Kein Wunder, wenn die Kinder dieser Unglücklichen von Tür zu Tür schleichen, um ein Stückchen Brot zu erhaschen. Aber davon weiß eine unter dem Einfluß von Luther und Jarres stehende Reichsregierung anscheinend nichts. lofenunterstügung Reich und Länder gegenwärtig taum Dabei ist zu bedenken, daß eine Erhöhung der Erwerbs mertlich belastet. Die hohen Pflichtbeiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, zusammen bis zu 3 Proz. des Lohnes, liefern bereits so erhebliche Summen, daß in fehr vielen Orten erheblich mehr eingenommen als ausgegeben wird. In diesen Fällen leisten Reich und Länder überhaupt keinen Zuschuß mehr. Allein die Höhe dieser Beiträge rechtfertigt schon eine Erhöhung der ungenügenden Erwerbslosenunterstützung. Unter diesen Umständen tann man die Vermutung nicht unterdrücken, daß die Haltung der Regierung beeinflußt wird durch die Arbeitgeberverbände, die bei einer Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung Vergleiche mit den allzu niedrigen Löhnen in der Industrie fürchten. Das ist für uns ein Grund mehr, mit allem Nach druck die Forderung nach Erhöhung der Erwerbslosenunter tügung nun erst recht zu erheben, Der Kampf im Buchdruckgewerbe. Wie erinnerlich, scheiterten die letzten Lohnverhandlungen| lehnung durch die Unternehmer für gestern, Mittwoch, die ArbeitsIm Budybrudgewerbe. Die Bertreter der Buchdruder hatten einen niederlegung angekündigt haben. Spizenlohn von 35 M. die Woche verlangt, was die Wiederher stellung des nominalen Vorfriegslohnes bedeutet, obwohl der Reallohn infolge der eingetretenen Teuerung auch damit hinter dem Friedenslohn zurückbleiben würde. Es kommt hinzu, daß vor dem Kriege die Tariflöhne Mindestlohne waren, die totfächlichen Löhne jedoch nicht unerheblich über den Mindestlöhnen lagen. Nach Ablehmung der Forderung der Buchdrucker wurde ein Schiedsspruch gefällt, der einen Spitzenlohn von 30 M. Dorfieht. Dieser Schiedsspruch ist von den Arbeitnehmern abgelehnt worden. Die Buchdruckereibefizer haben nun beim Reichsarbeitsminister den Antrag gestellt, den Schiedsspruch für allgeme in verbindlich zu erffären. Die Entscheidung des Reichsarbeitsministers foll heute gefällt werden. In einer großen Anzahl von Städten haben die Gehilfen nach Ablehnung der Forderung die Kündigung eingereicht, die gleich falls morgen, Freitag, abläuft, so daß auch hier, wenn die Buchdruckereibefizer auf ihrem ablehnenden Standpunkt beharren, mit der Stillegung der Betriebe zu redynen ist. Das ist in furzen Zügen die augenblickliche Situation. Es geht daraus hervor, daß von einer Verbindlichkeits. erflärung des Schiebsspruches teine Rede mehr sein ann. In einer ganzen Anzahl von Orten und von Berliner Betrieben ist die Forderung der graphischen Berbände anerkannt worden. Die dort beschäftigten Arbeiter werden bereits nach den neuen Bedingungen bezahlt. In einer weiteren Anzahl von Orten und Berliner Betrieben haben die Buchdrucker ihre Stellung gefündigt. Wenn die Unternehmer auf Anordnung der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, deren Rundschreiben wir fürzlich veröffentlicht haben, sich zunächst auch weigern, der Forderung der Gehilfen stattzugeben, fo werben sie über furz oder lang gezwungen fein, sich mit der veränderten Sachlage abzufinden. Die Arbeiterschaft, von deren Lohn heute infolge des Steuerabzuges und der erhöhten Krankenkassenbeiträge und der Beiträge für die Arbeitslosenversicherung wesentlich höhere Abzüge gemacht werden als vor dem Kriege, haben lange genug sich mit un möglichen Hungerlöhnen begnügt. Nun hat die Konjunktur um. geslagen. Es geht nicht an, daß man auch jetzt noch die Buchdrucker mit Löhnen abspeist, die ihnen nicht eine menschen. würdige Lebenshaltung gestatten und bie weniger als die Hälfte der Löhne der Arbeiter im Auslande betragen. Inzwischen hat sich die Sachlage jedoch wesentlich ver schoben. Die Unternehmer haben sich von vornherein auf Rampf eingestellt und die Barole ausgegeben, teine Refein, einstellungen vorzunehmen. Aber die Parole der Organi sation ist von den Buchbruckereibefizern nicht befolgt mor. den. So sind in Berlin allein in der Woche vom 30. März bis 5. April vom Arbeitsnachweis 321 Buch bruder angefor. bert worden. Die Buchdrucker haben ihrerseits in den einzel. nen Betrieben in Berlin die Forderung auf Bewilligung der 35 m. gestellt. Trotz der Barole ber Unternehmerorganisation ist diese Forderung in einer Reihe von Betrieben bewilligt worden, Forderung in einer Reihe von Betrieben bewilligt worden, während eine Anzahl von anderen Betrieben wohl die 35 m. und M. darüber bis zu 46 M. die Woche zahlen, jedoch schriftlich noch nicht anerkannt haben, sozusagen um sich gegenüber ihrer Organisation zu decken. In einer weiteren Anzahl von Betrieben haben die Buchbruder infolge Nichtbewilligung getündigt. Die Kündigungsfrift läuft morgen, Freitag, ab und es ist somit ab Freitag mit der Stillegung einer größeren Anzahl von Betrieben zu redynen. Nehnlich ist der Berlauf der Bewegung im Reiche. In ben meisten Städten Thüringens find die Forderungen der Gehilfen bewilligt worden, ja vielfach sind sogar hö hete Löhne zugestanden. In Erfurt, wo die große Mehrzahl der Betriebe bewilligt hat, befinden sich die Gehilfen in zwei Betrieben noch im Ausstande. In Halle waren die Gehilfen gleichfalls in den Streif getreten, jeboch haben inzwischen bie meisten Geschäfte die Forderung bewilligt. Ueber den Streit in Mainz und Görlig haben wir bereits berichtet. Aus Stettin wird uns gemelbet, daß dort die Gehilfen gleichfalls die Lohnforderung gestellt und nach Ab. Gefahr im Berliner Verkehrsgewerbe. Werden Hochbahn, Straßenbahn und Omnibus ftillstehen? Die in den drei Verkehrsbetrieben Berlins- Hochbahn, Straßenbahn, Omnibus beschäftigten Bediensteten, Handwerker und Arbeiter unterbreiteten den Direktionen eine einheitliche Lohn. forderung. Sie fordern Erhöhung ihrer Böhne um 10, 12 und 15 P f. für die Stunde. Die Leitungen der drei Betriebe find bestrebt, mit allen Mitteln die Löhne ihrer Arbeiterschaft auf das tiefe Niveau der Reichsarbeiterlöhne herabzudrücken, bas felbft Die bürgerliche Regierung Marg, Luther, Stresemann wiederholt in zahlreichen Bersammlungen als für den Lebensunterhalt zu niedrig bezeichnet hat. In den Verhandlungen wurde jede Lohnerhöhung abgelehnt. Die Argumentationen sind die gleichen, die von den Spitzenverbänden der Arbeitgeber in längst befannien Barofen an geführt wurden, mit denen fich die Artetterpresse in den letzten Tagen hinreichend beschäftigt hat. Zunächst befaßte ich eine Sonderfaminer im Schlich. tungsausschus Groß- Berlin mit der Lohnforderung im Hochbahnbetriebe. Der Spruch, der gefällt wurde, befagt, daß den Handwerkern eine Aufbefferung von 5 Bf., ben Angestellten von 4 f. und allen übrigen Beschäftigten von 3 f. zugestanden werden soll. Die Sozialzulagen werden nicht erhöht, die Zuschläge für Nachtarbeit abgelehnt. Einigung in Köln. Wie wir durch Drahtbericht aus Röln erfahren, fanden dort gestern Verhandlungen vor der Regierung statt. Die Chriftlichen und bie Gutenbergbündler hatten den Schiedsspruch mit 30 m. und 10 Broz. Befagungszulage angenommen, der Buchdruckerverband aber den Spruch abgelehnt. Die Ortsleitung des Verbandes ersuchte um neue Berhandlungen, die von den Brinzipalen zunächst abgelehnt wurden. Erst nachdem die Hilfsarbeiter fich weigerten, die geforberten Mehrarbeiten zu leisten, erklärten die Brinzipale sich zu Berhandlungen bereit. Für die Zeit vom 29. März bis zum 31. Mai wird ein Spigen lohn von 36,50 m. gezahlt, der den tariflichen Staffelungen unterliegt. Dieser Erfolg ist der Initiative der Kölner Ortsverwaltung des Deutschen Buchdruckerverbandes zu verbanten. Die Gutenbergbündler und die Christen werden hoffentlich nicht nur die ihnen wider Willen zugefallene Lohnerhöhung einstreichen, sondern sich bewußt werden, daß sie hier mal wieder keine feine Rolle gespielt haben. Achtstundentngkampf der Bergarbellen. Waldenburg, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) Much im nieder fchlesischen Steinfohlenbergbau gehen die Arbeitgever jet bazı über, durch Dittat die Borkriegsarbeitszeit anzuführen. Die Belegschaften beantworteten diesen Schritt des Grubenunter nehmertums damit, daß sie nach achtstündiger Arbeitszeit die Be triebe verließen. Daraufhin gingen die Zechenbesitzer dazu über, die am Achtstundentag festhaltenden Arbeiter auszu fperren und versuchen jetzt als Erjazz aus allen Gegenden Deutsch lands Arbeitswillige" heranzuziehen. An die Arbeiterschaft der übrigen Kohlen- und Industriebezirke ergeht daher die Bitte, sich nicht zu dieser Streifbrecherarbeit aawerben zu laffen, fondern jeden zuzug nach Waldenburg( Niederschlesien) fern3uhalten und zu unterbinden. Der Achtstundentag in Polen bleibt! Aus Warschau wird uns berichtet: Die Delegation bes aft polnischen Hüttenverbandes, welche anläßlich der Krisis in der Bergwerkindustrie vom Ministerpräsidenten Grabfti emp fangen wurde, verlangte die Verlängerung des Achtstundentages. Grabfti erflärte, daß die polnische Regierung unbedingt auf dem Standpunkt des Achtstundentages beharre. Gewerkschaftsdisziplin in England. London, 9. April.( Eigener Drahtbericht.) In dem Bestreben, die am Mittwoch zu erwartende Aussperrung der eng lischen Werftarbeiter zu vermeiden, hat die Gemert. haft der Hafenarbeiter 1000 ihrer Mitglieder in Southampton, auf deren Widerspenstigkeit und Disziplinlofigfeit die gegenwärtige Krise zurückzuführen ist, cus der Organisation ausgefchloffen. Achtung, Bauarbeiter! Der Streit ber Bartettbodema leger ist beendet. Deutscher Holzarbeiterverband. Metallarbeiter! Wegen Lohndifferenzen ist die Beleg schaft der Firma Glaser u. Pflaum, Ritterstr. 11, in den Streit getreten. Trotz der friedlichen Einstellung der Belegidaft hat sich die Firma auf einen schroff ablehnenden Standpunkt gestellt, so daß der Belegschaft nichts weiter übrig blieb, gefchloffen den Betrieb zu verlassen. Die Belegschaft bittet die Berliner Ar beiterschaft um Solidarität. Bei der Ba upa", Raumschuh A.-G., Friedrichstraße 61, find gestern 11 von 15 Beschäftigen in den Streit getreten. Die Firma fündigte den Tarif bezüglich der Bezahlung der Wegzeiten und sperrte auch sofort die entsprechenden Entschädigungen. Auch die geforderten Lohnerhöhungen auf die bis 38 Pf. heruntergehenden Löhne wurden nicht bewilligt. Die Elettromonteure werden ersucht, Solidarität zu üben. Zur Seemannsbewegung ist mitzuteilen, daß entsprechend den Bestimmungen der Satzungen des Verkehrsbundes durch die im Hafenstädten der vom Reichsarbeitsministerium gefällte Sprud zwischen erfolgte Abstimmung der organisierten Seeleute in den angenommmen worden ist. In Mannheim wurde der Betrieb von Heinrich Lanz ge Berkehrsbund, beauftragt worden, eine Bollverfammschloffen und die 5000 Arbeiter find ausgesperrt. In fung zu morgen, Freitag, abends 7 Uhr, im Lehrervereinshaus, folge von Lohndifferenzen fam es zu passiver Resistenz, nachdem die Alexanderplaß, einzuberufen. Es soll ein Bericht gegeben und evtl. Berhandlungen ergebnislos blieben. Die Stadtverwaltung bemühte weitere Schritte beschloffen werden. fich um eine Einigung, da sonst auch die übrigen Betriebe der Mannheimer Metallindustrie in Mitleidenschaft gezogen werden. 8mm Streit im Stuck- und Gipsban. Gastwirtschaftliche Angeftelte! Morgen, Freitag, nachts 1 Uhr, große öffentliche Bersammlung in den Musiker- Festfälen", Raifer- WilhelmStr. 81. Tagesordnung: Die tommenden Reichstagswahlen." Referent: Reichstagsabgeordneter Aufhäuser. Alle im Gastwirtsgewerbe tätigen Angestellten find freundlichst eingeladen. Achtung, AEG., Kabelwert, Transformatorenfabrik und NAG. Morgen, Freitag, nachmittag 4 2hr, in der Schule Nieberschöneweibe, Ber. bes Gen. Frans Antler Aber: Die Reichstagswahlen unb ble Sozialbemotratie. 2. Aussprache. Sympathifterende find einzuführen. Der Fraktionsverfand. liner Str., Bersammlung aller BSPD.- Genoffen. Tagesordnung: 1. Bertrag Deutscher Verkehrsbund, Abteilung Straßen- und Kleinbahner. Morgen, Freitag, abenb 7 Uhr, im Lehrer- Vereinshans, Alexandervlak Lages ordnung: Wirtschafts- und Lohnpolitik in ben Berk brabetrieben." Agitiert ( großer Saal), Bollversammlung aller in den Berliner Berkehrsbetriebes be fchäftigten Straßenbahner, Hochbahner and Omnibusbebienieten. für einen Massenbesuch! Rein biensfreier Rollege barf feblen! Die streitenden Studateure und Gipsbaufacharbeiter hielten am Dienstag ihre erste Streitversammlung ab. Wohl selten ist ein Streit mit einmütigerer Kampfesstimmung begonnen worden als biefer. Das machtlüfterne Unternehmertum hat feit langer Zeit die Berbitterung in unsere Reihen getragen. Fast 11 Bochen brauch ten die Arbeitgeber dazu, ihre Abänderungsanträge zustande zu bringen. Weitere adhi Tage, um sich über unsere Stellungnahme dazu zu beraten. Erst nachdem sie mit der Einberufung einer Mitgliederversammlung am 31. März, abends 6% Uhr, vertrautgemacht waren, zeigten sie fich bereit, um 5 Uhr desselben Tages zu ve handeln. In einem Rundschreiben an die Mitglieder des Berbandes ber Baugeschäfte wie auch in fonftigen Auslaffungen versuchten diese Herren die Dinge fo barzustellen, als sei der Streit vom 3aune gebrochen." Bereits seit Wochen vor Ablauf des bisherigen Tarifs lehnten verschiedene größere Firmen die rechtlich bestehenden Ferien ab. Herr Bunt, Bertreter des Verbandes der Baugeschäfte, sprach in der Sizung am 20. März von einer„ tro ft losen Lage des Gewerbes". Schade, daß wir nicht ein Gruppenbild der größtenteils recht wohlgenährten UnternehmertarifDie Funktionäre der Hochbahnbetriebe haben diefen tommiffion beifügen können. Aber auch die Riefengeminne, Gesperrte! Lohnzahlung morgen, Freitag, von 12-1 Uhr. Um 2 Uhr Spruch nicht für wert befunden, ihn der Gesamtbelegschaft zur Schäftsvergrößerungen, Bermehrungen des Pferdebestandes, der Entscheidung vorzulegen. Sie haben ihn aus elgener Initiative Autos und dergleichen mehr lassen von Troftlosigkeit auf unterabgelehnt. Die vollständig ungenügende Aufbesserung der Löhne, nehmerseite nichts merken. Um so weniger kann von den in troft die der Spruch den Arbeitern im Hochbahnbetriebe bringt umb kein lofer Lage befindlichen Arbeitern, die während der Inflation leer Ausgleich für die Verteuerung der Lebenshaltung ist, wird von den ausgingen, die fich weder fatteffen noch notwendgie Kleidung ergänzen fonnten, gefordert werden, auf die Lage der armen Unternehmer Beitungen des Omnibusbetriebes und der Straßenbahn nicht einmal Rücksicht zu nehmen. Die Herren folgen der Mode und fordern anerkannt. Die unverständlich lange Arbeitszeit, die Arbeitszeitverlängerung, Lohnherabfegung, niedrigen Löhne und die Haltung der Leitungen der brei Ferienbeseitigung, unbegrenzte Lehrlingsausbeu Unternehmen haben dazu beigetragen, daß die Erregungen tung, willkürliche Affordarbeit, Arbeitsnachweis. und Empörungen in den Belegschaften den Höhe. verschlechterung und dergleichen mehr. Die Herren bestanden puntt erreicht haben und nun jeden Augenblid die auf ihrem Schein und wollten in feinem Bunfte nachgeben. Sie find es in Wirklichkeit, die den Arbeitsfrieden gestört haben. Damme durchbrechen fönnen. Die Funktionäre haben deshalb die Gemertschaften be auftragt, alle weiteren Schritte zur Durchführung ihrer Forderung zu ergreifen. Zunächst ist die führende Organisation, der Deutsche KON LINON rein orienfalisch Der Kampf wird geschlossen und mit aller Energie geführt. Alle Berfuche, Streitarbeiten zu verrichten, werden an der Regsamkeit unserer Kollegen sowie an der Solidarität aller anderen Be rufe zerschellen! JUNT Achtung, Deutsche Werke Spanban! Fitr Streitende und Ausge Betriebsverfammlung in Spandau, Neue Welt, Rublebener Str. Alle haben zu erscheinen. Achtung, BSPD.- Metallarbeiter! Sente abenb 7 Uhr in ben Gophiens raten, Sophienstr. 17/18, Bersammlung aller BSBD.- Metallarbeiter. Tages ordnung: 1. Bortrag des Genossen Artur Crifpien über: Die Reichs tagswahlen und die Sozialdemokratie." 2. Ausgabe von Bahlmaterial. Alle Betriebe, besonders fleine und Mittelbetriebe, müffen vertreten fein. Partet Der Fraktionsvorfland. ausweis legitimiert. Berantwortlich für Politif: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Gailowski; Botales und Sonstiges: Fri Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GB. 68. Lindenftrage& Sieran 2 Beilagen. Sophien- Sale Sophienstraße 18 Säle frei Nrd. 9296 Die beste Reklame ist die Empfehlung von Mund zu Mund. Die kleine Massary Zigarette, die dank der vorzüglichen Tabakmischungen ein köstliches Aroma ihr eigen nennt wird darum mit Recht Berlins populärste Zigarettenmarke genannt Urteilen Sie selbst! Kleine Massary 23 «r rm 4, t. Heilage des Vorwärts Krieg im Laubenlanö. Die tierischen Freunde und Feinde des Kleinsiedlers. Wenn die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht, kommt auch neues Leben in diejenigen Tiere, die während der kalten Zeit ein Schlafdasem geführt haben. Die ersten Sonnenstrahlen locken die Klügsten unter ihnen noch nicht hervor, aber wirklich mildes Früh- fingswetter treibt sie aus ihrem Winterschlupfloch. Es kommt freilich auch dann noch vor, daß eine später� stärkere Kälte sie hart mit» nimmt, ja dem Tode überliefert. Diele der niederen Tiere zeigen in gewissen Fragen, wie Wahl ihrer Behausung, Futtersuchen usm, eine ziemlich hohe Intelligenz: sie wissen auch in der Nähe arbeitende Wesens und feine? Nützlichkeit beliebt rmd besonderer Schenuno wert. Er verzehrt Mäuse uird— Küchenschaben, Nacktschirecken, Insekten, wagt sich auch zuweilen an kleine Vögel, Nattern und dergl. heran— kurz, seine Speisekarte ist äußerst mannigfaltig. Aber' die Nützlich- kert überwiegt.— Wie steht es nun eigentlich mit dem Maulwurf? Daß er zu den nützlichen Tieren gehört, ist außer Frage. da er— ein sehr' gefräßiger und auch grausamer Geselle— eine Unmenge schädlicher Insekten und Würmer ins Jenseits befördert; zugleich ist er aber ein sehr lästiges Tier, das durch Aufwühlen der Erde in Gärten und noch mehr in Saatkästen nicht nur unnütze Leute oder schwer beladene Fußgänger von den mit Spazieistöckchen bewaffneten Ausflüglern Und den tierfangenden Naturforschern beiderlei Geschlechts wohl zu unterscheiden. Und doch sind sie nicht frei von Irrtum hinsichtlich der Einschätzung des kommenden Win- ters auf größere oder geringere Kälte— sie wählen sich wohl ge- schützte, namentlich gegen die kalten Nord- und Ostwinde gesicherte chöhlen und Schlupfwinkel, vergessen aber oft, den Bau so weit zu führen, daß sie auch vor den stärksten Frost geschützt sind. Die Folge davon ist Erfrieren zahlreicher Kriechtiere und Rcp- t i l r e n; sicherlich aber zieht ein weit über das Normale binous- gehendes Erstarren Schaden nach sich. Nun wird der Unverständige fragen, ob es nicht gerade ausgezeichnet wäre, wenn Tiere,„denen man!«ch sonst den Garaus macht", von der Natur selbst vernichtet würden. den»Garaus machen". Da liegt der Hase im Pfeffer. Selbst sogenannte Gebildet« schämen sich nicht— d. h. richtiger: denken sich nichts dabei—,«ine harmlose Blindschleiche zu töten, eine nützliche Eidechse abzumurksen oder ein? ins Zimmer geflogene, an der Decke umherschwirrend« Fledermaus mit Besen und Schrubber totzuschlagen. Daß die Jugend sich ebenfalls„nichts dabei denkt", wenn sie Tiere der be- zeichneten Art neckt, wißhandelt und schließlich tötet, ist daher kein Wunder. Nehmen wir zunächst die schon erwähnte Blind« schleiche, so ist sie einer Schlange nicht unähnlich und wird des- halb von Touristen mit kühnem Mut getötet, trotzdem sie erstens zu der Familie der Echsen gehört und zweitens ein durchaus harmloses und nützliches Tier ist. dos nur von wirklichen Schädlingen. Insekten, Würmern. Nacktschnecken sich ernährt. Wenn nun sie schon die Mord- lust der Menschen erweckt, um wieviel mehr nruß dies der Fall bei der Ringelnatter sein, dar echten Schlang«, die in Deutschland fast überall heimisch ist Sie stellr, da sie am Wasser heimisch ist und gut schwimmt und taucht, schon böhere Ansprüche an die Ernährung; sie friß kleine.fische. Frösche, Molche, Eidechsen. Da sie durchaus verträglich ist, soll man sie aus Gärten und Gehöften, wo sie sich einfindet, nicht oertreiben. Etwas anderes Ist es natürlich mit der Kreuzotter, die ein« Giftschlange ist und deren Ausrottung nur zu begrüßen ist, wenn auch ihre gefährliche Betätigung durch Bisse nicht den Umfang hat, den Fabelberichte anzeigen. Zudem ist für den beschuhten Menschen die Gefahr, gebissen zu werden, fast gar nicht vorhanden. Als Heilmittel gegen Schlangenbiß gilt außer Ab- schnüren der verwundeten Stelle Zufuhr von Alkohol— mäßige Einzelgaben in rascher Aufeinanderfolge bis zur Berauscht- heit, die aber sich nicht so weir steigern darf, daß sie zur Alkoholocr- giftung führt. Im Sonnenschein glitzert die Eidechse am Waldes- rand oder auf grosbewachsener Böschung, ein prächtiges Schauspiel für unsere Augen. Da sie viele Feinde hat. ist sie scheu und sieht sich erst vorsichtig um, ob die Luft rein ist. Sie entfernt sich daher auch nicht weit von ihrer Behausung, in die sie bei drohender Gefahr eiligst zu schlüpfen bestrebt ist. Sie ist ein d u r ch a u s n ü tz l i ch e s Tier, das ein« groß« Zahl von Kerbtieren, Spinnen. Schmetter- fingen, Würmern usw. vertilgt, sofern sie lebend in seinen Besitz ge- langen. Igel unü Maulwurf. Gewiß hat schon mancher Gartenfreund bei einem Epaziergang in der Dämmerung einen komischen stachlichen Gesellen in seinem Revier angetroffen, der. falls er sich bemerkt sieht, sich zu einer Kugel zusammenrollt. Das ist der Igel, ein liebes K-rlchen, zwar nicht gerade zur Schlummerrolle geeignet, aber wegen feines possierlichen Arbeit durch Glattmachen der Erde, Ausrichten der Pflanzen usw., sondern auch direttenSchaden anrichret. Man geht ihm daher mit Fallen zu Leibe und wird berechtigt sein, dort, wo er sich lästig machr, entsprechende Maßnahmen zu seiner Vertilgung vorzunehmen. Die schäülichen Infekten. Ei» nichtswürdiges Scheusal ist die mit dem Maulwurf durchaus nicht vsvwandte Maulwurfsgrill«, ein Infekt, das seinen Namen wegen der Wühlarbeit, die es verrichtet, erhalten hat. Aber ungleich dem Maulwurf begnügt es sich nicht mit Engerlingen und anderem Gewürm, sondern beißt die Wurzeln der Pflanzen durch, die mit Absterben reagieren. Heute rot— morgen tot, und das hat mit ihrem Nagen die Werr«, wie die Maulwurfsgrille populär genannt wird, getan. Aber die abgestorbene Pflanze und der auf- geworfene Gang verraten den Aufenthalt des Tieres, und man fängt sie mit leicht herzustellenden Fallen fort.— Die Werre gehört zu den Grabheu schrecken— aber auch fliegende Heuschrecken rreten zuweilen bei uns auf. Webe dem Garten oder dem Felde, das sie beglücken! Auch Maikäfer finden sich wohl in beängstigender Zahl«in, doch scheint es uns, als ob die Maikäferplage in früheren Jahren eine größere gewesen ist. Raupenplog« bietet aber oft genug noch Grund zu Klagen; hier heißt es, rechtzeitig das Nötige zu tun, indem man z. B. bei den K 0 h l g e w ä ch s e n die gelben Eier des Kohlweißlings auf der Rückseite dar Blätter vernichtet. Erd- flöhe treten vom Frühjahr an oft massenhaft auf und suchen nament- tich die nicht genügend durch Ueberbrausen und Schattengabe ge- schützten Freibeete heim. Ueberftreuen mit Tabatstaub. auch wohl Asche. Kalkstaud usw. nach vorbargegangenem Ueberbrausen ist ein wirksmnez Mittel. Der Tabakstoub wirkt auch gegen die Blatt- iäuse. die namentlich die schwächeren Pflanzen zuerst befallen, um dann in schnellster Vermehrung das ganze Quartier heimzusuchen. Räuchern mit Tabak in geschlossenen Räumen oder Bespritzen mit Tabakabfnd anzuraten, daneben aber sorgfältige Pflege, damit die _ tNackidruck durch Ralil-Derwa, Berlin.) Der Bürger. von Leonharö Krank. „Einen Augenblick!" Er schnitt ein Stück ab, steckte es vor des Kellners Augen in den Mund.„Wieviel Einwohner hat Berlin? Ich suche nämlich jemand." sagte er und kaute eifrig vor des Kellners Augen.„Deshalb habe ich mir den Stadt- plan bringen lassen. Die Wurst ist übrigens sehr gut. Sehr gut!... Und morgen bringen Sie mir zum Frühstück warme Milch und eine Semmel. Nur etwas warme Milch! Ich habe nämlich einen schwachen Magen." .Sehr gut gemacht! Bewundernswert! Nur etwas warme Milch. Ich habe nämlich einen schwachen Magen." Er hüpfte.„Es wird. Es wird. Eifrig studierte er den Stadtplan, zog Blaustiftstriche von Schmargendorf nach Wilmersdorf, über Charlottenburg weg noch Rixdorf, bohrte auf das«von Steglitzein i und kicherte: „Stieglitz". Trillerte wie ein Stieglitz. Trillerte noch, als er schon im Bett lag. Und trillerte sich lustig und hoffnungsvoll in den Schlaf hinein. �.... Erwachte morgens mit dem Rufe.»Hahaha, einen schwachen Magen! O. hätte ich nur einen schwachen Magen. ein Magengeschwür, qualvoll und lebensgefährlich. Ware doch immerhin ein Magen." �„..... Trank hastig die warme Milch und füllte, die staunenden Augen vergrößert, die leere Tasse auf den Tisch.„Aber ich trank ja eben Milch. Ich! Ich trank. Ein Mensch trank Milch. Also muß dieser Mensch doch einen Magen haben und muß ein Mensch, muß vorhanden sein." 0 Da lächelte er ein schlaues, anerkennendes i-acheln, als Hobe er einen besonders stin angelegten Betrug durchschaut. »Ist es mir also tatsächlich gelungen, sogar wir selbst vorzu- tauschen, ich hätte einen Magen. Wunderbar! Kein Mensch wird merken, daß ich nicht vorhanden bin." Langsam und vor'ichtig. um nichts zu verschütten, trug er die leere Tasse zum Kübel, leerte die nicht vorlsdndene Milch �hort- dos Plätschern. Und riß sich zusammen.„Jetzt aber Es war erst sieben Uhr. Die starke Lust stand noch un° b��raucht in den Straßen. Jürgen hatte große Eile, sprang in Stadtbahnzüge, die schon angefahren waren, wurde von der Untergrundbahn im Westen abgesetzt, von der Straßenbahn quer durch die ganze Stadt nach Berlin N. getragen, auf dem Dache eines Autobusses nach Wilmersdorf zurück. Sein Schema benutzte cr nicht. Denn immer, wenn er planvoll vorgehen wollte, fürchtete er. Jürgen werde zu der Zeit, da er ihn in Berlin O. suche, in Berlin W. sein. Er fragte viele Vorübereilende, ob sie wüßten, wo Jürgen Kolbenreiher sich momentan aufhalte. „Der Bortragskünstler? Ah, das Weinrestaurant mit der Bar?" „Nein, ein sebr entfernt Bekannter von mir." „Und ich soll wissen, wo der ist?! Sind Sie wahnsinnig!" „Ja." „Frechheit!" Der Wütende sauste weiter. Nach vielen verständnislosen Rückfragen des dicken Dienst. mannes, der auf seinem Bänkchen saß, sagte Jürgen:„Viel- leicht ist er in Odessa." „Na, dann fahren Sie man nach Odessa." „Können vielleicht Sie mir sagen..." „Keine Zeit!" „Er hat... keine... Zeit." Traurig blickte er den Händen nach, die den Weg hinter sich schaufelten. Wurde von den Hetzenden da- und dorthin gewiesen, angeschrien, stehengelassen, von Bummlern ausgelacht. Durch- streifte Restaurants, Kaffeehäuser, Kirchen, Warenhäuser, Kutscherkneipen, wurde in das Reichstagsgebäude nicht hin- eingelassen und aus einem Automatenrestaurant herausge- warfen, weil er, anstatt in den Schlitz, die Metallmarke dem verblüfften Kellner in den Mund geschoben hatte. Als er nach langer Fahrt vor dem Meldeamt ankam. war es schon geschlossen. Als erster stand er um zwei Uhr wieder vor dem Schaltersenster, bekam einen Zettel zum Aus- füllen. Sog den Staub- und Papiergeruch ein. Riecht wie in unserer Buchhaltung, dachte er. Und reichte, bebend vor Erwartung, den Zettel dem Beamten. Der unterhiell sich mit seinem Kollegen, schimpfte über die schlechte Beleuchtung, stand plötzlich reglos und sah aus, als denke er. „Alle Menschen denken in jeder Sekunde ibres ganren Lebens irgend etwas. Nur ich..."„Was denken Sie momentan?" „Nichts", bekannte mechanisch der Beamte. Dann erst staunte er und begann zu suchen. donnerstags 10. �pril 1924 kränkelnde» Pflanzen sich kräsllgen. Nicht allgemein bekannt ist, daß die hübschen roten, schwarz punktierten Marienkäferchen die geschworenen Feinde der Blattläuse sind. Wo diese auftreten, stellen sich die kleinen netten Käfer auch ein, und man soll ihnen, die auch sonst keinen Schaden tun, das Leben nicht schwer machen. * Im allgemeinen kann man sagen, daß mangelnde Pflege das Zerstörungswelk der tierischen Feinde erleichtert: wer kräftige Säm- linge hat und sie gut betreut, hat weniger unter ihnen zu leiden. Vorbeugen ist bekanntlich leichter als heilen. Kuf ü!e Straße! Die Mietgerichte haben jetzt ihre liebe Rot mit der täglich wachsenden Fülle der Räumungsklagen. Beim ersten Aus- ruf ist vor manchen Spruchkammern ein Gedränge wie bei Sensa- tionsprozessen. Gleich siebenzig oder noch mehr Parteien und Zeugen marschieren in den Saal. Auch zahlreiche„Mietrechtstudenten" sin- den sich ein. Man kann hier für vorkommend« Fälle, die gegen die eigene Haut gerichtet sind, in wenigen Sitzungen viel lernen. Auch die Mietgesetzgebung ist ein Netz mit Maschen, engen und weiten. Durch die weiten schlüpfen die Gescheiten, und in den engen bleiben die Dummen hängen. Der Mieterschutz ist noch lang« nicht so ausgebaut, daß es unmöglich ist, ohne eigenes Verschulden auf die Straße zu fliegen Was sich hier vor den Mietgerichten täglich ab- spielt, sind oft wahre Jammerbilder, für deren Auswirkung mancher Richter in seinen Motten nicht das genügende Verständnis zeigt. Muß der Richter, der jetzt fast immer ohne Mietschössen arbeitet, nach einem mangelhaften Gesetz aus sofortige Räumung ohne Frist und Ersatzwohnung erkennen, so ist es doch wahrlich nicht nötig, die Gefühle der vor der Obdachlosigkeit stehenden Beklagten zu ver- letzen und ihnen zu all ihrem Elend gemütsroh einen Fußtritt geben. Da ist ein älteres Ehepaar wegen Mieterückstand aus Räumung verklagt. Der Hauswirt und fem Rechtsanwalt erklären:„Es wird nicht länger gewartet und gestundet, weil drei erwachsene Kinder da sind, die für die betagten Eltern nicht sorgen." Ja, wissen denn die Herren nichts von der traurigen Wahrheit, daß eine Mutter zehn Kinder ernährt, aber nur zu oft zehn Kinder nichts übttg haben für eine Mutter? Hier steht die ergraute Mutter, dem Weinen nahe, mit zusammengebissenen Zähnen; sie schluckt und bttngt kein Wort hervor. Mit ergreifender Logik und Ruhe verteidigt sich der Mann:„Kann ich dafür, daß ich schon monatelang keine Arbeit habe? Kann ich von den paar Mark Erwerbslosengeld die Miete bezahlen? Das Wohlfahttsamt hat abgelehnt, für die Miete einzuspringen. Oft ist kein Stück Brot im Hause. Wohin sollen wir, Herr Amtsgerichtsrat, wenn Sie unsere Lage nicht ver- stehen?" Und der Herr Amtsgettchtsrat sagt, heute wohl schon zum zehnten Male hart, grausam, gänzlich überflüssig:„Auf die Straße!" Ja, er droht jedem, der aufgereizt zu widersprechen wagt, eine Ordnungsstrafe an. Der nächste Fall. Ein Unter- mitter soll räumen. Unvorsichtigenveise ist kein Mietvertrag ge- schlössen, die Genehmigung des Wohnungsamtes nicht eingeholt worden. Also raus... sofort!„Wohin?" fragen die Leute ver- zweifelt. Und wieder dröhnt es schneidend scharf aus dem Munde des Richters:„Auf die Straße!" Das Publikum murtt, der Richter bittet sich Ruhe aus. Run. auch wir möchten uns etwas ousbitten: eine andere, rücksichtsvollere, sozialverständigere Behandlung der Räumung verklagten Partei. Spricht man soviel von Seelenärzt«!_„ dann darf man sich auch Seelenrichter wünschen. Und es gibt ttwaS.'S womit auch dem' härtesten, schlechtesten Gesetz und der Richterpflicht, nach seinem starren Buchstaben zu handeln, ein Hintertürchen geöffnet werden kann. Das ist das soziale Gewissen. Nicht„aus die Straße mit euch!" soll es heißen. Der weise und humane Richter wird nicht müde werden, sein Bedauern auszusprechen, so urteilen zu müssen, wie es seinem eigenen Menschlichkeitsgefühl nicht entspttcht. Die kunstgewerbliche Ostermesse im Berliner Rathause bleibt heute, Donnerstag, wegen einer Stadtverordnetensitzung geschlossen, wird aber am Freitag, den 11. April, wieder geöffnet. An diesem Tage wird die Firma Heimkino und Heimmusik für unsere Kleinen ab 5 Uhr nachmittags hübsche Märchenfilme vorführen. Die Messe bleibt bis zun, Gründonnerstag geöffnet. „Ist er hier gemeldet?" fragte Jürgen gierig.„Kolben- reiher mit H!" Der Beamte gab keine Antwort: er unterhiest sich weiter mit seinem Kollegen über die Tatsache, daß ein Teppichgeschüst in Berlin N. den Mitgliedern der Beamtenorganisation zehn Prozent Rabatt gewähre, fragte, ob er diesen Rabatt wohl auch bekäme, wenn er mir zwei ganz einfache Bettvorleger kaufe.„Wenn nicht, würde ich lieber Strohmatten nehmen. Kosten kaum die Hälfte." „Und halten auch vierzehn Tage!" „Haben Sie den Personalakt gefunden?" Jürgen streckte den Oberkörper durch das Schalterquadrat. „Man darf eben nicht mit den Schuhen darauftreten... Nun. wenn man früh aufsteht..." „Ist er hier gemeldet?" „... hat man ja in Berlin keine Schuhe an... Nein, ein Jürgen Kolbenreiher ist bei uns nicht gemeldet." Das Schalterfenster klatschte knapp vor Jürgens Stirn herunter. „Bielleicht lebt er einfach unangemeldet. Ich natürlich weiß am allerwenigsten, ob er dazu fähig ist." Vollkommen gefühl- und empfindungslos geworden, stand er in der verkehrsreichen Straße, gleich einem zu Eis erstarrten Gegenstand, der in der lebendigen, sengenden Sonne steht und nicht schmilzt. In allen Menschengesichtern, die an ihm vorbei auf Körpern straßauf, straßab getragen wurden, stand, ob sie sprachen oder schwiegen, lachten oder dachten, dieselbe eises- starre Einsamkeitt So unabhängig einsam, wie die Fliege, die. mit dem dicken Kopf roran, im Zickzack durch die Lust zuckt, dachte Jürgen und beugte sich, durchschüttelt plötzlich von wunder- barem Wehgefühl, hinab zu zwei kleinen Kindern, die im Erd- rund eines Baumes hockten und, in den Augen noch das volle Leben, hingegeben mit Steinchen spielten. „Und in zehn Iahren wird die große, lebendige, schmerz- liche Sehnsucht kommen, in weiteren zehn Iahren auch für sie die unlebendige graue Einsamkeit, da auch sie gleich allen dann die Sehnsucht nicht mehr haben werden." Ihn trieb die Sehnsucht, wiedererstanden in ihm durch das Erblicken der zwei noch im Fluß des Lebens spielverbun- denen Kinder, weiter straßauf, straßab. „Ja, der wohnt dort in dem gelben Haus." (Fortsetzung folgt.) Barteigenoffe, find deine Kinder schon in der Sozialistischen Arbeiterjugend" Groß- Berlin organisiert? Neue Bildungsaufgaben der Gemeinde. Die ungeheuren Berheerungen, die der Krieg auf tulturellem Gebiet angerichtet hat, werden, je größer der zeitliche Abstand zu den Kriegshandlungen wird, um so deutlicher sichtbar, und die Befürchtung, daß infolge des wirtschaftlichen Niedergangs als Nachwirkung des langen verlustreichen und verlorenen Krieges das fulturelle Niveau Deutschlands noch nicht einmal seinen tiefften Bunft erreicht hat, hat ein hohes Maß von Wahrscheinlichkeit. Deshalb fommt jetzt alles darauf an, das unter den jeweils herrschenden materiellen Bedingungen erreichbare Magimum fulturellen Erfolges zu erkämpfen. Denn in Zeiten wirtfchaftlichen Niedergangs ist das Bebrüfnis des Menschen nach seelischer Erhebung stärker als in Seiten wirtschaftlicher Prosperität. Gibt es doch nicht wenige Menschen, besonders Frauen und Jugendliche, die auf eine Mahlzeit verzichten, um ein Theater, ein Konzert oder auch nur ein Kino. besuchen zu können, damit ihre hungernden Seelen Nahrung erhalten Glücklicherweise beginnen die Organi fationen der Arbeiter jeht wieder stärker als bisher sich kulturellen Aufgaben zu widmen. Sowohl die Tatsache der allgemeinen finanziellen Notlage wie auch die Begrenztheit des Wirkungsfreises der einzelnen Gruppen lassen aber die Frage entstehen, ob nicht durch Zusammenfassung der in Betracht tommenden Kräfte höhere Leistungen erzielt, die Einbeziehung größerer Massen ermöglicht und der Kulturentwicklung überhaupt ein größerer Dienst geleistet werden fann, als wenn die einzelnen Gruppen selbständig vorgehen. Die Basis einer solchen gemeinsamen Arbeit fann nur die Gemeinde bieten. Hier find alle Bürger zusammengefaßt. Die fommunale Bildungsarbeit fann und darf jedoch die Bildungsarbeit der einzelnen Parteien und Vereine nicht ersehen wollen; es erscheint lediglich eine Arbeitsteilung zwischen Gemeinde und Barteien auf dem Gebiete des Bildungswesens als sehr erwünscht. In der Veranstaltung allgemeiner Theatervorstellungen und Konzerte, wie überhaupt musikalischer Abende, wird die Gemeinde infolge ihres größeren Aktionsradius und ihres überlegeneren organisatorischen Apparates Wertvolleres und für den einzelnen Billigeres bieten fönnen, als die verschiedenen fleinen Gruppen. Die gemeinsame Arbeit der kommunalen Bildungsämter in den 20 Bezirken der Stadt Berlin wird manchem fünstlerischen Unternehmen, insbesondere vielen werdenden Künstlern erst die materielle Existenzmöglichkeit geben fönnen. Ein geschlossenes Vorgehen der Boltsbildungsämter, die zum Teil ihre zahlreichen Anhänger bereits in starten Kunstgemeinden vereinigt haben, und somit für die Kunstinstitute Berlins einen beachtenswerten Faftor darstellen, wird seine Wirkung auf das fünstlerische Leben Berlins auf die Dauer nicht verfehlen. Dazu tommt, daß die Hauptstadt des Reiches trotz ihrer Berarmung erfreulicherweise noch unberechenbare Schäße der geistigen Fort bildung und der Kunsterziehung besitzt, die ebenfalls nur durch eine möglichst weitgefaßte Organisation den Bildungszwecken fyftematisch dienstbar gemacht werden können. Hervorragende Bauten der Stadt, die Inhalte der Museen, industrielle Anlagen usw, sind gute Bildungsobjekte. Es ist sehr erfreulich, daß in unserer von dem Schlagwort Abbau" durchsetzten Zeit der Oberbürgermeister der Stadt Berlin die Bezirksämter gebeten hat, die auf dem Gebiete der Boltsbildung begonnene Arbeit nicht nur fortzusehen, sondern nach Möglichkeit noch auszugestalten. In der Tat ist ein Ausbau dieses Ge bietes fommunaler Arbeit vielfach ohne finanzielle Belastung der Stadt möglich. Die zu treffenden künstlerischen Veranstaltungen fönnen bei weifer Organisation felbft ohne große finanzielle Be lastung der einzelnen Teilnehmer sich selbst erhalten. Die von den gut geleiteten Bildungsämtern bisher getroffenen künstlerischen Ber. anstaltungen haben von dem einzelnen Besucher bedeutend niedrigere Eintrittsgelder gefordert als äußerlich ähnliche, in ihrem Inhalte aber meist minder wertvolle Unternehmungen von privater Seite. Ja, fie, haben großen Teilen der minderbemittelten Schichten den Genuß tünstlerischer Darbietungen erst ermöglicht, vor allem in den ärmeren Außenbezirken, wo Runstinstitute nicht vorhanden sind. In der Be völkerung befinden sich genügend Kräfte, die bei der Organisierung derartiger Beranstaltungen freudig ehrenamtlich mitwirben. Es tommt nur darauf an, diese wertvollen Kräfte, die überall im Volke schlummern, zu wecken und zur Entfaltung zu bringen. Hier harrt der Initiative der Bolfsbildungsämter eine schöne Aufgabe. Mar Peters, dorf den Grunewald und die Havel am Großen Fenster bewandern wollen, andererseits ist diese Berlängerung der Untergrundbahn von unschäzbarem Wert. Eine unsinnige Wette.. Roheitsaft eines mit Bewährungsfrist Berurteilten. Ein unglaublicher Roheitsaft beschäftigte das Schwurgericht des Landgerichts II. Der Kraftwagenführer Richard Falkner hatte im vorigen Herbst sich eine gröbliche Ausschreitung in einem Lokal zuschulden kommen lassen und war zu einer Ge fängnisstrafe verurteilt worden. Das Gericht hatte ihm jedoch Bewährungsfrist bis zum Jahre 1925 bewilligt. Wie der Berurteilte gesonnen war, sich zu„ bewähren", zeigte die jetzige Anklage, die auf Körperverlegung mit Lobeserfolg lautete. Am 4. Januar 1924, fünf Monate nach seiner ersten Berurteilung, fam der Angeklagte abends in die Wirtschaft von Friedrich Kniep in der Hasenheide 11 in Neufölin. Außer dem Wirt und seiner Ehefrau waren nur zwei Gäste anwesend. Der Angeklagte ließ ein Bierseidel mit Likör füllen und die Wette ging dahin, wer wohl die Hälfte des Glases mit einem 3uge austrinken fönne. Er selbst fonnte nur ein Biertel hinunter bekommen, Sein Wettgegner war aber trinkjefter und trant den ganzen Rest aus. In seinem Uebermut padte Falkner den anderen Gast bei der Nase, riß ihm den Mund auf und goß ihm hinter einander zwei Rognat in die Rehle, so daß dieser beinahe erstickt wäre. Den beiden Gösten war das zu bunt, sie befürchteten, daß es noch zu einem Skandal kommen würde und entfernten sich. Nun tam es zu Streitigkeiten zwischen dem zurückgebliebenen Angeklagten und dem Wirt, da dieser Bezahlung der Don dem Angeklagten gemachten Zeche verlangte, wozu dieser sich erst nach langem Streit bereit erklärte. Beim Weggehen brehte der Angeklagte sich noch einmal in der Lür um. Mit den Worten: " Dir werde ich es besorgen!" trat er auf den Wirt zu, einen fränflidhen alten Mann, padte ihn an der Gurgel und drückte ihn zu Boben. Der Wirt tam dabei über eine Spülmanne zu Fall und erlitt schwere Berlegungen. Der Angeklagte entfernte fich in aller Gemütsruhe. Der Vorfall hatte für den bedauernswerten Gastwirt ein trauriges Ende, denn an den Verletzungen starb er nach 10 Tagen. Der Angeklagte behauptete, daß er so betrunken gewesen sei, daß er nicht mehr wisse, was vorgegangen sei. Staatsanwaltschaftsrat Schmidt crblickte in dem Borgehen der Angeklagten eine außerordentlid) e Brutalität. Immerhin will er dem Angeklagten, da es sich um eine Betrunkenengeschichte handele und er den Tod nicht vorausgesehen und teabsichtigt hatte, it och einmal mildern de Umstände zubilligen und beantragte neun Monate Gefängnis. Nach Ansicht des Gerichts kann aber von einer finn losen Betrumfenheit des Angeklagten feine Rede gewesen sein. Mil. dernde Umstände können zugebilligt werden, weil der Tad durch urglückselige Umstände verursacht war. Da aber Borstrafe und Be währungsfrist teine Besserung herbeigeführt haben, verurteilte das Gericht den Angeklagten gemäß dem Antrage des Staatsanwalts zu neun Monaten Gefängnis und zur Tragung der Kosten. . Großfeuer in der Fürstin- Bismarck- Schule. Großfeuer beschäftigte am Mittwoch abend die Berliner Feuer, wehr längere Zeit in der Sybelstraße 2/4, Ede Leibnizstraße in Charlottenburg. Dort stand um 7 Uhr der ausgedehnte Dachstuhl der Fürstin Bismard Shule, Städti. ich es Lyzeum mit Real- und Gymnasialstudienanstalt in solcher Ausdehnung in Flammen, daß Baurat Berg Mittelfeuer" an alle Wachen melden ließ. Etwa dreißig Fahrzeuge waren schnell zur Stelle. Die Flammen müssen untemerft einige Zeit auf dem Boden gewütet haben. Um 7 Uhr schlugen sie plötzlich hell, mit diden Rauchschwaden vermischt, an mehreren Stellen zu dem umwölften mmel mächtig empor. Die Feuerwehr ging fofort mit drei Schlauchleitungen und dann noch mit einigen über die fler floß in Girömen so daß man die Treppenaufgänge faum Treppen und mehrere mechanische Leitern energisch vor. Das passieren fonnte. Durd) unausgefeßtes fräftiges Löschen mit drei Motorsprißen gelang es schließlich, des mächtigen Brandes Herr zu werden. Frau Herkules. Kuba tein Siedlungsland. Es muß dringend davor gewarnt werden, daß deutsche Landwirte sich verlocken lassen, unter Aufopferung ihres Vermögens nach Ruba auszuwandern, um dort Siedlungsland für landwirtschaftliche Zwecke zu erwerben. Die klimatischen und die sonstigen Verhältnisse sind auf Kuba solche, daß sie Ansiedlern aus bieten, sondern vielmehr die Gefahr für sie in fich schließen, finannördlichen Ländern keine Aussicht auf ein Fortbommen ziell und förperlich zugrunde zu gehen. Ohne vollkommene Kennt nis der spanischen Sprache ist an eine Eingewöhnung in das Leben in dem tropischen Lande außerdem nicht zu denken. Zu dem Feuer in den Bergmann- Eleffrizitätswerten ist noch nachzutragen: Der Brand tam im Gebäude Seeftr. 63, im 1. Stod, unmittelbar am Eingang zur Maschinenabteilung, in einer Lackierwerkstatt aus. Die Flammen fanden dort an Spiritus, Lacken und Delen so schnell reiche Nahrung, daß bei Eintreffen der Feuerwehr die Flammen bereits aus den großen Fenstern an der Front des Hauses bis zum Dach emporschlugen. Die hike in der Nähe des Brandherdes war so enorm, daß sich schwere eiserne Türen rotglühend verbogen. 3ahlreiche Arbeiterinnen mußten sich auf das Dach in Sicherheit bringen. Mehrere Arbeiter waren durch die starke Qualmentwicklung on mäch tig geworden und wurden von ihren Kollegen fortgeschafft. Der Feuerwehr gelang es, durch energisches Eingreifen den Flammenherd abzuschneiden. Der Betrieb der Fabrik erleidet keine Unterbrechung. Martow- Gedenffeier. Die vom Bezirksverband Groß- Berlin feier soll nicht nur der Person des im vorigen Jahre verstorbenen BSPD. für Sonntag, den 13. April geplante Martow GedentFührers der russischen Sozialdemokratie gewidmet sein, sondern darüber hinaus zu einer Kundgebung der unverbrüchlichen Solidarität und Ideengemeinschaft der deutschen Sozialdemokratie mit den Vorfämpfern des revolutionären Margismus in Rußland gestaltet werden. Ein reger Besuch der Veranstaltung ist deshalb internationale Pflicht. Die Feier findet um 10 Uhr vormittags in der Stadthalle, Klosterstr. 47/49( Untergrundbahnhof Klosterstraße) statt. Die Genossen Rud. Hilferding, A. Crifpien und R. Abramowitsch werden die Rolle Martows in der russischen und internationalen Arbeiterbewegung würdigen. Der Gemischte Chor GroßBerlin( Leitung Jascha Horenstein) wird eine Reihe russischer Revolutionslieder zum Vortrag bringen. Karten( zum Preise von 50 Pf.) sind im Bureau des Bezirksbildungsausschusses( Lindenstr. 3), bei allen Kreisvorsitzenden sowie in der Berliner Gewerkschaftstommission, im Jugendsekretariat, in der Vorwärts- Buchhandlung ( Lindenstr. 2) und bei Horsch( Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25) erhältlich. Erwerbslose, die sich am Eingang durch Partei- und Gewerffaaftsmitgliedsbuch und Arbeitslosenkarte legitimieren, haben unentgeltlich Zutritt. Zahlreiche Einbrüche in Bootshäusern, die Klubs und Bereinen von Seglern und Ruderern an der Oberspree gehören, beschäftigten feit einiger Zeit die Kriminalpolizei. Die Bande, um die es sich offenbar handelt und die sich an den Gewässern umhertrieb, stahl Kleidungsstücke der Sportsleute und was fie sonst an mitnehmens werten Sachen fand. Durch längere Beobachtungen famen die Beamten des 43. Reviers jegt auf die Spur der Täter, vier junger Burschen aus Grünau, und nahmen sie feft. Die Burschen verkauften was sie felbst nicht gebrauchen tonnten, in Berlin in der Münzstraße und führten mit dem Erlös ein flotttes Leben. Was sie in Berlin nicht absetzen konnten, nahm ihmen ein Händler aus Frieduchs hagen ab. Für den durchgehenden Schnellzugverkehr Köln- Ruhrgebiet Berlin oder Hamburg wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß Fahrkarten in beiden Fahrtrichtungen bis Dortmund( Strecke Köln- Berlin) und bis Recklinghaufen( Strede Köln- Hamburg) ausgegeben werden. Es bedarf auf diesen Bahnhöfen in allen Fällen der Nachlösung. Mit wohlmeise über mehrere Bege gültigen durchgehenden Fahrkarten( z. B. Berlin- Köln über Elberfeld oder Reisende möge, um Verdruß und Geldverlust zu ersparen, hierauf Duisburg) fann die Regieftrede nicht befahren werden. Jeder achten und etwaige Irrtümer an den Fahrkartenschaltern richtig stellen. Das Telephon als Antenne. Unter diesem Stichwort veröffentlicht eine Provirzzeitung eine interessante technische Neuerung", wonach die Fernsprechanschlußleitung mit Hilfe eines Zwischenschalters als Antenne für drahtlose Berbindungen benutzt werden fann. Derartige Schaltungen gefährden den Betrieb und stellen eigenmächtige Veränderungen der technischen Einrichtungen dar, die gefeßwidrig und strafbar find(§ 317 des StGB.). Bor Der Anwendung solcher Schaltungen wird gewarnt. Ausbau der Untergrundbahn. Hermannplah foll Gemeinschaftsbahnhof werden. Im Rathaus beschäftigte sich gestern mittag eine tombinierte Der starte Mann, den die Herzenswünsche unserer Teutonen Sizung des Magistrats, der Tiefbau- und Verkehrsdeputation ge- herbeiflehen, ist zwar noch nicht gefunden, aber, Heil uns, dafür meinsam mit Mitgliedern des Bezirksamts Neukölln mit der Frage, ist die starte Frau da. Sie heißt Sandwina und tritt allabend ob der Bahnhof Hermannplatz beim Weiterbau der Nordsüdlich im Walhallatheater auf, wo sie Eisenstäbe zu Hujeisen und bahn nach Neukölln zu einem fogenannten Kreuzungs. oder Bandeifen zu Arabesten uni ihren anmutigen Zeigefinger widelt. zu einem Gemeinschaftsbahnhof ausgebaut werden soll. Damit find aber ihre Talente noch feineswegs erschöpft. Die erDiese Frage hat bereits vor zehn Jahren, als die staunliche Dame läßt sich die Kleinigkeit von 600 Kilo Pflastersteinen ersten Pläne für die Nordsüdbahn und die 2EG.- Schnellbahn ange- auf die zarte Brust laden und schnipft sie mit einer Handbewegung fertigt wurden, die Gemüter aufs lebhafteste beschäftigt. Damals hat wieder runter. Sie legt fich mit dem Rüden auf ein Ragelfiffen, man sich für die Anlage eines sogenannten Gemeinschaftsbahnhofes läßt einen Amboß auf ihre Mittelpartie heben und dann schlagen entschieden. Bei diesem Projekt liegen die Gleise der AEG. mit der drei starte Männer mit Hämmern( ausgerechnet) im Tatte darauf Nordsüdbahn in gleicher Höhe so nebeneinander, daß die Fahrgäste, und Sandwina singt den Tert munter mit. Karuffellfahren tann die von der AEG. auf die Nordsüdbahn und umgekehrt umsteigen man auch auf der liebenswürdigen Frau, sie trägt das Gestell und wollen, wenn sie in der gleichen Fahrtrichtung, sei es nach Neukölln sechs Personen fahren immer im Kreise rum. Wer aber liebet oder nach Berlin umsteigen, den Bahnsteig nicht zu wechseln brauchen, ipazieren geht, weil er leicht schwindlig wird, kann auch über eine sondern, ähnlich wie auf dem Bahnhof Bittenbergplatz beim Ueber Brücke gehen, die Sandwire als Brüdenpfeiler hält. Und alle gang zur Uhlandstraße, nur auf die andere Seite des Bahnsteigs zu ohne jebes Schweißvergießen vorgetragen der bridyt höchstens Neuigkeiten nahebringen, und wenn dieses Ziel auch noch nicht gediese nicht ganz einfachen Dinge werden liebenswürdig lächelnd und dem Publikum aus beim Sufehen. gehen brauchen. Auch diesmal Uebrigens sollte die Reichsregierung rechtzeitig zugreifen, menn jemand die Währung halten fann die Dame Sandwira fann es. geftrige gemeinsame Beratung wieder dafür, diefes Projekt durchzuführen. Bon betriebstechnischer Seite wurde gegen diesen Borschlag eingewandt, daß er sowohl in der Anlage mie im Laufe des Betriebes teurer fei, und außerdem bei den scharfen Kurven, zu denen bei dieser Trace die AEG.- Bahn gezwungen wird, ge= 3. Klasse Sonderzüge zu ermäßigten Fahrpreisen. wiffe Gefahren für eine gesicherte Betriebsfüh Ausreichende Benuhung vorausgefeßt, werden am Donners rung bietet. Die Mehrheit stellte sich aber auf den Standpunkt, daß tag, den 17. April, Sonderzüge zu ermäßigten Fahrpreisen eventuell Mehrkosten, deren Höhe von den verschiedenen Sachver 3. Klasse von Berlin nach Königsberg( Preußen) und von ſtändigen verschieden angegeben wurden, und auch die prophezeiten Insterburg nach Berlin abgelassen. Der Berliner Zug fährt Betriebsschwierigkeiten gegenüber dem großen Vorteil des vom Bahnhof Charlottenburg um 6 Uhr 11 min. abends ab und Bublikums nicht ins Gewicht fielen. Bor allen Dingen der Ober- trifft am nächsten Bormittag um 10 Uhr 37 min. in Königsberg bürgermeister vertrat sehr energisch den Standpunkt, daß im Interein. Der Gegenzug fährt um 5 Uhr 48 Min. nachmittags von esse des Verkehrs alles getan werden müsse, und daß eine be. Insterburg ab und trifft am nächsten Vormittag um 10 Uhr auf queme Umsteigemöglichkeit wichtiger fei als dem Charlottenburger Bahnhof in Berlin ein. Der Fahrkartenver eventuelle Mehrkosten beim Bau. Das trug ihm eine fauf findet ſtatt: in Rüstrin- N., Landsberg( W.), Kreuz, Schneide heftige Zwischenbemerfung eines Bolfsparteilers ein, der dem Obermühl, Marienburg, Elbing, Braunsberg, Königsberg vom Mittwoch, heftige Zwischenbemerkung eines Boltsparteilers ein, der dem Ober- ben 9. April, ab während der Schalterdienststunden, in Berlin bei bürgermeister erklärte, bei solchen Anschauungen müsse man in Zus funft mit Steuerbewilligungen vorsichtig sein". Auch der Ma der Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Zoologischer Garten vom gistrat wird sich jedenfalls für den Gemeinschafs= 9. April ab in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends. bahnhof entscheiden, so daß man damit rechnen fann, daß die Anlagen am Hermannplatz in der ursprünglich geplanten Form mit einigen technischen Berbesserungen, die das Verkehrsamt vorschlagen mill, zur Durchführung gelangt. Thielplan bis Zehlendorf- Weft. Die Zehlendorf- West- Terrain- Attiengesellschaft baut eine elet. trische Schnellstraßenbahn vom Untergrundbahnhof Thiel play über Zehlendorf- Mitte nach Zehlendorf- West. Die Bahn, die als Einschnittbahn projektiert ist, ist als Fortfehung der Untergrundbahn zu betrachten. Sie schließt direkt an die Züge der Untergrundbahn an, die nach Bahnhof Thielplatz kommen und von dort abgehen. Als Fahrscheine sind sogenannte Durch fahrkarten, die ihre Gültigkeit für die gesamten Strecken der Untergrundbahn behalten, in Aussicht genommen. Die Fertigstellung und Inbetriebsetzung der Bahn soll Juni- Juli erfolgen. Für die Bewohner Zehlendorfs einerseits sowie für die Berliner, die über ZehlenDas Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 10. April. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.03 Uhr: lisch). 7.30 Uhr: Vierter Vortrag. Das besetzte Gebiet": Das Saar4.30 Uhr: Unterhaltungsmusik. 7-7.30 Uhr: Sprachunterricht( enggebiet( Direktor Kraus), 8.30 Uhr: Zum 60. Geburtstag von Eugen d'Albert: Aus seinen Werken. 1. Phantasie aus Tiefland( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer- Harmonium). 2. Mittelalterliche Venushymne, Lied der Psyche aus Die toten Augen"( Charlotte 4. Phantasie aus den„ Toten Augen"( Wenneis). 5. Lied der Nuri aus„ Tiefland", Drossel und Fink( Charlotte Lindemann). Am Flügel: Otto Urak. 9.50-11.30 Uhr: Tanzmusik. Lindemann). 3. Andante aus dem Cellokonzert( Urak- Wenneis). Eine Jugendherberge- Werbewoche wird auch in diesem Frühling nicht nur in Berlin, sondern in der ganzen Provinz Brandenburg vom 18. bis 25. Mai stattfinden. Es sollen hierdurch erneut Mittel zur Schaffung weiterer Jugendherbergen aufgebracht werden. Gegenwärtig stehen der wandernden Jugend etwa 120 Jugendherbergen in der Mark Brandenburg und 1300 im ganzen Reich offen. Verzeich niffe, sowie Benutzungsausweise sind in der Hauptwanderauskunftsstelle, C. 2, Poftstr. 16( 8-4), Montags und Donnerstags 8-8 11hr erhältlich. Eine Offermesse im Rheingold will dem kaufenden Publikum teils tunstgewerblide Qualitätsarbeiten, teils hauswirtschaftliche fungen ist, so erweckt der Anfang doch Hoffnungen auf Erfüllung. Man sieht u. a. neuartige deforative Tischbeden, prachtvolle ungarische Decken in üppigen Farben, bemalte Seibertücher von unendlich reizvoller Wirkung, farbige Bastarbeiten, bunte Russenfachen, zahllose niedliche Bric- a- brac- Sächelchen, dazu Konfitüren, Parfümerien, Blumendekorationen. Alles Dinge, die nicht billig sind. Wenn übrigens eine Berliner Alpattafabrit so gefámacklos ist, fiber ihren waren ein schwarz- weiß- rotes Firmenfchild anzubringen, so täte die Meffeleitung gut, solch deutschnationales Extratänzchen zu unterbinden. Zu dem Automobilunglüd am Cühowufer wird mitgeteilt, daß der schuldige Chauffeur noch nicht ermittelt ist. Auch sein Wagen soll an der rechten Seite bei dem Zusammenstoß starb beschädigt worden sein. Die Art dieses Wagens ließ sich bisher noch nicht genau feststellen. Es scheint ein aus einem Personenwagen umgebauter. Geschäftswagen zu sein, auf dem sich wohl nur der Chauffeur befand. Der Flüchtige, der die allgemeine Verwirrung zum Entkommen benutte, wurde furze Zeit von einem Radfahrer ergebnisios verfolgt. Dieser Radfahrer und alle anderen, die zur Grmittlung des Chauffeurs beitragen können, werden ersucht, sich beim II. Striminalbezirk des Polizeiamtes Tier. garten zu melden. Die Berlegten befinden sich alle auf dem Wege der Besserung. Auch das Kind, das von der umgestürzten Säule getroffen wurde. Auch seine Verlegungen sind nicht fo gefährlich als es zunächst schien. Werbewoche des Vereins Soziclistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Noch sind die Berbetage( 6. his 12. April) nicht beendet und doch stebt es heute schon fest, daß die sozialistische Jugendorganisation viele neue Mitftreiter gewonnen hat. Die Einführungs- und Werbeabende, die der Verein in dieser Woche in allen Stadtteilen veranstaltet, erfreuen fich ständig eines zahlreichen Befuches. Heute( Donnerstag), veranstaltet der Werbebezirk Streuzberg in der Schulaula, Reichenberger, Ede Forster Straße, einen Berbeabend, wobei der bekannte Jugend herbergs- und Wanderfilm Ich fahr' in die Welt" gezeigt wird. Chorgejänge. Bollstänze afw. umrahmen das Programm. Karten au 40 Pf. flir Erwachsene und zu 20 Bj. für Kinder sind noch am Saaleingang erhältlich. Saaleinlaß 7 Uhr. Beginn 7%, Uhr. Der Ueberschuß wird dem Landheim am Quenzsee zugeführt. Anheltsverband fosfatififcher Unternehmer. Der Berband bezwedt ben| Zusammenschluß aller Selbständigen, die feiner Getoertichaft angehören fönnen, aber gewillt sind, gemeinsam mit den Arbeitern an die Stelle der fapitalistischen Gesellschaft eine sozialistische Wirtschaftsorganisation zu sehen. Zum Brede der Gründung einer Drts. gruppe Berlin werden alle selbständigen Parteigenossen, Handwerker, Kaufleute, Gastwirte, Rechtsanwälte, Aerzte usw., die mit dem Einbeitsverband sozialistischer Unternehmer sympathisieren, ersucht, ihre Adresse an Eugen Prager, Berlin NW 6, Albrechtstr. 16( Norden 3769), einzusenden. Die Direffion der Berliner Tischlerschule( Städische böhere Fachschule) Bittet um folgende Mitteilung: Neue geschlossene Meisterkurse, die nur für Gehilsen bestimmt sind, beginnen erst im Oftober. Doch fönnen sich ehilfen schon jetzt des Abends im Unterricht für Fachzeichnen usw. für die Meisterkurie borbereiten. Lehrlinge können des Abends an den freien Surfen teilnehmen, sobald sie das 16. Lebensjahr vollendet haben und die Berufsschule besuchen. In der Tagesabteilung fönnen weiter noch einige Schüler aufgenommen werden. Sie fördert ihre Teilnehmer zum Meister, Techniter, Innenarchitekten und Geschäftsleifer. Der Unterricht in dieser Abteilung ist werktäglich von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. Aufnahmebedingungen im Bureau Straßmannstr. 6, Zimmet 4. Sanafoglalien, Grappe Belebeisbols. Die Becanfaftung fans. Die nächste Veranstaltung findet am 24. April statt. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 33. Ubt. Die Einäscherung des Genossen Philipp findet Freitag, den 11. April, nicht um 4 Uhr, sondern bereits schon um 8 Uhr in Baumfwulen. weg ftatt. 38. abt. Genoffe Crone, Friedrichsberger Str. 6, ift verstorben. Die Cinäfcherung findet Freitag, ben 11. April, nachm. 5 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße statt. 43. Abt. Bezirk 125. Am Montag, den 7. April, verfbareb unfer Genoe Theodor Huth. Einäscherung Gonnabend, den 12. 9. M., nadm. 5 Uhr, Arematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Zur Martow Gebentfeier am Sonntag, den 13. b. M., sorm. 10 Uhr, in ber Stadthalle, Alofterstraße, find Karten zum ermäßigten Breise im Jugend. fetretariat au haben; besgleichen auch für die Proletarische Feierstunde am Sonntag, den 27. b. M. Ein Hallen- Turn- und Spotffeft, veranstaltet vom Bezirk Often der Freien Turnerfchaft Groß- Berlin" ant nächsten Sonntag in der Sentral- Turnhalle Prinzenfte. 70, bietet für Zuschauer und Teilnehmer ein reichhaltiges Programm. Ganz befonderes Intereffe erwerken die ausgefchriebenen Mannschafts Gerätewettkämpfe, zu denen 25 Männer, Frauen- und Jugendmannschaften gemeldet haben. Die Turnerinnen zeigen neue Freiübungen nach Whifit, Knaben und Mädchen geben ein Bild unseres Kinderturnens; befonders erwähnt set noch die freundliche Mitwirkung der Jugend- Mufterklaffe der Bundesfoutfittale Berlin, In sportlicher Beziehung bietet das Programm Stafetten der Turner, Turnerinnen und Kinder. Die Arbeiterschaft Groß- Berlins fowie alle Freunde des Arbeiterfports find herzlichst eingeladen. Beginn Bunit 8 Uhr. Eintritt einschl. Brogramm 30 Bf., Kinder 10 Pf. Athletik- Sport- Club e. V. Leichtathletik Sodeg Handball Rubern, Männer und Frauen- Abteilung: Training jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag auf dem Fichte- Play, Baumschulenweg, Eichbuschallee. Sugend- Abtellung: Training jeden Dienstag, Freitag und Sonntag ebenda. Freitag nach bem vaining: Fortfegung des Maffageturfus. Leiter der Jugendabteilunge Willi Epftube, Berlin 60., Manteuffelfte. 64. Schriftführer der Hockey- Abteilung: Hans Jogszat, Berlin O. 34, Capriniftr. 4. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, 8inzendorfer Str. 7. Earn und Sportverein Fichte Berlin. Sonntag, ben 18. April, sormittags 8 Uhr, entfendet jebe Männer- und Gportabteilung 3 Mann zum Arbeitsdienst auf den Turnplay in Treptow. Touristen- Verein Die Naturfreunde. Am Sonntag, ben 18. April, perBezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Am Sonntag, den 13. April Werbewoche der Sozialistischen Arbeiterjugend Gr.- Berlin anstaltet bie Rinder und Jugendabteilung bes B. Die Naturfreunde", Abt. B pünktlich 3 Uhr nachmittags, im Neuen Theater am 800„ Die rote Robe Schauspiel in vier Atten von Eugène Brieur. Karten zum Preise von 80( Soldpfennigen im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, Vorwärts- Buchhandlung, Lindenstr. 2, im 8igarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gewerkschaftsbaus) und bei allen Dbleuten der Streis bildungsausschüsse.- Am Sonntag, den 13. April, pünktlich 10 11hr vor. mittags, in der Stadthalle, Klosterstr. 47/59, artow Gedent. feier. Starten find zu baben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, im Jugendfetretariat, Lindenstr. 3, Vorwärts- Buchhandlung, Lindenstr. 2, im Zigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gewerkschaftshaus), sowie bei sämtlichen Obleuten der Kreisbildungsausschüsse. Am Sonntag, den 27. April, vormittags 11 Uhr, findet im Großen Schauspielhaus die nächste Proletarische Feierstunde statt. Die Kreise werden ersucht, noch im Laufe diefer Woche die Eintrittstarten vom Bureau abzuholen.- Auf Grund technischer Schwierigkeiten wird die Beer- Gynt"-Aufführung vom 20. April auf Sonntag, den 11. Mai, verlegt. Dafür am 20. April.Taifo" Don Goethe. Die für den 20. April ausgegebenen Starten behalten thre Gülligteit, für die Aufführung am 11. Mai merden neue Karten herausgegeben. Fabritgroßfeuer in Lodz. Wie aus Warschau gemeldet wird, ist in Lodz die Tertilfabrik von Angerstein abgebrannt. Der materielle Schaden beläuft sich auf rund 300 000 Dollar. Drei Feuer. mehrleute fanden bei den Löscharbeiten den Tod. 600 Ar. beiter sind erwerbslos geworden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung! Abgebaute PSPD.- Beamte! Alle Genoffen stellen fich während der Wahlpropaganda für die Beamtenagitation der Beamtenzentrale beim Parteivorstand, Lindenstr. 3, 1. of rechts, 4 Tr., zur Verfügung. Persön liche Meldung, wenn möglich, von 9-1 Uhr. Arbeitsgemeinschaft ber Kinderfreunde! Seute, Donnerstag, Filmabend: Jch fahr in die Welt" in der Aula der Schule Reichenberger, Ede Forster Straße, abends 7% Uhr. Unkostenbeitrag für Rinder 20 Bf. Röntgental- Bepernid. Seute, 10. April, abends 7% Uhr, öffentliche Berfamm Yung in Röntgental. Ref.: Genosse Wissell. d. Kreis Mitte. Freitag, den 11. April. 7% Uhr, Beamtenmitgliederver sammlung in Saverlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35. Die Werbeaus schüsse müssen einladen. Tagesordnung: Die Beamten und die Reichs tagswahlen." Ref.: Stadtrat Herrmann. 2. Wahlagitation. 3. Berfchiedenes. 6. Kreis Kreuzberg. Freitag, den 11, April, abends 8 Uhr, Sigung ber Reitungskommiffion. 14. Streis Renfön. Abteilungsleiter! Freitag, ben 11. April, von 5-7 Uhr, Plakate abholen vom Bartelbureau, Neckarstr. 2. Freitag, den 11. April, abends 6 Uhr, in der Borwärtsspedition Neckarstr. 2, furze Besprechung der Abteilungsleiterinnen. 20. Kreis Reinickendorf. Freitag, den 11. April, abends 7% br, Gipung ber Funktionärinnen. Agitation, Kinderschus, Wohlfahrt in Reinidendorf Oft, Verwaltungsgebäude, Hauptfte. 46, Bimmer 53. Bon jedem Ort muß mindestens Bertretung anwesend fein. Morgen, Freitag, den 11. April: 15. st. 96 6 Uhr Vorwärtsagitation von Obiglo, Stralfunder Str. 11, ens. 104. Abt. Ricberschöneweibe. Um 6 Uhr treffen fid) die Genoffinnen und Genoffen zur Wahlarbeit bei Thiele, Berliner Straße. 106. Abt. Sohannisthal. Ab 6 Uhr Borwärtsverbreitung vom Lokal Schreiner, Friedrichstr. 6, aus. Jungfozialisten, Gruppe Rorben. 7½ Uhr Schönstedtstr. 1, Arbeitsgemeinschaft: Historischer Materialismus." Ref.: Genosse Mennide. Frauenveranstaltungen am Freitag, den 11. April: 44., 45., 46. und 47. Abt. 7 Uhr Schulaula Reichenberger, Ede Forster Str., Lichtbildervortrag. Ref.: Genosse Dr. Löwenstein. Thema: Die Be Männer deutung der Geschlechtsleiden und trankheiten für die Frau." haben feinen Butritt. 74. Abt. Schlendorf. 8 Uhr bei Mickley, Potsdamer Str., nicht bei Schnorre, Vortrag des Genossen Dr. Deiters über: Die Frauen und die Reichs. tagswahlen." Heute, Donnerstag, den 10. April, 7% Uhr: Friebenau: Jugendheim, Offenbacher Str. 5a, Werbeabenb. Gefund brunnen 1: Schule Gotenburger Str. 2, Einführungs- Abend. Renton I: Jugendheim, Münchener Str. 52, Bortvag:„ Warum sind Burschen und Mädchen in der Jugendbewegung?" Reukölln IV: Lokal zum Bärmintel", Stein bodstraße, Vortrag: Margismus." Renkölln V: Jugendheim, Schierke. ftraße 44, Bortrag: Wandern." Rorden: Schule Butbufer Str. 1 EinDorfer Str. 37, Distuffion: 8wed und Biele." filhrungsabend für die Schulentlaffenen. Spandan: Jugendheim, NeuenWerbebezirk Kreuzberg. Der wegen Betriebsstörung am Montag ausgefallene Film- Abend Ich fahr' in die Welt" findet heute, Donners tag, den 10., abends 7½ Uhr in der Aula ber Schule Reichenberger Str. 67/70, Ede Forster Str., statt. Bisher gelöfte Rarten behalten ihre Gültigkeit. Eintritt 40 Pf. Einlag 7 Uhc. Ortsausschuß für Jugenbpflege Neukölln. Seute, Donnerstag, den 10.. abends 7 Uhr, Aino- Abend in der Nathenau- Schule, Bobbinftr. 35, Aufge führt wird der Film„ Der Weg nach dem Osten", Reisefilm ber Naturfreunde mit Vortrag. Karten, für Jugendliche 23 Pf., für Erwachsene 50 Bf., find an der Raffe erhältlich. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berband Bollsgesundheit, Ortsverein Berlin. Bortrag des Gen. Baul Pfeiffer:, leber frankhafte Segualempfindungen. Die Borträge finden jeden Donnerstag, 28 Uhr abends, in der Schule Niederwallfte. 12, ftatt. An schließend Distuffion. Berliner Gruppen für freie Körperkultur. Donnerstag, 10. April, 7% Uhr abends, im Reichenberger Sof, Reichenberger Str. 144( nahe Hochbahnhof Oranienftaße), öffentliche Versammlung. Bortragsfolge: 1. Die Rörperkultur. bewegung. 2. Schamgefühl und Rörperftola. 3. Rörperkultur und Volksgefund heit. Redner: Dr. med. Graas, Adolf Koch, Kurt 2ude, Rudolf Lehmann. Bereinigung für Schal- und Erziehungsfragen Berlin- Ereptow. Freitag, den 11. April, 8 Uhr abends, im Reichensaal ber 6. Treptower Gemeindeschule, Wildenbruchstr. 53 III: Gebanken und Mitteilungen über das Anabenalter. ( Oberstudienbirektor Dr. Goldbed.) Sonnabend, den 12. Apell: Rezitationen aus Goethe.( Fräulein Friedel Singe.) Arbeitersport. Das 12. Kreisfurn- und-Sportfest, das am 19. bis 21. Jult im Spandauer Stadion veranstaltet wird, geht seiner legten Bor. bereitung entgegen. Es ist dieses Kreisturnfest nicht mit einer Bereinsveranstaltung zu vergleichen. Die größte Arbett liegt in den Händen der Quartier- und Wohnungskommissionen, ba diese für 10 000 bis 11 000 Turner und Turnerinnen Quartier zu besorgen haben. Um diese schwierige Frage leichter lösen zu fönnen, werden Gesundbrunnen, eine Frühlingsfeier in der Anla des SchillerEyzeums, anttraße, de Böttgerstraße. Anfang 7% Uhr. Eintritt 0,25 90. Einen öffentlichen Rampfabenb im Ringen veranstaltet der Sport- Clus Bibertas 1896" in Charlottenburg am Freitag, ben 1. April, abenbe 7 Uhr, in der Turnhalle Sophie Charlotten- Str. 60/70, mog folgende Ninger verpflichtet sind: G. Schmidt( Libertas) gegen G. Schmit( Steglig), Beder( Libertas) gegen Engelmann( Adler), Tepper( Sibertas) gegen Engelhardt( Nord- West), H. Schmidt( Libertas) gegen Paul Nomad( Nord- West, Maron( Libertas) gegen Sans Nowact( Nord- West), Stock( Libertas) gegeri Schön( Adler), Giseler( Libertas) gegen Bogel( Norb- West), Mier( Libertas) gegen Raul( Nord- West), Rauschert( Libertas) gegen Ragtowski( Nord- West). Wegener( Libertas) gegen W. Paul( Siegfried 09). Da hier bie besten Ringer auf ber Matte erscheinen, fit mit sehr gutem Sport zu rechnen. Auf das Cr gebnis der beiden Schwermittelgewichtler Rauschert und Wegener gegen die beiden Internationalen Ragtomst und B. Baul bürfte man fehr gespannt fein. Der Federgewichtler H. Schmidt wird zeigen, ob er befferes Teisten Bann als am 28. März, wo er gegen feinen Gegner W. Nowad unterlag. Arbeiter- Schachipieler! Sonnabenb, ben 12. April, abends 7 Uhr, bei Mener, N., Drontheimer Str. 81, v. IV, Gigung der Kreisleitung des 1. Kreises. Sonntag, den 18. April, pünktlich vorm. 10 Uhr, im Schachheim I, Gewerkschaftshaus, Engelufer, wichtige Rusammenkunft aller Genoffen und Genoffinnen, die Ostern zum Bundestag nach Hamburg fahren. Gleichzeitig Sigung des Berliner Borstandes und der Spielkommission. Erscheinen ber Delegierten, Turnierteilnehmer, Borstands und Spieltommissionsmitglieder Pflicht. Am gleichen Sage, nachm, 8 Uhr, im Schachheim II, Arminiushallen, N., Bremer Str. 72/78, Schillerwettkämpfe Nordwest- Norden 2. Eltern und Gäste willkommen. Während der Gommermonate bleibt bas Schachheim II, Arminiushallen, gefchloffen. Better Spieltag Sonntag, ben 13. April. Wiedereröffnung Anfang Oftober 1924. Dagegen bleibt das Schachheim I, Gewertfdaftshaus, jeden Gonntag von vormittags 10 Uhr bis abends 10 Uhr geöffnet. Schwimmer! 6. Bezirk, I. Areis. Die Begirtsvorstandsflgung findet am Sonntag, den 18. April, vorm. 9 Uhr, in ber Jdeal- Klause, Reutölin, Marefchftr. 14, ftatt. Der reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung wegen werden die Vorstandsmitglieder und Gruppenvertreter um recht pünktliches Erscheinen erfucht. Böldér. Eurnverein Fichte", 13. Knabenabteilung. Ofterpartie aan 20., 21, and 22. April nach Flirstenwalde Rauenfche Berge Scharmilgelfee Stor tom. Rostenpunkt mit Warmessen 4 M. Legter Meldetag ift Montag, den 14. April. Meldungen und Einzahlungen find bet P. Bergmann, Biegniger Str. 18, zu machen. Sportverein Stralan.( Mitglieb b. GB.) Am Sonntag, ben 18. April, fehen sich im Freundschaftsspiel gegenüber Stralan- Rorbista, Das Spiel findet auf dem Stralau- Sportplag, Goßlerstr. 48( 5 Min. vom Bahnhof Stralau- Rummelsburg) statt und beginnt um 14 Uhr. Borher spielen bie unteren Mannschaften. Das legte Spiel lieferten fich belbe Vereine am 80. März 1924 auf Nordistas Blah und gelang es Stralau, nach hartem Kampfe, mit 1: 0 als Gieger vom Plage zu gehen. Es ist daher auf einen Spannenben Rampf zu rechnen. Freie Turnerschaft Neukölln- Brig. Die Bierteljahresverfammlung ber 1. Männer- Abteilung findet am Freitag, ben 11. April, abends 8 Uhr, fn der Buchdrucker- Klause am Herfurthplay statt. Rann und Segelabteilung der Freien Schwimmer Charlottenburg 04. 6. B. Sonnabend, den 12. April, 72 Uhr, bei Prestel, Königsweg 5, Mitgliederver Sammlung. Reichhaltige Tagesordnung.. a. Bortvag des Gen. binius: ,, Segeln mit einen Fahrzeugen." Gäste herzlich willkommen. Werbewochen für Quartierbeschaffung eingefeht, und zwar in der Wie ein Wunder Wilhelm- und Siemensstadt vom 30. März bis 5. Apr, in der Alltstadt und Staaten vom 6 April bis 12. April, in der Neustadt und Waldsiedlung vom 13. April bis 19. April. Die Werbewohen find fo gedacht, daß in den bestimmten Wochen Turner Nachfragen halten, cb es möglich wäre, ein oder einige Turner und Turnerinnen auf eine cter zwei Nächte unterzubringen. Die Bundesschulfiliale des Arbeiter- Turn md Sportbumbes Berlin, 1. Kreis, wiederholt am Dienstag, den 15. April, abends 8 Uhr, ihren Werbeabend in der Turnhalle, Prinzenstr. 70. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 50 Pf., für Jugendliche 20 Pf. Schon zu der Zeit in Rotolo, bracht Inamun wirkt San.- Rat Dr. Strahls Haus™ salbe bel Hautausschlag, Haut Incken, Flechten, besonders bel Beinschäden und Krampfadern der Frauen, sowie bei allen schwer heilenden hergestellte Salbencreme wirkt desinfizierend, kühlend und heilend und sollte Wunden. Diese, seit fast 100 Jahren gebrauchte, aus den edelsten Materfallen daher in keinem Haushalte fehlea. Originaldosen erhältlich: Elefanten Apotheke", Berlin SW 19, Leipziger Straße 74( Dönhoffplatz). Der gesunde Bohnenkaffee- Ersatz! Für Herzkranke und Nervöse Motasan dotorRonio. 2. Blitzki- Maertens Olitzki Maertens DeutscherMetallarbeiter Verband Muftinstrumentenbranche! Freitag, den 11. April, nachmittags 5½ Uhr, im Verbandshause: Bibliothet faal), Linienstraße 83/85: Bersammlung Die Tagesordnung wird in der Bersammlung belanntgegeben. 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Auch die Eltern sollten diese Unsitte der Kinder mehr bekämpfen. Nach dieser kleinen, der Jugend gewidmeten Abschweifung weisen wir heute noch kurz darauf hin, daß die Preisverteilung durch den Autounfall des Dr. Unblutig keine Verzögerung erleidet. Am 1. Osterfeiertag werden die Preisträger glücklich in den Besitz der Gewinne gelangt sein. Das Ergebnis des Preisausschreibens.( 1. Preis: ein fettes Schwein) geben wir in Kürze bekannt. Wir bitten, den beliebten, in der ganzen Welt ver breiteten Kukirol- Präparaten auch weiterhin das bisherige große Interesse zu bewahren und bei Einkauf nicht nur au unsere Schutzmarke Hahn mit Fuß besonders scharf zu achten, sondern auch auf den Namen Kukirol. Das Hühneraugen- Pflaster Kukirol beseitigt. Hühneraugen, Hornhaut, Schwielen und Warzen, während Sanitätsrat Dr. med. 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April 1924 verschied der Ehrenvorsitzende d„ Typographia" Theodor Huth Fast 23 Jahre habe ich mit dem Heimgegangenen Freud und Leid des Vereins geteilt und bin ihm in treuer Freundschaft verbunden gewesen. Das Andenken des trefflichen, aufrechten Mannes wird immer in mir fortleben. Alexander Weinbaum. Danksagung 8704b Anlaßlich der Einäscherung meines lieben Mannes, unferes Vaters und Großvaters Oskar Mahle fpreche ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere ben Rollegen des Deutschen Metallarbeiterverbandes, dem Wahlverein Eichmalde, omie der Gemeindevertretung Eichwalde meinen herzlichsten Dank aus. Berta Mahle nebst Kindern. Eichwalde bei Berlin, Königstr. 52. Kapitän- Kaufabak unerreicht im Wohlgeschmack. Nur echt Käuflich in Apotheken, Droguen und mit Firmenzettel! in den meisten GeDelikatesgeschäften. schäften käuflich. 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Ach nein, in Wahrheit zu sechs Monaten nach ihrer Berbüßung soll Strafausseßung, Bewährungsfrist, Straferlaß eintreten. Der Rest freigesprochen. Kahr, Lossow, Seißer überhaupt nicht angeflagt, als aber doch schließlich, widerwillig genug, ein Ermittlungsverfahren gegen fie eröffnet wird, nicht gehindert, eine Erholungsreise nach dem sonnigen Süden anzutreten. Ob sie dort ein gerührtes Wiedersehen mit Ehrhardt feiern werden? Der durfte, wegen Hochperrats, wegen Eides verbrechens verfolgt, aus der Untersuchungshaft des Staatsgerichtshofs entsprungen unter den Augen der bayerischen Be hörden in München weilen, ja an einer Sigung teilnehmen, bei der auch das bayerische Justizministerium vertreten war, durfte, als das Gericht genötigt wurde, sich für ihn zu intereffieren, schleunigst wieder verschwinden, wohl auch nach dem fonnigen Süden. Und mit Roßbach war es nicht viel anders. Sodann das Verfahren des Münchener Boltsgerichts. Die Prozeßleitung scharf nur, wenn es gilt, Kahr und Genossen zu decken, unendlich nachsichtig, wenn Reichsverfassung und Reichspräsident immer wieder gröblich verunglimpft werden. Jeden Augenblick fällt die Tür krachend ins Schloß, bald ist es der Staatsanwalt, bald der Zeuge Lossow, der nicht mehr mitspielt, und es bleibt unversucht, diesem widerspenftigen Zeugen gegenüber die Autorität des Gerichts durch zusehen. Dagegen bleibt den Bertretern des Reichswehrministeriums die Tür verschlossen, weil sie sich in geheimer Sigung über verfassungswidrige Berfehlungen junger Offiziere zu genau unterrichten fönnten. Auf den Ruhörerhänken aber gibt eine mit den Angeklagten sympatisierende Menge ihrem Beifall und Mißfallen lauten Ausdruck. Es ist wie in alten Zeiten, da nicht der Richter, sondern der Umstand" das Urteil findet. " Man sollte die Straße weniger und mehr die Geschichte fürchten. In diesem Sommer wird der Dichter Ernst Tol. ler die fünf Jahre seiner Feftungshaft verbüßt haben. Man wird ihm nicht einen Tag schenken. Und man wird Erich Mühsam in Niederschönenfeld weitere Jahre schmachten, alt und frank werden lassen, wenn der ungleich schuldigere Hitler fich längst wieder seiner Freiheit freuen wird. Bum Gutachten über das Fechenbach- Urteil aber ist das Gericht berufen, dem Pöhner und v. d. Pfordten als Richter angehörten. Es hat sein Gutachten bereits abgegeben: an dem Urteil gegen Fechenbach ist vom Rechtsstandpunkt nichts auszusehen; die Verjährung, die sogar der Reichsjustizminister Dr. Heinze anerkannt hatte, wird geleugnet. Binge es nach dem bayerischen Obersten Landesgericht, so würde auch Fechenbach weitere Jahre im Zuchthaus schmachten müssen. gerichts München über den 1. April hinaus, gegen den Bruch des feierlichen Versprechens der bayerischen Regierung, gleichzeitig mit dem Infrafttreten der neuen Strafgerichtsverfassung die Volksgerichte aufzuheben, hat Herr Emminger offenbar nichts unternommen. Oder vielmehr: er hat darauf geantwortet, indem er gemeinsam mit dem Reichsinnenminister Jarres die Aufhebung des Staatsgerichtshofes zum Schuße der Republik beim Reichsfabinett beantragt hat. Gerade das Gericht, das sich durch seine untadelhaft unparteiliche Rechtsprechung in hochpolitischen Prozessen( gegen rechts wie gegen links) das Vertrauen weiter Bolfskreise erworben hat, soll abgebaut werden, gerade das Gericht, deffen Zusammenfeßung für eine umfassende Neuordnung der Straf gerichte vorbildlich sein könnte. Denn eine unparteiliche Recht fprechung in politischen Prozessen erreicht man nicht, indem man vor der politischen Einstellung der Laienrichter einfach die Augen schließt, sondern nur, indem man sie beachtet und die verschiedenen politischen Einstellungen gleichmäßig berücksichtigt. Es bleibt ein Rätsel, wie diejenigen bürgerlichen Parteien, die im Juli 1922 den Staatsgerichtshof selbst errichten halfen, ihren nunmehr veränderten Standpuntt, ihre Zustimmung zum Abbau des Staatsgerichtshofs rechtfertigen wollen, rätsely שוון لا அ JUB Schon sind neue Landesverratsprozesse im Anzug. Diefelbe Münchener Staatsanwaltschaft, die Kahr, Lossom, Seißer frei umhergehen und umherreifen läßt, hat Quidde wegen Landesverrats festnehmen lassen. Erst durch das Eingreifen der Reichsanwaltschaft scheint die Freilassung erfolo+ au fein. ,, Landesverrat begeht nicht, mer gesezwidrige Zustände be tenntmacht, um ihre Abstellung durch deutsche Behörden zu Nach der Wahl in München. veranlassen." Man sollte denken, dieser Saß fei selbstverständ- Alois Hinterftoisner, völkischer Agitator, versieht sich mit lich; weil er aber für die Rechtsprechung leider nicht selbstverständlich ist, dürfen unsere Genoffen im neuen Reichstag nicht ruhen, bis sie ihn in das Strafgesetzbuch hineingebracht haben. Auch gegen 3eigner soll ein Landesverratsverfahren eröffnet worden fein, auf Beranlassung desselben Rechtsanwalts Melzer, der auch den Bestechungsprozek ins Rollen brachte. Was ist in diesem Prozeß von seinen Beschuldigungen übriggeblieben? Durch eine Unbedachtsamkeit, durch brutale Vergewaltigung und durch die Unfestigkeit seines eigenen Wesens ist Zeigner schicksalhaft in ein Neh von Unrichtigkeiten verstrict worden. Unrichtigkeiten nicht Unredlichkeiten. Und doch drei Jahre Gefängnis und doch Ehrverlust! In der Begründung aber, recht unverblümt, ein Hieb gegen das neue System, das unerprobte Leute unversehens auf wichtige Bläge bringe, im Borverfahren das schwach abgeleugnete Wort eines Staatsanwalts vom Heimzahlen für den verfluchten Republifanischen Richterbund und zu Beginn der ganzen Aktion eine breite und absichtsvolle Pressevorbereitung. geiffigen Waffen für neue Heldentaten. hafter aber noch, wie fich das derzeitige Kabinett die Zuüber die Aufhebung des Staatsgerichtshofs dem neuen Reichssammenſegung einer Regierung denkt, die den Gefeßentwurf tag vorlegen soll. Daß an einer solchen Regierung Sozial demokraten teilnehmen könnten, vermag ich mir nicht vor zustellen. deutschen Volkes aufgebürdet haben, geht fast über seine TragDie Last, welche die letzten Wochen dem Rechtsgefühl des fähigkeit, zumal da sie zu alten Lasten hinzukommt. Im Jahre 1921 erschien die Broschüre 3wei Jahre Mord" von E. J. Gumbel. Sie gipfelte in der erschütternden Behaup tung, daß von den jeit 1919 begangenen 314 politischen Morben an linksstehenden Personen 282 völlig ungefühnt geblieben feien, während von den 15 politischen Morden an Rechtsftehenden 13 ganz oder doch teilweise gefühnt wurden. Ich überreichte damals die Broschüre vor versammeltem Reichstag dem Reichsjustizminister Dr. Schiffer und forderte ihn auf, in einer Denkschrift dazu Stellung zu nehmen. Diese Denkschrift ist endlich im November 1923 dem Reichstag zugegangen, aber bisher nicht veröffentlicht worden. Gumbel hat( Vorwärts" vom 14. Februar 1924) ihr Ergebnis so zusammengefaßt:„ Wort für Wort bestätigen die Justizminister meine Behauptungen, die Morde werden zugegeben, straflos laufen die Täter herum." Und wiederum ein Gegenbeispiel: ein gewiffer Gansfer hat den Reichspräsidenten des Landesverrats bezichtigt. Die Untersuchung vor dem bayerischen Gericht zieht sich endlos hin, bis schließlich der Reichspräsident, wider den Sinn der Strafprozeßordnung zum persönlichen Erscheinen vor dem Gericht geladen, angesichts eines Verfahrens, das der Rechtsverweigerung nahekommt, den Strafantrag zurückzieht. Troh seines großen Einflusses in Bayern war offenbar der Reichsjuſtizminister infolge der Zuständigkeit der Landesjustizverwaltung als eine Kulturschande, als eine Beschimpfung des RechtsDer Deutsche Richterbund hat fürzlich( mit vollem Recht) und der Unabhängigkeit der Gerichte nicht in der Lage ge- gedantens die Verhaftung deutscher Justizbeamten bezeichnet, wesen, dem Reichspräsidenten zu seinem Rechte zu verhelfen. mit dem Frankreich die Freilaffung eines vom Reichsgericht Aber ein anderes muß dem Reichsjuftizminister Em wegen Spionage verurteilten französischen Kapitäns zu erninger zum Vorwurf gemacht werden: es ist nicht bekannt zwingen versucht. Ich erwarte, daß er es diesmal nicht dem geworden, daß er auch nur versucht hätte, die unbezweifelte Republikanischen Richterbund überlassen wird, in ähnlich Zuständigkeit des Staatsgerichtshofs für den scharfen Borten gegen das Münchener Urteil zu protestieren, Hitler Brozeß Bayern gegenüber zur Geltung zu bringen. daß er sich auch nicht der Pflicht entziehen wird, zu der Dent. Oder hält er etwa die Außerkraftsehung der Republikschuhschrift über die Gumbel- Broschüre Stellung zu nehmen. Nur gefehe in Banern für rechtsgültig und geeignet, die Ruständigfeit des Münchener Boltsgerichts für den Hitler- Prozeß zu begründen? 19 Auch gegen den Versuch Bayerns, die weiteren Verfahren wegen des Novemberputsches dem Staatsgerichtshof zu entgiehen, gegen die Aufrechterhaltung des Bolts durch eine deutliche Zurückweisung offenbaren Unrechts fann die Justiz fich das Vertrauen weiter Boltstreife erhalten und verhüten, daß von dem zwar wichtigen, aber schmalen Felde der politischen Justiz aus unverdientes Mißtrauen das ganze, mit Hingabe und Erfolg angebaute Gefilde der Straf- und Ziviljustiz überflute. Donnerstag, 10. April 1924 Gegen die Schmach der zuchthausdrohenden Landesverratsanklagen wider Zeitungen, die die straffreie Selbstbewaffnung von Raub- und Mordgesindel feststellen, gilt es nicht nur zu protestieren, sondern auch eine Gesetzesänderung zu sichern, die diese Schmach beendet und vom deutschen Namen filgt. Auch darum wählt sozialdemokratisch! Agrarische Talmudisten. Robert de Jouvenel, ein Bruder des neuen Ministers, Im linksbürgerlichen Pariser Deuvre" vom 6. April hatte dr aber bekanntlich zu den schärfsten Kritikern Poincarés und der aber bekanntlich zu den schärfsten Kritikern Poincarés und Parteien polemisiert, die mit dem Argument der wachsenden nationalistischen Welle in Deutschland operieren, um die eigenen Wahlaussichten zu bessern. Er hatte dem Sinne nach ausgeführt:„ Wenn Ihr, vom Nationalen Block, davon redet, daß die nationalistische Gefahr in Deutschland seit der Ruhrbesetzung stärker geworden ist, dann um so schlimmer für Euch und Eure Politik." An den telegraphischen Auszug dieses Artikels knüpfte nun die„ Deutsche Tageszeitung" einen höchst eigentümlichen Rommentar. Sie argumentiert folgendermaßen: Wenn das Anwachsen der nationalistischen Welle in Deutschland zu einem Angriffspunkt der Gegner Poincarés gegen die Ruhrbefeßung geworden ist, dann soll das deutsche Bolt erst recht nationalistisch wählen, denn damit wird in Frankreich die agitatorische Kraft der Richtung gestärkt, die Poincarés Ruhrpolitik als gefährlich bekämpft"!! Der Schöpfer dieser tiefsinnigen Deduktion scheint der Sprößling einer Mischehe zu sein zwischen einem Jefuitenpater und einem Talmudgelehrten. Da sich aber die„ Deutsche Tageszeitung" nun einmal auf das Blatt„ Deuvre" beruft, wollen wir ihr folgende Stellen eines Artikels von Gustave Térn vorhalten, der in der gleichen Nummer vom 6. April neben dem zitierten Aufsatz Jouvenels erschienen ist: " Wer sind die Urheber des Krieges? Nicht die Völker find es, die ihn gewollt haben. Diejenigen, die ihn wollen und die schließlich erreichen, daß er ausbricht, das sind, in allen Ländern, die gleichen Männer, die gleichen Säbelraffler, die zum absoluten Grundsatz die Behauptung erheben, daß die Beziehungen zwischen Nationen durch die Gewalt bestimmt werden, und daß es feine andere Gewalt gebe, als die militärische. Es gibt noch genug Schurken und Idioten, die dieses abscheuliche Vorurteil nähren, aber, gleichviel, ob dies aus echter triegerischer Gesinnung oder in Wirklichkeit nur aus Gewinnfucht oder Dummheit geschieht, so ist es leicht, dieses Spiel aufzudecken und sie zur Ohnmacht und zum Schweigen zu zwingen wenn sich nur die Völker, diese ewig Genarrten, plan mäßiggegen diesen Schwindelzu wehren beginnen. Hier und dort, beiderseits des Rheins, mögen zwar diese Lügner in verschiedenen Sprachen reden- es ist diefelbe Lüge, es sind dieselben Rationalisien, dieselben falschen Patrioten, die eines Gemehels bet dürfen, um ihre Macht zu behaupten und ihre Ausbeutung fortzusetzen." Nun mag fich die" Deutsche Tageszeitung" weiter auf den " Deuvre" berufen.... Sichert euer Stimmrecht! Die Stimmlisten für die Reichstagswahlen liegen in den durch Säulenanschlag am 5. und 6. April befanntgegebenen Auslegungsstellen noch bis einschließlich Sonntag, den 13. April dieses Jahres öffentlich zur Einsicht aus. An den Dienstgebäuden der Bezirtsämter werden bis zur Beendigung der Liftenauslegung Platate angebracht werden, aus denen die Stimmberechtigten diejenige Auslegungsstelle feststellen tönnen, in der fie die in Frage tommende Stimmlifte einzusehen haben. Nur wer in die Stimmlisten eingetragen iff, fann das Stimmrecht ausüben. Sind die Stimmliften unrichtig, so muß fofort Einspruch erhoben werden. Seht die Wählerlisten ein! Die Wahlleiter in Berlin. Brandenburg I ift Stadtrat Boe3fch und als deffen Stellvertreter Für den Wahlkreis 2 fowie zum Wahlkreisverbandsleiter der Stadtrat Schüning ernannt worden. Für den Reichstagswahlkreis 4( Potsdam I) ist RegierungsRegierungsrat& bler v. Brun und zu deffen Stellvertreter der rat Boß und als dessen Stellvertreter der Regierungsrat Freiherr D. Ziegejar, für den Reichstagswahlkreis 3( Botsdam II) der Regierungsrat Baron v. Löwenstein zu Kreiswahlleitern bzw. Stellvertretern ernennt worden. freisverband Brandenburg II ist Regierungsrat Boß bzw. Zum Verbandswahlleiter bzw. Stellvertreter für den WahlRegierungsrat Freiherr v. Ziegefar bestellt worden. Kommunistische Frechheit. Bon Franz Künstler. Unjere am legten Sonntag in der Brauerei Friedrichshain glänzend verlaufene Rundgebung gegen das Urteil im Hitler- Ludendorff- Prozeß wird wie üblich in der„ Roten Fahne" mit ausfallenden Beschimpfungen gegen die Sozialdemokratie herabgesetzt. Der Gipfel der Unverschämtheit wird aber erreicht, wenn sie mich sagen läßt, daß die Sozialdemokraten mit den kommunisti. fchen Zuchthäuslern nichts zu tun haben wollten". Dieser frechen fommunistischen Berichterstattung sei der wahre Sachverhalt entgegengehalten. Es ist richtig, daß Eichhorn nach Schluß der Versammlung fehr aufgeregt auf Levi und mich zukam und uns wiederholt der Feigheit bezichtigte. Darauf erwiderte ich Eichhorn in Zeugengegenwart von brei Parteigenoffen:„ Solange die Kommunistische Bartei arme Broletarier aufheit und sie als Stoßtrupps in fozial. bemokratischen Bersammlungen benutzt( bie intellektuellen Urheber bleiben immer tapfer im Hintergrund), fozialdemokratische Refe renten tätlich bedrohen, find wir gezwungen, auf Grund des bis. herigen rüpelhaften Betragens fommunistischer Bersammlungs. besucher, unsere Bersamfungen burch unseren Saalschutz schützen zir lassen. Wenn dann die Kommunisten über Bergewaltigung reden und sich auf die Grundsätze der Demokratie berufen, müssen wir es ablehnen, mit der Kommunistischen Partei über Moral und De mofrafte zu retten, folange biefe Barbet elnen Berbreder we für die bevorstehende Reichstagswahl als thren Spitzenkandidat nominiert. Des ist der wahre Hergang. Alles andere ist Lüge und gemeine Berleumdung. Benn Eichhorn infolge seiner Erregung nicht in der Lage war, meine Antwort ruhig und fachlich entgegen zunehmen, sich auf den wahren Hergang der Dinge nicht befinnen fann, fo fehlt mir jedes Wort, um seine Berichterstattung richtig brandmarken zu können. Mich mit Eichhorn und der„ Roten Fahne" über Tapferkeit und Feigheit zu unterhalten, lehne ich ab, obwohl ich dazu einen sehr interessanten Beitrag liefern könnte. Daß ich dazu in der Lage bin, wird Eichhorn wohl nicht ganz abstreiten politischen Gegensätze als Mensch sehr schäzte, sich die übliche komfönnen. Ich bebauere aber, daß Eichhorn, den ich trot unserer munistische Kampfesweise zu eigen macht. Daß die Kommunisten nicht auf ihre Kosten gekommen sind; und demzufolge schärfer und gemeiner als bisher uns befämpfen, wird uns in Berlin nicht abhalten, all unsere Bersammlungen so zu schüben, daß sie feinen Tummelplatz abgeben für unreife, fich tommunistische Politiker schimpfende Radaubrüder. Was bedeutet die Mietsteuer? Die unsozialfte Steuer in Deutschland! Die wichtigsten Bestimmungen der driffen Steuernotverordnung find die Bestimmungen über die Mietzinssteuer. Was ist die finanzielle Wirkung der Mietsteuer? Die Friedensmiete befrug insgesamt rund fünf Milliarden Goldmart. Goldmart Miete erhoben. Anfang 1923 wurde im ganzen Reich etwa 1 milliarde Wird die volle Friedensmiete hergestellt-und das ist das Ziel jo bedeutet das eine Belastung der Mieter um 4 milliarden Goldmart. Jede Erhöhung der Miete um 10 Proz. ift eine Belastung von 500 Millionen Goldmark! 6 Diese Belastung trifft mit voller Wucht die breiten Massen der Arbeiter, des Mittelstandes, der Rentner, der Beamten, der Angestefften, bei denen die Miete einen hohen Prozentsatz des Einkommens verschlingf. Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion hat fich mit aller Kraft gegen die Mietsteuer gewandt. Sie hat beantragt, die Mietsteuer durch Zuschläge zur Vermögenssteuer 3n ersetzen. Alle bürgerlichen Parteien aber find geschloffen für ble Mietsteuer eingetreten. Die Schlußfolgerung daraus heißt: Wählt sozialdemokratisch! Die Agrarier als Revolutionäre. " Die Throne frachen zusammen". Preußen und das Reich. Wenn der Politiker für die Gegenwart alle Hoffnungen schwinden sieht, so pflegt er sich mit irgendwelchen Lichtblicken zu trösten, die vielleicht die Zukunft bietet, oder er sieht gar um in Herrn Stresemanns bilderreicher Sprache zu reden Silberstreifen am Horizont. Die deutsche Zukunft ist äußerlich Deffentliche Wählerversammlungen prachen Boff je nadh ber Inbtolbuellen Finftellung stehen mie man will das eine wird auch der schärfste Gegner der Bayern, Thüringen, Mecklenburg- das sind die drei Koalitionspolitik einräumen müssen, daß der von tiefstent gewaltigen Marksteine auf dem erschütternden Wege, über Ethos getragene Grundsah des römischen Rechts und Verdem die Worte„ Abbau der Republik" mit ehernen Worten faſſungswesens salus reipublicae suprema lex"( das Geeingemeißelt sind. Ob es sich um Richtersprüche handelt, die meinwohl das höchste Gesetz) stets zur Richtschmur der nachauch der Besturteilende nicht anders denn als Klassenjustiz revolutionären Politit Preußens gemacht worden ist. bezeichnen kann, ob es sich um die Entfernung republikanischer Man wird gerade in diesen Tagen oft an das berühmte Beamten handelt, die nicht aus Gründen mangelnder Qualifi- Wort August Bebeis erinnert, der immer dann befürchtete, fation, sondern aus dem geradezu paradox anmutenden etwas verkehrt gemacht zu haben, wenn seine Gegner ihn Grunde aus ihren Aemtern entfernt werden, weil sie Ber- lobten. Und man möchte das Wort in der Gegenwart mit negativen Borzeichen, aber in der gleichen Bedeutung anteidiger der gegenwärtigen Staatsform und ihrer Verfassung wenden, daß nämlich immer dann etwas Richtiges geschehen find in jedem Falle ist es eine große Linie, die mir verfolgen fönnen, und die, in ihrem Zuge dem dynamischen Prin fei, wenn die Gegner es besonders heftig tadeln. Man erinnert sich an die Koalitionsverhandlungen bei der letzten Kazip der sich stets vermehrenden Schnelligkeit folgend, einem Biel zusteuert, das mit dem Ende der Republik gleich binettsumbildung im Reich, man hört aus Hamburg Hergts erregte Rede herüberschallen, und bei welchem Worte wohl bedeutend ist. steigert sich die Wut der. Nationalisten zu einer an Parorismus grenzenden Erregtheit?- bei der Erwähnung Preußens! Stellt man dies einwandfrei fest, so hat man eigentlich schon genug gesagt. Es geht den Parteien der Reaktion bei Eroberung der Reichspolitik: Für sie handelt es sich darum, den kommenden Reichstagswahlen um viel mehr, als um die Preußens Verwaltung zu zertrümmern, ihm eine Regierung aufzuzwingen, die dem bayerischen oder mecklenburgischen System ähnelt, und auf diesem Wege ein lange nicht gehörtes Wort taucht aus der Berfentung durch Herstellung der Homogenität" deutschnationale, das heiß reaktionäre und verstehen wird, mühsam angeknüpfte Fäden der Verständiarbeiterfeindliche Politik zu machen, die es in kürzester Zeit gung zum Auslande zu zerreißen und eine Isolierung Deutsch lands herbeizuführne, der gegenüber die des Kaiserreichs von 1914 als eine splendid isolation" zu bezeichnen ist. Es wäre eine Naivität, die durch feinen Präzedenzfall auch nur die leisefte Spur einer Berechtigung aufweisen fönnte, anzunehmen, daß für Preußen der Ausgang der Reichstagswahlen gleichgültig ist. Gewiß, Preußen hat seine eigene Berfassung, seine eigene Regierung, sein eigenes Parlament, und über alle drei Faktoren werden die Wähler zu Beginn des nächsten Jahres ihr Urteil abzugeben haben. Dennoch aber ist das Gefüge Preußens so fest mit dem Reich veranfert, daß alles darangefeßt werden muß, einen Sieg der Reaktion im Reich zu verhüten, die ihre ersten Früchte auf preußischem Boden zu ernten gewillt wäre. Wir wollen das, was durch energische und zielbewußte Politit von Män nern, die nicht wegen ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit, sondern wegen ihrer fachlichen Eignaing an die Spike berufen worden sind, geschaffen worden ist, nicht durch einen Hergt zertrümmern lassen, der es auf dem Gebiete des Oftultismus und der Hellseherei( fie fönnen nicht fliegen, fie fönnen nicht fchwimmen, sie werden nicht tommen") weiter hätte bringen fönnen, als auf dem der Politif. Wir wollen die Gegner gegen das Bollwert der Republik anrennen laffen, aber wir hoffen nicht obwohl, sondern weil wir Pazififten find, daß sie sich die Köpfe dabei blutig schlagen; wir wollen der Arbeiterschaft das Fundament erhalten wissen, auf dem allein Die Grundmauern einer besseren Gesellschaftsordnung errichtet merden können. Und deshalb tann die Stimmabgabe zu den Reichstagswahlen mur im Sinne eines Betenntnisses zu dem demokratisch- republikanischen Preußen erfolgen. Auch das gilt es zu beherzigen! Donnerstag, den 10. April, abends 7% Uhr: Wilmersdorf: Hindenburg- Oberrealschule am Seepart. Referent: Legationsrat Dr. Walfer Zechlin. Tempelhof: Aula der Gemeindeschule, Friedrich- Wilhelm- Straße Ede Werderstraße. Referent: Reichstagsabgeordneter Franz Künffler. Budow- Brih: Turnhalle in Budow, Dorfstr. 6. Referent: Bezirksverordneter Cempert. Pankow: Lokal Linder, Breite Str. 34. Referent: Landtags abgeordneter Erich Kuffner. Blankenburg: Lokal Klug, Dorfstraße. Referent: Bürgermeister Karl Leid, M. d. L. Tagesordnung in allen Bersammlungen: * Der Kampf um den neuen Reichstag! Prenzlauer Berg( 26. und 28. Abt.): Lokal Büttner, Schwedter Straße. Tagesordnung: Die internationale Bedeutung der Reichstagswahlen." Referent: Redakteur Viktor Schiff. Freitag, den 11. April, abends 7% Uhr: Wedding: Patzenhofer- Ausschant, Chauffeestr. 64. Sozialdemokratische Wählerversammlung mit Lichtbildervortrag: Wen wählen wir?" Eingeladene Gäste haben Zutritt. Spandau: Lokal Seih, Schüßenstraße. Referent Genoffe Nietisch. Lantwih: Paradiesgarten, Mühlenstr. 21. Referent: Legations rat Dr. Walter Zechlin. Man hat fich nachgerade daran gewöhnt, daß die deutschnatio nal- deutschöllischen Großmäuler in den rüdesten Tonarten über die Judenrepublik" herfallen und deren Beseitigung für ein Gott wohlgefälliges Wert auspofaunen. Aber es ist eine falfche Bor- Steglih: Oberrealschule, Elisenstraße. Referent Pfarrer Bleier. stellung zu glauben, daß diese revolutionäre Gesinnung erst von heute und gestern sei. Wenn es um ihren Profit ging, haben die Agrarier noch niemals vor irgendeiner„ Autorität haltgemacht. Betannt ist, daß der alte Agrarierführer von Diest- Daber, heute würde er deutschnational fein und auf die Juden schimpfen! auf 73 ber Landbundtagung 1892 mit nicht mißzuverstehender Beste aus rief: Die Minifter fönnen uns sonst was! Belannt ist auch, daß die Gründer des Bundes der Landwirte drohten, sie würden ,, unter Me Sozialdemokraten gehen", wenn der Staat ihnen nicht 5 M., sonbern nur 3,50 M. Roggenzoll bewilligte. Und 1902, am 7. September, leistete sich das Organ des konsernativen( heute: deutschnationalen!) Landesvereins für das Königreich Sachsen" ,,, Das Baterland", die folgende Drohung an die da mais taiserliche Reichsregierung: Wenn die zur Verzweiflung getriebene Landbevölkerung mit dem Proletarter der Städte fich vereinigt, dann werden die Throne zufammenkrachen, und es wird ein Chaos herrschen, bis aus Blut und Brand und greuelvoller Berwüstung sich langsam mieder geordnete Zustände herauswinden tönnen. Schon hört man aus Bauernmunde harte Anklagen gegen die Gleichgültig feit der Regierenden, eine früher ungefannte Erbitterung hat in diesem geduldigen und zähen Stand um sich gegriffen; möge man diese Zeichen der Zeit richtig deuten und nicht unterschäßen, der Fehler tönnte sich eines Tages schrecklich rächen." Diese offene Drohung mit Revolution, wie fie bösartiger gegen das kaiserliche Deutschland nicht ausgestoßen werden konnte, wurde im Hauptorgan der Agrarier, der„ Deutschen Tageszeitung", nicht etwa zurüdgewiefen, sondern am 15. September 1902 zustimmend unterstrichen: Die Worte des„ Vaterland" feien ernst, tiefernst, bitter wahr und mögen manchem nicht angenehm in den Ohren Mingen; aber wahr find fie, unzweifelhaft wahr, bitter wahr!" Die ganze Drohung mit dem Sturz der Throne erfolgte, weil die Agrarier höheren Schutzoff haben wollten. Heute sind die deutschnational" und„ völkisch geführten Agrarier wieder soweit. Sie fordern neue Hungerzölle, neue Ar. beiterfnebelung, neues Borrecht der Besitzenden. Sie bereiten den Sturz ber Republit vor, wie fie früher mit dem Krachen der Throne spielten. Alles um des Profites willen! Ber aus der Geschichte lernen will, muß am 4. Mai dafür forgen, daß die Bogen tonterrevolutionären agrarischen Johannis. triebs zerschellen an den festen Dämmen der Sozialdemokratie! Weiche Adlershof: Wöllstein, Bismardstr. 75. Referent: Eduard Referent: Eduard Bernstein. Grünau: Jägerhaus, Bahnhof- Ede Friedrichstraße. Referent: Bürgermeister Paul Mielih. Tagesordnung: Die Bedeutung des 4. Mai. Deffentliche Wählerinnenversammlung Berlin- Mitte: Großer Saal des Gewerkschaftshauses, Engel ufer 25. Tagesordnung: Was fordern die Frauen vom neuen Reichstag?" Referent: Dr. Julius Moses, M. d. R. *** Deutschnationale Roheit. Ein Pastor reizt zum Totschlag auf. öffentliche deutschnationale Wählerversammlung flatt. Referent war Am 5. d. M. fand in Bismart, Br. Sachsen( marf), ene Reichstagsabgeordneter Martin Schiele, Schollehne Es en übrigt sich, auf die Ausführungen Schieles einzugehen, fein Thema enthielt die üblichen deutschnationalen Phrasen. Mis Disfuffions. redner sprachen die Genoffen Otten, Treumann, Ebeling. Martin Schiele ist in der Deffentlichkeit des geistigen Diebstahls angeflagt worden, für ihn, dauernd daran erinnert, äußerst blamabel. Schiele betätigt sich aber auch als heter, wie die Magdeburger Volksstimme“, berichtet: durch das Datum vom 4. Mai, den Tag der Reichstagswahlen, festgelegt. Die Entscheidung, die an diesem Tage getroffen wird, wird für Jahre hinaus von bestimmendem Einfluß auf die Schicksale der deutschen Republik sein, und soviel hat auch das nicht mit Unrecht als unpolitisch verstehend das Deutschlandlied. Die Sozialdemokraten blieben fihen. Am Schlusse der Versammlung fangen die Deutschnationalex schriene deutsche Volf begriffen, daß die Schicksale des ein- Nach Schluß des Gefanges rief Schiele: Geht Euch diese Lumpen zelnen mit denen der Gesamtheit aufs engste verknüpft sind. deutsche an, nicht mal aufgeftanden find fie., Raus, raus mit Deutschland ist staatsrechtlich ein merkwürdiges Land. folchen Lumpen." Der Pastor Babenaien, Bismart, faß Auch diejenigen, die bis in die letzten Jahre hinein die Blut- ebenfalls am Vorstandstisch und hezte: Schlagt sie tot und Eisenpolitit Bismards mit der Beredtsamfeit eines ihmeißt die Lumpen raus." Bersammlungsleiter Adolf Demosthenes verteidigten, find durch die Ereignisse der jüngsten Böme rief:„ Schmeißt das Lumpenpad raus." Dieses mar das Zeit zu der nachdenklichen Frage gekommen, ob jenes Deutsch der Mitte des Saales über die Tische hinweg und schlug den Ge Signal zum allgemeinen Angriff. Willi Lindenau, Bismart, fam aus land von 1870 mit feiner einer glaubhaften Anekdote zufolge noffen Treumann mit der Faust ins Gesicht, der Landwirt Stroh. in einer einzigen Nacht von Bismard diftierten Verfassung topf aus Döllnig schlug mit einem Spazierstod wie ein Bilder auf wirklich das organische Gebilde sei, das im ständigen gleich Treumann ein mit dem Ruf: Schlagt das Biest tot" mäßigen Wachstum einer blühenden Entwicklung entgegen Der Erfolg war sofort sichtbar, neben anderen Berlegungen mar Treu gehen fonnte. Die Weimarer Verfassung, die infolge wider mann der Schädel blutig geschlagen. streitender Tendenzen den unitarischen Gedanken nicht voll zum Ausdruck bringen konnte, hat den Ländern eine gewiffe Selbständigkeit eingeräumt, die sie einmal zu Trägern einer individuellen Verwaltungspolitik macht und sie gegenüber der Reichspolitit als selbständige Faktoren auftreten läßt. Inmitten der chaotischen Birren, die durch die Schuld des Reiches und seiner einseitig orientierten Politik in Sachsen und Thüringen, durch eigene Schuld in Bayern hervorgerufen wurden, hat Preußen den steten Weg einer gradlinigen und einheitlichen Bolitik verfolgt. Man mag zu Einzelheiten der mit Henko die Wälche ein! Martin Schiele, auf den Erfolg feiner Hehereien hingewiefen, hatte trotzdem noch die Frechheit, angesichts des blutüberströmten Genoffen Treumann auszurufen:„ Das schadet nichts, so ist es richtig, und dabei leuchtete ihm die helle Freude aus dem Gesicht. Außer Treumann wurden noch die Genossen Otten und Preuß geschlagen. Alles dieses konnte geschehen unter den Augen des deutsch. nationalen Kreisvorsitzenden Studienrat Presting, Stendal. antrag gestellt. Der eine der Rohlinge ist Bastor, der andere will Gegen die deutschnationalen Brügelhelden und Heher ist Strafwieder Abgeordneter werden. Ihre Methoden des politischen Kampfes charakterisieren ihre Partei. Du sparstan Seife und Walchmittel und erleichterst Dir das Walchen Henko Henkel's Wafch- und Bleich- Soda bewährt seit einem halben Jahrhundert für Wäfcheu.Hausput Die Sher ülmeroffung ist fungi Backpulver Penner Kuchenkenner r In allen einschlägigen Geschäften erhältlich Wirtschaft Stark passive Handelsbilanz im Februar. Die deutsche Handelsbilanz verzeichnete im Monat Februar einen großen Einfuhrüberschuß. Der amtliche Kom mentar bemerkt allerdings dazu, daß infolge des Loches im Besten aus den Zahlen über den Außenhandel eine einwandfreie Bilanz des Außenhandels nicht gezogen werden fann.. Es betrug die Barengruppen Einfuhr Ausfuhr in 1000 Goldmart Jan. Monats Febr. Jan. Monatsdurchschnitt 1924 1924 durchschn. 1923 260 10 947 30 625 Febr. 1924 1924 I. Leb. Ziere. 5502 5964 1923 2712 483 202 II. Lebensmitt. 1. Getränke 154 448 175 239 100 810 IIIa. Robstoffe. 359 051 237 470 258 907 21 997 27 848 11 643 23 357 Waren... 62 984 54 288 67 168 80 720 27 218 30 223 V. Gold und .. 8775 2695 | Waldhinen, Berfzeuge, Geräte, agen nd ferbe auf je 1 Et abgebucht, obwohl, besonders bei Maschinen und Geräten im legten Jahre beträchtliche Neuerwerbungen stattgefunden haben. Außerdem wurde das Berliner Wert erweitert durch Ankauf des nahezu 3000 qm großen Hinterlandes, auf dem Lagerhallen errichtet wurden. Die Bureauräume sind ungefähr verdoppelt worden. Trozdem weist das Gebäudekonto nur den verhältnismäßig geringen Zuwachs auf 13,06 Milliarden auf. Interes fant find die Bemerkungen des Geschäftsberichtes über die Aussichten der Goldbilanz. Da heißt es: Wie fich die Goldbilanz der Gesellschaft gestalten wird, kann vorläufig, insbesondere vor Erlaß der Ausführungsbestimmungen zur Verordnung über die Goldbilanzen nicht vorausgesagt werden. Da wir in den letzten Jahren bestrebt waren, unsere Werke durch Ausbau der Betriebe zu vervollkommnen und die In tereffen der Gesellschaft zu erweitern, so wird trog der erfolgten Kapitalserhöhungen voraussichtlich eine größere 3usam menlegung des Aftientapitals nicht erforder lich sein." susgeber werben ble peoongiellex Bohrungsfürsorgegesellschaften und die Gemeinnützige A.-G. für Angestellten- Heimstätten in Berlin zugelassen. Ob noch weitere gemeinnügige Bereinigungen mit Ausgeberbefugnissen ausgestattet werden, muß bet der großen Verantwortung der Entscheidung des Ministers für Boltsnicht als Ausgeber auftreten. wohlfahrt vorbehalten bleiben. Der Preußische Staat. wird Wohnfik- oder Aufenthaltsgemeinde zu wenden, die in erster Reihe Wer eine Heimstätte erwerben will, hat sich zunächst an seine zur Anlegung von Heimstätten berufen ist. Beabsichtigt sie die Uebernahme der Ausgeberschaft nicht, so wird sich der Bewerber an die zuständige Wohnungsfürforgegesellschaft zu wenden haben. Von der Festsetzung bestimmter Höchst- und Mindestgrößen für die Heimstätten wird abgesehen. Die gute Ausnuhung bes Grundstücks mie die Verbilligung von Straßenanlagen usw. dürften sich gerade bei größeren Stätten am ehesten in geschlossenen Heimstättensiedlungen erreichen lassen. Ist das Grundstüd, bei dem die Heimstätteneigenschaft eingetragen werden foll, mit Rechten Dritter belastet, so ist die Zustimmung sämtlicher eingetragener Berechtigter fowie vorläufig noch die Genehmigung durch den 3Diese Mitteilungen rüden in das richtige Licht unter Berild- ständigen Minister erforderlich. In den letzten Absagen der Ausfichtigung der Tatsache, daß das Attientapital zurzeit 6,5 Mitführungsbestimmungen wird das Bortaufsrecht an Heimstätten lionen beträgt, vor Kriegsbeginn jedoch nur 1,8 Millionen Gold- im einzelnen geregelt. mart betragen hat. Wird das Aftientapital überhaupt nicht zujammengelegt so wäre die Substanz in Goldmart allein nach dem Attienkapital mehr als das Dreifache gestiegen, ungerechnet den Gewinn, der durch die nur geringe Aufwertung der Obli IIIb. Halbfertige IV. Fert.aren 132 827 92 511 76 699 883 871 367 454 488 811 Silber. 987 1440 1152 1 290 Bufammen 718 587 568 162 506 788 466 889 481 021 506 596 Es ergibt sich also für den Februar eine sehr ftarte Steige rung der Einfuhr, der nur eine verhältnismäßig geringe Bugationsschulden der Gesellschaft erzielt wird. Es handelt nahme der Ausfuhr gegenübersteht. Was die Einfuhr im einzelnen betrifft, so weist die Waren- fich hierbei um annähernd 1 Million Goldmark. Weitere Goldgruppe Lebensmittel und Getränte" im ganzen einen referven mögen in den Beteiligungen enthalten sein. Das AttienRüdgang auf, und zwar hat sich vornehmlich der Import der Waren topital tann fonach selbst im Verhältnis von 1 au 4 zusammenbes Massenverbrauchs, wie Brotgetreide, vermindert. Eine Ausgelegt werden, ohne daß eine Substanzverminderung zu verzeichnen nahme macht Mehl, dessen seit Monaten zu beobachtende Einfuhr- wäre. Nach den zitierten Mitteilungen der Gesellschaft scheint allersteigerung sich fortsette. Bei den Halbfertigen Waren" ist nur eine dings, wenn überhaupt cine, so eine noch geringere zu geringe Zunahme zu verzeichnen. Dagegen ist die Steigerung bei femmenlegung beabsichtigt zu sein, jedenfalls teine, die den erfolgten den Fertigen Waren" relativ und absolut bedeutend. Bei weitem Rapitals erhöhungen entspräche. Bon einer Substanzverminderung der größte Teil der Steigerung entfällt aber auf die„ Rohstoffe". kann demnach aller Voraussicht nach überhaupt nicht die Rede sein Es sind in dieser Gruppe fast alle Waren an der Steigerung beteiligt. Besonders start ist die Zunahme bei Tertilrohstoffen und ähnliche Beobachtungen wird man bei anderen Gesellschaften und Rohtabat. Diese Zunahme steht im Zusammenhang mit machen können, die ehrlich genug sind, jetzt ihren Vermögensstand der Konjunkturbelebung in der verarbeitenden Industrie und dürfte offen zu betennen, um sich den Kapitalmarkt nicht ferner darauf zurückzuführen sein, daß die unter den wirtschaftlichen für die Zukunft zu verscherzen. Schwierigkeiten des vergangenen Jahres verminderten Waren. bestände nunmehr wieder aufgefüllt werden. " Auf der Ausfuhrfeite ist in der Gruppe Lebensmittel und Getränke eine beträchtliche Zunahme zu beachten,( was in der Hauptsache auf die vermehrte Ausfuhr von 8uder zurückzuführen ist), ohne daß allerdings die absoluten Zahlen hierbei mefentlich ins Gewicht fallen. Bei den übrigen Gruppen ist die Zunahme sowohl relatio wie abfolut geringfügig. Im ganzen ergibt sich im Februar eine Baffinität pon 252 Millionen Goldmart( ohne Berücksichtigung des Außen handels des befeßten Gebiets). Dieser Einfuhrüberschuß muß zum größten Teil durch die Gewährung ausländischen kredits und den Rückfluß deutscher Auslandsguthaben ausgeglichen worden sein. Denn die übrigen Aftivposten der Zahlungsbilanz( Frachten ufw.) find zu gering als daß fie den Baffiofaldo der Handelsbilanz anfwiegen fönnten. Die Gewichtszahlen der Warengruppen geben naturgemäß die Beränderungen nur umgenau wieder. In 1000 Doppelzentner betrng bie: Barengruppen Lebenbe Tiere. II. Sebensmittel a Getränke Ma Robftoffe Ib. Balbfert. Baren IV. Fertige Baren. 7. Golb. Gilber Wußerdem Febr. Jan. Monats 1924 burdida 1924 Ausfuhr Febr. Jan. Monats1924 1924 burn. 0 1923 41 57 1923 23 1 4158 4697 19 843 17 978 2576 2788 1163 1883 8099 30 646 782 450 843 2108 2 607 4046 3732 1878 1587 2149 1 563 8 164 1 1 0 2879 0 3588 0 Bufammen 27 406 26 684 89 054 7 933 7 529 10 627 Bferde 1067 270 1435 41 11 Die Golddiskontbant nimmt ihre Täfigkeit auf. Wie wir hören, ist die deutsche Goldbistontbant am 7. April errichtet worden. Sie wird in den nächsten Tagen den Vertehr mit dem Publikum aufnehmen, worüber noch Nachricht ergeht. Ausführungsgesetz zum Reichsheimstättengefeh. Das Breußische Staatsministerium hat dem Staatsrat Ausführungsbestimmungen zum Reichsheimstättengesetz vom 10. Mai 1920 und zum preußischen Ausführungsgesetz dazu vom 18. Januar dieses Jahres übersandt. Aus diesen Bestimmungen, die 20 Absätze umfassen, teilt der Amtliche Preußische Pressedienst folgendes mit: Wo im folgenden von Heimstätten die Rede ist, sind darunter ohnheimstätten bzw. Heimstättengärten, nicht aber Birtschaftsheimstätten zu verstehen. Der Begriff des Einfamilien hauses schließt nicht aus, daß in dem Hause ausnahmsweise noch Räume vorübergehend oder auch ständig für eine weite, fleinere Familienwohnung hergerichtet werden. Die Wohnung des Heimstätters muß jedoch stets die Hauptsache bilden. Die tommu nalen Berwaltungsbehörden werden sich der Unterstützung und För derung des Heimstättenwesens anzunehmen haben. Zentner frei Haus Berlin. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je ... 23.00- 25,00 16,00 17,25| Malzkaffee, gepackt 16,00-17,00 Röstgetreide, lose.... 16,50-18,00 15,75-16,00 Kakao. fettarm 100,00-125,00 16,00-16,50 Kakao, leicht entŏlt 130,00-153,00 Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose... Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1.... Weizengrieß 39 Hartgrieß Sm Monat März dürfte die Wareneinfuhr infolge des Hamburger Hafenstreits zur ad gegangen fein. Trotzdem ist, mell ble Ausfuhr nicht entsprechend steigen fonnte, auch für den eben vergangenen Monat ein Ueberschuß der Einfuhr zu erwarten. Substanzvermehrung. Die bemnächst notwendig merbenbe Umstellung der Attiengefellschaften auf Bolbbilanzen macht die Bereicherung, die Die Industrie in der Inflationszeit erfahren hat, in vielen Fällen deutlicher kenntlich, als es die verschwommenen oder absichtlich fristerten Bapiermarkbilanzen tun tonnten. Bisher werden die Er. tragsrechnungen und Vermögensaufstellungen allerdings immer noch in Papiermart aufgestellt. Dennoch fühlen sich manche Unternehmungen veranlaßt, auf die Aussichten der Umstellung bereits hinzuweisen und aus den Mitteilungen hierüber somie aus den Beränderungen im Vermögensstand fann man schließen, inwieweit im legten Jahrzehnt eine Substanz vermehrung einge treten ist. So veröffentlicht die Banzer A.-G., die in Berlin umfang reiche Berkstätten im Btrieb hat und Geldschränke, Maschinen und dergleichen herstellt, ihren Geschäftsbericht für das am 30. Septem. ber 1923 abgelaufene Geschäftsjahr. In der Bilanz sind die Konten Speiseerbsen, kleine. 12,75 14,00 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-420,00 18,00-19,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 40,00-42,50 .. 14,50-16,- Inlandszucker Raffinade 42,50 44.50 17,00 21,00 Zucker Würfel. 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Bohnen, weiße, her! Langbohnen, handveries. Linsen, kleine Linsen, mitte! Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis Tafelreis, glasiert, Patna Rangoon Reis Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Pflaumen, entsteint Getr Pflaumen 90/100 . • 19,00 22,75 Kunsthonig 46,00- 48,00 36,00 40,00 14,00-17,00 Zuckersirup hell in Eim. 49,00 20,2524,50 Speisesirup dunk. in Eim. 33,00- 35,00 30,00 32,50 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-120,00 26,00 35,00 Marmelade Vierfrucht 40,00-48,00 36,50 42,00 Pflaumenmus in Eimern 45,00-48,00 43,00-49.50 Steinsalz, lose....... 3,20 3,80 16,0-17,75 Siedesalz, lose 4,00 4.60 40,00 45,00 Bratenschmalz in Tierces 67,00 36,00-37,50 Bratenschmalz in Kübeln 68,00- 68,50 20,00 24,50 Purelard in Tierces 66,50 15,25-17,50 Purelard in Kisten 67,50-68,00 17,0019,25 Speisetalg in Packung 46,00 50,00 46,00-48,00 56,00 27,00-31,00 Speisetalg in Kübeln 31,00-36,00 Margarine, Handelsm. I 100,00-105,00 desgl. II. 48,00-52,00 76,00 60,00-65,00 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. I.. 55,00 60,00 desgl. 11: 80,00 85,00 Molkereibutter i. Fässern 175,00 75,00 95,00 Moikereibutter in Pack. 180.00 80,00-100,00 Landbutter 150,00-158,00 Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer 155,00-165,00 Quadratkäse Rohkaffee Brasil 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett Rohkaffee Zentralamerika 240,00-300,00 milch 48/16. Röstkaffee Zentralam. 320,00-400,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 28,00- 29,00 80,00 85,00 Auslandbutter in Fässern 175,00 ... 145,00-160,00 Auslandbutter in Packg 180,00 135,00-150,00| Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00- 36,00 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00- 67,00 103,00-111,00 Quarkkäse Schwarzer Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer. Röstkaffee Brasil 180,00-215,00 Ausl. ungezuck. Condens240,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. 30,00-40,00 35,00 50,00 120,00-125,00 22,50-25,00 18,00-19,00 Die Holzindustrie in Sowjetrußland. Anfang 1921) hat die Sowjetregierung die Holzindustrie fast aus Bährend der sogenannten tommunistischen Berlode( d. h. bis schließlich unter dem Gesichtspunkt der Brennholzbeschaffung betrachtet. Durch das Zwangsaufgebot von Hunderttausenden arbeitspflichtigen Bauern ist es der Sowjetregierung gelungen, in der Kampagne 1919/20 rund 9,7 Millionen und in der Kampagne 1920/21 Raubbau schlimmster Art getrieben worden. 5 Millionen Kubitsashenj Brennholz zu beschaffen. Dabei ist ein der Zwangsarbeit eine vollständige Reorganisation der Die neue Wirtschaftspolitit hat neben einem allmählichen Abbau staatlichen Holzindustrie mit sich gebracht. Vor allem wurde ber Grundfaiz der Wirtschaftlichkeit und kaufmännischen Betriebsführung proflamiert. Die Holzindustrie wurde zu großzen Gebietstruften, mie Gemeroles, Dwinoles, Betroles who, zusammengefaßt, wobei nach nicht territorialem Prinzip nur drei Truste gebildet wurden: der Fourniertrust, der Truſt der Spulen und Weberschiffchenindustrie und der Trust der Kort- und Isolier materialindustrie mit Wirksamkeit für ganz Rußland. " Diese Neuordnung hat nicht verfehlt, eine Belebung der Produktion herbeizuführen, wenngleich der schlechte Zustand der mafchi nellen Anlagen der Betriebe, die mangelhafte Kapitalausstattung, weitere Entfaltung dieses Industriezweiges nachteilig beeinflußt Die ungenügende Finanzierung, die hohe Besteuerung u. a. mehr die hatten. Einer ausführlichen Abhandlung über die ruffiiche Holzindustrie im letzten Seft der Ost wirtschaft"( Bezing für Politik und Wirtschaft, Berlin S 48) entnehmen wir über die neueste Entwicklung folgende Daten. Die Holzbefaffung beirisg in der Kampagne 1921/22 rund 5 Millionen Kubitsasjenj, 1922,23 nur 4,5 Millionen, die Beschaffung von Nutzholz 1 Million bzw. 1,4 Mitlionen Rubithasheni( zu je 9,7 Kubikmeter). Was die Sägearbeiten anbetrifft, so wurden im Wirtschaftsjahre 1921/22( Oftober 1921 bis September 1922) 61,2 Millioner russische Kubiffuß( zu je 28.3 Kubikdezimeter), 1922/23 aber 107,2 Millionen russische Kubikfuß Bretter gesägt. Von den 627 in Truften vereinigten Werfen moen im leggenannten Jahre durchschnittlich 284 Betriebe mit 20 979 Arbeitern beschäftigt. Gegenüber dem Jahre 1921/22 war die Zahl der arbeitenden Betriebe um 8, die Arbeiterzah fast um 8000, die Produktion um rund 46 Millionen Rubitfuß ge= stiegen. Die allgemeine Steigerung der Produktion, die bessere Ausnuzung der Betriebe und die Steigerung der Leistungsfähigkeit des einzelnen Arbeiters müffen als unverkennbare Fortschrills angefeben werden, wenn man auch nicht vergessen dmf, daß die genwärtige Produktion noch nicht 50 Proz. des Vortriegssteinerreicht. Die übrigen Zweige der holzperarbeitenden Industrie find bisher über die ersten Anfänge noch nicht hinausgefommen: Deutsch- portugiesisches Handelsabkommen. Die am 31. Mai d. J. ablaufende Gültigkeitsdauer des deutsch- portugiesischen vorläufigen Handelsübereinkommens ist durch Notenwechsel mit der portugisischen Regierung bis zum 31. Dezember d. 3. verlängert worden. im Eine neue deutsche Wolgafolonie. Eme Gruppe von cima 1000 Arbeitern bes Soiinger Industriegebietes hat in Mostan um Zuweisung von Land zur Gründung einer Kommune gebeten. Wie der Ost- Expreß erfährt, hat eine Kommiffion des Rates für Arbeit und Verteidigung jetzt beschlossen, den deutjen Rolonisten 3000 Deßjatinen Land zuzuweisen, und zwar Wolgagebiet. Doch macht der Rat die Bedingung, daß die Uebersiedelung der Deutschen auf ihre eigenen Roften erfolgt und taß sie die Existenzmittel für die erste Zeit fci6jt beschaffen. Die Sowjetregierung wird ihnen dann diescite Unterstützung erweisen, die auch anderen Einwanderern zuteil mird. Koch& Seeland an der Spitze der Leistungsfähigkeit: Sportanzugstoffe Mtr. 6.50 450 45 Sertraustenstr 20/21 Sager: 1893 Homespun, reine Wolle Damen- Kostürnstoffe Donegal, ,, reine Wolle" 1.40 breit.... Mir. Emil Paffke ( 1.Vorsitzender des Vereins Berliner Ketten- Raucher) spricht: ABEIER und dann noch eins, meine Herren: Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht das gleiche. Es kommt doch etwas anderes heraus. Da heißt es, klaren Kopf behalten, um scheinbar gleiche Dinge auseinander halten zu können. Ich z. B. mache es so: ich sehe und höre mir alles an, lese auch a alles, rauche aber TELEPATH!" ( Portsetzung folgt) 91544 ind Sie gerüstet? 20 Oster- Sonntag C& A Königstr. 33 Am Bahnhof Alexanderpl. Chausseestr. 113 Beim Stettiner Bahnhof ( Untergrundbahnstation) Wir sind's! und Sie finden daher bei uns, als zum Fest besonders geeignet, in der bei uns bekannten Auswahl: Kleider Cheviot- Kleider 67 75 von Gabard.- Kleider 1875 von Trikot- Kleider an ( Kunstselde) von 1750 Kostüme * Sport Kostüme 9 von 1350 Chev. Kostüme me 1975 von Tailor- made- Kostüme in prima Stoffen und Ver. arbeitung. Mäntel von Donegal- Mäntel 675 Covericeal. 850 Mäntel von Tuch- Mäntel 1950 VOD Lederol- Mäntel 2975 von Blusen Flanell- Blusen 95 baumwollene von Zepbir Blusen 295 von Zephir Blusen mit schön. 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